Sie sind auf Seite 1von 16

Grundlagen der Wirtschaftsinformatik - 6

Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

1. Forschung und Produktentwicklung


2. Marketing und Verkauf
3. Beschaffung
4. Lagerhaltung
5. Produktion
6. Versand
7. Kundendienst
8. Finanzen
9. Rechnungswesen
10. Personal
11. Anlagenmanagement (Facility Management)
Anwendungssysteme im DIENSTLEISTUNGSBEREICH

1. Besonderheiten
2. Betrachtung des Dienstleistungsprozesses
3. Marketing
4. Leistungsbereitstellung
5. Information und Beratung
6. Vereinbarung
7. Durchführung
8. Abrechnung
9. Bezahlung
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

1.Forschung und Produktentwicklung


Produktentwurf (CAD Computer Aided Design/CAE Computer Aided
Engineering)
CAD-Systeme – Übertragung des Konstruktionszeichnens vom Reissbrett
auf den Bildschirm („Intelligentes Zeichenbrett“)

Konstrukteur verfügt dadurch über alle Möglichkeiten moderner


Computergrafik. Das System zeichnet geometrische Gebilde nach Eingabe
der bestimmenden Parameter (beim Kreis: Koordinaten des Mittelpunktes
und Radius) selbsttätig, schraffiert markierte Flächen „auf Knofpdruck“
u.v.a.m.
Ergebnis der CAD-Prozedur sind im Rechner gespeicherte Zeichnungen
bzw. Geometriedaten und die Stückliste des Erzeugnisses
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

Beispiele CAD

CAD-Zeichnung

Planetengetriebe
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

CAE – wichtige Erweiterung


Hierbei bildet man das entworfene Produkt als Modell im Rechner
ab und kann damit simulieren.
Beispiel: Simulation einer PkW-Karosserie
Mit Hilfe von Ingenieur-Rechnungen wird festgestellt, welche
Auswirkungen eine stärkere Neigung der Windschutzscheibe auf
den Luftwiderstand und damit die Höchstgeschwindigkeit und den
Benzinverbrauch sowie die Aufheizung der Fahrgastzelle haben
würde.
CAE- komplexe IV-Anwendungen, da alle voneinander abhängigen
Produkteigenschaften im Rechner zu modellieren sind
- führt zu hohen Nutzeffekten
Im Beispiel erübrigt sich der Bau von Karosserievarianten, die alle
im Windkanal oder in Straßenversuchen getestet werden müssten.
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

Tendenz: CAD/CAE zu umfassende


Konstruktionsinformationssystemen weiterzuentwickeln.
Neben die technischen Berechnungen treten dann sog.
Schnellkalkulationen auf, mit denen man die
Konstruktionsvarianten auf Kostenvorteile untersucht.

Weiteres Ziel der CAD/CAE-Systeme:


Dafür zu sorgen, dass die Zahl der im Betrieb vorkommenden und
in die Materialwirtschaft zu verwaltenden Teile nicht zu stark
wächst.
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

Zugang des Konstrukteurs zu unternehmensinternen und –


externen Datenbanken
Abrufen von Informationen über verfügbare Teile (insbesondere
Normteile) und Verwendung in anderen Erzeugnissen
Der Ingenieur verwendet bereits vorhandene Bauelemente
(„Wiederholteile“), kann sich sogar externe Informationen über das
Internet beschaffen (z.B. das Verhalten eines Werkstoffes bei
starken Temperaturschwankungen)

Expertensysteme – konstruieren und konfigurieren das Produkt


weitgehend alleine.
Praktisches Beispiel (S. 88 Mertens)
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

Arbeitsplanung
CAP Computer-aided Planning
- teilautomatische Entwicklung von Arbeitsplänen
(Fertigungsvorschriften) oder ganze Fertigungsprozesse (CAPP-
Computer-aided Process-Planning)
- Das Arbeitssystem muss aus den Geometrie- und
Stücklistendaten, wie sie aus dem CAD kommen, und ggf. aus
bereits gespeicherten Arbeitsplänen ähnlicher Erzeugnisse die
Fertigungsvorschriften ableiten
Praktisches Beispiel (S. 89 Mertens)
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

2. Marketing und Verkauf

Kundenanfrage- und Angebotsbearbeitung


-leistungsfähige Hilfsmittel für die Ausarbeitung eines Angebotes

Angebotssysteme
Ggf. unterstützen diese den Aussendienstmitarbeiter beim
Kundenbesuch

CAS – Computer-aided Selling


Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

Angebotsüberwachung
Dieses Programm wertet periodisch die von der Kundenanfrage-
und Angebotsbearbeitung bereitgestellten Angebote aus und gibt
bei Bedarf Angebotserinnerungen an den Vertrieb weiter.

Dieser wird daraufhin Kontakt mit dem Kunden aufnehmen


Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

Auftragserfassung und –prüfung


Auftragserfassung – es gelangen viele und wichtige externe
Daten in die IV eines Unternehmens

* rationelle Erfassung
* Richtigkeit der Informationen

Konventionelle Möglichkeiten: Eingabe der per Brief, Telefon, Fax


usw. eingetroffenen Aufträge an einem Bildschirm)
Elektronische Datenübertragung, XML (eXtensible Markup
Language) sind stark integriert.
Aussendienstmitarbeiter - Ausfüllen Formular beim Kunden oder
Eingabe Auftrag in ein mobiles Terminal. Kunde – Internet, für
Aufbereitung und Sendung seiner Orderdaten.
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

Auftragserfassung und Prüfung (2)

Auftragsprüfung: wichtige Komponente, um sicherzustellen, dass


möglichst wenige falsche Daten in das integrierte System
gelangen.
Technische Prüfung ermittelt ob:
- die gewünschte Variante geliefert werden kann
- bei der Konfiguration durch den Aussendienstmitarbeiter oder
den Kunden ein Fehler unterlaufen ist.
Z.B: medizinisches Gerät für Export in die USA – Stromnetz passt
nicht
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB

Bonitätsprüfung – Feststellung, ob nach Annahme und


Auslieferung des Auftrages der Kunde ein Kreditlimit
überschreitet, sodass die Bezahlung gefährdet erscheint.

Terminprüfung – Herausfinden, ob der im Auftrag angegebene


Kunden-Wunschtermin eingehalten werden kann.
(Abfragen der Bestandssituation, beginnend mit den
Fertigfabrikaten über die Zwischenfabrikate bis zu den
Fremdbezugsteilen)
Falls nicht genug Vorräte Abschätzung durch das
System, ob die nötigen Produktionsvorgänge rechtzeitig beendet
werden können.
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB
Der Programmkomplex Auftragserfassung und –prüfung beendet seine
Arbeit mit dem Ausdruck der Auftragsbestätigung und dem Abspeichern
der erteilten Aufträge als Transferdaten zum PPS-System
(Produktionsplanungs- und Steuerungssystem)
•Ein (Produktionsplanungs- und Steuerungssystem) ist ein
Computerprogramm oder ein System aus Computerprogrammen, das den
Anwender bei der Produktionsplanung und -steuerung unterstützt und die
damit verbundene Datenverwaltung übernimmt. Ziel der PPS-Systeme ist die
Realisierung kurzer Durchlaufzeiten, die Termineinhaltung, optimale
Bestandshöhen, sowie die wirtschaftliche Nutzung der Betriebsmittel. ERP-
Systeme umfassen zusätzlich die Planung personeller und finanzieller
Ressourcen und können PPS-Systeme dabei integrieren. Das Y-CIM-Modell
bildet den theoretischen Hintergrund der Integration kaufmännischer und
technischer Systemen zur Unterstützung durch PPS-Systeme ab.
•PPS-Systeme sind von vielen unterschiedlichen Herstellern vorgefertigt
erhältlich oder werden speziell für das Anwenderunternehmen entwickelt.
Diese Entwicklung erfolgt zumeist unter Verwendung von Standard-
Baukästen, so genannten Modulen. Bei vielen Herstellern sind die PPS-
Systeme integrierter Bestandteil des ERP-Systems.
Informationsverarbeitung im INDUSTRIEBETRIEB
Kommerzielle Anbieter von PPS-Systemen
Fokus auf Großkonzerne
• SAP
• Infor ERP LN (früher Baan)
• Oracle
• PSI
• Microsoft Dynamics AX (früher Axapta)
Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
• abas-Business-Software
• AvERP
• inforCOM (früher VPPS)
• Microsoft Dynamics NAV (früher Navision)
• Sage Group