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12/16/2020 Lebenskunst – Begegnungen am Feiertag 8.12.2020: Ein himmlisches Versicherungspaket - religion.ORF.

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Lebenskunst – Begegnungen am Feiertag 8.12.2020

Ein himmlisches Versicherungspaket


Die 14 Nothelfer/innen | Das jüdische Lichterfest Chanukka | Der
buddhistische Mönch, Schri steller und Lyriker Thich Nhat Hanh | Bibelessay
von Mirja Kutzer

03.12.2020 13.03

Ein himmlisches Versicherungspaket – Die 14


Nothelfer/innen und mehr
Sie versprechen 14 Mal Hilfe in der Not: Für jede missliche Lage, für jedes Problem,
für jede (Corona-)Krise ndet sich eine oder einer. Die christliche Tradition kennt 14
hochspezialisierte „Nothelfer“ und „Nothelferinnen“ für die unterschiedlichsten
Situationen, von Achatius bis Vitus, allesamt Heldinnen und Heilige aus dem
zweiten bis vierten Jahrhundert.

Lebenskunst
Dienstag, 8.12.2020, 7.05 Uhr, Ö1

Bekannte wie die Heilige Barbara haben im Advent ihre Gedenktage, in dem Fall
am 4. Dezember. Doch auch an Maria, die jüdische Frau aus Nazareth und Mutter
des Jesus, wenden sich manche gläubige Menschen gern, wenn sie in Not sind. Sie
gehört zur Reihe der großen Erwählten in der katholischen Kirche: Am 8.
Dezember wird ihrer Erwählung gedacht, wenn ihre Empfängnis im Leib ihrer
Mutter Anna gefeiert wird. Kerstin Tretina begibt sich an dem ihr gewidmeten
Feiertag auf die Spuren unterschiedlichster Perspektiven einer Hilfe „von oben“.

Gar nicht so anders als Weihnachten? – Gedanken


zum jüdischen Lichterfest Chanukka
Sie ist 26 Jahre alt, Österreicherin, in Wien aufgewachsen und sie feiert mitunter
noch mehr Feste als üblicherweise die Mehrheit der Menschen hierzulande: Avia
Seeliger. Derzeit steht Chanukka an, das jüdische Lichterfest, das gemäß dem
jüdischen Mondkalender immer in die Lichterzeit von Advent oder Weihnachten
fällt. Diesmal beginnt Chanukka, übersetzt Tempelweihfest, am Abend des 10.
Dezember und dauert bis zum 18. Dabei erinnern sich Jüdinnen und Juden

https://religion.orf.at/radio/stories/3203307/ 1/3
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weltweit an ein Wunder vor fast 2.200 Jahren, als der Tempel von Jerusalem
zurückerobert und neu eingeweiht werden konnte.

Die studierte Theater-, Film- und Medienwissenscha lerin Avia Seeliger, die auch
immer wieder bei Radio und Fernsehen arbeitet, denkt zurück an ihre Kindheit, als
auf Initiative ihrer Eltern und engagierter Lehrerinnen die Weihnachtsfeier in der
Schule um eine Chanukka-Ecke erweitert wurde. So konnte sie allen erzählen, was
ihre Familie da so macht: „Essen, Geschenke verteilen und noch mehr essen. Also
doch gar nicht so anders als Weihnachten? Oder vielleicht auch gar nicht so anders
wegen Weihnachten? Nur feiern wir eben ohne Weihnachtsbaum oder das
Christkind. Dafür mit einem Kerzenleuchter, dessen Kerzen acht Tage lang – jeden
Tag eine mehr – angezündet werden.“ Begleitet von Chanukkamusik ihrer
Generation erzählt Avia Seeliger auch von den Kreiseln oder Dreideln, die so
mancher und manchem die Augen ö nen können für große und kleine Wunder.

Vater der Achtsamkeit und stiller Erneuerer – Der


buddhistische Mönch, Schri steller und Lyriker
Thich Nhat Hanh
Der 8. Dezember ist freilich nicht nur ein katholischer Feiertag, sondern auch ein
buddhistischer. Der sogenannte Erleuchtungstag oder Bodhi-Tag erinnert an die
Erleuchtung des als Buddha verehrten Siddharta Gautama unter dem „Bodhi-
Baum“, dem „Baum des Erwachens“ im heutigen indischen Bundesstaat Bihar.

Nach Buddha selbst – und nach dem Dalai Lama – ist er der vielleicht bekannteste
Buddhist: der vietnamesische Mönch, Schri steller und Lyriker Thich Nhat Hanh,
der Begründer des sogenannten Engagierten oder Angewandten Buddhismus und
Vater der Achtsamkeit, wie er o genannt wird. Heute blickt er auf ein bewegtes
Leben zurück. Mit seinem Einsatz für den Frieden in seinem Heimatland in den
1960er Jahren wurde er zur Lichtgestalt für spirituell aufgeschlossene Hippies und
für Friedensbewegungen weltweit – und zur persona non grata für die politischen
Verantwortlichen in Vietnam.

Fast vier Jahrzehnte musste er im Exil in Europa leben, insbesondere in Frankreich.


Dort hat er auch in der Nähe von Bordeaux das Praxiszentrum „Plum Village“
etabliert. Seine buddhistische Praxis verbindet spirituelle Übung mit sozialem und
politischem Engagement. Mittlerweile ist der 94-Jährige schwer erkrankt und soll,
wie es heißt, dieses Leben bald verlassen. Kerstin Tretina über einen stillen
Erneuerer und Übersetzer buddhistischer Lehren ins Heute.

Zwischen Hingabe und Selbstbehauptung –


Bibelessay zu Lukas 1,26–38

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Auch wenn es am katholischen Feiertag „Mariä Empfängnis“ oder „Erwählung


Mariens“ um die Empfängnis der Maria von Nazareth im Schoß ihrer Mutter geht,
also um ihre Erwählung von der allerersten Sekunde ihres Lebens an, steht das
„Ave Maria“ auf dem Leseplan der katholischen Kirche: Der Text aus dem
Lukasevangelium erzählt von der Empfängnis ihres Sohnes Jesus. Mirja Kutzer,
Professorin für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der
Universität Kassel, blickt in ihrem Essay zu besagter Bibelstelle auf eine aktive, auf
eine dynamische Maria aus Nazareth, als diese erfährt, dass sie mit Jesus
schwanger ist. Sie hat nicht sofort JA gesagt. Und mag sein, dass ein Engel vor ihr
gekniet ist und sie gebeten hat, sich dem Wirken Gottes zu ö nen.

Bibelessay zu Lukas 1,26–38

Lebenskunst 08.12.2020 zum Nachhören (bis 07.12.2021)


00:06 53:60

Moderation: Brigitte Krautgartner


Redaktion: Doris Appel

Aktuelle Folgen der Lebenskunst


Frühere Folgen der Lebenskunst

https://religion.orf.at/radio/stories/3203307/ 3/3