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XVI.

Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 70 seduta n. 70

vom 6.10.2020 del 6/10/2020

Antwort des Landesrates Alfreider auf die Risposta dell'assessore Alfreider


Anfrage Nr. 15/10/2020, eingebracht von all’interrogazione n. 15/10/2020, presentata
den Abgeordneten Knoll und Atz Tammerle dai consiglieri Knoll e Atz Tammerle

ALFREIDER (Landesrat für Ladinische Bildung, Ladinische Kultur, Verkehrsnetz, Mobilität -


SVP): Sehr geehrter Kollege Knoll, zu Frage Nr. 1. Das Thema ist sehr akut, vor allem derzeit. Wir sehen ja,
welche Auswirkungen die Situation auf den Verkehr auf der Brennerautobahn hat. Wir haben wieder Ver-
kehrsbelastungen, die jenen vor Covid ähneln. Kollege Helmut Tauber und andere Kollegen im Landtag
haben sich in den letzten Wochen diesbezüglich eingebracht. Gemeinsam haben wir mit der Brennerauto-
bahn Kontakt aufgenommen und darauf hingewiesen, dass hier unbedingt etwas gemacht werden muss, um
die Verkehrsströme flexibler regeln zu können. Es gab eine Zeit, in der Bargeldzahlungen an den Mautstel-
len ein Problem war, weil dadurch natürlich ein Kontakt zwischen Menschen stattfindet. Man hat versucht,
einige zusätzliche Kassenautomaten aufzustellen. Es ist unser Anliegen, das vorhandene Verkehrsaufkom-
men so gut wie möglich abzuwickeln, speziell bei der Einreise, und bei gewissen Stellen, wo es diese Prob-
leme gibt. Wir wollen einen durchgängigen Verkehrsfluss.
Zu Frage Nr. 2. Laut Aussagen stimmt es nicht, dass Mitarbeiter durch Mautautomaten ersetzt werden
sollen. Es geht vor allem darum, dass alle Mauthäuschen geöffnet werden können, auch mit Kassen-
automaten. Hier geht es auch um das Thema der Sicherheit.
Zu Frage Nr. 3. Die Brennerautobahngesellschaft beneint diese Frage.
Wie gesagt, das Thema Verkehr bleibt weiterhin auch ein Thema, vor allem auf der Brennerautobahn,
aber auch der Verkehr auf den Landesstraßen ist eines der wesentlichen Themen. Wir haben mittlerweile
einen Austausch der Verkehrsdaten, und zwar sowohl die Landesstraßen, als auch die Brennerautobahn
betreffend. Wir möchten auch eine klare Aussagen in Bezug auf das Thema des Umwegverkehrs machen.
Man hat das Thema Umwegverkehr zwar angedeutet, kennt aber keine konkreten Zahlen. Deshalb wollen
wir ein Überwachungssystem zwischen Landesstraße und Autobahn aufbauen, um diese Zahlen erheben
und entsprechend reagieren zu können. Wir wollen keinen Umwegverkehr von der Autobahn auf die Lan-
desstraßen.
XVI. Legislaturperiode XVI legislatura

AKTUELLE FRAGESTUNDE INTERROGAZIONI SU TEMI DI


ATTUALITÀ

Sitzung Nr. 70 seduta n. 70

vom 6.10.2020 del 6/10/2020

Replik des Abgeordneten Knoll auf die Replica del consigliere Knoll alla
Antwort des Landesrates Alfreider risposta dell'assessore Alfreider
auf die Anfrage Nr. 15/10/2020 all’interrogazione n. 15/10/2020

KNOLL (SÜD-TIROLER FREIHEIT): Man könnte meinen, das Problem wäre neu, aber das Problem
haben wir bereits in der letzten Legislaturperiode ausführlichst hier im Landtag diskutiert. Ich erinnere daran,
dass es einen Beschlussantrag des Landtages gegeben hat, der mit großer Mehrheit genehmigt worden ist,
mit dem die Landesregierung aufgefordert wurde, in Zusammenarbeit mit der Brennerautobahn sowohl auf
Südtiroler, aber auch auf Nordtiroler Seite ein einheitliches Verkehrskonzept auszuarbeiten, damit derartige
Staus vermieden werden können. Da ist bis heute gar nichts passiert! Die Brennerautobahn hat noch viel
weniger getan, und ich sage das bewusst mit aller Härte. Es ist der Inkompetenz einiger Mitarbeiter der
Brennerautobahn geschuldet, dass hier Woche für Woche derartige Staus entstehen. Ich habe mich selbst
einmal mit einem Techniker der Brennerautobahn getroffen – da ging es um die Sanierung der Tunnels, wo
bei uns ja teilweise über Wochen eine ganz Spur gesperrt wird. Ich habe das Beispiel der Sanierung des
Bergisel-Tunnels auf der Nordtiroler Seite der Brennerautobahn gebracht und gesagt, dass dort nur in der
Nacht gearbeitet wird. dann habe ich zur Antwort bekommen, dass sie das nicht glauben würden. Man hat
sich also nicht darüber informiert, was auf der anderen Seite passiert. Wenn irgendwelche Wetterereignisse
sind, dann steht auf einem Schild groß "Schneefall bis zum Brenner", denn nach dem Brenner schneit es
nicht mehr. Wenn irgendwelche Unfälle auf der anderen Seite des Brenners passieren, wird kein Mensch auf
der Südtiroler Seite darüber informiert, weil es keinen Datenaustausch gibt. Als im Frühjahr am Brenner
Grenzkontrollen stattgefunden haben, ist die ganze Ortschaft Brenner im Verkehr erstickt, weil die Perso-
nenkontrollen nicht auf der Autobahn, sondern auf der Bundesstraße durchgeführt wurden. Österreich hat
das nicht gemacht, um die Südtiroler zu "pflanzen", sondern weil die Brennerautobahn ohne Rücksprache
mit den österreichischen Behörden die Zeit genutzt hat, um den dortigen Tunnel zu sanieren. Die Auto-
bahnmautstelle in Sterzing dient als Kontrollstelle, damit es in Mantua nicht zu einem Verkehrschaos kommt,
weil nur eine bestimmte Anzahl von Autos pro Stunde durchgelassen wird. Wir haben das Problem, dass in
den Hauptreisezeiten Staus entstehen, die bis nach Steinach zurückreichen, weshalb die Leute natürlich
über die Bundesstraße ausweichen. Hier geht es nicht so sehr um das Ärgernis, dass man im Stau steht,
sondern hier geht es um die Sicherheit der Bürger. Die Feuerwehren im Wipptal sagen, dass, wenn es ir-
gendwo brennt oder ein Unfall passiert, kein Feuerwehrauto mehr zu den jeweiligen Orten hinkommt. Das ist
eine akute Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Die Mautautomaten sind zu einem großen Teil ein Prob-
lem. Ich habe das selbst an der Mautstelle Bozen Nord erlebt. Ich hätte 5,80 Euro zu zahlen gehabt, habe 10
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Euro eingeworfen und habe die elektronische Anzeige erhalten, dass ich 2,70 Euro eingeworfen hätte. Keine
einzige Mautstelle war besetzt, weshalb ich den Notfallknopf drücken musste. Dann musste jemand von
irgendwoher kommen, was zu einem Rückstau bis auf die Autobahn zurückführte. Das Problem gibt es in-
zwischen fast jeden Tag, weshalb dringender Handlungsbedarf gegeben ist, und zwar nicht nur wegen der
Staus, sondern vor allem wegen der öffentlichen Sicherheit im Wipptal.