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Planung und Durchführung von

Einstellungsverfahren
Möglichkeiten zur Anwerbung von
Ausbildungsinteressenten

Nutzen Sie Instrumente und Methoden, die Jugendliche zur


Information über Ausbildungsberufe nutzen, um daraus Rückschlüsse
für Ihre Aktivitäten zur Anwerbung von Auszubildenden zu ziehen.

Stellen Sie sich folgende Fragen:


• Wie kann ich mich abheben? (Radiospot?, Flyer?.....)
• Wie tickt meine Zielgruppe? (Digital natives…)
• Wie kann ich Bewerber ansprechen? (Soziales Netzwerk?...)
• Was beeinflusst die Berufswahl? (Freunde?, Eltern?, Chancen?...)

• Wie wurden Sie selbst auf Ihren Ausbildungsplatz


aufmerksam?

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Mögliche Kanäle um Bewerber zu gewinnen:

Presse- /
Öffentlichkeitsarbeit,
Tag der offenen Tür,
soziale Netzwerke

Lehrstellen-/ Persönliche Kontakte,


Ausbildungsbörsen Mundpropaganda
Suche /
Anwerbung von
Auszubildenden

Stellenausschreibung
Schülerpraktika, bei der Agentur für
Projektwochen Arbeit
Stelleninserate
(Zeitungen, Online-
Portale)

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Mögliche Kanäle um Bewerber zu gewinnen:

 Lehrstellen-/ Ausbildungsbörsen
 Agentur für Arbeit
 Stelleninserate (Zeitung/Soziale Netzwerke)
 Schulveranstaltungen
(persönlicher Kontakt, Praktikum anbieten, Flyer)

 Tag des Handwerks


Schülerpraktika,  Bericht über Betrieb (Presse)
Projektwochen

 Radio (Radio Fantasy)


 Lehrstellenradar (App Handwerkskammer)

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Welche Ansprüche haben Sie?
Die Eignung des Azubis und die Anforderungen des
Ausbildungsberufes sollten sich möglichst
weitgehend entsprechen.

Welche Anforderungen stellen Sie an:


 Fachliche Fähigkeiten

 Soziale Fähigkeiten (Soft Skills)

 Körperliche Fähigkeiten

 Zeugnisse

 Sonstiges (z.B. Führerschein)

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Anforderungen an Azubis

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Vorbildung von Azubis im Handwerk (2007)

„Ich nehme nur Abiturienten!“….. ;-)

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Notieren Sie bitte ein Anforderungsprofil für Ihren Beruf!
Wie soll Ihr „perfekter Lehrling“ sein?

Welche Anforderungen stellen Sie an:


 Fachliche Fähigkeiten

 Soziale Fähigkeiten (Soft Skills)

 Körperliche Fähigkeiten

 Zeugnisse

 Sonstiges (z.B. Führerschein

Nehmen Sie bitte auch die Checkliste im Sackmann auf


Seite 119/120 zu Hilfe!

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Die Stellenanzeige
Aufbau einer Stellenanzeige

1. Wir sind… Informationen zum Unternehmen

2. Wir suchen… Bezeichnung des Ausbildungsberufes

3. Wir erwarten… Beschreibung der Aufgabengebiete

4. Wir bieten… Leistungen des Unternehmens

5. Wir bitten um… Art, Umfang und Frist der Bewerbung

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Aufbau einer Stellenanzeige – ein Beispiel

Hair & Beauty - Freiburg im Breisgau


Ehrliche Herzlichkeit, ein familiäres Umfeld und Professionalität sind Grundvoraussetzung für unser tägliches Tun. Aus
jahrelanger Erfahrung haben wir gelernt, dass diese Kombination unsere Kunden glücklich macht. Und das ist unser
höchster Anspruch. Egal, ob Du die Ausbildung neu beginnen möchtest oder einen anderen Ausbildungsbetrieb suchst -
wir freuen uns, Dich in unserem Team begrüßen zu dürfen!

Ausbildung zum Friseur (m/w/d)


Mit viel Leidenschaft schaffst Du das perfekte Styling & Make-up und begeisterst unsere Kunden.
Du lernst das Wie, Was und Warum! In dieser Ausbildung bleiben keine Fragen offen! Bei uns wirst Du gefördert:
Begleitet durch unsere erfahrenen Stylisten und durch regelmäßige interne Weiterbildungen übertragen wir Dir rasch
Verantwortung und geben Dir den nötigen Freiraum, um Deine Kreativität und Fertigkeiten umzusetzen. Bei uns lernst du
"on the job", direkt am Kunden. Und bei uns wirst Du gefordert:
Kein Tag ist wie der andere, täglich kommen Kunden in den Salon, die individuell beraten werden möchten.
Das sind unsere Anforderungen:
Du bist kreativ, engagiert, hast ein positives Auftreten und möchtest aus Begeisterung Friseur/in werden.
Das bieten wir Dir:
• Eine fundierte und vielseitige Ausbildung
• Einen festen Ansprechpartner während Deiner Ausbildungszeit
• Einen attraktiven Arbeitsplatz zentral in Freiburg im Breisgau
• Eine langfristige Perspektive
• Übernahme nach erfolgreichem Abschluss in ein dynamisches und kollegiales Team!

Bei Fragen kannst Du Dich gerne an uns wenden. Bitte sende Deine vollständigen Bewerbungsunterlagen, zu Händen von
Frau Semeraro, per E-Mail, auf dem Postweg oder bring sie gerne auch persönlich im Salon vorbei. Auf unserem Instagram
und Facebook Account halten wir Dich über Neuheiten aus unserem Salon auf dem Laufenden. Wir freuen uns auf Dich!
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Gleichbehandlungsgesetz
Um Bewerber vor Benachteiligung zu schützen, müssen Stellenanzeigen neutral
formuliert werden.

Im Sinne des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (§1 AGG) sind


Benachteiligungen aus Gründen

• der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft

• des Geschlechtes

• der Religion oder Weltanschauung

• einer Behinderung

• des Alters

• oder der sexuellen Identität unzulässig


• bis auf wenige Ausnahmen….

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Gleichbehandlungsgesetz Ausnahmen

• Ungleichbehandlungen sind nach § 5 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)


zulässig:
wenn diese dazu dienen, bestehende Ungleichheiten auszugleichen. Unter diese
Fallgruppe fällt etwa die Frauenförderung, aber auch die bevorzugte Einstellung
von Schwerbehinderten, die aufgrund ihrer Behinderung oft schwerer eine
Anstellung finden.

• Außerdem können Ungleichbehandlungen zulässig sein:


wenn wesentliche berufliche Gründe dies erfordern, § 8 AGG.
In Betracht kommt etwa bestimmte körperliche Voraussetzungen für einzelne
Berufsgruppen (volle Sehkraft und gesundes Gehör für Piloten, körperliche
Belastbarkeit im Gerüstbau).
Dies gilt jedoch nur, soweit diese Voraussetzungen gerade für die bestimmte Stelle
erforderlich sind.

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Besondere Bewerbergruppen

• Bewerber mit Migrationshintergrund


Für diese Zielgruppe bietet die Handwerkskammer als auch die Agentur für Arbeit
Fördermaßnahmen an!
Zum Beispiel um Sprachdefizite zu beheben oder um das Verständnis für Fachtheorie
zu unterstützen/vermitteln! (Zusatzkurse)

• Lernbehinderte
Ausbildungsbegleitende Hilfen ermöglichen Stützunterricht zusätzlich zur
Berufsschule um z.B. Konzentrationsschwächen zu beheben.

• Körperlich oder geistig Beeinträchtigte


Um Beeinträchtigte Bewerber auszubilden, sind oft räumliche oder technische
Bedingungen zu erfüllen oder sonderpädagogisches Personal nötig. Die Agentur für
Arbeit oder Integrationsämter können dabei unterstützen!
Bewerbungsunterlagen
Bewerbungsgespräch
Bewerbungsunterlagen

Checkliste:
 Wie ist der erste Eindruck?

 Vollständigkeit (Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Foto, Schulzeugnis etc.)

 Ist die Bewerbung ordentlich, sauber und fehlerfrei geschrieben?

 Ist das Anschreiben ansprechend?

 Sind alle Fachkompetenzen (Eignung/Stärken) erfüllt?

 Sind Berufserfahrungen aufgeführt?

Sackmann Seite 127


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Vorbereitung Vorstellungsgespräch

Machen Sie sich Gedanken zum Ablauf!


• Welche Fragen möchte ich stellen? Was ist mir wichtig?
• Legen sie eine Checkliste an! Sackmann Seite 127
• Räumen Sie sich genug Zeit ein
• Leiten Sie Ihr Telefon um
• Sorgen Sie für einen störungsfreien Ablauf
• Nehmen Sie dem Bewerber die Aufregung
• Schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre
• Bitten Sie Ihren Ausbilder zum Gespräch dazu
• Bei U18, eventuell Eltern

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Ablauf eines Vorstellungsgespräches

1) Begrüßung und einleitende Worte (Small Talk) „Wie ist Ihr Englisch?“
My English is onewallfree“!
2) Fragen stellen zu bevorzugten Schulfächern, „Danke, wir melden uns.“
Hobbys, warum dieser Betrieb?

3) Informationen geben über den Betrieb, den Ausbildungsplatz und seine

Anforderungen

4) Fragen des Bewerbers beantworten

5) Entscheidungstermin bekanntgeben, Abschluss des Gesprächs und

Verabschiedung

S. 129/130
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Phasen eines Vorstellungsgespräches

1. Eröffnungsphase Small Talk, Nervosität nehmen, einleitende Worte

Zum Bewerbungsschreiben
Zur Schulbildung/Zeugnis
Zur Berufswahl
2. Fragen an den
Zur Motivation (Warum dieser Beruf)
Bewerber Zu Erfahrungen (Praktika)
Hobbys
Zukunftsperspektive

Allgemeine Betriebsinformationen
3. Informationen über Ausbildungsablauf
den Betrieb und den Arbeitszeit
Ausbildungsplatz Abteilung/Arbeitsplatz/Perspektiven
Kollegium

Sind noch Fragen offen?


4. Gesprächsabschluss Hinweis auf Rückmeldung/Entscheidungstermin
Dank, Verabschiedung

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Unzulässige Fragen

Schwangerschaft,
Kinderwunsch

Finanzielle Religions-
Verhältnisse zugehörigkeit

Unzulässige Fragen im
Vorstellungsgespräch

Partei- Krankheit
mitgliedschaft

Vorstrafen

Ausnahme: Wenn eine eindeutige Beziehung zum Arbeitsplatz besteht (z.B. konfessionsgebundener Betrieb, Erzieher, Krankheit)
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Erwähnen Sie eventuelle Perspektiven!

Zum Beispiel:

• Leitung einer Montagegruppe/Bereich/Abteilung

• Fortbildung EDV Kenntnisse

• Fremdsprachenkurs

• Verantwortung für einen abgegrenzten Leistungsbereich

• Aufstiegsfortbildung zur Meisterprüfung

• Mit Meister ist mittlerweile an vielen Hochschulen ein Studium möglich

• Aufbauend auf der Meisterprüfung - Fortbildung zum Betriebswirt (HWK)

S. 131/132

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Weitere Verfahren für die Bewerberauswahl

• Kenntnisprüfungen und Wissenstests


(z.B. Rechenaufgaben, Rechtschreibkenntnisse, Allgemeinwissen)

• Konzentrations- und Belastungstests


(z.B. Viele einfache Aufgaben in kurzer Zeit möglichst fehlerfrei lösen)

• Persönlichkeitstests
Dienen dazu, etwas über den Charakter des Menschen zu erfahren.
(selbstsicher, aggressiv, interessiert, leistungsorientiert, gesellig,
vertrauensbereit) sollen nur von Experten durchgeführt und bewertet
werden!

• Assessment Center
Assessmet Center

Assesment Center

Ein Assessment Center ist ein moderiertes Verfahren,


bei dem viele Bewerber von mehreren Personen
beobachtet werden, um zu ermitteln,
ob ein Bewerber beispielsweise:

• In die vorhandene Mitarbeiter- bzw. Unternehmensstruktur passt,

• Für eine Führungsaufgabe in höherer Position geeignet ist,

• Potenziale für eine berufliche Weiterentwicklung erkennen lässt,

• Handlungskompetenzen wie Teamfähigkeit, Kooperationsfähigkeit,


Flexibilität, Offenheit, Verhandlungsgeschick,
Durchsetzungsfähigkeit und selbstbewusstes Auftreten besitzt.
Assessmet Center Ablauf

Assesment Center

Das Verhalten der Teilnehmer in unterschiedlichen Situationen

wird beobachtet. Jeder Beobachter hält seine Einschätzung

schriftlich fest. Die Einzelbeobachtungen werden diskutiert

und zusammengefügt.

Wegen des hohen Vorbereitungsaufwandes werden Assessment-Center in der Regel


von größeren Unternehmen durchgeführt.
Welche Fragen möchten Sie Ihrem potentiellen Azubi stellen?
Was denken Sie wird er/sie Sie fragen?
Machen Sie sich Notizen!
Beachten Sie dabei die Phasen eines Vorstellungsgespräches!

1. Eröffnungsphase

2. Fragen an den
Bewerber

3. Informationen über
den Betrieb und den
Ausbildungsplatz

4. Gesprächsabschluss

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