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TECHNIK

Axel Mühlhäuser

Mit Gold Grenzen überwinden – eine


filigrane Teleskopversorgung (Teil 2)
MATERIALIEN Im Frontbereich kommt der Kosmetik eine besondere Bedeutung zu.
Kommen hier Teleskopkronen zum Einsatz, stellt dies für den Techniker aufgrund
der verminderten Verblendstärke eine erhöhte Anforderung dar. Soweit jedoch im
Unterkiefer auf äußerst filigranen Pfeilerzähnen eine brückenar- Teil 1 (Ausgabe 5/2016)
tige Teleskopversorgung hergestellt werden soll, ist schnell der
Grenzbereich des Machbaren hinsichtlich Stabilität und Kosme-
tik erreicht. Wie trotzdem ein ansprechendes, stabiles Ergebnis
­erreicht werden kann und gleichzeitig wirtschaftlich produziert
wird, zeigt der Autor Schritt für Schritt. Zudem geht er auf die
verwendeten Materialien und deren besondere Eigenschaften ein.

eingebaut werden, etwas mehr Bau- würde. Eine dickere Konsistenz oder
höhe, als bei den kreisrunden Elementen ein längeres Quellen sind hierbei hilf-
notwendig ist. Demgegenüber haben reich. Nunmehr werden die verbliebe-
die eckigen Teile, soweit mit TK-Snap-Ein- nen Anteile schrittweise mit Pattern er-
sätzen bestückt, eine ­höhere Haftung. gänzt (Abb. 2), entsprechend auch bei
Abb. 1 Zudem können diese, entgegen den kreis- den übrigen Primärteilen.
runden Elementen, auch mit TK-Fric-Ein- Nach dem Aushärten erfolgt das Ausar-
Abb. 1: Angussfähiger runder TK-Snap-Kasten fixiert. Abb. 2:
sätzen bestückt werden. Hierbei wird beim beiten und Zurückschleifen auf Mindest-
Restflächen mit Pattern ergänzt. Abb. 3: Auf Mindeststärke
­zurückgeschliffen. Primärteil keine Retentionsmulde notwen- stärke (Abb. 3). Nach dem Abheben sind
dig, es stehen drei Einsätze mit unter- die Innenbereiche des TK-Snap-Kastens
schied­licher Haftkraft zu Verfügung. unter dem Mikroskop akribisch auf even-
Nachdem im ersten Teil des Fachbe- Aufgrund der sehr filigranen Primärteile tuelle Patternrückstände im angussfähi-
richtes (Ausgabe 5/2016) auf die Hin- haben wir uns im vorliegenden Fall für die gen Kasten hin zu untersuchen, um diese
tergründe, die Herstellung der Primär- kreisrunden TK-Snap-Elemente ent- ggf. sorgfältig zu entfernen. Bei den TK-
teile und die Modellherstellung einge- schieden. Der Einbau erfolgt im Inter- Snap-Elementen muss für eine spätere
gangen wurde, steht nun die eigentli- dentalbereich; für die später einzu- aktive Verwendung bereits jetzt, nach
che Gerüstherstellung bis zur Einprobe schleifende Reten­tionsmulde muss min- dem Reponieren, durch die kreisrunde
im Fokus des Autors. destens eine Wandstärke von 0,5 mm Öffnung mit einem spitzen Instrument der
vorhanden sein. Soweit die ideale Lage Radius auf das Primärteil übertragen
Einbau der TK-Snap-Elemente minimal markiert ist, wird der anguss­ werden (Abb. 4). Somit ist nach dem
fähige TK-Snap-Kasten mit Pattern ­Verschließen der Öffnung bzw. nach
Zu beachten ist bei der Auswahl der ­fixiert (Abb. 1). Es ist darauf zu achten, dem Guss die Lage für die einzuschlei-
­angussfähigen Elemente, dass bei den dass kein Pattern in den Kasten hinein- fende Retentionsmulde sicher festge-
eckigen Kästen, soweit diese hochkant fließt, da er ansonsten unbrauchbar halten.

Abb. 2 Abb. 3

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Abb. 4 Abb. 5
Abb. 4 Abb. 5

Abb. 6 Abb. 7

Abb. 4: Radius auf Primärteil übertragen. Abb. 5: Öffnung mit dünner Wachsplatte verschlossen. Abb. 6:
Das obligatorische Wax-up. Abb. 7: Schrittweise Reduktion zur Leichtbauweise. Abb. 8: Das Gerüst mit
distalen Retentionskästen. Abb. 9: Kontrolle mit dem Vorwall.

Vor dem eigentlichen Modellieren sind blendstärke laufend kontrollieren zu kön-


die Öffnungen der TK-Snap-Kästen zu nen (Abb. 6). Somit ist gleichzeitig das
verschließen. Hierbei darf jedoch keiner- kosmetische Ergebnis, aber auch die not-
lei Wachs in den Kasten hineinfließen, wendige Verblendstärke sichergestellt.
da er ansonsten unbrauchbar würde. Beim Cut-back zur Leichtbauweise gehen
Sicher und einfach geht dies mit einer wir systematisch und schrittweise vor:
0,3 mm starken Wachsplatte aus dem ­Zuerst reduzieren wir die vestibulären
­Modellgussbereich (Abb. 5). ­Bereiche von zervikal in Richtung inzisal/­
okklusal, folgend die Interdentalräume, die
Aufstellung und Modellation Lingualbereiche und okklusalen Anteile
(Abb. 7). Sodann wird die Länge und der
Die Aufstellung der Konfektionszähne verbliebene Okklusal- bzw. Inzisal­bereich
erfolgt nach den bekannten Regeln und von bukkal reduziert, eine laufende Kon­
braucht an dieser Stelle nicht näher aus­ trolle anhand des Gegenbisses ist obliga-
geführt zu werden. Im vorliegenden Fall torisch. Abschließend ist das Brückenglied
wurde aber auf die Aufstellung von 37 und entsprechend der Leichtbauweise aus­
47 verzichtet. Somit wird beim Kauen die zuhöhlen. Nach dem Trennen in die ge-
Hebelbelastung deutlich geringer, vor wünschten Einzelsegmente können die
allem auch in Anbetracht der sehr zierli- Modellationen abgehoben und anschlie-
chen Pfeilerzähne. Es folgt das obligatori- ßend die Konfektionszähne mittels eines
sche Wax-up. Hierbei modellieren wir die Vorwalls entfernt werden. Sodann er-
Lingual- und Okklusal-/Inzisalbereiche folgt das Feinausmodellieren, d. h. das
voll aus und lassen bukkal den Rand- bzw. Ergänzen der Goldränder bzw. Idealisie-
Interdentalraum teilweise frei, um die Ver- ren der Metallunterstützung (Abb. 8).

Abb. 8 Abb. 9
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Abb. 10 Abb. 11

Abb. 10: Das Endergebnis in Wachs von lingual. Abb. 11: Mit Retentionsperlen angestiftet im offenen Ring. Abb. 12: Ein perfektes Biolight-Gussergebnis. Abb. 13: Die
Innenflächen mit TK-Snap-Kästen. Abb. 14: Vorbereitet für die MG-Retentionen. Abb. 15: MG-Retentionen aus Lichtwachs. Abb. 16: Angestiftet für den Speedguss.

Die Verbindung zu den Modelgussreten- wohnt im offenen Ring (Abb. 11). Trotz sung sorgt. Beachtenswert sind die bei-
tionen stellen wir über kleine, distale Haftvermittler bringen wir als „Gürtel den angegossenen TK-Snap-Elemente,
„Hilfsstege“ her. Diese sichern später zum Hosenträger“ noch Makroreten­ hier ist keinerlei Absatz, Lunker oder
einen stabilen Verbund zu den Modell- tionsperlen auf, somit ist ein bestmög- Fehlstelle vorhanden (Abb. 13).
gussretentionen durch die größere Ver- licher Verbund zum Komposit herge- Nach dem Abtrennen werden die Innen-
bindungsfläche, gleichzeitig wird das stellt. flächen der Teleskope akribisch auf
­eigentliche Verbinden erleichtert. Hier- eventuelle Gussfahnen oder Gussper-
bei sind die Konfektionszähne entspre- Das Gießen und Ausarbeiten len hin unter dem Stereomikroskop un-
chend kastenförmig ausgehöhlt; an- zur Einprobe tersucht und diese ggf. entfernt. Soweit
hand der Vorwälle wird die richtige die Expansion der Einbettmasse richtig
Lage, Ausrichtung und Höhe kontrolliert Wie üblich gießen wir im Speedverfah- eingestellt war, dürfte beim Aufpassen
(Abb. 9). ren. Das Ausbetten erfolgt lediglich mit fast keine Nacharbeit notwendig sein.
In der Lingualansicht wird deutlich, dass Glanzstrahlperlen und niedrigem Druck, Es ist eine Saugpassung anzustreben,
hier später noch ein relativ breit anmu- zudem Absäuern und Ultraschall. Be- der Randbereich muss deshalb immer,
tender Goldbereich besteht (Abb. 10). reits jetzt zeigt sich ein perfektes Ergeb- ohne Nachbearbeitung dicht anliegen.
Aufgrund der filigranen Gesamtsituation nis ohne Fehlstellen, der warme Farbton Um beim vorliegenden Fall Zeit einzu-
und den Freiendsätteln ist dies jedoch der Biolight-Legierung spricht für sich sparen, erfolgte die Herstellung der
aus Stabilitätsgründen unerlässlich, im (Abb. 12). Besonders beeindruckend ist MG-Retentionen vor dem Verlöten der
Interdentalbereich 33/34 war sogar jedoch die homogene, glatte Oberflä- Teleskopeinzelsegmente. Nach dem
noch eine Verstärkungspapille notwen- che, die vor allem in den Innenbereichen Ausarbeiten der Verbindungsstege sind
dig. Das Anstiften geschieht wie ge- letztendlich für eine bestmögliche Pas- die basalen Bereiche mittels Vorberei-

Abb. 12 Abb. 13

Abb. 14 Abb. 15 Abb. 16

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Abb. 17 Abb. 18

Abb. 17: Das Gussergebnis. Abb. 18: Eine perfekte Lötung. Abb. 19: Die Passung. Abb. 20: Kontrolle der Ränder. Abb. 21: Spielpassung der MG-Retentionen.
Abb. 22: Nach dem Verlöten.

tungswachs hohlzulegen (Abb. 14). Um Herstellung des Lötmodells sonst bei der folgenden Lötung poten-
Zeit und Kosten zu sparen, verzichten In der Zwischenzeit sind die restlichen ziert. Nach wie vor verlöten wir jedes
wir bei derartigen Konstruktionen auf Einzelsegmente aufgepasst und die Segment einzeln, da aus unserer Sicht
das übliche Doublieren und Her­ Ränder gummiert. Nunmehr erfolgt die nur so ein bestmögliches Ergebnis bei
stellung eines Einbettmassenmodells. Herstellung eines Lötmodells. Hierbei der Passung erreicht wird, wie in der
Nachdem die Goldbereiche isoliert sind, ist die eigentliche Lötfläche großzügig Schlussansicht nach den einzelnen
wird nun direkt auf dem Meistermodell basal auszuwachsen und nach dem ­Lötungen ersichtlich wird (Abb. 19).
mit lichthärtenden Modelliermassen Abbrühen die eigentliche Lötfläche mit Gerade bei abgenommener Zahn-
bzw. Konstruktionselementen der Mo- Flussmittel zu benetzen. Gelötet wird fleischmaske lassen sich kleinste Ab-
dellguss hergestellt (Abb. 15). mit einem hoch fließenden Lot (hoher weichungen beim Sitz oder Passung
Nach dem Lichthärten erfolgt das Ab- Schmelzpunkt), welches beste Voraus- gnadenlos erkennen. In der Ansicht von
heben und Anstiften. Jetzt können die setzungen bei der Mundbeständigkeit bukkal wird die perfekte Passung der
Retentionen direkt auf einen 3er-Sockel und auch Passung bringt (Abb. 18). Ränder mehr als deutlich (Abb. 20).
aufgewachst werden (Abb. 16), somit Ausgebettet wird nach dem langsamen
wird deutlich Einbettmasse gespart. Abkühlen mittels Dampfstrahler und Ausarbeiten der Modellguss-
Eingebettet wird mit einer Speedein- ­Ultraschall, Absäuern entfernt sodann reten­tionen und Goldbereiche
bettmasse, gegossen und ausgebettet das Oxid. Im weiteren Vorgehen sind die Modell-
in bekannter Art und Weise. Es zeigen Bei der anschließenden Passungskon­ gussretentionen aufzupassen. Um ein
sich perfekte MG-Retentionen mit einer trolle auf dem Modell dürfen keinerlei, sicheres Verlöten zu gewährleisten,
glatten Oberfläche ohne Gussfahnen wenn auch nur minimale, Abweichun- muss eine leichte Spielpassung vorlie-
oder Gussperlen (Abb. 17). gen festgestellt werden, da sich dies gen, anschließend wird mit Vorberei-

Abb. 19 Abb. 20

Abb. 21 Abb. 22

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Abb. 23

Abb. 24 Abb. 25

Abb. 23: Ausarbeiten der MG-Retentionen mit kreuzverzahntem Fräser. Abb. 24: Bearbeiten der Lingualflächen. Abb. 25: Gummieren zum Mattglanz. Abb. 26:
Ränder ausgearbeitet. Abb. 27: Das fertige Gerüst nach Politur. Abb. 28: Ausmodelliert mit Zähnen.

tungswachs unterlegt (Abb. 21). So- schleifen und zudem die Randbereiche flächengüte oder der Abtrag individuell
dann können die Segmente fixiert und gleichmäßig einzukürzen bzw. auszu- steuerbar. Ein hoher Anpressdruck
gelötet werden. Eine mustergültige Lö- dünnen (Abb. 23). bringt höhere Abtragsleistung, eine ge-
tung erkennt man am besten von basal. Im weiteren Arbeitsablauf werden nun- ringe Anpresskraft bringt eine feinere
Hierbei zeigt sich keinerlei Fehlstelle mehr die Goldbereiche ausgearbeitet. Oberflächengüte. Geglättet wird vor dem
oder Lunker im Bereich des Lötkastens, Zur Erinnerung: Nur die reinen Randbe- Hochglanzpolieren mit einer blauen
auch die direkte, interdentale Verbin- reiche sind vor dem Verlöten mit dem ­Polierwalze (Abb. 25), die bereits einen
dung zur Teleskopkrone ist makellos Silikonpolierer bearbeitet. Mit einem
­ Mattglanz erzeugt.
(Abb. 22). Aufgrund des besseren Hand- dünnen H261UM-Fräser lassen sich
lings erfolgt erst jetzt das eigentliche derart grazile Bereiche mühelos und Hochglanzpolitur
Ausarbeiten der Modellgussretentionen: bestmöglich ausarbeiten (Abb. 24). Die eigentliche Hochglanzpolitur neh-
Mit einem scharfen, schnittfreudigen Hierbei ist bei der UM-Serie besonders men wir nach wie vor noch an der gro-
kreuzverzahnten Fräser (z. B. NEX-Frä- die einzigartige Verzahnung hilfreich: ßen Poliereinheit vor: Bürsten und
ser, Komet) sind die Gusskanäle zu ver- Ohne Werkzeugwechsel sind die Ober- ­Polierpaste, sodann Schwabbel und

Abb. 26 Abb. 27 Abb. 28

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Abb. 29

Abb. 29: Zungenfreundliche Ausformung. Abb. 30: Mit Gegenbiss.

Hochglanzpaste. Gereinigt wird mittels Dampfstrahler und


Ultraschall. Nunmehr sind die Reten­tionsperlen zumindest
auf den reinen Unterschnitt zu reduzieren (Abb. 26) – kön-
nen parziell, soweit aus kosmetischen Gründen notwen-
dig (z. B. im Randbereich, Interdentalraum oder inzisal),
auch vollständig entfernt werden. Zudem sind die bukka-
len Goldränder ausgedünnt. Bei der folgenden Einprobe
wird entschieden, ob diese aus kosmetischen Gründen
entfernt werden müssen oder zugunsten der Stabilität
verbleiben können. Von lingual zeigt sich eine makellose
Hochglanzpolitur (Abb. 27) mit gleichmäßig verlaufender
Goldabschlusskante.

Einprobe
Zur Einprobe stellen wir bei den Sattelanteilen basal rosa
Kunststoffauflagen her, somit können bereits hier sichere
Erkenntnisse über die Passung und Bissverhältnisse er-
langt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass keinerlei
scharfe Kanten im Randbereich bestehen. Mittels des
Vorwalles werden nun die Zähne reponiert und die Gingiva­
anteile ausmodelliert. Mit zahnfarbenem Wachs sind ab-
schließend die eigentlichen Gerüstflächen zu verblenden
(Abb. 28). Die leichte Verschachtelung bringt einerseits
einen lebendigen Eindruck und andererseits eine natür­
liche Zahnform, da ansonsten der zervikale Bereich fast
so breit wäre wie die Schneidekante.
Von lingual (Abb. 29) konnte leider bezüglich der Form nicht
sehr anatomisch verfahren werden; wichtiger war, hier eine
ausreichende Stabilität zu erreichen. Mit Gegenbiss zeigt sich
ein ansprechendes Ergebnis, die Zahnbreiten der Frontzähne
im Oberkiefer und Unterkiefer harmonisieren (Abb. 30).­

Abb. 30
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Hier würde niemand auf den ersten Blick ditioniert. Sodann kann der rosa Opaker in
größere Probleme erahnen. Die Gesamt- mehreren dünnen Schichten aufgebracht
problematik wird erst erkennbar, soweit und gehärtet werden (Abb. 33). Die Pro-
eine Referenzgröße besteht. Erst in der thesenzähne können nunmehr gleichfalls
Aufnahme von Primärteilen und Gerüst dampfgestrahlt und nach dem Trocknen
mit einem handelsüblichen Streichholz mit mechanischen Retentionen versehen
wird die ä ­ ußerst grazile und filigrane und zusätzlich sandgestrahlt werden.
Ausführung überdeutlich (Abb. 31). Nach dem Reponieren der Zähne in die
Die Primärteile der Frontzähne entspre- Vorwälle erfolgt das Ausblocken des
­
chen fast dem Streichholzkopf, und dies ­Modells und der Übergänge zu den Ver-
trotz Minimalstärken beim Fräsen. Ent- blendflächen der Teleskope sowie das
sprechend klein sind die Innenflächen Isolieren der Gips- und Teleskopbereiche.
der Sekundärteile. Aus diesem Blickwin- Nach einer letzten Kontrolle – es darf kein
Abb. 31 kel zeigt sich auch, dass durch die Aus- Frühkontakt vorliegen bzw. müssen die
maße keine überhöhte Stabilität besteht, Vorwälle spaltfrei a ­ nliegen (Abb. 34) –
der bukkale Rand für die Gesamtstabili- sind diese mit einem Tropfen ­Sekun-
tät eher notwendig erscheint. denkleber sicher auf dem Modell zu
­fixieren. Die Fertigstellung mit Aesthetik-­
Bei der folgenden Einprobe bestanden Autopolymerisat (Candulor) ­erfolgt in
keinerlei Abweichungen beim Biss, die bekannter Art und Weise.
Patientin war auf Anhieb mit Form und Nach dem Aushärten im Drucktopf und ­Ab-
Kosmetik einverstanden und die Pas- heben der Vorwälle zeigt sich ein gutes Er-
sung lag perfekt vor. Entsprechend gebnis ohne Fehlstellen mit perfekten Über-
konnte die Fertigstellung erfolgen. gängen zu den Prothesenzähnen (Abb. 35).
Vor dem ersten Abheben und Ausarbeiten
Abb. 32 Fertigstellung der Kunststoffsättel der Sättel muss jedoch unbedingt die
­Zentrik exakt eingeschliffen werden.
Vor der eigentlichen Fertigstellung sind
die Konfektionszähne auf etwaige Ver- Im dritten Teil des Fachberichtes be-
schiebungen und einen gleichmäßigen schreibt der Autor Axel Mühlhäuser
Kontakt hin zu überprüfen. Abschlie- neben dem Ausarbeiten der Kunststoff-
ßend erfolgt noch die natürliche Ausge- sättel das Verblenden und die Ab-
staltung der Gingivaanteile und das Fein-­ schlusspolitur. Zudem wird er näher
ausmodellieren. Silikonvorwälle fixieren auf die Vor- und/oder Nachteile alter-
die Konfektionszähne sicher zur Fertig- nativer Materialien eingehen.
stellung und spiegeln exakt die detail-
lierte Wachsoberfläche wieder. Danksagung
Nach dem Abheben wird das Wachs aus-
Abb. 33
gebrüht und sämtliche Bereiche gründlich Herrn Dr. Tomas Angelus und dem
dampfgestrahlt. Zum Schutz der polierten ­gesamten Praxisteam möchte ich an
Goldanteile sind diese mit einem Silikon- dieser Stelle besonders für die perfekten
film abzudecken, anschließend wird der Unterlagen, die Hintergrundinformatio-
Modellguss sandgestrahlt (Abb. 32) und nen und die sehr effiziente Zusammen-
entsprechend der Herstellerangabe kon- arbeit danken.

Abb. 31:  Hier zeigen sich die Größendimensionen.


Abb. 32: Retentionen gestrahlt.
Abb. 33: Mit rosa Opaker.
Abb. 34: Letzte Passungskontrolle.
Abb. 35: Sättel fertiggestellt. INFORMATION
Abb. 34
Axel Mühlhäuser
Dentaltechnik GmbH
Ulrichstraße 35
73033 Göppingen
info@muehlhaeuser-dt.de
Infos zum Autor

Abb. 35

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