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PERSON A

Ich habe eine neue Heimat


1992 habe ich Bosnien verlassen, weil dort Krieg war. Ich bin nach Frankfurt zu Onkel
und Tante gegangen. Ich habe Deutsch gelernt und eine Ausbildung gemacht. Die
Familie hat mir sehr dabei geholfen. 1995 wollte ich in meine Heimat zurück, aber dann
habe ich meinen Mann kennengelernt und wir haben geheiratet. Liebe macht die
Integration viel leichter! Viele Einwanderer können sich nur schwer an das neue Land
und an die andere Kultur gewöhnen. Wenn man eine andere Kultur nicht akzeptieren
kann, dann findet man auch keine neue Heimat. Manchmal überlege ich: Wo ist
eigentlich meine Heimat? Meine Heimat ist klar: Meine Heimat ist da, wo es mir gut
geht! Zurzeit ist das Deutschland.
Sabaheta Klein

PERSON B
Wie wird man Deutscher?
Meine Familie kommt aus der Türkei und lebt seit über 30 Jahren in Deutschland. Ich bin
in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich habe einen deutschen Pass. Bin ich nun
Deutscher oder Türke? Ist Deutschland meine Heimat oder die Türkei? Für meine
Verwandten in der Türkei bin ich “der Deutsche”. Das kann ich verstehen, weil ich ja nur
manchmal zu Besuch komme. Aber für viele Deutsche bleibe ich immer “der Türke”.
Man ist für viele Deutsche noch lange nicht Deutscher, wenn man den deutschen Pass
hat. Auch gut Deutsch sprechen ist nicht genug. Weil ich heiße, wie ich heiße, und
aussehe, wie ich aussehe, bin ich für manche nie einer von ihnen.
Feridun Üstun

PERSON C
Ich bin ein spanischer Schwabe
1970 bin ich mit meiner Frau nach Stuttgart gekommen. Ich habe in der Autoindustrie
gearbeitet. Am Anfang war das Leben in Deutschland nicht einfach. Viele Deutsche
hatten Vorurteile gegen “Gastarbeiter”. Oft haben sich die Nachbarn beschwert, weil die
Kinder zu laut waren oder weil wir so spät ins Bett gegangen sind, und natürlich, weil es
im Hausflur nach Olivenöl und Knoblauch gerochen hat! Seit dieser ersten Zeit hat sich
vieles verändert. Wir haben Deutsch gelernt und unsere Nachbarn sind nach Spanien in
den Urlaub gefahren. Heute kochen wir oft zusammen mit Nachbarn und Kollegen (mit
viel Olivenöl!). Wenn ihre Kinder Probleme in Spanisch haben, helfe ich ihnen. Ich
finde, man kann in einem anderen Land leben und seine Kultur behalten. Heute bin ich
ein spanischer Schwabe.
Enrique Alvarez