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INGENIEURBÜRO FÜR QUALITÄT IN DER


SCHWEISSTECHNIK

Ausführung von Stahltragwerken


nach DIN EN 1090-2
Mechanisches Verbinden

Vortrag am 19.10.2017
DVS®-BV Südwestfalen
bbz Arnsberg
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Inhalt des Vortrages


• Vorstellung des Referenten
• Warum interessiert sich die DIN EN 1090 für das mechanische
Verbinden?
• Welche Material-Nachweise sind notwendig?
• Welche Arten von mechanischem Verbindungen sind nach
DIN EN 1090 von Interesse?
• Einschränkungen und Erweiterungen durch nationale
Vorgaben.
• Wie wird geprüft?
• Muss ein Montagebetrieb zertifizieren sein?
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Zur Person
 Name: Andreas Otte
 Jahrgang 1964, verheiratet, 1 Tochter
 Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der PHB Weserhütte AG
in Bad Oeynhausen
 Studium an der Fachhochschule Bielefeld, Fachrichtung
Maschinenbau
 Zusatzausbildung zum Schweißfachingenieur an der SLV Hannover
 Mehrjährige Tätigkeit im Stahl- und Metallbau, teilweise als
verantwortlicher Schweißfachingenieur
 Von 1998 bis 2013 Leiter der anerkannten Stelle bei der
Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld
 Vom Juli 2013 bis Juni 2016 - Leiter der Zertifizierungsstelle DIN
EN 1090 bei ZDH-ZERT
 Seit dem 01.07.2016 Selbstständig im Ingenieurbüro
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Mechanisches Verbinden
Ziel der DIN EN 1090 ist es, dass Tragwerke aus Stahl oder Aluminium hergestellt
werden, die ihre Standsicherheit gewährleisten, für die sie ausgelegt und berechnet
worden sind.

Hierzu hat der Hersteller Verfahren anzuwenden, die als sicher gelten, solange er die
Regeln einhält.

Diese Regeln der Technik sind in Normen beschrieben. Werden diese nicht befolgt, so
gilt ein Tragwerk als nicht normgerecht hergestellt und damit als nicht standsicher. Die
Verwendung des Tragwerkes ist somit nicht zulässig, es ist nachzubessern oder
rückzubauen.

Die Verbindung zwischen zwei Bauteilen oder die Verbindung zwischen einem Bauteil
und einem anderen Konstruktionswerkstoff (Beton, Mauerwerk, usw.) ist ein Faktor,
der die Standsicherheit beeinflusst.
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Prüfbescheinigung nach Tabelle 1 der DIN EN 1090-2


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Prüfbescheinigung
DIN EN 10204

Schrauben bzw. Dübel für den Stahlbau verfügen über harmonisierte


Produktnormen bzw. über eine europäische technische Zulassung und tragen das
CE-Zeichen nach der europäischen Bauproduktenverordnung. Der
Schraubenhersteller erstellt hierfür eine Leistungserklärung.
Somit steht dem Hersteller von Stahltragwerken doch eine Bescheinigung
(Leistungserklärung) des Schraubenherstellers zur Verfügung, in der dieser die
Erfüllung der Anforderungen bestätigt.
Da an Schrauben nicht geschweißt werden darf, interessiert eine chemische Analyse überhaupt nicht.
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Verbindungsarten

Einsatz von Schraubengarnituren Niete Dübel Befestigung


dünnwandiger
Bauteile
nicht planmäßig planmäßig
vorgespannte vorgespannte
Schrauben Schrauben

Grundlage für die Berechnung der mechanischen Verbindungen im Bereich der


Stahltragwerke ist die DIN EN 1993-1-8 (Anschlüsse) und für die Ausführung gilt die
DIN EN 1090-2.
Für die Berechnung von Aluminiumtragwerke gelten die entsprechende Teile der DIN
EN 1999-1-1 und für die Ausführung die DIN EN 1090-3.
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Das Verbinden dünnwandiger Bauteile (z.B. Trapezbleche) mit dem


Stahltragwerk soll hier nur kurz erwähnt werden. Da hier in der Regel keine
Kräfte übertragen werden, sind diese für die weitere Betrachtung nicht von
Bedeutung.

Ändern wird sich dies mit der Einführung von DIN EN 1090-4 und -5, die die
Verwendung von dünnwandigen Bauteilen als tragende bzw. aussteifende
Elemente berücksichtigt.
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Niete
Das Nieten von Stahltragwerken ist nicht mehr wirtschaftlich und wird darum nicht
mehr in der Fertigung angewendet.

Lediglich in ganz speziellen Fällen und bei Restaurierungen von Tragwerken kann
das Nieten noch zum Einsatz kommen.

An dieser Stelle wird auf eine ausführliche Präsentation verzichtet.


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Schraubengarnituren

Schraubengarnituren bestehen aus Komponenten, also Schraube, Mutter und


Scheibe(n), von ein und demselben Schraubenhersteller.

Nach DIN EN 1993-1-8 sind folgende Festigkeitsklassen in Europa zugelassen:


Schraubenfestigkeitsklasse 4.6 4.8 5.6 5.8 6.8 8.8 10.9
yb [N/mm²]Streckgrenze 240 320 300 480 480 640 900
ub [N/mm²]Zugfestigkeit 400 400 500 500 600 800 1000

Nach dem nationalen Anwendungsdokument DIN EN 1993-1-8/NA sind die


Festigkeitsklassen 4.8, 5.8 und 6.8 nicht in Deutschland zugelassen.
Grund: Mangelndes Dehnungsvermögen.
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Kategorien von Schraubverbindungen

Kategorie A: Scher-/Lochleibungsverbindung (SL-Verbindung)

Bei dieser Art der Schraubverbindung geht der


Konstrukteur vom Abscheren des
Schraubenquerschnittes aus.
Dabei muss die Flächenpressung zwischen der
Schraube und der Bohrung innerhalb zulässiger
Grenzen bleiben.

MERKE: Je größer die Bohrung desto kleiner wird die Fläche und
desto größer ist die Flächenpressung. Aus diesem Grund ist der
Bohrungsdurchmesser wichtig.
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Kategorien von Schraubverbindungen

Kategorie B oder C: Scher-/Lochleibungsverbindung mit Vorspannung


(SLV-Verbindung)
Gleitfeste-Verbindung (GV-Verbindung)

Bei dieser Art der Schraubverbindungen werden


die Schrauben vorgespannt, d.h. mit einer
definierten Vorspannkraft versehen. Es kommen
Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 und 10.9
zum Einsatz.
Während bei der SLV-Verbindung die
Vorspannung lediglich das Lösen der Mutter
verhindern soll, werden bei der GV-Verbindung
auch Kräfte über die Gleitebene zwischen den
Blechen rechnerisch berücksichtigt.
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Kategorien von Schraubverbindungen

Kategorie D: zugbeanspruchte Schraubverbindung

Bei dieser Art der Schraubverbindungen geht der


Konstrukteur von einer reinen Zugbeanspruchung
aus, wie sie z.B. in Zugstäben auftreten.

Das dies oft ein Wunschdenken


ist, soll diese Zeichnung
verdeutlichen.

 zugbeanspruchter Plattenstoß
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Kategorien von Schraubverbindungen

Kategorie E: zugbeanspruchte vorgespannte Schraubverbindung

Bei dieser Art der Schraubverbindungen geht der


Konstrukteur von einer dynamischen
Zugbeanspruchung aus. Es sind nur Schrauben
der Festigkeitsklasse 8.8 und 10.9 zugelassen.
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Verschiedene Schraubenarten

Zu den in EN 1090-2 erlaubten Schraubengarnituren zählen:


Bezeichnung Kategorie Norm Festigkeits- Mutter Scheibe Prüfung und
klasse Kennzeichnung
Stahlbau- A DIN 7990 4.6 ISO 4032 DIN 7989-1 DIN EN 15048-1; -2
schraube (Scher/Loch- ISO 4014 5.6 ISO 4033 DIN 7989-2 Konformität CE
leibung) ISO 4016 ISO 4034 DIN 34820 Kennzeichnung: SB
D ISO 4017 (FK 4/5) ISO 7089
(zugbelastet, ISO 7090
Stahlbau- DIN 7968 5.6
vorwiegend ISO 7091
Passschraube
ruhend) (100 HV)
HV- Schraube A/D EN 14399-4 10.9 EN 14399-4 EN 14399-6 DIN EN 14399-1; -2
B Konformität: CE
HV- Gleitfest-GdG EN 14399-8
Passschraube C
Gleitfest – GdT
HR- (Senk) EN 14399-3 8.8 EN 14399-3 EN 14399-5
E
Schraube EN 14399-7 10.9 EN 14399-7 EN 14399-9
zugbelastet
HRC- (Erdbeben/ EN 14399-10 EN 14399-10
Schraube Ermüdung)
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Schraubenarten
Nicht vorgespannte Stahlbauschraube (DIN 7990)

Schraubverbindungen die nicht vorgespannt sind


(Kategorie A und D) können mit Schrauben der
Festigkeitsklassen 4.6 bis 10.9 ausgeführt werden.
Sie müssen mindestens „handfest“ angezogen werden.
Das bedeutet:
Zwischen Schraubenkopf, Mutter sowie zwischen den Blechen darf keine klaffende
Fuge sein. Ausnahme sind Fälle, in denen im mittleren Bereich ein Anliegen erreicht
wird. Bei Blechen  8 mm und Profilquerschnitten darf ein Spalt an den Kanten bis
max. 4 mm verbleiben.

Die Vorspannkräfte bzw. Anziehmomente sind in der EN 1090-2 nicht geregelt. Als
Anhaltswert wird empfohlen 10% der Mindestvorspannkräfte für hochfeste
Schraubengarnituren zu wählen.
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Schraubenarten
Planmäßig vorgespannte Schraubverbindungen
HV- Schrauben (DIN EN 14399-4)
Sowohl national, als auch auf europäischer Ebene
kommen überwiegend Schrauben nach DIN EN 14399
als HV-System zum Einsatz.
HV bedeutet:
Hochfest (Materialeigenschaft) Vorgespannt (Montagezustand der Schraube)
HV-Muttern werden werksseitig mit Molybdän-Sulfid (MoS2) eingeschmiert und
dürfen daher vom Anwender nicht zusätzlich mit Schmierstoff versehen werden.
Hinweis: Veränderungen beim Schmiermittel führen zu Veränderungen bei den
Anziehmomenten. Damit sind die Herstellerangaben nicht mehr verbindlich und eine
Verfahrensprüfung muss den Beweis erbringen, dass das System funktioniert.
Schrauben aus nichtrostendem Stahl dürfen nicht als planmäßig vorgespannte
Schrauben verwendet werden, es sei denn, dass dies vorher vereinbart wurde.
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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen


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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen


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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen


Für Deutschland war nach DIN 18800-7 das bewährte Drehmomentverfahren mit fest
definierten Anziehmoment je Durchmesser festgelegt.

Sofern keine Einschränkungen hinsichtlich der Anwendung vorliegen, kann jedes nach
DIN EN 1090 angegebene Anziehverfahren eingesetzt werden.

 Drehmomentverfahren
 Kombiniertes Vorspannverfahren
 HRC Anziehverfahren
 Verfahren mit direkter Kraftanzeige (DTI)
Vorspannung erfolgt überwiegend durch Drehen der Mutter. Beim Drehen des
Schraubenkopfes ist das Erreichen der planmäßigen Vorspannkraft durch eine
Verfahrensprüfung zum Anziehverhalten mit geeigneter Schmierung nachzuweisen.
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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen
 Drehmomentverfahren

DIN EN 1090-2 in Verbindung mit


DIN EN 1993-1-8 ermöglicht eine
um ca. 11 % höhere Ausnutzung
der Vorspannkraft Fp,C nur bei der
Verwendung von
Schraubengarnituren der Klasse k2.
Die Klasse k2 erfordert für jede
Paarung von Schraube, Mutter und
Scheiben, je Fertigungslos,
individuell ermittelte Anziehmomente. Ein derart hoher Aufwand (hohe Kosten) sind nur
bei besonderen Anwendungsfällen der Kategorie B,C und E vertretbar. Für die am
häufigsten vorkommenden Kategorien A und D kann man auf das im deutschen Anhang
zur EN 1993-1-8 beschriebene modifizierte Drehmomentverfahren mit Fp,C*- Werten
zurückgreifen, welches den bewährtem „alten“ DIN 18800 Drehmomentverfahren
entspricht.
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 Drehmomentverfahren

Somit ergibt sich, dass zu den in DIN EN 1090-2 beschriebenen Verfahren durch den
nationalen Angang in Deutschland zusätzlich das:
 Modifizierte kombinierte Drehwinkelverfahren
 Modifizierte Drehmomentverfahren
 Drehimpulsverfahren gibt.
Während beim modifizierten Drehmomentverfahren das Anziehen der Schrauben-
garnituren im ersten Schritt beliebig gewählt werden kann, muss im zweiten Schritt das
Aufbringen des Drehmomentes unter Verwendung eines Drehmomentschlüssels mit
einer Unsicherheit von weniger als 4% (kalibriert) erfolgen. Hierbei ist ein Ausgleich
von Vorspannverlusten durch Nachziehen zulässig.
Das Drehimpulsverfahren erfolgt mit einem Schlagschrauber, der mit einer etwa 10%
höhere Vorspannkraft eingestellt wird. Dieses gleicht Ungenauigkeiten im Verfahren
aus.
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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen


 Drehmomentverfahren [Tabelle NA.A1 und NA.A.2]
Maße Festigkeitsklasse 8.8 Festigkeitsklasse 10.9
Regel- (Drehimpuls- Aufzubringendes Regel- (Drehimpuls-verfahren) Aufzubringendes
verfahren) Einzustellende
vorspann- Anziehmoment vorspann- Anziehmoment
Einzustellende Vorspannkraft
kraft MA kraft MA
Vorspannkraft FV;DI
Fp,C* Fp,C*
FV;DI kN
kN Nm kN Nm
kN
M12 35 40 70 50 60 100
M16 70 80 170 100 110 250
M20 110 120 300 160 175 450
M22 130 145 450 190 210 650
M24 150 165 600 220 240 800
M27 200 220 900 290 320 1250
M30 245 270 1200 350 390 1650
M36 355 390 2100 510 560 2800
* Muttern mit Molybdänsulfid oder gleichwertigem Schmierstoff behandelt
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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen


 Kombiniertes Vorspannverfahren

Das kombinierte Vorspannverfahren besteht aus zwei Schritten:


1. Schritt: Aufbringen des Voranziehmomentes [Nm]
2. Schritt: Aufbringen des Weiterdrehwinkels nach Tabelle 21

Der Weiterdrehwinkel ist abhängig


von der Klemmlänge und somit indirekt
auch von der Schraubenlänge.
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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen


 Kombiniertes Vorspannverfahren
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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen


 Kombiniertes Vorspannverfahren
Gewinde Voranzieh- Weiterdrehwinkel [°]
moment
[Nm] 60° 90° 120°

Klemm- Schrauben- Klemmlänge Schrauben- Klemmlänge Schrauben-


länge [t] länge [L] [t] länge [L] [t] länge [L]
M12 75 < 24  40 24  t < 72 45  L  85 72  t  120 90  L  95

M16 190 < 32  50 32  t < 96 55  L  115 96  t  160 120  L  130


M20 340 < 40  60 40  t < 120 65  L  140 120  t  200 145  L  155
M22 490 < 44  65 44  t < 132 70  L  155 132  t  220 160  L  165
M24 600 < 48  75 48  t < 144 80  L  170 144  t  240 175  L  195
M27 940 < 54  85 54  t < 162 90  L  190 162  t  270 195  L  200
M30 1240 < 60  90 60  t < 180 95  L  200 180  t  300 --  L  --
M36 2100 < 72  110 72  t < 216 115  L  200 216  t  360 --  L  --
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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen

HRC- Schrauben (DIN EN 14399-10)

ACHTUNG:
Bruchfläche ohne
Korrosionsschutz
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Anziehen und Vorspannen von Schraubverbindungen

DTI- Scheibe (Lastanzeigende Scheibe)


ACHTUNG:
Gefahr von
Spaltkorrosion
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Prüfen und Kennzeichnung von Schrauben


Prüfungen von vorgespannten Schraubverbindungen muss zwischen 12 und 72
Stunden nach dem abschließenden Anziehen erfolgen.
Die Gesamtzahl der in einem Tragwerk zu kontrollierenden Garnituren muss ( beim
Drehmomentverfahren) wie folgt sein:
- EXC 2 => 5%
- EXC 3 und 4 => 10%
Prüfung erfolgt durch Aufbringen des 1,05-fachen Anziehmomentes mittels kalibrierten
Drehmomentschlüssels.
Dreht sich die Schraubenmutter um mehr als 15°, gilt die Verbindung als nicht
ausreichend vorgespannt.
Die zu kontrollierenden Garnituren müssen nach dem Zufallsprinzip ausgewählt
werden und sollten ggf. folgende Parameter erfassen: Anschlussart, Schraubengruppe,
Los, Art und Größe der Verbindungsmittel, verwendete Ausrüstung und die
Arbeitskräfte.
Wird eine nicht ausreichende Vorspannung festgestellt, sind alle Garnituren einer
Schraubengruppe zu prüfen.
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Prüfen und Kennzeichnung von Schrauben


Nach dem Vorspannen der Schraubengarnitur
erfolgt das Kennzeichnen der Garnitur durch
einen wasserunlöslichen Farbstift.

Nach dem Prüfen der Schraubengarnitur erfolgt


das Kennzeichnen durch einen andersfarbigen
wasserunlöslichen Farbstift oder durch das
Kennzeichnen mit einem Kreuz.

Die einheitliche Vorgehensweise ist auf der


Baustelle abzustimmen.
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Dübel
Ein Synonym für viele verschiedene Befestigungsverfahren in Beton oder Mauerwerk.

Befestigungsverfahren im Beton- und Mauerwerksbau

Einlegemontage Nachträgliche Montage

Gewindehülse Bohrmontage Direktmontage


Ankerschiene
Metallspreizdübel
Kopfbolzen Hinterschnittanker Setzbolzen
Beton

Verbunddübel
Sonstige Verbund-Spreizdübel
Verbund- Hinterschnittdübel
Betonschraube
Kunststoffdübel
Mauer-
werk

Injektionsdübel
Gasbetondübel
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Dübel
Die Befestigung in Beton oder Mauerwerk bedarf ebenso einer genauen Planung, wie
auch einer genauen Ausführung.

 Die Art und die Belastung vom Untergrund (z.B. gerissener Beton, Gitterziegel);
 die vom Dübel eingeleiteten Kräfte (z.B. Spreitzkräfte);
 die örtliche Situation (z.B. Randabstände);
 und sogar die klimatischen Bedingungen (Frost, Regen, etc.)
sind wichtige Parameter zur Bestimmung eines geeigneten Befestigungselementes.

All diese Dinge an dieser Stelle vorzustellen und zu erläutern würde den Rahmen
sprengen.

ABER – Eins ist in Hinblick auf die DIN EN 1090 noch wichtig!
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Dübel
Jeder verwendete Dübel im Bereich der tragenden Bauprodukte braucht eine
entsprechende europäische technische Zulassung.
Diese ETA beinhaltet die „Regeln zur Montage“,
die zulässigen abzutragenden Lasten, die
Abstände untereinander und die Randabstände.
Und (vor allem auch) das aufzubringende
Drehmoment für den Dübel.
Ein zu geringes Drehmoment kann das
„Herausrutschen“ des Dübels aus dem Bohrloch
zur Folge haben (zu geringe Spreitzkraft).
Ein zu hohes Drehmoment kann das „Sprengen“
des Befestigungsgrundes zur Folge haben.
Darum sind die erforderlichen Drehmomente
immer mit einem kalibrierten
Drehmomentschlüssel aufzubringen.
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Muss ein Montagebetrieb zertifiziert sein?


Einfache Antwort: NEIN

ABER:
 Wer ein Bauprodukt herstellt oder ein Bauprodukt in Verkehr bringt, muss
zertifiziert sein. D.h. nur der Hersteller selbst oder ein Importeur von
Bauprodukten, die nicht im EU-Binnenmarkt hergestellt werden, muss sein
Bauprodukt EU-konform mit CE-Zeichen kennzeichnen.

 Wer ein bereits CE-gekennzeichnet Bauprodukt montiert bringt dieses nicht in


Verkehr und ist selbst nicht CE-kennzeichnungspflichtig. Somit braucht er auch
nicht zertifiziert sein.

 Trotzdem gilt für den Montagebetrieb, dass er die Vorgaben zur fachgerechten
Montage, wie sie in der DIN EN 1090-2 und -3 beschrieben worden sind,
mindestens erfüllen muss.
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Muss ein Montagebetrieb zertifiziert sein?


Noch etwas schwieriger wird es, wenn man sich dem Thema „Schweißen“ auf der
Baustelle widmet.

Hier galt bis zu Letzt, dass der Betrieb, der auf der Baustelle schweißen will, entweder
eine Herstellerqualifikation nach DIN 18800-7 oder ein Schweißzertifikat nach DIN EN
1090 besitzen muss.

Da es die DIN 18800-7 nicht mehr gibt, bleibt nur die zweite Alternative.

Da zu befürchten ist, dass in der Überarbeitung der DIN EN 1090-1 zukünftig auch
noch das Schweißzertifikat entfällt, wird es noch spannend, was die deutschen
Bauaufsichten zukünftig fordern werden.

MÖGLICHERWEISE: Ein Zertifikat nach DIN EN ISO 3834 von einer akkreditierten
Stelle.
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VIELEN DANK FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT.

Für Fragen stehe ich nun gerne zur Verfügung.