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Für Fragen und Anregungen:


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Herausgeber:
Aquamichel Ltd. & Co KG
Dr. Michael Scholze
Parkstraße 8
14947 Nuthe-Urstromtal
Deutschland

Registergericht: Amtsgericht Potsdam, HRA 6801 P

Persönlich haftende Gesellschafterin:


Aquamichel Management Ltd.
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Dublin D02XT91, Irland
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Geschäftsleitung: Dr. Michael Scholze

© 2019
Dr. Michael Scholze
Parkstraße 8
14947 Nuthe-Urstromtal
Deutschland

Kein Teil dieses Buchs und der dazugehörigen Videos darf ohne ausdrü-
ckliche schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgend einer
Form reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme ver-
breitet, verarbeitet oder vervielfältigt werden.

Die in diesem Buch veröffentlichten Empfehlungen und Ratschläge wur-


den vom Autor und Herausgeber mit größter Sorgfalt erarbeitet, geprüft
und über einen längeren Zeitraum selber angewendet. Eine Garantie
kann dennoch nicht übernommen werden. Jede Anwendung erfolgt im
Rahmen der Eigenverantwortlichkeit auf eigenes Risiko. Ebenso ist die
Haftung des Autors oder Herausgebers für Personen-, Sach- und Ver-
mögensschäden ausgeschlossen.

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Inhaltsverzeichnis
Einführung........................................................................4
Welche Schadstoffe filtert der Aquamichel® Mini..............9
Reinstes Wasser - es geht auch preiswert......................13
So filtert der Aquamichel® Mini.......................................15
Das Besondere am Aquamichel® Mini............................18
Hochwertige Materialien............................................18
Reineres Wasser.......................................................22
Schutz vor unerwünschten Stoffen aus Plastik..........24
Technische Daten...........................................................26
Installation und Anschluss des Filters.............................27
Die Anschlüsse am Filter...........................................33
Anschluss am Leitungswasser...................................35
Anschluss am Abwasser............................................39
Der Reinwasserausgang............................................42
Die erste Inbetriebnahme des Aquamichel® Mini...........45
Einstellung der Spülwassermenge.............................48
Die Wasserqualität überprüfen...................................51
Die tägliche Benutzung...................................................54
So hat die Membran eine lange Lebensdauer...........55
So wird die bestmögliche Wasserqualität gefiltert......56
So wird ökologisch gefiltert........................................59
Zusammenfassung: So wird Osmosewasser gefiltert.....60
Energetisierung und Belebung........................................61
Filterpausen im Urlaub....................................................64
So geht der Aquamichel® Mini auf Reisen......................66
Wartung und Filterwechsel..............................................67
Wechsel der Vorfilter..................................................69
Desinfektion...............................................................74
Wechsel der Membran...............................................80
Weitere Informationen.....................................................82

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Einführung
Zuerst ein wichtiger Hinweis:

Der Aquamichel® Mini wird immer wieder weiter entwi-


ckelt und erfährt kleinere und manchmal auch größere
Verbesserungen. Deshalb kann es vorkommen, dass die-
se Osmoseanlage in Details etwas anders aussieht als
auf den Bildern hier im Buch. Die Änderungen und Ver-
besserungen am Aquamichel® Mini werden ausführlich
auf der Service Seite zum Aquamichel® Mini gezeigt:

https://www.lebendiges-trinkwasser.de/am-mini/

Und nun zum Wasser:

Das Wasser gehört zu den größten Wundern, die es auf


dieser Erde gibt. Ohne Wasser gäbe es keine Menschen,
keine Tiere, keine Pflanzen und überhaupt gar kein Le-
ben!

Wasser kann sich mit vielem verbinden, kann viele Stoffe


lösen und transportieren. Das ist vermutlich auch seine
Hauptaufgabe in dieser Welt. Es transportiert Nährstoffe
von unserem Verdauungssystem bis in die Zellen, es
transportiert Abfallprodukte der Zellen aus dem Körper
hinaus.

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Auch bei anderen Lebensformen funktioniert es ähnlich.
Das Wasser löst Nährstoffe aus dem Boden und bringt es
über die Wurzeln bis in die Zellen der Pflanzen, die dann
so wachsen können.

Damit das Wasser so viele Nährstoffe transportieren


kann, muss es sauber und rein sein. In ein Wasser, in
dem schon viele Stoffe sind, passt nicht mehr viel hinein.
Deshalb gibt es in der Natur einen riesigen Wasserfilter,
der das Wasser immer wieder säubert.

Dieser Filter arbeitet nach dem Prinzip der Destillation


und ist im täglichen Wettergeschehen so allgegenwärtig,
dass wir ihn schon gar nicht mehr als solchen wahrneh-
men.

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Durch Sonnenwärme und Wind verdunsten täglich große
Mengen an Wasser, z.B. aus den Ozeanen und Pflanzen-
blättern. Das verdunstete Wasser ist zunächst unsichtbar
und gasförmig. Es enthält keine Verunreinigungen mehr.
Diese bleiben bei der Verdunstung nämlich zurück. Der
unsichtbare Wasserdampf steigt auf und kühlt sich in gro-
ßer Höhe ab. Durch Kondensation bilden sich dann große
Mengen winziger Tröpfchen, die wir als Wolken sehen. Ir-
gendwann kommt das Wasser als Regen wieder zurück
auf die Erdoberfläche.

Das Regenwasser ist destilliertes Wasser und wäre tat-


sächlich sehr sauber, wenn es die von Menschen ge-
machte Luftverschmutzung nicht gäbe. Die Natur hat die-
sen großartigen Filter, weil das gleiche Wasser für alle Le-

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bewesen immer wieder verwendet werden muss. Es gibt
in der Natur kaum Prozesse, bei denen neues Wasser
hergestellt wird. Ebenso gibt es kaum Prozesse, bei de-
nen Wasser vernichtet wird. Technisch wäre das in sehr
kleinen Mengen zwar möglich, hat aber keine praktische
Bedeutung. Viel einfacher ist es, das vorhandene Wasser
immer wieder zu reinigen und neu zu nutzen – so wie die
Natur es zeigt.

Auch wenn es eine ungewöhnliche Vorstellung ist, so ist


doch ein Teil des Wassers, welches wir heute trinken,
während der letzten 100.000 Jahre schon durch viele
Menschen, Tiere und Pflanzen gegangen.

Leider hat der Mensch in den letzten Jahrhunderten so


viele naturfremde und für das Leben ungesunde Stoffe in
die Umwelt gebracht! Darunter eine Vielzahl an Giften,
wie Glyphosat & Co (so genannte Pflanzen“schutz“mittel),
Nitrat aus Massentierhaltung und Überdüngung in der in-
dustriellen Landwirtschaft, Antibiotika und andere Medika-
mentenreste, … . Diese Liste ließe sich noch lange fort-
führen. Es sind inzwischen vermutlich mehrere Tausend
verschiedene Schadstoffe.

Der Regen, der vom Himmel fällt und aus der Luft schon
einige dieser Schadstoffe aufgenommen hat, versickert im
Boden, löst daraus weitere der o.g. Schadstoffe und bringt
sie so ins Grundwasser. Dieses wird dann von den Was-
serwerken gefördert und aufbereitet, bevor es als Trink-

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wasser in den Haushalten aus dem Hahn kommt. Zum
Teil muss es von den Wasserwerken gereinigt oder mit
saubererem Wasser aus anderen Quellen gemischt wer-
den, damit die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung
eingehalten werden.

Das ist nicht immer einfach. In den Jahren 2017/2018


wurde Deutschland von der EU verklagt, da viel zu wenig
gegen die hohe Nitratbelastung im Grundwasser getan
wurde. Auf einem Drittel der Fläche Deutschlands lag der
Nitratgehalt des Grundwassers schon oberhalb des
Grenzwerts der Trinkwasserverordnung von 50 Milli-
gramm pro Liter. Innerhalb der EU gab es nur ein einziges
Land, nämlich Malta, wo die Nitrat Situation noch schlech-
ter war als in Deutschland. Ein trauriger Rekord unserer
Massentierhaltung.

Das deutsche Leitungswasser gehört zu den am besten


kontrollierten Lebensmitteln. Aber was bedeutet das wirk-
lich? Kontrolliert wird mit deutscher Gründlichkeit, ob die
Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten wer-
den. Wenn das der Fall ist wird das Wasser als „gesund
und trinkbar“ eingestuft.

In der Trinkwasserverordnung gibt es weniger als 100 ein-


zuhaltende Grenzwerte. Was ist mit den anderen Schads-
toffen, für die es keine Grenzwerte gibt? Es sind vermut-
lich mehrere Tausend potentielle Schadstoffe, nach denen
gar nicht geschaut wird.

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Woran orientiert sich die Höhe der festgesetzten Grenz-
werte? Sind es wirklich nur gesundheitliche Aspekte?
Oder spielen auch die technische Machbarkeit und die
Kosten für die Wasseraufbereitung eine Rolle bei der
Festsetzung der Grenzwerte?

Manche Schadstoffe entfalten ihre gesundheitsschädigen-


de Wirkung erst durch Langzeiteinwirkung, so dass der
Schaden möglicherweise erst Jahrzehnte später sichtbar
wird. Wie kann man für solche Auswirkungen überhaupt
Grenzwerte festsetzen? Ich kann mir nicht vorstellen, wie
das gehen soll.

So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Men-


schen die Verantwortung für ihr Trinkwasser selber in die
Hand nehmen und nicht mehr darauf vertrauen, dass das
Leitungswasser, welches der deutschen Trinkwasserver-
ordnung entspricht, das gesündeste Wasser sein soll.

Welche Schadstoffe filtert der


Aquamichel® Mini
Der Wasserfilter Aquamichel® Mini ist eine Umkehrosmo-
seanlage. Andere Filtertechnologien, wie z.B. die Aktiv-
kohlefilter, sind auf bestimmte Schadstoffgruppen speziali-
siert und können andere Schadstoffe nicht filtern. Aktiv-
kohlefilter filtern z.B. kein Nitrat oder Kalk aus dem Was-
ser heraus.

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Bei der Umkehrosmose ist das anders, hier gibt es keine
Spezialisierung auf bestimmte Schadstoffgruppen. Es
wird nahezu alles heraus gefiltert. Das ist vorteilhaft, weil
man dann gar nicht so genau wissen muss, welche
Schadstoffe gerade im Wasser sind. Neben der Umkehr-
osmose ist auch die Destillation ein Filterverfahren, mit
dem ohne Spezialisierung auf bestimmte Schadstoffgrup-
pen nahezu alles gefiltert wird. So macht es ja auch die
Natur, wie oben beschrieben. Ich kenne kein weiteres Ver-
fahren, das so gut filtert, wie die Umkehrosmose oder De-
stillation.

Die Destillation braucht zum Verdunsten des Wassers


sehr viel Energie. In der Natur ist das kein Problem, da
passiert das mit Sonnenenergie, die nahezu unbegrenzt
zur Verfügung steht. Wenn man das aber mit einem elek-
trischen Destilliergerät in der eigenen Küche nachmachen
möchte, werden Unmengen an Strom benötigt, wodurch
das ganze ökologisch unsinnig und sehr teuer wird.

Deshalb ist für den Gebrauch in der Küche eine Umkehr-


osmoseanlage wie der Aquamichel® Mini die wesentlich
kostengünstigere Alternative zum Destilliergerät.

Ich habe oben geschrieben, dass eine Umkehrosmosean-


lage nahezu alles herausfiltert. Was heißt hier „nahezu“?
Wird doch noch etwas durch gelassen? Ja, so ist es, aber
es lohnt, genauer hinzuschauen.

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Wir Menschen neigen dazu, diese Dinge zu stark verein-
facht zu betrachten. Wir denken oft, dass ein Filter einen
Schadstoff entweder komplett oder gar nicht aus dem
Wasser heraus filtern kann. Tatsächlich liegt die Wahrheit
irgendwo zwischen diesen Extremen. Es gibt für jeden
Schadstoff eine Zahl, die wird „Rückhaltequote“ genannt.
Sie gibt an, wieviel Prozent eines Schadstoffes vom Filter
zurück gehalten werden. Wenn ein Filter einen Stoff kom-
plett herausfiltern kann, ist die Rückhaltequote 100%.
Wenn ein Filter einen Stoff gar nicht entfernt, ist die Rück-
haltequote 0%.

Eine Umkehrosmoseanlage wie der Aquamichel® Mini


hat sehr hohe Rückhaltequoten. Für viele Stoffe, wie z.B.
Kalk oder Salze aus Düngeresten, liegt die Rückhaltequo-
te über 98%. Das heißt, mindestens 98% dieser Stoffe
werden aus dem Wasser entfernt. Manchmal geht die
Rückhaltequote sogar in den Bereich um 99% oder noch
etwas näher an 100% heran. Praktisch werden die 100%
aber nie erreicht. Wenn überhaupt, kann man das nur in
einem sehr gut ausgestatteten Labor erreichen.

Gegner von Osmoseanlagen behaupten oft, dass das Os-


mosewasser komplett mineralfrei und deshalb ungesund
sei. Das stimmt so nicht. Da die Rückhaltequote für die
meisten Mineralien im Bereich um 98% oder 99% liegt,
verbleibt eine geringe Mineralienkonzentration im Wasser.
Es ist also nicht mineralfrei, sondern nur mineralarm. Der

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Mineraliengehalt im Osmosewasser in vielen deutschen
Städten (5 - 20 ppm) ist vergleichbar oder etwas höher als
der Mineraliengehalt, den ich in Schweden und Norwegen
sehr oft in den großen Seen (5 - 10 ppm) dieser Länder
gemessen habe.

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Reinstes Wasser - es geht auch
preiswert
Bei den Umkehrosmosefiltern gibt es ein unüberschauba-
res Angebot von 40 € bis über 4000 €. Diese Anlagen un-
terscheiden sich stark in Komfort, Reinigungsleistung und
Qualität. Ein hoher Preis bedeutet hier nicht automatisch,
dass die Filteranlage hochwertig ist. Ein extrem niedriger
Preis deutet aber schon auf den Einsatz minderwertiger
Materialien hin.

Mein erster Umkehrosmosefilter war ein Markengerät für


ca. 2500€. Nach 8 Jahren Benutzung habe ich es zerlegt
und umgebaut, weil es nicht mehr richtig funktioniert hat.
Dabei lernte ich, dass es möglich ist, mit nur ca. 10% die-
ser Anschaffungskosten einen Filter zu bauen, der sogar
reineres Wasser lieferte.

So entstand die Idee, einen minimalistischen Umkehros-


mosefilter mit vergleichsweise sehr geringen Kosten sel-
ber zu bauen. Beim Entwurf dieses Filters setzte ich mir
folgende Ziele:

✔ Er soll reinstes Wasser liefern. Das ist die wichtigste


Prämisse, bei der möglichst wenig Kompromisse ge-
macht werden sollen.

✔ Er soll aus hochwertigen Materialien bestehen.

13
✔ Er soll möglichst einfach zu bauen sein, so dass man
ihn auch selber zusammenbauen kann.

✔ Er soll möglichst klein, handlich und transportabel sein.

✔ Er soll möglichst wenig kosten.

✔ Um Kosten zu sparen, wird auf Komfort verzichtet.


Komfort in der Benutzung ist weniger wichtig.

Damit war die Idee zum Aquarius Minimus geboren. Ein


Umkehrosmosefilter für Minimalisten. Minimal in Größe,
Kosten und Komfort bei maximaler Reinheit des gefilter-
ten Wassers. Das war die Zielsetzung für mein erstes
Wasser-Forschungsprojekt, in dem ich einen Wasserfilter
entwickeln wollte, den man ganz leicht selber nachbauen
kann.

Diese kleine Osmoseanlage wurde in den letzten Jahren


von sehr vielen Menschen nachgebaut und genutzt. Es
kamen später noch ein paar gute Ideen dazu, welche hal-
fen die Osmoseanlage noch besser zu machen. So ent-
stand das Nachfolgemodell, der Aquamichel® Mini, um
den es in diesem Buch geht.

In diesem Buch und den dazugehörigen Videos zeige ich,


was die Osmoseanlage Aquamichel® Mini kann und wie
sie benutzt und gewartet wird.

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So filtert der Aquamichel® Mini
Der Umkehrosmosefilter Aquamichel® Mini ist ein aus 2
Vorfilterstufen und einer Umkehrosmosemembran beste-
hendes Filtersystem.

Die beiden Vorfilter haben in erster Linie die Aufgabe, die


Umkehrosmosemembran vor grobem Schmutz sowie
Chlor zu schützen. Kleine Kalk- und Rostkrümelchen aus
dem Leitungsnetz und Chlor, das gelegentlich vom Was-
serwerk zugesetzt wird, um das Wasser keimfrei zu hal-
ten, würden die Lebensdauer der Membran ohne solche
Vorfilter deutlich verkürzen.

Der Aktivkohlefilter bindet auch schon einige Schadstoffe,


wie z.B. viele Pflanzenschutzgifte. Er entlastet und unter-

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stützt so die Umkehrosmosemembran. Vor allem bei eini-
gen Schadstoffen, bei denen die Umkehrosmosemem-
bran eine etwas ungünstigere Rückhaltequote hat, wird so
die Rückhaltequote des gesamten Filtersystems verbes-
sert.

Das Besondere beim Aquamichel® Mini ist, dass der ein-


gesetzte Aktivkohlefilter eine bessere Filterwirkung hat, da
er ein extra feines Aktivkohlegranulat enthält.

Ursprünglich wurde der Aquamichel® Mini mit einem


Kohleblockfilter entworfen. Kohleblockfilter haben den Ruf
eine bessere Filterwirkung als Granulatfilter zu haben. Be-
gründet wird das mit den viel engeren Poren, wo das
Wasser durchgedrückt wird.

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In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass Kohleblockfilter
auch mit höheren Risiken verbunden sind. Ein Kohleblock
kann bei stärkeren Erschütterungen während des Trans-
ports brechen. Wenn die Enden des Kohleblocks nicht gut
abgedichtet sind, kann so eine Kartusche in der Filterwir-
kung nahezu wirkungslos werden. Da diese Inline Kartu-
schen geschlossen sind kann man von aussen nicht er-
kennen ob Beschädigungen oder Fehler vorliegen. We-
gen dieser Risiken werden solche Kohleblockfilter beim
Aquamichel® Mini nicht mehr eingesetzt.

Granulatfilter sind wesentlich einfacher aufgebaut und


nicht so fehleranfällig. Je feiner das Granulat, desto wir-
kungsvoller der Filter. Im Aquamichel® Mini wird jetzt ein
Granulatfilter mit extra feinem Granulat eingesetzt. Aus-
führlichere Infos dazu gibt es in diesem Video:

https://youtu.be/u7-RX7EJMDU

Die Umkehrosmosemembran ist das Herzstück, welches


die eigentliche Filterarbeit übernimmt. Sie besteht aus ei-
ner mehrschichtigen dünnen Kunststofffolie, die so fein
perforiert ist, dass nur das H2O Molekül hindurch passt.
Glücklicherweise sind die Verunreinigungen im Wasser
größer als ein H2O Molekül und können diese Folie nicht
durchdringen. Das gilt sogar für gelöste Mineralien und
Salze. Eine so feine Filterung kann heute nur per Umkehr-
osmose oder Destillation erreicht werden.

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Wenn man das Leitungswasser mit dem Leitungsdruck
einfach nur durch die Membran drücken würde, würde
sich diese nach kurzer Zeit zusetzen, weil die zurückge-
haltenen Verunreinigungen die feinen Kanäle, durch die
das H2O die Folie passiert, blockieren. Damit das nicht
passiert, werden diese zurück gehaltenen Verunreinigun-
gen mit etwas Leitungswasser von der Membran in den
Abfluss gespült.

Beim Aquamichel® Mini werden dafür 2-3 Liter Spülwas-


ser pro Liter gefiltertes Wasser benötigt. Das entspricht ei-
ner langsamen Wasserströmung über die Membran.

Das Besondere am Aquamichel® Mini


Es gibt Filter auf dem Markt, die oberflächlich betrachtet
ähnlich aussehen, wie der Aquamichel® Mini. Was ist
das Besondere beim Aquamichel® Mini?

Hochwertige Materialien
Das gefilterte Wasser aus einem Umkehrosmosefilter ist
extrem rein und frei von Fremdstoffen. Physikalisch ver-
hält sich so ein Wasser, wenn es mit irgendwelchen
Fremdstoffen in Berührung kommt, wie ein trockener lee-
rer Schwamm, der gierig alles aufsaugt, was mit ihm in
Berührung kommt. So ein Wasser versucht alle Stoffe, mit
denen es in Berührung kommt, zu lösen.

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Auf der einen Seite hat demzufolge Osmosewasser eine
ideale Reinigungswirkung in unserem Körper oder auch
als Putzwasser. Auf der anderen Seite muss man gut auf-
passen, dass es nicht unerwünschte Stoffe in sich löst,
bevor es genutzt wird. Das können z.B. chemische Be-
standteile aus Kunststoffen oder möglicherweise auch
Schwermetalle aus ungeeignetem Edelstahl sein.

Man sieht, dass die richtige Auswahl der Materialien bei


der Konstruktion eines Wasserfilters einer der wichtigsten
und auch schwierigsten Punkte ist.

Mit Abstand das beste Material ist Glas. Einen kompletten


Filter kann man aber damit nicht so einfach bauen. Es ist
so, dass es hier keine 100% perfekte Lösung gibt. Also
bleibt nur der Weg, die Materialien so zu wählen, dass
das Risiko einer nachträglichen Verschmutzung des Os-
mosewassers aus den Kunststoffen so gering wie möglich
gehalten wird.

Beim Aquamichel® Mini bestehen die Filtergehäuse aus


Polypropylen (PP) und die Schlauchverbinder aus Acetal
(POM). Diese Kunststoffe sind im Vergleich zu anderen
Kunststoffen, die in dem Bereich zum Einsatz kommen,
chemisch sehr einfach aufgebaut. Sie bestehen aus Ket-
ten von Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen
– alles harmlose Materialien. Weichmacher werden bei
der Herstellung nicht benötigt. Das Risiko, dass aus PP
oder POM unerwünschte Stoffe ins Wasser kommen kön-

19
nen ist geringer als bei anderen Kunststoffen, da aufgrund
der einfachen chemischen Struktur gar nicht so viel Uner-
wünschtes drin ist.

Im Aquamichel® Mini sind alle Trinkwasser führenden


Fittinge aus POM von der Marke DMfit®. Sie sind frei von
Weichmachern und nach folgenden internationalen und
deutschen Normen für die Verwendung mit Trinkwasser
geprüft und zugelassen:

✔ US FDA

✔ WRAS

✔ ANSI/NSF - 51 / 61

✔ ACS

✔ KTW

✔ DVGW-W270

Die Fittinge der Marke DMfit ® werden von der Firma DMT
hergestellt. DMT ist ein großes, international arbeitendes
Unternehmen, dessen Produkte weltweit in hochwertigen
Wasserfiltern eingesetzt werden.

In Ausnahmefällen, wenn z.B. bestimmte Fittinge der Mar-


ke DMfit® nicht lieferbar sind, werden im Aquamichel®
Mini ersatzweise entsprechende Fittinge aus gleichem
Material von der Firma John Guest verwendet. Auch die
Fittinge von John Guest sind nach deutschen und interna-

20
tionalen Normen für die Verwendung mit Trinkwasser ge-
prüft und zugelassen. John Guest Fittinge sind ebenfalls
Markenware einer großen international arbeitenden Fir-
ma.

Die Schläuche des Aquamichel® Mini sind Marken-


schläuche von DMfit®. Sie bestehen aus LLDPE, einer
speziellen Art von Polyethylen (PE), ebenfalls ein Kunst-
stoff aus Ketten von Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen.
Diese Schläuche von DMfit® sind ebenfalls frei von Weich-
machern und nach folgenden internationalen und deut-
schen Normen für die Verwendung mit Trinkwasser ge-
prüft und zugelassen:

✔ ANSI/NSF – 51 / 61

✔ WRAS

✔ FDA

✔ DVGW-W270

Damit wurde erst mal das Möglichste getan, um Kunst-


stoffe mit dem geringsten Risiko zu wählen.

Aus der Filmdokumentation „Plastic Planet“ ist ersichtlich,


dass dies jedoch keine Garantie dafür ist, dass der Kunst-
stoff wirklich nichts ans Wasser abgibt. Bei der Herstel-
lung von Kunststoffen werden immer in geringen Mengen
Zuschlagstoffe verwendet, die oft noch nicht mal der Her-

21
steller des Filtergehäuses oder Bauteils kennt, weil es das
Betriebsgeheimnis der Kunststoff Produzenten ist.

Sensibel ist der Bereich, in dem das gefilterte reine Os-


mosewasser durch Kunststoff geführt wird. Dieser Bereich
ist beim Aquamichel® Mini besonders klein, da es nach
dem Austreten aus dem Membrangehäuse keinen Kontakt
mehr mit Kunststoff hat, sondern durch einen Auslaufhahn
aus Glas geführt wird. Glas ist, wie gesagt, das beste Ma-
terial im Zusammenhang mit reinem, mineralarmen Was-
ser.

Bisher war nicht nachweisbar, dass der Kunststoff doch in


geringsten Mengen etwas Unerwünschtes ins Wasser
gibt. Dennoch würde ich vorsichtshalber davon ausgehen,
dass es passieren könnte und dass ein sehr geringes
Restrisiko bleibt. Weiter unten ist beschrieben, wie der
Aquamichel® Mini dieses Restrisiko durch eine geschick-
te Art des Betriebes noch weiter minimiert.

Reineres Wasser
Das Herzstück im Aquamichel® Mini ist die Umkehros-
mosemembran. Die Qualität dieses Filterelements be-
stimmt entscheidend die Reinheit des gefilterten Wassers.
Im Aquamichel® Mini filtert eine 150 GPD (Gallon Per
Day) Markenmembran der Firma Applied aus den USA.
Diese Membran gehört zu den besten auf dem Markt. Sie
hat ein Rückhaltevermögen für z.B. Salze von mindestens

22
98%. Praktisch werden meistens sogar noch deutlich bes-
sere Werte im Bereich um 99% erreicht.

Sobald bei einem Osmosefilter der Filtervorgang beendet


ist und das Wasser sich nicht mehr bewegt, beginnt das
Wasser aus mehreren Gründen zu verschmutzen:

1. Die Membran wird durchlässiger. Die Membran lässt


nun unerwünschte Stoffe passieren. Das hat weniger
mit der Qualität der verwendeten Membran zu tun; es
ist viel mehr ein grundlegendes Phänomen in der
Umkehrosmosetechnologie.

2. Falls Keime im Wasser sind, vermehren sich diese.

3. Falls der Kunststoff etwas ans Wasser abgeben soll-


te, reichert sich das jetzt in der Filterpause immer
mehr im Wasser an.

All diese Effekte, die die Wasserqualität verschlechtern,


sind zunächst gering, doch je länger das Wasser im Filter
steht, desto stärker wird diese Verschmutzung. Vor allem
über Nacht oder wenn der Filter mehrere Tage lang nicht
genutzt wird.

Der Aquamichel® Mini wird so verwendet, dass dieses


verunreinigte Stehwasser sich nicht mit dem Reinwasser
vermischt. So wird noch reineres Wasser erhalten.

Bei vielen Umkehrosmosefiltern auf dem Markt wird das


Wasser, wenn es aus dem Hahn kommt, sofort verwen-

23
det. Dabei wird das verunreinigte Stehwasser einfach mit-
getrunken.

Schutz vor unerwünschten Stoffen aus


Plastik
Wie oben beschrieben, werden im Aquamichel® Mini
Kunststoffe verwendet, die im Vergleich zu anderen
Kunststoffen ein besonders geringeres Risiko für die Ab-
gabe unerwünschter Stoffe ans Wasser haben. Eine
100% Garantie, dass die Kunststoffe wirklich komplett
harmlos sind, haben wir jedoch nicht und die wird es auch
wohl nie geben.

Wenn der Kunststoff etwas ans Wasser abgeben sollte,


wird das ein gleichmäßig ablaufender Prozess sein, bei
dem sich immer mal wieder etwas vom Kunststoff im
Wasser löst. Das ist weitgehend unabhängig davon, ob
der Filter gerade ruht oder filtert.

Da der Filter die meiste Zeit ruht und nicht filtert, wird sich
der größte Teil der potentiell unerwünschten Stoffe wäh-
rend der Filterpausen im Wasser anreichern. Bei einem 2
Personen Haushalt wird der Filter, grob geschätzt, am Tag
ca. 1/2h filtern. Das bedeutet, wir haben ca. 2% Filterzeit
und 98% Stehzeit = Filterpause.

Das bedeutet aber auch, dass, falls der Kunststoff etwas


ans Wasser abgibt, davon dann 98% im Stehwasser lan-

24
den. Der Aquamichel® Mini wird deshalb so verwendet,
dass das Stehwasser ausgesondert und nicht ins Rein-
wasser gemischt wird.

Durch diese einfache Maßnahme nehmen wir quasi den


größten Teil (ca. 98%) der sich im Stehwasser angerei-
cherten Schadstoffe heraus. Das sind nicht nur Problem-
stoffe, die der Kunststoff eventuell noch abgeben könnte,
sondern auch Keime, die sich im Stehwasser gerne ver-
mehren und anreichern.

25
Technische Daten
Parameter Wert
Membranleistung 150 GPD
Filterzeit pro Liter bei 6 Bar & 16ºC ca. 2,5 Minuten
Filterzeit pro Liter bei 3 Bar & 16ºC ca. 5,5 Minuten
Reinwasser- zu Abwasserverhältnis 1:2 bis 1:3
Maximaler Betriebsdruck 6 Bar
Minimaler Betriebsdruck 3 Bar
Filterwechselintervall für die Vorfilter max. 6 Monate
Kapazität der Vorfilter 5700 Liter
Maximaler TDS Wert für das zu 700 ppm (ca.
filternde Leitungswasser 1400 µS/cm)
Maximale Wasserhärte vom zu 23ºdH
filternden Leitungswasser
Breite ca. 18,5 cm
Höhe ca. 38 cm
Tiefe ca. 10 cm
Umgebungstemperatur im Betrieb 5° – 40° C

26
Installation und Anschluss des Filters
Vorab zwei wichtige Hinweise:

• Der Betrieb des Aquamichel® Mini an einer Nieder-


druckarmatur hinter offenen drucklosen Warmwasser-
Kleinspeichern ist nicht möglich.

• Der benötigte Leitungsdruck liegt bei mindestens 3 Bar,


sonst filtert der Aquamichel® Mini zu langsam oder gar
nicht. Der maximale Leitungsdruck darf nicht über 6 Bar
liegen, weil einige Komponenten für höhere Drücke
nicht ausgelegt sind.

Falls die Umkehrosmosemembran noch nicht ins Mem-


brangehäuse eingesetzt ist, sollte man das jetzt machen.
Wie eine neue Membran eingesetzt wird ist im Kapitel
„Wechsel der Membran“ beschrieben.

Vorbereitend folgen auf den nächsten Seiten Übersichts-


bilder, die die einzelnen Bestandteile des Aquamichel®
Mini zeigen.

27
Übersicht Vorderseite

28
Übersicht Rückseite

29
Übersicht Wasser- & Abwasseranschluss

30
Installation des Aquamichel® Mini

Es gibt viele Möglichkeiten, den Aquamichel® Mini zu in-


stallieren und zu nutzen.

Meistens wird er aufrecht an der Wand hinter der Spüle


befestigt, weil so der Auslaufhahn aus Glas am besten ge-
nutzt werden kann. In dieser aufrechten Position können
auch Luftblasen aus den Filtergehäusen am besten ent-
weichen.

Es ist aber auch möglich, den Aquamichel® Mini einfach


nur auf die Spüle zu legen und statt des Auslaufhahns aus
Glas ein Stück weißen Schlauchs für das ausfließende
Osmosewasser zu verwenden. Das ist praktisch, wenn
man ihn z.B. im Urlaub in der Ferienwohnung nutzen
möchte.

31
Man kann den Aquamichel® Mini aber auch in irgend ei-
ner anderen Position in der Nähe der Spüle an passender
Stelle befestigen, z.B. hängend unter einem Hänge-
schrank oder liegend in einem Regal. Der Phantasie sind
hier keine Grenzen gesetzt. Man sollte nur beachten,
dass man beim täglichen Betrieb den kleinen blauen Ku-
gelhahn betätigen muss. Dieser sollte leicht zugänglich
sein. Deshalb ist eine Montage unter der Spüle nicht so
günstig.

Für die erste Inbetriebnahme und die dabei durchzufüh-


renden Spülungen und Einstellungen ist es vorteilhaft den
Aquamichel® Mini einfach auf die Spüle zu legen und wie
unten beschrieben am Leitungswasser anzuschließen.
Für diese ersten Schritte wird der Abwasserschlauch zu-
nächst einfach in die Spüle geleitet und noch nicht fest in-
stalliert.

32
Die Anschlüsse am Filter
Der Aquamichel® Mini hat vier Schlauchanschlüsse. An
der Farbe der Schläuche kann man erkennen welches
Wasser sie führen.

• Leitungswasserzufuhr: über einen blauen Schlauch vom


Wasserhahn der Spüle (Blau = Leitungswasser)

• Spülwasserausgang: über einen roten Schlauch in die


Spüle oder direkt am Abwasserrohr angeschlossen (Rot
= Spülwasser / Abwasser)

• Reinwasserausgang: entweder über den Auslaufhan


aus Glas oder über einen weißen Schlauch (Weiß = Os-
mosewasser)

33
• Desinfektionseingang: am Rückschlagventil zwischen
Aktivkohle- und Sedimentfilter – Er ist normalerweise
verschlossen

Da in den dünnen Schläuchen der Druckverlust recht


hoch ist, sollten für Leitungswasser und Abwasser nur
Schlauchlängen von weniger als 2m verwendet werden.
In Einzelfällen, bei ausreichend hohem Leitungsdruck,
sind auch längere Schläuche möglich.

Wer solche Schlauchverbindungen noch nicht hergestellt


und gelöst hat, sollte sich jetzt dieses Video ansehen.
Darin wird ausführlich gezeigt, wie es geht:

https://youtu.be/WtPatahooRk

34
Anschluss am Leitungswasser
Der Anschluss für den blauen
Leitungswasserschlauch er-
folgt mit dem umschaltbaren
Adapter direkt am Wasser-
hahn der Spüle. Dazu wird
das vorhandene Perlatorsieb
abgeschraubt und durch den
Adapter ersetzt. Den schwar-
zen Dichtungsring im Adapter nicht vergessen, sonst
spritzt es!

Mit dem schwarzen Hebel am Adapter kann man den


Wasserfluss zwischen Spüle und Filter umschalten. Bitte
darauf achten, dass ausschließlich kaltes Wasser in
den Filter geleitet wird. Heißes Wasser kann ihn zer-
stören. Wenn es doch mal passiert, einige Minuten kalt
spülen und den TDS-Wert (siehe Seite 51) prüfen. Hat er
sich nicht verschlechtert , hat man Glück gehabt und die
Umkehrosmosemembran hat keinen Schaden genom-
men.

Wenn vor dem Wasserhahn ein druckloser Warmwas-


serboiler installiert ist und der Wasserhahn eine so
genannte Niederdruckarmatur ist, darf hier überhaupt
kein Wasserfilter angeschlossen werden. Bitte beach-
tet dazu unbedingt die Anleitung des Warmwasserspei-

35
chers. Bei fehlerhaftem Anschluss kann der Warmwasser-
speicher zerstört werden.

Manche Wasserhähne haben


einen anderen Anschluss mit
Innengewinde, wo der Adap-
ter nicht direkt aufgeschraubt
werden kann. Dafür gibt es
das kleine Adapterstück, wel-
ches man direkt in den Hahn
schrauben kann. Je nach
Ausführung kann man dieses Adapterstück mit einem In-
busschlüssel oder einer Münze festschrauben oder lösen.
Auch hier den Dichtungsring nicht vergessen. Auf dieses
kleine Adapterstück kann dann der Adapter mit dem blau-
en Schlauch aufgeschraubt werden.

Bevor dieser Adapter am Wasserhahn angeschlossen


wird, muss der blaue Schlauch mit dem Adapter verbun-
den werden.

Falls der blaue Schlauch sich nur schwer auf den An-
schluss am Hahn aufschieben lässt, kann man ihn in et-

36
was heißes Wasser tauchen, damit er weicher wird. Die
Schraube wird mit mäßiger Kraft aufgeschraubt um den
Schlauch zu sichern.

Manche Adapter für den An-


schluss am Wasserhahn der
Spüle haben einen Schlauch-
anschluss ohne Befesti-
gungsschraube am Schlauch.
Diese Anschlüsse haben ein
etwas längeres geriffeltes
Rohr, über das der Schlauch
geschoben werden muss.

Die scharfkantige Riffelung


schneidet sich leicht von in-
nen in den Schlauch und hält
diesen auch ohne Befesti-
gungsschraube fest. Sogar so
fest, dass man ihn nicht mehr
abziehen kann. Der Schlauch
lässt sich viel leichter über
dieses Rohr schieben, wenn man ihn vorher in heißes
Wasser eintaucht. Man kann kochendes Wasser in eine
Tasse gießen und kurze Zeit später den Schlauch ca. 2
cm tief in dieses Wasser für 10 – 20 Sekunden eintauchen
und ihn dann sofort aufschieben.

37
Falls man den Schlauch doch
mal entfernen möchte, kann
man mit einem scharfen Mes-
ser vorsichtig etwas Schlauch
abschaben, wie auf dem Bild
zu sehen ist. Dann lässt er
sich wieder abziehen.

Der blaue Schlauch wird dann auf die passende Länge


gekürzt und am Leitungswasseranschluss vom Aquami-
chel® Mini angeschlossen.

38
Anschluss am Abwasser
Am Aquamichel® Mini wird der rote Abwasserschlauch
am Spülwasserausgang angeschlossen.

Ein fester Anschluss am Abwasser ist nicht zwingend er-


forderlich. Besonders auf Reisen wird man den roten Ab-
wasserschlauch einfach nur in die Spüle hängen. Man
sollte ihn aber irgendwo befestigen, weil er einen gewis-
sen Rückstoß erfährt, wenn die Membranspülung durch-
geführt wird. Sonst spritzt es eventuell quer durch die Kü-
che.

Am Ende des Abwasser-


schlauches sollte auf jeden
Fall ein Rückschlagventil ein-
gebaut werden. Das verhin-
dert in den Betriebspausen,
dass Keime rückwärts über
die rote Abwasserleitung in
den Filter gelangen. Der Pfeil auf dem Rückschlagventil
zeigt in Fließrichtung des Abwassers.

Bei fester Installation des Filters in der Küche ist ein direk-
ter Anschluss am Abwasserrohr der Spüle eine praktische
Lösung. Dazu wird eine gerade Stelle am Abwasserrohr
ausgewählt, an der sich die Abwasserschelle gut befesti-
gen lässt. Es sollte kein Bereich vom Abwasserrohr sein,

39
der dauerhaft mit Wasser gefüllt ist, also nicht der Bogen
mit dem Geruchsverschluss.

Man hält die Abwasserschelle ans Rohr und markiert die


Stelle auf dem Abwasserrohr, die unmittelbar unter dem
Schlauchanschluss der Abwasserschelle liegen wird. Dort
wird ein ca. 5 mm großes Loch ins Abwasserrohr gebohrt
und darüber die Dichtung aufgeklebt (liegt der Abwasser-
schelle bei), so dass das Loch in der Dichtung genau über
dem Bohrloch liegt. Das Loch in der Dichtung ist vorge-
stanzt und muss eventuell noch frei gelegt werden. Dann
wird die Abwasserschelle angeschraubt, so dass der
Schlauchanschluss genau über Bohrloch und Dichtung
liegt. Die Schrauben nur mäßig anziehen.

Der rote Abwasserschlauch kann nun einfach mit der Ab-


wasserschelle verbunden werden. Hat sie einen Schraub–
anschluss muss die Schraube leicht gelöst, dann der
Schlauch eingefügt und anschließend die Schraube mä-
ßig festgezogen werden. Der Schlauch darf sich nicht mit
der Hand herausziehen lasen. Viele Abwasserschellen
haben anstatt des Schlauchanschlusses einen Quickver-

40
binder, der genau so verwendet wird, wie die anderen
Quickverbinder am Aquamichel® Mini.

Manchmal werden die Abwasserschellen anstatt mit einer


Schaumgummidichtung zum Ankleben mit einem O-Ring
geliefert. Dieser Gummiring wird dann in die Schelle ein-
gesetzt. Die Schelle wird dann mitsamt dem Ring genau
über dem Bohrloch auf dem Abwasserrohr angeschraubt.
Falls der Ring bei der Montage heraus fallen sollte, kann
man ihn mit etwas Vaseline an der Schelle „anheften“.
Das kleine weiße Röhrchen, welches gelegentlich beiliegt,
wird nur für ganz weiche Schläuche benötigt, um sie an
der Anschlussstelle zu stabilisieren. Bei den hier verwen-
deten festeren Schläuchen wird es nicht benötigt.

Gelegentlich kann es vorkommen, dass am Schlauchan-


schluss das Loch nicht ganz frei ist, weil eine dünne
Kunststoffschicht den Weg versperrt. Diese Schicht ent-
steht manchmal bei der Herstellung und sollte mit einem
spitzen Gegenstand durchstoßen werden. Dazu wird die

41
schwarze Schraube zum Festquetschen des Schlauches
ganz abgeschraubt, um daran nichts zu beschädigen.

Der Reinwasserausgang
Der Anschluss am Reinwasserausgang hängt davon ab,
wie der Aquamichel® Mini installiert wird. Es gibt 2 Arten,
wie man das Reinwasser (Osmosewasser) entnehmen
kann.

Der Auslaufhahn aus Glas

Wenn der Aquamichel® Mini an der Wand hinter oder ne-


ben dem Spülbecken senkrecht befestigt wird, kann der
Auslaufhahn aus Glas verwendet werden. Der Aquami-
chel® Mini wird dafür am besten so positioniert, dass das
aus dem Glashahn laufende Wasser direkt im Spülbecken
landet. Dann läuft kein Wasser in die Küche, wenn man
mal vergisst, den Filter rechtzeitig auszuschalten.

Der Auslaufhahn aus Glas


kann direkt in den Schlauch-
verbinder vom Reinwasser-
ausgang gesteckt werden. An
diese Stelle kommt kein blau-
er Sicherungsclip wie bei den
Schlauchverbindungen. Der
Auslaufhahn braucht oben einen Gegenhalt, der mit ei-

42
nem Halteclip hergestellt wird. Das Loch im Halteclip eig-
net sich hervorragend für die Aufnahme des Glasrohres.

Der Halteclip muss so ge-


dreht sein, dass das Glasrohr
nicht unter Spannung steht.
Der Auslaufhahn ist dann
leicht drehbar.

Der Reinwasserschlauch

Wenn der Aquamichel® Mini auf Reisen genutzt wird ist


der Auslaufhahn aus Glas weniger praktisch. Viel einfa-
cher ist es, ein Stück des weißen Schlauchs dabei zu ha-
ben und darüber das Osmosewasser zu entnehmen.

Ebenso kann es sinnvoll sein, auch bei der Installation in


der Küche den weißen Schlauch statt des Auslaufhahns
zu verwenden. Dies ist z.B. der Fall, wenn der Auslauf-
hahn nicht senkrecht angebaut werden kann, um das Os-
mosewasser in die Spüle laufen zu lassen.

Oder wenn z.B. über der Spüle ein Hängeschrank mon-


tiert ist, könnte man den weißen Schlauch unter dem Hän-
geschrank befestigen und das Osmosewasser so von
oben in die Spüle laufen lassen. Die Wassergefäße für

43
das Osmosewasser kann man dann zum Füllen einfach in
die Spüle stellen.

Wenn möglich, würde ich aber den Auslaufhahn aus Glas


bevorzugen, da damit das gereinigte Wasser weniger
Kontakt mit Kunststoff hat.

44
Die erste Inbetriebnahme des
Aquamichel® Mini
Bei der ersten Inbetriebnahme des Aquamichel® Mini
müssen umfangreiche Spülungen in einer bestimmten
Reihenfolge erfolgen. Außerdem wird geprüft, ob die rich-
tige Spülwassermenge beim Filterbetrieb durch die Mem-
bran fließt und ob die Reinigungsleistung des Filters zu-
friedenstellend ist.

Naturgemäß sind fabrikneue Filterelemente nicht ganz frei


von Resten aus dem Produktionsprozess. Der Aktivkohle-
filter enthält z.B. feine Kohlenstaubpartikel, und auch die
neue Membran hat auf ihrer Oberfläche chemische Be-
standteile, die vor Gebrauch abgespült werden müssen.

Da es eventuell sein kann, dass durch Montagefehler


Wasser aus dem Filter austreten könnte, legt man am
besten den komplett montierten Filter erst mal auf die
Spüle und befestigt den roten Abwasserschlauch gut, da-
mit er nicht umher fliegt wenn ein kräftiger Strahl heraus
kommt. Dann wird der Filter am Leitungswasser ange-
schlossen und man befestigt provisorisch etwas weißen
Schlauch am Reinwasserausgang, aus dem das gefilterte
Wasser kommen wird. Man kann jetzt nochmal alle
Schlauchverbindungen beherzt zusammendrücken. Das
geht auch, wenn die blauen Clipse schon drauf sind. Der

45
ein oder andere Schlauch rutscht vielleicht noch einige
Millimeter in den Verbinder hinein.

Nun wird zuerst der Kugelhahn für die Membranspülung


und dann langsam die Wasserzufuhr geöffnet. Dabei wird
der Filter genau beobachtet und geprüft, ob alles dicht ist.
Sollte irgendwo an unerwünschter Stelle Wasser austre-
ten, kann es sein, dass der Schlauch nicht richtig im Ver-
binder sitzt oder zu wenig Teflon Dichtband auf einem
Schlauchverbinder ist. Die beiden folgenden Videos zei-
gen, wie Schlauchverbinder gedichtet und Schlauchver-
bindungen gemacht werden:

https://youtu.be/WtPatahooRk

https://youtu.be/xx_nIFOy5sQ

Bei dieser ersten Spülung werden die Vorfilter und die


Membran kräftig gespült, aus dem roten Schlauch kommt
ein starker Strahl. Diese Spülung sollte ca. 15 Minuten
dauern. Es kann sein, dass bereits jetzt etwas Wasser
aus dem weißen Schlauch kommt.

Nach diesen 15 Minuten wird der Kugelhahn für die Mem-


branspülung geschlossen. Der Filter geht nun in den nor-
malen Filterbetrieb über. Im Filter ändern sich jetzt die
Druckverhältnisse, deshalb sollte man nochmal kurz prü-
fen, ob immer noch alles dicht ist.

46
Das erste Filterwasser ist nicht zum Trinken geeignet, es
enthält noch Verunreinigungen der Membran. Der Filter
sollte jetzt ca. 4 Stunden laufen, bevor das Wasser als
Reinwasser zum Trinken verwendet wird. Den Filter da-
bei unbedingt beaufsichtigen , falls doch noch was undicht
werden sollte oder Wasser daneben läuft. Es ist nicht er-
forderlich diese lange Spülung 4 Stunden zusammenhän-
gend an einem Stück zu machen. Es geht auch in Etap-
pen – z.B. 4 mal jeweils eine Stunde. Man kann es sogar
auf mehrere Tage verteilen.

Aus dem roten Schlauch kommt jetzt viel weniger Wasser


als bei der ersten Spülung. Insgesamt wird bei dieser vier-
stündigen Spülung in etwa eine Badewanne voll Wasser
benötigt. Das kostet in der Regel weniger als 1€. Das Os-
mosewasser aus dem weißen Schlauch kann man in Ei-
mern auffangen – es ist sehr gut als Putzwasser geeignet.
Zu Beginn dieser langen Spülung wird die Spülwasser-
menge richtig eingestellt. Das ist im nächsten Kapitel be-
schrieben.

47
Einstellung der Spülwassermenge
Für die Einstellung und Überprüfung der richtigen Spül-
wassermenge muss der blaue Kugelhahn geschlossen
sein.

Um das Verhältnis von Reinwasser zu Abwasser zu prü-


fen und ggf. richtig einzustellen werden gleichzeitig zwei
gleich große Gefäße (z.B. zwei Trinkgläser) unter den ro-
ten und den weißen Schlauch gestellt.

Wenn der rote Schlauch etwas länger ist und später am


Abwasser angeschlossen wird sollte für diese Messung
genau dieser Schlauch in dieser Länge verwendet wer-
den. Ein kürzerer Schlauch würde die Messung verfäl-
schen. Ebenso muss für diese Messung das Rückschlag-
ventil in der Spülwasserleitung eingebaut sein.

Das Glas unter dem roten Schlauch sollte zuerst voll sein.
Sobald das der Fall ist, werden beide Gefäße weggenom-
men. Das Gefäß unter dem weißen Schlauch sollte dann
1/3 bis 1/2 voll sein. Dann liegt ein Reinwasser - zu Ab-
wasserverhältnis von 1:3 bei 1/3 Füllung oder 1:2 bei hal-
ber Füllung vor. Oder entsprechend dazwischen.

Neben dem Deckel des Membrangehäuses befindet sich


ein einstellbarer Durchflussreduzierer, der an den roten
Schläuchen angeschlossen ist.

48
Er hat oben eine kleine Rändelschraube, die mit einem Si-
cherungsring gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert
werden kann. Mit dieser Rändelschraube kann die Spül-
wassermenge eingestellt werden. Dazu ist zuerst der Si-
cherungsring auf der Rändelschraube zu lösen, so dass
sich die Rändelschraube frei drehen lässt.

Wenn die Rändelschraube heraus gedreht wird vergrößert


sich die Spülwassermenge, die aus dem roten Schlauch
kommt. Umgekehrt verringert sich die Spülwassermenge,
wenn die Rändelschraube hinein gedreht wird. Wenn sie
ganz bis zum Anschlag eingedreht wird, fließt gar kein
Spülwasser mehr.

Für das Einspülen der Membran bei der Inbetriebnahme


ist die Spülwassermenge jetzt so einzustellen, dass auf 1
Teil Reinwasser ca. 3 Teile Spülwasser kommen. Falls
weniger Spülwasser kommt ist die Rändelschraube immer

49
weiter zu öffnen, bis die gewünschte Spülwassermenge
erreicht ist. Falls bei ganz geöffneter Rändelschraube im-
mer noch weniger als 3 Teile Spülwasser auf 1 Teil Rein-
wasser kommen ist das auch ok, es sollten aber nicht we-
niger als 2 Teile Spülwasser pro Teil Reinwasser sein.
Wenn bei ganz geöffneter Rändelschraube weniger Spül-
wasser kommen sollte, ist der Durchflussreduzierer durch
Verunreinigungen (z.B. Kalkkrümel) verstopft und muss
gereinigt oder ersetzt werden.

Falls deutlich mehr als 3 Teile Spülwasser auf ein Teil


Reinwasser kommen, ist die Rändelschraube weiter zu
schließen, bis die gewünschte Menge von 3 Teilen Spül-
wasser pro Teil Reinwasser erreicht ist. Weiter sollte die
Rändelschraube jetzt nicht geschlossen werden.

Wenn nach 4 Stunden das Einspülen der Membran abge-


schlossen ist, kann die Spülwassermenge noch einmal
überprüft und auf den Wert für den normalen täglichen
Betrieb eingestellt werden.

Bei sehr kalkhaltigem Wasser ist es besser die Spülwas-


sermenge etwas höher zu lassen; bei weichem Wasser
kann sie geringer sein. Die Rändelschraube sollte nun so
eingestellt werden, dass auf ein Liter Reinwasser:

• ca. 2 Liter Spülwasser bei weichem Leitungswasser aus


dem roten Schlauch kommen.

50
• ca. 2,5 Liter Spülwasser bei mittelhartem Leitungswas-
ser aus dem roten Schlauch kommen.

• ca. 3 Liter Spülwasser bei hartem Leitungswasser aus


dem roten Schlauch kommen.

Diese Werte dürfen nicht unterschritten werden, da die


Gefahr besteht, dass die Membran vorzeitig verkalkt und
sich zusetzt.

Wenn die Spülwassermenge richtig eingestellt ist, wird


vorsichtig der Sicherungsring an der Rändelschraube fest
geschraubt. Dabei muss die Rändelschraube festgehalten
werden, damit sie sich nicht verstellt. Abschließend wird
vorsichtshalber nochmal die Spülwassermenge geprüft,
da sich beim Drehen des Sicherungsringes die Rändel-
schraube unbeabsichtigt verstellen kann.

Die Wasserqualität überprüfen


Nachdem die ersten Liter durch den Filter gelaufen sind,
kann man mit einer TDS Messung (elektrische Leitfähig-
keit) prüfen, ob der Filter ausreichend filtert. Ausführliche
Informationen zur TDS-Messung gibt es hier:

http://www.lebendiges-trinkwasser.de/leitfaehigkeit-tds-
messung-ppm-mikrosiemens/

Man misst nun den TDS-Wert des Leitungswassers und


vergleicht ihn mit dem TDS-Wert des Filterwassers. Der

51
TDS-Wert des Filterwassers sollte nicht mehr als 10%
vom TDS-Wert des Leitungswassers haben. Da das gefil-
terte Wasser unmittelbar nach dem Einschalten des Fil-
ters erst mal einen höheren TDS-Wert hat, wird der TDS-
Wert erst gemessen, nachdem wenigstens 1 Liter Wasser
gefiltert wurde.

In den nächsten Tagen wird der TDS-Wert möglicherweise


noch leicht sinken und sich dann auf den für das lokale
Leitungswasser normalen Wert einstellen. Dieser Wert
sollte dann notiert werden. Wenn er sich in einigen Jahren
verschlechtert, ist das der Hinweis für einen Membran-
wechsel .

Sollte der TDS Wert des gefilterten Wassers deutlich hö-


her liegen, kann das z.B. folgende Gründe haben:

• Reinwasseranschluss und Abwasseranschluss am


Membrangehäuse wurden verwechselt. Das ist der Fall,
wenn der TDS Wert des Wassers aus dem roten
Schlauch niedriger ist, als der des Wassers aus dem
weißen Schlauch. Aus dem weißen Schlauch würde
dann auch ein starker Strahl kommen.

• Beim Einsetzen der Membran ins Membrangehäuse hat


sich einer der Dichtringe am Auslaufrohr der Membran
verkantet. Dann wird die Membran aus dem Membran-
gehäuse genommen, die Dichtringe überprüft und mit
Leitungswasser angefeuchtet. Der große Dichtring am

52
anderen Ende der Membran wird ebenfalls mit Leitungs-
wasser befeuchtet und dieMembran wird mit leichter
Drehbewegung wieder eingesetzt., Sie sollte mit wenig
Kraftaufwand ganz rein rutschen.

53
Die tägliche Benutzung
Ziel ist es, aus dem Aquamichel® Mini die bestmögliche
Wasserqualität mit höchster Reinheit zu bekommen und
dabei gleichzeitig den Filter so zu benutzen, dass die Um-
kehrosmosemembran eine möglichst lange Lebensdauer
hat.

Dafür wird eine etwas kompliziertere Bedienung in Kauf


genommen, die durch die Berücksichtigung der Eigenhei-
ten der Umkehrosmosemembran deren Lebensdauer ver-
längert.

Genau wie jedes andere Gerät, das am Leitungswasser


angeschlossen ist (z.B. die Waschmaschine), sollte man
auch den Aquamichel® Mini nicht unbeaufsichtigt laufen
lassen, damit man rechtzeitig eingreifen kann falls mal
Wasser an einer unerwünschten Stelle austritt.

Bitte darauf achten, dass,

✔ der Filter nur mit kaltem Wasser betrieben wird.

✔ der Filter frostfrei bleibt.

✔ der Leitungsdruck mindestens 3 Bar beträgt.

✔ der Leitungsdruck nicht über 6 Bar liegt.

✔ der Filter nicht längere Zeit ungenutzt ist.

54
So hat die Membran eine lange Lebensdauer
Die Umkehrosmosemembran muss beim Filtern perma-
nent frei gespült werden, damit sich die feinen Poren,
durch die das Wasser gedrückt wird, nicht zusetzen. Das
passiert automatisch während des Filterbetriebs mit dem
Spülwasser, welches etwa in der doppelten bis dreifachen
Menge des Filterwassers fließt. Dabei ist der Kugelhahn
für die Membranspülung geschlossen.

Diese permanente Spülung ist noch nicht ganz ausrei-


chend, da sich im Laufe der Zeit auf der Membran kleine
Ablagerungen bilden können. Um diese Ablagerungen
wegzuspülen wird täglich morgens vor dem ersten Filter-
betrieb eine kurze kräftige Extraspülung gemacht, indem
der Kugelhahn für die Membranspülung für ca. 5 Sekun-
den geöffnet wird während das erste Wasser durch den
Filter fließt. Bei dieser Spülung fließt das Leitungswasser
mit voller Kraft über die Membran und hat so eine viel
stärkere Spülwirkung als die permanente Spülung, bei der
das Wasser durch den bremsenden Durchflussreduzierer
muss.

Dann ist es wichtig, nach dem Filtern ebenfalls eine Mem-


branspülung zu machen. Bei dieser Spülung soll das
Wasser ca. 15 bis 20 Sekunden bei geöffnetem blauen
Kugelhahn kräftig fließen. So wird das Risiko der vorzeiti-
gen Membranverkalkung nochmal deutlich reduziert.

55
Zum Verständnis: Auf der Leitungswasserseite im Mem-
brangehäuse befindet sich Wasser mit erhöhtem Kalkge-
halt In diesem Wasser ist nicht nur der Kalk, der sowieso
schon im Leitungswasser ist, sondern zusätzlich Kalk, der
aus dem Osmosewasser (welches ja nahezu kalkfrei ist)
heraus gefiltert wurde. Während der Ruhezeit des Filters
können sich aus dem Wasser mit erhöhtem Kalkgehalt
leichter Kalkkristalle auf der Membran bilden und die Po-
ren dann zusetzen. Um das zu verhindern, wird nach dem
Filtern die Membran nochmal mit offenem blauen Kugel-
hahn gespült. Dadurch wird das Wasser mit dem erhöhten
Kalkgehalt ausgespült und durch normales Leitungswas-
ser ersetzt.

So wird die bestmögliche Wasserqualität


gefiltert
Das reinste Wasser kommt aus der Membran, wenn der
Filter läuft und läuft und läuft … . Wenn der Filter Pause
hat und nicht mehr filtert, wird das Wasser aus mehreren
Gründen unsauber:

Steht das Wasser, verliert die Membran einen Teil ihrer


Filterleistung – sie wird durchlässiger. So können Partikel
oder gelöste Substanzen, die eigentlich gefiltert werden
sollten, die Membran passieren und in den Reinwasserbe-
reich durchdringen. Je länger das Wasser steht, desto
mehr geschieht das. Das kann man mit dem TDS-Mess-

56
gerät leicht selber nachmessen. Aufgrund dieses Vor-
gangs – gerade über Nacht, kann das erste Wasser, wel-
ches morgens aus dem Filter kommt, einen sehr viel hö-
heren PPM-Wert haben, als im Tagesverlauf bei steter
Verwendung.

Falls der Kunststoff der Membran, des Filtergehäuses


oder der Schläuche irgendwelche unerwünschten Stoffe
an das Wasser abgeben sollte, so würden sich diese auch
am stärksten während der Filterpausen im Stehwasser
anreichern.

Sobald Wasser, bei dem nicht zu 100% Keimfreiheit ga-


rantiert ist, steht, besteht das Risiko, dass sich Keime ver-
mehren und anreichern. Je länger das Wasser steht, des-
to mehr Keime werden im Filter sein. Bei Pausen bis zu 2
Tagen hält sich das alles noch im Rahmen und ist unpro-
blematisch.

Aus diesen drei Gründen sollte das Stehwasser aus dem


Filter nicht als Reinwasser verwendet werden. Dazu wird
morgens, nachdem die oben beschriebene Membranspü-
lung durchgeführt wurde, das erste gefilterte Wasser (ca.
0,5 – 0,75 Liter) nicht als Trinkwasser genutzt. Man kann
es gut für die Blumen oder als Putzwasser verwenden,
welches eine höhere Reinigungskraft als Leitungswasser
hat.

57
Das Wasser, welches nach der Entnahme des Stehwas-
sers aus dem Filter kommt, hat dann die beste Qualität,
die der Filter liefern kann.

Wenn der Filter kurz hintereinander mehrmals genutzt


wird und die letzte Filternutzung weniger als ca. 15 Minu-
ten zurück liegt, ist das Stehwasser noch so gut wie nicht
verunreinigt und kann als Reinwasser oder Trinkwasser
verwendet werden.

Nach dem Filtern sollte eine Membranspülung von ca. 15


- 20 Sekunden Dauer folgen. Dazu wird der Kugelhahn
geöffnet. Das passiert als letztes, bevor die Wasserzufuhr
zum Filter geschlossen wird. Damit reduziert man, wie
oben schon beschrieben, das Risiko der Membranverkal-
kung. Es gibt aber noch einen zweiten Grund für diese
Spülung.

Mit der Membranspülung nach dem Filtern wird bewirkt,


dass im Spülwasserbereich des Membrangehäuses, in
dem sich ja noch der zuletzt herausgefilterte Schmutz be-
findet, genau dieser Schmutz durch Leitungswasser aus-
gespült wird und nicht im Membrangehäuse verbleibt. Das
hilft die o.g. Probleme mit dem Stehwasser zu reduzieren,
kann sie aber nicht ganz verhindern.

Wenn der Filter kurz hintereinander mehrmals genutzt


wird, reicht es aus, diese Spülung nur einmal nach dem
letzten Filtervorgang zu machen.

58
So wird ökologisch gefiltert
Die o.g. Spülungen führen zu einem gewissen zusätzli-
chen Wasserverbrauch. Wenn jede kleine Wassermenge,
die über den Tag verteilt benötigt wird, auf diese Weise
gefiltert wird, kommen erhebliche Mengen Spülwasser zu-
sammen.

Deshalb ist es am besten, morgens den gesamten Was-


serbedarf für einen Tag zu filtern und in Glasbehältern
aufzubewahren. In die Glasgefäße können dann auch
gleich einige Edelsteine, z.B. Bergkristall, Rosenquarz
oder Amethyst gelegt werden.

So kann man viel Spülwasser einsparen. Man sollte das


aber auch nicht zu verbissen sehen, es ist überhaupt kein
Problem, wenn man am Tage merkt, dass das Wasser
doch nicht reicht, den Filter mit allen Spülungen nochmal
zu benutzen.

Man sollte einfach darauf achten, nicht jede kleine Portion


einzeln zu filtern, sondern am besten immer einige Liter
auf einmal, dann bleibt das mit der Spülwassermenge
auch im Rahmen.

59
Zusammenfassung: So wird
Osmosewasser gefiltert
1. Den blauen Kugelhahn für die Membranspülung öff-
nen. Er wird meistens von der letzten Membranspü-
lung noch offen sein.

2. Wasserzufuhr für den Filter öffnen.

3. Nach ca. 5 Sekunden den blauen Kugelhahn für die


Membranspülung schließen.

4. Ca. 0,5 – 0,75 Liter gefiltertes Wasser nicht zum Trin-


ken, sondern für Blumen, Putzwasser oder ähnliches
nehmen.

5. Das Reinwasser für den Tag in Glasbehälter füllen.

6. Nochmal für ca. 15 - 20 Sekunden den blauen Kugel-


hahn für die Membranspülung öffnen.

7. Wasserzufuhr für den Filter schließen, der blaue Ku-


gelhahn darf offen bleiben.

60
Energetisierung und Belebung
Wenn das gefilterte Wasser aus der Membran kommt ist
es zwar sauber, aber energetisch nicht mehr sehr leben-
dig. Einige Wasserfilter auf dem Markt haben daher hinter
der Umkehrosmosemembran eine Kunststoffkartusche mit
Elementen für die Energetisierung und Belebung des
Wassers.

Da bei dem Aquamichel® Mini das gefilterte Reinwasser


mit so wenig Kunststoff wie möglich in Berührung kom-
men soll, gibt es hier keine Belebung in einer Kartusche
aus Plastik. Es folgen einige Vorschläge, wie man das
Wasser plastikfrei beleben kann.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es für die Belebung des


Wassers generell hilfreich ist, wenn einige wenige Minera-
lien im Wasser sind – viel weniger als im Leitungswasser,
aber etwas mehr als im Osmosewasser oder in destillier-
tem Wasser.

Dieser Beitrag zeigt eine einfache Methode der Reminera-


lisierung mit Kristallsalz:

https://www.lebendiges-trinkwasser.de/remineralisierung-
von-osmose-wasser/

Ein auf diese Weise leicht remineralisiertes Wasser kann


dann auf verschiedene Arten belebt werden.

61
Eine ungewöhnlich kraftvolle und einfache Methode be-
steht darin, das Reinwasser in der Alladin Karaffe, mit der
Blume des Lebens im Boden, aufzubewahren.

Es reicht schon, wenn das Wasser einige Minuten in der


Karaffe ist. Aber am besten steht immer eine gefüllte Ka-
raffe auf dem Tisch.

Die äußere Form der handgeblasenen Karaffe aus blei-


freiem Glas ist nicht nur wunderschön anzusehen. Mir
schmeckt das Wasser aus der Karaffe auch deutlich wei-
cher.

62
Im folgenden Video zeige ich, wie wir unser Wasser mit
Kristallsalz remineralisieren und mit der Alladin Karaffe
beleben:

https://youtu.be/vSpK13tmLcI

Eine weitere Methode der Wasserbelebung besteht darin,


in die Glasbehälter, in die morgens der Tagesvorrat an
Reinwasser gefüllt wird, Kristallsteine zu legen, z.B. Berg-
kristall, Rosenquarz, Amethyst. Diese sollten regelmäßig
nach einigen Wochen gesäubert und energetisch behan-
delt werden.

Diese Methode kann auch sehr schön mit der Alladin Ka-
raffe kombiniert werden. Aber besser nicht die Steine in
die Karaffe gleiten lassen, weil sie das mit ihrem dünnen
Glas möglicherweise nicht schadlos übersteht. Besser die
Steine in einem stabilen großen Vorratsbehälter für den
Tagesvorrat legen und daraus dann die Karaffe immer
wieder nachfüllen.

Dann gibt es noch die Möglichkeit, das Wasser zu wir-


beln, z.B. per Hand mit 2 Flaschen, die über ein
Schlauchstück miteinander verbunden sind.

63
Filterpausen im Urlaub
Da das Risiko einer Verkeimung bereits nach wenigen Ta-
gen der Nichtnutzung erheblich ansteigt, sollten solche Si-
tuationen unbedingt vermieden werden. Wenn man länger
nicht zu Hause sein kann, gibt es folgende Möglichkeiten:

• Man nimmt den Aquamichel® Mini mit auf die Reise


und nutzt ihn täglich weiter.

• Man gibt den Filter einem Freund, der ihn täglich nutzt.

• Ein Freund kommt täglich oder wenigstens alle 2 Tage


in unsere Wohnung und filtert einige Liter Wasser, die er
z.B. gut für die Blumen verwenden kann.

• Wenn der Filter nur wenige Tage (bis zu 1 Woche) nicht


genutzt werden kann, kann man ihn auch zur Not in den
Kühlschrank legen, um das Risiko einer Verkeimung zu
reduzieren. Auf keinen Fall darf der Filter einfrieren, das
würde ihn komplett zerstören! Man kann die Membran
auch nicht ausbauen und trocknen, um sie länger zu la-
gern. Sie kann dabei einen großen Teil ihrer Filterleis-
tung verlieren. Bei der Lagerung im Kühlschrank sollten
die 3 Wasseranschlüsse mit Stopfen verschlossen wer-
den. Bevor der Filter dann wieder regulär genutzt wird,
muss er einmal kräftig gespült werden. Am besten 5 Mi-
nuten mit geöffnetem Kugelhahn und dann 20 Minuten
mit geschlossenem Kugelhahn.

64
• Wenn der Filter bis zu 2 Wochen nicht genutzt werden
kann, kann man ihn auch, wie beschrieben, in den Kühl-
schrank legen und vor der ersten Nutzung kräftig spü-
len. Zusätzlich sollte er aber nach dieser Spülung und
vor der ersten Nutzung wie im Kapitel „Desinfektion“ be-
schrieben mit Wasserstoffperoxid desinfiziert werden.

• Wenn der Filter 3 - 4 Wochen nicht genutzt werden


kann, sollte er vor der Reise wie im Kapitel „Desinfekti-
on“ beschrieben mit Wasserstoffperoxid desinfiziert wer-
den. Dann kann man ihn verschließen und in den Kühl-
schrank legen. Vor der ersten Nutzung sollte er wie be-
schrieben kräftig gespült und anschließend noch einmal
desinfiziert werden. Die Desinfektion vor der großen
Pause soll dafür sorgen, dass der Filter schon relativ
keimfrei in den Kühlschrank kommt und so auch eine
längere Pause gut überstehen kann.

• Wenn der Filter länger als 4 Wochen nicht genutzt wer-


den kann, muss er komplett zerlegt und getrocknet wer-
den. Die Vorfilter und die Membran lassen sich nicht
trocknen und müssen durch neue ersetzt werden. Das
ist alles sehr aufwändig und man kann sich schon fra-
gen, ob sich das ganze überhaupt lohnt oder ob man
den Filter gleich komplett ersetzt.

Falls eine Umkehrosmoseanlage, wie z.B. der Aquami-


chel® Mini, doch mal mehrere Wochen ungenutzt steht
und das Wasser nicht durch Spülungen in Bewegung ge-

65
halten wird, können sich Keime und Bakterien so stark
vermehren und festsetzen, dass sich ein sog. Biofilm bil-
det. Besonders hoch ist dieses Risiko bei Wärme. So ein
Biofilm kann durch eine einfache Desinfektion mit Was-
serstoffperoxid nicht mehr sicher entfernt werden.

So geht der Aquamichel® Mini auf


Reisen
Der Aquamichel® Mini ist auf Grund seiner Größe und
einfachen Anschlussmöglichkeiten sehr gut geeignet, mit
auf Reisen zu gehen.

Damit im Koffer alles trocken bleibt, werden die Schläu-


che für Leitungswasser, Abwasser und Reinwasser vom
Filter getrennt. Diese Schläuche lässt man leer laufen. Die
Anschlüsse am Filter werden mit den Stopfen verschlos-
sen (siehe Abbildung auf Seite 33).

Wenn der Filter nach so einem Transport wieder in Be-


trieb genommen wird, macht man als erstes eine extra
gründliche Spülung: 1 Minute Membranspülung mit offe-
nem Kugelhahn und dann die ersten 2 Liter Filterwasser
ablaufen lassen.

Während des Transports muss der Filter frostfrei bleiben,


wenn er innen nass ist. Frost ist der sichere Tod für die
Membran. Gepäckräume von Flugzeugen sind möglicher-
weise nicht frostfrei.

66
Wartung und Filterwechsel
Wartung und Filterwechsel werden leider oft vernachläs-
sigt. Eine Osmoseanlage, bei der die vorgesehenen Filter-
wechsel und Wartungsarbeiten nicht gemacht werden,
kann verkeimen und die Wasserqualität des Osmosewas-
sers wird sich früher oder später verschlechtern.

Am besten, man trägt sich die Termine für Wartung und


Filterwechsel gleich in den Kalender ein.

Wann sollten die Filter gewechselt werden?

In einem Haushalt mit 1-2 Personen reicht es in der Regel


aus, die Vorfilter alle 6 Monate zu wechseln, um das Ver-
keimungsrisiko gering zu halten. Bei 3-5 Personen sollten
die Vorfilter schon nach 3 Monaten gewechselt werden.

Wenn der Filter intensiv genutzt wird und viel Wasser fil-
tert, kann es vorkommen, dass sich der Sediment Filter
schon eher zusetzt, erkennbar an einer deutlich langsa-
mer werdenden Filtergeschwindigkeit. Ob das passiert
hängt stark von der Wasserqualität des Leitungswassers
ab. In so einem Fall sollten die beiden Vorfilter schon eher
gewechselt werden.

Die Umkehrosmosemembran wird erst gewechselt, wenn


die Filterleistung nachlässt. Man erkennt das daran, dass

67
der TDS-Wert (ppm) im Filterwasser ansteigt. Einige Tage
nach der ersten Inbetriebnahme sollte der TDS-Wert,
nachdem einige Liter Wasser gefiltert wurden, gemessen
und notiert werden. Das ist in etwa der niedrigste Wert,
den die Membran mit diesem Leitungswasser erreichen
kann.

Etwa einmal im Monat, spätestens jedoch alle 6 Monate


beim Vorfilterwechsel, wird der TDS-Wert kontrolliert.
Wenn er deutlich angestiegen ist und auch nach längerer
Filterzeit nicht mehr sinkt, sollte die Membran gewechselt
werden. Meistens erfolgt der Anstieg des TDS-Wertes
langsam, so dass es ausreicht, den Membranwechsel
beim nächsten Vorfilterwechsel mit einzuplanen.

Beispiel: wenn der normale TDS-Wert bei 15 ppm liegt


und nach 2 Jahren 20 ppm nicht mehr unterschritten wer-
den, sollte beim nächsten Vorfilterwechsel die Membran
mit gewechselt werden.

Die Lebensdauer der Membran hängt von der Wasser-


qualität des Leitungswassers und den Membranspülun-
gen ab. Vor allem die Membranspülung nach dem Filter-
vorgang beeinflusst die Membranlebensdauer positiv.

Hilfreich ist ein kleines Filterprotokoll, um die Termine für


den Filterwechsel im Blick zu behalten. Ein einfaches Blatt
Papier, auf dem jeder Filterwechsel mit Datum protokol-
liert wird und wo auch die gemessenen TDS-Werte ver-

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merkt werden. Zusätzlich wird der nächste Filterwechsel
im Terminkalender eingetragen.

Wechsel der Vorfilter


Welche Vorfilter können verwendet werden?

Der Aquamichel® Mini benötigt Inlinefilter mit 2 Zoll


Durchmesser. Inlinefilterpatronen sind Filterpatronen, bei
denen das Filtergehäuse gleich dabei ist.

Benötigt wird ein Sedimentfilter mit einer Feinheit von 5


Micron für Schwebstoffe sowie ein Aktivkohlefilter – vor-
zugsweise mit extra feinem Aktivkohlegranulat.

Gelegentlich erscheinen neue Filterkartuschen auf dem


Markt, die dann von uns getestet werden. Die aktuell am
besten geeigneten Filterkartuschen werden mit Bezugs-
quellen auf der Supportseite vom Aquamichel® Mini ge-
nannt:

https://www.lebendiges-trinkwasser.de/am-mini

Vorfilter mit und ohne Quickverbinder

Es gibt Vorfilter, die schon mit Quickverbindern versehen


sind. Das ist praktisch, weil man dort die Schläuche direkt
einstecken kann.

Es gibt aber auch Vorfilter mit Schraubanschlüssen. Dort


muss erst ein Quickverbinder eingeschraubt werden. Die-

69
ser ist dabei mit etwas Teflonband abzudichten. Die
Quickverbinder kann man aus den alten verbrauchten
Vorfiltern ausschrauben und wieder verwenden. Wie
Quickverbinder mit Teflonband abgedichtet und einge-
schraubt werden zeigt dieses Video:

https://youtu.be/xx_nIFOy5sQ

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Die Vorfilter wechseln

Hinweis:
Die für die Vorfilter verwendeten Kartuschen können von
den hier auf den Bildern gezeigten abweichen. Wenn auf
dem Markt bessere Kartuschen erscheinen, werden wir
diese für den Aquamichel® Mini empfehlen und anbieten.
Die Empfehlung für die aktuell besten Kartuschen gibt es
auf der Serviceseite vom Aquamichel® Mini:

https://www.lebendiges-trinkwasser.de/am-mini/

Da beim Filterwechsel etwas Wasser aus dem Filter lau-


fen kann, macht man das am besten auf der Spüle in der
Küche.

Zuerst werden die Schläuche von den Vorfilterkartuschen


entfernt. Dabei bleiben die Winkelstücke am Schlauchen-

71
de mit dem Schlauch verbunden und es wird das Winkel-
stück aus dem Quickverbinder im Vorfilter gezogen. Wie
solche Verbindungen hergestellt und gelöst werden kön-
nen zeigt dieses Video:

https://youtu.be/WtPatahooRk

Die Vorfilterkartuschen werden aus den Halteclipsen ge-


nommen.

Falls die neuen Vorfilterkartuschen einen Schrauban-


schluss haben, werden jetzt von den alten Vorfilterkartu-
schen die Quickverbinder abgeschraubt. Altes Teflonband
wird ggf. entfernt. Neu mit Teflonband abgedichtet, wer-
den die Quickverbinder dann in die neuen Vorfilterkartu-
schen geschraubt. Videoanleitung dafür:

https://youtu.be/xx_nIFOy5sQ

Dieser Arbeitsschritt entfällt, wenn die neuen Vorfilterkar-


tuschen schon mit Quickverbindern ausgestattet sind.

Die Kartuschen werden wieder in die Halteclipse gesetzt.


Dabei ist zu beachten, das es eine Fließrichtung gibt. Ein
Pfeil auf der Kartusche zeigt diese Fließrichtung an. Beim
Aquamichel® Mini fließt das Wasser bei aufrechter Mon-
tage immer von unten nach oben durch die Vorfilter. Als
erstes fließt das Wasser durch den Aktivkohlefilter und da-
nach durch den Sedimentfilter.

Die Schläuche werden wieder angeschlossen.

72
Der Filter wird wieder am Leitungswasser & Abwasser an-
geschlossen.

Jetzt wird der Filter einmal kräftig durchgespült. Dazu


wird, wie bei der Membranspülung, zuerst der blaue Ku-
gelhahn geöffnet. Dann wird die Leitungswasserzufuhr
geöffnet und der Filter ca. 10 min kräftig gespült.

Anschließend mit geschlossenem Kugelhahn einige Minu-


ten spülen. Falls Luft im Membrangehäuse sein sollte,
kann diese am besten entweichen, wenn man den Filter
nun in die Hand nimmt und eine Weile so hält, dass die
beiden Ausgänge des Membrangehäuses oben sind. Da-
für ggf. den Auslaufhahn aus Glas vorher entfernen.

Zum Schluss sollte die ganze Wasserfilteranlage, wie im


folgenden Kapitel „Desinfektion“ beschrieben, desinfiziert
werden.

73
Desinfektion
Eine Umkehrosmoseanlage ist kein Gerät, das permanent
steril und keimfrei ist. So etwas ist einfach unrealistisch.
Wichtig ist dennoch, die Anzahl der Keime so gering wie
möglich zu halten.

Das geht am besten, wenn der Filter regelmäßig benutzt


wird. Bei jeder Nutzung und den dazugehörigen Spülun-
gen werden neue Keime gleich wieder hinaus gespült. So
bleibt die Keimzahl auf einem akzeptablen, geringen Ni-
veau. Trotzdem werden sich im Laufe der Zeit einige we-
nige Keime im Filter festsetzen. Deshalb ist es sinnvoll,
die gesamte Anlage gelegentlich mit Wasserstoffperoxid
zu desinfizieren.

Wasserstoffperoxid hat die chemische Formel H2O2 und


ist damit dem Wasser H2O sehr verwandt. Wenn Wasser-
stoffperoxid zerfällt können daraus nur Wasserstoff, Sau-
erstoff, Wasser oder Kombinationen davon entstehen.
Das sind alles ungiftige Stoffe.

Wasserstoffperoxid wird auch medizinisch eingesetzt, z.B.


für Munddesinfektion oder die Desinfektion offener Wun-
den. Die desinfizierende Wirkung basiert auf der stark oxi-
dierenden Wirkung des enthaltenen Sauerstoffs. Die Kei-
me werden nicht vergiftet, sondern durch Oxidation abge-
tötet.

74
Weil Wasserstoffperoxid alleine nicht sehr stabil ist und
schnell zerfallen würde, wird es durch Zusatz einer gerin-
gen Menge Phosphorsäure stabilisiert. Die Phosphorsäu-
re wird durch die Spülung wieder aus der Anlage entfernt.
Sie wird von der Osmosemembran gut zurück gehalten
und gelangt nicht ins Reinwasser.

Dagegen ist das Wasserstoffperoxid dem Wasser so ähn-


lich, dass ein kleiner Anteil davon auch durch die Osmo-
semembran hindurch kommt und auch die Reinwassersei-
te desinfizieren kann.

Wenn das Ausgangswasser, wie z.B. das normale Lei-


tungswasser in Deutschland, im Wesentlichen kaum
keimbelastet ist genügt es, den Filter alle 6 Monate nach
dem Wechsel der Vorfilter zu desinfizieren.

Für die Desinfektion wird Wasserstoffperoxid 3% und eine


20 ml Einwegspritze benötigt. Beides gibt es für wenig
Geld in der Apotheke. Die Einwegspritze ist praktisch, um
das Wasserstoffperoxid genau zu dosieren. Nach Ge-
brauch kann man die Einwegspritze zerlegen und die bei-
den Teile unter fließendem kalten Wasser gründlich
spülen und trocknen lassen, um sie beim nächsten Mal
wieder zu verwenden.

Da auch bei sorgfältigem Arbeiten nicht ausgeschlossen


werden kann, dass versehentlich ein Spritzer Wasserstoff-
peroxid durch die Luft fliegt, muss eine Schutzbrille getra-

75
gen werden. Wasserstoffperoxid kann bei Augenkontakt
schwere Schäden am Auge verursachen! Falls Wasser-
stoffperoxid auf die Haut kommt, sollte die Stelle sofort mit
reichlich Wasser abgespült werden. Darüber hinaus müs-
sen alle auf der Wasserstoffperoxid Flasche genannten
Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden.

Während der Desinfektion, wenn Wasserstoffperoxid


im Filter ist, darf auf keinen Fall Wasser aus diesem
Filter getrunken werden. Bitte unbedingt dafür sorgen,
dass jeder sofort erkennt, dass Desinfektionsmittel im Fil-
ter ist und das Wasser nicht getrunken werden darf. Am
besten wird mit einem Schild oder Zettel deutlich darauf
hingewiesen, da der Filter während der länger dauernden
Desinfektion unbeaufsichtigt sein kann. Insbesondere ist
sicher zu stellen, dass Kinder sich kein Wasser aus dem
Filter nehmen können.

Wird die Desinfektion zusammen mit dem Wechsel der


Vorfilter durchgeführt, sollten zuerst die neuen Vorfilter
eingebaut werden.

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Vorbereitung für die Desinfektion

✔ Wasserstoffperoxid 3% und eine 20 ml Einwegspritze


aus der Apotheke besorgen.

✔ Ein kleines Gefäß mit ca. 200 ml Fassungsvermögen


zum Auffangen von Spülwasser und Osmosewasser
bereit stellen.

✔ Den blauen Kugelhahn für die Membranspülung schlie-


ßen.

✔ Falls der rote Spülwasserschlauch fest installiert und


mit dem Abfluss verbunden ist, sollte dieser vom Filter
entfernt und durch ein kurzes Schlauchstück, das in die
Spüle geführt wird, ersetzt werden.

✔ Den Filter kurz laufen lassen und die Schläuche so le-


gen, dass man das Spülwasser und das gefilterte Os-
mosewasser in dem 200 ml Gefäß auffangen kann.
Dann die Leitungswasserzufuhr schließen.

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Durchführung der Desinfektion

• Den Stopfen aus dem oberen Rückschlagventil entfer-


nen und ein kurzes Schlauchstück einsetzen. Dort mit
der Einwegspritze 20 ml Wasserstoffperoxid 3% ein-
spritzen.

• Für kurze Zeit die Leitungswasserzufuhr öffnen, so dass


ca. 150 - 200 ml Spülwasser & Osmosewasser ablau-
fen. Diese am besten in das 200 ml Gefäß laufen las-
sen, um die richtige Menge zu bestimmen. Falls nach
dem Schließen der Leitungswasserzufuhr noch etwas
Wasser nachläuft, ist das ok.

• Bei geschlossener Leitungswasserzufuhr nun weitere


20 ml Wasserstoffperoxid 3% einspritzen.

78
• Erneut für kurze Zeit die Leitungswasserzufuhr öffnen,
so dass wieder ca. 150 - 200 ml Spülwasser & Osmose-
wasser ablaufen.

• Nun das Wasserstoffperoxid wenigstens 1 Stunde oder


über Nacht einwirken lassen, aber nicht länger als 8
Stunden.

• Die Einwegspritze und das Schlauchstück können wie-


der aus dem oberen Rückschlagventil entfernt werden.
Der Verschlussstopfen wird wieder eingesetzt.

• Falls die Osmoseanlage normalerweise fest am Abwas-


ser angeschlossen ist, kann dieser Anschluss nun wie-
der hergestellt werden.

• Nach der Einwirkzeit von wenigstens 1 Stunde und


höchstens 8 Stunden werden ca. 0,5 Liter Osmosewas-
ser gefiltert. Dieses Wasser nicht verwenden! Das dabei
aus dem Reinwasserbereich austretende Wasserstoff-
peroxid desinfiziert den Auslaufhahn.

• Dann folgt eine Membranspülung von 5 Minuten, um


den größten Teil des Wasserstoffperoxids heraus zu
spülen.

• Zuletzt nochmal 5 Liter Osmosewasser filtern und nicht


zum Trinken verwenden. Für Pflanzen oder zum Putzen
ist es aber schon gut geeignet.

Jetzt ist der Filter wieder normal verwendbar.

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Wechsel der Membran
Die Umkehrosmosemembran wechselt man am besten
dann, wenn die Vorfilter auch gewechselt werden. Wenn
die beiden Vorfilter entfernt sind ist es am einfachsten,
das Membrangehäuse zu öffnen.

Zuerst werden aber alle Schläuche und Clipse von der


Membran entfernt.

Dann greift man das Membrangehäuse fest mit einer


Hand und löst den Deckel des Membrangehäuses mit
dem dafür vorgesehenen Schlüssel.

Die Membran sitzt sehr fest im Membrangehäuse. Man


braucht jetzt etwas Kraft. Mit einer Zange greift man die
Membran am Rohrstutzen und zieht kräftig. Wenn man
die Membran dabei leicht dreht geht es leichter.

Bei Bedarf kann man das Membrangehäuse mit etwas


kaltem Wasser reinigen. Bei Kalkablagerungen kann auch
Essig zum Reinigen verwendet werden.

Bei der neuen Membran werden der große schwarze


Dichtring und die beiden kleinen Dichtringe am Reinwas-
serrohr mit weißer Vaseline dünn eingestrichen, damit die
Membran leichter ins Membrangehäuse rutscht. Eine klei-
ne Tube weiße Vaseline gibt es preiswert in der Apotheke.
Wenn keine weiße Vaseline vorhanden ist, kann man die
Dichtringe auch leicht mit Leitungswasser anfeuchten.

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Jetzt wird die Membran vorsichtig ins Membrangehäuse
geschoben. Bei den letzten Zentimetern muss man leicht
drücken, damit das Reinwasserrohr mit den beiden Dich-
tungen in den Rohrstutzen rutscht. Die Membran muss so
weit ins Membrangehäuse hinein, dass das Rohrstück am
offenen Ende des Membrangehäuses nur wenige Millime-
ter herausragt.

Nun werden noch die beiden Dichtringe des Membrange-


häuses mit weißer Vaseline gefettet oder mit Leitungs-
wasser befeuchtet. Den Deckel schraubt man dann ohne
Schlüssel nur mit der Kraft der Hand auf das Membrange-
häuse und dreht ihn so fest, wie es die Hände schaffen.

Jetzt werden die Vorfilter und alle Schläuche wieder ange-


schlossen.

Die neue Membran und die neuen Vorfilter müssen nun


gespült werden. Das geht so, wie bei der Inbetriebnahme
und ist im Kapitel Die erste Inbetriebnahme des Aqua-

81
michel® Mini beschrieben. Auch das Reinwasser- zu Ab-
wasserverhältnis sollte nach dem Membranwechsel neu
eingestellt werden.

Jetzt wird noch der TDS-Wert gemessen. Er kann am An-


fang etwas höher liegen, sollte nach einigen Stunden aber
in die Größenordnung kommen, wie er einige Wochen
nach der ersten Inbetriebnahme war.

Falls der TDS Wert wesentlich größer sein sollte, kann es


sein, dass die beiden kleinen Dichtringe am Reinwasser-
rohr der Umkehrosmosemembran verrutscht sind und
nicht richtig dichten. So etwas kommt aber nur ganz sel-
ten vor. Dann sollte man die Membran nochmal aus dem
Membrangehäuse nehmen, diese beiden Dichtringe prü-
fen und gut mit Leitungswasser befeuchten und alles wie-
der zusammenbauen.

Weitere Informationen
Weitere Infos und Videos gibt es auf der Service Seite für
den Aquamichel® Mini:

https://www.lebendiges-trinkwasser.de/am-mini

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