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LEB Kapitel 1

Lebenshaltung, die Gesamtheit der Güter und Lebensstandard, Bezeichnung für den wirt
Dienstleistungen, die einem privaten Haushalt zur schaftlichen Wohlstand (siehe dort), d. h. den Grad
Verfügung stehen und den Lebensstandard wesent der Versorgung von Personen oder Haushalten in
lich ausmachen. Diese Güter und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft mit Gütern und Dienstleis
beruhen auf Sachzuwendungen oder werden durch tungen.
Käufe erworben. Die mit diesen Käufen verbunde
Liberalismus, Weltanschauung, die das Recht auf
nen Ausgaben bilden die Lebenshaltungskosten,
Freiheit, Eigenverantwortung sowie freie Entfal
woraus in der Wirtschaftsstatistik der Verbraucher
tung der einzelnen Person in den Mittelpunkt stellt
preisindex (siehe dort) errechnet wird.
(Individualismus) und eine Kontrolle oder Bevor
Lebensqualität, Begriff, der neben dem Versor mundung des Einzelnen durch staatliche Einrich
gungsgrad mit Gütern und Dienstleistungen von tungen vermindern bzw. verhindern will. Der Libe
Personen oder Haushalten einer Volkswirtschaft ralismus entstand ursprünglich als politische Ge
im Sinne von materiellem Wohlstand (siehe dort) genbewegung zum Absolutismus (Regierungsform,
oder Lebensstandard auch die allgemeinen Lebens in der die gesamte Staatsgewalt von einem Allein
bedingungen bzw. soziale Indikatoren (siehe dort) herrscher ausgeht) des 17. und 18. Jahrhunderts.
wie angemessen entlohnte Arbeit, saubere Umwelt, Der wirtschaftliche Liberalismus, dessen theoreti
Beteiligung an politischen Entscheidungen oder sche Grundlagen durch Adam Smith (* 1723,
persönliches Wohlbefinden des Einzelnen einbe † 1790) entwickelt wurden, geht von der freien wirt
zieht. schaftlichen Betätigungsmöglichkeit jedes Einzel
nen aus. Nach Ansicht von Adam Smith wird der
LOHNQUOTE einzelne Mensch bei der Verfolgung seiner eigen
Jahr 1) Lohnquote 2) in % nützigen Ziele nach Gewinn und Wohlstand wie von
unbereinigt bereinigt 3) einer unsichtbaren Hand geführt, die dafür sorgt,
1960 59,7 70,0
dass er gleichzeitig dem Wohl der Gesellschaft
1965 65,3 73,1
1970 65,6 71,4 dient, obwohl dies gar nicht seine Absicht war.
1975 71,1 74,1 Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft werden des
1980 73,2 74,5
1985 70,0 70,8
halb vom Liberalismus als störend empfunden und
1990 67,8 68,0 abgelehnt. Der Liberalismus befürwortet demzufol
1991 68,6 68,6
1991 70,8 70,8
ge eine freie Marktwirtschaft (siehe dort) als Wirt
1992 71,9 72,1 schaftsordnung mit allen wirtschaftlichen Freihei
1993 72,5 72,9 ten wie Gewerbefreiheit, freie Preisbildung und
1994 71,4 72,0
1995 71,1 71,8 Wettbewerbsfreiheit. Eine extreme Form des wirt
1996 70,7 71,5 schaftlichen Liberalismus war das Laissez faire (sie
1997 69,9 70,8
1998 70,0 71,0
he dort).
1999 71,1 57,1
2000 72,1 72,9
Lohnquote, prozentualer Anteil der Einkommen
2001 71,8 72,6 aus unselbstständiger Arbeit (Löhne und Gehälter),
2002 71,6 72,5 in der Wirtschaftsstatistik neuerdings auch als Ar
2003 71,0 72,1
2004 67,9 69,2 beitnehmerentgelte bezeichnet, am Volkseinkom
2005 66,4 68,0 men. Die Lohnquote spielt bei der Beurteilung der
2006 63,9 65,5
2007 63,2 64,7
Einkommensverteilung (siehe dort) und im Rahmen
2008 64,9 66,3 der staatlichen Verteilungspolitik (Umverteilung)
2009 68,2 69,6 eine bedeutende Rolle.
2010 66,5 68,0
2011 66,9 68,3 Die Lohnquote in Westdeutschland ist seit den
1) Bis 1991 1. Zeile früheres Bundesgebiet; ab 1991 2. Zeile Deutschland. 1950er Jahren stetig angestiegen. Darin spiegelte
2) Bis 1991 1. Zeile Bruttoeinkommen aus unselbstständiger Arbeit
in % des Volkseinkommens, ab 1991 2. Zeile Arbeitnehmerentgelte
sich vor allem der Wandel von einer durch Land
in % des Nettonationaleinkommens. wirtschaft und kleine selbstständige Existenzen ge
3) Quote bei konstant gehaltenem Anteil der Arbeitnehmer an den Erwerbs-
tätigen des Jahres 1991.
prägten Nachkriegswirtschaft zur Industriegesell
Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
schaft wider. In den 1980er Jahren ging die Lohn
Lohnquote. Entwicklung der Lohnquote in Deutschland quote trotz ansteigender Beschäftigungszahlen zu

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