Sie sind auf Seite 1von 183

G E RM AN I S C H E

MYTHO LO GIE

E U GE N M O GK .

So n derabdruck aus der zw e iten Auflage vo n Pauls Grun driss

ST RASS B U RG .

KAR L T RÜB N E R .

1 898 .

[Alle Re chte . be s o n ders das der Üb erse tzun g . vo rbehal te n ]


.
W

B m o.r d C o l l e ge L i b rary

6 15 o f A C 00 0 Ud8 0
. .

J uly 18, IN
I N HA L T .

Gäft(f o o

Z iu 3 ! 3
( . H ei md llr
a 3 17 . F reyr q rd
-
r 3 1 8. Baldr Fo rse ti
-
KAP ITEL
V OL K SGLAU B E N U N D RE LI GI ON ‚ MYT HOS UN D K U LT ; D IE AUFGABEN
DE R M YT H E N FO RSC HU N G .

Ü ber di e Begrifle Rt hg ro rr und My tho s bes teht ein e fast un überse hbare Li te
' '

ratur In jeder se lb ständige n M ytho lo gie w ird auf si e ei ngegange n und ihr U rspru ng
Gu te Ü berb l ick e übe r di e ve rschi ede ne n Auffasmngen gebe n
.

1 11 ergrfludc n gesucht .

0 G r u p p e D ie g r iechi sche n Ä u lte u n d My then i n ürr en B e zir l m

W
'
n rn z u den
, g
m?u fa lrlrclzm Rt hg ro m I B d (Le ipzig 1 8 8 7 ) un d M a x M ü ll e r M h är lzclce
.

' ' ‘ '

. . .
.

übers vo n E Schn eider Le ipz ig V o n de n W erken , dere n V er

W
'

Rl llg fo ll ( . . .

lässer vo n ge n nan iscb en V erhäl tnisse n ausgehe n, se ie n hervo rgeho be n : S c hw a r t z , .

du: a ll e l!ci d l u m ( 1 m
Aufl B e d M a n n h a r d t . Aß l xk a ld u n d Fe ld . .

m
. . .

rw t w rt

W
k a lte (Berlin V o o r ; M ü l l e n ho f f i V or o zu a hardtß My tho lo
g ßch m
Fo r schu ng e n ( Strassb S V I tf : De rs , Da d x lw A1I cr tu
. bu n de m
m
. . .

V 1 (
. Be d 1 88 3 ) S 1 57 ; L B e e r . Zu r m
. .
y l ho lo g rlrrht n Metho dü (
. Ge XXXII I . .

L a i s t n e r . Da: Rätse l de r Spl nnx ( Bed Vo o ; M ü l le r .


'

. rw rt .

My tho lo g ie de r de u tt (Heilbr E in e i u ng ; Ders , Z u r My l t


m
. .
.

”w iog ze de r g r iech u n d de u tsche n fi e lde n rag e ( E inld ug ; T o b l e r.


'

. e bd .

My tho log ie u n d Rt b}gvo n ( Z tschr d V V o lksk I 369


N i c o s o n , N y ”: l
m
. . . . .

a n d Re h vo n
1g (He lsingfo n No e n , Fo no r d rk r elrk zbn , m y lo lo g i och m
v
S ensk T idsk r
k o log 1 (
'

V o d s lro v , S} k lt dj f kt ßt og N a tu r dy r h lse B id g
. m
mm
.

m
.

til Ba te elsen af den ytho l M eto de ( 1 Bd 1 ell K bh E H H


mm
. . . . . . . . .

r
M e y e , Ger a sclu My tho log ü (
°

Bert 1 8 9 1 ) S 9 17 ( dazu E M a g ic , Anz d


m
. . . . .

l dg Fo rsch III S
. . A L e h a n n , Over tr o og T r o lddo f r a de c lds te
. . . m
T ä e r h l vo r: Do g : ( 4 Bdc K bh 1 893
'

. .

as in Fo lgen de rn dargestellt werden so ll ist der Glaube der Germanen ,

an das Übers innliche Man pflegt di ese n in der Regel Mythologie .

zu nennen , allein dies Wort gi ch t nicht das wi eder, was man unter ihm
versteht ; es is t auf der e in e n Sei t e zu eng, auf der andern zu weit
m
.

Dieser G la ube ist entweder die I n te r n ge e insc haft einer Anzahl von m
Indivi duen, di e si ch unter gemei nsamen Satzungen verbunden habe n, oder
er ist Pri vatsache einzelner Personen , ist also ganz individuell und nicht an

W
die Vorschrift einer gesell schaftlichen Vereinigung gekn ü pft jenes ist die .

R e l i g i o n dies der V o l k s g l a u b e Beide Arten d es Glaubens stehen in


, .

ge genseitigem echse lverkehre und können des halb nicht voneinan der ge
Germ n h ch
n Phi l l gie 111 2 A fl
e o o . 1 . u .
trenn t werden I st doch der Vol ksglaub e meis t eine Schicht äl terer Religion
.
,

die nach dem Aufkeimen einer neuen in einem Teile der Bevölkerung
zurückgeblieben is t Daher findet sich Volksglaub e ne ben der Religi on bei
.

allen Völkern und zu allen Zeiten Auf der anderen Sei t e k önnen abe r .

auch Äuss erun gen des Volksglauben s in de n Bereich der Religion gez ogen
werden indem man sie an die Ges talten de s Ges e llsc ha ftsgla ube n s kn ü pft
,

oder zu diesen in Beziehun g bringt Aus dies er Zwei t ei l ung des Glaubens '
.

erklärt es sich dass beim Aufkommen einer neuen Religion in der Regel
, .

nur die alte Religion nicht aber auch der Volksglaube in seinem Kerne ge
,

Religion wie Volksglaube äussern si ch entweder durch das Wort od er


durch Handlun g Die Äusserung des Glaubens durch das Wort is t M y t h o s die
.
,

Lehre davon die M y t h o lo g i e die Äusserung durch die Handlung e rgi e bt den
,

K u l t u s Wir haben es demnach auf der einen Sei t e mit einem vo lkstflmliche n
.

oder niederen My thos und mit einem volkstümlichen Kult oder abergläubischen
Brauch a uf der anderen mit ei nem religi ös en oder h öheren Mythos un d mit
,

ein em religiösen Kulte zu thu n Da beide in gegen sei tiger Beziehung z u .

einander stehen lässt es sich bei der Dürft igkeit un serer Quellen aus al t er
,

Zeit oft schwer entscheiden was dem Vol ksglauben was der Religion der , ,

Germanen angehört Beide sind dah er unter a ll en Umständen in gleicher


.

Weise darzus tellen .

5 .2 Der Glaube an d as Über s innliche kn üpft s ich bei einem N a tu rvo lke
in der Regel an die täglich od er periodisch wiede rkehrenden Erscheinungen
in der Natur an die Erlebnisse kurz an alles nu was die men schliche Brus t
, , ,

bewegt Man fühlt hinter diesen E rscheinungen u nd Vorgängen etwas


.

H öheres dem gegen über der Men sch schwach und hülflo s dasteht Unwill
,
.

k ürii ch erhält dies höhere Wes en Ges ta l t un d z war eine Ges talt wi e sie , ,

der Men sch aus seiner Umgebun g kennt die Ges ta l t des Mensch e n oder ,

ein es Tieres Natürlich hat das so en tstandene Wesen auch Bed ü rfn isse und
.

Leidenschaften wie das Geschöpf durch Speise u nd Trank wird es besänftigt ‚

wird es gewoge n ges timmt dure h Gebet wird sein e Hilfe angefleht So ist
, .

der erste Kult Opfer und Gebet da A ll ein man sprach auch von diesen
, , .

höheren Wes en und die Phantasie wusste bal d dies bald jenes von ihnen
,

zu erz ählen H ieri n liegt die Wurz el des My tho s Mit der Zeit löst e all
. .

mählich die subjek t ive Phantas ie die Ges ch ö pfe der obj e ktiven ganz von
ihrem natü rlichen Hintergrunde lo s dichtete ihnen neue Eigen schaft en neue , ,

Hand l ungen an die tei ls aus den eigenen Lebens erfahrungen geschöpft teils
, ‚

frei erfunden waren Die Dichtung hat sich des Glauben s bemäch tigt und
.
,

sie schaltet und waltet frei m i t dem ererbten K a pita l Diese my thologische .

Dichtung ist dem n ach nichts anderes als ein Teil der Poesie eines Volkes , ,

un d die Überlieferu ng ihrer Nieders chl äge mu ss wie die Dichtung behandel t

werden : die Quel l en sind kri tisch z u sichten das Junge ist vom Alten zu ,

tren nen und nur das letztere ist auf seine n Kern hin z u prü fen Hierbei
,
.

muss dem Forscher in erst er Linie die Natur u nd Bo d e n be schai fe n he it des


Landes vor Augen se in wo der Mythos seine Wurzel hat er muss all es das
, ,

in Betracht ziehen unter dessen Einfl uss ein natürlicher Mensch steht Da
,
.

bei ist zu berücks ich t igen dass die glauben und my then z e uge n de Kraft in der
,

gross en Menge selbs t durch die Einführu ng einer offenbarten Religion durchaus
nicht gebrochen wird Die se Kraft hat si e h in alter Fri sche auch bei den
.

Germanen erhalten als das C hristentum dem Heiden tume ein Ende machte :
,

si e erz eu gte n o ch in chris t licher Zeit neue My t hen nach An a10 gi e der alten wi e ,

diese auch selbst teilweise in unveränderter F fische fort bestanden U nd mit den .
( )
232 V O LKS GLAU B E U . R EL 16 . M r ru o s U K U L T AU F6 . . . D . MYT H EN FOR5C H 3 .

alten verbanden sich namentlich im Mittelal ter nicht sel t en auch neue aus
, , ,

dem Mo rgen lan de und aus dem Süden eingewanderte Glaub en svo rsteli un gen .

So hat sich altes Heid e nt um durch die Jah rhunderte bis zur Gegenwart er
hal t en
.

53 Bei al len Naturvölke rn sind die Sat z un gen von dem Glauben an das
.

Übersinnliche ein wesentlicher Bes tandteil der Gese llx haltsve rfassun g oder ’

d e s S taa t es. Selbs t wo wir patri archalis che Verhäl tniss e antreffen vereinigt ,

s ich di e Familie unter dem Fami lienoberhaupt zu gemeinsamem Opfer und

G ebet . So finden wir bei allen Völke rn auch Rel igi on Auch bei den Ger .

man e n ist die Religion ein unlösbarer Bes ta ndteil der Staatsverfassung ge
we s en. Allein ihre Glauimn s tusserun g in der Religion ist durchaus nich ts
.

A bges chlossen es nichts stetig Gleiches gewes en sondern sie hat sich z eitlich
, ,

u n d ö rtlich ve rs ch ieden entwickelt Indem sie aber in ihrer Weiterentwicklung


.

al t e Glaubens sa tz un gen abgestoss en hat si nd dies e nicht sel ten bei eine m
T eile des Volkes z u rü ckgebliehe n und so zum Vol ksglauben hembgesun k en
,

U mdie Rel igionsgeschichte uns erer Vorfahren zu verfolgen muss m an daher ,

i h re geschichtliche s taa tliche und kulturge3 clüehtliche Entwickl ung immer vor
,

A ugen haben Nur so is t es mögl ich zum wahren Verständnis der Religion
.
,

u n d ihrer Geschichte zu gelangen Wir müssen ferner die Queüe nze ugü sse
.

di es er al t germanischen Religion scharf vo n einander trennen und dürfen sie


n icht b unt untereinander werfen oder unkri t isch nebenei n ander stellen Kein . »

Z eugni s ahge rm an is chen Glaubens darf von der Stelle verrückt werden wo ,

w i r es [ inde m ( Mü lle n ho if i n Mann hardts My th o l Forschungen S X L) . . .

V o r allem is t es ganz verkehrt i sländis che Quellen a us dem 9 und 1 0 ] ahrh


, . . .

u n d aus noch s päterer Zeit fü r altdeutsche Verhä lt niss e zu verwerten oder

d ie V o lksübe rlie fe m n g der Gegenwart schlechthin neben die Berichte der


A l ten z u stellen Es is t namentlich hierin se hr vi e l ges ündigt worden : von
.

d e n Anhängern Grimm s vor allem von F Wolf und Simrock dadurch

W
, .
,

d ass sie die gesam mten Quellen z eugn isse in einen Topf warfen und durch k 0hn c
P hantasien und Kombinationen einen al t germanis chen Götterhi m mel auf
b au ten den es nie gegeben hat von
, Schwartz aber il u d seinen Anhänge rn
, .
,

da durch dass sie die Vol ksüberlieferung namentlich der Gegen wart zu all ‚ ,

gemein a ls die ältes te Quelle altge rrn an ischen Glaube n s hinst el l ten Gewiss .

k a n n diese l be unter Umständen nit sehr alt sein allein es ist zu n ächst , ,

die F rage aufz uwerfen o h sie nicht jung sein m u ss


, .

54 I st dann durch kri tische Sich t ung des Ma t erial s die Verwandtsch aft
.

versc hiedener Ü berlieferu n gen fe stges t e l lt so hat als wei t ere Aufgabe der ,

My tho lo gen die Gruppierung der Quellen unter allgemeineren Gesichts punkten
zu erfolgen : erst dann kann der Wurz el nachgegangen werden der die ,

Glaubens vorste l lung ents prossen ist N u r wen n dies e auf so l chem Wege den
.
,

ma n als einen a n a l y t i s c h e n be zeichnen kann gefunden ist darf die Dar , ,

s tel l ung vom Glauben uns eres Vo l kes beginnen Dabei wird sich dann he ra us .

s tellen ‚dass die Einhei t desselben bei den germani schen Stämmen z um
grossen Teil auf anderem Felde z u suchen is t als man nach Grim ms ,

V o rgan ge gewohnt i st und dass dies elbe ü berhaupt nich t so bedeutend ist
, ,

wie die Ko mbin atio n sschwärme r als Anhänger des von Sn o rri und Wolf ge
bildeten Gö tte t es immer noch nach schwatz en Vielmehr hat sich ein

.

grosser Teil n amentlich der Mythen au ssc hliesslich bei ein z e l nen german ischen
, ,

Stämmen entwickelt und hier sind diese a usgebildeter j


, e Später der Stamm ,

zum C hristen t um fl bcrgega n gen ist j e meh r bei ihm die Dich t ung gebl üht
, ,

j e enge r er mi t anderen V ö lkern in Verkehr getreten un d e ine e grö ss ere


j
weltgeschichtliche Rolle er selbst ges pielt hat .
XI Mr ra o roo 1e
. . . 2 33)
(
Konse rvativer s ind unsere Vorfahren im Kultus gewes en Die Religio n .

ha t sich wohl wiederholt verändert allei n der Kul t is t im allgemei n en in ,

sei nem Kerne derselbe geblieben er ist nur in mehr oder weniger veränderter
,

Form auf die Ges talten des neuen Glaube ns ü bertragen worden Ihn darzu .

stellen is t die leich tere A u fgabe wenn es gil t die Glaubens vors tellungen der
, ,

Germanen zu erfors chen ; die schwie fige re liegt in der Darstell un g der My t hen ,

der ununte rbrochen nussige n Elemente der Gla ube n säusse runge n Le tz t ere .

ist daher auch im Folgenden in erste Linie ges tellt ; im Z usarn rn e n han ge so ll
ers t nach ihr di e S k izze des Kultes folgen Doch wird dies e Dars tellung .

nur di e allgemeinen Forme n bri ngen ; die spez ielle Verehrung ein zelner
höherer Wesen muss bei diesen selbs t behandelt werd en da man nur von ,

di es er Grun dlage aus dazu gelan gen k a nn die My t hen von diesen Wesen ,

m m: . 11 .

DIE QU E L L EN DES GL AU B E N S D E R A L TE N GE R MAN EN .

55 Nach den im vorigen Kapi t el dargelegten Grundsätzen


. hat die
Forschung ihre erste Aufgabe in der Sa mmlung und der Kri t ik der glaubens
geschichtlichen Quellen z u suchen Von dem Res ul tate der k ri t ischen Unter
.

an ch ung allei n hän gt es ah o h sich und wie weit s ich eine germanis c he
,

Dämonen und Götterlehre aufbauen lässt Deshalb muss man rn it der C c .

se hie hte und dem Werte der Quellen vertraut sein und dies um so m e hr j e ,

näher die Überlieferung dem He iden tu me liegt vor allem aber mit den ,

Werken die während des Heidentum s selbs t entsta nden sind


, .

Leider sind die Quell e n in älterer Zeit ziemlich dürf tig Einen Homer .

oder Hes iod besitzt der Germane selbs t der Nordgermane nicht denn die , ,

und u rchdrin gliche Wolke die noch immer vor der e dd isc hen Mythol o gie
,

lage rt hat noch kein Wolke nschieber zu bewegen vermocht


, i m Hinblick .

auf die Z ei t ihres Urs prungs zerfal l en unsere glaube n sgeschichtlichen Quellen
in solche die aus der hei dnischen Zeit in solche die a us der äl tes ten christ
, , ,

lichen Zeit wo C hris ten tum und Heidentum mi teinander rangen und end
, ,

lich in solche die aus dem M i t telal ter und der Neuzeit s tammen ‘
, .

5b D i e Q u e l l e n a u s d e r g e r m a n i s c h h e i d n i s c h e n Z e i t Dies e
.
- .

sind tei l s unmi t telba re tei ls mittelbare Zeugnisse : jenes sind Äusserunge n der
,

Germanen aus denen ihre religiösen An schauungen hervorgehen dies es Be


richte fremder Männer namentlich römischer über di eselbe n Z u den un
, ,

, , .

mittelbaren gehören z unächst wenige literarische Denkmäler so vor allem die ,

Merse burger Sprü che} ferner I nschrifte n die von germanischen Soldaten her ,

rühren die in römischem S ld standen ’ darun ter die am Hadriansmll ge


,
o ,
v

fun de n en ‘ wei t er F u nde die auf den Kul t unse rer Vorfahren schliessen
, ,

lass e n von denen der eine die grössere N o rde n do rfe r S pange un s so gar
Götte m
,

am en erhal ten hat


“ ,

endlich die Wochentags Personen und Orts


,
,

namen ‘ die zum Teil im lebendigen Mythos und Kultus ihre Wurzel haben
, .

Etwas reichhal ti ger s ind die Quellen des Kul tus und der Mythen aus der

W
Heidenz eit im sk andinavischen Norden Hier sind di ese z war etwas .

j ü n ger aber e rgiebiger Die Funde und In schri f t en die auf Gö tte rghauben
, .
,

Bez ug haben sind von H Petersen ,


om aae Mo n te li us Rygh und anderen
.
, ‚ ,

Archäologen tre ftlich z usammenges te l lt und ve rarbeitet ] Neben dies en biete n


'

reich es Material die nord ischen Dichter die Ska lden Ihre Gedichte sind , .

uns bald ohne bald mi t Verfassernamen überliefert


, Jene pflege n wir Edda
lieder zu nennen ; über die Zeit und den Ort ihrer Ents tehung herrscht noch
Dunkel ( v l
g Norwegi sch .islän dische Li te raturgesch
-
Ab s chnitt VI 2 A) . . .
(
2 34 ) v m mas s rr c en
. m G ra u e n
. s
.

F esteren Grun d geben u n s die Ge dichte deren Verfasser wir zeitlich und ,

örtlich bes timmen können Von ihn en kommt zweierlei in Betracht : die .

Li e d er mythologi sc hen Inhal ts und die dichterischen Um sch reibungen in den


Liedern die l mmnga rß Letz tere se tz en die Bekanntschaft des Mythos bei
,
'

den Zuhörern des Gedichtes voraus Durch sie lernen wi r nordische Mythen .

ken nen vom Anfan g des 9 ]ahrhs zu welcher Zeit der erste geschich tlich nach .

Skalde gelebt hat bis zur Einfüh rung des C hri stentums ° My thi sche , .

Gedich t en beh andelten B ra g i Pjöd ölfr E i i i fr G üd ru n a r s o n , , ,

U l i r U g g a s o n ° A u sser den poetischen Quellen haben aber auch die pro


.

sai sc he n die isl ändi schen Sogu r fii r germani schen Gla uben und Kult grosse
, ,

Bedeutung Und zwar kommen hier fast alle Sagas in Betracht die im
.
,

Norden spiel en sowohl die historischen als auch die mythischen Woh l
,
.

s ind dieselben erst vom 1 3 ] ahrh an aufge z eichnet allein sie spielen zum . .
,

grössten Teil noch in der heidnischen Zeit und schildern den alten Gö tter
glauben noch in man nigfal tigen Farben da sie auf mündliche Übe rlieferung ,

a us der Zeit des Heidentu ms zurückgehen (Übe r die Sogu t vgi Abschnitt .

V I 2 , . Neben di esen unmitte l baren Quellen kommen für die ältes te


Zeit die mittelbaren in Betracht das sind die Zeugnisse römischer un d ,

g riechi scher Schrifts teller die gel e gentlich der Götterverehrun g un serer Vor ,

fah ren gedenken Bei ih nen ist stets in s Auge zu fassen wann und wo zu
.
, ,

w elchem Zwecke und nach welchen Quellen der Schrifts teller ge schrieben
ha t : von der Bea ntwortung dieser Fragen ist dann auch der Wert de s
S ch rifts tellers als glau ben sgeschichtliche Quelle abhängig Hierher gehören .

bes onders C a e s a r 6 011 I c 50 VI c T a c i t u s (Gem c 2 3 . . .


, . . . . . .

9 . 1 0 39.
4 0 43 Ann . I 5 1. I I 1 2 X III
.
55 7 5 .H i w IV. 1 4 6 1 6 5 . . . . . . . . . . .

l u t a r c h a M a n : und die m
) Strabo ( n am
'

73 .V 2 2. i i ) P (v i t
. la C a esa n l
r en t ,

l ich das 7 Bu c h ) S u e t o n A m m i a n u s M a r c e l l i n u s Ag a thi a s P r o c o p i u s


.
, , , , .

57 D i e Q u e l l e n a u s d e r f r ü h e s t e n Z e i t d e s C h r i s t e n t u m s Fas t
. .

a uf gleicher Stufe wie diese Schri f ts teller und die Verfass er der nordischen Sagas

ste hen diejenigen Autoren die als Ch ris ten die Vorges chi ch te ih res Volkes oder
,

e i nes anderen germanischen Stammes aus früher Zeit geschrieben haben Auch in .

ih ren Werken findet sich manches aus dem Heidentu m was der Volksmund Jahr ,

h u nderte hindurch fortge pflan z t hat Hierher gehören :jo rd a n e s (Geh ca hrsg

W
'

. .

vo n T h Mommsen Mo n Ge rrn A u ct V G r eg o r v o n T o u rs ( Hü lo n a
'

. 1 . . . .

a co rm n Mo n Germ SS Me ro vi n g I 1 1 88 4) un d die Fortsetzun g des


. . . . . .

erk es die dem Scholasticu s F re d e g a r zu gesch rieben wi rd ( lib 1 —4 in

W
.
,

d e r cd Basu I I 1 54 i i 5— 6 in Ruin arts Ausgabe des G regor von Tours)


. . . .
,

P a ul us D ia co n us ( hrsg von Waitz Script re r La n go bardo rum .


, . .

i d u k i n d (Mo n Germ SS I II 40 8 Beda ( Hi rlo n a ecclmasl üa gen trs


' ' '

. . . .

Anglo rm n hrg von M ir Holder Freiburg 1 88 2 u n d seine Opm


. . cula Scien ti ,

fl ca hrs g von J A Giles Lo ndon


. . A d a m v o n B r e m e n (Ga la
.
,

H a mm a öurg m lr erricr po n hfl Mo n Ge m Script VI I 2 67 T hi e t m


'

sr . ar . . . .

v o n M e rse b u r g ( Mo n Ge m Script I II 7 2 3 Von besonderer Wichtig


. . . .

k e i t für die an gel säch sis che Glauben slehre s ind ferner die a g s S t a m m t a fe l n .
,

die sich bei den ags Ch ro nisten von Beda bis hin ab in s 1 3 ]ahrh finden . . .

(vergl . Grimm My th I II 3 7 7 , Diese be rüh ren sich oft mit den


. .

is län dischen Qu ellen die unter ihrem E in flusse en tstanden zu sein scheinen
, .

E ine Fülle mythologi schen Stoffes der nordischen V ö lker bieten die ersten
9 Bücher des S a x o g ra mma t i c u s ( Hi sto ri a D a n zca hrg v Müller und Vel
'

Ha mia e 1 8 3 8—58 von A H a i der Strassb


. . .

sc how , , .
, .

58 Ein lebh aftes bisher z u weni g bea chtetes Bild der hei dnischen Z u
.
,

stän de kurz vor Ei nführu ng des Chris tentums gewähren weiter die Lebens
XI . Mr r n o w c m .
(2 3 5)
besd u e i bun g e n der al ten He iden b e k e hre r Sie schildern mit welchen Schwie .
,

rigk ei ten diese Leute zu kämpfen hatten und geben dadurch den Verfassern ,

oft Gelegen heit der heidnischen Gewohnheiten zu gedenken E s kommen


, .

bes onders in Betracht : fü r die Alemannen die mla Co lu mlmm des j o n a s ' '

v o n B o b i o (Mabillo n Ac t Sanct s I I 5) und die mla SI . . ei nes un . .


'

bekannten Alemannen (Mo n Germ Script I I 1 Unzuverlässig sind die


. . . .

Nachrichten über die Heiden b eke hre r unter den Bayern da sie durchweg

W
,

a us spä terer Zeit stammen F fi r Mitteide u tsc hlan d (Hessen Ostfran ken auch
.
, ,

einen Teil Frieslan ds) von Bedeutung si nd die vita B o m ja h r des Pries ters
' ' '

ill ibal d ( M o n Germ Scri pt I II 3 3 1 . die z um Tei l auf den a uthen


. . .

ti schen Bericht des L u l lu s Boni fati us Schüler zu rtk:kge ht und die B rida

W

, , ,

de : B o m Bib re m m Germ III He de tum un er


' '

.
/a h us ( ] a ffé i , 8 . Das i n t . .

den alten Friesen erörtern am ei n gehends te n die vi ta L i udgrn des Al t i ri d '

und die i älsc hliche md sc3 dem An s k a r zugeschriebe ne mla illclmdr (Mo n
' '

Germ I I 3 7 8
. . Die heidnischen Zustände der nordis chen Völker der .

Dänen und Schweden berü hrt meh rfach die vita Anrßa n z des R i m b e r t
''

( M o n
. Germ I I 6 8 3. Z n die sen Leben sbes chreibungen ges ehen s ich
.

die Verordnungen der Fürsten und Geis t lichen Ges etz e gegen altheidn ische ,

Gebräu che die Abschwöru n gs fu rmeln die Busso rdn un ge n die Hom ilia de
, , ,

sa cri legii s der I n diculus su pe rsti tio n um e t paga n ia rum d s 3 0 Überschriften


, , . .

von Kapiteln die ti ber das n o ch fortlebende Heidentum in säch si sc hen


,

Lan den gehan delt haben ; diesel ben sind aller Wah rschein lichkeit nach z Z . .

K arl s des Grossen ents tanden und geh ö rten der Sachsen missio n an " .

Als mythol o gi sche Quellen a us jener Zeit kommen end l ich n ch in Be o

tra cht die altgerman ischen Segen und Zaui wrsprü che wenn diese auch .
,

schon chri s tliches Gewand an genommen haben und Gedich t e aus der frü h ,

ch ris tlichen Zei t aus denen noch die An scha uun gswe ße des al ten Heiden
,

tu ms sp ri cht Hierher geh ö ren namentlich der I I c/ra d und B mw ulf " Nicht
'

. n .

als Quelle ge rman is cher G l auben s l ehre sowei t e s Göt t ersag e und Kult betrifft ‚ ,

vermag ich die Gedichte der Helden sage an zu erkennen Nur in N e he n zü gm .

gewähren sie hin und wieder einen myth ischen Z ug Dass aber die H aupt .

helden in mens chliche Sphäre gez ogene G ö tter wären l äss t s ich weder be
W
,

weisen noch wahrscheinlich machen Vielmehr sind die Gestalt en de r Helden .

sage s e l b s tändige dichteri sche Erz eugni sse auf die hl hier und da my t hi s che , o

Vorstell ungen eingewirkt haben oder übertragen worden sind die aber o ft ,

eben so al t sind wie di e Götterge stal t en a us denen sie hervorgegan gen s ei n ,

sollen .

59 . Die dr i t te Quelle germani scher Glauben slehre is t endlich die Vo l k s

ü b e r li e i e r u n g d e s M i t t e l a l t e r s u n d d e r G e g e n w a r t Auf ihr baut .

namentl ich die von Schwartz so genannte niedere Mytho l ogie a u f Allein die .

Forsch un g begeht da bei nicht so l len den Fehler dass sie die V o lk übe rii e i e mn g , s

nich t n ur fii r die My t hologie in wei t estem Sinne sonde rn auch fil t die altge r ,

manische Religion zu sehr ausb eu t et I st doch e in Teil dieser Quellen nachweis .

bar wei t er nich ts als Übertragung a us anderen nicht ge n n an ise he n Gegenden ,


.

Ma n hilft sich dabei m i t d e m G run d sa tz e dass die j ü ngs t e Quel l e im Hin ,

blick auf den mythis chen Inh al t alt sein k a n n meide t dagegen die Beant ,

w o rtun g der Frage o h s ie n ich t jung s ein m u s s Der grösst e Fehler ist auf .

dies em Gebiete dadurch gemach t worden dass m


,

a n fas t nur die V o lksü be r ,

lieferung der Gegenwart berück sich t igt ha t A l lein wir b esi tz en a us den ver .

schied e n en Jahrhunderten b is i n s Mi t telal t e r hinauf Schrifts tel l er a us denen ,

wir Vol ksglaube un d Volksbrauch kennen lernen Erst wenn dies Material .

d u rc hfo m h t i st wird von einer


,
hi s toris chen V o lksk un de die R e de sein können ,
( )
2 36 D uz Q UELLEN n m Gu vs es s n e s. A LT EN GER M AN EN .

erst dann wird un sere V o lksübe rtie ie ru ng auch für das germanische Heidentum
besseren Gewinn bringen Gleichwohl darf man das Kind nicht mit dem .

Bade ausschütten Es is t durchaus ve rfehlt und zeugt von vollstä ndiger


.

Sa chun k e nn tn i s wenn man die V o lks ü be rlie i e run g ignori e rt und si e durch
,

Worte wie Kö hle rglauhe in Mi ss kredit zu bringen sucht


» Bei der Volks « .

ü be ri ie fe run g is t a ber wieder scharf z u s cheiden zwis chen Vol kss it te und
-
b ra uch und Volkspoesie jenes ist das fes tere das was mit dem ganze n .
,

V o lkschm a k 1e r ge wisse rmassen verwach sen is t dies das flü chtigere Elemen t ,

d er Volksüberlieferun g das ungleich leichter vergess en un d verändert wird , .

D aher st e ckt im Volks brauch ungleich mehr Altert ü m lich es j a H eidentum ; ,

di e Vo lkspoesie dagegen das Märchen die Sage das Volksli ed ist nur zu , , ,

o ft ers t spät in dies en od er jenen Gau eingewandert Die Li teratur über .

V olks poes ie und Volkss it t e der G egenw a rt fi ndet sich in bes ondere n Ab
sc hni tten . Auf Sch rifts teller der frühere n Zeit die hierin noc h der Unter ,

s u ch un g bedürfe n verweis t schon Grimm (My th I I Vorrede I X ) ; es


, . .

s e i wei ter hingewies en auf G e rv a s i u s v o n T i l b u ry s 0 h a I m pmirlia (An


'

fan g des 1 2 auf C a e s a r v o n H e i s t e rh a c h s D zhlog mM rae ulo n mr


'

auf die Z i mmmclae Chro n ik (1 6 auf die Werke des .

P raeto ri us ( und di e gerln egelle Rockenp/u loropln ä (1 8


' '

1 7 ] ahrh ) . . .

M an ch es en th al ten die Predigt en m anches die Werke Luthers Ers t wenn , .

h ierin his to ri sch aufgearbeitet ist wird die V o lksti be rli ei e run g der Gegen ,

W
w art in ihrer Bedeutung fü r das german i sche H eidentum in das wahre Licht

My llr M ü l l e r Geschic hte u n d Sy ste m de r a ll dcu tsckm


‘II XR
"

. S . . .
,

T h o r p e N o r the r n My l ho logy I 2 2 3 ii E H M e y e r Ge r m an
, . . .
, .

G r i mm K l
.

My l ho lo g rk S 1 5ff ( reichha lti gs te Ü bersicht) “ 3 18 0 3 S 9 . .

Sehr I I 1 IT K a u ff m
. . . .

. an n
. PB B X V . 2 0 7 ft Z fdPh XXVI 4 5 4 ff H G e . . . . . .

r i n g . ZfdPh XX V I 1 4 58 K ö g e l Gerrit de r de u tsche n L t le r a tu r I


B r a mb a e h , Co rp u s I nsc n ph a n u m l
. .
. , . .

W
8 9 [T 1 867 ; H e t t n e r D i e r ä
' '

. r .
. ,

mrsche n S ta mk n k mdle r der P r ow n u a lmuseu m z u Tr ie r (T ri er '

V ie l es
' '

fin de t sich z e rstre u t in de n B o n ne r ja hr büe ke r n de r H’efl de u tsrhe n Zc :?rclrr gf t f ü r

W
'

Geschich te u n d u n d de m Ab r r e spo n de n zbla l le daz u es td Zsch rät . . .

r r

W
Oesch . u. K . S c h e e , Si tz u ngs ber de r Ak ad der
Il l . 1 20 ff . 2 92 D az u . .

isse nscb 211 e in , B rl


57 1 if W e i n h o d ‚ ZfdPh X XL 1 ii ; ] ii k e l , e bd
1 8 84 . . l
m
. .

. . l t
XXI I 2 57 ii ; P e y o , V e rslage n cn M ededee lin ge n de r K gl A dcrn ie van .

d e nscbape n IV 2 1 09 5 1; H o ffo r y , E dda sl ud ren


. . .K a u ff a n n , '

m
PB B XVI 2 0 0 ff ; S i c b s , Z ld Ph X X IV 4 3 3 R Ü be den Mars Hala ardus v
. .
'

.
'

. r m .

G r i e n b e r g e r , Z fdA XXX V 3 8 8 ff ; de n M ercuri us leudisi o v G r i c n b e r g e r . . . .

e bd 3 9 1 ; den Mercu i us C han ni n i M u c h , e bd 2 0 8 ; S i e b s , 2 fd l’ h XX IV


r 1 4 5ff ;

m
. . .

fm
.

de n Hercu es Mag usa n us K a u f l an n , PB B X V 553 ff ; de n R ua li vaha n us . .

M u c h . Z fdA X X X V 3 7 4 H ; H o z ha u s e n . PB B XVI 3 4 2 ff ; K a u f l a n n . . l . .
'

m
e bd .X VII 1 57 ii ; übe die german ische T ias Ma s, H ercu es, Mercu
. r
ange r r l r Z .

m t r
.

e i s e , N eu e He ide lb
J ahrh V 4 6 R ; uber die Des H ludana ] ä k e l. Z fdPh . . . .

XXII 1 2 9 H ; S i e b s , ebd XX IV 4 57 E ; K a u f a n n , PB B XVI II 1 3 4 ff ;


. . . . . fm . .

r l
ü be die N eha e n ni a ] ä k e l , Z fdPh XXI V 2 8 9 ff ; S i e b s . ebd 4 60 ff ; M u c h , . .

fm
. .

ZfdA X X XV 2 1 1 [T ; K a u f a n n , FE B X VI
. 2 1 1 ii ; d ie R a i a
.
] ! k el, . . v
Z fd i’ h X X I V 3 0 4 ff ; S i e b s , e bd 4 61 ff ; M u c h , ZfdA X X X I X 51 [T ; di e

W
. .

m
. . . .

D en Ga an gahis v G r i e n h e r g e r , Z fdA X X XVIII 1 8 9 ff ; K a u f


. an n . . . fm
PB B XX 52 6 die Dea V agda vercus tis v G r i e n b c r g e r , Z fdA XXXV
. . .

3 93 ii ; K e r n , V e si en
. eded d Kgi Acad van re te nsch 1 8 7 4 3 4 4 ff ;
. m . . . . .

m
. .

di e Den Ha ri e lla M u c h , Z fdA X X X VI 4 4 ff ; die Den Ha iasa v O i e n . . . r . r


b e g e , e bd 3 0 8 ; di e V iha n sa de s e bd 3 1 0 ; die San draudiga ders e bd X X X V
r r . r . . . . .

3 89 f H e n n i n g . D ie de u !rclze n R u n mde n k mä lc r S rassbu g 1 88 9 t r


'

. .

m m
.

F ö r s t e a n n , All de ntsclzcr N a e n öuc h 1 B Pe r :o n e n n a m en N o rdha use n . . . .

185 4 2 B Or tsn a e n N Aufl 1 8 7 2


. . . m
F S a k . D ie K arm a : dc r Ger . . . . . t r
ma ne n W ie n 1 8 68 E ine ei ere Que e sin d di e V erbrüderun gsbüchcr V gl
. . w t ll . .

r
E b n e . D r? k läsle r lzclre n Ge be l w e r br äde ru ng e n bis z u Ausg a n g e de : K a ro li n

m
m
.

g zl
r che n Ze rl a ä e r s R e ge ns b u
'

g 1 8 9 0 7 He n
y Pe e se n , O
. N o rrßoern es r . r t r
Gude dy r ke lse og Gurk l r o 1 f !ede n o ld Kj o bh 1 8 7 6 ; M o n t e l i u s , D ie K u ltu r
'

. .
W
XI . Mw n o ro c rs . .

Schwede n : i n vo reh n sl lzclze r . ei t ( ü bers vo n Appe , Bed


' '

o ru . Z l . m
m
.

Da rt mäle r n ( Mesto rfi,


'

D ie V o rg eschirhle des N o r de n : n a ch g ü rrlrze rh k übers v


' '

Hm m
. .

a b S M ü e . V o r Old h d (
. R hb 1 8 94 11
. ll r
N ordische Altertu s
'

. .

k unde ü b erse z vo n O ] iricz ek tt


S rass burg 1 8 96 O R y g b . N o r sk Old t '

m
. . .

.
g er K ris 1 88 5111 ; N i c o a y s e n ,t . a r ske Fo lev ng e r ( K is 1 862 l ’

m m '

r t .

V e d 1:l , B o r n he i m Oldh dsm ( hb 8 86 A 8 3 F


' '

rn de r R 1 ) d b 1 0
: u n ar 9 . . . .

ö n s s o n ‚ M ytho l fo re sti llingar i de a:lds te skj ald e iwad Ark f n 61 I X 1 17


m
. . . . . . . .

All die se Dich er fin de n sich i Co rpu s po dia rm bo r ra le. 2 Bde hrs


t von G . g . .

V igfi1sso n un d Yo rk Po we ll Ox fo rd 1 8 8 3

D ie his orische E x is en z der beiden . . t t
t t
äl es e n is t an gez ei fe vo n B u w
e . B t drag l i ! da r a ldsl e lt Hrlrto n e gg '

( C h is r t . Das gesa e M a eria . elches j e ne ei schi der . ist verar mt t l w Z t l t


be ite t vo n R e t t b e r g . K i rchen g esch rclrle Deu !sd cla i r ( b is z u To de Kar s des
'

m m l
r
G osse n) 2 Bde Gö i ng en vo n F i e d i c h . tt De u tsch r r

. .

la n ds ( bis zu de n Mero vi ngern ) 2 Bde 1 867 69, vo n a u c k . K i rche n . . H


g a d u chfe D eu tschla n d: 1 B (

bis zu T o de des Bo n i faz ius) Leipz ig 1 88 7 2 B. . . m . . . .

(D ie frän k K i che als R e ichsk i che ) L pz . r Die N ach ich en über das r . r t
tm
.

H e iden u un er den F i esen si nd z m sam tmenges tellt und erarbei et vo n v r v t .

R i c b t b o l e n , Un te r su chu n g e n übe r f r resrlrrhe Rechtsg esc hichte I I 3 4 8 [T, u n e


' '

tr
m
. .

m
.

de n Ange in chse n vo n K e b l c . D i e S ar lr r i n E n g lan d ( ü berse z vo n B an des) . tt r


I 2 68 B ; n e den skan dina ischen V ö k e n vo n K M a
. utr e . D re B e ke lrr v
cg de s l r ur r m
m
. .

n o rweg S la m er zu . Chn lsle n l u m e


(2 Bd e M ü n ch en 1 8 5 5 m J o ge n s e n , . r
D m
n o r dzirh
*
"
Ä i r l es Gru n fl a gg e ls e og f o rrle Udvü li ng ( *
R hb 1 8 7 4 Ban . g
m
.

Ui ri gt over d n o r sk I i 1 r kes Hi sto r i e u n der Ka tho h eir en (K is ''


T 11 r a n g e r .
'

m r t .

Den a n g e k a ks /Mfly de lu pa a de n no rsk ( . K is 1 8 90 . dazu K M a u e r . r t . . r


r t
N o sk bis T idssk r 3 R I II ) , M u n c h , De l n o rsk Fo lk: Hi sto r ie ; S a ra. Uri
. . . .
»

s i ! o ver de n 110 e H i s to r i e " V l H e fe l c D ie Kh


g g .

m tl m
. .

r
pitu larien de r f änki schen K ön ige . n a e n ich K ar s (1 Gr , e n hä Mo n Gu L eg 1 l . . t lt . . . .

m l
Wei e e. n a e n t ich no rdische Besti m unge n gqe n he idn ische Gebräuche finden sich
tr m

W
in den Gese zsa un gen ( t mml
Absch V I 2 A B und Absch X I I ) Ma ss a n n. . . . . . . . m
a s s u s c b l e b e n . D ie B m o r d n u n g r n

W
burg 1 83 9 ;
51 52 M SD N o de r
. . .

Hal l e 1 8 51 S c h mi t z , D ie B u rsöü d re r u n d d ie B u ss
''

a ben dlä n d rlrr he n K zrc he


' '
. .

d zmp li n de r A1 rr he M ainz 1 8 8 3 R e g i n a , D e ry n oda h bu r mus ic e l d isa


' '
’ ' ' '

. . . .

ph m: ece le rra sl rkrlr hrsg vo n ass erschlebe n Le ipz ig 1 8 4 0 B u r c ha r d vo n


' ' '

. .

W o r ms in se inen D ek re len Myth I II 40 4 6 vgl F r i e d b e r g Au : de u t sc hen


.

. . .
. . .

B u srbzir lrer n Hall e 1 8 68 C a s p a r i , ! 1 ü c/ren hrrl o n sche An « do ta C hris t ian ia 1 8 8 3 ;


' '

. .

m
.

de M a i n v o n B ra c a ra s Schrift De ro r ree l rrme rush ro ru m e bd 1 8 8 3


rt ' '

. . . .

C a s p a i , E i n e Aug u s l mf äßclrhclc be rke leg fe Ho rmh a de rac r i leg rß Chris ian ia


r t
' ' ‘ '

m
.

m mm t r m
“ al hrs in der Z fdA X XI II 3 1 3 R I n d reu hes g '

1 88 6 ( i t K o
'

e n a ) ; zu 1 . . . .

super Myth III . . .

H auck l1 3 57 fl S a u p e . D er I m M SD N o I V .
' '

. b e :upe rrl ( L pz . . . . .

3 1T D iese Sege n u n d Zau berspriiche ha be n sich bis zu r Gege n a t erha e n . sie wr lt


m t mm
.

finde n sich in j ü n ge e Fo r fas i n a len Ss e nsa lun gen vgl M e y e . Ge m


rr l r
g . .

52 7 V i a , D e u tsche Ah er l u m
. er m l He lra n d lm r
2 A u fl Marburg 1 8 62
'

. . .

m
.

L eo , K ö h e . Alk r l mn e r i rn B wn {f Ga rn X III l r . .

129 6 K M ü ll e n ho ff. ZfdA


. . U n ersu chun gen erli n t . B
G e r v a s i u s v o n T i b u y . Ol i a I m pe n a h a hrsg vo n Li ebrech . l r t
'

1 8 8 9, 1 fl
' '

. .

H an no e 1 8 56 vr
C a e s a v o n H e i s e b a ch, t . log M r eu lo r u m hrs r t r m m g .

vo n S range. K o b en z 1 8 5 t 1 V gl K a u an n . l
Cae sa r v H E :n B et r ag zu r . . fm . .
' '

K u l tu rg nd u e h k 2 A usg K öln 1 8 62

M e y e . D er Abe rg la ube i rn M rl te la ü er
. . . . r '

Z i mm l

W
und de r n äc hs{fo lg en de n jab r b u n der le Base 1 884 ee Chr o n i k . . .

4 B de 2 Aufl Fre ib rg i/B r . . E a s u s F a n c i s c u s . Sä le»


. u . r m r
spie e l
g H öllrkcher P r o leus P a e o r i u s . S a tu

a li a d r M z7 ae hß ra l u n
f r t m m .

m
. . . .

Le ipzi g 1 663 ; An i k ropode mu: p lu to cus d r ei n e n eue m

W
' '

ell be seh bu ng vo n . .

a lle r le;y wu n de r ba lrre n Me n sche n . Magdeburg 1 666; B lock sberg : Verr 1ck tu n g
'

L pz 1 668 ; Da . o n o lo g ra Ru M m m
/ä L pz 1 662 ; De r a ben teue r behe Glück:i
' '

.
'

1 669 ; E i n Aus brmd vo n ü n ri rche ßk u l lre n 1 667 Der a lten "’e fber P hi lo .

D i e g ertn q
'

soph y 1 61 2 re lle Roc ken


phrlo soph rir o der Ä ujn chtég e Un te r suchu ng
' ' '

C he mi tz n 1 7 0 6. O l ai M a g n i fl ßto r ia g en h u m sep te mtr ro n a hlr


‘ ‘

. Ro m 1 555 .
Gescfi i ci
'

rrs n es. G E R 11 . Mr m
o r o o rs. .

x s rrr m 1 11 . .

W
GE SC HI CH TE DE R GE R MAN ISC HEN MYTH OLOGIE .

M a n n h a r d t D ie Gr üte r
de r de u ßclce n u n d n o r dz rekn u V ölke r 1 Teil Berlin
'

. . . .

1 8 60 S 8 2 5 Ders An tike a ld u n d Fe ldt u lte erlin 1 877 S V fl fli B



. . . . . .

E H M e y e , A idA X I 1 4 1 17 D en
. . r V ährspd B erlin 1 88 9 S 1 fl . M ii l l e n . . . .
'

f
h o f und S c h e e , V o rrede zu Man nbardts r r
y ho o gi schen Fo rschunge n Strassb mt l

. .

1 8 84 J S c h e e , ja :o b Gr i
. . 2 Aufl r r
Berlin 1 884 0 1 1 0 G u pp e . mm . . . . r
D i e g r ieelu lrclre n C a l l e u n d My then i n üaren B e zie h u ng en z u den o r ten l a lzlrclte n
'

Re lig io n e n B L pz 1 88 7 S 5 if N "’
ör ter bud r de r ska n d rn a
‘ '

9 y n u
p,

. . «
. . . .

vrlrche n My l ho lop e
'

K open h 1 8 1 6 S 1 fl K ö p p e n . Ll le r an ire lce E i n le i tu ng


' '


. . . . .

'

rn die n o rd My tho log ie B ed 1 8 3 7 S 1 57 ii


. E H M e y e . Ge . My tlr . . . . r m . m
m
.

m
.

log ie erli n 1 89 1
. B
S 1 fl G o i t h z t . Ha ß ue h de r g e
. . My tho log ie L e ipz
'

. . . .

1 8 95 . S . 1

51 0 . wenigen Wissenschafte n ist es so nötig wie be i der Glaube ns


Be i

W
le hre di e Geschi chte ihre r Entwicklung zu kennen : durch ihre K en ntnis
a ll e in werden die Fehler der Vorgän ger verm
,

ieden Von den germ anisch e n .

S tä mmen gebührt den Deutschen der Löwenantei l an der Entwicklun g diese r


issen schaft ; der Nordgerm ane hat si ch fast ausschliesslich auf dem Bo den
d er no rdisc hen Mythologi e bewegt der Englän der dagegen hat seine Haupt ,

s tä rk e dari n gesucht in das Wesen des Glaubens aller Völker n am entli ch


, ,

d er Naturvölker einzu dringen , .

Der Vate r der german isch e n Phi lologie J a c o b G r i m m hat auch di e , ,

L e hre vom Gla ube n unsere r Vorfahren zu erst zur Wisse nschaft erhoben

W
.

E r n a nn te diese My tho lo gi e und nach sein em V o rbilde sind wi r gewohnt


» e
,

von ein er deu tsch e n oder besser germanischen Mythologie zu sprech e n .

as vo r ihm auf di esem Ge biete gearbei tet wo rden ist hat wi ssen schaftlich ,

k e i nen Wert ( v l Abschnitt I I


g 5 2 4 sowie die Werke
. von N y erup Meyer .
. , ,

Go k h a ) Grimm gebührt uns trei tig das Verdien s t a us den zers treuten
.
,

Qu ell e n zu erst den altgerman isch e n Götte rgla ube n und Kult aufgebaut zu
haben Zwei umfangreiche mWerke die wen ige Jahre vor Gri mm dasselbe
.
,

Ge biet behandelten M 0 11 e s Gerebrcb/e der i m nördliche n E uropa


'

( 5 und 6 Tei l von C re uz e rs Symbolik und Myt hologi e Le ipzig und Dan n
. .

stadt und F i n n u r M a g n u ss o n s L ex i co n m o reu m Kope n


'

y l lwl g (
ha gen 1 8 2 8 ) sch e ite rten an den verfehl ten Deu tun gsve rsn chen der Mythen ;
gle i chwohl s ind es noch heu te tre ffliche Materialsammlun gen di e jedoch mit ,

Kritik un d Vorsich t zu benutzen sind Grimm war der erste der in den .
.

Sprachgese tz en die einzig sichere Grundlage für das Verstän dnis der Mythen
e rk an nte Sei ne D eußcbe Äly lbo logü erschien z uerst
. E s sollte ei n e
d e u t s c h e Mythol o gie sein die zun ächs t die umfan greiche mnordische aus ,

s chliesse Gleichwohl wurde auch diese nur zu oft herangezogen sowei t si e


.
,

d ie d e uts che zu bes tätigen schien oder fühlbare Lücken ergänzte Di e .

wichtigste n Qu ellen waren für Grimm di e Schriftsteller des Altertums die ,

n ordisc hen Edden die ait und mitte lhochdeutsche Dichtung die V o lksü be r
. ,

l i e ferun g (Märchen Sagen Gebräuche) vor al lem aber die Sp rache nicht
auch der Nachbarstämme wie er überhaupt
, . .

n ur der Germanen sondern , .

g e rn Kultus un d Mythologie aller Völker gelegentlich heranzog Die Helden .

sa ge auf mythischen Ursprung zurückzuführen hat er nicht v e rsucht Auf die , .

D e utu ng der Mythen l egte Grimm kein en besonderen Wert ; er hat in grossen
Um rissen das Gebiet des mythischen Begriffes ge zeigt er hat Andeutu ngen ,

g e g e be n wie , dies er oder jener Mythos weiter zu verfolgen sei Vor all em .

hat er durch das ihm e igene fei ne Gefühl für Poe si e und Sprache der Kombi
n ati o n Thor un d Ri egel geöffnet Aus der Schule der Romantik h e rvor
gegangen verban d er dies e m
.

it der von ihmgegründeten ex akte n F o rschun g .


X I M1w . o zo c 1e .

Allein Gri mm schi esst nicht selten ü ber das Ziel hinaus : er sucht n amen t
lich in der Poesie der Sprache nur zu oft mythis chen H in te rgrund wo er ,

nicht zu fi nden ist ; er verbinde t oft wo zu trennen ist; er geht von einem ,

angenommenen fert igen Myth o s aus und ve rfolgt ihn zu wenig in seiner
hi s tori schen Entwicklung ; er träg t in den al tgermanischen Gö tte rglauben
ei nen Monotheismus und ei n System das schon die Gesclfichte der germa ,

1\iSC hen Stämme zu ni chte machen muss Gri mms Werk ist nicht für den
La ien ; nur mit Hilfe der Kri t ik wird es die reichste Fundstätte m y thi schen
.

Stoffes der Belehrung und viel seitiger Anregung


, .

Auf Grimms Schul t ern stehen mehr oder weniger die meisten Forscher .

die sich sei tdem mit mythologi schen Dingen bes chäftigt haben Ein Teil .

derselben fand neue Mittel und Wege zumVerstä ndnis des Glaubens unserer
Vorfa hren ein an derer Teil dagegen eign ete sich namen tlich die I rrtüi n er
,

des Meis t ers an und hielt es für seine Pflicht diese un ter die gro sse M enge ,

zu bringen die s ie z ur Zei t noch beherrschen


, In der Vorrede zur 2 Auf . .

lage ( 8 I X ) schliesst
. G ri mm seine Be t rachtung der nordi schen und deut£
schen Quellen mit der Mahnung man müsse daran fes thalten d ass die , ,
»

nordi sche My t hologie echt sei folglich auch die deutsche un d dass die . .

deutsche al t se i fo lglich auch die nordis che


, Infolge dieses T mgschlusse s « .

hat man das nordis che G ö t tersystem a us chris tlicher Zeit wie es namen tlich ,

in der übe rarbei t e t en Fassung der Suorra Edda sy stematisch geo rdnet vor
liegt fü r ein ge mein ge rman ßc hes gehalten und hat an der Han d di eser
,

G rundlage ü berall in Deuts chland nach entsprechenden Mythen ge fa hndet .

Da aber äl t ere Qu ellen fehl t en so muss ten Märchen und Volkssagen her ,

11alten ein dem nordischen ähnliches Sys t em auch fii r Altdeutschlan d zu


erweisen Oft gen üg t e ein ganz nebensächlicher Zug die Ü bereinstimmung


.
,

m
als fe st e T ha ts a c he hin z u st e ll en S o en ts tan den in all en Gauen Deutschlands
.

und a usse rde u t che r Länder Sam lungen von Mä rchen Sagen Si tt en und
s , ,

Gebräuchen in denen Gri mm Entart ung de s al t en G ötte rglaube ns un d


.

die le tz t en Ausläufer des Heiden t um s gefunden hat t e Als Sammlungen d er .

E a e ugn isse des Vol ksgeis tes haben dies e zweifellos dauernden Wert als ,

Bei träge zur deu ts chen My thologie ( d h My t ho l ogie in der Grimms chen . .

Auffassung ) wie s ie s ich oft nennen sind sie mi t grös t er Vors icht zu benu tzen
,
s .

Der gläubigs t e Anhänger Grimmscl m


,

r Me t hode der ihre Res ul tate zum ,

äussers ten ausbeu t ete und unter die grosse Menge b rach t e is t ] o h W i l li , . .

Wu l f (1 8 1 7 E r war ein idealer Schwärmer der namen tli ch in ,

Mi tt eldeutschland und den Niederlanden das Volk besuchte und die Bib lio
t heken durch st öbert e Die von ihm gegrü ndete Za lrcl m .
fl fii r deul sclre Aly llzo
' '

log i e u n d Sü/en l u n de (4 Bd e 1

8 —
53 1 8 59) war der M i tt elpunk t jener B es tre
.

bungen ” In dem sel ben Fahmass e r segel t auch S i mr o c k s Ha n d6u rlr der
.

deu!sclrm fll vll wl p e ( 6 Au fl Bonn


'

W
a . .
_

Eine rü hmliche Ausnahme und zweife ll os das Beste was wir a us jener ,

Zei t ne ben Grimms My t hologie an Zusammenhängendem ti ber al t deu tsche


Religion be si t z en ist M ü l l e r s Gesehrrhle u m! 8 1 1 10 » der a ll deulscben
, .
,
'
1

G ö t tingen ein Werk das infolge der ungerec hten Verurteil ung
'

Rc/r}gro n (
G rimm s (Berliner Jahrbü cher fü r msse n sc ha ftlic he Kri t ik 1 8 44 no 9 1 —9 2
,

.
,

Kl Se h r V 3 3 6 ii ) nich t die Anerkennung gefunden hat die ihm gebührt

W
. . . .
,

5 1 1 Z u den eifrigs t en Sage n sa mmle m gehört A K u h n der auf diesem


. .
,

Gebie t e gerade z u bahnbrechend genan nt werden muss Ihm stand auf seinen .

Forschungs reisen sein Schwager S c h w a r t z treu z u r Sei t e Bei de sin d . .

fü r die Ge schichte un serer My t hologie von Bed eut ung Aus der Beschäftigung
mit volkstümlichen Si t ten und Sagen der Gegen wart hatte Schwartz a r e m
.
(2 4 0 ) Gas c mc nre mare o ma . Mrr rto ro . m
s .

d ass hie r ein mythischer Grun ds to ck vorliege de t un streitig fi lté r ist als di e '
'

M ythen von den en die nordis chen Lieder si ngen da er s ich in gl eicher
, ,

F o rm bei fas t allen Völkern wi e derfindet E r legt e di ese n wichtige n u n d im .

K erne una n fecht baren Satz in de m Programme »Der /reut


da : alle H eiden lu m (
. Berl in 1 849) nieder In einer Menge grösserer und
« .

kle inerer Abhandlungen verfolgte Schwartz später dies e n Gedanken weiter ,

i n dem er sich hauptsächlich an die grie chi sche und deutsche Überlieferung _

hi el t So wurde Schwartz der Leh rer der n i ederen Mythologie wie er


3
. » «
,

d en Kern der Volk sdicht ung im Gegen satze zu den e ddischen Dichtungen
(höhe re Mythologie ) nannte Diese aber fü hrte ihn weite r zur prähis to
» « . .

ti schen Mythologie zu dem Ur sprung aller myth o logis chen Auffassung


j a , .

De n letzteren fand er in den Erscheinunge n in der Lu ft namentlich im ,

Ge witter und S t u rm Diese U rmy then s uch te er dann auf rein deduktive m
.

_Wege durch die Q uellen zu erhä rten wobei er dies e freilich ohne his to rische ,

K ri tik ganz nach Gutd0n lren ausbeutete und zustutz te Die jüngste Volks :

sa ge k o n n t e für ihn nicht nur uralten my t hi s chen Gehalt haben sondern ,

h a t t e ihn auc h A uf dies e Weise brachte Schwartz eine vol lstän dige Ver
.

s chieb ung der mytho lo giscli e n Quellen zu stande : di e V o lk sttbe rlie ierung
s o llte de n Kern des Glaubens der alten Germ

anen geben zu dem nur ,

k ü ns tliche Erz eugnisse wie die Eddali eder hi n zutreten Die Methode mi t .
.

w e lch er er dabei arbeitete war die al te Grimm sche Ko mbi nati o nsmetlw de ;
,

d e r Fortschritt den durch ihn die Mythologi e ge m


, acht hat bes teht darin , ,

da ss das Suchen nach nordi schen Göt t ern in der Volks dichtung end lich
a u fhörte Allei n Schwartz An sich ten sollten noch nach anderer Richtung
.

hi n fruchtbrin gend wirken Indem er dem Urq uell des my t hischen Denke ns
.

n a chgi ng wurde er mit Wa i t z B a s t i a n und Ty l e r der Gründer de r An


, ,

th ro po lo gi e Du rch di ese aber hat un sere Glauben sgeschich te eine bi sher


.

n och lange nicht genügend gewürdigte H ilfswissen schaft erlan gt di e mehr ,

a ls jede andere gee ignet is t der Kuhn sc hen vergleichenden Mythologie ’


» «
.

d en Boden zu en tz iehen Unter den Forschern die die Anthropologie im


.
,

D ienste der Glaubenslehre benutzt habe n verdient beson ders der Englän der ,

A .L a n g ge n annt z u we rden ‘ .

Ungl e ich kritischer als Schwartz ging A K u h n in seinen mythologischen .

Forschu n gen z u Werke Das Studium der verglei chenden Sprachwisse n schai t
.

hatte ihn z u den Liedern des Veda gefüh rt Hier glaubte er eine so reine .
,

n atürliche Phantas ie z u finden dass di ese geradezu oft den von Schwar tz .

entzifferten U rmytho s zeigte So ging er bei seinen Forschungen vom Veda .

a us .E r griff hier ei nen Mytho s oder Kult heraus untersuch te ihn sachlich ,

un d sprachlich in se inem gan zen Umfange und verfo l gte ihn dann ni it
Scha dsi n n und feinem Gefühle für N a tu tp o es ie bei den übrigen i n do ge rm a

n ischen Völkern An der Spitze se iner Arbe i t en auf dies em Felde steht
.

d ie I l era bh m fl des Feue rs u n d des GÖI /erlra n ßn (1 8 59 2 Au fl G ü tersloh


'

» , . .

da s Buch wurde der Kanon der vergleichenden My t hologie Dabei .

wurde vergiei chen d im Sinne der ve rgleichenden Sprac hwisse n scha i t a u fge ‚

fass t : man hoffte durch Vergleichung der Mythe n aller indogermanis chen
V ö lker die in do ge rma n ise he n My t hen di e U rre ligio n der un ge h e n n ten Indo ,

germanen z u finden In der Deutung der Mythen gi ng K uhn mi t Schwartz


.

H and in Han d Beide standen hieri n im Gegen sa tz zu dem anderen Be


.

gründer der vergleichenden Mythologie zu M a x M ü l l e r der Sonne und


°
, ,

H immel in den Mi t telpunkt al l er mythischen An schauung der Indo germanen


s t e llt und seine Theorie selbst als die solare gegenüber der meteo rische n » « » <

Kuhns und se iner An hän ger beze ichnet ( Wissen schaft d er Sprache I I , ,
(2 4 2 ) Gsscru ca rz D ER o m . Mm o zo o rs .

lie ferung e ine neue vo n der Grimm sch en und Schwartz sc hen Auffassung
,
’ ’

d urchaus ve rschi e dene Be deutung Mit der v e rgleichen den Mythologie der .

K uhn Mülle r sc hen Richtung bricht er; er hält ihre bish erige n Erge bnisse
-

für w erfehlt verfrü ht oder mangel haft


, die fehlenden spra chlich e n er

Ü be re in sti mmungen besti mmen ihn dazu Dagegen ba hn t er ein e r n euen .

v ergleichen den Mytholo gie den Weg un d hierzu hat ihn di e Anthro ologie ,p
g ebracht Auch er zieht die Parallelmythen heran abe r nich t um einen
.
'

mdo germaniee he n U rmytho s zu erweisen sondern nur um die Ubereinstim


, ,

. o

mun g fes tzustellen und zu zeigen wie sich bei verschi ede nen Völk ern aus
. .

gleich er Wurzel die Mythen auf ganz äh n liche Weise e ntwi ckelt habe n Als .

Gru ndlage de r späte ren Kun stmythe n nimmt M a nnhardt ein en aus gebreite ten

W
'

Dä monen ku lt an und zwar schon für ei ne pro e thn ische Periode Nur aus
di eser A nna hme erkläre n sich ihm die Übe re instim mun gen I mRoggen wo l/
. .

hält e r ö e E lem en targeister noch für in ddäm o n en ; in se inen Kom däm om


tre ten daneben die se elischen Geis ter in den Vo rde rgru nd ; ers t in sein en
spä tes ten Werken is t er zu den V e e ta ti o nsdä m o ne n u n d den Pflan ze n seelen
g
ge führt Aus der Be obachtung des Wachstums der Pflan z en habe der na

tü rli che Mens ch in ein e r pro e thn isehen Zeit die Wesen sgle ichh e it zwischen
s ich und den Pflan z en e rsciflo sse n und letzteren eine Se ele zugeschriebe n .

D ie se Pflan z ense ele ist Mamha rdt der An i ang aller Mythenbild ung ; aus ihr
is t dan n der V ege ta tb nsdäm o n hervorgegangen der mit der Zei t auch mit
me teo rischen un d solaren Erschei nungen in Verbindung gebracht worden ist
,

Au s dem Däm o n en glaube n sollen sich späte r die ei nz elnen Stam mesmy
th e n e n twickelt haben Mannhardt ist zweifellos e i ner der be d eute ndste n
.

un se rer My tho lo ge n ihm war die Ge schichte des Glaubens un se res Volkes
e in e na t io n ale Sache E r hat z ugleic h i n seinen spä te ren Arbe iten strenge
m
.

p hi1 0 10 gis d 1 e Kritik an d en Quell e n geübt E r k ä pfte ununte rbrochen mit .

s ich und an sich um zur Wahrheit und K larheit zu gela n ge n Vor al le m


, .

wa r er s tre ng ge ge n si ch selbs t ; er verurtei lte sei ne Ans ichten sobald er si e ,

a ls fal sch erkannte Gl e ichwohl hat sich sein System ke ine Anerken n ung
.

v e rschaffen kön nen Die Kultu rmstän de die dasse lbe voraussetzen stimmen
.
, ,

n icht zu den Res u ltate n die wi r der ungl e ich sichereren pro e thn ischen Alter

N m Sei ne Ko rn d2 mo n en z B
,

skun de u n d der Spra chio rschun g verdanken . . .


,

a n denen er noch in se inen mytholo ischen Fo rschun gen fes thäl t setzen bei
g
de n I ndoge rm
,

anen eine Pflege des Ackerbaues voraus die sich durch nichts ,

st ütz e n läss t
(V ic t He i m Kultur fla n z e n
p und H au s tiere ‘ 1 4 ii 54 i i v , .
, .

ischen Altertu m
. .
,

8 1 3 q Über Methode und E rgebnisse der m swisse n schai t .

1 85 Wei ter e rheischt abe r auch das Man n hardt sc he Syste m ein viel ’

zu abs trakte s D e nken von dessen E x iste nz in der Zeit ein es niederen Da
mo n en k ultes ma n sich ni cht zu übe rzeugen ve rmagß
,

Eine Verbindung zwischen de mMan n hardt schen und K uhn Schwartz schen '
-

Sys temhat neu e rdings E H M e y e r an gestrebt sicher der be d e ute nds te vo n .


,

M an n hardt s Schülern auf dem Gebiete der germ


.

'
anisch e n Mythologie Meyer .

g e ht von dem Kuhn schen Perioden sy s tem a us b rin gt dieses aber in un



,

g lei ch fe s tere F o rm Nach d i e sem .s ieht er den See len g la uben und 4 11111 ,

(1 i ei ne n G lauben an die Se el e n der Abgeschi e denen und e ine Ve rehrung


. .

der in der Natur fo rdeben den Se elen als den A nfan g alles mythis chen

W
.

D en k ens an Aus di ese m See len gh ube n hat sich in einer s päteren Periode
d er Däm
.

o n en glaube entwickelt Unter den so entstandenen Dämonen räumt

W
in ddam
.

e r den o n en den wichtigsten Platz ei n Der Hauptscha upla tz für .

di e mythischen Ge bilde ist also die Lu ft Mit der Zeit entstanden Wolk en .

win ddäm o n en ass erwin dd2 m , o n en un d Ba u m win ddflm o n en Aue h die C c .


XI . Mvr a o z oc rs .
( )
2 43

s ti me namen ti ieh Sonn e und Mond wirkten schon z u jener Zeit mythen
. ,

bildend auf die Phantasie ihre Hauptbedeutung haben diese aber erst in
,

der 3 Periode erla ngt bei den Völkern des Aekerba ues und der staatli chen
.
,

Kultur wo besondere Götter u n d Götte nsysteme ents tanden (


, I n d o ge rm Myt h . .

I 211
, Einen Götterh immel leugnet also Meyer fti r die in do ge rrn anisc he
Urzei t um an dessen Stelle ein en um so amge prägte ren Dämo n en giauben
,

zu Setzen Als erwiesen hält er vier in dogermanische Dämo n en mythen : den


. .

Mythus vom Donner un d B litz wes en vom Sturmdämo n den Rege nbogen

W
, .

mythus und den Dio slruren mytims ( I n d Myth I I A llein k ein e r vo n


. . .

di esen Mythe n ste ht fest j a Meyer hat si e nic ht ei nmal wah rscheinlic h zu
,

machen vermocht ( vgl Z fd Ph XX L 3 3 6 i i


. Müller Zur M ythologie der . .
,

grie c h und deutschen Heldensage )


. Dazu gi e bt Meyer dem Dämonen .

glauben ei ne Bed e utung die er wohl schwerlich geha bt hat ; fast alle ge rma
'

n i schen Götterges talten sollen aus ihm hervorgegangen sein Das ist auch .

n icht in einem Falle weder erwi es e n noch wahrscheinlich Endlich räumt .

Meyer der subj ek tiven Phantasie der einzelnen Stämme viel zu wenig Recht
e in so dass sei n mythologis che s System wohl ebe n sowenig bes tehen wird
, ,

wie das Man n hardt sche Diesem System liessen sich na türlich sehr viele

.

Mythen der eddischen Dichtu ng nicht einreihen Daher hat sich Meyer .

in j ü ngster Ze it ganz auf Bugges Seite geworfen und lässt wie dieser ei nen
grosse n Teil der nordischen Mythen Nac hbildung ch ri stlicher Glaubens lehren '

in heidnischem Gewande sein So erkl ä rt e s sich dass z B die V oluspä .


, . .
,
*

un strei ti g eines der gro ssarügs ten Werke des Nordens in s einer sonst recht .

verdiens tlichen germanischen Mythologie ga r nicht zur Gel tung k ommt " .

Mehr auf die subjektive Phantas ie der ei n zelnen Völker geht L L a i s t n e r '

ein E r bes chäftigt sich beson ders mit der Volkssage Ih re Elemente lässt
. .

auch er in ein er Peri o de gemein samen Zusammenlebe n s en ts ta nden sein ,

namentlich nimmt er dies von den my t hischen Namen an Allein er sucht .

jed e Sa ge in ihrer Heimat auf und erklärt sie mit Hilfe der N ature rsche i
n un gen die sich hier zeigen Der Kern ist nach ihm alt
, . hierher gehört ,

2 .B die Vorstellung des N e be ls a ls Wolf des Ross es als Sturm


. die Form , ,

aber ist der Gegend an gepasst So verhilft L aistn e r mehr der Poesie der ei n
.

z e ln en Stämme z u ihrem Rechte und zeigt sieh hierin als Anhänger U h l a n d s ,

der in seinem M I/zm vo n 7 7uff die mythische Dichtung der N o rdgerrnan en


in Anlehnung an die Natur ihres Lan des berei ts 1 8 3 6 trefflich entworfen
ha t wen n er auch zuweilen natürlichen Hinte rgrund fi nden will wo k ei ner
, ,

zu suchen ist! Hierdu rch erwei t ert zugleich La istn e r unsern Blick : er lässt die
Mythen nicht 8 0 einsei ti g wie die Schwartz sche Schule a us einer eng begrenzten ’

Zahl von Naturerscheinungen hervorgehen Dabei sieht er stren g auf die .

Etymol ogie mythischer Namen die er frei lich n icht immer glücklich behandelt
, .

und sucht so Wort und Sache miteinander in Einklang zu bringen In s ei nem .

letzten grösseren Werke dem Köln ! der Sbl unx räumt La is tn e r auch dem
°

, ,

Tra um als mythemrzeugen de r K ra i t sein R e cht ein ; er steht hierin un wi l l


kti rlic h wenn er es auch nicht offen bekennt unter dem E in flusse des
, ,

Se e len glaub e n s ”
Dass La istn er bei der V crfe chtun g seiner Ideen z uweilen
.

ii be r das Ziel hin aussc hies51 ist nur zu natü rlich , In Deuts chlan d den .

Se e len glau bc n und See le n ku lt nachdrü cklich s t als my the n c rz eu e nd es E le in en t


g


verteidigt zu haben ist das Verdien st J u l L i p p e r t s mag dieser unter
, .
.

T ylo rs Einfluss ges tanden haben oder nicht Dagegen geht Lippe ent .
.

sc hiede n darin viel z u weit : al l e My t hen alle Go tth e i t en sollen aus dern ,

Se ele n gla u b en hervorgegangen sein Um dies zu beweis en be di ent si ch der


.
,

Urheber diese r Auffass ung philologis cher Mittel die heu tzutage ke i n Philologe ,
Gssc mcn r DER s c as a . Mrr n o no o rrz -
.

mehr anerke nt n “Einem klassischen Philologen gebührt das Verdienst

W
.
,

A hnenk ult und See le n glaube n in Deu tschlan d in das richtige Fah rwass er ge
b ra cht zu haben In sei ner Psyche (
. Freiburg i/B 1 890 194 ) hat E R o h d e . .

d i e Bed e u t u ng desse lben für die griechis che Religio n e m1esen und uns ein
erk ges chen kt das auch kei n Germanis t ungeles en lassen sollte Bedeu
, .

t en des i n dies er Richtun g ist au ch von H S Vo d s k o v zu erhoffen ; in



. .

s ein em Werke &b lea rl elre o


y

g N a l urd réelse (
y 1 6 H ef te E bb 1 897 ) sucht
. . .

e r Seelen u nd Naturverehru ng aus der Kultu rges chichte zu e riäu te rn und

i hr e m Umfange im R igv e da und der eddisehen Dichtung n aehzugehen


_

5 1 3 So is t seit
. Grimm bis heute Hypothese auf Hypothese aufge
stell t worden aber n och kein e hat sich genügen d e Anerkennung z u y e rs cha ffen
.

v e rm o r:ht .Weder über den Ursprung des Glauben s noch über die Deutung ,
_ ‚

d e r Mythen und ihr hi storis ches Verhältnis un terei n ander herrscht E inigkei t .

D e r Hauptfehler der Forschung liegt offenbar darin dass man viel zu wenig ,

K ritik be i Benut z un g der Quellen ge ü bt hat j a eine gewiss e Kritiklosigkei t


.

g e w iss erma ßen sanktioniert worde n ist .

Für die pl1ilulogische Kriti k der m; tho logischen Q uellen aufs en e rgi5c11ste
e i ngetrete n zu sei n is t das Verdiens t L a c h ma n n s und M ü ll e n h o ffs
'

W
.

Lachman n behandel t e die Mythologie a ls N ebe nstu dium der Helde nsage .

denn in den Gestalten dies er erkannte er und hierin stand er im Gegen


s atz zu U hlan d und ilh Gri m m verblasst e Götter Müllen ho ff hiel t an
. .

diesem Ge danken fes t und ve rtiefte ihn Ihm ware n die My t hen die ural t e .

Poesie unserer Vorfa hren Deshalb 1 erlangte er strengste Kritik der mythischen
.

uelle e nicht anders als andere li tte ra ris che De n kmäler zu be han deln
Q n. di
un d nicht von ihrem F un do rte zu trennen seien So ist mr allem durch
ih n die Bedeutung des 7 i wa z als germ
.

"
an ischen Go t tes und die Revolution ,

di e mit sei ner En t th ronung endigte aufgehellt un d verteidigt worden Aber, .

M ü llen ho ff behandelt nur die Religion ; mi t Volk sglauben und Volkssitte be


schaft gt er sic h nicht Auch sind seine Schlüsse wenn auch durchweg
i .
,

geis t rei ch und anregend doch nicht selten allz uk tll1 n Vor alle m i n1 det er
'

. .

i n den Ges talten der H eldensage oft al t e Götter die schwerlich in den ,

H elden fo rtleb e n u
.

5 4 1 . Nicht ohn e Bedeut u ng auch für d ie german i sche M ) th 6 lo i e i st das


g
W erk ei nes andern klass ischen P hilologen O G r u pp e s : Gn er/i zirr/1e Calle
'

, .

z71 re f1 B es ü l m den 0 17 211I 11 1111d1 e11 Rel1lgzo n em 1 B


'

W
u n d flfy lben 1 11 nge n 2 11 . .

Le ipz ig Mit ihm scheint für die mythologische Forschu ng eine neue
Ä ra angebrochen zu sein wenn auch seine Aufstellungen h och vi elfach der
,

Lä uterung be d ü rfen Man könnte seine Theo rie die


. an de run gs theo rie

n ennen ; er selb s t bezeichnet si e als Adapl1 o m imus


'

Grup pe scheidet zunäch st scharf zwischen den volkstümlichen Elementen


de r My t hologie ( Märchen Sage ) und den hierarchischen den Kun stm
,
th
y en , ,

e er nicht als die Quelle des Kultes auffasst so ndern die er a us dem
d i ,

K ulte hervorgegan gen sein lässt Der Kul t ist ihm al so das Ältere in der
.

R eligion der Völker N ur die hierarchis chen My t hen hängen mit dem K ü he
z usammen ; beides macht die R e l i g i o n der Völker aus di e hauptsächlich
.

unter dem Ein flussc der Pries ter steht Die Übereinstimmung der hie ra rchi
,

s chen Mythen der in do ge n n an is chen V ö lker hebt Gruppe aus drü ck lich hervor ,

allei n keines der bisher angewandten Sy steme erklärt ihm dieselbe gen ügend .

SO kritis iert er den n alle Sy steme und kommt endli ch zu dem R es ultate dass ,

Kult und hierarchische My then vo n Vorderasi en aus sich ü ber fas t alle
Kulturvölker verbrei tet haben .

In der Würdi gung des Kultes be rührt sich 0 Gruppe mit K We i n h o l d . . .


( )
2 45

Di ese r kn 0pft von Haus aus abse its vom Wege der Wei teren twi cklung ger
manischer Mythologi e unmittelbar an Gri mm an All ein er hat jederze it
,

, .

die Ba hnen der phantastischen Anhänger der Gri mm schen Richtun g ge mic ’

den und i st für das Re cht historischer Fors chung en e rgisch ei n ge tre ten j a

seine jüngsten Abhandlungen verfech te n imKerne di ese lben Grun dsätz e un d


,

R esultate zu dene n Müllenho ff gelangt war n ur dass er mehr als di ese r


, ,

dem Kultus als der Wurzel des Mythus zu se in e m Rechte v e rhilft " .

Auf dem Ge biete des Kultes verdie nen schliesslich n o ch rühmliclm

W
1e r
Erwä hn ung H e i n o P fa n n e n s c h mi d und A T i lle Des ersteren Gm a
mmlen E mIe/erte enthalte n das Beste was wir über ahgerman ischen Kult
. .

W
'

besitzen ährend Pi an n en sehmid aber in sei n e n Anschauun gen gan z auf


.

Grimm schem Standpunkte steht verfolgt Title in seiner Gerriu d1!e der deut
' ’

rrben eihna cht den Kult in sei n e r geschichtlichen En twicklun g und in se i n e m

men hange mi t den Le ben sverh ältnissen des Volkes Indem er da


.

Zusa m .

durch neu en A nscha uungen zum R echte verhilft v ern achlässigt er etwas die
re li giösen Vorstellun gen unserer Vorfahre n .
“ ,

5 1 5 Ungleich älter als in D e utschl and ist das Stu di um des Glaube n s
.

der Vorfahren im skan din ayischen Norden Dafü r ist es abe r auch hier u n .

gleich einsei tiger da es sich in der Hauptsache auf di e Darste llung des my
,

thisc hen Ge haltes der Ed den beschränkt Die vergleichen de Mythologie hat .

hier weni g Anhang gefun den w e der die Kuhn Mfllle r sc he Richtun g n o ch
,
-

,

die Tylo r Dagegen hat die historische Ri chtung ein ige


nennenswerte Vertreter gehabt .

De r ält este nordische My t hologe ist S n o rr i S t u rl u s o n Seine E dda ist .

im 1 Teile nichts anderes als eine Mythologi e ausgea rbe itet fti r Skalden
.
, ,

dami t diese ü be r den Inhalt mythisch er U msch reibun gen der ken n in gar . ,

Bescheid wüss ten ( vgl A ltnorwegisch isl and U te m


. tu rgesc hichte ) Sn o rris
-

mythologische Bestrebungen lebten in seiner Schule fort und haben mög


. .

liehe rweise auch die Sa mml ungen von Liedern mythischen Inhal ts vera n
lasst Von c 1 400 an achtete man wen ig auf die alten Lieder ; ers t im

W
. .

1 7 ] ahrh kam man auf si e und die Edda zu rü ck


. . Allein die B es chäftigu ng .

damit war weiter nichts als ein fo d geße tz te r Streit über den Wert oder
Unwert dieser mythischen Quellen Das älteste nordische Handbuch der Mytho
.

logi e Gru n d t v i gs N o rdens 1 80 8 2 A ufl war e in von vater


'

,
läalog r ( . . .

Mn disc he r Begei sterung getragenes und z uges tutztes Werk wenn auch die erste ,

Auflage manchen richtigen Gedanken en t hält der eine his torische Betrachtu n g ,

der Mythen anbahnte Ers t unter dem E in flusse von Grimm s Mythologi e
.

erschienen auch im Norden sy ste matische Darstellungen des alten Götte r


gl aubens so von M u n c h und K e y s e r vor allem aber von N M P e t e r s e n
, ,
“ . . .

Die histo rische Richtung haben namen tlich drei Gelehrte vertreten : M .

H a m m e r i c h der den Nachweis führt dass die Ragn aröksmythen nur bei
, ,

den N o rdlän de m und z war in der Wikingerzeit entstanden seien H e n r y .

P e t e r s e n der Thor als den alten nati onalen Gott der Nordgermanen e r
,

weist und Od in aus dem Süden eingewandert sein lässt und endlich S e p h u s ,

B u gg e der den gröss ten Teil der E ddamythen als nordische D arstellung
mi ttelal t e rlich —
.


chris tl icher Legen den z üge un d Umwandlungen griechich heidn i -

scher Mythen auffas st Während die Arbeiten von Hammeri ch und Petersen
.

s ich allgemeiner Anerkennung erfreuen hat Bugge dure h die sei n en ent ,

sc hied e nen Widers pruch hervorgerufen Die Idee n die Bugge verfi cht sind
.
, ‚

nicht neu so ndern schon jahrhunderte alt (vgl E H Meyer Voluspa


, . . .
,

S 1 . allein Bugge verteidigt sie mit den Waffen der neueren Wissen
scha ft der his torischen Grammatik
, Nur missbraucht er diese Waffen indem
.
,
( )
2 46 Gss c m ms DER c 6 1211 11 . Mrr a o w c rrz —.

er das myth ische Wort sec iert u nd in den ein z elnen Teilen di eses oder jen es
griechische oder lateinische oder keltische oder angel säch sische Wort fi ndet .

das der al t e Wikinger bald fal s ch versta nden bald fal sch gedeutet bal d , ,

durch ein lautlich ähnlich klingendes norwegisch es wiedergegeben haben


so l l
. Wenn demnach weder Bugges Me t hode noch ein grosser Teil sei ner Be
hauptun ge n Anerkennung finden wird so hat er durch seine mythologischen ,

Studien doch zu einer neuen hi stori s chen Durchfors ch u ng der nordischen


Mythen angeregt u nd ohne Zweifel wird es sich zeigen dass wir einen sehr grossen
. ,

Teil von dem was wir nach Grimm als u rge rm , an ische Mythen a uffass ten ,

fal len las sen müssen Denn das Hauptwerk welches aus der Reaktion gegen .
,

Bugges Studien hervorgegangen ist V R y d b e r g s Un dmökm nga r 1 Germ amké


' '

W
'

.
,

l ho logr ( z del Sto e kh 1 8 86 ist nicht geeignet diese T ha tsachen zu


'

.
.
,

erschü t tern da sei n Verfasser die Überlieferung ohne jegliche K ri tik ver
,

arbei t et C ombination auf Combination häuft und die Sprache seinen un


,

schen ohne Rücks icht auf die Sp rachges etze dien stbar mach t Rydbe rgs .

Mythologie ist das erste und vielleicht das letz te nord ische Werk das auf ,

dem Boden der ve rgleichenden Mythol o gie in Kuhn Müller sche mSinne steht ; -

es ist in einer Zeit ent st anden wo dies e in Deutsch l and schon ziemlich all ,

emein a ls überwunden ga lt D agegen hat B ug e d u rch seine Arbei t en


g g
en tschied en Schule gemacht In Skandinavien haben sich H Falk Nomen
.

. .
, ,

Schil d : u a in Deuts chland der berei ts c1w tthn te E H Meyer Go lthe r


» . .
, . .
, ,

De d er ihm angeschloss en Leider hat sich un tc r einer Anzahl dieser For .

scher ein e neue Co mbin a tio ns me tho de entwickelt die nicht weniger ver ,

derblich is t als die alte ; nur die Unklarheit ihrer V e 1t re te r gi e b t uns ‚

einigerm assen Gewähr dass die Res ulta t e nicht in die grosse Menge gelangen , .

Auf der anderen Seite hat aber Bugge auch auf entschiedenen Widerspruch ge
stossen Unter sein en Gegnern sind die Isländer Fin n ur jön sso n und E irikr Mag
.

h usson zu nennen sowi e de r D üne V o d s k o v



dessen Buch über Se elen ver ,

ehrun g und N atu rverehrun g ein bahn brcchen des Werk zu werden verspricht .

J G r i mm D t h Aßl l l g i
an . 4 A g i t N hträg n d A h g , e u sc e ro o e . . us . rn ac e un n an

h g v rs E H Mey r B l 1 8 7 8
. on K l S hrift I I B
. .V J h Will e . er . . . c . . . on o . i .

W l f r hi n Aü ä M d k h S g d Mä h
'

o e sc Lp 1 843 ; D t h S g
en e : r n 1 r e a en . s. e u sc e a en u n r c en

De u tsche Ha u sm

W
1 84 5; ä r rhe n L pz 1 8 51 ; D ie de utsche Gälle r k hr e 1 8 52 (E in . . .

m
A szu g aus Gr i ms My ho o gi e) ; B e i t r äg e zu r dmh el1e n My tho logi e, 1 B 1 8 52 ;
.

u t l . .

2 . B ( beso rg vo n Man nhard ) 1 8 57 (


. t D ies W e k e n hä die ganz e deu sche My t . r t lt t
tho lo gi e nach o lfschcr M e ho d e ) ; He rs1lcche S a e n
g 1 853 S ch a z t ’
w rt
m
. .

W erk e sind : D e r I rhlgr V o lksg lrru öe u m! da s a lte He ide n tu m 2 Aufl 1 8 62 . . . .

D i e Abha n d u ng s eh au l
ch i n den P r äl ul t t
rl o r rlcrb w n l hr opo lap kd rw S tu di e n ( e i n B rl
die die k ei n ere n l
y ho o gis chen Arbei e n Sch a z en ha en ; De r Uh

mt l t w rt t lt
sp r u n g de r A ly tho lo gve B et ] 1 8 60 ; D ie po e h ire he n N a l u mnrclra u u rrg en de r

. .

G r iec he n , Röm er u nd D eu tsche n i n i h re r B e z i e hu n


g z u r fl/y l ho log ie 1 B Son ne ,
'
. . .

M on d u n d S ter ne e in 1 8 64; 2 B "a . B rl


u n d H 1 1111 B li tz u n d Do n ner . .
”'

, .

1 8 7 9 ; I n do ; r r m am kehw V o lk sg la ube 1 88 5 W a i z An thr opo log ie B rl t



e . . . .

de r N a l u w älbe r 1 8 59 65; a s i a n , D e r Mensch i n ahr Gr:elzzi b le


. 3 Bde B t * *
. .

Le ipz ig 1 8 60 ; den , Das B ö:l än d12ge i n de r Mm chen r a sse BC 1 I 1 868 ; Bd tr äg e


'
'
. . .

z u r 1 w ;‚r ü 1?he m le n Psy cho lo g k Be d 1 868 ; E l hn o lo g zlrd u Fo r sch u n g en 2 Bde °


.

m
. .
.

] e na 1 8 7 1 7 3 ; D i e V er ble ibs Or l e de r a bg erclzü dn uw Serl B e d 1 8 93 ; T y o , - *


. . l r
Urg erd 1 k b te de r .i len rehlre i l ( Le ipz ig den , Anf än g e de r K u ltu r ( L pz . .

A L a n g , Aly llr, Ri tu a l u n d Re ligi on 2 Bde Lo ndo n 1 8 7 4 ; den , Custom


.

. . . .

and See edi 1 88 5 . t


M M ü e . Essay s Ox fo rd 1 8 56. deu sche
. . . ll r . t
Ü be se zun g L pz 1 8 69 ; V o r le su n g en ii be r die H7sse mr haf l de r Spr ac he 2 Se ri e
r t . . . .

( t
deu sch vo n Böttger. L pz R dfg lb " L pz 1 8 90 ; P hy si sche
.
'
. .

Rt lig zr m L pz 1 8 9 2 ; An l h r opo log i srhe Re hlg nb n L pt 1 8 94 M a n n ha d , r t


'

I e rwe ll de r de u tsche n u n d n o n h lrrlmr


. . . .

m
.

Ger m am ' ze 2|/ l lze n li 8 8 D G ' B


'

y e r n 1 5; i e ?
. 1 .

V ölke r 1 T D ie Gö e e in 1 8 60 ; Rogg mwo {f u n d Rogg en h u n d, 2 Aufl


tt r B rl . .

m
. . . .

1 866; D ie K o r n däm 1 868 ; D e r l r 1 m k ult de r Ger m B l


a n en u n d i hre r

o n en er , .

N achba rstämm B ed 1 8 7 5; An h ke Hil ld u n d Fe ld k ulte a us n o r de u r ofi rlrcbn


'
*
e . .

Ger mauiseh e Phi l l o o gi e 111 . 2 Au fl.


. 2
X I Mr w o m .
(
2 4 7)

Über li ef er u ng er läu ter t Ber l 1 8 7 7 ; Il!y lho log i se he Fo r sehu ng m Mit V o m:dt n . . .

Müllenho fi un d Schere r hrsg vo n H Pa tz ig Strassburg 1 88 4 (


'
vo n K . Dazu . . . .

E H M e y e r Ai dA X I 1 4 1 E H M e y e r I udog er m amlrche l l hm

. .
. . . . . .

I Ga n db a r ven Kmfa u ren B er l in 1 8 8 3 I I Ael1 i l/eß Berlin 1 88 7 M dA XL


. . . . . .

R XI I I 1 9 H ; V älurpd Ber in 1 8 8 9 ; D i e edd 1lrrlr: I 1 ar og o n ü Fre ib urg i l m


“l
' '

14 1 . . .

m
. . .

B r 1 8 9 1 ; Ge am sd ze J I I / U h a n d . De r My thur von l
y w log ve Ber in 1 8 9 1
‘ '

. . .

7 71 67 . S tu ttg 1 8 3 6 ( Schrift V I . S c hr rf ß z u r G uck de r D ichtu ng u !


. . . . m
S ag t B 1 6 7 8 . L a i s t n e r, Ai 6e lsag r n Stu ttg 1 8 7 9 ; e bd Da : Räi re l
. . . .
*
. . .

de r Spiri n x , G un dzüge e i n er Mythengeschichtc r 2 Bde er i n 1 8 8 9 ; Übe r den . B l


B u tzen m am
.

r ZfdA X XX " 1 4 5ii lo u l L i


.
J p p e . D e r See le n ku lt i n re i n en rt
m
. . .

Be z ie hu n g en zu r a le ä1kch R digzb n Be in 1 8 8 0 ; D ie Re ligvhn m de r eu ro r


rl .

m
.

pä ire hm I t u ltu älbe r B er i n 1 8 8 1 ; e bd Ch r isi e n l u . l o lk sg la u be u n d V o lk e l m


' '
. .

br a uch B o rl 1 8 8 2 ; Allg e m Gesr b irhte de r P r ie s te r tu


. . . 2 Bde Borl 1 8 8 . m
mt ll m r
. .

K M ü l l e n h o ff. T u i rro u n d se i n e Aa rhbo mm i n Sch id s A ge ei ne


'
. en

Z sch f Oesch VII I 2 0 9 . D ie a u sl r a:1lrrlre D ie l r 1?hrrag t ZfdA V I 4 3 5ff :


. .

mm
. . .

Seen] u n d re i n e N achko en e bd VI I 4 1 0 ff ; D er ßly llro r vo n B eo wu ( f ebd


m m
. . . .

V II 4 1 9 ii ; Über de n Sc h er fl a n z 1 11 den » Fes gabe n für G Ho eyer zu 2 8


. . t m
m
. .

J uli 1 8 7 1 1 1 09 H ; Zr ug mrse u m! E x n e ZfdA X I I 4 1 3 ff ; V o n S rk/r idr


.

W
'

. .

m
. .

Al e n ebd XXI I I 1 1 3 ii ; I r mi n u m . ! se i n e B r ü de r e bd X X II I. D a rtsd u . .

All er tu m
.

rbu n de V B 1 T er i n 1 883 Fr :) a u n d de r Ha b ba n d m
. .
y i hus . . B l . .

Z fdA XXX 2 1 7 ff ; B raw l] e in . 1 88 9 V gl auch . S c h e e . Vo r . B rl . . . r r


W e i n ho d , D ie Sag en vo n Lo k i ZidA l

W
'

tr äg e u n d Auf sä tze S 1 0 1 d .

m
.

V I I 1 ii ; D 1e Rie se n de r g e r an ischen Aly lho r


. Si zu n gs berich e der philo l t t .

bis a tr l
K asse der ka iso rl Akad der W isse nscha f e n zu W ie n XXVI 2 2 5ii ; . t
m
. . . . .

Ti T hi n g s ZfdPh X X I 1 Übe r de n Ä/y i l m r w m m l r r?g Si tzu ngs .


*

t
berich e der k gl prcuss A ka d der W isse nschaf en z u e r in X XIX 6 1 1 ii t B l
m
. . .

m
. . .

H e i n o P fa n n c n s c b i d , D a s H ei l va rse r i m Imdmlrd rm mu! el1 r irl


' '

lie ße n K u ltur u n ter beso n de r er & n 7ckrä lrhk u n g der g er ma n Alte r tu m


m
. .

Han v 1 8 69 ; Gn ma mirel1e E mtrjesi e i m he 1d msel1


. u n d chr i stliche n I 1 11 11 111 .
' '

m '

mi t beso n de rer B e zie hu ng a uf M kde r sa r hren B an no 1 8 7 8 ; A T i e , D r? Ge . v . . ll


1rlu c hl e de r de u i sehn r Le ipz ig 1 89 3 P A M u n c h , Aan i
’ '

. . . .

M n de n e r Gu de hr re i H rrie n o ld C hris ian ia 1 8 4 7 , 2 A ufl bearb vo n K ie z . t . .

a m
. .

R K c y s e r , Ao r dm
'
Christ 1 88 0 ir n e:
. .

Chris 1 8 47 ( t
beso n ders. ich ig für de n K u us) N M P e e s e n . .’Vo rdist w t lt . . . t r
My tho log r K ph 1 8 4 2 2 Ausg 1 8 63
'

V gl auch E ik Gus ta
. . G e ij e . . . . r v r
m
.

Sa la de Sh i/le r . I I 1 70 ( beso nde s w ich i g fiir di e Geschichte des Asen


. r t c

l
g a u ben s ) K o n a d M a u e . B e be lzmn g de : n o r weg ü r/r
. r S ta mm: u m r r m
Ch r rlrte n l u m 2 Bde M ü nche n (E n hä da s e ichha igs e Ma e ia aus de r t lt r lt t tr l
mm r
. .

Saga i era u ) lt t r M Ha e i c h , Om Rag n a r o krm


.
y l l1e n og den : Be ly d n i ng
.

i den o ldn o r di rke Re l1j g vb n R h b 1 8 3 6 H e n y P e e s e n 0 111 N o n ßoe r ner r t r


m
. .
, .

Gudedy rke l re o g Gude tr o i H ede n ald R hb 1 8 7 6 S u gge , S l i ie n fibe r . . . B.

die E n tste hu ng de r n o r drkehen Götter w u! Hehü nrag e n ( Deu sch vo n O B re n n er) .


t
m r t
. .

m
.

M ün chen 1 889 ; ders Übe r den Frc;19h m y l k o: i C h is ian M ge n


. bla det v o 1 6 . m .

Aug 1 88 1 ; de s [ d an n / E ble r V r
1 8 (vgl K M ü ll e n h o ff.
m
. . .

m
. . .

t
D eu sche Li t tu rze i tu n g 1 8 8 1 II N o 3 1 ; E d z a r d i , L itera turbl fiir ge und

mm
. . . . .

P hi l 1 88 2 Sp 1 ff 1 2 5 H S V o d s k o . Sje k dy rbe lre og N a tur v


m —
. . . . . .

dy r ke ßt I Bd Ai d R igv la o g Edda K bb 1 890


. . . 97 . . . .

KA P IT EL IV .

D AS V E R H ÄL I N IS DE R N O R DISC HE N Z UR DE UT SC HE N
' '
M YT H OLOGIE .

16
5 Obgleich
. bereits L Uhland 1 8 3 6 die Mythen von P6 r als Erze n g .

n isse der nordis chen Dichtung behandelt hatte is t m an doch seit Grimm ,

in D eutsc t gewo hnt die e ddische n Mythen schlechthin allen germa ,

n ischen Völkern zuz uschreiben Die hist oris che Betrachtun g der Myth en .

zwingt un s mit dieser Auffassung zu brechen Schon eine Durchforschung


, .

der mythischen Quellen der Nordgermanen lehrt die stetige T einsei ti ge , .

Weiterentwi cklung mythis cher Begriffe und Ges tal t en Dazu kommt dass .
,

man die nordischen Quellen wieder zu eins ei t ig ins Auge gefass t hat : die
Eddalieder un d Sn o rris Handbuch der M yt hologie das zum grössten Tei l auf
j en en aufgebaut ist galten als Kanon der nordi sch —
,

german ischen Göt t erlehre ,

Allei n beide Qu ellen sind späteren isländischen Ursprungs viele Mythen un d ,


(
2 48) V s n n ltr:r ms DER s o no . z vn DEUTSC H EN Mr w o no c rs .

W
Mythen züge finden ch nur in ihnen m anche widersprechen sogar dem
si ,

g e rm ani schen d e m nordi s ch,e n Volkscharakte r Ein 2 T a nderes B ild gewä hren . . .

die nordischen 59 gu r die Funde und die Inschrift en ‚ as wir aus di esen .

le rnen findet auch meist sei ne Bes täti gung im Kulte und gibt si ch schon
.

dadurch als na tionales Eigen tum zu erkenn e n Von di ese n Quellen hat .

de m n ach die wiss en s chaf tliche nordis che Glaubens lehre ausz ugehen Aus ihn en .

erfahren wir zugle ich dass hier ein gro sser Teil n iede ren Volksglaubens in
,

ga nz ähnlichen Formen blühte wie er heutzutag e noch bei den südge rma ,

nischen Völkern sich nachweisen läss t E s ist ferner bei den nordischen .

Quellen an der T hatsache fes tzuhalten dass die I sländer ein dichterisch begabtes ,

Vol k waren dessen Shalden zweifellos durch die subjektive Phan tasie Gestalten
,

und Züge schu ffe n die ni e tief im Volke gewurzelt habe n Seit Haraldr

W
, .

h ärfa gri in der 2 Hälfte des 9 ]ahrhs die un z ufri e denen Grossen des nor
. . .

w egischen Staat es zwang ihre Hei m at zu verlassen fi nden wir sie auf dem
. ,

es tmeere auf den bri tischen Inseln bald im Kampfe bald im Bunde
, , ,

rn it Kel t en oder Angelsach sen bald als Gegner bald als Schirmer der , .

c h ristlichen Kirche bis en dlich ein Tei l von ihnen sich auf den F:e röern
,

u n d dem fern en Islan d ni ederlässt wo man rein oder gemischt m it keltischm n ,

B l ute j, a neben Kelten einen neuen Freistaat gründet Abe r auch von hier
, .

a u s unternehmen viele von dies en N o rdl tn de mal ljährlich Reisen in s Aus land

.

n ach Irland Schottland England nach den sk a ndi navischen Höfen )


, , In jener ,

Z ei t bl ühte ihre Poes ie und mit ihr das mythi s che Gedicht Dass bei di esen .

h i stori schen Betrachtungen die W ah rscheinlichkeit fremden E in flusse s nahe


l i egt muss j edem einleuchten Und schon dieser Ums tand n ö tigt die islän
, .
,

d ische Di chtu ng mit Res erve zu benutzen und ihr im Vergleich zur Volks
n be rliefe ru n g ers t den zweiten Rang ein z uräum en Auf alle Fälle ist da ran .

fe stz uhal t en dass die z usammenhängenden Mythen isländischer S halden


,

s pe z iell nordis che Mythen sind die wohl di es en oder jenen volkstümlichen ,

Z u g aufgenommen haben mögen die aber im ganzen mehr oder weniger ,

E igentu m der subjektiven Phantasie ihrer Sänger s ind Wie weit sich n un .

i n diesen entlehntes oder na t ionales Eigentum erwei sen lässt ist e ine der ,

s chwierigs ten Fragen die die Gegenwart beschäft igt


, .

Ich glaube wir m üssen an dem Grundsatze fes t halten da sjenige als e ch t
, ,

n a t ionale Poes ie hin z us tellen was dem Volkscharakter nicht widers pricht und
,

w a s s ich als dichterische Fortentwicklung vo lkstt1m lic he r My the n züge erklären


l äss t Dass fremde namen tlich christliche Gedanken si ch in einz elnen Zügen
.
,

finden unterliegt m E keinem Zweifel Doch wi rd die eddische Dichtun g


. . . .

ge radezu unvers tä ndlich wenn wir die n a tionale Basis verl assen und die
,

G rundlage der dichterischen Schöpfungen fremden E in flüssen zuschreiben ,

wie es S Bugge und E H Meyer ge than haben


. . . .

5 1 7 In ihren Gru n dz tlgcn hat aber der Glaube der nordis chen Völker
einen u rge rman ische n C har kter wenn sich dies e in Überein stimmung m
.

a it
.

den übersinnlichen Vorstel lungen der S ü dgermanen und der An gel sachsen
bringen lassen fall s nicht eine Wanderung des Kultes oder My thos von
,

d iesen S t ämmen zu un s eren nordgermanischen Stammesbrüdern sich wahr


sc hein lic h machen läss t Bei jenen sind die gi aube nsge schichtlic he n Quellen
.

zwar spärlicher aber äl t er und wertvoller Demnach hat von diesen aus die
, .

A nalyse der nordischen Quellen zu beginnen Nun lehren aber die sü d .

germanischen Quel l en aus frühester Zei t dass die Einheit des Gö tterglaube n s bei ,

den Sü dgermanen durchaus nicht so bedeutend ge wese n is t als dass man ims tande ,

wäre einen einheitlichen Götte rglau be n auch nur dies er Stämme konst ruieren
,

zu kön nen Die T hatsache ist durch die I n schriften fun de von neuem bes täti gt
.


(
ago ) SEEL EN GLAU B E UND T o rns x uu z

da s Be le btse in der gan zen Natur der in seiner höchs ten Form zur Personi ,

fik a ti o n gelangt e Tyl


( e r, Anfänge der Kultur I Überall erkenn t der ,

n at ü rliche Mens ch in den Erscheinungen der Na t ur höhere Wes en denen ,

gegen uber er selbst machtlos das teh t oder die wenigs ten s Gewalt ü ber ihn haben

od er Eigen schaft en an den Tag legen die er selbs t nicht bes i tzt E r kann sich , .

-

di es e Wesen n icht anders vorstellen als Wesen mit Gestalt die er selbs t kennt als , ,

Tie re oder als Men schen So entstanden die mythischen Gebilde der D 21 m0 n e n
.

Oh der Ohnmacht die er diesem Ges ch ö pfe der Phanta sie gegen über eins ieht
, ,

fühlt er sich ge z wungen durch Spende S pei se und Trank wi e er es se ibst liebt
, , , ,

den Dämon sich geneigt z u machen oder ihn zu ve rsölrn e n ihn um se inen ,

Be is ta nd se in Wohlwollen z u bitten So ents tehen Opfer und Gebe t der


,
.
,

erst e Kult der eben so alt ist wie das äl t es te mythische Gebilde Neben der
, .

Natur wirken abe r auch di e Erfahrungen im Leben auf den natürlichen


M e n schen und veran lassen ihn zu my t hi schem Den ken E s ist eine anerkannte .

T ha tsa che dass a lle Völker in der Kindheit ihrer Entwicklung an ein Port
,

le b en der Seele in der Natur glauben Der Tod mag es in erster Lin ie ge .

w e sen sein der zu solchem mythit


, Denken angeregt hat Der Übe r .

le b ende fü hlte dass etwas aus dem toten Körper ge wichen war was in ihm
, ,

n o ch fortle b t e was er aber auch in de r Natur die ihn umgab in den Ele
, , ,

me n t en wiederz ufinden glaubte Schon früh zei tig muss er die Se ele das Leben.
, ,

mi t der bewegten Luft dem Winde in Zusammenhang gebracht habe n :


, .

be ides erkann t e e r un d doch konnte er es nicht sehen Die Seele konn te


, .

w i e der men schliche Ges talt a nnehmen eine Ges talt die dem Le ben den bald , ,

si ch t bar bald un sichtbar war


, So brachte er Seele und Leben in der Natur
.

in en gsten Zusa m menhang : erstere schien ihm in den Elementen fortzuleben ,

s i e haus te in der Erde und der Luft in den Bergen in Gewässern und Wäldern
, , .

A llein nicht nur im Tode ve riiess die Seele den Körpe r sondern auch im ,

Sc hlafe und gi n g dann wandelnd bald in dieser ba ld in jener Ges talt umher
, , .

D e r Traum in dern der Mitmen sch bald als Feind bald als Freun d ers chien
, , ,

mu sste den Menschen in seiner A uffassung bestärken So ents tan d denn der .

S c c e n g la u b e so entstand der natürliche Dran g den A bge schiedenen am Essen


, ,

u n d Trinken teilnehmen zu la ssen der T o t e n k u l t D as grosse Kapitel des, .

V o lk sglauben s hat zum grossen Teile in di ese m Vors t ellun gs kreise seine Wurzel .

M an ha t Se e le n glauhe n und Dämo n en gla uben in ein gewi sses z ei tlichmVer


h ä ltn is z u einander gebracht indem man jenen fü r das ä lt ere di es en für das
, ,

s p ä t ere an sah ( E H Meyer) . Al l ein das lässt sich nicht beweis en ; wir
. .

h a ben nur mit der T hatsache z u rechnen dass beide Schichten der myt hi schen ,

V o rs t ellungen be i den Germanen vorh anden ware n Dazu kan n man oft gar .

n i ch t en tscheiden o h da s my t hi sche Ge b i l de aus dem Se e len gi a uhen oder dem

D äm
,

o n en ' b hervorgegangen ist ; beide ge hen nur zu oft in einander ü ber


g a u e n .

N a r aus praktischen Grü nden wird hier der Seelenglaube zu erst behan delt ,

d h die myth ischen Vorst ellungen un serer Vorfahren bei denen sich noch
. . ,

e in innerer Zusammenhang zwischen der Seele des Mens chen und dem
mythischen Gebi l de erweisen lässt Personifikationen der Naturgewalten und .

N a tu re rzic hein u n ge n gehören z u den Dämonen .

Ne ben dem G l aube n an Seelen und Dämonen haben aber auch die Germanen
e i nen G l auben an höhere Got t hei t en be se ssen vor a l lem habe n sie e inen m
. äch ,

ti g en H immel sgo t t verehrt E s mögen in ein z elnen Gegenden Dämonen d u rch


.

V ereh ru ng und Ku l t z u h ö heren persönl ichen Got t heiten gewachs en se in ,

d ie dann über ein grö sseres Ge bie t herrs chten als der Krei s in sich schliess t , ,

a us dem sie hervorgegangen s ind nirgends aber finden sich Dämonen des ,

H immel s der So nne der m


,
ütte rlid men Erde
, Die Erhabe nheit des H immels .
XI . Mrr n o w o m .
( )
2 51

und der So n ne hat den denkenden Men schen schon früh an ein mächtiges
Wese n glauben lasse n das auf seine Geschicke einwirkt das über den C c
, .

w al ten der Natur steht und das de shalb besondere Verehrung verdient Es
, .

kann nicht gele ugn et werden d ass diese Vorstel l ung schon einen höheren
,

Grad menschlie he r Eins ich t verlangt und deshalb in der Geschich t e des
Glaubens j ünger als Seelen und Dämonen glaube ist allein dies komm t für ,

di e deutsche Glaubensgeschichte weniger in Be t racht : hier gilt die That


sache dass di e Germanen aus ih rer Heimat di e Verehrung ei nes pe rsö n

lich gedachten Gottes des H immel s mi t brachten Als Herr ü ber die ver .

sc hie den e n Ersch e inungen in der Natur füh rte er verschiedene Beinamen ,

a us denen s ich beso ndere Go t thei t en entwickelten di e s ich wieder teilwei se


mi t den Dämonen berüh rten An diese Gottheiten hat si ch dann haupt
,

sächlich der gemeins ame Kul t im Gau ve rb an de geknüpft si e sind besonders ,

di e Wurzeln der Religion und der religiösen Dichtung .

5 1 9 Nach den Forsc hungen T y lo rs Spencers u a darf als erwi es en


.
‚ . .

angesehen werden dass fas t alle Völker den Glauben an e in Fortleben der
,

Se ele habe n Auch die al t en Germanen haben ihn gehabt und zwar wurz elt
.
,

er bei ihnen so fest dass er sich trotz al l er Kulturan stü rme bis heute ex
,

halten hat ; in Sitte un d Recht in Brauch und Aberglauben finden wir noch
,

bei allen germanischen Stämmen die Spuren di eses uralten Glauben s .

In jedem Men schen lebte neben dem Körper noch ein z wei t es Ich das ,

den Körper verlassen konnte das sich im Tode von ihm trenn te das per
, ,

sö n li ch
gedacht wu rde und infolge dessen auch wieder eine dem Mens chen
bekannte Ges talt annehmen ko n nte Am klars ten drückt dies Verhäl t n is
.

zwischen Körper un d Seele der Norweger durch seine fy lgja d h Fo lge rin . .

aus . Die Seele ist die Begleiterin des Mensch en auf se inem Lebe nswege .

Nach dem Tode kehrt sie in die ewig belebte Natur zurück H ier setzt .

si e ihr irdisches Lebe n fort oder kommt in die grossen Scharen der Geis ter ,

j a kann sogar wieder geboren werden I m Winde merkt man


. ihr Fo rde be n :

di es er bes teht a us dem Se e len hee re das meis t aus Be rgen kommt und in die
Berge z urückkehrt Allein nicht jede See le wird unmi tt elbar nach ihrem
,

Tode in die grosse Schar der Geis t er aufgenommen manche irrt un ste t um ,

her und sucht si ch immer wieder mit ihrem Körper in Verbindung z u setzen .

Sie erschein t in ihrer vollen Persön lichkeit den Le benden als Wiedergänger
( Ge s p e n s t ) namentlich in der Nähe d es Or t es wo i hr Körper beerdigt liegt u
,
n d ,

s ucht ihn en z u schaden Daher ist e s heilige Pflicht alles zu t hun was der Seele
.
, ,

ihre Ruhe geben kann Oft nimmt sie Tiergestalt an woraus sich die vielen
.
,

Tierpro zess e des Mi t telalters erklären denn Tierp ro z esse sind Gespe nster
,

proz ess e (v A rni m Mitte il des I n sti t 1 östr Gesc hichts lo rschun g X I I
.
, . . . . .

Als persönliches Wes en hat aber auch die Seele nach dem Tode men sch
liche Bedürfnisse : sie verlangt Spei se und Trank und erhält beides von den
Überlebe nd en sie nimm t Teil an dem L e ic he n sc hma nse der ihr z u Ehren
, ,

gehal t en wird s ie erh ält Opfer auf Bergen in Fl üssen an Quellen im Wa l de


, , , , ,

kurz überall wo die Geiste rsc haren z u verweilen scheinen Das ist ural t e Auf
, .

fassung unse rer Vorfah ren die wi r in den al ten Quel l en auf Sch ri tt und
,

Tritt verfo lgen k ön nen .

Ein e der ält es t en Si tten aller germanis chen S tämme ist es dem To t en in ,

seinen Hügel dasjen ige mi tzugeben was ihm im Leben t euer und wert ge
,

wes en ist was er hier zu seinem L eben gebraucht hat Jah rtausende über
, .

die sch rif tlichen Que ll en germanischer Si tt e hinaus gehen die Funde die aus ,

der Erde ausgegraben sind die stummen aber treuesten Zeugen der Si tte und
Schon aus der Stein zeit findet m
, ,

des mit ihr verknüpften Glauben s . an


W
( 2) SEEL EN GLA UB E UND T OT E N K UL I

W
'
25

. 23

affen H andwerk szeuge Schmuck sachen in den Gräbem (Mo n telius Die
, , ,

Kultur Schwe dens in vorch ris tl icher Zeit 5 3 4 o rsaae Vo rgeschichte des .
, ,

Nordens S S Müller Vor Oldtid S 1 52 ii ; E Cartailhac L äge de


. .
, . . .
,

pierre dan s les souvenirs e t supersti t ion s populaires) ; die folgenden Zeitalter
setz en die alte Si t te fort ; T rin k höm e r Würfel Glasbecher u s w treten zu , ,
. . .

den früheren Gegen ständen und als der nordis che Wiking als Seekön ig ,

den Ozean auf seinen Barken durchfurch t e da bedurfte er des Schiffes auch ,

noch n ach dem Tode D ie Funde von Tune und Gokstad in Norwegen

W
.
,

wo sich in mäch tigen übe r z w a n z ig Meter langen Schiffen neben dem mit
,

iürstli c he r Pracht urn gebe n en Häuptlinge Skla ven ge he in e P i erde H unde ,

Falke n sk e le tte erhal t en haben ( Mo n te lius a a o 1 7 3 ff ; omaa e a a O . . . . . . .

S 5
. 8 112 7 3 ff ; 1 2 1 i i ; 3 Müller a a O S 3 1 3 i r; H Petersen Aarb 1 890
, .
, .
,

S 2 0 9 112; N e e rgard ebd 1 89 2 S 3 2 1 i i ; H H ildebrand Folkens T re o m


. . . . . . . .

.
, ,

52 H 1 0 7 ii ; Mo n te li ns Sve n ska F0 m
.

mi nn esför T idskr VI
. . .

sina D öda S . .
, .
,
. . .

8 1 49
. sprechen fü r die Echthei t der späteren Quellen die glei ches ,

berichten ( vgl Kälun d Aa rbo ge r for nord Oldkyn d 1 8 70 S 3 69 ff


.
,
Fri tz n e r . . . .
,

Norsk bis t T idsk r IV 2 0 6 ii Thomsen Ursprung des russ S taates S 3 2


. . . .
, ,
. .

Und sol ch alte Sitte hat sich bis zur Gegenwart erhal ten Noch in diesem .

]ahrhu n d e rte legt man in Schweden den Tote n T a bakspfeilen Han dmesser

, ,

ja selb s t die gefü llt e Branntweinflasche in den Sarg ( Weinhold Alta 0 rd 1 6a , . .

S. Wie im skand ina vischen Norden so ist es auch in Deutschlan d , .

Die Gräberfunde bes tätigen auch hier die T ha tsaehe dass man dem Toten in
Lin dense hm
,

das Grab gab was er während des Lebe ns geb rauch t hatte (
, i t Hand ,

buch de r deutschen Al t ertu ms kunde an vielen Stellen ; Weinhold Die heid , ,

nische Totenbe s ta tt ung in Deuts chland Sitzun gsbe r der Wiener Aka demi e . .

der Wiss 1 858 1 1 7 ir bes 2 0 3 1 8 59 1 7 1 ff bes


. . . Auch hier hat
.
, . . .

si ch bis heu te all ü berall noch die Sit t e erhal t en ; sie läss t sich durch di e

Jahrhun d erte verfolgen sie is t gew andel t mit der Kul tu r des Volkes und hat
, .

deren Gewand an gezogen bis man endlich so wei t gekommen ist dem Toten
Regen sc i iirmund Gummis chuhe mit in s Grab zu geben (
, ,

Köhler Volks brauch ,

u s w
. . .irn Voigtl a nd S Ein Unterschied zwischen dem B ren n alter
, .

und dem Hüge la lte r lässt si ch bei dieser Si tt e nirgends wahrnehmen (Wein
hold To tenbesta t tung 1 8 58 2 0 2
, In nichts anderem kann di es e fest
.

gewu rzel te Si tt e ihren Ursprung haben als in dem Glauben dass nach dem Tode ,

das zwei te Ich des Menschen noch fo rdebe und zwar ein Leben das ähnlich ,

dem Leben im K ö rper is t : die Seele wird als persönliches Wesen gedacht .

Hieraus erklärt sich wei t er die wei t verbrei t e t e Sitte dass man sofort nach

W
,

einge treten em Tode Fen st er und T hü re n öffn en muss damit die Seele hinaus ,

fliegen k önn e Man stürzt Töpfe Bänke un d Stühle um dass sie j


. a nich t , ,

hän gen oder sitzen bleibe ( u ttke Aberglaube 5 Sie kann auch mit ,

nehmen was ihr beliebt Deshalb pflegt man in gan z Mitt el und Nord
_

, .

deu tschland den Tieren den Bäumen des Garten s dem Getreide in Scheun e

W
, .

und auf Böden den Tod des Hausherrn oft unte n feierlichen Ce remo n i en
anzu z eigen und die Gegens tände zu bi t ten dass sie zu dem neuen Herrn ,

hal t en möchten ( uttke 5 Da die Seele Persönlichkei t hat so kann ,

sie natü rlich auch wi eder gerufen werden sie kann erschein en Toten ,
.

besc hwörung ist ü be r gan z Deu tschland verbrei t et Ge isterban n e r finden sich ,

ü berall
( Wut i ke 57 73 In Deu ts chland können wir den Brauch aus

al ter Zei t nicht belegen in den al tn ordischen Quellen dagegen findet er si ch


,

oft : Od inn bes chwört die V olva damit sie ihm die Träume Baldrs deu t e (Baldrs
Draum
,

ar F reyja weckt die V olva Hyn dla um mit ihr nach V alholl zu reiten ,

( Hyn dlulj 1 ) u (5 Der Mange l an älteren deuts chen Quellen berechtigt


. . .
XI . Mw n o mc rs .
(
2 53 )

nicht gleiche Auffassu ng für eine frühere Zeit auch in Deutschla nd in Ah


,

rede zu stellen Der Tote kann natürlich auch dan n sprechen und handeln
. .

So erklärt e s sich dass ihm bi swei len sogar der Prozess gemach t wu rde ,

v Am ira T i erstral e n ; K Maurer Sitz un gsbe r d Münchener Akad d er


(
'

W
.
, .
, . . .

Wiss 1 896 1 . Speise verlangt e r wie jeder lebende Mens ch Die n o ch


.
, .

heu te üblichen Le iche n schmäuse an denen un sichtbar auch der Tote Tei l ,

nimmt ( uttke 57 40 wären u n s unvers tänd lich führte n nicht al t e


.
,

Quellen zu dem was heu t e vergessen ist Wiede rum haben die Gräber , .

funde in Deutschland wie in Skandinavien ge z eigt dass man dem Toten


, ,

Speis e un d Trank mit in s Grab gab dass man auf sein em H ügel S teine mi t
,

V ertief ungen anbrachte in die man aller Wahrscheinlichkeit nach Spen d en ‚

goss die für den Toten bes timm t waren


, s ind dies die so ge na n n te n
'

Opfersteine (Rochholz Deutscher (Haube und Brauch I 3 0 3 ii ; Mo n te li us , , .

a a O
. S. Nordische Quellen leiten von diesem Brauch zum Ver
. .

stän dn is der neueren Si t te hinüber : sie erz ählen un s wie noch in Ch ri st ,

li cher Zeit die Toten bei ihrem Le i che n schmause ( 61 791 (1 i


7 erbbie r
) er . .
_

schienen seien und an diesem Teil genommen hätten ( Gu d rün a rhv 8 .


,

ve rgl dazu Ed AM I I
. E yrbyggj a S
. Auch bei den Sach s en
.
, .

m o d uo rm
wurde das Totenopfer das cd
q
s bu / c/ zra ‚n
(Indi e : .

supa st N r verboten und Burchard von Worms eifert noch um das Jah r
. .
,

1 00 0 gegen die gra u i n q uz6m da m loa s a d u pulc/i ra m o rfuo ru m


' '

o ölal i o ncs » ,

fl un l ( Myth «II I 4 0 7 v l
g auch We .i nhold Totenbe
, s tattung 1,8 5 S
8 .
‚ . .

Das Mahl wurde von Haus aus der Seele de s Verstorbenen gebracht J e .

z a hl reicher aber nach altgermanis cher Sitte ein Mahl b es ucht war u m so m e hr ,

Ehre brachte es dem dem es galt Is län dis che Quel l en erzählen un s von , .

Le ichen sc hm äuse n an denen 1 0 0 0 j a gegen ,15 00 Mann Teil nah men ,

( L a x d cap und
. in der Oberpfa
. lz heiss t es noch heute :
je mehr beim »

Lei chenschmaus getrunken wird des to besser denn es kommt dem Toten , ,

zu Gute (Bavaria I I Bringt der Überlebende die Spende dem Toten

W
«
,

ni cht so rächt sich dieser Nur von dieser Annahme a ns erklärt sieh die
°

.
,

B estimmung der ags B mso rdn un ge n ü ber die Kö rn e rspe n de pro sa /u/e .
»

w ven h um cl rlo nm
' '

r ( asse rsc hle be n S . « .

Während der Leib noch im Hause liegt weilt auch di e Se ele in der Nähe

W
,

dess elben Man sieht sie nicht aber man fü hlt ihre Nähe ; sie offenbart
.
,

sich auch dem Men schen und lässt in allerlei An z eigen die Z uk t er

kennen ( uttke 2 98 Auch gegen solchen Glauben strei t et scho n


,

B urchard von Worm s (Myth I II Überhaupt besi tzt die vom Körper .
,

getren nte Seele weissagende Kraf t und zwar hat sie dies e so wohl nach dem ,

Tode als auch im T ra u me ( Strac k e rj an Aberglaube und Sagen a us Oldenburg ,

I I 1 1 9 B enzen Über die Träume im Al tnordi schen 59 f Pfitzner Norsk bist


, , ,
.
, , .

T idssk r IV 1 7 2 Die alten Kirchengesetz e eifern dagegen Geister und


.
, ,

Gespens ter zu fragen Dies e Befragun g l ass t sich bei al l en N atu rvölke rn be o b.
o

achten ( Tylor Anfänge der Kultur l 4 3 6 I I 2 3 u ölt Rohde Psyche 3 1 3 f , .


, . .
‚ , .
,

Nicht alle jedoch scheinen die Stimme der To t en z u ve me hrn e n ; So nnta gs


,

ki nder sind es besonders in der Vo l kssage Durch Lieder scheint man die .

d l o hen e Seele haben zwi n gen können die Zukunft z u offenba ren Wenig
g , .

s tens vermag ich d as da dri ras d es Ind supe rst ( d e sacrilegio super de fu n ctos . . »

id est da dszlm s N r 2 ) nicht a nders z u erklären Offenbar decken sich diese


. .

Lieder mi t den ra n n i m6us d a bo /ra lr q wpm m o ri u u m no d u m is l wn r a m


' ' '

ui
'

r .

la n l u r ( Burchard von Worms Myth I I I Das Wort da dsrlm r oder , .


, .

.n rwä (
'

C raft Ahd Spr VI 2 8 1 ) ist noch nich t gen ügend aufgek lärt ; wären
, . .
,

es einfach e T o te n klageli ede r L e i chen gesän ge ( Sc hade Ahd Wörth I I 7 68 , , . .


,
.
(
254) SEE L EN GLAU B E UND TO TEN KU L T .

Gramm II vielleicht ähnlich dem altn o rd e7 ü mdä oder der erßdrdpa


'

.
, .
,

80 wäre es unvers tändlich wes halb die chris tliche Ki rche so ge ge n diese Lieder
,

g e d fe rt hätte we s halb sie ca rm i r mdi


, a bo lira genan nt wes halb sie zu n acht ,

licher Wei le gesun gen worden wären Vielmehr scheinen es Li eder gewes en .

zu sein wie die lu lhn i na lzelli rri n ( Graff Ahd Spr I I 52 5) oder die do/wt
'

, , , . .
,

( dol ) rün a durch die m ,an die Seele nötigte dern Freunde Glück un d dem ,

Fein de Schaden zu bringen oder Lieder dure h die man die Seele z wang , , ,

di e Zuku nft zu offenbaren ( vgl daz u Hen ning Die deutschen Run en den k
.
,

mäle r S 7 7 Kögel Oesch der deuts chen Literatur I 5


. .
, 0 ii versteht
. . .
,

da mn ter Z aube rli eder d urch die man den Geist des Ve rstorbe nen weg
,

ban n te eine An schauung die sich nicht m


, i t dem Sed en glau be n de r Ge r
,

man e n verei nen läss t) In letz terem Falle hätten wir in den va rä okßu r der
.

N o rdlitn de r den Ge iste rlockliedem mit dere n Hüli e di e V o lven die seelischen
, ,

Ge is ter zur Offenbarun g der Zukun ft riefen ein ganz analoges Beis piel ,

(M aurer Bekehrung I 4 45, ,

52 0 Hat die Seele den Körper verlassen so wird sie b ald körpe rlos gedacht
b a ld aber —und zwar in den mei sten Fällen — n irn m
.
, ,

t sie einen neuen Körper


a n oder kehrt zeitweis e in den verlass en e n Körper zurück In jenemFalle gelangt .

si e zu den Scharen der Geis ter die uns ichtbar die Luft d u rchziehen oder di e

W
,

W
a ls Flammen auf den Grabern wei len und die Men schen in die Irre füh ren in ,

d i esem erscheint sie als Gespens t a ls Wiedergä nger als Mahre Trude Alp , , , , ,

H exe Bilwis
, alky re und in man cherlei anderen Ges talten oder auch als Zwerg
, , ,

icht Elfe und bildete in di es en Wesen den Übergang zu den Dämon e n


, .

Die Seele verlässt den Körper als Hauch als Atemz ug Atem is t spra ch ,
.

li c h Seele Ge ist
> Dann schwebt si e nach dem Tode in der Luftregio n
,
c.

um her behält jed och ih re indivi duelle Exis tenz n o ch bei Anfänglich hält sie
, .

s i c h in der Nähe des to t en Körpers auf si e begleite t ihn se lbst zu Grabe ,

(K nopp Sagen aus Hin te rpo mme m


, Man ve rschliesst deshalb die T hil re n
u n d Fen ster das sie nicht in das Zimmer zurü ckkehre in dem der Tote
, ,

li e gt
. Daher muss man den toten Körper so schnell als möglich unter die
E rde brin ge n Nur sel ten bli eb bei u ns eren Vorfahren derselbe wäh rend der
.

N acht im Hause ( Wei nhold Altn o rd Leben Weit verbreitet ist auch
, .

d ie Sitte sowohl im Norden als in Deutschland


, und dort schon aus alter ,

Z ei t belegt dass man bei dem Tode b öswilliger oder ü bel be le umu n
d eter Men schen im Hause an der der Hausthure entgegenges etzten Sei t e
e in Stück Mauer n ied e riegt wo man die Leiche hindurchzieht und , ,

d a nn dies schnell wieder zumauert damit die Seele fal ls sie zurü ckkehre , , ,

k ei nen Eingang i n s Haus fi nde Wird so die Seele als e in den Körper -

ü lm
.

rleben des Wes en gedacht so ist sie doch durchaus nicht e wig Die ,
.

a l t en No rdländer haben eine rei che Anz ahl Erz ähl un gen von Spukge iste rn
V ers torbener die den Nachba rn ihrer irdi schen Heims tätte Unglück z u
,

f ügten .Dem Geis te wird in fas t allen Fäl l en das Handwerk nur dadurch
g elegt dass man den Leichnam des Verstorbenen der sich in der Regel
, ,

n och unversehrt erhalten hat ausgräbt und ihm das Ham pt ab s


,
chlägt un d

v erbrennt ( Maurer Bekehru ng I I 8 5 , Denn der Kopf ist der Si tz der ,

S eele woraus sich die Sitte erklärt dass man den Kopf eine s Toten auf
, ,

h o b um von ihm die Zukunf t zu erfahren Wie tief diese r Glaube an

W
, .

das Fo rfleben der Seele wurzelt zeigen die a ltschwed ische n Sa t z ungen

W
, ,

n a ch denen die Selbs tmörder verbrannt werden muss t en damit sie nicht ,

n ach dem Tod e ande res ehrliches Volk plagten (Hyltén Ca vallius
,
äre n d -
,

och irdarn e I 4 59 i Und gleiches hat man auch mit den Körpern
, .

der Spukgeister in Deutschlan d ge than (Prae t orius Weltbeschreibun g S 2 7 7 ,


.
Mm

W
XI . o r oo ra
. .

Wie bei fas t allen Völkern findet sich auch bei den germanischen der
e n gs te Zusammen hang zwis chen Seele und Wind as liegt auch näher als .
,

die als Ate m den Körper verlassenden Seelen sich als W i nd vorzustell e n ?
Über das gesamte germanische Gebiet sind die Sagen vom wüte nden Heere
od er der wilden jagd verbreitet (Myth II 7 65 fi ; F Liebrecht La Chasse .
, . .
,

sauvage in Ge w asius v Ti l bury 1 7 3 ff ; Schwartz


, Der heutige Volksglaube)
. .
, .

Oft tritt ein F (ihrer oder eine Führerin der Schar a uf; dann hat si eh der
al te Seelenglaube rn it dem Dämonen od e r Gö tte rglauben v erbunden Wohl »
.

hat der alte Mythus mit der Zeit andere Ges talt angenommen namentlich ,

hat das C hris tentum die Seelen zu Seelen ungetaufter Kin der gemacht abe r ,

aus allem blickt noch der al t e Kern durch B is in s 1 2 ]ahrh hin auf lässt . . .

sich da s wü tende Heer zurück verfolgen ( Myth I I und wie klar noch .
,

da mals die Vors tellung war dass dieses Heer eben ein Geiste rh ee r sei, ,

zeigt die Stelle aus dem Gedichte von Heinrich dem Löwen : da q va n

er u n der da : wöden im da die bösen grislcr i r wo n ung Ira n ( Massman n


'

Den km S
;

. . Weite r berichtet Agricola in seinen Sprichwörtern


wie das wütende Heer durch das Man s felder Land gefahren sei und wie

W
man in ihme rst j ü ngs t vers torbene Men schen wah rgenommen hätte Prae .

tori ns erzählt un s wie sich um das Grab eines Tote n tagel ang ein Wirbelwi nd
,

erhoben habe ( e ltbeschr Bekannt ist j a die schöne Sage von d em


.

Ki nd mit dem T hrän en krüglein das sich nach seinem Tode eben fal ls in der ,

Schar der durch die Luft sausenden Geister befand ( Witz el Sagen a us ,

Thüringen I Übe rall auf Schritt un d Tritt läss t sich di eser en gs te


,

Zusammenhang zw ischen Wind und Seele verfolgen Und wie im Süden so


auch im germ
.
,

anischen Norden Beim Sturme z B fährt nach norwegisch em . . .

Volksglauben noch heu t e die Aasgaa rdsma od er ] ola sßmd durch die Luft
' '

eine Schar ges torbener Menschen die während des Lebens T mn ken bo lde Ra ut , ,

bolde Betrüger Verleumder u dergi gewesen s ind (Faye Norske Fo lkesagn 62

W
, , . .
, ,

M unch Annal
, nord Oldk 1 846 S 3 1 2
. .Schon z eitig müssen in dem
. . .

Vorstellungs kreise un serer Vorfahren diese Scharen mit dem T o ten go tte oder der
Totengö t tin rn it einem in ddämo n in Verbindung gebracht sein der dann die
, .

F ü hrun g über diese un steten Seelen übernahm und unte r solcher F ührung fin den ,

sie s ich in der Volkssage ungleich öftere n Von Hau s aus ist der Führer schw e r

lich da gewesen Findet sich d o ch neben dem geführten H eere in allen


.

germanis chen Ländern noch bis heute das führerlose H eer (E H Mey e r . .
,

Germ My t hol S 2 3 6
. . Da is t nicht der alte Führer vergessen da ist
.
,

auch nicht dem Geisterheere ein Führer aufzuzwi ngen : wir haben in
diesen Mythen vi elmehr Überres te einer uralten Schicht des Se elen glau ben s ,

di e im Volke stets neben der Auffas sun g von dem angeführten Se elen
heere einhergegangen ist In di esen Kreis von Mythen gehören auch die Sagen
.

von den Schlachten die i n der Luft namentlich ü be r Schlachtfelde m stattfi nden
. , ,

( Praetorius Wel t beschreibung 1 96 i i ; Schön wert Sage n a us der Oberpfalz II


, .
, ,

1 4 3 11 Meier Sagen aus Sc hwabe n l 1 2 3 u


, Die Sagen mögen jung sein si e , .
,

m ögen an eine historische T hatsache anknüpfen allein der V o rs tellung3 krei s aus , ,

dem sie hervorgegangen sind ist e in uralter : es ist die Vorstellung von dem
,

Fortleben und Fo rthan deln der dem K ö rper entwichenen Seele Aber auch .

in der Form sind dies e Sagen schon al t In der Wiki ngerzeit fand ein st ein .

Kampf zwis chen einem in Irland sesshaft en N o n n an n en kön ige H ogni (Hagen )
und einem anderen N o rman n e n häuptlin g Hed in (Hetel) statt weil di eser , ,

jenem seine Toch t er Hilde entführt hatte Auf einer der Orkn eye Häey ( vergL .

Munch Anna] 1 8 52 S 61 ) soll er nach der Su orra Edda (


, .
. . AM I .
,

deren Ve rfasser der Ragn am dräpa des Skalde n Bragi ( Sn E I 4 3 6 ii ) folgt e .


, .
,
( )
256 SEELEN GLAU B E vun T or mx u nr .

un d nach einem she tlän dischen V o lkslied e ( K Hoffman n Sitzu ngs berichte .
,

der kg] bayr Akad der Wiss 1 867 I I


. . auf Hithin ö an der pommer
. .
, ,

schen Küs te nach Saxo grarn m cd Müller I


aticn s ( 2 40 a uf einer In sel . ,

der Nord see nach der Gud run ( Aven t VI II resp X VI I ) stattgefunden haben

W
. . .

Die norwegische Quelle die in s 9 ]ahrh hin au lre icht hat zweifellos den , . .
'

richtigen Ort bewahrt De r Kampf muss ei ner der bedeu ten dsten der .

iki n gerkäm pfe gewes en sein An diesen knüpfte sic h der Mythus dass .
,

Hilde jede N acht die Toten erwecke und dass di ese hier bis zumUntergan ge der
Göt ter fo rtkämpfen müssten Das ist nichts an deres als der al te Mythus vorn . ,

Kampfe der Seelen Gefallener wir wir ihn in Deutschland finden im nor , ,

dische n Gewan de an einer be sonderen Stätte lokalis iert und auf hi s toris che
Perso nen ü bertragen ( vergl Müller Mythologi e der Helden sage 2 1 6 .
,

Nich t weniger und n icht mehr vermag ich an di esem Stoffe als Mythus anzu
erkennen Auch die a n lrcq . a r der nordis ch en Dichtun g di e vo rzüglichsten
' '

aller Kämpfer wie auch Thor als a n ken bez eichnet wird (Lokas
, die Men ' '

schen die n ach dem Tode nach V alholl kommen und dort tägli ch zumKampfe
,

aus ziehen und abends zu frohem Geh ge zurückkehren ( V albr 40 ii Grim n 18 . . .


,

2 3 3 6 51
. . Sn E I , sind die fo rdebe n de n Seelen Gd alle n e r ; es si n d
.
,

dichterische Ges talten der nordischen Poe sie zu denen der Volksglaube die ,

Veranlassun g gegeben hat : sie sind in Verbindung mit Ö din geb racht als
dem W in d Toten und Schlachtmgo tte ; die Zei t der Wiki n gerz üge hat der
schli ch t en V o lks phan tasi e eine höhere F 0 1111 gegeben .

52 1 Le bten so die Seelen nach dem Tode im Wind un d Sturme fo rt


.
,

indem sie die Beschäftigung dieses Leben s fortsetzten so musste auch für sie

W
,

ein Ort der Ruhe da sein an dem sie ausruhten wie jeder Lebende an dem , , ,

sie sich den Freuden ruhiger Gesel ligk e it hinga ben an dem sie waren w e nn , ,

in der Natur in dstüle herrschte Wir finden sie auch hier wi e der überall
in der Natu r Die in allen german i schen Ländern bis in s Heidentumhinauf
.

überli eferten Be richte übe r den Qu ellen Fl uss Baum Be rgkult wären uns
unvers tändlich wenn wir nicht die mythische Belebung dieser Dinge an
,

nähmen Dass abe r diese mythischen Geschöpte di e Se elen Verstorbener


.

sind können wir wiederum auf Schri t t und Tri t t verfolge n


, Aus den Bergen .

schein t der Wind zu kommen unter dem Wasser schein t er die Wellen ,

in Be wegung zu setzen im Walde schein t er durc h das Rausche n der ,

Blätter sein Dasei n ku n d zu geben Hier weflen daher ü berall die Seelen .
,

hier ru hen si e aus hier bringt man ihnen Opfer und Spenden Ganz be
,
.

son ders verb reitet ist das Ve rweilen des Windes al so auch der Seelen in , ,

Bergen und zwar findet sich di ese Auffassung überall wo wir Berge fi nden
, ,

( Tylor Anfänge d Kult


, In Deutschland müssen wir freilich wenn
. .
,

wir von dem Kult absehen den Berich ten der Volkssage vertrauen die sich , ,

aber b is in s Mittelalter hin ein verfolgen l assen (Mannhardt Ge m Mythen , . .

2 64 Di e Venus und Ho lle n berge sind e s besonders in denen die Seelen ,

unter dem Regimente der To ten götti n hausen H ierher werden die Men schen

W
.

gel o ckt u n d kehren nicht wieder So gehört hi erher die Sage von der Lurlei .
,

dem E lben fe lse n (Hildebrand Z 1 d Unten V 4 33 ; Hertz Sitz un gsb e r , . . . .


, , .

der M ün chener Akad der issen sch 1 886 I 2 1 7 ferner die wei t ver
breitete Sage vom lockenden Spielmann (H enne Am Rhyn Die deuts che
. . .
,

Volkssag e S die auch im Rattenfänger von Hameln zum Ausdruck


.

kommt ( Jostes Der Ra tten ffln ger von Hameln ist der mythischen Seite
, ,

dieser Sage nicht gerecht geworden ) Ungleich klarer erzä hlen nordis che .

Sagen Mythen von Geistern die sich in Be rgen au fhalten und hierher ,

Le bende zu sich rufen und holen V o n Flosi erzählt die Nj ala (S 698 . .
( )
258 SEE L EN GL AU B E un o T or mx u 1:r .

Veda S 2 4 2 2 55; Rhode Psyche 1 0 4


. . und wir dürfen bei ihm nicht an
,

keltischen Ein fluss denken Die Seele konnte na ch der Ü berli eferun g der Vat er
nicht für im m
.

er aus der Welt geschwunden se in und so lies man sie in einem ,

Berge fo rfleben der sich in der Nähe befand und den der Volksglaube als Auf
, ,

en thaltss fli tte der Vers to rbenen kannte Denn alle diese Sagen stammen a us den .

Gegen den wo si e lokalisiert sind obgleich die his torische Gestalt meis t gar kei n e
, ,

nähere Bezi ehung zu dem Orte gehabt hat Und wie kon nte sich di e Volks .

phantas ie einen Kais er zumal ein en kriegerischen anders denken als um


, , ,

geben auch na ch dem Tode von den Scharen die er im Leben zu mS iege ,

geführt hatte und die für ihn gefallen waren ? Aus demselben ech t germa ,

nisch en Volksglauben ist aber auch die nordische Vors tellung von V alholl
de m Aufe n t haltsort der E in he rj
,

er hervorgegangen Das gan ze Kapitel .

darüber ist ni chts anderes a ls ein S tück Dichtung aus der Wikingerzeit ent ,

standen in Anlehnung an diesen alten Volksglauben und geformt durch das

Lebe n in der Wikingerz eit Da aber Odinn der Go tt der Toten un d der Schlacht
.

war so wurde mit ihm V alhqll und ihre Be wohner in engsten Zusammen
han g gebracht V aihqselbst war aber von Haus aus nichts anderes worauf
,

.
,

be i Ö d in zurück z ukommen is t a ls der Totenberg wie n o ch bis heute s ich


, ,

in Schweden Berge mit N amcn Valhall finden (Ri etz Sve nskt D iale ktlex , .

5 2 2 Aber
. nicht nur in Bergen so ndern auch in Gewäss ern Teichen , ,

Man n hardt Ge m Myth 95 2 7 1 f ;


,

Brunnen Wolken hausen die Seelen (


, , . . . .

Bastian Die V e rble ibun gso rte der abge s chiedenen Se ele) Auch hier sind sie
, .

bald allein bald in Verbindung mit einem F (ihrer namentlich mit F ran Holle
, , .

Von letz terem müssen wi r sie zunächst wieder los trennen da er in das Ka ,

pitel der chthoni schen Gottheiten gehört Die Gewässer als Aufenthaltsort .

der Seelen spielen namen t lich in den V o lksmge n und dem Volksglauben ,

der sich an die Geburt des Me nschen kn üpft eine bedeutende Rolle Wie , .

die Seele als z wei t es Ich nicht nach dem Tode aus der Welt schwindet ,

sondern in der Natur fortlebt so muss sie natürlich auch da sein bevor sie , ,

zu m Men schen kommt Die Seelen können al so als Kinder wi ede rgeboren
.

werden Wir müssen un s in Deutschland auch hier wi e derum auss ch l iesslich


.

auf di e Volkssage verlass en Beim Tode gewährten uns die Aus grabungen.

Aufschl uss über die Sitte bei der Geburt sind sie stumm und die Bestimmungen
, ,

de r He ide n be ke hrer e ii e m nicht gegen irgend welche hei dn is che Sitte Auch .

hi eri n lüften die nordischen Que ll en wen igs ten s etwas den Schleier Der .

Aui z d chn e r der He lgiliede r berichte t u n s dass Heigi und Sva va wieder ,

geboren seien ( E ddalieder Bugge S und am Schlusse des zweiten Liedes


.

von H elgi dem Hun din gs töte r erzählt er dasselbe von He lgi und Sigr11 m '

a O S 2 0 1 ) und f ügt ausdrücklich hinzu dass das Glaube der Men schen
( a
. . . .
,

i m Altertum gewesen se i dass es aber jetzt nur noch alter Weiber Wahn
,

wä re . Auch im kurzen Sigu rdslie dc is t es H ognis gröss ter Wun sch dass ,

B rynhfld nicht wi edergeboren werde ( V Die Sagas bes tätigen diese n .

G la uben : Von Ö l s t dem H eiligen glaubte man er se i der wiedergeboren e


'

m m
,

01 Gu drq da rso n ( Flatb 11 1 3 5 dazu s IV 2 7


. in der Gau tre ks
, , .
,

saga erschei nt Sta rkaö r als m glzmn (wi e dergeborener Riese Pas
'

drbo n n n j » «
, .

II I ,
und noch in chris tlicher Zeit (1 2 56) glaubten die Nachbarn d@
b g
o r i ls von A s da ss er der wi ede rgeborene Ko lbei nn
,
sei
(Stu d II .
,

N aberes übe r die Wiedergeburt selbst frei lich erfa hre n wir aus den Que ll en
n icht Oh n un di e ü be r das ganze ge rm a nische Gebiet ve rbreitete Amm
. en
re de dass die kleinen Ki nder aus Brunn en oder Teichen geholt werden
,

( M a n n hardt Germ Myth , 2 55 au f


. altem Glauben
. beruht oder erst

spä teren Ursprungs ist bleibe da h i n ges tellt Auf kei nen Fall glaube ich
, . ,
X I Mm o no o rs
. .

dass der V e rjün gun gsbru nn en des Mittelalters der so gen a n nte ]un gbrun n en ,
» :

mit de m See le n glaube n e twas zu thun hat wie Wolf (Bei


'

( Myth I .
, .

träge I 1 67 ) annimmt Dageg en erhal ten andere Volkssagen und Aussprfiche


, .

u nter der Voraussetzung der Wiedergebu rt der Seele ihre Erklärun g E s wi rd


wie die geschi edene Seele alle möglic he n Gestalte n anzun e hmen
.

s ich zeigen ,

vermag wie sie der Volksgla ube abe r bes onders gern zumal die des Kindes
, , ,

in der Ge stalt eines Vogel s oder In sektes dureh die Luft fliegen d denkt
Nun sagt man in de rn Salzburgi mhen zu Kindern wenn man ihnen etwas
.

erzählt das vor ihrer Geburt ges chehen ist : Du has t damal s noch nicht
,
»

gelebt du bi t n o ch mit den Mücken he rumge llo ge m Und in ganz West


,
s
'

und Niederdeutschland ist der Glaube verbreitet dass Schmetterl inge die ,

Kinder brachten ( vgl Mannhardt Germ Myth 2 4 2 .


, . .

5 2 3 Wie die Seelen ihren bes timmte n Ruheort haben so schlagen sie
.
,

auch wenn sie durch die Luf t fahren einen besti mmten Weg ei n Auch
, , .

in Be z ug auf die Zeit sind die Geister an menschliche Satz ungen gebun den .

Sie erscheinen besonde rs nur während der Nacht und wenn es in der Natur ,

am trü bsten und rauh sten ist im Winter besonders in den zwölf Näch ten , , ,

da ist ihre Festzeit die Zeit ih rer grössten Macht ( , Fritzn er Nors k H ist , .

T idsskr IV 2 1 1 . Wiederum wurzelt in diesen uralten un d sicher ur


,

germanischen Vorstellungen ei n gr sser Teil u nseres Volks und Aberglauben s o .

Z u den Orten wo man die Scharen der Seelen am sichers ten treffen kann
, ,

geh ö ren die Kreuzwege Sie spielen im heutigen Volksglauben ein e n icht .

un bedeutende Rolle An ihnen treibe n die Geis t er ihr Spiel ü be r si e vor allem
.
,

muss man z u kommen suchen wenn das wütende H e er herannaht da man , ,

son s t mitgenommen wird ü be r K reuzwege lassen sich Geister tragen und ,

werfen dann klingendes Gold als Lo hn z u hier z ü ndet man ihnen zu Ehren ,

Lichter an An ihnen kann man auch mit den Geis tern verkehren : da waltet
.

der Zauber da offenbart der Verstorbene die Zukunft (


, Wutthe Ab e rgi , .

5 1 08 u Schon der heilige E ligius (


. Myth I II 40 1 ) und Burch ard von .
,

Worms ( e bd 4 7)
0 ei fe m gegen die Vereh rung an den
. bivia und trivia » « » a.

Dasselbe geschieht in ags Homilie des Älfrie d e falsis di is wo zugleich . Ju «


,

erwähnt wi rd dass dem Mercurius die Opfer an den Kreuzwegen gebracht


,

worden wären ( C aspari Mart von B racaras De corr e ct rustic S C XI X) , .


, . . . .

Auffallend ist dass die Ge setze und nordischen Qu ellen meines Wisse ns
,

nichts von der Vereh rung ii be matüriiche r Mäch te an Kreuzwegen erwähnen .

Andererseits haben Muste rpredigten den E i fere m gegen das Heidentum zu


gru nde gelegen die im alten römischen Reiche ihren Ursprung haben und
, ,

im römi schen Glauben ist die gö tt liche Verehrung an Kreu zwegen ane rkannte
T ha tsache Auch die nordische V o lksii be rlie i eru ng weiss nur wenig von der
.
'

He ili gkeit der Kreu zwege ( isl Km ssg ä/u r A mas on Isl Pj öds I 1 3 5 4 3 6; .
, , .
, .

dan Ko mm
. ! Thiele Den da nske Alm ues o ve rtr Meninger S
,
E s ist . .

daher die Möglichkeit nicht ausgeschlossen d ass sich dies er Aberglauben un d ,

die Verehrung der Toten an Kreuzwegen in Deu tschland so tief er jetzt ,

auch im Vol ksglauben wu rzel t unter römischem Einfluss entwickel t ha be wi e , ,

ja auch Diana Venu s und andere römi sche G es talten in den Vol ksglauben
,

e ingedrungen s ind Gleichwohl muss hervorgehoben werden dass die K reuz


.
,

wege bei den verschi edens ten Völkern der Erde in ähnlicher Weise wie in
g e m a n is c h e n Lä n de m eine Rolle spielen dass sie vor allem sehr häu fig auch ,

im altindischen Volksgla ube n vorkommen ( Oldenbe rg Die Rel igion des Veda ,

S 2 67 f 44 2 4 95 u
. .
,
und das s daher der Abe rglaube der sich an die
, .
,

Wege kn üpf t recht gut u rgen n an ix h sein kann


,
.

Die Zeit wann di e seelischen Geister ihr Wes en treib en ist meist die
, ,
( ) 2 60 S EELENG LA UB E mm T or m u rrr .

Nacht Aus Erzählungen Spuk und Gespe ns& rges chichte n erfahren wir
.
, ,

dass ih re Macht zu Ende is t so bald der Tag graut oder sobald die Kirchen ,

glock e e in U hr schlägt Daher heisse n sie an m Nur


'

rl n r
i u r »
y . . ‚

währe nd der Nacht treiben si ch die mythischen Ges ta lten des See lengla uhen s
wie M ahre Alp Hex e u dgl umher und geben sich schon dadurch a ls
, , . .
,

seelis che Wes en zu erkennen Von den vielen nächtlichen Erscheinungen .


,

die die nordische Literatur und Volkssage kennt se i nur hi ngewiesen auf ,

das Ers ch e inen von Helgi dem Hun din gs tö te r ( E ddal Bugge 1 98 der .

bei näch tlicher Weile der Sigri1n auf sein em Gm bhtlge l erscheint und s ie
bittet nicht mehr um ihn zu klagen und auf die Erzählung der He rva ra r
, ,

saga nach der Herv or während der Nacht zum Gmbhügel ihrer Verwandten
,

nach Sa msey geht Der Hügel öffnete sich und in Flammen gestalt ru hten .

die Seelen der Vers torbenen auf ihm An ga n tjr spricht mit ihr un d spend et .
r

ihr das tre ffliche Schwert T jrfin g dass man ihm ins Gra b n1itgegehen hatte ,

( H en r
arars A u sg von Bu.
gge 2 1 1 .

Die J ahreszeit zu der das grosse F est der seel ischen Geister stattfindet war
, ,

bei un se ren Vorfahren di e Zeit wo die Tage am kürz es ten di e Nächte am , ,

län gs ten und die S t ü rme am hä ufi gs ten s ind Das ist die Zei t der Zwölf .

nächte wie wir sie unter kirchlichem Ein flusse zu nennen pflege n (
,
Tille ,

Wei hnachten S E s ist nicht unwesentlich dass das ki rchliche öwösx a fiy s go v


.
,

zu r Zwö lft n a c h t geworden ist denn schon hieri n scheint ein H inweis zu ,

liegen d ass das näch t liche Treiben im Mittelpunkte jener Zeit steht In
, .

an deren Gegenden heissen die Tage R a u h n 3 0 h t e L o s s t a g e ( Wein ,

hold W eihnachtsspiele S
,
Sie fallen später j e weiter wi r nach Nor . ,

den ko mmen Schon in dieser T hatsache liegt dass eine alte vorn Volke
.
, ,

heilig ge haltene Zei t nur e inen fremden Namen erhalten hat : in Bayern

W
gehen sie vom St T ho mastag bis Neujahr in S tr ichen Norddeutschlan ds .
,

fallen sie ers t na ch Neujahr son st in Deutschland fast durchw eg von Weih ,

nachten bis zum Dreikönigstage ( uttke Abergi 5 in Skandinavien


feierte m
.
,

an diese heiligen Tage das ] ulfest erst Mitte Jan uar bei Beginn , , ,

des Mona ts P orri ( Maurer Be k ehr II Wir sehen schon aus den ver , . .
.

schied e n en Zeiten zu den en in den einz elnen germanis chen Län de m das
,

Fest ge feiert wu rde dass die Natur der Gegend die Zeit der F eier beeinfluss t
,

haben muss Das ist die Zeit wo die seelischen Geister ihr grosses Fest
.
,

W
feiern Da fährt die wi lde Jagd das wütende Heer besonders durch die
.
,

Lüfte bal d allein bald geführt von chthonischen Gottheiten (


, , Mannhard t ,

Götterwelt der deutschen und nord Völker S 1 40 ti Fritzn e r B ist T idsskr IV . . .


, , . .
,

211 o letztere s ich entwi ckelt hatten treten die Scha ren mei n zu rü ck ,

die Feste werden zu Ehren der Götter gefeiert Aber gleichwohl kön nen .

wir n o ch aus unzähligen Spuren erkennen dass sie ursprün glich den Geis tern ,

galte n un d man hat auch diese ni cht vergessen als Götterkult an Stelle des
, ,

Seelenkul tes getreten war Nordi sche Quellen erzählen u ns wie Unholde .
,

das grosse ]ultes t feiern ( Maurer Belt I I Andere beri chten von dl m
'

.
, ,

und a lfa bldl B isen und E lle n o pi e m die um dieselbe Zeit stattfanden ( vgi
n am
, ,

en tl He im
.

slrr S . zwischen Elfen und Disca einerseits und den See len
. .

and ererse its beste ht aber der engste Zusammenhang : jene s ind eben Seelen Ver
sto rim n e r Noch heute h alt in N o rwegen die Aasga ardsre ia zur ulz e it ihr Trink
.
]
gelage ( Faye No rske Folkes 63 ) wie es auf Is land die älfar thun ( än Am
, J a .

so n , Isl i j s I 1 06
.

Opfer geben nur un ter der Voraussetzung Si n n
. .
,

dass derj enige der Speisen teilhaft werde dem das Opfer gilt In unserem Volks
gkm
, .

ben si nd im allgemeinen die Opfer vergessen ; ge wisse Gerichte die man


mjen en Tage n isst schei nen nur noch sch wach daran z u erinnern Auch
,
°

, .
X I Mrrn o no c re
. .
(
2 61 )

fü r die Verstorbenen denen man z uweilen besondere Tische deckte so llten


, ,

die Spei sen sein Ob unsere Christgabe n d amit in i rgendwelchem Zusammen


.

hange stehen ist zum mindes ten fraglich Gleichwohl müssen einmal auch
, .

in Deutschland Opfer bestanden haben und ich sehe im Hinblick auf die ,

nordische Si tte keinen Grund ein die Besti mmun gen gegen Brot u nd Speisen ,

spende die Anfang Januar s ta t tgefunden haben soll


, a usschliesslich auf römi .

sches Gebiet zu verwei sen wenn auch der Tag selbs t in der römischen Feier ,

fes twurzeln mag ( vgl die Pse udo a ug homilia de sacri leg 5 1 7 : Qmcu mq
'

. ue . .

a n ua n iss m am m r c brir o m a ! etc und daz u die


' '

1n ca len dar j 6us cl c lrrl


°

a:
p a y .

An m e rk von C a spari S
. Noch heute is t ü berall di ese Zeit eine heilige
.

Die wilde jagd das wütende H eer allein ist as das zu jener Zeit die H err
, ,

schaft hat Oft tritt der Führer in den Hin tergrund wo er aber im Vo lk&
. ,

glauben a uftritt da erscheint er n irgends als ein göttlich es Wes en das ein
, ,

neues J ahr he ra ufi ührt sondern als chthonische und Windgottheit Durch , .

nichts lässt e s sich weder aus alten Quellen noch aus dem Volksgla uben
erwei sen dass dies e festliche Zeit der Wiederkehr der So nne dem verj ü ngten
, ,

Him meLs und So n n e n go tte gegol ten habe Von unserer Auffassung der zwölf .

N achte aus wird uns auch der Zauber und die Weissagung die in di eser Zeit mehr ,

denn son st in Bl ü te steh t vers tänd lich Träume in dies en Tagen geträumt , .
, ,

gehen in Erfüll ung ; a us allerlei Dingen glaub t man zukünftige Dinge ablesen
zu k ö nnen : j e gewal tiger de r Sturm saus t d est o lruchtbare r wird das jahr

W
, ,

gedeiht in dies er Zeit das Vieh so gedeiht es auch ferner ; was in diesen ,

Tagen gebo ren wird erhält die Gabe die Geister zu se hen und mit ihnen
, ,

z u verkehren ( uttke Abe rgl Schon bei dem Tode konnte man
, .

die Beobachtung machen dass die ges chiedene Seele in die Z uk t , zu

schauen vermag und dass sie un t er Um s tänden dies e den Men schen mitteilt
, .

Hier zur Zeit des grossen See le n lestes sehen wir den Gedanken ve rallge
,
'

,
«

meinert und a us ihm hera us erklärt sich die Heil igkeit jener Tage Aber
, .

die seeli schen Geister k önnen nicht nur Gutes bringen sie können auch ,

Böses zufügen denn es gi bt s owohl gute als auch bö se Geister und d eshalb
, ,

sucht man vor al lem den Gart en und Stall vor ihnen zu schirmen An die .

Stallthü re n macht man Kreuz e um dadurch die Geis ter von den Tieren fern ,

zu halten Hiermit mag auch die über ganz Deu tschla nd verbrei tete Sitte
.

in Verbindung st ehen die Stämme in jener Zeit mit Stroh se il en zu umbinden


, ,

damit sie reiche Frucht tragen ( Jahn Die deuts chen Opfe rgebräuche 2 1 4 ,

und man ches andere .

5 2 4 Bes tand
. bei u n se ren Vorfahren der Glaube dass die Seel e ein ,

zweites Ich se i das den Körper mi t dem Tode verlässt und als selbständiges
,

Wesen lo rtlebt so war nur ein geringer Schritt zwischen dieser Vorstell u ng
,

und der Auffassung dass die Seele auch imSchlafe den Men schen verlassen
,

kön ne Schl af und Tod sind einander so ähn lich dass si ch e in natur
.
,

liches Volk den Zustand des einen n icht anders als den des an dern den ken
k ann Und imSc hlale erfährt der Mensch mehr denn son st die E x istenz
.

der persönlichen Seele : er sieht im T raume wie längst Verschiedene zu ihm ,

kommen wie Personen di e wei t von seinem Aufenthalts orte weilen mi t ihm
, , ,

verkehren er hört von ihnen Dinge die erst eintreten so llen E s kommt
, , .

ihm so natürlich vor scheint es un s doch z uweilen noch unklar zu sein


, ,

o h wir etwas wirklich erlebt oder nur get räumt haben er kann es nicht
anders fassen als dass sich etwas Wirklich es zugetragen habe und da der
, ,

K ö rper der Traum ges talt nicht zu gegen is t und war so muss es ihre ,

Seele gewesen sein die mit dem Träumenden verkehrte I st aber dies Über
, .

zeugung un d Glaube so ist der nächste notwendige Schritt dass auch der
, ,
( )
2 62 Ss snsu o u u ns UND T OTEN K U L T .

Körper während der Nacht übe rhaupt im Schlafe zu wei len wie tot dali e gt , ,

dann hat ihn sein e Seele verlassen si e geht wandelnd umher geht zu Tanz , ,

und Freuden quäl t ihre Mitmens chen stiftet Schaden an vermag auch zu
, , ,

weflen die Zukunft zu offenbaren Das ist ein Glaube den fa st alle N atu rr öflce r .
,

haben ( Tylor An i d Cult I 4 33 , . Auch unseren Vorfahren ist er durchaus


. .
,

eigen gewes en ; er haftet un s bis zur Ge genwart an und wie tief er im Volk e ,

wurzelt das lehrt das grosse Kapitel der H ex en ve ri o lgun gen die un s nur
, ,

un ter der Voraussetz ung dies es alten Glauben s ve m t;tn dli eh werden .

Unser 7 irmm und ahd g ilmc as grdrög altn dra ugr das Gespenst
'

» cr . » er
. , .
,

hi ngen sprachlich auf das engs te zusa m men ( v l Os thoff PB B VI II

W
g 2 76 .
,

Renzen Ü ber die Träume 1


,
der Tra um scheint die T h3 tigkeit des dra ng
oder die Fäh igkei t mi t anderen Seelen im Schla fe zu verkehren au szudrücken
, , .

er di es e Fäh igkei t nicht bes ass hiess nach an Qu ellen dra u m sloli
( d fl F ä ,
»

Em
.

higkei t z u träum en un d solches galt als Krankheit ( s VI .


,

Ein e wie bed eutende Rolle die Traumers cheinung im nordischen Volksglauben ,

aus dem s ie die literari s chen Quellen geschöpf t haben gespielt hat ist von , ,

Henz en g e zeigt worden ( 11 a Und wie hier so läss t sich auch im


. .
,

deutschen Volksglauben das Wandeln der Se ele überal l verfolgen Bei den .

ein zelnen seelis chen Erscheinungen wird davon zu sprechen sein Besonders

W
.

häufig wi rd erzählt dass es der Geliebte oder die Liebste is t die zu nacht
, ,

licher S t un de den Körper verläss t un d den Geliebten aufsucht (Prae t ori us

W
,

eltbesc h 1 0 ; N o rdd S 4 2 0 u ste )


. I m Zu sammenhan g damit s t eht der
. . . .

wei t verb reitete Aberglaube da ss in gewissen N achten und bei gewisse n ,

Handlungen die Mädchen ihren künftigen Liebsten sehen könne n ( u ttk e ,

Abe rgl 5 3 52
. Wie sin nlich aber im Volksglauben die Auffassung von
der Wand erung der Seele wäh rend des Schlafe s war zeigt die Erzählun g die uns , ,

Praetorius in der Weltbes chreibung ( S 40 ) aus der Saalfelder Gegend in .

Th üringen berichtet Damach soll sich ein st be im Obs tschalen eine Magd
.

schlafen gelegt haben Da sahen die anderen Mägde ein rote s Mäusle in aus
.

ihrem M unde kriechen das zum Fen ster hinaus eilte Eine an dere vorwitzi ge
, .

Magd habe dann die Schl a fende genommen und verkeh rt gelegt Nach kurzer .

Zeit kommt das Mäuslein zu rück und wi ll wieder in den M und der Magd
fahren Allein es fi ndet die Öffnung nich t im eine Zei t lang umher und
.
,

verschwi nde t dann wieder Die Magd aber ist von dieser Zei t an mause to h
.
»

gewesen und nie wi e der lebendig geworden Ähnliche Sagen sind über die .

ganze germanis che Welt verbreitet und lassen sich bis in die früh ste Zeit
deuts cher Geschichte zurückverfolgen A usser Mäusen sind es beso nders .

Schlangen und Wies el die dem Munde des Schlafenden e n tschlü ple n (

v l
g

E H Meyer Germ Myth S 65 Grimm D S N r


. .
, . . . . .

Aber auch son st bes itzen ge wi sse Men schen die K raft dass ihre Seele ,

den Körper verlassen und andere Gestalt annehmen kan n I m m/a r Gestalten . »

iahrt n annten die alten I sländer eine solche Ausfahrt der Seele und ba m
« blq pa »

das mens chliche Wes en das di ese aus führen konnte ( Eddalieder Ausg B ugge
, .

S 1 7 2 ; H e im
. sk r Aus g Unger 1 51 2 511 Pas I 10 2 I II 50 4 ri E yrbyggj a ,

S 1 8 1 vgl N y ro p N ame ts Magt S 51 ii ; Fritzn e r B is t T idssk r (


. . . . . . .

. . .
, norsk ) I V . .
, . . .

1 66. In t eressant ist in dieser Be z iehung die Erzählung von König He rtn ids
Gemahli n in der T hid re ksm g a die in Drachenge s talt mit ihrem Gei sterheere ,

gegen König I sung kämpft ( cap 3 52 Der Sagaschre ibe r erwähnt hier .

ausdrücklich dass er nach deuts chen Liedern dieses e rzähle Wie fest dies er
, .

Glaube im Volke wurz elt z eigt die T ha tsa che dass di e Vol ksgese tze Be
, ,

stimmun gen gegen dies e Seelenwanderung haben : si e wi rd nach dies en streng

bestra ft wenn si e aus eign em Antriebe der betreffenden Person vor sich ge
,

Gem i h Phi l l gi II I 2 A fl
an s c e o o e. . 8 . u .
X I Mrr n o ro c 1rs
. . .
( ) 2 63

gangen dagegen milder wenn eine höhere Macht es erhei scht hat (

W
ist, v l
, g .

Fritz n e r a a O S 1 74 ; v Amira T ie rs tra i e n S 1 i i ; K Maurer Sitz un gs


. . . . .
, . . .
,

ber d Mü n ch Akademi e 1 896 I


. . . . .

5 2 5 D i e v e r s c h i e d e n e n G e s t a l t e n a l t e n S e e l e n g la u b e n s
. ah .

rend die vorhergehenden Abschni t te den G l auben an ein Fort leben der Seele
im allgemeinen begründen sollten wird das Folgende z eigen wie die fort , ,

lebende Seele ausser in den Elemen t en den Le b en den erscheinen ko n nte .

Eigentümlich is t vor allem der aus dem K ö rper gewichenen Seele die
Proteus natur : sie vermag alle möglichen Ge stal t en besonders Tie rges ta lt en an , ,

zunehmen Treten dabei ein z elne Personen hervor so hat der Volksglaube
.
,

den wesen t lichen C harakterz ug der betreffenden Perso n au f die Gattung des
Tieres einwirken lassen in dessen Ges talt die Seele erscheint Die Eigen , .

sc hafte n d e s M en schen und d e s Tiere s waren da s terti um co m pa ra tio n is


Kinderseelen erscheinen beso nders häufi g in der Ge stalt von V ögeln j ungfrauen ,

in der von Schwänen li s tige Männer als F ü ch se grausame a ls Wölfe u dgl , ,


. .

E s kann aus dern Vo l ksgl auben eine voll s tändi ge See le n launa z usa mmen ge stel lt
'

werden aus dem deu ts chen sowohl wie aus de mska ndinav ischen : die Se elen
,

erscheinen als Fliegen Bienen als Schmetterlinge als Vögel j eder A rt (Myll1

W
.
, , ,

II, G ei z häl se und Misse thäter erhalten die Ges tal t schwarzer oder
feuriger Hunde schnaubender Pferde S t iere Kröten u dgl Un t reue Weiber
, , , . .

z eigen sich als Eulen ( vgl u ttk e 5 Auch in Ges tal t von .

Kühen Schafen L mmern Hirschen H a sen Kaninchen z eigt sich d ie fort


, ,
ä
, , ,

lebende Seele (Mannhard t Germ Myth 4 90 i ) l Auf dem Geb iete der alt , . . . .
.

nordischen Prosaliteratur hat H e n z e n die reiche Fauna se elis cher Tierges tal ten
z u sammenge stel l t Die Träume Auch hier kann di e Seele
( u s w S . . . .

Gest alten annehmen vom Vogel bis zumLöwen Wolf und Eisbären C harak , .

te ris tisch is t die s ch ö ne Stel l e a us den ch ri st lichen Sölarlj öd wo die Seelen ,

in der H ö lle mit versengten Vögeln verglichen werden ( V 53 : w ril mrf ugfa
'

W
.
r

rva m a r rr sem m Der heu t ige Volk s gl a ube des


'

cr ra li r wi n : flug u y)
' '

.
g . .

Norden s gleicht wiederum dem deu tschen b is i ns klein st e : auch hier haben wir
die gan z e nordi sche Fauna (Hyltén C avallius äre n d I 4 61 Thiele Dan -
, , ,

mark s Folkes I I 2 94 i i Faye Norske Folke Sagn .


, Eine besondere
.
,
-

Rol l e spiel t hier der N a c h t ra b e das Käuz ch en ( sc hwe d n a lfra m m Hyltén , ‚


.
,

Ca v I 4 67 dän n a /ra z m Thiele I I 2 9 7


. .
, .nach schwed ischer Sage die , .

Seele eines au sges e tz t en Kin des Das ist alter Glaub e der fast allen V ö l kern .
,

eigen den wir bei den Wilden eben so linden wie bei den alten Gri echen
, ,

und R ömern (vgl Tylor Anfänge der Kul t ur I I 8 i i ; H ildebrand Folken5


.
, . .
,

Tro S 1 3 6 f ; Koscher Kyn an thro pie des Marcellus von Side S


. .
, .

Wir sehen hieraus wied er einmal wie lan ge sich al t er Volk sglaube e r ,

hal t en ha t Viel l eich t gelingt e s noc h die en Vorstellungskrei s auch auf


.
, s

deut chem Gebiete bis in s Altertum hin ü be rzu i ü hre n Ge w asius von Tilbury
s .

( lib . I I I 5 73 ) ü b erliefert
. von den St ö rchen einen Volk s g l auben nach d e m ,

s ie Men schen s in d die sich nur be i un s als Vögel zeigen D as damit unser
, .

a lt es Ammenmärchen der Storch bri nge die Kinder z usammenhänge ist , , ,

s chwerlich an z unehmen wenn auch die ses sicher im Se ele n glaube n seine ,

Wurz el hat Der S t orch am Weiher wie auf Rügen der Schwan an dem See
.
,

w t
So e i ge n üge n de usa ens e un ge n d iese y thiseZ mm t ll
h e n V o rs tellu ngsk reiu o rhanden rm v
si n d, be gn üge ich ich, au f di es e z u e w e ise n m D ie n eu e re n Sa u n en ha be n di e E r
g vr . mml
fahru n ge n n u r durch neu e e is ie e ges ü z
p D i B
e se r Ab ri ss de r M
y h g l
o o i e w ürde zu se h t tt t l r
mml
.

an sch e e n w ll o w llt
e ich s e s d ie zah re iche n e ege aus den Sa tt un gen se bs b ingen l Bl l t r .

m
.

D o ch habe ic h d ie Bl
e eg e gep ü ft u nd k e i n e n au fge no e n. r
der n ich aus ge an iscl fl mm t m
M un de s a , t mmt
so schw e es auch zu r
e i e n i st, d ie s fes z us e l en w l t t l .
( ) 2 64 D ra W A NDELNDE S an a; Gesr a rr . m
s ne a s s r s au . .

(Arndt Schrif,
t en I I I dem Aufenthal ts orte der Seelen
, holt die junge ,

Seele nach dem Volksglauben aus dem Wasser wenn er sich seine N ahrun g ,

hol t und fliegt dan n mit ihr weit ü ber die La nde
, .

Ein weiterer Kreis a bergläuhische r Anschau un gen hat im Glaube n an das


Fortleben der Seele in Tierges talt seine Wurz el Schon der heilige E ligi us ( My t h . .

III . die Väter des T ri ersche n Konz il s im Anfang des 1 4 ]ahrhs ( Friedberg . .
,

Aus deuts chen B uss buche rn 1 0 4 ) und manche andere Ki rchenversammlungen

W
eifern gegen den heidnischen U n fug auf den Vogelgesang oder auf die Tiere ,

zu achten di e einem beim Verlasse n de s Haus es oder bei Begin n eines


,

erkes zu ers t zu Ges icht oder Ohre n kommen Alles Eifern hat dies en .

Glauben nicht ausz urotten vermocht Wenn ein Hase eine Katze e in .
, ,

Schwein beim A usgehen uber den Weg läuft so bedeu tet das Ungl ü ck ; eine

W
,

weiss e Ge m se bedeu t et so gar den Tod Der Wolf Fuch s Adler dagegen .
, ,

bringt Gl ü ck Ähnlicher Glaube findet sich bei fas t al l en Völke rn der Erde
.

( Andree E t hnographische Parallelen und Vergleiche S 1


,
as das oft .

unschein bare Tier auf das Ges chick de s Men schen für Ein flus s haben so ll is t ,

nicht rech t ers ichtlich dagegen wi rd u n s der G laube verständlich we n n wir wis sen
, , ,

dass es n icht das Tier is t das dem Men schen begegnet so ndern die Seele , ,

eines Vers t orbenen die in Tierges tal t e in he rwan de lt und die Gl ü ck und
,

Unglü ck bringen kann Nat ü rlich ist im heu t igen Abe rglaube n der Z usammen
.

hang z wis chen Tier und Seele vergessen nur das Resul tat desselben ha t sich ,

erhal ten u n d von Ge schlecht z u Geschlecht fo rtge pfla n z t Noch klarer tri t t .

der alte Seelenglaube in de rn Vol ksglauben z u Tag e dass man aus den ,

Tönen der Tiere die Zukunft erkennen k önne Eine äl t ere Stufe dieses .

Glauben s läss t die Tiere namentlich die Vögel sprechen und die Zukunft
, ,

offenbaren I mMärchen hat sich der Zug noch erhal t en In den nordischen
. .

Ed da l iedern ist er trefflich poetisch ve rwert et worden : den A t li macht ein


Vogel aufmerksam auf die sch öne Sigrlin n (Helg Hj 1 He lgis des Hun . .

din gtöte rs Ruhm haben Ad l er geweissagt ( He lg H b I ) V ögel warnen . .


,

Sigurd vor den Nach st ellunge n Re gi ns (F aim 3 2 Die Seele die den .
,

Körper verlassen hat vermag in die Zukunft z u schauen Weissagung und


, .

Zauber an der Le iche Weissagung und Zauber während der Fest und ,
e

Freuden tage der Seele entsprangen au s di es em G lauben Der nächs te Sc hritt .

des Vol ksg lauben s is t dann dass die Seele auch die Zukunft offenbaren kann , ,

wenn sie andere Gestalt angenomme n hat Die Sprache ist heute im V o llesgla ube n

W
.

vergessen aber das Bel l en des Hundes das Wiehern de s Rosses der Schrei
, , ,

der Katze das Kräch zen der Eule das K rähen des H ahnes das Zirpen der
, , ,

B rille und manches andere ( u ttk e das is t die Sprache der Tiere ,

durch si e prophezeit die dem Men schen entwichene Seele die Zukunft noch
heut e Dies e Tiere z u Tieren di eser oder jener Go tt heit zu machen damit
. ,

kommen wir nicht mehr aus da jene Pmphe tie wie die vergleichende My , ,

tho lo gie lehrt älter und urs prünglicher ist a ls die Gott heit der sie uns ere M
.
y , ,

tho logen zuzuschreiben pflege n ( Andree a a O S 1 1 , . . . .

52 6 Aus dem alten Se e le n glaube n uns erer Vorfahren ist ferner eine
.

Reihe mythischer Gebilde hervorgegangen die im Vo l ksmunde man n igfachen ,

Wandel durchgemacht haben im Kerne aber eins s ind Der Verstorbene , .

konnte nicht nur Tierges tal t a n nehmen er konnte auch i n Men schengest alt ,

wieder erscheinen konnte andere Menschen verlocken ihnen Gl ü c k oder


, ,

Ungl ück bringen Wir pflege n solche Wiedererscheinungen Verst orbener a ls


.

Ge s p e n s t zu be z eichnen ein Wort das schon ahd ( g i rpmsl ) in der B e deutung


, , .

> Verlockung Trugbild bek ann t ist E s is t gebildet von dem altge rm rpa n a u
,
«

locken Das Wort m


. .

b c. i t seinem ab st rak t en Inhalt lässt vermu t en dass sein U r ,

86
2 66
( ) G ES TA LT EN o ns SE E L EN GL AU B EN S ; GESPEN STER .

Hier hausen wie s ich z eigte die Geis ter der Verstorbenen Natü rlich m üssen
, ,
.

sie dann auch wissen wo s ich das Gold in der Erde wo sich der Schatz
, ,

befin de t Besonders Geizhäl se fi nden R uhe wenn sie Lebende hierher fü hren
.
, ,

zumal wenn sie ihr Geld versteckt oder vergraben haben Wenn man ein e n
Schatz gr aben will steckt m
.

an des halb den Gei s tern Brot zu (


, C he m n Rocken .

phil 3 H unde rt S
. . Viele von dies en Sagen en tpuppen si ch j
. a b a ld als

jung und ich bin weit davon e n tie mt jede aus dem lebend igen Seelen
, ,

glauben entsprungen sei n zu l assen Die Sagen ande rer Gegenden sind nur .

zu oft die einfache Quell e jün gerer Sage n : im Grunde aber hat der gan z e

Kreis sei nen Urquell in der alten Auffassun g dass die Se ele fortlebt dass , ,

sie sich in der Natur in Bergen 11 s w aufhält ,


. . . .

Eine weitere Vo rs tellung unserer Vo rfahre n war dass sich die Geister als
Flammen auf de n Gmb hügeln oder in ihrer Nähe aufhielten dass sie sich
,

als Flam men in den Lü ften zeigten In der altn o rd He rvararsaga wird e r . .

zählt dass die Seelen An gan tyrs u n d seiner Brüder all n ächtlich als Flamm en
,

auf ih ren Gräbe m erschi enen seien ( Ausg von Bugge Als Gun n a rr .

vo n H lith re n di ges torben war kam en sein So hn H ogni und Skarphe din n z u
,

seinem G m bhflge l: si e fanden diesen offen und hier sass Gun n arr umgeben ,

vo n vier Flammen
(Nj ala C a p Flammen um g eben die G m
. bh üge l
( Egilss 2 2 8 Gu lbs
. Noch heute zeigen sich auf Island di e Gespens ter
hin und wieder von Flam
. .

men umgeben : diese führen den Namen ämva reld : '

( T o ten fe u e r) oder eldgle n ngu r ( Feu e rblitz e Maurer I sl V o lkss Auch


'

, , . .

der deutsche Volksglaube kennt die Seelen in Flammen gestalt ( R Köhler .


,

ZfdMyth IV 1 85 Müllen ho fl Sagen aus Schleswig gerade so wie der


. . , ,

skandi navische woftl r Bez eichnun gen wie schwe d vältly s (


, Geis terlicht) sprechen . .

Meist haben jedoch auch die Geister in di eser Form neben dem Lichtschein
die mens ch liche Ges talt wie diese j a immer und immer wi eder di esen seelischen
,

Wesen a ufge dc t wird H ierin wurzeln die vielen Erscheinun gen die die

W W
,

deutsche Vo lkssage als Fe uermän n e r Lichtträger Lü chte män n eken s I rrlichter


.

, , , ,

I rrwische He e rwisehe Dic k e po ten T ü ckbo lde B rü nn lige (


, . Schwei z ) Hexen , , ,

fackeln fe urige Mannen


, iese n hü pfe r Zei sler Z ü ndler ( u ttk e 57 61
,
die , ,

dän isch e als Lygteman d ( Leuchte m an n ) B laas man d


( Fe uermann M o lbech , , ,

Dansk Dial die schwedische a ls E ldgas t ( Feue rgeist) Lyktegu bbe n



. . .

( Le ucht m ann H y lt C a v I ,4 68 ii ) kennt


. Auch. von i hnen
. wei ss b is . heute .

der Volks mund zu erzähl en d ass es See le n Verstorbener sind die den Grenz

W
, ,

stein versetz t di e Ge ld vergraben haben di e eines gewaltsamen Todes ge


, ,

sto rben sind Nach christlicher U mbildtmg sind es besonders di e Seelen na


.

getaufter Kinder ( Präto rius e ltbeschr Sie erscheinen gan z feurig


, .

oder feue rspeiend hausen besonders in Sümple n und auf feuchte n Wiesen '

W
, ,

fii hren den Wanderer irre springen ihm auf den R ü cken wie die Mah re oder ,

der A l p sind aber auch zumal wenn man ihnen Geld gi cht sehr gefällig
, , ,

( uttke a a Bis in s 1 7 ]ahrh hinauf lassen sich diese Geistererschei


. . . .

nun e n nachweisen si nd aber sicher älte ren Ursprungs Myth I I Licht


g ,
( . .

ersc heim mge n über S ü mpfen und Wiesen mögen dies e mythischen Gebilde
einer na türlichen Phan tas ie wachgerufen haben .

5 2 7 D i e D ru c k g e i s t e r I m Se e le n glaube n hat ferner eine Reihe


. .

mythischer Ersch ei nungen ihren Ursprung di e zwar immer geschieden auf ,

treten in ein und derselben Gegend neben ein ander die aber im Kerne auf
, ,

glei che Wurzel zurückgehen Gemein sam ist ihnen dass sie dem Mensch en .
,

meist als etwas Läsüges erscheinen dass sie ihn während des Schlafes auf ,

suchen und u en und d r ücken Daher mag u c k e i s t e r als gemein


q äl D r g .

sam er Name für sie ge rechtfertigt erscheinen Ein ige ihrer N amen tauchen .
XI . Mw a o w m
e .
(
2 67)

W
bei allen german ischen Stämmen auf und z eigen sich schon dad urch als ur
al t a ls ge mein ge rman isch Praetorius zählt eine ganze Reihe teils deut

W
, .
,

scher , tei ls auswärtiger N amen diese r Dru ckge iste r auf ( eltbeschr .

A l p Mahre oder Mahrt Trut o der Trude Sclwattele Sehrätzl R au l Do ggele


, , , , , , ,

älriderske Lork s ind die gebräuchlich sten


, .

Am meisten ve rb reitet und am frü hesten fi nden wir die M e h r I mVolks .

1n u n de heisst sie bald M a i ne bald M a ri M a ri e N a rblma/rrc ( vgl Wolf , , , .


,

N ie de rd Sagen 68 8 . Die I sl änder nen nen sie ma re ebenso die N o rweger ,

(Ni colais en Fra Nordlands fo rti d die Schweden ( Rietz Dialekt L e x ,


-
.

I m dän ischen heisst sie m


,

a re oder n a llrm Mo lbec h Dialekt Lex


a re
( ,
-
.

holl ändis che n n aglmeme im englis chen mklrlma rr So zeigt sich Wort
'

, .

u n d Begriff bei allen germani schen Stämmen Allein auch zurück lässt s ich .

das Wort bis in die Zeit der ältesten Den kmäler verfolgen : im Altho chd is t
und im Alm findet es sich bei den ältes ten
.

das Wort belegt ( Gra11 I I , .

Ska lde n ( He imsk r 1 4 Ko rm


°
akss 4 2 In Nordfrankreich is t es durch di e

W
. .

Fran k en eingewandert und a ls ca ur/re ma r ( von mlca rc treten presse n ) b is -


»
,
a

heute erh alten Die Ableitu ng des Wortes ist dun kel Man hat es bald z u r
. .

Wurzel ma r bindem hemmen ges tellt (Mbd » tb I I


, bai d mi t lat « . . . .

mon } ind ma ru lr zmamme n gebracht (A Kuhn ZidA V 4 8 8


. Die ei ne .
, . .

wie die andere E tymologie bie t en sprachliche Schwierigkei ten Auf alle Fälle .

ist bei allen germanis chen Völkern die Mahre eine Erscheinung die ei nen ,

Schl afenden quält j a ihn sogar töten kann Den Tod führt sie aber dad urch
, .

herbei dass si e sich auf den Men schen setz t während dieser schläft und ihn z u
, , ,

Tode tritt Die nordische Yn glingasaga (He imsk r 1 3 ) erz ählt u n s nach einer
. .

Quelle die aus dem 9 od er 1 0 Jahrh stammt dass König V an lan di von Schweden
,
. . .
,

während des Schlafes von der Mara tot getreten worden se i ; sie drückte ihm nach ,

dem sie ihm fas t die Be ine zerbrochen den Schädel ein Schrecklich ist n ach der , .

E y rbyggj a ( cap 1 6) Gu nn laugr von einer Mahre. zugerichtet .

Gegen die Person von der man die That annahm wird ein langwieriger
, ,

Proces s geführt ( Maurer Zwei Rechtsfä l le aus der E yrbyggj ,a S Im .


,

al l gemeinen erscheint die Mah re jedoch nur als Quälgeis t Sie is t die Seele .

einer noch lebenden Pe rson die während de s Schlafes den Körpe r ve rlässt ,
'

und sich auf den Körper des Mitme nschen setzt und ihn quält In der Regel .

ist sie weiblicher Ge s talt Oft ist es die Seele der Geliebten di e ihren
.
,

Liebsten im Schlafe drückt Sie verlässt in Ges ta lt eines Tieres den Körper .

und wan delt als Katze H und Maus sehr oft auch a ls Strohhalm oder , , ,

Flaumfeder während der Nacht umher Durch Ast un d Schlüssell öcher .

kommt si e in die Stuben Sie setzt sich auf des Schlafenden B rus t und .

Kehle dass er weder atmen noch schreien kan n Verst opft man Schl üssel
, .

und A stloch so kann man die M ain e fangen Dann hat man während der
, .

Nacht in der Regel einen Strohhalm in der Hand Mit Morgengrauen muss

W
.

ab er die Mahre ihre richtige Ges tal t annehmen und dann ist sie meis t ein ,

nacktes Fraue nz irn mer Auch Tiere drückt die Mahre ; diese schwi tzen und
.

schnauben dann und sind arg z ermuft ( u ttke 540 2 ii ; Thiele Dan m , .
, .

Folkes III 1 90 11 Faye 7 6 F Magn uss on E ddalze re IV 2 80


.
, . Wie .
, ,

bei anderen seelis chen Wesen (Mann hardt Germ M y then is t ihr , .

Aufenth al t ihre Hei mat im Volksmunde En gland (


, Strack e üan Sagen aus ,

Oldenburg I Der natürliche H intergrund dieses un d der 1o lge n den


.

myth ischen Geb i l de ist ein l euchtend Schon das Mi tt elalter erklärte das Auf .

treten der Mahre au s den schweren Träumen die den Men schen of t in folge ,

der Bluts tockung befallen ( Ge w as ius von Ti l b ury 3 9 Welchen mäc h . .

tigen Eindruck das Alpdrücken auf den Menschen zurücklässt weiss jeder ,
2 68 )
( D a uc x n s rsr r m . AL P . Ta n n e . SC H R A I
‘ '
.

aus Erfah rung Um wie viel mäch t iger musste dieser bei dem natü rlichen
.

Men schen sein Zweifellos hat dieser Zustand der men schlichen Seele
.

Mythen veranlasst Allei n fas t alle Mythen hieraus zu erklären wie es neuer
.
,

dings Lai stn e r im Rätse l der Sphinx ge than ha t ist sicher zu weit gegangen ,
.

Di e Gemei n samkei t des mythi schen Namen s und Begriffes bei allen germa
ni chen Völkern z eigt un s in wie hohes Alter der Ursprung der Mahre ge
s
,

hört : sie is t eines der wenigen my t his chen Gebilde di e in einer u rge rma n i ,

schen Periode schon vorhanden gewes en sein m ü ssen .

52 8 Al p T r u d e S c h ra t In Mittel und einem gro ss en Teile Ober


.
, , .

deut schland s weniger in Niede rdeutschlan d erscheint der Druckgeis t unter


,

demNamen A l p Mich drückt der Alp ist j a al l gemein bekannt ; der Au s

W
. » en

druck deckt s ich mit dem norddeu tsc hen : Mich reitet die Mahre Althd » . e .

ist das Wort a ls Simplex nicht belegt ; m bd a lp rn bedeutet sowohl Ge . . »

schlech thin a ls auch den Quälgei s t in sbe sondere ( Mbd tb I

W
spe n s t z
»
, . . .

Sprachlich ist d as Wort das ags l] vll engl elf al tn a lfr mythologi sch . a , „
. .
, .
,

jedoch is t das hd Alp von dies e m verschieden Die a äa r E l/i w sind s eeli sche
. .
'

esen s ch lech t hin b eso nde rs in Z we rggesta lt H ier steckt in dem Worte der
, .

al lgemeine Begriff wie er sich auch bei dem mbd a l] nachwei sen läss t und wel
, . ; ,

chen a hd Namen wie Alpha ” Alpen r/r u dgl auch für das Ahd wahrschein l ich '

machen Dieser hat sich in einigen Gegenden Deutschland s


. , . . .

. und zwar
spä t es ten s im Mittelalt er verengt und den Begriff des Quälgei stes a n
genommen Von den verschiedenen E tymologien die man dem Worte ge
.
,

geben hat ist die an sprechend ste die von Kuhn (


, Kuhn s ZS IV 1 0 9) und . .

Curti us ( C ricch Etym ‘ 2 93 ; vgl auch La istn e r Rätsel des Sphinx I 4 52

W
.
. . .
,

die das Wort zur sk r wurzel mb): stellen und e s mit rbl m identisch sei n .

lassen D er a lp. a I r wäre demnach von Haus aus der n


/ g e is t Nicht » « .

überz eug t hat mich die Zergliederung de s Wortes die adste in mi t ihm ,

vorgenommen hat ( U ppsa las tudie r S 1 52 .

Bes onders auf ale man n isc hern Gebiete herrscht 101 das drückende gespe n ster
hait e Wes en der Name Trut T ru de D ru te E s hat mi die Trud » «

» a
,
» « . »

druckt sagt man in Ö sterreich (V e maleke n In Tirol schri t t die

W
«
, ,

>
gm sse Trud im Matsche r Thale wo sich noch je tz t am Fel senabhan g der
«
,

» Drude n 1uss d i das Pen t agramma das son s t Alp1uss heiss t und das die
r
, . .
,

Trude oder den Alp nicht an s Bett läss t (Prae torius e ltbeschr be , .

fin det durch die Dörfer und drückte des Nachts in den Häusern die Leute
,

und q uäl t e das Vieh im Stal l e ( Z in ge rle Sa gen 4 2 6 E ben so erscheint ,

die Trud e in Bayern ( Pan zer Sagen und Geh r I 8 8 v Leoprechti n g Vom , .
, , .
,

Lec hra in 8 Daneben erscheint die Trude auch mit Eigen schaften die ,

sons t den H exen beigelegt werden In diesen zeigt sie höch st wahrscheinlich

W
.

ihr urs prüngliches Wesen a us dem sich dann ähnlich wie der Alp in O ber ,

deutschland der Quälge ist entwickelt ha t Über die Bed eut ung de s Wort es .

herrsch t noch Dunkel ; Grimm (Myth I 3 50 1 tb II 1 4 53 ) bringt e s

W
mit ahd mu dilectus z usammen das sich in ahd Eigennamen auf dn i d
. . . . .

-
.
, .
,

altn Dmdr
. die Jungfrau erhal t en hab e Die K ü rz e des u in Trude spricht
'

gegen di ese Ab l ei tung ( e in hd d Deutsche Frauen I Verwand t rn it , .

dem Worte ist wohl go tlän d dru da liederliches Frauen z immer ( Rie tz .
,

Sven sk Di alektle x

W
.

Auf obe rdeu tschem Gebie t e erscheint weiter der drü ckende Nach tgei st a ls
Sc h re t t e l e ( Meyer Deutsche Sa gen a us Schwa b I 1 7 1 ii Sc hme lle r Bayr, . . .
, , .

tb II 61 0 ; Schloss er Z 1 V o lksk IV
. . 2 1 8 ii 2 51 Daneben
, . . . . .
,

ko mmen vor : Schrat Schrad Schre tz le in Sc hrähe le in Re tt e l e Rä tz el Katz en , , , , , , ,

Ratz Schrat ist sicher die ursprüngliche Fo rm zu der Schre tte le das Demi
.
,
XI . Mvr a o no e rs .
(
2 69)

n u ti vu m ist Wir haben hier wie der ein altgermanisches Wort


. einst , das
viel verbre itete r war als heu te ist In Mitteldeutsct ist es in den .

letzten Jahrhun derten immer mehr zurü ckgedrängt E s findet sich sowohl
in Deutschland wie in den anderen germanischen Ländern Alm :ßrah
.

'

» c
, . .

und was für ä spricht bedeutet Geis t Ges penst Noch heute

W
,
» ,
er.

heisst auf Island der Wassergeis t vahmßmlh ( Mau rer Is] V o lkss Auch , . .

in den andere n nordischen Sprachen erscheint sl raltz n am en tlich als » c


,

Zauberge is t noch heute i e nu Nordi sch e n läss t sich auch in D e utschland


"
, .

das Wort bis in die äl teste Zeit zurückverfolgen Ahd Glossen geben mit . .

scm pilos us wied er den behaarten Waldgeist der Vulgata (

W
lo » «
, j es 1 3 .
,

was Lu th e r mit Feldgeist übersetzt Daneben e m e he in en ahd sera: und die

W
» c

Cm
. .

Komposita : wa llscäral z waltsrraze ( i i VI Auch im Mbd ist das


Wort ziemlich verbreitet (Mbd
. . .

tb II Die Ableitung des Wortes . . .

ist d unkel ; La istn ers (der B e haarte Nebels 33 7 ) un d einho lds (der
'

» a »
, .

Baumspal t e n Riese n S 2 68 ) Etymologien scheinen mir un m öglich Viell e icht


, . .

gehört das Wort z u 110 rw si mlla lärmen 51 t rasse ln Wir hätten


.
,
1

dan n I :lrmgeister Ge ister Obe rhaupt Sicher ist di e Bedeutung Gei st Ge s penst
.

» <
.
, .
,

auch hier die ursprün gliche aus der sich Quälgeist lokal entwi ckelt hat ,
» « .

I m Elsass und einem Teile der Schw e iz hei sst der Druckgei st Dog rle > c

ein Demin utivu m zu dog» das z um V erbum druba n drück e n gehört


'

( L a is tn e r N e be ls , Andere Name n s ind


. D ruck rlc N a rb hn d n n le L eh el ,

, ,

Le tzd äpp d Trem pe ( 11 3 11

W
,

52 9 D i e V a lk y rj
. en In einzelnen G egenden Nordd eutschlan ds na .

men tlich in Oldenburg und Friesland heisst die Mah re wälride rske (N ordd

W
» < .
,

Sag 4 1 9 Stracke rj
. . an 1 3 7 5ff estf Sag I I 20 Der erste Te il dieses
, .
, . .
,

Wortes d e ckt sich mit dem an va lr di e Lei chen Tot en Wir haben .
, .

al so in der älri derske die T o ten rei terin die Mahrte die den M enschen , ,

zu Tode quält wie wir si e in der nordi schen Dichtung un d in viel en Volks
,

sagen kennen lernen ( La istn er Rätsel der Sphinx ) Sie berührt sich hieri n

W
, .

rn i t der ai tn o rd vally rj a der ags wa lßy rie der T o te n wähle rim


. ‚ . » .

Das ganze altgerman isc he Le ben fand im Leben der Abgeschiedenen seinen
Widerhall as hier auf Erden vor sich ging führten die Seelen der Abge
.
,

schie den en nach dem Tode fo rt Auch die Vors tellung von den V alkyrj en .

is t eine Vermischung des al tge rmanischen Le ben s m it dem See lenglauben .

Weibliche Ges talte n lebten nach dem Tode als weibliche Wesen fort : so die

W
Mahre die Trude die Hexen ; jenes sind die Seelen der Mädchen und
, ,

Frauen dieses die der alten Frauen junge Truden werden im Alte r Hexen
, .

( u ttk e 5 Nun is t es unums töss liche T ha tsa che da ss bei den Ger ,

manen nicht sel ten di e Frauen amKampfe teiln ahmen Nach Fla vi us V o piscus .

( Vit . Aurel c 3 )4 f ü hrt. e A m el


.ia n zehn goti s che Amazone s im Tri u mphe
auf quas virili habitu pugn an tes i nte r Gothos cepemn t ; Dio Cassius (7 1 3 )
,
» «
,

erzählt wie man auf dem Schla chtfe lde Leichen bewaffneter Frauen gefun den
,

hatte Paul us Dia conus (I 1 5) spricht von Amazonen in in timis Ge rman iae
, ,
»

1in ibus ( Weinhold Die deutschen Frauen I 54


«

, In den altnordischen .

Liedern und Sogur namen tlich in den Erzählungen aus der nordischen
Heldensage begegnen wir den slybldmgya r den Schildmädchen auf Schritt
,
'

, , ,

und Tritt ( Pas II I 7 62 Stea m trup Norm 1 1 9 2 7 3 3 51 ii 3 1 8 f Wor


.
, , , . . . . . .
,

saa e V o rgesch d No rdens S 61


, . in der B ravallaschlac ht spielen sie
. . .

eine Hauptrolle ( A Olrik Kildern e ti l Sakses Oldhist I 52 .


,
selbst . .

Schi ffe nennt man nach ihnen (Ems VII I Auch diese Kämpferinn en .
,

mussten im Volksglauben in der Volksdi chtun g unserer Vorfahren fortleben , ‚

ge radeso wie die andere n Menschen Ihre Bes chäftigun g war natürlich auch .
(
2 70 ) V AL KYRJ EN .

nach dem Tode noch de r Krieg : sie halfen ihren Freunden e n t fessel ten die C c ,

bun de n en schadeten den Fei nden N a tflrlich erschei n en auch dies e Ges talten
, .

vo n H aus a us all e in ; erst späte re Dichtun g hat sie in Abhängigkeits verhältnis .

zu dem jün geren Schlachten un d Sie gesgo tte gebracht wenn sie auch da ,

nebe n die Dich tung noch unabhängig von di esem kennt Die Erinnerung an
den na türlichen H intergrund zeigt sich noch in den s pät e n Ada m
.

äl wo ,

Gla u mvor dem G unnar m i t ( V 2 8) .

mfa r ßo m km
'

W
Kon ur lwy al aa a a äll ga l,

Infolge dieses seelischen U rsprun gs berühren sich die fortl e benden Schlachten
jungf rauen oft mit den No men Hexen un d anderen mythischen esen die, ,

im Se ele n gla 11be n ih re Wurz el haben Wie diese rei ten sie durch Luft und .

M e er (Iopt aß [gg Prosa zu Helgakv Hj 9 ; Sn E sie erscheinen in. . .

Schwa n en gesta lt wie häufi g di e Mädchenseelen


, Agis Glossen tiber .

haftes Wes en geht noch aus der altislän disc hen Volkssage klar hervor In der .

Harda rsaga ( I sl S I I , 1 0 3
. .wird erzählt, wie über Hordr die Herfiq tr
d i H eer1essel, ein bekannter V alky rj
. . en n a e, gekommen sei ; eben so kenn t m
die S turlun ga mehrere Beispiele von Hee r1esse ln , di e den Tod des davon
Bd all en en z ur Folge ha tten 3 te13 geschieht dies im Kamp 1e oder au f der
.

Fluch t ( Maurer, Z fdMyth I I , 3 4 1 Diese Berichte zeigen auffalle n de


.

Ähnl i chkei t mit dem Tode V an lan dis durch die Mara Ih ren seelischen U r .

sp ru n g zei gen diese Schlac hte n un gi rauen auch darin , dass sie als Wolken
j
wes e n e rscheinen , denn die Wolke ist nach altge rm Au11assun g ebenfall s ein .

bekan n ter Aufenthaltsort der Seelen (Mannhardt, Germ Myth 2 55 11 7 2 6 . . . .

Pfann en se hm id, Weihwasser 99 u H ie raus erklä rt sich der V alkyrjen


.

nam e M i r d i Nebel Andere Namen wi e Gpn aull (zu gmrdr »der Geist« )
! . . .
'

erhärte n ebenfalls die T ha tsache , dass sie seel ische Wes en sin d In der ur .

sprün glichen A u ffassung des Volksg lauben s sind di ese fo rde be n de n Schlach t en

W
jungfrauen seh r alt : wir finden si e in voller Thätigkei t in dem Merseburger
Spruc he a ls rdrlrr wie auch das an dzln r oft die V alky rj e n be z ei chnet ( Lex
' ' °

.
, .

poet . as die s Wort ursprü nglich bedeutet ist dunkel ; weder Kögels ,

» ein e durch Wei shei t ausgezeichne t e Frau PBB X VI 5 noch Jost es ’

W
« 02 . .

( » Mee em
i b « Idg For sch I
. I , noch .v G ri e n be rg e rs (»die H in und Her
.

gehende « Z fdPhil XX VI I , 4 4 1 Erklärung trifft das Richtige Sie erschein en


. .

in einem ags Bienen segen als r:}gew17 ( 01cke r, Kl ags Dicht 3 4 vgl an
. . . . . .

rigm a r Fm
qy s V , 2 4 6; 1 1
M '
eine Bezeichnung für die
'

E b S

W
z . 3 4 y r . .

Bien en , die u ns un verstän d l ich wäre, wenn u n s nicht gerade in sächsischen


l a nden die Hei ligkeit der Biene a ls ein es höheren seelischen Wes en s mit
weissagen der Kraft bez eugt wäre (Kuhn , estf S I I , 64 Erklärt sic h . .

doch hieraus auch , dass E gill die Lu ft als A ufen t haltso rt der Seelen 6js&n}b
» Bienen w eg : nennt önsso n , E gilss Halle 1 894 S
(So n a to r 1 8 vg l Fin n u r j . . . . . .

Ein besonderer Lieblin g der subjektiven Phantas ie sind die V alkyrj ur bei den

Norwegern und I sländern geworden Sie erscheinen hier als schön gerü stete .

Sc hlachten j un gfra u e n , die durch Luft und Meer reiten Aus dem Walde schei ne n .

sie zu ko m men ; daher nennt sie Sax o gramm ny m m Nach anderen m


'

p / e :rlvcsl . .

Quellen steigen sie aus dern Meere (He lg B j bringen Fruch t barkei t . .

ube r die Gefilde ( ebd Unwetter und B litz begleiten oft ihre E rschei
.

n un en ( R e lg H b I , 1 5; Pro sa zu H Hi) I I, Bald kommen sie in


g . . . .

weissen , bald in schwarzen Ge wän dem ( Flb I , Wenn sie durch die .

Luft r eiten , sch ü tteln sich ihre R eese : da fällt der Tau von deren M ahnen
herab und der Hagel auf hohe Wälder ( Helg B j . .
XI . Mvmo 1 o o re . . 2 7 1)
(
Wie hier die V alky rje n ganz für sich erscheinen so fas t durchweg in der ,

nordis chen Pro salitera t ur Nach dem herrlichen V a lky 1jen lie de der Nj ala .

( I sl S II I 898 11 V gl K Maurer Be ke hr I
. .
, weben sie das Gewebe
. . .
, .
,

der Schlacht die gr7 mb/u w&rpella (Beo w 698 ) B l u t regen trä ule 1t bei ihrem '
'

, .

Erscheinen aus der Luft hera b wi e in der Sturlu n ga (I I wie in der , ,

V igaglum ss aga (I sl Fs I wo Glu m r irn T ra um e eine Schar Frauen


. . .

sieht d ie einen Blut ber L nd gie en Auch S o wei


, n ü das a ss zur ( I 1 1 2 ) ss . .

nur von den z rg rncr e ze slres zu erz ählen die ü ber das Krie gsglttc k wal ten

W
' '

» r «
,

un d ihren Freunden un s ichtbar die


gw d n sc hte H ul k lei s ten Nur hier un d .

da finde n wi r die Valk y rje n im Dien st e Ö di n s worü ber bei Ö din z u sprechen ,

is t o die nordis che Dich t ung den Va l k r e n Namen beile t ind di ese
.
5j g s ,

1ast durchweg dichte ri sche Pe ßo n i fika tio n e n des Kampfes und seiner Um
schreibungen ( Go lthe r Stu dien ,

“m
F r a u e r , D ir H a lk y n m dc r ska n di m wh—p rm Götte r u n d Hr lde n m m
' '

sd r
'

n vl a . »

G o l t h e r , S tu d irn zu r g r r ma m sr hm S a g r n g r sr lrü lck


' '

sa g r ei ar 1 84 6
. . .

I Der V alk yri e n rn ythus Abb der k ba y


. Aka d de r W iss XL X XVI II. . . r . . . .

Bd 1 1 Abt 40 1 11
. . . .

53 0 D i e n o r d i s c h e n Fy l gj u r Besonders s tark ausgebild et ist der


Seelen glaube in de rn norwegisch —
. .

is l ändischen Fylgj e n gla ub e n Auch die ma r .

erscheint a ls Fylgj a ma r er ma n n: jfy/gj1 äussert der Verfasser de r V atn s


. » r « .

dce lasaga in e tymologischer Spielerei ( Fo ms E tymologisch bietet das .

Wort keine Schwierigkeit ; es gehört zu f i lg; d 10 lge n heiss t also die » «



»

Fo lge ri n der Fo lgege is t Das Wort ist a n i den 11 0 m isländischen Stamm


«
,
» c.

.
-

bes chränkt wurzelt a ber hier tief in der V o lksan scha uun g : die äl t es ten Be
,

richte wissen von den Fylgjur zu erzählen (Maurer Be k e hr I I 67 i i , . . .


,

He n ze n Die Träume 3 4 , und noch heu t e kennt sie der I sländer (K .

Maurer I sl V o lkss 8 2 11 jdn Amas on i j


, . öds ögur I . und Norweger .

.

( Fa) e 68 11 in un zähligen Ges ta l t en Wie ihr Name so ist auch ihr see
. .
,

lisc he r Urs prung kl a r Gleich wie nach nordischem Glaube n O din s Seele.

den Körper verlä s t und als Rabe I l ug m n ü ber alle Welten fliegt so ver
s ,

lässt auch der men schliche lmgr den Lei b und erscheint bald in di eser bald ,

in jener Gestalt Ein I sländer träumte wie eine Schar Wölfe ü ber ihn und
.
,

sein Gefolge he r1ie le n Das sind ma n n a /m M antwor et


'

g rr ( ä n n e rge is.te r) » t «

ihm der dem er den Traum erzähl t (Ford 5 hre d 3 7


, Ein anderer . . .

t räumt von 1 8 Wölfen di e ihn ü berfal l en ; auch dieser deu t e t sie als ma mm ,

fiug i r ( Hel v s Die Seele der Imgr verlässt den Men schen und nimm t
. .
, ,

ve rschiedene Gesta lten an z sie ersc hein t als Bär Adler Wolf Fuchs u dgl , , ,
. .

Indem die See le aber die H ü lle (an l m mr) dieses oder jenes Tieres an .

legt wi rd sie zur ba mrngfir und so is t l m


, mürgßr mit fi lgfa identisch Die '

,
.

seeli sche Ges ta lt tri t t nat ü rlich ers t dann klar zu Tag e wenn sie sich ausser ,

halb de s men schlichen Körpers befinde t : sie b eglei t et den Men schen und
wird so se in Fo lgegeist seine Reisegesell schaft /pn m g l i F m s X 2 62
,
s ie *
. .

b eängs tigt ihn und an dere im Schlafe und wird so e in Plag egeis t ; sie be
sc himt ihn und wi rd so z u mSchut z gei s t I n 1 T ra u m e offenba rt sie i hm die .

Zukunft frei l ich gi ebt sie ihm zugleich z u erkennen das s das Bevorstehende
, ,

unabwendbar se i Die Vorst ellung v n der Fylg a is t die einer Frau daher
'

. o .

die Be z eichnung Die Fyl gja ersc hein t ba l d al l ein bald mi t anderen ,
.

Sie verlässt den Menschen bei seinem Tode wird von anderen Fyl gjur ah ,

gehol t geht aber auch z uweilen auf die Überlebenden beso nders auf die
, ,

Söhne über In diesem Fal l e erscheint sie als Gesc hle chts fylgj
, . a ( rI /a
j gfi
r l r r ,

é vnßIgj a ; v l
/
g Maurer B e k e hr I I 67 . Wie per s ö n l ich
. man s ich ti be t . .

haup t die Fylgja dachte z eigt die Erzählung wo ein er über seine eigene , ,
2 72 )
( V AL KYRJ EN . F1 ’
LGJ A . W e n wo nr .

Fylgj a stolpert (Fms I II 1 1 3 In Schweden heissen die de n norw

W W
. . .

1ylgj en ents prechenden seel ischen Wesen wi rd oder väln a d (Hildebrand ,

Folkens T re S 1 30

W
.

53 1 D .e r e r w o l l Verwandt s chaft mit der Fylgja a ls H


'

.a n i i n
gj a d h , . .

Gesta lte n wechsle ri n hat der em o l1 Die Bedeut un g des Wortes ist klar :
, .

W
wer Mann e rwo lt al so der Mann in Wolfsges talt
,
‘ '
S omit deckt sich .

das Wort sprachlich und inhal t lich m i t gr l vx ci vßgcoaw c Diese Etymologie . .

kennt bereits Ge w asius von Tilbury ( S 4 : %drmus mi m[ req u m lcr i n Anglia

W
‘ '

p er lu n a h o nes Iro m
'

rn rs i n [ m u la n qu e
'

! b mi n u m ga n z: g e m I/ os G u lli
'

,
r o » cc

no m rtgrm l Angli ci vera w aewol/ d crm wrre mi m Anglrre m n m so n o ]


' ' ' ' °

, l: » « r » « r ,

u / lu u m
{ p ) Die em
. o li m y th en wurzeln nicht allein auf germa n ischem

Boden s ondern s ind fas t ü ber die gan z e Erde verbreitet (


, Andree E thn o gr ,
.

Parallelen 1 Sammlung S 62 . Unter den indogermanischen Völkern .

kennen den Werwolf freilich nur die westarischen ( Griechen Römer Kelten

W
, , ,

Ge rmanen Sl awen ) den o starischen (Inde mund I ran ie rn ) ist er u n be k an n tl Der


, ,

Ursprun g scheint un s in eine Zeit zu versetzen wo jene Völker noch als ,

Hirtenvölker ei n gemein sames Gan z e bildeten denen der 0 11 als Räuber ,

der Herden ein gefü rchtetes Geschöpl war Auf german ischem Boden läss t '

sich der Werwolf überall auffi nden D as älteste Zeu gni s auf deutschem C c .

biete gibt Burchard von Worms ( Myth I I I I m späte ren Mittelalte r

W
. .

behandelte man die Leute denen man die Kraft zuschri eb sich in Wer , ,

wölfe verwandeln zu können wie die Hex en : man verbrann te sie ( Hertz
, ,

Der Werwolf S 70 Heutz utage herrscht der e mo lfglaube ha uptsäch


. .

lich noch im Norden und O sten Deutschlands ( Wutthe Abe rgl 2 59 , .

Man glaubt hier noch unersch ü tterlich dass sich e inige Mens chen auf Zeiten ,

in Wölfe verwandeln können Sie verm ögen dies indem sie ei nen Gürtel .
,

aus Wol fs fell um den nack t en Leib binden in welchem nach jungem Aber ,

glauben die zwölf H im

W
mel szeichen eingewirkt sin d und dessen Schnalle sieben
Zungen hat Wi rd ein Werwolf ge t ö t e t so t ötet man einen Men schen In
.
,
.

vielen Gegenden k ennt man die Sage man erkenne den Men schen der , ,

erwo lfsges ta lt annehmen kann an Fase rn zw ischen den Zähnen ( Firme ,

nich Ge m V ölke rst I


, . Zuweilen is t das Ungetüm ge i ro re m d h
. .
»
, . .

unverwund bar ( Mü lle n ho ff Sagen aus Schles w Hol s t Ei ne A bart des


, . .

Werwolfs ist der B öiren wo lj den man namentlich in Westfalen und Hessen '
,

oft antrifft Von ihm wird bes onders erzählt was son st von Mahre und A l p
.
, ,

dass er aufho cke » d h de n Le uten auf den R ü cken springe und sich von
«
, . .

i hnen ein S t ück t ragen lasse Bei den An gelsach sen l äss t sich der Wer .

wol 1 ebenfall s be rei ts im 1 1 ]ahrh nachweisen : in den Gesetz en Knuts wird . .

den Priestern zur Aufga be gemacht ihre Herden vor dem wcrrwu{fi zu

W
» :
,

schirmen
(Schmidt Ge s e t ze der Angel s
3
, B is heute hat sich in Eng .

lan d der Glaube an ihn in Blüte erhal t en (Brand Hazlitt Popular Antiqui ties

W
-
,

0 1 Great Bri t III


33 1 Be
. sonder s reich
. an e m o lls sa g e n a u s al t er

Zeit ist wieder der skandinavi sche Norden Das Wort w m//r frei l ich ist nur .

als Schwe rtkenn in belegt I er hei t chlechthin za q rd i o lf o de r


g (S n E ss s a . .

@ {fi Schön erzä hlt die V ol sunga saga wie Sigmund und Sin q
. .

va . tli Wolfs felle ,

verwun schener Men schen angelegt und als W ölfe im Walde ge


haust hätten ( Ausg Bugge 95 Der Ahnherr der Mi ra me n n auf I sland
.

besass die Gabe am Aben d in Wolfsgestalt sein Haus verlassen z u kön nen
,

(Egilss cap . Eine n o rweg Glosse zu dem nordfran z ösischen Bisclaretslj


. öd

W W
.

berichtet uns wie in früherer Zeit manche Men schen Wolfsgest alt annehmen
,

Kög l mi t d s di
e A bl it g f l h i : hd
e n . as ält r m i
ese lf g höre
e un a sc se a e
"r r rvu e

kleidem;
.

zu go t w.
f ar e n b d te al
> lf kl id V gl dag g PB B XXL 3 7 5f
. e eu so » o s e «. . e en . .
( )
2 74 W aa wo n r . B e a ss n rcen . BI L W 18 . H ex en .

1 858 . S Doch scheint er auf ein seelisch es Wesen german ischen U r


.

spn 1n gs ü bertragen zu sein Der Bilwis ist der Geist eines b ösen Meir .

schen und dann dieser selbst der seinem Nachbar schaden will E r

W
.

geht M itternachts gan z nackt eine Sichel am Fusse und Zaubersprüche bema
em Landm ann
,

gend durch
,
die reife n den Get reidefelder und vernichtet d
einen Tei l der Ernte In der Regel geschieht dies in der Nacht vor al .

p g
u r is in anderen
,
G egenden am jo han n isa be nd also z u derselben Zeit wo , ,

auch die Hex en ihr Wesen t reiben Dabei reitet er nicht selten auf einem .

schw a rzen He cke : 1ussb re ite niedergelegte und verwüstete S t reifen in den
Feldern der sogenannte Bilwisse hn itt Du rch schni t t Boc kschn itt zeigen seine , , ,

Zuweilen ers cheint er auch dem Men schen ; dann verwirrt er ihm
,

Spuren .

das H aar und macht es stru ppicht Ru1t man den Bilwis so muss der in .
,

seiner Ge s talt wandelnde Men s ch s te rben Gegen den Bilwis gib t es auch .
l

Mittel : der Bäuerin hil ft ih r Brautring ; ein T ann en me ig vor der Sch e une
verwehrt ihm den Eingan g ; d urch Ge tre idespe n de kann er wie andere see
fische Wesen gü nst ig ges timmt werden
—4 8
.

S c h ö n w e r t , An : de r Obe rpf a lz I .
42 8 .

53 4 D i e H
. e x e n E s is t bi s her noch nicht .gelungen in d en m y thi ,

schen Geh al t die ser Wesen die in der germanischen Kultur und Si t ten ,

g e s chichte eine eben s o wichtige Rolle wie in der Mythologie ge s piel t hab e n ,

genügen d einzudringen Es steht zunächs t fes t dass dies e dämoni schen .


,

Wesen ihre n Ursprung im Heidentum haben z umal sie sich bis in die

W
,

älteste Zei t zurü ck verfolgen lassen Sie scheinen aus dem allgemei nen Be .

gri11e der un bo lde herausgewachsen zu sein Mbd u nl w/d: be deutet . .

Hex e ( Mbd tb I . Daneben erscheint der un holde als Dämon Beide


.
,
.

Formen s ind schon got ( u n lm b legt und geben d i w ö räß o l oc


u n bul a
p lp )
ö e . o p a ‚ ,

wieder Auch ahd haben wir un l wlao (


. m) und unl:oldä
. Glossen ti ber '
.

setz en dami t e urn e n ides manes (Gra11 IV In den Abschwörun gs


, ,
»

io rm e ln M
( S D 5 1 hat .d as Wort .die Bedeu t u ng hei d ni sche Geis ter d as » «
,

Feindselige schein t hier mehr in den H intergrund zu treten Das Wort ist .

also uralt und geh ö rt zweifellos dern He iden tu me an Die älteste Bedeutun g .

von Unhold ist aber in i micus (


» « vgl hierzu Kauffman n PBB X VI II
» « . . .

Diese z eigt dass schon in heidnischer Zeit unter Unholden böse Geister
,

verstanden wurden Au 1 der anderen Sei te lehrt die Wiedergabe des lat
. .

manes dass unter den Unholden Geis ter verstanden worden sind die im ,

I m n ordischen wo dieser Name zu fehlen


,

Seelen glaube n ihre Wurzel haben .


,

schei nt en tspricht ihmder allgemei ne Begriff I ro 11


,
Z u dies en Unholden ge .

hören die Hex en Das Wort ist offenbar ein Kompos i t um Die älte ste
. .

Form gewährt die Pariser Hs der V e rgilglo ssen wo fu n a n mr mit hagns ussun
'

.
,

g lo ss iert w ir d (Z id A X V Z u di e ser Form stellt si ch ags b gi zsse fra g


.
,
. ar ,

li m m u dd l m
, gr l rirse
. O h davon ahd h a s se b a s is
. lza ses Im zusa y
cr nm l
r . , , , ,

fim Gra IV zu scheiden und rn it I m a nfeinden


' '

a rrna
( 1 1 ,
!a n zu » «

sam men z ubrin gen ist wie Kauffmann (FE B X VII I 1 55) und Noreen (I dg
,

W W
. . .
,

Forsch IV 3 2 6) annehmen bleibe dah inges tellt Über die Etymologie des
. .
, .

Wort es bes tehen die verschiedensten An sichten ( Myth I I 869 Weigand

W W
.
, .
,

D tb I 80 4 . Heyne im D tb IV 2 1 2 99 ; L aistn er Nebels


,
.
, .
, .
, .

Rätsel der Sph I I 1 8 7 u . Der erste Teil ist aller Wahrschei nlichkei t
, .

nach ahd bar W ald Hain und e igan ds Deutung als


: , a ldweib
, Wald » «
,
»

m
.

g eis h mag d as Richt i ge tre ffe n (g


v l auch No en a a H ierzu pass en auch
. . .

sachlich mehre re Stellen In der Kaiserchron ik . wi rd die C res centia


als Hexe angeredet und ihr angerufen : da ro ller! u r dä ze 110 12 : vo m
'

rller/
p
Nach alm
,

dan n: di m egz de I ne bew a m o rdi sc he m Volksglauben haus en die


.
XI . MYI HOL OGI E
' ‘

.
(
2 75)
V 9 lve n , die nordischen Hexen draussen im Walde in Gesell scha ft der Wölfe , ,

auf denen sie rei ten (He lg Hj Bugge S 1 7 6 V sp und der schwedische . . . . .

Volksglaube lässt alte Weiber oft e insam im Walde wohnen wo sie die Wölfe ,

in ihren Schutz nehmen .

Ebenso schwer wie die Bedeutung des Wortes lässt sich auch der Ur
sprun g de r He x en a ls mythi scher Wes en klar legen Zauber lag bekannt .

lich bei den alten Ge rman en in erster Linie in de n Hä nde n der Frau en Auch .

diese lebten na ch dem Tode fort und trieben ihr Handwerk nach irdischer Weise
weite r Die Zeugniss e d ass diesel ben imGe iste rz uge der Frau Holle Diana
.
, , ,

H e rodias oder wie die F ührerin der Se elen scha r heissen mag sich befanden
, , ,

lassen sich bis auf Bu chard von Worm s und Regin e von Prüm 9 1 5) zurück
verfolgen ( Weinhold Deutsche Frauen I Auch die Hexen ha ben ihr Fes t
, ,

im Mitwin te r wan n es die seelischen Geis te haben ] emanden töten heiss t


, .

daher bei den nordischen Skalde n den H :k en ti be rgebe n ( I ro llu mge/a aus » «

dem 9 ]ahrh Orkn s cap


. In den altn o rd Hävarn äl erzählt der Runen
. . . . .

meis ter wie er sein Verslein habe mit dem er die Hexen (
, I ri n n du r d i ,
'

Z a un re ite rin n e n vgl daz u die 2 cu mi/m der alten m


. .

, bd B eschwö rung3 1o rm
.
d .
,

Sitzun gsbe r der Mün ch Akad 1 867 I I S 7


. verwirre und heim . . . . . .

treibe wenn er si e in der Luft rei t en sehe (V


, Allein di ese my thi .

schen Scharen die a us dem Leben hervorgegangen sind wirken auch auf
, ,

das Leben z urü ck wie alle seelis chen We sen Die Seelen der Zaube rinnen
. .

ko mmen nach dem Tode in jene Scharen ; während des Leben s besi tz en
gewisse Frauen die Macht das sich ihre Seele vom K ö rper trenn t und dass ,

jene an dem Treiben der Geis t er rn it t ei l nimmt Von dies en haben sie ihre .

K ü n ste durch die si e dem Men schen Schade n zufügen wie aus zahlre ichen

W
, ,

Beispie l en aus der altn o rd Li t eratur hervorge ht ( Maurer Be kehr I I .


, .
,

Sie vers tehen die Ge ister z u rufen und mit ihnen zu ve rkehren (V s p

W
Vor allen verst ehen si e sich aufs e tte rmachen (Lan d S 1 4 2 Fri dbj S
.

. . . . .

Pas I I 7 2 7 8 11 Le x V isigo t VI
.
, . Noch heute erlernen im Volksglaub en
. .
,

die jun gen Hex en ihre bös en K ü n ste von alten He x en die sich au 1 e tte n ,

machen u dgl verstehen : sie mü ssen dreimal 7 Jahre in die Lehre geh e n
. .

und mit dem Teufel gebuhlt haben dann erst erhalten s ie als Si egel den ,

schwarzen Boc k fuss aufs Kreuz ( von Alpenburg My t hen Tirol s 2 56


s Se .

ents ta nd der Glaube an die Z usammenkünfte ird ischer Frauen mit d en


Ge istern denn fa st in allen He x e nsage n wird hervorgehoben dass die irdische
, ,

Hex e an gewissen Tagen an denen sich besonders die Geister z eigen die , ,

Mach t habe durch die Luft zu reiten und an den Ge is te rve rsamrn lun ge n
,

Teil zu nehm en So is t der Glaube an die men schlichen Hex en entstanden


.
,

der durch die un zähligen Hex enpro zesse und He x enverfolgungen seit dem
1 6 und 1 7 ) ahrh
. eine kul t urhis t ori sche Bedeutung erla ngt hat wodurch
.
_
.
,

auch das Wort Hex e verbrei t eter und bekannter wurde .

Sel t en hat s ich al t es Hei dentu m so lange und rein im Volke erhalten wie ,

gerade im Hexen glauben Gemäss ihrem mythischen C harak ter zieht die He x e .

mit dem Se e len hee r d ur e h die L ü 1te bisweilen ihren Kopf und ihre C edän n e

W
,

nach sich schleppend In schwarzen Wolken und h 1erin z eigen sie si ch


.

ebenfall s a ls se lisc he Wes en ziehen sie durch die Lüfte un d man kan n si e ,

durch Zaube r z u mHe rab1allen zwingen ( uttk e 5 In der Oberpfalz sagt

W
man wenn es wi t tert : Die He x en schiessen Purz elbäume A llgemein verbreitet
,
» «.

ist der Glaube dass sie in Hagelwolken einherrei t en und dass man sie daraus
,

he m n te rschi esse n kann ( u ttk e 5 Z u den Sagen von we tte rm a che n den

He x en gehört auch der t reffliche nordische My t hus von Po rge rd Holgabru d und
a Fm s X I 1 3 4 11 Ftb I 1 9 1 11 u 611 vgl Ark 1 n 1il I I H ä
e ( .
, . . k on , . . . . . . . .
,
( )
2 76 H e x en .

W
von Norwegen befindet sich im Kampfe rn it den ]6m sw ki n ge rn Du rch das '
.

Opfer seines s iebenjährigen Sohnes vermag er allein jene beiden Schwestern ,

in denen die dämonische n Gewalten un serer He x en a ls e tte rmache rinn e n


stec ken 1ü r sich z u gewinnen
,
In der 1es ten Überz eugung n un werde er .
,

siegen s pornt er die Seinen z u mKamp 1e an


.

,
Der Kampf beginnt Da zieht . .

ein W e tter heran ; im Norden türrn e n sich dunkle Wolken und ziehen das
Meer entl ang Bald lo lgt ein H agelwe t ter begleitet von 1urchtbaremWinde
.
, ,

zugleich von Blitz und gewal tige m Do nner Gegen dies en Hagel hatten die .

J ö m s vi kin ge r z u kämp 1en Dazu hat t e sich die Hi t ze d e s Tages in eisige Kält e
.

verw and elt Da gewahrt H äva rd r zuers t die Po rge rd in H akon s Ge folge ; bald
.

sehe n sie auch andere Man sieht wie von jedem ihrer Finger Pfeile aus
.
,

gehen und wie jeder von ihnen seinen Mann t rifft Dies wird dem Führe r .

Sigvald gemeldet und er mi t aus : I ch glaube dass wir heute nicht nur gegen
,
»
,

M enschen zu kämpfen haben sonder n auch gegen die alle rböses ten He xen ( ,
m?!
i n ven ta und Hexen S t and z u hal t en das schei nt mir allzu schwieri g ;
d och käm
,

pfen wir so gut es geht Der Hagel lässt etwas n ac h Abermals 1lebt »: .

H äko n die Po rgerd um ihren Beistand an Sie erscheint wi eder und diesmal .

mi t ihrer Schwes ter e a Jetz t beginnt das Wetter heft iger als zuvor zu .

w erden Als die ] 61n svikin ge r diese beiden sehen da beschliess t Sigvaldr den
.
,

R ückzug an z utreten : gegen zwei U n ho ldin n en ( fl )


pg d meint er se i se i ne , ,

M acht zu gering Solche Erzählungen hat die nordische D ichtu n g in


.

M enge Bekann t sind di e Trolle di e in der Frid bj


. öi ssaga ( Pas I I , .
,

d ie bei den Kön igssü hm gegen Frld bj 61 d ingen damit das Unwetter dies en ,

n icht an s Land segeln lasse .

Ihren seelischen Ursp rung be kun den die Hexen ferner in ihrer Proteus

W
n atur I I am /zlq die in anderer G es talt La ufende nennt sie der I sländer

W
.
pa » « .

N ach deuts chem Aberglauben e rscheinen die Hexen namen tlich als Katze n
u n d Krö ten ( u ttk e 5 1 5 5 aber auch als Eidechsen Eulen H unde . , ,

u . dgl ( uttke 5
. Immer stiften sie in Tiergestalt Scha den an ; daher
n ehmen sie auch nie die Ges talt 110 mmer Tiere n u Gross is t die Macht der .

H ex en und deshalb fürchtet m


, an si e noch heute : sie können aus allen m og
li chen G egen s tände n Mi lch melken aus N äge ln Besen Brette rn u s w Gern , , , . . .

e ntwenden sie den Kühen der Mi tmens chen währen d der Nacht die Mi lch .

S ie können fer ner den Mens chen auf eine S t elle bannen dass er sich nicht ,

r ü hren kann H ieraus erklärt sich u n ser Her ensr/msr Wei t er bewirken die
. .

H e x en V i ehseucl1 e n behe x en die Kinder dass dies e nicht gedeihen fügen


‚ , ,

a uch den Men schen Kra nkheiten z u bri n gen Wechselbä lge wie di e elbis che n , ,

G eis t er wie die Mahre bewirken dass Mäuse Flöhe Raupen und anderes
, , , , ,

U ngez iefer über die Länder komm t vor allem aber erzeugen sie auch heute ,

n o ch Unwetter Sturm Hagel Nebel Dann fliege n sie während des U n


, , , .

w et t ers a ls K r the n oder Raben in der Luft umher



.
J a in Oldenburg behe x en .

s i e sogar den Regen wenn die W äsche gebleich t wird so dass diese schwarz
, ,

w ird So zeigt sich die Hexe überall bös e schädigend nirgends helfend und
.
, ,

gutm ü tig eine echte U n ho ldin vom Kopf b is z ur Zehe

W
, .

Ihre T hätigkeit und ihren U rsprung z eigen auch die N amen di e die Hexen ,

im Volks munde haben In Sü ddeutschland heissen sie D mdm in Fri es land

W
.
,

de 11r/le L u die leichten schwebenden Leute da! re de V o lk auch irh m


'

r »
, cl n «
,

Z a ube rin in Oldenburg gua dc oder l pe L ü ( schlechte Leute ) in der Oberpfalz


'
» s e
, ,

T a usl reir/1 mn n m weil s ie 0 11 den Tau von den Wiesen nehmen ( uttke 5
'

I n Norwegen hei ssen sie (roll flagä sßarr rßma das s ind Bez eichn ungen die ,

, , , ,

so ns t auch fü r Ries inn en vorkommen daneben besonders vglvur d h Sta b , , . .


.

wodurch wie in mdäio na mehr die menschliche Natur jener


'

tragenn n en ,
XI . Mm o no c 1 s .

mythischen Ges tal t en ausgedrückt werden soll Gegenwärtig ist der al lgemeine .

Name (ro ll im Norden der herrschende der wahrsc heinlich m i t an I rad'a ahd
mm:: trete n zusammenhängt (Sievers Idg Forsch IV
.
, , .

» e . . .
,

Frauen die sich in He x en verwandeln können sind äusserli ch e rke ttn bar
, ,

man erken nt si e an zusammengewach se nen Augenbrauen an roten triefen , ,

den Augen an einem wackeligen e n ten artigen Gan ge an den Plattfüs sen
, , ,
« .

Sie vermöge n ihrem Mitmen schen nicht in s Gesi cht zu s chaue n könn en über ,

kein en Bes en gehen Ihre Gesichts1arbe ist 1ahl ihr Haa r verwirrt und strup

W
.
,

picht ihr Leib mage r Nach christlichem Mythus hat ihnen an verschieden e n
, .

Teilen des K ö rpers namentlich am Kreuz der Teufel sein Siegel aufged ruckt

W
, , .

Auch manches Geheimmi ttel lässt die H ex e erkennen : ein am eihna chts
abend gepflücktes vierblätte riges Kleeblatt das Ei e iner sch warzen Henn e ,

u dgl
.
( uttk e 5
.

Di e Hau ptbe lustigun g der Hex en is t der Tanz ihre Haupts peise das P 1erde ,

fle isch Zu fröhlichem Tanze un d Schmause kommen sie an bes timmten


.

Tagen im Jahre an gewi ssen Orten z usammen in der Regel auf Be rgen wo , ,

dann der aufgeri chtete Pferdeschäd el ihre Malstä tte ken n z eichnet Die Ber ge .
,

auf denen si e sich treffen w aren eins t alte o pfers tätten un serer Vorfah re n , ,

0 pfers tä tt en an denen entweder den seel ischen Gei s tern schlechthin oder d e n
, ,

ch thoni schen Gotthei ten die dies e [ ah n en geopfert wurde Nach altg e r

W
, .
,

manischem Brauche ist hier auf einer Wiese unter einer Lin de oder einer Eiche ,

ihr Versamml un gsort gedacht B lo e oder B mdsöerg ( bm chehber


g äl t es tes .

Zeugnis um 1 30 0 : das Wort bedeutet nach Hofman n o lke n be r


g Si tz un gs » ac.

ber der Mü n ch Akad 1 867 I I S 7 heissen in Norddeutschl a n d

W
. .

jene Anhöhen wo diese Versamml un gen stattfinden Amberühmtes ten un ter


. . . . .

ihnen is t der Brocken irn Harze mit seinem Hex en tan z platm (
.
,

vgl J a co bs .
,

Der Brocken und sein Gebiet e rn igr 1 8 7 1 ; der Brocken in Ges chi chte , .

und Sage Ha l l e . Schon im 1 5 ]ahrh erscheint er a ls He x en sa rhmel . .

platz Andere B lo c ksbe rge sind in Mecklenburg in Preussen Holstein ; in , ,

der Schweiz kommen di e Hex en auf dem Pilatus zusam me n in Ti ro l auf


.

W
,

dem Schle mko fe l in E lsass auf dem Büchelberg in Schwaben auf dem
_

, ‚

Kandel und Heu e rg in Fran ken auf dem Petersberg dem Kreide n be rg
b
dern S taffels t ein i n Wes tfalen auf dem Köterberg oder dem ec kmgsstein
, , ,

bei Corvey in Hessen auf dem Hec he lbe rg in Thürin gen auf dem H ö rs el
berg dem Ins elsberg ; däni sche Volkssage versetzt di e Hex en malsta tt nach dem
, ,

Hekla a u 1 I sland dem He kkelfjeld oder nach Troms d i T römmenfj


, e ld in , . .

N o rwege n ; schwedische nennt den B läkulla in Smaland ] un g1ruk ullen N asa 1j äll , , ,

norw egi sche den Blaa ko lle Do vre 1j e ld L y de rho rn u a als Sam melplatz dies er
, , . .

Wesen (Myth I I 8 79 I II Dort hin reiten die Hexen nachdem sie ,

nach moderner Auffassung durch den Sc he m


. , , ,

sich rn it He x ens albe bes trichen ,

stein der Häuser auf Stecken Heugabeln oder ande ren We rkzeugen meist

W
, ,

nackt 0 11 auch auf Tieren Böcken Katzen Ebe m u dgl So bes ch reibt
, , , , . .

schon der G reifs walder Arzt Joel (D r ludrir la m ia mm i n m an ia B m te m mm



»
,

g ut »: B / o dsbcq vora n Ros tock 1 5 99 ) den Hexenri t t In der Dämm er u ng .

geht der Weg dahin Daher hei ssen sie N ari ra uz n N a drh z ürn n n m an
‘ '

s en Namen lass en sich die H exen schon im


.
. , ,

h e ldn ii ur m Unter die '

n i n du r
y , .

1 1 ] ahrh nachweis en
. . Gegen sie eifern schon die nordischen Volksges etz e .

a us 1rtlhc hristli c he r Zeit (Norsk B ist T idssk r IV Di e Hauptn ac ht ist . . .

die Walpurgisnacht die Nacht auf den 1 Mai Auch die j ohannis u n d die
, . .

B artho lo m ä na cht fi nden s ich als V e rsam mlun gsnächte Ausserdem finden .

ihre Fahrten du rch die Lü ft e während der N Ö " N äch te statt .

Wä hrend altdeutsche Quellen über die Versammlungen der H exen n icht


(
2 78) H an s . H e rman u . Ps n cu r s u .
49

erhal t en s ind (liess en


wi eder die al tnordischen reicher Ein e
, auch hier .

Hex en sage aus dem 1 4 ] ahrh enthält die T ho rstein ssaga ( Fm s I I I 1 75


. . .
,

Thorst einn lag vers teckt im Ried Da hö rte er einen Knaben in den nahen .

Hügel rufen : Mutter reiche mir me inen Stec ken und meine Handschuhe ich
»
, ,

will zum Ge iste rri tt denn es ist Festzeit unten in der Wel t Da ward :.

ein Feuerhaken und ein Paar H and schuhe a us dem H ügel geworfen ; jenen

bes teigt der Knabe diese z ieht er an und fährt da n n wie Kinder zu rei ten

W
, ,


p ge e n durch die Lüfte Thors teinn mit ebenfall s in den Hügel und erhält
, .

diese lben Gegen stände E r reitet dern Kna ben nach E s geht durch die
. .

o l ken nach einer Felsenburg wo eine Menge Leute an der Tafel sitz t und ,

aus s ilbe rnen Bechern zecht Ein König sitzt oben an der Tafel Thorste inn

W
. .

wird bald erkannt und muss schleunigs t fli chen Wir habe n hier eine Hex en .

versam mlung mi t einem K ö nig als Lei t er wie in der deutschen Volkssage der ,

Teufel die Versammlun g leitet Andere S agen berichten gleiches o wi l ls t . . »

du hi n ? ruft Ko till hee n gr seiner Pflege m


c u tte r einer T ro llko n a zu a ls diese , , ,

sich einst währen d der Nacht erhebt u n d rn it lang ü b er die Schu l tern herab

h3 nge nd e n Haaren hina us in die Lüfte fährt Zum T ro lle n thin g gibt diese .
» «
,

zur An twort ; dorthin kommt Skelkin gr aus D umbhai der K ö nig der Trolle
»
'

, ,

und 0 10 11 und Po rge rd r Horgatro ll (d i Hoigab n 1d r) und andere berühmte . .


'

Geister aus N o rdem (Pas II .


,

Di H e
aus b h
dc r
g
d lt w den
i d bi h f t d r hw g
D
e

b d t d t
e an

Ham pr o zes u
e
v mk lt
or
hi t ri h
e x nsa e n s n

k d üb r i t S l d
.
S t dp kt
.G hi h t
2. Aufl
s

as
er

.
e

vo n
as

e u en

H e ppe
u c

s e

.

e

2
n ur

er

Bde
o

.
ar

Stu ttg
u

e
ur

.
s o

1 8 80
sc

.
an
en

,
an

esc
un

c e

53 5 Die H o l d e n und P e r c h t e n
. Deutscher Volksglaube des späten .

Mi t telalters und der Gegenwa rt weiss von ei ner Frau Holda oder Holle un d
Perchta zu erzählen die mit ihren Scharen durch die Lüfte fahren bes on
, ,

ders zur Zeit des gro ssen win tcriichen Scc lcn festes sich de n Men schen z eigen
un d sie bald belohnen bald be t rafen Man hat in dies er Figur u n d ähnlichen
,
s .

anderen Pe mn ifik ati o n en al t er german ischer Go tt hei t en fi nden wollen allein die ,

Belege aus al t deutscher Zeit die Grimm u a dafür in s Feld geführt haben , . .
,

si ch als u n z u ve rlilss i fal s ch erwie en v l Mannhardt Vorwort

W
g un d z T s (g . . .
,

zu den Au t Wald un d Fe ldku lte n S X I I I und besonders Kauffmann PB B


. . .

XVIII 1 4 5 N un finde t sich fü r die see li schen Wesen neben mbo ld

W
.

schon frü h z ei tig d er Name ho ldem Die Wasse rgei s t er ers cheinen als a sser

lwlde B n m
, rm z/w lde ( Myth I als ” allen ers chei nen die Zwe rge ( .Kuhn .
,

estf Sagen I
. 1 93 f 2 0 0 11 ü berhaupt die Seelen Ve rstorbener (
, .
, e bd . .

II. Auch im Norden fi nden wir dieselbe Bezeichnun g fü r die seelischen


Wesen : in der T ho rste in ssaga wird ein Unterirdi scher l m ldu ma dr genannt

W
( Fm s . III in dem heutigen i sländischen Volksgl auben ist huldu/ää
.

gleichbedeutend mit dl/a r (Maurer I s] V o lkss S die norwegischen ,

om
. . .

Geistersagc n sind H n cvcu { yr Asbj


( se n Norske Hu ldre E ve n tyr) Dass
-
,
- .

der Name vers t orbener V olveu und Zauberi nnen die ihre Seele umher ,

schweifen lass en konnten meist H ld war ist bekannt (vgl auch Fritz n e r
,
u , .
,

Norsk His t T idssk r IV . Übe rall sehen wir auf ge rma niscl1em Gebiete
. .

den engsten Zusammenhang zwischen den Holden und den Seelen der
Verstorben en un d wi r brauchen des ha l b das [:o/da m des C orrect ors des Bur
,

chard von Worms nicht in rmbolda m ( PHE X VII I 1 50 ) z u ändern wo es . .


,

vo n der Schar der n achtfahren den Dämonen heis s t zmm z u/gn n lr r/ulh lüz
q
'

» r .

bolda mvaca n l Dies holda gehört aber etymologi sch zu ahd /1cla n w e r
.
c .

bergem un d berührt sich so mit nu l vl un sere mHöll Demnach sind die .


, e.

Holden von Haus di e Unterirdischen die nach dem Tode noch ihr Wes en ,

treiben Wie das sprachliche Verhältnis dieser zu den Un ho ld n gewes en


. e

Germ a i h Ph il l gi I II
n ac 2 A fl e o o e . 4 . u .
XI . M YTHOLOGI E .
(
2 79)

ist, dünkt mich noch ni cht gen ügend aufgeklärt Aus dieser Schar der .

Holden ist nun in späte r vielleicht ers t in chris tlicher Zei t und z T unter
dem Ein flusse fremden Volksglauben s eine Füh re rin ents tan den der die
, . .

V o lksphan tas ie das n a men proprium aus dem Kollektivbegriff geschaffen die ,

aber im Laufe der Zeit die von ihr gefü h rten W esen zurückgedrän gt hat .

D as ist die Fra u Halle oder Ho lda unserer M ärchen und Sagen .

Das Gebiet wo der Volksglaube von F rau H e lle zu erzählen weiss ist
, ,

beso nders Mitteldeutscblan d I mNorden reicht es bis zum Harze im Osten .


,

bis in die Gegen d von Halle und Leip z ig Von hi er aus geht die Grenze .

ih rer Ve rehrung nach Südwes ten bis in das Maingebiet 111 Unte rfranken Die
'

W estgren ze endlich zieht sich nach Norden län gs der F ulda und Wese r bis ,

sich nördli ch von M inden die Sagen von ihr verlieren Wie alle chthonischen .

Wese n lässt man auch sie meist in Bergen wei len zumal da wo Tei che oder , ,

Quellen si ch in der Nähe be finden denn auch in den Gewäss ern ist ihr ,

Aufen thal t So baus t sie im Hörse lbe rge bei Eis en ach ( Wi tzel Sa gen aus
imKyffhäuser wo sie als K aiser Fried ri chs
.
,

Thüringen I 1 2 9 i i I I . .
, .
,

Sc hai in e ri n erscheint ( N o rdd Sag im Unterberg be i Haslo ch am Main .

m
.

( Zi d M yth I vor allem . aber a Me


. i ss ner südö s tl i ch von C asse l wo , ,

n o ch heute an bes ti mmtem Tage ihr zu Ehren die Bauern zusamm en ko m men ,

um si ch nach alter Sitte an Tan z un d Musik zu ergö tzen ( Lyn cher Sagen ,

und Sitten aus hess ischen Gauen S H ier liegt das Höllen thal u n d in .

se iner Nähe e in al te r Opfe rgra be n hier liegt der Fraub o llen te ich in dern , ,

Frau Holle wohn en so ll In ihrer Umge bun g befin den sich die H olden . ,

die fast überall als Seelen von Verstorbenen erk e nn tli ch sin d Mit ihnen .

wo hnt sie fern er in Tei chen und B runnen ( Lyn ck e r S 1 7 ; Z fdMyth I 2 4 ; . . .

KH M N o mit ihnen zi eht sie d u rch die Lüf t e ( Witzel I 1 2 9 ; N o rdd


Wie de r Wind und Totengott reitet sie zuwe ilen auf präch tigem
. . . .

Sag .

Schi mmel (ZfdMyth I 2 8 ) oder fährt im Wagen durch die Luft ( . . W i tzel I .

1 44 ; Prö hle H an s Als Herrin des See len heeres kommen vo n ihr
, .

die n eugebmen en Kinder (Lyn cher Zuweilen hört man in den B ergen
ihr Lied wie das der Elfen ( , Z fdMyth I Die Zeit ihre r Umzü ge ist . .

die Zeit der zwölf Nächte wo alle se elischen Geister ihr Wese n trei be n In , .

di eser brin gt man ihr Gaben und Spen de Auch im Wetter erke nn t der
Volksglaube ihr Walten : schn ei t es so macht sie n ach w eitverbre ite tem
.

G la uben ih r Bett zeigt sich Nebel am Berge so macht sie im Gestein Fe uer
, ,

( Lyn ck er S Ruht sie in ihrer Be hausung so kan n sie n atürlich nur


.
,

das thun was am hei mischen Herde die deuts che Hausfra u zu th un pflegt
,

si e spinnt ( N o rdd Sag So is t sie auch zum Geni us des M uslichen


. .

Herdes des häuslichen Fleisses geworden Flei ss ige Spinn eri nn en be lo hn t


,
.

sie faule bes traft sie ( K HM N o 2 4 ; Witze] I 3 5: Pröhle 1 8 7 ; Lyn cher . .

I st der Flachs vor Begin n der he i ligen Zeit am F re itag vor


, .

1 7 11 b i t ) . .
,

den Zwölf ten ni cht abgespo n n e11 80 besudelt si e diesen (



N o rdd Sag 3 70 ,
. . .

h M

W
4 71 ; Sommer Sagen aus Sa chs und T ü r,
1 0 1 62 ; Z fd y th I Auch . . . . .

schadet si e in solchem Haus hal te dem Vieh ( N o rdd Sag Ferner ver . .

l eiht sie Eheglück und macht Frauen gesund und fruchtba r ( Lyn ck er
ste ht Wöc hnerinnen bei und trocknet ihn e n die Windeln ( Sage n aus estf

W
.

II . Auch son st zei gt sie si ch freun dlich Mari en legenden sche inen .

z T
. auf sie übe rtragen zu sein Sie befruchtet die Obs tbäume (
. Sagen aus .

estf I 1 62 . die Saa ten (


. Lyncher S ,
spendet Go ld ( No rdd Sag . . .

2 1 5; Witze] I 1 1 4 ; K HM No un te rstü tz t alte un d h01f3 bednrftige


Als schöne w e isse Fra u m i t weissemGe wan d e o der
. . .

Le ute ( Z fdMyth I . .
( )
2 80 Ho mann v . Ps n c ms u .

Schleier sieht man sie zuweilen über die Wiesen fliegen (y


L n ck er 17

ZfdMy th I . . 23; Pröhle 2 39 ) .


l

Gan z ähnlich wie Ursprung und Ausbild ung der Holda mag der der

W
Pe rc h t a oder B e r t h a gewesen sein An ei ne Anlehn ung an den Perch ten .

tag d i den 6 ]an uar ist bei der Perchta sc hon deshalb nicht zu denken
, . . .
,

( M a nn hardt A n t FK II, 1 8 4 weil i n den al ten Kalendern


. die
. s er Tag
nicht unte r jenem Namen erschei nt Vielmehr sind wohl auch hier die .

Perchten d h seelische Wesen wie die Holden (


, . . Z in ge rle Sitten B räu che , ,

und M ei nun gen des Tiroler Volkes 128 der A usgangspunkt gewesen :
die Perc hta ist die F Ohre rin der Perchten geworden das Wort Perchte n » e:

gehört aber zu ahd po gm c in derselben Bedeutun g wie M a n


. Perchta und . .

Holda si nd Ges talten späteren Vo lksglaubens die sich vollständig d e ck e n : ,

si e sind ni cht sachli ch sond e rn n ur lokal von ein ander zu tr e nn en


, .

Das Gebiet der Perchta reicht in verschi edenen Gege nden nam entli ch i m ,

Voigtl a n d und in dem nörd lichen Bayern in das Gebiet der Hol da hinei n
Den Nam
.

en Perchta fi nden wir über ganz Obe rdeutscbla n d verbreitet : fast in


allen öste rreichischen Landen ist er zu finden in Bayern in der Schweiz in
Schwabe n imElsass dazu im V o igfla n d von wo aus er in s südliche T hu
, , ,

, , ,

ringen g ed rungen ist Wie die Holda ist die Perchta die Se elen i ührerin
. .

Mit den Seelen vers torbener Kinder fährt si e durch die Lüf t e ( Börn er ,

Sagen a us dem Orlagau 1 2 8 1 34 ; von Alpenburg Sage n a us Tirol S , , .

I mOrla ga u erschei nt sie deshal b auch als Heim

W
. chen k ön igi n ( B örn e r
Be kann t ist die Sage vom Mädchen mit dem T brän en k ruge das sich in der
Schar d er Berchta befand (Borner 1 4 2 ; K ü hler Volksbrauch imVoigtland
,

S pätere Di chtung lässt sie Ackergerä te und irtschaftsgegen stä n de


tragen (Börn er Wie Holda fährt auch sie auf ein em Wagen den sie ,

zuweilen von Mens chen ausbessern lässt di e dann gut belohnt werden ,

( Börn e r 1 7 3 1 83 ; Köhler , Nicht selten fährt sie auch unges tüm d urch
die Lüfte wie das wilde H e er ; daher heiss t sie die wilde Bertha (
, Witzel ,

Sagen a us Thüri ngen II Wie Hold a treibt auch Perchta bes onders
.

in den Z wölfn ächten ihr Wesen Vor allem ist ihr der Pe rc hte n abe n d ge .

weiht an dem dies e Zeit der Geis ter ihren Abschluss hat Dann mu ss man

W
, .

aller Orten auf si e gefass t sein In dieser Zei t bes ucht sie auch die Spinn .

stuben und wehe den Faulen die nich t abgespo n n e n haben (Bö rn e r 1 53 ;
, ,

Kühler 4 88 ; Zingerie o m an sich frö hlichem Ge plauder mit den

Burschen und dem N ichtsthun hin gie bt da wirft sie die Sp indeln in ,

die Stu be und verlangt dass sie in einer Stunde abgespo nn en seien ( , Börn e r
1 67 ; Kö hler Ihr zu Ehren fand in Tyrol und der Schweiz das
Perchten laufen statt : im Mas k e nanzug sp rang und lärrn te man durch die
Gasse n und in den Häusern ; j e toller man das Pe rchte n sprin gen ausführt
q
j e besse r wurde die Ernte Es ist wiederum eine Festlichkeit die sich be i .
,

allen Totenfes te n wi ederfi ndet Ursprün glich fiel sie auf den Pe rchten tag .

( n gerle S 1 2 8
Zi spä ter verlegte man si e auf den letzten Faschi n saben d
, .
g
(Man nhardt B K 54 2 In Baye rn schei nt diese Si tt e schon im 1 7 ] ahrh
, . . .

ausges torben zu sei n ; 1 61 6 verbietet der Nürnberger Magistrat dass di e ,


»

inn gen Leute in der Bergn acht l:mn e n d d u rch di e Stadt ziehen und an die ’

T hüren klo pfen (Panzer Bayr Sagen I I r Auch ihr Op fer verl angt
, . .

die Perchta In Tyrol lässt man noch heute für sie Essen stehen (
. Zin ge rle
127 . I mV o igtlan de und in Thüri nge n muss man an ihrem Tage
Zem mede d i ei ne Fastens peise aus Mehl Wasser und M ilch
, . .
, ,

(Börn er 1 53 Aber auch von anderer Seite z eigt sich die Perchta auch ,

hierin der Holda gleich Sie spe ndet dem A cker Fruchtbarkeit un d lässt .

40
(
2 82 ) Ho mer: u . Ps s cur r m N rman
. o .

de mGlaube n unserer Ve rfahren eine Macht gegeben haben muss , deren


_
in
Gewalt i h der Germane das Geschick der Mens chen dachte
se . Ande re B e
zeichnung für dies e Schick sal s macht ist das alts m rlod ( Vilmar Altefl fi me r .
,

imHeliand 8 ags m co / d an wodurch sich jenes Wesen schon seinem


. o , .

Namen nach als das messe nde ordnende z u erke n nen gibt Neben der Ein , .

hei t treten di e Be z eichn ungen für die Schicksal smacht auch im Plural auf .

Nun is t es ein fas t bei allen Völkern beobachtetes mythisches Ges etz das s ,

sich in solchem Falle die eine Persönlichkeit a us der Menge em po rgehoben

hat . Dies z eigt sich b esonders bei den seelis chen Wes en So scheint auch .

hier die Menge der Schick salsge iste r das äl t ere zu se in a us denen sich der ,

kolle kti visc he Singular a ls F ü hre rin der Scharen oder als ei n z ige Le n kerin
der mens chlichen Ges chicke herausgebildet hat Dies muss berei ts in ur .

germ an is cher Zeit ges chehen sein Gleichwohl gehen noch in historischer .

Zei t die Vors tellung von mehreren Sc hic ksa lsle n k e rin n e n und die von einer
neben einander her Jene mögen im Se e len glaube n ihre Wurz el habe n
. .

Hierher zu ziehen s ind wah rscheinlich auch die a n mei n die Beratende m

W
. »
,

eine Bezeichnung die in der isländischen Dichtun g auf die A sen übertragen
,

worden ist die aber in frü her ge me in ge rman ische r Zeit den das Schicksal be
,

stimmenden Wes en gegol t en hat ( v l Scha de


g A ltd t b I I .
, . . .

Für di ese Schicks a l swesen hat die no rdis che Poesi e die Bezeichnung

W
no m Sie findet sich nur im I sländi sch Norwegischen und Fae röischen Das
'

zr .
-
.

Wort is t n o ch nich t gen ügend aufgeklärt ; am an sprech en dsten ist die Deu
tung Schad es ( Aitd tb I der n am aus no r/m
. . i Verschlingun g
.
*
,

Verkn üpfung (M rk zu meni o u a binden knüpfen ) ents ta nden sein lässt


*
.
, .

In der Hand diese r Schicksals mä chte lag das Ges chick der M enschen
si e gabe n ihnen d as Leben von ihnen gingen bös e und gute Tage aus sie , ,

schn itten den Leben sfaden ah Aus di eser dreifachen T hatigke it der No me n
m
.

ag sich das Dreige s t irn der Schicksal smäch te entwickelt haben das s ich ,

schon f rü h z eiti g auf germ a nischem Boden fi ndet Da ferner die No me n in .

ihrer T hatigk e it als U n he ilse n de rin n e n und T o db rin ge rin n en für den Men
schen etwas Gra u e n e rwe c k e n de s haben so erklärt es s ich das öfters in den , ,

Quellen die eine Nome als d ie bö se Schwester ers cheint die den anderen ,

und ihre Be immungen z u nichte 2 11 machen s ucht mag


°

en tge
gen tn tt s t D as .

der allgemeine Volksglaube gewes en sein dem höhere Dichtung namentlich , ,

die nordi sche so mannigfal t ige Formen gegeben hat


, .

j unges isländis ches Machwerk aus dem 1 2 ] a hrh is t die Namengebun g


, . .

der drei Nomen Fällt aber die Nome der Gegenwart und Zukun ft so k ann
.
,

auch die U rd r nichts mit der Vergangenhei t z u th u n haben Vielleich t ge .

hört das Wort zu dem idg Stamme g er! drehen wenden zu d em auch
.
, ,

ahd wi r! m Sp indel gehört Wir hätten dann in de rn Worte


'

. bd wzfi el
, . .

dasselbe al tgermani sche Bild von den Schicksal smächten das auch in n o mir ,

liegt : es sind höhere Wesen die dem Menschen das Schicksal ordnen wie , ,

die altgermanische Frau die Faden für das Gewebe Di e No men walten über . »

das Schicksal der Me n sche m sagt die Sn E und spenden dem


'

(I , . .
»

einen schönes und glän z endes Leben dem andern nur wenig Gut und Habe ;
demeinen viele Tage dem andern wenig e
,

Ihre T hatigk e it ist zu sch affen


,
«. .

Das Schi cks al hei ss t daher ags u y rda g escca/f al ts wurdxlgi 1m /m wofü r auch
m
. .
, ‚

ea n gi tß a u oder m c/odo gi r a u s ich findet Daher hei t d von ihnen Be


o
p p ss as r

stim mte das Schick sa l al ts grkßp ags y scap ahd gnsmfl ; die Norn e selbst
.

, . a , . a , .

i8 t die schaffen de {pa r m


>
scc /
p za n la)
: Noch im 1 5 ] ahrh sagt V in te le r . . .

in seiner Blume der Tugend (78 63 So ha ben ellczc/z len! dm wa r: das


'

meinen uns
,

Si er leben , das u ns die g a r lrs c b ep/e n g eben , un d da: :1 u


'

m life re
XI . Mw a o w c nz .
(
2 83)

W
m Geradeso auch im nordi chen : o mi Iml ße n m! ßap (Sn E
g ier . s n r
°

a na s a .

I. den égp m kan n ni em and entgehen Aber auch das al te Bil d


: no a .

des Webens hat sich erhalte n Wie es im ags heiss t m f ! 5d g w4 . . : e e 1r


'
z

so erzählt der nordische Dichter dass di e No men als sie dem Helgi das , ,

Leben schufen , den Schicksah i ade n mit aller Kraft gewunden hätten (Helg .

Hb I . .

Als irdisches Zeichen dass di e Schicksalswesen uber das Geschick der ,

Menschen walten gel ten die weissen Flecken auf den Fingernägeln die noch
, ,

heute auf den Faaröe rn u oma 1po r (N o me nspu n Ant T idslrr 3 0 5) . »


, . .

heissen Wir haben hier den Schl üssel zu einem alten Ahe rgiaul1en der über
.
,

das ganze germanische Gebiet verbrei t et is t : hat man weisse Flecken auf den

W
Nägeln so bekommt man nach norwegischem Volksglauben etwas Neu es
,

( Liebr e cht Zur V o lks k nach deutschem bedeutet es Glück und eben
, .

falls zu erhoffende Geschenke ( uttke 5


Als Lebensspenderi n steht die No me den Mütte rn bei der Geburt bei
( F ä fn 1 2 .Sgrd r Nach. der G e burt fl
p ge te man
. den No m en Opfer zu
bringen um dadurch für das Kind Glück zu erflehen oder wenigsten s Unglüc k
,

fern zu halten E s sind Speiseopfer wie man sie son st den seelischen Wesen
.
,

bringt B urchard von Worms ei fert noch dagegen (Myth II I Auch . .

im Norden sind diese Opfer meh rfach be legt Nach Saxo gr ( I 2 7 2 ) brin gt . . .

König Fridle vus nach der Geburt seines Sohnes Olams dies e Spen de umGlück ,

für ihn zu erflehen un d sei ne Zukunft zu erfahren : z wei der Parcae ver
heissen dern Köni gsso hn tre ffliche Eigenschaften Reich tu m und Gl üc k die , ,

dri tte dagegen gi cht ihm Geiz als Angebinde fü r das Leben mit Ani den °

W
.

Fee röe m wo sich in der Sprache der Bewohner n och viele hei dnische Anklänge
,

finden pflegt noch heute die Mutter nach der Geburt des Kind es als erstes
,

Ge ri cht N o men grü tz e (no magn gyl u r Au t T idskr 1 849 S 3 0 8 ) zu essen as . . . . .

di e No m en bes timmt haben steht unwiderruflich fes t : Un te r o t dr h edr eng1 ' '

r
,

ma d? (Der U rd Spruch kann nieman d en tgegen treten Fj


»
oh vm m i t cn .

Svipdag der M e n glod zu E s ist die alte Prädes tinationslehre unserer Vor .

fahren .

Wie das gan z e Le ben des Men schen so liegt auch das Leben sende der , ,

T o d in den Hän den der No men Als Torf E inarr den Halfdan hälegg ge -

tötet hat schreibt er das Schicksal sein es Gegners den No men zu (färbt ßm
, .

'

n om ir Orkn s ca p 8 Hei m
, skr S . Sie k unden den Tod an denn sie
. .
, . .
,

bes itzen in erster Linie wie alle seelischen Wesen die Gabe der Weissagung .

Nach einer der roman tis chen isländischen Sagas die in ihrer Fabelei viel aus ,

Volksglauben und Vol kssitte geschöpft haben treffen ei n st I sl änder zwei ,

Geschwister Bruder und Schwester in einer Höhl e Auf die Frage wie sie
, , . ,

heissen und wes halb sie so einsam lebten antwortet der Bruder dass seine , ,

Schwester ihn schi n n e und pflege denn die No men hätten geweissagt dass , ,

sie zu gleich mit ihm sterben werde ( I sl S I I Bei N o magest wo . . .


,

nach jüngerer Weise o h ihrer weissagenden K raft Volve u un d Nomen ver


mischt werden sucht die j üngste der drei Schwestern das gl ü ckliche Leben
,

des neugeborenen Ki ndes das ihm eben die äl t eren Schwes tern p rophezeit ,

haben dadurch zu nichte zu machen dass sie bes ti mmt das Kind solle nicht
, , ,

länger leben a ls die Kerz e die an se inem La ger brenne Da nimmt die , .

äl t ere Schwester die Kerze löscht sie aus und gicht sie der Mutter des ,

Kindes : in seine Gewalt kommt hierdurch sein eigener Tod (N o magestsb .

Ausg Bugge . H ieraus erklärt sich die Auffassu ng der Urdr oder N am als
Todesgött in wie j a auch ahd w u n' ags wy rd alts w r! oft T o d bedeutet
, .
, .
, . a » c .

Eine eigentümli che Mo n derschein un g der grosses Sterben folgte nan nten die , ,
2 84 )
( 55

Islander urda n n dm (
E yrb ein Ungetüm bei dessen Anbli ck man stirb t
' ’

.
, ,

n ennen sie n oc h heute uräa rl öltur (T o deska tz e I s] Pj I Infolge ‘

» « . . .

dess en fällt die No me oft mit der eigen tlichen Todesgö ttin der H el zu , ,

sam men und wird als di e dunkle geschildert die wie ein sch warzer Vogel
, ,

durch di e Lüfte dahin fli egt ( Stu d I Auf der anderen Sei te berü hrt
sie si ch aber auch als Le benspen derin und —
. .

e rhalterin mit der allwalten den

Wie die Men schen so stan den n ach j un ge rn nordis chen Mythus auch die
,

anderen die mythischen Wesen unter demSchicksalsspruche der Nomen so


, ,

die A sen Ali en Zwerge Daher hat die islän dische Phantasie in ei ner spät
, .

interpoli e rten V isa der Fälnismäl (1 3 ) Nornea aus de mGeschlechte der As en


,

Alten un d Zwerge geschaffen In denselben nordischen Quellen wo di ese .


,

mehrfach e Absta mmun g der Nomen gelehrt wi rd lesen wir auch von der ,

welterhalten den T h3 tigk ei t der No m en In den L u i tgefilden hat wie andere .


,

seelische W esen auch die N o me ihren Sitz : nach ihr hat Di chterpbautasie
,

den gro ssen him mlischen Bronnen die Wolk en den Urda r6mn n r gen an nt , ,

(V sp . hi er wohnen di e Nomen von hier aus begiessen si e die Erde mi t ,

dem erhalte nden Regen H ier pflegen sie auch die Sch wäne in deren C c .
,

stalt si e den Men schen ers cheinen ( Sn E I . .

Diese Schicksalsgöttinnen erschei nen bald in grösserer Anzahl bal d er ,

schein t ei ne als Vertreterin der ganz en Klasse besond e rs hä ufig treten si e z u ,

dreien au f Wori n di es e Dreiteilung ihren Grund hat war schon angedeutet


.
,

Griechisch römischen E in fluss dabei anzunehmen ist ni cht ge boten da sich


.

-
, ,

die Drei zahl bei versd 1ie den en germanischen Stä mmen schon in alter Zeit
fin det .Obglei ch Burchard von Worms die drei Schwestern parmr nen nt .

( M y t h I II. so hat ih
. m doch wohl nur wie in a nd e ren Stück en deut , ,

scher Abe rglaube vor geschwebt gegen den er ei fert den n wo er leh rte spielen , , ,

bis auf den heutigen Tag die drei Schwestern die in fas t allem den nor ,

dischen No men oder urd ir gleichen eine grosse Rolle ( Panzer Bei träge 2 , , .

deu tsch Myth I 1 —20 9 ; Mannh a rdt Germ My th 650


. . . Drei Schweste rn , . .

bestimmen nach Saxo das Geschick des j ungen Ol af Ihre wa r i p sh n kenn t


' '

z r
,

der englische Volksglaube ( Myth I drei Schweste rn aus Ries en hei m . .


,

ebenfalls Nomen machen dem golden en Zeital ter der Götter nach der
,

Voluspa ein En de ( V sp drei ers chei nen an der Wiege des N o magest.
,

drei in der interpo li erten Strophe V q ’


lusp 1 Aus dieser Dreiheit si nd wohl .

auch die dre i Arten ( Fäfii 1 3 ) hervorgegange n Mögen sie aber in Menge .

mögen si e zu drei en mag ein e allein erschei nen : immer finden wir sie als
.
,

spinn en de und webende


( My t h I 3 44 H elg Hb I also in ei ner T h3 tig . . . . . .

heit die uns schon i hr Name e rschloss


, .

37 D i e.S c h w a n e n j g
u n i ra u e n Vie lfach ber ü hren sich die V alkyrjen .

und Sd 1 icksalsm ädchen m i t den Schwan enj un gfrau e n den Lieblin gen germa ,

nischer Sa en und Märchen Gemein sam ist di esen mit jenen Gebilden dass
g .
,

es Frauen sind di e ihre Gestalt wechseln kö n nen


, Auch bes itzen si e wie .

V alkyrj en und No m en die Gabe der s sagun g In diesen Punkten geben .

sie sich als Ge s talten zu erkennen die eben fal ls im Seelengiaube n ihre Wurzel ,

haben Oh nun pro phefische Ges tal ten wie Veleda aus dem B ru cte rer
.

stam me ( T ac Ge m 8 H is t IV 61 . die weis e n Frauen (


. . Myth I 3 2 8 . . . . .

den ersten Ans toss zu dies en mythischen Gebilden ge geben haben bleibe ,

dahingestell t Vielleicht haben auch hier Natu r und Leben gemeinsam auf
.

die Phan tasi e eingewirkt : die we issagen de Kraft angesehener jungfrauen und
die Überzeugung dass deren Seele n ach dem Tode in der Natur fortlebe
, ,

und die Wo lke die si ch in der Phantasi e so vieler Natu rvölker als Schwan
,
XI . Mrr n o ro o rs . .
(
2 85)
fin de t Infolge des gleichen mythischen Ursprungs werden aber V alkyrjen
und No men in der nordischen Dichtung rn it den Sc hwan enj un gfrauen oft
vermi scht J ede V alkyrj
. e jede No me k a n n eine Sehwan enj
,
un gfrau s ei n ,

allein eine Schwanen jungfrau in der engeren Bedeutun g des myt hischen B e
griffes kann nie eine V alkyrj e oder No m e we rden In ihrer menschlich au fge .

fassten T haugk ei t lag ihr Unterschi ed : di e V alkyrje ist Kä m pferin die Norm ,

lei tet das Geschick die Schwan e nj un gi mu prophezeit die Z ukunf t


'

.
,

Wie schon de r Name lehrt erschei nt die Se hwan e njun gfrau in Se hwan e n ges ta lt
, .

Sie legt zuweilen zumal beim Baden ihr Schwan en hemd ah und ist dan n
, ,

eine schöne jungfrau Namentlich in der deu ts chen Dichtun g des M i t tel
.

alters und im Märchen der Neuzei t spiel t die Sc hwanenjungfrau eine Hauptr olle .

Bei dem Ba den wird ihr z uweilen das Gewan d ge nommen ; sie muss dan n
e ine men schliche Ehe eingeb en oder die Zukunft kü nden E ine so lche .

& hwan e nj un gi rau die chris tliche Mythe später zu ei nem Engel gema c ht ha t
, ,

erschei nt den waschenden Mädchen Kudrun und Hilde bü tg (Kudr .

Schwan e nj un fra u en sind es die an der Donau Hagen das Geschick der
g ,

B urgun de n i mHun en lan de k ü nden ( Nibl Z amcke 2 3 4 5 In al l en mög .


,

lichen Ges talten hat die Dichtung diesen einfachen und schlichten Gedan ken
verarbeitet .

na me n V I.

DI E E L FI SC H E N GE I STE R .

53 8 Neben den seeli schen Geistern bei denen die irdisc he T h3 tigk e it
.
,

si ch immer und immer wieder in der Volk sdichtu ng hervordrängt haben aber ,

unsere Vorfahren no o h eine grosse Klasse Wesen die ebenfall s im Glauben ,

an das Fo t tleben der Seele ihren Ursprung haben bei denen ab er die T li ätig ,

k e it da s Eingreifen in das Gesc hick des Men schen mehr in den H intergrund

W
,

n itt . Oft ist der Zusammenhang zwi schen dem my t his chen Gebilde und der
See le ganz vergessen die schaffende Ph antas ie hat ni cht einzelne Individuen
, ,

wie bei Gespenster Alp„ e rwo lfglaubc n auch nicht gan z e Gattungen von ,

Menschen wie bei dem Hex en V alky rj


, en N o men glau be n vor Augen ge ,

habt so ndern die Seelen im allgemeinen Viele Men schen haben ihr Leben
, .

vollbracht ohne da ss sie irgend welchen Ein fluss auf ihre Mitmen schen aus
,

geübt haben Auch diese grosse Menge lebt fort Die ewig beleb t e und
. .

bewegte Natu r be z eugt es Sie baus t in Luft und Wa sser in Berg und Thal
.
, ,

in Haus und Ho f in Wald und Fe l d I n Scharen lässt sie in der Regel


,
.

die V o lksphan tasie z usa mmenwohnen in Scharen die untereinander verbunden


'

, ,

waren nach der Auffass ung des altge n n an iscli en Sta a ts begrii fes Daher habe n .

sie zuweilen ihren Kö n ig Wir pflege n die Gesamthei t dies er Wes en clfirclu
. .

G eister z u nennen Einz elne von ihnen erheben sich aus der Menge er hal ten
.
,
'

N amen un d werden Lieblinge der Dichtung Di ese Wesen sind die ver .

treter der in der Stille wirkenden elementaren Kräft e in der Natu r Hier .

be rühren sie sich st el l en sich aber z ugleich im Gegensatz zu den Ries en die
, ,

die gewal tigen Naturerscheinungen verkörpern sollen Deshalb hat ihn en .

die V o lks phan tasie kleine Gestalt gege ben oft sind si e nicht höher als drei ,

F inger Zuweilen s in d sie sch ön zuweilen h ässlich gest alt e t j


. e nachdem ihr
, ,

Wohnort in oder ü be r der Erde ist je kleiner aber ihr Körper desto .
,

sch ärfer ist ihr Gei s t : sie s ind verschmitzt klug schnell kun stferfig Den , , , .

1 r t
So f ag de r E sthe, en n e in e w w e isse Wo lk e aufs t eigt : W e icher wei sse » Sch w
fliegt an

in die Höh ?c (Cu tré n, Fi nn Myth . . V gl . auch Sch wartz , U rspru ng der Myth 1 94 £ .
( )
2 86 E1 1? UND W rcu r .

Menschen gegenüber sind die eliische n Geister im allgemei nen hilfreich sie ,

un terst ützen sie bei der Arbei t stehen ihnen oft mi t Rat und That zu r Seite , ,

bringen ihnen wertvolle Geschenke De r se eli sche Ursprun g dieser Wesen . ,

der bis in die u rge rman ische Zeit hinaufreicht is t natürlich mit der Zeit ver ,

ges sen umso mehr hat sich die subjektive Phantas ie dieser Gestalten be
mächtigt und hat bei allen germ anischen Stämmen eine Bl ü te e liische r
,

Dieh11m g ge zeitigt die noch heute im Volke ni cht erloschen ist die dem
, ,

Kinde die ers t e Freude an der Dichtun g unseres Volkes bringt den Mann ,

an die alte Einfachheit und Tiefe des germanischen Stammes mahnt .

53 9 E l i und Wi c h t Zwei Wörter s ind e s die schon in urge rman isc he r


. .
,

Zei t die e lfischen Geis ter in ihrer G es amtheit bezeichnet haben mögen da

W
,

sie sic h bei allen germani schen Stämmen in unzä hligen Beispielen a us allen

Zeiten nachweisen lassen Und zwar decken sich di e Worte nicht n ur .

sprachlich so ndern auch inh a l tlich : es sind dies E l und


'

W
f zclc l
Das n hd E lf m ist in dieser Form im 1 8 ] a hrh aus England nach
, .

. . . .

Deuts chland gekommen und hat die eigen tliche hd Form E l!) verdrängt .

( D . tb II I 4 00 ) .Mbd erschei nt das Wort als a lp in welcher Form der


. .
,

allgemeine Begriff im La ufe der Zeit auf den besonderen eines drü ckenden
Nachtgei s tes ein geschränkt worden ist ( s I mgot ist das Wort ebenso . .

wenig wie im ahd als Simplex belegt allein sei ne Existenz steht durch die
.
,

Kompo si ta mi t 4% ( Grafi I 2 4 4) fest E rst in der mi tte lho cbdeutsche n


2 . .

Lite ratur findet es sich ziemli ch oft ( al p m p l 2 16 : und e lb cr ; oder weiblich . .

elbin n c} Der Alp erscheint hier in den meis ten Fällen als listi ges kluges

W
.
,

Wesen das den Menschen gern an der Nase herumführt zeigt also Eigen
, .
,

sch uften di e besonders den Zwergen ei ner Unterabtei lun g der Elbe eigen sind
, , ,

(M b d .tb I K larer noch


. tri t.t der allg e n i ei n e re C ha rak ter des Wortes im

ags hervor
. wo es bald a ls Mas kulinum
, p l bald a ls Fem ininum .

lm; K o m p wrn lcmßm la n dwl/ m w e lerw{f msé e I/ mLeo Ags Gloss 4 7 1 )


' '

(aé .
, ,
r , , . .

ersch ein t und die Bedeutung Geist Genius ha t Eigentümlich ist den Elfen , .

im ags Gebiete di e glänzende F arbe : w%ci n e glan ze n d wie e in E 16 ist ein


.
,
» :

oft gebrauchtes Beiwort Eine besonders reichhal tige E lien dichtun g a us .

irilhe re r Zeit hat uns wieder der s kandina vische Norden erhal t en wo die ,

män nlichen E lfen (pl von d{ft) di e weiblichen meist l/ßo n u r genannt .
,
a

werden Daneben zeigt sich hier ein [ em t l/r das noch später in weiblichen
. .
,

Eigen namen wie altn o rw bo rel/r as chw Ame{/r Gmme !fr u ähnl (Lundgren .
'

, .
‚ . .
,

Spar ai hedn isk Tro S 3 6 altdän Keli le/v N o ra h .


(Niel s en O ldd an sk e .
,
» ,

Perso n n a vn e s v ) öf ter vorkommt Der älteste Beleg für dies Wort ist der

W
. . .

B ractea t von Aagedal imMus eum zu Bergen der 11 00 11 dem 7 ]ahrh angehö rt , . .

( Bugge No rges I n dskrifte r med de 1e ldre Run er S 1 86 ii bes 1 98 2 0 1


, . .
, . .

Etymol o gisch is t das Wort wahrschein li ch skr rfibu ( v l 52 8 und adste in


g .
_
.
,

U ppsalas tudier S 1 52 ff wo die Elfen als alte Lichtge iste r aufgefass t werden
. .
,

un d die ursprüngliche Bedeutun g von 5111


‚ M m germ a lölr glän z en d .
, .
»
,

strahlend verteidigt wird )


« .

Wie in so vielen S t ü cken altgermanischen Volksglaub en s info l ge der Reich e

halti gk ei t und Volkstümlichkei t der Quellen hat auch auf dem Ge b iete der
'

Eli en m ythe n das Altislän dische mi t dem alten Worte noch am rein sten den
ursprü nglichen Inhalt desse l ben bewahrt Wir können hier noch deut l ich .

den Zusammenhang z wis chen seelischen Geis t ern und Elfen erkennen So .

erzähl t der Verfasser der E yrbyggj

W
asa ga ( c T höro lfr nannte das Vor . »

Do ch fin det sich berei s i 17 t m ] abrh das o rt it f m Al ie n


( di e w e ise n F r aue n,

m lm
. . ,

N y phae Dia bo licae V i ar, I dio . t . vo n K urhesse n ’ S .


58 XI . Mm o mo rs . 2 8 7)
(
gebirge wo er auf I slan d land ete T ho rsn es Hier ste ht ein Be rg An diesen
, , . .

hatte T höro li r gro ssen Glaube n so dass niem and un ge wasch e n dahinschauen
sollte u n d nichts sollte m
,

, an auf dem Berge tö te n w eder Vieh noch M e ns che n , .

Di esen Berg nann te er Helgafell (Heiligenbe rg) un d mein te dass er dahin ,

fah ren werde wen n er sterbe und ebenso alle sein e Verwandten Hier war
m
.
, ,

eine grosse Fri edstatte und nie a nd sollte dahin ge hen , a


g gn a

(d. h d
.a s th a n w as die dgfa r vertr e ibt seine Notdurft v e rri chte n ) D ie
Stelle ist un s i1n vers tän dlich wenn wir nicht von der Voraussetzun g a us
, ,

gehen dass unter den dya r in älfi t £ die Seelen der Vers torben en ge mein t

°

si nd In dem Be rge mussten dies e däa r hausen Hier finden wir sie auch ’

. .

in mancher anderen Überlieferung Von Ö la i Gudro dsso n von Vestfo ld .


,

dem Bruder Halfdans des Schwarz en wird erzählt dass er nach dem To d e , ,

in seinem Hügel als d09 fortgelebt hätte weshalb man ihn Ga ) sla dizrd{fr
*

nannte Hier opferten ihm sei ne Gaugen ossen um ein fruchtbares J ahr zu
.