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226.

026 Wassergütewirtschaft
Vo2 – Wasserversorgung - Einführung

Norbert Kreuzinger

Institut für Wassergüte,


Ressourcenmanagement
und Abfallwirtschaft - TU Wien

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


„Wassergütewirtschaft “
• Beschäftigt sich mit den qualitativen
Aspekten des Wassers im Urbanen
Wasserkreislauf
Abwasser - Trinkwasser -
reinigung aufbereitung
• „Güte“ ist ein relativer Begriff, der
immer mit qualitativen
Anforderungen für eine spezifische
„Nutzung“ verknüpft ist.
• Unterschiedliche Nutzungsformen
verlangen eine unterschiedliche
Qualität
• technische Lösungen haben die
Aufgabe, für den Nutzungsaspekt
ungeeignetes „Rohwasser“ so
Trinkwasser - Abwasser -
aufzubereiten, dass die qualitativen aufbereitung reinigung

Vorgaben / Anforderungen an eine


entsprechende Nutzung erfüllt
werden. 226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018
„Urban Water Cycle“
„Urban Water Cycle“
ist Kreislauf der
Wassernutzung
• Nutzung des Wassers Abwasser - Trinkwasser -
reinigung aufbereitung
• Sammlung benutztes,
verunreinigtes Wasser in
Abwasserkanälen
• Reinigung in Kläranlagen und
Rückgabe an Natur
• Auch: Direkter Eintrag aus Kanal bei
Regen
• Lebensraum für aquatische
Lebewesen
• Wasserentnahme für Trinkwasser -
aufbereitung
Abwasser -
reinigung
Trinkwasserversorgung (Uferfiltrat
oder direkt)
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Wasser Vorkommen
• Vorkommen
Volumen % des Ges.- Erneuerungszeit
% Süßwasser
x 103 km3 Volumen Jahre
Weltmeer 1 370 323 93,94 - 3 000
Tiefes
60 000 4,11 - 5 000
Grundwasser
Aktives
4 000 0,27 14,09 330
Grundwasser
Eis 24 000 1,65 84,57 8 000
Seen 280 0,02 0,99 7
Bodenfeuchte 85 0,01 0,30 1
Atmosphäre 14 0,00 0,05 0,03
Flüsse 1,2 0,00 0,00 0,03
Süßwasser
28 380,2 1,95 100
Gesamt
Wasser Gesamt 1 458 703 100 2 800

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasser und Mensch

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasser und Mensch
• Trinkwasser als Lebensmittel
• Ernährungsphysiologische Bedeutung /
Funktionen von Wasser im Körper
– Jede chemische Reaktion und jeder Vorgang im Körper ist von dem
Vorhandensein von Wasser abhängig.
– Lösungsmittel
Alle Körperflüssigkeiten bestehen hauptsächlich aus Wasser. In
ihnen sind sowohl Nährstoffe gelöst als auch solche Substanzen,
die bei Stoffwechselprozessen übrig bleiben. Sie werden über den
"Wasserweg" entsorgt.
– Transportmittel
Als Blut oder Lymphflüssigkeit sorgt Wasser für den Transport der
verschiedensten Stoffe und Zellen von einem Ort im Körper zum
anderen oder auch aus dem Körper heraus.

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Wasser und Mensch
• Ernährungsphysiologische Bedeutung /
Funktionen von Wasser im Körper (cont.)
– Kühlmittel
Wasser leitet Wärme besser als Luft. Ist die Körpertemperatur durch
Anstrengung oder eine Erkrankung zu hoch, nutzt der Körper sein Wasser-
Kühlsystem. Beim Schwitzen wird Wasser über die Hautporen
ausgeschieden und sorgt für rasche Wärmeableitung.
– Reaktionspartner
Ständig laufen in jeder Körperzelle chemische Reaktionen ab, an denen
Wasser beteiligt ist bzw. die Wasser erst ermöglicht.
– Baustoff
Neben Mineralien sowie Eiweiß, ist Wasser das wichtigste Bauelement des
Körpers. Der Körperwasseranteil sinkt mit zunehmendem Alter. Er beträgt:
• bei Neugeborenen 75 bis 80 Prozent,
• bei normalgewichtigen erwachsenen Männern ca. 60 Prozent,
• bei normalgewichtigen erwachsenen Frauen 50 bis 55 Prozent,

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Wasser und Mensch
• Schon nach 2 bis 4 Tagen ohne Wasserzufuhr treten Übelkeit,
Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen,
Erbrechen und Muskelkrämpfe auf.
• Reaktionen des Körpers auf Wasserverluste:
– > 0,5 Prozent des Körpergewichts (0,3 bis 0,4 l Wasser) entsteht Durst,
– ~ 2 Prozent des Körperwassers, z. B. durch starkes Schwitzen oder
Durchfälle, vermindern bereits die körperliche und geistige
Leistungsfähigkeit,
– ~ 3 Prozent führt zu einem Rückgang der Speichel- und
Harnproduktion: der Mund wird trocken, es kann zu Verstopfung
kommen.
– ~ 5 Prozent treten Tachykardien (= beschleunigter Puls) auf, und die
Körpertemperatur steigt,
– ~ 10 Prozent führt zu Verwirrtheitszuständen,
– > 20 Prozent führt zum Tode durch Nieren- und Kreislaufversagen.
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Wasser und Mensch
• 1.400 Liter „Wasser“ durchfließen / Tag unser Gehirn.
• Wasserbedarf auch vom Alter abhängig. Säuglinge und Kinder
benötigen mehr Wasser pro kg/Körpergewicht als Erwachsene.
• Bei heißem Wetter ist ein erhöhter Bedarf an Wasser gegeben.
Das gilt auch bei salzigen Speisen.
• durchschnittliche Wasserzufuhr 1,5 bis 2,5 l Wasser pro Tag
• Nieren können pro Stunde etwa 1 l ausscheiden.
• maximale auch längerfristig verträgliche Flüssigkeitsmenge
beträgt etwa 10 l pro Tag.
• Richtwert für Wasserbedarf (Faustregel):
– 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht.
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Wasser und Mensch
• Wasser und Gesundheit
– Übertragungen von Krankheiten im Zusammenhang mit
Wasser
• Kontaminiertes Trinkwasser
• Wasser als Lebensraum von
– Parasiten: direkte Aufnahme über Körperoberfläche
– Wirtstieren, die pathogene Organismen beherbergen

• beide Aspekte oft vernetzt


• Kurzschluss Fäkalien - Trinkwasser

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Wasser und Mensch
• Wasser und Gesundheit
– John Snow erkannte 1854 die Ursachen für die herrschende
Cholera in London
• Bei dem Versuch, die offenen, übelriechenden Abwasserkanäle in die
Themse zu spülen, war es in Soho zu einer Trinkwasser-Vergiftung
und einer Cholera-Epidemie mit 14.000 Toten gekommen.
• John Snow konnte nachweisen, dass sich die Todesfälle im Bereich
einer Wasserpumpe in der Broad Street konzentrierten.
• Nachdem er die Pumpe außer Betrieb setzte, indem er deren
Schwengel entfernte, kam es zum Stillstand der Epidemie.
– Seine Theorie über den Zusammenhang von Fäkalien und Trinkwasserversorgung wurde jedoch zu
seiner Lebenszeit durch die damaligen Wissenschaftler und Ärzte nicht anerkannt und erst einige Jahre
nach seinem Tod bestätigt.
– 1854 wurde die britische Gesundheitsbehörde wieder aufgelöst und er in Pension geschickt

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Wasser und Mensch
• Wasser und Gesundheit
– Robert Koch

Mitglieder Cholera-Expedition
1883/4 nach Ägypten und Indien
unter Leitung R. Kochs

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Wasser und Mensch
• Wasser und Gesundheit
– Ergebnisse der bakteriologischen
Wasseruntersuchungen des Hoogly
von unfiltriertem und filtriertem
Wasser in Kalkutta durch Robert Koch

• Hoogly-Wasser 250.000 KBE/ml


• nach Sedimentation 20.000 KBE/ml
• nach Filtration 15 KBE/ml

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Wasser und Mensch
• Wasser und Gesundheit
– Cholera Hamburg 1892

Altona preußisch:
effiziente, paternalistische Administration und Überwachung, Trinkwasserfiltration
vorgeschrieben seit 1859

Hamburg hanseatisch:
Trinkwasserfiltration an Grundstückeigentümerverein gescheitert, nicht vorgeschrieben

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Wasserbedarf

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Wasserbedarf
• Derzeit leben > 6 Mrd. Menschen auf der Erde, Tendenz steigend
• Wasserbedarf je Bewohner (bei uns)
– Zum Trinken ~2 l/Tag (<1 m3/Jahr)
– Als Transportmittel ~150 l/d ~40 m3/Jahr
– Für die Nahrungsproduktion ~1000 m3/Jahr
– Für Industrie und Gewerbe ~200 m3/Jahr

• Abwasseranfall:
– ~250 Liter/Einwohner und Tag + RW.
– HKA Wien ~200 Mio m3/Jahr (~5.500 Liter/Sekunde)
• Abfluss der Donau ins Schwarze Meer:
– ~200 km3/Jahr (2*1011m³/a)
– Verdünnung des Wiener Abwassers durch die Donau bis zum Schwarzen Meer
~1 zu 1000, in Wien ca. 1: 300

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Wasserbedarf
Güte und Menge

Trinken
Kochen

Reinigen
Schwemmen
Güte Menge

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Wasserbedarf für 1 „Einwohner“ >1000 m3/Jahr

Eine Reduktion des TW Bedarfs um 50% entspricht eine Reduktion des


„Wasserbedarfs“ um ca. 2%
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Entwicklung der Weltbevölkerung

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Folgen der Bevölkerungszunahme
• Bedarf an Nahrung und Wasser (>1.000 m³/E/a) steigt.
• Ernährungsmangel  krisenhafte Auswirkungen mit gravierenden
Folgen. (Climate – Migration!)
• Gesundheit, körperliche und geistige Entwicklung der Menschen
hängen von „guter“ Ernährung ab.
• Zunehmender Fleischkonsum führt zu
– erhöhtem Gesundheitsrisiko,
– überproportionalem Anstieg des Flächen- und Wasserbedarfs
für die Fleischproduktion
– erhöhten Nährstoffverlusten in die Umwelt.

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Wasserbedarf

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Wasserbedarf Österreich

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Wasserbedarf in Österreich
• Zahlen für Österreich
– Im Jahr werden ca. 2 Milliarden Liter Trinkwasser verbraucht,
– 30% davon im privaten Bereich, der Rest von Industrie und Gewerbe.
– Jeder Österreicher verbraucht im Durchschnitt 130 Liter Trinkwasser pro
Tag (Haushaltsbedarf).
• ~4 Liter zum Trinken und Kochen verwendet
• 55 Liter verbrauchen das Baden und Duschen,
• 32 Liter die WC-Spülung,
• 25 Liter das Wäschewaschen
• 8 Liter das Geschirrspülen.
– Österreicher bei Wasserverbrauch in Europa im Mittelfeld.
• Deutschland und Belgien verbrauchen etwas weniger Trinkwasser
• Spanien, die Schweiz und Italien mit bis zu 250 Litern wesentlich mehr
• Ein US-Amerikaner verbraucht ca. 400 Liter pro Tag.

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Wasserbedarf in Österreich

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Wasserbedarf Österreich

Durchschnittliche Anteile an der Systemeinspeisung (Quelle:


Erhebungen des gegenständlichen Forschungsprojekts,
ÖVGW Projekt Energieeffizienz sowie ÖVGW Benchmarking
2004 und 2007)

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Wasserbedarf Österreich
Wasserverbrauch und Wirtschaftsleistung

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Wasserbedarf Österreich
Ausgelieferte Wassermengen in Wien

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Wasserverbrauch
• Wassereinsparung
– Kreislaufführung Wasser in Industrie
• Schließen Wasserkreisläufe
• Aufbereitung
– Welche Qualität nötig für welche Anwendung
• Wiederverwendung
– Technische Verbesserungen
• Toilettenspülung
• Waschmaschinen
• Geschirrspüler

• Einige zusätzliche Zahlen:


– Ein tropfender Wasserhahn verschwendet bis zu 17 Liter täglich,
– eine rinnende WC-Spülung ca. 40 Liter.
– Das Präparieren von Pisten mit Kunstschnee verbraucht über
100 Liter Wasser pro m2.
– Ein Golfplatz braucht so viel Wasser, wie ein Ort mit
5000 bis 10.000 Einwohnern.

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Wasserverbrauch
• Waschmaschinen & Geschirrspüler

Waschmaschine Geschirrspüler
Liter / Zyklus
1970 210
1975 180
1980 155 50
1985 125 35
1990 95 25
1995 76 21
2000 55 17
2005 45 10
2010 43 7

Handwäsche 30-40 30-40

• „Nebeneffekte“
– Energieeinsparung, weil weniger Wasser erwärmt werden muss
– Waschtemperatur heute niedriger
– Tradeoff: Waschmittel sind chemisch aufwändiger zusammengesetzt

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Wasserversorgung

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Einflussfaktoren
• Klima
• Wasserversorgung
• sonstige Wasserbezugsquellen
• Wasserbeschaffenheit
• Wasserpreis (Kontrolle der Abnahme)
• Ortskanalisation
• Wirtschaftsstruktur
• Lebensstandard
• Rohrnetzverluste

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Verbrauchszahlen (m3/Zeitabschnitt)
– Jahresverbrauch Qa
– Monatsverbrauch QMt
– Tagesverbrauch Qd, maxQd
– Stundenverbrauch Qh, maxQh
– Sekundenverbrauch Qs

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Wasserverbrauch pro Jahr Qa ~ 40 m³/Einwohner
Qa
mittlerer Tagesverbrauch Qd =
365

Anhaltswerte für den Wasserbedarf


einschl. Gewerbe ohne Industrie:
Gemeindegröße Qd
[Einwohner] [l/EWd]
< 5.000 60......150
5.000......10.000 100......200
10.000....25.0000 150......250
> 250.000 150......300
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Ermittlung des Wasserbedarfes
Jährliche Schwankungen

Ausgelieferte Wassermenge in l/EW/d im Tagesmittel für Wien

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Schwankungen
(Verhalten der Bevölkerung und Infrastruktureinrichtungen)
Spitzenverbrauch:
– Arbeitstage 1 (gemittelter Tagesverbrauch)
– Wochenenden 0,80 - 0,95 (Städte)
– Fremdenverkehr von 1 bis über 10 (Wochenende, Saison)
[l/Ed]
300

250
Wasserabgabe Dauerlinie
Qd
200

150
0 250 365 Tage 226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018
Ermittlung des Wasserbedarfes
Wasserverbrauch pro Monat in % von Qa
Jahreszeitliche Schwankungen (Duschen, Blumengießen,
Gartenbewässerung, Schwimmbäder, etc.)

Siedlung Jan. April Juli Sept. Nov.


Dorf 5 8 12,5 10 6
Kleinstadt 6 8 11 10 7
Großstadt 7,8 8,3 8,9 8,5 8,2

Der Verbrauch im April entspricht ungefähr dem mittleren


Jahresverbrauch.

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Monatliche Schwankungen

Ausgelieferte Wassermenge in m³/d im Tagesmittel für die Jahre 1980 und 2010 für Wien

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Wasserabgabe / Tag
Qd ............. mittlere tägl. Wasserabgabe (Jahresmittel)
max Qd ..... Wasserabgabe am verbrauchreichsten Tag
max Qd
Spitzenfaktor fs(d) =
Qd
fs(d) hängt ab von:
Größe des Versorgungsgebietes
Niederschlagsverteilung und -höhe
Anteil von Industrie und Gewerbe
fs(d) 1,5 .........~ 3,60
fmin(d) 0,5 ........... 0,75 Faktor für Minimalverbrauch
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Ermittlung des Wasserbedarfes
Monatliche Schwankungen

Häufigkeitsverteilung der Spitzen – jeweils 10 höchste Tageswerte der Periode 1980 bis 2013

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Tagesschwankungen

Ausgelieferte Wassermenge in m³/d im Tagesmittel für die Jahre 1980 und 2010 für Wien

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Tagesschwankungen

Häufigkeitsverteilung der Spitzen –


links jeweils 10 höchste Tageswerte eines Jahres für die Periode 1980 bis 2013
rechts jeweils 10 niedrigste Tageswerte eines Jahres für die Periode 1980 bis 2013

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Tagesschwankungen

Entwicklung der Tagesspitzenfaktoren von 1980 bis 2013 in Wien

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Wasserabgabe / Stunde Qh
Qh = Qd/24........ mittlere Wasserabgabe pro Stunde,
max Qd
max Q h =  fs (d )  fs (h) [l / h] maximaler stündlicher Bedarf am
24 verbrauchsreichsten Tag
fs(h) abhängig von:
– Größe des Versorgungsgebietes
– Struktur des Versorgungsgebietes
– Fremdenverkehr
Versorgungsgebiet fs(d) fs(h) fs(d)  fs(h)
Landgemeinde 2,0 - 3,0 2,9 5,8 - 8,7
Kleinstadt 1,7 - 2,7 2,4 4,1 - 6,5
Mittelstadt 1,5 - 2,5 2,0 3,0 - 5,0
Großstadt 1,5 - 2,0 1,5 2,3 - 3,0

min Qh / f min(d)  f min(h) = 0,05 bis 0,38


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Schwankungen Wasserbedarf

MA 31 Wr. Wasserwerke 2012

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Ermittlung des Wasserbedarfes
Umrechnung des maximalen stündlichen Bedarfes am
verbrauchsreichsten Tag in einen Durchfluss in l/s
max Qh
[l / s ]
3600
Bemessungswert für die Dimensionierung der Zubringer-,
Fernleitungen, Hauptleitungen und der Versorgungsleitungen in den
Straßen bis zum Hausanschluss

Die Schwankungen des Bedarfes über die verbrauchsreichste


Stunde muss über einen Gleichzeitigkeitsfaktor (abh. von der
Nutzung eines Gebäudes) für die Hausinstallation berücksichtigt
werden (z.B. Bürogebäude mit bis über 20.000 Beschäftigten oder
große Hotelanlagen, Auswirkung von Liftschluss, etc.)
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Ermittlung des Wasserbedarfes
Schwankungen des Wasserverbrauches
über einem Tag in einem Dorf
Anteil des Tagesverbrauches [%]

14 100

12

Tagesverbrauch [%]
80
10

8 60

6 40

4
20
2

0 0
0 6 12 18 24 h 0 6 12 18 24 h
Zeit Zeit
Ganglinie des Wasserverbrauches Summenlinie
max Qd
Qh = , max Q h ~ 2,9  Q h
24
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Ermittlung des Wasserbedarfes
Schwankungen des Wasserverbrauches
über einem Tag in einer Stadt
Anteil des Tagesverbrauches [%]

10 100

Tagesverbrauch [%]
8 80

6 60

4 40

2 20

0 0
0 6 12 18 24 h 0 6 12 18 24 h
Zeit Zeit
Ganglinie des Wasserverbrauches Summenlinie
max Qd
Qh = , max Q h ~ 1,5  Q h
24
226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018
Ermittlung des Wasserbedarfes
Wasserbedarfsberechnung für Gewerbe
je Einheit und Tag
Haushalt 65 - 275 l/Ed
Kleingewerbe 50 - 250 l/Ad
Restaurant 50 l/(A+G)d
Landwirtschaft 50 - 100 l/GVd
Erwerbsgarten 0,8 l/m2d
Hotel 200 - 400 l/(A+G)d
Schulen 40 l/(S+L)d
Krankenhäuser 300 - 500 l/(Pa+A)d
Grünflächen 0,1 l/m2d

E..Einwohner, A..Angestellter, Arzt, G.. Gast, GV.. Großvieheinheit (Kuh), S.. Schüler,
L.. Lehrer, Pa.. Patient
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Ermittlung des Wasserbedarfes
Richtwerte für max Qd l/E/d zur Bemessung von
Wasserversorgungsanlagen (Jahr 2000)
Größe des VR 1.000 E <5 5-20 20-100 100-1.000 >1.000
Niederschlags-
höhe min.
mm / Monat
(Mai - August)
<200 Qd (l/Ed) 225 250 300 325 400
fs(d) 3,0 2,5 2,0 2,0 1,6
200-400 Qd (l/Ed) 200 225 275 300 375
fs(d) 2,7 2,0 2,0 1,8 1,5
>400 Qd (l/Ed) 200 225 275 300 375
fs(d) 2,5 2,0 1,7 1,6 1,45

VR ... Versorgungsraum 226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Ermittlung des Wasserbedarfes
Wasserverluste % von Qa
Neuanlagen 5
Altanlagen 10 in gut gewarteten Netzen,
bis >50% in vernachlässigten Netzen
(z.B. in Osteuropa nach Wende)

Löschwasserbedarf (Richtwerte) ~ 13 l/s


Immer Kontakte mit örtlicher Feuerwehr aufnehmen!
Brandempfindlichkeit
Richtwerte klein mittel-groß
Dörfer 24 m³/h 48 m³/h
Wohngebiete (Stadt), Kerngebiete 48 m³/h 96 m³/h
Industrie, Gewerbe 96 m³/h 192 m³/h

Die Löschwassermenge sollte für eine Löschzeit von 2h zur Verfügung stehen!
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Ermittlung des Wasserbedarfes
• Bemessungsgrundlagen für die Wasserverteilung

Bemessungswerte Zweck
wasserwirtschaftliche Planungen,
Qa, Qd, max Qd
Genehmigungsverfahren
Bemessung Wassergewinnung, Wasseraufbereitung,
max Qd, max Qh Förderung, Speicherung, Fern- u. Zubringerleitungen,
wenn Ausgleichsbecken vorhanden
Versorgungsleitungen, sonst wie vorher, wenn kein
max Qh (max Qd)
Ausgleichsbehälter vorhanden
max Qs Hausinstallation
Finanzplan, Erfolgsplan, Einnahmen-,
Qa
Ausgabenrechnungen

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Bemessungszeitraum
15 Jahre alle Anlagenteile, außen

30 Jahre Fernleitungen, Wassertürme , Talsperren


wasserwirtschaftliche Planung, Sicherung der
50 Jahre
Wassergewinnung
Abschätzung des Trends des Wasserbedarfes bis zum Ende der mittleren
Lebensdauer der TW Versorgungsanlagen über Verbrauchsdaten aus der
Vergangenheit nur bedingt möglich
• Bevölkerungsentwicklung
• industrielle und gewerbliche Entwicklung
• Tourismus
• Klimawandel
• Verhaltensänderungen der Bevölkerung
•… 226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018
Bemessungszeitraum
Wasserverbrauch und Wirtschaftsleistung

Beispiel:
Planungssituation 1970

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Bemessungszeitraum
Wasserverbrauch und Wirtschaftsleistung

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich
Wasserverbrauch und Wasserbedarf
Auswertung empirische Daten zum Wasserverbrauch

2012

(Die folgenden Folien fassen Ergebnisse


dieser Studie zusammen)

http://www.lebensministerium.at/publikationen/
wasser/wasserverbrauch_stud.html

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Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Tagesspitzenfaktor ist das Verhältnis von „höchster Tagesbedarf zu mittlerer Tagesbedarf"


Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012
226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018
Wasserbedarf Österreich

Tagesspitzenfaktor ist das Verhältnis von „höchster Tagesbedarf zu mittlerer Tagesbedarf"


Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012
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Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

226.026 Wassergütewirtschaft WS 2018


Wasserbedarf
Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf


- Auswertung empirischer Daten
zum Wasserverbrauch,
Neunteufel, BMLFuW 2012

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Wasserbedarf Österreich

Aus: Wasserverbrauch und Wasserbedarf - Auswertung empirischer Daten zum Wasserverbrauch, Neunteufel, BMLFuW 2012

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