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Meat Loaf Berlin-Konzert

Meat Loaf nimmt Abschied von Berlin


Abschiedstournee: Meat Loaf (Marvin Lee Aday) stand am Sonntagabend (28.04.2013) letztmalig
in Berlin auf der Bühne.

Mit seiner „Last At Bat Farewell Tour“ verabschiedet sich Meat Loaf von seinen Fans. Seine
letzte Show in Berlin ist so episch, wie man es von ihm gewohnt ist, und sie stimmt
sentimental.
Meat Loafs Konzerte als langweilig oder einfallslos zu beschreiben, wäre schlichtweg falsch. Er ist
ein Entertainer, der alles gibt, Schweiß und Stimme. Seine Shows sind emotional aufgeladen. Und
obwohl bei Meat Loaf eben immer alles episch, erhebend, spektakulär ist – manche würden seinen
Stil gar als kitschig bezeichnen – so kommt man nicht dazu, seine Authentizität anzuzweifeln.

Stimmungsvoller Abschied
Dieser Abend in Berlin soll sein letzter gewesen sein. Wegen gesundheitlicher Probleme möchte er
kürzertreten, auch der große Erfolg ist in letzter Zeit ausgeblieben. Doch für seine Abschiedstour
gibt er noch einmal alles. Die O2-World-Halle ist ein guter Ort, um alles zu geben. Die Musik ist
laut, doch die Soundqualität ist einwandfrei.
Vor etwa 7600 Menschen performt Meat Loaf zunächst einige seiner neueren Songs. Das
ausschließlich sitzende Publikum tut sich etwas schwer mit ihnen. Man befürchtet schon, dass keine
Stimmung aufkommen könnte. Doch dann spielt die Band „Objects In The Rear View Mirror May
Appear Closer Than They Are“ und Meat Loaf singt wie früher. Er ballt die Hände zu Fäusten und
schüttelt sie, auf der großen Videoleinwand läuft das alte Musikvideo, das Publikum jubelt erst
verhalten, und dann lauter. Plötzlich ist sie da, die Stimmung. Es ist Meat Loaf zu verzeihen, dass er
am Ende von „Out Of The Frying Pan (And Into The Fire)“ ein wenig kurzatmig wirkt. Seine
Stimme ist immer noch grandios.

Hommage an „Bat Out Of Hell“ und Jim Steinman


Auch die 15-minütige Pause vermag es nicht, der Begeisterung der Publikums Abbruch zu tun. Der
zweite, längere Teil der Show ist eine Hommage an „Bat Out Of Hell“, Meat Loafs erfolgreichstes
Album. Immer wieder werden Videosequenzen eingespielt, in denen Weggefährten, vor allem aber
Jim Steinman, Komponist und Produzent nicht nur dieser Meat-Loaf-LP, zu Wort kommen.
Besonders eindrucksvoll sind die Duette mit Patricia Russo, einer der großen
Backgroundsängerinnen unserer Zeit. Sie verleiht „Paradise By The Dashboard Lights“ den
Sexappeal und die große Wirkung. Auch in „I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)“, das
als Zugabe gespielt wird, brilliert sie.

Es lebe das Pathos


Zwischendurch richtet sich Meat Loaf direkt an seine Fans. Er bittet die Englisch Sprechenden,
allen anderen zu übersetzen, was er sagt. Er verleiht seiner Dankbarkeit Ausdruck, spricht davon,
dass seine Musik immer auf die Herzen der Menschen abgezielt hat. Er verabschiedet sich, und
manchmal wirkt es so, als sei er den Tränen sehr nahe. Es mag kitschig klingen, und sehr
amerikanisch, doch es verfehlt seine Wirkung nicht. Man kann nicht anders, als ihm zu glauben,
dass er gerührt ist, und selbst ein bisschen gerührt sein. Immerhin ist es einer der Großen, der hier
sein Finale gibt.
Früher, als Meat Loaf noch in der Deutschlandhalle auftrat, regnete es am Ende des Konzerts
silbernes Konfetti. Das ist aus der Mode gekommen. Meat Loafs Rock-Pathos hingegen hallt nach.

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