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Tutorial zum Dippen mit "Splash-on"-Technik

mit dem Army Painter:


BENÖTIGTE MATERIALEN:
- natürlich die Miniaturen (mit allem, was für deren Zusammenbau und die Basegestaltung erforderlich ist)
- mattes Grundierungsspray entweder in Weiss oder in der gewünschten Grundfarbe (z. B. die von
The Army Painter angebotenen). Schwarzes Grundierungsspray ist für die Verwendung des Army Painters
eher nicht zu empfehlen.
- die benötigten Grundfarben für die Bemalung der Minaturen
- die erforderlichen Pinsel für die Grundbemalung
- einen relativ grossen Pinsel für das Auftragen des Army Painters
(sogenannte "Splash-On"-Methode - siehe unten)
- einen guten Pinselreiniger (z. B. Nitroverdünnung oder Terpentin) in einem wiederverschließbaren
Behältnis - z. B. ausgewaschenes Gurkenglas mit Schraubverschluß
- Einmalhandschuhe (sog. "Aidshandschuhe")
- eine grosse Abstellfläche (z. B. ein grosses Stück dicker Karton), auf dem die gedippten Miniaturen
über Nacht trocknen können
- Mattlackspray (ich emfpehle das von The Army Painter)
- sowie den Army Painter an sich. Grundsätzlich empfehle ich entweder den "Strong Tone" oder den
"Dark Tone Army" Painter. Mit dem ganz hellen habe ich bislang auch bei sehr hellen Flächen keine
schönen Kontrast-Ergebnisse erzielt.

ZUSAMMENBAU:
Das A und O für ein gutes Endergebnis beginnt schon beim Zusammenbau der Miniaturen.
Diese sollten bereits vor dem Zusammenbau - egal ob aus Plastik oder Zinn - sauberst und gründlichst
entgratet werden. Dies ist noch wichtiger als bei "normaler" Bemalung, denn nicht entfernte Gussgrate
rächen sich später, da sich der Army Painter entlang der Grate sammelt und diese dann extrem negativ
auffallen. Waffenmündungen bereits jetzt aufbohren. Ebenfalls schon beim Zusammenbau soll die Basegestaltung
vorgenommen werden (also Sand/Steinchen aufkleben, Acrylformmasse etc.). Einzige Ausnahmen hierbei
bilden statisches Gras und Kunstschnee, diese sollten wirklich erst nach der Mattlackierung
aufgeklebt/aufgebracht werden.
GRUNDIERUNG:
Nachdem die Miniaturen fertig zusammengebaut und gebased sind, geht´s an´s Grundieren.

Der Cybotarm wurde fixiert, um von allen Seiten gut sprayen zu können:

Idealerweise verwendet man ein Mattlackspray im gewünschten Grundfarbton (also z. B. Rot


für Blood Angels oder Blau für Ultramarines). Auch hierfür gibt´s eine tolle Auswahl bei The Army Painter,
jedoch bestimmt auch im Baumarkt. Der Vorteil bei den farbigen Grundierungssprays von
The Army Painter ist jedoch der, daß diese den meisten "klassischen" Farbwahlen entsprechen
und man nicht erst ausprobieren muss, ob der Farbton dem gewählten Farbschema auch wirklich
entspricht. Spraygrundierung sollte man zum Schutz vor dem gesundheitsschädlichen
Aerosol grundsätzlich nur im Freien anwenden, wenn das aber nicht geht, dann zumindest nur in gut
gelüfteten Räumen. Die Miniaturen gleichmäßig und deckend ansprühen aus einer Entfernung von
ca. 25 - 30 cm. Lieber mehrere dünne Schichten auftragen und diese zwischendurch gut durchtrocknen
lassen. So vermeidet man Farbnasen (also herunterlaufende Tropfen zu dick aufgetragener Farbe) und
das Zudecken feiner Details mit zuviel Farbe. Anschließend gut durchtrocknen lassen, am besten
ein paar Stunden im Freien, damit sich die Lösungsmittel verflüchtigen können.

Bei dem Cybotarm (grundiert mit Army Green) sieht das dann so aus:
Die Waffenservitoren sind mit neutralem Grau grundiert worden:

GRUNDBEMALUNG:
Bei der Wahl der Grundbemalung gilt es zu wissen, daß die Farbe durch den Army Painter später ein wenig
dunkler wirkt als normal. Man sollte somit eher zur helleren Farbe greifen (also z. B. Shining Gold für
goldfarbene Flächen). Die grundierten Miniaturen können nun im Prinzip des "Fließbandes" recht zügig
grundbemalt werden. Das bedeutet, wenn man z. B. eine Einheit aus 10 Modellen hat, dann malt man
zuerst bei allen Modellen alle Flächen einer Farbe durch, dann die nächste Farbe usw. (also z. B. alle
Schulterpanzerränder (und Flächen welche dieselbe Farbe haben sollen), dann alle Gesichter und Hände,
dann alles was gold sein soll u.s.w., eben alles, was eine andere Farbe als die Grundierung haben soll.
Hier reicht eine saubere, deckende Farbschicht. Bei den Rändern, also den Grenzen der einzelnen Farben
sollte man zwar sauber arbeiten, kleine Fehler sind aber nicht so schlimm, da der Army Painter solche in den
Kanten, Falten etc. überdecken wird. Wenn die einzelnen Flächen der Modelle jeweils die richtige
Grundbemalung bekommen haben, kann man noch, wenn man möchte, Highlights hinzufügen. Dies ist
nicht unbedingt notwendig, da später durch die Verwendung des Mattlacksprays bei den mit
Army Painter bepinselten Flächen ein gewisser Aufhellungs- und somit Highlighteffekt an den Kanten
entsteht. Aber insbesondere bei sehr dunklen Grundfarben oder schwarzen Flächen kann zusätzliches
Highlighten erforderlich sein. Hierzu einfach mit einer wesentlich helleren Abmischung der jeweiligen
Grundfarbe (also z. B. Hellgrau für schwarze Flächen) die Kanten mit einem feinen Pinsel trockenbürsten,
je nach gewünschtem Ergebnis mehr oder weniger. Zum Schluss noch das Base in der gewünschten
Grundfarbe bemalen (also z. B. braun für Erde oder grau für Asche/Stadtkampf).
Decals/Abziehbilder noch nicht aufkleben!

Bei unseren Beispielminiaturen sieht das so aus:

DER AUFTRAG DES ARMY PAINTERS:


Wichtig ist, alles vorzubereiten, was man benötigt, da das Aufpinseln des Army Painters relativ zügig
erfolgen sollte.
Auch hierfür darf man nur im Freien oder in gut gelüfteten Räumen arbeiten, da auch
die Dämpfe des Army Painters nicht unbedingt gesund sind. Einmalhandschuhe überziehen
und nun die Miniaturen eine nach der anderen gleichmäßig und flächendeckend mit dem Army
Painter bepinseln.
Hierbei darauf achten, daß man nicht zuviel aufträgt, und zuviel aufgetragenen
Painter mit einem separaten Pinsel gleich wieder "absaugen" sollte, um spätere Farbnasen- (also
Tropfen-)bildung zu verhindern. Danach die Miniaturen auf der Abstellfläche (z. B. dem o. g.
Kartonstück) abstellen. Der Painter läuft während der Trocknungsphase sehr sehr langsam und gleichmäßig
in die Vertiefungen der Miniatur und an glatten Flächen nach unten. Insofern empfiehlt es sich,
nach ca. 1 Minute die Miniaturen nochmal zu begutachten und zu überprüfen, ob sich an unten
gelegenen Stellen Farbnasen gebildet haben. Diese ebenfalls vorsichtig mit einem Pinsel abnehmen.
Bei unseren Beispielminiaturen sieht das dann so aus:
Die verwendeten Pinsel SOFORT gut mit Pinselreiniger (ja, das gifitge Zeug!) und auch unbedingt
an der frischen Luft gut reinigen! Dann die Miniaturen mindestens 24 Stunden, besser 48 Stunden
gut durchtrocknen lassen, möglichst an einem windstillen Platz im Freien.

ABSCHLIEßENDE ARBEITEN:
Nun noch das Base fertig bemalen (i. d. R. trockenbürsten in helleren Abmischungen der
Base-Grundfarbe), dann noch dem Baserand in der gewünschten Farbe bemalen. Soweit erforderlich,
Abziehbilder/Decals aufbringen.
LACKIERUNG:
Normalerweise ist keine weitere Lackschicht erforderlich, da der Army Painter auch gleichzeitig versiegelt.
Wem jedoch der Glanz des Painters nicht gefällt, der kann noch mit Sprühmattlack nachlackieren.
Vorteil: zusätzlicher Schutz und durch den Mattlack wirken die Kanten heller als die Flächen, somit entsteht
ein gewisser Highlight-Effekt. Der Mattlack wird ebenfalls im Freien aufgesprüht, ebenfalls mit
mindestens 25 cm Abstand vom Modell und nur soviel, bis man den gewünschten Effekt erzielt hat.
Dann nochmal über Nacht trocknen lassen, fertig:
Anschauliche Viedo-Tutorials gibt es mittlerweile auch auf der Homepage
http://www.thearmypainter.com/