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angelsport

-angeln.de

... unterwegs in Sachen Angeln

back to the roots


Von thomas abicht

Inmitten der dolce vita Münchens und dem eher


sauer riechenden Erbrochenen mancher
Oktoberfestler bietet die bajuwarische
Hauptstadt vieles, was dazu einlädt, über
Grundvollzüge – oder: Ursprünge –
nachzusinnen. So entwickelt auch ein von
diffusem Licht, resultierend aus dem
Zusammenwirken von Sonne und Dirndlstoff,
umrahmter weiblicher Unterleib, der am Rande
des Spektakels auf einer Parkbank gelegen war,
seinen ganz eigenen Charme. Hach, da liegt sie
doch, die bayrische Glückseligkeit wie eine
zarte Blüte ausgebreitet im Blickwinkel der
Bavaria. Ich ging dem verlockenden Angebot
nicht weiter nach und machte mich stattdessen
die Kirche. Nichts Ungewöhnliches für einen
Gesellen meiner Zunft; warum ich aber davon
erzähle, das hat seine schlichten Grund darin,
dass an der Pforte zur Augustinerkirche heute
zwei Bronzestatuen – ein mächtiger Keiler und
ein imposanter Waller – Spalier stehen. Die
wieder errichteten Mauern der Basilica
beherbergen seit 1966 das Museum für Jagd
und Fischerei, wobei die Fischerei erst 1982
unter dem maßgeblichen Mitwirken Bernd E.
Egerts hinzu trat. Hiervon möchte ich einen
kleinen Ausschnitt präsentieren.

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Auf 3000m2 und über mehreren Etagen verteilt


erstrecken sich Exponate aus aller Herren
Länder und Zeiten und dokumentieren so
eindrucksvoll die Geschichte und die kulturelle
Relevanz der Jagd und der uns am Herzen
liegenden Angelei. Fließend verlaufen die
Übergänge, so dass die beiderseits bestehende
Verbindung zwischen Jägern und Anglern in der
Natur spürbar zu Tage tritt. Neben den vielen
Präparaten und fossilen Funden waren es vor
allem die Gerätschaften, die mich in den Bann
zogen. Als einzigartig in ihrer Komplexität dürfte
dabei die Hakensammlung gelten. Teils mehrere
DEUTSCHES JAGD- UND
hundert Jahre alte Stücke aus verschiedenen FISCHEREI MUSEUM MÜNCHEN
Metallen, aus Knochen oder Holz, komplettiert
durch Greifer neueren Datums, werden ein- und
mehrteilige Vertreter in den Glasvitrinen zur
Schau gestellt. Auch der große Bereich des
Fliegenfischens und -bindens wird vollends
ausgeschöpft. Hier reiht sich Muster an Muster,
Borfach an Vorfach. Es ist leicht, sich ein Bild
darüber zu machen, welchen Entwicklergeist
Angler weltweit angestrengten, wenn man
beispielsweise anhand der Ruten eine Linie Positiv:
ziehen möchte: Von der Handangel und den + Fairer Preis.
Pfefferrohruten, die allmählich von den +
+
Besucherfreundlich.
Umfangreiche Sammlung,
Gespließten abgelöst wurden bis hin zur ohne überladen zu wirken.
+ Regelmäßige Sonderaus-
Kohlefaser ist alles dabei; unter anderem auch stellungen und Kooperativen mit
anderen Einrichtungen.
eine Rute aus dem Tradionshaus der Hardy
Brothers, die – gebaut 1976 – zur ersten Negativ:
- Eine einheitliche Struktur
Generation überhaupt von Ruten mit wäre wünschenswert.
Kohlefaseranteil gehört. Wenn man bedenkt, ________
Anschrift:
dass es fast 35 Jahre später heute wieder die Deutsches Jagd- und
Firma Hardy ist, die mit der Verwendung der Fischereimuseum München
Neuhauser Straße 2; 80331
Silica Nano Matrix, ein die Kohlefasern München
Im Netz:
unterstützendes Harz, den Rutenbau h t t p : / / w w w. j a g d - f i s c h e r e i -
entscheidend vorantreibt, dann bekommt das museum.de

ausgestellte Angelgerät eine ganz neue


005 DHK 2010
004 DHK 2010
003 DHK 2010
002 DHK 2010
DHK 2010

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Lebendigkeit. Ähnliches ließe sich auch bei den


Rollen ausmachen. Back to the Roots – das
bedeutet eben immer auch, von heute aus
zurückzuschauen.

Das Fliegenfischen und das Binden der


filigranen Köder üben zwar eine gewisse
Präsents aus, doch auch die Breite des
Fischfangs wird ausgeleuchtet. So finden sich
in den gläsernen Kästen ebenso die Utensilien
zu anderen Grundvarianten des Angelns, der
Fischerei mit Forke, Netz und Reuse, aber auch
zur künstlichen Fischzucht. Alte Anglerliteratur,
Bilder und Plastiken unterstreichen zudem in
den überall erkennbaren Wänden des
Sakralbaus die Ehrwürdigkeit unserer
Leidenschaft. Anglerherz, was willst du mehr?

Für höchstens 3,50€ erhält der Besucher


Einblicke in die Vielfältigkeit des Jagens und
Angelns; er erlebt mit allen Sinnen, sei es beim
Befühlen und Beschnuppern von Materialien
oder beim Hören und Sehen von Filmbeiträgen
in der ehemaligen Apsis, die enge Symbiose, die
zwischen beiden Weisen besteht. Viele Spektren
werden angeschnitten und dargestellt. Die
große Anzahl an Leihgaben und Spenden
ermöglicht sicher nicht in jeder Hinsicht
Vollständigkeit, aber sie weisen umso mehr auf
den großen Horizont hin, in dem wir heute
stehen. 3,50€ – dafür ist noch nicht einmal eine
halbe Mass zu erstehen. Wie viel sich die oben
erwähnte Dame ihren animalischen
„Rückschritt“ hat kosten lassen, entzieht sich
meiner Kenntnisse. Doch eines ist mir nun klar:
Extra Bavariam nulla vita, et si vita, non est ita. In
diesem Sinne: Back to the roots.

010 DHK 2010


009 DHK 2010
008 DHK 2010
007 DHK 2010
DHK 2010

010 DHK 2010


009 DHK 2010
008 DHK 2010
007 DHK 2010
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