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Eileithyia

Eileithyia (griechisch Εἰλείθυια, auch Ilithyia, mykenisch


E-re-u-ti-ja, dorisch Ἐλευθ(υ)ία Eleuth(y)ia „die
[zu Hilfe] Kommende“, oder von einem vorgriechischen
Namen[1], öfter auch im Plural erscheinend als Eileithyiai)
war in der griechischen Mythologie die Göttin der Geburt.

Inhaltsverzeichnis
1 Mythos
2 Kult
3 Literatur
4 Weblinks
5 Einzelnachweise
Athena wird aus dem Kopf des Zeus geboren, rechts
Eileithyia, Amphora, 6. Jahrhundert v. Chr., Louvre
Mythos F 32

Eileithyia ist die Tochter des Zeus und der Hera, ihre Geschwister waren Hebe und Ares.[2] Nach Homer waren
die Eileithyiai Töchter der Hera.[3] Der Geburtsort der Eileithyia war auf Kreta in der Höhle von Amnissos.[4]

Als Alkmene ein Kind von Zeus erwartete, wurde Eileithyia von Zeus’ Gattin Hera dazu verpflichtet, die
Niederkunft zu verhindern. Brennende Eifersucht war der Grund dazu. Sie hasste den Säugling Herakles
nämlich von Anfang an, auch später noch, als er der klassische Held war. Eileithyia setzte sich vor Alkmenes
Kammer und kreuzte Finger, Arme, sowie auch die Beine. Damit war eine Geburt nicht möglich, und Alkmene
litt sieben Tage lang Höllenqualen, weil sie nicht niederkommen konnte. Ihre Magd Galanthis aber merkte
etwas und rief aus: „Das Kind ist da, es ist ein Knabe!“ Eileithyia sprang entsetzt auf, um zu sehen, wie das
passiert sein konnte, löste dabei ihren Zauber und machte die Geburt des Herakles endlich möglich. Zur Strafe
für den Betrug an der Göttin wurde Galanthis in ein Wiesel oder Ichneumon verwandelt.[5]

Auch bei der Entbindung Letos, als diese mit Artemis und Apollon niederkommen sollte, beauftragte Hera aus
Eifersucht Eileithyia, die Geburt zu verlängern.[6]

Kult
Sie wurde als Beschützerin gebärender Frauen besonders auf Kreta in der Eileithyia-Höhle bei Amnissos und in
Lakonien verehrt. Auch in Hermione auf der Peloponnes soll es Heiligtümer für Eileithyia gegeben haben. Laut
einem Bericht des Pausanias wurden ihr dort jeden Tag mit Weihegeschenken und Räucherungen Opfer
dargeboten. Niemand außer den Priesterinnen dieser Heiligtümer durfte das Kultbild sehen.

Eileithyia entspricht der römischen Lucina.

Literatur
R. Olmos: Eileithyia. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC). Band III,
Zürich/München 1986, S. 534–540.
Semeli Pingiatoglu: Eileithyia. Künigshausen and Neumann, Würzburg 1981.
Ludwig von Sybel: Eileithyia. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der
griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 1219–1221 (Digitalisat).
R.F. Willetts: Cretan Eileithyia. In: The Classical Quarterly 52. 1958. S. 221–223.

Weblinks
Commons: Eileithyia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Eileithyia im Theoi Project (englisch)

Einzelnachweise
1. Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque. Band 1. Klincksieck, Paris 1968, S.
318 (Digitalisat (https://archive.org/stream/Dictionnaire-Etymologique-Grec/Chantraiine-DictionnaireEty
mologiqueGrec#page/n331/mode/1up)).
2. Hesiod Theogonie 921. Bibliotheke des Apollodor 1,13
3. Homer Ilias 11,270
4. Pausanias 1,18,5
5. Ovid Metamorphosen 9,281 ff. Antoninus Liberalis Metamorphosen 29
6. Homerischer Hymnus 3,89 ff

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. Juli 2017 um 01:10 Uhr bearbeitet.


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