Sie sind auf Seite 1von 11

DEUTSCHE NORM Entwurf Januar 1998

Mittel zum nachträglichen Abdichten von


erdverlegten Gasleitungen
Teil 1: Folienschläuche und Gewebeschläuche zum nachträglichen Abdichten
von Gasleitungen, Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen 30658-1
ICS 23.040.80

Deskriptoren: Gasleitung, erdverlegt, Abdichtung, Sicherheitsanforderung, Prüfung

Materials for the subsequent sealing of joints in underground gas mains –


Part 1: Plastic foil and textile fibre linings used to seal gaspipes already in place,
safety requirements and testing
Materiaux pour l’etanchéité des conduites de gaz existantes –
Partie 1: Chausettes à base de lamelles et chausettes à base de tissus, exigences
de sécurité et essais

Beginn der Gültigkeit


Diese Norm gilt ab 1. Januar 1998

Inhalt
Seite Seite
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 6 Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
6.1 Prüflaboratorien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
6.2 Prüfarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . 2 6.3 Prüfgegenstände und Prüfunterlagen . . . . . . . . 4
3 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 6.4 Prüfungen der Folienschläuche, Gewebeschläuche
und Klebstoffe im Anlieferungszustand . . . . . . . 4
4 Bezeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 6.5 Prüfungen an ausgekleideten Prüfkörpern . . . . . 4
5 Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 6.6 Prüfbericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
5.1 Anforderungen an Folienschläuche,
Gewebeschläuche und Klebstoffe im
Anlieferungszustand . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 7 DIN-DVGW-Prüfzeichen und Registernummer . . . 6
5.2 Anforderungen an Folienschläuche,
Gewebeschläuche und Klebstoffe
in ausgekleideten Prüfkörpern . . . . . . . . . . . . 3 Anhang A (informativ) Erläuterungen . . . . . . . . . . 11

Vorwort
Diese Norm enthält in den Abschnitten 5.2 und 6 sicherheitstechnische Festlegungen und einen informativen Anhang.
Die vorliegende Norm wurde vom Arbeitsausschuß “Dichtungen und Schmierstoffe in Gasanlagen ” des NAGas in Zusammen-
arbeit mit den DVGW-Fachausschüssen “Dichtungen und Schmierstoffe in Gasanlagen” und “Ortsgasverteilung ” ausgear-
beitet.
Diese Norm ist in das DVGW-Regelwerk “Gas” aufgenommen worden.
Es ist beabsichtigt, DIN 30658 : 1987-12 “Mittel zum nachträglichen Abdichten von Verbindungen erdverlegter Gasleitungen –
Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfung” zu überarbeiten und als DIN 30658-2 unter dem Titel “Mittel zum nach-
träglichen Abdichten von Gasleitungen – Teil 2: Mittel zum nachträglichen Abdichten von Rohrverbindungen, Sicherheitstech-
nische Anforderungen und Prüfungen” zu veröffentlichen.

Fortsetzung Seite 2 bis 11

Normenausschuß Gastechnik (NAGas) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.

·
Seite 2
DIN 30658-1 : 1998-01

1 Anwendungsbereich sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe


1.1 Diese Norm legt Anforderungen und Prüfungen von der in Bezug genommenen Publikationen.
Folienschläuchen und Gewebeschläuchen zum nachträg- DIN 30658 : 1987-12
lichen Abdichten von Gasleitungen für einen Betriebsüber- Mittel zum nachträglichen Abdichten von Verbindungen
druck bis 0,1 bar (Folienschläuche) bzw. bis höchstens 4 bar erdverlegter Gasleitungen – Sicherheitstechnische Anfor-
(Gewebeschläuche) fest, in denen Gase nach dem DVGW- derungen und Prüfung
Arbeitsblatt G 260 (ausgenommen Flüssiggas in flüssiger DIN 30659 : 1980-7
Phase) befördert werden. Mittel zum nachträglichen Abdichten von Gewindeverbin-
Mit Folienschläuchen ausgekleidete Rohre können bei einem dungen in Gas-Innenleitungen – Sicherheitstechnische
Rohrbruch undicht werden. Anforderungen und Prüfung
DIN 51221-1
1.2 Für Mittel zum nachträglichen Abdichten von einzelnen Werkstoffprüfmaschinen – Zugprüfmaschinen – Allge-
Verbindungen von Gasleitungen gilt DIN 30658 (siehe Vor- meine Anforderungen
wort), für Abdichtmittel für Gasinnenleitungen DIN 30659.
DIN 53455
1.3 Ausführungsarten, die infolge der technischen Weiter- Prüfung von Kunststoffen – Zugversuch
entwicklung von den Festlegungen dieser Norm in Einzelhei- DIN 53508
ten abweichen, können auf Antrag von einem Sonderaus- Prüfung von Kautschuk und Elastomeren – Künstliche Al-
schuß als normgerecht anerkannt werden. Der Antrag ist zu terung
richten an den NA Gastechnik (NAGas), Josef-Wirmer- DIN 53521
Straße 1–3, 53123 Bonn. Dem Antrag ist ein Prüfbericht ei- Prüfung von Kautschuk und Elastomeren – Bestimmung
nes vom NAGas anerkannten neutralen Prüflaboratoriums des Verhaltens gegen Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase
beizufügen. Das Prüflaboratorium hat bei der Prüfung die
DIN 60000
Festlegungen dieser Norm sinngemäß anzuwenden.
Textilien – Grundbegriffe
Über die Anerkennung der Normgerechtheit entscheidet der
DIN 61100-1
Sonderausschuß nach Anhören des Antragstellers in folgen-
Gewebe – kennzeichnende Merkmale
der Besetzung:
DIN 62049
a) Obmann des Arbeitsausschusses “Dichtungen und
Gewirke und Gestricke – Grundbegriffe – Einteilung
Schmierstoffe in Gasanlagen” des NAGas und dessen
Stellvertreter, DIN EN 751-3
Dichtmittel für metallene Gewindeverbindungen in Kon-
b) Leiter des Prüflaboratoriums, das die Dichtung ge-
takt mit Gasen der 1., 2. und 3. Familie und Heißwasser –
prüft hat,
Teil 3: Ungesicherte PTFE-Bänder
c) Geschäftsführer des NAGas.
DIN ISO 228-1
Die Entscheidung der Anerkennung der Normgerechtheit hat Rohrgewinde für nicht im Gewinde dichtende Verbindun-
sich danach zu richten, ob die nach dieser Norm an Folien- gen – Teil 1: Maße, Toleranzen und Bezeichnungen; Iden-
schläuche und Gewebeschläuche zum nachträglichen Ab- tisch mit ISO 228-1 : 1994
dichten von Gasleitungen in bezug auf Sicherheit, Funktions-
DIN ISO 2768-1
fähigkeit usw. zu stellenden Anforderungen auf andere
Allgemeintoleranzen – Toleranzen für Längen- und Win-
Weise, als in der Norm vorgesehen, erfüllt sind. Die vom
kelmaße ohne einzelne Toleranzeintragung; Identisch mit
Sonderausschuß ausgesprochene Anerkennung der Norm-
ISO 2768-1 : 1989
gerechtheit bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Bestätigung
durch den für DIN 30658-1 zuständigen Arbeitsausschuß. DVGW-Arbeitsblatt G 260/I 1)
Gasbeschaffenheit
Der Antrag auf Anerkennung der Normgerechtheit gilt als
Normungsantrag. Die Anerkennung der Normgerechtheit DVGW-Arbeitsblatt G 260/II 1)
durch den Arbeitsausschuß gilt als Annahme des Normungs- Gasbeschaffenheit; Ergänzungsregeln für Gase der
antrages. Er ist im DIN-Anzeiger für technische Regeln der 2. Gasfamilie
DIN-Mitteilungen mit dem Hinweis zu veröffentlichen, daß es DVGW-Arbeitsblatt G 458 1)
beabsichtigt sei, eine entsprechende Folgeausgabe der Nachträgliche Druckerhöhung von Gasleitungen
Norm im Kurzverfahren herauszugeben. Sobald die für das DVGW-Arbeitsblatt G 469 1)
Kurzverfahren zur Stellungnahme eingeräumte Frist von vier Druckprüfverfahren für Leitungen und Anlagen der Gas-
Wochen abgelaufen ist, ohne daß Einsprüche eingegangen versorgung
sind, hat die Bestätigung der Anerkennung der Normgerecht- DVGW-Arbeitsblatt G 478 1)
heit durch den Arbeitsausschuß die Wirkung der Verabschie- Sanierung von Gasleitungen durch Gewebeschlauch-
dung der Folgeausgabe. relining – Anforderungen, Gütesicherung und Prüfung
Die Anschriften der Prüflaboratorien sind zu erfahren bei: DVGW-Geschäftsordnung
– Normenausschuß Gastechnik (NAGas), Geschäftsordnung für die nationale Zertifizierung von
Josef-Wirmer-Straße 1–3, 53123 Bonn Produkten der Gas- und Wasserversorgung
– DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches
e. V., Postfach 14 03 62, 53058 Bonn.
3 Definitionen
Für die Anwendung dieser Norm gelten die folgenden Defini-
2 Normative Verweisungen tionen:
Diese Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisun-
gen Festlegungen aus anderen Publikationen. Diese normati-
ven Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zi-
tiert, und die Publikationen sind nachstehend aufgeführt. Bei
1) Zu beziehen durch: Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft
datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder
Überarbeitungen dieser Publikationen nur zu dieser Norm, Gas und Wasser mbH, Josef-Wirmer-Straße 1–3,
falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet D-53123 Bonn
Seite 3
DIN 30658-1 : 1998-01

3.1 Folienschlauch: Auskleidung (Typ F) bestehend aus 5.2 Anforderungen an Folienschläuche, Gewebe-
einem unverstärkten Kunststoffschlauch, der in die Gaslei- schläuche und Klebstoffe in ausgekleideten
tung eingeklebt wird. Prüfkörpern
3.2 Folienschlauchrelining: Auskleiden von Gasleitungen 5.2.1 Allgemeine Anforderungen
mit Folienschläuchen. Die Auskleidung der Prüfkörper muß frei von Falten und Bla-
sen sein. Eine zusätzliche Verklebung oder das Einbringen
3.3 Gewebeschlauch: Auskleidung (Typ G) bestehend aus von Manschetten an den Enden der Auskleidung ist nicht zu-
z. B. durch Gewebe 1) oder Gewirke 2) verstärktem Kunst- lässig.
stoffschlauch, der in die Gasleitung eingeklebt wird, auch als
Einzelkomponenten. 5.2.2 Dichteigenschaften
Die ausgekleideten Prüfkörper nach 6.5.1 müssen bei den
3.4 Gewebeschlauchrelining: Auskleiden von Gasleitun- Prüfungen nach 6.5.2 dicht sein.
gen mit Gewebeschläuchen.
5.2.3 Alterungsbeständigkeit
3.5 Zugwiderstand: Die auf die Probenbreite bezogene
Die Dichteigenschaften dürfen durch künstlich beschleunigte
maximale Kraft, die beim Zugversuch an Proben von Folien-
Alterung bei erhöhter Temperatur nach 6.5.2.3 nicht beein-
oder Gewebeschläuchen registriert wird.
trächtigt werden.
3.6 Reißdehnung: Die auf die ursprüngliche Meßlänge
5.2.4 Unterwanderungsbeständigkeit
des Probekörpers bezogene Längenänderung beim Zer-
reißen der Auskleidung. Beim nachträglichen Anbringen von Abgängen nach 6.5.2.4
und 6.5.2.5 dürfen keine Leckagen an den benachbarten Be-
3.7 Schälwiderstand: Die auf die Probenbreite bezogene obachtungsbohrungen als Folge der Unterwanderung von
Kraft, die unter definierten Prüfbedingungen zum Abschälen Folien- oder Gewebeschläuchen auftreten.
eines Streifens der Folien- oder Gewebeschläuche von der
Metalloberfläche erforderlich ist. 5.2.5 Beständigkeit gegen Temperaturwechsel
Die Dichteigenschaften dürfen durch Temperaturwechsel
nach 6.5.2.6 nicht beeinträchtigt werden.
4 Bezeichnung
Die normgerechte Bezeichnung von Folienschläuchen (Typ 5.2.6 Beständigkeit gegen Gaskondensat
F) und Gewebeschläuchen (Typ G) zum Abdichten von Gas- Die Dichteigenschaften dürfen durch die Einwirkung von syn-
leitungen setzt sich aus der Nummer der Norm, der Typkenn- thetischem Gaskondensat nach 6.5.2.7 nicht beeinträchtigt
zeichnung und dem Betriebsüberdruck in bar zusammen. werden.
Beispielsweise lautet die Bezeichnung eines Folienschlau-
ches für einen Betriebsüberdruck bis 0,1 bar: 5.2.7 Beständigkeit gegen Auswinkelung
Die ausgekleideten Prüfkörper nach 6.5.1.1 müssen auch
Abdichtung DIN 30658 – F 0,1 nach Auswinkelung nach 6.5.2.8 dicht sein.
und für einen Gewebeschlauch für einen Betriebsüberdruck
5.2.8 Schälwiderstand der Auskleidung
von 4 bar:
Der Schälwiderstand der Auskleidung beim Abziehen von der
Abdichtung DIN 30658 – G 4 Rohrwand in Umfangsrichtung nach 6.5.2.9 darf bei Folien-
schläuchen 5 N/cm und bei Gewebeschläuchen 10 N/cm
nicht unterschreiten. Diese Mindestwerte dürfen auch nach
künstlicher Alterung nach 6.5.2.3 nicht unterschritten werden.
5 Anforderungen
5.1 Anforderungen an Folienschläuche, Gewebe- 5.2.9 Innendruck-Zeitstandfestigkeit
schläuche und Klebstoffe im Anlieferungs- Folien- und Gewebeschläuche in Prüfkörpern mit außer Be-
zustand trieb genommenen Abgängen und innen überstehenden
5.1.1 Dicke der Schlauchwandung Rohrstutzen müssen bei der Prüfung der Zeitstandfestigkeit
nach 6.5.2.10 dem 2,5fachen des höchsten vom Hersteller
Die vom Hersteller anzugebende Mindestdicke darf an keiner
anzugebenden Betriebsüberdruckes standhalten.
Stelle unterschritten werden.
5.1.2 Zugwiderstand und Reißdehnung 5.2.10 Dichtheit nach Rohrbruch
Die vom Hersteller anzugebenden Mindestwerte für Zug- (nur für Gewebeschläuche)
widerstand und Reißdehnung in Umfangs- und Achsrichtung Die mit Gewebeschläuchen ausgekleideten Prüfkörper dürfen
dürfen nicht unterschritten werden. bei einem Rohrbruch nach 6.5.2.11 und 6.5.2.12 nicht un-
dicht werden.
5.1.3 Alterungsbeständigkeit
Zugwiderstand und Reißdehnung dürfen nach künstlicher Al-
terung um nicht mehr als 25 % bezogen auf die Ausgangs-
werte abnehmen und nicht mehr als 50 % bezogen auf die 6 Prüfung
Ausgangswerte zunehmen. 6.1 Prüflaboratorien
5.1.4 Beständigkeit gegen Gaskondensat Für die Prüfung von Folien- und Gewebeschläuchen zum
Durch Quellung in synthetischem Gaskondensat darf die nachträglichen Abdichten von Gasleitungen sind die DVGW-
Massenänderung von Folien- und Gewebeschläuchen (bzw. Prüflaboratorien (siehe 1.3) zuständig.
deren Gewebe und Beschichtung) sowie von Klebstoffen
30 % nicht überschreiten. 6.2 Prüfarten
Nach Rücktrocknung darf der Massenverlust bezogen auf die Siehe DVGW-Geschäftsordnung.
Ausgangsmasse 5 % nicht überschreiten.
Bei Gewebeschläuchen darf sich das Gewebe nicht von der
1) Begriff “Gewebe ” siehe DIN 60000 und DIN 61100-1
Kunststoffolie ablösen, Klebstoffe dürfen sich nicht auflösen
oder in Bruchstücke zerfallen. 2) Begriff “Gewirke ” siehe DIN 62049
Seite 4
DIN 30658-1 : 1998-01

6.3 Prüfgegenstände und Prüfunterlagen menanteile 70/30; Prüfkraftstoff Nr. 2 nach DIN 53521) gela-
6.3.1 Prüfgegenstände gert.
Für die Prüfung von Folien- und Gewebeschläuchen stellt der Nach der Quellung werden die Proben 30 s zwischen saug-
Hersteller dem Prüflaboratorium 2 m Folien- bzw. Gewebe- fähigem Papier getrocknet und sofort anschließend gewogen.
schlauch DN 100 und DN 200 sowie 500 g des Klebstoffes Bei Gewebeschlauchproben ist vom Gewebe aufgesaugtes
bzw. die zu seiner Herstellung erforderlichen Mischungskom- Kondensat abzuzentrifugieren. Dazu ist die aufgerollte Probe
ponenten zur Verfügung. Außerdem sind die in 6.5.1 be- (Gewebeschicht innen) in ein Zentrifugenglas zu stecken, an
schriebenen Prüfkörper vom Hersteller auszukleiden. dessen Boden sich eine Schicht Watte zum Aufsaugen des
abgetrennten Kondensates befindet. Das Zentrifugieren ist zu
6.3.2 Prüfunterlagen wiederholen, nachdem die Proben in der zweiten Fadenrich-
Folgende Unterlagen sind in deutscher Sprache vorzulegen: tung gerollt wurden, um Kondensat aus Kett- und Schußfäden
a) Beschreibung der Folien- oder Gewebeschläuche mit des Gewebes zu entfernen. Gewebeschläuche sind auf Ablö-
Angabe der Mindestwerte für Dicke, Zugwiderstand und sung der Verstärkung zu prüfen. Auffällige Veränderungen
Reißdehnung, des Betriebsüberdruckes und der niedrig- des Klebstoffes sind festzuhalten.
sten Erweichungstemperatur von Klebstoff, Folien- oder Anschließend werden die Proben (168 –02 ) h bei (70 ± 2) °C
Gewebeschlauch. oder nach den analog zu 6.4.3 modifizierten Bedingungen
b) Verarbeitungsanleitung, einschließlich Mischungsver- getrocknet. Nach mindestens 16stündiger Abkühlung der
hältnis der Klebstoffkomponenten und Aushärtebedingun- Proben auf Raumtemperatur werden die Proben erneut ge-
gen. wogen und beurteilt.

6.4 Prüfungen der Folienschläuche, Gewebe- 6.5 Prüfungen an ausgekleideten Prüfkörpern


schläuche und Klebstoffe im Anlieferungs-
6.5.1 Herstellung der Prüfkörper
zustand
6.5.1.1 Gußrohr-Prüfkörper zur Prüfung der Dichteigen-
6.4.1 Prüfung der Dicke
schaften (siehe Bild 1)
Die Dicke ist an je 4 gleichmäßig über den Umfang verteilten
Als Prüfkörper sind 2 Gußrohre DN 100 von etwa 1 000 mm
Stellen von Anfang, Mitte und Ende der beiden zur Verfügung
Länge zu verwenden. Die Rohre sind in der Mitte durchzu-
gestellten Folien- bzw. Gewebeschläuche mit einem Taster zu
sägen. Jeweils eine der so erhaltenen Rohrhälften ist in
messen. Die Meßgenauigkeit muß bei Folienschläuchen
150 mm Abstand von dem Schnitt anzubohren (Durchmesser
0,01 mm, bei Gewebeschläuchen 0,1 mm betragen.
25 mm). In einem Abstand von jeweils 115 mm vom Zentrum
6.4.2 Prüfung des Zugwiderstandes und der der Bohrung sind in Umfangs- und Achsrichtung je 2 Beob-
Reißdehnung achtungsbohrungen mit Gewinde M 12 anzubringen und mit
Die Prüfung des Zugwiderstandes und der Reißdehnung je einer innen nicht überstehenden Schraube unter Verwen-
erfolgt nach DIN 53455 an Probekörpern Nr. 3 oder 5. Bei dung von PTFE-Dichtband nach DIN 30660 zu verschließen.
Gewebeschläuchen ist auf fadenparalleles Ausstanzen der Die Stirnflächen der Schrauben können, um sie nach der
Probekörper zu achten. Um den Einfluß von Randeffekten bei Auskleidung des Rohres ohne Beschädigung der Ausklei-
Gewebeschläuchen zu minimieren, sind in der Regel breitere dung entfernen zu können, mit einem Antihaftmittel behandelt
Probekörper mit einer Stegbreite von mindestens 50 mm vor- sein.
zuziehen. Je 1 Probekörper ist von Anfang, Mitte und Ende Auf der anderen Rohrhälfte ist auf der der Anbohrung gegen-
der beiden angelieferten Muster in Umfangs- und Achsrich- überliegenden Seite in 150 mm Abstand von dem Schnitt die
tung zu entnehmen (insgesamt 12 Proben). Zur Prüfung in Stelle zu markieren, an der das ausgekleidete Rohr nach der
Umfangsrichtung können auch 50 mm breite Schlauchringe Alterungsprüfung angebohrt werden muß (siehe 6.5.2.4). In
verwendet werden, die in einem Rollengehänge mit 50 mm 115 mm Abstand zu dieser Markierung sind, wie oben be-
Durchmesser zu prüfen sind. schrieben, 4 weitere Beobachtungsbohrungen anzubringen
Bei Geweben oder Gewirken, die nicht mit der Folie verbun- und mit Schrauben zu verschließen.
den sind, erfolgt die Prüfung an Probestreifen von mindestens Die so vorbereiteten Rohrabschnitte sind an der Schnittstelle
50 mm Breite. Um zu verhindern, daß einzelne Fäden aus der in ihrer ursprünglichen Position aneinanderstoßend mit Rohr-
Spannvorrichtung herausgezogen werden, kann es erforder- schellen verwindungsfest zu fixieren und vom Hersteller ent-
lich sein, die Streifenenden in Klebstoff einzubetten. sprechend der Verarbeitungsanweisung auszukleiden. Nach
Die Vorschubgeschwindigkeit der ziehenden Klemme beträgt dem Aushärten des Klebstoffes ist der Folien- bzw. Gewebe-
bei Folienschläuchen 100 mm min–1, bei Gewebeschläuchen schlauch an den beiden Rohrenden auf etwa 100 mm Länge
10 mm min–1. zu entfernen und die Auskleidung an der 25-mm-Bohrung
nach dem in der Praxis vorgesehenen Verfahren von innen zu
6.4.3 Prüfung der Alterungsbeständigkeit durchtrennen. Die M 12-Schrauben in den Beobachtungs-
Proben für die Prüfung von Zugwiderstand und Reißdehnung bohrungen sind zu entfernen.
nach 6.4.2 werden 30 Tage bei (70 ± 2) °C nach DIN 53508
im Wärmeschrank mit natürlicher Durchlüftung gealtert. 6.5.1.2 Stahlrohr-Prüfkörper zur Prüfung der
Folien- oder Gewebeschläuche, die bei einer Prüftemperatur Dichteigenschaften (siehe Bild 2)
von 70 °C erweichen oder andere Umwandlungen erleiden, Zur Prüfung des Verhaltens der Auskleidung beim Anschwei-
können ersatzweise 60 Tage bei (60 ± 2) °C oder 120 Tage ßen von Abgängen bei Stahlrohren ist 1 Rohrabschnitt DN 150
bei (50 ± 2) °C gealtert werden. von etwa 1 000 mm Länge vorzubereiten, auf dem in einem
Die gealterten Proben sind nach mindestens 16stündiger Ab- Abstand von jeweils 200 mm von der Mitte auf einander ge-
kühlung auf Raumtemperatur nach 6.4.2 zu prüfen. genüberliegenden Seiten 2 Stellen zu markieren sind, an de-
nen nach der Alterungsprüfung die Abgänge DN 50 ange-
6.4.4 Prüfung der Beständigkeit gegen Gaskondensat schweißt werden müssen (siehe 6.5.2.5). In einem Abstand
Drei Proben des Folien- bzw. des Gewebeschlauches von jeweils 125 mm von den Markierungen sind in Umfangs-
(50 mm × 50 mm) und des z. B. auf silikonisiertem Papier und Achsrichtung je 2 Beobachtungsbohrungen mit Gewinde
nach der Verarbeitungsanweisung des Herstellers ausgehär- M 12 anzubringen und mit je einer innen nicht überstehenden
teten Klebstoffes (30 mm × 30 mm × 1,5 bis 2 mm) werden Schraube unter Verwendung von PTFE-Dichtband nach
nach DIN 53521 nach Bestimmung der Ausgangsmasse 30 DIN EN 751-3 zu verschließen. Die Stirnflächen der Schrau-
Tage bei (23 ± 2) °C in Isooctan/Toluol (Verhältnis der Volu- ben können, um sie nach der Auskleidung des Rohres ohne
Seite 5
DIN 30658-1 : 1998-01

Beschädigung der Auskleidung entfernen zu können, mit ei- 6.5.2 Reihenfolge der Prüfungen an ausgekleideten
nem Antihaftmittel behandelt sein. Prüfkörpern
Der so vorbereitete Prüfkörper ist vom Hersteller entspre- In der Tabelle 1 sind Art und Reihenfolge der Prüfungen für
chend der Verarbeitungsanweisung auszukleiden. Nach dem die Prüfkörper nach 6.5.1 zusammengestellt. Die einzelnen
Aushärten des Klebstoffes ist der Folien- bzw. Gewebe- Prüfungen sind in 6.5.2.1 bis 6.5.2.12 beschrieben.
schlauch an den beiden Rohrenden auf etwa 100 mm Länge
zu entfernen. Die M 12-Schrauben in den Beobachtungsboh- 6.5.2.1 Prüfung der allgemeinen Anforderungen
rungen sind zu entfernen. Die Auskleidung der Prüfkörper ist visuell auf Falten- und Bla-
6.5.1.3 Gußrohr-Prüfkörper zur Prüfung des senbildung zu prüfen. Es ist festzustellen, ob die Auskleidung
Schälwiderstandes bei den Gußrohr-Prüfkörpern nach 6.5.1.1 (siehe Bild 1) vom
Hersteller an der Bohrung (25 mm) vorschriftsmäßig entfernt
Für die Prüfung des Schälwiderstandes ist 1 Gußrohrab- wurde.
schnitt DN 100 von etwa 1 000 mm Länge vom Hersteller
nach der Verarbeitungsanweisung auszukleiden. Die Ausklei- Bei den Gußrohr-Prüfkörpern nach 6.5.1.4 (siehe Bild 3) ist
dung braucht an den Rohrenden nicht entfernt zu werden. die Unversehrtheit der Auskleidung über dem innen 5 mm
Nach dem Aushärten des Klebstoffes wird der Prüfkörper in überstehenden Rohrstutzen und der Bohrung (50 mm) zu
der Mitte durchgesägt. prüfen.

6.5.1.4 Gußrohr-Prüfkörper zur Prüfung der Innendruck- 6.5.2.2 Prüfung der Dichtheit nach Auskleidung
Zeitstandfestigkeit (siehe Bild 3) Alle Prüfkörper mit Ausnahme des Prüfkörpers für die Prü-
Für die Prüfung sind 2 Gußrohrabschnitte DN 100 von etwa fung des Schälwiderstandes werden beim 1,5fachen des vom
800 mm Länge in einem Abstand von 300 mm von einem Hersteller für die Auskleidung angegebenen zulässigen Be-
Rohrende mit einer Bohrung mit 50 mm Durchmesser zu ver- triebsüberdruckes 10 min unter Wasser auf Dichtheit geprüft.
sehen. Auf der Gegenseite in 300 mm Abstand vom anderen Die Bohrung (25 mm) an den Prüfkörpern nach 6.5.1.1 (siehe
Rohrende ist das Rohr anzubohren, die Bohrung mit einem Bild 1) ist mit einem gummigedichteten Sattel zu verschlie-
Gewinde G 1 nach ISO 228-1 zu versehen und ein Rohrstut- ßen.
zen mit einem Außengewinde G 1 B so weit einzuschrauben, ANMERKUNG: Zum Nachweis von geringen Lecka-
daß er innen 5 mm übersteht. gen können auch andere entsprechend empfindliche
Die so vorbereiteten Prüfkörper sind vom Hersteller entspre- Prüfverfahren (z. B. schaumbildende Lecksuchmittel)
chend der Verarbeitungsanweisung auszukleiden. Nach dem anstelle des Wasserbades verwendet werden.
Aushärten des Klebstoffes ist der Folien- bzw. Gewebe- Für die geteilten Prüfkörper nach 6.5.1.1 (siehe Bild 1) sind
schlauch an den beiden Rohrenden auf etwa 100 mm Länge die in Achsrichtung wirkenden Druckkräfte in geeigneter
zu entfernen. Die Auskleidung über der Bohrung und dem Weise abzufangen.
eingeschraubten Rohrstutzen darf nicht beschädigt werden.
6.5.1.5 Gußrohr-Prüfkörper zur Prüfung der Dichtheit nach 6.5.2.3 Prüfung der Dichtheit nach Alterung
Rohrbruch (nur für Gewebeschlauch) (siehe Bild 4) Die Prüfkörper nach 6.5.1.1, 6.5.1.2 und 6.5.1.5 sowie eine
Für die Prüfung sind 2 etwa 1 000 mm lange Graugußrohre Hälfte des Prüfkörpers nach 6.5.1.3 werden drucklos unter
DN 100 entsprechend der Verarbeitungsanweisung mit Ge- den in 6.4.3 angegebenen Bedingungen gealtert. Nach min-
webeschlauch auszukleiden. Nach dem Aushärten des Kleb- destens 16stündiger Abkühlung auf (23 ± 2) °C wird die Dicht-
stoffes ist der Gewebeschlauch an beiden Rohrenden auf heitsprüfung (nicht bei Prüfkörperhälfte nach 6.5.1.3) nach
etwa 100 mm Länge zu entfernen. 6.5.2.2 wiederholt.

Tabelle 1: Art und Reihenfolge der Prüfungen an ausgekleideten Prüfkörpern

Gußrohr nach 6.5.1.1 Stahlrohr nach 6.5.1.2 Gußrohr nach 6.5.1.3 Gußrohr nach 6.5.1.4 Gußrohr nach 6.5.1.5
(siehe Bild 1) (siehe Bild 2) (siehe Bild 3) (siehe Bild 4)
2 Prüfkörper 1 Prüfkörper 1 Prüfkörper 2 Prüfkörper 2 Prüfkörper
allgemeine Anforde- allgemeine Anforde- allgemeine Anforde- allgemeine Anforde- allgemeine Anforde-
rungen nach 6.5.2.1 rungen nach 6.5.2.1 rungen nach 6.5.2.1 rungen nach 6.5.2.1 rungen nach 6.5.2.1
Dichtheitsprüfung Dichtheitsprüfung – Dichtheitsprüfung Dichtheitsprüfung
nach 6.5.2.2 nach 6.5.2.2 nach 6.5.2.2 nach 6.5.2.2
Alterung nach 6.5.2.3 Alterung nach 6.5.2.3 Alterung nach 6.5.2.3 – Alterung nach 6.5.2.3
(halber Probekörper)
Unterwanderungsbe- Unterwanderungsbe- Schälwiderstand Innendruck-Zeitstand- Dichtheit nach Rohr-
ständigkeit nach An- ständigkeit nach nach 6.5.2.9 festigkeit bruch nach
bohren nach 6.5.2.4 Anschweißen von Ab- nach 6.5.2.10 6.5.2.11/12
gängen nach 6.5.2.5
Temperaturwechsel- Temperaturwechsel- – – –
beständigkeit beständigkeit
nach 6.5.2.6 nach 6.5.2.6
Kondensatbeständig- Kondensatbeständig- – – –
keit nach 6.5.2.7 keit nach 6.5.2.7
Auswinkelungsbe- – – – –
ständigkeit
nach 6.5.2.8
Seite 6
DIN 30658-1 : 1998-01

6.5.2.4 Prüfung der Unterwanderungsbeständigkeit nach stets unter einem rechten Winkel zur Rohrinnenfläche abge-
Anbohren zogen wird (siehe Bild 5).
Die Prüfkörper nach 6.5.1.1 sind an der markierten Stelle mit Die Vorschubgeschwindigkeit der ziehenden Klemme beträgt
einem Sägezahnfräser DN 25 zu durchbohren, wobei auch bei Folienschläuchen 100 mm min–1, bei Gewebeschläuchen
die Auskleidung durchbohrt werden muß. Die Bohrung ist mit 10 mm min–1. Der Schälversuch ist zu unterbrechen, sobald
einem Gewinde zu versehen und mit einem Gewindestopfen die Auskleidung über die Hälfte der Rohrhalbschale abgezo-
unter Verwendung von PTFE-Dichtband nach DIN EN 751-3 gen wurde, um Meßwertverfälschungen durch Biegekräfte
abzudichten. bei steifen Auskleidungen zu vermeiden. Danach ist die Prü-
Bei der Dichtheitsprüfung nach 6.5.2.2 sind insbesondere die fung nach versetztem Einspannen der Rohrschale fortzuset-
Beobachtungsbohrungen neben den neuen Bohrungen auf zen. Die Kraft wird registriert, wobei jeweils die ersten und
Leckagen als Folge der Unterwanderung der Auskleidung zu letzten 10 mm, auch vor und nach dem versetzten Einspan-
prüfen. nen, nicht berücksichtigt werden.
6.5.2.5 Prüfung der Unterwanderungsbeständigkeit nach 6.5.2.10 Prüfung der Innendruck-Zeitstandfestigkeit
Anschweißen von Abgängen Die Prüfkörper nach 6.5.1.4 werden einer Innendruck-Zeit-
Auf den Prüfkörper nach 6.5.1.2 sind an den markierten standprüfung mit Wasser als innerem und äußerem Prüf-
Stellen 2 Abgänge DN 50 aufzuschweißen. Dabei ist der medium unterzogen. Prüfdruck ist das 2,5fache des höchsten
Prüfkörper mit Stickstoff zu inertisieren, um eine Entzündung vom Hersteller für die Auskleidung angegebenen Betriebsüber-
der Auskleidung beim Schweißen zu verhindern. Das Stahl- druckes. Die Prüfung wird bei 40 °C durchgeführt und gilt als
rohr ist zusammen mit der Auskleidung an den Abgängen mit bestanden, wenn nach 1 000 h keine Schäden aufgetreten sind.
einem Sägezahnfräser zu durchbohren. Die Abgänge sind 6.5.2.11 Prüfung der Dichtheit nach Knickbruch
mit einem Stopfen zu verschließen. (nur für Gewebeschläuche)
Bei der Dichtheitsprüfung nach 6.5.2.2 sind insbesondere die Die Grauguß-Prüfkörper nach 6.5.1.5 werden in der Mitte
Beobachtungsbohrungen neben den Abgängen auf Leckagen durch Einkerben auf der Drehbank bis auf eine Restwand-
als Folge der Unterwanderung der Auskleidung zu prüfen. dicke von 2 bis 3 mm geschwächt. Ein Rohr wird an den
Rohrenden unterlegt und in einer Prüfeinrichtung mit einer
6.5.2.6 Prüfung der Dichtheit nach Temperaturwechseln
Geschwindigkeit von 1 mm min–1 bis zu einer Auslenkung der
Die Prüfkörper nach 6.5.1.1 und 6.5.1.2 werden 14 Tempera- gebrochenen Rohrhälften von 10 mm gegenüber der Achs-
turwechseln beginnend mit einer Abkühlung und 4stündiger richtung verformt, wobei die Krafteinleitung über ein Sattel-
Lagerung bei (0 ± 2) °C ausgesetzt. Anschließend werden die stück von 10 mm Breite zentrisch über der Kerbe erfolgt. Das
Prüfkörper in 2 h von 0 °C auf (60 ± 2) °C erwärmt und 4 h auf gebrochene Rohr ist nach 6.5.2.2 in der gewinkelten Lage auf
dieser Temperatur gehalten, bevor der nächste Temperatur- Dichtheit zu prüfen, wobei die in Achsrichtung wirkenden
zyklus mit der Abkühlung von 60 °C auf 0 °C im Verlauf von Druckkräfte abzufangen sind.
2 h beginnt. Nach einer abschließenden 4stündigen Lage-
6.5.2.12 Prüfung der Dichtheit nach Scherbruch
rung bei (0 ± 2) °C wird die Dichtheit nach 6.5.2.2 geprüft.
(nur für Gewebeschläuche)
6.5.2.7 Prüfung der Beständigkeit gegen Gaskondensate Der zweite eingekerbte Grauguß-Prüfkörper nach 6.5.1.5
Die Prüfkörper nach 6.5.1.1 und 6.5.1.2 werden (72 –0 ) h mit wird einseitig eingespannt, wobei diese Rohrhälfte an der
2
Kraftstoff Nr. 2 nach DIN 53521 (70 Teile Isooctan und 30 Kerbe auf einem Sattelstück, dessen Durchmesser dem
Teile Toluol) gefüllt. Nach dem Entleeren wird die Dichtheit Rohraußendurchmesser entspricht, aufliegt. Die Kraft wird
nach 6.5.2.2 geprüft. über ein entsprechendes Sattelstück jenseits der Kerbe auf
Danach werden die Prüfkörper (120 –0 ) h bei (60 ± 2) °C die andere Rohrhälfte aufgebracht. Die Verformungsge-
2
unter Durchleiten eines schwachen Luftstromes getrocknet. schwindigkeit beträgt 1 mm min–1. Die Verformung ist bis zu
Nach mindestens 16stündiger Abkühlung auf Raumtempera- einem Versatz der abgescherten Rohrhälften von 10 mm fort-
tur wird die Dichtheit nach 6.5.2.2 geprüft. zusetzen. Das gebrochene Rohr ist mit Achsversatz nach
6.5.2.2 auf Dichtheit zu prüfen.
6.5.2.8 Prüfung der Dichtheit nach Auswinkelung
Die zur Fixierung der gestoßenen Rohre angebrachten Rohr- 6.6 Prüfbericht
schellen der Prüfkörper nach 6.5.1.1 werden entfernt. Eine Der Prüfbericht muß in der Überschrift erkennen lassen, um
Rohrhälfte wird fest eingespannt, die andere Hälfte wird an welche Prüfung es sich handelt. Er muß Angaben über den
der Stoßstelle durch eine Halbschale unterstützt und Hersteller (Verarbeiter) des Folien- bzw. Gewebeschlauches
20 000mal mit einer Frequenz von 1 Hz in zwei entgegenge- und den Auftraggeber der Prüfung machen.
setzten Richtungen um je 0,5 ° (entsprechend 4,4 mm bei Daneben müssen die einzelnen Prüfergebnisse unter Gegen-
500 mm Rohrlänge) ausgewinkelt. Anschließend ist nach überstellung der Soll- und Istwerte aufgeführt werden. Am
6.5.2.2 auf Dichtheit zu prüfen, nachdem die Prüfkörper wie- Ende des Prüfberichtes muß eine Zusammenfassung der
der mit Rohrschellen fixiert wurden. wesentlichen Prüfergebnisse erfolgen.
6.5.2.9 Prüfung des Schälwiderstandes der Auskleidung
7 DIN-DVGW-Prüfzeichen und
Von der nach 6.5.2.3 gealterten und der nicht gealterten
Hälfte des Gußrohrprüfkörpers nach 6.5.1.3 werden je 5 Registernummer
Rohrringe von 50 mm Länge abgesägt, wobei die ursprüng- Das DIN-DVGW-Prüfzeichen und die Registernummer sind in
lichen Rohrenden nicht zu verwenden sind. Die Auskleidung den Firmenschriften und der Verarbeitungsanleitung des Fo-
wird auf dem halben Umfang von der Rohrwand abgelöst. Da- lien- bzw. Gewebeschlauchreliningverfahrens unter Angabe
bei kann die Auskleidung z. B. mit einem Heißluftgebläse auf der Typbezeichnung und des höchsten Betriebsüberdruckes
einer Hälfte erwärmt werden, um die Auskleidung unbeschä- aufzuführen.
digt von der Rohrwand ablösen zu können. Das nun unbe- Die Verwendung des DIN-DVGW-Prüfzeichens und der Re-
schichtete Rohrsegment wird abgesägt. Die Auskleidung wird gisternummer darf nur erfolgen, wenn die eingesetzten Mate-
an einem Ende der Rohrhalbschale durchtrennt und in die rialien den Festlegungen dieser Norm in allen Teilen entspre-
Spannvorrichtung einer Zugprüfmaschine eingespannt. Die chen und der Hersteller dieses durch einen Prüfbericht eines
Rohrhalbschale wird in der anderen Spannvorrichtung befe- DVGW-Prüflaboratoriums nachgewiesen und aufgrund eines
stigt. Eine Umlenkrolle (Durchmesser 10 mm) in der Rohr- Antrages eine Registernummer erhalten hat. Die Registrie-
achse sorgt dafür, daß die sich abschälende Auskleidung rung erfolgt nach Maßgabe der DVGW-Geschäftsordnung.
Seite 7
DIN 30658-1 : 1998-01

Maße in Millimeter

Bild 1: Gußrohr DN 100 nach 6.5.1.1


Seite 8
DIN 30658-1 : 1998-01

Maße in Millimeter

Bild 2: Stahlrohr DN 150 nach 6.5.1.2


Seite 9
DIN 30658-1 : 1998-01

Maße in Millimeter

Bild 3: Gußrohr DN 100 nach 6.5.1.4 Bild 4: Gußrohr DN 100 nach 6.5.1.5
Seite 10
DIN 30658-1 : 1998-01

Bild 5: Prüfvorrichtung zur Bestimmung des Schälwiderstandes nach 6.5.2.9


Seite 11
DIN 30658-1 : 1998-01

Anhang A (informativ)
Erläuterungen

DIN 30658 : 1987-12 “Mittel zum nachträglichen Abdichten der Leitung anzuheben. Dies ist für Leitungen, die mit Folien-
von Verbindungen erdverlegter Gasleitungen ” (siehe auch schläuchen nach dieser Norm ausgekleidet wurden, bis zu
Vorwort) geht, wie es im Titel der Norm bereits zum Ausdruck einem Betriebsüberdruck von 0,1 bar zulässig, wenn die
gebracht wird, von der Abdichtung einzelner undichter Rohr- Leitungen für diesen Druck zugelassen sind. Analoges gilt für
verbindungen – primär von Stemmuffen-Verbindungen – aus. Auskleidungen mit Gewebeschläuchen für einen Betriebs-
Hierzu werden sowohl Abdichtungen von außen wie von überdruck bis 4 bar.
innen eingesetzt. Die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Gas-
In den vergangenen Jahren sind neue Verfahren entwickelt versorgung von Tarifkunden (AVBGasV), einer Rechtsverord-
worden, bei denen längere Rohrleitungsabschnitte (bis zu nung aufgrund des Energiewirtschaftsgesetzes, bildet die
einigen 100 m) nach gründlicher Reinigung durch Einkleben Vertragsgrundlage zwischen den örtlichen Gasversorgungs-
von Folien- und Gewebeschläuchen abgedichtet werden. Da- unternehmen (GVU) und den Gasabnehmern. In § 12 (4) –
her ist bei diesen Abdichtverfahren nicht nur die Abdichtung Kundenanlage – ist festgelegt, daß nur Materialien und Gas-
undichter Muffenverbindungen zu prüfen, sondern auch die verbrauchseinrichtungen verwendet werden, die entspre-
Wiedereinbindung bestehender Abgänge sowie die Erstel- chend den anerkannten Regeln der Technik hergestellt sind.
lung neuer Hausanschlüsse. In beiden Fällen wird die Aus- Es wird in § 12 (4) darüber hinaus ausdrücklich festgestellt,
kleidung durchstoßen, ohne daß an benachbarten ehemals daß durch das DVGW-Prüfzeichen der Nachweis für die Erfül-
undichten Verbindungen erneut Gas austreten darf. lung dieser Voraussetzungen erbracht wird.
Die Schläuche sollten vom Hersteller so dimensioniert sein,
daß sie in der Lage sind, sich den Durchmessertoleranzen Die Verwendung des DIN-DVGW-Prüfzeichens bzw. DVGW-
der Rohre innerhalb des zu sanierenden Leitungsabschnittes Prüfzeichens läßt erkennen, daß diese Materialien von einem
anzupassen. DVGW-Prüflaboratorium nach den anerkannten Regeln der
Die Gewebeschläuche sollten auch in der Lage sein, Rohr- Technik geprüft worden sind. Es darf daher davon ausgegan-
brüche sanierter Graugußleitungen ohne Verletzung zu über- gen werden, daß von den Aufsichtsbehörden die gesetzlichen
stehen. Diese Anforderung wird bei Folienschläuchen nicht Bestimmungen als erfüllt angesehen werden, wenn Materia-
gestellt. lien und Gasgeräte mit dem DIN-DVGW-Prüfzeichen bzw.
DVGW-Prüfzeichen gekennzeichnet sind.
Die äußere Festigkeit sollte durch das Rohr sichergestellt
werden. Daher ist bei Stahlleitungen, bei denen in der Regel Das Prüfzeichen wird nach Maßgabe der DVGW-Geschäfts-
Korrosionsschäden durch das Auskleiden abgedichtet wer- ordnung erteilt. Die Verwendung des DIN-DVGW-Prüfzei-
den, nur von einer Verlängerung der Nutzungsdauer um die chens darf nur vorgenommen werden, wenn das Folien- bzw.
halbe Zeitspanne der bis zur Auskleidung verstrichenen Nut- Gewebeschlauchreliningverfahren den Festlegungen dieser
zungsdauer auszugehen, wenn nicht eine weitere Korrosion Norm in allen Teilen entspricht, der Hersteller dies durch
z. B. durch kathodischen Korrosionsschutz unterbunden wird. einen Prüfbericht eines DVGW-Prüflaboratoriums nachgewie-
In vielen Fällen wird aus versorgungstechnischen Gründen sen und aufgrund eines Antrages eine Registriernummer er-
angestrebt, nach erfolgter Sanierung den Betriebsüberdruck halten hat.