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A: Was liest du denn da?

B: Hier gibt es einen lustigen Artikel über die richtigen Reiseziele für jedes
Sternzeichen.

A: Ich bin Krebs. Was steht denn da für mich?

B: Krebs. Das häusliche Sternzeichen verreist eher ungern, weil der Krebs am liebsten
in seinen eigenen vier Wänden Urlaub macht. Doch wenn man einen Krebs zu seinem
Glück zwingt, dann wird er sich in Amsterdam besonders wohlfühlen. Als
Wassersternzeichen mag der Krebs Städte, die an einem Fluss, See oder Meer gebaut
sind.

A: Aha. Dann könnte ich dieses Jahr mal nach Amsterdam fahren. Was meinst du?

B: Du spinnst!

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A: Ich brauche Informationen zur Abgabe von Sondermüll. Bin ich da mit Ihnen richtig
verbunden?

B: Ja. Hier ist der Recyclinghof Zehlendorf.

A: Ich habe in meiner Garage alte Kanister für Maschinenöl und alte Behälter für
destilliertes Wasser gefunden. Die hat der Vormieter hier gelassen. Was soll ich
damit machen?

B: Wenn die Behälter leer sind, kommen die in die Mülltonne für Plastik. Die
Ölkanister müssen Sie zu uns bringen, denn die dürfen nicht in den normalen Müll.

A: Gut. Dann komme ich gleich vorbei.

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Wenn Sie immer noch gerne Briefe und Karten schreiben und dabei Ihren ganz
persönlichen Stil bevorzugen, sind Sie bei uns an der richtigen Adresse. Wir eröffnen
am Montag, den 1. Februar, in der Goethegasse 24. Zu diesem Event laden wir Sie
ein, unsere ausgesuchten Schreib- und Papierwaren aus der ganzen Welt
kennenzulernen. Zur Eröffnung gibt es viele Sonderangebote und eine kleine
Überraschung für Ihre Kinder. Schauen Sie einfach zwischen 10 und 18 Uhr vorbei!
Ihr Verkaufsteam von „Origami" erwartet Sie!

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A: Wie war es denn beim Angeln mit deinem Vater?

B: Viel besser, als ich dachte. Wir sind an einen See gefahren. Dort saßen wir auf
unseren Hockern und hatten zwei Angeln im Wasser. Als Köder haben wir
Regenwürmer benutzt. Mein Vater schwört auf diese altmodischen Methoden. Na,
und dann haben wir still gewartet, dass etwas anbeißt. Aber eine ganze Weile wollten
die Fische einfach nur die Köder anknabbern. Und dann habe ich 30 Minuten später
endlich einen Fisch gefangen! Mensch, der war richtig groß! Wir haben ihn sogar
gegrillt. Mein Vater meint, es sei ein Barsch gewesen, aber ich kann nur sagen, er war
lecker.

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A: Hausverwaltung Biedermann.

B: Hier Schneider, ich bin Mieter in der Bachsteinstraße und ich möchte mich
beschweren. Zusammen mit meiner Wohnung miete ich einen Garagenplatz. In
letzter Zeit parkt dort ständig mein Nachbar. Und als ich ihn darauf ansprach, meinte
er, es sei sein Platz. Könnten Sie dieses Missverständnis bitte für mich regeln?

A: Ich werde es versuchen. Nennen Sie mir die Nummer Ihres Parkplatzes und den
Namen Ihres Nachbarn.

B: Platz 15. Mein Nachbar heißt Harder.

A: Herr Schneider, ich melde mich, sobald ich Herrn Harder gesprochen habe.
B: Danke und auf Wiederhören.

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Am Ende unserer Sendung noch die aktuelle Pollenflug Vorhersage, besonders


wichtig für Allergiker. Aufgrund des ungewöhnlich milden Wetters sind bereits
einzelne Gräserpollen in der Luft. Die Belastung ist allerdings meist gering. Durch
zeitweilige Niederschläge ist die Luft vorübergehend pollenfrei. Etwas höher ist die
Belastung in Thüringen und Sachsen. In den nächsten Tagen bleibt der Flug von
Gräserpollen zunächst schwach. Wiederholte Regenfälle im Laufe der Woche sorgen
außerdem zeitweise für pollenfreie Luft.

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M = Moderator B = Doktor Bartels

M: Heute begrüße ich Doktor Bartels bei uns im Studio. Er ist Psychologe, doziert an
der Universität Münster und wird mit uns über das Thema „Erwerbstätigkeit, Ehe
und Familie" sprechen.

B: Guten Tag. Ja, ein grundlegendes Thema, das uns alle betrifft.

M: Genau. Deshalb haben wir es auch gewählt. Nun, meine erste Frage: Was würden
Sie jungen Paaren raten, die eine Familie gründen wollen? Arbeiten beide weiter?
Stoppt einer?

B: Bevor ich dazu etwas sagen kann, müsste ich erstmal mehr über die betroffenen
Personen wissen. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die Zufriedenheit der
Paare stark davon abhängt, welche Lebensplanung sie haben.

M: Könnten Sie das unseren Zuhörern erklären?

B: Für die Frauen ändert sich am meisten, sobald ein Paar Kinder hat, denn sie
kümmern sich in der Regel immer noch mehr um die Kinder als die Väter. Grob gesagt
kann man zwischen drei Fällen unterscheiden: Es gibt junge Frauen, die in ihrem
Lebensentwurf davon ausgehen, zu Hause zu bleiben, um die Kinder zu versorgen.
Diese Frauen sind auch dann zufrieden, wenn sie mit der Arbeit aufhören.
Schwieriger ist es für die zweite Gruppe von Frauen, die eigentlich gerne
weitergearbeitet hätte, aber keine Betreuung findet oder bezahlen kann. Diese
Frauen bleiben gezwungenermaßen zu Hause und sind dann verständlicherweise
unzufrieden. Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe Frauen, die ihre
Erwerbstätigkeit nur kurz unterbricht und dann weiterarbeitet, weil das ihrer
Lebensplanung entspricht.

M: Und welche Gruppe ist nun am glücklichsten?

B: Allgemein sind die glücklich, die ihre Lebensplanung verwirklichen können, egal
welche das nun ist.

M: Nehmen wir mal die dritte Frauengruppe. lohnt es sich denn, Karriere und Kinder
miteinander zu vereinbaren, oder ist das belastend für die Paarbeziehung?

B: Vom finanziellen Standpunkt her lohnt es sich, denn beide Ehepartner behalten
ihren Job und verdienen weiterhin. Außerdem fördert es die Gemeinsamkeit eines
Paares, denn nach wie vor teilen sich die Partner ihre Aufgaben und das liefert oft
die Grundlage zu einer funktionierenden Ehe, also zum Glück.

M: Habe ich Sie richtig verstanden, dass ein Paar für diesen Lebensentwurf gut
verdienen muss oder zumindest ein gewisses finanzielles Polster haben sollte?

B: Ja, in den meisten Fällen schon. Oft gibt es aber auch ein verwandtschaftliches
Netz, das hilft, auf Kinder aufzupassen, oder Krippenplätze, die der Arbeitgeber
stellt.

M: Wenn ein junges Paar diesen Lebensentwurf hat, worauf sollte es dann achten?

B: Wichtig ist, dass die Qualität der Partnerschaft nicht leidet, denn die ist das
Fundament der Familie. Ich persönlich würde dazu raten, sich trotz Kindern und
beruflichen Verpflichtungen auch Zeit zu zweit zu gönnen.
M: Dieser Tipp hört sich sinnvoll an. Doktor Barteis, leider ist unsere Zeit nun um.
Vielen Dank, dass Sie hier waren.

B: Nichts zu danken.

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M=Moderatorin ST= Student Ole Herter S=Schülerin Jana Schulz

M: Heute möchten wir mit unseren Studiogästen über den Umgang mit Smartphones
sprechen. Ich begrüße den Kommunikationswissenschafts-Studenten

Ole Herter und die 17-jährige Schülerin Jana Schulz.

S/ ST: Hallo!

M: Smartphones nehmen in unserem Alltag einen festen Platz ein, auch wenn nicht
jeder eins hat. Die Frage ist nur: Wie sollte man damit umgehen?

ST: Für mich ist ganz offensichtlich, dass sich durch die Smartphones unsere direkte
Kommunikation, also von Mensch zu Mensch, geändert hat.

M: Wie meinst du das?

ST: Wenn ich mich unterhalte, kann jederzeit das Smartphone meines Gegenübers
klingeln und schon ist die Kommunikation unterbrochen. Mein Gesprächspartner
sollte sich nicht ablenken lassen, sondern mir den Vortritt geben.

S: Ja, aber wenn man eine wichtige Nachricht erwartet? Ich finde, man kann das
Gerät ja auf „lautlos" stellen.

ST: Kei ne schlechte Idee, aber meiner Meinung nach sollte man es ganz wegpacken,
sobald man sich mit anderen unterhalten will. Bei „lautlos" vibrieren viele
Smartphones - und schon ist der Smartphone Besitzer nicht mehr bei der Sache. Das
ist respektlos. Schließlich schenke ich meinem Gesprächspartner meine Lebenszeit,
indem ich mit ihm spreche, und das sollte auch honoriert werden.
M: Das ist ein wichtiges Argument. Überhaupt sollte man sein Smartphone auch mal
ausstellen, oder?

S: Ganz ausstellen muss ich ja schon nachts, wegen der Strahlung.

ST: Das mache ich auch immer. Aber toll. dass du dich davon lösen kannst und so
diszipliniert bist.

S: Bin ich nicht. Bei uns haben das alle Eltern beim Elternabend in der Schule
beschlossen. Wir müssen unsere Smartphones und Handys nach 22 Uhr ausmachen
und in die Küche legen, damit wir nicht mehr heimlich nachts chatten.

M: Ich finde es richtig, dass sich deine Schule auch mit dem Problem beschäftigt. Für
alle Menschen wäre es gut, phasenweise ohne Smartphone zu sein.

ST: Aber bringt so ein erzwungener Verzicht denn etwas? Ich denke, die Eltern und
Lehrer müssen einfach richtiges Verhalten vorleben und damit ihren Kindern bzw.
Schülern ein gutes Vorbild abgeben.

S: Wer hat denn schon seine Eltern oder Lehrer als Vorbild? Ich kenne keinen. Wenn
ich 18 bin, lasse ich mir nichts mehr verbieten.

M: Bist du denn nicht der Meinung, dass es eine Smartphone-Etikette geben sollte,
also feste, verbindliche Regeln im Umgang damit?

S: Vielleicht schon. Aber wie auch bei anderen Fragen der Höflichkeit sehen junge
Leute das anders als ältere.

M: Stimmt. Trotzdem gibt es einige grundsätzliche Dinge, die wir alle befolgen
sollten. Ähnlich wie bei einer Situation, wenn man vor jemandem durch die Tür geht,
dann hält man sie auf und lässt sie nicht einfach zuknallen. Egal wie alt man ist!

ST: Ich denke auch, gewisse Höflichkeiten sind generationslos.

S: Darüber muss ich noch nachdenken.

M: Ole, Jana, danke für das interessante Gespräch.


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ch begrüße Sie herzlich zu meinem Vortrag „Nachbarschaftsmediation". Mein Name
ist Erich Hauptmann und ich leite ein diesbezügliches Forschungsprojekt des
Instituts für Empirische und Angewandte Soziologie hier an der Universität Bremen.
„Streit mit dem Nachbarn ist schlimmer als Bauchschmerzen". So ein italienisches
Sprichwort. Davon kann jeder ein Lied singen. Oft beginnt es mit einer kleinen
Streitigkeit: Man empfindet den Nachbarn als zu laut, durch das Zusammenleben
verschiedener Kulturen entstehen Missverständnisse, Kinder spielen auf den
Autostellplätzen Fußball und dergleichen mehr. Häufig wird dann die Polizei
eingeschaltet, nicht selten landet der Fall vor Gericht. All dies kann
Nachbarschaftsmediation verhindern, denn sie bietet die Möglichkeit, bereits im
Frühstadium Streitigkeiten zu klären, Kränkungen durch Entschuldigungen aus der
Welt zu schaffen und Lösungen zu finden, die beide Parteien auf Dauer
zufriedenstellen. Und obwohl „Mediation" in aller Munde ist, spielt gerade die
Nachbarschaftsmediation in Deutschland noch kaum eine Rolle. Meist - wie sich bei
unseren Erhebungen ergab – verlässt man sich lieber auf einen Anwalt und lässt die
Angelegenheit vor Gericht bringen. Doch solche Verfahren sind oft langwierig und
kostspielig. Und meist wird das Nachbarschaftsverhältnis dadurch keinesfalls
harmonischer. Gewinnt man den Prozess, verhärtet sich die Feindschaft seitens der
Gegenpartei und über kurz oder lang findet sich ein neuer Anlass zum Streit. Verliert
man ihn, sieht sich die Gegenpartei in ihrem Verhalten bestätigt und es bleibt einem
nur die Wahl, sich daran zu gewöhnen oder auszuziehen.

Im Rahmen unseres Projekts werten wir selbstverständlich auch Fallbeispiele aus


und ein solches möchte ich kurz darstellen. Eine Frau, nennen wir sie Berger, fühlte
sich durch ständige laute Musik, teilweise bis spät nachts, belästigt. Über die
Hausverwaltung veranlasste sie mehrere, recht scharfe Briefe an Herrn Schmidt, der
als Verursacher der Beschallung ausgemacht werden konnte. Da dieser keine
Reaktion zeigte, wurde ein Mediationstreffen vereinbart, bei dem der Mediater
höchst erstaunt war, dass die Konfliktparteien nie miteinander gesprochen hatten,
ja sich nur vom Hörensagen kannten!

Nachdem sich Frau Berger als ltalienfan geoutet hatte, wurde auch Herr Schmidt
umgänglicher, da er mütterlicherseits italienischer Herkunft war - daher auch die
meist italienische Musik. Inzwischen, wie der Mediater später erfuhr, bringt Herr
Schmidt Frau Berger Italienisch bei, während er von ihrer Erfahrung als
Versicherungskauffrau profitiert.

Hier hätte es eventuell gar nicht eines Mediators bedurft, denn das Entscheidende
ist das Gespräch mit dem anderen. Aber gerade das kann eben oft am besten durch

einen Mediater initiiert und gelenkt werden. Unsere Forschungen bestätigen ganz
unzweifelhaft, dass sich in den allermeisten Fällen die Hinzuziehung eines Mediators
als die beste Lösung erweist.

Bevor ich fortfahre, möchten Sie vielleicht etwas fragen? Ja, die Dame dort mit der
blauen Jacke, was möchten Sie denn wissen ...