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Albert Fitzgerald Upton Derby

Eishöhlenforscher [Feldforscher] Fachgebiete: Glaziologie, Speleologie, Paläontologie

Familie
*1897. Im Jahr 1933 ist Albert 36 Jahre alt. Sprößling zweier
alteingesessener Arkham-Familien mit Wurzeln aus Salem: die Uptons
und die Derbys.
Vater: Prof. Winslow Upton (1853 – 1914) –
Astronom, Meteorologe, Ingenieur. Nahm am US Lake
Survey teil, war Mathematiker der US Navy, und
nahm an mehreren staatlichen und privaten
Expeditionen zu Sonnenfinsternissen teil. War 1897 in
Peru stationiert (Arequipa).
https://en.wikipedia.org/wiki/Winslow_Upton
Mutter: Cornelia Augusta Derby (60 Jahre alt, geb. 1873) – Philantropin,
Mitglied der Arkham Historical Society
Jüngere Schwester: Phoebe Upton Derby (Persönliche Assistentin von Prof. Moore)
Älterer Bruder: Woodrow Upton Derby, 1 Jahr älter. Wurde wie der Vater Meteorologe. Im
April 1923 bei einer Wanderung für meteorologische Messungen in der Sierra Nevada
(Kalifornien) nach einem Wetterwechsel verschollen, samt seinem Ex-Kommilitonen und
Freund Matthew Barding Spencer.

Kindheit und Jugend


Albert wurde geboren, als die wilderen Jahre seines Vaters gerade zu Ende gingen. Schon als
kleines Kind ging es in seinem Hause sehr häufig um die großen Taten und Expeditionen des
Vaters; Er sah Bilder unglaublicher Gebirge, auf Fotopapier gebannte seltsame
Sonnenphänomene, fremdartige Mitbringsel aus fernen Kulturen, und bemerkte schnell,
dass alle Welt seinem großen, weißbärtigen Vater dafür großen Respekt zollte. Dass Albert
sein Nachfolger werden sollte, schien auch für den übergroßen Vater außer Frage zu stehen.
Von einer Expedition brachte der Vater ihm ein ganz besonderes Andenken mit: Eine
Knochenflöte, die ein Eingeborener in einer Eishöhle in den Anden entdeckt hatte.
Gearbeitet ist sie offenbar aus dem langen Hauzahn eines ausgestorbenen Säbelzahntigers.
Albert hat nie gelernt, gut darauf zu spielen, sie klingt auch sehr schräg. Aber sie ist sein
wichtigstes Andenken an seinen Vater. Der starb, als Albert gerade einmal 17 war (was daran
lag, dass Alberts Vater 20 Jahre älter war als Alberts Mutter).
Seine kleine Schwester Phoebe ist zu dem Zeitpunkt erst zarte 7 Jahre alt, es liegt wohl auch
daran, dass Albert Phoebe immer meint, beschützen zu müssen. Allerdings stellte sich später
heraus, dass Phoebe viel vernünftiger wurde als Albert – was wiederum dazu führte, dass es
oft sie war, die ihn beschützen wollte (vor sich selbst, oder vor Spott und Schelte der
Familie).

Traumzeit und Wandel


Bald, nachdem der Vater verstorben war, begann Albert, sehr lebhaft und „echt“ zu
träumen. An Details erinnert er sich heute kaum noch, doch er weiß, dass er auf der Suche
nach dem Vater Berge und Täler in fremden Ländern durchstreifte. Er hatte in den Träumen
oft überirdische Kräfte, durchquerte eisige Bäche, bezwang Felswände, lief viele Meilen
durchs Gelände, und drang tief in Gletscherspalten und Höhlen ein – fast immer allein, nur
selten mit den Geschwistern oder Freunden. Heute erinnert er fast nur noch den einen
Traum im Detail; Den Traum, der so real war und so schrecklich, dass er fast alles andere
auslöschte. Tief in einer Eishöhle in einem unbekannten Bergmassiv war er im Traum auf ein
Monster gestoßen. Keinen Drachen, wie in den Märchen und Legenden, sondern
…ein hässliches, schwarzes Wesen mit der schwammigen, öligen Haut von Walfischen. Es
trug abstoßende Hörner, die sich nach innen bogen. Der Schlag seiner Fledermausschwingen
war völlig lautlos. Die knotigen Klauen griffen blitzschnell zu, während die stacheligen
Schwänze abrupt und bedrohlich umherpeitschten. Und was das Schlimmste war: Es sprach,
lachte oder lächelte nie, denn es hatte kein Gesicht, um lächeln zu können, bloß eine
andeutende Leere, wo ein Gesicht hätte sein sollen. Alles, was es tat, war greifen, fliegen und
kratzen…1

In dieser Nacht fiel Albert aus dem Bett und verletzte sich am Kopf. Er soll nach Angaben der
Mutter noch fast eine Stunde lang gezittert und sich gewunden haben. Seit diesem Tag ist
Albert manchmal unterschwellig verwirrt, ohne es zu bemerken. [Mythos Package: +11%
Mythos-Wissen, max. STA -11%]
Dies führt zu normalerweise harmlosen „Kurzschlüssen“ in seinem Gehirn. Während er an
eine bestimmte Sache denkt, taucht wie ein kurzer Blitz plötzlich ein Bild von etwas völlig
anderem in seinem Kopf auf, eine Szene, ein Wort von wo ganz anders her. Das führt oft
dazu, dass mitten in seinen Sätzen Wörter aufpoppen, die dort überhaupt nicht hingehören
– und die er selbst gar nicht bemerkt im Redefluss. Darauf angesprochen, hat er keinerlei
Ahnung, woher dieser Bezug gerade gekommen sein mag. [Hinweis an SL: Das ist bewusst so
angelegt, dass der SL hier auch Worte „einspeisen“ kann, etwa per Zettel oder per Chat]
Universität, Sturm und Drang ins Fantastische
Alberts Karriere beeinträchtigt diese leichte Verwirrung nicht – die wenigsten Menschen
bemerken es überhaupt bewusst. Dennoch entwickelt Albert neben einer erfolgreichen
universitären Laufbahn an der Miskatonic University einige sonderliche Züge. Ohne genau zu
wissen, warum, fühlt er sich in allen Bereichen der Forschung zum Unbekannten hingezogen,
zum Unwahrscheinlichen, manche würden sagen: zum Fantastischen.
Besonders faszinieren Albert zwei Themen aus den Randbereichen der Wissenschaft:

1
HPL: „Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath“
 Tiere und Wesen, für deren Existenz es nur schwache und zweifelhafte Belege gibt
(Folklore, Legenden, Augenzeugenberichte, Fußspuren, verschwommene Fotos).
Unter diesen „Kryptiden“ sind etwa der amerikanische Bigfoot, der Yeti im Himalaja
und der aufrecht gehende Orang Pendek auf Sumatra.
 Theorien darüber, woher diese Wesen kommen könnten, und wo sie sich vor der
Menschheit verborgen halten, darunter besonders die Theorie der Hohlen Erde.
Shambala und die Hohle Erde
Die Hollow Earth Theory macht für Albert Sinn, weil sie so viele Rätsel der Welt erklärt, und
vielleicht auch seinen wundersamen Traum. Sie wurde bis Mitte des 19. Jh. stark von John
Symmes und J.N. Reynolds vertreten. Reynolds war selbst Forscher und großer Fürsprecher
von Expeditionen. Sein Werk beeinflusste Melvilles „Moby Dick“ und Poes „Gordon Pym“.
Poe soll bei seinem mysteriösen Tod sogar am Totenbett noch Reynolds Namen geröchelt
haben.
Das Modell der hohlen Erde besagt, man gelange durch Öffnungen an den Polen zu einem
warmen Gebiet im Erdinnern. Fast alle Wissenschaftler sind inzwischen davon überzeugt,
dass diese Idee falsch ist. Die Existenz eines festen, heißen Erdkerns ist 1933 jedoch noch
nicht endgültig bewiesen. [erst 1936 durch die Dänin Inge Lehmann]
Da es Albert nicht gelang, eine eigene Expedition zu einem der Pole zu finanzieren, verlegte
er sich auf die Suche nach Shambala. Laut der buddhistischen Lehre ist dies ein tief
verborgenes Paradies und das geistige Zentrum der Erde. Er vermutet den Zugang dazu in
den Eishöhlen des Himalaja – dort müssen auch die Verstecke des Schneemenschen liegen.
Helena Blavatsky beschreibt Shambala in ihrem Buch "Die geheime Doktrin". Auch der 1924
erschienene Bestseller "Tiere, Menschen und Götter" von Dr. Ferdinand Ossendowski
fasziniert Albert. Dort berichtet er über „Das unterirdische Königreich". Zu seinem Vorbild
wird der Tibetforscher Nicholas Roerich, Russe in US-Diensten, der jahrelang mit seiner Frau
Shambala suchte, und 1929 für den Nobelpreis nominiert wurde.
Verbirgt Gott die letzten Geheimnisse seiner Schöpfung vor dem gemeinen Volk? Muss erst
ein hart arbeitender Auserwählter kommen, um diese Terra Incognita mit ihren Wundern zu
entdecken? Leider muss Albert seine glühende Begeisterung für diese Themen lernen, genau
zu kanalisieren. Im falschen Augenblick erwähnt, führen solche Ansichten zu Spott. Daher
wirkt er oft zugeknöpft und spricht etwas gequält gepresst. Sobald er aber Interessierte
findet, führt seine Begeisterung manchmal dazu, dass er mögliche Förderer überzeugt. So
konnte er bislang zwei Expeditionen finanzieren, eine in die Rocky Mountains, und eine in
den Himalaja.
Um sich selbst und andere von diesen sonderlichen Seiten seines Charakters abzulenken,
widmete sich Albert schon an der Universität sehr stark dem Sport. Er tritt dem Ruderclub
bei und trainiert eisern in der noch recht neuen Disziplin des „Marathonlaufes“. Bald hat er
sich eine erstaunliche Kondition erarbeitet [KO 80], die ihm auch für seine geplanten
Expeditionen in Berge und Höhlen hilfreich sein soll.

 Akademischer Freund und Mentor: Nobelpreisträger Nicolas Roerich, den er in seinem


„Himalayan Research Institute“ in Indien besucht hat.
 Akademischer Feind: Der inzwischen greise britische Geologe Richard Dixon Oldham,
der seit 1906 behauptet, die Erde habe einen festen Kern. Er attackiert jede von
Alberts Aufsätzen zu dem Thema.
 Akademischer Feind: Prof. Nathaniel P. Dexter von der Miskatonic University, ein
hinterhältiger und besserwisserischer junger Zoologe.
Alberts Zeit und Geist ist von seinen Leidenschaften dermaßen eingenommen, dass er sich
kaum für Frauen interessiert und bis heute nur kurze, oberflächliche Liebschaften
eingegangen ist. Das missfällt seiner Mutter, die auch sonst wenig begeistert ist davon, dass
Albert schon so viel Geld der Familie für „unsinnige“ Forschungen ausgegeben hat. Auch
seine geliebte kleine Schwester hat er zwischendurch jahrelang nicht gesehen oder auch nur
kontaktiert, als er auf seinen Reisen war.