Sie sind auf Seite 1von 63

Wolfgang Ballwieser

Fair Value in der Krise

Humboldt Universität zu Berlin


24. Juni 2010
Agenda
1. Polarisierung
2. Fair Value theoretisch
3. Fair Value empirisch
4. Fair Value regulatorisch (IFRS)
5. Auswirkungen in und von der Krise
6. Und nun?
7. Literatur

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 1


1. Polarisierung

Das Fair Value Accounting

nähert das bilanzielle Eigen- hat nicht zu beseitigende


kapital dem Unternehmens- Mängel der Objektivierung
wert an und liefert entschei- und war Auslöser oder
dungsnützliche Information Beschleuniger der Finanz-
und Wirtschaftskrise

Umfassend realisieren! Abschaffen!

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 2


Zwei Meinungen
„I think it‘s hard to argue with the
conceptual merits of fair value as „Mark-to-market accounting
the most relevant measurement is the principal reason
attribute. Certainly, to those who why our financial system
say that accounting should better is in a meltdown.“
reflect true economic
substance, fair value, rather than
historical cost, would generally
seem to be the better measure.“ Steve Forbes (März 2009), Forbes

FASB Chaiman Robert Herz


(Februar 2003), CFO Magazine

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 3


Einige mehr …
„… significant factor in making the collapse of the market for
structured assets containing subprime debt a true catastrophe is
the move to fair value accounting …“ (R. Christopher Whalen,
März 2008)

„… I don‘t know many people who expect accountants to


destroy the world, but the good people at FASB are coming
pretty close to doing just that.“ (R. Christopher Whalen, März
2008)

Fair value accounting „is neither responsible for the crisis nor is it
merely a measurement system that reports asset values without
having economic effects of its own.“ (Laux/Leuz (2009), S. 826)
Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 4
Zerrbilder der Polarisierung!
• Der Unternehmenswert ist bilanziell nicht eigenständig zu
gewinnen, solange es Verbundeffekte und originären
Goodwill gibt; letzteres trifft für fast alle Unternehmen zu
• Die Entscheidungsnützlichkeit (i.S.v. Relevanz und
Verlässlichkeit) von Fair Values hängt an vielen Annahmen
über Güter, Märkte, Informationsverhalten, etc.
• Rechnungslegungsvorschriften lösen keine Krise aus
• Rechnungslegungsvorschriften verstärken Krise allenfalls
indirekt über Entlohnungsschemata, regulatorische
Vorgaben, etc.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 5


Mein Thema: Fair Value in der Krise?

• Ist das Konzept in der Krise?


• Ist die Ermittlung in der Krise?

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 6


2. Fair Value theoretisch
• Annahme vollkommener und vollständiger Kapitalmärkte
• Vollkommenheit verlangt u.a.
• Homogene Güter
• Keine Transaktionskosten
• Homogene Erwartungen
• Keine Beschränkungen (z.B. von Leerverkäufen) und keine Preiswirkungen
• Vollständigkeit verlangt u.a.
• Homogene Erwartungen über Umweltzustände (heterogene Erwartungen
über Eintrittswahrscheinlichkeiten möglich)
• Duplikationsportfolio möglich
• Bekannte Preise für zeit- und zustandsabhängige Güter

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 7


Konsequenzen dieser idealen Welt
• Investitions- und Sparentscheidungen lassen sich ohne
Fehlerwirkung von Konsumentscheidungen trennen (Fisher-
Separation)
• Sämtliche Güter lassen sich mit Hilfe von Marktpreisen
anderer Güter (Fair Values) arbitragefrei bewerten
• Individuelle Präferenzen können für die Bewertung
vernachlässigt werden (präferenzfreie Bewertung)
• RECHNUNGSLEGUNG VERLIERT IN DIESER WELT
JEGLICHE FUNKTION

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 8


Rechnungslegung hat nur Funktion …
• in einer Welt mit unvollkommenen und/oder unvollständigen
Märkten
• zur Zahlungsbemessung
• zur Rechenschaft
• zur Entscheidungsunterstützung

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 9


Würdigung von Fair Value benötigt Alternativen
• In unvollkommenen realen Welten lässt sich immer gegen
Fair Values argumentieren; was sind die Alternativen?
• Alternativen:
• AK-Bilanzierung
• Gemischter Wertansatz
• Mehrspaltenbilanz

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 10


AK …
• entsprechen im Erwerbszeitpunkt von Aktiva deren
Mindestertragswert (Bruttokapitalwert)
• sind relativ leicht nachzuprüfen (objektivierbar)
• sind bei mit Preisschwankungen versehenen Gütern keine
guten Schätzer für deren Preise nach Erwerb

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 11


Gemischter Wertansatz
• Erfährt Rechtfertigung aus Funktionsbezogenheit der
Güter
• Trenne Anlagevermögen von Umlaufvermögen,
„Anlageschulden“ von „Umlaufschulden“!
• Trenne Güter mit leichter Erhebbarkeit von Fair Values von
denjenigen mit schwerer Erhebbarkeit
• Wirkt wenig elegant, weil Gewinn schwieriger als bei AK-
oder FV-Bilanzierung zu interpretieren ist!

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 12


Mehrspaltenbilanz
• Erfährt Rechtfertigung aus unterschiedlichen
Informationsbedürfnissen der Adressaten
• Problem mehrdeutiger Gewinnermittlung bei
Zahlungsbemessungsfunktion

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 13


3. Fair Value empirisch

Verwendung von Betrachtung individueller


Kapitalmarktdaten Nutzer

Wertrelevanz
und Risikorelevanz Experiment Befragung andere
Prognosegüte Sektoren
Finanzsektor

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 14


Wertrelevanzstudien
• Herstellung eines statistischen Zusammenhangs von RL-
Daten (unabhängige Variablen) und Kursen, Kursrenditen oder
deren Änderungen (abhängige Variablen)
• Keine Kausalaussagen möglich, sog. Assoziationsstudien
• Heute heftig in der Kritik (vgl. a. Ballwieser (2004) m.w.N.)
• Nur auf Investoren bezogen; Entscheidungsnützlichkeit muss auch
für andere Adressaten gelten
• Auf Investorengruppe statt auf einzelnen Investor bezogen
• Nur Analyse der Erfüllung der Informationsfunktion; Tauglichkeit für
Zahlungsbemessung ungeprüft
• Ex post- statt ex ante-Verwendung

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 15


Wertrelevanz im Finanzsektor (1)
Studie Stichprobe Ergebnis
Hodder/Hopkins/ 220 Commercial (-) schwächere Beziehung von ab-
Wahlen 2006 Banks 1996/2004 normalen Gewinnen und Kursen
(USA)
Ahmed/Kilic/ 146 BHC (+/-) FV von Derivaten ist nur
Lobo 2006 1995/2000 signifikant, wenn er Bilanzansatz
(USA) bestimmt und nicht nur im
Anhang gezeigt wird
Wang/Alam/ 161 Banken (+) FV nicht bilanzierter Finanzde-
Makar 2005 1994/2002 rivate ist über Gewinn und Buch-
(USA) wert des EK hinaus wertrelevant

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 16


Wertrelevanz im Finanzsektor (2)
Studie Stichprobe Ergebnis
Khurana/Kim 320 BHC (-) FV kann Wertrelevanz bei be-
2003 1995/1998 stimmten FI, Krediten und Einlagen
(USA) nicht verbessern
Wampler/Posey 61 Banken (-) nicht signifikant für Kredite
1998 1992/1993 (USA)
Venkatachalam 99 Banken 1993/94 (+) FV-Angabe nicht bilanzierter
1996 (USA) Finanzderivate ist wertrelevant

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 17


Wertrelevanz im Finanzsektor (3)
Studie Stichprobe Ergebnis
Barth/Beaver/ 136 Banken (+) FV erhöht Wertrelevanz von
Landsman 1996 1992/93 (USA) Krediten, Wertpapieren und lgfr.
Schulden
Eccher/Ramesh/ ca. 300 BHC (+/-) FV erhöht Wertrelevanz nur bei
Thiagarajan 1992/93 Investment Securities, uneinheitliche
1996 (USA) Ergebnisse bei anderen FI
Ähnliches Ergebnis: Nelson 1996
Barth (1994) Alle Banken des (+/-) FV von Investment Securities
Compustat erhöht deren Wertrelevanz,
Annual Bank uneinheitliche Ergebnisse für
Tape von 1990 unrealisierte Gewinne und Verluste
1971-1990 (USA)

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 18


Wertrelevanz in anderen Sektoren (1)
Studie Stichprobe Ergebnis
Fasshauer/ 101 Unterneh- ((+)) Wertrelevanz von Planvermögen
Glaum 2010 men 1999/2006 zu FV und DBO leicht größer als bei
(Deutschland) Pensionen nach Korridormethode

Hann/Heflin/ 2.258 Unterneh- (-) Wertrelevanz der Buchwerte von


Subramanyam men 1991/2002 Pensionslasten durch FV unverän-
2007 (USA) dert; Wertrelevanz des Gewinns sinkt

Graham/Lefano- 55 Unternehmen (+) FV von Beteiligungen an börsen-


wicz/Petroni 1993/1997 (USA) notierten Unternehmen erhöht Wert-
2003 relevanz
Simko 1999 ca. 300 Unter- (+/-) FV-Angabe für finanzielle Schul-
nehmen den, nicht aber für finanzielle Vermö-
1992/1995 (USA) genswerte erhöht die Wertrelevanz

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 19


Wertrelevanz in anderen Sektoren (2)
Studie Stichprobe Ergebnis
Barth/Clinch 350 Unterneh- (+) Neubewertung von Finanzinvesti-
1998 men 1991-1995 tionen und von immateriellen Ver-
(Australien) mögenswerten ist wertrelevant; bei
SAV variiert die Wertrelevanz mit der
Industrie
Easton/Eddey/ 100 Unterneh- (+) Neubewertung von materiellen
Harris 1993 men 1981-1991 langlebigen Vermögenswerten
(Australien) erhöht die Wertrelevanz
Ähnliches Ergebnis für UK: Aboody/Barth/Kasznik 1999
Barth 1991 Zwischen 150 u. (+) FV erhöht Wertrelevanz der Buch-
1.082 Unterneh- werte von Pensionslasten; Wertrele-
men 1985-1987 vanz des Gewinns ist unverändert
(USA)
Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 20
Prognoseeignung (sektorenübergreifend)
Studie Stichprobe Ergebnis
Evans/Hodder/ 8.500 GJ von (+) kumulierte FV-Anpassungen besitzen
Hopkins 2010 Commercial bei Investment Securities Prognosekraft
Banks für das Einkommen im Folgejahr; fort-
1994/2007 geführte AK sind über FV hinaus wert-
(USA) relevant
Jarva 2009 327 GJ (+) GW-Impairments tragen zur Erklärung
2002/2005 der Cashflows des nächsten und über-
(USA) nächsten Jahres bei, aber teils
Einschränkungen
Aboody/Barth/ 738 Unterneh- (+) Neubewertung von Anlagevermögen
Kasznik 1999 men 1983-1995 trägt zur Erklärung des operativen
(UK) Ergebnisses und der Cashflows in den
nächsten drei Jahren bei
Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 21
Risikorelevanz im Finanzsektor
Studie Stichprobe Ergebnis
Blankespoor/Linsmeier/ 1.043 BHC (+) Verschuldungsgrad bei
Petroni/Shakespeare 1992/2009 fiktiver Anwendung des FV auf FI
2010 (USA) erklärt Kreditrisikomaße besser
als gemischter Wertansatz,
historische Kosten oder
Bewertung nach Tier-1-Kapital-
Vorschriften
Hodder/Hopkins/ 220 Commer- (+) Volatilität des FV spiegelt
Wahlen 2006 cial Banks Risikofaktoren wider, die nicht
1996/2004 aus der Volatilität des
(USA) „normalen“ Gewinns deutlich
werden

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 22


Individualbetrachtung mit Experimenten
• FV-Bewertung lgfr. Vermögenswerte reduziert die Investitionsbereit-
schaft; Bewertung zu historischen Kosten wird als zuverlässiger
eingeschätzt; steigender (sinkender) FV wird als relevanter (weniger
relevant) eingeschätzt als HK (Warne 2008, 86 Teilnehmer)

• Nicht alle Teilnehmer empfinden FV bei Finanzinstrumenten als


wertrelevant; höhere Relevanz bei Vermögenswerten und geplanter
Veräußerung (Koonce/Nelson/Shakespeare 2010, 97 Teilnehmer )

• Mehr als 70% der Teilnehmer können aus FV-Gewinnen oder Verlusten
keinen korrekten Rückschluss auf die Kreditwürdigkeit ziehen, selbst
wenn zusätzliche Angaben erfolgen (Gaynor/McDaniel/Yohn 2009, 184
CPA)

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 23


Individualbetrachtung mit Befragungen
Gassen/Schwedler (2009): 120 Online-Fragebögen an professionelle
Analysten
- Fair Value (mit zusätzlicher Angabe der historischen Kosten) ist
entscheidungsnützlicher als historische Kosten (mit zusätzlicher
Angabe des Fair Value)
- Mark-to-model ist weniger entscheidungsnützlich als mark-to-
market und bis auf Finanzinstrumente auch weniger
entscheidungsnützlich als historische Kosten

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 24


4. Fair Value regulatorisch (IFRS)
Fair-Value-Ausprägungen (ohne IAS 26)

IAS 16 IAS 36 IAS 38 IAS 39 IAS 40

1) Preis nach 1) Preis aus 1) Wert unter 1) Preis am 1) Preis am ak-


markt- bindendem Bezugnahme aktiven tiven Markt
basierter Kaufvertrag auf einen Markt 2) Verlässlich-
Begutach- 2) Preis am aktiven 2) Bei fehlen- ste Schät- Quelle: Ballwieser/-
tung aktiven Markt dem aktiven zung aus: Küting/Schildbach
2) EW-Verfah- Markt 2) Ansonsten Markt Bewer- Markt für
ren oder fort- 3) Schätzung sind die fort- tungsver- abweichen-
(2004), S. 533
geführte aufgrund geführten fahren de Immobi-
Wiederbe- des letzten AHK lien, auf ei-
schaffungs- vorliegen- anzusetzen nem weni-
kosten den Preises ger aktiven
am aktiven Markt er-
Markt zielte Preise
4) Schätzung nach Adju-
anhand an- stierung
derer Infor- oder diskon-
mationen tierte CF

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 25


Finanzinstrumente
Fair Value für Finanzinstrumente

mit aktivem Markt: ohne aktiven Markt ohne aktiven Markt


Notierter Preis mit und kein EK-Instru- und EK-Instrument:
Unterscheidung von ment: Mit Bewer- Vernünftige
Angebots- und tungsmethode ermit- Schätzung (IAS
Nachfragepreis (IAS telt (IAS 39.A74- 39.A80-81)
39.A71/72) 79/82)

Vergangene Aktuelle Preise DCF- Optionspreis-


Preise des FI vergleichbarer FI Verfahren modelle

Mark-to-market Mark-to-model
Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 26
IFRS 9
• Ersetzt IAS 39 bis 2013
• Regelt bisher nur aktive Finanzinstrumente
• Bei Zugangsbewertung von finanziellen VW keine
Änderung zu IAS 39:
• FV entspricht Transaktionspreis
• U.U. Ermittlung des FV unter Anwendung einer
Bewertungsmethode
• Besondere Regelungen für EK-Instrumente: AK können
zutreffende Schätzung für FV sein (falls nicht: Schätzung)

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 27


Fair Value-Definition vor und nach der Krise
• „Fair value is the amount for which an asset could be
exchanged, or a liability settled, between knowledgeable,
willing parties in an arm‘s length transaction.“ (IAS 39.9)
• „Fair value is the price that would be received to sell an asset
or paid to transfer a liability in an orderly transaction between
market participants at the measurement date.“ (ED/2009/5,
May 2009)

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 28


5. Auswirkungen in und von der Finanzkrise
• In der Krise:
• Krisenerzeugung oder Krisenfortpflanzung bei Abwertungen von
Aktiva, Aufwertungen von Passiva, speziell bei Banken?
• Aussagekräftige Marktpreise des nämlichen oder vergleichbarer
FI?
• Gestaltungsfreiheiten bei Anwendung von Bewertungsmodellen?
• GuV-Effekte in Deutschland?
• Von der Krise:
• (Weitere) Regulierungsdifferenz IFRS/US-GAAP?

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 29


Zwei Meinungen
„MTM accounting has destroyed well over $500 billion of capital
in our financial system. Because banks are able to lend up to ten
times their capital, MTM accounting has also destroyed over $5
trillion of lending capacity, contributing significantly to a severe
credit contraction and an economic downturn that has cost millions
of jobs and wiped out vast amounts of retirement savings on
which millions of people were counting.“

William M. Isaac, March 2009 (former Chairman of Federal Deposit Insurance Corporation) before
the Subcommittee on Capital Markets, Insurance, and Government Sponsored Enterprises, U.S.
House of Representatives Committee on Financial Services

„Don‘t blame the fair value accounting messenger: blame


the strategic cocktail of risk, opacity and high leverage.“

Ball (2008), S. 4
Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 30
Krisenerzeugung?
Ratingverfall und
Vertrauensverlust Kapitalkostenanstieg
der Kapitalgeber
Weiterer
Geschäftsein- Abwertungsbedarf
schränkung, insb. von Aktiva
bei Banken

Gewinn- und EK-


Minderung

Abwertungsbedarf Wie lange geht


von Aktiva wegen das gut?
niedriger Marktpreise

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 31


Gegenargument 1
Fair-Value-Bewertung
Fair-Value-Bewertungspielt
spieltbei
beiBanken
Bankenkeine
keineherausragende
herausragendeRolle
Rolle
Bilanzstruktur von US-Banken (2004-2006) Vgl. Laux/Leuz (2010), S. 2; SEC (2008), S. 104

Quelle: Laux/Leuz (2010),


S. 38

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 32


Wie passt das zusammen? Ankündigungen 07/08

Citigroup: - 8 bis -11 Mrd. $ Lehman Brothers: -3,6 Mrd. $


Merrill Lynch: - 7,9 Mrd. $ MBIA: - 3,5 Mrd. $
Ambac: - 5,2 Mrd. $
Vgl. Ryan (2008), S. 1620 und S. 1623.

Erklärungsansätze:
 Einzelfälle vs. Durchschnitt?
 Banken vs. Investmentbanken?
 Fair Value dominiert zwar nicht die Bilanz, aber die Subprime-Positionen
(„… accounting for the different types of subprime positions …. Fair value
is by far the most important of these attributes“, Ryan (2008), S. 1623)

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 33


Verlustquellen bei mittelgroßen Banken (total assets
zwischen 1 und 10 Mrd. $)

Quelle: SEC (2008), S. 119

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 34


Verlustquellen bei gescheiterten Großbanken
(total assets > 10 Mrd. $)
Downey Savings and Loan Washington Mutual

Quelle: SEC (2008), S. 122 und S. 125

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 35


Verlustquellen bei gescheiterten Großbanken
(total assets > 10 Mrd. $)
IndyMac

Quelle: SEC (2008), S. 125

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 36


Gegenargument 2
In
Inder
derBerechnung
Berechnungdes
desregulatorischen
regulatorischenEigenkapitals
Eigenkapitalsspielen
spielenFair-Value-
Fair-Value-
Posten
Postenkeine
keinezentrale
zentraleRolle
Rolle
Vgl. Badertscher/Burks/Easton (2010), S. 29

Trading assets AFS HTM (falls OTT- HFS L&L


Wertänderung) (falls FV < HC)

Ganz überwiegend debt sehr gering „typically very small“


securities  nur OTT- (vgl. Laux/Leuz (Laux/Leuz (2010), S. 8)
Wertänderung geht in das (2010), S. 38)
regulatorische Kapital ein

Badertscher/Burks/Easton (2010), Shaffer (2010): so gut wie kein Einfluss auf das
regulatorische Kapital; Mehrzahl der OTT-Wertänderungen erst Ende 2008
verbucht; aber einzelne Hinweise auf Zusammenhang mit Wertpapierverkäufen
Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 37
Gegenargument 2

Trading assets

- ist nur bei großen Institutionen in wesentlichem Umfang vorhanden,


z.B. > 19% aller Vermögenswerte bei JP Morgan und > 16% bei
Citigroup
- kann in diesen Fällen zu erheblichen Problemen führen, z.B. Verlust
i.H.v. 26 Mrd. $ bei Citigroup in 2008 (19% des Tier-1- und Tier-2-
Kapitals)

Vgl. Laux/Leuz (2010), S. 18

 Gegenargument ist nicht vollständig überzeugend

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 38


Gegenargument 3
Auf
AufLevel
Level33besteht
bestehtkein
keinUnterschied
Unterschiedgegenüber
gegenübereiner
einerBewertung
Bewertungzu
zu
fortgeführten
fortgeführtenAnschaffungskosten
Anschaffungskosten(mit
(mitgemildertem
gemildertemImpairment)
Impairment)
Vgl. Laux/Leuz (2010), S. 21, 24; ähnlich Ryan (2008), S. 1607

Quelle: Laux/Leuz (2010), S. 39.


Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 39
Gegenargument 4

Sinkende
SinkendeFair
FairValues
Valuessind
sindein
einWarnsignal
Warnsignal
Fair
FairValue
Valueerhöht
erhöhtdie
dieTransparenz,
Transparenz,verringert
verringertdie
dieUnsicherheit
Unsicherheitder
der
Investoren
Investorenund
undwirkt
wirktder
derKrise
Kriseentgegen
entgegen
Vgl. Laux/Leuz (2010), S. 3, 16; Laux/Leuz (2009), S. 829; Ryan (2008), S. 1608.

Voraussetzungen:
• Level-1-Fair Values sind aussagekräftig, also nicht durch Notverkäufe
verzerrt
• Fair Values niedrigerer Levels sind nicht bilanzpolitisch beeinflußt

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 40


Aussagekräftige Marktpreise?
Coval/Jurek/Stafford (2009)

• Änderung der Fair Values von Krediten während der Krise spiegelt
Veränderung der Fundamentalwerte wider
• Zu Beginn der Krise waren Kredite von den Investoren falsch bepreist
• Der Preisverfall drückt aus, dass Investoren ihre Einschätzung des
systematischen Risikos revidiert haben

 Preisverfall resultiert nicht aus Notverkäufen


ABER:
Analyse relativ (!) zur Preisbildung am Eigenkapitalmarkt
(„fundamentals, as reflected in equity markets“)  geringe Aussage-
kraft, falls Preisbildung am Eigenkapitalmarkt verzerrt war

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 41


Aussagekräftige Marktpreise?
ABX-Subprime-Index (2007-H1-Vintage) Verluste von Asset-Backed-Securities

Quelle: Bank of England (2008), S. 7 und S. 8

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 42


Aussagekräftige Marktpreise?
Liquidität der Finanzmärkte

Quelle: Bank of England Financial


Stability Report (April 2008), S. 6

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 43


Gestaltungsfreiheiten bei Bewertungsmodellen?
• Warren Buffet 2002: „In extreme cases, mark-to-model degenerates
into what I would call mark to myth.“
• Song/Thomas/Yi (2010): Wertrelevanz von Level-1- und Level-2-Fair
Values ist größer ist als die von Level-3-Werten. Auf Level 2 und
insbesondere auf Level 3 steigt die Wertrelevanz mit der Stärke der
Corporate Governance (431 Banken im Jahr 2008, SFAS 157).
• Experiment von Clor-Proell/Proell/Warfield (2010): Teilnehmer
schätzen die Zuverlässigkeit von Level-1-Werten höher ein als die von
Level-3-Werte (Voraussetzung: Extra Spalte zeigt, wie Veränderungen
des Fair Value den Gewinn beeinflussen.)
• Kolev 2009, ähnlich Goh/Ng/Yong: Level-3-Fair-Values sind weniger
wertrelevant als Level-1-Werte, besitzen aber dennoch Erklärungskraft
für Börsenkurse (Unternehmen aus Finanzsektor in 2008, SFAS 157)

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 44


Gestaltungsfreiheiten bei Bewertungsmodellen?
Büroimmobilie (Baetge (2009), S. 19)

Bandbreite des Mietzinses (auf Basis von zwei Maklerberichten):


35 DM/m2 – 85 DM/m2 (Mittelwert: 60 DM/m2)

Mark-to-model-Bewertung mittels DCF-Kalkül

Szenario 1: Basis: 60 DM/m2, Sensitivitätsanalyse: +/- 5 DM/m2


 Differenz in Höhe eines hohen zweistelligen Millionenbetrags

Szenario 2: Basis: 85 DM/m2


 Differenz zu Szenario 1 in Höhe eines hohen dreistelligen
Millionenbetrags

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 45


Empirie Deutschland

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 46


Deutsche Bank

2007 2008
Ergebnis nach Steuern 6.510 Mio EUR - 3.896 Mio. EUR
Eigenkapitalrendite nach Steuern 17,9% - 11,1%
Tier-1-Kapitalquote 8,6% 10,1%
Handelsergebnis 3.918 Mio. EUR - 33.829 Mio. EUR
Forderungen aus Krediten und - 570 Mio. EUR - 4.016 Mio. EUR
Kreditzusagen

Quellen: Geschäftsbericht 2008.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 47


Hypo Real Estate Group

2007 2008
Ergebnis nach Steuern 457 Mio. EUR - 5.461 Mio. EUR
Kernkapitalquote 8,5 % 6,2 %
Handelsergebnis - 274 Mio. EUR - 1.009 Mio. EUR

Quelle: Geschäftsbericht 2008.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 48


Hypo Real Estate Group

Eigenkapitalveränderungsrechnung AfS-Rücklage Cashflow-Hedge-


2007 Rücklage
Erfolgsneutrale Bewertungsänderung von - 326 Mio. EUR - 352 Mio. EUR
Finanzinstrumenten
Erfolgswirksame Bewertungsänderung 24 Mio. EUR 257 Mio. EUR
von Finanzinstrumenten

Eigenkapitalveränderungsrechnung AfS-Rücklage Cashflow-Hedge-


2008 Rücklage
Erfolgsneutrale Bewertungsänderung von - 3.262 Mio. EUR 797 EUR
Finanzinstrumenten
Erfolgswirksame Bewertungsänderung 493 Mio. EUR -288 Mio. EUR
von Finanzinstrumenten
Quellen: Geschäftsbericht 2008.
Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 49
Allianz Gruppe (z.T bereinigt um Dresdner Bank)
1. HJ 2007 1. HJ 2008
Ergebnis nach Steuern 5.380 Mio. EUR 2.690 Mio. EUR
Eigenkapital zum 30. Juni 47.753 Mio. EUR 40.475 Mio. EUR
Handelsergebnis - 534 Mio. EUR - 859 Mio. EUR
für Q I: - 512 für Q I: - 1.012

2007 2008
Ergebnis nach Steuern (*) 7. 316 Mio. EUR 3 967 Mio. EUR
Eigenkapital zum 30. Juni 47.753 Mio. EUR 33.684 Mio. EUR
Handelsergebnis 2 Mio. EUR - 5 Mio. EUR
Erträge aus erfolgswirksam zum - 686 Mio. EUR - 817 Mio. EUR
Zeitwert bewerteten Finanzaktiva
und Finanzpassiva
Quellen: Zwischenbericht und Geschäftsbericht 2008.
Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 50
Weitere Unterschiede zwischen IFRS/US-GAAP?

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 51


6. Und nun?
• Full fair value accounting ist ein Irrweg! Warum interessieren
Verkaufspreise für Anlagegüter/Anlageschulden?
• Idee der UW-Annäherung durch buchmäßiges EK überzeugt nicht!
• Verlässlichkeit der Information ist gefährdet!
• Full fair value accounting setzt fatale Anreize!
• In Zeiten sinkender Preise zur Vermeidung von Abwertungen
• In Zeiten steigender Preise zur Verstärkung von Gewinnbeteiligungsabreden
des Managements mit Gefahr kurzfristiger Kalküle
• Durch Verstärkungseffekte in der Bankenregulierung
• Gemischter Wertansatz hat viele Vorteile (trotz fehlender Eleganz)!

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 52


7. Literatur
Aboody, D./Barth, M.E./Kasznik, R. (1999), Revaluations of fixed assets and future firm performance:
Evidence from the UK, in: JAE 26, S. 149-178.
Ahmed, A.S./Kilic, E./Lobo, G.J. (2006), Does Recognition versus Disclosure Matter? Evidence from Value-
Relevance of Banks’ Recognized and Disclosed Derivative Financial Instruments, in: AR 81, S. 567-
588.
Badertscher, B.A./Burks, J.J./Easton, P.D. (2010), A Convenient Scapegoat: Fair Value Accounting by
Commercial Banks during the Financial Crisis, Working Paper.
Baetge, Jörg (2009), Verwendung von DCF-Kalkülen bei der Bilanzierung nach IFRS, in: WPg 62, S. 13-23.
Ballwieser, W. (2004), The Limitations of Financial Reporting, in: Leuz, C./Pfaff, D./Hopwood, A. (Hrsg.), The
Economics and Politics of Accounting, Oxford, New York, S. 58-77.
Ballwieser, W./Küting, K./Schildbach, T. (2004), Fair value – erstrebenswerter Wertansatz im Rahmen einer
Reform der handelsrechtlichen Rechnungslegung? In: BFuP, 46. Jg. (2004), S. 529-549.
Bank of England (2008), Financial Stability Report April 2008.
Barth, M.E. (1994), Fair value accounting: evidence from investment securities and the market valuation of
banks, in: AR 69, S. 1-25.
Barth, M.E. (1991), Relative measurement errors among alternative pension asset and liability measures, in:
AR 66, S. 433-463.
Barth, M.E./Beaver, W.H./Landsman, W.R. (1996), Value-Relevance of Banks’ Fair Value Disclosures under
SFAS No. 107, in: AR 71, S. 513-537.
Barth, M.E./Clinch, G. (1998), Revalued Financial, Tangible, and Intangible Assets: Associations with Share
Prices and Non-Market-Based Value Estimates, in: JAR 36 (S), S. 199-233.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 53



Blankespoor, E./Linsmeier, T.J./Petroni, K./Shakespeare, C. (2010), Bank Leverage and Credit Risk: What
do fair values tell us?, Working Paper.
Clor-Proell, S.M./Proell, C.A./Warfield, T.D. (2010), Financial Statement Presentation and Nonprofessional
Investors’ Interpretation of Fair Value Information, Working Paper.
Coval, J.D./Jurek, J.W./Stafford, E. (2009), The Pricing of Investment Grade Credit Risk during the Financial
Crisis, Working Paper.
Easton, P.D./Eddey, P.H./Harris, T.S. (1993), An Investigation of Revaluation of Tangible Long-Lived Assets,
in: JAR 31, S. 1-38.
Eccher, E.A./Ramesh, K./Thiagarajan, S.R. (1996), Fair Value Disclosures by Bank Holding Companies, in:
JAE 22, S. 79-117.
Evans, M./Hodder, L./Hopkins, P. (2010, Do Fair Values Predict Future Financial Performance, Working
Paper.
Fasshauer, J.D./Glaum, M. (2010), The Value Relevance of Pension Fair Values and Pension Disclosure,
Working Paper.
Gassen, Joachim/Schwedler, Kristina (2009), The decision usefulness of financial accounting measurement
concepts: Evidence from an online survey of professional investors and their advisors, Working Paper,
erscheint in European Accounting Review.
Goh, B.W./Ng, J./Yong, K.O. (2009), Market Pricing of Banks’ Assets Reported under SFAS 157 during the
2008 Economic Crisis, Working Paper.
Gynor, L.M./McDanial, L./Yohn, T.L. /2009), Accounting for Liabilities at Fair Value: The Advantage of
Relational versus Informational Disclosures in Interpreting Credit Risk Changes, Working Paper.
Graham, C.G./Lefanowicz, C.E./Petroni, K.R. (2003), The Value Relevance of Equity Method Fair Value
Disclosures, in: JBFA 30, S. 1065-1088.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 54



Hann, R.N./Heflin, F./Subramanyam K.R. (2007), Fair-value pension accounting, in: JAE 44, S. 328-358.
Hodder, L.D./Hopkins, P.E./Wahlen, J.M. (2006), Risk-Relevance of Fair-Value Income Measures for
Commercial Banks, in: AR 81, S. 337-375.
Jarva, H. (2009), Do Firms Manage Fair Value Estimates? An Examination of SFAS 142 Goodwill
Impairments, in: JBFA 36, S. 1059-1086.
Kolev, k. (2009), Do Investors Perceive Marking-to-Model as Marking-to-Myth? Early Evidence from FAS 157
Disclosure, Working Paper.
Khurana, I.K./Kim, M.-S. (2003), Relative Value Relevance of Historical Cost vs. Fair Value: Evidence from
Bank Holding Companies, in: JAPP 22, S. 19-42.
Koonce, L./Nelson, K.K./Shakespeare, C. (2010), Judging the Relevance of fair Value for Financial
Instruments, Working Paper, erscheint in AR.
Laux, Christian/Leuz, Christian (2010), Did Fair Value Accounting Contribute to the Financial Crisis?,
http.//ssrn.com/abstract_id=1487905, erscheint in Journal of Economic Perspectives.
Laux, Christian/Leuz, Christian (2009), The Crisis of Fair Value Accounting: Making Sense of the Recent
Debate, in: AOS 34, S. 826-834.
Nelson, K.K. (1996), Fair Value Accounting for Commercial Banks: An Empirical Analysis of SFAS No. 107,
in: AR 71, S. 161-182.
Ryan, S.G. (2008), Accounting in and for the Subprime Crisis, in: AR 83, S. 1605-1638.
SEC (2008), Report and Recommendations Pursuant to Section 133 of the Emergency Economic
Stabilization Act of 2008: Study on Mark-To-Market Accounting.
Shaffer, S. (2010), Fair Value Accounting: Villain or Innocent Victim. Exploring the Links between Fair Value
Accounting, Bank Regulatory Capital and the Recent Financial Crisis, Working Paper.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 55



Simko, P.J. (1999), Financial Instrument Fair Values and Nonfinancial Firms, in: JAAF 14, S. 247-274.
Song, C.J./Thomas, W.B./Yi, H. (2008), Value Relevance of FAS 157 Fair Value Hierarchy Information and
the Impact of Corporate Governance Mechanisms, Working Paper, erscheint in AR.
Venkatachalam, M. (1996), Value-Relevance of Banks’ Derivatives Disclosures, in: JAE 22, S. 327-355.
Wampler, B.M./Posey, C.L. (1998), Fair Value Disclosures and Share Prices: Evidence from the Banking
Industry, in: Reckers, P.M.J. (Ed.), Advances in Accounting, Vol. 16, Amsterdam, S. 253-267.
Wang, L./Alam, P./Makar, S. (2005), The Value-Relevance of Derivative Disclosures by Commercial Banks:
A Comprehensive Study of Information Content under SFAS Nos. 119 and 133, in: RQFA 25, S. 413-
427.
Warne, R.C. (2008), The Effects of Non-Financial Asset Fair-Value Recognition on Nonprofessional
Investors’ Judgments, Working Paper.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 56


Reserve (1): Verfall der Immobilienpreise

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 57


Reserve (2)

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 58


Reserve (3)
Bedeutung des Fair Value; Geschäftsbericht Deutsche Bank 2008

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 59


Reserve (4)
Deutsche Bank Q II 2007 Q III 2008
Ergebnis nach Steuern 2.700 Mio. EUR 642 Mio. EUR
Eigenkapitalrendite nach Steuern 22,2% 3,0%
Für das gesamte Halbjahr
Kernkapitalquote 8,1% (Basel I) 8,4% (Basel II)
Handelsergebnis 2.926 Mio. EUR - 7.649 Mio. EUR
Ergebnis aus zum Fair Value 214 Mio. EUR 7.175 Mio. EUR
klassifizierten finanziellen VW/Verpfl.
Summe: Ergebnis aus zum Fair 3.140 Mio. EUR - 475 Mio. EUR
Value bewerteten finanziellen
VW/Verpfl.

Quelle: Zwischenbericht 2008.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 60


Reserve (5) Hypothetischer Abwertungsbedarf
Hätten sie die Möglichkeit der Reklassifizierung nicht genutzt, hätten
folgende Banken im III. Quartal 2008 die nachfolgend aufgeführten
Eigenkapitalminderungen durchführen müssen (in Mio. EUR):

Deutsche Bank 1.494


Postbank 69
Hypo Real Estate 1.800
Dresdner Bank 422

Quellen: Dobler/Kuhner (2009), S. 31; Petersen/Zwirner (2009), S. 70.

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 61


Reserve (6): Level-3-Werte?

Wolfgang Ballwieser 24. Juni 2010 62