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RP Rheinland Privatschule

Seminare Schulungen Deutschkurse Name_________________ Vorname____________

Zweiter Test C1 / Oberstufe, v1 2005, © Rheinland Privatschule

1. Hörverstehen (60 Minuten / 40 Punkte)

Gesamtzeit: 60 Minuten / Gesamtpunkte: 40 Punkte


.

Es sind KEINE Hilfsmittel außer einem einsprachigen (Deutsch-Deutsch)


Wörterbuch zulässig
Schreiben Sie bitte auf jedes Blatt ihren Vor- und Nachnamen
Bitte schreiben Sie sauber und leserlich. Nicht lesbare Texte werden nicht
gewertet.
Bitte benutzen Sie KEINE Bleistifte. Bleistiftschrift wird nicht gewertet.
Bitte benutzten Sie keine eigenen Blätter.

Ein Täuschungsversuch wir sofort mit „nicht bestanden“ gewertet. Während der einzelnen Prüfungsteile kann
der Raum nur durch die endgültige Abgabe des Prüfungsteils verlassen werden. Die Prüfungsordnung und die
AGB´s der Rheinland Privatschule werden mit der Teilnahme an diesem Test akzeptiert.

Notensystem:
sehr gut ≥ 90 %
gut ≥ 80 %
befriedigend ≥ 70 %
Gutes Gelingen! ausreichend ≥ 60 %
nicht bestanden 59 %
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Niveaustufen des „Gemeinsamen
europäischen Referenzrahmens“ GER:
Grundstufe I = 200 Std. A1
Grundstufe II = 200 Std. A2
Mittelstufe I = 200 Std. B1
Mittelstufe II = 200 Std. B2
Oberstufe = 200 Std. C1
Summe Stunden 1.000 Std.

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HÖRVERSTEHEN

Geruch und Duft


Auf einem Kongress zum Thema Riechen wollte man es möglichst sinnlich erfahrbar machen - das Riechen.
Stinkende Buttersäure und ranzige Fettsäuren wurden auf heiße Kochplatten getropft und in den Raum
ventiliert. Das Ergebnis waren überall betretene Gesichter - niemand will unangenehme Gerüche riechen
müssen. Aber auch unser natürlicher Körpergeruch ist suspekt geworden: Keiner will mehr natürlich riechen,
wir haben durch übermäßige Hygiene unseren natürlichen Geruch verloren und weitestgehend durch künstliche
Düfte ersetzt.

Riechen ist der animalischste aller Sinne. Über seinen Stellenwert haben Philosophen und Mediziner
jahrhundertelang gestritten. Für den Philosophen Immanuel Kant bereitete Geruch mehr Unannehmlichkeit als
Freude. Hegel hielt das Riechen gar für einen minderwertigen Sinn. Nietzsche widersprach heftig: "Mein
ganzes Genie sitzt in meinen Nasenlöchern."

Wie sehr Gerüche Körper und Geist des Menschen beeinflussen, wies kürzlich der amerikanische Mediziner
Alan Hirsch in einem Experiment nach. Ihm gelang es, die Schnelligkeit seiner Studenten beim Lösen eines
Puzzles um dreißig Prozent zu steigern, wenn er das Labor mit Blumendüften präparierte. Ein andermal lenkte
er mit Bananen-, Apfel- oder Pfefferminzaroma Übergewichtige vom Essen ab, sie verloren in sechs Monaten
über zwei Prozent ihres Körpergewichts.

Der Geruch ist die intimste Wahrnehmung eines Menschen. Er baut Mauern auf, oder er schafft Vertrautheit.
Die Münchner Wissenschaftlerin Dr. Margret Schleidt von der Forschungsstelle für Humanethologie der Max-
Planck-Gesellschaft hat sich mit der Frage beschäftigt: Fördern Gerüche die Bindung zwischen Mutter und
Kind?
Und sie ist bei ihren Recherchen auf sensationelle Ergebnisse gestoßen: Wenige Stunden nach der Geburt, noch
bevor das Neugeborene schmecken oder gar sehen kann, riecht es schon die eigene Mutter aus allen anderen
Frauen heraus. Dieser Effekt wird immer dann besonders deutlich, wenn die Mutter das Kind gestreichelt hat..
Wenn Wissenschaftler Watte, die mit "Mutterduft" getränkt war, ins Babybettchen legten, drehten Kinder, die
vorher von ihrer Mutter gestreichelt worden waren, ihr Köpfchen in die Richtung des Wattebausches. Offenbar
erwarteten sie die Mutter.
"Säuglinge sind programmiert auf sehr schnelles Lernen von Gerüchen", schließt die Wissenschaftlerin aus den
Experimenten, "wenn der Säugling seine Mutter riecht, fühlt er sich geborgen." Dieses Verhalten ist bei
Kindern aus Stammeskulturen, die jahrelang am Körper getragen werden, viel ausgeprägter als bei unseren
Babys, die wir in Bettchen ablegen." Teddys und Schmusekissen dienen ihnen oft als Ersatz, um die körperliche
Trennung von der Mutter besser zu verkraften. Wüssten die unsensiblen Erwachsenen über die geruchliche
Einzigartigkeit dieser Ersatzobjekte Bescheid, kämen sie nie auf die Idee, Teddys zu waschen und deren
originalen Geruch zu vernichten.

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Unangenehme Gerüche bringen soziale Isolation. Deshalb setzt der moderne Mensch alles daran, seinen
eigenen Geruch zu übertünchen. Übrigens haben nur eineiige Zwillinge denselben Geruch, bei allen anderen
Menschen variiert der Geruch von Mensch zu Mensch. Da wird geschrubbt, geduscht, gesprayt, um per Flakon
gut zu riechen. Die Parfümindustrie hat Hochkonjunktur. Die vom Menschen gezielt geschaffenen Düfte sind
"unter den Gerüchen das, was die Musik ist unter den Geräuschen", sagt Dr. Jellinek, leitender Parfümeur aus
Holzminden.
Ein Parfüm wird komponiert wie ein Konzertstück und unterliegt wie dieses strengen kompositorischen
Regeln.

Dabei lautet die erste Regel: Ein Parfüm darf nicht wie etwas anderes riechen, nicht wie ein Rosenstrauch, nicht
wie ein Weihnachtsbaum. Es muss den normalen Gerüchen der Welt nahe kommen, sich aber als Kunstprodukt
deutlich davon abheben.

Die zweite Regel lautet: Ein Duft allein ergibt niemals ein Parfüm. Das Parfüm ist immer komplex.
Drittens hat das Parfüm einen Hauch des Unnatürlichen, so wie holländische Stilleben des 17. Jahrhunderts, die
kombinieren, was in der Natur nie gemeinsam vorkommt: europäische Früchte, Wurzeln tropischer Gräser,
fremdländische Schmetterlinge und einheimisches Wild.
Es muss viertens auch etwas Körpergeruch enthalten. "Animalisches wirkt erotisierend", meint Jellinek, "weil
wir durch unser häufiges Duschen den natürlichen Duft fast völlig entfernt haben, müssen wir, um uns attraktiv
zu machen, die animalische Komponente als Bestandteil des Parfüms von außen zuführen." Ein typisch
animalischer Geruch sind die Lockstoffe des Moschusochsen.
Die letzte Regel heißt: Harmonie, Schönheit und Ausgewogenheit.

Seit einigen Jahren sollen Düfte aber nicht nur ästhetische Funktionen erfüllen, sondern auch medizinische.
Dafür einige Beispiele: In Japan gibt es parfümierte Kopfkissen für erholsamen Schlaf. In Amerika wurde eine
Duftkombination zum Patent angemeldet, die beim Abbau von Stress helfen soll. In Deutschland sollen
künstliche Raumdüfte dem Wohlbefinden in Büros dienen.
Es gibt auch eine Maßeinheit für den Geruch, das "Olf". Mit einem Olf geben Aromaforscher die
Verunreinigung an, die eine erwachsene Person in sitzender Tätigkeit mit einem Hygienezustand von 0,7
Bädern pro Tag erzeugt. Was aber bedeutet der Terminus "Hygienezustand von 0,7 Bädern pro Tag"? Er sagt
aus, dass alle 36 Stunden ein Bad oder eine Dusche genommen wird. Um diesem "Verunreinigungsgrad" des
Geruches entgegenzuwirken, soll durch künstliche Geruchsstoffe die Luft verbessert werden.

Dem widersprechen aber die Architekten. Frau Prof. Margrit Kennedy von der Universität Hannover formuliert
das so: "Statt mit Aromen die Symptome zu kurieren, müssen wir die Ursachen behandeln und Luft und
Gerüche wieder einbeziehen in die Architektur." Sie arbeitet gemeinsam mit niederländischen Architekten an
neuartigen Bürohäusern. Diese haben keine Klimaanlagen, die Fenster kann man selbstverständlich öffnen. In
Innenhöfen sprudeln Springbrunnen und befeuchten die Luft. Überall stehen sauerstoff- und schattenspendende
Bäume und Büsche, duftendes Grün reicht bis in die Innenräume.

Aber wer dort einziehen möchte, muss noch eine Weile warten, denn bisher existieren leider nur Modelle zum
Vorzeigen.

856 Wörter - gekürzt aus "Genie in den Nasenlöchern", Wochenpost vom 25.August 1994, S. 43

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Fragen zum Hörtext:


Fragen zum Text "Geruch und Duft"

(Antworten Sie bitte in Stichworten! Je 8 Punkte pro Frage)

1. Wie beurteilen einige deutsche Philosophen das Riechen? Nennen Sie zwei Beispiele!

2. Durch ein Experiment hat der amerikanische Mediziner Alan Hirsch die Bedeutung des Geruchssinns auch für
geistige Leistungen nachgewiesen. Nennen Sie Aufgabe, Bedingung und Ergebnis des Experiments:

 Aufgabe:

 Bedingung:

 Ergebnis:

3. Notieren Sie das Forschungsproblem, das Vorgehen und das Ergebnis der Untersuchungen von Dr. Margret
Schleidt!

 Problem:

 Vorgehen:

 Ergebnis:

4. Warum wird im Text davon abgeraten, Teddys zu waschen?

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5. Schreiben Sie die fünf Regeln der Parfümherstellung auf!

6. Nennen sie zwei Beispiele für die medizinisch genutzte Wirkung von Düften!

7. Was versteht man unter einem " Hygienezustand von 0,7 Bädern pro Tag"?

8. Welche Auffassung vertritt die Architektin Margit Kennedy zur künstlichen Luftverbesserung? Wie soll diese
Auffassung praktisch umgesetzt werden?

 Auffassung:

 praktische Lösung:

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