Sie sind auf Seite 1von 425

Deutsch Aktuell

Top-Thema – Manuskript

Lernen mit YouTube-Videos

Bildung durch YouTube? Laut einer Studie dient die Plattform schon lange
nicht mehr nur der Unterhaltung. Inzwischen nutzt fast die Hälfte der
Schülerinnen und Schüler YouTube-Videos auch zum Lernen.

Eine Studie unter 800 Schülerinnen und Schülern aus Deutschland hat ergeben, dass
die Plattform YouTube sich zu einem Ort der Bildung entwickelt hat. Fast 50 Prozent
der befragten Schülerinnen und Schüler aus Deutschland nutzen Videos auf YouTube
zum Lernen. Der Rat für Kulturelle Bildung, der Auftraggeber der Studie, schließt
daraus: „YouTube ist Leitmedium und digitaler Kulturort von Jugendlichen
geworden.“

Laut Studie nutzen die Schülerinnen und Schüler YouTube bei den Hausaufgaben und
zur Vorbereitung auf Prüfungen. Sie besuchen die Plattform aber auch, um Lernstoff
zu wiederholen, den sie in der Schule nicht verstanden haben. Dabei schätzen sie die
kreative Aufbereitung des Wissens, die oft viel unterhaltsamer ist als in der Schule.

Die Verfasser der Studie fordern, dass diese veränderten Lerngewohnheiten Einfluss
auf die Lehrerausbildung haben müssten. Schülerinnen und Schüler müssten in der
Schule lernen, wie sie mit Videos am besten selbst lernen können. Dabei ist es vor allem
wichtig, die Qualität der Videos zu überprüfen und sie kritisch zu bewerten.

Die Experten sehen in den Ergebnissen der Studie vor allem Chancen. Sie halten
YouTube-Videos für eine neue Form der kulturellen Teilhabe und glauben, dass neue
Bildungswege auch die Qualität von Bildung verbessern könnten. Angesichts nicht
immer guter Bewertungen für das deutsche Schulsystem in nationalen und
internationalen Bildungsvergleichen ist das auch nötig.

Autor/Autorin: Gero Schließ/Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Studie, -n (f.) – hier: die wissenschaftliche Untersuchung zu einem bestimmten Thema

Plattform, -en (f.) – hier: eine Internetseite, auf der Informationen oder Medien
ausgetauscht werden können

etwas ergeben – zum Ergebnis haben

Auftraggeber, -n/Auftraggeberin, -nen – jemand, der jemandem eine Aufgabe gibt


und (meist) dafür bezahlt

aus etwas schließen – aufgrund von Informationen zu einem Ergebnis kommen

Leitmedium, -medien (m./f.) – ein Medium (z. B. eine Zeitung, eine Internetseite),
das viel genutzt wird und das viele für besonders wichtig halten

Lernstoff, -e (m.) – das, was man lernt

etwas schätzen – hier: etwas gut und wichtig finden

kreativ – hier: mit sehr guten, neuen Ideen

Aufbereitung, -en (f.) – hier: die Art, wie etwas dargestellt wird

Verfasser, -in (m./f.) – der Autor; die Autorin

etwas überprüfen – kontrollieren, ob etwas richtig ist oder richtig funktioniert

bewerten – etwas beurteilen; sagen, wie gut oder schlecht etwas ist (Substantiv: die
Bewertung)

Experte, -n/Expertin, -nen – eine Person, die zu einem Thema sehr viel weiß

Teilhabe (f., nur Singular) – hier: die Beteiligung von jemandem an etwas; die
Tatsache, dass jemand dazugehört

angesichts – wenn man daran denkt/berücksichtigt, dass …; im Zusammenhang mit

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Lernen mit YouTube-Videos

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was schätzen die Schülerinnen und Schüler laut der Studie besonders am Lernen
mit YouTube-Videos?
a) die Art, wie die Lerninhalte präsentiert werden
b) die immer hohe Qualität der Videos
c) die Unterhaltung

2. Welche Folgen sollte die Studie nach Meinung der Autoren haben?
a) Die Art, wie junge Menschen den Lehrerberuf erlernen, sollte verändert werden.
b) Schülerinnen und Schüler müssen lernen, wie sie gute von schlechten Videos
unterscheiden können.
c) Wenn Schülerinnen und Schüler mit YouTube-Videos lernen, sollte immer ein
Erwachsener dabei sein.

3. Welche Chancen sehen die Autoren der Studie? Sie glauben, dass durch die Nutzung
von YouTube-Videos …
a) das Schulsystem besser werden könnte.
b) die Lehrerinnen und Lehrer besseren Unterricht machen könnten.
c) mehr Kinder und Jugendliche besser lernen können.

2. Welches Wort passt?


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setz richtig ein.

1. Die deutschen Schülerinnen und Schüler lernen häufig mit YouTube, weil die
____________ der Videos unterhaltsamer ist.
2. Sie machen mit YouTube ihre Hausaufgaben und nutzen die Videos zur
____________ auf Prüfungen.
3. Außerdem wiederholen Sie mit den Videos den____________, den sie in der
Schule nicht verstanden haben.
4. Experten raten, dass diese neuen ____________ in den Unterricht aufgenommen
werden sollen.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Die Schülerinnen und Schüler müssen lernen zu erkennen, wie gut die
____________ der Videos ist.

a) Vorbereitung b) Qualität c) Aufbereitung


d) Lerngewohnheiten e) Lernstoff

3. Übe die Modalverben!


Wähl die richtigen Modalverben für die Lücken aus.

1. 800 Schülerinnen und Schüler ____________ (sollten/wollten/durften) in der


Studie beantworten, ob sie YouTube zum Lernen nutzen.
2. Die Experten sagen, dass die Ergebnisse in den Unterricht aufgenommen werden
____________ (möchten/dürfen/müssen).
3. Die Qualität von Bildung an deutschen Schulen ____________
(müsste/möchte/könnte) sich durch neue Bildungswege deutlich verbessern.
4. Die Schülerinnen und Schüler ____________ (können/müssen/dürfen) lernen,
die Qualität der Videos kritisch überprüfen zu ____________
(können/müssen/sollen).

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Der Umgang mit kolonialer Raubkunst

In vielen Museen Europas lagern Kunstwerke und menschliche Knochen


aus ehemaligen Kolonialstaaten. Schon lange fordern diese Länder die
Rückgabe. Jetzt kehren die Überreste australischer Ureinwohner nach
Hause zurück.

„Es ist beruhigend zu wissen, dass unsere Vorfahren in das Land zurückkehren, aus
dem sie kommen“, sagt die australische Ureinwohnerin Bianca-Ann Baxter bei der
Rückgabe der Überreste ihrer Vorfahren im Grassi Museum in Dresden. Es sind
Knochen von insgesamt 35 Menschen, die an diesem Tag zurückgegeben werden.

Es ist ein erster kleiner Schritt zur Wiedergutmachung, aber allein in Dresdner und
Berliner Museen lagern über 5000 Knochen von Ureinwohnern aus ehemaligen
Kolonialstaaten. Sie wurden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von
Wissenschaftlern gesammelt. Auch Kunstwerke wurden gestohlen und nach Europa
gebracht.

Die europäischen Museen müssen jetzt dringend eine Lösung für den Umgang mit
kolonialer Raubkunst finden. Ein großes Problem dabei ist ein Gesetz, das den Export
von Kulturgütern aus Deutschland verhindern soll. Wenn schon die Rückgabe so
schwierig ist, ist an Maßnahmen zur Wiedergutmachung kaum zu denken, weiß Birgit
Scheps-Bretschneider vom Grassi Museum: „Die meisten Politiker wollen nicht klar
sagen, was in der Vergangenheit passiert ist.“

Die Kolonialzeit und der Raub von Kunst und menschlichen Überresten hat bis heute
tiefe Wunden hinterlassen. Megan Kakouer, die ebenfalls nach Dresden gekommen
ist, um die Überreste ihrer Vorfahren zu holen, sagt: „Als unsere Vorfahren gefangen
genommen wurden, war dies ein Akt des Rassismus. Sie haben unser Volk wie Tiere
behandelt. Dieses Trauma ist heute noch zu spüren.“

Autorinnen: Rosamund Brennan/Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar
Umgang (m., nur Singular) – hier: die Handhabung einer Sache; das Behandeln

koloniale Raubkunst (f., nur Singular) – Kunst, die den Bewohnern von
Kolonialstaaten weggenommen wurde
etwas lagern – hier: etwas aufbewahren; etwas an einen Ort legen, wo es bleiben soll
Kunstwerk, -e (n.) – ein künstlerisches Produkt ( z.B. ein Bild oder eine Skulptur)

Knochen, - (m.) – die Teile, aus denen das Skelett besteht

ehemalig – früher
Kolonialstaat, -en (m.) – ein Land, das von einem anderen Land besetzt und
beherrscht wird
Rückgabe, -n (f.) – die Tatsache, dass man etwas zurückgibt

Überrest, -e (m.) – etwas, das von einem Ganzen übrig geblieben ist

Ureinwohner, -/Ureinwohnerin, -nen (m./f.) – jemand, der schon immer an


einem bestimmten Ort/in einem bestimmten Land lebt
zurück|kehren – an einen Ort zurückgehen; wieder in seine Heimat gehen
Vorfahre, -n/Vorfahrin, -nen (m./f.) – jemand aus der Familie, der in früheren
Zeiten gelebt hat

Wiedergutmachung (f., nur Singular) – hier: den Schaden für eine Schuld zahlen

Jahrhundert, -e (n.) – ein Zeitraum von 100 Jahren


Kulturgut, -güter (n.) – etwas, das für eine Kultur sehr wichtig ist (z. B. ein Gebäude,
ein Brauch, eine Geschichte)
Maßnahme, -n (f.) – etwas, das man macht, um ein Ziel zu erreichen
etwas hinterlassen – hier: etwas entstehen lassen; etwas hervorrufen

jemanden gefangen nehmen – jemanden einsperren


Rassismus (m., nur Singular) – die Meinung, dass bestimmte Menschengruppen
wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft besser sind als andere
Trauma, -ta (n.) – hier: die längeren psychischen Folgen durch ein schlimmes Ereignis
etwas spüren – etwas fühlen; etwas merken

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Der Umgang mit kolonialer Raubkunst

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Die australische Ureinwohnerin Bianca-Ann Baxter sagt, dass…


a) sie auf eine Entschuldigung von Deutschland wartet.
b) sie lange auf den Tag gewartet hat, an dem die Knochen ihrer Vorfahren
zurückgegeben werden.
c) sie es beruhigend findet, dass die Überreste ihrer Vorfahren jetzt nach Australien
zurückkehren.

2. In Deutschland …
a) sagt die Politik bisher nicht viel zum dem schwierigen Thema „Kunst aus
Kolonialstaaten“.
b) gibt es insgesamt noch 5000 Objekte und menschliche Überreste, die aus
ehemaligen Kolonialstaaten stammen.
c) gibt es ein Gesetz, das die Rückgabe von Kunst aus Kolonialstaaten schwierig macht.

3. Megan Kakouer …
a) glaubt, dass bald alle kolonialen Kunstwerke von Deutschland zurückgegeben
werden.
b) sagt, dass ihre Generation noch das Trauma der Vorfahren spürt.
c) sagt, dass vor allem ihre Vorfahren mit Rassismus zu kämpfen hatten.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Die Diskussion um die ____________ kolonialer Raubkunst ist in Europa sehr


aktuell.
2. Dabei geht es um den ____________ mit kolonialer Kunst, die noch in vielen
Museen lagert.
3. Viele koloniale ____________ müssen an ehemaligen Kolonialstaaten
zurückgegeben werden.
4. Früher wurden ____________ in vielen Kolonialstaaten wie Tiere behandelt.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Die ____________ der Ureinwohner Australiens wurden vom Grassi Museum


zurückgegeben.
6. Die Objekte, die in deutschen Museen ausgestellt werden, gehören zum
____________.

a) Kunstwerke b) Knochen c) Ureinwohner


d) Kulturgut e) Rückgabe f) Umgang

3. Übe die trennbaren Verben!


Sind die Verben in Klammern trennbar oder nicht? Schreib die richtige
Form im Präsens in die Lücken. Manche Lücken bleiben frei, schreib dann
ein Minus (-).

1. Mein Vater ____________ mir viele Kunstwerke ____________. (hinterlassen)


2. Bianca-Ann Baxter ____________ in Dresden die Überreste ihrer Vorfahren
____________ (abholen)
3. Die australischen Ureinwohner ____________ wieder in ihre Heimat _______.
(zurückkehren)
4. Der Polizist ____________ den Dieb ____________. (gefangennehmen)
5. Er will weglaufen? Ihr ____________ das bestimmt ____________.
(verhindern)

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Christkind oder Weihnachtsmann?

Für viele Kinder und Erwachsene ist klar: Am Abend des 24. Dezember
bringt das Christkind die Geschenke. Aber das war nicht immer so. Und
auch heute noch gibt es in Deutschland unterschiedliche Traditionen.

Die Frage, wer die Weihnachtsgeschenke bringt, spaltet Deutschland: „Natürlich der
Weihnachtsmann!“ sagen die einen. „Selbstverständlich das Christkind!“ sagen die
anderen. Manche behaupten sogar, dass der Weihnachtsmann von einer US-
amerikanischen Getränkefirma erfunden wurde und gar nichts mit dem Christentum
zu tun hat.

Ganz richtig ist diese Behauptung nicht. Eigentlich geht die Vorstellung vom
Weihnachtsmann auf den heiligen Nikolaus zurück. Er war im 4. Jahrhundert
Bischof von Myra, einer Stadt in der heutigen Türkei, und wurde schon im
Mittelalter in vielen Ländern als Heiliger verehrt. Dann kam die Reformation. Weil
die Protestanten keine Heiligen verehren, stellten sie das Jesuskind in den
Mittelpunkt.

Irgendwann wurde aus dem Kind in der Krippe ein Christkind, das wie ein Engel
aussieht. Und auch das Bild des Nikolaus’ veränderte sich: Aus der langen Kleidung und
der Mitra des Bischofs wurden der Mantel und die Mütze des Weihnachtsmannes. Der
deutsch-amerikanische Künstler Thomas Nast zeichnete ihn im Jahr 1863 zum ersten
Mal als dicken Mann mit langem Bart und rot-weißer Kleidung. Diese Darstellung
verwendete die Getränkefirma für ihre Werbung.

Auch das Datum der Bescherung hat sich geändert: Früher bekam man die Geschenke
am 6. Dezember, dem Tag des heiligen Nikolaus. Die Protestanten verschoben diesen
Termin auf die Nacht zwischen dem 24. und dem 25. Dezember. Inzwischen findet die
Bescherung schon am frühen Abend statt, damit die Kinder nicht bis Mitternacht
wach bleiben müssen. Denn sie warten ja besonders sehnsüchtig auf den
Weihnachtsmann. Oder doch auf das Christkind?

Autor/Autorin: Alexander Freund, Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Christkind (n., nur Singular) – das Jesuskind, das nach der Tradition in einigen Teilen
Europas die Weihnachtsgeschenke bringt

Weihnachtsmann, -männer (m.) – der Legende nach ein alter Mann, der den
Kindern Weihnachtsgeschenke bringt

etwas spalten – etwas in zwei Teile teilen

etwas mit etwas zu tun haben – mit etwas verbunden sein

etwas geht auf etwas/jemanden zurück – etwas ist durch etwas/jemanden


verursacht

Bischof, Bischöfe/Bischöfin, -nen – ein hoher Priester/eine hohe Priesterin in


einer christlichen Kirche

Mittelalter (n., nur Singular) – etwa die Zeit von 500 bis 1500 n. Chr.

jemanden verehren – jemanden lieben und bewundern

Reformation (f., hier nur Singular) – hier: der religiöse Protest im 16. Jahrhundert,
aus dem die evangelische Kirche entstanden ist

Protestant, -en/Protestantin, -nen – jemand, der evangelisch ist

jemanden/etwas in den Mittelpunkt stellen – jemandem/einer Sache eine


zentrale Rolle geben; dafür sorgen, dass jemand/etwas besonders wichtig ist

Krippe, -n (f.) – hier: eine Konstruktion aus Holz, aus der Tiere fressen und in der
Jesus nach seiner Geburt gelegen hat

Engel, - (m.) – ein Wesen mit Flügeln, das von Gott geschickt wird

Mitra, Mitren (f.) – eine Art Hut, den ein hoher katholischer Priester trägt

Bescherung, -en (f.) – der Zeitpunkt, an dem die Weihnachtsgeschenke ausgepackt


werden dürfen

etwas verschieben – hier: einen Termin so ändern, dass er später stattfindet

Mitternacht (f., nur Singular) – 12 Uhr nachts

sehnsüchtig – so, dass man sich etwas sehr wünscht

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Christkind oder Weihnachtsmann?

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Wie ist die Figur des Weihnachtsmannes entstanden?


a) Sie kommt zum ersten Mal in der Werbung einer US-amerikanischen Firma vor.
b) Sie hat sich aus der Person des heiligen Nikolaus entwickelt.
c) Ein Zeichner hat das Bild vom Weihnachtsmann stark beeinflusst.

2. Woher kommt der Glaube, dass das Christkind die Geschenke bringt?
a) Diese Idee ist schon im 4. Jahrhundert nach Christus entstanden.
b) Der Bischof von Myra hat Geschichten vom Christkind erfunden und sie den
Kindern erzählt.
c) Die Protestanten haben diese Vorstellung entwickelt.

3. Warum wurde das Weihnachtsfest auf den 24./25. Dezember verschoben?


a) Weil die Protestanten nicht am Geburtstag eines Heiligen feiern wollten.
b) Weil es am 24. Dezember früher dunkel wird als am Nikolaustag.
c) Weil die Kinder lernen sollten, länger auf die Geschenke zu warten.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort gehört in welchen Satz? Wähl das passende Substantiv aus.

1. Auf der Weihnachtskarte sieht man die heiligen drei Könige, die mit ihren
Geschenken für das Jesuskind an der ____________ stehen.
2. An Weihnachten gehen wir immer in die Kirche. Letztes Jahr war sogar der
____________ persönlich da und hat über die Bedeutung von Weihnachten
gesprochen. Am Ende hat er jedem Besucher die Hand gegeben.
3. An Silvester bleiben wir immer lange wach. Wenn um __________ das neue Jahr
beginnt, trinken wir alle zusammen ein Glas Sekt.
4. Viele Menschen glauben, dass es __________ gibt, die auf sie aufpassen.
5. Kleine Kinder glauben noch an das ____________. Wenn sie älter werden, wissen
sie, dass sie die Geschenke von ihren Eltern bekommen.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Vor der ____________ singen wir ein Weihnachtslied. Erst danach dürfen die
Kinder die Geschenke auspacken.

a) Bischof b) Bescherung c) Engel


d) Krippe e) Mitternacht f) Christkind

3. Übe das Präteritum!


Schreib das Verb im Präteritum in die Lücke. Achte darauf, ob du den
Singular oder den Plural bilden musst.

1. Früher ____________ die Künstler alle Bilder für Animationsfilme mit der Hand.
Heute arbeiten sie viel mehr am Computer. (zeichnen)
2. Früher ____________ der Weihnachtsmann am 06. Dezember und brachte die
Geschenke. (kommen)
3. Meine Eltern ____________ den Weihnachtsbaum schon eine Woche vor
Weihnachten auf, aber ich warte damit bis zum 24. Dezember. (stellen)
4. Weil viele Mitarbeiter an diesem Abend nicht kommen konnten, ____________
der Chef die Weihnachtsfeier auf einen anderen Tag. (verschieben)
5. Aus dem heiligen Nikolaus von Myra ____________ der Weihnachtsmann mit
langem Bart und roter Mütze. (werden)
6. Durch die Reformation ____________ sich die Weihnachtstraditionen in
Deutschland. (verändern)

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Der Gender Pay Gap existiert noch immer

Ungleiche Entlohnung, weniger Beförderungen: Frauen verdienen in


Deutschland noch immer weniger als Männer. Politik und Wirtschaft
arbeiten daran, die Situation zu verändern und Gleichberechtigung zu
erreichen.

„Die Lohnlücke ist in Stein gemeißelt und ändert sich nicht, obwohl doch klar ist,
dass dieser Missstand abgeschafft gehört“, klagt Henrike von Platen. Die
Unternehmensberaterin setzt sich für eine gleiche Entlohnung von Frauen und
Männern sowie eine gerechte Besetzung von Führungspositionen ein. 2019 ist
Deutschland im „Global Gender Gap Report“ des World Economic Forums von Platz 12
auf Platz 10 aufgestiegen.

Trotz der Verbesserung existiert der Gender Pay Gap noch immer: Die Entlohnung von
Männern und Frauen unterscheidet sich in Deutschland immer noch um
durchschnittlich 21 Prozent. Bei Führungspositionen sind es sogar 30 Prozent. Gründe
für diese Unterschiede sind, dass viele Frauen in weniger gut bezahlten Berufen arbeiten
und überdurchschnittlich oft in Teilzeit. Eine Beförderung gibt es für Frauen seltener
als für Männer, und sie übernehmen nicht so häufig Positionen mit viel Verantwortung.

Da es den deutschen Unternehmen derzeit an Fachkräften mangelt, muss sich


dringend etwas an der Situation ändern. Das sagt auch die Familienministerin
Franziska Giffey: „Familienfreundlichkeit und Gleichberechtigung am Arbeitsplatz
sind nicht mehr nur ein Nice-to-have, sondern ein harter Standortfaktor, der
tatsächlich dazu führt, ob eine Fachkraft sich für das Unternehmen A oder B
entscheidet.“ Einige große Unternehmen haben das bereits bemerkt und an einer
Lösung gearbeitet.

Eines dieser Unternehmen ist Adobe. Der Personalchef Frank Rohde erkennt bereits
positive Resultate: „Wir haben da Kandidatinnen, die sagen, ich kann mir den Job
eigentlich aussuchen, aber ich wollte genau zu euch, weil ich gelesen habe, dass ihr
Gender Pay Parity erreicht habt.“ Es ist also möglich, Lösungen für den Gender Pay Gap
zu finden. Henrike von Platen fasst es so zusammen: „Man muss es wollen, dann klappt
es auch.“

Autorinnen: Sabine Kinkartz/Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Gender Pay Gap (m.) – Englisch für: ungleiche Bezahlung von Mann und Frau
(Gender Pay Parity (f.): Englisch für: die gleiche Bezahlung für Mann und Frau)

Entlohnung, -en (f.) – das Gehalt; die Bezahlung


Beförderung, -en (f.) – die Tatsache, dass der Chef einem eine bessere Position
anbietet (jemanden befördern)
Lohnlücke, -n (f.) – der Unterschied in der Entlohnung
in Stein gemeißelt sein – umgangssprachlich für: unveränderlich sein

Missstand, Missstände (m.) – ein Zustand, der nicht den Regeln entspricht

etwas ab|schaffen – etwas beseitigen; etwas außer Kraft setzen

Unternehmensberaterin, -nen/Unternehmensberater, - (f./m.) – jemand, der


Firmen dabei hilft, bestimmte Probleme zu lösen
sich für etwas/jemanden ein|setzen – an einem bestimmten Ziel arbeiten
Besetzung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass jemand einen Job bekommt
Führungsposition, -en (f.) – eine Arbeitsstelle mit Verantwortung für viele
Mitarbeiter

Teilzeit (f., nur Singular) – die Tatsache, dass jemand nicht acht Stunden von Montag
bis Freitag arbeitet, sondern weniger Tage oder Stunden

Fachkraft, -kräfte (f.) – jemand, der für eine bestimmte Arbeit qualifiziert ist

es mangelt an etwas – etwas fehlt; von etwas ist zu wenig da

Familienfreundlichkeit (f., nur Singular) – die Tatsache, dass etwas für Familien
geeignet ist
Nice-to-have (n., nur Singular) – Englisch für: etwas ist kein Muss, aber es ist gut, es zu
haben
Standortfaktor, -en (m.) – ein Grund dafür, dass eine Firma an einem bestimmten
Ort ihren Sitz hat
Personalchef, -s/-chefin, -nen (m./f.) – die Person, die Personen einstellt

Kandidat, -in/Kandidat, -en (f./m.) – hier: jemand, der sich für eine Stelle bewirbt

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Der Gender Pay Gap existiert noch immer

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Lösung
richtig sein.

1. Die Entlohnung von Männern und Frauen …


a) hat sich in Deutschland 2019 etwas verbessert.
b) ist immer noch nicht fair.
c) muss laut Gesetz gleich und gerecht sein.

2. Ein Grund für den Gender Pay Gap ist, dass Frauen …
a) schlechter ausgebildet sind als Männer.
b) weniger arbeiten möchten als Männer.
c) oft in Berufen arbeiten, in denen man schlechter bezahlt wird.

3. Franziska Giffey sagt, dass …


a) Familienfreundlichkeit und Gleichberechtigung heutzutage zu jeder Firma gehören
sollten.
b) Gleichberechtigung ein Nice-to-have ist.
c) Frauen mehr Verantwortung übernehmen müssen.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Die Chefin hat interessante ____________ für die Position zu einem Gespräch
eingeladen.
2. Die Firma sucht dringend ____________ für technische Positionen.
3. Seit wir den neuen Personalchef haben, ist ____________ ein sehr wichtiges
Thema in unserer Firma.
4. Meine Schwester hat sich auf eine ____________ beworben und die Stelle
bekommen.
5. Ich bin mit der ____________ der Führungsposition sehr zufrieden.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Führungsposition b) Kandidaten c) Fachkräfte


d) Besetzung e) Familienfreundlichkeit

3. Sätze mit „obwohl“ oder „trotz“


Welches Wort gehört in die Lücke? Wähl aus!

1. Frauen verdienen in Deutschland immer noch weniger als Männer, _______


(obwohl/trotz) sie genauso gut ausgebildet sind.
2. Der Gender Pay Gap besteht immer noch _______ (obwohl/trotz) der vielen
Organisationen, die dagegen kämpfen.
3. Meine Kollegin hat die Stelle nicht bekommen, _______ (obwohl/trotz) sie besser
qualifiziert ist.
4. Die Beförderung habe ich _______ (obwohl/trotz) der besseren Entlohnung nicht
angenommen.
5. _______ (Obwohl/Trotz) des neuen Chefs, der sagte, dass er sich für die
Gleichberechtigung einsetzen möchte, sind noch immer mehr Männer als Frauen in
Führungspositionen.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Medikamentenmangel in Deutschland

Es sollte eigentlich keine Schwierigkeit sein, heute ein Medikament in


Deutschland zu kaufen. In den letzten Jahren wurde der Mangel an
Medikamenten aber immer größer. 2019 war das Problem so groß wie lange
nicht mehr.

„Derzeit nicht lieferbar“ ist die häufige Antwort von Apotheken, wenn man nach
bestimmten Medikamenten fragt. 2019 ist die Anzahl der Medikamente, an denen es in
Deutschland mangelt, auf 271 gestiegen. Als das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (kurz: BfArM) mit der Dokumentation der nicht lieferbaren
Medikamente 2013 begann, lag die Zahl bei nur 42. Dabei sind die Hersteller noch nicht
einmal verpflichtet, dem BfArM Engpässe zu melden. Die Dunkelziffer ist also
wahrscheinlich hoch.

„Verarscht“, fühlt sich die Patientin Jil, denn „man weiß ja nicht, was passiert, wenn
man die Medikamente auf einmal nicht richtig nimmt.“ Plötzlich hieß es auch für sie, als
sie wie gewohnt ihr Medikament kaufen wollte: derzeit nicht lieferbar – in insgesamt
15 Apotheken. Die Lieferengpässe bedeuten zwar nicht unbedingt auch Engpässe bei der
Versorgung der Patienten, da oft alternative Medikamente zur Verfügung stehen.
Aber das zu organisieren, kostet Ärzte und Apotheker viel Zeit und Energie.

Deswegen verlässt sich Andrea Liekweg, Leiterin einer Krankenhausapotheke, schon


lange nicht mehr auf die Liste des BfArM. Sie führt eine eigene Medikamentenliste,
die mehr Arbeit für sie bedeutet: zum Beispiel Absprachen mit Ärzten und
Pflegepersonal – für Liekweg aber sehr wichtig, um die Versorgung der Patienten
sicherzustellen.

Bundesgesundheitsminister Spahn plant jetzt Maßnahmen gegen den


Medikamentenmangel. Die gesetzliche Meldepflicht soll strenger, die
Lagerhaltung für wichtige Arzneimittel gefördert und der Pharmastandort Europa
gestärkt werden. Bis dahin müssen aber erst einmal andere Lösungen gefunden werden,
wie zum Beispiel bei der Patientin Jil: Sie konnte ihr Medikament nach ein paar
Wochen wieder kaufen, allerdings – weil sie direkt an der Grenze wohnt – in den
Niederlanden.

Autorinnen: Anna Carthaus/Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Mangel, -Mängel (m.) – die Tatsache, dass von etwas zu wenig da ist (Verb: es
mangelt an etwas)
lieferbar – so, dass etwas da ist und geliefert/gebracht werden kann
Arzneimittel, - (n.) – Medikament
Dokumentation (f., nur Singular) – hier: das Notieren von Tatsachen/Fakten
zu etwas verpflichtet sein – so, dass man etwas machen muss
Engpass, -pässe (m.) – hier: die Tatsache, dass nicht genug von etwas vorhanden ist
Dunkelziffer, -n (f.) – die Anzahl von nicht gemeldeten negativen Fällen (z.B.
Verbrechen, Krankheiten oder Mängel)
sich verarscht fühlen – umgangssprachlich: so, dass man sich veräppelt fühlt
etwas ist wie gewohnt – so, dass etwas wie immer ist
Versorgung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man das bekommt, was man
benötigt
zur Verfügung stehen – genutzt werden können; da sein
eine Liste führen – eine Liste schreiben und immer aktualisieren
Absprache, -n (f.) – die Tatsache, dass man etwas mit jemandem bespricht
Pflegepersonal (n., nur Singular) – Krankenschwestern und Krankenpfleger
etwas sicher|stellen – dafür sorgen, dass etwas zuverlässig gemacht wird
Bundesgesundheitsminister, -ministerin (m./f.) – der Minister/die Ministerin in
Deutschland für Gesundheit
Maßnahme, -n (f.) – etwas, das man macht, um ein Ziel zu erreichen
Meldepflicht, -en (f.) – die Tatsache, dass man etwas (z.B. einer Behörde) melden
muss
streng – hier: sehr genau; so, dass man sich an die Regeln hält
Lagerhaltung, -en (f.) – die Tatsache, dass man einen Vorrat von etwas hat
Standort, -e (m.) – hier: der Ort, an dem sich viel Industrie befindet
Niederlande (f., nur Plural) – Land im Westen Europas

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Medikamentenmangel in Deutschland

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Die Dokumentation der Medikamente, die schwer zu liefern sind, …


a) gibt es seit sechs Jahren.
b) ist für alle Hersteller verpflichtend.
c) muss noch nicht unbedingt gemacht werden. Daher ist die Dunkelziffer hoch.

2. Andrea Liekweg …
a) sagt, dass man problemlos alternative Medikamente finden kann.
b) hat eine eigene Liste mit Medikamenten.
c) möchte die Versorgung der Patienten sicherstellen.

3. Der Bundesgesundheitsminister …
a) möchte eine strengere Meldepflicht für Lieferprobleme bei Medikamenten.
b) findet, dass die bisherige Dokumentation der Lieferprobleme ausreicht.
c) sagt, dass jede Apotheke immer genug Medikamente lagern muss.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Wenn der ____________ an Medikamenten so groß wird, dass Patienten nicht


versorgt werden können, ist es höchste Zeit etwas dagegen zu tun.
2. Dass es bisher keine ____________ gab, zeigt sich daran, dass viele Apotheken
ganz plötzlich merken, dass ein bestimmtes Medikament nicht geliefert werden
kann.
3. Die ____________ der Medikamente, die nicht lieferbar sind, ist vor allem für
Krankenhäuser sehr wichtig.
4. Eine ____________ zwischen Politik und Wissenschaft ist hilfreich, um eine
Lösung für die Lieferprobleme zu finden.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Ärzte und Apotheken können schlecht planen, welche Medikamente sie den
Patienten geben, weil die ____________ der nicht lieferbaren Medikamente so
groß ist.

a) Dunkelziffer b) Mangel c) Absprache


d) Meldepflicht e) Dokumentation

3. Übe Sätze mit „als“ und „wenn“!


Wähl die richtige Konjunktion aus.

1. _______ (Wenn/Als) ich das Medikament kaufen wollte, sagte mir die
Apothekerin, dass es schon seit zwei Wochen nicht mehr geliefert wird.
2. _______ (Wenn/Als) ich das nächste Mal zur Apotheke gehe, hoffe ich, dass es
mein Medikament wieder gibt.
3. Es war wichtig, dass du, _______ (als/wenn) du zum Arzt gegangen bist, gesagt
hast, dass dein Medikament nicht lieferbar ist.
4. Es ist wichtig, dass du, _______ (als/wenn) du zum Arzt gehst, darauf achtest, das
lieferbare Medikament verschrieben zu bekommen.
5. _______ (Wenn/Als) die Politik keine Maßnahmen ergreift, wird sich das Problem
nicht lösen.
6. _______ (Wenn/Als) der Mangel an Medikamenten 2019 immer größer wurde,
beschloss die Politik, etwas dagegen zu tun.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Fachkräfte suchen ihr Glück im Ausland

Pro Jahr wandern rund 180.000 Deutsche aus. Die meisten von ihnen sind
hochqualifiziert. Viele kehren nach einigen Jahren zurück, aber nicht alle.
Wissenschaftler diskutieren über die Konsequenzen für Deutschland.

Ein gutes Jobangebot, bessere Bezahlung – meistens ist es die Arbeit, die Deutsche für
längere Zeit ins Ausland führt. Dort verdienen die Auswanderer pro Monat im
Durchschnitt etwa 1.200 Euro mehr als in der Heimat. Es gibt aber auch viele andere
Gründe. Fast die Hälfte wandert aus, um anders zu leben als in Deutschland. Sie
wünschen sich zum Beispiel ein anderes Klima oder wollen eine neue Kultur
kennenlernen.

Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen und des Bundesinstituts für


Bevölkerungsforschung haben herausgefunden, dass jedes Jahr rund 180.000
Deutsche auswandern. Vor allem hochqualifizierte Fachkräfte verlassen das Land: 76
Prozent der Auswanderer haben einen Hochschulabschluss. Muss man sich
deshalb Sorgen um Forschung und Wirtschaft in Deutschland machen?

Nein, meint Andreas Ette vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Denn von
180.000 Auswanderern bleiben nur 51.000 für immer im Ausland. Die meisten kehren
irgendwann nach Deutschland zurück. Gabriel Felbermayr, der Präsident des Instituts
für Weltwirtschaft, ist anderer Meinung: „Wir haben über die letzten zehn Jahre eine
halbe Million Menschen ans Ausland verloren und drei Viertel davon sind
hochgebildet. Das ist für eine Volkswirtschaft (...), die stark auf gut ausgebildete
Menschen angewiesen ist, keine gute Nachricht.“

Felbermayr meint, dass man die Rückkehr nach Deutschland attraktiver machen
muss, zum Beispiel durch niedrigere Steuern und Abgaben. Außerdem sollte man die
Arbeitsbedingungen an den Hochschulen verbessern. Das fordert auch Werner
Eichhorst vom Forschungsinstitut für die Zukunft der Arbeit. Denn in Deutschland
erhalten Wissenschaftler oft nur befristete Verträge mit einer kurzen Laufzeit. In
einem Punkt sind sich aber alle einig: Menschen mit Auslandserfahrung sind eine
Bereicherung – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft.

Autor/Autorin: Uta Steinwehr, Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Fachkraft, -kräfte (f.) – jemand, der gut ausgebildet und für eine bestimmte Arbeit
qualifiziert ist

aus|wandern – sein Heimatland verlassen und in ein anderes Land gehen, um dort zu
leben und zu arbeiten

hochqualifiziert – für eine bestimmte Tätigkeit sehr gut ausgebildet

zurück|kehren – an einen Ort zurückgehen (Substantiv: die Rückkehr)

Wissenschaftler, -/Wissenschaftlerin, -nen – jemand, der an einer Forschung


arbeitet

etwas heraus|finden – etwas entdecken; etwas erfahren; etwas wissen, was man
vorher noch nicht wusste

Prozent, -e (n.) – ein Teil von Hundert

Hochschulabschluss, -abschlüsse (m.) – die Tatsache, dass man ein Studium an


einer Universität oder einer anderen Hochschule mit Erfolg beendet hat

Million, -en (f.) – Zahlwort: 1.000.000

hochgebildet – so, dass jemand sehr viel gelernt hat und sehr viel weiß

Volkswirtschaft, -en (f.) – die gesamte Wirtschaft eines Landes

auf etwas/jemanden angewiesen sein – etwas/jemanden unbedingt brauchen; von


etwas/jemandem abhängig sein

attraktiv – hier: so, dass etwas interessant und positiv für jemanden ist

Abgabe, -n (f.) – Geld, das man an den Staat bezahlen muss, z. B. für Steuern und
Versicherungen

befristet – hier: so, dass jemand einen Arbeitsvertrag nur für eine bestimmte Zeit
bekommt

Laufzeit, -en (f.) – hier: die Zeit, während der ein Vertrag gültig ist

sich einig sein – der gleichen Meinung sein

Bereicherung, -en (f.) – etwas, das hinzukommt und etwas besser macht

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Fachkräfte suchen ihr Glück im Ausland

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Welche Gründe für Auswanderung werden im Text genannt?


a) Die Menschen möchten in einem Land leben, in dem das Wetter besser ist.
b) Das Gehalt ist im Ausland oft besser als in Deutschland.
c) Die Steuern, die man in Deutschland bezahlen muss, sind zu hoch.

2. Welche Aussagen sind richtig?


a) Ungefähr 180.000 Menschen mit Hochschulabschluss wandern pro Jahr aus
Deutschland aus.
b) Die meisten Auswanderer, die Deutschland verlassen, sind hochqualifiziert.
c) Weniger als die Hälfte der Auswanderer kehrt nach Deutschland zurück.

3. Was meint Gabriel Felbermayr?


a) Es gibt genug Fachkräfte, die wieder nach Deutschland zurückkommen.
b) Die Auswanderung hat keinen großen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft.
c) Es ist gut für die deutsche Wirtschaft, wenn Menschen für eine bestimmte Zeit im
Ausland arbeiten.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort gehört in welchen Satz? Wähl das passende Substantiv aus.

1. Die Rundfunkgebühr ist eine _________________, die die meisten Bürger in


Deutschland für Radio und Fernsehen bezahlen müssen.
2. Es wäre schön, wenn ich den Vertrag bald kündigen könnte. Aber leider hat er eine
_________________ von zwei Jahren.
3. Wenn die Studentin ihren _________________ gemacht hat, will sie eine
Doktorarbeit schreiben.
4. Durch Diskussionen mit anderen Menschen lerne ich sehr viel. Das ist für mich eine
große _________________.
5. Ein zuverlässiges Energienetz ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche
_________________.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Bis zu meiner _________________ aus dem Ausland kannst du gerne in


meinem Zimmer wohnen.

a) Hochschulabschluss b) Volkswirtschaft c) Rückkehr


d) Abgabe e) Bereicherung f) Laufzeit

3. Bilde den Infinitiv mit „zu“!


Schreib die richtige Verbform mit „zu“ in die Lücke. Achte darauf, ob das
Verb trennbar ist oder nicht.

1. Haben Sie in den letzten Jahren schon einmal darüber nachgedacht, nach
Deutschland _________________ (zurückkehren)?
2. Um ein Visum _________________ (erhalten), muss man bestimmte
Voraussetzungen erfüllen.
3. Es ist immer eine Bereicherung, eine neue Kultur _________________
(kennenlernen).
4. Hochqualifizierte Fachkräfte haben die Chance, im Ausland deutlich mehr Geld
_________________ (verdienen).
5. Menschen beschließen aus ganz verschiedenen Gründen, aus Deutschland
_________________ (auswandern).
6. Durch das Internet ist es viel einfacher geworden, etwas über das Leben in einem
anderen Land _________________ (herausfinden).

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Elektroschrott: zu wertvoll für die Müllhalde

Viele elektronische Geräte wandern schon nach wenigen Jahren in den


Müll. Aber eigentlich sind sie dafür viel zu schade. Denn sie enthalten
wertvolle Stoffe, die nur schwer zu gewinnen sind.

Fernseher, Tablets, Handys: Meist benutzen wir diese Geräte nur wenige Jahre. Dann
wandern sie in den Müll, weil sich eine Reparatur nicht mehr lohnt oder das Gerät nicht
mehr modern genug ist. So entstehen große Mengen Elektroschrott. Laut
Schätzungen der Vereinten Nationen sind es über 44 Millionen Tonnen im Jahr.

Aber eigentlich ist dieser Elektroschrott viel zu schade für die Müllhalde, denn die
Geräte enthalten wertvolle Stoffe. Diese Stoffe zu recyceln, ist das Ziel von Firmen wie
der Electrical Waste Recycling Group in der nordenglischen Stadt Huddersfield. Dort
werden alte Geräte zerlegt. Wertvolle Materialien, zum Beispiel Kupfer, verkauft die
Firma dann weiter.

Schwieriger als die Wiederverwertung von Glas und Kunststoff ist das Recycling von
einzelnen Materialien, die für die Herstellung von Smartphones verwendet werden.
Besonders wertvoll sind dabei Seltene Erden. Diese Stoffe zu gewinnen, kostet viel
Energie und ist teuer. Außerdem entstehen dabei Gifte, die das Wasser
verunreinigen.

Die Hersteller von Smartphones kümmern sich bis jetzt kaum um das Recycling. Doch
das könnte sich ändern, weil die Seltenen Erden wahrscheinlich schon in 100 Jahren
verbraucht sein werden. Gleichzeitig wird der Bedarf an den wertvollen Materialien
wohl noch steigen. Denn in Zukunft sollen immer mehr elektronische Geräte benutzt
werden, um den Verbrauch von Kohle und Öl zu senken. Deshalb wäre das Recycling
dieser Stoffe besonders wichtig.

Autor/Autorin: Greg Norman (wg), Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Elektroschrott (m., nur Singular) – alte elektrische Geräte/Teile, die nicht mehr
verwendet werden

wertvoll – kostbar; sehr teuer

Müllhalde, -en (f.) – der Ort, an den der Müll aus einer Stadt/Region gebracht wird

in den Müll wandern – umgangssprachlich für: weggeworfen werden

für etwas zu schade sein – zu gut/zu teuer für etwas sein

etwas gewinnen – hier: etwas (einen Stoff) aus der Erde herausholen

Schätzung, -en (f.) – die Vermutung, wie viel etwas ungefähr ist

Vereinte Nationen (nur im Plural) – die UN; eine gemeinsame Organisation der
Staaten auf der Welt

Tonne, -n (f.) – hier: ein Maß für das Gewicht; 1000 Kilogramm

etwas recyceln (aus dem Englischen) – etwas wiederverwenden; aus etwas


Gebrauchtem etwas Neues herstellen

etwas zerlegen – hier: die einzelnen kleinen Teile von etwas auseinandernehmen

Kupfer (n., nur Singular) – ein weiches, rotes Metall

Wiederverwertung, -en (f.) – die Tatsache, dass man etwas Altes für etwas Neues
benutzt; das Recycling

Smartphone, -s (n., aus dem Englischen) – ein Mobiltelefon mit zahlreichen


zusätzlichen Funktionen

Seltene Erde, -n (f.) – ein Metall, das sehr selten ist, zum Beispiel Indium

etwas verunreinigen – etwas schmutzig machen

Hersteller, -/Herstellerin, -nen – eine Firma, die ein Produkt produziert

Bedarf (m., nur Singular) – die Menge von etwas, das man braucht

etwas senken – hier: etwas niedriger machen; etwas reduzieren

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Elektroschrott: zu wertvoll für die Müllhalde

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Warum werden Elektrogeräte oft weggeworfen?


a) Es ist zu teuer, sie reparieren zu lassen.
b) Die Besitzer wollen sich neue Geräte kaufen.
c) Die Geräte schaden der Gesundheit, weil sie giftige Stoffe enthalten.

2. Welche Aussagen über Seltene Erden stimmen?


a) Man kann sie besonders gut recyceln.
b) Man verwendet sie zur Herstellung von Smartphones.
c) Man braucht viel Energie, um sie aus der Erde zu holen.

3. Was wird über die Zukunft gesagt?


a) Die Hersteller haben versprochen, ihre Geräte in Zukunft zu recyceln.
b) In etwa 100 Jahren braucht man keine Seltenen Erden mehr.
c) Man wird mehr teure Materialien für die Herstellung von Elektrogeräten brauchen.

2. Übe die Verben!


Welches Verb passt zu welchem Satz? Ordne zu.

1. Um das Gerät zu reparieren, haben wir es zuerst in a) recycelt.


einzelne Teile ...
2. Durch das Verbrennen von Kohle wird die Luft ... b) gewonnen.
3. Wir haben unseren Wasserverbrauch im letzten c) verunreinigt.
Jahr deutlich ...
4. Das Altpapier wird abgeholt und dann ... d) zerlegt.
5. Der Stoff Lithium wird in großen Mengen aus e) gewandert.
einem Salzsee in Chile ...
6. Heute werden leere Flaschen gesammelt, aber f) gesenkt.
früher sind sie einfach in den Müll ...

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übe das Futur!


Formuliere Aussagen über die Zukunft. Schreib das Verb im Futur I in die
Lücken.

Beispiel:
Man benutzt viele Elektrogeräte.
Man wird viele Elektrogeräte benutzen.

1. Man baut Elektrogeräte, die nicht so schnell kaputtgehen.


Man ____________ Elektrogeräte ____________, die nicht so schnell
kaputtgehen.
2. Man muss den Bedarf an Kohle und Öl senken.
Der Bedarf an Kohle und Öl ____________ ____________ ____________.
3. Wir hören auf, das Wasser mit Giften zu verunreinigen.
Wir ____________ ____________, das Wasser mit Giften zu verunreinigen.
4. Aus alten Geräten werden neue Smartphones hergestellt.
Aus alten Geräten ____________ neue Smartphones ____________
____________.
5. Wir können Seltene Erden besser recyceln.
Wir ____________ seltene Erden besser ____________ ____________.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Gewalt gegen Schiedsrichter

Seit Jahren schlagen Fußballverbände Alarm, weil Schiedsrichter auf dem


Platz immer wieder angegriffen werden – vor allem in der Amateur-Liga.
Kampagnen gegen Gewalt sollen helfen und für mehr Respekt sorgen.

Im Dezember 2012 wird dem niederländischen Schiedsrichter Richard Nieuwenhuizen


eine umstrittene Entscheidung zum Verhängnis. Nach einem Spiel wird er von
sechs Spielern im Alter zwischen 15 und 16 Jahren und dem Vater eines Spielers
angegriffen. Am nächsten Tag stirbt der 41-Jährige an den Folgen. Alle Täter
bekommen Haftstrafen.

Der Fall in den Niederlanden zeigt, was europäische Fußballverbände seit Jahren
beklagen: Die Gewalt gegen Schiedsrichter ist ein großes Problem, vor allem in den
Amateur-Ligen. Besonders schlimm ist die Lage im Mutterland des Fußballs, in
England. Dort haben 2015 60 Prozent der Schiedsrichter gesagt, dass sie regelmäßig
beleidigt werden. Oft kommt es auch zu körperlichen Angriffen.

Ein alarmierendes Ergebnis, das Folgen hat: Immer weniger Männer und Frauen
wollen Schiedsrichter werden. Auch in Deutschland ist die Zahl in den letzten Jahren
gesunken. Daher haben Fußballverbände in ganz Europa Kampagnen zur
Gewaltprävention gestartet. Junge Spieler, die keinen Respekt zeigen, werden
gesperrt.

In vielen Ländern machen die Schiedsrichter inzwischen auch durch Streiks auf ihre
Situation aufmerksam. Im März 2017 weigerten sich zum Beispiel 2000 englische
Schiedsrichter, Spiele zu pfeifen. Janie Frampton von der Hilfsorganisation „Ref
Support UK“ sagt, dass man jetzt Body-Cams, Kameras am Körper, einsetzen möchte
und warnt: „Ich fürchte, es muss erst etwas sehr Schlimmes passieren oder ein
Todesfall, bevor irgendjemand das Ganze ernst nimmt.“

Autoren: Stefan Nestler, Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Schiedsrichter, -/Schiedsrichterin, -nen (m./f.) – die Person im Sport, die


aufpasst, dass sich alle an die Regeln halten

Alarm schlagen – auf etwas Gefährliches oder Negatives aufmerksam machen;


warnen

Fußballverband, -verbände (m.) – die Organisation von mehreren Fußballvereinen

jemanden an|greifen – hier: versuchen, jemanden zu verletzen oder zu töten

Amateur-Liga, -Ligen (f.) – eine Gruppe von Mannschaften, in der keine


Berufssportler tätig sind (zum Beispiel im Fußball)

Kampagne, -n (f.) – hier: die öffentliche Aktion für oder gegen etwas, um die Meinung
der Menschen zu beeinflussen

Respekt (m., nur Singular) – die Achtung; die Anerkennung

zum Verhängnis werden – hier: für jemanden negative Folgen haben und evtl.
tödlich (bzw. unglücklich) enden

umstritten – so, dass es verschiedene Meinungen über etwas gibt

-jährig – so, dass jemand/etwas ein bestimmtes Alter hat

Folge, -n (f.) – hier: die Konsequenz


Haftstrafe, -n (f.) – die Strafe, dass man eine Zeit im Gefängnis verbringen muss

etwas beklagen – sich über etwas beschweren; etwas bemängeln

alarmierend – erschreckend; so, dass etwas Sorgen macht

Prävention, -en (f.) – die Maßnahme, die dafür sorgen sollen, dass etwas nicht
passiert; die Vorbeugung

jemanden sperren – hier: jemandem verbieten, bei etwas mitzumachen


sich weigern – etwas nicht tun, weil man es nicht will

ein Spiel pfeifen – mit einem Instrument Töne erzeugen, damit die Spieler
aufmerksam werden; hier: ein Spiel leiten

Todesfall, -fälle (m.) – die Tatsache, dass jemand stirbt

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Gewalt gegen Schiedsrichter

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Seit dem Todesfall in den Niederlanden …


a) gibt es in Europa weniger Gewalt gegen Schiedsrichter.
b) gibt es in Europa weniger Menschen, die Schiedsrichter werden möchten.
c) gibt es in den Niederlanden ein Gesetz gegen Gewalt im Fußball.

2. In England …
a) werden Schiedsrichter besonders häufig angegriffen.
b) sagen 60 Prozent der Schiedsrichter, dass sie in fast jedem Spiel beleidigt werden.
c) ist die Angst der Schiedsrichter angegriffen zu werden, am größten.

3. Die englische Hilfsorganisation „Ref Support UK“ findet, dass …


a) jeder Schiedsrichter eine Body Cam tragen sollte.
b) das Thema von der Öffentlichkeit nicht ernst genug genommen wird.
c) es in den letzten Jahren nicht mehr so viele Angriffe gibt wie früher.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Der niederländische ____________ hat nach dem Tod des Schiedrichters


Nieuwenhuizen viele Aktionen gegen Gewalt gestartet.
2. Die ____________ der vielen Angriffe ist, dass niemand mehr Schiedsrichter
werden will.
3. Die europäischen Fußballverbände schlagen ____________, weil immer mehr
Schiedsrichter angegriffen werden.
4. Eine europaweite ____________ gegen Gewalt soll für mehr Respekt im Fußball
sorgen.
5. Die 15- und 16-jährigen niederländischen Spieler haben nicht gedacht, dass sie eine
____________ bekommen.
6. Der ____________ der Schiedsrichter ist eine Aktion, um auf die Gewalt auf dem
Fußballplatz aufmerksam zu machen.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Fußballverband b) Haftstrafe c) Streik


d) Kampagne e) Alarm f) Folge

3. Dass oder das?


Wähl das richtige Wort aus und vervollständige die Nebensätze.

1. Es ist schlimm, _______ (dass/das) so viele Schiedsrichter beleidigt oder sogar


angegriffen werden.
2. Hilfsorganisationen wollen das Problem, _______ (dass/das) es schon seit vielen
Jahren gibt, lösen.
3. Dadurch, _______ (dass/das) es so viel Gewalt auf dem Fußballplatz gibt, wollen
immer weniger Menschen Schiedsrichter werden.
4. Das letzte Spiel, _______ (dass/das) der Schiedsrichter Nieuwenhuizen gepfiffen
hat, wurde ihm zum Verhängnis.
5. Die Tatsache, _______ (dass/das) 60 Prozent der englischen Schiedsrichter
regelmäßig beleidigt werden, ist sehr schlimm.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Wenn der Papierberg wächst

Der Onlinehandel boomt. Täglich werden Milliarden von Päckchen


geliefert, gleichzeitig wächst der Papierberg. Jetzt fordern Kommunen,
dass Händler wie Amazon sich mehr an der Müllentsorgung beteiligen.

Noch schnell ein Klick, und schon ist das Paket unterwegs zu uns nach Hause. 2018
wurden in ganz Deutschland rund 3,5 Milliarden Pakete und Päckchen verschickt.
Der Onlinehandel boomt. Damit die Ware auf dem Weg zum Kunden nicht kaputt
geht, ist sie in Plastik und Pappkartons verpackt. Das führt allerdings dazu, dass
immer mehr Verpackungen in die Papiertonnen geworfen werden.

„Oft landen die Pappkartons – so wie sie sind – in der Papiertonne“, weiß der VKU,
der Verband kommunaler Unternehmen in Deutschland. Viele Leute zerreißen
die Verpackungen nicht. Die Folge ist, dass die Mülltonnen schneller voll sind, und
das verursacht natürlich höhere Kosten.

Zwar bezahlen die Hersteller der Verpackungen schon eine Gebühr für die
Entsorgung, aber das ist im Vergleich zu der gestiegenen Menge an
Verpackungsmüll zu wenig, findet der VKU. Damit die Bürger nicht mehr Müll-
Gebühren zahlen müssen, sollen sich jetzt Online-Händler wie Amazon an den
höheren Kosten beteiligen, fordern die Kommunen.

Die Onlinehändler versuchen deshalb, die Verpackung ihrer Pakete zu optimieren.


„Es ist uns wichtig, nicht zu große Pakete zu verschicken, denn diese sind teuer“,
erklärt Amazon. „Wir möchten keine Luft verschicken.“ Die Bundesregierung hat
Anfang 2019 ein neues Gesetz verabschiedet. Es soll dafür sorgen, dass die
Unternehmen weniger Verpackungen herstellen. Außerdem soll das Gesetz helfen,
dass mehr recycelt wird.

Autorinnen: Franziska Apfel/Anna-Lena Weber


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Onlinehandel (m., nur Singular) – der Handel im Internet

boomen (aus dem Englischen) – hier: großes wirtschaftliches Wachstum erleben

Milliarde, -n (f.) – 1.000.000.000; tausend Millionen

Kommune, -n (f.) – hier: ein Ort (eine Stadt, ein Dorf) mit einer eigenen Verwaltung

Händler, - /Händerlin, -nen – jemand, der Waren kauft und wieder verkauft

sich an etwas beteiligen – bei etwas mitmachen

Klick, -s (m.) – hier: das Auswählen einer Sache am Computer

etwas verschicken – etwas mit der Post senden

Pappkarton, -s (m.) – eine Kiste aus dickem Papier

etwas verpacken – etwas ein|packen

Verpackung, -en (f.) – das Material, in das man Waren einpackt

landen – hier: enden; ankommen

Verband, Verbände (m.) – hier: Organisationen mit gleichen Interessen

kommunal – bezogen auf eine Stadt oder Gemeinde

etwas zerreißen – an etwas stark ziehen und es so kaputtmachen

Hersteller, -/Herstellerin, -nen – eine Firma, die ein Produkt produziert

Entsorgung (f., nur Singular) – das Wegbringen/die Beseitigung von Müll

etwas optimieren – etwas verbessern

ein Gesetz verabschieden – ein Gesetz beschließen

etwas recyceln (aus dem Englischen) – aus gebrauchten Gegenständen neue


Gegenstände herstellen

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Wenn der Papierberg wächst

Aufgaben zum Text

1. Beantworte die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig
sein.

1. Was steht über das Thema Verpackung im Text?


a) Typische Verpackungen für Waren aus dem Internet sind Karton und Plastik.
b) Je mehr online bestellt wird, desto mehr Verpackungsmüll gibt es und desto
mehr Kosten entstehen.
c) Amazon ist der Onlinehändler, der den meisten Verpackungsmüll produziert.

2. Was wird über den Onlinehandel gesagt?


a) Das Land mit den meisten Online-Bestellungen weltweit ist Deutschland.
b) Der VKU möchte, dass die Onlinehändler die Kosten für die Verpackungen
komplett übernehmen.
c) Es gibt Onlinehändler, die schon darauf achten, nicht zu viel Verpackungsmaterial
zu benutzen.

3. Was ist richtig?


a) In einem neuen Gesetz der Bundesregierung steht, dass Onlinehändler nur noch
Verpackungen benutzen dürfen, die man recyceln kann.
b) Der VKU sagt, dass Papiertonnen oft so voll sind, weil viele Leute die Kisten nicht
in Stücke reißen, bevor sie sie wegschmeißen.
c) Bald müssen die Bürger mehr Geld für ihre Mülltonne bezahlen.

2. Üb die Vokabeln!
Welches Wort fehlt in welchem Satz? Ordne zu!

1. Immer mehr Menschen bestellen Waren im Internet, deshalb ist der


____________ in den letzten Jahren immer größer geworden.
2. Ich bestelle nicht im Internet, sondern gehe lieber in kleine Geschäfte. Dann habe
ich auch nicht so viel Müll durch die ganzen ____________.
3. Im Briefkasten war ein Zettel, dass das ____________ im Nachbarhaus abgeholt
werden kann.
4. Wann werden diese Woche die ____________ geleert?

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Viele ____________ bieten ihre Produkte nicht nur im Geschäft, sondern auch
online an.
6. Wie hoch ist die ____________ für die Müllentsorgung in deiner Stadt?
7. In den letzten Monaten habe ich sehr viel Im Internet bestellt. Insgesamt waren es
____________ für über 1000€.

a) Waren b) Mülltonnen c) Händler


d) Päckchen e) Onlinehandel f) Gebühr
g) Verpackungen

3. Üb die Konnektoren!
Welche Wörter fehlen in den Sätzen? Ordne richtig zu.

1. Die online bestellten Produkte werden gut verpackt, ______ sie nicht kaputt
gehen.
2. Man sollte nicht so oft online bestellen, ______ dadurch entsteht sehr viel
Verpackungsmüll.
3. Es gibt Probleme mit zu viel Müll und zu hohen Kosten. Die Bundesregierung hat
__________ ein neues Gesetz verabschiedet.
4. Ich habe meine Wunschartikel online bestellt, ______ ich letzte Woche krank
war.
5. Das Unternehmen fordert, ______ sich Onlinehändler an den
Verpackungskosten beteiligen.

a) da b) damit c) deshalb
d) denn e) dass

Autoren: Franziska Apfel /Anna-Lena Weber


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Drogensucht: kein Geld für Prävention

Von A wie Alkohol bis Z wie Zigaretten: Laut Bundesregierung sind


mindestens 8 Millionen Deutsche süchtig nach legalen oder illegalen
Drogen. Für Prävention fehlt vielen Kommunen das Geld.

Legale Drogen wie Alkohol und Zigaretten gehören für viele Menschen ganz
selbstverständlich zum Alltag. Aber der Konsum dieser Drogen kann schnell zur Sucht
werden. Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 sind vier Millionen Deutsche süchtig
nach Nikotin, 1,6 Millionen sind alkoholabhängig. Besonders auf dem Land ist Alkohol
das häufigste Suchtmittel.

In den Städten spielen außerdem auch illegale Drogen eine große Rolle. Zum Beispiel ist
der Konsum von Kokain in Berlin, Hamburg, München und Dortmund so hoch, dass
dort Spuren der Droge im Abwasser gefunden wurden. Immer öfter haben die
Mitarbeiter von Beratungsstellen mit Menschen zu tun, die gleichzeitig von mehreren
Drogen abhängig sind.

Der Kampf gegen die Drogensucht kostet Geld. Diese Kosten tragen vor allem die
Kommunen: Sie betreiben Beratungsstellen und unterstützen Suchtkranke, die ihre
Arbeit oder ihre Wohnung verloren haben. Auch Familienmitglieder von Betroffenen
brauchen oft Hilfe. Das gilt besonders für Kinder, deren Eltern ein Suchtproblem haben.

Im November 2019 hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela


Ludwig, Vertreter der Kommunen zu einer Konferenz eingeladen. Dabei wurde
darüber diskutiert, wie die Zahl der Drogenabhängigen gesenkt werden kann. Ein
wichtiges Mittel wäre die Prävention, um zu verhindern, dass Menschen überhaupt
Drogen nehmen. Aber für solche Programme fehlt den meisten Kommunen das Geld.

Autorinnen: Tessa Clara Walther, Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Sucht, Süchte (f.) – die Tatsache, dass man ohne etwas nicht mehr leben kann

Prävention, -en (f., meist im Singular) – die Maßnahme, die dafür sorgen soll, dass
etwas nicht passiert; die Vorbeugung

nach etwas süchtig sein – ohne etwas nicht leben können

legal – vom Gesetz erlaubt; nicht gegen das Gesetz

illegal – vom Gesetz her verboten

Kommune, -n (f.) – hier: ein Ort (eine Stadt, ein Dorf) mit einer eigenen Verwaltung;
eine Gruppe von Orten, die eine gemeinsame Verwaltung haben

Konsum (m., nur Singular) – der Gebrauch von etwas

Studie, -n (f.) – hier: die wissenschaftliche Untersuchung zu einem bestimmten Thema

Nikotin (n., nur Singular) – ein Stoff, der in Tabak enthalten ist; ein Nervengift

Suchtmittel, - (n.) – eine Droge; ein chemischer Stoff, der abhängig macht

Kokain (n., nur Singular) – eine Droge, die aus den Blättern der Coca-Pflanze
hergestellt wird

Abwasser, Abwässer (n.) – das dreckige Wasser, das aus Häusern und Fabriken
kommt

Beratungsstelle, -n (f.) – ein Ort, an dem man Hilfe bekommt und informiert wird

vor allem – besonders; zum größten Teil

etwas betreiben – hier: dafür sorgen, dass etwas funktioniert; auch: etwas finanzieren

Betroffene, -n (m./f.) – die Person, die ein bestimmtes Problem hat

Drogenbeauftragte, -n (m./f.) – jemand, der sich um das Problem des Drogen- und
Alkoholkonsums in der Gesellschaft kümmert

Vertreter, -/Vertreterin, -nen – hier: jemand, der zu einer bestimmten


gesellschaftlichen Gruppe oder Institution gehört

etwas senken – hier: etwas vermindern; dafür sorgen, dass etwas weniger wird

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Drogensucht: kein Geld für Prävention

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was wird im Text gesagt?


a) Der Konsum von Alkohol ist für viele Deutsche ganz normal.
b) In Deutschland ist Alkoholabhängigkeit das größte Suchtproblem.
c) Vor allem Menschen, die in Städten leben, haben Probleme mit Alkohol.

2. Was ist richtig?


a) Es ist die Aufgabe der Bundesregierung, Suchtkranke finanziell zu unterstützen.
b) Für die Unterstützung von Suchtkranken sind die Kommunen verantwortlich.
c) Drogenkonsum kann negative Konsequenzen für die ganze Familie haben.

3. Was steht im Text?


a) Prävention kann dafür sorgen, dass weniger Menschen Drogen nehmen.
b) Daniela Ludwig will, dass die Kommunen weniger Geld für Drogenberatung
ausgeben.
c) Viele Kommunen haben nicht genug finanzielle Mittel für weitere Angebote.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort gehört in welchen Satz? Wähl das passende Substantiv aus.

1. Zigaretten enthalten _________________, das eine starke Wirkung auf den


Körper hat.
2. Im Gegensatz zu Kokain ist Alkohol ein legales _________________.
3. Die _________________ muss sich darum kümmern, dass es genug
Kindergartenplätze gibt.
4. Manche Drogen führen schneller zu einer _________________ als andere.
5. Die Professorin will die Ergebnisse der _________________ so bald wie möglich
veröffentlichen.
6. Ein hoher _________________ von Zucker kann Krankheiten verursachen.

a) Kommune b) Nikotin c) Konsum


d) Studie e) Suchtmittel f) Sucht

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übe die Personenbezeichnungen!


Erinnerst du dich? Aus manchen Adjektiven und Partizipien kannst du
Personenbezeichnungen bilden. Sie werden wie Adjektive dekliniert.
Welche Endung ist richtig? Wähl die passende Lösung aus.

1. Der Journalist spricht mit der Drogenbeauftragt_____ (-e/-er/-en) über


Prävention.
2. Ein Suchtkrank_____ (-e/-er/-en) hat das Gefühl, dass er ohne die Droge nicht
leben kann.
3. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle hören den Betroffen_____ (-e/-er/-en)
aufmerksam zu.
4. In diesem Krankenhaus gibt es eine Abteilung für Suchtkrank_____ (-e/-er/-en).
5. Auch die Kinder von Drogenabhängig_____ (-e/-er/-en) brauchen oft Hilfe.
6. Der Arzt informiert nur Familienmitglieder über die Krankheit des Betroffen_____
(-e/-er/-en).

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Land unter in Venedig

Der Markusplatz ist überflutet, viele Gebäude stehen unter Wasser: So ein
Hochwasser wie im November 2019 hat die italienische Lagunenstadt lange
nicht erlebt. Und es droht sogar die Aberkennung des Weltkulturerbetitels.

Einmal mit einer Gondel über den Canale Grande in Venedig zu fahren, ist der
Traum vieler Touristen. Die norditalienische Stadt ist für ihre vielen Wasserstraßen und
historischen Gebäude berühmt, jährlich kommen mehr als 22 Millionen Besucher.
Land unter ist in Venedig nichts Neues. Im November 2019 erreichte das Hochwasser
aber einen alarmierenden Stand von 1,87 Meter über dem Meeresspiegel – so hoch
stand das Wasser seit 53 Jahren nicht mehr.

„Dieses Hochwasser wird eine Wunde in der Stadt hinterlassen, die nicht so schnell
heilen wird“, so Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro. In der Lagunenstadt, die seit
1987 zum Weltkulturerbe gehört, steht viel auf dem Spiel. Viele historische Gebäude
sind überflutet, auch der berühmte Markusdom steht unter Wasser. Die Schäden liegen
mindestens bei einer Milliarde Euro.

Mechtild Rössler, Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums in Paris, sagt: „Venedig


muss aufpassen!“ Der Stadt droht schon seit 2015 die Aberkennung des
Weltkulturerbetitels. Grund dafür sind vor allem die vielen Kreuzfahrtschiffe, die
durch die engen Wasserstraßen fahren dürfen. Außerdem ist die Stadt so teuer
geworden, dass immer mehr Einheimische Venedig verlassen müssen. „Wir wollen
keine Museumsstadt“, so Rössler. Es ist schwer, eine Lösung für das Problem zu finden,
denn die Stadt lebt vom Tourismus.

Jetzt kommt durch das schlimme Hochwasser ein weiteres Problem hinzu. Klar ist:
Venedig ist vom Klimawandel besonders betroffen. Starker Regen und der
steigende Meeresspiegel sind die sichtbarsten Zeichen. Die Aberkennung des
Weltkulturerbetitels wäre eine weitere Katastrophe für die Stadt. „Soweit sollte es nicht
kommen“, sagt Mechtild Rössler und bietet sogar Expertenhilfe an: „Wenn Venedig uns
anfragt, stehen wir bereit.“

Autoren: Stefan Dege/Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar
Land unter – redensartlich für: so, dass etwas unter Wasser steht
etwas überfluten – etwas mit viel Wasser bedecken
unter Wasser stehen – so, dass etwas mit viel Wasser bedeckt ist
Hochwasser, - (n.) – ein höherer Stand des Wassers als normalerweise
Lagunenstadt (f.) – ein Stadt mit großen Wasserflächen
drohen – hier: jemand muss mit etwas Negativem rechnen
Aberkennung, -en (f.) – das Wegnehmen eines Titels, z.B. eines Doktortitels
Weltkulturerbetitel, - (m.) – die Verleihung eines Titels durch die UNESCO an
Städte, die sich durch etwas besonders auszeichnen
Gondel, -n (f.) – ein längliches Schiff, mit dem man auf den Kanälen Venedigs fährt
Canale Grande (m., nur Singular) – der Hauptkanal in Venedig
historisch – hier: so, dass etwas eine wichtige Bedeutung in der Geschichte hat
(Wasser)Stand, -Stände (m.) – die Höhe des Wassers vom Meer oder einem Fluss
Meeresspiegel (m., nur im Singular) – die Höhe des Meeres
etwas hinterlassen – hier: etwas zurücklassen
heilen – hier: verschwinden
auf dem Spiel stehen – etwas ist sehr wichtig und kann negativ enden
Milliarde, -n (f.) – 1.000.000.000; tausend Millionen
Kreuzfahrtschiff, -schiffe (n.) – ein großes Schiff, auf dem man Urlaub macht
Einheimische, -n (m./f.) – eine Person, die an einem Ort Zuhause ist
hinzu|kommen – hier: etwas Zusätzliches sein
Klimawandel (m., nur Singular) – die Veränderung des Klimas
von etwas betroffen sein – hier: ein bestimmtes Problem haben
sichtbar – so, dass man etwas sehen kann
soweit – hier: bis dahin
an|fragen – (meist offiziell) nach einer bestimmten Sache fragen

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Land unter in Venedig

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Venedig ist …
a) eine Lagunenstadt in Norditalien.
b) eine Stadt, die 2019 zum ersten Mal mit Hochwasser zu kämpfen hatte.
c) seit 1987 nicht mehr Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

2. Das UNESCO-Welterbezentrum …
a) würde Venedig bei dem Kampf gegen das Hochwasser helfen, wenn die Stadt darum
bitten würde.
b) findet, dass zu viele Touristen nach Venedig kommen.
c) möchte der Stadt wegen des Hochwassers den Weltkulturerbetitel aberkennen.

3. Der Wasserstand …
a) steigt jedes Jahr im Herbst auf 1,80 m über dem Meeresspiegel.
b) war 2019 so hoch wie seit 53 Jahren nicht mehr.
c) ist so hoch, weil es mehr regnet als früher.

2. Üb die Vokabeln!
Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Wenn das Wasser in Städten wie Venedig immer öfter deutlich über den
____________ steigt, ist das ein Zeichen des Klimawandels.
2. Für ____________ ist Hochwasser in Venedig eigentlich nichts Neues, aber an so
ein starkes Hochwasser sind selbst sie nicht gewöhnt.
3. Die Menschen in Venedig haben alle Boote, weil sie in der Stadt oft mit
____________ kämpfen müssen.
4. Touristen finden es besonders typisch für Venedig, mit einer ____________
durch die Stadt zu fahren.
5. Es ist schlimm für Venedig, dass sich die ____________ des Klimawandels
immer häufiger zeigen.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Hochwasser b) Meeresspiegel c) Gondel


d) Einheimische e) Effekte

3. Üb den Genitiv!
Bilde aus den Satzteilen einen Satz im Genitiv.

Beispiel:
eine Milliarde Euro / liegen bei / das Hochwasser
Die Schäden des Hochwassers liegen bei einer Milliarde Euro.

1. unter Wasser / stehen / die Einheimischen


Die Häuser _________________________________________________.

2. Venedig / nach Helfern / sucht / über Twitter


Der Bürgermeister ____________________________________________.

3. der Meeresspiegel / höher / als letztes Jahr / ist


Der Stand __________________________________________________.

4. in Venedig / besonders stark zu sehen / der Klimawandel / sind


Die Folgen _________________________________________________.

5. bei der Lösung / bietet an / das Problem / zu helfen


Die UNESCO _______________________________________________.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Meine Heimat, deine Heimat

Heimat – ein typisch deutscher Begriff, der sehr unterschiedlich


interpretiert wird. Aber ist er überhaupt noch zeitgemäß? Diese Frage
haben jetzt deutsche Autoren mit Migrationshintergrund auf einem Festival
diskutiert.

#irgendwasmitheimat – so lautet das Motto des Literatürkfestivals, eines türkisch-


deutschen, internationalen Literaturfests, das im November 2019 in Essen und im
ganzen Ruhrgebiet stattfindet. Heimat – was ist das eigentlich? Ein realer Ort? Ein
Gefühl? Die Autoren des Buches „Eure Heimat ist unser Albtraum“ diskutierten auf
dem Festival darüber, was für sie Heimat bedeutet. Sie selbst haben einen
Migrationshintergrund und leben in erster, zweiter oder dritter Generation in
Deutschland.

Die Autoren haben alle ihre persönlichen, oft schmerzhaften Erfahrungen mit dem
Begriff gemacht. Denn häufig hat Heimat auch mit Abgrenzung zu tun. Oft wurde
ihnen zu verstehen gegeben, dass sie nicht dazugehören, dass sie „anders“ sind – zum
Beispiel durch die Frage „Woher kommst du?“ Die schwarze Autorin Sharon Dodua
Otoo spricht offen mit ihren Kindern über ihre Erfahrungen der Ausgrenzung. Ihr Sohn
hat dadurch seine eigene Definition für „Heimat“ gefunden: „Mein Zuhause ist ein Ort,
für den ich gekämpft habe. […] Diesen Kampf zu führen, ist Teil meiner Heimat
geworden.“

Die Tatsache, dass die Frage nach der Herkunft überhaupt noch gestellt wird, zeigt ein
gesellschaftliches Problem: In Deutschland hängt es immer noch vom Aussehen ab, ob
man „dazugehört“ oder nicht. Rechtspopulisten haben diesen Zusammenhang in den
letzten Jahren noch verstärkt. Sie haben dafür gesorgt, dass der Begriff Heimat immer
öfter als Mittel der Abgrenzung interpretiert wird.

Der Politikwissenschaftler Max Czollek spricht sich daher in seinem Buch


„Desintegriert euch!“ gegen den Heimatbegriff aus. Er setzt sich für eine
Gesellschaft ein, in der man ohne Angst verschieden sein kann. Dass der Heimatbegriff
nun in der Politik wieder verstärkt verwendet wird, findet er nicht nur nicht zeitgemäß,
sondern gefährlich: „Die Realität ist eine ausschließende, und das macht diesen
politischen Heimatbegriff so toxisch.“

Autorinnen: Sabine Peschel/Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

etwas interpretieren – hier: etwas deuten; etwas auf eine bestimmte Art sehen

zeitgemäß – modern; so, dass etwas in die heutige Zeit passt

Migrationshintergrund (m., nur Singular) – die Tatsache, dass man in einem Land
lebt, aber selbst (oder die Familie) ursprünglich aus einem anderen Land kommt

Ruhrgebiet (n., Singular) – eine Region im Westen Deutschlands, in der es früher viel
Industrie und (Kohle-)Bergbau gab

Albtraum, -träume (m.) – ein böser, schrecklicher Traum

erste Generation, -en (f.) – hier: die Gruppe von Menschen, die aus einem anderen
Land nach Deutschland gekommen ist (zweite Generation: die Kinder der ersten
Generation)

schmerzhaft – so, dass etwas wehtut

Abgrenzung, -en (f.) – hier: das öffentliche Zeigen der Unterschiede zwischen der
eigenen Gruppe und anderen Gruppen

Definition, -en (f.) – hier: die genaue inhaltliche Erklärung eines Wortes

Rechtspopulist, -en/Rechtspopulistin/-innen – jemand, der versucht, mit


rechten, nationalistischen Ideen politisch erfolgreich zu sein

etwas verstärken – etwas steigern; etwas stärker machen

Politikwissenschaftler, -/Politikwissenschaftlerin, -nen – jemand, der sich


beruflich mit der Entwicklung der Politik beschäftigt

sich desintegrieren – sich nicht integrieren; nicht mehr so sein wie alle anderen

sich gegen etwas aus|sprechen – öffentlich sagen, dass man etwas nicht gut findet;
öffentlich sagen, dass man etwas nicht möchte

sich für etwas ein|setzen – für etwas/jemanden kämpfen

jemanden aus|schließen – hier: sich so verhalten, dass man bestimmte Personen


nicht als Teil der Gruppe akzeptiert

toxisch – giftig; hier: sehr gefährlich

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Meine Heimat, deine Heimat

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Das Literatürkfestival in Essen …


a) gibt es seit 2019.
b) hat immer den Begriff „Heimat“ zum Thema.
c) ist eine Literaturveranstaltung von und über Menschen mit Migrationshintergrund.

2. Der Politikwissenschaftler Max Czollek …


a) findet es nicht gut, dass der Heimatbegriff von Politikern wieder oft verwendet wird.
b) findet das Wort Heimat sehr wichtig und möchte zu einer neuen Interpretation des
Wortes beitragen.
c) hat ein Buch über Heimat geschrieben.

3. Die Frage nach der Herkunft …


a) hilft nicht dabei, dass sich alle integriert fühlen.
b) kann ausgrenzend sein, weil man damit die Vermutung ausdrückt, dass jemand
woanders herkommt.
c) beantworten die Autoren auf dem Literatürkfest gern.

2. Üb die Vokabeln!
Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Menschen mit ____________ sind auch Personen, die zwar selbst in Deutschland
geboren sind, aber deren Eltern nach Deutschland eingewandert sind.
2. Die ____________ von Menschen, die nicht „typisch deutsch“ aussehen, wird vor
allem von Rechtspopulisten unterstützt.
3. Die ____________ der Heimatbegriffes ist sehr schwierig, weil jeder etwas
anderes unter „Heimat“ versteht.
4. „Ich hatte gestern einen ____________! Ich wusste nicht mehr, wer ich bin und
woher ich komme.“

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. „Meine Großeltern sind in den 1960er Jahren aus der Türkei nach Deutschland
gekommen. Ich gehöre jetzt zur dritten ____________ unserer Familie, die in
Deutschland lebt.“

a) Abgrenzung b) Definition c) Albtraum


d) Generation e) Migrationshintergrund

3. Üb die Konjunktionen!
Verbinde beide Sätze mit einer Konjunktion. Welche passt?

Beispiel:
Die Autorin wird vom Politiker angegriffen. Deshalb wird sie wütend.
Weil die Autorin vom Politiker angegriffen wird, wird sie wütend.

1. Die Autorin lebt nicht in Köln. Die Autorin lebt in Berlin.


Die Autorin lebt nicht in Köln, _______ in Berlin.

2. Der Autor berichtet, dass er kein Geld hatte. Er hatte auch keine Arbeit.
Der Autor berichtet, dass er kein Geld hatte, _______ er hatte auch keine Arbeit.

3. Er interessiert sich sehr für Politik. Trotzdem will er kein Politiker werden.
Er möchte kein Politiker werden, _______ er sich sehr für Politik interessiert.

4. Er möchte zum Literaturfest gehen. Daher macht er früh Feierabend.


Heute macht er früh Feierabend, _______ er zum Literaturfest gehen möchte.

5. Er ging zum Literaturfest. Vorher kaufte er sich einen schicken Anzug.


Er kaufte sich einen schicken Anzug, _______ er zum Literaturfest ging.

a) und b) obwohl c) weil


d) bevor e) sondern

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Medizinische Hilfe für Menschen ohne Papiere

Menschen, die nicht legal in Deutschland leben, haben ständig Angst vor
der Abschiebung. Sie haben keine Krankenversicherung und müssen für
den Staat unsichtbar bleiben. Oft trauen sie sich nicht, zum Arzt zu gehen.

Mary ist schwanger. In der Hamburger Praxis „Andocken“ wird die Frau aus Ghana von
einer Hebamme untersucht – anonym. Denn sie hat keine Aufenthaltserlaubnis
und keine Krankenversicherung. Eigentlich heißt sie nicht Mary, aber ihren richtigen
Namen will sie nicht sagen. Sie weiß: Wenn man sie entdeckt, droht ihr die
Abschiebung.

Eine Rückkehr nach Ghana wäre gefährlich für sie und ihr Baby. Mary hat nur noch
eine Niere und könnte dort nicht ausreichend medizinisch versorgt werden. Deshalb
möchte sie unbedingt in Deutschland bleiben. Mitglieder einer Kirchengemeinde
kümmern sich um sie, aber eine Wohnung hat sie nicht. „Es ist die Hölle“, sagt Mary zu
Maike Jansen, der Hebamme, die sie und das Baby untersucht.

Man vermutet, dass in Deutschland einige hunderttausend Menschen ohne Papiere


leben. Wie Mary müssen sie ständig darauf achten, unsichtbar zu bleiben. Das bedeutet,
dass sie keine legale Arbeit finden und staatliche Angebote nicht nutzen können. Auch
die medizinische Versorgung ist schwierig. Viele gefährden ihre Gesundheit, weil sie
sich nicht trauen, zum Arzt zu gehen.

Zwar haben sie im Notfall ein Recht auf eine anonyme Behandlung im Krankenhaus,
doch oft funktioniert das System nicht richtig. Die Sozialarbeiterin Maria José
Guillén Ramirez berichtet von ihren Erfahrungen mit Krankenhäusern: „Wenn es ein
Notfall ist, müssen sie die Leute aufnehmen, aber es gibt Krankenhäuser, die das nicht
machen.“ Eine sichere Möglichkeit sind nicht-staatliche Initiativen wie die Praxis
„Andocken“. Dort werden die Menschen anonym und kostenlos behandelt.

Autorinnen: Andrea Grunau, Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

legal – vom Gesetz erlaubt

ständig – immer

Abschiebung, -en (f.) – die Tatsache, dass der Staat jemanden zwingt, das Land zu
verlassen

unsichtbar – nicht zu sehen

sich etwas trauen – den Mut haben, etwas zu tun

Hebamme, -n (f.) – eine Frau, die beruflich bei Geburten hilft

anonym – so, dass der Name von jemandem nicht genannt wird; unbekannt

Aufenthaltserlaubnis, -se (f.) – ein Dokument, in dem steht, dass man in einem
Land (z. B. in Deutschland) leben darf, wenn man aus einem anderen Land kommt

jemandem drohen; jemandem droht etwas – hier: jemand muss mit etwas
Negativem rechnen

Rückkehr (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man wieder zu einem Ort geht, an
dem man vorher war

Niere, -n (f.) – ein Organ im Inneren des Körpers, das Urin produziert

jemanden versorgen – jemandem das geben, was er braucht

Gemeinde, -n (f.) – hier: eine Gruppe von Menschen an einem bestimmten Ort, die zu
einer bestimmten Religion gehört

Hölle, -n (f.) – hier: eine sehr schlimme Situation

etwas nutzen – etwas verwenden; etwas benutzen

etwas/jemanden gefährden – etwas/jemanden in Gefahr bringen

Notfall, -fälle (m.) – hier: eine Situation, in der jemand plötzlich in Gefahr ist

Sozialarbeiter/-, Sozialarbeiterin, -nen – jemand, der sich um Menschen


kümmert, die in einer schwierigen sozialen Situation leben

Initiative, -n (f.) – hier: eine Gruppe, die sich für etwas Bestimmtes einsetzt

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Medizinische Hilfe für Menschen ohne Papiere

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Mary ...
a) darf eigentlich nicht in Hamburg wohnen.
b) braucht besondere medizinische Betreuung.
c) möchte ihr Kind in Ghana bekommen.

2. Menschen ohne Papiere ...


a) müssen sich vor dem Staat verstecken.
b) können sich nicht auf eine normale Stelle bewerben.
c) haben einmal im Jahr das Recht auf eine medizinische Untersuchung.

3. Eine anonyme Behandlung im Notfall ...


a) ist in deutschen Krankenhäusern verboten.
b) lehnen manche Krankenhäuser ab.
c) wird zum Beispiel von der Praxis „Andocken“ angeboten.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt in welchen Satz? Wähl das passende Substantiv aus.

1. Nachdem sie das Haus verlassen hatte, warteten wir ungeduldig auf ihre
____________. Aber es dauerte Stunden, bis sie wiederkam.
2. Sie muss operiert werden, weil ihre linke ____________ nicht mehr richtig
arbeitet.
3. Wir haben eine ____________ gegründet, die sich um Kinder ohne Papiere
kümmert.
4. Die ständige Angst um ihre Familie war die ____________ für sie.
5. Die ____________ weiß genau, wie sie eine Frau bei der Geburt am besten
unterstützen kann.
6. Aus Angst vor der ____________ in ein anderes Land haben sie sich vor der
Polizei versteckt.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Niere b) Abschiebung c) Rückkehr


d) Hebamme e) Initiative f) Hölle

3. Übe die Verneinung!


Wie kannst du die Aussagen verneinen? Schreib „nicht“ oder „kein-“ mit
der passenden Endung in die Lücke.

1. Während ihrer Schwangerschaft möchte sie das Land ___________ verlassen.


2. Menschen ohne Papiere können ____________ staatlichen Angebote nutzen.
3. Leider ist es ohne Papiere ___________ möglich, eine legale Arbeit zu finden.
4. In diesem Land kann die Patientin __________ richtig behandelt werden.
5. Wir können Sie nicht sofort behandeln, weil Ihre Krankheit __________ Notfall
ist. Bitte vereinbaren Sie einen Termin für nächste Woche.
6. Ich habe bis jetzt noch ___________ Arzt gefunden, der Patienten ohne
Krankenversicherung behandelt.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die „Sesamstraße“ ist 50

Seit 1969 lernen Kinder mit der „Sesamstraße“ Buchstaben, Zahlen und
Verkehrsregeln – seit 1973 auch in Deutschland. Doch der Start war nicht
einfach. Viele deutsche Eltern und Pädagogen waren damals gegen die
Serie.

Menschen in aller Welt kennen Ernie, Bert und ihre Freunde – die lustigen Puppen aus
der „Sesamstraße“. Mit ihrer Hilfe können Kinder auf unterhaltsame Art etwas
lernen, zum Beispiel Zahlen oder wichtige Verkehrsregeln. Ende der 1960er-Jahre
wurde die US-amerikanische Serie besonders für Kinder aus ärmeren Familien
entwickelt, die nicht so viele Bildungsmöglichkeiten hatten wie andere Kinder.

In den USA wurde die erste Folge am 10. November 1969 gezeigt. Seit 1973 können
auch Kinder in Deutschland die Serie sehen. Doch damals glaubten viele deutsche
Eltern und Pädagogen, dass Figuren wie Oscar, der in einer Mülltonne lebt, keine
guten Vorbilder für Kinder sind. In Bayern wurde die Sendung zuerst gar nicht
gezeigt. Der Chef des bayrischen Fernsehens meinte, dass Kinder sich mit den
„Negern“, die in der Sesamstraße auftreten, nicht identifizieren können.

Ab 1978 gab es dann eine deutsche Version der „Sesamstraße“. Dafür entwickelte man
zwei neue Puppen: Tiffy und den Bären Samson. Später kamen weitere Figuren dazu.
Peter Röders, der den Bären spielte, erzählt: „In den USA lag der Fokus auf dem
Lernen. Bei uns war es mehr auf soziales Miteinander ausgerichtet.“ In einer
Folge geht es zum Beispiel darum, wie die Tochter türkischer Arbeiter in Deutschland
Freunde findet.

Inzwischen gibt es auf der ganzen Welt unterschiedliche Versionen der Serie. So wirbt
die israelische „Sesamstraße“, die dort „Rechow Sumsum“ heißt, für bessere
Beziehungen zwischen Juden und Arabern. In Südafrika informiert die Puppe Kami
Kinder über Aids und in den USA gibt es seit 2019 eine Figur, deren Mutter Drogen
nimmt. 50 Jahre nach der ersten Sendung sehen Millionen Kinder die „Sesamstraße“ –
in 150 Ländern und 70 Sprachen.

Autor/Autorin: Grzegorz Szymanowski, Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Pädagoge, -n/Pädagogin, -nen – jemand, der sich beruflich mit Bildung und
Erziehung beschäftigt, zum Beispiel Lehrer

Serie, -n (f.) – hier: eine Fernsehsendung, die regelmäßig gesendet wird, und die aus
verschiedenen Folgen besteht

auf unterhaltsame Art – so, dass etwas Spaß macht und interessant ist

Folge, -n (f.) – hier: ein Teil einer Fernsehserie

Mülltonne, -n (f.) – etwas, das vor der Haustür steht und in das man den Müll wirft

Vorbild, -er (n.) – jemand, den man so gut findet, dass man so sein möchte wie er

sich mit jemandem identifizieren können – sich mit jemandem verbunden


fühlen; verstehen, wie jemand sich fühlt

Neger, -/Negerin, -nen – altes, diskriminierendes Wort für einen dunkelhäutigen


Menschen

auf|treten – hier: in einem Film, einer Serie oder einem Theaterstück mitspielen

Version, -n (f.) – eine von mehreren Möglichkeiten, etwas darzustellen

Bär, -en (m.) – ein großes Tier mit dickem Fell und runden kleinen Ohren, das z. B. in
Nordamerika lebt und gerne Honig und Fische isst

der Fokus liegt auf ... – es geht besonders um ...

auf etwas ausgerichtet sein – hier: sich besonders mit einem Thema beschäftigen

soziales Miteinander (n., nur Singular) – das Zusammenleben mit anderen


Menschen

für etwas werben – hier: etwas positiv darstellen, um andere davon zu überzeugen

Jude, -n/Jüdin, -nen – eine Person, die das Judentum als Religion hat

Aids (n., meist ohne Artikel, nur Singular) – eine Krankheit, die den Körper schwächt,
so dass er sich gegen Krankheiten nicht mehr gut wehren kann

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die „Sesamstraße“ ist 50

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Die Sesamstraße ...


a) wurde besonders für ärmere Kinder gemacht.
b) soll Lernen und Spaß miteinander verbinden.
c) wurde 1973 in Deutschland erfunden.

2. Deutsche Pädagogen ...


a) erfanden die Figur „Oscar“ für die deutsche Sesamstraße.
b) dachten, dass die Sesamstraße einen schlechten Einfluss auf Kinder hat.
c) fanden die amerikanische Sesamstraße zu langweilig.

3. In einzelnen Ländern werden in der Sesamstraße unterschiedliche Themen


behandelt, zum Beispiel ...
a) die Beziehungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
b) eine gefährliche Krankheit, an der viele Menschen leiden.
c) die Abhängigkeit von Drogen und ihre Konsequenzen für die Familie.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt in welchen Satz? Wähl das passende Substantiv aus.

1. Dieses Lied wurde von verschiedenen Musikern gespielt. Welche ___________


gefällt dir am besten?
2. Ärzte hoffen, dass sie bald eine Impfung gegen ____________ entwickeln
können.
3. Naturschützer freuten sich, als im Jahr 2009 wieder ein ____________ in
Deutschland gesehen wurde.
4. Wirf die leeren Flaschen bitte nicht in die ____________, sondern bring sie in
den Supermarkt.
5. Die Serie war gestern wieder so spannend! Ich freue mich schon auf die nächste
____________.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Du musst ein ____________ für deine Kinder sein. Wenn du nie aufräumst,
machen die Kinder es auch nicht.

a) Mülltonne b) Aids c) Vorbild


d) Folge e) Version f) Bär

3. Übe die Präpositionaladverbien!


Was passt in die Lücke? Wähl die richtige Lösung aus.

1. In der Kindersendung geht es heute (darum/darauf/dafür/darüber) _____, wie


man sicher über die Straße geht.
2. Die Sesamstraße ist ein Vorbild (darum/darauf/dafür/darüber) _____, wie
Menschen friedlich zusammenleben können.
3. Die Figuren werben (darum/darauf/dafür/darüber) _____, Probleme ohne Gewalt
zu lösen.
4. Der Fokus liegt (darum/darauf/dafür/darüber) _____, Kinder auf die Schule
vorzubereiten.
5. Die Sendung informiert (darum/darauf/dafür/darüber) _____, wie Kinder in
anderen Ländern leben.
6. Das Programm ist (darum/darauf/dafür/darüber) _____ ausgerichtet, Kindern aus
armen Familien mehr Bildungsmöglichkeiten zu bieten.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

9. November 2019: 30 Jahre Mauerfall

Der 9. November 1989 ging in die Geschichte ein: Damals wurde die Grenze
zwischen Ost- und Westdeutschland geöffnet. Die Gedenkstätte Bernauer
Straße erinnert an die Teilung der Stadt.

Wenn man die Bernauer Straße in Berlin entlangläuft, kann man dort lange
Metallstäbe sehen, die in einer Reihe stehen. Dabei handelt es sich nicht um irgendein
Kunstobjekt: Die Stäbe zeichnen den früheren Verlauf der Berliner Mauer nach,
die zwischen 1961 und 1989 Ost- und Westberlin voneinander trennte. Die wenigen
Mauerteile, die noch übrig geblieben sind, werden so symbolisch miteinander
verbunden.

Der Berlinerin Ida fällt es schwer, zu den Metallstäben zu gehen. Sie sagt: „Ich war
seit damals nicht mehr hier.“ 1961 war Ida 21 Jahre alt und seit drei Jahren verlobt.
Die Mauer trennte sie von ihrem Verlobten, der im Westen lebte. Vor dem Mauerbau
war es noch möglich gewesen, sich zu besuchen. „Danach konnten wir uns nur noch
über die Mauer zuwinken,“ erzählt Ida. Eines Abends ging sie zu nah an die Mauer
heran und wurde verhaftet. Drei Monate war sie in Untersuchungshaft. Ihre Familie
wusste nicht, wo sie war.

Ida hatte Glück im Unglück: Sie wurde freigesprochen. Geschichten wie diese gibt
es viele – oft mit einem weniger glücklichen Ende. Mindestens 140 Menschen sind an
der Berliner Mauer gestorben. Die meisten sind bei Fluchtversuchen verunglückt
oder erschossen worden. An der Gedenkstätte Bernauer Straße erinnern heute kleine,
runde Tafeln auf dem Boden an die vielen Fluchtversuche und Todesopfer.

Trotz ihrer Erlebnisse hat Ida immer daran geglaubt, irgendwann in einem vereinten
Deutschland zu leben. Vor 30 Jahren, am 9. November 1989, wurde die Grenze
zwischen Ost- und Westdeutschland schließlich geöffnet. In den Wochen davor waren
immer mehr DDR-Bürger auf die Straße gegangen, um für ihre Freiheit zu
demonstrieren. Der Mauerfall ging als Resultat dieser friedlichen Revolution in die
Geschichte ein.

Autorinnen: Lisa Marie Jordan, Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar
Mauerfall (m., nur Singular) – die Öffnung der Grenze zwischen der DDR und der
BRD im November 1989

in die Geschichte ein|gehen – ein wichtiges historisches Ereignis sein

Gedenkstätte, -n (f.) – ein Ort, der z. B. an ein historisches Ereignis erinnert


Stab, Stäbe (m.) – hier: ein langer runder Gegenstand aus Metall
Kunstobjekt, -e (n.) – das Ergebnis künstlerischer Arbeit (z. B. eine Statue)
den Verlauf nach|zeichnen – zeigen, in welche Richtung etwas früher geführt hat
etwas fällt jemandem schwer – etwas ist schwierig für jemanden
verlobt – so, dass man einander offiziell versprochen hat, zu heiraten (Person: der
Verlobte/die Verlobte)
Untersuchungshaft (f., nur Singular) – die Tatsache, dass jemand zu Beginn eines
Prozesses im Gefängnis eingesperrt ist
Glück im Unglück haben – hier: so sein, dass ein negatives Ereignis ein positives
Ende hat
frei|sprechen – in einem Prozess entscheiden, dass jemand unschuldig ist
Fluchtversuch, -e (m.) – die Tatsache, dass jemand versucht, von einem Ort
wegzukommen
verunglücken – einen Unfall haben und dabei verletzt werden oder sterben
jemanden erschießen – jemanden durch einen Schuss aus einer Pistole oder einem
Gewehr töten
Tafel, -n (f.) – hier: eine Platte (z. B. aus Metall), die an historische Ereignisse erinnert
vereint – hier: so, dass aus zwei Teilen ein Ganzes wird
DDR (f., nur Singular) – Abkürzung für: Deutsche Demokratische Republik (Staat von
1949-1990)
auf die Straße gehen – hier: an einer Demonstration teilnehmen
friedliche Revolution, -en (f.)– hier: eine große Veränderung, die ohne Gewalt
herbeigeführt wurde

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

9. November 2019: 30 Jahre Mauerfall

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die richtige Antwort aus. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig
sein.

1. Die Mauer …
a) wurde im Jahr 1961 gebaut und stand 30 Jahre lang.
b) trennte viele Familien in Ost- und Westberlin voneinander.
c) wurde abgerissen, obwohl viele Menschen dagegen protestierten.

2. In der Bernauer Straße …


a) gibt es heute eine Gedenkstätte, die an die Mauer erinnern soll.
b) ist die Original-Mauer heute noch komplett erhalten.
c) erinnern Gedenktafeln auf dem Boden zum Beispiel an die Menschen, die an der
Mauer gestorben sind.

3. Die Berlinerin Ida …


a) hat im November 1989 für den Fall der Mauer demonstriert.
b) wurde an der Mauer verhaftet, später aber wieder freigelassen.
c) hatte im Jahr 1961 einen Verlobten, der auf der anderen Seite der Mauer lebte.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Der ________________ veränderte das Leben der Ostberliner.


2. Die ________________ informiert über das Leben im geteilten Deutschland.
3. Die Berlinerin Ida musste einige Zeit in ________________ bleiben und konnte
ihre Familie nicht sehen.
4. Kurz bevor die Mauer fiel, hatte viele Menschen in der ________________
demonstriert.
5. Wenn man 1980 aus Westberlin kam und in den Osten wollte, musste man die
________________ überqueren.
6. Viele Menschen wurden bei ihrem ____________ in den Westen getötet.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Untersuchungshaft b) Mauerfall c) Gedenkstätte


d) Fluchtversuch e) Grenze f) DDR

3. Übe die Relativsätze!


Welches Relativpronomen passt? Wähl das richtige aus.

1. Nach einigen Monaten, in _______ (den/denen/dem) in der DDR friedlich


demonstriert worden war, wurde die Grenze geöffnet.
2. Ida konnte den Mann, _______ (der/den/dem) sie heiraten wollte, nicht mehr
treffen.
3. Die Metallstäbe, _______ (denen/der/die) symbolisch für die Mauer stehen,
verbinden die Mauerreste an der Bernauer Straße miteinander.
4. 2019 feiern die Menschen in Deutschland den Tag, an _______ (dem/dessen/den)
die Mauer fiel, zum 30. Mal.
5. In einem Haus, _______ (das/dem/den) im Grenzgebiet stand, durfte nach dem
Mauerbau niemand mehr wohnen.
6. Ida, _______ (dessen/deren/der) Eltern nichts von ihrer Verhaftung wussten,
wurde nicht verurteilt.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Aktion gegen Plastikmüll im Meer

Zu viel Plastikmüll landet im Meer. Die niederländische Organisation „The


Ocean Cleanup“ hat eine große Aktion gestartet, um das Problem zu lösen.
Schiffe sollen den Müll auffangen.

Es wird geschätzt, dass seit 1950 weltweit etwa 8,3 Milliarden Tonnen Plastik
produziert wurden. Häufig endet der Kunststoff als Müll in der Umwelt. Besonders
Flüsse sind damit verschmutzt. Und über die Flüsse gelangt das Plastik schließlich
auch ins Meer. Dort stellt es zum Beispiel als Mikroplastik eine Gefahr für
Menschen und Tiere dar, da es über die Nahrung aufgenommen werden kann.

„The Ocean Cleanup“, eine niederländische Organisation, versucht nun, das Problem zu
lösen. Schiffe sollen den Müll dort auffangen, wo Flüsse ins Meer fließen. Die ersten
beiden „Müllfänger“-Schiffe sind in Malaysia und Indonesien im Einsatz. An 1000
Flüssen sollen in Zukunft weitere Schiffe dabei helfen, dass weniger Plastikmüll im
Meer landet. Aber ist das eine echte Lösung für das Plastikproblem?

Nadja Ziebarth, Leiterin des Meeresschutzbüros der Organisation BUND, spricht einen
anderen Aspekt an. Sie findet, dass grundsätzlich weniger Plastik verwendet werden
sollte, und fordert: „Wir müssen Plastik vermeiden, wo es nur geht. Plastik muss
recycelt werden und Plastik ist kein Wertstoff, den man rumliegen lässt. Aus
diesem Grund brauchen wir Verbote von Einmalplastik […].“

Mikroplastik entsteht vor allem durch Reifenabrieb von Autos auf den Straßen und
durch das Waschen von Textilien aus Kunststofffasern. Jedes Jahr gelangen in
Deutschland laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts etwa 5,4 Kilogramm
Mikroplastik pro Person in die Umwelt. Experten sagen, dass die Menge um 96 Prozent
reduziert werden muss – auf 200 Gramm. Nadja Ziebarths Fazit zur Aktion von „The
Ocean Cleanup“ ist daher ernüchternd: „Die Entlastung der Meere durch
Müllfänger in den Flüssen ist besser als nichts, aber auch nicht die Lösung.“

Autor/Autorin: Gero Rueter, Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar
Plastikmüll (m., nur Singular) – der Abfall aus dem Material, aus dem z. B.
Joghurtbecher und Tüten hergestellt werden und das nicht biologisch abbaubar ist
landen – hier umgangssprachlich für: ankommen
Aktion, -en (f.) – eine Handlung, mit der ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll
etwas auf|fangen – hier: etwas einsammeln
etwas schätzen – hier: etwas (z. B. eine Anzahl) ungefähr benennen
Milliarde, -n (f.) – 1.000.000.000; tausend Millionen
Kunststoff, -e (m.) – das Plastik
Mikroplastik (n., nur Singular) – Plastikteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind
etwas verschmutzen – etwas schmutzig machen; etwas verunreinigen
gelangen – hier: an einen Ort kommen
eine Gefahr dar|stellen – gefährlich sein
etwas auf|nehmen – hier: so sein, dass etwas über die Nahrung oder Wasser in den
Körper gelangt
im Einsatz sein – hier: eingesetzt werden; hier auch: genutzt werden
Aspekt, -e (m.) – hier: einer von mehreren Gründen
etwas recyceln (aus dem Englischen) – etwas wiederverwenden
Wertstoff, -e (m.) – das Material, das man wiederverwenden und recyceln kann
etwas rumliegen lassen – umgangssprachlich für: etwas nicht aufräumen/entsorgen
Reifenabrieb,-e (m.) – die Abnutzung von Reifen (z. B. eines Autos) durch Reibung
Textilien (nur Plural) – hier: z. B. Kleidung aus Stoff

Kunststofffaser, -n (f.) – Stoff aus einem Material wie z. B. Polyester


Fazit (n., nur Singular) – das zusammenfassende Ergebnis

ernüchternd – so, dass Hoffnungen, die man sich gemacht hat, nicht wahr werden
Entlastung, -en (f.) – die Tatsache, dass eine Beanspruchung verringert wird

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Aktion gegen Plastikmüll im Meer

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die richtige Lösung aus. Es kann auch mehr als eine Lösung richtig
sein.

1. Die Organisation „The Ocean Cleanup“ …


a) hat weltweit schon 1000 Tonnen Plastik aus dem Meer gesammelt.
b) unterstützt Organisationen, die Plastik aus dem Meer recyceln.
c) möchte den Müll in den Meeren reduzieren.

2. Der weltweite Plastikverbrauch …


a) beträgt seit dem Jahr 2000 8,3 Milliarden Tonnen.
b) muss laut Nadja Ziebarth weniger werden.
c) hat sich durch die Organisation „The Ocean Cleanup“ schon deutlich reduziert.

3. Mikroplastik …
a) nehmen wir über unsere Nahrung, wie z. B. Fische, auf.
b) entsteht zum Beispiel beim Autofahren.
c) kann gut von der Umwelt aufgenommen werden, wenn es 200 Gramm wiegt.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Es ist schwierig, etwas gegen die Entstehung und Verbreitung von ____________
zu tun. Es ist manchmal so klein, dass es sich sogar in der Luft befindet.
2. Wir sollten mehr für die ____________ unserer Umwelt tun. Denn das ist
letztendlich auch gut uns selbst.
3. Fasern aus ____________ findet man in vielen Kleidungsstücken.
4. Auch Plastik ist ein ____________, den man recyceln und wiederverwenden
kann.
5. Es gibt nicht nur einen ____________, den man beachten muss, wenn man Müll
vermeiden will.

a) Aspekt b) Mikroplastik c) Kunststoff


d) Wertstoff e) Entlastung

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übe das Passiv im Präsens!


Schreib die Sätze so um, dass sie im Passiv stehen.

1. Man muss mehr Plastik recyceln.


Es muss mehr Plastik ____________ ____________.
2. Man muss die Belastung durch Mikroplastik vermeiden.
Die Belastung durch Mikroplastik muss ____________ ____________.
3. Die Organisation „The Ocean Cleanup“ will noch weitere Schiffe einsetzen.
Es sollen noch weitere Schiffe von der Organisation „The Ocean Cleanup“
____________ ____________.
4. Immer mehr Länder verbieten Plastiktüten.
Plastiktüten ____________ in immer mehr Ländern ____________.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die Deutschen lieben Bargeld

Bezahlen ohne Bargeld ist fast überall auf dem Vormarsch. In Deutschland
entwickelt sich das Bezahlen mit Karte oder Handy aber sehr langsam,
denn die Deutschen verzichten nur ungern auf Scheine und Münzen.

Im Taxi, im Restaurant oder in der Bar – wenn es in Deutschland ans Bezahlen geht,
erleben ausländische Besucher oft eine Überraschung: Mancher Taxifahrer
akzeptiert nur Bargeld und nicht in jedem Restaurant gibt es ein Kartenlesegerät.
Menschen aus anderen Teilen der Welt, in denen das Bezahlen mit Karte oder Handy
schon lange normal geworden ist, fragen sich: Was ist los in diesem Land?

Es geht um Kontrolle, erklärt der Wirtschaftspsychologe Erich Kirchler: „Wir wollen


Autonomie, wir wollen die Freiheit und die Praktikabilität, die Bargeld bietet.“ Die
Menschen in Deutschland möchten nicht, dass Banken oder der Staat ihre Ausgaben
kontrollieren. Außerdem haben sie ihr Geld gerne im Blick. Und das geht am besten
mit Scheinen und Münzen.

Tatsächlich wächst der Einfluss der Banken durch bargeldloses Bezahlen. Der
südafrikanische Anthropologe Brett Scott spricht deshalb nicht von einer
„bargeldlosen Gesellschaft“, sondern von einer „bankvollen Gesellschaft“. Scott, der in
Großbritannien lebt, beschäftigt sich seit längerer Zeit mit diesem Thema. Er hat
beobachtet, dass die Briten den Einfluss großer Unternehmen und Institutionen
leichter akzeptieren als Menschen in anderen Ländern.

Es ist also keine Überraschung, dass das Bezahlen ohne Bargeld in Großbritannien auf
dem Vormarsch ist. Es gibt dort sogar Straßenmusiker, die Lesegeräte für Karten
haben. Zum Beispiel Francis Petrini aus London: Er möchte nicht mehr auf das Gerät
verzichten, denn seit er es besitzt, verdient er deutlich mehr. Die meisten
Straßenmusiker in Deutschland sind davon noch weit entfernt. Aber die Deutschen
haben ja auch genug Bargeld in der Tasche.

Autor/Autorin: Kevin Tschierse, Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Bargeld (n., nur Singular) – Geld aus Papier oder Metall, mit dem man direkt bezahlt

auf dem Vormarsch sein – hier: zunehmen; immer häufiger werden

auf etwas verzichten – etwas freiwillig nicht nutzen

Schein, -e (m.) – hier: Papiergeld

Münze, -n (f.) – ein kleines Geldstück aus Metall

Wenn es an ... geht, ... – Wenn es Zeit für ... ist, ...

eine Überraschung erleben – (negativ) überrascht werden

etwas akzeptieren – zu etwas „ja“ sagen; etwas so annehmen, wie es ist

Kartenlesegerät, -e (n.) – ein Gegenstand, mit dem man Zahlungen per Karte
annehmen kann

Wirtschaftspsychologe, -n/Wirtschaftspsychologin, -nen – jemand, der


untersucht, wie Menschen sich in wirtschaftlichen Zusammenhängen verhalten

Autonomie, -n (f., Plural selten) – die Unabhängigkeit; die Selbstständigkeit

Praktikabilität (f., nur Singular) – die Tatsache, dass etwas praktisch ist

Ausgabe, -n (f.) – hier: die Tatsache, dass man Geld für etwas bezahlt

etwas im Blick haben – hier: immer genau wissen, was mit etwas passiert

Anthropologe, -n/Anthropologin, -nen – jemand, der die Entwicklung des


Menschen und der Gesellschaft untersucht

Unternehmen, - (n.) – hier: die Firma

Institution, -en (f.) – die Organisation

Straßenmusiker, -/Straßenmusikerin, -nen – jemand, der in der Öffentlichkeit


Musik macht, und Geld von Leuten bekommt, die vorbeigehen

weit von etwas entfernt sein – hier: noch nicht an einem bestimmten Punkt der
Entwicklung angekommen sein

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die Deutschen lieben Bargeld

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. In Deutschland ...
a) ist es oft schwierig, Bargeld zu bekommen.
b) kann man nicht überall mit Karte bezahlen.
c) bezahlen die Menschen gerne mit Scheinen und Münzen.

2. Erich Kirchler sagt, dass viele Menschen in Deutschland ...


a) nicht von den Banken abhängig sein wollen.
b) immer Bargeld benutzen, weil sie so weniger Geld ausgeben.
c) Angst davor haben, die Kontrolle über ihr Geld zu verlieren.

3. In Großbritannien ...
a) protestieren die Bürger oft gegen den Einfluss großer Firmen.
b) kann man an vielen Orten bargeldlos bezahlen.
c) akzeptieren die Straßenmusiker kein Bargeld mehr.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt in welchen Satz? Wähl das passende Substantiv aus.

1. Früher waren die meisten Frauen finanziell von ihrer Familie oder ihrem Ehemann
abhängig. Heute ist das anders, aber die Frauen haben lange um ihre
____________ kämpfen müssen.
2. Eine Frau wirft eine 2-Euro-____________ in den Gitarrenkasten des
Straßenmusikers.
3. Wir haben leider kein Lesegerät. Deshalb können Sie bei uns nicht mit
____________ bezahlen.
4. Ich brauche Kleingeld für den Kaffeeautomaten, aber ich habe nur einen 10-Euro-
____________. Kannst du ihn mir wechseln?
5. Eine private Bank ist ein ____________, dessen Ziel es ist, Gewinne zu machen.
6. Ich habe leider kein ____________ dabei. Akzeptieren Sie auch Kreditkarten?

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Münze b) Bargeld c) Schein


d) Karte e) Autonomie f) Unternehmen

3. Übe den Satzbau!


Wie geht der Satz weiter? Wähl die richtige Lösung aus.

1. In manchen Ländern ...


a) fast überall kann man mit Karte bezahlen.
b) man kann fast überall mit Karte bezahlen.
c) kann man fast überall mit Karte bezahlen.

2. Für viele Deutsche ist finanzielle Kontrolle wichtig, deshalb ...


a) sie bezahlen lieber mit Scheinen und Münzen.
b) bezahlen sie lieber mit Scheinen und Münzen.
c) lieber mit Scheinen und Münzen sie bezahlen.

3. Bargeldloses Bezahlen ist oft praktisch, aber ...


a) haben die Banken dadurch mehr Einfluss.
b) die Banken haben dadurch mehr Einfluss.
c) mehr Einfluss die Banken dadurch haben.

4. In Großbritannien ...
a) gibt es schon Straßenmusiker, die ein Kartenlesegerät haben.
b) es gibt schon Straßenmusiker, die ein Kartenlesegerät haben.
c) schon gibt es Straßenmusiker, die ein Kartenlesegerät haben.

5. Die Geräte sind praktisch, denn ...


a) kaum noch Bargeld viele Menschen haben dabei.
b) viele Menschen haben kaum noch Bargeld dabei.
c) haben viele Menschen kaum noch Bargeld dabei.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Scham: unangenehm, aber wichtig

Niemand schämt sich gern, denn Scham ist ein sehr unangenehmes Gefühl.
Trotzdem ist es wichtig für die Gesellschaft. Wofür man sich schämt, hängt
deshalb stark von der Kultur ab, in der man lebt.

Jeder von uns erlebt irgendwann mal peinliche Situationen: Wir haben einen Fehler
gemacht oder jemanden enttäuscht und schämen uns dafür. Dann schlägt unser Herz
schneller, wir erröten und wollen am liebsten im Boden versinken. Scham ist ein
unangenehmes, manchmal sogar ein schmerzhaftes Gefühl. Nicht ohne Grund
kommt „peinlich“ von dem alten Wort „Pein“.

Alle Menschen können Scham empfinden, aber sie werden nicht damit geboren. Um
sich zu schämen, muss man erst die Regeln kennen, die in einer Gesellschaft herrschen.
Diese Regeln können sehr unterschiedlich sein. In Deutschland schämt man sich zum
Beispiel, wenn man beim Essen schmatzt oder rülpst. Es ist auch peinlich, wenn man
vergisst, das Preisschild an einem Geschenk zu entfernen. Aber in anderen Kulturen
kann genau dieses Verhalten richtig und höflich sein.

Weil wir wissen, wie unangenehm Scham ist, wollen wir sie vermeiden. Scham sorgt
dafür, dass wir uns an Regeln halten. Und so schützt sie die Gemeinschaft. Sie schützt
aber auch uns selbst – nämlich davor, aus der Gemeinschaft ausgestoßen zu werden.
Wir schämen uns sogar, wenn eine andere Person peinliches Verhalten zeigt. Besonders
Menschen, die selbst schon häufig Schamgefühle erlebt haben, empfinden dieses
„Fremdschämen“ sehr stark.

Trotzdem nimmt schamloses Verhalten zu. Heute können wir im Internet oder im
Fernsehen ständig beobachten, wie Menschen sich selbst oder andere in peinliche
Situationen bringen. Dazu meint der Therapeut Udo Baer, der ein Buch über Scham
geschrieben hat: „Da werden Schamgrenzen überschritten, die plötzlich alltäglich
werden.“ Wir erleben schamloses Verhalten und gewöhnen uns daran. Und so hat die
Scham immer weniger Einfluss auf uns und auf die Gesellschaft, in der wir leben.

Autor/Autorin: Alexander Freund, Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Scham (f., nur Singular) – das schlechte Gefühl, wenn man sich nicht richtig verhalten
oder einen Fehler gemacht hat

sich für etwas schämen – sich schlecht fühlen, weil man einen Fehler gemacht oder
sich nicht richtig verhalten hat

peinlich – unangenehm; so, dass man sich wegen seines Verhaltens schlecht fühlt

erröten – rot im Gesicht werden, weil man etwas sehr unangenehm findet

am liebsten im Boden versinken wollen – sich wünschen, dass man ganz klein
wird und sich verstecken kann; sich wünschen, dass man von niemandem gesehen wird

schmerzhaft – so, dass etwas wehtut

von etwas kommen – hier: aus einem anderen Wort gebildet sein/werden

Pein (f., nur Singular) – veraltet: starker Schmerz

etwas empfinden – etwas fühlen

schmatzen – so essen, dass andere hören, wenn man den Mund öffnet und schließt

rülpsen – nach dem Essen/Trinken laut Luft aus dem Magen durch den Mund drücken

etwas entfernen – dafür sorgen, dass etwas nicht mehr da ist

etwas vermeiden – dafür sorgen, dass etwas nicht passiert

jemanden aus|stoßen – dafür sorgen, dass jemand nicht mehr Teil einer Gruppe ist

Fremdschämen (n., nur Singular) – umgangssprachlich: ein schlechtes Gefühl, das


man hat, wenn andere Personen sich nicht richtig verhalten

ständig – immer

Therapeut, -en/Therapeutin, -nen – hier: der Psychotherapeut; jemand, der einen


wegen einer psychischen Krankheit behandelt

eine Grenze überschreiten – hier: etwas tun, was man eigentlich nicht tun sollte

alltäglich – hier: normal; gewöhnlich

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Scham: unangenehm, aber wichtig

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was ist richtig?


a) Man schämt sich, wenn man etwas nicht richtig gemacht hat.
b) Ein typisches Zeichen für Scham ist, dass man ganz blass im Gesicht ist.
c) Ob eine Situation peinlich ist, hängt von der Kultur ab, in der man lebt.

2. Wie sollte man sich in Deutschland verhalten?


a) Man sollte beim Essen schmatzen, um zu zeigen, dass es schmeckt.
b) Auf der Verpackung eines Geschenks sollte der Preis stehen.
c) Wenn man etwas verschenkt, sollte man nicht sagen, was es gekostet hat.

3. Was steht im Text?


a) Weil Menschen sich schämen können, funktioniert die Gesellschaft besser.
b) Manchmal schämt man sich dafür, wie andere Personen sich verhalten.
c) Heute spielt Scham in der Gesellschaft eine größere Rolle als früher.

2. Übe die Verben!


Welches Wort gehört in welchen Satz? Wähl das passende Verb aus.

1. Weil er viel zu schnell eine Flasche Limonade getrunken hatte, musste er plötzlich
________________.
2. Niemand geht gerne zum Zahnarzt, denn wir alle wollen Schmerzen am liebsten
________________.
3. Sie fand den Kaffeefleck auf ihrer Bluse sehr peinlich, hatte aber keine Zeit, ihn zu
________________.
4. Manchmal muss man gesellschaftliche Grenzen ________________, wenn man
etwas verändern will.
5. Als Kinder lernen wir, uns zu ________________, wenn wir etwas falsch
gemacht haben.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Soll man jemanden aus der Gemeinschaft ________________ oder ihm eine
zweite Chance geben?

a) überschreiten b) schämen c) rülpsen


d) ausstoßen e) vermeiden f) entfernen

3. Übe die Adjektivendungen!


Was ist richtig? Wähl die passende Endung aus.

1. Viele Menschen finden höflich_____ (-e/-es/-em) Verhalten sehr wichtig.


2. In peinlich_____ (-e/-en/-er) Situationen will man am liebsten im Boden
versinken.
3. Wenn man aus der Gemeinschaft ausgestoßen wird, verursacht das viele
schmerzhaft_____ (-e/-en/er) Gefühle.
4. Die Vorstellungen einer Gesellschaft von „falsch_____ (-es/-en/-em) Verhalten“
verändern sich mit der Zeit.
5. Er hat mich in eine sehr unangenehm_____ (-e/-er/-en) Situation gebracht.
6. Ich habe einen groß____ (-er/-e/-en) Fehler gemacht und meine Eltern dadurch
sehr enttäuscht.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Wenn Parteien die Rolle der Presse übernehmen

Journalisten sind dafür bekannt, kritische Fragen zu stellen. Für Politiker


kann das oft unangenehm werden. Viele Parteien versuchen, das jetzt zu
umgehen: mit eigenen Nachrichtenabteilungen.

Angela Merkel wird zu ihren Erinnerungen an den Mauerfall im Jahr 1989 interviewt.
Auf den ersten Blick keine ungewöhnliche Situation: Eine Politikerin beantwortet
Fragen zu einem politischen Thema. Schaut man jedoch genau hin, wird klar: Die
Fragen stellt Angela Merkels Partei-Kollege Ralf Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender
der CDU. Immer häufiger kommt es vor, dass Politiker selbst die Rolle von Journalisten
übernehmen.

Die Presse gilt neben der Exekutive, Judikative und Legislative als „vierte
Gewalt“. Ihre Aufgabe ist die objektive Berichterstattung über diese drei
Staatsgewalten und auch über diejenigen, die ihre eigenen politischen Interessen
verfolgen, wie zum Beispiel Parteien. Nun haben immer mehr Parteien „Newsrooms“ –
Nachrichtenabteilungen, die eigene journalistische Inhalte produzieren.

Experten nennen dieses Vorgehen „Message Control“, die Kontrolle der Nachrichten.
Frank Überall, vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV), warnt, „Newsroom“ sei ein
„Euphemismus“, denn „News“ werden hier mit Nachrichten verglichen, „aber eine
Partei kann keine journalistische Nachricht machen.“ Eine Partei hat nicht das Ziel,
ausgewogen zu berichten, sondern möchte ihre eigenen Interessen verbreiten, so
Überall.

Die populistische AfD hatte als eine der ersten Parteien eine eigene
Nachrichtenabteilung. Von der klassischen Presse fühlt sich die Partei nicht richtig
dargestellt. Besonders über Social Media wird so ein Publikum erreicht, das keine
Zeitung liest und kein Fernsehen schaut. Der DJV versucht diesen Trend nun öffentlich
zur Debatte zu bringen. Schließlich kann dies, so Frank Überall, „kontraproduktiv
für die Demokratie“ werden.

Autoren: Rosalia Romaniec, Kay-Alexander Scholz, Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar
etwas umgehen – jemanden oder etwas meiden
Partei, -en (f.) – hier: eine Gruppe von Menschen, die gemeinsame politische Ziele hat
Mauerfall (m., nur Singular) – die Öffnung der Grenze zwischen der DDR und der
BRD im November 1989
ungewöhnlich – nicht normal; anders als sonst
Fraktionsvorsitzende, -n (m./f.) – der Chef oder die Chefin aller Abgeordneten einer
Partei im Parlament
CDU (f.) – Abkürzung für: Christlich Demokratische Union; eine konservative Partei in
Deutschland
Presse (f., nur Singular) – die Bezeichnung für Medien im Allgemeinen
Exekutive (f., nur Singular) – die vollziehende Gewalt im Staat, z.B. die Polizei
Judikative (f., nur Singular) – die Gewalt durch Gerichte im Staat
Legislative (f., nur Singular) – die gesetzgebende Gewalt, z.B. das Parlament
Staatsgewalt, -en (f.) – hier: die drei Gewalten, die sich gegenseitig kontrollieren
Vorgehen, - (n.) – die Art und Weise zu handeln
objektiv – unparteiisch; nicht subjektiv
Berichterstattung,-en (f.) – die Art und Weise, wie Medien über etwas berichten
Euphemismus, Euphemismen (m.) – die zu schöne Beschreibung von etwas
ausgewogen – hier: objektiv; ohne zu beeinflussen
populistisch – so, dass man Anhänger gewinnen will, indem man die Angst der
Menschen ausnutzt und sie verstärkt, statt sachlich zu argumentieren
AfD (f., nur Singular) – Abkürzung für: Alternative für Deutschland; eine rechte Partei
Social Media (nur Plural, aus dem Englischen) – soziale Netzwerke; Internetseiten,
über die Nutzer miteinander kommunizieren können
Debatte, -n (f.) – die öffentliche Diskussion
kontraproduktiv – so, dass etwas nicht nützt, sondern hindert; negativ

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Wenn Parteien die Rolle der Presse übernehmen

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passende Antwort aus. Es kann auch mehr als eine Lösung richtig
sein.

1. Die CDU …
a) ist eine populistische Partei in Deutschland.
b) hat als erste Partei in Deutschland Social Media zur Verbreitung von Nachrichten
genutzt.
c) hat ein Interview zwischen zwei Politikern der Partei veröffentlicht, bei dem keine
Journalisten anwesend waren.

2. Als „Message Control“ bezeichnen Experten …


a) die Tatsache, dass Parteien in Zukunft jede Nachricht über sie vor der
Veröffentlichung lesen möchten.
b) eine neue App, für die sich die Politik einsetzt.
c) die Tatsache, dass Parteien versuchen, die Nachrichten zu kontrollieren, indem sie
sie selbst schreiben.

3. Der DJV …
a) findet, dass die „Newsrooms“ der Parteien die Pressefreiheit gefährden.
b) ist der Meinung, dass die Berichterstattung der Parteien nicht die gleiche ist wie die
von klassischen Journalisten.
c) begrüßt den neuen Trend der „Newsrooms“, weil Journalisten so mit
journalistischen Parteien einfacher Kontakt aufnehmen können.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Adjektiv aus.
Achtung: In zwei Sätzen passen zwei der Adjektive. Finde heraus, welche es
sind!

1. Es ist sehr ____________, wenn Journalisten Politiker interviewen, ohne


kritische Fragen zu stellen.
2. Für einen Journalisten ist es das oberste Gebot, immer ____________ Texte zu
schreiben.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Wenn Parteien die Angst von Menschen ausnutzen und diese verstärken, um
Anhänger zu gewinnen, bezeichnet man diese Parteien als ____________.
4. Der Politiker war sehr wütend über den nicht ____________ Bericht.
5. „Es ist total ____________, wenn du mich erst in meinem Vorgehen bestätigst
und dann sagst, dass ich es doch anders machen soll.“

a) populistisch b) objektive c) kontraproduktiv


d) ausgewogenen e) ungewöhnlich

3. Übe den Infinitiv mit „zu“!


Mache aus den „dass“-Sätzen, Sätze mit „zu“.

Beispiel:
Als Journalist bist du dafür bekannt, dass du kritische Fragen stellst.
Als Journalist bist du dafür bekannt, kritische Fragen zu stellen.

1. Die Parteien finden es praktisch, dass sie Berichte über sich selbst schreiben.
Die Parteien finden es praktisch, Berichte _______ _______ _______
_______ _______.
2. Die Journalisten befürchten, dass sie wegen der Newsrooms keine Arbeit mehr
haben.
Die Journalisten befürchten, _______ _______ _______ keine Arbeit mehr
_______ _______.
3. Die AfD ist der Meinung, dass sie über Social Media viele Anhänger erreicht.
Die AfD ist der Meinung, über _______ _______ _______ _______ _______
_______.
4. Die öffentliche Presse ist dafür bekannt, dass sie ausgewogene Inhalte produziert.
Die öffentliche Presse ist dafür bekannt, _______ _______ _______ _______.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Orthorexie: Wenn gesundes Essen zur Sucht wird

Kein Fleisch, kein Zucker, keine Kohlenhydrate: Für manche Menschen


wird gesunde Ernährung zur Sucht. Menschen, die extrem auf ihre
Ernährung fixiert sind, haben oft die Essstörung Orthorexie.

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit gesunder Ernährung und streichen zum
Beispiel Fleisch, Zucker und Kohlenhydrate von ihrem Ernährungsplan. Ist man zu sehr
auf gesundes Essen fixiert, kann daraus aber eine Sucht werden: Menschen mit
Orthorexie setzen immer mehr Lebensmittel auf die rote Liste der Nahrungsmittel,
die sie nicht essen. Die vermeintlich gesunde Ernährung ist dann oft gar nicht mehr
so gesund.

Die Störung entwickelt sich meistens schleichend. Thomas Huber, Chefarzt einer
Klinik, die auf Essstörungen spezialisiert ist, erzählt über eine Patientin: „Sie wollte
sich gesünder ernähren, war nicht übergewichtig, und mit ihrem Körper eigentlich
zufrieden. […] Sie hat sich im Internet mit gesunder Ernährung beschäftigt, hat viele
Halbwahrheiten gelesen und immer mehr Angst vor verschiedenen Lebensmitteln
entwickelt. […] Als sie zu uns kam, wog sie rund 40 Kilo.“

Die Folge von Orthorexie sind oft Mangelerscheinungen. Viele Betroffene


bekommen auch Probleme mit ihrer Umgebung. Ein gemeinsames Essen mit
Freunden? Für die meisten ist das nicht möglich. Sie lehnen ab aus Angst, mit
ungesundem Essen konfrontiert zu werden. Manche versuchen auch, andere zu
missionieren. Sie machen ihnen ein schlechtes Gewissen und versuchen sie zu
überzeugen, dass sie nicht so weiter essen können wie bisher.

Orthorexie kommt vor allem in reichen Ländern vor, wo Menschen sich aussuchen
können, was sie essen. Dort wo die Lebensmittel knapp sind, kommt niemand auf die
Idee, bestimmte Lebensmittel einfach so nicht mehr zu essen. Der amerikanische
Mediziner Bratman, der der Krankheit den Namen gab, beschrieb das Leben von
Betroffenen mit folgenden Worten: „Statt eines Lebens besitzen sie nur noch einen
Speiseplan.“

Autorinnen: Gudrun Heise, Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Orthorexie – Krankheit, bei der man nur ganz wenige, gesunde Lebensmittel isst
Sucht, Süchte (f.) – die Tatsache, dass man ohne etwas nicht mehr leben kann
Kohlenhydrat, -e (n.) – ein Bestandteil in Nahrung (z.B. in Nudeln), der Energie
liefert
auf etwas fixiert sein – sich sehr auf etwas konzentrieren; an nichts anderes denken
Essstörung, -en (f.) – eine krankhafte Art sich zu ernähren
etwas streichen – hier: dafür sorgen, dass es etwas nicht mehr gibt; etwas abschaffen

etwas auf die rote Liste setzen – eine Liste mit Dingen machen, die man meiden
soll
vermeintlich – hier: mutmaßlich; wahrscheinlich
schleichend – so, dass etwas langsam geschieht
Klinik, -en (f.) – das Krankenhaus
auf etwas spezialisiert sein – etwas besonders häufig machen und viel Erfahrung
haben; ein Experte/eine Expertin in einem bestimmten Gebiet sein
übergewichtig – so, dass man zu viel wiegt
Halbwahrheit, -en (f.) – eine Information oder Aussage, die eher nicht stimmt
Mangelerscheinung, -en (f.) – etwas, das sich körperlich zeigt, weil man zu wenig
bestimmte Nährstoffe gegessen hat

Betroffene, -nen (m./f.) – die Person, die ein bestimmtes Problem hat
jemanden mit etwas konfrontieren – jemanden dazu bringen, dass er sich mit
etwas beschäftigen muss
jemanden missionieren – jemanden von einer bestimmten Einstellung oder
Ideologie überzeugen wollen
jemandem ein schlechtes Gewissen machen – jemandem das Gefühl geben,
etwas Schlechtes zu tun oder getan zu haben
Speiseplan, -pläne (m.) – eine Liste mit Gerichten, die man kochen oder essen
möchte

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Orthorexie: Wenn gesundes Essen zur Sucht wird

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passende Lösung aus. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig
sein.

1. Orthorexie …
a) ist eine angeborene Krankheit.
b) entwickelt sich meistens langsam bei Menschen, die versuchen, sich so gesund wie
nur möglich zu ernähren.
c) führt zu einer falschen Ernährung, weil die Betroffenen nur noch sehr wenige
Lebensmittel für gesund halten.

2. Menschen, die die Störung haben …


a) essen nur noch Gemüse.
b) kommen meistens aus Entwicklungsländern.
c) essen meistens ungerne mit anderen Menschen zusammen, weil sie nicht das essen
würden, was die anderen essen.

3. Der Chefarzt Huber sagt, …


a) dass Menschen mit Orthorexie Angst vor bestimmten Lebensmitteln entwickeln.
b) dass sich die Essstörung bei vielen Menschen entwickelt, die ein Gewichtsproblem
haben.
c) dass Orthorexie inzwischen die Essstörung ist, die am häufigsten vorkommt.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. „Ich habe oft ein _________________, weil ich so viel Schokolade esse.“
2. In Nudeln sind viele _________________ enthalten. Daher versuchen viele,
weniger Nudeln zu essen.
3. Wenn man nicht mehr „normal“ essen kann oder sogar Angst hat, sich normal zu
ernähren, kann es sein, dass man eine _________________ hat.
4. Die _________________ nach Zucker ist in reichen Ländern stark verbreitet.
Viele Menschen essen jeden Tag Schokolade oder andere Süßigkeiten.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Wenn man sich krank fühlt, sollte man nicht im Internet danach suchen, welche
Krankheit man haben könnte. Im Internet findet man nämlich viele
_________________.
6. Wenn man sich nur ungesund ernährt und zum Beispiel jeden Tag Burger und
Süßigkeiten isst, hat man irgendwann sehr wahrscheinlich _________________.

a) Essstörung b) Sucht c) Kohlenhydrate


d) Halbwahrheiten e) Mangelerscheinungen f) schlechtes Gewissen

3. Übe die Präpositionen!


Welche Präposition passt? Wähl die richtige Lösung aus.

1. Eine Betroffene erzählt: „Ich habe zuerst Zucker und dann Kohlenhydrate
_______ (in/von/zu) meinem Ernährungsplan gestrichen.“
2. Morgen stehen nur Gemüse und Obst _______ (zu/auf/von) dem Speiseplan.
3. Betroffene kommen meistens _______ (in/von/aus) reichen Ländern mit einem
großen Angebot an Lebensmitteln.
4. Bei vielen Betroffenen stehen auch Lebensmittel, die eigentlich als sehr gesund
gelten, _______ (in/aus/auf) der roten Liste.
5. Es ist gut, wenn man sich bewusst ernährt und _______ (in/aus/auf) seine
Ernährung achtet.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Kritik an kostenlosem Bluttest

Ein kostenloser Bluttest für Schwangere sorgt für Diskussionen. Der Test
kann zeigen, ob ein ungeborenes Kind eine Behinderung hat. Doch Kritiker
fürchten die Folgen und halten den Test für ethisch nicht vertretbar.

Tests zur Vorsorge bei Schwangeren sind eigentlich ganz normal. 2019 aber sorgt einer
dieser Tests für Diskussionen: ein Bluttest, bei dem festgestellt werden kann, ob das
ungeborene Kind das Down-Syndrom hat. Bisher mussten die Schwangeren selbst für
diesen Test zahlen. Im September 2019 wurde aber entschieden, dass ab Herbst 2020
die Krankenkassen die Kosten für den Test tragen.

Kritiker halten diese Entscheidung für ethisch nicht vertretbar. Sie befürchten: Wenn
man vor der Geburt eines Kindes feststellen kann, ob es gesund ist oder nicht,
entscheiden sich mehr Eltern gegen ein Kind mit Down-Syndrom. „Ich bin sehr wütend,
weil das ein wenig danach klingt, dass man das steuern möchte“, kritisiert Marion
Frohn, die bei dem Verein „Lebenshilfe“ in Bonn mit Menschen mit Down-Syndrom
arbeitet.

Sie möchte stattdessen dafür sorgen, dass Menschen mit Down-Syndrom in der
deutschen Gesellschaft präsenter sind. Eines der Projekte der Lebenshilfe ist ein
Theaterstück mit Schauspielern mit und ohne Behinderung. Katharina Weishaupt, die
Regisseurin des Stücks, erklärt, warum sie von solchen Projekten überzeugt ist: „Sie
sind ja oft passiv, sie bekommen Hilfe. Wenn behinderte Menschen aber Theater
spielen, stellen sie etwas her, geben etwas, für das die Menschen Geld bezahlen.“

Am Ende stellt sich die Frage: Ist wirklich die Kostenübernahme des Tests
problematisch? Oder sollten hier eigentlich die gesellschaftlichen Themen diskutiert
werden, für die sich Menschen wie Katharina Weishaupt und Marion Frohn
einsetzen: die Wahrnehmung von Behinderten und ihre Teilhabe an der deutschen
Gesellschaft.

Autoren: Oliver Pieper; Marina Strauß; Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

kostenlos – gratis; ohne zu bezahlen

Bluttest, -s (m.) – ein Test, bei dem das Blut untersucht wird

ungeboren – so, dass ein Baby noch nicht zur Welt gekommen ist

ethisch – die Frage nach Gut und Böse betreffend; die Moral betreffend

vertretbar – hier: so, dass man eine bestimmte Meinung oder Einstellung akzeptieren
kann

Vorsorge, -n (f.) – hier: die medizinische Untersuchungen, die einen vor schlimmen
Krankheiten schützen sollen

Down-Syndrom, -e (n., meist im Singular) – eine Art der Behinderung, bei der die
Menschen bestimmte körperliche und geistige Eigenschaften haben

für etwas die Kosten tragen – etwas bezahlen; für etwas zahlen

Krankenkasse, -n (f.) – die gesetzliche oder private Krankenversicherung

etwas befürchten – Angst davor haben, dass etwas Negatives passiert

nach etwas klingen – sich anhören wie etwas

etwas steuern – hier: bestimmen, in welche Richtung sich etwas entwickeln soll

präsent – sichtbar; so, dass jemand/etwas deutlich wahrgenommen wird

Regisseur, -e/Regisseurin, -nen – die Person, die ein Theaterstück oder einen Film
kreativ leitet

Kostenübernahme, -n (f.) – die Bezahlung von etwas für jemand anderen

sich für etwas ein|setzen – an einem bestimmten Ziel arbeiten

Wahrnehmung, -en (f.) – hier: die Art, wie man jemanden/etwas sieht und was man
darüber denkt

Teilhabe (f., nur Singular) – hier: die Beteiligung von jemandem an etwas; die
Tatsache, dass jemand dazugehört

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Kritik an kostenlosem Bluttest

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Der Bluttest für Schwangere …


a) ist eine Untersuchung, die es seit 2019 gibt.
b) wird bis Herbst 2020 von den Schwangeren gezahlt.
c) ist sehr gefährlich und wird daher kritisiert.

2. Die „Lebenshilfe“ …
a) setzt sich dafür ein, dass der Test kostenlos wird.
b) ist ein Verein, der zum Beispiel Projekte mit behinderten und nicht behinderten
Menschen macht.
c) möchte, dass Menschen mit Behinderung als ganz normale Mitglieder der
Gesellschaft angesehen werden.

3. Kritiker befürchten, …
a) dass mehr Schwangere den Test machen und sich dann gegen ein behindertes Kind
entscheiden.
b) dass es durch den Test noch weniger behinderte Menschen in der Gesellschaft gibt.
c) dass die Kosten des Tests viel zu hoch sind.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Das Theaterstück wurde von der ____________ so geplant, dass die Hauptrollen
von zwei Menschen mit Down-Syndrom gespielt werden.
2. Wir können alle daran arbeiten, unsere ____________ von Menschen, die anders
sind, zu verbessern.
3. „Du solltest zur ____________ gehen und dich untersuchen lassen.“
4. Manche Untersuchungen sind ganz schön teuer. Für sie gibt es keine
____________ durch die Krankenkasse.
5. „Erst als ich den Bruder einer Freundin kennenlernte, der eine ____________
hat, nahm ich behinderte Menschen anders wahr.“

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. ____________ an der Gesellschaft sollte nicht nur das Recht von jedem
Menschen sein, sondern ist auch wichtig, um voll integriert zu sein.

a) Wahrnehmung b) Kostenübernahme c) Vorsorge


d) Regisseurin e) Teilhabe f) Behinderung

3. „Dass“ oder „das“?


Relativsatz oder „dass“-Satz? Wähl das richtige Wort aus.

1. Die „Lebenshilfe“ führt ein Theaterstück auf, _______ ungewöhnlich ist.


2. Die Mutter eines Kindes, _______ Down-Syndrom hat, kritisiert die Entscheidung,
den Test kostenlos anzubieten.
3. Die Regisseurin erklärt, _______ sie mit Projekten wie dem Theaterstück zur
aktiven Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft beitragen
möchte.
4. Die Diskussion zeigt, _______ behinderte Menschen leider noch immer nicht ganz
als Teil der Gesellschaft gesehen werden.
5. Das Testergebnis, _______ den Schwangeren mitgeteilt wird, kann schwere Folgen
haben.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Das virtuelle Netz der Rechtsextremen

Für Rechtsextreme ist das Internet der wichtigste Dreh- und Angelpunkt:
Dort vernetzen sie sich miteinander und verbreiten ihre Ideologien. Ein
Beispiel dafür ist die Tat von Halle im Oktober 2019.

Stephan B. erschoss im Oktober 2019 in der Stadt Halle zwei Menschen auf offener
Straße und versuchte, die Tür einer Synagoge zu öffnen, in der gerade ein Fest gefeiert
wurde. Wäre ihm das gelungen, hätte es noch viel mehr Tote gegeben. Schon wenige
Minuten später wusste die ganze Welt Bescheid, denn: Der Täter übertrug seine Tat im
Internet.

Etwa 30 Minuten war das Video auf der Streaming-Plattform Twitch online. 2200
Menschen sahen es insgesamt, fünf Personen sahen sogar die Übertragung live. Das
Filmen von rechtsextremen Taten ist nichts Neues: Auch der Täter von Christchurch in
Neuseeland, der 2018 zahlreiche Menschen erschoss, filmte seine Tat und übertrug sie
direkt im Netz. Besonders kleinere Plattformen für Gamer sind wichtige Dreh- und
Angelpunkte für Rechtsextreme geworden, auf denen sie ihre Ideologien verbreiten.

„Ich hätte nie gedacht, dass so was mal passieren kann, dass einer so abdreht. […] Der
war wie ich. Ein Streamer“, schrieb ein junger Mann auf der Plattform Twitch wenige
Tage nach der Tat. Experten für Rechtsextremismus wissen: Viele Menschen mit
rechtsextremen Ideologien nutzen virtuelle Plattformen der Gamer-Szene, um sich zu
vernetzen. „Sie finden dort Halt, Zuspruch und im Falle von Terroranschlägen
im Zweifelsfall eine Bewertung“, erklärt Jan Rathje von der Amadeu-Antonio-
Stiftung.

Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft ist auf solchen Gamer-Plattformen unterwegs, aber
wer dort aktiv ist, nutzt auch größere Plattformen, wie Facebook, Instagram und
Twitter. Beiträge, die schockieren, werden dort häufiger angeschaut und dadurch
umso mehr Menschen vorgeschlagen. Wer will, kann so schnell und einfach seine
Ideologie verbreiten. Laut Jan Rathje haben Rechtsextreme das Internet genau als das
verstanden, was es ist: eine Plattform, in der nur wenige Schranken existieren, wenn
es um internationale Vernetzung und Kommunikation geht.

Autoren: Matthias von Hein, Esther Felden, Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar
virtuell – so, dass etwas nur am Computer oder im Internet existiert
Netz, -e (n., nur Singular) – hier: das Internet
Rechtsextreme, -n (m./f.) – jemand, der ausländerfeindlich und rassistisch denkt
(Adjektiv: rechtsextrem; Substantiv: der Rechtsextremismus)
Dreh- und Angelpunkt – der Mittelpunkt von einem Geschehen
sich vernetzen – hier: mit anderen in Kontakt kommen, um sich gegenseitig zu
unterstützen (Substantiv: die Vernetzung)
etwas verbreiten – hier: etwas an viele Menschen weitergeben (Substantiv: die
Verbreitung)
Ideologie, -n (f.) – hier: die Denkweise/die Einstellung einer Gruppe von Menschen
jemanden erschießen – jemanden mit einer Pistole oder einem Gewehr töten
Synagoge, -n (f.) – das jüdische Gotteshaus
Streaming-Plattform, -en (f.) – eine Webseite, auf der Videos gezeigt werden
ab|drehen – verrückt werden
Streamer, -/Streamerin, -nen (aus dem Englischen) – hier: jemand, der das, was er
tut, live über das Internet zeigt
Experte, -n/Expertin, -nen – eine Person, die zu einem Thema sehr viel weiß
Halt (m., nur Singular) – hier: die Unterstützung
Zuspruch finden – Unterstützung bekommen; gut gefunden werden
Terroranschlag, -anschläge (m.) – hier: ein gewalttätiger Angriff, um für Angst zu
sorgen und bestimmte Ziele zu erreichen
im Zweifelsfall, -fälle (m.) – wenn man nicht genau weiß, wie etwas wirklich ist
Bewertung, -en (f.) – die Feststellung, wie gut oder schlecht etwas/jemand ist
Gamer, -/Gamerin, -nen (aus dem Englischen) – jemand, der ein Computerspiel
spielt
jemanden schockieren – bei jemandem für Entsetzen sorgen
Schranke, -en (f.) – hier: eine Grenze; ein Hindernis

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Das virtuelle Netz der Rechtsextremen

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Beantworte die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Streaming-Plattformen …
a) löschen rechtsextreme Videos und Kommentare sofort.
b) helfen dabei, dass Rechtsextreme keinen Platz in der Gesellschaft haben.
c) bieten Menschen die Möglichkeit, einfach und schnell Hass und Angst zu
verbreiten.

2. Rechtsextreme Täter …
a) planen ihre Taten meistens auf Plattformen wie Twitter, Facebook und Instagram.
b) sind oft auf kleinen Gamer-Plattformen aktiv, wo sie ihre Ideen verbreiten.
c) filmen sich oft dabei, wie sie Menschen bedrohen oder sogar töten.

3. Im Internet …
a) ist es einfacher, Meinungen zu teilen, die von der Gesellschaft kritisiert werden
würden.
b) war zu sehen, wie zwei Menschen erschossen wurden.
c) bekommt man, wenn man seine Meinung offen sagt, schnell Unterstützung von
anderen Menschen.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Verb aus.

1. Die Veranstaltung wird im Fernsehen live ____________.


2. Nach rechtsextremen Taten, wie in Halle oder in Christchurch, sind die meisten
Menschen extrem ____________.
3. Im Kampf gegen den Rechtsextremismus müssen wir uns, genau wie die Täter,
besser ____________.
4. Es ist schrecklich, dass Menschen so viel Hass in sich haben, dass sie andere
Menschen ____________.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Im Internet können schnell alle möglichen Informationen ____________


werden.

a) verbreitet b) schockiert c) vernetzen


d) erschießen e) übertragen

3. Mit oder ohne „zu“?


Wird das Verb mit „zu“ ergänzt oder nicht? Wähl die richtige Lösung aus.

1. Rechtsextreme schaffen es immer wieder, ihre Ideologien im Internet _______


(zu/-) verbreiten.
2. Rechtsextreme wollen ihre Meinung zum Beispiel durch Videos im Internet
_______ (zu/-) verbreiten.
3. Man kann die Taten von Rechtsextremen im Internet viel schneller und extremer
_______ (zu/-) bewerten als im normalen Leben.
4. Manchen macht es Spaß, die Taten von anderen im Internet anonym _______
(zu/-) bewerten.
5. Für die Täter ist die Aufmerksamkeit anderer oft sehr wichtig. Daher entscheiden
sich viele dazu, ihre Taten im Internet _______ (-/zu) übertragen.
6. Extreme Videos werden meistens auf eher kleinen Plattformen _______ (zu/-)
übertragen.
7. Rechtsextreme möchten mit ihren Beiträgen im Netz _______ (zu/-) schockieren.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

6,2 Millionen Deutsche können nicht richtig lesen und schreiben

Lesen und schreiben zu können ist für die meisten im Alltag unerlässlich.
Viele Menschen in Deutschland stellt es jedoch vor eine große
Herausforderung: Sie beherrschen diese Fähigkeiten nicht richtig.

Den Führerschein machen? Einen Stadtplan lesen? Essen im Restaurant bestellen? Für
all das ist es unerlässlich, lesen und schreiben zu können. Für zwölf Prozent der 18 bis
64-Jährigen in Deutschland sind diese scheinbar einfachen alltäglichen Dinge aber
eine große Herausforderung: Sie können nicht richtig lesen und schreiben. Dieses
Ergebnis brachte im Mai 2019 eine Studie der Universität Hamburg zum Vorschein.

Nicht alle Betroffenen sind allerdings Analphabeten. Viele können Buchstaben


erkennen und Wörter lesen, sind aber nicht in der Lage, Zusammenhänge zwischen
einzelnen Sätzen zu verstehen. Für die meisten bedeutet das große Einschränkungen
im Alltag. Manche können immerhin Bücher lesen, andere verlassen noch nicht mal
ihr Stadtviertel, weil sie weder Straßenschilder noch Fahrpläne lesen können.

Wie aber kommt es überhaupt dazu, dass es in Deutschland so viele Menschen gibt, die
das Lesen und Schreiben nicht richtig beherrschen? Laut Tim Henning vom
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. gibt es dafür viele
Gründe. Neben Legasthenie und Aufmerksamkeitsstörungen können auch die
Bildung der Eltern sowie das Schulsystem ein Grund dafür sein. „Wenn die Eltern kein
Interesse an Bildung haben, hat es das Kind schwer“, so Henning.

Nur 30.000 Menschen besuchen jedes Jahr in Deutschland einen


Alphabetisierungskurs, obwohl die Zahlen zeigen, dass der Bedarf größer ist. Für viele
Menschen ist die Scham zu groß, sich dem Problem zu stellen und sich Hilfe zu
holen. Kerstin Goldenstein hat dies geschafft. Die ehemals Betroffene hat an einem
Alphabetisierungskurs teilgenommen und hilft jetzt in Hennings Verband anderen
Betroffenen. Sie betont: „Die Leute müssen erkennen, dass es ein großes Problem für
die Gesellschaft ist […]. Es ist auch ein politisches Thema.“

Autorinnen: Louisa Schaefer (bb), Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

unerlässlich – so, dass man nicht darauf verzichten kann; notwendig

Herausforderung, -en (f.) – eine anspruchsvolle Aufgabe

etwas beherrschen – wissen, wie etwas funktioniert und es richtig benutzen können

scheinbar – so, dass etwas anders aussieht, als es in Wirklichkeit ist

etwas zum Vorschein bringen – dafür sorgen, dass man etwas sehen kann

Betroffene, -nen (m./f.) – die Person, die ein bestimmtes Problem hat

Analphabet, -en/Analphabetin, -nen – jemand, der nicht lesen und schreiben kann

Einschränkung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass in einer Situation nicht alles
möglich ist

immerhin – drückt hier eine positive Bewertung aus; schon

Bundesverband, -verbände (m.) – die Organisation, die in ganz Deutschland aktiv


ist

Alphabetisierung, -en (f.) – die Tatsache, dass man lesen und schreiben lernt

Grundbildung (f., nur Singular) – eine Basis, die man an Wissen benötigt, um andere
Dinge lernen zu können

e.V. – Abkürzung für: eingetragener Verein

Legasthenie – Störung, durch die Betroffene langsamer lesen und schreiben lernen

Aufmerksamkeitsstörung – Störung, die dazu führt, dass man Probleme hat, sich zu
konzentrieren

Bedarf, -e (m. meist im Singular) – etwas, das man braucht

Scham (f., nur Singular) – das Gefühl, wenn man etwas peinlich findet

sich einem Problem stellen – versuchen, obwohl es unangehm ist, ein Problem zu
lösen

ehemals – früher

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6,2 Millionen Deutsche können nicht richtig lesen und schreiben

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Beantworte die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Gründe für Analphabetismus sind …


a) Lehrer, die keine Zeit haben, Kinder mit diesen Problemen zu unterstützen.
b) Eltern, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu unterstützen.
c) Krankheiten, die dazu führen, dass die Betroffenen langsamer lernen.

2. Analphabeten …
a) ist es oft unangenehm zuzugeben, dass sie ein Problem haben.
b) nehmen ungern Hilfe an.
c) bleiben in schlimmen Fällen nur in Gegenden, in denen sie sich auskennen, damit
sie keine Probleme aufgrund ihrer Leseschwierigkeiten bekommen.

3. 30.000 Menschen …
a) tun etwas gegen ihre Probleme und machen einen Alphabetisierungskurs.
b) können insgesamt in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben.
c) sind Mitglied beim Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Vor allem bei Erwachsenen ist die ____________ groß, wenn sie nicht richtig
lesen und schreiben können.
2. Analphabetismus zu bekämpfen ist keine einfache Aufgabe, sondern eine große
____________.
3. Die ____________ anderen Menschen Lesen und Schreiben beizubringen, gehört
zum Beruf eines Lehrers.
4. Es ist gut, wenn Menschen, die selbst erfolgreich gegen ihren Analphabetismus
gekämpft haben, andere _____________ unterstützen.
5. Der ____________ an Lehrern, die Alphabetisierungskurse unterrichten, ist groß.
6. „Ich habe nie richtig Lesen und Schreiben gelernt. Jetzt leide ich sehr unter dieser
____________.“

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Herausforderung b) Einschränkung c) Betroffene


d) Fähigkeit e) Bedarf f) Scham

3. Dativ oder Akkusativ?


Kreuze die richtige Lösung an.

1. Sie hat sich bei _______ Alphabetisierungskurs angemeldet.


a) einen
b) einem

2. Die Betroffenen müssen mit _______ Einschränkungen so lange leben, bis sie
etwas dagegen tun.
a) dem
b) den

3. Die Menschen, die _______ Alphabetisierungskurs teilnehmen, sind danach


meistens sehr glücklich, sich dazu entschieden zu haben.
a) an den
b) am

4. Ich habe lange nach _______ Lösung für das Problem gesucht und habe jetzt eine
gefunden.
a) eine
b) einer

5. Lehrkräfte müssen erst einmal lernen mit _______ Herausforderungen, wie zum
Beispiel Legasthenie, umzugehen.
a) den
b) dem

6. Die Studie zeigt, dass es auch _______ Schulsystem liegt, dass so viele nicht richtig
lesen und schreiben können.
a) am
b) an den

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Friedliche Rebellion fürs Klima

Aufsehen erregen, ein Zeichen setzen – aber ganz ohne Gewalt


anzuwenden: Die Bewegung „Extinction Rebellion“ kämpft auf
unkonventionelle Art für einen besseren Klimaschutz.

Proteste und Demonstrationen für den Klimaschutz sind in Zeiten des Klimawandels
nichts Neues. Die Bewegung „Extinction Rebellion“ möchte Zeichen setzen. Einfache
Demonstrationen genügen der Bewegung, die es inzwischen in 70 Ländern gibt, aber
nicht. Ihr Ziel ist es, auf unkonventionelle Art für den Klimaschutz zu protestieren.

Schon der Name der Gruppe, die 2018 in Großbritannien entstand, soll deutlich
machen, wie ernst es den Aktivisten ist: „Rebellion gegen das Aussterben“. Die
Aktionen, die bisher von „Extinction Rebellion“ gestartet wurden, gingen durch die
Medien: Im September 2019 stoppte die Gruppe aus Protest gegen die Internationale
Automobil-Ausstellung (IAA) den Verkehr in Frankfurt. In London brachte sie im April
2019 55 Buslinien dazu, stehen zu bleiben. 700 Aktivisten wurden dabei
festgenommen.

Der Protest der Bewegung soll Aufsehen erregen. Die Aktionen der Gruppe verstoßen
daher manchmal auch gegen das Gesetz. Wichtig ist ihr dabei aber, keine Gewalt
anzuwenden. „Wir sehen, dass jahrzehntelanges Demonstrieren und Petitionen-
Unterschreiben viel zu wenig gebracht hat“, so Annemarie Botzki von „Extinction
Rebellion“. „Deswegen sind viele von uns bereit, einen Schritt weiter zu gehen.“

Die Bewegung orientiert sich unter anderem an Menschen wie Mahatma Gandhi und
Rosa Parks, die ebenfalls durch friedliche Proteste zu grundsätzlichen Veränderungen
in der Gesellschaft beitrugen. Wenn auch die Methoden unterschiedlich sind, ist das
Ziel der vielen verschiedenen Organisationen, die sich in Zeiten des Klimawandels für
eine Veränderung einsetzen, dasselbe: mehr Mitspracherecht für Bürgerinnen und
Bürger und strengere Maßnahmen zum Klimaschutz.

Autor/Autorin: David Ehl, Lisa Hänel, Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Rebellion, -en (f.) – der Kampf gegen empfundene Ungerechtigkeit

Aufsehen erregen – öffentliches Interesse hervorrufen

ein Zeichen setzen – etwas öffentlich tun, damit die Menschen über etwas
nachdenken

Gewalt an|wenden – jemanden durch seine Handlung (körperlich) verletzen

Bewegung, -en (f.) – hier: eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel
verfolgt

unkonventionell – so, dass jemand sich eher nicht an die Regeln hält

Klimawandel (m., nur Singular) – die Veränderung des Klimas

etwas ist jemandem ernst – jemandem ist etwas sehr wichtig

Aktivist, -en/Aktivistin, -nen – jemand, der viel dafür tut, ein (politisches) Ziel zu
erreichen

aus|sterben – so sein, dass eine Art von Lebewesen bald nicht mehr existiert

Aktion, -en (f.) – hier: eine Tat, mit der man auf ein politisches oder gesellschaftliches
Problem aufmerksam macht

jemanden fest|nehmen – jemanden bei der Polizei festhalten

gegen etwas verstoßen – gegen eine Regel oder ein Gesetz handeln

Petition, -en (f.) – hier: ein Schreiben an die Regierung mit einer Forderung, die viele
Menschen mit ihrer Unterschrift unterstützen

einen Schritt weiter gehen – hier: bereit sein, mehr zu machen als andere

zu etwas bei|tragen – einen Anteil an etwas haben; für etwas sorgen

sich für etwas ein|setzen – an einem bestimmten Ziel arbeiten

Mitspracherecht (n., nur Singular) – das Recht darauf, bei einem Thema mitzureden

Maßnahme, -n (f.) – etwas, das man macht, um ein Ziel zu erreichen

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Friedliche Rebellion fürs Klima

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. „Extinction Rebellion“ …
a) hält sich immer an alle Regeln.
b) bedeutet friedliche Rebellion.
c) protestiert friedlich, aber extrem.

2. Mit den Aktionen …


a) versucht die Gruppe, alle Gesetze zu ändern.
b) demonstriert die Gruppe dafür, dass die Politiker sich mehr für den Klimaschutz
einsetzen.
c) hat die Gruppe schon oft den Verkehr in verschiedenen Städten gestoppt.

3. Die Aktivisten …
a) nehmen sich ein Beispiel an anderen friedlichen Protestaktionen.
b) haben dasselbe Ziel wie andere Klimaschützer auch.
c) wurden in London von der Polizei verhaftet.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende trennbare Verb und
konjugiere es richtig. Achte auf die richtige Zeit!

1. Die Bewegung _______ sich für den Klimaschutz _______, indem sie zum
Beispiel den Verkehr in großen Städten stoppt und so Aufsehen erregt. (Präsens)
2. Durch den Klimawandel _______ immer mehr Lebewesen _______. (Präsens)
3. Die Gruppe _______ keine Gewalt _______ und protestiert friedlich. (Präsens)
4. Trotzdem _______ die Polizei schon mehrere Demonstranten _______, weil sie
gegen das Gesetz verstoßen hatten. (Präteritum)
5. Die Gruppe _______ durch ihre Aktionen dazu _______, dass die Öffentlichkeit
mehr über das Thema Klimaschutz spricht. (Perfekt)

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

aussterben festnehmen anwenden


beitragen einsetzen

3. Übe die Relativsätze!


Wähl das richtige Relativpronomen und setz es in die Lücke.

1. Die Gruppe setzt sich für den Klimaschutz ein, für _______ (der/das/den) die
Politik, so die Meinung der Aktivisten, noch nicht genug tut.
2. Die internationale Auto-Ausstellung, zu _______ (die/der/dessen) viele Besucher
kamen, wurde von den Aktivisten auch für eine Protestaktion genutzt.
3. Wichtige Personen, _______ (der/deren/die) schon zu großen Veränderungen
beigetragen haben, sind die Vorbilder der Bewegung „Extinction Rebellion“.
4. Die Gruppe, _______ (die/dessen/deren) Mitglieder keine Angst davor haben,
festgenommen zu werden, möchte durch ihre Aktionen Aufsehen erregen.
5. Der Klimawandel, _______ (der/deren/dessen) Auswirkungen sich zum Beispiel
bereits in extrem heißen Sommern zeigen, muss aufgehalten werden.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Das Internet: ein Markt für exotische Tiere

Heute kann man alles im Internet kaufen, sogar lebende Tiere. Händler
bieten dort zum Beispiel exotische Reptilien an. Da solche Geschäfte schwer
zu kontrollieren sind, wechseln auch geschützte Tierarten den Besitzer.

Bei Haustieren denkt man zuerst an Katzen und Hunde. In deutschen Wohnungen
findet man aber auch ganz andere Tiere, zum Beispiel Reptilien aus aller Welt.
Manchmal sind es sogar geschützte Arten – je exotischer, desto besser. Einige werden in
Gefangenschaft gezüchtet und legal verkauft. Doch durch das Internet ist es
einfacher geworden, auch illegal gefangene oder gezüchtete Tiere zu verkaufen.

Nicht alles passiert online: Messen wie die „Terraristika“, die viermal pro Jahr in der
Stadt Hamm stattfindet, spielen dabei auch eine Rolle. Denn hier werden oft erste
Kontakte geknüpft, aus denen dann zum Beispiel Facebook-Gruppen entstehen.
Oder illegale Geschäfte zwischen Händler und Käufer wurden schon in einem
Internetportal abgeschlossen. Während der Messe wechseln die Tiere dann auf dem
Parkplatz oder in einem Hotel den Besitzer.

Besonders bei nicht öffentlichen Online-Gruppen ist es schwierig, die Aktivitäten der
Nutzer zu kontrollieren. Auf Facebook zum Beispiel wurden Posts gefunden, in denen
Händler lebende Tiere zum Kauf anbieten. Weil Facebook den Handel mit Tieren auf
seinen Seiten verbietet, wurden diese Gruppen inzwischen gelöscht. Man muss aber
damit rechnen, dass immer wieder neue Gruppen gegründet werden.

Naturschutzorganisationen fordern deshalb strengere Regeln für Internetportale. Bei


einigen Portalen wie eBay werden die Posts schon regelmäßig nach verdächtigen
Wörtern durchsucht. Trotzdem gibt es Zweifel daran, dass man den illegalen
Tierhandel so verhindern kann. Die Biologin Katharina Lameter von der Organisation
„Pro Wildlife“ meint: „Es wäre das Beste, wenn der Online-Handel mit allen lebenden
Tieren komplett verboten würde.“

Autor/Autorin: Ajit Niranjan, Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

exotisch – hier: so, dass etwas aus einem weit entfernten Land kommt

Händler, -/Händlerin, -nen – jemand, der Waren kauft und wieder verkauft

Reptil, -ien (n.) – ein Tier, das seinen Körper an die Temperatur der Umgebung
anpasst und Eier legt, z. B. eine Schlange, ein Krokodil oder ein Frosch

etwas kontrollieren – untersuchen, ob etwas in Ordnung ist; etwas überprüfen

den Besitzer wechseln – an eine andere Person weitergegeben/verkauft werden

Art, -en (f.) – hier: alle Tiere, die gleich sind; die Spezies

Gefangenschaft (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man nicht frei ist

etwas züchten – Tiere oder Pflanzen einer Art haben und vermehren

legal – vom Gesetz erlaubt; nicht gegen das Gesetz

illegal – gegen das Gesetz

(ein Tier) fangen – einem Tier, das draußen frei herumläuft, die Freiheit nehmen

online (aus dem Englischen) – im Internet

Messe, -n (f.) – hier: eine Veranstaltung, bei der bestimmte Waren gezeigt werden

Kontakte knüpfen – andere Personen kennenlernen

Internetportal, -e (n.) – eine Internetseite, auf der jeder etwas schreiben kann

Aktivität, -en (f.) – hier: das, was jemand macht

Nutzer, -/Nutzerin, -nen – jemand, der das Internet/einen Internetdienst benutzt

Post, -s (m., aus dem Englischen) – ein kurzer Text, den man im Internet veröffentlicht

streng – hier: so, dass ein Gesetz wenig erlaubt

verdächtig – hier: so, dass man glaubt, dass damit etwas Verbotenes gemacht wird

etwas durchsuchen – an einer Stelle/einem Ort intensiv nach etwas suchen

komplett – hier: völlig

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Das Internet: ein Markt für exotische Tiere

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Exotische Tiere ...


a) werden von manchen Deutschen als Haustiere gehalten.
b) dürfen in Deutschland überhaupt nicht verkauft werden.
c) werden von einigen Händlern im Internet verkauft.

2. Manche Tierhändler ...


a) lernen ihre Kunden auf Messen kennen.
b) bieten illegal gefangene Tiere im Internet an.
c) benutzen Messen, um illegale Geschäfte zu machen.

3. Naturschützer fordern, dass ...


a) Angebote im Internet stärker kontrolliert werden.
b) lebende Tiere nur bei eBay verkauft werden dürfen.
c) man bestimmte Wörter im Internet nicht mehr benutzen darf.

2. Übe die Verben!


Welches Wort gehört in welchen Satz? Wähl das passende Verb aus.

1. An der Grenze _________________ die Beamten das Gepäck der Reisenden.


2. Es ist verboten, im Wald Tiere zu _________________, die besonders geschützt
sind.
3. Menschen, die sich einsam fühlen, können zum Beispiel im Internet neue Kontakte
_________________.
4. Manche Zoos versuchen, geschützte Tierarten zu _________________. Wenn
dann wirklich ein Tierbaby geboren wird, ist die Freude groß.
5. Manchmal sind die Kontrollen nicht so streng, wenn dabei ein paar Geldscheine den
Besitzer _________________.

a) züchten b) knüpfen c) wechseln


d) durchsuchen e) fangen

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übe die Relativsätze!


Schreib das richtige Relativpronomen in die Lücke.

1. Manchmal sind die Tiere in den Ländern, aus ____________ sie kommen, streng
geschützt.
2. Auf dieser Liste stehen alle Tierarten, ____________ nicht verkauft werden
dürfen.
3. Auf der Messe trifft der Händler einen Kunden, mit ____________ er online
schon ein Geschäft abgeschlossen hat.
4. Der Kunde bekommt das Tier auf dem Parkplatz, ____________ neben der
Messehalle ist.
5. Die Händlerin, ____________ Post ich gestern gelesen habe, bietet verschiedene
Tierarten zum Kauf an.
6. Der Kunde, ____________ der Händler gestern getroffen hat, möchte unbedingt
ein exotisches Tier kaufen.
7. „Reptilien“ gehört zu den verdächtigen Wörtern, nach ____________ man in den
Posts suchen könnte.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Staatliche Hilfe für Unternehmen in der Krise

Zwei Jahre nach der Pleite von Air Berlin steckt wieder eine Fluglinie in der
Krise. Dieses Mal ist es Condor, eine Tochterfirma von Thomas Cook. Mit
einem Kredit will die deutsche Regierung das Unternehmen retten.

Im September 2019 war es offiziell: Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook


musste Insolvenz anmelden. Angeblich hatte das Unternehmen die Regierung in
London um Hilfe gebeten, aber ohne Erfolg. Jetzt steckt auch die deutsche Fluglinie
Condor, eine Tochterfirma von Thomas Cook, in der Krise. Doch für Condor gibt es
noch Hoffnung: Der deutsche Staat ist bereit, das Unternehmen mit einem Kredit von
380 Millionen Euro zu unterstützen.

Allerdings muss die EU-Kommission den Plan erst noch genehmigen. Solche Kredite
und andere staatliche Hilfen werden genau geprüft, denn der Staat soll kein Geld
ausgeben, um eine marode Firma zu unterstützen, und dadurch den Wettbewerb auf
dem freien Markt beeinflussen. Staatshilfen können aber sinnvoll sein, wenn eigentlich
gesunde Unternehmen für kurze Zeit wirtschaftliche Schwierigkeiten haben.

Politiker tun aber nicht immer das, was wirtschaftlich vernünftig ist. Im Jahr 1999 zum
Beispiel versprach Bundeskanzler Gerhard Schröder dem hoch verschuldeten
Bauunternehmen Holzmann Hilfe. Der Staat sollte eine Bürgschaft übernehmen,
wenn die Banken der Firma weitere Kredite geben. Deshalb wurde Schröder von den
Holzmann-Mitarbeitern begeistert gefeiert. Aber die Banken spielten nicht mit,
und so erhielt Holzmann schließlich doch kein Geld. Drei Jahre später musste das
Unternehmen Insolvenz anmelden.

Die Fluglinie Air Berlin hatte zunächst mehr Glück: Sie erhielt im Jahr 2017 einen
staatlichen Kredit, doch auch das konnte die Pleite nicht verhindern. Immerhin bekam
der Staat das geliehene Geld zurück. Für Condor sieht Bundeswirtschaftsminister Peter
Altmaier aber gute Chancen. Er glaubt, dass die Fluglinie mit Hilfe des Staates wieder
auf die Beine kommen kann.

Autorinnen: Brigitte Scholtes, Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Unternehmen, - (n.) – hier: die Firma

Pleite, -n (f.) – hier: die Tatsache, dass jemand (hier: eine Firma) kein Geld mehr hat

in der Krise stecken – in einer schwierigen Situation sein

Fluglinie, -n (f.) – ein Unternehmen, das Flüge anbietet (z. B. Lufthansa)

Tochterfirma, -firmen (f.) – eine wirtschaftlich unselbständige Firma, die von einer
anderen Firma, der Mutterfirma, kontrolliert und geleitet wird

Reiseveranstalter, - (m.) – eine Firma, die Reisen organisiert

Insolvenz an|melden – öffentlich bekanntgeben, dass eine Firma kein Geld mehr
verdient und zahlungsunfähig ist

EU-Kommission (f., nur Singular) – hier: eine Gruppe von Fachpersonen, die die
Regierung der Europäischen Union bilden

marode – hier: so, dass etwas in einem sehr schlechten Zustand ist

Wettbewerb (m., hier nur Singular) – hier: die Tatsache, dass Unternehmen
versuchen, besser zu sein als andere

sinnvoll – so, dass etwas einen Sinn hat; so, dass etwas Vorteile hat

hoch verschuldet – so, dass man sich von jemandem viel Geld geliehen hat

Bürgschaft, -en (f.) – das Versprechen, im Notfall die Schulden einer anderen Person
zu bezahlen

begeistert – so, dass man etwas toll findet; mit sehr viel Freude

jemanden feiern – jemandem zum Beispiel durch ein Fest, Lieder usw. zeigen, wie
gut man ihn/sie findet

(bei etwas) nicht mit|spielen – hier: bei einem Plan nicht mitmachen

zunächst – zuerst einmal; am Anfang

immerhin – wenigstens; zumindest

wieder auf die Beine kommen – hier: wieder wirtschaftlichen Erfolg haben

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Staatliche Hilfe für Unternehmen in der Krise

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was wird über die Fluglinie Condor gesagt?


a) Condor hat wirtschaftliche Schwierigkeiten.
b) Die Fluglinie bekommt Geld vom britischen Staat.
c) Condor ist ein deutsches Unternehmen.

2. Was ist das Ziel von Staatshilfen?


a) Sie sollen einzelnen Unternehmen Vorteile im Wettbewerb bringen.
b) Sie sollen Firmen helfen, die eine kurze Krise erleben.
c) Sie sollen völlig maroden Firmen helfen.

3. Was wird im Text über frühere Staatshilfen gesagt?


a) Die Firma Holzmann war eigentlich ein gesundes Unternehmen.
b) Gerhard Schröder hat die Firma Holzmann vor der Pleite gerettet.
c) Der staatliche Kredit hat die Air Berlin nicht gerettet.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort gehört in welchen Satz? Wähl das passende Substantiv aus.

1. Weil die Bank meinem Bruder keinen Kredit geben wollte, habe ich eine
________________ für ihn übernommen. Jetzt hoffe ich natürlich, dass er den
Kredit pünktlich zurückzahlt.
2. Ich habe große Angst vor dem Fliegen. Gibt es im Internet Informationen darüber,
welche ________________ am sichersten ist?
3. Seit Jahren buche ich meinen Urlaub bei demselben ________________. Ich
brauche mich um nichts zu kümmern, weil er alles für mich organisiert: den Flug,
das Hotel und den Mietwagen.
4. Inzwischen kann man überall günstige Flüge buchen. Der ________________
zwischen den verschiedenen Anbietern ist sehr groß.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Die Firma steht kurz vor der ________________. Wenn sie keinen Kredit mehr
bekommt, muss sie bald Insolvenz anmelden.
6. Die Mitarbeiter des Autoherstellers wissen, dass das ________________ in einer
Krise steckt, und machen sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze.

a) Pleite b) Wettbewerb c) Fluglinie


d) Reiseveranstalter e) Bürgschaft f) Unternehmen

3. Übe die Infinitivkonstruktionen!


Muss im Satz die Konjunktion „um“ stehen oder nicht? Wähl die richtige
Lösung aus.

1. Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat versucht, _____ (-/um) einen Kredit zu
bekommen.
2. Gerhard Schröder versprach, _____ (-/um) der Firma Holzmann zu helfen.
3. Der Staat sollte eine Bürgschaft übernehmen, _____ (-/um) das Unternehmen zu
retten.
4. Die Banken waren nicht bereit, _____ (-/um) Holzmann noch einen Kredit zu
geben.
5. Das Unternehmen muss einen Kredit aufnehmen, _____ (-/um) die Löhne der
Mitarbeiter bezahlen zu können.
6. Der Minister versucht, _____ (-/um) das Parlament von seinem Plan zu
überzeugen.
7. Condor braucht Geld, _____ (-/um) wieder auf die Beine zu kommen.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Viel Natur, wenig Netz

Immer weniger Deutsche wollen auf dem Land leben, obwohl es dort genug
Arbeit gibt. Aber die öffentliche Infrastruktur ist schlechter als in der Stadt,
und oft funktioniert das Internet nicht. Das soll sich ändern.

47 Millionen Menschen leben in Deutschland in ländlichen Regionen. Das ist mehr


als die Hälfte der Bevölkerung. Jeder zweite Euro wird dort erwirtschaftet, denn auf
dem Land gibt es die meisten mittelständischen Unternehmen. Sie machen
insgesamt sogar 99,5 Prozent der deutschen Wirtschaft aus. Trotzdem stehen die
ländlichen Regionen im Vergleich nicht gut da.

Vor allem die jungen Menschen gehen trotz guter Jobmöglichkeiten lieber in die
Städte. Ein Grund dafür ist die schlechte Infrastruktur auf dem Land: Mangelhafte
Kommunikationsnetze und miserable Anbindungen an den Nahverkehr
tragen nicht zur Attraktivität der ländlichen Regionen bei. Obwohl es vielen
Unternehmen auf dem Land gut geht, herrscht dort ein großer Fachkräftemangel.

Dass dringend etwas getan werden muss, weiß auch die Politik. „Der ländliche Raum
darf nicht das Gefühl haben, dass die Politik in Berlin ihn irgendwann vergessen
könnte“, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Deshalb sollen strukturschwache
Regionen stärker unterstützt werden. Denn neue Unternehmen kommen nur, wenn sie
vor Ort Fachkräfte, gute Verkehrsanbindungen und vor allem ein funktionierendes
Internet finden.

Altmaiers großes Ziel ist deshalb der Ausbau der Kommunikationsnetze. Dass das
Internet außerhalb der großen Städte in Deutschland nicht besonders gut ist, weiß er
aus eigener Erfahrung. Schöne Berge und viel Grün hat er auf dem Land erlebt, so
Altmair, aber telefonieren konnte er im Auto nicht. Eine schöne Natur allein bringt die
Wirtschaft eben nicht zum Laufen.

Autorinnen: Sabine Kinkartz, Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Infrastruktur (f., nur Singular) – alle Anlagen/Einrichtungen, die zur Entwicklung


der Wirtschaft notwendig sind, z. B. Straßen, damit Autos fahren können

Million, -en (f.) – Zahlwort: 1.000.000

ländlich – dörflich; das Landleben betreffend

etwas erwirtschaften – durch Arbeit Gewinn machen

mittelständisch – Unternehmen mit kleiner oder mittlerer Größe

Unternehmen, - (n.) – hier: die Firma

etwas aus|machen – hier: etwas betragen

gut/schlecht da|stehen – hier: in einer guten/schlechten wirtschaftlichen Lage sein

Jobmöglichkeit, -en (f.) – offene Arbeitsstellen

mangelhaft – schlecht

Kommunikationsnetz, -e (n.) – das Angebot von Mobilfunk und Internet

miserabel – sehr schlecht

Anbindung, -en (f.) – der Anschluss an etwas, z.B. an den Verkehr

Nahverkehr (m., nur Singular) – die öffentlichen Verkehrsmittel in einer Region

zu etwas beitragen – einen Anteil an etwas haben; für etwas sorgen

Attraktivität (f., nur Singular) – die Anziehungskraft

Fachkräftemangel (m., nur Singular) – die Tatsache, dass es zu wenige Menschen


gibt, die gut ausgebildet und für eine bestimmte Arbeit qualifiziert sind

strukturschwach – industriell nicht weit entwickelt

Ausbau (m. nur Singular) – hier: die Erweiterung von etwas

etwas zum Laufen bringen – etwas starten

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Viel Natur, wenig Netz

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Beantworte die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. In den ländlichen Regionen Deutschlands …


a) wohnen die meisten Menschen.
b) gibt es die meisten Jobmöglichkeiten.
c) ist die Infrastruktur eher schlecht.

2. Wirtschaftsminister Altmaier möchte ...


a) dafür sorgen, dass mehr Menschen aufs Land ziehen.
b) die Unternehmen auf dem Land finanziell unterstützen.
c) das Internet in den ländlichen Regionen verbessern.

3. Die Unternehmen auf dem Land …


a) nehmen zu wenig Geld ein.
b) nehmen viel Geld ein, brauchen aber mehr Fachkräfte.
c) sind meistens eher klein oder mittelgroß.

4. Auf dem Land fehlen …


a) Wohnungen und Häuser.
b) gute Bus- und Bahnverbindungen.
c) gut ausgebildete Arbeiter.

2. Üb die Vokabeln!
Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Adjektiv aus.

1. Die Regionen in Ostdeutschland sind im Vergleich zu den anderen Regionen


Deutschlands eher ____________.
2. Wenn ich mit dir telefoniere, ist das Gespräch oft plötzlich weg. Die Verbindung ist
wirklich ____________.
3. Familienunternehmen bezeichnet man meistens als ____________.
4. Das Land soll für Unternehmen wieder ____________ werden.
5. Schöne Natur und Wildwasserbäche findet man nur, wenn man ____________
wohnt.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) mittelständisch b) attraktiv
c) ländlich d) mangelhaft
e) strukturschwach

3. Üb die Komposita!
Verbinde die Wörter zu Komposita und füge diese in die passenden Lücken
ein.

1. Die Politiker möchten die Infrastruktur verbessern, um etwas gegen den


_________________ zu tun.
2. Die ländlichen Regionen sind eher __________________ und brauchen daher
mehr Unterstützung von der Politik.
3. Besonders das _________________ auf dem Land muss besser ausgebaut
werden.
4. Auf dem Land gibt es wenige Busse und schlechte Zugverbindungen. Der
Wirtschaftsminister möchte daher den _________________ verbessern.
5. Es gibt zwar genug _________________ auf dem Land, aber keine besonders
gute Infrastruktur und nur sehr schlechtes Internet.

1. Kommunikations a. verkehr
2. struktur b. mangel
3. Nah c. möglichkeiten
4. Fachkräfte d. netz
5. Job e. schwach

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Neues Gesetz fürs Klima

Millionen Menschen gingen am Tag des globalen Klimastreiks auf die


Straße, Hunderttausende allein in Deutschland. Gleichzeitig entstand hier
ein neues Klimaschutzgesetz. Doch viele Klimaschützer finden es zu lasch.

Am 20. September 2019, dem Tag des globalen Klimastreiks, gingen auf der ganzen
Welt Millionen Menschen für das Klima auf die Straße. Knapp 270.000 Menschen
demonstrierten allein in Berlin für einen besseren Klimaschutz. Am selben Tag stand
der Klimaschutz auch im Mittelpunkt der deutschen Politik: Ein neues
Klimaschutzgesetz wurde beschlossen. Denn das eigentliche Ziel, bis 2020 40 Prozent
weniger Treibhausgase auszustoßen als noch im Jahr 1990, wird ganz deutlich
nicht erreicht.

Das neue Ziel der deutschen Klimapolitik: eine Einsparung von 55 Prozent CO2 bis
2035. Unter anderem werden die Preise für Benzin und Gas steigen. Bürger, die CO2-
Sparmaßnahmen treffen, sollen Zuschüsse bekommen, zum Beispiel für den Kauf
eines Autos, das weniger CO2 ausstößt. Fliegen soll teurer werden und Bahnfahren
günstiger. Insgesamt werden 54 Milliarden Euro für den Klimaschutz zur
Verfügung gestellt.

Ist dieses Sammelsurium an Maßnahmen die von den Klimaschützern erwartete


Lösung? Wohl eher nicht. Auch viele deutsche Politiker finden das neue Gesetz wenig
überzeugend. Die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock sagte: „Ich bin bitter
enttäuscht. Nötig war fürs Klima: schnell, kraftvoll, verbindlich. Was wir
bekommen, ist langsam, lasch, unverbindlich. Das ist eine Abkehr von den Pariser
Klimazielen und von unserer Zukunft.“

Dass die Klimaschützer nicht mit den neuen Klimaschutz-Maßnahmen zufrieden sind,
ist anscheinend auch Kanzlerin Angela Merkel klar. Fast entschuldigend nannte sie
die Maßnahmen einen Kompromiss zwischen Politik und Wissenschaft: „Politik ist
das, was möglich ist, und diese Möglichkeiten haben wir ausgelotet. Das unterscheidet
Politiker von Wissenschaftlern und ungeduldigen jungen Leuten.“

Autorinnen: Sabine Kinkartz, Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Million, -en (f.) – Zahlwort: 1.000.000

global – die ganze Welt betreffend; auf der ganzen Welt

Klimastreik, -s (m.) – ein Streik, der auf Klimaprobleme aufmerksam machen soll

lasch – hier: zu wenig

Treibhausgas, -e (n.) – das Gas, das schlecht für die Umwelt und die Atmosphäre ist

etwas aus|stoßen – etwas (unter Druck) nach außen abgeben

Einsparung, -en (f.) – von etwas weniger ausgeben oder etwas weniger nutzen

CO2 – das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid, das auch für die Erderwärmung sorgt

Sparmaßnahme, -n (f.) treffen – Regeln erstellen, wie Geld gespart werden soll

Zuschuss, Zuschüsse (m.) – Geld, das zusätzlich als Unterstützung gezahlt wird

Milliarde, -n (f.) – 1.000.000.000; tausend Millionen

jemandem etwas zur Verfügung stellen – jemandem etwas zur Benutzung geben

Sammelsurium, - (n.) – eine ungeordnete Sammlung

Grüne, -n (m., f.) – hier: Mitglied einer Partei, die sich für Umweltschutz einsetzt

bitter– hier: sehr schlimm; schrecklich

kraftvoll – besonders stark

verbindlich – so, dass man sich an etwas halten muss (Gegenteil: unverbindlich)

Abkehr (f., nur Singular) – die Abwendung von etwas oder jemandem

Kanzler, -/ Kanzlerin, -nen – der/die deutsche Regierungschef/Regierungschefin

Kompromiss, -e (m.) – eine Lösung für ein Problem, mit der alle zufrieden sind

etwas aus|loten – etwas ermitteln; genau erforschen

ungeduldig – so, dass man auf etwas nicht warten möchte

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Neues Gesetz fürs Klima

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Das Thema „Klimaschutz“…


a) ist so wichtig, dass es in Deutschland ab 2030 keine Autos mehr geben soll, damit
weniger Treibhausgase ausgestoßen werden.
b) ist so wichtig, dass ein neues Klimaschutzgesetz entstanden ist und für die
Klimaschutzmaßnahmen Milliarden ausgegeben werden sollen.
c) ist 2019 besonders durch die vielen Demonstrationen zu einem wichtigen
politischen Thema geworden.

2. Die Grünen-Politikerin Baerbock…


a) findet, dass nicht so viel Geld für Klimaschutz ausgegeben werden sollte.
b) ist der Meinung, dass die neuen Klimaschutzmaßnahmen nicht streng genug sind.
c) ist enttäuscht von dem neuen Gesetz.

3. Geplante Maßnahmen sind…


a) Zuschüsse für Fahrradfahrer.
b) Zuschüsse für Fluglinien, da immer weniger Menschen fliegen.
c) Zuschüsse für diejenigen, die sich Autos kaufen, die weniger Treibhausgase
ausstoßen.

2. Üb die Vokabeln!
Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. „Danke, dass du mir deine Notizen zur ____________ gestellt hast!“


2. Da ich im Urlaub so viel Geld ausgegeben habe, habe ich danach direkt
____________ getroffen und gehe jetzt weniger mit Freunden aus.
3. Weil Autos so viel ____________ ausstoßen, fährt Julia nur noch mit dem
Fahrrad zur Arbeit.
4. Der ____________ zeigt, dass das Thema Klimaschutz vielen Menschen sehr
wichtig ist.
5. Ein neues ____________ soll dabei helfen, dass sich das Klima verbessert.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Da wir verschiedene Meinungen hatten, mussten wir einen ____________


finden.

a) Sparmaßnahmen b) Streik c) Gesetz


d) Verfügung e) Kompromiss f) Treibhausgas

3. Üb die trennbaren Verben!


Achte dabei auf die richtige Zeitform.

1. Die Politiker _______ ___________, welche Klimaschutzmaßnahmen


umgesetzt werden können. (ausloten Perfekt)

2. Ich _______ heute Morgen früh ____________, um zur Demonstration zu


gehen. (aufstehen Perfekt).

3. Autos und Flugzeuge ______ besonders viel CO2 ____, deswegen sollen die
Preise für Benzin und für Flüge teurer werden. (ausstoßen, Präsens)

4. ____________ du morgen _______ zur Klima-Demonstration? (mitkommen


Präsens)

5. Wir _______ schon dreimal an den Streiks ____________ und es war jedes Mal
eine tolle Erfahrung! (teilnehmen Perfekt)

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Skateboarden: Aus Jugendkultur wird Leistungssport

Skateboarden ist ein Sport, bei dem man sofort an junge, eher
unkonventionelle Menschen denkt. 2020 wird er jetzt zur olympischen
Disziplin. Dies könnte den Wettbewerb verändern.

Wenn man an Skateboarder denkt, hat man sofort coole, junge Menschen vor Augen,
die auf der Straße unterwegs sind. 2020 kann man sie in Tokio das erste Mal bei
Olympia als Athleten sehen. Denn Skateboarden wird zur olympischen Disziplin. Hofft
das IOC (International Olympic Committee) damit, jüngere Zuschauer zu erreichen?

Im Vergleich zu 2012 ist die Zahl der 18- bis 47-Jährigen, die sich 2016 die Olympischen
Spiele in Rio de Janeiro im Fernsehen angeschaut haben, um 30 Prozent gesunken, wie
das Wall Street Journal berichtet. Olympia soll also von den jungen, unkonventionellen
Skateboardern profitieren. Bekannte Skater stehen Olympia aber eher kritisch
gegenüber.

Titus Dittmann, der das Skateboarden in den 1970er-Jahren nach Deutschland brachte,
empfindet es als wenig förderlich, dass aus der Jugendkultur ein Leistungssport
werden soll: „Plötzlich geht es darum, besser als der andere zu sein.“ Was er außerdem
anzweifelt, ist die Flexibilität des IOC: „Wenn die Regeln einmal durch das IOC
festgelegt sind, ist die Entwicklung des Skateboardens am Ende.“

Der berühmte US-amerikanische Skateboarder Tony Hawk hingegen, sieht aber auch
Positives darin, dass Skateboarden ein olympischer Sport werden soll. Denn so
bekommen die Skater eine größere Reichweite: „Für die neue Skater-Generation
wird es das Größte sein, sich auf diesem Level zu präsentieren. Sie haben eine
Chance, die Generationen vor ihnen gar nicht hatten.“ Und vielleicht behält das IOC
Recht, und der strenge Wettbewerb wird durch die coolen Skater tatsächlich etwas
lockerer.

Autoren: Peter Wozny, Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Jugendkultur (f., nur Singular) – die Kultur der Jugendlichen

Leistungssport (m., nur Singular) – der Sport, den man macht, um an Wettkämpfen
teilzunehmen

unkonventionell – so, dass jemand sich eher nicht an die Regeln hält

olympische Disziplin – eine Sportart bei den olympischen Spielen

profitieren – Gewinn machen; einen Vorteil haben

etwas kritisch gegenüber|stehen – etwas für problematisch halten

etwas empfinden – hier: einen Eindruck von etwas haben

förderlich – hilfreich; so, dass es einen Vorteil bringt

etwas an|zweifeln – glauben, dass etwas nicht stimmt

Flexibilität (f., nur Singular) – die Tatsache, dass jemand kein Problem damit hat,
wenn sich plötzlich etwas ändert

etwas fest|legen – hier: etwas bestimmen

hingegen – andererseits

Reichweite, -n (f.) – hier: die Anzahl der Personen, die die Skateboarder sehen

Generation, -en (f.) – eine Gruppe von Menschen, die ungefähr gleich alt sind

Level, -/-s (m./n., aus dem Englischen) – hier: auf (hohem) Niveau

etwas/sich präsentieren – etwas/sich vorstellen

Recht behalten – darin bestätigt werden, dass man Recht hat

streng – hier: sehr genau, so, dass man sich an die Regeln hält

locker – hier: weniger streng

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Skateboarden: Aus Jugendkultur wird Leistungssport

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig
sein.

1. Was steht im Text? Die meisten Skateboarder …


a) freuen sich sehr darüber, dass ihr Sport endlich olympische Disziplin wird.
b) hoffen, dass das Skateboarding als olympische Disziplin festere Regeln bekommt.
c) sind eher unkonventionell.

2. Die olympischen Spiele …


a) sind besonders bei jüngeren Menschen beliebt.
b) werden weniger als früher von jungen Menschen im Fernsehen angeschaut.
c) sind bekannt für die strengen Regeln und Standards.

3. Titus Dittmann …
a) denkt, dass die olympischen Spiele eine gute Werbung für das Skateboarding als
Sport sind.
b) findet es nicht gut, wenn es Skateboardern in Zukunft vor allem darum geht, sich
miteinander zu vergleichen.
c) kann sich vorstellen, dass sich die Regeln, die vom IOC festgelegt werden, negativ
auf die Entwicklung des Sports auswirken.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Verb aus und
schreib es in der richtigen Form in die Lücken.

1. Die Regeln des Sportwettbewerbs werden offiziell ____________.


2. Die bisher sehr strengen olympischen Spiele könnten vom Skateboarding als neue
Disziplin ____________.
3. Tony Hawk ____________ auf ein größeres Interesse für den Sport.
4. Viele bekannte Skateboarder ____________ die Entscheidung, dass
Skateboarding olympische Disziplin wird, als eher problematisch.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Die jungen Skateboarder haben die Chance, sich bei Olympia zu ____________
und ihr Können zu zeigen.
6. Titus Dittmann findet, dass Skateboarding nicht nur ein Sport, sondern auch eine
Jugendkultur ist, die junge Menschen in ihrer Entwicklung ____________.

empfinden hoffen festlegen


profitieren fördern präsentieren

3. Übe die Adjektivendungen!


Schreib die richtigen Endungen in die Lücken. Nicht alle Adjektive
bekommen eine Endung. Schreib dann ein Minus (-).

1. Die Entscheidung, dass Skateboarding ab 2020 eine olympische Disziplin werden


soll, war auch für bekannt_____ Skater unerwartet.
2. Skateboarding gilt als ein eher locker_____ und unkonventionell_____ Sport.
3. Skateboarder bekommen durch die olympischen Spiele eine groß_____
Aufmerksamkeit.
4. Aber auch Olympia soll von der neu_____ Disziplin profitieren: Ein jung_____
Publikum soll damit angesprochen werden.
5. Titus Dittmann findet, dass Skateboarding ein locker_____ Sport ist, der so
flexibel_____ wie möglich bleiben sollte.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Warum wir gern über andere reden

Die meisten tun es, aber die wenigsten geben es zu: lästern. Warum
sprechen wir so gern über Personen, die nicht anwesend sind, obwohl wir
dieses Verhalten selbst eigentlich gar nicht mögen?

Jeder kennt es, die meisten tun es, aber trotzdem hat es einen schlechten Ruf: das
Reden über andere. Es ist uns unangenehm zuzugeben, dass wir lästern. Dabei sagen
Wissenschaftler, dass wir in 65 bis 90 Prozent aller Unterhaltungen im Alltag über
Menschen reden, die gerade nicht im Raum sind.

Das moralische Verständnis der meisten Gesellschaften verurteilt das Lästern über
andere. Im schlimmsten Fall können Vorurteile oder sogar Mobbing die Folge sein.
Lästern kann aber auch sinnvoll sein, so der Psychologe Jan Engelmann, der an der
Berkeley University of California zu dem Thema forscht: „Durch Tratsch lernen wir,
wer potentiell ein guter Kooperationspartner sein könnte und von wem wir uns
fernhalten sollten.“

Das Reden über andere hilft uns dabei, zu entscheiden, wen wir in unsere Gruppe
aufnehmen wollen und wen nicht. Jan Engelmann fand in einer Studie heraus, dass
schon kleine Kinder sich so gegenseitig vor anderen Kindern warnen, die zum Beispiel
nicht gern ihre Spielsachen teilen.

Lästern ist also einerseits ein sehr menschliches Verhalten, andererseits hält sich aber
sein schlechter Ruf. Ist unsere Angst, selbst ein Opfer des Tratsches zu werden, zu groß?
Das vermutet auch Engelmann: „Vielleicht mögen wir es einfach nicht, wenn andere
tratschen, weil es dann ja auch um uns gehen könnte. Unsere Reputation ist dann
nicht mehr in unseren eigenen Händen, wir können sie nicht mehr so gut
kontrollieren.“

Autorinnen: Julia Vergin, Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

etwas zu|geben – hier: sagen, dass man etwas tut, was nicht gut ist

lästern – schlecht über jemanden reden

Ruf (m., nur Singular) – hier: die Meinung, die Leute von jemandem/etwas haben

unangenehm – hier: peinlich; so, dass man sich nicht gut fühlt, weil etwas passiert ist

moralisch – so, dass es darum geht, was gut und richtig ist

Verständnis (n., nur Singular) – hier: die Meinung

Mobbing (n., nur Singular) – die absichtliche schlechte Behandlung einer Person z. B.
durch mehrere Arbeitskollegen oder Mitschüler

Folge, -n (f.) – hier: die Konsequenz

sinnvoll – so, dass etwas einen Sinn hat; so, dass etwas Vorteile hat

Tratsch (m., nur Singular) – umgangssprachlich für: das (schlechte) Gerede über
jemanden oder etwas (Verb: tratschen)

potentiell – möglich

Kooperationspartner/Kooperationspartnerin, -nen – jemand, mit dem man


zusammenarbeitet

sich von jemandem fern|halten –keinen Kontakt zu jemandem haben wollen

jemanden auf|nehmen – hier: jemanden als Mitglied in einer Gruppe anerkennen

Studie, -n (f.) – hier: die wissenschaftliche Untersuchung zu einem Thema

gegenseitig – einander; eine/r dem/der anderen

Spielsachen (nur Plural) – das Spielzeug

Reputation, -en (f.) – der Ruf, den eine Person in der Öffentlichkeit hat

in unseren Händen sein – von uns abhängen

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Warum wir gern über andere reden

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Beantworte die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Über andere zu lästern, …


a) ist etwas ganz Normales und jeder gibt offen zu, es regelmäßig zu machen.
b) ist menschlich, trotzdem finden es aber viele Menschen schlecht.
c) ist etwas, was die meisten alltäglich machen, auch wenn sie es nicht zugeben
möchten.

2. Lästern kann …
a) zu Vorurteilen führen.
b) dazu führen, dass man beliebter wird.
c) auch sinnvoll sein, weil man dadurch erkennen kann, mit wem man gut zusammen
arbeiten kann.

3. Was steht im Text? Wissenschaftler sagen, dass …


a) Lästern gut für die Gesundheit ist.
b) wir in unseren alltäglichen Gesprächen fast nur über andere reden.
c) sogar Kinder schon über andere reden.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Nach meinem ____________ ist es nicht gut, mit Kollegen zu lästern.


2. Leider hat Sina keinen guten ____________, weil sie oft schlecht über andere
Leute redet.
3. Die ____________ war, dass er Vorurteile gegenüber ihr hatte.
4. Es ist mir ziemlich unangenehm, dass Anna gehört hat, wie ich ____________
über sie erzählt habe.
5. Ich habe selbst erlebt, dass es nicht schön ist, wenn andere über einen reden. Daher
habe ich mein ____________ geändert.

a) Ruf b) Tratsch c) Verhalten


d) Verständnis e) Folge

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Welche Wörter passen?


Welches Wort gehört in die Lücke?

1. Wir alle wissen, dass Lästern von der Gesellschaft verurteilt wird. ___________
reden wir gern über andere.
2. Ich finde, dass Lästern bei der Arbeit keinen Platz haben sollte. ____________
mache ich nicht mit, wenn bestimmte Kollegen wieder anfangen, zu tratschen.
3. ____________ jeder Opfer von Tratsch werden kann, hat Lästern einen
schlechten Ruf.
4. ____________ kaum jemand zugibt, gern zu lästern, machen wir es alle fast
täglich.
5. ____________ vieler negativer Effekte, kann das Reden über andere auch sinnvoll
sein.

a) Weil b) Trotz
c) Obwohl d) Deshalb e) Trotzdem

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die Deutschen und ihre Ängste

Das Ergebnis einer Studie zu den Ängsten der Deutschen überrascht: Trotz
weltweiter Kriege und Klimawandel sind die Deutschen 2019 weniger
ängstlich als in den Jahren zuvor. Die meiste Angst haben sie vor Fremden.

Die Deutschen gelten als eher ängstliches Volk. Der Begriff „German Angst“ hat es sogar
ins Englische geschafft. Mit Ängsten beschäftigt sich auch die
Versicherungsgesellschaft R+V, die seit 1992 Menschen in Deutschland dazu
befragt. Das Ergebnis der Studie für das Jahr 2019 zeigt: Die Deutschen machen sich
weniger Sorgen als in den vergangenen Jahren. Die Verfasser der Studie begründen
das damit, dass die Angst in den Jahren zuvor besonders groß gewesen ist.

Wovor fürchten sich die Deutschen im Jahr 2019 aber noch? Mit 56 Prozent steht an
erster Stelle die Angst davor, dass der Staat durch die vielen Flüchtlinge überfordert
ist. „Es ist eher die Debatte in Politik und Medien über dieses Thema, die solche
Befürchtungen und Ängste auslöst“, sagt Ulrich Wagner, Professor für
Sozialpsychologie an der Universität Marburg, denn die Zahl der Flüchtlinge ist seit
2016 gesunken.

Außerdem wird ein großer Unterschied zwischen Ost und West deutlich, so Brigitte
Römstedt von R+V: „Im Osten des Landes sind die Ängste bis zu zehn Prozentpunkte
höher als im Westen.“ Dabei leben im Osten Deutschlands weniger Menschen mit
Migrationshintergrund und weniger Geflüchtete, was zu mangelnder Erfahrung
im Umgang mit ihnen führt.

Am meisten Angst haben die Deutschen also vor Fremden und vor allem, was für sie
ungewohnt ist. Schuld daran ist auch die Debatte um die Geflüchteten in Politik und
Medien, denn je intensiver ein Thema diskutiert wird, desto mehr sorgen wir uns
darum. Die Angst vor Terrorismus etwa ist 2019 deutlich schwächer geworden. Der
Sozialpsychologe Wagner fasst zusammen: „Wir reden einfach nicht mehr so viel über
manche bedrohlichen Ereignisse, und das macht die Menschen sicherer.“

Autoren: Peter Hille, Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Studie, -n (f.) – hier: die wissenschaftliche Untersuchung zu einem bestimmten Thema

zuvor – vorher

Versicherungsgesellschaft, -en (f.) – eine Firma, die Geschäfte mit Versicherungen


macht

Verfasser, -/Verfasserin, -nen – der Autor; die Autorin

Flüchtling, -e (m.) – jemand, der sein Heimatland aus einem bestimmten Grund (z. B.
Krieg) verlassen muss

mit etwas überfordert sein – etwas nicht schaffen; etwas nicht leisten können

Debatte, -n (f.) – die öffentliche Diskussion

Befürchtung, -en (f.) – die Angst vor etwas Bestimmtem

etwas aus|lösen – der Grund/die Ursache für etwas sein

Sozialpsychologie (f., nur Singular) – die Wissenschaft, die sich mit dem Denken und
Verhalten von Menschen im gesellschaftlichen Zusammenhang beschäftigt

Migrationshintergrund (m., nur im Singular) – die Tatsache, dass man in einem


Land lebt, aber selbst (oder die Familie) aus einem anderen Land kommt

Geflüchtete, -n (m./f.) – jemand, der sein Heimatland aus einem bestimmten Grund
(z. B. Krieg) verlassen muss; der Flüchtling

mangelnd – fehlend; zu wenig

Umgang (m., nur Singular) – hier: der Kontakt zu jemandem

ungewohnt – so, dass man etwas noch nicht gut kennt und keine Erfahrung damit
hat; ungewöhnlich

intensiv – hier: stark

bedrohlich – so, dass einem etwas Angst macht

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die Deutschen und ihre Ängste

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Jeweils eine Antwort ist richtig.

1. Die Deutschen sind bekannt dafür, …


a) keine Angst zu haben, da die politischen Ereignisse im 20. Jahrhundert sie gestärkt
haben.
b) eher ängstlich zu sein und sich Sorgen zu machen.
c) dass ihnen alles egal ist.

2. Im Jahr 2019 …
a) ist die Angst der Deutschen so groß wie nie.
b) haben die Deutschen insgesamt weniger Angst als in der Vergangenheit.
c) ist die Angst vor Terrorismus besonders groß.

3. Wenn mehr über ein Thema in Medien und Politik berichtet wird, …
a) fühlen sich die Menschen informierter und machen sich weniger Sorgen.
b) wird das Thema für die Menschen uninteressanter.
c) wird meistens auch die Angst der Menschen größer.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Schreib in jedem Satz das passende Verb in der
richtigen Form in die Lücke.

1. Vielen Menschen, die Angst vor Fremden haben, _________________ es an


Erfahrung mit Geflüchteten.
2. Dass das Thema „Flüchtlinge“ in Medien und Politik intensiv
_________________ wird, trägt zur Angst der Menschen bei.
3. Aber Politik und Medien _________________ keine Verantwortung für die
Angst der Menschen.
4. Sozialpsychologe Wagner _________________ die größere Angst der Deutschen
im Osten damit, dass für sie das Thema noch fremder ist, als für die Menschen im
Westen.
5. Wir _________________ uns nicht so gerne mit unseren eigenen Ängsten.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Die deutsche Gesellschaft _________________ im Ausland als eher ängstlich.

übernehmen beschäftigen gelten


begründen mangeln diskutieren

3. Komparativ oder Superlativ?


Schreib die richtige Steigerungsform der Adjektive in Klammern in die
Lücken.

1. Die Angst der Deutschen ist 2019 ____________ (gering) geworden.


2. Die ____________ (groß) Angst der meisten Menschen ist die Angst vor
Fremden.
3. Wenn Medien und Politik viel über bestimmte Themen berichten, kann die Angst
der Menschen ____________ (stark) werden.
4. Die Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchteten ist im Osten
Deutschlands ____________ (niedrig) als im Westen.
5. Die Menschen im Westen haben daher ____________ (wenig) Angst, dass der
Staat durch die vielen Flüchtlinge überfordert ist, als die Menschen im Osten.

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Wirtschaftsförderung für Afrika

Für deutsche Firmen spielte Afrika bislang kaum eine Rolle. Die Politik
versucht nun, das zu ändern: Durch Investitionen und Förderungen soll
deutschen Unternehmen der Schritt nach Afrika erleichtert werden.

Seit einiger Zeit interessiert sich die deutsche Politik verstärkt für den afrikanischen
Kontinent. „Dort liegen die künftigen Wachstumsmärkte“, so
Entwicklungsminister Gerd Müller. Im Sommer 2019 startete die lang geplante
Förderung für deutsche Firmen, die in den Kontinent investieren sollen. Doch laut einer
Studie der Global Perspectives Initiative (GPI) sieht die deutsche Wirtschaft nur in
bestimmten Regionen und Ländern Afrikas Chancen.

Investiert wird vor allem in Länder, die schon jetzt eher wohlhabend sind, wie
Südafrika, Ghana, Nigeria und Senegal. Das liegt daran, dass zum Beispiel die
Infrastruktur in diesen Ländern stabil ist. Arme Länder haben es also schwer, von
den deutschen Investitionen zu profitieren. Unternehmen, die noch nicht in Afrika
investieren, zögern noch: Nur fünf Prozent können sich in den nächsten Jahren eine
Investition vorstellen.

„Wir als Europäer haben ein großes Interesse, dass die Staaten Afrikas gute
wirtschaftliche Perspektiven haben“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr
2018. Doch wieso ist der afrikanische Kontinent für die deutsche Politik so wichtig
geworden? Ein Hauptgrund: Die Migration nach Europa soll durch ein Wachstum der
afrikanischen Wirtschaft gebremst werden.

Ob das Ziel durch Investitionen nur in bestimmte Länder Afrikas erreicht wird, ist
jedoch fraglich. Reinhard Palm, Leiter der Afrika-Abteilung bei der Hilfsorganisation
„Brot für die Welt“, kritisiert außerdem die Art der Förderung. Seiner Meinung nach
sollten auch afrikanische Betriebe, die Produkte für den afrikanischen Markt
produzieren, unterstützt werden. Sonst handelt es sich laut Palm um
„Wirtschaftsförderung für deutsche Unternehmen“ und nicht um eine Stärkung der
Wirtschaft in Afrika.

Autorinnen, Autor: Josephine Schulz, Daniel Pelz, Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Förderung – hier: die (finanzielle) Unterstützung

Investition, -en (f.) – das Geld, das man für etwas ausgibt, um später damit einen
Gewinn zu machen (Verb: in etwas investieren)

Unternehmen, - (n.) – hier: die Firma

verstärkt – immer mehr; immer stärker

künftig – zukünftig; baldig

Wachstumsmarkt, -märkte (m.) – der Bereich der Wirtschaft, der wächst oder sich
vergrößert

Entwicklungsminister – der Minister, der die Zusammenarbeit von Deutschland mit


wirtschaftlich wenig entwickelten Ländern fördert

Studie, -n (f.) – hier: die wissenschaftliche Untersuchung zu einem bestimmten Thema

wohlhabend – mit viel Geld; reich

stabil – so, dass etwas nicht leicht kaputt geht; sehr stark

Infrastruktur (f., nur Singular) – alle Anlagen/Einrichtungen, die zur Entwicklung


der Wirtschaft notwendig sind, z. B. Straßen, damit Autos fahren können

profitieren – Gewinn machen; einen Vorteil haben

zögern – vorsichtig reagieren; nicht sofort handeln

Perspektive, -n (f.) – hier: die Aussicht in die Zukunft

Migration, -en (f., meist Singular) – die Tatsache, dass Menschen in ein anderes Land
gehen, um dort zu leben

fraglich – hier: unsicher; zweifelhaft

Abteilung, -en (f.) – der Bereich in einer Firma

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Wirtschaftsförderung für Afrika

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Das Interesse der deutschen Politik an Afrika ist so groß, weil …


a) sie dort große Chancen für die deutsche Wirtschaft sieht.
b) sie hofft, dass durch eine stärkere afrikanische Wirtschaft weniger Flüchtlinge nach
Europa kommen.
c) sie hofft, dass deutsche Firmen etwas von afrikanischen Firmen lernen können.

2. Reinhard Palm von der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ findet, dass …
a) die Förderung von deutschen Firmen, die in Afrika Produkte für den europäischen
Markt produzieren, sinnvoll ist.
b) viel mehr Firmen gefördert werden sollten, die in Afrika Produkte für den
afrikanischen Kontinent herstellen.
c) durch die Investitionen vor allem deutsche Unternehmen profitieren und nicht die
afrikanische Wirtschaft.

3. Viele deutsche Firmen …


a) freuen sich darauf, sofort in Afrika zu investieren.
b) sind noch vorsichtig und investieren daher noch nicht in afrikanische Länder.
c) möchten jetzt vor allem in arme afrikanische Ländern investieren.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. „Das ist eine _________________ in die deutsche und afrikanische Wirtschaft!“


2. Bisher investieren noch nicht viele _________________ in afrikanische Länder.
Daran soll sich aber durch die Förderprogramme der deutschen Politik etwas
ändern.
3. Angela Merkel sieht in Afrika eine große _________________ für die deutsche
Industrie.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

4. Hilfsorganisationen hoffen auf bessere _________________ für die


afrikanischen Länder.
5. Auch ärmere afrikanische Länder wünschen sich eine _________________ ihrer
Wirtschaft.
6. Bisher profitieren vor allem afrikanische Länder mit guter _________________
von den europäischen Investitionen.

a) Investition b) Perspektiven c) Chance


d) Infrastruktur e) Förderung f) Unternehmen

3. Übe das Passiv!


Schreib die Sätze richtig um.

1. Die deutsche Politik sieht auf dem afrikanischen Kontinent große Chancen.
Auf dem afrikanischen Kontinent _________________ von der deutschen
Politik große Chancen _________________ .
2. Die Politik bringt deutsche Unternehmen dazu, in afrikanische Länder zu
investieren.
Deutsche Unternehmen _________________ von der Politik dazu
_________________ in afrikanische Länder zu investieren.
3. Viele große deutsche Unternehmen bauen in Afrika Betriebe auf.
Von vielen großen deutschen Unternehmen _________________ in Afrika
Betriebe _________________ .
4. Afrikanische Betriebe stellen Produkte für den eigenen Markt her.
Von afrikanischen Betrieben _________________ Produkte für den eigenen
Markt _________________ .
5. Die deutsche Wirtschaft hat bisher vor allem wohlhabende afrikanische Länder
gefördert.
Bisher _________________ vor allem wohlhabende afrikanische Länder von
der deutschen Wirtschaft _________________ _________________.
6. Die Förderungen sollen die Migration von Afrika nach Europa bremsen.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die Migration von Afrika nach Europa soll durch die Förderungen
_________________ _________________ .

Autorin: Laura Oellers


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 3 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Urlaub im Nazi-Denkmal „Koloss von Prora“

Rügen ist eine wunderschöne Ferieninsel. Das wussten auch die Nazis.
Deshalb fingen sie an, dort eine riesige Ferienanlage zu bauen. Aber sie
wurde nie fertig. Nun sind dort doch Unterkünfte für Touristen entstanden.

Am Strand von Prora stehen seit den 1930er-Jahren sieben riesige Gebäude eng
nebeneinander: Man nennt sie den „Koloss von Prora“. 4,5 Kilometer muss man laufen,
um das Ende der Anlage zu erreichen. Hier sollten einmal 20.000 Menschen Urlaub
machen – aber tatsächlich ist kein einziger Gast gekommen. Denn die Gebäude wurden
nie fertig. Nun sind dort Ferienwohnungen für Touristen, Restaurants und Geschäfte
entstanden.

Doch das Projekt ist umstritten. Der Grund: Die Anlage wurde von den
Nationalsozialisten gebaut. Ihre Organisation „Kraft durch Freude“ hatte das Ziel,
auch die Freizeit der Deutschen zu kontrollieren. Das Urlaubsangebot galt nur für
sogenannte arische Deutsche, die zum rassistischen Ideal dieses Regimes passten –
am besten blond und mit blauen Augen. In Prora sollten sie sich erholen, in Zimmern
mit wunderschönem Blick auf das Meer, in Schwimmbädern und Theatern.

Der Rohbau war fertig, als der Zweite Weltkrieg begann. Danach wurde nicht weiter
an der Nazi-Anlage gebaut. Man nutzte die Gebäude als Unterkunft für Soldaten. Seit
der Wiedervereinigung steht der Bau unter Denkmalschutz. Einige Räume
wurden von Museen und Künstlern genutzt, aber der größte Teil war unbewohnt.

Das Denkmal gilt als Beispiel für den Größenwahn der Nazis. Manche Besucher
finden die Anlage bedrückend. Andere finden es gut, dass hier ein neuer großer
Urlaubsort entsteht. Es wird noch viel gebaut, aber ein großer Teil ist schon fertig. Es
gibt Ferienwohnungen, eine Jugendherberge und ein Museum, das an die Geschichte
dieses Ortes erinnern soll.

Autorinnen: Maike Grunwald, Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Nazi- – die Tatsache, dass etwas vom Nationalsozialismus (1933 - 1945) beeinflusst ist

Denkmal, -mäler (n.) – eine Figur, ein Bauwerk oder ein Ort, das an ein Ereignis oder
an eine Person erinnert

Koloss, -e (m.) – jemand/etwas, der/das sehr groß und schwer ist

wunderschön – sehr schön; besonders schön

riesig – sehr groß

umstritten – so, dass es verschiedene Meinungen über etwas gibt

Nationalsozialist, -en/Nationalsozialistin, -nen – jemand, der die politischen


Ziele des Nationalsozialismus in Deutschland (von 1933 bis 1945) unterstützte
(Kurzform: Nazi, -s)

arisch – nach nationalsozialistischer Vorstellung so, dass jemand ein bestimmtes


Äußeres hat (meist blond und blauäugig)

rassistisch – so dass man meint, dass bestimmte Menschengruppen wegen ihrer


Hautfarbe oder Herkunft besser sind als andere (Substantiv: Rassismus)

Ideal, -e (n.) – hier: die Idee, wie jemand oder etwas sein soll

Rohbau, -ten (m.) – ein Gebäude, bei dem erst die Mauern und das Dach fertig sind

Zweiter Weltkrieg (m., nur Singular) – der Krieg, den Deutschland 1939 begonnen
und 1945 verloren hat und in dem viele Länder gegeneinander gekämpft haben

Wiedervereinigung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass aus den beiden deutschen
Ländern (DDR und BRD) im Jahr 1990 wieder ein Land wurde

unter Denkmalschutz stehen – als Ort mit einer besonderen Bedeutung so


geschützt werden, dass man ihn erhalten muss und nicht zerstören darf

etwas nutzen – etwas verwenden; etwas benutzen

Größenwahn (m., nur Singular) – die Tatsache, dass jemand glaubt, dass er der
Größte und der Beste ist

bedrückend – so, dass etwas jemandem ein schlechtes Gefühl (z. B. Angst, Sorge,
Trauer) gibt

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Urlaub im Nazi-Denkmal „Koloss von Prora“

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Der „Koloss von Prora“...


a) ist eine Gruppe von Gebäuden auf der Insel Rügen.
b) ist mehrere tausend Meter lang.
c) ist ein Hochhaus, in dem 20.000 Menschen wohnen.

2. Die Anlage ...


a) wurde von den Nazis einige Jahre lang als Ferienort genutzt.
b) wurde von den Nationalsozialisten geplant.
c) wurde von den Nazis für alle Bürger gebaut, die sich erholen wollten.

3. Heute ...
a) ist die Atmosphäre dort nicht für jeden angenehm.
b) freuen sich alle über die Veränderungen in Prora.
c) kann man sich dort über die Vergangenheit informieren.

2. Üb die Vokabeln!
Welches Wort passt? Wähl zu jedem Satz das passende Substantiv aus.

1. Hier wird ein _________________ gebaut, das an die Opfer des Krieges
erinnert.
2. Wenn man der König der ganzen Welt sein will, ist das ein Zeichen von
_________________.
3. Der Stein ist ja riesig! Diesen _________________ kann ich nicht allein
hochheben. Hilfst du mir?
4. Seit der _________________ machen auch viele Westdeutsche Urlaub auf der
Insel Rügen.
5. Weil der Besitzer plötzlich kein Geld mehr hatte, ist sein Haus immer noch ein
_________________ ohne Fenster und Türen.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Wir kämpfen für unser _________________: eine tolerante, demokratische


Gesellschaft.

a) Koloss b) Denkmal c) Wiedervereinigung


d) Ideal e) Rohbau f) Größenwahn

3. Üb das Präteritum!
Schreib das Verb in Klammern im Präteritum in die Lücke.

1. Der „Koloss von Prora“ ____________ (sollen) eine große Ferienanlage werden.
2. Die Bauarbeiten in Prora ____________ (beginnen) im Jahr 1936.
3. Die Nationalsozialisten ____________ (nutzen) das Programm „Kraft durch
Freude“, um das Freizeitverhalten der Bürger zu beeinflussen.
4. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg ____________ (gelten) Rügen als beliebtes
Ferienziel.
5. In die kleinen Zimmer ____________ (passen) zwei Betten, ein Tisch und zwei
Stühle.
6. Aus den kleinen Zimmern ____________ (werden) große Ferienwohnungen.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Warum viele Ostdeutsche die AfD wählen

Im September 2019 wurde in den ostdeutschen Bundesländern Sachsen


und Brandenburg gewählt. Die Sorge, dass die rechtspopulistische AfD die
Wahl gewinnen könnte, war groß, denn viele halten die Partei für
undemokratisch.

Seit 2013 gibt es in Deutschland eine neue Partei: die rechtspopulistische Alternative
für Deutschland (AfD). Sie ist gegen Ausländer, den Islam und die EU. Manche sagen,
dass unter ihren Mitgliedern auch Nazis sind. Deshalb war die Sorge, dass diese Partei
die Wahlen in Sachsen und Brandenburg gewinnen könnte, groß. Tatsächlich hat die
Partei bei den Wahlen im September 2019 großen Erfolg gehabt. In Sachsen hat sie 27,5
Prozent der Stimmen erhalten, in Brandenburg waren es 23,5 Prozent.

Trotzdem sind die Regierungschefs der beiden Bundesländer erleichtert: Ihre Parteien
haben zwar viele Stimmen verloren, aber sie sind stärker als die AfD. Der sächsische
Ministerpräsident Michael Kretschmer von der CDU sagte: „Das freundliche
Sachsen hat gewonnen.“ Ähnlich äußerte sich sein brandenburgischer Kollege, der
SPD-Politiker Dietmar Woidke.

Viele Ostdeutsche haben die AfD gewählt, weil sie sich politische Veränderungen
wünschen: Denn sie haben immer noch schlechtere Chancen als die Bürger im Westen.
Zum Beispiel verdienen Ostdeutsche weniger Geld, arbeiten seltener in
Spitzenpositionen und sind öfter arbeitslos als Menschen aus dem Westen. Die AfD
zeigt Verständnis für ihre Enttäuschung und verspricht ihnen ein besseres Leben.

Das Meinungsforschungsinstitut infratest-dimap hat allerdings festgestellt, dass


mehr als die Hälfte der AfD-Wähler keine überzeugten Anhänger der Partei sind. Sie
wählen die AfD, weil sie mit den anderen Parteien nicht zufrieden sind. Dietmar Woidke
will diese Wähler zurückgewinnen und erklärt: „Ich denke, dass wir mehr mit den
Menschen kommunizieren, also rausgehen, zuhören und die Probleme aufnehmen
müssen.“ Ob das funktioniert, werden die nächsten Wahlen zeigen.

Autorinnen: Marina Strauß, Sabine Kinkartz, Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

AfD (f., nur Singular) – Abkürzung für: Alternative für Deutschland; eine rechte Partei

rechtspopulistisch – so, dass man versucht, mit rechten, nationalistischen Ideen


politisch erfolgreich zu sein

Alternative, -n (f.) – eine andere Möglichkeit

EU (f., nur Singular) – Abkürzung für: die Europäische Union; mehrere europäische
Staaten, die sehr eng zusammenarbeiten

Nazi, -s (m.) – eine Person, die die Ziele des Nationalsozialismus gut findet

Prozent, -e (n.) – ein Teil von Hundert

erleichtert – von einer Sorge befreit

stark – hier: so, dass eine Partei viele Stimmen bekommen hat

Ministerpräsident, -en/Ministerpräsidentin, -nen – der Regierungschef/ die


Regierungschefin eines Bundeslandes

CDU (f.) – Abkürzung für: Christlich Demokratische Union; eine konservative deutsche
Partei

sich äußern – etwas sagen

SPD (f.) – Abkürzung für: Sozialdemokratische Partei Deutschlands; eine große


deutsche Partei

Spitzenposition, -en (f.) – hier: eine hohe berufliche Stellung

Enttäuschung, -en (f.) – ein schlechtes Gefühl, wenn eine Hoffnung sich nicht erfüllt

Meinungsforschungsinstitut, -e (n.) – ein Institut, das die Menschen nach ihrer


Meinung zu bestimmten Themen fragt

Wähler, -/Wählerin, -nen – eine Person, die ihre Stimme bei einer Wahl abgibt

Anhänger, -/Anhängerin, -nen – hier: jemand, der von etwas überzeugt ist und es
unterstützt

mit jemandem kommunizieren – mit jemandem sprechen

etwas auf|nehmen – hier: (Informationen) sammeln und aufschreiben

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Warum viele Ostdeutsche die AfD wählen

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Die Alternative für Deutschland ...


a) kämpft für eine enge Zusammenarbeit der europäischen Staaten.
b) hat Mitglieder, die für undemokratische Ziele kämpfen.
c) hat im Osten Deutschlands viele Anhänger.

2. Bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg ...


a) hat etwa ein Viertel der Wähler die AfD gewählt.
b) hatten die regierenden Parteien weniger Erfolg als bei der letzten Wahl.
c) hat die AfD die meisten Stimmen bekommen.

3. Viele Ostdeutsche wählen die AfD, weil ...


a) sie nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie die Westdeutschen.
b) sie wollen, dass Ostdeutschland wieder ein eigener Staat wird.
c) sie glauben, dass die anderen Parteien keine gute Politik machen.

2. Sag es anders!
Ergänze den zweiten Satz so, dass er die gleiche Bedeutung hat wie der
erste. Verwende die Silben in den Klammern.

Beispiel:
Wir müssen lernen, mehr miteinander zu sprechen.
Wir müssen lernen, mehr miteinander zu kommunizieren (mu-kom-ren-zie-ni).

1. Zu diesem Thema möchte ich nichts sagen.


Zu diesem Thema möchte ich mich nicht ______________ (ßern-äu).
2. Meine Hoffnungen haben sich leider nicht erfüllt.
Ich habe eine große _________________ (schung-täu-Ent) erlebt.
3. Er bittet alle, die seine Ideen gut finden, um Unterstützung.
Er bittet seine _____________ (ger-An-hän) um Unterstützung.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

4. Ich war sehr froh, als ich endlich eine Arbeit gefunden hatte.
Ich war sehr ____________ (er-tert-leich), als ich endlich eine Arbeit gefunden
hatte.
5. Unser Plan hat nicht funktioniert. Jetzt müssen wir eine andere Möglichkeit finden,
um unser Ziel zu erreichen.
Unser Plan hat nicht funktioniert. Jetzt müssen wir eine ____________(na-ter-
Al-tive) finden, um unser Ziel zu erreichen.
6. Nach der Wahl musste der Regierungschef viele Interviews geben.
Nach der Wahl musste der _________________ (ter-si-nis-dent-Mi-prä) viele
Interviews geben.

3. Üb die Komparation!
Steigere das Adjektiv/Adverb, das im Satz vorkommt, und schreib die
passende Form in die Lücke.

Beispiel:
Hier sind die Chancen auf eine gute Stelle groß, aber im Ausland sind sie noch größer.

1. In Brandenburg hat die AfD viele Stimmen bekommen, aber die SPD hat noch
____________ Stimmen bekommen.
2. In dieser Firma sind die Arbeitsbedingungen schlecht, aber in anderen Firmen sind
sie noch ____________.
3. Der Politiker spricht oft mit den Bürgern über ihre Probleme, aber er muss noch
____________ mit ihnen sprechen.
4. Schon vor der Wahl war die AfD stark, aber jetzt ist sie noch ___________
geworden.
5. Hier haben Sie ganz gute Chancen, aber in einer Großstadt sind Ihre Chancen noch
_____________.
6. Hier verdiene ich wenig Geld, aber in meinem alten Job habe ich noch
___________ verdient.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Wenn der Regenwald brennt

Die Brände in den Regenwäldern Brasiliens sind eine Katastrophe für die
Umwelt. Lange Zeit sah die EU keinen Weg, um Einfluss auf Brasiliens
Regierung zu nehmen. Das neue Mercosur-Freihandelsabkommen könnte
das ändern.

Große Waldbrände in Regenwäldern sind eine Katastrophe. Sie zerstören den


Lebensraum von zahlreichen Pflanzen- und Tierarten. Wenn der Regenwald abbrennt
oder abgeholzt wird, gehen auch alle Nährstoffe verloren. Denn sie sind in den
Pflanzen selbst gespeichert und nicht im Boden. Ein zerstörter Regenwald wird also
nicht wieder wachsen können. Und dabei ist er als einer der größten CO2-Speicher der
Erde wichtig für die ganze Welt.

In Brasiliens Regenwäldern wüten zurzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren.


Dafür wird auch die Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro
verantwortlich gemacht. Diese soll Brandrodungen begünstigt haben, um Flächen
für Vieh- und Landwirtschaft zu gewinnen. Jetzt ist das Feuer außer Kontrolle.

Bisher hat die Welt nur zugeschaut. Die EU hat nun aber mit dem neuen Mercosur-
Freihandelsabkommen ein Instrument gefunden, um Einfluss auf die brasilianische
Regierung zu nehmen. Darin sind nämlich Regeln zur Nachhaltigkeit enthalten.
„Wenn diese nicht eingehalten werden, kann es die vereinbarten
Zollerleichterungen nicht geben. Da geht es auch um unsere Glaubwürdigkeit“,
sagt die deutsche Ministerin für Landwirtschaft Julia Klöckner.

Der Druck durch die EU scheint erste Wirkung zu zeigen. Denn Bolsonaro gerät nun
auch in seiner Heimat immer mehr in die Kritik. Regionalpolitiker und Landwirte
befürchten Handelssanktionen für Brasiliens Produzenten. Inzwischen kündigte
Bolsonaro an, dass er die Brände mit Hilfe der Armee unter Kontrolle bringen will.

Autor/Autorin: Alexander Freund, hk/ww (dpa, afp, epd), Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Regenwald, -wälder (m.) – ein natürlicher Wald in den Tropen, wo es viel regnet

Mercosur (m., nur Singular) – eine Organisation, für den gemeinsamen Markt
Südamerikas

Freihandelsabkommen, - (n.) – ein Vertrag zwischen Staaten, der den Handel so


regelt, dass es keine Gebühren auf Waren gibt

ab|brennen – etwas brennen lassen, bis es nicht mehr da ist

ab|holzen – alle Bäume in einem Gebiet fällen

Nährstoff, -e (m.) – ein Stoff, den Lebewesen brauchen, um zu leben und zu wachsen

CO2 (n., nur Singular) – Abkürzung für: das Kohlendioxid; ein Gas, das z. B. beim
Autofahren in die Luft kommt; ein Gas, das z. B. entsteht, wenn Benzin verbrennt

wüten – hier: ohne Kontrolle zerstören

Brandrodung, -en (f.) – viele Bäume durch Feuer zerstören, um Platz zu schaffen

etwas begünstigen – etwas positiv beeinflussen

Nachhaltigkeit (f., nur Singular) – hier: ein Schutz natürlicher Ressourcen durch eine
umweltschutzgerechte Produktion

etwas ein|halten – hier: sich an etwas halten; etwas nach den Regeln machen

etwas vereinbaren – hier: etwas verabreden; sich über etwas einig werden

Zollerleichterung, -en (f.) – die Tatsache, dass im Handel zwischen Staaten weniger
oder kein Gebühren auf Waren (Zölle) gezahlt werden müssen

Glaubwürdigkeit (f., nur Singular) – die Eigenschaft, dass man jemandem oder etwas
glauben kann

Sanktion, -en (f.) – hier: Strafen gegen einen Staat für ein bestimmtes Verhalten

Armee, -n (f.) – die Soldaten eines Landes

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Wenn der Regenwald brennt

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann mehr als eine Antwort richtig
sein.

1. Im Regenwald des Amazonas …


a) befinden sich viele Nährstoffe im Boden.
b) ist viel CO2 gespeichert.
c) gibt es viele verschiedene Pflanzen und Tiere.

2. In Brasilien …
a) gibt es dieses Jahr weniger Waldbrände als letztes Jahr.
b) wird Regenwald zerstört, damit man mehr Flächen für Felder hat.
c) ist man gegen ein Freihandelsabkommen mit der EU.

3. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro …


a) will nicht mehr mit den anderen Politikern des Landes zusammenarbeiten.
b) bittet die EU um Hilfe bei den Waldbränden.
c) möchte Soldaten beim Kampf gegen das Feuer einsetzen.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Verb gehört in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. ____________ ist ein gefährliches Mittel, um Flächen für Landwirtschaft zu


gewinnen.
2. Wer lügt, verliert seine ____________.
3. Im ____________ leben viele einzigartige Pflanzen und Tiere.
4. ____________ ist ein Gas in der Luft, das schädlich sein kann.
5. Wenn man sich nicht an einen Vertrag hält, kann es zu einer ____________
kommen.
6. Um die Umwelt besser zu schützen, müssen Staaten strengere Regeln zur
____________ beschließen.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Sanktion b) Glaubwürdigkeit c) Brandrodung


d) Nachhaltigkeit e) Regenwald f) CO2

3. Übe die Konjunktionen


Welche Konjunktion passt in den Satz? Wähl die richtige Lösung aus.

1. _____ (Wenn/Um/Dass) der Regenwald abbrennt, wird er nicht wieder


nachwachsen.
2. _____ (Wenn/Um/Dass) Brasilien nicht bald handelt, kann es Sanktionen für das
Land geben.
3. Einige EU-Länder wollen das Freihandelsabkommen nutzen, _____
(wenn/um/dass) Druck auf Bolsonaro zu machen.
4. Ich wusste nicht, _____ (wenn/um/dass) der Regenwald einer der größten CO2-
Speicher der Erde ist.
5. _____ (Wenn/Um/Dass) die Brände zu löschen, möchte Bolsonaro die Armee
einsetzen.
6. Man muss den Regenwald retten, _____ (wenn/um/dass) die Tiere dort zu
schützen.

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die Postkarte feiert ihren 150. Geburtstag

Zunächst kritisierte man an ihr, dass sie nicht nur vom Empfänger gelesen
werden kann. Doch bald wurde die Postkarte als günstige Alternative zum
Brief beliebt. 2019 wurde sie 150 Jahre alt.

Die älteste Postkarte der Welt ist eine handgemalte Karte, die 1840 an den britischen
Autor und Stückeschreiber Theodore Hook verschickt wurde. Vermutlich hat er die
Karte aus Spaß an sich selbst geschickt. Offiziell wurde die Postkarte aber erst 29 Jahre
später im Jahr 1869 von der Post in Österreich-Ungarn unter dem Namen
„Correspondenz-Karte“ eingeführt.

Vor der Einführung wurde die Idee für eine Postkarte jedoch kritisiert. 1865 machte
Heinrich von Stephan, der spätere Generalpostdirektor des Deutschen Reichs,
einen Vorschlag für eine günstige Alternative zum Brief: ein Postblatt, das man auf einer
Seite beschreibt und ohne Umschlag verschickt. Das wurde damals aber als
„unanständige Form der Mitteilung“ abgelehnt, weil zum Beispiel auch der
Briefträger den Inhalt lesen konnte.

Ein Jahr nach der Einführung in Österreich-Ungarn konnte man dann auch in
Deutschland Postkarten verschicken. Im Vergleich zu einem Brief kostete eine Postkarte
nur die Hälfte. Schnell entwickelte sie sich so zu einem beliebten Format, um kurze
Grüße zu verschicken, Verabredungen zu planen oder Bilder vom Urlaubsort zu senden.
Damals wie heute sind Postkarten Erinnerungsstücke, die gerne aufgehoben
werden.

Alte Postkarten erzählen außerdem vom Zeitgeist der vergangenen Jahre. Ein Beispiel
dafür sind Darstellungen der Berliner Mauer: Auf einer westdeutschen Postkarte
erkennt man deutlich die Mauer vor dem Brandenburger Tor und die Grenze. Auf einer
DDR-Karte sieht man am Brandenburger Tor weder die Mauer noch den
Todesstreifen. Und nach dem Mauerfall wurden dann Postkarten mit einem kleinen
Stück der Mauer verkauft.

Autorinnen: Elizabeth Grenier (suc), Jasmin Rogge


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Alternative, -n (f.) – eine andere Möglichkeit

handgemalt – so, dass es mit der Hand gemalt wurde

Stückeschreiber, -/Stückeschreiberin, -nen – jemand, der ein Theaterstücke


schreibt

etwas verschicken – etwas senden

Österreich-Ungarn (n., nur Singular) – Ländername der beiden Staaten während der
Doppelmonarchie von 1867 bis 1918

Correspondenz-Karte, -n (f.) – alter Name für: die Postkarte

Generalpostdirektor,-en/Generalpostdirektorin, -nen – ein hohes Amt in der


Post im Deutschen Reich

Deutsches Reich (n., nur Singular) – der Name des deutschen Staats (1871 bis 1945)

etwas beschreiben – hier: auf etwas schreiben

Format, -e (n.) – hier: eine bestimmte Art von etwas

unanständig – so, dass es nicht dem allgemeinen Verständnis von Moral entspricht

Briefträger, -/Briefträgerin, -nen – jemand, der die Post bringt

Erinnerungsstück, -e (n.) – etwas, das man behält, weil es einen an etwas erinnert

etwas auf|heben – hier: etwas aufbewahren; etwas behalten

Zeitgeist (m., nur Singular) –ein Lebensgefühl in einer bestimmten Zeit

DDR (f., nur Singular) – Abkürzung für: Deutsche Demokratische Republik (Staat von
1949-1990)

Todesstreifen (m., nur Singular) – eine Fläche auf DDR-Gebiet entlang der Grenze
zur BRD, die nicht betreten werden durfte und auf der geschossen wurde

Mauerfall (m., nur Singular) – die Öffnung der Grenze zwischen der DDR und der
BRD im November 1989

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die Postkarte feiert ihren 150. Geburtstag

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus.

1. Theodore Hooke …
a) hat die erste Postkarte nach Österreich geschickt.
b) war 29 Jahre alt, als er die erste Postkarte verschickte.
c) ist Empfänger der ältesten Postkarte der Welt.

2. Was steht im Text?


a) Heinrich von Stephan fand Briefe zu teuer.
b) Heinrich von Stephan hat als Briefträger den Inhalt von Postkarten gelesen.
c) Heinrich von Stephans Idee wurde als unanständig kritisiert.

3. Von der Berliner Mauer gibt es …


a) kleine Stücke, die man mit einer Postkarte kaufen und verschicken kann.
b) keine Postkarten aus Westdeutschland.
c) nur Postkarten zusammen mit dem Brandenburger Tor.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Verb gehört in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. Bis 1869 gab es noch keine offizielle ____________ zum Brief.


2. Schick mir doch eine ____________ aus dem Urlaub.
3. Mein Hund bellt immer, wenn der ____________ kommt.
4. Mit dem ____________ begann die Wiedervereinigung von West- und
Ostdeutschland.
5. Von jedem Urlaub bringe ich eine Postkarte mit als ____________.
6. Vergleicht man Postkarten aus den vergangenen 150 Jahren, zeigt sich der
____________ der Vergangenheit.

a) Erinnerungsstück b) Briefträger c) Zeitgeist


d) Mauerfall e) Alternative f) Postkarte

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übe den Genitiv


Schreib den bestimmten Artikel im Genitiv in die Lücke.

1. Er hat aus Versehen einen Brief _____ Direktors geöffnet.


2. Die Mitarbeiterin _____ Post konnte mir schnell weiterhelfen.
3. Der Briefträger hat den Inhalt _____ Postkarte nicht gelesen.
4. Die Länge _____ Urlaubsgrüße passt genau auf eine Postkarte.
5. Dieses Foto _____ Urlaubsorts ist so schön, dass es auf eine Postkarte gedruckt
werden sollte.

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Stephanie Schmaus

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Sexismus unter Gamern

Computerspielerinnen werden beim Online-Spielen häufig beleidigt und


belästigt. Die Frauen reagieren unterschiedlich darauf. Die Spieleindustrie
selbst hat noch keinen Weg gefunden, das Problem zu lösen.

„Warum zockst du denn? Du bist doch ein Mädchen. Du gehörst in die Küche.“ Von
solchen Kommentaren berichtet Lovi. Sie ist eine junge Streamerin, die online vor
Zuschauern spielt und dabei mit diesen chattet. Ihre Methode bei Beleidigungen:
einfach ignorieren. Es gibt aber auch Spielerinnen wie Spawntaneous, die offensiv
damit umgehen. Sie nimmt Spielsessions auf, in denen sie belästigt wird. Danach
veröffentlicht sie diese in den Sozialen Medien, um darauf aufmerksam zu machen.

Doch wie gehen die Spielehersteller mit dem Thema Sexismus unter Gamern um? Eine
Studie der Spieleentwickler Riot Games zeigt, dass ein Hinweistext vor dem Spiel schon
hilft. Spieler sollen so daran erinnert werden, welche Vorteile positives Verhalten im
Spiel hat. Der Psychologe Benjamin Strobel glaubt aber, dass mehr Kontrollen und
direkte Strafen im Spiel nötig wären.

Für Strobel liegt die Ursache des Problems darin, dass „Games lange Zeit hauptsächlich
an Jungs vermarktet wurden und Gaming lange ein männlich dominiertes Hobby
war“. Das ist heute anders. Trotzdem wird dieser Wandel noch nicht überall akzeptiert.
Im professionellen eSport bestehen Mannschaften zum Beispiel fast nur aus
Männern. Viele Gamer glauben nicht, dass Männer und Frauen in diesem Bereich gut
zusammenarbeiten können.

Auch deswegen gibt es das „Girl Gamer eSport Festival“, ein internationales
Frauenturnier. Dabei betonen die Veranstalter, dass sie davon überzeugt sind, dass
Männer und Frauen gleich gut spielen können. Im Moment sehen sie aber
Frauenturniere als notwendige Übergangslösung, damit auch Spielerinnen jetzt
schon die Möglichkeit haben, sich im eSport zu messen und zu professionalisieren.

Autorinnen: Kristina Reymann-Schneider, Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Sexismus (m., nur Singular) – die Tatsache, dass man eine Person auf eine bestimmte
Art (schlecht) behandelt, weil sie ein Mann/eine Frau ist

Gamer, -/Gamerin, -nen (aus dem Englischen) – jemand, der ein Computerspiel
(Game) spielt

jemanden belästigen – jemandem durch Worte oder Verhalten stören und ärgern

zocken – hier umgangssprachlich für: spielen

Streamer, -/Streamerin, -nen (aus dem Englischen) – jemand, der online spielt und
es über das Internet live zeigt

chatten (aus dem Englischen) – sich im Internet unterhalten, indem man sich schreibt

etwas/jemanden ignorieren – so tun, als ob etwas/jemand nicht da ist

offensiv – hier: aktiv; offen; direkt; ohne Zurückhaltung

mit etwas um|gehen – sich gegenüber etwas auf eine bestimmte Art und Weise
verhalten

Spielsession, -s (f., aus dem Englischen) – hier: ein Zeitraum, in dem gespielt wird

Psychologe, -n/Psychologin, -nen – ein Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin,


der/die über die Gedanken und Gefühle der Menschen forscht

etwas vermarkten – hier: ein Produkt auf eine bestimmte Art präsentieren

dominieren – hier: am häufigsten vorkommen

professionell – hier: so, dass man etwas beruflich und nicht mehr als Hobby macht

eSports (m., nur Singular, aus dem Englischen) – Abkürzung für: elektronischer Sport;
der sportliche Wettkampf mit Computerspielen

Turnier, -e (n.) – ein (meist) sportliches Ereignis, in dem mehrere Spieler/Teams


gegeneinander spielen, um herauszufinden, wer der Beste ist

Übergangslösung, -en (f.) – eine Lösung, für die es bald eine bessere und bleibende
Lösung geben soll

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Sexismus unter Gamern

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Die Gamerinnen aus dem Text reagieren auf Beleidigungen, indem sie …
a) zurück beleidigen.
b) es nicht weiter beachten.
c) Aufnahmen von den Beleidigungen öffentlich machen.

2. Der Psychologe Benjamin Strobel findet, dass …


a) Games weniger an Männer vermarktet werden sollten.
b) im Spiel ein Hinweistext für gutes Verhalten reicht.
c) das Verhalten von Spielern stärker kontrolliert werden sollte.

3. Das „Girl Gamer eSport Festival“ gibt es, weil …


a) die Veranstalter finden, dass Frauen besser im Gaming sind.
b) viele Männer im eSport keine Frauen im Team haben möchten.
c) Frauen und Männer unterschiedliche Games spielen.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Verb gehört in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. Das „Girl Gamer eSport Festival“ ist ein internationales ____________ für
Frauen.
2. Die Sportart, bei der Gamer im Wettkampf gegeneinander antreten, nennt sich
____________.
3. Als ____________ spielt man Games im Internet live vor Zuschauern.
4. Dieser Job ist nur eine ____________. Eigentlich möchte ich Gamerin werden.
5. Leider habe ich die ____________ von meinem Lieblingsgamer gestern verpasst.

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. ____________ unter Gamern ist ein Problem, das den Spieleherstellern bekannt
ist.

a) Streamerin b) Turnier c) eSport


d) Spielsession e) Übergangslösung f) Sexismus

3. Übe Verben mit Präpositionen!


Welche Präposition gehört zu welchem Verb? Wähl die richtige Lösung aus.

1. Wie würdest du _____ (an/auf/aus/mit) so eine Beleidigung reagieren?


2. Dieses eSport-Team besteht _____ (an/aus/mit/von) zwei Frauen und zwei
Männern.
3. Ich muss dir unbedingt _____ (auf/aus/mit/von) meiner letzten Spielsession
berichten!
4. Die Studie zeigt: Gegen Beleidigungen hilft, die Gamer _____ (an/auf/mit/von)
gutes Verhalten zu erinnern.
5. Ich weiß nicht, wie ich _____ (an/auf/aus/mit) den schlimmen Kommentaren
umgehen soll.

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Studieren in Deutschland immer beliebter

Deutschland ist als Studienort bei ausländischen Studierenden immer


gefragter. Unter allen nicht-englischsprachigen Ländern ist es bereits am
beliebtesten. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Nach den USA, Großbritannien und Australien waren in Deutschland im Jahr 2016 die
meisten ausländischen Studierenden eingeschrieben – insgesamt über 250.000. Und
jährlich werden es mehr. Das ist das Ergebnis des aktuellen Berichts „Wissenschaft
weltoffen 2019“ des Deutschen-Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des
Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW).

Für die Beliebtheit Deutschlands unter ausländischen Studierenden gibt es


verschiedene Gründe: Allgemein haben deutsche Hochschulen einen guten Ruf.
Besonders Ingenieurswissenschaften sind gefragt. Denn sie bieten nach dem
Studiengang gute Berufschancen. Rund zwei Drittel der ausländischen Studierenden
studieren an privaten Fachhochschulen, die sich zunehmend internationaler
ausrichten.

In den letzten Jahren hat außerdem die Zahl der englischsprachigen Master-
Studiengänge zugenommen. Für diese Studiengänge muss man also nicht erst Deutsch
lernen, bevor man das Studium beginnen kann. Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu
anderen Ländern erheben die meisten deutschen Bundesländer keine
Studiengebühren.

In der Hochschulforschung wird aber auch deutlich, welche Probleme ausländische


Studierende haben können. Im Bachelorstudium brechen 45 Prozent ihr Studium ab.
Bei deutschen Studierenden liegt der Anteil bei 28 Prozent. Forscher vermuten, dass
Studierende Probleme mit der Sprache und der anderen Lehr- und Lernkultur haben.
Aber auch finanzielle Schwierigkeiten spielen hier eine Rolle. Dennoch sehen die
meisten Studierenden ihre Erwartungen erfüllt. Mehr als 80 Prozent würden
Deutschland als Studienort weiterempfehlen.

Autor/Autorin: Kersten Knipp, Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Studienort, -e (m.) – der Ort, wo man studiert

Studierende, -n (m./f.) – jemand, der studiert

gefragt – hier: so, dass viele Menschen Interesse an jemandem/etwas haben; populär

englischsprachig – so, dass jemand Englisch spricht

eingeschrieben sein – an einer Universität angemeldet sein, sodass man studieren


darf

Ingenieurswissenschaft, -en (f.) – die Wissenschaft, die sich mit Technik


beschäftigt

Studiengang, -gänge (m.) – ein Fach oder mehrere Fächer, die man an der
Universität studieren kann

Fachhochschule, -n (f.) – eine Art Universität, an der die Studierenden nicht nur die
Theorie, sondern auch die Praxis ihres späteren Berufs kennenlernen (Abkürzung: FH)

sich aus|richten – sich in eine bestimmte Richtung weiterentwickeln

zunehmend – so, dass etwas mehr wird (Verb: zunehmen)

Gebühren erheben – als Behörde Geld dafür verlangen, dass jemand etwas
(regelmäßig) nutzen kann

Studiengebühr, -en (f.) – das Geld, das man bezahlen muss, wenn man studieren
möchte

etwas ab|brechen – mit etwas aufhören, bevor es zu Ende ist

eine Rolle spielen – hier: wichtig sein

dennoch – trotzdem

die Erwartungen erfüllen – so sein, wie man es vorher gedacht hat

etwas weiter|empfehlen – einen Tipp für etwas geben, weil man es gut findet

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Studieren in Deutschland immer beliebter

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was macht Deutschland als Studienort beliebt?


a) In ganz Deutschland gibt es keine Studiengebühren.
b) Seit 2016 gilt Deutschland auch als englischsprachiges Land.
c) Private Fachhochschulen möchten vor allem internationale Studierende gewinnen.
d) Es gibt immer mehr Master-Studiengänge auf Englisch.
e) Deutsche Hochschulen haben ein gutes Ansehen.

2. Womit haben ausländische Studierende Schwierigkeiten?


a) 45 Prozent fühlen sich in Deutschland einsam.
b) Die Art zu lehren und zu lernen ist oft anders als im Herkunftsland.
c) Sie können sich die steigenden Studiengebühren nicht leisten.
d) 80 Prozent der Studierenden finden das Studium zu schwierig.
e) Es gibt nicht genügend Sprachkurse.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Verb gehört in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. In den USA gibt es viele Universitäten, die hohe ___________ erheben.


2. Für manche spielt der Studienort eine große ___________.
3. Deutsche Hochschulen haben international einen guten ___________.
4. Meine Eltern haben genaue Vorstellungen, was ich studieren soll. Ich weiß nicht, ob
ich die ___________ erfüllen kann.
5. An einer ___________ lernt man auch die praktische Seite des späteren Berufs
kennen.
6. Er hat sich dieses Semester für den ___________ Jura eingeschrieben.

a) Studiengang b) Studiengebühren c) Rolle


d) Fachhochschule e) Erwartungen f) Ruf

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übe die Verben mit Vorsilben!


Welche Vorsilbe gehört zu welchem Verb? Wähl die richtige Lösung aus.

1. Ich möchte mein Studium _____ (ab/ein/weiter/zu)brechen und stattdessen eine


Ausbildung beginnen.
2. Die Anzahl der internationalen Studierenden hat in Deutschland _____
(ab/ein/weiter/zu)genommen. Es werden jährlich mehr.
3. Würdest du Deutschland für ein Studium _____ (ab/ein/weiter/zu)empfehlen?
4. Meine Schwester wird sich im Sommer für einen Ingenieursstudiengang _____
(ab/ein/weiter/zu)schreiben.

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Veganes Essen ist in

Die Nachfrage nach veganen Produkten steigt, denn eine Ernährung ohne
Fleisch, Eier und Milch gilt als gesund und umweltfreundlich. Aber nicht
jedes vegane Gericht ist gut fürs Klima. Man muss genauer hinschauen.

Veganer Käse, vegetarische Schnitzel, fleischlose Wurst – in den Regalen der


Supermärkte gibt es immer mehr Alternativen zu Fleisch und anderen tierischen
Produkten. Obwohl sich bisher nur 1,3 von 83 Millionen Deutschen rein vegan
ernähren, wächst das Angebot. Denn die Industrie will besonders die Kunden
ansprechen, die nicht ganz auf Fleisch und andere tierische Nahrungsmittel
verzichten, aber weniger davon essen wollen.

Und es funktioniert: Seit 2008 nimmt der Umsatz mit veganen und vegetarischen
Produkten in Deutschland jedes Jahr um 30 Prozent zu, denn fleischlos zu leben ist in.
Ein Grund für die steigende Nachfrage ist, dass diese Art von Ernährung als besonders
umweltfreundlich gilt. Eine Untersuchung der Universität Oxford hat nämlich gezeigt,
dass die Produktion von Lebensmitteln ein Viertel aller Treibhausgase verursacht. 80
Prozent davon entstehen durch die Tierhaltung.

Allerdings ist das Siegel „vegan“, das man inzwischen auf vielen Lebensmitteln findet,
keine Garantie für eine umweltfreundliche Ernährung. Man muss schon genau
hinschauen: Woher kommt das Produkt, und wie wird es hergestellt? Manchmal ist ein
Stück Biofleisch aus der eigenen Region besser als ein fleischloses Schnitzel aus
südamerikanischem Soja, das erst mit dem Flugzeug nach Deutschland transportiert
werden muss.

Trotzdem empfiehlt der Weltklimarat (IPCC), deutlich weniger Fleisch zu


konsumieren. Alexander Popp, einer der Autoren des letzten IPCC-Berichts, erklärt:
„Wir müssen nicht komplett auf tierische Produkte verzichten, aber wir müssen zum
Prinzip des Sonntagsbratens zurück.“ Mal ein Steak oder eine Pizza mit Käse zu essen
ist also erlaubt – nach einem genauen Blick auf Herkunft und Zutaten.

Autorinnen: Nadine Wojcik, Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

in sein – modern sein

vegan – ohne tierische Stoffe; nur aus Pflanzen hergestellt

Ernährung, -en (f.) – das Essen und Trinken

umweltfreundlich – so, dass etwas der Umwelt nicht oder nur sehr wenig schadet

hin|schauen – etwas genau anschauen

Alternative, -n (f.) – hier: die andere Möglichkeit; das Ersatzprodukt

tierisch – hier: so, dass es aus dem Körper eines Tieres hergestellt wird

jemanden an|sprechen – hier: interessant für jemanden sein; jemanden begeistern

auf etwas verzichten – hier: etwas nicht essen/trinken

Umsatz, Umsätze (m.) – das Geld, das man für den Verkauf von Waren oder
Dienstleistungen erhält, für das man aber noch Steuern bezahlen muss

Treibhausgas, -e (n.) – das Gas, das schlecht für die Umwelt und die Atmosphäre ist

Tierhaltung (f., nur Singular) – das Besitzen und Pflegen von Tieren

Siegel, - (n.) – hier: ein Zeichen oder ein Symbol auf einem Produkt, das für eine
bestimmte Qualität steht

Bio- – Abkürzung für: biologisch; hier: auf natürliche Weise produziert

Soja (n., nur Singular) – ein pflanzliches Produkt, hergestellt aus einer Bohnenart

Weltklimarat (m., nur Singular) – eine Organisation, die sich um den Schutz des
Klimas kümmert

konsumieren – etwas essen, trinken oder verbrauchen

komplett – hier: völlig

Prinzip, -ien (n.) – hier: die Art und Weise, wie etwas funktioniert; die Methode

Herkunft (f., nur Singular) – hier: der Ort/das Land, aus dem etwas kommt

Zutat, -en (f.) – hier: ein Lebensmittel, das in einem Produkt enthalten ist

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Veganes Essen ist in

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Vegane Produkte ...


a) werden von Kunden, die Fleisch und Käse mögen, nicht gekauft.
b) werden auch bei Nicht-Veganern immer beliebter.
c) gehören zu den Lebensmitteln, die für steigende Umsätze sorgen.

2. Tierische Produkte schaden dem Klima, weil ...


a) bei ihrer Herstellung viele Treibhausgase entstehen.
b) sie ohne Siegel verkauft werden.
c) man Tiere nicht über lange Strecken transportieren kann.

3. Um das Klima zu schützen, sollte man ...


a) Lebensmittel konsumieren, die in der Nähe produziert werden.
b) statt Fleisch immer vegane Sojaprodukte aus dem Supermarkt kaufen.
c) möglichst wenig tierische Lebensmittel essen.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Substantiv gehört in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. Achten Sie auf die ___________ der Lebensmittel: Regional produzierte Waren
sind am besten.
2. Sehen Sie das ____________ auf der Flasche? Daran können Sie erkennen, dass
das Produkt keine gefährlichen Stoffe enthält.
3. Obwohl es viele Veganer und Vegetarier gibt, machen die Supermärkte immer noch
viel ___________ mit dem Verkauf von Fleischprodukten.
4. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine vegane oder vegetarische
___________.
5. Selbstgemachte Gemüseschnitzel sind eine gesunde __________ zu
Fleischprodukten.

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Wir essen nur Gemüse aus unserem eigenen Garten und kaufen Fleisch aus
biologischer ____________.

a) Ernährung b) Tierhaltung c) Siegel


d) Umsatz e) Herkunft f) Alternative

3. Übe die Präpositionen!


Welche Präposition passt? Wähl die richtige Lösung aus.

1. Die Zahl der Vegetarier nimmt _____ [seit/vor] Jahren immer weiter zu.
2. Sahne, Käse und Quark finden Sie _____ [in/an] dem langen Regal hinten rechts.
3. Ich trinke am liebsten Kaffee _____ [von/aus] Südamerika.
4. Das blaue Siegel _____ [in/auf] dem Produkt zeigt, dass es umweltfreundlich ist.
5. Auch eine gesunde Ernährung ist leider keine Garantie _____ [zu/für] ein langes
Leben.
6. Zum Einkaufen brauche ich kein Auto. Ich kann alles _____ [bei/mit] dem Fahrrad
erledigen.
7. Kann man _____ [durch/mit] eine vegane Ernährung das Klima schützen?

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

FdH und FKK: Deutsche lieben Abkürzungen

Wer Deutsch lernt, weiß: Deutsche Wörter können sehr lang sein. Es ist
also keine Überraschung, dass die Deutschen beim Erfinden von
Abkürzungen sehr kreativ sind. Da kann man schon mal mit Vokuhila FKK
machen.

Schnell noch eine Nachricht schicken oder einen Kommentar zu einem Foto
schreiben: Abkürzungen sparen Zeit, und so sind LOL, OMG & Co. inzwischen ganz
selbstverständlich. Viele Kurzformen kommen aus dem Englischen, aber auch
deutsche Ausdrücke werden gern abgekürzt, zum Beispiel Grußformeln. So wird aus
„Mit freundlichen Grüßen“ MfG und aus „Liebe Grüße“ LG.

Abkürzungen werden aber nicht erst benutzt, seit es moderne Medien gibt. In
Deutschland hat schon der Nationalsozialismus (kurz: NS) mit seinen vielen
Abkürzungen die Sprache stark beeinflusst. Die Vorliebe für Kurzformen existiert in
Deutschland auch heute noch. Besonders in der Behördensprache findet man
Abkürzungen, die nur die Beamten selbst verstehen.

Aber auch der Durchschnittsbürger ist beim Erfinden von neuen Abkürzungen sehr
kreativ. „Vokuhila“ zum Beispiel steht für „vorne kurz, hinten lang“ und beschreibt
eine Frisur, die in den 1980er und 1990er Jahren sehr beliebt war. Wenn jemand
abnehmen möchte, empfiehlt man ihm gern „FdH“: Friss die Hälfte. Und wer im Urlaub
am ganzen Körper braun werden will, kann FKK machen: ohne Kleidung am Strand
liegen. Aber Vorsicht: Das ist nicht überall erlaubt.

Doch trotz der Vorliebe für Abkürzungen: Ein bisschen Höflichkeit muss sein, finden
viele Deutsche. Deshalb sollte man die Grußformel in Nachrichten und E-Mails nicht
ganz weglassen, wie es im Englischen üblich ist. Auch die Abkürzung „LG“ gefällt nicht
jedem. In Berlin hat jemand auf eine Mauer geschrieben: „“Was macht Ihr eigentlich
(...) mit all der Zeit, die Ihr spart, wenn Ihr ‚lg‘ tippt, statt lieb zu grüßen?“ „Mit
freundlichen Grüßen“ – die Zeit für diese 21 Buchstaben sollte man sich also nehmen.

Autorinnen: Elizabeth Grenier, Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

FdH – Abkürzung für: Friss die Hälfte

FKK (f., nur Singular) – Abkürzung für: die Freikörperkultur; eine Bewegung in
Deutschland, bei der Menschen sich nackt in der Natur bewegen (es gibt dafür z .B.
spezielle FKK-Strände)

Abkürzung, -en (f.) – hier: wenige Buchstaben, die man als kurze Form für einen
längeren Ausdruck benutzt

kreativ – so, dass man viel Fantasie hat

Kommentar, -e (m.) – hier: die persönliche Meinung zu etwas

LOL (aus dem Englischen) – Abkürzung für: Laughing out loud; laut lachen

OMG (aus dem Englischen) – Abkürzung für: Oh my God!; Oh mein Gott!

& Co. – hier: Abkürzung für: und ähnliche Dinge

Kurzform, -en (f.) – hier: die kurze Form eines Wortes oder eines Ausdrucks

etwas ab|kürzen – hier: ein Wort oder einen Ausdruck kürzer machen

Grußformel, - (m.) – ein Ausdruck, mit dem man dem Empfänger einer Nachricht
Grüße schickt

Medium, Medien (n.) – hier: ein elektronisches Mittel, mit dem man Informationen
weitergeben kann und in dem man Informationen lesen kann

Nationalsozialismus (m., nur Singular) – Diktatur unter Adolf Hitler (1933-1945),


Abkürzung: NS

Vorliebe, -n (f.) – das besondere Interesse; das, was man besonders gerne macht

Behörde, -n (f.) – das Amt

für etwas stehen – hier: ein Symbol für etwas sein; etwas repräsentieren

etwas weg|lassen – hier: etwas nicht schreiben

sich Zeit für etwas nehmen – Zeit mit etwas verbringen, das man wichtig findet

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

FdH und FKK: Deutsche lieben Abkürzungen

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Abkürzungen ...
a) sind praktisch, wenn man wenig Zeit hat.
b) werden oft in kurzen Nachrichten verwendet.
c) sind durch die Medien entstanden.

2. In Deutschland ...
a) benutzt man fast nur englische Abkürzungen.
b) haben die Nationalsozialisten oft Abkürzungen benutzt.
c) achten die Beamten besonders darauf, dass ihre Briefe gut verständlich sind.

3. Wenn man eine E-Mail auf Deutsch schreibt, ...


a) muss man die Grußformel abkürzen.
b) braucht man überhaupt keine Grußformel.
c) ist es höflich, eine Grußformel zu benutzen.

2. Übe die Vokabeln!


Welcher Begriff passt in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. Mein Vater hat eine ____________ für Emoticons: Wenn er mir eine Nachricht
schreibt, benutzt er immer viele Smileys.
2. Im Jahr 1991 war das Internet noch ein ganz neues ____________.
3. Das Jugendamt ist eine ____________, die sich um Kinder und Jugendliche
kümmert.
4. In einer E-Mail sollte man eine höfliche ____________ verwenden, wenn man
den Empfänger nicht kennt.
5. In Wohnungsanzeigen findet man oft die ____________ 2ZKB. Sie steht für: zwei
Zimmer, Küche, Bad.

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Kein Internetznutzer darf einen ____________ schreiben, in dem er andere zur


Gewalt auffordert.

a) Grußformel b) Vorliebe c) Abkürzung


d) Medium e) Kommentar f) Behörde

3. Übe den Dativ!


Schreib den Ausdruck in Klammern als Dativ in die Lücke.

1. In _____ ___________ _____________ (die deutsche Sprache) verwendet


man viele Abkürzungen.
2. In ____________ ____________ (viele Briefe) von Behörden findet man
schwierige Abkürzungen.
3. Können Sie _____ ___________ _____________ (der neue Student) ein gutes
Wörterbuch empfehlen, in dem er auch Abkürzungen findet?
4. Manchmal verwendet man die Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“ auch im
Singular. Dann schreibt man: „Mit ____________ _____“ (freundlicher Gruß).
5. Wir verbringen unseren Urlaub am liebsten an _____ ___________
_____________ (ein schöner Strand), wo man FKK machen kann.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

 
Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Socken in Sandalen – ja bitte!

Lange Zeit war klar: Socken in Sandalen sind ein modisches No-Go. Viele
Deutsche trugen sie trotzdem, besonders im Urlaub. Inzwischen hat die
Modebranche die fragwürdige Kombination als neuen Trend entdeckt.

Sandalen und Socken – für viele ist diese Kombination ein modisches No-Go. Doch
Archäologen haben bewiesen, dass die angebliche Modesünde eine lange
Tradition hat: Schon vor etwa 1500 Jahren gab es Socken, die man zusammen mit
Sandalen getragen hat. Auch in Japan gibt es bis heute ähnliche Modelle.

Trotzdem gilt das fragwürdige Urlaubsoutfit als „typisch deutsch“. Das bestätigt auch
Lena Sämann, die für die Modezeitschrift Vogue arbeitet. Sie erklärt: „Jahrelang waren
deutsche Touristen im Ausland als Stilsünder berühmt und berüchtigt, die in
Tennissocken und Trekkingsandalen die Berge erklommen.“

Warum die Touristen auch bei hohen Temperaturen Socken anziehen, weiß man nicht
so genau. Vermissen sie im Urlaub ihre Pantoffeln, wie Lena Sämann glaubt? Oder
schützen die Socken beim Wandern davor, dass man Blasen an den Füßen bekommt?
Schließlich tragen die Deutschen gern Kleidung, die zwar nicht besonders schön, aber
praktisch ist.

Sandalen der deutschen Marken „Birkenstock“ und „Wörishofer“ sind bequem, gelten
aber auch als hässlich. Trotzdem wurden sie neu als Trend entdeckt und werden sogar
von Hollywood-Stars wie Kirsten Dunst und Maggie Gyllenhaal getragen. Auch die
Kombination mit Socken wird immer beliebter – besonders bei Hipstern. In der
Modebranche ist aus dem „No-Go“ also schon lange ein „Must-have“ geworden.

Autorinnen: Elizabeth Grenier, Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Sandale, -n (f.) – offener Schuh für den Sommer

modisch – hier: so, dass es mit Mode zu tun hat

No-Go, -s (n., aus dem Englischen) – hier: etwas, das man nicht tun darf

Modebranche, -n (f.) – der Bereich der Wirtschaft, der sich mit der Herstellung von
Kleidung beschäftigt

fragwürdig – so, dass man daran zweifelt, dass etwas gut ist

Kombination, -en (f.) – die Verbindung von mehreren Dingen

Trend, -s (m., aus dem Englischen) – die Tatsache, dass etwas modern ist

Archäologe, -n/Archäologin, -nen – jemand, der Forschungen über alte Kulturen


macht und in der Erde nach Spuren dieser Kulturen sucht

angeblich – so, dass etwas behauptet wird, das vielleicht nicht wahr ist

Modesünde, -n (f.) – eine Art der Kleidung, die nicht gut aussieht oder nicht zur
aktuellen Mode passt

Modell, -e (n.) – hier: das einzelne Kleidungsstück

Outfit, -s (n., aus dem Englischen) – die Kleidung

Stilsünder, -/Stilsünderin, -nen – jemand, der die Regeln des guten Geschmacks
verletzt

berüchtigt – dafür bekannt, dass man etwas Schlechtes tut oder getan hat

Trekkingsandale, -n (f.) – ein offener Schuh, den man zum Wandern trägt

etwas erklimmen – die höchste Stelle von etwas mit großer Anstrengung erreichen

etwas vermissen – traurig sein, weil man etwas nicht hat

Pantoffel, -n (m.) – ein warmer, weicher Schuh, den man zu Hause trägt

Blase, -n (f.) – hier: eine kleine Wunde am Fuß, die entsteht, wenn man sehr viel läuft

Must-have, -s (n.) – hier: ein Kleidungsstück, das man unbedingt haben sollte

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Socken in Sandalen – ja bitte!

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine
Antwort richtig sein.

1. Welche Aussagen sind richtig?


a) Schon vor langer Zeit haben Menschen Sandalen mit Socken getragen.
b) Die Kombination von Socken und Sandalen ist in Japan ein ganz neuer Trend.
c) Socken und Sandalen tragen die Deutschen nur, wenn sie zu Hause sind.

2. Was könnte ein Grund dafür sein, dass deutsche Touristen gerne Socken und
Sandalen tragen?
a) Sie wollen im Urlaub besonders gut aussehen.
b) Sie möchten das Gefühl haben, dass sie bequeme Hausschuhe tragen.
c) Sie glauben, dass es besser für ihre Füße ist.

3. Was wird im Text gesagt?


a) Bekannte Schauspielerinnen tragen Sandalen aus Deutschland.
b) Hipster ziehen gerne Socken und Sandalen an.
c) In der Modebranche ist die Kombination von Socken und Sandalen immer noch
ein No-Go.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Substantiv passt in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. Bitte stell deine schmutzigen Schuhe vor die Tür und zieh dir erst mal
____________________ an, wenn du nach Hause kommst!
2. Brillen mit kleinen, runden Gläsern sind jetzt sehr modern. Ich hole Ihnen mal
unsere neuesten ____________________.
3. Diese Schuhe sind wirklich schön, aber auch sehr unbequem. Wenn ich sie den
ganzen Tag trage, habe ich abends immer ___________________ an den
Füßen.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

4. Mein neues T-Shirt passt zu mehreren Hosen, die ich habe. Das finde ich super.
So kann ich meine Kleidung zu verschiedenen ____________________
zusammenstellen.
5. Meine Füße schwitzen oft sehr stark. Deshalb trage ich am liebsten
__________________, wenn es heiß ist.
6. Ich lese regelmäßig Modezeitschriften, um mich über die aktuellen
____________________ in der Modebranche zu informieren.

a) Blasen b) Trends c) Pantoffeln


d) Sandalen e) Outfits f) Modelle

3. Übe Sätze mit „trotzdem“ und „obwohl“!


Welches Wort passt in die Lücke? Wähl die richtige Lösung aus.

1. Deutsche Touristen tragen oft Socken und Sandalen, ____________


[obwohl/trotzdem] das als Modesünde gilt.
2. Viele halten dieses Outfit für „typisch deutsch“, ____________
[obwohl/trotzdem] auch Japaner Sandalen und Socken tragen.
3. Heute ist es wirklich sehr heiß, ____________ [obwohl/trotzdem] trägt mein
Nachbar dicke Tennissocken.
4. Sie will heute wieder wandern gehen, ____________ [obwohl/trotzdem] sie
Blasen an den Füßen hat.
5. Diese Schuhe sind wirklich sehr schön, ____________ [obwohl/trotzdem]
möchte ich sie nicht kaufen.
6. Ich ziehe die Sandalen oft an, ____________ [obwohl/trotzdem] sie mir
eigentlich gar nicht gefallen.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Der Berliner Zoo wird 175 Jahre alt

Als er 1844 gegründet wurde, war der Berliner Zoo noch sehr klein. Heute
gehört er mit 13.000 Arten zu den größten Tierparks der Welt. Besonders
berühmt wurde der Zoo durch „Stars“ wie den Eisbären Knut.

Der Berliner Zoo ist ein Publikumsmagnet: Viele erinnern sich noch an das
Eisbärbaby Knut, das Besucher aus aller Welt anzog. Doch das war nicht immer so. Als
Deutschlands erster Tierpark 1844 neu gegründet worden war, interessierte sich kaum
jemand für die 47 Affen, Bären und Vögel, die der Zoo vom König bekommen hatte.

Die Bedeutung des Tierparks wuchs erst ab 1870, als reiche Berliner begannen, den Zoo
finanziell zu unterstützen. So konnte zum Beispiel ein indisches Elefantenhaus gebaut
werden. Die Exotik von Tieren und Gebäuden sorgte für steigende Besucherzahlen. Bis
1931 wurden sogar Menschen aus fremden Ländern wie Tiere „ausgestellt“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Zoo fast völlig zerstört. Von mehr als 3700 Tieren
waren am Ende des Krieges nur 91 übrig. Eines davon war ein Flusspferd mit dem
Namen Knautschke. Es überlebte auch die Blockade der Stadt in den Jahren
1948/49, weil die Berliner Futter für Knautschke sammelten. „Es wurde für sie zum
Sinnbild des eigenen Durchhaltewillens“, erklärt Clemens Maier-Wolthausen, der
ein Buch über den Berliner Zoo geschrieben hat.

Im Jahr 1955 gründete man auch in Ostberlin einen Tierpark. Im Westen freute man
sich über die ersten Pandas – ein Geschenk des chinesischen Staatschefs Hua Guofeng.
Nach der Wiedervereinigung wurde aus den beiden Berliner Zoos ein großer
Tierpark. Heute beherbergt er 13 000 verschiedene Arten und zieht jedes Jahr fünf
Millionen Besucher an.

Autorinnen: Sabine Peschel, Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Tierpark, -s (m.) – der Zoo

Eisbär, -en (m.) – ein großes weißes Tier, das ganz im Norden lebt

Publikumsmagnet, -en (m.) – eine Sehenswürdigkeit, die von vielen Menschen


besucht wird

jemanden an|ziehen – hier: dafür sorgen, dass jemand irgendwohin kommt

Affe, -n (m.) – ein Säugetier, das dem Menschen nahe verwandt ist

Bär, -en (m.) – ein großes Tier mit dickem Fell und runden kleinen Ohren, das z. B. in
Nordamerika lebt und gerne Honig und Fische isst

Elefant, -en (m.) – ein sehr großes, dickes, graues Tier, das in Afrika und in einigen
Ländern im Süden Asiens lebt und eine lange Nase (einen Rüssel) hat

Exotik (f., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass etwas ganz anders oder fremd ist

Zweiter Weltkrieg (m., nur Singular) – die Zeit zwischen 1939 und 1945, in der
mehrere Länder auf der Welt gegeneinander gekämpft haben und viele Menschen
gestorben sind

Flusspferd, -e (m.) – ein großes Tier mit vier Beinen und dicker Haut, das im Wasser
lebt

etwas überleben – in einer gefährlichen Situation nicht sterben; hier: weiterleben

Blockade, -n–(f.) – hier: die Tatsache, dass alle Wege nach Berlin gesperrt wurden

Futter (n., nur Singular) – hier: Essen für Tiere

Sinnbild, -er (n.) – das Symbol

Durchhaltewille (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man nicht aufgeben will

Panda, -s (m.) – ein Säugetier mit schwarz-weißem Fell, das in Asien lebt

Wiedervereinigung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass aus den beiden deutschen
Ländern (DDR und BRD) im Jahr 1990 wieder ein Land wurde

etwas oder jemanden beherbergen – hier: etwas oder jemandem einen Platz geben

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Klassifikationsstufe: Intern
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Der Berliner Zoo wird 175 Jahre alt

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Der Berliner Zoo ...


a) zog am Anfang nur sehr wenige Besucher an.
b) war der erste in ganz Deutschland.
c) bekam vom indischen König einen Elefanten als Geschenk.

2. Nach dem Zweiten Weltkrieg ...


a) konnten die Berliner nichts mehr für den Zoo tun.
b) schenkten reiche Berliner dem Zoo ein Flusspferd.
c) unterstützten die Berliner den Zoo mit Futter.

3. Vor der Wiedervereinigung ...


a) lag der alte Berliner Zoo in Ostberlin.
b) gab es in Berlin zwei verschiedene Zoos.
c) schenkte der Ostberliner Zoo den Westberlinern zwei chinesische Pandas.

2. Wie heißt das Tier?


Welche Tiere siehst du auf den Bildern? Ordne jedem Bild das passende
Wort zu.

1. a) der Eisbär

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

2. b) das Flusspferd

3. c) der Panda

4. d) der Elefant

5. e) der Vogel

6. f) der Affe

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übe das Passiv Präteritum


Bilde das Passiv Präteritum des Verbs, das in der Lücke steht. Schreib das
Hilfsverb und das Partizip II in die Lücken.

1. Der Berliner Zoo ___________ in der Mitte des 19. Jahrhunderts


____________ (gründen).
2. Ab 1870 ____________ verschiedene neue Gebäude für die Tiere
____________ (bauen).
3. Als im Zoo neue Tiere ____________ _______________ (ausstellen), stieg die
Zahl der Besucher deutlich.
4. Einige Zootiere überlebten den Krieg, obwohl der Zoo fast völlig _____________
_____________ (zerstören).
5. Während der Blockade ____________ Futter für das Flusspferd Knautschke
____________ (sammeln).
6. Knut war das erste Eisbärbaby, das im Berliner Zoo ____________
____________ (gebären).

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 3 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Auf der Suche nach außerirdischem Leben

Immer wieder behaupten Menschen auf der ganzen Welt, dass sie UFOs
gesehen haben. Viele glauben, dass die USA auf einem Militärgelände in
Nevada Aliens verstecken, und wollen das Gelände jetzt stürmen.

Area 51 ist ein geheimnisvoller Ort: Werden auf dem US-Militärgelände im


amerikanischen Bundesstaat Nevada wirklich nur Flugzeuge getestet? Oder versteckt
die Regierung dort Aliens von einem fremden Planeten? Rund zwei Millionen
Menschen wollen es jetzt genau wissen. Sie planen, Area 51 am 20. September 2019 zu
stürmen.

Die Frage, ob es Leben auf anderen Planeten gibt, beschäftigt die Menschen schon seit
der Antike. Für den Berliner Astrobiologen Dirk Schulze-Makuch wäre die
Entdeckung von außerirdischem Leben keine Überraschung: „Es wäre seltsam bei den
Trilliarden oder mehr Planeten und Monden, wenn wir die einzige Stelle wären, wo es
Leben gibt“, sagt er.

Der Wissenschaftler untersucht, unter welchen Voraussetzungen Leben überhaupt


möglich ist. Dazu gehören zum Beispiel die Temperaturen und die Existenz von
Flüssigkeit. Dirk Schulze-Makuch kann sich vorstellen, auf Planeten mit passenden
Bedingungen einfache Formen von Leben zu entdecken – es müssen ja nicht gleich
intelligente Aliens sein.

Die zu finden, ist allerdings das Ziel des SETI-Instituts in Kalifornien. Die dort
arbeitenden Wissenschaftler suchen nach Signalen, die von einer hochentwickelten
Zivilisation stammen. Aber was passiert, wenn wirklich irgendwann Aliens vor
unserer Tür stehen? Auf diesen Fall sollten wir uns vorbereiten, meint der Freiburger
Soziologe Andreas Anton. Denn wenn UFOs auf der Erde landen, könnte das zu Panik
und politischem Chaos führen.

Autorinnen: Elisa Miebach, Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

außerirdisch – so, dass etwas nicht von der Erde kommt

UFO, -s (n.) – Abkürzung für: unbekanntes Flugobjekt

Militärgelände, - (n.) – ein Gebiet, das von der Armee benutzt wird

Alien, -s (n., aus dem Englischen) – eine Lebensform, die nicht von der Erde kommt

etwas stürmen – hier: mit Gewalt irgendwo hineinkommen

geheimnisvoll – so, dass es viele geheime Dinge gibt

etwas testen – ausprobieren, ob etwas funktioniert

Planet, -en (m.) – ein nicht leuchtender Stern, der sich um eine Sonne dreht

Antike (f., nur Singular) – die Zeit etwa von 800 vor Christus bis 600 nach Christus

Astrobiologe, -n/Astrobiologin, -en – jemand, der sich mit der Entwicklung von
Leben auf fremden Planeten/im Universum beschäftigt

Trilliarde, -n (f.) – 1.000.000.000.000.000.000.000

Wissenschaftler, -/Wissenschaftlerin, -nen – jemand, der an einer Forschung


arbeitet

Flüssigkeit, -en (f.) – ein Stoff, der so ist, dass er fließen kann (z. B. Wasser)

Signal, -e (n.) – hier: ein hörbares Zeichen, mit dem man Informationen weitergibt

von jemandem stammen – von jemandem kommen; von jemandem entwickelt sein

Zivilisation, -en (f.) – hier: eine Gesellschaft mit einem bestimmten


Entwicklungsstand

Soziologe, -n/Soziologin, -nen – ein Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin,


der/die sich mit dem Verhalten der Menschen in der Gesellschaft beschäftigt

Panik (f., nur Singular) – die große Unruhe; die Angst

Chaos (n., nur Singular) – die Tatsache, dass es keine Ordnung und keine Organisation
gibt

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Auf der Suche nach außerirdischem Leben

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was ist richtig?


a) Das US-Militär sagt, dass in Area 51 an der Entwicklung von Flugzeugen gearbeitet
wird.
b) Viele Menschen interessieren sich dafür, was in Area 51 wirklich passiert.
c) Die US-Regierung hat 1,9 Millionen Menschen eingeladen, Area 51 zu besuchen.

2. Was steht im Text?


a) Ob Leben entsteht, hängt davon ab, wie warm oder kalt es ist.
b) Dirk Schulze-Makuch glaubt, dass es auf Monden kein außerirdisches Leben gibt.
c) Das Ziel von Dirk Schulze-Makuch ist es, neue Planeten zu entdecken.

3. Was stimmt?
a) Wissenschaftler aus Kalifornien wollen eine Zivilisation auf einem anderen Planeten
finden.
b) Das SETI-Institut sucht Spuren von Aliens, die früher auf der Erde gelebt haben.
c) Die meisten Menschen haben keine Angst vor Aliens.

2. Üb die Vokabeln!
Lies die Überschriften aus der Zeitung. Welches Substantiv gehört in
welche Lücke?

1. Washington: __________________ vor dem Weißen Haus gelandet!


2. Wissenschaftler diskutieren: Ist dieser __________________ eine zweite Erde?
3. Chaos in Tokio: Unbekanntes Signal sorgt für __________________ in der
Bevölkerung.
4. Berliner behauptet: Mein Nachbar ist ein __________________!
5. Arzt empfiehlt: Trinken Sie täglich diese grüne __________________ und
bleiben Sie ewig jung.
6. Antarktis: Spuren einer antiken __________________ entdeckt.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Zivilisation b) UFO c) Alien


d) Panik e) Flüssigkeit f) Planet

3. Bilde den Infinitiv mit „zu“!


Wie bildest du aus dem Verb in Klammern den Infinitiv mit „zu“? Schreib
die richtige Form in die Lücke.

1. Angeblich dient Area 51 dazu, neue Flugzeuge ___________________ (testen).


2. Die Mitarbeiter des SETI-Instituts versuchen, Kontakt zu Außerirdischen
___________________ (herstellen).
3. Schon als Kind hat sie davon geträumt, Leben auf einem fremden Planeten
___________________ (entdecken).
4. Die Wissenschaftler planen, den Planeten genau ___________________
(untersuchen).
5. Es dauert sehr lange, zu einem entfernten Planeten ___________________
(fliegen).
6. Andreas Anton empfiehlt der ganzen Welt, sich auf die Landung von Aliens
___________________ (vorbereiten).

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Berlin soll grüner werden

Zu viel Verkehr, schlechte Luft und zu wenige Fahrradwege – darüber


klagen viele Berliner. Sogenannte „Begegnungszonen“ sollen den
Autoverkehr reduzieren und die Lebensqualität in der deutschen
Hauptstadt verbessern.

Es ist eng geworden in Berlin, denn in den letzten zehn Jahren sind immer mehr
Menschen in die Hauptstadt gezogen. Auf den Straßen ist kaum noch Platz für die vielen
Fußgänger, Autos und Fahrräder. Besonders der zunehmende Autoverkehr hat Folgen:
Für Fahrradfahrer sind Berlins Straßen gefährlich geworden, und die Luftqualität hat
sich deutlich verschlechtert.

Deshalb sollen mehr Fahrradwege gebaut und der Autoverkehr reduziert werden. Die
Stadt hat sogenannte „Begegnungszonen“ eingerichtet, in denen es mehr Raum für
Fußgänger und Radfahrer gibt. Eine dieser Zonen befindet sich in der
Bergmannstraße im Stadtteil Kreuzberg. Dort lebt Hans-Peter Hubert. Er hat dafür
gekämpft, dass die Anwohner Einfluss auf die Gestaltung der Zone hatten. Hunderte
Bürger haben bei Workshops und Online-Feedbacks mitgemacht.

Das Ergebnis: Dort, wo früher Autos parkten, stehen jetzt Fahrradständer und gelbe
Bänke, auf denen Anwohner und Passanten sich ausruhen können. Auf die Straße
wurden grüne Punkte gemalt, die den Verkehr verlangsamen sollen. Die Reaktionen
der Bürger auf die neue Gestaltung sind sehr unterschiedlich. Manche halten die
„Begegnungszonen“ für eine gute Idee. Andere stört es, dass sich Jugendliche dort
treffen und die ganze Nacht Party machen.

Anwohner Guillaume Berthot findet: „Im Moment kannst du nicht sagen, dass es schön
ist, hier zu sitzen, mit all den Autos, die vorbeifahren.“ Er wünscht sich, dass noch mehr
Straßen ganz für den Autoverkehr gesperrt werden, damit man sich auch mitten in
der Stadt entspannen kann. Im November 2019 werden die Anwohner darüber
abstimmen, wie es weitergehen soll. Die Chancen, dass sie die Autos ganz aus der
Straße verbannen, stehen gar nicht schlecht.

Autorinnen: Jennifer Collins, Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

sogenannt – hier: so wie etwas genannt wird

etwas reduzieren – hier: etwas weniger machen

Folge, -n (f.) – hier: die Konsequenz

etwas ein|richten – hier: offiziell beschließen, an einem Ort etwas Neues zu schaffen

sich befinden – an einem Ort sein

Anwohner, -/Anwohnerin, -nen – jemand, der in, an oder neben etwas (z. B. einer
Straße, einem Dorf) wohnt

Gestaltung, -en (f.) – hier: der Prozess, bei dem man einer Sache eine bestimmte
Form und ein bestimmtes Aussehen gibt

Workshop, -s (m., aus dem Englischen) – eine Veranstaltung, bei der die
Teilnehmer/Teilnehmerinnen an einem bestimmten Projekt arbeiten

Online-Feedback, -s (n., aus dem Englischen) – die Teilnahme an einer Umfrage im


Internet

Fahrradständer, - (m.) – ein Gestell, an dem man sein Fahrrad abstellen und mit
einem Schloss befestigen kann

Passant, -en/Passantin, -nen – eine Person, die auf der Straße zufällig vorbeigeht

sich aus|ruhen – eine Pause machen; sich erholen

etwas verlangsamen – dafür sorgen, dass etwas langsamer wird

Party machen – hier: feiern; Spaß haben

etwas sperren – die Durchfahrt verbieten; etwas schließen; etwas zumachen

sich entspannen – sich ausruhen

Die Chancen stehen ... – Die Chancen sind ...

jemanden/etwas verbannen – jemandem verbieten, an einem bestimmten Ort zu


sein

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Berlin soll grüner werden

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. In Berlin ...
a) wohnen heute mehr Menschen als vor zehn Jahren.
b) müssen Fahrradfahrer sehr vorsichtig sein.
c) ist die Luft in den letzten Jahren viel sauberer geworden.

2. In den „Begegnungszonen“ ...


a) gibt jetzt mehr Parkplätze, damit die Autos nicht auf der Straße parken.
b) kann man sich hinsetzen und eine Pause machen.
c) ist es nachts manchmal zu laut.

3. Die Anwohner ...


a) haben die „Begegnungszone“ gemeinsam gestaltet.
b) sind alle sehr zufrieden mit der neuen Gestaltung der Straße.
c) werden vielleicht dafür stimmen, dass die Bergmannstraße für Autos gesperrt wird.

2. Üb die Verben!
Welches Verb passt in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. Wegen eines schweren Unfalls musste die Polizei die Autobahn für drei Stunden
____________.
2. Warum arbeite ich eigentlich die ganze Zeit, während alle anderen auf dem Sofa
sitzen und sich ____________?
3. Wenn wir fernsehen wollen und der Hund zu viel Lärm macht, ____________
wir ihn aus dem Wohnzimmer.
4. Viele Menschen haben nicht genug sauberes Wasser. Deshalb sollte jeder versuchen,
seinen Wasserverbrauch zu ____________.
5. Politiker aus aller Welt diskutieren darüber, wie man die Klimaveränderung
____________ oder sogar stoppen kann.
6. Im Zentrum von Berlin ____________ sich einige bekannte Sehenswürdigkeiten.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) verlangsamen b) reduzieren c) befinden


d) sperren e) verbannen f) ausruhen

3. „haben“ oder „sein“?


Bilde das Perfekt. Schreib das Hilfsverb in der richtigen Form in die Lücke.

1. Die Partei ________ jahrelang für den Bau neuer Radwege gekämpft.
2. Bei der Party unserer Nachbarn ________ es gestern Abend ziemlich laut
geworden.
3. Viele klagen darüber, dass sich die Lebensqualität in der deutschen Hauptstadt
immer weiter verschlechtert ________.
4. Wegen der besseren Luft ________ viele Familien aufs Land gezogen.
5. Wir haben ein Straßenfest organisiert und alle Anwohner ________ mitgemacht.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Urlaub auf dem Mond

Vor 50 Jahren betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Schon
bald könnte es sogar Touristen dort geben. Die Reise ist zwar weder
komfortabel noch günstig, aber die Nachfrage ist trotzdem da.

Bisher sind erst 12 Menschen über den Erdtrabanten spaziert. Alle waren
Astronauten der USA und zwischen 1969 und 1972 auf dem Mond. Wann die nächsten
Menschen ihn betreten werden, ist noch unsicher. In der Vergangenheit wurden
Starttermine privater Raumfahrtfirmen immer wieder verschoben, weil die
technischen Herausforderungen zu groß sind.

Eins muss den Weltall-Touristen klar sein: Der Aufenthalt auf dem Mond stellt auch
den menschlichen Körper vor besondere Herausforderungen und wird so automatisch
zum Aktivurlaub. Das Herz wird kleiner, und die Muskeln bilden sich zurück.
Deshalb muss man dort jeden Tag Sport machen.

Und schön ist es auf dem Mond auch nicht, sagt der deutsche Astronaut Alexander
Gerst. „Der ist relativ grau, staubig, da ist ein Vakuum, grelles Sonnenlicht, minus
150 Grad in der Nacht, plus 150 Grad am Tag.“ Auf leckeres Essen sollten Urlauber dort
nicht hoffen; es wird meist gefriergetrocknet. Frisches Obst gibt es selten, Chips gar
nicht, weil die Krümel in der Luft herumfliegen und sich dann in wichtigen Filtern
festsetzen könnten.

Einen Urlaub auf dem Mond können sich nur sehr reiche Leute leisten. Wenn die
NASA ab 2020 Touristen zur Internationalen Raumstation ISS bringt, sollen diese etwa
35.000 Dollar pro Tag zahlen. Für die An- und Abreise kommen noch einmal 50
Millionen Dollar dazu. Wem das zu teuer ist, der kann auch erst einmal in eine der
vielen Ausstellungen über den Mond gehen, die in den Museen auf der ganzen Welt zu
sehen sind.

Autorinnen: Monika Griebeler, Christine Klatt


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

betreten – hier: den Fuß auf etwas setzen

Erdtrabant, -en (m.) – hier: der Mond; Himmelskörper, der die Erde umkreist

Astronaut, -en/ Astronautin,-nen – jemand, der ins All fliegt

Raumfahrtfirma, -firmen (f.) – hier: eine Firma, die Reisen zum Mond anbietet

etwas verschieben – hier: etwas zu einer anderen Zeit machen als geplant

Herausforderung, -en (f.) – hier: eine schwierige Aufgabe

Weltall (n., nur Singular) – das Universum; kurz: das All

Muskel, -n (m.) – ein Teil im Körper, der für die Bewegung und die Kraft wichtig ist

sich zurück|bilden – weniger werden; kleiner werden

relativ – hier: ziemlich

staubig – so, dass kleine Dreck- und Erdteile da sind

Vakuum, Vakuen (n.) – ein luftleerer Ort

grell – so hell, dass es für die Augen störend ist

etwas gefriertrocknen – etwas nach dem Kühlen Wasser entziehen

Krümel,- (m.) – ein kleines Stück, das von etwas Größerem abgefallen ist

Filter, - (m.) – ein Gerät, das schädliche Stoffe auffängt

sich fest|setzen – hier: an einem Ort bleiben

NASA (f.; aus dem Englischen) – kurz für: National Aeronautics and Space
Administration; Raumfahrtbehörde

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Urlaub auf dem Mond

Aufgaben zum Text

1. Was ist richtig?


Führ die Sätze weiter. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Der Mond …
a) wurde schon von 12 Personen besucht.
b) ist vor genau 50 Jahren das erste Mal betreten worden.
c) wird 2020 von vielen Touristen besucht.

2. Weltall-Touristen muss klar sein, …


a) dass ihr Körper auf dem Mond anders als auf der Erde funktioniert.
b) dass sie dort jeden Tag Sport machen müssen.
c) dass es auf dem Mond nie frisches Obst zu essen gibt.

3. Auf dem Mond gibt es …


a) sehr helles Sonnenlicht.
b) viel Staub.
c) ähnliche Temperaturen wie auf der Erde.

2. Trainiere deinen Wortschatz!


Was fehlt? Setz die richtigen Wörter in die passenden Lücken ein.

1. Bis jetzt waren nur _________ auf dem Mond.


2. _____________ bieten in der Zukunft auch Urlaub auf dem Mond an.
3. Eine Reise zum Mond ist eine große __________ für den Körper.
4. Die __________ bilden sich auf dem Mond zurück.
5. _________ können die Filter verschließen.

a) Krümel b)Muskeln c) Herausforderung


d) Astronauten e) Raumfahrtfirmen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übe die Doppelkonnektoren!


Wähl den korrekten Doppelkonnektor aus und schreib ihn in die Lücke.

1. Eine Reise auf den Mond ist _________ billig ________ technisch einfach.
2. Auf dem Mond kann es __________ sehr kalt __________ sehr warm werden.
3. Der Mond ist __________ staubig, __________ sehr hell.
4. ____________ ist man Millionär, ___________ man kann sich eine Reise auf
den Mond nicht leisten.

a) sowohl … als auch b) nicht nur … sondern auch c) weder … noch d) entweder … oder

Autorin: Christine Klatt


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Roboterkollegen bei der Arbeit

In Deutschland gibt es pro 10.000 Beschäftigte 322 Industrieroboter. Das


ist laut einer Studie von 2018 weltweit der dritthöchste Anteil. Viele
Deutsche haben deswegen Angst um ihre Arbeitsplätze.

Die Firma Famag aus Remscheid hat vor 17 Jahren ihren ersten Roboter gekauft.
Inzwischen hat der Werkzeug-Hersteller seine gesamte Produktion automatisiert.
Die Alternative war, sie in ein Land mit niedrigen Lohnkosten zu verlagern. Doch
das wollte man nicht. Inzwischen berät die Firma sogar andere Mittelständler bei der
Robotik.

„Klassische Roboter können jedoch nur eine einzige feste Aufgabe erfüllen und sind
schwer zu warten“, so Mario Schäfer, Produktionsleiter eines Werks in Lünen.
Deshalb werden immer mehr kollaborierende Roboter eingesetzt, die „Cobots“. Sie
können mehrere Tätigkeiten ausführen und allein, mit einem anderen Cobot oder mit
einem Menschen zusammenarbeiten.

Die Deutschen haben kein Problem mit Computern, aber laut einer Umfrage haben 41
Prozent Angst vor intelligenten Robotern. Daher darf dem Menschen bei der
Zusammenarbeit mit einem Cobot auf keinen Fall etwas passieren, sagt
Industriemechaniker Daniel Wagener: „Das würde sich sofort herumsprechen,
und dann wäre er der böse Roboter. Die Akzeptanz wäre dahin.“

Deutschland hat zwar weltweit den dritthöchsten Anteil an Robotern, aber es ist nicht
das Ziel der Firmen, Mitarbeiter durch Roboter zu ersetzen. Sie sollen die Menschen
bei einigen Aufgaben unterstützen. „Die Roboter machen Sachen, die für die Finger zu
schwer sind“, sagt Betriebsrätin Gabriele Czerlitzki: „Den Monteurinnen macht es
Spaß, mit ihnen zu arbeiten.“

Autorinnen: Matilda Jordanova-Duda, Christine Klatt


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

dritthöchste – in der Reihenfolge an Stelle drei

Werkzeug-Hersteller, - (m.) – hier: eine Firma, die Werkzeug produziert

etwas automatisieren – etwas so einrichten, dass es mit Maschinen bearbeitet wird

Lohnkosten (nur Pl.) – das Geld, das eine Firma seinen Mitarbeitern zahlt

etwas verlagern – zu einem anderen Ort bringen

Mittelständler, – (m.) – hier: ein mittelgroßes Unternehmen; Familienunternehmen

Robotik (f., nur Singular ) – das Wissen über Roboter und ihre Technik

etwas warten – kontrollieren, ob etwas richtig funktioniert; etwas reparieren

Werk,-e (n.) – hier: die Fabrik; der Produktionsort

kollaborieren – zusammenarbeiten

etwas aus|führen – hier: etwas machen

Umfrage, -n (f.) – die Befragung von Personen zu einem bestimmten Thema

Industriemechaniker, -/Industriemechanikerin, -nen – eine Person, die


Maschinen baut

sich herum|sprechen – etwas anderen weitererzählen

Akzeptanz, -en (f.) – die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen

dahin sein – umgangsprachlich für: weg sein

etwas/jemanden ersetzen – etwas/jemanden austauschen

Betriebsrat, -räte/Betriebsrätin, -nen – eine Person, die die Rechte von


Arbeitnehmern vertritt

Monteur, -e/ Monteurin, -nen – jemand, der beruflich Dinge wie z. B. Maschinen
oder Anlagen installiert

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Roboterkollegen bei der Arbeit

Aufgaben zum Text

1. Was ist richtig?


Führ die Sätze weiter. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Die Firma Famag …


a) hat sich entschieden, die Produktion in Deutschland zu automatisieren.
b) hält ihre Kenntnisse über Roboter geheim.
c) informiert andere Firmen über Roboter.

2. Cobots …
a) sind Roboter, die mehrere Dinge tun können.
b) können mit anderen Robotern und Menschen zusammenarbeiten.
c) haben schon häufiger Menschen verletzt.

3. Mitarbeiter …
a) müssen gut vor Verletzungen geschützt werden.
b) verlieren ihren Arbeitsplatz wegen der Cobots.
c) werden durch die Cobots von monotonen Arbeiten befreit.

2. Trainiere deinen Wortschatz


Was fehlt? Setz die richtigen Wörter in die passenden Lücken ein.

1. Die _________ sind in allen Ländern unterschiedlich.


2. Deswegen _________ viele Firmen ihre Produktion ins Ausland.
3. Viele Werke __________ miteinander.
4. Große Firmen, aber auch __________ arbeiten mit Robotern.
5. _____________ vertreten die Interessen von Arbeitnehmern.

a) Betriebsräte b) Lohnkosten c) verlagern


d) Mittelständler e) kollaborieren

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Üb den Konjunktiv 2!
Schreib die Verben in Klammern mit der richtigen Endung in die Lücken.

1. Viele Firmen _________(werden) gern die Produktion in ein Land mit geringen
Lohnkosten verlagern.
2. 2.Ohne die Automatisierung von Prozessen __________ (haben) Mittelständler
schon ihre Unternehmen schließen müssen.
3. Werkzeug-Hersteller __________(sollen) auf die Qualität ihrer Produkte achten.
4. Intelligente Roboter ___________ (können) eine Lösung für viele Probleme sein.
5. Ich _____________(müssen) mal versuchen, mit einem Roboter zu arbeiten.

Autorin: Christine Klatt


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die „Fantas“: Väter des deutschen Hip-Hops

Rap auf Deutsch? Vor 30 Jahren gab es das kaum. „Die Fantastischen Vier“
machten es trotzdem – auf ihre ganz eigene Art. Das gefiel nicht jedem.
Doch heute sind sie die bekannteste Hip-Hop-Band Deutschlands.

Sie haben deutschen Rap populär gemacht: Andreas Rieke, Michael Bernd Schmidt,
Thomas Dürr und Michael Beck, besser bekannt als And.Y psilon, Smudo, Thomas D.
und Michi Beck. Zusammen sind sie „Die Fantastischen Vier“ oder – wie ihre Fans sie
nennen – die „Fantas“. Für die „Weiterentwicklung und Pflege des Deutschen als
Kultursprache“ haben sie sogar den Jacob-Grimm-Preis bekommen.

Seit 30 Jahren machen „Die Fantastischen Vier“ gemeinsam Musik. Angefangen hat
alles mit einem Konzert am 7. Juli 1989. Damals spielten sie noch vor 50 Leuten in
einem Kindergarten. Heute sind ihre Konzerte regelmäßig ausverkauft. Ihren ersten
großen Erfolg hatte die Band aus Stuttgart mit der Hitsingle „Die da?!“ und dem
Album „4 gewinnt“.

Von Anfang an entwickelten „Die Fantastischen Vier“ ihren eigenen Stil, der nicht
immer zum „typischen“ Hip-Hop passte. Manche ihrer Songs waren lustig, die Musiker
trugen bunte Kleidung und hüpften über die Bühne. Das sorgte bei anderen Hip-
Hoppern für Kritik. Sie fanden die Musik der „Fantas“ zu kommerziell und nicht
sozialkritisch genug.

Über die Bühne hüpfen sie immer noch, aber die bunte Kleidung ist inzwischen
Vergangenheit. Auch Musik und Texte haben sich mit jedem Album verändert. 18 Alben
haben „Die Fantastischen Vier“ inzwischen herausgebracht. Außerdem haben sie
zahlreiche Musikpreise gewonnen. Heute zweifelt niemand mehr daran, dass die
„Fantas“ zu den großen deutschen Bands gehören.

Autorinnen: Silke Wünsch, Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Hip-Hop (m., nur Singular, aus dem Englischen) – eine sehr populäre rhythmische
Musik mit Sprechgesang, die in den unteren sozialen Schichten amerikanischer
Großstädte entstanden ist

Rap, -s (m., aus dem Englischen) – Sprechgesang

fantastisch – wunderbar

Band, -s (f., aus dem Englischen) – eine Musikgruppe

populär – beliebt; bekannt

Fan, -s (m., aus dem Englischen) – jemand, der etwas/jemanden toll findet

Weiterentwicklung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass etwas so verändert wird, dass
es noch besser wird

Pflege (f., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass man sich um etwas/jemanden
kümmert

ausverkauft – hier: so, dass alle Karten für ein Konzert verkauft wurden

Hitsingle, -s (f., aus dem Englischen) – die Veröffentlichung eines einzelnen Liedes,
die sehr viel verkauft wird

Album, Alben (n.) – hier: eine Zusammenstellung von verschiedenen Musikstücken


oder Songs (z. B. auf einer CD oder einer Schallplatte)

Stil, -e (m.) – hier: die Art, wie etwas (z. B. Kunst oder Musik) gemacht wird

Song, -s (m., aus dem Englischen) – das Lied

hüpfen – hoch- und runterspringen

Bühne, -n (f.) – der Ort im Konzert und Theater, wo die Musiker oder Schauspieler
stehen

sozialkritisch – so, dass es um soziale Themen und Probleme geht

etwas heraus|bringen – hier: etwas veröffentlichen/auf den Markt bringen, um es zu


verkaufen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die „Fantas“: Väter des deutschen Hip Hops

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. „Die Fantastischen Vier“ ...


a) machen Musik in deutscher Sprache.
b) haben einen Preis bekommen, weil sie ein Buch über die deutsche Sprache
geschrieben haben.
c) haben vor 30 Jahren ihr erstes großes Konzert veranstaltet.

2. Manchen Hip Hoppern hat die Musik der „Fantastischen Vier“ nicht gefallen, weil ...
a) ihre Konzerte zu bunt und fröhlich waren.
b) sie sich zu wenig mit sozialen Problemen beschäftigt haben.
c) ihre Songs alle sehr ernste Themen hatten.

3. Heute ...
a) ziehen sich die „Fantastischen Vier“ bei ihren Konzerten anders an als früher.
b) ist der Musikstil der „Fantastischen Vier“ noch genau der gleiche wie vor 30 Jahren.
c) haben die „Fantastischen Vier“ großen Erfolg.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Substantiv gehört in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

1. Wenn die Musiker ihren berühmtesten ____________ spielen, singt das ganze
Publikum laut mit.
2. Wie gefällt dir das neue ____________ der „Fantastischen Vier“?
3. Weil das erste Konzert sehr schnell ausverkauft war, veranstaltet die
____________ eine Woche später ein zweites Konzert, für das es noch Karten
gibt.
4. Meine Schwester hat schon als Kind davon geträumt, auf der ____________ zu
stehen und vor einem großen Publikum zu singen.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Ein Lied dieses Musikers erkenne ich sofort, auch wenn ich es vorher noch nie
gehört habe. Er hat einfach einen ganz besonderen ____________.
6. Ein ____________ ist auf die Bühne geklettert, um der Sängerin einen riesigen
Blumenstrauß zu schenken.

a) Bühne b) Fan c) Song


d) Band e) Album f) Stil

3. Übe die Adjektivdeklination!


Schreib die Adjektive in Klammern mit der richtigen Endung in die Lücken.

1. Nicht nur bei jungen Leuten ist Rap ein ____________ (populär) Musikstil.
2. Auf den Alben der „Fantas“ findet man auch ____________ (lustig) Songs.
3. Das Konzert fand in einer ____________ (groß) Halle statt.
4. „Die Fantastischen Vier“ gehörten zu den ersten Hip Hop-Bands, die Texte in
____________ (deutsch) Sprache geschrieben haben.
5. Die meisten Hip Hopper beschäftigen sich mit _______________ (sozialkritisch)
Themen.
6. Mehrere Bands haben ein _______________ (gemeinsam) Konzert veranstaltet.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Deutschland diskutiert über Strafmündigkeit

Ein Fall von sexueller Gewalt schockiert Deutschland: Im Juli 2019 wurde
in Mülheim an der Ruhr eine Frau vergewaltigt – offenbar von Kindern
zwischen 12 und 14 Jahren. Wie bestraft man solche jungen Täter?

Wann ist ein Kind alt genug, um die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen?
Darüber wird intensiv diskutiert, nachdem im Juli 2019 in Mülheim an der Ruhr eine
Frau vergewaltigt wurde. Dieser Fall sexueller Gewalt schockiert die Menschen
besonders, weil die mutmaßlichen Täter noch Kinder waren: Zwei waren 12, die
anderen drei 14 Jahre alt.

Und eines ist klar: Die beiden Zwölfjährigen können für ihre Tat nicht verurteilt werden.
Denn in Deutschland sind Kinder erst mit 14 Jahren strafmündig. Jüngere Täter gelten
als schuldunfähig und müssen deshalb nicht mit strafrechtlichen
Konsequenzen, zum Beispiel einer Haftstrafe, rechnen.

Trotzdem kann ihre Tat Folgen für sie haben: Opfer einer Straftat können von den
Tätern oder ihren Eltern Schadensersatz oder Schmerzensgeld verlangen.
Außerdem wird geprüft, ob die Eltern Hilfe bei der Erziehung brauchen. Manchmal
verlieren die Eltern auch das Sorgerecht. Dann werden die Kinder in einer
Pflegefamilie oder in einem Heim betreut. Junge Täter, die psychisch krank sind,
können von einem Gericht in eine Klinik eingewiesen werden.

Nun diskutiert man die Frage, ob diese Maßnahmen ausreichen oder ob man das Alter
der Strafmündigkeit von 14 auf 12 Jahre senken sollte. Manche Menschen fordern,
dass auch jüngere Täter bestraft werden. Aber hätte das wirklich Vorteile für die
Gesellschaft? Kann man dadurch Straftaten verhindern? Auf diese Fragen gibt es noch
keine eindeutigen Antworten.

Autorinnen: Ines Eisele, Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Strafmündigkeit (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man alt genug ist, um von
einem Gericht für ein Verbrechen bestraft zu werden

sexuell – so, dass etwas mit Sex tun hat

jemanden schockieren – bei jemandem für Entsetzen sorgen

jemanden vergewaltigen – jemanden mit Gewalt zum Sex zwingen

mutmaßlich – vermutet; wahrscheinlich

schuldunfähig – so, dass man für etwas, das man getan hat, nicht verantwortlich ist

strafrechtliche Konsequenz, -en (f.) – die Strafe für ein Verbrechen

Haftstrafe, -n (f.) – die Strafe, dass man eine bestimmte Zeit im Gefängnis verbringen
muss

Folge, -n (f.) – hier: die Konsequenz

Straftat, -en (f.) – die kriminelle/illegale Handlung

Schadensersatz (m.) – Geld, das man bezahlen muss, weil man etwas kaputt
gemacht/beschädigt hat

Schmerzensgeld (n.) – Geld, das man einer Person bezahlen muss, weil man ihre
Schmerzen verursacht hat

Sorgerecht (n., nur Singular) – das Recht, ein Kind zu erziehen

Pflegefamilie, -n (f.) – eine Familie, die ein Kind betreut, das nicht ihr eigenes ist

psychisch – so, dass etwas mit den Gefühlen und Gedanken von Menschen zu tun hat

jemanden in eine Klinik ein|weisen – hier: entscheiden, dass jemand in einem


Krankenhaus behandelt werden muss

Maßnahme, -n (f.) – etwas, das man macht, um ein Ziel zu erreichen

etwas senken – hier: etwas niedriger machen; etwas reduzieren

eindeutig – sehr klar; so, dass kein Zweifel besteht

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Deutschland diskutiert über Strafmündigkeit

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was ist in Mülheim passiert?


a) Eine Frau hat mehrere Kinder schwer verletzt.
b) Drei jüngere Kinder haben zwei ältere Kinder vergewaltigt.
c) Eine Gruppe von Kindern hat eine Frau vergewaltigt.

2. Was gilt für Kinder unter 14 Jahren?


a) Sie sind vor dem Gesetz noch nicht schuldfähig.
b) Sie müssen manchmal Geld bezahlen, wenn sie etwas kaputt gemacht haben.
c) Sie können höchstens zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt werden.

3. Was verlangen einige Bürger?


a) Alle Straftäter unter 14 Jahren sollen in einem Krankenhaus untersucht werden.
b) Die Taten von Kindern unter 14 Jahren sollen strafrechtliche Konsequenzen haben.
c) Die Altersgrenze für Strafmündigkeit soll höher werden.

2. Übe die Vokabeln!


Welches Substantiv gehört in welchen Satz? Wählt das passende Wort aus.

1. Eltern, die ihre Kinder schlagen, können das _________________ verlieren.


2. Ich fordere _________________ von meinem Nachbarn, weil er bei der
Gartenarbeit meinen Zaun beschädigt hat.
3. Mord ist eine schwere _________________.
4. Weil seine Eltern früh gestorben sind, ist er in einer _________________
aufgewachsen.
5. Die Täterin wurde zu einer mehrjährigen _________________ verurteilt.
6. Ich halte es für eine sinnvolle _________________, Eltern von Straftätern Hilfe
bei der Erziehung anzubieten.

a) Schadensersatz b) Haftstrafe c) Sorgerecht

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

d) Maßnahme e) Pflegefamilie f) Straftat

3. Übe die kausalen Konnektoren


Welcher Konnektor passt in den Satz? Wähl die richtige Lösung aus.

1. Eine Gruppe von Kindern hat eine schwere Straftat begangen, ___________
(weil/denn/deshalb) wird in Deutschland intensiv über Strafmündigkeit diskutiert.
2. Kinder unter 14 Jahren können nicht verurteilt werden, ___________
(weil/denn/deshalb) sie noch nicht strafmündig sind.
3. Die Eltern müssen dem Lehrer Geld bezahlen, ___________ (weil/denn/deshalb)
ihre Tochter das Auto der Lehrerin beschädigt hat.
4. Er muss in einer Klinik behandelt werden, ___________ (weil/denn/deshalb) er
ist psychisch krank.
5. Er hat in der Schule Drogen verkauft, ___________ (weil/denn/deshalb) wurde
er von der Polizei verhaftet.
6. Sie wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, ___________ (weil/denn/deshalb) sie
hat Schmuck im Wert von fast 100.000 Euro gestohlen.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Wo in den USA Deutsch gesprochen wird

Bis heute pflegt man im US-Bundesstaat Pennsylvania Traditionen, die


deutsche Siedler vor 300 Jahren mitbrachten. Das erkennt man nicht nur
auf Volksfesten, sondern auch an der Sprache, dem Pennsylvania-Deutsch.

In Pennsylvania haben 30 Prozent der Einwohner deutsche Vorfahren. Diese kamen


im 18. Jahrhundert aus der Pfalz in die USA. Dort fanden die deutschen Siedler eine
neue Heimat und bauten sich als Bauern ein neues Leben auf. Ihre Traditionen und ihre
Sprache haben sie mitgenommen. Viele der heutigen Nachfahren waren selbst nie in
Deutschland. Trotzdem pflegen sie die mitgebrachten Traditionen bis heute.

Aus der Pfalz stammen zum Beispiel die aufgemalten Sterne auf Scheunen, die heute
typisch für diese Gegend in Pennsylvania sind. Auch auf dem jährlichen „Kutztown Folk
Festival“ erinnert vieles an die deutschen Einwanderer. Im „Wursthaus“ kann man
dann Bratwürste mit Sauerkraut essen, während eine Blaskapelle Musik spielt.

Dass die Kultur der damals eingewanderten Deutschen noch immer lebendig ist, sieht
man auch am Dialekt „Pennsilfaanisch Deitsch“, Pennsylvania-Deutsch. Dieser wird
von vielen Nachfahren bis heute zu Hause gesprochen. Insgesamt sprechen 40.000
Menschen in Pennsylvania den Dialekt, 400.000 in ganz Amerika. Die Sprache ist also
nicht vom Aussterben bedroht.

Patrick Donmoyer von der University of Pennsylvania sorgt dafür, dass der Dialekt auch
für zukünftige Generationen erhalten bleibt. In Kutztown unterrichtet er
Pennsilfaanisch Deitsch. Er sagt, dass der Dialekt sich in den letzten 300 Jahren zu
einer eigenen Sprache entwickelt hat. So sind viele neue Wörter wie „Guckbox“ für
„Fernseher“ hinzugekommen. Oder wie er es in seiner Sprache ausdrückt: „Mir henn
viele neie Wodde in unsere Sproch: Guckbox für Television und so wieder.“ Er betont
aber auch, dass sie trotz der Sprache richtige „amerikanische Leit“ – amerikanische
Leute – sind.

Autor/Autorin: Oliver Sallet, Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

eine Tradition pflegen – eine Tradition weiterführen; dafür sorgen, dass eine
Tradition weiterhin bleibt

Siedler, -/Siedlerin, -nen – jemand, der an einen Ort zieht, an dem bisher noch
niemand lebt

Vorfahr, -en/Vorfahrin, -nen – jemand aus der Familie, der in früheren Zeiten
gelebt hat

Jahrhundert, -e (n.) – ein Zeitraum von 100 Jahren

Pfalz (f., nur Singular) – eine Region im Südwesten Deutschlands

Nachfahre, -n/Nachfahrin, -nen – jemand aus der Familie, der später geboren ist
oder wird

aus etwas stammen – hier: aus einem Ort/Land kommen

Scheune, -n (f.) – der Stall; ein Gebäude auf einem Bauernhof, in dem z. B. Stroh
gelagert wird

Einwanderer, - /Einwanderin, -nen – jemand, der in ein anderes Land geht, um


dort zu leben (Verb: ein|wandern)

Blaskapelle, -n (f.) – eine Gruppe von Musikern, die bestimmte Instrumente


(Blasinstrumente) spielt

Dialekt, -e (m.) – die Variante einer Sprache, die in einer bestimmten Region
gesprochen wird

vom Aussterben bedroht sein – als Tier- oder Pflanzenart in der Gefahr sein,
weniger zu werden und ganz von der Erde zu verschwinden

zukünftig – auf die Zukunft bezogen

Generation, -en (f.) – hier: alle Menschen, die etwa zur gleichen Zeit geboren sind

erhalten bleiben – in Zukunft noch vorhanden sein

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Wo in den USA Deutsch gesprochen wird

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Im US-Bundesstaat Pennsylvania …
a) sind etwa ein Drittel der Bewohner Nachfahren deutscher Einwanderer.
b) spricht man überall Deutsch.
c) gibt es Volksfeste mit deutschen Traditionen.

2. Aus der Pfalz …


a) kommt das Symbol der Sterne, das man heute auf Scheunen in Pennsylvania findet.
b) stammen viele Menschen, die in die USA gegangen sind.
c) kommt das erste Rezept für Bratwürste.

3. Patrick Donmoyer …
a) fördert den Dialekt seiner Vorfahren.
b) kann nur Pennsylvania-Deutsch sprechen.
c) fühlt sich amerikanisch.

2. Üb die Vokabeln!
Welches Substantiv gehört in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

Im 18. ____________ (1) kamen viele Deutsche aus der Pfalz in die USA. Die Spuren
der ____________ (2) kann man noch heute sehen. Zum Beispiel werden kunstvolle
Sterne auf ____________ (3) gemalt. Diese Tradition stammt noch aus der Pfalz. Auf
dem Volksfest in Kutztown kann man sogar Bratwurst essen und sich dabei die Musik
einer ____________ (4) anhören. Auch Patrick Donmoyers deutsche
____________ (5) kamen vor 300 Jahren nach Amerika. Er unterrichtet
Pennsylvania-Deutsch, damit auch in der Zukunft noch viele den ____________ (6)
sprechen können.

a) Scheunen b) Dialekt c) Einwanderer


d) Vorfahren e) Jahrhundert f) Blaskapelle

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Üb die Wechselpräpositionen!
Welche Artikelform fehlt hinter der jeweiligen Wechselpräposition?
Wähl die richtige Antwort aus.

1. Vor 300 Jahren kamen deutsche Siedler in ____________ (die/den/der) USA.

2. Meine Verwandten wohnen in ____________ (den/dem/das) US-Bundesstaat


Pennsylvania.

3. Der Eingang zur Scheune ist zwischen ____________ (die/das/den) zwei


Wandbildern mit den Sternen.

4. Nächstes Jahr möchten wir auf ____________ (dem/den/das) Volksfest in


Kutztown gehen.

5. Auf dem Volksfest spielt eine Blaskapelle neben ____________ (das/dem/den)


„Wursthaus“.

6. Patrick Donmoyer arbeitet an ____________ (die/das/der) University of


Pennsylvania.

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Weniger fliegen für das Klima

Der Flugverkehr nimmt auf der ganzen Welt zu. Für die Umwelt ist das ein
Problem, weil beim Fliegen klimaschädliche Gase ausgestoßen werden. Bis
man umweltfreundlicher fliegen kann, dauert es noch.

Die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg aus Schweden fliegt nie. Aus Schweden
kommt auch der Ausdruck „flygskam“ (auf Deutsch: Flugscham), den man verwendet,
wenn man beim Fliegen ein schlechtes Gewissen hat. Die aktuellen Ergebnisse der
Grünen bei den Europawahlen 2019 zeigen, dass auch den Deutschen der Umwelt-
und Klimaschutz wichtig sind.

Schaut man aber beim Thema Reisen genauer hin, zeigt sich ein anderes Bild. Allein
zwischen den Jahren 2009 und 2014 nahm der Flugverkehr auf der ganzen Welt um ein
Drittel zu. Für Deutschland rechnet man bis 2030 mit 175 Millionen Flugpassagieren
pro Jahr. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 105 Millionen. Damit wird auch die
Umweltbelastung steigen, denn Flugzeuge stoßen mehr Emissionen aus als andere
Verkehrsmittel.

Über Organisationen wie „myclimate“ und „atmosfair“ kann man ausrechnen, wie viel
Geld nötig ist, um die entstandenen Klimaschäden zu kompensieren. Mit dem
Ergebnis kann man dann an anderer Stelle Projekte fördern, die etwas für die Umwelt
tun. Diese freiwilligen Zahlungen werden vom Bund für Natur und Umweltschutz
Deutschland (BUND) zwar begrüßt. Gleichzeitig betont der BUND aber auch, dass die
Belastung für das Klima beim Fliegen sofort entsteht. Maßnahmen zur Kompensation
brauchen aber lange, bis sie wirken.

In der Forschung wird an der Entwicklung eines klimafreundlicheren, synthetischen


Kerosins gearbeitet, das mit Hilfe von erneuerbarer Energie hergestellt wird.
Zurzeit ist dieses Kerosin aber noch teuer und die Menge nicht ausreichend.
Klimaaktivisten fordern deshalb Maßnahmen, die dabei helfen, dass der Flugverkehr
abnimmt. Ein erster Schritt könnte eine neue Flugsteuer in der EU sein. Denn noch ist
Fliegen vergleichsweise billig – auch weil die meisten EU-Staaten keine Steuern auf
Kerosin verlangen.

Autorinnen: Jeannette Cwienk, Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

etwas aus|stoßen – etwas (durch Druck) nach außen abgeben

Klimaaktivist, -en/Klimaaktivistin, -nen – jemand, der viel dafür tut, ein


bestimmtes politisches Ziel, das mit dem Klima zu tun hat, zu erreichen

Scham (f., nur Singular) – das Gefühl, wenn man etwas peinlich findet

ein schlechtes Gewissen haben – das Gefühl haben, etwas Schlechtes zu tun oder
getan zu haben

Grünen (f.) – Abkürzung für: Bündnis 90/Die Grünen; eine deutsche Partei, die sich
unter anderem für den Umweltschutz einsetzt

Drittel, - (n.) – der dritte Teil einer Menge

Belastung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass etwas eine schädliche Wirkung hat

Emission, -en (f.) – hier: die Abgabe von schädlichen Stoffen in die Atmosphäre

etwas kompensieren – Negatives durch etwas Positives


ausgleichen/wiedergutmachen (Substantiv: die Kompensation)

freiwillig (m.) – aus eigenem Willen; ohne, dass man gezwungen wird

etwas begrüßen – hier: sagen, dass man etwas gut findet

Maßnahme, -n (f.) – etwas, das man macht, um ein Ziel zu erreichen

synthetisch – künstlich hergestellt; chemisch hergestellt

Kerosin, -e (n.) – eine Flüssigkeit, die Flugzeuge zum Fliegen brauchen

erneuerbare Energie, -n (f.) – die Energie, die umweltfreundlich hergestellt wird

Europäische Union (f., nur Singular) – mehrere europäische Staaten, die sehr eng
zusammenarbeiten; Abkürzung: die EU

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Weniger fliegen für das Klima

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wähl die passende Lösung aus.

1. Was steht im Text?


a) In keinem EU-Staat müssen Airlines Steuern für Kerosin bezahlen.
b) In den letzten Jahren ist der Flugverkehr auf der Welt um ein Drittel angestiegen.
c) Klimaaktivisten fordern die Verwendung von synthetischem Kerosin.

2. Was ist richtig?


a) Die Grünen haben bei den Europawahlen 2019 die meisten Stimmen erhalten.
b) Die Klimaaktivistin Greta Thunberg vermeidet es zu fliegen.
c) In Schweden nimmt der Flugverkehr ab.

3. Der Bund für Natur und Umweltschutz Deutschland …


a) ist eine Organisation, die dabei hilft, CO2-Emissionen zu kompensieren.
b) möchte, dass Zahlungen zur CO2-Kompensation nicht nur freiwillig sind.
c) sagt, dass CO2-Kompensationen nicht sofort Wirkung zeigen.

2. Üb die Vokabeln!
Welche Wörter gehören in welchen Satz? Wähl das passende Wort aus.

Die schwedische ____________ (1) Greta Thunberg reist vor allem mit dem Zug.
Denn sie weiß, dass der Flugverkehr eine große ____________ (2) für die Umwelt ist.
Dabei werden viele ____________ (3) in die Umwelt abgegeben. Viele fordern
deshalb ____________ (4), um den Flugverkehr zu reduzieren. Steuern auf
____________ (5) innerhalb der ____________ (6) könnten dafür ein erster
Schritt sein.

a) Emissionen b) Kerosin c) Europäischen Union


d) Klimaaktivistin e) Maßnahmen f) Belastung

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Wiederhole die Relativsätze!


Wähl die richtige Form des Relativpronomens aus.

1. Synthetisches Kerosin, ______ (dessen/der/das) die Forschung in den letzten


Jahren entwickelt hat, ist noch sehr teuer.
2. Klimaschäden, ____________ (deren/die/denen) beim Fliegen entstehen, kann
man über bestimmte Organisationen wiedergutmachen.
3. Man kann auch ohne weite Flüge einen Urlaub machen, ____________
(dem/die/den) man nicht vergisst.
4. Das ist das Projekt, ____________ (dessen/das/dem) ich etwas gespendet habe.
5. Greta Thunberg ist die Klimaaktivistin, ____________ (deren/die/denen)
Einstellung viele junge Menschen inspiriert hat.
6. „myclimate“ ist eine Organisation, ____________ (der/die/das) ich helfen
möchte.

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Papier aus Gras

Viele glauben, dass Papier umweltfreundlicher als Plastik ist. Aber man
braucht viel Wasser und Energie, um es herzustellen. Eine Alternative
könnte Papier aus Gras sein.

Wer die Umwelt schützen will, meidet Plastik und nimmt im Supermarkt lieber eine
Papiertüte. Doch auch diese ist nicht so umweltfreundlich, wie viele glauben: Laut
BUND ist eine Papiertüte erst dann umweltfreundlicher als eine Tüte aus Plastik, wenn
sie etwa achtmal benutzt wurde. Ein Grund dafür ist der Stoff Lignin, der in Holz
enthalten ist. Er muss entfernt werden, wenn man Papier herstellen will. Dafür
braucht man viel Energie, Wasser und chemische Stoffe.

Deshalb hat Uwe D’Agnone nach einem Rohstoff gesucht, der weniger Lignin enthält.
Der Unternehmer erklärt: „Im Baumholz ermöglicht Lignin ein Wachstum in die
Höhe. Je höher die Pflanze, desto mehr Lignin hat sie. Also habe ich nach unten
geschaut.“ Und tatsächlich hat er so die Lösung gefunden: Gras. Seit 2015 stellt seine
Firma Creapaper Pellets aus Gras her. Wenn man sie mit Wasser vermischt, kann
man daraus Papier machen.

Für diese Erfindung hat der Unternehmer schon verschiedene Preise bekommen, denn
Papier aus Gras hat einige Vorteile: Um Papier aus einer Tonne Grasfasern
herzustellen, braucht man nur zwei Liter Wasser. Zum Vergleich: Bei der gleichen
Menge Holz sind es 6000 Liter. Außerdem kann man bei der Herstellung des neuen
Rohstoffs bis zu 75 Prozent Kohlendioxid einsparen. Gut für die Umwelt ist auch,
dass Gras überall wächst und nicht weit transportiert werden muss.

Professor Jukka Valkama, der den Studiengang Papiertechnik in Karlsruhe leitet, ist
von dem neuen Papier aber noch nicht überzeugt. Er vermutet, dass Gras auch Stoffe
enthält, die man später aus dem Wasser entfernen muss. Außerdem könnte es sein, dass
Graspapier nicht so gut recycelt werden kann. Trotzdem gibt es schon viele Produkte
aus dem neuen Material, zum Beispiel Kaffeebecher und Geschenkpapier. Für
Fußballfans hat Creapaper ein besonderes Angebot: Grußkarten, die aus dem Rasen
des Stadions hergestellt werden.

Autorinnen: Matilda Jordanova-Duda, Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

umweltfreundlich – so, dass etwas gut für Mensch und Natur ist

etwas meiden – hier: etwas nicht benutzen; etwas nicht kaufen

BUND (m., nur Singular) – Abkürzung für: Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland; eine Organisation, die sich um den Schutz der Umwelt kümmert

etwas entfernen – dafür sorgen, dass etwas nicht mehr da ist

Rohstoff, -e (m.) – ein Material aus der Natur, aus dem etwas hergestellt wird

Unternehmer, -/Unternehmerin, -nen – jemand, der eine Firma/ein


Unternehmen leitet

etwas ermöglichen – etwas möglich machen

Wachstum (n., nur Singular) – die Tatsache, dass etwas wächst oder sich vergrößert

Pellet, -s (n.) – hier: kleine runde Stücke aus getrocknetem Gras

etwas vermischen – zwei Dinge zusammenbringen und mischen

Tonne, -n (f.) – hier: ein Maß für das Gewicht; 1000 Kilogramm

Faser, -n (f.) – ein sehr dünnes, langes Stück, aus dem ein Material besteht

Kohlendioxid (n., nur Singular) – ein Gas, das aus Kohlenstoff und Sauerstoff besteht
und das in großen Mengen schlecht für das Klima ist

etwas ein|sparen – hier: etwas nicht produzieren

Studiengang, -gänge (m.) – ein Fach oder mehrere Fächer an der Universität

etwas recyceln (aus dem Englischen) – etwas wiederverwenden; aus etwas


Gebrauchtem etwas Neues herstellen

Becher, - (m.) – eine Art Tasse (meist aus Papier oder Plastik)

Fan, -s (m.) – jemand, der etwas oder jemanden (z. B. einen Fußballverein) toll findet

Grußkarte, -n (f.) – eine Karte, z. B. mit Glückwünschen zum Geburtstag

Rasen, - (m.) – eine Fläche, auf der kurz geschnittenes Gras wächst

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Papier aus Gras

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was ist richtig?


a) Papiertüten sind auf jeden Fall umweltfreundlicher als Plastiktüten.
b) Bei der Herstellung von Papiertüten aus Holz wird viel Wasser verbraucht.
c) Alle Papiertüten enthalten den Stoff Lignin, der schlecht für die Umwelt ist.

2. Was steht im Text?


a) Für Papier aus Gras braucht man nur halb so viel Wasser wie für Papier aus Holz.
b) Wenn man Papier aus Holz herstellt, produziert man mehr Kohlendioxid.
c) Gras ist ein Rohstoff, den man an jedem Ort finden kann.

3. Was wird über Professor Valkama gesagt?


a) Er vermutet, dass das Wasser nach der Herstellung des Papiers gereinigt werden
muss.
b) Er glaubt, dass Graspapier Gifte enthält, die für die Kunden gefährlich sind.
c) Er ist überzeugt, dass man Graspapier billiger recyceln kann als Papier aus Holz.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Substantiv gehört in welchen Satz? Wählt das passende Wort aus.

1. Holz ist ein ____________, aus dem man viele verschiedene Produkte herstellen
kann.
2. Weil es lange nicht geregnet hat, ist der ____________ vor dem Haus nicht mehr
grün, sondern gelb.
3. Man kann Joghurt im Glas oder in einem ____________ aus Plastik kaufen.
4. Der Wissenschaftler hat eine ____________ entwickelt, aus der man sehr leichte,
wasserfeste Kleidung herstellen kann.
5. Viele Bauern verwenden chemische Stoffe, die für ein besseres ____________ der
Pflanzen sorgen.
6. Das Holz auf diesem Fahrzeug wiegt fast eine ____________.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Becher b) Tonne c) Wachstum


d) Rasen e) Rohstoff f) Faser

3. Bildet das Passiv mit Modalverben


Schreibt die richtigen Verbformen in die Lücken.

Beispiel:
Papier aus Holz kann man ziemlich gut recyceln.
Papier aus Holz kann ziemlich gut recycelt werden.

1. Man soll Papiertüten mehrmals benutzen.


Papiertüten ____________ mehrmals ____________ ____________.

2. Nicht nur aus Holz, sondern auch aus Gras kann man Papier herstellen.
Nicht nur aus Holz, sondern auch aus Gras ____________ Papier
____________ ____________.

3. Man muss die Graspellets mit Wasser vermischen.


Die Graspellets ____________ mit Wasser ____________ ____________.

4. Durch das neue Material kann man viel Kohlendioxid einsparen.


Durch das neue Material ____________ viel Kohlendioxid ____________
____________.

5. Bestimmte Stoffe muss man entfernen.


Bestimmte Stoffe ___________ ____________ ____________.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

EU prüft Ost-West-Unterschiede bei Lebensmitteln

Supermarkt-Kunden in Osteuropa fühlen sich betrogen: Sie kaufen die


gleichen Markenprodukte wie andere EU-Bürger, doch der Geschmack ist
nicht gleich. Nun hat die EU die Qualität der Lebensmittel prüfen lassen.

Die Verpackung sieht gleich aus, aber der Geschmack ist unterschiedlich: Seit Jahren
klagen osteuropäische Verbraucher darüber, dass die Qualität vieler Markenprodukte
in ihren Ländern schlechter ist als im Westen. Zum Beispiel hat die ungarische
Lebensmittelbehörde festgestellt, dass Nutella aus ungarischen Supermärkten
„weniger cremig“ schmeckt als Nutella aus Österreich.

Christian Köhler vom deutschen Markenverband erklärt die Unterschiede damit,


dass der Geschmack der Kunden in verschiedenen Ländern unterschiedlich ist:
„Deshalb können und sollen ganz bewusst manche Produkte nicht in jedem Land
gleich schmecken.“ Er bestreitet aber, dass die Qualität der Produkte schlechter ist,
nur weil sie anders schmecken.

Eine Studie der EU, die im Juni 2019 vorgestellt wurde, bestätigt das. Bei etwa einem
Drittel der untersuchten Markenprodukte ist die Zusammensetzung der Zutaten
unterschiedlich, obwohl die Verpackung gleich oder ähnlich aussieht. Das gilt jedoch für
verschiedene EU-Länder, nicht nur für den Osten Europas. Grundsätzlich ist die
Qualität der Produkte in den östlichen Staaten nicht schlechter als im Westen.

Trotzdem sehen einige EU-Politiker die regionalen Unterschiede bei Lebensmitteln


kritisch. Bildungs- und Kulturkommissar Tibor Navracsics äußerte sich besorgt
darüber, dass Markenprodukte mit unterschiedlichen Zusammensetzungen gleich
vermarktet werden. Verbraucherkommissarin Vera Jourová teilte mit, dass sie ein
Verbot dieser Doppelstandards plant.

Autor/Autorin: Dirk Kaufmann (mit Agenturen), Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Verpackung, -en (f.) – das Material, in das man Waren einpackt

Verbraucher, -/Verbraucherin, -nen – jemand, der etwas kauft und verbraucht

Behörde, -n (f.) – ein Amt; eine Institution der öffentlichen Verwaltung

Nutella (m./f./n., nur Singular) – eine Schokoladencreme, die man aufs Brot streicht

cremig – so, dass etwas dick und weich wie eine Creme ist

Markenverband, -verbände (m.) – eine Organisation von Firmen, die


Markenprodukte herstellen

bewusst – mit Absicht

etwas bestreiten – hier: sagen, dass eine Behauptung nicht stimmt

Studie, -n (f.) – hier: die wissenschaftliche Untersuchung zu einem bestimmten Thema

Drittel, - (n.) – der dritte Teil einer Menge

Zusammensetzung, -en (f.) – die Stoffe, aus denen etwas besteht

Zutat, -en (f.) – hier: ein Lebensmittel, das in einem Produkt enthalten ist

etwas kritisch sehen – etwas nicht gut finden; etwas für problematisch halten

regional – auf ein bestimmtes Gebiet bezogen

Bildung (f., nur Singular) – hier: alles, was damit zu tun hat, dass Leute etwas lernen
(z. B. das Schulwissen)

Kommissar, -e/Kommissarin, -nen – hier: ein hoher Politiker/eine hohe


Politikerin in der EU, der/die für ein bestimmtes Thema verantwortlich ist

sich besorgt über etwas äußern – sagen, dass man sich wegen etwas Sorgen macht

etwas vermarkten – hier: ein Produkt auf eine bestimmte Art präsentieren

Doppelstandard, -s (m.) – hier: die Tatsache, dass zwei Dinge gleich aussehen, aber
in Wirklichkeit unterschiedlich hergestellt werden

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

EU prüft Ost-West-Unterschiede bei Lebensmitteln

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Verbraucher aus Osteuropa sind unzufrieden, weil ...


a) man in ihren Ländern keine Markenprodukte aus dem Westen kaufen kann.
b) manche Lebensmittel bei ihnen anders schmecken als im Westen.
c) sie finden, dass sie schlechtere Lebensmittel bekommen als Kunden in anderen
Ländern.

2. Die EU-Studie hat gezeigt, dass ...


a) Markenprodukte grundsätzlich in zwei verschiedenen Zusammensetzungen
hergestellt werden: eine für Osteuropa und eine für Westeuropa.
b) es bei etwa 30% der Markenprodukte regionale Unterschiede gibt.
c) Markenprodukte im Osten fast immer schlechter sind als im Westen.

3. Die EU-Verbraucherkommissarin will verbieten, dass ...


a) in ungarischen Supermärkten Schokocreme verkauft wird.
b) die Lebensmittelindustrie in Osteuropa Werbung für ihre Produkte macht.
c) ein Produkt, das es in verschiedenen Zusammensetzungen gibt, immer die gleiche
Verpackung hat.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Substantiv gehört in welchen Satz? Wählt das passende Wort aus.

1. Auf der ____________ steht, dass dieses Produkt 56 Gramm Zucker enthält.
2. Die Ministerin will mehr für die frühkindliche ____________tun: Alle Kinder
sollen schon im Kindergarten die Möglichkeit haben, eine Fremdsprache zu lernen.
3. Bei vielen Gerichten ist Salz eine wichtige ____________, ohne die das Essen
nicht schmeckt.
4. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist eine
____________, die dafür sorgt, dass die Qualität von Lebensmitteln geprüft wird.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Ich kaufe nur Schokolade einer bestimmten ____________. Schokolade anderer


Firmen schmeckt mir nicht.
6. Eine ____________ zeigt, dass jeder Deutsche pro Jahr mehr als 50 Kilogramm
Lebensmittel in den Müll wirft.

a) Marke b) Behörde c) Bildung


d) Studie e) Verpackung f) Zutat

3. Bildet Adjektive und Adverbien


Welche Endung hat das Adjektiv bzw. das Adverb? Wählt die richtige
Lösung aus.

1. Frankfurt liegt öst_____ (-ig/-lich/-isch) von Mainz.


2. Die Politiker der Opposition sehen das neue Gesetz krit_____ (-ig/-lich/-isch).
3. Die Soße muss so lange kochen, bis sie schön crem_____ (-ig/-lich/-isch) ist.
4. Ich bin grundsätz_____ (-ig/-lich/-isch) gegen den Import von Lebensmitteln aus
weit entfernten Ländern.
5. Mein Bruder hat schon mal Schlange gegessen und behauptet, dass das Fleisch so
ähn_____ (-ig/-lich/-isch) schmeckt wie Hühnchen.
6. Bei ihrem Treffen im November sprachen die beiden Politikerinnen lange über die
europä_____ (-ig/-lich/-isch)-afrikanischen Beziehungen.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Ein Prinz, eine Burg und ein Rechtsstreit

Früher gehörte die Burg Rheinfels der Familie des Kaisers. Heute ist sie
Eigentum der Stadt St. Goar und bringt ihr jedes Jahr viel Geld ein. Doch
jetzt klagte der Ururenkel des Kaisers: Er will die Burg zurückhaben.

Seit über 100 Jahren gibt es in Deutschland keine Monarchie mehr. 1918 musste der
letzte deutsche Kaiser aus der Familie der Hohenzollern abdanken und Deutschland
verlassen. Trotzdem besitzen die Nachfahren des Kaisers immer noch mehrere
Burgen in Deutschland. Viele Burgen und Schlösser der Familie Hohenzollern sind
inzwischen aber Eigentum des Staates.

Nun verlangt Georg Friedrich Prinz von Preußen, der Ururenkel des letzten Kaisers,
eine dieser Burgen zurück: die Burg Rheinfels, die heute der kleinen Stadt St. Goar am
Rhein gehört. Sie liegt im Tal der Lorelei - einer beliebten Touristenregion, die 2002
zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Besucher können die Burg besichtigen und
auch dort übernachten, denn die Stadt hat einen Teil des Gebäudes für 99 Jahre an ein
Hotel verpachtet.

Dieser Pachtvertrag ist der Grund dafür, dass der Prinz von Preußen die Stadt St. Goar
verklagt hat. Der 42-Jährige findet nämlich, dass eine Verpachtung für fast 100 Jahre
das Gleiche ist wie ein Verkauf. Mit seiner ersten Klage hatte er aber keinen Erfolg: Im
Juni 2019 hat das Gericht seinen Antrag abgelehnt.

Doch die Stadt St. Goar kann sich noch nicht freuen. Wenn der Prinz in Berufung
geht, könnte sie die Burg doch noch verlieren. Bürgermeister Horst Vogt erklärte: „Die
Burg Rheinfels ist das Herz von St. Goar.“ Die Pacht und die Eintrittsgelder bringen der
Stadt jedes Jahr 350.000 Euro ein. Für St. Goar könnte der Verlust der Burg den
Bankrott bedeuten – dem Prinzen würde er allerdings viel Geld einbringen.

Autorinnen: Nadine Wojcik/Bettina Baumann/Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Prinz, -en/Prinzessin, -nen – ein Mitglied der Familie des Königs/des Kaisers

Burg, -en (f.) – ein großes Gebäude, das in alten Zeiten zum Wohnen und zur
Verteidigung gegen Feinde diente

Kaiser, -/Kaiserin, -nen – jemand, der regiert und mehr Macht hat als der König

jemandem etwas ein|bringen– der Grund dafür sein, dass jemand etwas bekommt

Ururenkel, -/Urenklin, -nen – der Enkel des Enkels von jemandem

Monarchie, -n (f.) – ein Staat, der von einem König/einer Königin oder einem
Kaiser/einer Kaiserin regiert wird

ab|danken – sein Amt als König/Königin oder Kaiser/Kaiserin aufgeben

Nachfahre, -n/Nachfahrin, -nen – ein Nachkomme (das Kind/der Enkel/die


Enkelin …) einer Person

etwas zurück|verlangen – sagen, dass man etwas wiederhaben will

Preußen (n., meist ohne Artikel) – ein Name für ein Gebiet im heutigen Polen; ein
früheres Königreich in Deutschland

etwas/jemanden zu etwas/jemandem erklären – offiziell bestimmen, dass


etwas/jemand etwas/jemand ist

UNESCO-Welterbe (n., nur Singular) – hier: ein von der UNESCO verliehener Titel
für besonders wichtige und seltene Naturgebiete

etwas an jemanden verpachten – jemandem erlauben, gegen Geld ein Gebäude


oder ein Stück Land zu nutzen

jemanden verklagen – vor Gericht gegen jemanden kämpfen

Klage, -n (f.) – hier: die Beschwerde vor Gericht

in Berufung gehen –zu einem höheren Gericht gehen

Verlust (m., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass man etwas verliert

Bankrott, -e (m.) – die Tatsache, dass man kein Geld mehr hat

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Ein Prinz, eine Burg und ein Rechtsstreit

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Georg Friedrich Prinz von Preußen ...


a) ist mit dem letzten deutschen Kaiser verwandt.
b) ist der Besitzer der Burg Rheinfels bei St. Goar.
c) hat vor Gericht einen Prozess gegen die Stadt St. Goar geführt.

2. Die Burg Rheinfels ...


a) befindet sich in der Nähe eines Flusses.
b) dient heute nur noch als Hotel für Touristen.
c) kann man kostenlos besichtigen.

3. Die Stadt St. Goar ...


a) will die Burg an den Besitzer eines Hotels verkaufen.
b) hat den ersten Prozess gegen den Prinzen von Preußen gewonnen.
c) ist finanziell von der Burg Rheinfels abhängig.

2. Übt die Vokabeln!


Wie geht der Satz richtig weiter? Wählt das passende Verb aus.

1. Wenn ein Mieter seine Miete nicht bezahlt, kann der a) abdanken.
Vermieter ihn ...
2. Wenn man mit einer Ware nicht zufrieden ist, kann man b) verpachten.
sich beschweren und sein Geld ...
3. Wenn man ein Stück Land nicht selbst nutzen möchte, c) verklagen.
kann man es an einen Bauern ...
4. Wenn der König nicht mehr regieren will, kann er ... d) erklären.
5. Wenn der Staat eine Landschaft besonders schützen e) zurückverlangen.
will, kann er sie zum Naturschutzgebiet ...

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Bildet das Partizip II


Schreibt das Verb in Klammern in der richtigen Form in die Lücke.

1. Die Touristen haben das Hotel schon früh am Morgen ________________


(verlassen).
2. Leider wurde unser Vorschlag schon zum zweiten Mal ________________
(ablehnen).
3. Im Urlaub haben wir in einer sehr schönen Ferienwohnung direkt am Rhein
________________ (übernachten).
4. Die Frau in der Touristeninformation hat uns den Weg zum Schloss genau
________________ (erklären).
5. Der Verkauf des Hauses hat den Besitzern viel Geld ________________
(einbringen).
6. Wir konnten kaum wandern, weil es so oft geregnet hat, aber dafür haben wir viele
interessante Museen ________________ (besichtigen).

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Der schlechte Ruf der Drohnen

Viele Deutsche betrachten Drohnen mit Skepsis. Sie halten sie für eine
Gefahr, weil sie uns ausspionieren und Daten über uns sammeln können.
Aber die kleinen Flugroboter erfüllen auch viele wichtige Aufgaben.

Oft sind Drohnen nützliche Helfer: Sie machen schöne Fotos aus der Luft, sammeln
wichtige wissenschaftliche Daten und transportieren kleine Gegenstände. Doch eine
Untersuchung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt aus dem Jahr
2018 zeigt, dass viele Deutsche die kleinen Flugroboter mit Skepsis betrachten. Sie
haben die Sorge, dass Drohnen benutzt werden, um sie auszuspionieren.

Tatsächlich werden Drohnen in vielen Bereichen aber zum Wohl der Menschen
eingesetzt. Zum Beispiel helfen sie dabei, Schiffbrüchige zu retten. So fliegen
Drohnen über das Meer und machen Fotos: Wenn Menschen hilflos im Wasser
treiben, werden dann weitere Drohnen auf den Weg geschickt, die den Ertrinkenden
Rettungswesten bringen.

Auch für Natur und Landwirtschaft spielen fliegende Roboter eine wichtige Rolle. Auch
wenn sie nicht so perfekt sind wie ihre natürlichen Vorbilder, die Bienen, können sie
Pflanzen bestäuben. Manche verteilen den Pollen sogar über eine größere Fläche.
Ebenso helfen Drohnen bei der Aufforstung von Wäldern, indem sie Samen von
Bäumen verteilen.

Und wie sieht es mit dem Sammeln von Informationen aus? Natürlich kann man
Drohnen dazu verwenden, Menschen auszuspionieren. Häufig aber sammeln die
Flugroboter Daten für die Wissenschaft. So erhalten Forscher wichtige Informationen
über die Temperatur des Meeres, verschiedene Tier- und Pflanzenarten in einer
bestimmten Region und vieles mehr. Drohnen sind also doch besser als ihr Ruf.

Autorinnen: Hannah Fuchs, Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Ruf (m., nur Singular) – hier: die Meinung, die Leute von jemandem/etwas haben; das
allgemeine Ansehen

Drohne, -n (f.) – ein kleines Fluggerät, das ohne Pilot fliegt

etwas mit Skepsis betrachten – Zweifel daran haben, dass etwas gut ist

Roboter, - (m.) – eine Maschine, die bestimmte Arbeiten erledigen kann

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (n., nur Singular) – eine
Institution, die sich mit der Entwicklung und Erforschung von Fluggeräten beschäftigt

jemanden/etwas aus|spionieren – heimlich Informationen über jemanden/etwas


sammeln

Bereich, -e (m.) – ein Gebiet

Schiffbrüchige, -n (m./f.) – jemand, der in Lebensgefahr ist, weil sein Schiff/Boot


kaputt oder gesunken ist

treiben – hier: vom Wasser in eine Richtung bewegt werden

Ertrinkende, -n (m./f.) – jemand, der in Gefahr ist, im Wasser unterzugehen

Rettungsweste, -n (f.) – ein Kleidungsstück für den Oberkörper, das mit Luft gefüllt
ist und verhindert, dass jemand im Wasser untergeht

Vorbild, -er (n.) – hier: ein Modell, nach dem man etwas anderes entwickelt hat

Biene, -n (f.) – ein kleines Tier, das gelbe und dunkle Streifen hat und Honig macht

etwas bestäuben – hier: Blütenstaub zu den (weiblichen) Blüten bringen und so dafür
sorgen, dass sich Früchte entwickeln können

Pollen, - (m.) – gelber feiner Staub, den man auf Blumen und Blüten findet

Aufforstung, -en (f.) – die Tatsache, dass man dort, wo früher Wald war, neue Bäume
pflanzt

Samen, - (m.) – hier: ein Korn, aus dem sich eine Pflanze entwickeln kann

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Der schlechte Ruf der Drohnen

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ...


a) hat die Menschen davor gewarnt, Drohnen zu benutzen.
b) hat untersucht, was die Menschen über Drohnen denken.
c) benutzt Drohnen, um die Menschen auszuspionieren.

2. Drohnen ...
a) helfen dabei, Menschen in Sicherheit zu bringen.
b) bestäuben Pflanzen schneller und besser als Bienen.
c) sorgen dafür, dass neue Bäume wachsen.

3. Drohnen sind ...


a) in den meisten Bereichen eine Gefahr für die Menschen.
b) zum Sammeln von Informationen über die Natur gut geeignet.
c) nicht so schlecht, wie viele Menschen denken.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Substantiv gehört in welche Lücke? Setzt ein.

1. Pass auf! Auf deinem Honigbrot sitzt eine _________________!


2. Letztes Jahr habe ich mir einen kleinen _________________ gekauft, der mir
beim Putzen hilft.
3. Alexander von Humboldt ist mein großes _________________. Ich möchte auch
einmal ein so berühmter Forscher werden wie er.
4. Die neuen Bäume sollen in diesem _________________ hier gepflanzt werden.
5. Der Professor hat keinen guten _________________, weil nur wenige seiner
Studierenden die Prüfung bestehen.
6. Aus den _________________, die ich in die Erde gelegt habe, sind
wunderschöne Blumen geworden.

a) Ruf

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

b) Samen
c) Roboter
d) Biene
e) Vorbild
f) Bereich

3. Übt den Genitiv!


Schreibt den bestimmten Artikel im Genitiv in die Lücke.

1. Ein Forschungsteam misst die Temperatur ______ Wassers in 100 Meter Tiefe.
2. Das Ergebnis ______ Untersuchung war für die Forscher eine Überraschung.
3. Keine Maschine kann die Rolle ______ Bienen übernehmen.
4. Die Reparatur ______ Roboters wird mindestens eine Woche dauern.
5. Drohnen übernehmen den Transport ______ Rettungswesten.
6. Die Zahl ______ Tiere ist in den letzten fünf Jahren gesunken.
7. Für die Aufforstung ______ Waldes werden Drohnen eingesetzt.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Rechtsextreme Anschläge in Deutschland

Am 2. Juni 2019 wurde der hessische Politiker Walter Lübcke vor seinem
Wohnhaus ermordet. Laut Polizei könnte er das Opfer einer
rechtsextremen Tat geworden sein – wie schon einige andere vor ihm.

Der Regierungspräsident von Kassel, Walter Lübcke, wurde am 2. Juni 2019 durch
einen Schuss in den Kopf getötet – möglicherweise weil er die Aufnahme von
Geflüchteten unterstützt hat. Verdächtigt wird Stephan E., ein Mann, der der Polizei
schon seit Ende der 1980er-Jahre durch rechtsextreme Verbrechen bekannt ist. Noch ist
nicht klar, aus welchen Gründen Stephan E. gehandelt haben könnte und ob er Partner
hatte. Doch Lübcke wurde schon lange von Neonazis wegen seiner politischen
Einstellung bedroht.

Seit 1990 gibt es eine Statistik zu rechtsextremen Gewalttaten in Deutschland. Seitdem


sollen, laut Journalisten, bis zu 169 Menschen getötet worden sein. Die Ämter zählen
nur 85 Todesopfer. Journalisten behaupten, der Staat würde viele Fälle
fälschlicherweise nicht als politische Gewalt einstufen, sondern beispielsweise als
privaten Streit.

Ganz sicher rechtsextreme Gewalttaten waren die Messerattacken auf die jetzige
Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, und den Bürgermeister einer
Kleinstadt im Sauerland, Andreas Hollstein, in den Jahren 2015 und 2017. Dabei
handelten die Täter wahrscheinlich allein. Die Anschläge auf Unterkünfte von
Geflüchteten in den Jahren 2015 und 2016 dagegen wurden vor allem von Neonazi-
Terrororganisationen geplant und durchgeführt.

Die bekannteste rechtsextreme Terrororganisation in Deutschland war der sogenannte


„Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU), der 13 Jahre lang unerkannt bleiben
konnte. Seine Mitglieder ermordeten zwischen 2000 und 2007 neun Menschen mit
Migrationshintergrund und eine Polizistin. Nachdem der NSU aufgeflogen war,
wurde in Deutschland diskutiert, ob Behörden und Medien die Gefahr rechtsextremen
Terrors zu lange unterschätzt haben. Diese Frage steht auch bei dem aktuellen Mord
an Walter Lübcke wieder im Raum.

Autor/Autorin: Peter Hille, Christine Klatt


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

rechtsextrem – so, dass man rassistisch und ausländerfeindlich denkt

Anschlag, Anschläge (m.) – hier: ein Versuch, Menschen zu töten, um Angst zu


verbreiten und bestimmte Ziele zu erreichen

Regierungspräsident,-en (m.) – ein hoher politischer Beamter, der eine Behörde


leitet

Geflüchtete, -en (m./f.) – jemand, der sein Heimatland aus einem bestimmten Grund
(z. B. Krieg) verlassen muss; der Flüchtling

Neonazi, -s (m.) – jemand, der auch heute noch die Ideen Adolf Hitlers und der
Nationalsozialisten gut findet

jemanden bedrohen – hier: sagen, dass man jemandem Gewalt antun wird;
jemandem Angst machen

Statistik,-en (f.) – eine Tabelle mit Zahlen, die zeigt, wie oft etwas vorkommt

fälschlicherweise – nicht richtig

jemanden/etwas ein|stufen – jemanden/etwas in eine Kategorie ordnen

Messerattacke, -n (f.) – der Versuch, jemanden mit einem Messer zu töten

Terrororganisation, -en (f.) – eine Gruppe, die ihre politischen oder religiösen Ziele
mit Mord und anderen Gewalttaten erreichen möchte

Migrationshintergrund (m., nur Singular) – die Tatsache, dass man in einem Land
lebt, aber selbst (oder die Familie) ursprünglich aus einem anderen Land kommt

Oberbürgermeister, -/Oberbürgermeisterin, -nen – die Person, die das


wichtigste politische Amt einer großen Stadt hat

auf|fliegen – hier: entdeckt werden (z. B. ein Verbrechen; ein Skandal)

jemanden/etwas unterschätzen – hier: denken, dass jemand/etwas schlechter oder


schwächer ist, als er/es wirklich ist

im Raum stehen – hier: da sein; entstehen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Rechtsextreme Anschläge in Deutschland

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Mehrere Lösungen können richtig sein. Wählt die passenden Antworten
aus.

1. Walter Lübcke ...


a) ist vermutlich ein Opfer von rechter Gewalt geworden.
b) wurde an seinem Arbeitsplatz ermordet.
c) hat sich für Geflüchtete eingesetzt.

2. Rechtsextreme Gewalttaten in Deutschland werden ...


a) seit 1990 statistisch erfasst.
b) laut Journalisten nicht vollständig festgehalten.
c) nie mit einer privaten Rachetat verwechselt.

3. Die Terrororganisation „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ...


a) ermordete 10 Menschen.
b) blieb 13 Jahre lang geheim.
c) hat sich offiziell aufgelöst.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Substantiv gehört in welche Lücke? Setzt ein.

1. Im Jahr 2015 gab es plötzlich viele _______________ in Deutschland. Die


meisten von ihnen kamen aus Syrien.
2. Es gibt zu einem Thema oft unterschiedliche Meinungen und viele verschiedene
_______________, die sich sogar widersprechen können.
3. _______________ soll den Menschen Angst machen.
4. Für _______________ wird oft Sprengstoff benutzt, weil dieser so viel Schaden
anrichtet.
5. Die aktuelle _______________ von Köln wurde einen Tag nach dem Anschlag
in ihr Amt gewählt.
6. Polizeiliche _______________ dauern oft mehrere Jahre.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Statistiken b) Geflüchtete c) Ermittlungen


d) Terror e) Oberbürgermeisterin f) Anschläge

3. Wiederholt den Konjunktiv 2!


Schreibt das Verb in Klammern in den Konjunktiv 2.

1. Ich _________(haben) gern viel Geld und viel Zeit, um schöne Dinge zu machen.
2. Wenn er reich _______ (sein), _________(sein) er auch glücklicher.
3. Man _________ (sollen) sich gesünder ernähren, anstatt Medikamente zu
nehmen.
4. Jeder ________ (können) ein bisschen Geld an Umweltprojekte spenden. Dann
______ (werden) die Erde ein besserer Ort.

Autorin: Christine Klatt


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Jüdisches Museum in der Kritik

BDS, die Boykottbewegung gegen Produkte aus Israel, ist besonders in


Deutschland sehr umstritten. Nun musste der Direktor des Jüdischen
Museums in Berlin wegen eines Tweets zu diesem Thema zurücktreten.

Seit 2014 war Peter Schäfer Direktor des Jüdischen Museums Berlin, des größten
jüdischen Museums in Europa. Nun hat er seinen Posten aufgegeben, „um weiteren
Schaden vom Jüdischen Museum abzuwenden“, wie das Museum mitteilte. Zuvor
hatte der Zentralrat der Juden in Deutschland Peter Schäfer mehrfach scharf kritisiert.

Im Zentrum der Kritik stand zuletzt ein Tweet des Jüdischen Museums, in dem ein
Artikel einer deutschen Tageszeitung empfohlen wurde. In dem Zeitungsartikel ging es
um die umstrittene Boykottbewegung gegen Produkte aus Israel, BDS. 240
israelische und jüdische Wissenschaftler hatten dort einen Beschluss des Bundestags
kritisiert und geschrieben, dass die BDS-Bewegung nicht grundsätzlich antisemitisch
ist und „dass Boykotte ein legitimes und gewaltfreies Mittel des Widerstands sind.“

Mit den Boykottaufrufen möchte BDS Israel international unter Druck setzen, um
die Besetzung der palästinensischen Gebiete zu beenden. Am 17. Mai 2019 hatte der
Bundestag einen Antrag beschlossen, in dem es heißt, dass Boykottaufrufe an die
Methoden von Nazis erinnern. Die „Argumentationsmuster und Methoden“ der
BDS-Bewegung sind laut Bundestag antisemitisch.

Das Jüdische Museum Berlin steht unter der Kontrolle des Staates. Der Direktor ist
nicht nur für Ausstellungen und Veranstaltungen im Haus verantwortlich, sondern er
soll auch die Haltung Deutschlands zum Thema Judentum, Antisemitismus und zum
Staat Israel nach außen vertreten. Der Rücktritt des Direktors wirft eine Menge
kulturpolitischer Fragen auf. Die Politik wird darauf Antworten finden müssen.

Autor/Autorinnen: Torsten Landsberg, Heike Mund, Christine Klatt


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Boykottbewegung, -en (f.) – eine Gruppierung oder Organisation, die erreichen


möchte, dass mit etwas/jemandem (z. B. einem Staat) kein Handel mehr getrieben wird

umstritten – so, dass es verschiedene Meinungen über etwas/jemanden gibt

Posten, - (m.) – hier: die berufliche Position; die berufliche Funktion

Schaden von etwas ab|wenden – dafür sorgen, dass etwas nicht beschädigt wird

scharf – hier: stark; sehr

antisemitisch – feindlich gegenüber Juden

legitim – hier: so, dass es etwas zu Recht und mit guten Gründen gibt

Widerstand (m., nur Singular) – die Handlungen, mit denen man etwas verhindern
will

Boykottaufruf, -e (m.) – andere dazu auffordern, nichts mehr von jemandem/etwas


zu kaufen oder ihm etwas zu verkaufen

jemanden unter Druck setzen – durch Drohungen oder Strafen erreichen wollen,
dass jemand etwas tut; versuchen, jemanden zu etwas zu zwingen

Besetzung, -en (f.) – hier: die Kontrolle über ein Gebiet haben oder übernehmen,
ohne das offizielle Recht dazu zu haben

Nazi, -s (m.) – eine Person, die die Hitler-Diktatur (1933–1945) unterstützt hat

Argumentationsmuster, - (n.) – die Art, wie man etwas begründet

Haltung, -en (f.) – hier: die Einstellung; die Meinung; das Verhalten

Rücktritt, - (m.) – hier: die Tatsache, dass man für immer mit der Arbeit in einer
wichtigen Position (z. B. in der Politik) aufhört (Verb: zurücktreten)

Fragen auf|werfen – Fragen zur Diskussion stellen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Beantworte die Fragen oder führe die Sätze richtig weiter. Es kann auch
mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was ist richtig?


a) Der Direktor des jüdischen Museums Berlin, Peter Schäfer, verlässt seinen alten
Posten.
b) Der BDS setzt sich dafür ein, dass keine Produkte aus Israel mehr gekauft werden,
um die Besetzung der palästinensischen Gebiete zu beenden.
c) Das Jüdische Museum in Berlin ist eine privat finanzierte Institution.

2. Der Zentralrat der Juden …


a) kritisiert den Beschluss des Bundestages vom 17. Mai.
b) meint, dass das Jüdische Museum, einen Zeitungsartikel nicht hätte empfehlen
dürfen.
c) ist gegen die BDS-Bewegung.

3. 240 Wissenschaftler haben in einer Zeitung geschrieben, dass …


a) man die gesamte BDS-Bewegung nicht als judenfeindlich bezeichnen kann.
b) Boykotte manchmal sinnvoll sein können.
c) es egal ist, ob man Methoden der Nazis benutzt.

2. Was bedeuten die Wörter?


Setze die richtigen Wörter in die passenden Lücken ein.

1. Der Direktor des Jüdischen Museums Berlin hat seinen _______________.


2. Er wurde auch durch den Zentralrat der Juden _______________.
3. Sowohl der deutsche Bundestag als auch der Zentralrat der Juden halten die
_______________ des BDS für antisemitisch.
4. Einige israelische und jüdische Wissenschaftler sehen das anders und meinen,
dass Boykotte ein Mittel des _______________ sein können.
5. Auch das Jüdische Museum scheint die _______________ der Wissenschaftler
zu unterstützen.
6. Mit seinem Rücktritt möchte Peter Schäfer weiteren _______________.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) unter Druck gesetzt b) Boykottaufrufe c) Schaden abwenden


d) Widerstands e) Posten aufgegeben f) Haltung

3. Perfekt oder Plusquamperfekt?


Schreib das korrekte Verb und Hilfsverb in der richtigen Form in die
Lücke.
beschließen | kritisieren | empfehlen | zurücktreten | schreiben

Nachdem sein Museum einen Artikel __________ (1) _____ (2), _____ (3) der
Direktor des Jüdischen Museums __________ (4). Schon vorher _____ (5) der
Zentralrat der Juden ihn oft __________ (6). Bevor 240 jüdische und israelische
Wissenschaftler einen Artikel zur BDS-Bewegung __________ (7) _____ (8),
_____ (9) der Bundestag einen Antrag __________ (10), dass die BDS-Bewegung
antisemitisch ist.

Autorin: Christine Klatt


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Das Tagebuch der Anne Frank als Romanfassung

Anne Frank, ein jüdisches Mädchen, wurde zum Opfer des Holocausts. Ihr
Tagebuch aus der Zeit machte sie nach ihrem Tod weltweit berühmt. 2019
erschien eine neue Ausgabe ihres überarbeiteten Werkes.

Anne Frank war ein junges jüdisches Mädchen mit dem Traum, Schriftstellerin zu
werden. Aber sie lebte in der Zeit der Nazi-Diktatur und musste sich mit ihrer Familie
verstecken. Doch Annes Traum blieb: Sie schrieb in dieser Zeit nicht nur ein Tagebuch,
sondern wollte dieses Tagebuch später als Roman veröffentlichen. Sie begann dafür,
ihre Einträge selbstständig zu überarbeiten.

Am 4. August 1944 wurde das Versteck in Amsterdam entdeckt. Anne Frank und ihre
Familie wurden ins Konzentrationslager deportiert. Bei ihren letzten
Tagebucheinträgen war sie 15 Jahre alt. Annes Vater Otto Frank, der als einziger der
Familie den Holocaust überlebte, verwirklichte schließlich Annes Traum. Er
veröffentlichte ihr Tagebuch. Über seine Tochter sagte er: „Ich wusste gar nicht, dass
meine kleine Anne so tief war.“

Bereits die erste Auflage war schnell ausverkauft. Bis heute wurde das Tagebuch in
80 Sprachen übersetzt und gilt als Weltklassiker. Anne Franks Geschichte wurde
mehrfach verfilmt und auf Theaterbühnen gezeigt. In Deutschland gehört ihr Tagebuch
zu den Werken, die in der Schule gelesen werden.

Am 12. Juni 2019 wäre Anne Frank 90 Jahre alt geworden. Kurz davor erschien eine
neue Ausgabe ihres Tagebuchs: Ihre Überarbeitung für eine Romanfassung wurde zum
ersten Mal als eigenständiges Werk veröffentlicht. Beschreibungen, Erkenntnisse
und Gedanken, die Anne in ihrer Überarbeitung ergänzt hatte, zeigen ihr literarisches
Talent. „Liebe Kitty“, so der Titel dieser Roman-Ausgabe, umfasst die Zeit vom 12.
Juni 1942 bis zum 29. März 1944, weiter kam Anne Frank mit ihrer Neufassung nicht.

Autoren: Sabine Peschel; Jasmin Rogge


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Fassung, -en (f.) – hier: die Version; eine von mehreren Varianten

Holocaust (m., nur Singular) – der Mord an den europäischen Juden durch die
Nationalsozialisten (1941-1945)

Ausgabe, -n (f.) – hier: alle Exemplare eines Buches mit demselben Inhalt, die zur
selben Zeit veröffentlicht und herausgegeben werden

etwas überarbeiten – etwas (z. B. einen Text) verändern, damit es besser wird
(Substantiv: die Überarbeitung)

Nazi-Diktatur (f., nur im Singular) – die Regierung der Nationalsozialisten in


Deutschland von 1933 bis 1945

Eintrag, Einträge (m.) – hier: der Text in einem Tagebuch

Konzentrationslager, - (n.) – eine Art Gefängnis, in dem die Nationalsozialisten sehr


viele Menschen gefangen hielten und töteten

jemanden deportieren – jemanden gegen den Willen an einen anderen Ort bringen

etwas überleben – trotz einer Sache weiterleben; am Leben bleiben

etwas verwirklichen – etwas Wirklichkeit werden lassen

Auflage, -n (f.) – hier: die Stückzahl von etwas, das veröffentlicht wird

ausverkauft – so, dass alle Stücke von einem Produkt verkauft wurden

Klassiker, - (m.) – hier: etwas, das auch nach langer Zeit noch sehr bekannt und
beliebt ist (z. B. ein Buch oder ein Film)

eigenständig – einzeln

Erkenntnis, -se (f.) – das Wissen über etwas; das Verstehen

etwas umfassen – etwas enthalten; etwas beinhalten

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Das Tagebuch der Anne Frank als Romanfassung

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Führt die Sätze richtig weiter. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig
sein.

1. Anne Frank …
a) wünschte sich für ihre Zukunft, Bücher zu schreiben.
b) begann, Tagebuch zu schreiben, als sie 15 Jahre alt war.
c) korrigierte Tagebucheinträge, um später einen Roman daraus zu schreiben.

2. Otto Frank …
a) wurde nicht ins Konzentrationslager gebracht.
b) war überrascht von Annes Gedanken in ihrem Tagebuch.
c) veröffentlichte die erste Version von Annes Tagebuch.

3. Das Tagebuch …
a) wird im Unterricht an deutschen Schulen gelesen.
b) schrieb Anne, als sie sich mit ihrer Familie verstecken musste.
c) kann man in vielen verschiedenen Sprachen lesen.

2. Welche Wörter passen in die Lücken?


Setzt die richtigen Wörter in die passenden Lücken ein.

Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Sie träumte davon,
_____________ (1) zu werden. 1934 musste ihre Familie vor den Nazis in die
Niederlande fliehen und sich später verstecken. Das _____________ (2), das Anne
damals schrieb, überarbeitete sie. Denn sie wollte später einen _____________ (3)
veröffentlichen. Doch Familie Frank wurde 1944 ins Konzentrationslager deportiert.
Dort starb Anne im Alter von 15 Jahren. Ihr Vater Otto Frank veröffentlichte die erste
_____________ (4) des Tagebuchs 1947. Heute ist Annes Name auf der ganzen Welt
bekannt. Ihr Buch wurde in viele Sprachen übersetzt. Nicht nur in deutschen Schulen ist
es noch aktuell. Es gilt weltweit als _____________ (5), der bis heute gelesen wird.

a) Roman b) Schriftstellerin c) Tagebuch


d) Auflage e) Klassiker

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Vorsilben!


Welche Vorsilbe gehört zu welchem Verb? Wähle die richtige Lösung aus.

1. Otto Frank konnte Annes Traum von einem eigenen veröffentlichten Buch
(ver/ent/er/um/über)wirklichen.
2. Anne Frank (ver/ent/er/um/über)steckte sich mit ihrer Familie in Amsterdam.
3. Die erste Auflage vom Tagebuch der Anne Frank (ver/ent/er/um/über)schien 1947.
4. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges (ver/ent/er/um/über)fasst sechs Jahre.
5. Annes Vater (ver/ent/er/um/über)deckte Annes Talent zum Schreiben, als er ihr
Tagebuch las.

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

EU-Drogenbericht: Erfolg im Kampf gegen Heroin und HIV

Der EU-Drogenbericht 2019 zeigt einen Erfolg im Kampf gegen Heroin und
HIV-Infizierungen von Abhängigen. Ein Blick auf die USA macht jedoch
einen gefährlichen Trend zum Missbrauch von anderen Opioiden deutlich.

Anfang der 1990er-Jahre hatte die Schweiz die höchste HIV-Rate in Westeuropa. Dies
lag unter anderem daran, dass Drogen heimlich und unter unhygienischen
Bedingungen konsumiert wurden. Deshalb änderte man dort die Drogenpolitik: Zum
Beispiel wurden sichere und saubere Konsumorte eingerichtet und die
Drogenabhängigen entkriminalisiert.

Die geänderte Drogenpolitik der Schweiz war effektiv und wurde zum Vorbild.
Inzwischen verfolgen die meisten Länder Europas eine ähnliche Strategie. So gibt es
in Deutschland zum Beispiel 24 sichere Orte – wie zum Beispiel spezielle Cafés. Diese
können Abhängige für den Konsum von Drogen nutzen, ohne dass sie jemand bei der
Polizei anzeigt.

Der EU-Drogenbericht 2019 präsentiert einige Erfolge: Nicht nur der Heroinkonsum ist
zurückgegangen, sondern auch die Zahl neuer HIV-Infizierungen unter
Drogenabhängigen ist in den letzten Jahren um 40 Prozent gesunken.
Die Anzahl der Todesfälle durch eine Überdosis ist im Jahr 2018 nur leicht gestiegen.
Die Ursache dafür waren meist Opioide mit Heroin an erster Stelle. In den USA zeigt
sich ein anderes Bild, denn dort ist nicht Heroin das größte Problem, sondern die
Opioide Fentanyl und Oxycodon.

Diese werden zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Für Ärzte gelten in den USA deutlich
weniger strenge Regeln für die Verschreibung von Opioiden als in Europa. Dabei
können auch erlaubte Opioide bei Missbrauch süchtig machen. 2017 sind in den USA
fast zehnmal mehr Menschen an einer Opioid-Überdosis gestorben als in Europa. Laut
Drogenbericht muss die EU ihre Drogensituation also auch in Zukunft genau
beobachten, damit ein Trend wie in den USA nicht auch Europa erreicht.

Autoren: Clare Roth (fs); Jasmin Rogge


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

EU (f., nur Singular) – Abkürzung für: Europäische Union; mehrere europäische


Staaten, die sehr eng zusammenarbeiten

Heroin (n., nur Singular) – eine starke, süchtig machende Droge

HIV (n., nur Singular) – das, was die Krankheit Aids verursacht; ein Virus

Infizierung, -en (f.) – die Tatsache, dass sich jemand mit einer Krankheit ansteckt

Missbrauch (m., nur Singular) – hier: das Benutzen von etwas auf unerlaubte Weise

Opioid, -e (n.) – eine Substanz mit opiumähnlicher Wirkung, die als Schmerzmittel
eingesetzt, aber auch als Droge missbraucht wird

Rate, -n (f.) – hier: die Anzahl

heimlich – so, dass man etwas so macht, dass andere es nicht merken

unhygienisch – unsauber

etwas konsumieren – etwas nutzen; etwas kaufen (Substantiv: der Konsum)

etwas/jemanden entkriminalisieren – dafür sorgen, dass etwas/jemand nicht


mehr bestraft wird

effektiv – so, dass etwas Erfolg hat

Vorbild, -er (n.) – hier: ein Modell; ein gutes Beispiel, wie etwas gemacht wird

eine Strategie verfolgen – einen Plan haben und nach diesem handeln

Todesfall, -fälle (m.) – hier: die Menschen, die wegen etwas gestorben sind

Bild, - (n., hier nur Singular) – hier: die Situation

süchtig – so, dass jemand von etwas immer mehr haben will und ohne es nicht leben
kann

Überdosis (f., nur Singular) – eine zu hohe Menge von etwas

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

EU-Drogenbericht: Erfolg im Kampf gegen Heroin und HIV

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Führt die Sätze richtig weiter. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig
sein.

1. In der Schweiz …
a) entstand die Idee für sichere und saubere Konsumorte für Drogenabhängige.
b) gibt es eine Drogenpolitik, die viele Länder kopiert haben.
c) gab es in den 1990er-Jahren die meisten Menschen mit HIV in ganz Europa.

2. In der EU …
a) nahmen 2018 im Vergleich zu früher weniger Menschen Heroin.
b) wird man wegen Drogenkonsums nicht bei der Polizei angezeigt.
c) gibt es bereits 24 sichere Konsumorte für Drogenabhängige.

3. In den USA …
a) sind die Regeln für den Gebrauch von Opioiden als Schmerzmittel lockerer als in
Europa.
b) ist Heroin kein Problem.
c) sind 2017 zehnmal mehr Menschen an einer Opioid-Überdosis gestorben als im
Jahr zuvor.

2. Welche Wörter passen?


Setzt die richtigen Wörter in die passenden Lücken ein.

Drogen sind sehr gefährlich. Viele Menschen sterben jedes Jahr an einer
_____________ (1). Beim _____________ (2) von Drogen kann man sich auch mit
_____________ (3) anstecken, wenn man zum Beispiel schmutzige Spritzen benutzt.
Auch ein Missbrauch von medizinischen _____________ (4) ist gefährlich. Legale
Opioide wie Fentanyl und Oxycodon führen in den USA zu zahlreichen
_____________ (5).

a) HIV b) Konsum c) Schmerzmitteln


d) Überdosis e) Todesfällen

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Konjunktionen!


Setzt die passenden Konjunktionen in die Lücken ein.

1. Der Heroinkonsum ist in Europa zwar zurückgegangen, ___________ die


Todesfälle durch eine Überdosis haben zugenommen.
2. Die Situation der Drogenabhängigen konnte in Europa nicht verbessert werden,
___________ sie entkriminalisiert wurden.
3. Nicht nur illegale Drogen, ___________ auch Schmerzmittel können süchtig
machen.
4. Die Polizei will die Kontrollen an den Grenzen verbessern und dafür sorgen,
___________ weniger Drogen ins Land kommen.
5. Der Bürgermeister erlaubt, dass ein Café in der Stadt ein sicherer Drogenkonsumort
wird, ___________ er möchte den Drogenabhängigen helfen.
6. Die Zahl der Drogenabhängigen, die sich mit HIV anstecken ist zurückgegangen,
___________ sich die Hygiene verbessert hat.

a) ohne dass b) denn c) dass


d) aber e) sondern f) weil

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Hilfe gegen Armut und Einsamkeit im Alter

Viele alte Menschen in Deutschland sind arm und einsam. Der Verein
Obstkäppchen hat es sich zum Ziel gemacht, solchen Senioren zu helfen.
Dafür wurde er kürzlich von der Bundeskanzlerin geehrt.

Obstkäppchen ist ein Verein mit 70 Mitgliedern, der alten Menschen hilft, wenn sie arm
und einsam sind. Einmal pro Monat klingeln die ehrenamtlichen Helfer bei
Senioren in der Stadt Hennef in Nordrhein-Westfalen und überreichen ihnen eine
Papiertüte mit frischem Obst und Gemüse. Ziel ist es, Senioren mit wenig Geld bei einer
gesunden Ernährung zu unterstützen und ihnen Gesellschaft zu leisten.

In der Bundesrepublik gibt es mehr als 17 Millionen Rentner. Mehr als drei Millionen
von ihnen gelten als arm oder armutsgefährdet, denn sie leben im Monat von
weniger als 999 Euro. Das Geld für soziale Aktivitäten fehlt häufig auch: Manche
haben nicht einmal die finanziellen Mittel, um mit dem Bus in die nächste Stadt zu
fahren und zum Beispiel die eigene Schwester zu treffen. So kommt es häufig vor, dass
die alte Dame oder der alte Herr die Tüte mit den Lebensmitteln in die Küche stellt und
den Überbringer zu einem Kaffee einlädt. „Danach sind die sehr glücklich“, sagt
Obstkäppchen-Gründerin Carina Raddatz.

Raddatz hatte die Idee zu ihrem Projekt, als sie in der Kölner Innenstadt unterwegs war
und eine ältere Dame dabei beobachtete, wie sie aus dem Müll Pfandflaschen
sammelte. „In diesem Moment hat mich das wirklich sehr mitgenommen“, sagt sie.
Das ist jetzt drei Jahre her. Ende 2017 wurde dann der Verein gegründet, der dieses
Jahr sogar von Bundeskanzlerin Angela Merkel geehrt wurde: In einem
deutschlandweiten Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen
Engagements hatte er es unter die letzten sieben geschafft.

Bisher ist der Verein nur in Hennef aktiv, in diesem Jahr soll aber noch eine Großstadt
dazukommen. Für die Zukunft haben die Vereinsmitglieder große Pläne: Sie hoffen,
irgendwann einmal deutschlandweit alten Menschen helfen zu können.

Autoren: Marco Müller; Christine Klatt


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

klingeln – hier: an der Haustür von außen etwas (meist einen Knopf) drücken, damit
ein Geräusch entsteht, das im Haus gehört wird

ehrenamtlich – so, dass man arbeitet, ohne dafür bezahlt zu werden

Senior, -en/Seniorin, -nen – der alte Mensch

etwas überreichen – jemandem etwas geben

jemandem Gesellschaft leisten – mit jemandem Zeit verbringen

Rentner, -/Rentnerin, -nen – jemand der nicht mehr arbeiten muss, weil er schon
alt ist und Geld (Rente) vom Staat bekommt

armutsgefährdet – so, dass man sehr wenig Geld hat; von Armut bedroht

soziale Aktivität, -en (f.) – etwas, das man in seiner Freizeit mit anderen Menschen
macht; das Hobby

finanzielle Mittel (n., nur im Plural) – das Geld

Überbringer, - (m.) – jemand, der jemand anderem etwas gibt

Gründer,-/Gründerin, -nen – jemand, der etwas neu schafft, z. B. eine Firma

Pfandflasche, -n (f.) – eine Flasche, für die man mehr bezahlt, wenn man sie kauft,
und Geld wieder zurückbekommt, wenn man sie im Supermarkt leer abgibt

mit|nehmen, etwas nimmt jemanden mit – hier: etwas führt dazu, dass man
traurig wird und/oder Mitleid hat

Wettbewerb, -e (m.) – eine Veranstaltung mit mehreren Teilnehmern, bei der der/die
Beste gewinnt

Förderung, -en (f.) – hier: die Unterstützung; die Hilfe

soziales Engagement (n, nur Singular) – die freiwillige Arbeit, um anderen zu helfen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Hilfe gegen Armut und Einsamkeit im Alter

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Beantwortet die Fragen oder führt die Sätze richtig weiter. Es kann auch
mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was ist richtig?


a) Die ehrenamtlichen Mitarbeiter besuchen die Senioren einmal im Monat zu Hause.
b) Armut und Einsamkeit im Alter hängen oft miteinander zusammen.
c) Der Verein ist bereits in mehreren Großstädten aktiv.

2. Was wird im Text gesagt?


a) Carina Raddatz hat es sehr traurig gemacht, dass alte Leute wegen ihrer Armut
Pfandflaschen sammeln müssen.
b) Den RentnerInnen ist es wichtiger, Obst zu bekommen, als mit den Ehrenamtlichen
zu reden.
c) Der Verein wurde für seine gute Arbeit ausgezeichnet.

3. Mehr als drei Millionen Senioren in Deutschland …


a) können nicht am sozialen Leben teilnehmen, weil sie zu wenig Geld haben.
b) ist es egal, ob sie allein sind oder nicht.
c) haben weniger als 999 Euro für den Lebensunterhalt zur Verfügung.

2. Welche Wörter passen?


Setzt die richtigen Wörter in die passenden Lücken ein.

1. Ich werde heute meinen Nachbarn besuchen, denn er fühlt sich _____________.
2. Ich habe Lust und Zeit, _____________ zu arbeiten.
3. Meine Oma ist _____________, sie bekommt wirklich sehr wenig Rente.
4. Vor einigen Wochen war meine Schwester in Bangladesch. Die Armut der Menschen
dort hat sie ganz schön _____________.
5. Das Obstkäppchen-Projekt gibt es leider noch nicht _____________.

a) ehrenamtlich b) einsam c) armutsgefährdet


d) mitgenommen e) deutschlandweit

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Mit „zu“ oder ohne „zu“?


Entscheidet, ob „zu“ in die jeweilige Lücke kommt oder nicht.

1. Ich habe es mir zum Ziel gemacht, ein guter Mensch ______ sein.
2. Schon seit Wochen sehe ich eine alte Frau in unserer Nachbarschaft Pfandflaschen
______ sammeln.
3. Es ist wichtig, dass ehrenamtliche Helfer den alten Menschen regelmäßig
Gesellschaft ______ leisten.
4. Hoffentlich bleibt der Verein lange Zeit ______bestehen.
5. Ich habe leider keine Zeit, ehrenamtlich ______ arbeiten.

Autorin: Christine Klatt


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Fankultur gegen Investorenmacht

Deutsche Fußballklubs sind durch die 50+1-Regel vor zu viel Einfluss von
Investoren geschützt. Gleichzeitig kaufen englische Teams die Bundesliga
leer. Der deutsche Fußball steht vor einer wichtigen Entscheidung.

Viele Fußballspieler sind in den letzten Jahren aus der deutschen Bundesliga zu
englischen Mannschaften gewechselt. Einige von ihnen, wie z. B. Roberto Firmino oder
Pierre-Emerick Aubameyang, traten dieses Jahr in den Finalspielen der beiden großen
europäischen Wettbewerbe an, aus denen die meisten deutschen Teams schon früh
ausgeschieden waren. Überraschend ist diese Entwicklung nicht, denn englische
Klubs geben mit 1,6 Milliarden Euro mehr als dreimal so viel Geld für neue Spieler aus
wie ihre deutschen Konkurrenten.

Das liegt auch daran, dass reiche Investoren in England Vereine komplett
übernehmen können. In Deutschland gibt es dagegen die sogenannte 50+1-Regel.
Diese besagt, dass ein Fußballklub maximal 49 Prozent seiner Stimmrechte an
Investoren verkaufen darf. So können die Mitglieder weiterhin die Geschicke des
Vereins steuern. Für Investoren jedoch sind die Vereine der Bundesliga dadurch
weniger attraktiv als die der englischen Premier League. Schon seit einiger Zeit wird in
Deutschland deshalb über die Abschaffung der 50+1-Regel diskutiert.

Sportökonom Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln sagt


allerdings: „Das viele Geld in England kommt nicht nur von Investoren“. Deutlich
höhere TV-Erlöse und höhere Ticketpreise spülen ebenfalls mehr Geld in die
Kassen der englischen Klubs. Trotzdem halten einige Experten Mehreinnahmen in
Millionenhöhe für möglich.

Andreas Rettig, Geschäftsführer des Hamburger Fußballklubs FC St. Pauli, kämpft für
den Erhalt von 50+1 und fürchtet um die Fankultur, falls die Regel abgeschafft wird.
Er sagt, dass es eine „besondere Emotionalität“ in Deutschland bei den Fans gibt, weil
diese gleichzeitig die Besitzer der Vereine sind. Auch die Tickets sind im internationalen
Vergleich in Deutschland günstig und die Stadien meistens voll. Die Mehrheit der Fans
hat ebenfalls eine klare Meinung. Über 1000 Fangruppen haben 2018 die Erklärung
„50+1 bleibt!“ unterschrieben, in der es heißt: „Der Fußball gehört keinen
Einzelpersonen, Unternehmen oder Investoren. Er gehört uns allen.“

Autoren: Philip Barnstorf; Christine Klatt


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Investor, -en (m.) – jemand, der z. B. eine Firma mit Geld unterstützt, um
damit später mehr Geld zu verdienen

an|treten – hier: bei etwas (einem Wettbewerb) mitmachen

aus|scheiden – hier: ein Spiel/mehrere Spiele verlieren und deshalb nicht mehr
mitspielen dürfen

Konkurrent, -en (m.) – jemand, der die gleichen Ziele hat wie man selbst und gegen
den man gewinnen will

etwas übernehmen – hier: etwas (z. B. eine Firma) kaufen; die Kontrolle bekommen

besagen – zum Inhalt haben

Stimmrecht, -e (n.) – das Recht haben, etwas mitzuentscheiden

das Geschick, -e (n., hier meist im Plural) – hier: die Richtung; die Entwicklung

etwas steuern – hier: bestimmen, in welche Richtung sich etwas entwickeln soll

attraktiv – hier: so, dass etwas interessant und positiv für jemanden ist

Abschaffung (f., nur Singular) – hier: die offizielle Entscheidung, dass eine Regel/ein
Gesetz nicht mehr existiert

Sportökonom, -en (m.) – eine Person, die sich mit der Wirtschaft von Sport
beschäftigt

Erlös, -e (m.) – das Geld, das man durch den Verkauf von etwas verdient

Geld in die Kassen spülen – viel Geld durch etwas bekommen

Mehreinnahme, -n (f.) – das Geld, das zu dem normalen Einkommen dazukommt

Kultur, -en (f., hier meist im Singular) – hier: die besondere Art, wie eine
gesellschaftliche Gruppe ist und was sie macht

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Fankultur gegen Investorenmacht

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Deutsche Fußballklubs …
a) waren in letzter Zeit international nicht mehr so erfolgreich.
b) müssen zu 49 Prozent den Vereinsmitgliedern gehören.
c) geben nur halb so viel Geld aus wie englische Vereine.

2. Der Sportökonom sagt, dass …


a) das meiste Geld für englische Fußballklubs von Investoren kommt.
b) viel Geld aus dem Fernsehgeschäft in die Fußballklubs fließt.
c) Fußballtickets in England teurer als in Deutschland sind.

3. Andreas Rettig ist …


a) der Meinung, dass 50+1 eine gute Regel ist.
b) hat Angst vor einer negativen Veränderung der Fankultur.
c) anderer Meinung als die meisten Fußballfans.

2. Übt die Wörter aus dem Text!


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

In Deutschland ist Fußball sehr beliebt. _______________ (1) haben in ihrem Verein
ein _______________ (2). Das heißt, sie können bei wichtigen Entscheidungen
mitbestimmen. Die meisten Fans sind gegen die komplette _______________ (3)
ihres Vereins durch einen _______________ (4). Deshalb sind gegen die
_______________ (5) der 50+1-Regel. Sie hoffen, dass ihre Lieblingsklubs auch
ohne _______________ (6) bald wieder in erfolgreich sind.

a) Investor b) Stimmrecht c) Abschaffung

d) Mehreinnahmen e) Mitglieder f) Übernahme

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Welches Modalverb passt?


Schreibt die passenden Modalverben in der korrekten Form in die Lücken.

Felix __________ (dürfen/müssen/wollen) endlich allein mit seinen Freunden ins


Fußballstadion gehen. Seine Mutter hat es ihm erlaubt, weil er jetzt 14 Jahre alt ist. Er
__________ (können/wollen/sollen) aber vorsichtig sein, sagt sie. Seit er sechs Jahre
ist, __________ (dürfen/können/wollen) er und seine Freunde gern ein Spiel des FC
St. Pauli anschauen. Wie sie zum Spiel kommen, wissen sie noch nicht. Sie
__________ (wollen/müssen/können) mit der Bahn oder mit dem Bus fahren. Sie
__________ (müssen/dürfen/können) aber ein Ticket kaufen, weil sie nicht
schwarzfahren __________ (können/sollen/wollen), sagt die Mutter von seinem
besten Freund Emil.

Autorin: Christine Klatt


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die deutschen Stimmen von Hollywood-Stars

Die echte Stimme von Robert De Niro, Angelina Jolie oder Bruce Willis
ist in Deutschland kaum bekannt. Denn hier werden die meisten Filme
synchronisiert. Die deutschen Synchronstimmen der Stars kennt aber
das ganze Land.

Wenn man einen ausländischen Film, dessen Sprache man nicht gut versteht, sehen
möchte, hat man zwei Möglichkeiten: Man schaut den Film mit Untertiteln oder die
synchronisierte Version. Untertitel haben die Deutschen anscheinend nicht so gern,
denn die meisten ausländischen Filme werden für Kino und Fernsehen synchronisiert.
Synchronstudios nehmen die Dialoge mit deutschen Sprechern neu auf. Deren
Stimmen sind in ganz Deutschland bekannt und beliebt. Die Menschen, die hinter den
Stimmen stecken, kennen allerdings nur wenige.

Um die Sprecher und ihre Kunst zu würdigen, wurde Ende Mai 2019 der Deutsche
Synchronpreis verliehen. Zu der Feier kamen die ganzen Stars der Synchronszene:
die Stimmen von Robert De Niro, Cameron Diaz, Lady Gaga oder Bradley Cooper. „Alle
sagen, sie sehen lieber die Originalversionen, aber in Wirklichkeit sehen 90 Prozent
der Deutschen synchronisierte Filme“, sagte Moderatorin Gayle Tufts während der
Veranstaltung.

Das rein deutschsprachige Kino entstand in der Nazi-Zeit der 1930er-Jahre. Joseph
Goebbels wollte damit alle ausländischen Filme kontrollieren und die Dialoge der Filme
ändern. Diese Zensur gab es bis weit in die 1950er-Jahre – vor allem wenn es um die
deutsche Nazi-Vergangenheit ging. Heute gibt es das nicht mehr. Änderungen beim
Synchrontext können inzwischen auch sofort bemerkt werden, weil man sich leichter die
Originalversion ansehen kann.

Trotzdem kann die Synchronisierung immer noch viel am Dialog verändern. Denn die
Lippenbewegungen sollen mit dem deutschen Text übereinstimmen. Darunter
leidet nicht selten der originale Wortwitz - ein Problem, das auch der Schauspieler
und Sprecher Jörn Linnenbröker, der Serien wie „Mr. Robot“ synchronisierte, kennt:
„Manchmal stimmt ein Ton nicht mit der Mundbewegung überein, die der genauen
Übersetzung entspricht. Dann wird die Übersetzung ein wenig geändert (…). Natürlich
wollen wir so nah wie möglich am Original sein, aber gut aussehen muss es auch. Das ist
der Konflikt“, erklärt er.

Autoren: Emily Manthei (hm, jhi); Benjamin Wirtz


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Star, -s (m., aus dem Englischen) – jemand, der berühmt und sehr erfolgreich ist

etwas synchronisieren – hier: bei einem fremdsprachigen Film den Ton so ändern,
dass der Text im Film in der eigenen Sprache gesprochen wird

Untertitel, - (m.) – der Text, der bei einem Film unten im Bild anzeigt, was gesagt
wird

Version, -en (f.) – eine von mehreren Möglichkeiten, etwas darzustellen

Dialog, -e (m.) – das Gespräch

hinter etwas stecken – hier: zu etwas gehören

etwas/jemanden würdigen – etwas/jemanden loben; etwas/jemanden als wichtig


anerkennen

einen Preis verleihen – einen Preis, den jemand gewonnen hat, vergeben

Szene, -n (f.) – hier: ein bestimmter Bereich des kulturellen Lebens (z. B. die
Musikszene)

Originalversion, -en (f.) – die erste, ursprüngliche Möglichkeit, etwas darzustellen

rein – hier: nur

Nazi-Zeit (f., nur Singular) – die Zeit, als in Deutschland die Nationalsozialisten an der
Macht waren (1933-1945)

Zensur (f., hier nur Singular) – hier: die Tatsache, dass der Staat Inhalte von Medien,
z. B. Büchern oder dem Internet, kontrolliert und beeinflusst

mit etwas überein|stimmen – zu etwas passen; so sein wie etwas

unter etwas leiden – hier: wegen etwas schlechter werden

Wortwitz, -e (m.) – eine Aussage, die wegen der verwendeten Wörter lustig ist, z. B.
weil es verschiedene Wortbedeutungen gibt

jemandem/etwas entsprechen – hier: so sein wie jemand/etwas

Konflikt, -e (m.) – die Schwierigkeit; das Problem

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die deutschen Stimmen von Hollywood-Stars

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Wenn man einen synchronisierten Film anschaut, dann …


a) hört man nicht den Originalton.
b) sieht man den Text der Dialoge im Untertitel.
c) haben die Schauspieler im Film meist andere Stimmen als in echt.

2. Die deutsche Synchronisation wurde eingeführt, weil …


a) im Nazi-Deutschland niemand andere Sprachen sprechen konnte.
b) die damalige Regierung kontrollieren wollte, was in den Filmen gesagt wird.
c) man vermeiden wollte, dass die Nazi-Vergangenheit in Filmen genannt wird.

3. Was sagt Jörn Linnenbröker?


a) Er nimmt immer die genaue Übersetzung und ändert sie nicht.
b) Der Konflikt beim Synchronisieren besteht darin, dass es echt aussehen soll, ohne
dass viel Text geändert wird.
c) Die Lippenbewegungen der Schauspieler passen oft nicht zu dem deutschen Text.

2. Übt die Wörter aus dem Text!


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

Wenn man einen Film nicht im Original anschauen will, kann man die __________(1)
sehen. Im __________(2) sprechen die __________(3) die Dialoge noch einmal neu
ein – in Deutsch. Nicht immer gelingt das aber zufriedenstellend. Manchmal passt zum
Beispiel die __________(4) nicht zu der Figur im Film. Oder die Übersetzer, die den
__________(5) schreiben, schaffen es nicht, den Wortwitz der Originalsprache zu
übernehmen. Für die besten Leistungen in der Szene wird der Deutsche
__________(6) vergeben.

a) Synchronpreis b) Synchrontext c) Synchronversion


d) Synchronstudio e) Synchronstimme f) Synchronsprecher

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Dativ oder Akkusativ?


Stehen die folgenden Verben mit Akkusativ oder Dativ? Kreuzt an.

1. In Deutschland synchronisiert man … Film üblicherweise.


a) einem
b) einen

2. Manche schauen … lieber im Original.


a) den Filmen
b) die Filme

3. Oft entspricht der Synchrontext nicht … Übersetzung des Originalsatzes.


a) der genauen
b) die genaue

4. Der deutsche Text soll mit … Lippenbewegungen übereinstimmen.


a) den
b) die

5. Manchmal leiden gute Witze oder inhaltliche Informationen unter … Änderungen.


a) den
b) die

6. Zu selten würdigen die Kinozuschauer … Kunst der Synchronisation.


a) der
b) die

7. Der Synchronverband verleiht … Deutschen Synchronpreis in Berlin.


a) dem
b) den

Autor: Benjamin Wirtz


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

So wählten die EU-Bürger 2019

Bei der Europawahl 2019 sind so viele EU-Bürger und -Bürgerinnen zur
Wahl gegangen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das Ergebnis: Vor allem
die großen Parteien haben Stimmen verloren.

Es ist die zweitgrößte demokratische Wahl der Welt. Über 400 Millionen Bürger in
28 Staaten durften bei der Europawahl Ende Mai 2019 ihre Stimme abgeben. Und
dieses Recht nutzten viele Bürger: Die Wahlbeteiligung lag bei rund 51 Prozent
und war somit acht Prozent höher als bei der letzten Wahl im Jahr 2014. Die Proteste
gegen die Klimapolitik und die streikenden Schüler sind laut dem Politikexperten
Janis Emmanouilidis unter anderem Gründe dafür, dass mehr Menschen zur Wahl
gingen.

Die Gewinner der Wahl sind die Grünen und die Liberalen. Die Liberalen kommen
im Europäischen Parlament nach vorläufiger Rechnung auf 109 Sitze, die Grünen
auf 69. Die Verlierer der Wahl sind die Sozialdemokraten und die
Konservativen. Die konservative Europäische Volkspartei (EVP) verfügt nun
über 180 Sitze – 42 weniger als bisher. Die Sozialdemokraten kommen auf 146 Sitze.

Im Europäischen Parlament erreichen sie beide damit keine Mehrheit mehr. Sie
müssen sich mit der liberalen und vielleicht auch der grünen Fraktion
zusammentun. Die Rechtspopulisten sind in einigen der 28 Mitgliedsländer wie
Italien oder Frankreich sehr stark, bekamen insgesamt aber weniger Stimmen als
erwartet. Sie haben zusammen etwa 150 Sitze.

Auch in Deutschland haben die großen Parteien Stimmen verloren. Zum ersten Mal
seit Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die SPD in Deutschland nicht auf den ersten
oder zweiten Platz gewählt. Die Grünen haben sie überholt. Das ist das beste
Ergebnis, das die grüne Partei bei einer bundesweiten Wahl jemals erzielt hat.
Vor allem bei jungen Wählern ist sie beliebt. Bei den unter 25-Jährigen liegen die
Grünen sogar auf Platz eins.

Autoren: Bernd Riegert; Volker Witting; Benjamin Wirtz


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

seine Stimme ab|geben – wählen

etwas nutzen – hier: Gebrauch von etwas machen

Wahlbeteiligung (f., nur Singular) – die Anzahl der Menschen, die wählen geht

Experte, -n/Experin, -nen – eine Person, die zu einem Thema sehr viel weiß

Grüne, -n (m./f.) – hier: jemand, der Mitglied in einer Partei ist, die vor allem für den
Umweltschutz ist

Liberale, -n (m./f.) – hier: jemand, der Mitglied in einer Partei ist, die vor allem für
die Freiheit des Einzelnen ist

vorläufig – noch nicht die letzte Version; noch nicht endgültig

Sozialdemokrat, -en/Sozialdemokratin, -nen – hier: jemand, der Mitglied in


einer Partei ist, die vor allem für eine sozial gerechte Gesellschaft ist

Konservative, -n (m./f.) – hier: jemand, der Mitglied in einer Partei ist, der vor allem
traditionelle Werte wichtig sind

über etwas verfügen – etwas haben; etwas besitzen

sich mit jemandem zusammen|tun – umgangssprachlich für: eine Gruppe bilden,


um etwas gemeinsam zu machen

Fraktion, -en (f.) – alle Abgeordneten einer Partei im Parlament

Rechtspopulist, -en/Rechtspopulistin, -nen – jemand, der versucht, mit rechten


Ideen politisch erfolgreich zu sein, und so tut, als würde er für das ganze Volk sprechen

SPD (f.) – Abkürzung für: Sozialdemokratische Partei Deutschlands; eine große


deutsche Partei

die Grünen (Plural) – Abkürzung für: Bündnis 90/Die Grünen; eine deutsche Partei,
die sich unter anderem für den Umweltschutz einsetzt

bundesweit – in der ganzen Bundesrepublik Deutschland

etwas erzielen – ein bestimmtes Ergebnis erreichen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

So wählten die EU-Bürger 2019

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was steht im Text?


a) 28 Staaten haben an der Europawahl teilgenommen.
b) Mehr als die Hälfte der Personen, die wählen dürfen, sind zur Wahl gegangen.
c) Es haben weniger Menschen gewählt als bei der letzten Wahl.

2. Wer hat bei der EU-Wahl 2019 mehr Stimmen bekommen als bei der Wahl davor?
a) Die Grünen.
b) Die konservative Europäische Volkspartei.
c) Die Sozialdemokraten.

3. Wie haben die Deutschen gewählt?


a) Die SPD hat wie in den Wahlen zuvor die meisten Stimmen bekommen.
b) Die Grünen haben vor allem bei jungen Wählern Stimmen verloren.
c) Es haben mehr Menschen die Grünen gewählt als die SPD.

2. Was bedeuten die Wörter?


Welches Wort gehört in die Lücke? Setzt das passende Wort ein.

1. Eine __________ Partei ist gegen Ausländer und findet das eigene Land wichtiger
als alle anderen Länder.
2. Eine __________ Partei will traditionelle Werte beibehalten.
3. Eine __________ Partei will, dass mehr für den Umweltschutz getan wird.
4. Für eine __________ Partei ist die soziale Gerechtigkeit sehr wichtig.
5. Für eine __________ Partei ist die Freiheit des einzelnen Menschen wichtig. Sie
möchte weniger staatliche Eingriffe.

a) grüne b) rechtspopulistische c) sozialdemokratische


d) konservative e) liberale

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Präpositionen!


Setzt die richtige Präposition in die Lücken ein.

1. Viele Parteien wollen sich nicht _______ Rechtspopulisten zusammentun.


2. Es sind erfreulich viele Menschen _______ Wahl gegangen.
3. Vor der Wahl haben viele Schüler regelmäßig _______ die Klimapolitik protestiert.
4. Die Rechtspopulisten verfügen _______ mehr als 150 Sitze im EU-Parlament.
5. Mehr als 400 Millionen Menschen durften _______ der Europawahl wählen.
6. Bei jungen Wählern liegen die Grünen _______ Platz eins.

a) über b) mit c) gegen d) zur


e) bei f) auf

Autor: Benjamin Wirtz


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Maria 2.0: Katholikinnen fordern Gleichberechtigung

Mehr als die Hälfte der deutschen Katholiken sind Frauen. Doch
Priesterinnen können sie in ihrer Kirche nicht werden. Fünf Frauen aus
Münster wollen das ändern. Deshalb haben sie die Initiative „Maria 2.0“
gegründet.

Frauen übernehmen für die katholische Kirche viele Aufgaben. Sie arbeiten zum
Beispiel in kirchlichen Kindergärten und Krankenhäusern. Auch als ehrenamtliche
Helferinnen sind sie willkommen und werden dringend gebraucht. Aber weniger als 20
Prozent der leitenden Angestellten sind Frauen. Vom Priesteramt sind sie ganz
ausgeschlossen.

Immer mehr Frauen – und Männer – wollen das ändern. Deshalb haben fünf
Katholikinnen aus Münster die Initiative „Maria 2.0“ gestartet. Sie fordern den Zugang
zu allen Ämtern für Frauen, aber auch die Abschaffung des Zölibats und klare
Konsequenzen für Missbrauchstäter. Inzwischen ist die Bewegung in ganz
Deutschland aktiv und auch im Ausland gibt es schon „Maria 2.0“-Gruppen.

Im Mai 2019 forderten die Initiatorinnen von „Maria 2.0“ katholische Frauen dazu
auf, eine Woche lang in keine Kirche zu gehen und ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten
nicht auszuüben. Tausende nahmen an verschiedenen Aktionen teil und veranstalteten
zum Beispiel Gottesdienste im Freien.

Nur wenige deutsche Bischöfe erklärten, dass sie mit den Frauen von „Maria 2.o“ über
ihre Forderungen sprechen wollen. Dabei ist das dringend notwendig, meint Mechthild
Heil, die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, und
erklärt: „(...) wenn wir jetzt nicht einen durchschlagenden Erfolg haben, sind die
Frauen bereit, auch die Kirche hinter sich zu lassen – nicht ihren Glauben, aber die
Kirche, wie sie sich heute zeigt.“

Autorinnen: Mara Bierbach/Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Katholik, -en/Katholikin, -nen – jemand, der katholisch ist

Gleichberechtigung (f, nur Singular) – hier: die Tatsache, dass Frauen die gleichen
Rechte haben wie Männer

Priester, -/Priesterin, -nen – eine Person, die in der Kirche ein religiöses Amt hat,
Messen und Gottesdienste leitet und sich um die Menschen in der Gemeinde kümmert

Initiative, -n (f.) – hier: eine Gruppe, die sich für etwas Bestimmtes einsetzt

ehrenamtlich – so, dass man arbeitet, ohne dafür bezahlt zu werden

Zugang (m., hier nur Singular) – hier: die Möglichkeit, etwas zu bekommen/zu nutzen

Abschaffung (f., nur Singular) – hier: die offizielle Entscheidung, dass eine Regel/ein
Gesetz nicht mehr existiert

Zölibat (m., häufig auch n., nur Singular) – die Regel, dass katholische Priester nicht
heiraten dürfen

Missbrauchstäter, -/Missbrauchstäterin, -nen – jemand, der eine andere Person


gegen ihren Willen zu einer sexuellen Handlung zwingt

Initiator, -en/Initiatorin, -nen – jemand, der sich ein Projekt ausdenkt und umsetzt

Gottesdienst, -e (m.) – eine regelmäßige, religiöse Veranstaltung in einer christlichen


Kirche

im Freien – draußen

Bischof, Bischöfe/Bischöfin, -nen – ein hoher Priester/eine hohe Priesterin in


einer christlichen Kirche

Vorsitzende (m./f.) – Person mit leitender Funktion

durchschlagenden Erfolg haben – großen Erfolg haben; ein Ziel erreichen

etwas hinter sich lassen – hier: sich von etwas trennen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Maria 2.0: Katholikinnen fordern Gleichberechtigung

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. In der katholischen Kirche ...


a) dürfen Frauen nur ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen.
b) sind die Chefs meistens Männer.
c) gibt es nur wenige weibliche Angestellte.

2. Die Initiatorinnen von „Maria 2.0“ fordern, dass ...


a) Frauen die Hälfte aller kirchlichen Ämter übernehmen.
b) Priester heiraten dürfen.
c) Missbrauchstäter bestraft werden.

3. Während des Kirchenstreiks ...


a) konnten die Frauen an keinem Gottesdienst teilnehmen.
b) sollten die Frauen nicht unbezahlt für die Kirche arbeiten.
c) haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen draußen gebetet.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Wort gehört in welche Lücke? Setzt ein.

1. Wenn man katholischer Priester wird, muss man im _________________ leben.


2. Nehmen Sie jeden Sonntag am _________________ teil?
3. Der _________________ ist der höchste Priester in einer Stadt oder einer
Region.
4. Dieser Raum ist immer abgeschlossen. Der Priester hat einen Schlüssel, aber
Kirchenbesucher haben keinen _________________.
5. Auf den Plakaten steht: „Wir wollen keine Kirchensteuer mehr zahlen! Wir fordern
die _________________ der Kirchensteuer!“
6. Der _________________ der Deutschen Bischofskonferenz hat gestern ein
Interview gegeben.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Abschaffung
b) Bischof
c) Zölibat
d) Vorsitzende
e) Gottesdienst
f) Zugang

3. Übt das Partizip I!


Bildet aus dem Verb in Klammern das Partizip I und schreibt es in die
Lücke. Ergänzt die passende Endung.

1. Die ______________ (beten) Frauen sitzen schon seit einer Stunde vor der
Kirche.
2. In der katholischen Kirche werden ______________ (leiten) Aufgaben meist von
Männern übernommen.
3. Der Bischof spricht mit den ______________ (teilnehmen) Frauen über ihre
Forderungen.
4. Die Angestellten haben einen Streik organisiert – mit ______________
(durchschlagen) Erfolg.
5. Alle hier ______________ (arbeitend) Kollegen nehmen an dem Streik teil.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Österreichischer Vizekanzler tritt wegen Skandalvideos zurück

Nach weniger als zwei Jahren ist die österreichische Regierungskoalition


aus ÖVP und FPÖ beendet. Zuvor war Vizekanzler Strache von der FPÖ
wegen eines heimlich aufgenommenen Videos zurückgetreten.

Die Koalition aus der konservativen ÖVP und der rechten FPÖ, die seit Dezember 2017
in Österreich regiert, ist am Ende. Der Grund dafür ist ein Skandal um den Vizekanzler
und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Dieser war wegen eines Videos zurückgetreten,
das im Jahr 2017 ohne sein Wissen auf der spanischen Insel Ibiza aufgenommen
worden war.

In dem Video sprechen Strache und sein Vertrauter Johann Gudenus mit einer Frau,
die behauptet, dass sie die Nichte eines russischen Oligarchen ist. Gemeinsam
entwickeln sie einen Plan: Die Russin soll die „Kronen-Zeitung“, die größte Zeitung
Österreichs, übernehmen und die Berichterstattung über die FPÖ beeinflussen.
Dafür soll eine von ihren Firmen Aufträge vom österreichischen Staat erhalten.

Das Gespräch wurde von Unbekannten heimlich auf Video aufgenommen und im Mai
2019 an zwei große Zeitungen geschickt. Inzwischen ist bekannt, dass die Frau in
Wirklichkeit keine russische Geschäftsfrau war. Wer sie engagiert hat, weiß man noch
nicht. Sowohl Kanzler Sebastian Kurz als auch Strache verdächtigen den israelischen
Politikberater Tal Silberstein, der angeblich für eine „Schmutzkampagne“ gegen
Kurz im letzten Wahlkampf verantwortlich war.

Das Video könnte für Strache auch noch andere Konsequenzen haben: Er hatte der
angeblichen Geschäftsfrau vorgeschlagen, die FPÖ durch Spenden zu unterstützen.
Damit niemand davon erfährt, sollte das Geld an einen gemeinnützigen Verein
überwiesen werden. Hinter dem Verein steht aber die FPÖ, die auf diesem Weg das Geld
bekommen würde. Ob es solche illegalen Spenden schon in der Vergangenheit gegeben
hat, dürfte auch die österreichische Staatsanwaltschaft interessieren.

Autoren: wa/ehl (mit ORF, afp, dpa, rtr)/ Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Vizekanzler, -/Vizekanzlerin, -nen – jemand, der den Bundeskanzler vertritt

zurück|treten – hier: sein Amt abgeben

Koalition, -en (f.) – eine zeitlich begrenzte Verbindung zwischen mehreren Parteien,
damit diese gemeinsam regieren können

heimlich – ohne, dass jemand davon weiß; geheim

Vertraute, -n (m./f.) – hier: eine Person, der man vertraut

Oligarch, -en/Oligarchin, -nen – ein Geschäftsmann/eine Geschäftsfrau, der/die


viel Geld und politischen Einfluss hat

Berichterstattung, -en (f.) – die Art und Weise, wie Medien über etwas berichten

jemanden engagieren – hier: jemanden (z. B. einen Schauspieler) dafür bezahlen,


dass er eine bestimmte Rolle spielt

Kanzler, -/Kanzlerin, -nen – hier: der österreichische Regierungschef/die


österreichische Regierungschefin

Politikberater, -/Politikberaterin, -nen – jemand, der Politiker berät

Schmutzkampagne, -n (f.) – eine Aktion mit dem Ziel, die öffentliche Meinung über
jemanden negativ zu beeinflussen

Wahlkampf, -kämpfe (m.) – die Werbung der Parteien in den Monaten vor der Wahl

Spende, -n (f.) – etwas (z. B. Geld), das zur Unterstützung von etwas gegeben wird

gemeinnützig – so, dass es für die Gesellschaft nützlich ist

illegal – gegen das Gesetz

Staatsanwaltschaft, -en (f.) – das Amt, das Verbrechen untersucht und die Täter vor
Gericht bringt

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Österreichischer Vizekanzler tritt wegen Skandalvideos zurück

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Nur eine Lösung ist richtig. Wählt die passende Antwort aus.

1. In Österreich ...
a) wollen die ÖVP und die FPÖ nicht mehr zusammen regieren.
b) ist der Regierungschef nach einer Schmutzkampagne gegen ihn zurückgetreten.
c) hat der Vizekanzler ein illegales Video aufgenommen.

2. Heinz-Christian Strache ...


a) hat ein Geschäft mit einer russischen Oligarchin abgeschlossen.
b) hat einer Frau angeboten, dass ihre Firma für den Staat arbeiten kann.
c) wollte eine österreichische Zeitung an Tal Silberstein verkaufen.

3. Strache hat geplant, ...


a) Spenden an einen russischen Verein zu überweisen.
b) in Österreich einen illegalen Verein zu gründen.
c) die Öffentlichkeit nicht über alle Spenden an seine Partei zu informieren.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Substantiv gehört in welche Lücke? Setzt ein.

1. Im __________________ reist der Parteichef durch das ganze Land, um die


Bürger von den Zielen seiner Partei zu überzeugen.
2. Das Land wird von einer __________________ aus drei Parteien regiert.
3. Nach Meinung des Gerichts hat die __________________ genug Beweise dafür,
dass der Minister illegale Geschäfte mit der Industrie gemacht hat.
4. Das Krankenhaus hat von einem dankbaren Patienten eine großzügige
__________________ erhalten.
5. Zeitungsleser wünschen sich eine objektive __________________, die nicht
von den Parteien oder der Regierung beeinflusst wird.
6. Seine politischen Feinde planen eine __________________ gegen ihn. Dafür
haben sie einen Fotografen engagiert, der ihn bei heimlichen Treffen mit einer Frau
fotografieren soll.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Spende
b) Schmutzkampagne
c) Koalition
d) Staatsanwaltschaft
e) Wahlkampf
f) Berichterstattung

3. Wiederholt das Plusquamperfekt!


Setzt das Verb in Klammern ins Plusquamperfekt.

Beispiel:
Jemand hatte das Treffen auf Video aufgenommen (aufnehmen).

1. Im Jahr 2017 _________ Heinz-Christian Strache auf die spanische Insel Ibiza
______________ (reisen).
2. Auf Ibiza _________ er und sein Vertrauter Johann Gudenus sich mit einer Frau
______________ (treffen).
3. Bei dem Treffen _________ sie einen gemeinsamen Plan ______________
(entwickeln).
4. Jemand _________ das Gespräch heimlich ______________ (filmen).
5. Ein Unbekannter _________ das Video an die Süddeutsche Zeitung und den
„Spiegel“ ______________ (schicken).

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Wahl-Apps – Entscheidungshelfer bei der Europa-Wahl

Vom 23. bis 26. Mai 2019 wird das Europäische Parlament gewählt.
Manchen Wählern fällt es schwer, sich für eine Partei zu entscheiden.
Wahl-Apps sollen bei der Entscheidung helfen. Wie neutral sind die Apps?

Ende Mai 2019 finden die Wahlen zum EU-Parlament statt. Etwa 400 Millionen
Menschen aus 28 Staaten können dabei ihre Stimmen abgeben. Wahlberatungs-
Apps und -Webseiten wie der deutsche „Wahl-O-Mat“ oder die internationale App
„VoteSwiper“ sollen den Wählern dabei helfen, die richtige Entscheidung bei der
Wahl zu treffen. Denn das könnte vielen Menschen schwerfallen: Allein in
Deutschland kandidieren 41 Parteien.

Wahl-Apps und Wahl-Plattformen vergleichen die Positionen der unterschiedlichen


Parteien und stellen Fragen zu bestimmten politischen Themen. Alle sagen, dass sie
dieselben Ziele verfolgen: Sie wollen Diskussionen fördern, politisch bilden und die
Wahlbeteiligung erhöhen. Laut Umfragen nimmt der Einfluss der Wahl-Apps zu.
Zehn bis 40 Prozent der EU-Wähler nutzten sie bei einer der letzten großen Wahlen in
ihrem Land.

Allerdings kann die Entscheidung der Wähler durch Wahl-Apps und -Plattformen auch
manipuliert werden – wenn auch nicht unbedingt mit Absicht. Der Politologe Uwe
Wagschal, der für „VoteSwiper“ arbeitet, sagt zum Beispiel: „Wie Fragen formuliert
werden, das kann den Nutzer natürlich in eine bestimmte Richtung lenken.“ Denn
auch App-Entwickler haben ihre eigene politische Meinung, was die neutrale
Formulierung der Fragen schwerer machen kann.

Stefan Marschall, Politologe an der Universität Düsseldorf und Mitentwickler des Wahl-
O-Mats, erklärt, dass Menschen Fragen allgemein lieber mit „ja“ als mit „nein“
beantworten. Um eine mögliche Manipulation zu verhindern, haben Wagschal und
Marschall mit anderen Experten einen Leitfaden mit strengen Regeln entwickelt, wie
Fragen für Wahl-Apps und -Webseiten formuliert werden sollen. Als Nutzer sollte man
sich die Fragen auf jeden Fall ganz genau ansehen und der digitalen Wahlempfehlung
nicht einfach blind vertrauen.

Autoren: Tom Allinson (mb)/Esther Domke


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

App, -s (f., aus dem Englischen) – ein spezielles Programm für ein Mobiltelefon

schwer|fallen; etwas fällt jemandem schwer – schwierig für jemanden sein

neutral – hier: so, dass man weder für noch gegen etwas ist

seine Stimme ab|geben – wählen

eine Entscheidung treffen – etwas entscheiden

kandidieren – sich um ein Amt bewerben

Plattform, -en (f.) – hier: die Webseite, auf der man viele Informationen findet

Position, -en (f.) – hier: die Meinung

ein Ziel verfolgen – hier: ein Ziel haben und alles unternehmen, um es zu erreichen

etwas fördern – hier: etwas verstärken; etwas unterstützen

jemanden bilden – Wissen an jemanden weitergeben

Wahlbeteiligung (f., nur Singular) – die Anzahl der Menschen, die wählen geht

Umfrage, -n (f.) – die Befragung von Personen zu einem bestimmten Thema

jemanden manipulieren – jemanden negativ beeinflussen (Substantiv: die


Manipulation)

Politologe, -n/Politologin, -nen – ein Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin auf


dem Gebiet der Politikwissenschaften

etwas formulieren – bestimmte Wörter für einen Satz benutzen (Substantiv: die
Formulierung)

jemanden in eine bestimmte Richtung lenken – hier: jemanden beeinflussen

Experte, -n/Expertin, -nen – eine Person, die zu einem Thema sehr viel weiß

Leitfaden, -fäden (m.) – eine kurze Darstellung von Regeln; eine Richtlinie

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Wahl-Apps – Entscheidungshelfer bei der Europa-Wahl

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Mit Wahl-Apps kann man …


a) bei der Europa-Wahl wählen.
b) Informationen über die Parteien bekommen.
c) das Programm der Parteien vergleichen.

2. In Europa …
a) finden in knapp 30 Ländern die Wahlen zum EU-Parlament statt.
b) nahmen 40 Prozent der Europäer an den letzten Wahlen teil.
c) nutzt mehr als die Hälfte der Menschen Wahl-Apps und -Plattformen.

3. Bei der Entwicklung von Wahl-Apps ist es wichtig, …


a) auf die Formulierungen zu achten.
b) die eigene politische Position möglichst nicht zu zeigen.
c) alle Fragen mit Ja zu beantworten.

2. Übt die neuen Vokabeln!


Welche Verben passen in die Lücken. Wählt richtig aus.

Bei der Europa-Wahl ____________ (1) in jedem EU-Staat viele verschiedene


Parteien. Für manchen Wähler ist es deshalb nicht einfach, sich für eine Partei zu
____________ (2). Wahl-Apps können ihnen dabei helfen, bei der Wahl die
richtige Entscheidung zu ____________ (3). Viele Menschen in Europa
____________ (4) die Apps bereits, um sich über die Parteien zu informieren.
Allerdings ist das Problem: Wahl-Apps können die Wahlentscheidung der Wähler
absichtlich oder unabsichtlich ____________ (5).

a) nutzen b) treffen c) manipulieren


d) kandidieren e) entscheiden

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Modalverben!


Wählt zu jeder Lücke das passende Modalverb aus!

1. Insgesamt … ungefähr 400 Millionen Menschen in Europa wählen.


a) müssen
b) dürfen

2. Wahl-Apps … den Wählern bei ihrer Wahlentscheidung helfen.


a) können
b) müssen

3. Die Wähler … sich durch Wahl-Apps über die verschiedenen Parteien informieren
und sich politisch bilden.
a) können
b) dürfen

4. Die Entscheidung der Wähler … möglichst nicht durch Wahl-Apps manipuliert


werden.
a) muss
b) soll

5. Um die Wähler nicht zu manipulieren, … die Fragen neutral formuliert werden.


a) wollen
b) müssen

6. Ein Leitfaden mit Regeln … bei der Entwicklung von Wahl-Apps helfen.
a) soll
b) darf

Autorin: Esther Domke


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die psychische Belastung einer Organspende

Organspenden sind nicht nur eine hohe körperliche Belastung. Viele


Empfänger kämpfen auch mit psychischen Problemen, die auch nach einer
erfolgreichen Operation nicht gleich verschwinden.

In Deutschland gibt es seit Jahren zu wenig Organspender. Viele Empfänger müssen


also lange auf ein Spenderorgan warten. Man könnte glauben: Wer endlich operiert
wird, kann danach glücklich sein. Tatsächlich ist aber nicht nur das Warten schwierig
für den Empfänger. Auch die Zeit danach ist eine große psychische Belastung.

„Das neue Glück oder das neue Kapitel meines Lebens fußt auf dem Tod“, so
beschreibt Diplom-Psychologin Katharina Tigges-Limmer die Gedanken ihrer
Patienten. Hinzu kommt die Angst davor, dass der Körper das Organ abstößt. Auch
nach einer erfolgreichen Operation müssen Patienten viele Medikamente nehmen.

Nieren werden am häufigsten gespendet. Ein Drittel aller Nierenspenden sind


Lebendspenden. Spenden darf dann nur, wer eine enge Verbindung zum Empfänger
hat. In diesem Fall ist der Spender also lebendig und dem Empfänger bekannt.

Trotzdem gibt es auch hier eine hohe psychische Belastung für Empfänger und auch
Spender. Die enge Verbindung kann zum Beispiel dazu führen, dass es dem Spender
schlecht geht, wenn es dem Empfänger wegen der Spende auch schlecht geht. Ärzte
fordern deshalb für die Beteiligten eine therapeutische Betreuung vor und auch
nach der Operation.

Autorinnen: Gudrun Heise; Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Organ, -e (n.) – ein Teil im Inneren des Körpers, der eine bestimmte Funktion hat

Spende, -n (f.) – etwas, das man gibt, um anderen zu helfen (Verb: spenden; Person:
Spender, -/Spenderin, -nen)

psychisch – so, dass etwas mit den Gefühlen und Gedanken von Menschen zu tun hat

Empfänger, -/Empfängerin, -nen – jemand, der etwas bekommt

Belastung, -en (f.) – hier: etwas, das für jemanden sehr schwierig ist und ihm
körperliche oder psychische Probleme macht

auf etwas fußen – eine Grundlage auf etwas haben

Diplom-Psychologe, -n/Diplom-Psychologin, -nen – jemand, der einen Diplom-


Abschluss in Psychologie hat

erfolgreich – mit Erfolg; so, dass man bei etwas Erfolg hat

etwas abstoßen – etwas nicht annehmen

Niere, -n (f.) – ein Organ im Inneren des Körpers, das Urin produziert

Drittel, - (n.) – der dritte Teil einer Menge

Beteiligte, - (m./f.) – eine Person, die etwas mit einer Sache zu tun hat

therapeutisch – so, dass etwas die Seele heilt

Betreuung, -en (f.) – hier: die Pflege; die Tatsache, dass man sich um jemanden
kümmert

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die psychische Belastung einer Organspende

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was steht im Text?


a) Organspenden gibt es in Deutschland genug.
b) Organspenden sind mit Wartezeiten verbunden.
c) Nach einer Organspende werden alle Patienten therapeutisch betreut.

2. Empfänger machen sich Gedanken darüber, …


a) dass für das Spenderorgan jemand gestorben ist.
b) dass das Spenderorgan abgestoßen werden kann.
c) wie das Thema Organspende mehr Menschen interessieren könnte.

3. Was steht im Text? …


a) Eine Lebendspende ist nur möglich, wenn Spender und Empfänger sich nah stehen.
b) Eine Lebendspende bedeutet für Empfänger und Spender eine hohe Belastung.
c) Nierenspenden sind oft Lebendspenden.

2. Welches Wort passt?


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

Die Patientin braucht dringend eine neue __________ (1). Ihr Bruder ist bereit, eines
seiner __________ (2) zu spenden. Der Arzt bestätigt ihn als möglichen
__________ (3). Die Operation ist __________ (4). Aber nach der Operation geht
es der Patientin __________ (5) nicht gut. Eine therapeutische __________ (6) hilft
ihr, sich wieder besser zu fühlen.

a) erfolgreich b) Betreuung c) Organe d) psychisch


e) Spender f) Niere

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Bilde Relativsätze mit „wer“


Das Pronomen „wer“ kann einen Relativsatz einleiten. Wähle die richtige
Kasus-Form des Pronomens aus, um die Sätze zu vervollständigen.

1. ________(Wer/Wem/Wen) nicht gesund ist, darf nicht spenden.


2. ________(Wessen/Wem/Wen) ich dankbar bin, schreibe ich einen Brief.
3. ________(Wer/Wem/Wen) nach der Operation gut betreut wird, wird schneller
gesund.
4. ________(Wer/Wem/Wessen) Nieren nicht mehr funktionieren, benötigt eine
Organspende.
5. ________(Wer/Wem/Wen) er am meisten braucht, bittet er um Hilfe.
6. ________(Wer/Wessen/Wen) auf ein Spenderorgan wartet, leidet sehr.

Autorin: Jasmin Rogge


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Baby-Name sorgt für Ärger

Jedes Jahr verrät eine Liste, wie die Deutschen ihre Kinder am liebsten
nennen. Doch dieses Mal sorgte die neue Statistik für hitzige Diskussionen.
Schuld sind 280 Babys – die Mohammed genannt wurden.

Seit 1977 veröffentlicht die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) jedes Jahr eine
Statistik über die beliebtesten Vornamen in Deutschland. Und jedes Jahr berichten die
Medien darüber. 2018 standen die Namen Marie und Paul ganz oben auf der Liste,
gefolgt von Sophie und Alexander. Trotzdem schrieben mehrere deutsche und
ausländische Medien: „Mohammed auf Platz 1 in Berlin“. Rechtspopulistische
Aktivisten und Politiker teilten diese Meldung sofort im Internet.

Dabei liegen auch in Berlin bei den Vornamen Alexander und Paul vorn. In einer
zweiten Liste allerdings, die zeigt, welcher Vorname bei einem Kind mit mehreren
Namen an erster Stelle steht, ist der Name Mohammed in seinen 25 verschiedenen
Schreibweisen in Berlin Spitzenreiter: 280 Babys wurden dort so genannt.
Deutschlandweit landete der Name nur auf Platz 24 der Beliebtheits-Liste.

Trotzdem behaupten Rechtspopulisten jetzt, dass „das deutsche Volk durch Menschen
aus anderen Ländern und Kulturen ersetzt wird“. Die vielen Mohammeds sind ihrer
Meinung nach ein Beweis dafür. Gabriele Rodriguez von der Universität Leipzig ist der
Meinung, dass die Namensstatistik der GfdS ihre Ergebnisse nicht genug erklärt. Sie
sagt, dass es in vielen Familien aus der arabischen Welt Tradition ist, mindestens einem
Familienmitglied den Namen des Propheten zu geben. „Es stehen zudem weniger
Namen zur Auswahl als im Deutschen“, sagt sie.

Dass die bisher völlig unpolitische Namensliste nun für hitzige Diskussionen sorgt,
zeigt laut Rodriguez, wie groß die Angst vieler Deutscher vor gesellschaftlicher
Veränderung ist. „Die meisten neuen Babynamen stammen aus dem Ausland und
wirken auf deutsche Ohren erst einmal exotisch“, sagt sie. Eine Begegnung mit einem
Baby namens Mohammed könnte die Angst vor dem Fremden vielleicht nehmen.
Das lächelt und schreit nämlich nicht anders als andere Babys.

Autoren: Austin Davis/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Statistik, -en (f.) – eine Tabelle mit Zahlen, die zeigt, wie oft etwas vorkommt

Medien (hier nur Plural) – Fernsehen, Zeitungen, Radio und Internet-Presse

rechtspopulistisch – so, dass man versucht, mit rechten, nationalistischen Ideen


politisch erfolgreich zu sein

Aktivist, -n/Aktivistin, -nen – jemand, der viel dafür tut, ein bestimmtes
(politisches) Ziel zu erreichen

etwas teilen – hier: etwas im Internet veröffentlichen

Schreibweise, -n (f.) – die Art, wie man ein Wort schreibt

Spitzenreiter, -/Spitzenreiterin, -nen – eine Person, Sache oder Gruppe, die an


der ersten Stelle von etwas steht (einer Tabelle, Liste o.Ä.)

Rechtspopulist, -en/Rechtspopulistin, -nen – jemand, der versucht, mit rechten


Ideen politisch erfolgreich zu sein, und so tut, als würde er für das ganze Volk sprechen

etwas/jemanden ersetzen – etwas/jemanden austauschen

Prophet, -en/Prophetin, -nen – jemand, der das Wort Gottes verbreitet; hier: die
Person Mohammed

zur Auswahl stehen – existieren, sodass man es aussuchen und nutzen kann

zudem – außerdem

hitzig – hier: aufgeregt; sehr stark; intensiv

aus etwas stammen – ursprünglich aus etwas (z. B. einem Land, einem Ort) kommen

exotisch – fremd; hier auch: ungewöhnlich

jemandem die Angst vor etwas nehmen – dafür sorgen, dass jemand keine Angst
mehr vor etwas hat

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Baby-Name sorgt für Ärger

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Welcher Name war 2018 deutschlandweit der beliebteste Vorname?


a) Paul
b) Alexander
c) Mohammed

2. Welche Aussage ist richtig?


a) Dass Mohammed auf Platz 1 einer Namensstatistik war, ist eine Lüge.
b) Es gibt eine Liste, auf der der Name Mohammed ganz oben steht.
c) 2018 wurden in Deutschland 280 Kinder Mohammed genannt.

3. Gabriele Rodriguez von der Universität Leipzig sagt, dass …


a) es bald mehr Ausländer als Deutsche in Deutschland geben wird.
b) es für deutsche Familien mehr mögliche Namen gibt als für arabische Familien.
c) viele Deutsche Angst davor haben, dass die Gesellschaft sich verändert.

2. Was passt?
Welches Verb gehört in die Lücke? Es können auch beide Wörter passen.

1. Die Meldung „Mohammed auf Platz 1 in Berlin“ wurde im Internet oft …


a) berichtet.
b) geteilt.

2. Der Name Marie … in der Statistik auf Platz 1.


a) landete
b) liegt

3. Am häufigsten wurden Mädchen Marie und Sophie …


a) genannt.
b) gesprochen.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

4. Viele Eltern entschieden sich dafür, ihrem Sohn den Namen Alexander zu …
a) nehmen.
b) geben.

5. Viele exotisch klingende Namen … aus anderen Ländern.


a) kommen
b) stammen

6. Man muss den Menschen die Angst vor dem Fremden …, um eine tolerante
Gesellschaft werden zu können.
a) nehmen
b) geben

7. Manche Menschen haben Sorge, dass die Deutschen durch Ausländer … werden.
a) ersetzt
b) erreicht

3. Übt die Ordnungszahlen!


Schreibt die Ordnungszahlen ausgeschrieben in die Lücken.

1. Auf dem __________ Platz der Mädchen ist der Name Marie. (1.)
2. Auf dem __________ Platz der Mädchen ist der Name Sophie. (2.)
3. Auf dem __________ Platz der Mädchen ist der Name Sophia. (4.)
4. Auf dem __________ Platz der Mädchen ist der Name Emilia. (5.)
5. Auf dem __________ Platz der Mädchen ist der Name Hannah bzw. Hanna. (7.)
6. Auf dem __________ Platz der Mädchen ist der Name Johanna. (10.)
7. Auf dem __________ Platz der Jungen ist der Name Mohammed. (24.)

Autor: Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Hitlers Wolfsschanze – ein historischer Ort

Das Führerhauptquartier Wolfsschanze ist ein historisch wichtiger Ort:


Hitler beschloss dort den Holocaust und wurde bei einem Attentat fast
getötet. Jetzt wird die Wolfsschanze restauriert.

20. Juli 1944: Graf von Stauffenberg versucht, Adolf Hitler durch ein Sprengstoff-
Attentat zu töten. Bei der Explosion sterben vier Menschen – aber Hitler wird nur leicht
verletzt. Das Ganze passierte im Führerhauptquartier Wolfsschanze, das im heutigen
Polen liegt. 75 Jahre nach dem gescheiterten Attentat soll der Raum, in dem der
Sprengstoff damals explodierte, restauriert werden – mit Figuren, die Hitler und die
anderen Personen darstellen.

Die Wolfsschanze war neben Berlin die zweite Hauptstadt des Dritten Reichs. Nach
dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 zog Hitler in sein neues
Führerhauptquartier – eine Anlage mit 50 Bunkern, zwei Flugplätzen und einem
Bahnhof. Etwa 2000 Menschen lebten dort. In der Wolfsschanze trafen die Nazis
wichtige militärische Entscheidungen. Auch der Holocaust wurde dort beschlossen.

Schon lange sind Historiker und Besucher der Meinung, dass die Nazi-Bunkeranlage
immer mehr zu einem Freizeitpark wurde. Touristen konnten dort zum Vergnügen
sogar auf Plastikflaschen schießen, aber historische Informationen gab es kaum. 2017
übernahmen neue Betreiber die Anlage. Sie wollen dafür sorgen, dass wieder an die
historische Bedeutung des Ortes erinnert wird.

Deswegen hängen jetzt in der Wolfsschanze mehrere Schilder über die Ereignisse dort,
und in einem der Bunker wird ein Film über die Nazi-Zeit gezeigt. Es gibt regelmäßig
Ausstellungen und eine App mit vielen interessanten Informationen für die Besucher.
Bald lebt kein Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs mehr, aber Historiker sind sich sicher:
An Orten wie der Wolfsschanze können spätere Generationen viel über die Nazis und
ihre Verbrechen lernen.

Autoren: David Crossland/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Führerhauptquartier, -e (n.) – der Ort , an dem Hitler militärische Entscheidungen


traf

Holocaust (m., nur Singular) – der Mord an den europäischen Juden durch die
Nationalsozialisten

Attentat, -e (n.) – der Versuch, jemanden zu töten; der Anschlag

etwas restaurieren – etwas so bearbeiten, dass es wieder aussieht wie neu

Sprengstoff, -e (m.) – ein Material, mit dem man Explosionen auslösen kann

scheitern – etwas nicht schaffen; keinen Erfolg bei etwas haben

Das Dritte Reich (n., nur Singular) – der Nationalsozialismus; die Diktatur Hitlers
(1933–1945)

Überfall, -fälle (m.) – hier: die Tatsache, dass Soldaten in ein Land kommen und es
angreifen

Sowjetunion (f., nur Singular) – ein früherer Staat in Osteuropa, Zentral- und
Nordasien (1922 – 1991)

Bunker, - (m.) – ein Gebäude oder ein Zimmer unter der Erde, das so gebaut ist, dass
es bei Bombenangriffen nicht kaputt geht

militärisch – so, dass etwas Soldaten und die Armee betrifft

Historiker, -/Historikerin, -nen – der/die Geschichtswissenschaftler/in

Nazi, -s (m.) – eine Person, die die Hitler-Diktatur unterstützt hat

Freizeitpark,- s (m.) – ein Park, in dem es viele Möglichkeiten für Spiel und
Unterhaltung gibt (z. B. Rutschen oder Achterbahnen)

Betreiber, -/Betreiberin, -nen – jemand, der einen Betrieb (z. B. ein Café, ein
Restaurant) organisiert

Zeitzeuge, -n / Zeitzeugin, -nen – eine Person, die historische Ereignisse erlebt hat

Generation, -en (f.) – die Gesamtheit der Menschen mit ungefähr gleichem Alter

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Hitlers Wolfsschanze – ein historischer Ort

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. In dem Führerhauptquartier Wolfsschanze …


a) wurde über historisch wichtige Ereignisse entschieden.
b) wurde der Überfall auf die Sowjetunion geplant.
c) hat Stauffenberg versucht, Hitler zu töten.

2. Bisher gab es in der Anlage Wolfsschanze …


a) ein gut organisiertes Museum.
b) kaum Informationen über die historische Bedeutung des Ortes.
c) Angebote, die Kritiker an einen Freizeitpark denken ließen.

3. Die neuen Betreiber der Anlage …


a) haben dafür gesorgt, dass überall Schilder mit Informationen hängen.
b) zeigen unter anderem einen Film über historische Ereignisse.
c) sind Zeitzeugen, die an die Ereignisse von damals erinnern wollen.

2. Wichtige Vokabeln zum Thema!


Setzt die richtigen Wörter in die Lücken ein.

1. Der Krieg, der von 1939 bis 1945 geführt wurde, war __________________.
2. Die Zeit, in der Hitler in Deutschland herrschte, nennt man auch
__________________.
3. Die Personen, die Hitler und seine Ideen unterstützen, sind ________________.
4. Die Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden durch die Nazis heißt
__________________.
5. Einen Wissenschaftler, der sich mit Geschichte beschäftigt, nennt man
_________________.
6. Eine Person, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt hat und darüber erzählen kann,
ist ein _______________.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Nazis b) das Dritte Reich c) Historiker


d) Zeitzeuge e) Holocaust f) der Zweite Weltkrieg

3. Präpositionen mit Relativpronomen


Welche Form des Relativpronomens gehört hinter den Präpositionen in die
Lücke? Schreibt das richtige Wort hinein.

1. Das Führerhauptquartier Wolfsschanze, in _____ Hitler historisch bedeutende


Entscheidungen traf, liegt im heutigen Polen.
2. Der Raum, in _____ Stauffenberg Hitler mit Sprengstoff töten wollte, soll nun
restauriert werden.
3. Die Figuren, mit _____ die Situation von damals gezeigt werden soll, stellen Hitler
und andere Personen dar.
4. 1941 zog Hitler ins Führerhauptquartier Wolfsschanze – eine Anlage, in _____
2000 Menschen lebten.
5. Die Wolfsschanze, in _____ man lange auf Plastikflaschen schießen konnte, wirkte
auf viele Kritiker wie ein Freizeitpark.
6. Das Attentat auf Hitler, über _____ heute Informationsschilder in der Anlage
informieren, wurde 1944 von Stauffenberg geplant.
7. Der Sprengstoff, mit _____ Hitler getötet werden sollte, tötete vier Menschen und
verletzte Hitler leicht.

Autor: Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Parteispenden: Umstrittene Unterstützung

Parteispenden haben in Deutschland schon für einige Skandale gesorgt.


Trotzdem halten viele sie für wichtig. Nun hat der Autohersteller Daimler
angekündigt, im Jahr 2019 kein Geld an Parteien zu spenden.

Es war einer der größten Politikskandale in Deutschland: Im Jahr 1999 gab der frühere
Bundeskanzler Helmut Kohl zu, dass seine Partei mehrere Jahre lang illegale
Spenden bekommen hatte. Die Namen der Spender wollte er nicht nennen. Wegen
dieses Skandals musste CDU-Chef Wolfgang Schäuble zurücktreten und den Weg für
Angela Merkel freimachen.

Schon häufiger haben Parteispenden für Skandale gesorgt. Obwohl die Spenden
umstritten sind, spielen sie in Deutschland eine große Rolle. Befürworter meinen:
Wer Parteien unterstützt, fördert die Demokratie. Einige Parteien erhalten fast 40
Prozent ihrer Mittel von Privatpersonen oder Unternehmen. Allerdings gibt es für
diese Spenden genaue Regeln. Jede Spende von mehr als 10.000 Euro muss mit dem
Namen des Spenders veröffentlicht werden.

In der Vergangenheit haben auch verschiedene Autohersteller die Parteien mit großen
Summen unterstützt. Beispielsweise hat Daimler im Jahr 2018 insgesamt 320.000 Euro
an verschiedene Parteien überwiesen. BMW und VW spenden seit einigen Jahren nichts
mehr. Nun hat auch Daimler angekündigt, dass das Unternehmen sein Geld im Jahr
2019 für andere Zwecke ausgeben will.

Ein Sprecher von Daimler erklärte: „Wir haben beschlossen, in diesem Jahr den
Schwerpunkt bei Projekten aus den Bereichen Bildung, Naturschutz, Wissenschaft,
Kunst und Kultur zu setzen.“ Die genauen Gründe für diese Entscheidung sind nicht
bekannt. Manche glauben, dass die Autohersteller mit der aktuellen Politik nicht
zufrieden sind. Viele Gesetze und Auflagen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit
führen zu finanziellen Verlusten bei der Autoindustrie.

Autoren: Kay-Alexander Scholz/Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

umstritten – so, dass es verschiedene Meinungen über etwas gibt

Autohersteller, - (m.) – eine Firma, die Autos produziert

etwas an|kündigen – auf etwas hinweisen, das man bald machen wird

etwas zu|geben – sagen, dass man etwas gemacht hat, das nicht richtig oder nicht gut
war

illegal – gegen das Gesetz

Spende, -n (f.) – etwas (z. B. Geld), das zur Unterstützung von etwas gegeben wird

zurück|treten – hier: sein Amt abgeben

Befürworter, -/Befürworterin, -nen – hier: eine Person, die etwas gut findet; eine
Person, die für etwas ist

jemanden/etwas fördern – jemanden/etwas unterstützen

Prozent, -e (n.) – ein Teil von Hundert

Privatperson, -en (f.) – eine Person in ihrer Rolle als einzelner Mensch, unabhängig
von ihrer Arbeit oder ihrem Beruf

Unternehmen, - (n.) – hier: die Firma

Sprecher, -/Sprecherin, -nen – hier: jemand, der offiziell für eine Firma, einen
Verein, eine Partei oder eine ähnliche Organisation spricht

den Schwerpunkt bei etwas setzen – eigentlich: den Schwerpunkt auf etwas
setzen: sich mit etwas mehr beschäftigen als mit anderen Dingen; sich auf etwas
konzentrieren

Auflage, -n (f.) – hier: die Regel; die gesetzliche Bestimmung

Verlust, -e (m.) – hier: die Tatsache, dass man weniger Geld hat/verdient als früher

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Parteispenden: Umstrittene Unterstützung

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Warum ist Wolfgang Schäuble von seinem Amt als Parteichef zurückgetreten?
a) Er war mit der Politik des Bundeskanzlers nicht einverstanden.
b) Die CDU hat Geld aus unerlaubten Spenden angenommen.
c) Ein wichtiger Spender wollte, dass Angela Merkel CDU-Chefin wird.

2. Welche Regeln gelten in Deutschland für Parteispenden?


a) Firmen und einzelne Bürger dürfen Parteien finanziell unterstützen.
b) Die Namen aller Spender müssen veröffentlicht werden.
c) Die Öffentlichkeit muss über Personen informiert werden, die mehr als 10.000 Euro
spenden.

3. Was hat Daimler angekündigt?


a) Daimler will im Jahr 2019 kein Geld für Parteispenden ausgeben.
b) Daimler möchte Bildungsprojekte finanziell fördern.
c) Daimler wird kein Geld für den Umweltschutz ausgeben.

2. Übt die Verben!


Welches Verb gehört in welche Lücke? Setzt ein.

1. Das Unternehmen hat im letzten Jahr die Forschungsprojekte von zehn jungen
Wissenschaftlern durch Spenden _________________.
2. Der Chef des Unternehmens ist im Alter von 65 Jahren _________________
und hat die Firma seiner Tochter übergeben.
3. Die Regierung hat _________________, dass sie mehr für den Klimaschutz tun
will.
4. Obwohl er noch nicht lange im Amt ist, hat der neue Bundeskanzler schon neue
politische Schwerpunkte _________________.
5. Die Politikerin hat nie _________________, dass sie teure Geschenke von der
Kohleindustrie bekommen hat.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Letzte Woche hat eine bekannte Tageszeitung einen langen Artikel über den
Skandal _________________, der zu mehreren Rücktritten geführt hat.

a) angekündigt
b) gefördert
c) veröffentlicht
d) gesetzt
e) zurückgetreten
f) zugegeben

3. Übt die Artikelwörter!


Welche Endungen haben die Artikelwörter in den folgenden Sätzen? Wählt
die richtige Lösung aus.

1. In ___________ (einige/einigen/einiger) Ländern dürfen Unternehmen


politische Parteien nicht finanziell unterstützen.
2. Wolfgang Schäuble ist nicht der erste Politiker, der wegen ___________
(ein/eines/einem) Skandals zurücktreten musste.
3. ___________ (Manche/Manchen/Mancher) Parteien sind stark von Spenden
abhängig.
4. Bestimmte Unternehmen überweisen ___________ (jedes/jedem/jede) Jahr Geld
an die Parteien.
5. Seit ___________ (mehrere/mehreren/mehrerer) Jahren erhalten die Parteien
kein Geld mehr von VW und BMW.
6. In ___________ (dieses/diesen/diesem) Jahr wird Daimler sein Geld für Bildung,
Naturschutz, Wissenschaft, Kunst und Kultur ausgeben.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

IS-Anhänger zurück in Deutschland

Über tausend Menschen haben Deutschland in den letzten Jahren


verlassen, um die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) im Irak oder
in Syrien zu unterstützen, darunter ganze Familien. Nun kehren einige
zurück.

Manche sitzen noch in irakischen oder syrischen Gefängnissen, andere wurden


bereits in ihre Heimatländer abgeschoben: Männer und Frauen, die nach Syrien oder
in den Irak gezogen waren, um die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) zu
unterstützen. Etwa ein Drittel der deutschen IS-Anhänger ist inzwischen zurückgekehrt.

Nun muss der Staat entscheiden, wie er mit diesen Rückkehrern umgeht – und mit
ihren Kindern. Denn manche IS-Anhänger haben ihre ganze Familie nach Syrien oder in
den Irak mitgenommen. Deshalb wird geprüft, ob man diesen Eltern das Sorgerecht
für ihre Kinder entzieht. Der Grund: Als sie mit den Kindern in das Kriegsgebiet
gereist sind, haben sie sie in eine sehr gefährliche Situation gebracht. Auch wenn die
Kinder selbst nicht verletzt wurden, haben sie oft schreckliche Dinge gesehen.

Daniel Heinke, der Leiter des Landeskriminalamts Bremen, weist auf den negativen
Einfluss hin, den die IS-Ideologie auf Kinder haben kann. Als Beispiele nennt er Hass
auf andere Religionen, die Ablehnung einer demokratischen und freien Gesellschaft
und die Unterdrückung der Frau. Der Deutsche Kinderschutzbund fordert aber,
dass man sehr genau überlegen muss, ob man Eltern das Sorgerecht entzieht. Denn
auch die Trennung von den Eltern schadet dem Kind.

Bei ihren Entscheidungen müssen die Behörden auch berücksichtigen, dass manche IS-
Rückkehrer oder ihre Kinder für den deutschen Staat gefährlich werden können.
Deshalb gibt es seit April 2019 ein neues Gesetz: Wer in Zukunft Deutschland verlässt,
um sich dem IS anzuschließen, kann unter bestimmten Bedingungen die deutsche
Staatsangehörigkeit verlieren. Für Rückkehrer, die jetzt nach Deutschland kommen, gilt
das aber nicht.

Autoren: kle/stu/Anja Mathes ( rtr, afp, dpa)


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

IS (m., nur Singular) – Abkürzung für: Islamischer Staat; eine Terrorgruppe, die vor
allem in Syrien und im Irak einen islamischen Staat gründen will

Anhänger, -/Anhängerin, -nen – hier: jemand, der von einer Person/Sache


überzeugt ist

Terrororganisation, -en (f.) – eine Gruppe, die ihre politischen oder religiösen Ziele
mit Mord und anderen Gewalttaten erreichen möchte

zurück|kehren – an einen Ort zurückgehen; wieder in seine Heimat gehen

Gefängnis, -se (n.) – ein Gebäude, in dem man zur Strafe für eine Zeit bleiben muss

jemanden ab|schieben – hier: jemanden von einem Staat in ein anderes Land/seine
Heimat zurückschicken

mit jemandem um|gehen – hier: jemanden auf eine bestimmte Art behandeln; sich
jemandem gegenüber auf eine bestimmte Art verhalten

Rückkehrer, -/Rückkehrerin, -nen – jemand, der an den Ort zurückgeht, von dem
er weggegangen ist

Sorgerecht (n., nur Singular) – das Recht, ein Kind zu erziehen

jemandem etwas entziehen – jemandem etwas wegnehmen

Landeskriminalamt, -ämter (n.) – eine Behörde der Polizei, die es in jedem


Bundesland gibt

Ideologie, -n (f.) – hier: die Denkweise/die Einstellung einer Gruppe von Menschen

Ablehnung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man gegen etwas/jemanden ist

Unterdrückung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass jemand mit Gewalt daran
gehindert wird, frei zu leben

Deutscher Kinderschutzbund (m., nur Singular) – eine Organisation, die sich um


die Interessen von Kindern kümmert

sich jemandem an|schließen – bei etwas mitmachen, etwas/jemandem folgen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

IS-Anhänger zurück in Deutschland

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Ein Teil der deutschen IS-Anhänger ...


a) wurde in Syrien und im Irak verhaftet.
b) lebt schon wieder in Deutschland.
c) wurde gezwungen, Deutschland zu verlassen.

2. Kinder, die mit ihren Eltern im IS-Gebiet gelebt haben, ...


a) hätten dort verletzt oder getötet werden können.
b) haben seit der Reise Angst vor ihren Eltern.
c) werden vielleicht von ihren Eltern getrennt.

3. In Zukunft können Deutsche ihre Staatsangehörigkeit verlieren, wenn sie ...


a) mit ihren Kindern nach Syrien reisen.
b) Mitglieder des IS finanziell unterstützen.
c) in einem anderen Land für den IS kämpfen.

2. Übt die Verben!


Welches Verb gehört in welche Lücke? Setzt ein.

1. Wir möchten uns am Wochenende den Film eines syrischen Künstlers ansehen.
Möchten Sie mitkommen? Sie können sich uns gerne ______________.
2. Unsere Nachbarn haben gesagt, dass sie für ein paar Wochen in Urlaub fahren. Aber
in Wirklichkeit wussten sie schon, dass sie nicht nach Hause ______________
werden.
3. Ein neues Gesetz macht es möglich, IS-Anhängern den deutschen Pass zu
______________.
4. Der deutsche Staat darf einen Flüchtling nicht in sein Heimatland
______________, wenn er dort in Gefahr ist.
5. Das Jugendamt prüft, wie Eltern mit ihren Kindern ______________. Sie
müssen sie in ihrer Entwicklung unterstützen und dürfen sie nicht schlagen.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) entziehen
b) umgehen
c) zurückkehren
d) anschließen
e) abschieben

3. Übt die Konjunktionen!


Wie kann man die Sätze richtig verbinden? Wählt die passende
Konjunktion aus.

1. Bürger aus verschiedenen Ländern haben für den IS gekämpft, ________


(weil/obwohl) sie von seiner Ideologie überzeugt waren.
2. In der Zeitung steht, ________ (ob/dass) mehr als tausend deutsche Bürger den
IS in Syrien oder dem Irak unterstützt haben.
3. Viele Kinder haben schreckliche Dinge gesehen, ________ (als/wenn) sie in den
Kriegsgebieten waren.
4. Man muss sich gut überlegen, ________ (ob/dass) man in eine gefährliche Region
reisen will oder nicht.
5. In Zukunft kann man die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren, ________
(als/wenn) man sich dem IS anschließt.
6. Auch Frauen sind in die IS-Gebiete gezogen, ________ (weil/obwohl) sie dort
weniger Freiheiten hatten als in Deutschland.
7. Kinder leiden sehr darunter, ________ (als/wenn) sie von ihren Eltern getrennt
werden.
8. Manche glauben nicht, ________ (ob/dass) die Trennung von den Eltern die
richtige Lösung für die Kinder ist.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die Krankheit namens Krankheitsangst

Krebs? Leukämie? Multiple Sklerose? Menschen mit Krankheitsangst


glauben, schwer krank zu sein, obwohl sie gesund sind – bis die Angst vor
Krankheit selbst zur Krankheit wird und sie an nichts anderes mehr
denken können.

Als ihr Sohn ein Jahr alt war, hatte die Norwegerin Helen plötzlich sehr große Angst,
todkrank zu sein und bald zu sterben. Die damals 20-Jährige hatte geschwollene
Lymphknoten. Deshalb machte sie einen Termin bei ihrer Ärztin, die sie von Kopf
bis Fuß untersuchte. Die Ärztin konnte keine Krankheit finden, da Helen kerngesund
war. In einem medizinischen Buch suchte sie selbst all ihre Symptome und fand
Krankheiten wie Leukämie, Krebs oder Multiple Sklerose.

Trotzdem ging Helen noch viele Monate zu ihrer Ärztin, bis diese die Krankheit namens
Krankheitsangst diagnostizierte. Die Ärztin schickte Helen nach Bergen in eine
Spezialklinik für Patienten mit Krankheitsangst – die einzige in Europa. Obwohl alle
Patienten dort körperlich gesund sind, glauben sie, dass sie bald sterben. In dieser
Klinik können sie dann eine Psychotherapie beginnen.

Es gibt aber auch Patienten, die nicht zum Arzt gehen möchten. Diese Patienten haben
oft so große Angst davor, dass sie wirklich krank sind und dass der Arzt ihnen genau das
bestätigt. Außerdem fühlen sie schneller Schmerzen als andere Menschen – ein
Teufelskreis, denn dann produziert ihr Körper mehr Adrenalin, das Herz schlägt
schneller und sie schwitzen mehr. Und ihre Angst wird dadurch noch größer.
Wahrscheinlich leiden fast 10% der Deutschen unter Krankheitsangst.

Um die Krankheitsangst zu heilen, müssen die Patienten akzeptieren, dass sie wie alle
Menschen irgendwann sterben werden. Den meisten Patienten geht es aber nach fünf
Therapiestunden schon besser. Helen machte nach der Geburt ihres zweiten Sohnes
trotzdem noch eine sechste Stunde. Danach hat sie ihr medizinisches Buch weggeworfen
und sie hat seitdem gelernt, besser mit ihren Symptomen zu leben.

Autorinnen: Diana Hodali/Esther Domke


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

namens – mit dem Namen

Krebs (m., nur Singular) – hier: eine sehr schlimme, oft lebensgefährliche Krankheit

Leukämie (f., nur Singular) – eine Krankheit, bei der man zu viele weiße
Blutkörperchen im Körper hat und an der man sterben kann

Multiple Sklerose (f., nur Singular) – eine Krankheit, bei der das zentrale
Nervensystem betroffen ist und an der man sterben kann

todkrank – so, dass man sehr krank ist und bald stirbt

geschwollen – so, dass eine Stelle am Körper dick wird

Lymphknoten, - (m.) – ein Teil des Körpers, z. B. am Hals; Teil des Lymphsystems

von Kopf bis Fuß – komplett, ganz

kerngesund – ganz gesund

Symptom, -e (n.) – hier: etwas (z. B. Fieber), das zeigt, dass jemand krank ist

etwas diagnostizieren – eine Krankheit feststellen

Patient, -en/Patientin, -nen – jemand, der von einem Arzt versorgt wird

Psychotherapie, -n (f.) – die ärztliche Behandlung einer Krankheit, die nicht den
Körper, sondern das Denken und die Gefühle betrifft

Teufelskreis, -e (m.) – eine schlimme Situation, aus der man nicht mehr
herauskommt, weil sich bestimmte Probleme gegenseitig verstärken

Adrenalin (n., nur Singular) – ein Hormon, das vom Körper ausgeschüttet wird, wenn
man aufgeregt ist

jemanden heilen – eine Krankheit bekämpfen, so dass man wieder gesund wird

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die Krankheit namens Krankheitsangst

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Menschen mit Krankheitsangst …


a) haben Angst vor dem Tod oder einer schweren Krankheit.
b) können nur in Norwegen eine Therapie machen.
c) haben häufig Krankheiten wie Leukämie oder Krebs.

2. Schmerzen …
a) haben Menschen mit Krankheitsangst nicht.
b) haben Menschen mit Krankheitsangst auch, wenn sie gesund sind.
c) verschlimmern die Krankheitsangst.

3. Was hilft, um die Krankheitsangst zu heilen? Die Patienten müssen verstehen, …


a) dass sie niemals sterben werden.
b) dass sie sehr krank sind und bald sterben.
c) dass alle früher oder später sterben.

2. Übt die Vokabeln!


Setzt die passenden Wörter in die Lücken ein.

a) Krankheitsangst b) heilen c) von Kopf bis Fuß


d) Teufelskreis e) Psychotherapie f) kerngesund
g) Symptome

Menschen mit Krankheitsangst glauben, schwer krank zu sein, obwohl sie


_______________ (1) sind. Auch wenn der Arzt oder die Ärztin sie
_______________ (2) untersucht, suchen sie ihre _______________ (3) im Internet
oder in Medizinbüchern. Wenn sie an ihre Krankheit denken, schlägt ihr Herz oft schneller
oder sie schwitzen mehr. Dadurch vergrößert sich dann ihre Angst – ein
_______________ (4).
Früher nannte man _______________ (5) auch Hypochondrie und man dachte, dass
Hypochonder gerne von ihren Krankheiten erzählen. Heute weiß man aber, dass

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Menschen mit Krankheitsangst eine _______________ (6) brauchen und wirklich


Angst vor der Krankheit haben. In Deutschland haben wahrscheinlich 10 Prozent
Krankheitsangst, die Tendenz ist steigend. Oft kann man Patienten mit Krankheitsangst
aber _______________ (7).

3. Wiederholt „obwohl“ und „trotzdem“!


„obwohl“ oder „trotzdem“? Welches Wort passt in die Lücken?

1. Menschen mit Krankheitsangst glauben, schwer krank zu sein, __________ sie


gesund sind.
2. __________ der Arzt den Patienten von Kopf bis Fuß untersuchte, kam er am
nächsten Tag wieder in die Arztpraxis.
3. Die Patientin war kerngesund. __________ hatte sie starke Schmerzen.
4. Die Ärztin sagte dem Patienten, dass er gesund ist. __________ glaubte er ihr nicht.
5. __________ sie schon beim Arzt war, suchte sie im Internet nach ihren Symptomen.

Autorin: Esther Domke


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Bundesverfassungsgericht: Gleiches Wahlrecht für Menschen mit


Behinderung

Bisher durften Menschen mit einer geistigen Behinderung oder einer


schweren psychischen Krankheit nicht an Bundestags- oder Europawahlen
teilnehmen. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Das muss sich
ändern.

Lange Zeit waren sie von den meisten Wahlen ausgeschlossen: Menschen mit einer
geistigen Behinderung oder einer schweren psychischen Krankheit, die unter einer
sogenannten Vollbetreuung leben. Sie durften z. B. nicht an Bundestags- oder
Europawahlen teilnehmen. Im Januar 2019 hat das Bundesverfassungsgericht
entschieden, dass sich das ändern muss. Die Tatsache, dass jemand eine Vollbetreuung
braucht, darf nach Meinung der Richter nicht darüber entscheiden, ob diese Person
wählen darf.

So sieht das auch Jürgen Dusel, der Beauftragte der Bundesregierung für Belange
von Menschen mit Behinderungen. Er fragt: „Wer wollte denn entscheiden, wann
jemand wahlfähig ist und wann nicht?“ Dusel erklärt weiter: „Es geht beispielsweise
um Menschen, die jeden Tag in eine Werkstatt für behinderte Menschen fahren, die
sich dort vielleicht auch ehrenamtlich engagieren. Menschen, die Parteiprogramme
in leichter Sprache lesen, die durchaus politisch interessiert sind.“

Nach der Entscheidung des Gerichts war aber noch nicht klar, ab wann das neue
Wahlrecht gelten soll. Die Regierungsparteien hatten eine Änderung des Gesetzes noch
vor der Europawahl im Mai 2019 abgelehnt, weil die Vorbereitungen für die Wahl
schon begonnen hatten. Drei Oppositionsparteien, die damit nicht einverstanden waren,
haben deshalb einen Antrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt.

Sechs Wochen vor der Wahl hat das Gericht nun entschieden, dass voll betreute
Menschen bei der Europawahl ihre Stimme abgeben dürfen. Jürgen Dusel begrüßt
diese Entscheidung. Er betont: „Wählen zu dürfen, ist zentral für unsere Demokratie.
Es gibt viele Menschen unter Betreuung, die wählen wollen.“ Am 26. Mai 2019 haben
viele von ihnen zum ersten Mal diese Möglichkeit.

Autoren: Daniel Heinrich/Mara Bierbach/Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Bundesverfassungsgericht (n., nur Singular) – das oberste Gericht in Deutschland,


das überprüft, ob Entscheidungen dem deutschen Grundgesetz widersprechen

Behinderung, -en (f.) – ein bleibendes körperliches, geistiges oder psychisches


Handicap

geistig – hier: auf das Denken bezogen

psychisch – so, dass etwas mit den Gefühlen und Gedanken von Menschen zu tun hat

Bundestagswahl, -en (f.) – die Wahl des deutschen Parlaments

sogenannt – hier: so wie etwas genannt wird

Vollbetreuung, -en (f.) – amtlich für: die Tatsache, dass ein Mensch bestimmte Dinge
nicht selbst/allein tun kann und deshalb von einer anderen Person unterstützt wird

Richter, -/Richterin, -nen – die Person, die im Gericht die Urteile spricht

Beauftragte, -n (m./f.) – jemand, der die Aufgabe hat, sich um etwas Bestimmtes zu
kümmern

Belang, -e (m.) – hier: ein Thema, dass für eine bestimmte Person oder eine Gruppe
von Personen wichtig ist

wahlfähig – so, dass man wählen kann

sich ehrenamtlich engagieren – etwas für die Gesellschaft tun, ohne dafür Geld zu
bekommen

in leichter Sprache – mit einfachen Worten; so, dass etwas leicht verständlich ist

Vorbereitung, -en (f.) – das, was gemacht werden muss, bevor man mit der
eigentlichen Aufgabe beginnt

etwas begrüßen – hier: sagen, dass man etwas gut findet

zentral – hier: besonders wichtig

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Bundesverfassungsgericht: Gleiches Wahlrecht für Menschen mit


Behinderung

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Menschen unter Vollbetreuung ...


a) hatten bisher wenig Einfluss auf die Politik in Deutschland und Europa.
b) dürfen bei der nächsten Europawahl ihre Stimme abgeben.
c) wissen noch nicht genau, wann sie das Wahlrecht bekommen.

2. Jürgen Dusel ...


a) arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit geistiger Behinderung.
b) sagt, dass auch Menschen mit geistiger Behinderung sich für Politik interessieren.
c) findet es richtig, dass Menschen unter Betreuung wählen dürfen.

3. Die Oppositionsparteien ...


a) wollten das Wahlrecht erst nach der Europawahl ändern.
b) wollten nicht, dass Menschen mit Behinderung noch lange auf ihr Recht warten
müssen.
c) hatten mit ihrem Antrag beim Bundesverfassungsgericht Erfolg.

2. Übt die Adjektive!


Welches Wort passt in die Lücke? Wählt das passende Adjektiv aus und
schreibt es in die Lücke. Ergänzt eine Endung, wenn nötig.

wahlfähig geistig politisch


psychisch zentral ehrenamtlich

1. In ihrem Wahlprogramm stellt die Partei ihre _________________ Ziele


ausführlich vor.
2. Ist das Wahlrecht ab 18 Jahren sinnvoll oder sind Jugendliche schon früher
_________________?

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Menschen, die in ihrer Freizeit _________________ Arbeit leisten, tun viel


Gutes für die Gesellschaft.
4. _________________ Probleme können dazu führen, dass jemand immer müde
und traurig ist.
5. Vor hundert Jahren gab es nur wenige Frauen, die in der Politik eine
_________________ Rolle spielten.
6. Menschen, die in ihrem Beruf viel _________________ Arbeit leisten, sitzen oft
den ganzen Tag am Schreibtisch und bewegen sich zu wenig.

3. Übt die Modalverben im Präteritum!


Bildet die passende Form des Modalverbs im Präteritum und schreibt sie in
die Lücke.

1. In der Vergangenheit ________________ (können) Menschen mit Behinderung


politische Entscheidungen nur wenig beeinflussen.
2. Menschen mit schweren psychischen Krankheiten ________________ (dürfen)
in der Vergangenheit nicht wählen.
3. Eigentlich ________________ (sollen) das sogenannte „Wahlrecht für alle“ im
Mai noch nicht gelten.
4. Die Regierung ________________ (wollen) das Wahlrecht erst nach der
Europawahl ändern.
5. Das Bundesverfassungsgericht ________________ (müssen) schnell über den
Antrag entscheiden.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Nikotin – ein Mittel gegen Parkinson?

Die Zahl der Parkinson-Patienten ist in den letzten 30 Jahren stark


gestiegen. Wissenschaftler in aller Welt untersuchen die Krankheit und
haben eine Substanz entdeckt, die vor Parkinson schützen könnte: Nikotin.

Seit 1991 hat sich die Zahl der Parkinson-Patienten mehr als verdoppelt. Inzwischen
leiden über sechs Millionen Menschen an der Nervenkrankheit. Besonders oft tritt
sie in Industrieländern auf. Wissenschaftler in aller Welt untersuchen, wie die
Krankheit entsteht und wie man sich davor schützen kann. Die Tatsache, dass
Parkinson in manchen Regionen häufiger ist als in anderen, könnte ihnen dabei helfen.

Eine Ursache sind offenbar die Gene. Bestimmte Gruppen haben deshalb ein höheres
Risiko, an Parkinson zu erkranken als andere. Wissenschaftler haben festgestellt, dass
auch die Umwelt eine wichtige Rolle spielt. Pflanzenschutzmittel enthalten zum
Beispiel Gifte, die Parkinson auslösen können.

Bei ihrer Arbeit haben die Wissenschaftler etwas Interessantes entdeckt: Nikotin kann
vor Parkinson schützen. Die Substanz ist in Tabak, aber auch in Lebensmitteln wie
Kartoffeln, Tomaten und Pfeffer enthalten. Die Neurologin Daniela Berg erklärt:
„Fakt ist, dass Menschen, die rauchen, weniger häufig an Parkinson erkranken. Aber
man würde deswegen natürlich niemandem zum Rauchen raten, denn es gibt viel zu
viele negative Aspekte.“

Trotzdem kann man das Parkinson-Risiko beeinflussen, denn auch die Lebensweise
ist ein wichtiger Faktor. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die viel Sport
treiben, deutlich seltener Parkinson bekommen. Auch bestimmte Nahrungsmittel haben
eine positive Wirkung: Grüner Tee, Kaffee und rote Beeren enthalten Stoffe, die vor
Parkinson schützen.

Autorinnen: Gudrun Heise/Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Nikotin (n., nur Singular) – ein Stoff, der in Tabak enthalten ist; ein Nervengift

Parkinson (m., nur Singular) – eine Krankheit, die Zellen im Gehirn und in den
Nerven zerstört

Wissenschaftler, -/Wissenschaftlerin, -nen – jemand, der an einer Forschung


arbeitet

Substanz, -en (f.) – hier: ein Stoff, der eine bestimmte Wirkung hat

sich verdoppeln – zweimal so groß werden

Nervenkrankheit, -en (f.) – eine Krankheit, bei der Informationen nicht mehr richtig
zwischen Gehirn und Körper hin- und hergeschickt werden

auf|treten – hier: vorkommen

Gen, -e (n.) – ein Teil der DNA von Menschen, Tieren oder Pflanzen

an etwas erkranken – eine Krankheit bekommen

Pflanzenschutzmittel, - (n.) – ein chemisches Mittel, mit dem Bauern ihre Pflanzen
vor kleinen Tieren schützen

etwas aus|lösen – der Grund/die Ursache für etwas sein

Tabak, -e (m.) – das pflanzliche Produkt, aus dem man Zigaretten herstellt

Neurologe, -n/Neurologin, -nen – ein Arzt/eine Ärztin, der/die Patienten mit


Nervenkrankheiten behandelt

Fakt, -en (m.) – die Tatsache; das, was wirklich passiert ist und nicht erfunden wurde

Aspekt, -e (m.) – hier: einer von mehreren Punkten

Lebensweise, -n (f.) – die Art, wie man lebt

Faktor, -en (m.) – hier: eine von mehreren Ursachen

Beere, -en (f.) – eine Waldfrucht

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Nikotin – ein Mittel gegen Parkinson?

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was wird im Text über Parkinson gesagt?


a) Heute leiden mehr Menschen an Parkinson als früher.
b) Parkinson ist eine Krankheit, die nur in Industrieländern auftritt.
c) In Industrieländern erkranken Menschen häufiger an Parkinson.

2. Bei wem ist das Risiko, an Parkinson zu erkranken, besonders hoch?


a) Bei Menschen, die viel rauchen.
b) Bei Personen, die bestimmte Gene haben.
c) Bei Menschen, die viel Zeit draußen verbringen.

3. Was kann vor Parkinson schützen?


a) Pflanzenschutzmittel können vor Giften schützen, die Parkinson auslösen.
b) Nikotin kann ein Mittel gegen Parkinson sein.
c) Bestimmte Substanzen in Lebensmitteln können vor Parkinson schützen.

2. Übt die Vokabeln!


Beantwortet die Fragen. Wählt alle richtigen Wörter aus.

1. Was findet man im menschlichen Körper?


a) Neurologen
b) Gene
c) Nerven

2. Welche Substanzen schaden der Umwelt und den Menschen?


a) Gifte
b) Pflanzenschutzmittel
c) Risiken

3. Wie nennt man etwas, das wirklich passiert ist?


a) eine Tatsache

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

b) einen Aspekt
c) einen Fakt

4. Was kann man essen?


a) Pfeffer
b) Beeren
c) Tabak

5. Was ist Nikotin?


a) ein Stoff
b) ein Gift
c) eine Substanz

3. Übt die Verben mit Vorsilben!


Welche Verben sind trennbar, welche nicht? Bildet das Partizip II und
schreibt es in die Lücke.

1. In der Zeitung steht, dass ein bekannter Schauspieler an Parkinson


________________ (erkranken) ist.
2. Zum Glück hat man die Krankheit schon sehr früh ________________
(entdecken).
3. Die plötzliche Erkrankung der Präsidentin hat eine politische Krise
________________ (auslösen).
4. Der Arzt hat den Patienten fast eine Stunde lang ________________
(untersuchen).
5. Man hat ________________ (feststellen), dass Stress verschiedene Krankheiten
auslösen kann.
6. Die technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat die medizinische Forschung
stark ________________ (beeinflussen).

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Basketball-Legende Dirk Nowitzki hört auf

Er ist der beste deutsche Basketballer aller Zeiten und feierte


international große Erfolge: Dirk Nowitzki. Nach 21 Jahren beendet der
Weltstar seine Karriere. Bei seinem letzten Spiel feierten ihn Mitspieler
und Fans.

Dirk Nowitzki geht als der beste deutsche Basketballer in die Geschichte ein. 21
Jahre lang spielte er in der US-amerikanischen Profiliga– so viele Saisons wie kaum
ein anderer Spieler. In seiner Karriere feierte er viele Erfolge: Als erster Europäer wurde
er zum besten NBA-Basketballer der Saison gewählt. Mit dem deutschen Nationalteam
wurde er bei der WM 2002 Dritter, bei der EM 2005 Zweiter, und 2008 nahm er an
den Olympischen Spielen teil. In der ewigen Punkte-Bestenliste steht er auf Platz sechs.

Dirk Nowitzki spielte die ganzen 21 Jahre in der NBA nur für einen Verein: die Dallas
Mavericks in Texas. 2011 holte der 2,13-Meter-Mann mit ihnen den Titel. Den NBA-
Titel hatte vorher noch kein Deutscher gewonnen. Dirk Nowitzki wurde zur Legende
und gehört seitdem zu den deutschen Weltstars des Sports – in einer Reihe mit Franz
Beckenbauer oder Michael Schumacher.

Aufgewachsen ist Dirk Nowitzki in Würzburg. Er begann erst mit 13 Jahren, Basketball
zu spielen, aber schnell war klar, dass er viel Talent hatte. 1998 nahmen die Dallas
Mavericks Nowitzki unter Vertrag. Er spielte dort in der besten Basketball-Liga der
Welt und bekam wegen seines Talents bald mehrere Spitznamen: „German
Wunderkind“ und „Dirkules“ wurde er zum Beispiel genannt.

Trotz aller Erfolge blieb Dirk Nowitzki immer bescheiden. „Ist doch surreal, dass
Leute Autogramme und Fotos von mir haben wollen, bloß weil ich ein bisschen den
Ball ins Netz werfen kann“, sagte er einmal. Er war immer für seine Fans da, Skandale
gab es keine. Jetzt hört Nowitzki im Alter von 40 Jahren auf. Bei seinem letzten Spiel
verabschiedeten sich seine Fans mit einer großen Feier von ihm. Für die Zeit nach dem
Basketball hat der Familienvater schon Pläne: Er möchte mehr Zeit mit seiner Frau und
den drei Kindern verbringen.

Autoren: Tobias Oelmaier/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Legende, -n (f.) – hier: jemand, der schon lange weltbekannt und beliebt ist

Weltstar, -s (m.) – jemand, der auf der ganzen Welt bekannt ist

Karriere, -n (f.) – der (erfolgreiche) berufliche Weg

in die Geschichte ein|gehen – in Erinnerung bleiben

Profiliga, -ligen (f.) – eine Gruppe von etwa gleich starken Sportmannschaften, die
gegeneinander spielen und mit dem Sport Geld verdienen

Saison, -s (f.) – hier: die Zeit im Jahr, in der mehrere Veranstaltungen von etwas
stattfinden

NBA (f.) – der Name der nordamerikanischen Basketball-Profiliga

WM (f.) – Abkürzung für: die Weltmeisterschaft; der alle vier Jahre stattfindende
sportliche Wettkampf zwischen vielen Ländern der Welt

EM (f.) – Abkürzung für: die Europameisterschaft; der alle zwei Jahre stattfindende
sportliche Wettkampf zwischen vielen Ländern Europas

Titel, - (m.) – hier: der Sieg bei einer großen Sportveranstaltung

Talent, -e (n.) – die Tatsache, dass man etwas sehr gut kann

jemanden unter Vertrag nehmen – mit jemandem einen Vertrag machen

Spitzname, -n (m.) – Name für eine Sache oder Person, der eine besondere
Eigenschaft der Sache/Person beschreibt

German Wunderkind (n.) – ein Deutscher, der eine besondere Fähigkeit hat

bescheiden – hier: so, dass man nicht sagt, wie toll man ist

surreal – so, dass etwas nicht echt wirkt, sondern wie ein Traum

Autogramm, -e (n.) – die Unterschrift einer berühmten Person

Fan, -s (m.) – jemand, der etwas oder jemanden toll findet

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Basketball-Legende Dirk Nowitzki hört auf

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Dirk Nowitzki …
a) spielte für das US-amerikanische Nationalteam.
b) spielte so lange in der NBA wie kaum ein anderer.
c) gewann 2005 die EM.

2. Nowitzki …
a) hat als erster Deutscher den NBA-Titel gewonnen.
b) ist 2,13 Meter groß.
c) begann schon mit 13 Jahren, für die Dallas Mavericks zu spielen.

3. Was steht im Text?


a) Nowitzki sagt in Interviews oft, wie gut er Basketball spielen kann.
b) Es gab nie einen Skandal rund um Nowitzki.
c) Nach dem Ende seiner Karriere möchte Nowitzki mit seiner Familie zusammen
sein.

2. Übt die Vokabeln aus dem Text!


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

1. Wer die _______________ gewinnt, holt den _______________.


2. Die _______________ möchten von dem beliebten Sportler
_______________ bekommen.
3. Um ein guter _______________ werden zu können, muss man
_______________ haben.
4. Mit dem _______________ nimmt man an der WM teil, mit seinem
_______________ spielt man in der Liga.

a) Basketballer b) Talent c) Titel d) Fans


e) Saison f) Autogramme g) Nationalteam h) Verein

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt den Superlativ!


Schreibt den Superlativ der Adjektive in den Klammern in die Lücke. Achtet
dabei auf die richtige Endung.

1. Dirk Nowitzki ist der _______________ Basketballer Deutschlands. (gut)


2. Er ist auch der _______________ deutsche Basketballer. (bekannt)
3. Von den Basketballern in Würzburg hatte Nowitzki am _______________
Talent. (viel)
4. Dirk Nowitzki ist einer der _______________ Sportler Deutschlands.
(bescheiden)
5. Nowitzki ist meistens die _______________ Person im Raum. (groß)
6. Er spielte von allen Spielern in der US-amerikanischen Profiliga am
_______________ bei nur einem Verein. (lang)
7. Sein _______________ Erfolg war der NBA-Titel im Jahr 2011. (groß)

Autor: Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Mietenwahnsinn: Bürger fordern Enteignung

In deutschen Städten steigen die Mieten immer schneller. Das können


sich viele nicht leisten. Gegen den „Mietenwahnsinn“ gibt es jetzt ein
Volksbegehren: Bürger fordern die Enteignung großer
Wohnungsunternehmen.

Als Niklas Brubach im Dezember 2018 seine Post öffnet, glaubt er erst an einen
schlechten Witz. Sein Vermieter teilt ihm mit, dass er die Zwei-Zimmer-Wohnung
modernisieren will. Die Monatsmiete steigt dann von 458 Euro auf 1408 Euro. Das
kann und will Niklas Brubach nicht zahlen. „Was mache ich, wenn ich hier raus muss,
weil ich es mir nicht mehr leisten kann und vielleicht keine Wohnung finde?“

Niklas Brubach ist mit seinem Problem nicht allein. Die Mieten in Berlin steigen so
stark wie in keiner anderen Stadt der Welt und sind doppelt so hoch wie vor zehn
Jahren. Viele Investoren kaufen Häuser und bauen dann Wohnungen für Reiche. „Es
kann nicht sein, dass Wohnung zu einer Handelsware wird, die quasi verscherbelt
wird, wo es nur noch um Rendite geht“, sagt Mietaktivist Daniel Diekmann.

In ganz Deutschland demonstrieren darum Menschen gegen den „Mietenwahnsinn“.


Einige fordern sogar, dass man Wohnungsunternehmen mit mehr als 3.000
Wohnungen enteignen soll. Sie wollen mit einem Volksbegehren für ein solches Gesetz
sorgen. Laut Artikel 15 im Grundgesetz können Grundstücke tatsächlich enteignet
werden, aber er ist noch nie in dieser Form angewandt worden.

Unternehmer glauben allerdings, dass Enteignungen das Wohnungsproblem nicht lösen


würden. Auch FDP-Chef Christian Lindner sagt: „Mit Enteignungen wird nicht eine
einzige neue Wohnung geschaffen.“ Laut Lindner verschreckt man damit nur
private Investoren, die neue Wohnungen bauen könnten. Daniel Diekmann findet
jedenfalls, dass die Politik endlich etwas tun muss: „Wohnen ist ein Menschenrecht“,
sagt er.

Autoren: Leonie von Hammerstein/Bettina Stehkämper/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Wahnsinn (m., nur Singular) – die Tatsache, dass etwas verrückt ist; Unsinn

Enteignung, -en (f.) – die Tatsache, dass der Staat jemandem etwas wegnimmt,
weil die Allgemeinheit es braucht (Verb: etwas enteignen)

Volksbegehren, - (n.) – die Möglichkeit, dass etwas im Parlament besprochen


wird, wenn genug Bürger dafür sind

Unternehmen, - (n.) – hier: die Firma

etwas modernisieren – etwas so verändern, dass es moderner ist

Investor, -en/Investorin, -nen – jemand, der mit seinem Geld etwas (z. B. ein
Unternehmen) finanziert

quasi – sozusagen; gewissermaßen

etwas verscherbeln – umgangssprachlich für: etwas für wenig Geld verkaufen

Rendite, -n (f.) – das Geld, das man durch ein Objekt, das man besitzt (z. B. eine
Wohnung), verdient

Mietaktivist, -en/Mietaktivistin, -nen – jemand, der für bezahlbare Mieten


kämpft

Artikel, - (m.) – hier: der Abschnitt in einem Gesetz

Grundstück, -e (n.) – ein Stück Land, das jemandem gehört

etwas an|wenden – etwas benutzen

FDP (f.) – Abkürzung für: Freie Demokratische Partei; eine liberale Partei in
Deutschland

etwas schaffen – hier: dafür sorgen, dass es etwas gibt

jemanden verschrecken – hier: jemandem Angst machen, sodass er kein Geld in


etwas investiert

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Mietenwahnsinn: Bürger fordern Enteignung

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was steht im Text?


a) Nirgendwo auf der Welt steigen die Mieten so stark wie in Berlin.
b) Vor zehn Jahren waren die Mieten in Berlin halb so hoch.
c) Viele Investoren kaufen nur die Häuser reicher Personen.

2. Was fordern einige Mietaktivisten?


a) Der Staat soll großen Unternehmen die Wohnungen wegnehmen.
b) Der Staat soll bald alle Wohnungen in Berlin besitzen.
c) Das Grundgesetz soll geändert werden, damit man teure Wohnungen billig mieten
kann.

3. Gegner der Enteignungen sagen, dass …


a) Enteignungen beim Wohnungsproblem nicht helfen.
b) die Politik endlich etwas tun muss.
c) man das Problem nur mit dem Bau neuer Wohnungen lösen kann.

2. Übt die Wörter aus dem Text!


Welches Verb passt zu welchem Substantiv? Setzt in jeden Satz jeweils ein
Verb und ein passendes Nomen ein.

1. Die __________ der Berliner Wohnungen __________ immer schneller.


2. Viele Vermieter wollen ihre __________ __________, um höhere Mieten
verlangen zu können.
3. Mit Wohnungen können Investoren viel __________ __________.
4. Aktivisten hoffen, dass __________ 15 des Grundgesetzes bald __________
wird.
5. Christian Lindner hat Angst, Enteignungen könnten __________ __________.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Investoren b) Wohnungen c) Artikel d) Rendite e) Mieten


f) angewandt g) modernisieren h) verschrecken i) steigen j) machen

3. „können“ oder „sollen“?


Entscheidet, ob „können“ oder „sollen“ in die Lücken passt. Schreibt das
Verb dann in der richtigen Form hinein.

1. Der Vermieter hat gesagt, dass Niklas Brubach bald 1.000 Euro mehr Miete zahlen
__________.
2. Niklas Brubach __________ kaum glauben, dass seine Miete erhöht wird.
3. Viele Menschen in Berlin __________ sich die Miete nicht mehr leisten.
4. Einige Aktivisten fordern, dass Wohnungen großer Unternehmen enteignet werden
__________.
5. Laut Grundgesetz __________ Grundstücke wirklich enteignet werden.
6. Unternehmer glauben, dass man die Probleme nur mit neuen Wohnungen lösen
__________.
7. Früher __________ sich auch Menschen mit wenig Geld eine Wohnung in Berlin
leisten.

Autor: Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Im Einsatz für ein friedliches Fußballspiel

Jede Woche versammeln sich Zehntausende Menschen im Stadion, um sich


ein Fußballspiel anzusehen. Für ihre Sicherheit sorgen Vereine und Polizei
– mit großem Einsatz und hohen Kosten.

Viele Fußballfans gehen regelmäßig ins Stadion: Etwa 25.000 Menschen sehen sich
zum Beispiel die Heimspiele des Bundesliga-Vereins Mainz 05 an. Und wenn
Borussia Dortmund zu Hause spielt, versammeln sich oft mehr als 80.000 Zuschauer in
Deutschlands größtem Stadion. Vor jedem Spiel wartet eine große Aufgabe auf die
Verantwortlichen: Sie müssen sich überlegen, wie sie für die Sicherheit von so vielen
Menschen sorgen können.

Der Fußballclub Mainz 05 gibt pro Saison ungefähr eine Million Euro für
Sicherheitsmaßnahmen aus. Dort kümmern sich neben einem externen
Sicherheitsdienst auch Mitglieder des Vereins um die Sicherheit im Stadion. Sie
zeigen den Zuschauern ihre Plätze, kontrollieren Taschen und übernehmen
verschiedene andere Aufgaben.

An Spieltagen ist auch die Polizei im Einsatz. Der Dortmunder Polizeidirektor Ed


Freyhoff erklärt: „Unser Hauptanliegen ist es, dass – bildlich gesprochen – der
Vater mit dem Sohn oder die ganze Familie einen friedlichen und unterhaltsamen
Fußballnachmittag erleben kann.“ Vor jedem Spiel wird entschieden, wie viele
Sicherheitskräfte man braucht. Dafür benutzt die Polizei in Dortmund ein
Ampelsystem: Ein „grünes“ Spiel ist ein normales Spiel. Für ein „rotes“ Spiel braucht
man viele Polizeibeamte, zum Beispiel, weil es zwischen den Fans der beiden Vereine
schon öfter Konflikte gab.

Bei diesen Spielen sind bis zu 1000 Polizisten im Einsatz, oft zehn Stunden am Tag.
Manchmal müssen sogar Beamte aus anderen Städten oder Bundesländern kommen.
Das hat seinen Preis: Ein solcher Einsatz kann mehrere hunderttausend Euro kosten.
Das Bundesland Bremen wollte diese Kosten nicht länger tragen und hat der
Deutschen Fußball Liga (DFL) im Jahr 2015 eine Rechnung über 400.000 Euro
geschickt. Deshalb streiten sich Bremen und die DFL immer noch vor Gericht.

Autoren: Herbert Schalling/asz (dpa, sid)/Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Einsatz, Einsätze (m.) – hier: der Auftrag für Polizei, Militär oder Ärzte, bei dem eine
bestimmte Tätigkeit erledigt werden soll (z. B. eine Hilfsaktion)

friedlich – ohne Streit; ruhig

sich versammeln – sich an einem Ort treffen, um dort an einer bestimmten


Veranstaltung teilzunehmen

Fan, -s (m., aus dem Englischen) – jemand, der etwas/jemanden toll findet

Heimspiel, -e (n.) – hier: ein Fußballspiel, das im eigenen Stadion stattfindet

Bundesliga, -ligen (f.) – die oberste(n) Spielklasse(n) im Sport; die besten


Sportmannschaften, die gegeneinander spielen

Maßnahme, -n (f.) – etwas, das man macht, um ein Ziel zu erreichen

extern – hier: so, dass etwas nicht zum Verein gehört

Sicherheitsdienst, -e (m.) – hier: eine Firma, die sich um die Sicherheit kümmert

Polizeidirektor, -en/Polizeidirektorin, -nen – der Chef/die Chefin der Polizei

Anliegen, - (n.) – das Ziel; der Wunsch

bildlich gesprochen – so, dass man einen Gedanken ausdrückt, indem man ihn wie
ein Bild beschreibt

unterhaltsam – so, das man etwas interessant findet und Spaß dabei hat

Sicherheitskraft, -kräfte (f.) – eine Person, die beruflich für die Sicherheit von
Personen oder für die Sicherheit auf Veranstaltungen sorgt

Ampelsystem, -e (n., Plural selten) – ein System, bei dem die Farben Grün, Gelb und
Rot als Symbole verwendet werden

Konflikt, -e (m.) – Streit; schwierige Situation, die durch unterschiedliche Meinungen


oder Interessen entsteht

Deutsche Fußball Liga (f., nur Singular) – eine Organisation, in der die deutschen
Fußballvereine zusammenarbeiten, die in der ersten und zweiten Bundesliga spielen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Im Einsatz für ein friedliches Fußballspiel

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Mehrere Antworten können richtig
sein.

1. In Mainz ...
a) kommen zu Heimspielen von Mainz 05 mehr als 20.000 Menschen ins Stadion.
b) besteht der Sicherheitsdienst nur aus Mitgliedern des Vereins.
c) kosten die Sicherheitsmaßnahmen etwa eine Million Euro pro Jahr.

2. Die Polizei ...


a) empfiehlt Eltern, sich die Spiele mit ihren Kindern im Fernsehen anzuschauen.
b) möchte, dass auch Familien sich im Stadion sicher fühlen.
c) ist bei jedem Bundesliga-Spiel mit 1000 Polizeibeamten im Einsatz.

3. Bei „roten“ Spielen ...


a) gibt es nur selten Streit zwischen den Fans.
b) ist die Situation gefährlicher als bei „grünen“ Spielen.
c) müssen manchmal Polizisten aus verschiedenen Städten zusammenarbeiten.

2. Übt die Vokabeln


Ergänzt den zweiten Satz so, dass er eine ähnliche Bedeutung hat wie der
erste. Bringt dafür die Buchstaben in die richtige Reihenfolge.

1. Er spricht mit dem Trainer, weil er ihn um etwas bitten möchte.


Er spricht mit dem Trainer über sein _________________ (eilAnneg).
2. Die Beamten haben gestern zehn Stunden lang gearbeitet.
Die Beamten waren gestern zehn Stunden lang im _________________
(atinEzs).
3. Der Streit zwischen den beiden Spielern schadet der ganzen Mannschaft.
Die ganze Mannschaft leidet unter dem _________________ (flotniKk)
zwischen den beiden Spielern.
4. Wenn eine Mannschaft zu Hause spielt, bekommt sie besonders viel Unterstützung
von den Fans.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Bei einem _________________ (leeHpiims) bekommt eine Mannschaft


besonders viel Unterstützung von den Fans.
5. Um die Zuschauer zu schützen, sind Glasflaschen im Stadion verboten.
Das Verbot von Glasflaschen im Stadion ist eine wichtige _________________
(haMßanem) zum Schutz der Zuschauer.

3. Wiederholt die reflexiven Verben


Schreibt das passende Reflexivpronomen in die Lücke.

1. Streitet ihr _________ immer noch darüber, welche Mannschaft am besten ist?
2. Hast du _________ schon überlegt, ob du nächstes Wochenende mit ins Stadion
kommen möchtest?
3. Wir haben _________ heute hier versammelt, um gegen den Bau eines neuen
Stadions zu demonstrieren.
4. Gestern habe ich _________ ein spannendes Fußballspiel angesehen.
5. Der Mannschaftsarzt kümmert _________ um den verletzten Spieler.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Kaum Ostdeutsche in Spitzenpositionen

Fast 30 Jahre sind seit der Wiedervereinigung vergangen, aber immer noch
gibt es wenige Ostdeutsche in leitenden Positionen. Deshalb fordert die
Partei „Die Linke“ jetzt eine Ost-Quote.

Die Wiedervereinigung im Jahr 1990 brachte den Menschen in Ostdeutschland viele


Veränderungen: Das politische und wirtschaftliche System der DDR wurde durch das
westdeutsche ersetzt. Da sie wussten, wie das System funktioniert, übernahmen
meistens Westdeutsche die Spitzenpositionen in Firmen und Behörden.

Daran hat sich kaum etwas geändert, obwohl inzwischen fast 30 Jahre vergangen sind.
Immer noch gibt es wenige Ostdeutsche in leitenden Positionen: 17 Prozent der
Deutschen stammen aus dem Osten, aber nur 1,7 Prozent der Führungskräfte sind
Ostdeutsche. In Bundesministerien zum Beispiel kommen drei von 120
Abteilungsleitern aus den östlichen Bundesländern. Das hat eine Untersuchung der
Universität Jena aus dem Jahr 2017 gezeigt.

Deshalb fordert die Partei „Die Linke“ eine sogenannte Ost-Quote: Sie soll dafür
sorgen, dass Ostdeutsche mehr Führungspositionen in Bundesbehörden bekommen.
Gregor Gysi, der selbst aus dem Osten stammt und zu den bekanntesten Politikern der
Partei gehört, sagte im März 2019: „Wir brauchen eine Ost-Quote, sonst nimmt man
die Einheit nicht ernst.“ Auch der Wissenschaftler Lars Vogel meint, dass die
Quote Vorteile haben kann. Denn er hat festgestellt, dass Eliten meistens Menschen
unterstützen, die eine ähnliche Herkunft oder Ausbildung haben wie sie selbst.

Ostdeutsche haben also schlechtere Chancen, wenn die Chefs aus dem Westen kommen.
Trotzdem sind fast alle Parteien gegen die Quote. Auch Politiker aus dem Osten lehnen
die Quote ab, zum Beispiel Christian Hirte, der Ostbeauftragte der Bundesregierung.
Er schlägt vor, dass mehr Bundesbehörden nach Ostdeutschland ziehen. Aber es gibt
keine Garantie dafür, dass sie dann auch mehr Führungskräfte aus Ostdeutschland
einstellen, meint der Forscher Lars Vogel.

Autoren: Kay-Alexander Scholz; Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Spitzenposition, -en (f.) – hier: eine hohe berufliche Stellung

Wiedervereinigung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass aus den beiden deutschen
Ländern (DDR und BRD) im Jahr 1990 wieder ein Land wurde

vergehen, etwas vergeht – etwas (z. B. Zeit) geht vorbei

Position, -en (f.) – hier: die Arbeitsstelle

Quote, -n (f.) – hier: die Mindestanzahl im Verhältnis zu einer Gesamtzahl

DDR (f., nur Singular) – Abkürzung für: Deutsche Demokratische Republik (Staat von
1949-1990)

etwas ersetzen – etwas wechseln; etwas austauschen

Behörde, -n (f.) – das Amt; eine staatliche Institution mit einer bestimmten Aufgabe

aus etwas stammen – hier: aus einem Ort/Land kommen

Führungskraft, -kräfte (f.) – ein Chef/eine Chefin

Ministerium, Ministerien (n.) – eine staatliche Behörde

sogenannt – so wie etwas genannt wird

etwas/jemanden ernst nehmen –hier: etwas/jemanden wichtig finden

Einheit (f., hier nur Singular) – hier: die Tatsache, dass die beiden deutschen Staaten
(DDR und BRD), die es zwischen 1949 und 1990 gab, wieder ein Land sind

Wissenschaftler, -/Wissenschaftlerin, -nen – jemand, der an einer Forschung


arbeitet

Elite, -n (f.) – die Personen, die in einem bestimmten Bereich am besten und am
erfolgreichsten sind

Herkunft (f., nur Singular) – der Ort/das Land, aus dem jemand/etwas stammt

Ostbeauftragte, -n (m./f.) – hier: ein Politiker/eine Politikerin, der/die sich


besonders um Themen kümmert, die mit Ostdeutschland zu tun haben

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Kaum Ostdeutsche in Spitzenpositionen

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Mehrere Antworten können richtig
sein.

1. Was hat sich durch die Wiedervereinigung verändert?


a) In ganz Deutschland wurde ein neues politisches System eingeführt.
b) In Ostdeutschland werden viele Firmen und Behörden von Westdeutschen geleitet.
c) Die Zahl der ostdeutschen Führungskräfte ist stark gestiegen.

2. Was fordert „Die Linke“?


a) Der Staat soll dafür sorgen, dass mehr Ostdeutsche hohe berufliche Positionen
erreichen.
b) 17 Prozent der Führungskräfte in allen deutschen Firmen sollen aus Ostdeutschland
kommen.
c) Die Eliten, die schon existieren, sollen mehr Unterstützung bekommen.

3. Was steht im Text?


a) Die meisten Politiker meinen, dass die Quote wichtig ist.
b) Nicht alle Politiker aus Ostdeutschland sind für die Quote.
c) Christian Hirte findet eine andere Lösung besser.

2. Übt die Substantive


Welches Wort fehlt in welchem Satz? Zieht die passenden Substantive in die
Lücken.

1. Der Pass gibt Auskunft über die _______________ eines Menschen.


2. In vielen großen Firmen müssen 30 Prozent bestimmter Positionen mit Frauen
besetzt werden. Diese _______________ wurde im Jahr 2015 beschlossen.
3. Viele Menschen glauben, dass die Arbeit in einer Verwaltung langweilig ist. Aber
das stimmt nicht immer: Auch in einer _______________ gibt es interessante
Jobs.
4. Sie hofft, durch harte Arbeit in der Firma bald eine höhere _______________ zu
erreichen.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Der Traum von der deutschen _______________ hat sich 1990 durch die
Wiedervereinigung erfüllt.

a) Position b) Einheit c) Quote


d) Herkunft e) Behörde

3. Wiederholt die Relativpronomen


Schreibt das passende Relativpronomen in die Lücke.

1. Die Untersuchung, in ___________ es um Ostdeutsche in Spitzenpositionen geht,


wurde im Jahr 2017 veröffentlicht.
2. Es gibt in Deutschland keine öffentliche Universität, ___________ von einem
oder einer Ostdeutschen geleitet wird.
3. Gregor Gysi, ___________ Vater auch Politiker war, wurde 1948 in Berlin
geboren.
4. Einige Politiker, zu ___________ auch Gregor Gysi gehört, fordern eine Ost-
Quote.
5. Nicht alle Politiker, ___________ aus Ostdeutschland stammen, unterstützen den
Plan der Linken.
6. Der Forscher, ___________ die Journalisten interviewt haben, hat gerade ein
neues Buch veröffentlicht.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Kampfansage an Netflix und Amazon

Es ist die Zeit der Streaming-Dienste. Millionen Menschen weltweit


nutzen Netflix und Amazon, um mit einer Flatrate tausende Filme und
Serien zu schauen. Jetzt will auch Apple in den Markt einsteigen.

Netflix ist mit 140 Millionen Abonnenten weltweit der größte Streaming-Dienst.
Für Amazon Prime zahlen mehr als 100 Millionen Menschen. Ähnlich groß will nun
auch Apple in den nächsten fünf Jahren werden. Es ist eine Kampfansage an Netflix
und Amazon. Über iTunes bietet Apple schon seit 2005 Filme und Serien an –
allerdings zahlt man dort für jeden einzelnen Film, nicht für eine Flatrate.

Das Geschäft mit dem Video-Streaming wird von wenigen US-Firmen beherrscht –
auch in Europa. Wer viele Nutzer hat, kann viel Geld für exklusive Inhalte
ausgeben. Und wer erfolgreiche Inhalte exklusiv hat, bekommt wiederum neue
Nutzer. Das ist die Strategie von Netflix. 2018 gab das Unternehmen 12 Milliarden
US-Dollar für neue Filme und Serien aus, 2019 sollen es sogar 15 Milliarden Dollar
werden.

Die Strategie funktioniert: Von den zehn erfolgreichsten Streaming-Serien in


Deutschland wurden neun auf Netflix geschaut. Doch im Gegensatz zu seinen
Konkurrenten ist Netflix völlig abhängig vom Streaming und hat nur dieses eine
Geschäftsfeld. Der Streaming-Dienst hat 2018 16 Milliarden Dollar umgesetzt.
Beim Gesamtunternehmen Apple waren es zum Beispiel 266 Milliarden.

Probleme haben besonders die großen TV-Sender in Deutschland, RTL und


ProSiebenSat1. „Junge Leute nutzen das lineare Fernsehen nicht mehr so stark
wie früher“, sagt Florian Kerkau, Geschäftsführer einer Medien-Beratungsfirma.
Für Produzenten von deutschen Filmen und Serien ist diese Entwicklung laut
Kerkau aber gut. Seit Netflix und Amazon so erfolgreich sind, produzieren die Sender
wieder mehr eigene Inhalte. Das sagt auch Kerkau: „So viel wie heute wurde noch nie
produziert. Für Produzenten ist das eine goldene Zeit.“

Autoren: Andreas Becker/Benjamin Wirtz


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Kampfansage, -n (f.) – die Tatsache, dass jemand deutlich macht, dass er kämpfen
will

Streaming (n., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass man im Internet Filme und
Serien gucken kann

Dienst, -e (m.) – hier: ein Angebot, das man (evtl. für Geld) nutzen kann

Flatrate, -s (f.) – die Tatsache, dass man für einen festen Preis so viel von etwas
nutzen kann, wie man möchte

Abonnent, -en/Abonnentin, -nen – jemand, der regelmäßig bezahlt, um ein


bestimmtes Angebot zu nutzen

etwas beherrschen – hier: die Kontrolle über etwas haben

Nutzer, -/Nutzerin, -nen – jemand, der etwas benutzt

exklusiv – hier: so, dass etwas nur von einem Unternehmen angeboten wird

Inhalt, -e (m., meist Plural) – hier: etwas, das auf einer Internetseite angeboten
wird (z. B. Videos, Texte)

wiederum – hier: so, dass etwas zu etwas anderem und wieder zum ersten führt

Konkurrent, -en/Konkurrentin, -nen – hier: eine Firma, die etwas Ähnliches


anbietet wie man selbst

Geschäftsfeld, -er (n.) – ein Bereich, mit dem eine Firma Geld verdient

etwas um|setzen – hier: als Firma Geld mit etwas verdienen (Substantiv: der
Umsatz)

lineares Fernsehen (n.) – das klassische Fernsehen, bei dem das Programm
gleichzeitig gesendet und gesehen wird

Geschäftsführer, -/Geschäftsführerin, -nen – jemand, der eine Firma leitet

Produzent, -en/Produzentin, -nen – hier: jemand, der die wirtschaftliche


Verantwortung für einen Film hat

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Kampfansage an Netflix und Amazon

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Netflix …
a) hat weniger Abonnenten als Amazon.
b) bietet seinen Nutzern eine Flatrate an.
c) gibt 15 Milliarden Dollar für neue Filme und Serien aus.

2. Im Gegensatz zu Netflix hat Apple …


a) bisher einen Streaming-Dienst gehabt, bei dem man für jeden einzelnen Film zahlen
muss.
b) mehr als ein Geschäftsfeld.
c) 266 Milliarden Dollar mit Filmen und Serien verdient.

3. In Deutschland …
a) schauen junge Leute nicht mehr so oft wie früher fern.
b) werden jetzt wieder mehr Filme und Serien produziert.
c) beherrschen US-Firmen noch nicht den Streaming-Markt.

2. Übt die neuen Vokabeln


Setzt die passenden Wörter in die Lücken ein.

1. Gibt es bei dem neuen Streaming-Dienst eine __________? – Nein, man muss für
jeden Film einzeln bezahlen.
2. Jeden Abend schaue ich bei Netflix __________ oder Serien. Ohne das
__________ wäre mir abends langweilig.
3. Ich habe zu Hause langsames Internet. Anstatt Netflix schaue ich lieber klassisches
__________. Aber nicht alle __________ finde ich gut.
4. Für Streaming-Dienste ist es wichtig, viele zahlende __________ zu bekommen
und zu behalten. Das schaffen sie nur mit exklusiven spannenden __________.

a) Sender b) Filme c) Nutzer d) Inhalten


e) Streaming f) Fernsehen g) Flatrate

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Präpositionen


Schreibt eine der folgenden Präpositionen in die Lücken.

für | in | zu | von | an

1. Bei einer Flatrate zahlt man nicht _____ einen Film, sondern _____ alle Filme
eines Streaming-Diensts.
2. Die neuen Pläne _____ Apple sind eine Kampfansage _____ Netflix.
3. Apple will _____ den nächsten Jahren eine große Streaming-Seite entwickeln.
4. Netflix gibt viel Geld _____ neue Filme und Serien aus.
5. Netflix ist abhängig _____ seinen Nutzern.
6. Im Gegensatz _____ Netflix hat Amazon mehrere Geschäftsfelder.
7. Es ist gerade eine gute Zeit _____ deutsche Produzenten.
8. US-Firmen beherrschen den Streaming-Markt _____ Europa.
9. _____ den zehn erfolgreichsten Streaming-Serien _____ Deutschland wurden
neun auf Netflix geschaut.

Autoren: Andreas Becker/Benjamin Wirtz


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Ein Ort für verfolgte Schriftsteller

In ihrer Heimat konnten sie nicht frei schreiben: Schriftsteller aus Ländern
wie Syrien oder Saudi-Arabien. Jetzt leben sie im Heinrich-Böll-Haus in
Langenbroich. Eine von ihnen ist die syrische Autorin Rabab Haidar.

Langenbroich ist ein kleines Dorf in Nordrhein-Westfalen. Dort kaufte der deutsche
Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll in den 1960er-Jahren ein
Sommerhaus, um in Ruhe schreiben zu können. Auch nach seinem Tod ist es ein
Zufluchtsort für Schriftsteller geblieben: Heute leben im Heinrich-Böll-Haus Autoren,
die in ihrem Heimatland verfolgt werden.

Nach ihrer Flucht aus Syrien hat auch Rabab Haidar hier ein Zuhause gefunden. Die
Schriftstellerin und Journalistin hatte in ihrem Heimatland Texte veröffentlicht, in
denen sie die Regierung kritisierte. Um sich zu schützen, verwendete sie ein
Pseudonym. Als ein Artikel versehentlich unter ihrem richtigen Namen erschien,
wurde der Geheimdienst auf sie aufmerksam.

Rabab Haidar erzählt, wie sie immer wieder verhört und eingeschüchtert wurde.
Die Autorin lebte ständig in Angst und musste mehrere Male umziehen. Sogar gute
Freunde haben sich wegen ihrer politischen Meinung von ihr abgewandt, sagt sie.
Schließlich verließ sie ihre Heimat und kam im Oktober 2018 nach Deutschland. Jetzt
plant die Autorin ein neues Buch, das sie im Heinrich-Böll-Haus schreiben will. Dort
kann sie kostenlos wohnen und bekommt jeden Monat ein Gehalt.

In den ersten Monaten in Deutschland hat sie gar nicht gelesen und geschrieben. Rabab
Haidar erklärt, dass sie sich zuerst vom Krieg und der Angst erholen musste: „Um
ehrlich zu sein, bin ich auch hier, um eine Pause zu bekommen. Hier, mitten im
Nirgendwo, kann ich zu mir zurückfinden.“

Autorinnen: Rebecca Herber; Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

jemanden verfolgen – hier: versuchen, jemanden ins Gefängnis zu bringen, zu


verletzen oder zu töten

Schriftsteller, -/Schriftstellerin, -nen – jemand, der Literatur schreibt; der


Autor/die Autorin

Nordrhein-Westfalen (n., meist ohne Artikel) – eines der 16 deutschen


Bundesländer, das im Westen Deutschlands liegt

Literaturnobelpreisträger, -/Literaturnobelpreisträgerin, -nen – jemand, der


für seine Arbeit als Autor/in einen berühmten internationalen Preis bekommen hat

Zufluchtsort, -e (m.) – ein Ort, an dem man in Sicherheit ist

jemanden kritisieren – sagen, dass man das, was jemand tut, nicht gut findet

Pseudonym, -e (n.) – der Name eines Künstlers/einer Künstlerin, der nicht sein/ihr
wirklicher Name ist

versehentlich – so, dass man etwas ohne Absicht oder ungewollt tut

Geheimdienst, -e (m.) – eine Organisation, die für einen Staat geheime


Informationen sammelt

jemanden verhören – jemandem viele Fragen stellen und ihm manchmal auch Angst
machen, um bestimmte Informationen zu bekommen

jemanden ein|schüchtern – jemandem Angst machen; jemandem drohen

ständig – immer

sich von jemandem ab|wenden – mit jemandem nichts mehr zu tun haben wollen

mitten im Nirgendwo – weit entfernt von allem anderen

zu sich zurück|finden – wieder Kontakt zu den eigenen Gefühlen und Gedanken


bekommen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Ein Ort für verfolgte Schriftsteller

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. In Langenbroich ...
a) vermietet Heinrich Böll Zimmer an Autoren aus dem Ausland.
b) hat früher ein berühmter Autor an seinen Büchern gearbeitet.
c) finden verfolgte Schriftsteller Ruhe und Sicherheit.

2. Rabab Haidar ...


a) hat in Syrien Artikel zu politischen Themen geschrieben.
b) wollte, dass ihre Artikel unter ihrem richtigen Namen veröffentlicht werden.
c) wurde in Syrien vom Geheimdienst verfolgt.

3. Nach ihrer Flucht ...


a) brauchte Rabab Haidar Zeit, um sich auszuruhen.
b) wollte Rabab Haidar nicht mehr als Autorin arbeiten.
c) hat Rabab Haidar sofort angefangen, ein neues Buch zu schreiben.

2. Übt die Verben mit Vorsilben!


Welche Vorsilbe fehlt? Wählt die richtige Lösung aus.

1. Die Polizei hat den Mann verhaftet und ihn tagelang (ent-/be-/ver-)_______hört.
2. Nicht jeder Mensch schafft es, nach einer schweren Krise wieder ins normale Leben
(zurück-/wieder-/hin-)______zufinden.
3. Im Jahr 1955 (ver-/er-/be-)_______schien Heinrich Bölls Roman „Das Brot der
frühen Jahre“.
4. Während des Zweiten Weltkriegs (ver-/ge-/er-)_______folgte man in Deutschland
viele Schriftsteller wegen ihrer politischen Meinung.
5. Die Mitglieder der Opposition wollen sich von der Regierungspartei nicht länger
(aus-/ab-/ein-)_______schüchtern lassen.
6. Nach einem Streit hat sie sich von ihrer Familie (ab-/weg-/um-)______gewandt.
7. Obwohl es gefährlich war, (ver-/be-/er-)______öffentlichte die Zeitung verbotene
Texte.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Wiederholt die Possessivartikel!


Schreibt „ihr“ oder „sein“ mit der richtigen Endung in die Lücken.

1. Viele Schriftsteller können in __________ Heimatland nicht frei schreiben.


2. Der Autor sitzt im Garten __________ Hauses und schreibt.
3. Manche Autoren veröffentlichen __________ Texte nur unter einem Pseudonym.
4. Sie will __________ Artikel heute noch an eine Zeitung schicken, damit er bald
veröffentlicht wird.
5. Für die Autorin war es schwer, __________ Heimatland zu verlassen.
6. Der Schriftsteller hat noch niemandem gesagt, um welches Thema es in
__________ neuen Buch geht.
7. Er schreibt nicht mehr über politische Themen, weil er sich und __________
Familie schützen will.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

US-Truppen in Deutschland: Wer trägt die Kosten?

In Deutschland sind viele US-Soldaten stationiert. Nun wird darüber


diskutiert, ob Deutschland diese Truppen alleine bezahlen sollte. Aber für
wen sind die US-Stützpunkte wichtiger: für Deutschland oder für die USA?

Schon im Juni 2018 hat Donald Trump kritisiert, dass Deutschland und andere
Staaten zu wenig Geld für das Militär ausgeben. Nun berichtet die
Nachrichtenagentur Bloomberg von neuen Plänen des US-Präsidenten, mehr Geld
zu verlangen: Alle Länder, in denen US-Truppen stationiert sind, sollen dafür die
gesamten Kosten plus 50 Prozent bezahlen.

Mehr als 35.000 Soldaten aus den USA arbeiten in Deutschland, wo sich wichtige Teile
des US-Militärs befinden. Dazu gehören die Zentrale der US-Armee für Europa und
Afrika in Stuttgart und die Europa-Zentrale der Luftwaffe in Ramstein. Nicht weit von
Ramstein ist das größte Militärkrankenhaus der amerikanischen Armee im Ausland.
Dort werden zum Beispiel US-Soldaten behandelt, die im Nahen Osten verletzt
wurden.

Ben Hodges war früher Kommandant des US-Militärs in Europa. Er weiß, wie wichtig
diese Stützpunkte für die USA sind, und erklärt: „Wir brauchen diesen Zugang zu
Europa, um uns selbst und unsere Verbündeten zu schützen.“ Auch der deutsche
Politiker Thomas Hitschler von der SPD meint: „Die US-Truppen bringen einen sehr
kleinen Vorteil für Deutschland, aber einen großen Vorteil für die Vereinigten Staaten.“

Hodges ist gegen Trumps Plan, aber er ist auch der Meinung, dass Deutschland mehr
für das Militär tun müsste. Denn als Mitglied der NATO muss Deutschland eigentlich
zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für das Militär ausgeben. Tatsächlich
sind es aber nur 1,24 Prozent. Für die US-Truppen bezahlt der deutsche Staat etwa eine
Milliarde Euro pro Jahr. Nach Trumps Plänen wären es in Zukunft ungefähr 4,6
Milliarden.

Autoren: Patrick Große/Teri Schultz/Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Truppe, -n (f.) – hier: die Armee; eine Gruppe von Soldaten

stationiert sein – als Soldat an einem bestimmten Ort arbeiten

Stützpunkt, -e (m.) – hier: eine militärische Basis; ein Gelände, das vom Militär
genutzt wird

etwas kritisieren – sagen, dass man etwas nicht gut findet

Militär (n., nur Singular) – die Soldaten eines Landes; die Armee

Nachrichtenagentur, -en (f.) – eine Firma, die Nachrichten veröffentlicht

plus – hier: und außerdem

sich befinden – an einem Ort sein

Zentrale, -n (f.) – hier: der Ort, von dem aus etwas organisiert wird

Armee, -n (f.) – die Soldaten eines Landes

Luftwaffe, -n (f.) – der Teil des Militärs, der mit Flugzeugen kämpft

Naher Osten – Länder in Vorderasien wie z. B. Saudi-Arabien oder Israel

Kommandant, -en/Kommandantin, -nen – hier: jemand, der beim Militär eine


Gruppe leitet (z. B. auf einem Schiff)

Zugang (m., hier nur Singular) – hier: die Möglichkeit, etwas zu bekommen/zu nutzen

Verbündete, -n (m./f.) – hier: jemand, der einen anderen im Krieg unterstützt

SPD (f.) – Abkürzung für: Sozialdemokratische Partei Deutschlands

NATO (f., nur Singular) – eine Gruppe von (meist europäischen und
nordamerikanischen) Staaten, die sich im Krieg gegenseitig unterstützen

Bruttoinlandsprodukt, -e (n.) – der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in


einem Jahr in einem Land hergestellt wurden

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

US-Truppen in Deutschland: Wer trägt die Kosten?

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Donald Trump will, dass ...


a) die USA weniger Geld für Soldaten ausgeben, die im Ausland stationiert sind.
b) viele Verbündete der USA mehr Geld für ihre Armeen ausgeben.
c) alle Mitglieder mehr Geld an die NATO zahlen müssen.

2. In Deutschland ...
a) dürfen keine Flugzeuge des US-Militärs landen.
b) sollen in Zukunft noch mehr US-Soldaten stationiert werden.
c) können US-Soldaten von Ärzten betreut werden.

3. Ben Hodges ...


a) ist der Chef aller US-Soldaten, die in Europa stationiert sind.
b) meint, dass die USA und Europa zusammenarbeiten müssen.
c) findet nicht, dass Deutschland die gesamten Kosten tragen sollte.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Wort gehört in welche Lücke? Wählt das richtige Wort aus.

1. Die ________________ entscheiden gemeinsam, wie sie auf die Krise reagieren.
2. Nach dem Kampf besucht der ________________ die verletzten Soldaten im
Krankenhaus.
3. Als Pilotin bei der ________________ war sie schon in verschiedenen Ländern
stationiert.
4. Das Militärflugzeug landet auf einem großen ________________ in Europa.
5. Wegen eines technischen Problems hat der Soldat den Kontakt zu den anderen
Mitgliedern seiner ________________ verloren.
6. Nur Mitarbeiter des Militärs haben ________________ zu diesem Gebäude.
7. Die ________________, in der alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden,
befindet sich in der Hauptstadt.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Luftwaffe
b) Truppe
c) Zentrale
d) Stützpunkt
e) Verbündeten
f) Zugang
g) Kommandant

3. Wiederholt den Konjunktiv II!


Setzt das Verb in den Konjunktiv II und schreibt es in die Lücken.

Wenn es in Deutschland keine US-Stützpunkte mehr gäbe, (1) ____________ (haben)


das Nachteile für die USA und ihre Verbündeten. Ohne die Stützpunkte (2)
____________ (sein) es schwieriger, die NATO-Staaten zu schützen. Wenn Flugzeuge
der US-Luftwaffe nicht in Europa landen (3) ____________ (dürfen), (4)
____________ (können) sie ihr Ziel, zum Beispiel im Nahen Osten, oft nicht so
schnell erreichen. Trotzdem meint Donald Trump, dass Deutschland mehr Geld für die
US-Truppen ausgeben (5) ____________ (sollen). Wenn seine Pläne Wirklichkeit
würden, (6) ____________ (müssen) Deutschland mehr als vier Milliarden Euro pro
Jahr bezahlen.

Autoren: Patrick Große/Teri Schultz/Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Nicht nur für Kinder: die Barbie

Am 9. März 2019 feierte sie ihren 60. Geburtstag: die Barbiepuppe. Ihr
Aussehen hat sich inzwischen stark verändert. Doch beliebt ist sie immer
noch – nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Sammlern.

Seit 60 Jahren spielen Kinder mit Barbiepuppen. Auch Bettina Dorfmann bekam ihre
erste Barbie mit sechs Jahren geschenkt. Das war im Jahr 1967. Heute besitzt die
Düsseldorferin die größte Barbie-Sammlung der Welt: 18.000 Puppen! Mit ihnen hat
sie es sogar ins „Guinness-Buch der Rekorde“ geschafft. Dorfmann besitzt auch
seltene Puppen, für die Sammler viel Geld bezahlen würden. Wie viel genau ihre
Sammlung wert ist, will sie aber nicht verraten.

Besonders beliebt unter Sammlern sind Barbiepuppen, die Stars wie Marilyn Monroe,
Audrey Hepburn oder Whitney Houston darstellen. Die Firma Mattel hat schon viele
unterschiedliche Barbies auf den Markt gebracht, zum Beispiel auch mehr als 20
Barbies in Trachten verschiedener Länder.

Anfang März 2019 feierte Barbie ihren 60. Geburtstag. Passend dazu organisierte
Dorfmann eine Ausstellung, die zeigt, wie sich die Puppe in den letzten 60 Jahren
gewandelt hat. „Der Kleidungsstil der Puppe hat sich verändert. Sie trägt heute eine
Jeans, eine Military-Jacke und ein graues T-Shirt. Sie hat keine traditionellen High
Heels, sondern stilvolle weiße Sneakers“, erzählt Bettina Dorfmann.

Viele Menschen kritisieren das Frauenbild, das die Barbie vermittelt: Sie ist zu
dünn, hat zu lange Beine, eine zu schmale Taille und zu große Brüste. Bettina
Dorfmann widerspricht der Kritik. Sie findet, dass die Barbie schon immer eine
emanzipierte Frau war und dass sie die verschiedenen Moden und auch die Träume
vieler Kinder verkörpert hat – als Ärztin, Polizistin oder Astronautin. „Als im letzten
Sommer Umweltorganisationen Alarm schlugen, dass Wildbienen vom Aussterben
bedroht seien, erschien sofort eine Imker-Barbie auf dem Markt“, sagt Dorfmann.

Autoren: Victor Weitz/Benjamin Wirtz


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Rekord, -e (m.) – der beste Wert in einem bestimmten Bereich

Sammlung, -en (f.) – das, was jemand gesammelt hat

etwas auf den Markt bringen – etwas verkaufen

Tracht, -en (f.) – die traditionelle Kleidung, die Menschen in einer bestimmten
Region tragen, z. B. zu Festen

sich wandeln – sich verändern

Stil, -e (m.) – die Art, wie etwas (z. B. Kunst oder Musik) gemacht wird

traditionell – hier: normal

High Heels (nur Plural, aus dem Englischen) – Schuhe mit einem hohen Absatz

stilvoll – elegant; mit gutem Geschmack

Sneaker, -s (m., aus dem Englischen) – ein sportlicher, moderner Schuh

Frauenbild, -er (n.) – die Vorstellung, die eine Gesellschaft von einer Frau hat

etwas vermitteln – die Vorstellung über etwas/jemanden öffentlich bekannt machen

Taille, -n (f.) – die schmale Stelle seitlich am Bauch zwischen Hüfte und Brustkorb

emanzipiert – selbstbewusst, selbstständig und wirtschaftlich unabhängig

etwas verkörpern – etwas darstellen; das Symbol für etwas sein

Astronaut, -en/Astronautin, -nen – jemand, der ins All fliegt

Alarm schlagen – auf etwas Gefährliches oder Negatives aufmerksam machen

vom Aussterben bedroht sein – als Tier- oder Pflanzenart in der Gefahr sein,
weniger zu werden und ganz von der Erde zu verschwinden

Imker, -/Imkerin, -nen – jemand, der Bienen hat und den Honig verkauft

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Nicht nur für Kinder: die Barbie

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Bettina Dorfmann …
a) hat mehr Barbies als andere Menschen auf der Welt.
b) stellt einige ihrer Puppen aus, damit auch andere Menschen sie anschauen können.
c) will ihre Barbie-Sammlung für viel Geld an Sammler verkaufen.

2. Laut Dorfmann …
a) hat sich die Barbie in den letzten 60 Jahren kaum verändert.
b) trug die Barbie früher Jeans und ein graues T-Shirt.
c) trägt die Barbie heute moderne Schuhe.

3. An der Barbie wird kritisiert, dass …


a) sie auch als Ärztin und Polizistin dargestellt wird.
b) ihr Aussehen dafür sorgt, dass man ein falsches Frauenbild bekommt.
c) ihre Herstellung besonders schlecht für die Umwelt ist.

2. Übt die neuen Vokabeln!


Welche Verben haben die gleiche Bedeutung? Ordnet zu.

1. haben a) meinen
2. anhaben b) sich verändern
3. verkaufen c) auf den Markt bringen
4. finden d) besitzen
5. verkörpern e) tragen
6. sich wandeln f) darstellen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Dativ oder Akkusativ?


Wird in den folgenden Sätzen der Dativ oder der Akkusativ benötigt? Wählt
die richtigen Wörter aus.

1. Dorfmann kann sich an ihre erste Barbie erinnern. Sie hat … im Jahr 1967
bekommen.
a) ihr
b) sie

2. Man hat … die Barbie geschenkt, als sie sechs Jahre alt war.
a) ihr
b) sie

3. Sie widerspricht … Menschen, die die Barbie kritisieren.


a) den
b) die

4. Sie besitzt 18.000 Puppen. Mit … hat sie es ins „Guinness-Buch“ geschafft.
a) ihnen
b) sie

5. Sie hat viele Barbies. Sie liebt … sehr.


a) ihnen
b) sie

6. Kinder freuen sich über … verschiedenen Kleidungsstücke, die es für Barbies heute
gibt.
a) den
b) die

7. Manchen Barbiepuppen kann man ... Trachten verschiedener Länder anziehen.


a) den
b) die

Autoren: Victor Weitz/Benjamin Wirtz


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Schule schwänzen fürs Klima

Weltweit demonstrieren Schüler freitags gegen die Klimapolitik, anstatt


in die Schule zu gehen. Von vielen Schulen und Politikern werden sie
dafür kritisiert. Jetzt stellen sich einige Eltern hinter ihre Kinder.

Seit Wochen gehen tausende Schüler weltweit freitags nicht in die Schule, sondern
auf die Straße. Sie demonstrieren für den Klimaschutz. Die jungen Klimaaktivisten
wollen, dass die Regierungen sich an ihre eigenen Ziele halten, die Erderwärmung
auf unter zwei Grad Celsius zu beschränken. Die Idee zu den Schülerstreiks hatte
die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Weltweit folgen ihr Schüler und streiken
unter dem Motto „Fridays For Future“.

Die Schulen gehen unterschiedlich mit den demonstrierenden Schülern um:


Während einige den Schülern für den Klimastreik freigeben, drohen andere mit
Strafen oder lassen den Unterricht nacharbeiten. Auch von Politikern gab es
verschiedene Reaktionen. Angela Merkel lobte den Einsatz der Schüler, CSU-
Politiker Andreas Scheuer sagte hingegen: „Wir brauchen keine Schulschwänzer.“
Viele Gegner der Schülerstreiks stellen die Frage, ob die jungen Menschen
überhaupt das Recht haben, für die Proteste die Schule zu schwänzen.

Auch Thomas Steghs Tochter schwänzt die Schule, um zu demonstrieren. Er findet


das gut: „Wir stellen uns hinter unsere Kinder und deren Forderungen. Außerdem
stellen wir uns auch ganz explizit hinter das Mittel des Schulstreiks.“ Stegh ist
Mitinitiator von „Parents for Future“. Eltern, Großeltern und andere Erwachsene
schlossen sich dabei deutschlandweit zusammen, um die streikenden Schüler zu
unterstützen. Innerhalb von zwei Wochen unterschrieben mehr als 14.000 Menschen
die Forderungen der Eltern.

Mittlerweile stellen sich Erwachsene weltweit hinter ihre Kinder. Auch in Österreich
und Schweden gibt es „Parents for Future“. In Australien nennen sie sich „Australian
Parents for Climate Action“ und in den USA „Climate Parents“. Kritik an ihnen gibt es
überall. Doch Stegh will seine Tochter trotzdem weiter bei ihrem Protest
unterstützen. „Die Wissenschaft steht auf der Seite unserer Kinder“, sagt er.

Autoren: Julia Vergin/Benjamin Wirtz


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

die Schule schwänzen – nicht in die Schule gehen, obwohl man es muss (Person:
der Schulschwänzer, die Schulschwänzerin)

sich hinter jemanden stellen – jemanden unterstützen; sagen, dass man auf der
Seite von jemandem ist

Klimaaktivist, -en/Klimaaktivistin, -nen – jemand, der viel dafür tut, ein


bestimmtes politisches Ziel, das mit dem Klima zu tun hat, zu erreichen

Erderwärmung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass die Luft und das Wasser auf
der Erde immer wärmer werden

etwas beschränken – hier: dafür sorgen, dass etwas nicht mehr wird

Motto, -s (n.) – ein Wort oder ein kurzer Satz, der den wichtigsten Gedanken einer
Gruppe darstellt

mit etwas um|gehen – hier: sich in Bezug auf etwas verhalten

jemandem frei|geben – sagen, dass jemand nicht zur Schule/zur Arbeit kommen
muss

mit etwas drohen – sagen, dass man etwas Negatives tun wird

Einsatz, Einsätze (m.) – hier: die Anstrengung

hingegen – im Gegensatz dazu

Gegner, - /Gegnerin, -nen – hier: jemand, der gegen etwas ist

explizit – hier: sehr deutlich

Mittel, - (n.) – etwas, das dabei hilft, ein Ziel zu erreichen

Mitinitiator, -en/Mitinitiatorin, -nen – jemand, der sich mit anderen ein


Projekt ausdenkt und es startet

sich zusammen|schließen – eine Gruppe bilden, um gemeinsam ein Ziel zu


erreichen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Schule schwänzen fürs Klima

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Antworten aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Warum gehen tausende Schüler nicht in die Schule?


a) Sie protestieren gegen die schlechten Bedingungen an den Schulen.
b) Sie fordern von den Politikern, mehr für die Umwelt zu tun.
c) Sie wollen zeigen, dass sie mit der aktuellen Klimapolitik nicht zufrieden sind.

2. Wie reagieren die Schulen auf die Schüler, die nicht zum Unterricht kommen?
Manche Schulen …
a) bestrafen die Schüler.
b) sagen den Schülern, dass sie nicht zur Schule kommen müssen.
c) lassen die Schüler den Unterricht zu einer späteren Zeit nachholen.

3. Was macht die Bewegung „Parents for Future“?


a) Sie fordern eine bessere Klimapolitik.
b) Sie verteidigen die Schüler, die für Klimaproteste die Schule schwänzen.
c) Sie protestieren, weil sie Angst haben, dass durch die vielen streikenden Schüler die
Bildung schlechter werden könnte.

2. Übt die neuen Vokabeln!


Welche Sätze beschreiben welche Verben? Ordne zu.

1. Ich geh heute nicht zur Schule. Ich gehe lieber shoppen!
2. Meine Oma feiert morgen ihren 100. Geburtstag. Mein Chef hat mir deshalb erlaubt,
dass ich morgen nicht arbeiten muss.
3. Mein Nachbar hat mir gesagt, dass er etwas Schlimmes tun wird, wenn ich abends
nicht leiser Musik höre.
4. Wir haben uns mit fünf weiteren Personen zusammengetan, um unsere
gemeinsamen Ziele zu erreichen.
5. Alle kritisieren unseren Bürgermeister, aber ich unterstütze und verteidige ihn.
6. Die Menschengruppe geht auf die Straße und protestiert gegen das neue Gesetz.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) demonstrieren b) drohen c) sich zusammenschließen


d) freigeben e) schwänzen f) sich hinter jemanden stellen

3. Das kleine Wort „zu“


In welche Lücke gehört das Wort „zu“? Setzt es überall ein, wo es eingefügt
werden kann. Ansonsten wählt „-“ aus.

1. Die Klimaaktivisten erwarten von den Regierungen, dass sie sich an ihre
Versprechen ____ halten.
a) zu
b) -

2. Sie fordern die Regierungen dazu auf, die Erderwärmung auf unter zwei Grad ____
beschränken.
a) zu
b) -

3. Manche Schulen drohen mit Strafen, wenn die Schüler während der Schulzeit
demonstrieren ____ gehen.
a) zu
b) -

4. Andere Schulen haben sich entschlossen, den Unterricht ausfallen ____ lassen.
a) zu
b) -

5. Sie haben sich zusammengeschlossen, um die streikenden Schüler _____


unterstützen.
a) zu
b) -

6. Gegner der Schülerstreiks fragen, ob die jungen Menschen überhaupt das Recht
zum Demonstrieren ____ haben.
a) zu
b) -

Autoren: Julia Vergin/Benjamin Wirtz


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Stirbt der Spielzeugladen?

Generationen von Kindern haben ihre Nasen an die Schaufenster von


Spielzeugläden gedrückt und von Puppen oder Bauklötzen geträumt. Doch
die Läden sind in Gefahr, denn immer mehr Menschen kaufen Spielzeug im
Internet.

Früher waren sie ein Paradies für Kinder: Geschäfte, in denen es Puppen, Bauklötze
und alle anderen Arten von Spielzeug gab. Manchmal fuhr dort sogar eine
Modelleisenbahn durch eine Landschaft mit Bergen, Bäumen und kleinen Häusern.
Viele Menschen kennen solche Spielzeugläden noch aus ihrer Kindheit. Doch in den
Einkaufsstraßen findet man sie nur noch selten.

Viele Läden müssen schließen, weil sich der Verkauf von Spielzeug für sie nicht mehr
lohnt. Ein Grund dafür ist, dass immer mehr Menschen im Internet einkaufen. 40
Prozent des Umsatzes werden heute dort gemacht. Aber auch andere Geschäfte
haben inzwischen immer wieder Spielzeug im Angebot. Pünktlich zu Weihnachten
warb zum Beispiel ein Discounter, der sonst vor allem Lebensmittel verkauft, mit
einem ganzen Prospekt für Spielzeug.

Reine Spielzeug-Fachgeschäfte scheinen nicht mehr modern zu sein und langsam


auszusterben. Jürgen Budke, der das Kinderkaufhaus Mukk in Münster leitet, sagt:
„Wir sind Dinosaurier.“ Aber er ist überzeugt, dass die Dinosaurier überleben
können – mit Ideen, die mehr Einkaufsspaß bieten.

In seinem Geschäft dürfen Kinder das Spielzeug nicht nur anschauen, sondern au ch
anfassen und ausprobieren. Sogar ein Karussell gibt es dort. Außerdem finden
regelmäßig Veranstaltungen statt, zum Beispiel die „Magische Nacht im
Kinderkaufhaus“. Das erinnert an den alten Zauber, den die Spielzeugläden schon
früher für Kinder hatten. Und vielleicht ist der ja doch stärker als das Internet.

Autoren: Erich Reimann (dpa)/Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Bauklotz, -klötze (m.) – hier: kleine Teile aus Holz, aus denen man etwas bauen kann

Paradies, -e (n.) – hier: ein besonders schöner Ort, an dem es alles gibt, was man
haben möchte

Modelleisenbahn, -en (f.) – ein sehr kleiner Zug, der mit Strom fährt

Kindheit (f., nur Singular) – die Zeit, in der man ein Kind ist

Prozent, e (n.) – ein Teil von Hundert; ein Teil eines Ganzen; der Anteil

Umsatz, Umsätze (m.) – das Geld, das man für den Verkauf von Waren oder
Dienstleistungen erhält, für das man aber noch Steuern bezahlen muss

für etwas werben – Werbung für etwas machen; durch verschiedene Aktionen dafür
sorgen, dass etwas erfolgreich wird

Discounter, - (m., aus dem Englischen) – ein Geschäft, das Waren sehr billig verkauft

Prospekt, -e (m.) – ein kleines Heft, mit dem man Werbung für sein Geschäft macht

Fachgeschäft, -e (n.) – ein Geschäft, in dem es nur Waren einer bestimmten Art gibt

aus|sterben – aufhören zu existieren

Dinosaurier, - (m.) – eine sehr große Tierart (Echsen), die vor vielen Millionen
Jahren auf der Erde gelebt hat

überleben – weiterexistieren

etwas aus|probieren – etwas zum ersten Mal machen, um zu sehen, ob es einem


gefällt und gut funktioniert

Karussell, -s (n.) – ein rundes Gestell (oft mit Pferden aus Holz), das sich dreht

magisch – geheimnisvoll; so, dass man etwas nicht logisch erklären kann

Zauber (m., nur Singular) – hier: das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Stirbt der Spielzeugladen?

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was steht im Text?


a) Heute kaufen die Menschen weniger Spielzeug als früher.
b) Die Zahl der Fachgeschäfte für Spielzeug sinkt.
c) Viele Spielzeugläden sind in einer schwierigen Situation.

2. Was ist richtig?


a) Manche Fachgeschäfte machen nicht mehr genug Umsatz.
b) Das meiste Spielzeug wird heute online verkauft.
c) Heute kann man Spielzeug nicht nur in Fachgeschäften kaufen.

3. Was wird über Jürgen Budke und sein Geschäft gesagt?


a) Er verdient viel Geld mit Spielzeug-Dinosauriern.
b) Im Kinderkaufhaus Mukk kann man nicht nur einkaufen, sondern auch Spaß haben.
c) Herr Budke hat das Karussell aus seinem Laden verkauft.

2. Übt die Vokabeln!


Was passt zusammen? Ordnet zu.

1. Wenn man wenig Geld für Lebensmittel ausgeben will, kauft man am besten in
einem ______________________ ein.
2. Wenn ich wissen will, was diese Woche im Angebot ist, lese ich den
______________________ des Supermarkts.
3. Unser Sohn interessiert sich sehr für Züge. Deshalb haben wir ihm eine
______________________ geschenkt.
4. Mir ist schlecht, weil ich auf dem ______________________ zu lange im Kreis
gefahren bin.
5. Ich kaufe technische Geräte am liebsten in einem ______________________
weil mir persönliche Beratung sehr wichtig ist.
6. Viele Kinder interessieren sich sehr für ______________________, obwohl sie
schon lange ausgestorben sind.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Dinosaurier
b) Karussell
c) Discounter
d) Prospekt
e) Fachgeschäft
f) Modelleisenbahn

3. Übt das Präteritum!


Schreibt das Verb im Präteritum in die Lücke. Achtet auf die richtige Form.

1. Früher _____________ (kaufen) man alles, was man brauchte, in Geschäften in


der Nähe.
2. In jedem Viertel _____________ (finden) man einen kleinen Lebensmittelladen.
3. In den Geschäften _____________ (geben) es nicht so viele Waren wie heute in
den Supermärkten und den Kaufhäusern.
4. Die Besitzer kleiner Läden _____________ (kennen) ihre Kunden oft noch
persönlich.
5. Mit einem Schild vor dem Laden _____________ (werben) man für seine
Produkte.
6. Meine Eltern _____________ (erinnern) sich noch genau an den kleinen
Spielzeugladen, den es in ihrer Kindheit gab.
7. Die Geschäfte waren nicht bis 20 Uhr geöffnet, sondern _____________
(schließen) oft schon um 18 Uhr.

Autoren: Erich Reimann (dpa)/Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Ein Lehrer reist um die Welt

Ein Jahr lang reiste Jan Kammann durch Europa, Asien, Lateinamerika
und Afrika. Der Lehrer aus Hamburg wollte die Heimatländer seiner
Schüler kennenlernen. Dabei hat er viele neue Erfahrungen gemacht.

Jan Kammann unterrichtet Englisch und Erdkunde in Hamburg. In seiner Klasse


sitzen Jugendliche aus aller Welt, die in Deutschland eine neue Sprache und eine neue
Kultur lernen müssen. Um seine Schüler besser zu verstehen, hat der 39-jährige Lehrer
ihre Heimatländer besucht und ein Buch darüber geschrieben: „Ein deutsches
Klassenzimmer. 30 Schüler, 22 Nationen, 14 Länder und ein Lehrer auf Weltreise“.

Kammanns Reise führte ihn auf vier Kontinente. Im Gepäck hatte er Tipps und
Informationen, die seine Schüler für ihn aufgeschrieben hatten. So erfuhr er, wie die
Kolonialmächte Menschen aus Westafrika versklavten, dass es in Nicaragua auch
einen Schwarzwald gibt und wo man den besten Latte Macchiato der Welt trinken
kann – im Kosovo.

Zwei Tage war er mit dem Bus nach Bulgarien unterwegs – und danach sehr müde.
Jetzt weiß er, wie sich seine Schülerin fühlt, die diese Reise regelmäßig unternimmt.
In Südkorea merkte er, dass man dort oft viel zurückhaltender ist als in
Deutschland. Lautes Lachen oder Diskutieren kann dort als Kritik verstanden werden.
Und er entdeckte seine Liebe zur koreanischen Küche. Sogar einen Kochkurs hat er in
Korea gemacht.

Für Jan Kammann war die Reise eine große Bereicherung. Er hat gelernt, wie
privilegiert er als Deutscher ist und wie wenig er über manche Kulturen weiß. Und er
hat erkannt, wie viel seine Schüler leisten, wenn sie Deutsch lernen und sich an eine
neue Kultur anpassen. Vielleicht wird er ja noch einmal eine solche Reise
unternehmen. „Ich habe Reiseführer aus 45 Ländern“, sagt er, „Stoff für viele
Weltreisen“.

Autoren: Andrea Grunau/Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Erdkunde (f., nur Singular) – ein Fach, in dem man etwas über Länder und Regionen
der Welt lernt

Kolonialmacht, -mächte (f.) – ein Land, das auch entfernte Gegenden beherrscht
und ausnutzt

jemanden versklaven – jemanden zu einer Sache machen, die man kaufen kann;
jemanden mit Gewalt zur Arbeit zwingen

Nicaragua (ohne Artikel, nur Singular) – ein Land in Mittelamerika

Schwarzwald (m, nur Singular) – eine Region mit sehr viel Wald im Südwesten
Deutschlands

Latte Macchiato, -s (m., aus dem Italienischen) – ein nach italienischer Art
zubereiteter Kaffee mit viel Milch

Kosovo (n./m., nur Singular) – ein Land in Südosteuropa

Bulgarien (n., meist ohne Artikel, nur Singular) – ein Land in Osteuropa

etwas unternehmen – hier: etwas machen

Südkorea (n., meist ohne Artikel, nur Singular) – ein Land in Ostasien

zurückhaltend – hier: so, dass man seine Gefühle nicht so stark zeigt; ziemlich ruhig

Bereicherung (f., nur Singular) – hier: eine gute, hilfreiche Erfahrung, durch die man
sich weiterentwickelt

privilegiert – so, dass es einem besser geht als anderen

sich an etwas an|passen – sich so verhalten, wie es die anderen tun

Reiseführer, - (m.) – hier: ein Heft oder Buch mit Informationen für Touristen

Stoff (m., nur Singular) – hier: das Material

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Ein Lehrer reist um die Welt

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Jan Kammann ...


a) hat schon auf der ganzen Welt als Lehrer gearbeitet.
b) arbeitet an einer Schule in Deutschland.
c) ist mit seinen Schülern in ihre Heimatländer gereist.

2. Auf der Reise ...


a) hat er etwas über die Geschichte Afrikas gelernt.
b) ist es oft passiert, dass Menschen über ihn gelacht haben.
c) hat er gelernt, neue Gerichte zu kochen.

3. Seit Jan Kammann die Reise gemacht hat, ...


a) verdient er mehr Geld als früher.
b) versteht er seine Schüler besser.
c) hat er Lust auf weitere Reisen.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Wort passt? Wählt zu jedem Satz das richtige Wort aus.

1. Das Lernen einer Fremdsprache ist immer eine __________________, denn


man versteht eine Kultur viel besser, wenn man mit den Menschen reden kann.
2. Der Autor hat schon viele Informationen gesammelt und einige Interviews geführt.
Er hat also genug __________________ für sein neues Buch und kann bald mit
dem Schreiben beginnen.
3. In jedem guten __________________ gibt es Informationen über Hotels,
Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmöglichkeiten.
4. Du weißt nicht, wie die Hauptstadt von Südkorea heißt? Dann hast du im
__________________-Unterricht wohl geschlafen!
5. Von 1884 bis 1915 herrschte Deutschland als _________________ über
Namibia, das damals „Deutsch-Südwestafrika“ hieß.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a) Stoff
b) Bereicherung
c) Kolonialmacht
d) Reiseführer
e) Erdkunde

3. Übt die lokalen Präpositionen!


Welche Präposition passt? Wählt die richtige Lösung aus.

Heute reist man viel schneller und bequemer als früher. Mit dem Flugzeug kann man
Orte (1) _______ (in/auf/bei) allen Kontinenten innerhalb eines Tages erreichen. Die
Menschen machen zwar immer noch gerne Urlaub (2) _______ (in/im/ins) eigenen
Land, aber viele fliegen auch (3) _______ (zu/in/nach) Asien, Afrika oder Amerika.
Stolz zeigen sie ihren Freunden Fotos (4) _______ (aus/von/nach) aller Welt. Wer
Angst vor dem Fliegen hat, muss sich ein Ziel suchen, das man mit der Bahn oder mit
dem Auto erreichen kann. Doch das muss kein Nachteil sein: Auch (5) _______
(in/im/ins) Italien oder (6) _______ (in/im/ins) Kosovo kann man sich gut erholen –
und das ist schließlich das Wichtigste.

Autoren: Andrea Grunau/Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die Roten Funken im Kölner Karneval

Die Roten Funken sind eine traditionsreiche Gruppe im Kölner Karneval.


In ihrer Uniform stellen sie alte Kölner Stadtsoldaten dar und gehen zum
Beispiel im Rosenmontagszug mit. Frauen trifft man bei ihnen fast nie.

Ein typisches Bild im Kölner Karneval sind die Funken mit ihren roten, blauen oder
grünen Uniformen. Die Roten Funken sind das älteste Traditionscorps in Köln. Sie
wurden 1823 gegründet und nahmen schon im selben Jahr am ersten Kölner
Rosenmontagszug teil. Noch heute sind sie nicht nur an Rosenmontag überall in der
Stadt zu sehen.

Mit ihren roten Uniformjacken, weißen Hosen, Perücken und Gewehren aus Holz
persiflieren sie die alten Kölner Stadtsoldaten, die bis Ende des 18. Jahrhunderts die
Stadt bewachten. Diese waren nicht besonders angesehen und galten dank einer gut
gesicherten Stadtmauer als eher nutzlos. Um sich etwas Geld dazuzuverdienen,
strickten sie Strümpfe oder arbeiteten bei reichen Familien im Haushalt – und sie
waren für ihre Trinkfreudigkeit bekannt.

Dass die mehr als 600 Mitglieder des traditionsreichen Vereins auch heute gern trinken,
ist allgemein bekannt. Fast alle von ihnen sind Männer. Um Mitglied zu werden,
braucht man gute Beziehungen, Freunde oder Familienmitglieder, die schon dabei
sind. Bis man aber in den Verein aufgenommen wird, kann einige Zeit vergehen, weiß
Günter Ebert aus dem Vorstand der Roten Funken: „Das kann drei bis vier Jahre
dauern. Mit Geld einfach reinkaufen, kann man sich hier nicht.“

Wer bei den Funken natürlich nicht fehlen darf, ist das sogenannte Funkenmariechen.
Sie ist die Tänzerin des Vereins und wird bei den Karnevalszügen oft auf Händen
getragen und durch die Luft geworfen. Da die Roten Funken ein Verein nur für Männer
sind, wurde die „Marie“ ursprünglich sogar von einem Mann dargestellt. Erst die Nazis
wollten, dass die Rolle eine Frau übernimmt. Neben der „Marie“ gibt es bei den Roten
Funken zurzeit nur eine weitere Frau in Funken-Uniform: Als Oberbürgermeisterin von
Köln ist Henriette Reker Ehrenmitglied der Roten Funken.

Autoren: Silke Wünsch ; Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Funke, -n (m.) – hier: eine Person im Karneval, die einen alten Stadtsoldaten darstellt

traditionsreich – mit langer Tradition

Uniform, -en (f.) – die Kleidung von z. B. Polizisten, die bei allen gleich ist

Rosenmontagszug, -züge (m.) – eine lange Reihe geschmückter Wagen und


Fußgruppen, die am Karnevalsmontag durch die Straßen ziehen

Traditionscorps, - (n.) – eine bestimmte Karnevalsgesellschaft mit Uniform

Perücke, -n (f.) – unechtes Haar, das man sich auf den Kopf setzt

Gewehr, -e (n.) – eine lange Waffe, mit der man schießen kann

etwas persiflieren – etwas nachahmen; etwas ironisch darstellen

etwas bewachen – auf etwas aufpassen; etwas kontrollieren

angesehen – so, dass eine gute Meinung über etwas/jemanden existiert

nutzlos – so, dass etwas oder jemand für nichts zu gebrauchen ist

stricken – mit Nadeln Kleidungsstücke aus z. B. Wolle herstellen

Trinkfreudigkeit (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man gern viel Alkohol trinkt

gute Beziehungen – die Tatsache, dass man einflussreiche Bekannte hat

vergehen – hier: dauern

Vorstand, -stände (m.) – die Leitung; die Führung

rein|kaufen – umgangssprachlich: viel Geld bezahlen, um Mitglied zu werden

Nazi, -s (m.) – eine Person, die die Hitler-Diktatur unterstützt hat

etwas übernehmen – hier: etwas (z.B. eine Aufgabe oder Position) annehmen und
alles, was dazu gehört, erledigen

Ehrenmitglied, -er (n.) – ein besonderes Mitglied eines Vereins

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die Roten Funken im Kölner Karneval

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Welche Aussage über die Roten Funken ist richtig?


a) Frauen, die bei den Roten Funken Mitglied sind, dürfen keine Uniform tragen.
b) Die Nazis wollten die Roten Funken verbieten.
c) Die Roten Funken haben schon am ersten Rosenmontagszug teilgenommen und
sind heute immer noch dabei.

2. Was ist Teil der Uniform?


a) rote Hosen
b) unechte Haare
c) Holzwaffen

3. Was wird über die Geschichte der Roten Funken gesagt?


a) Die alten Kölner Stadtsoldaten, die die Roten Funken darstellen, waren früher sehr
beliebt.
b) Die Stadtsoldaten durften keinen Alkohol trinken.
c) Die Stadtsoldaten verdienten wenig Geld und hatten deshalb kleine Nebenjobs.

2. Übt die Vokabeln!


Welche Wörter gehören in welche Lücken? Entscheidet!

1. Am Sonntag und Rosenmontag gehen die längsten ______________ durch die


Stadt.

2. Er ist schon 50 Jahre Mitglied im Verein. Als Dankeschön bekommt er den Titel
als ______________.

3. Die ______________ der Roten Funken besteht aus einer weißen Hose und
einer roten Jacke.

4. Der ______________ hat bei seinem letzten Treffen beschlossen, keine neuen
Mitglieder mehr aufzunehmen.

5. Manche ______________ sehen echt aus, obwohl sie nur Teil des
Karnevalskostüms sind.

Deu t sch zum Mi tnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. In der Kneipe ist es unpraktisch, an Karneval eine ______________ zu tragen,


weil man dann sehr schnell schwitzt.

7. Von der Kölner ______________ sind nur noch vier Tore erhalten.

a) Perücke b) Vorstand c) Uniform d) Karnevalszüge


e) Stadtmauer f) Gewehre g) Ehrenmitglied

3. Übt die trennbaren Verben in den verschiedenen Zeiten!


Sind die Verben in Klammern trennbar oder nicht? Schreibt die richtigen
Formen in die Lücken. Manche Lücken bleiben frei. Schreibt dann ein
Minus (-).

1. Die Karnevalisten ___________ mit ihren Kostümen verschiedene


Berufsgruppen _____. (darstellen Präsens)

2. Ich ___________ an einem Kurs _____, um den kölschen Dialekt zu lernen.


(teilnehmen Präsens)

3. Im 18. Jahrhundert ___________ Stadtsoldaten die Stadt _____. (bewachen


Präteritum)

4. Die Karnevalszeit ___________ jedes Jahr viel zu schnell _____. (vergehen


Präsens)

5. Der Verein _____ mich nach drei Jahren Wartezeit letztes Jahr endlich
___________ (aufnehmen Perfekt)

6. Im Vorstand _____ er die Rolle des Präsidenten ____________ (übernehmen


Präteritum)

Autorin: Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mi tnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Die Fußfessel – Überwachung von Straftätern

Wer eine Fußfessel trägt, hat eine Straftat begangen oder gilt als gefährlich.
Das kleine Gerät am Fuß kann überwacht werden und gibt Informationen
darüber, wo sich die Person gerade aufhält.

104 Personen tragen in Deutschland aktuell eine Fußfessel. Die meisten von ihnen sind
ehemalige Straftäter, die schon mindestens zwei Jahre im Gefängnis gesessen
haben. Sie haben die Strafe zwar abgesessen, aber sie gelten noch als
„hochgefährlich“ und werden deshalb überwacht. Viele von ihnen sind Sexualstraftäter,
Islamisten oder Personen, die zum Beispiel wegen Gewalt gegen ihre Partnerin oder
ihren Partner aufgefallen sind.

In einer kleinen hessischen Stadt werden die Täter mit Fußfesseln in der GÜL, der
„Gemeinsamen elektronischen Überwachungsstelle der Länder“, zentral überwacht. Die
GÜL befindet sich dort im Gefängnis und ist besonders geschützt. Hans-Dieter Amthor
und seine 17 Kollegen arbeiten dort 24 Stunden am Tag in Zweier-Teams. Zwölf
Stunden am Stück überwachen die Teams die Fußfessel-Träger in ganz Deutschland.

Dass man regelmäßig einen Alarm hört, ist normal: „Die meisten Alarme betreffen den
Akku“, erklärt Hans-Dieter Amthor. Denn der muss regelmäßig aufgeladen werden.
Ein anderer Grund ist, dass sich der Täter an einem Ort aufhält, an den er nicht gehen
darf: zum Beispiel dort, wo die Opfer leben. Wenn der Alarm geht, wird der Fußfessel-
Träger angerufen und muss sich erklären. Geht die Person nicht ans Telefon oder ist
ihre Antwort nicht glaubwürdig, wird die nächste Polizeistation informiert.

Wer wann wo sein darf, überwacht die Fußfessel mit Hilfe von GPS-Informationen.
„Wir betreiben aber keine Echtzeitüberwachung“, erklärt Hans-Dieter Amthor.
„Wenn alles in Ordnung ist, sehen wir nicht, ob der Proband gerade auf der Arbeit
oder im Supermarkt ist.“ Sie kennen die Namen der Probanden nicht, sie haben nur
eine Nummer. Denn auch für Straftäter gilt der Datenschutz.

Autoren: Sonja Jordans; Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Fußfessel, -n (f.) – ein kleines elektronisches Gerät am Fußgelenk, das kontrollieren


kann, wo ein Täter ist

Überwachung, -en (f.) – das Beobachten von jemanden; die Kontrolle (Verb:
jemanden überwachen)

Straftäter, -/Straftäterin, -nen – jemand, der etwas Kriminelles tut

sich an einem Ort auf|halten – an einem Ort sein

ehemalig – früher

im Gefängnis sitzen – im Gefängnis sein

eine Strafe ab|sitzen – für eine bestimmte Zeit wegen einer Straftat im Gefängnis
sein

Islamist, -en/Islamistin, nen – hier: ein extrem gewaltbereiter Moslem/eine extrem


gewaltbereite Muslima

wegen etwas auf|fallen – bemerkt werden; sich nicht normal verhalten

etwas/jemanden betreffen – mit etwas/jemandem zu tun haben

Akku, -s (m.) – ein Gerät, das Strom speichert und aufgeladen werden muss

etwas auf|laden – ein technisches Gerät wieder mit Elektrizität füllen

glaubwürdig – so, dass man jemandem glauben kann

GPS (n.) – ein System zur Navigation und Orientierung mithilfe von Satellitensignalen

etwas betreiben – hier: etwas ausüben; etwas machen

Echtzeitüberwachung, -en (f.) – die Kontrolle immer und überall

Proband, -en /Probandin, -nen – hier: jemand, der eine Fußfessel trägt

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Die Fußfessel – Überwachung von Straftätern

1. Fragen zum Text


Was steht im Text? Sind die Sätze richtig oder falsch? Entscheidet!

1. Personen, die etwas Verbotenes getan haben, tragen im Gefängnis eine


Fußfessel.
a) richtig
b) falsch

2. Die Schicht von Hans-Dieter Amthor und seinen Kollegen dauert 12


Stunden.
a) richtig
b) falsch

3. Jedes Bundesland hat eine elektronische Überwachungsstelle, die die


Fußfessel-Träger in ihrem Bundesland überwacht.
a) richtig
b) falsch

4. Wenn der Alarm im GÜL geht, liegt es meistens daran, dass der Akku
einer Fußfessel leer ist.
a) richtig
b) falsch

5. Viele Fußfessel-Träger dürfen nicht überall hingehen.


a) richtig
b) falsch

6. Die Mitarbeiter von der Überwachungsstelle kontrollieren die ganze


Zeit, wohin die Fußfessel-Träger gehen.
a) richtig
b) falsch

7. Wie die Fußfesselträger heißen, ist den Mitarbeitern unbekannt.


a. richtig
b. falsch

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

2. Übt die Vokabeln!


Welche Wörter gehören in welche Lücken? Entscheidet!

1. Wo ist hier im Raum eine Steckdose? Mein ______________ ist leer und ich
muss mein Handy laden.

2. Nachdem er zehn Jahre im ______________ saß, durfte er es wieder


verlassen.

3. Die Polizei fand den gesuchten ______________ im Wald und nahm ihn mit
zur Polizeistation.

4. Manche Personen, die gefährlich sind und nicht im Gefängnis sitzen, tragen eine
______________.

5. Die ________________ der verdächtigen Person war illegal.

6. Ich würde gern ein neues GPS-_____________ kaufen. Welches ist das beste?

7. Als der _______________ zu hören war, verließen alle Mitarbeiter das


Gebäude.

8. Das ______________ lag tot in seiner Wohnung.

a) Überwachung b) Gefängnis c) Alarm d) Akku


e) Gerät f) Fußfessel g) Straftäter h) Opfer

3. Übt die Pronomen!


Welche Pronomen fehlen in den Lücken? Wählt die richtige Antwort.

1. Die Täter sind hochgefährlich. Viele von __________ tragen eine Fußfessel.
a. sie
b. ihnen
c. seinen

2. Er wurde der Polizei wegen der Gewalt gegen __________ Freundin gemeldet.
a. seine
b. ihrer
c. seiner
3. Der Polizist und __________ Kollegen arbeiten 24 Stunden am Tag.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

a. ihre
b. seinen
c. seine

4. Wenn die Person nicht reagiert oder wenn _________ Antwort gelogen ist,
bekommt sie Besuch von der Polizei.
a. ihre
b. Ihre
c. seine

5. Die Fußfesselträger wissen: „Die Überwacher kennen _________ Namen


nicht.“
a. mein
b. meinem
c. meinen

6. Die Täter müssen für die Tat, die _________ begangen haben, eine bestimmte
Zeit im Gefängnis verbringen.
a. ihnen
b. sie
c. ihre

Autorin: Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 3 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Modedesigner Karl Lagerfeld ist tot

Die Modewelt ist sich einig: Karl Lagerfeld war einer der ganz Großen.
Seine Arbeit für Chanel und andere Labels hat die Mode stark beeinflusst.
Am 19. Februar 2019 ist der Modedesigner in Paris gestorben.

36 Jahre lang war er Kreativdirektor des berühmten Modehauses Chanel. Aber für
einen so produktiven Menschen wie Karl Lagerfeld war das nicht genug: Er gründete
außerdem ein eigenes Label, fotografierte, machte Kurzfilme und vieles mehr. Nun ist
der Modedesigner im Alter von 85 Jahren in Paris gestorben.

Ob sein Geburtsdatum – der 10. September 1933 – wirklich stimmt, weiß man
allerdings nicht. Er sagte, dass seine Geburtsurkunde im Krieg verbrannt ist und er
das genaue Datum nicht kennt. Sicher ist, dass er in Hamburg als Sohn einer reichen
Familie geboren wurde. Schon als Kind lernte er Französisch, zeichnete und
interessierte sich für Kunst, besonders für die französischen Maler. „Mein Fall war
alles, was französisch war“, sagte Karl Lagerfeld später.

Als junger Mann zog er schließlich nach Paris und gewann schon mit 20 Jahren einen
Modewettbewerb. In den folgenden Jahren arbeitete Lagerfeld für bekannte
Modelabels wie Chloé und Fendi. Als er 1983 Kreativdirektor bei Chanel wurde,
brachte er frischen Wind in die Kollektionen des Modehauses und machte die
Marke auch für junge Frauen wieder attraktiv.

Nicht nur die Modewelt ist sich einig: Karl Lagerfeld war einer der ganz Großen. Nach
Meinung von Michael Roth, dem deutschen Staatsminister für Europa, hat er
„vermutlich mehr für die deutsch-französischen Beziehungen getan als viele
Politiker“. Und das frühere Supermodel Claudia Schiffer sagte: „Karl Lagerfeld ist
unersetzlich. Er war die einzige Person, die Schwarz und Weiß bunt machen konnte.“

Autoren: Bettina Baumann/Nikolas Fischer/afp, dpa/Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Modedesigner, -/Modedesignerin, -nen – jemand, der Ideen für neue Kleidung


entwickelt

sich einig sein – der gleichen Meinung sein

Label, -s (n.) – hier: die Firma; die Marke

Kreativdirektor, -en/Kreativdirektorin, -nen – jemand, der eine Abteilung leitet,


die sich etwas Neues ausdenkt, z. B. Texte, Bilder oder Kleidung

produktiv – so, dass man sehr viele neue Dinge produziert oder entwickelt

Geburtsurkunde, -n (f.) – ein offizielles Papier von einem Amt, auf dem steht, wann
jemand geboren ist

verbrennen – durch Feuer zerstört werden

jemandes Fall sein – jemandem gefallen

Wettbewerb, -e (m.) – eine Veranstaltung mit mehreren Teilnehmern, bei der der/die
Beste einen Preis gewinnt

frischen Wind in etwas bringen – etwas mit neuen Ideen verändern

Kollektion, -en (f.) – hier: eine Gruppe von Produkten (oft Kleidung) der gleichen
Marke oder des gleichen Designers, die zu einem bestimmten Zeitpunkt neu zum
Verkauf angeboten werden

attraktiv – so, dass etwas interessant und positiv für jemanden ist

vermutlich – wahrscheinlich; mit ziemlicher Sicherheit

Supermodel, -s (n.) – jemand, der die Kleidung bekannter Modefirmen öffentlich


zeigt und dadurch sehr berühmt wird

unersetzlich – so, dass nur diese Person und niemand anderes etwas Bestimmtes
machen kann

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Modedesigner Karl Lagerfeld ist tot

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Welche Aussagen über Karl Lagerfeld sind richtig?


a) Er hat an vielen verschiedenen Projekten gearbeitet.
b) Als Designer hat er nur für Chanel gearbeitet.
c) Er hat eine eigene Firma besessen.

2. Was weiß man über seine Kindheit und seine Familie?


a) Laut Geburtsurkunde wurde er am 10. September 1933 in Hamburg geboren.
b) Seine Familie hatte keine finanziellen Probleme.
c) Er hat schon früh eine Fremdsprache gelernt.

3. Was wird im Text über seine Arbeit gesagt?


a) Am Anfang hatte er im Modegeschäft keinen großen Erfolg.
b) Im Jahr 1983 kauften vor allem junge Frauen die Mode von Chanel.
c) Durch seine Arbeit hat er neue Kundinnen für Chanel gewonnen.

2. Übt die Vokabeln!


Welches Wort passt? Zieht das passende Wort in die Lücke.

Viele junge Menschen interessieren sich für Mode. Manche von ihnen träumen davon,
ein (1) _________________ zu werden und schöne Kleider zu tragen. Andere
möchten (2) _________________ werden und beeinflussen, wie die Mode der
nächsten Jahre oder Jahrzehnte aussieht. Wenn man gute Ideen hat, gewinnt man
vielleicht schon während des Studiums einen (3) _________________. Doch der
Weg zum Erfolg ist nicht leicht. Nur wenige bekommen einen Job bei einem berühmten
(4) _________________ und bringen irgendwann ihre eigene (5)
_________________ heraus.

a) Wettbewerb
b) Designer
c) Kollektion

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

d) Supermodel
e) Label

3. „als“ oder „wenn“?


Welche Konjunktion passt? Wählt die richtige Lösung aus.

1. (Als/Wenn)________ Hamburg im Krieg zerstört wurde, verbrannte Karl


Lagerfelds Geburtsurkunde.
2. Karl Lagerfeld liebte Bücher. (Als/Wenn) ________ er Zeit hatte, ging er in eine
Buchhandlung und kaufte sich Bücher.
3. (Als/Wenn) ________ Karl Lagerfeld 1950 in Hamburg eine Modenschau des
Labels Dior sah, beschloss er, nach Paris zu ziehen.
4. (Als/Wenn) ________ irgendwo eine wichtige Modeveranstaltung stattfand, war
Karl Lagerfeld natürlich dabei.
5. Viele machten sich Sorgen um seine Gesundheit, (als/wenn) ________ er im
Januar 2019 nicht zu einer wichtigen Veranstaltung kam.
6. Viele Menschen waren sehr traurig, (als/wenn) ________ sie von Lagerfelds Tod
erfuhren.

Autoren: Bettina Baumann/Nikolas Fischer/afp, dpa/Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Venezuela: Arbeiten für ein warmes Essen

Die wirtschaftliche Situation in Venezuela wird immer schwieriger. Auch


das Unternehmen von Thilo Schmitz macht keine Gewinne mehr. Trotzdem
will der deutsch-venezolanische Firmenchef nicht aufgeben.

Eigentlich ist das Unternehmen von Thilo Schmitz eine Erfolgsgeschichte. 1996
verließ er Deutschland, um die Firma seines Vaters in der venezolanischen Hauptstadt
Caracas zu übernehmen. Aus einem kleinen Betrieb für Schreibgeräte mit 34
Angestellten machte er ein Unternehmen mit 200 Mitarbeitern, das 50 Millionen US-
Dollar pro Jahr umsetzte.

Auch unter dem sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez, der 1998 ins Amt kam,
liefen die Geschäfte zunächst gut. Die Regierung förderte die Bildung. Ein
Unternehmen, das Hefte und Bleistifte verkaufte, war da sehr willkommen – besonders,
wenn es seine Produkte in Armenvierteln zu günstigen Preisen anbot. Trotzdem
machte Thilo Schmitz sich Sorgen, weil er die Politik des venezolanischen Präsidenten
als immer aggressiver und fanatischer erlebte. Deshalb beschloss er im Jahr 2006,
das Unternehmen in Zukunft von Deutschland aus zu leiten.

Was unter Chávez begann, wurde mit dem neuen Präsidenten Nicolás Maduro noch
schlimmer. Heute steckt Venezuela in einer so schweren Wirtschaftskrise, dass die
Menschen hungern. Wer kann, wandert aus, zum Beispiel nach Kolumbien oder in
die USA. Die, die bleiben, haben zu Hause kaum etwas zu essen, auch weil es viele
Lebensmittel nicht mehr zu kaufen gibt. In der Firma von Thilo Schmitz bekommen sie
wenigstens ein warmes Essen. Schmitz meint: „Viele sind nur noch wegen des
Mittagessens da. Wenn sie das nicht mehr bei uns bekommen würden, wären sie schon
längst über alle Berge!“

Seine Firma schreibt inzwischen rote Zahlen. Warum macht er trotzdem weiter? Für
Thilo Schmitz ist die Antwort klar: „Wir haben eine Verantwortung für die Mitarbeiter,
das Unternehmen muss überleben. Und wir glauben daran, dass es irgendwann in
Venezuela wieder bergauf geht. Und wenn es so weit ist, will ich dabei sein!“

Autoren: Oliver Pieper/Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Venezuela (n., meist ohne Artikel, nur Singular) – ein Land im Norden Südamerikas

Unternehmen, - (n.) – hier: die Firma

Schreibgerät, -e (n.) – ein Gegenstand, mit dem man schreiben kann, z. B. ein Stift

etwas um|setzen – hier: durch Geschäfte eine bestimmte Geldsumme erhalten

ins Amt kommen – hier: eine offizielle Aufgabe übernehmen

etwas fördern – hier: etwas verstärken; etwas unterstützen

Bildung (f., nur Singular) – hier: alles, was damit zu tun hat, dass Leute etwas Neues
lernen, z. B. Schulen und Universitäten

Armenviertel, - (n.) – ein Stadtteil, in dem viele arme Menschen leben

aggressiv – so, dass man Streit sucht; angreifend; beleidigend

fanatisch – extrem; so, dass man ohne Rücksicht und ohne Nachdenken ein
bestimmtes Ziel erreichen will

aus|wandern – sein Heimatland verlassen und in ein anderes Land gehen, um dort zu
leben und zu arbeiten

Kolumbien (n., meist ohne Artikel, nur Singular) – ein Land im Norden Südamerikas
zwischen Venezuela und Ecuador

über alle Berge sein – weg sein; nicht mehr da sein

längst – schon seit längerer Zeit

rote Zahlen schreiben – finanzielle Verluste machen

überleben – weiterexistieren

bergauf gehen, es geht bergauf – hier: besser werden

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Venezuela: Arbeiten für ein warmes Essen

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Thilo Schmitz ...


a) leitet eine Firma, die sich in Venezuela befindet.
b) ist bei einem Unternehmen in Caracas angestellt.
c) hat dafür gesorgt, dass das Unternehmen gewachsen ist.

2. Während Hugo Chávez Präsident war, ...


a) machte sich Thilo Schmitz Sorgen um die Firma.
b) war die Firma wirtschaftlich erfolgreich.
c) entschied Thilo Schmitz, Venezuela zu verlassen.

3. Seit der Wahl von Nicolás Maduro ...


a) haben besonders viele Menschen in Venezuela finanzielle Probleme.
b) machen die Menschen mehr Urlaubsreisen in die Nachbarländer.
c) laufen die Geschäfte von Thilo Schmitz’ Firma sehr schlecht.

2. Übt die Vokabeln!


Welche Bedeutung haben die Ausdrücke in den Sätzen? Wählt die richtige
Lösung aus.

1. Wenn die Regierung die Bildung fördern will, ...


a) muss sie mehr Lehrer einstellen.
b) muss sie mehr Lehrer entlassen.

2. Wenn eine Firma rote Zahlen schreibt, ...


a) macht sie Verluste.
b) macht sie Gewinne.

3. Wenn man auswandert, ...


a) kehrt man in sein Heimatland zurück.
b) verlässt man sein Heimatland.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

4. Wenn es bergauf geht, ...


a) verschlechtert die Situation sich.
b) verbessert die Situation sich.

5. Wenn jemand über alle Berge ist, ...


a) ist er nicht zu Hause.
b) wartet er zu Hause.

6. Wenn man fanatisch ist, ...


a) ist einem alles egal.
b) will man ein Ziel unbedingt erreichen.

3. Wiederholt den Genitiv!


Setzt die Wörter in Klammern in den Genitiv und schreibt sie in die Lücken.

1. Thilo Schmitz ist der Chef _____ ______________ (ein Unternehmen), das
Schreibgeräte herstellt.
2. Während _____ ________________ (die Regierungszeit) von Hugo Chavéz
wurde Bildung staatlich gefördert.
3. Wegen der Politik _____ ______________ (der Präsident) beschloss Thilo
Schmitz, Venezuela zu verlassen.
4. Die Folgen _____ ___________ (die Krise) treffen nicht nur die großen
Unternehmen, sondern auch kleine Betriebe.
5. Viele Bürger ______________ (Venezuela) ziehen in andere Länder.
6. Der Chef versteht die Not _____ _______________ (seine Mitarbeiter).
7. Die finanziellen Verluste _____ __________ (die Firma) sind für Thilo Schmitz
kein Grund, das Unternehmen zu schließen.
8. Er hofft, dass die Probleme _____ ____________ (das Land) irgendwann gelöst
werden.

Autoren: Oliver Pieper/Anja Mathes


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Klimaschutz in der Disko

Berlin ist bekannt für seine Clubszene. Jetzt wollen Politiker dafür sorgen,
dass die Clubs der Hauptstadt grüner werden. Eine Idee ist zum Beispiel
eine Tanzfläche, die beim Tanzen Strom erzeugt.

Jährlich kommen tausende Touristen aus dem In- und Ausland in die deutsche
Hauptstadt Berlin. Viele wollen vor allem die bekannten Sehenswürdigkeiten besuchen
und etwas über die Geschichte der Stadt lernen. Andere kommen wegen der vielen
verschiedenen Ausgehmöglichkeiten am Abend nach Berlin. Die Clubszene dort ist
international bekannt und sehr beliebt. Doch die Diskos sind nicht gerade
umweltfreundlich – im Gegenteil.

Nach Angaben des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)
verbraucht ein Club pro Wochenende so viel Strom wie ein normaler Haushalt in einem
ganzen Jahr. Jetzt soll ein neues Klimaprojekt dabei helfen, die Diskos
umweltfreundlicher zu machen. Diskobesitzer können zum Beispiel zu Naturstrom-
Anbietern wechseln, energiesparende Technik benutzen, ihren Wasserverbrauch
senken und darauf achten, weniger Müll zu verursachen.

Eine besondere Idee hatte der holländische Designer Daan Roosegaard: Er ist der
Erfinder der sogenannten nachhaltigen Tanzfläche. Diese soll durch die Bewegung
beim Tanzen Strom erzeugen und kann so als neue Energiequelle genutzt werden.
Konstanze Meyer vom BUND würde es gut finden, wenn es diese Erfindung auch in
Deutschland geben würde. Bisher ist die Technologie allerdings noch sehr teuer. Aber
auch andere innovative Ideen, die Energie sparen und die Clubs grüner machen, sind
willkommen. Clubbesitzer können dafür finanzielle Unterstützung bekommen.

Dem Berliner Politiker Georg Kössler von den Grünen ist es vor allem wichtig, bei der
Zusammenarbeit mit den Clubs besonders viele Leute zu erreichen. Er möchte dadurch
mehr Menschen animieren, für den Umweltschutz aktiv zu werden. Die grünen
Clubs könnten dann ein Vorbild auf der ganzen Welt werden. Er sagt: „Ich hoffe, dass
andere Städte auf Berlin schauen werden und sagen: Das ist eine gute Idee, wir wollen
unseren Club auch nachhaltiger machen.“

Autoren: Anna-Sophie Brändlin; Anna-Lena Weber


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

grün – hier: umweltfreundlich

Clubszene, -n (f.) – hier: ein bestimmter Bereich des kulturellen Lebens

Tanzfläche, -n (f.) – der Boden, auf dem getanzt wird

Strom erzeugen – dafür sorgen, dass Strom entsteht

Ausgehmöglichkeit, -en (f.) – mögliche Orte (z. B. die Disko), abends wegzugehen

umweltfreundlich – so, dass etwas gut für Mensch und Natur ist

nach Angaben – so, wie jemand sagt oder berichtet

Anbieter,- (m.) – hier: eine Firma, die ein Produkt anbietet

energiesparend – so, dass wenig Energie oder Strom benutzt wird

Verbrauch (m., nur Singular) – die Tatsache, dass jemand etwas benutzt und es
dadurch weniger wird

etwas senken – etwas kleiner machen

Designer,-/Designerin, -nen (aus dem Englischen) – jemand, der etwas gestaltet

nachhaltig – hier: umweltfreundlich produziert

Energiequelle, -n (f.) – etwas, das Energie liefert

etwas nutzen – etwas verwenden; etwas benutzen

Technologie, -n (f.) – hier: die technische Methode

innovativ – hier: neu; originell; kreativ

jemanden zu etwas animieren – jemanden auffordern, etwas zu tun

aktiv werden – hier: bei etwas mitmachen; etwas gegen etwas unternehmen

Vorbild, -er (n.) – hier: ein Modell; ein gutes Beispiel, wie etwas gemacht wird

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Klimaschutz in der Disko

1. Fragen zum Text


Was steht im Text? Sind die Sätze richtig oder falsch? Entscheidet!

1. Ein Club verbraucht pro Woche so viel Strom wie ein normaler
Haushalt.
a) richtig
b) falsch

2. Müll, Strom- und Wasserverbrauch in Diskos führen zu


Umweltproblemen.
a) richtig
b) falsch

3. Der holländische Designer Daan Roosegaard hat eine Tanzfläche


erfunden, die Strom machen kann.
a) richtig
b) falsch

4. Nur Clubs, die viel Geld einnehmen, können sich teure und
umweltfreundliche Projekte leisten.
a) richtig
b) falsch

5. Georg Kössler möchte, dass durch das Klimaprojekt in den Clubs


mehr Leute auf die Umwelt achten.
a) richtig
b) falsch

6. Georg Kössler möchte, dass auch andere Städte ihre Clubs


umweltfreundlicher machen.
a) richtig
b) falsch

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

2. Übt die Vokabeln!


Welche Wörter gehören in welche Lücken? Entscheidet!

1. Berlin und Düsseldorf sind wegen ihrer __________________ sehr beliebt


bei jungen Leuten.

2. Wind, Sonne und Wasser gehören zu den natürlichen __________________.

3. Nach __________________ der Regionalzeitung haben Berlins Diskos im


vergangenen Jahr über eine Milliarde Euro eingenommen.

4. Wir suchen einen neuen __________________. Unser aktueller ist zu teuer.

5. Für den Umweltschützer ist die grüne Politik des Nachbarlandes ein
__________________.

6. Die jungen Leute kämpfen für den __________________ und suchen noch
neue Mitglieder für ihre Gruppe.

7. Wir versuchen, den __________________ in unserem Haushalt zu senken.

8. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind bei den Touristen aus dem
__________________ und aus anderen Ländern beliebt.

a) Stromanbieter b) Inland c) Stromverbrauch d) Vorbild


e) Umweltschutz f) Clubszenen g) Energiequellen h) Angaben

3. Übt die Adjektivendungen!


Schreibt die richtigen Endungen in die Lücken. Nicht alle Adjektive
bekommen eine Endung. Schreibt dann ein Minus (-).

1. Die Touristen besuchen die bekanntest___ Sehenswürdigkeiten der Stadt.

2. Dem Projekt mit der besten Idee versprach der Chef finanziell__ Unterstützung.

3. Der Umweltschützer arbeitet auf der ganz___ Welt.

4. Die Clubszene in Berlin ist sehr bekannt___ und sehr beliebt___.

5. Heute Abend wird im Konferenzraum ein neu___ Projekt vorgestellt.

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Energiesparend___ Lampen wirken sich positiv auf die Stromrechnung aus.

7. Deutschland möchte die gut___ Beispiele und Konzepte übernehmen.

8. Den Projektchefs gefiel vor allem, dass die vorgestellten Ideen nachhaltig___
waren.

9. Die Erfindung des holländisch___ Designers gefiel nicht nur den Kunden aus
dem eignen Land.

10. Der Clubbesitzer sprach mit dem jung____ DJ über die Musik für den Abend.

Autorin: Anna-Lena Weber


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 3 / 3


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Gesünder mit Grundeinkommen

Wer ein Grundeinkommen bekommt, ist gesünder und weniger gestresst.


Das ergibt ein finnisches Experiment mit 2000 Arbeitslosen. Die
Teilnehmer fanden mit dem Grundeinkommen allerdings nicht schneller
eine Arbeit.

Was bewirkt ein Grundeinkommen und welchen Einfluss hat es auf das Leben von
Arbeitslosen? Diese Fragen haben finnische Forscher zwei Jahre lang in einem
Experiment untersucht. Dabei bekamen 2000 Arbeitslose im Alter von 25 bis 58 Jahren
monatlich 560 Euro. Auf dieses Geld mussten sie keine Steuern zahlen, und auch das
Kindergeld gab es für Familien mit Kindern zusätzlich. Wer eine Arbeit fand, bekam
trotz des Arbeitslohns das Grundeinkommen weiter bezahlt. Eine Vergleichsgruppe
bekam das Grundeinkommen nicht.

Ein erstes vorläufiges Ergebnis der Studie zeigt vor allem eine Verbesserung der
Gesundheit. „Die Empfänger des Grundeinkommens wiesen weniger
Stresssymptome und Konzentrations- und Gesundheitsprobleme auf als die
Vergleichsgruppe“, sagte die Forscherin Minna Y likännö. Außerdem sahen sie für sich
nicht nur größere gesellschaftliche Möglichkeiten, sondern hatten auch ein stärkeres
Vertrauen in die Zukunft, so Y likännö.

Die Forscher wollten außerdem herausfinden, ob Arbeitslose mit Grundeinkommen,


schneller einen Job finden als Arbeitslose, die traditionelle Arbeitslosenhilfe
bekommen. Denn diese Arbeitslosenhilfe wird bei erfolgreicher Jobsuche nicht weiter
gezahlt. Doch: „Den Empfängern des bedingungslosen Grundeinkommens gelang es
weder besser noch schlechter als der Kontrollgruppe, einen Job zu finden,“ erklärte
Ohto Kanninen, Koordinator des Experiments.

Hinter dem Experiment steht die finnische Regierung von Ministerpräsident Juha
Sipilä. Ziel ist es, zu klären, wie die Sozialleistungen geändert werden können; denn
das aktuelle System gilt als sehr bürokratisch. Auch in Deutschland wird immer
wieder über eine Art Grundeinkommen diskutiert. Sowohl Teilnehmer als auch die
finnische Regierung bewerten das Experiment als „sehr erfolgreich“.

Autoren: stu (dpa, afp) /Anna-Lena Weber


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Grundeinkommen, - (n.) – ein garantiertes monatliches Einkommen

Experiment, -e (n.) – hier: der wissenschaftliche Versuch

Arbeitslose, -n (m./f.) – jemand, der keine Arbeit hat

etwas bewirken – dafür sorgen, dass etwas passiert

Forscher,-/Forscherin, -nen – ein Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin, der/die


versucht, zu einem bestimmten Thema etwas herauszufinden

Kindergeld (n., nur Singular) – das Geld, das Eltern monatlich vom Staat für jedes
Kind bekommen

zusätzlich – außerdem; extra

vorläufig – noch nicht die letzte Version; noch nicht endgültig

etwas auf|weisen – etwas haben

Symptom, -e (n.) – das Zeichen für eine Krankheit

Vertrauen (n., nur Singular) – hier: ein sicheres Gefühl

etwas heraus|finden – etwas feststellen; etwas wissen, was man vorher nicht wusste

traditionell – hier: normal

bedingungslos – hier: ohne etwas tun zu müssen

jemandem gelingt etwas – jemand schafft etwas

Koordinator, -en/Koordinatorin, -nen – jemand, der ein Projekt leitet

hinter etwas stehen – hier: etwas beauftragen; etwas wollen

Sozialleistung, -en (f.) – das Geld vom Staat (z. B. für arme Menschen oder Familien)

bürokratisch – so, dass etwas schwierig wird, weil man viel mit Behörden zu tun hat

etwas bewerten – etwas beurteilen; sagen, wie gut oder schlecht etwas ist

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Gesünder mit Grundeinkommen

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was wird über das Grundeinkommen im Experiment gesagt?


a) Das Grundeinkommen bekam nur eine spezielle Gruppe des Experiments.
b) Die Teilnehmer bekamen das Grundeinkommen weiterhin, auch wenn sie eine
Arbeit gefunden hatten.
c) Manche Teilnehmer bekamen entweder Grundeinkommen oder Kindergeld.

2. Was war das Ziel des Experiments?


a) Die Regierung wollte herausfinden, wie sie das System der Sozialleistungen
verändern kann.
b) Anderen Ländern in Europa sollte gezeigt werden, dass ein Grundeinkommen
sinnvoll ist.
c) Die Situation arbeitsloser Menschen sollte von der Bevölkerung besser
verstanden wird.

3. Was wird im Text über das Ergebnis des Experiments gesagt?


a) Minna Ylikännö erklärt, dass die Personen, die ein Grundeinkommen bekamen,
weniger gestresst waren und sich besser konzentrieren konnten.
b) Ohto Kanninen sagt, dass Teilnehmer aus beiden Gruppen gleich gut einen Job
fanden.
c) Die Regierung ist mit dem Ergebnis des Projekts nicht zufrieden.

2. Übt die Vokabeln!


Welche Wörter gehören in welche Lücken? Entscheidet!

1. Die Arbeitsbedingungen haben großen _____________ auf die Gesundheit.


2. Arme Menschen bekommen _____________ vom Staat.
3. Das _______________ hat gezeigt, was die Wissenschaftler vermutet hatten.
4. Manche _______________ haben es schwer, einen neuen Job zu finden.
5. Mir geht es nicht gut. – Welche _______________ haben Sie denn?
6. Die _______________ waren mit dem Ergebnis der Studie sehr zufrieden.
7. Weniger Stress im Job bewirkt eine _______________ der Lebensqualität.

a) Symptome b) Experiment c) Forscher d) Einfluss


e) Arbeitslose f) Sozialleistungen g) Verbesserung

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Doppelkonnektoren!


Wie heißen die Sätze mit den Doppelkonnektoren? Schreibt die richtigen
Wörter in die Lücken.

1. Die Teilnehmer bekommen das Grundeinkommen und ihr Gehalt.


Die Teilnehmer bekommen sowohl das Grundeinkommen _________
_________ ihr Gehalt.

2. Das System ist in Deutschland und in Finnland sehr bürokratisch.


Das System ist nicht nur in Deutschland, _________ _________ in Finnland
sehr bürokratisch.

3. Ich finde das Experiment nicht gut und nicht schlecht.


Ich finde das Experiment _________ gut noch schlecht.

4. Ich möchte mehr Geld verdienen oder mir eine neue Arbeit suchen.
Ich möchte _________ mehr Geld verdienen oder mir eine neue Arbeit suchen.

Autorin: Anna-Lena Weber


Redaktion: Stephanie Schmaus

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Eine Stadt wird Touristen-Hotspot

Gestern war Freudenberg noch ein verschlafenes Städtchen, heute kommen


Besucher aus aller Welt, um die idyllischen Fachwerkhäuser zu sehen.
Fotos auf Instagram haben den kleinen Ort zum Touristen-Hotspot
gemacht.

Eine steile Treppe führt vom Stadtzentrum zur Aussichtsplattform im Park. Von hier
oben hat man einen wunderbaren Blick auf die 80 Fachwerkhäuser aus dem 17.
Jahrhundert mit ihren spitzen Giebeln und schneebedeckten Dächern. Das
idyllische 18.000-Einwohner-Städtchen östlich von Köln ist eine Winterschönheit.
Fotos auf Instagram haben den noch vor kurzem verschlafenen Ort zu einem Hotspot
gemacht. Etwa 11.000 Posts findet man unter dem Hashtag #Freudenberg.

„Mit der Popularität im Netz steigen die Besucherzahlen, das spüren wir“, erzählt
Bürgermeisterin Nicole Reschke. Busse bringen die Touristen in den Ort und parken an
der Treppe, die zur Aussichtsplattform führt. Durchschnittlich kommen jährlich 30.000
Übernachtungsgäste nach Freudenberg. Hinzu kommen die Tagestouristen, die nur ein
paar Stunden bleiben und dann weiterfahren. Und sie werden immer mehr.

„Seit im japanischen Fernsehen über uns berichtet wurde, ist der Anteil japanischer
Touristen in den letzten drei bis vier Jahren enorm gestiegen“, erzählt Bärbel Bäumer
von der Touristeninformation Freudenberg. Die Stadt hat darauf reagiert: Flyer und
Stadtpläne gibt es nun auch in japanischer Sprache. Außerdem will man den Park
sanieren und ein Café oder einen Kiosk neben der Aussichtsplattform bauen. Auch
Behindertenparkplätze soll es bald geben, vielleicht sogar einen Elektrobus, der die
Besucher nach oben bringt.

Auch die Läden haben auf die Touristen reagiert: Sie verkaufen jetzt Souvenirs wie
Taschen oder Schlüsselanhänger, auf denen die schwarz-weißen Fachwerkhäuser zu
sehen sind. Doch was denken die Einwohner über die Touristenmassen, die in ihr
kleines Städtchen kommen? „Wir kommen klar. Die meisten Touristen sind sehr
nett“, meint Bäumer, die in einem der hübschen Fachwerkhäuser lebt.

Autoren: Rebecca Staudenmaier/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

idyllisch – sehr schön und friedlich

Fachwerkhaus, -häuser (n.) – ein traditionelles deutsches Haus, das so gebaut ist,
dass Holzbalken auf den Außenwänden zu sehen sind

Hotspot, -s (m., aus dem Englischen) – hier: ein sehr beliebter Ort

Aussichtsplattform, -en (f.) – ein Ort auf einem Turm oder einem Berg, von dem aus
man weit sehen kann

Giebel, - (m.) – die dreieckige Wand unterhalb eines Daches, die zur Straße zeigt

schneebedeckt – so, dass Schnee auf etwas liegt

verschlafen – hier: ruhig; langweilig

Popularität (f., nur Singular) – die Beliebtheit von jemandem/etwas

Netz (n., nur Singular) – hier: das Internet

etwas spüren – etwas fühlen; etwas merken

Anteil, -e (m.) – ein bestimmter Teil von einem Ganzen

enorm – hier: sehr groß

Flyer, - (m., aus dem Englischen) – die Broschüre; das Informationsblatt

etwas sanieren – etwas modernisieren oder erneuern

Behindertenparkplatz, -plätze (m.) – ein Parkplatz, auf dem nur behinderte


Menschen ihr Auto abstellen dürfen

Souvenir, -s (n.) – hier: ein Gegenstand, den Touristen kaufen können, um sich an
einen Ort zu erinnern

Schlüsselanhänger, - (m.) – etwas, das man an seinen Schlüssel hängt

Masse, -n (f.) – hier: sehr viel von etwas

klar|kommen – keine Probleme haben; etwas schaffen

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Eine Stadt wird Touristen-Hotspot

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was ist die Sehenswürdigkeit von Freudenberg?


a) eine sehr steile Treppe
b) viele traditionelle Fachwerkhäuser
c) ein besonderer Elektrobus, der Besucher zu einer Aussichtsplattform bringt

2. Wie hat die Stadt auf die vielen Touristen reagiert?


a) Sie lässt Informationsblätter übersetzen.
b) Sie verteilt kostenlose Souvenirs, auf die Fachwerkhäuser gedruckt sind.
c) Sie plant, mehr Parkplätze und ein Kiosk oder Café zu bauen.

3. Freudenberg …
a) hat mehr als 30.000 Einwohner.
b) liegt in der Nähe von Köln.
c) war schon einmal im japanischen Fernsehen zu sehen.

2. Bildet die Verkleinerungsform!


Wie lautet die Verkleinerungsform (der Diminutiv) zu den folgenden
Wörtern? Schreibt sie in die Lücke.

Beispiel:
die Stadt, das Städtchen

1. der Ort, das _______________


2. das Haus, das _______________
3. der Laden, das _______________
4. die Tasche, das _______________
5. das Teil, das _______________

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Präpositionen!


Welche Präpositionen gehören in die Lücken? Setzt ein.

Freudenberg liegt __________(1) Westen Deutschlands, etwa 80 Kilometer östlich


__________(2) Köln. __________(3) der Aussichtsplattform hat man einen
tollen Blick __________(4) das kleine Städtchen. Auf Instagram kann man
__________(5) dem Hashtag #Freudenberg Fotos sehen. Viele Touristen kommen
täglich __________(6) Freudenberg, um hier den Blick zu genießen. Einige
Besucher bleiben nicht lange __________(7) der Stadt, sondern fahren bald weiter.
Die Stadt will für die Besucher einiges angenehmer machen: sollen. __________(8)
der Treppe sollen Parkplätze zur Aussichtsplattform gebaut werden.

a) in b) im c) von d) auf
e) An f) unter g) Von h) nach

Autoren: Rebecca Staudenmaier/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Wenn die Holocaust-Zeitzeugen sterben

Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Bald wird es keine Holocaust-
Überlebenden mehr geben, die ihre Geschichte erzählen können. Doch ihre
Erinnerungen sollen nicht verloren gehen.

59 Jahre kein Wort über Auschwitz. Dann entscheidet Éva Fahidi, doch noch über ihre
Zeit im KZ zu sprechen. Seitdem kann sie nicht aufhören: Sie spricht in Schulen, bei
Veranstaltungen, vor Politikern. Sie will dafür sorgen, dass diese Hölle auf Erden nie
vergessen wird. Éva Fahidi, 93 Jahre alt, ist eine der letzten Überlebenden des
Holocausts.

Die Zeit rennt, sagt Leszek Szuster, Direktor der „Internationalen


Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim“: „In den 33 Jahren unseres Bestehens
standen wir mit 50 Auschwitz-Überlebenden in engem Kontakt.“ Jetzt kommen
nur noch vier bis fünf, um über ihre Erlebnisse zu sprechen. Viele sind verstorben.

Mit den wenigen Überlebenden spricht Szuster regelmäßig, um möglichst viel von ihren
Geschichten weitergeben zu können. Trotzdem: „An den Bericht eines Zeitzeugen
kommen wir nie heran“, sagt er. Deswegen werden die Treffen von Überlebenden mit
jungen Menschen gefilmt. Szuster will die Jugendlichen über den Holocaust
informieren, um vor den Gefahren von heute zu warnen – Antisemitismus,
Populismus, Hass gegen Flüchtlinge.

Auch andere denken an die Zeit danach. In Jerusalem nutzt ein Holocaust-Museum
soziale Medien: Informationen über viereinhalb der insgesamt sechs Millionen Opfer
des Holocausts kann man online finden. In New York zeigt das Jewish Heritage
Museum zwei Holocaust-Überlebende als Avatare, die den Museumsbesuchern auf
Fragen zu ihrer Vergangenheit antworten. Auch Éva Fahidi findet, dass die Erinnerung
an den Holocaust wach bleiben muss und fordert: „Das darf nicht noch einmal und kann
auch nicht noch einmal passieren.“

Autoren: Marina Strauß/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Auschwitz – ein Ort, an dem zur Zeit des Nationalsozialismus vor allem Juden
gefangen gehalten und ermordet wurden

KZ, -s (n.) – Abkürzung für: das Konzentrationslager; eine Art Gefängnis, in dem die
Nationalsozialisten sehr viele Menschen gefangen hielten und töteten

Hölle, -n (f.) – hier: ein sehr schlimmer Ort

Überlebende, -n (m./f) – jemand, der in einer gefährlichen Situation nicht gestorben


ist

Holocaust (m., nur Singular) – der Mord an den europäischen Juden durch die
Nationalsozialisten (1941-1945)

Begegnungsstätte, -n (f.) – ein Ort, an dem sich Menschen begegnen können

Bestehen (n., nur Singular) – hier: der Zeitraum, in dem es etwas schon gibt

mit jemandem in engem Kontakt stehen – sehr viel Kontakt zu jemandem haben

Erlebnis, -se (n.) – eine besondere Erfahrung

an etwas heran|kommen – so gut/hilfreich/effektiv sein wie etwas

Antisemitismus (m., nur Singular) – das feindliche Denken und Handeln gegenüber
Juden; der Hass gegen Juden

Populismus (m., nur Singular) – eine politische Richtung, die die Lage schlimmer
darstellt als sie ist und einfache Lösungen vorschlägt, um Wahlen zu gewinnen

Flüchtling, -e (m.) – jemand, der sein Heimatland aus einem bestimmten Grund (z. B.
Krieg) verlassen muss

Zeitzeuge, -n / Zeitzeugin, -nen – jemand, der/die historische Ereignisse erlebt hat

soziale Medien (nur Plural) – die Internetseiten, über die man mit vielen Leuten
Kontakt haben kann

Avatar, -e (m.) – die Darstellung einer echten Person im Computer

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Wenn die Holocaust-Zeitzeugen sterben

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Éva Fahidi …
a) will dafür sorgen, dass die Erinnerung an den Holocaust wach bleibt.
b) spricht seit 59 Jahren auf Veranstaltungen über die Zeit des Holocausts.
c) hat Auschwitz überlebt.

2. Leszek Szuster …
a) trifft sich regelmäßig mit 50 Auschwitz-Überlebenden, die mit Jugendlichen über
ihre Zeit im KZ sprechen.
b) sagt, dass der Bericht eines Zeitzeugen die beste Möglichkeit ist, Jugendliche
über den Holocaust zu informieren.
c) informiert über die Geschichte, um Jugendliche vor Antisemitismus und
Populismus zu warnen.

3. Um die Erinnerung an den Holocaust auch in Zukunft wachzuhalten,



a) werden Videos von Gesprächen mit Zeitzeugen gemacht.
b) informiert ein Holocaust-Museum in sozialen Medien über die Opfer.
c) hat ein New Yorker Museum ein Computerprogramm entwickelt, das Besuchern
Fragen zum Thema Holocaust stellt.

2. Übt den Wortschatz!


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

1. __________ ist eines der bekanntesten __________ der Nazis und steht heute
als Symbol für den Massenmord an den Juden.
2. Die __________ sprechen über ihre Erlebnisse von damals, damit sich nie wieder
ein so starker ____________ entwickelt.
3. Auch mit modernen Mitteln soll die Erinnerung an den __________ und die mehr
als sechs Millionen __________ wach gehalten werden.

a) Holocaust b) Antisemitismus c) Opfer


d) Auschwitz e) Zeitzeugen f) KZs

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Vollendet die Sätze!


Wie lauten die richtigen Satzenden? Schreibt sie in die Lücken.

1. Éva Fahidi erzählt anderen von ihren Erlebnissen.


Éva Fahidi hat sich dazu entschlossen, anderen von ihren Erlebnissen
__________________________________.

2. Fahidi hört nicht mit ihren Berichten und Erzählungen auf.


Fahidi denkt nicht daran, mit ihren Berichten und Erzählungen
__________________________________.

3. Leszek Szuster informiert Jugendliche über den Holocaust.


Es ist Leszek Szusters Aufgabe, Jugendliche über den Holocaust
__________________________________.

4. Manche Einrichtungen können Jugendlichen den Bericht eines Überlebenden


zeigen.
Manche Einrichtungen filmen Zeitzeugen beim Erzählen, um Jugendlichen den
Bericht eines Überlebenden __________________________________.

5. Viele Menschen kämpfen gegen Antisemitismus und Populismus.


Viele Menschen halten die Erinnerung an den Holocaust wach, um gegen
Antisemitismus und Populismus __________________________.

6. Szuster kann die Geschichten der Überlebenden weitererzählen.


Szuster spricht viel mit Überlebenden, um ihre Geschichten
_____________________________________.

7. Auschwitz-Überlebende sprechen mit Leszek Szuster.


Immer wieder kommen Auschwitz-Überlebende zu Leszek Szuster, um über ihre
Erinnerungen __________________________.

Autoren: Marina Strauß/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Deutscher Müll landet im Ausland

Obwohl die Deutschen ihren Müll in verschiedenen Tonnen trennen, wird


nicht alles recycelt. Ein Teil des Mülls wird schon in Deutschland
verbrannt, der Rest wird ins Ausland verkauft. Dort endet er oft im Meer.

Papier gehört in die blaue Mülltonne, Plastik in die gelbe, die braune Tonne steht für
Biomüll und der Rest landet in der grauen Tonne. In Deutschland wird darauf geachtet,
dass der Müll sehr genau getrennt wird. Trotzdem wird nicht alles, was zum Beispiel in
der gelben Tonne landet, wiederverwertet. Statistiken zufolge sind es gerade
einmal 15 Prozent des Plastikmülls, obwohl offiziell 36 Prozent recycelt werden.

Ein Problem bei der Wiederverwertung von Plastik sind oft zu günstige Materialien,
weiß Peter Kurth vom Verband der deutschen Entsorgungswirtschaft: „Mit jedem
Zalando- oder Amazon-Paket landen billigste Materialien in deutschen Mülltonnen,“ so
Kurth. Diese können dann nicht recycelt werden. Auch wenn zu viele verschiedene
Kunststoffe in einem Produkt verarbeitet werden, ist das Recycling zu teuer und
„die Endprodukte lassen sich kaum verkaufen“, erklärt Kurth.

Was nicht recycelt wird, wird zum großen Teil in deutschen Chemieanlagen verbrannt
und kann als Brennstoff anstelle von Öl oder Gas benutzt werden. Allerdings gibt es
mehr Plastikmüll, als in den Anlagen gebraucht wird. Dieser Müll wird dann nach Asien
verkauft. „In diesen Ländern besteht keine wirkliche Müllwirtschaft“, weiß Greenpeace-
Chemiker Manfred Santen. Oft sind die Deponien ungesichert und der Müll endet
dann im Meer oder wird illegal in der Nähe von Wohngebieten verbrannt.

Manfred Santen denkt, dass sich die gesamte Verpackungsindustrie ändern muss, weil
es zu viele Produkte gibt, die nur einmal genutzt und dann weggeworfen werden.
Greenpeace erwartet von der Politik, dass sie die Plastikproduktion reduziert. Beim
Verbraucher erkennt Santen schon heute eine Verbesserung: „Immer mehr Menschen
sehen, […] wie sehr die Umwelt vermüllt und wie sehr die Meere verdreckt werden“,
so der Chemiker. „Ich denke, dadurch ändern sich die Verhaltensweisen der
Verbraucher.“

Autoren: Jeannette Cwienk/Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

landen – hier: enden; ankommen

Tonne, -n (f.) – hier: ein großer Behälter, in den man Müll werfen kann

etwas recyceln (aus dem Englischen) – etwas, das weggeworfen wurde, noch einmal
verwenden (Substantiv: das Recycling)

etwas wiederverwerten – etwas noch einmal benutzen; etwas recyceln (Substantiv:


die Wiederverwertung)

Statistik, -en (f.) – eine Tabelle mit Zahlen, die zeigt, wie oft etwas vorkommt

Verband, Verbände (m.) – hier: eine Vereinigung von Organisationen mit gleichen
Interessen

Entsorgung (f., nur Singular) – hier: die Entfernung von Müll

Kunststoff, -e (m.) – das Plastik

etwas verarbeiten – hier: benutzen, um etwas herzustellen

Anlage, -n (f.) – hier. die Fabrik

Brennstoff, -e (m.) – ein Stoff, mit dem beim Verbrennen Wärme erzeugt wird

Deponie, -n (f.) – ein Platz, auf dem Müll gelagert wird

illegal – vom Gesetz her verboten

etwas weg|werfen – etwas auf den Boden oder in den Müll werden

etwas reduzieren – hier: etwas weniger machen

Verbraucher, -/Verbraucherin, -nen – jemand, der etwas kauft und verbraucht

etwas vermüllen – etwas durch Müll schmutzig machen

etwas verdrecken – etwas dreckig/schmutzig machen

Verhaltensweise, -n (f.) – die Art, wie sich jemand verhält

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Deutscher Müll landet im Ausland

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was steht über das Thema Wiederverwertung im Text?


a) In Deutschland wird etwa die Hälfte des Plastikmülls recycelt.
b) Zu billiges Plastik ist ein Problem bei der Wiederverwertung.
c) Das Recycling ist besonders teuer, wenn ein Produkt aus vielen verschiedenen
Plastikarten besteht.

2. Was ist richtig?


a) Müll, der in Deutschland verbrannt wird, kann Öl und Gas als Brennstoff
ersetzen.
b) In asiatischen Ländern sind die Mülldeponien nicht gut gesichert, sodass der
Müll im Meer landet.
c) Greenpeace möchte von der Politik, dass weniger Plastik hergestellt wird.

3. Was wird im Text gesagt?


a) Amazon und Zalando benutzen günstiges Plastik, das beim Recycling Probleme
macht.
b) Laut Manfred Santen liegt das Müllproblem vor allem beim Verbraucher, aber
auch in der Verpackungsindustrie.
c) Peter Kurth sagt, dass er darauf achtet, möglichst wenig verpackte Dinge zu
kaufen.

2. Übt den Wortschatz!


Wie heißen die Wörter mit ähnlicher Bedeutung? Bringt die Buchstaben
in Klammern in die richtige Reihenfolge und schreibt die Wörter in die
Lücken.

1. wegwerfen: ______________ (esoenrgnt)


2. billig: ______________ (stigüng)
3. recyceln: ______________ (erweideverwtern)
4. das Plastik: der ______________ (funKttfoss)
5. Fabrik: die ______________ (Agaeln)

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt den Kasus nach Wechselpräpositionen!


Welcher Kasus steht in den Sätzen hinter der Präposition in? Schreibt die
richtigen Artikel und Endungen.

1. Der Papiermüll gehört in d____ blau____ Tonne.

2. Der Plastikmüll sollte in d____ gelb____ Mülltonne landen.

3. Die Industrie verarbeitet zu viele verschiedenen Plastikarten in ein____


Produkt.

4. Was nicht in Deutschland recycelt wird, wird oft in ausländisch____ Anlagen


verbrannt.

5. In viel____ arm____ Ländern gibt es keine sicheren Verbrennungsanlagen.

6. Es muss etwas getan werden, dass nicht mehr so viel Müll i____ Meer endet!

7. In Malaysia wird in d____ Nähe von Wohngebieten Müll verbrannt, was für die
Anwohner sehr schädlich ist.

8. Die Plastiktüte gehört nicht in dies____ Mülltonne, sondern in die daneben.

Autorin: Jeannette Cwienk/Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Ausstieg aus der Kohleenergie beschlossen

Bis spätestens Ende 2038 soll Deutschland aus der Kohleenergie


aussteigen. Dann soll das Land das letzte Kohlekraftwerk abschalten. So
will es jedenfalls die so genannte Kohlekommission.

Über zwanzig Stunden saß die Kohlekommission zusammen, die aus Vertretern aus
Industrie, Gewerkschaften, Umweltverbänden und der Wissenschaft besteht. Dann
war ihr Ergebnis klar: Deutschland soll spätestens im Jahr 2038 keinen Strom mehr aus
Kohle gewinnen und alle Kohlekraftwerke bis dahin abschalten. Alternativen sind
die Stromgewinnung aus Gas, Öl oder erneuerbaren Energien wie aus Wasser Wind
und Sonne.

Der Vorsitzende der Kohlekommission, Ronald Pofalla sprach von einem


„historischen Tag“. Der Politiker betonte auch, dass im Jahr 2032 noch einmal geprüft
werden kann, ob ein Kohleausstieg nicht schon früher möglich ist. Allerdings gibt es
auch Kritik. Vertreter der Umweltorganisation Greenpeace kritisierten, dass das
vorgeschlagene Ausstiegsjahr zu spät sei.

Die Ergebnisse der Kohlekommission sind allerdingt nur Vorschläge. Die genaue
Umsetzung ist Sache der Politik. Dabei geht es auch um die Kosten, Arbeitsplätze und
den Strukturwandel von Regionen in den so genannten Kohleländern wie Nordrhein-
Westfalen, Brandenburg und Sachsen, wo viel Kohle abgebaut wird. Diese Länder
sollen dann 20 Jahre lang 40 Milliarden Euro vom Bund bekommen, so der Vorschlag
der Kohlekommission.

Dass Deutschland bereits 2022 aus der Atomenergie aussteigt, wurde schon vor
einigen Jahren beschlossen. Dann werden in Deutschland alle Atomkraftwerke
abgeschaltet. Zwar nimmt der Anteil an Stromgewinnung aus Atomenergie und Kohle
schon jetzt ab, allerdings muss der Wechsel auf Ökostrom noch beschleunigt
werden. Erst dann kann Deutschland die nationalen und internationalen Klimaziele
erreichen.

Autoren: ml/jj/Anna-Lena Weber (mit dpa, rtr)


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Ausstieg (m., nur Singular) – hier: die Entscheidung, dass man mit etwas nicht mehr
weitermacht (Verb: aussteigen)

etwas ab|schalten – etwas (z. B. ein Gerät) ausschalten und nicht mehr nutzen

Vertreter,-/Vertreterin, -nen – hier: jemand, der zu einer bestimmten


gesellschaftlichen Gruppe oder Institution gehört

Gewerkschaft, -en (f.) – eine Organisation, die für die Rechte der Arbeitnehmer
kämpft

Verband, Verbände (m.) – hier: eine Vereinigung von Organisationen mit gleichen
Interessen

etwas gewinnen – hier: etwas durch etwas bekommen (Substantiv: die Gewinnung)

Kraftwerk, -e (n.) – eine Fabrik, in der Strom oder Wärme hergestellt wird

erneuerbare Energie, -n (f.) – die Energie, die umweltfreundlich hergestellt wird

Vorsitzende,- (m./f.) – eine Person, die eine Gruppe, z. B. eine Partei, leitet

etwas betonen – etwas deutlich sagen; auf etwas hinweisen

etwas kritisieren – sagen, dass man etwas nicht gut findet

Umsetzung, -en (f.) – die Tatsache, dass etwas realisiert und Wirklichkeit wird

Strukturwandel, - (m.) – die Veränderung von wirtschaftlichen Strukturen

etwas ab|bauen – hier: etwas aus dem Boden holen (z. B. Kohle)

Atomenergie (f. nur Singular) – elektrische Energie, die aus radioaktiven Stoffen (z. B.
Uran) gemacht wird

Anteil, - (m.) – der bestimmte Teil von einem Ganzen

Ökostrom (m., nur Singular) – die Elektrizität aus erneuerbaren Energien

etwas beschleunigen – etwas schneller machen


Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Ausstieg aus der Kohleenergie beschlossen

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Sind die Sätze richtig oder falsch?

1. Deutschland wird bald bei der Energiegewinnung weder Kohle noch Atomenergie
benutzen.
a) richtig
b) falsch

2. Die Kohlekommission hat beschlossen, wann Deutschland aus der Kohleenergie


aussteigen soll.
a) richtig
b) falsch

3. Die Kohlekommission besteht aus Vertretern aus Industrie, Umwelt und Politik.
a) richtig
b) falsch

4. Die Umweltorganisation Greenpeace ist mit den Vorschlägen der


Kohlekommission zufrieden.
a) richtig
b) falsch

5. Regionen, in denen bisher viel Kohle abgebaut wurde, bekommen in Zukunft


finanzielle Unterstützung.
a) richtig
b) falsch

6. Deutschland hat Probleme die Klimaziele zu erreichen.


a) richtig
b) falsch

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

2. Übt den Wortschatz!


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

1. Wir haben den Stromanbieter gewechselt: Aus unseren Steckdosen kommt jetzt
grüner _____________.
2. Hast du in der Zeitung über den _____________ bis 2038 gelesen?
Deutschland will dann keinen Strom mehr aus Kohle produzieren.
3. Der _____________ der Partei hielt eine lange Rede im Bundestag.
4. Die Angestellten demonstrieren für mehr Gehalt. Die _____________
unterstützt sie dabei.
5. Nach der Katastrophe im japanischen Fukushima an einem _____________
hat Deutschland beschlossen, aus der Atomenergie auszusteigen.
6. Der _____________ der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung
wächst.

a) Kohleausstieg b) Gewerkschaft c) Atomkraftwerk


d) Vorsitzende e) Anteil f) Ökostrom

3. Übt das Passiv mit Modalverb!


Wie heißen die Verben im Passiv Präsens und der Vergangenheit? Achtet
auf die richtige Reihenfolge der Verben!

1. Das sind nur Ideen und Vorschläge. Sie _______ jetzt nur noch ___________
___________ (umsetzen müssen).

2. Der Vorsitzende der Gewerkschaft sagte, dass die Bedingungen bald neu
___________ ___________ ___________ (prüfen müssen).

3. Die Luftverschmutzung ___________ durch den Wechsel zu erneuerbaren


Energien in den letzten Jahren schon ___________ ___________
(verbessern können).

4. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Menge an Ökostrom noch___________


___________ ___________ (vergrößern müssen).

Autorin: Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Kommt jetzt das Tempolimit?

Mancher kann es schon nicht mehr hören: Seit Jahrzehnten wird über ein
Tempolimit auf deutschen Autobahnen diskutiert – ohne Ergebnis. Jetzt
hat eine Gruppe von Experten das Thema wieder in die Diskussion
gebracht.

Tempolimits auf Autobahnen sind in den meisten Ländern selbstverständlich. Weniger


schwere Unfälle, geringere Luftverschmutzung – die Argumente sind bekannt.
Trotzdem gibt es in Deutschland auf den meisten Autobahnen kein Tempolimit. „Freie
Fahrt für freie Bürger“ ist das Motto, das der Automobilclub ADAC 1974 formulierte.

Das könnte sich jetzt ändern, denn die Bundesregierung muss mehr für den
Klimaschutz tun. Eine Gruppe von Experten sollte Ideen dazu entwickeln, wie dieses
Ziel erreicht werden kann. Diese Experten haben nun vorgeschlagen, ein Tempolimit
auf Autobahnen einzuführen, denn bei niedrigerer Geschwindigkeit wird weniger
Kohlendioxid ausgestoßen.

Vertreter des ADAC und der Autoindustrie zweifeln allerdings daran, dass ein
Tempolimit großen Einfluss auf das Klima hat. Auch Unfallstatistiken können die
Gegner nicht überzeugen. Sie sagen, dass in anderen Ländern genauso viele Unfälle
passieren wie in Deutschland – trotz Tempolimit. Die Gewerkschaft der Polizei findet
den Vorschlag aber sinnvoll, denn bei hoher Geschwindigkeit werden die Autofahrer
oft schwerer verletzt.

So schnell werden sich die Deutschen aber nicht vom Tempolimit überzeugen lassen,
denn das schnelle Fahren bedeutet für viele ein Gefühl von Freiheit. Sogar
Verkehrsminister Andreas Scheuer findet, dass sich ein Tempolimit „gegen jeden
Menschenverstand“ richtet. Den ersten Termin für ein Treffen mit Klimaschutz-
Experten hat er abgesagt. Einen neuen Termin gibt es noch nicht.

Autoren: Friedel Taube/Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Tempolimit, -s (n.) – das Verbot, eine bestimmte Geschwindigkeit zu überschreiten

Experte, -n/Expertin, -nen – eine Person, die zu einem Thema sehr viel weiß

Luftverschmutzung (f., nur Singular) – die Tatsache, dass die Luft nicht sauber ist

Argument, -e (n.) – die Begründung für eine bestimmte Meinung

Motto, -s (n.) – ein Wort oder ein kurzer Satz, der den wichtigsten Gedanken einer
Gruppe darstellt

Automobilclub, -s (m.) – ein Verein, der die Interessen der Autofahrer vertritt

etwas ein|führen – eine neue Regel offiziell gültig machen

Kohlendioxid (n., nur Singular) – ein Gas, das aus Kohlenstoff und Sauerstoff besteht
und das in großen Mengen schlecht für das Klima ist (CO2)

etwas aus|stoßen – hier: etwas in die Luft blasen

Verteter, -/Vertreterin, -nen – hier: jemand, der zu einer bestimmten


gesellschaftlichen Gruppe oder Institution gehört

Statistik, -en (f.) – eine Tabelle mit Zahlen, die zeigt, wie oft etwas vorkommt

Gegner,- /Gegnerin, -nen – hier: jemand, der gegen etwas ist

Gewerkschaft, -en (f.) – eine Organisation, die für die Rechte der Arbeitnehmer
kämpft

sinnvoll – so, dass etwas einen Sinn hat; so, dass etwas Vorteile hat

sich gegen etwas richten – hier: einer Sache widersprechen; nicht zu etwas passen

Menschenverstand (m., nur Singular) – die Fähigkeit, klar und vernünftig zu denken

etwas ab|sagen – etwas, das bereits geplant ist, nicht stattfinden lassen

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Kommt jetzt das Tempolimit?

Aufgaben zum Text

1. Was ist richtig?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Was steht im Text?


a) Auf allen Autobahnen darf man so schnell fahren, wie man will.
b) Vielleicht gibt es auf deutschen Autobahnen in Zukunft ein Tempolimit.
c) Auf manchen Strecken gibt es schon ein Tempolimit.

2. Warum wird wieder über ein Tempolimit diskutiert?


a) Ein Tempolimit kann Vorteile für die Umwelt haben.
b) Die deutschen Bürger haben ein Tempolimit gefordert.
c) Die Regierung hat versprochen, ein Tempolimit einzuführen.

3. Was ist richtig?


a) Der ADAC fordert schon seit Jahren ein Tempolimit.
b) Vertreter der Polizei sind für ein Tempolimit.
c) Der Verkehrsminister möchte erst in einigen Jahren ein Tempolimit einführen.

2. Übt die zusammengesetzten Substantive!


Setzt zwei Substantive zu einem Wort zusammen und schreibt das Wort in
die Lücke.

der Club das Klima das Limit das Auto die Verschmutzung
die Bahn die Luft der Schutz das Tempo das Automobil

1. Wegen der starken __________________ in Großstädten haben viele Menschen


Probleme mit ihrer Gesundheit.
2. Die meisten Autofahrer sind Mitglied in einem __________________, zum
Beispiel im ADAC.
3. In deutschen Städten gilt ein __________________ von 50 km/h.
4. In den Sommerferien gibt es oft Staus auf der __________________, weil zu
dieser Zeit viele Menschen gleichzeitig in Urlaub fahren.

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

5. Jeder kann etwas für den __________________ tun: Man kann zum Beispiel
Obst und Gemüse aus der Region kaufen, Strom sparen und mehr mit dem Fahrrad
fahren.

3. Übt kausale und konzessive Konnektoren!


Welches Wort gehört in die Lücke? Wählt den passenden Konnektor aus.

1. Die meisten Deutschen sind gegen ein Tempolimit, ____________


(weil/deshalb/obwohl/trotzdem) es gute Argumente dafür gibt.
2. Viele Bürger wollen kein Tempolimit, ____________
(weil/deshalb/obwohl/trotzdem) sie selbst entscheiden wollen, wie schnell sie
fahren.
3. Unfälle bei hoher Geschwindigkeit sind besonders gefährlich, ____________
(weil/deshalb/obwohl/trotzdem) ist die Gewerkschaft der Polizei für ein
Tempolimit.
4. Klimaschützer fordern schon lange ein Tempolimit, ____________
(weil/deshalb/obwohl/trotzdem) wurde es noch nicht eingeführt.
5. Autos stoßen viel Kohlendioxid aus, ____________
(weil/deshalb/obwohl/trotzdem) schadet das Autofahren dem Klima.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Dringend Pflegekräfte gesucht

Wer in Deutschland lebt, hat gute Chancen, 80 Jahre oder älter zu werden.
In diesem Alter brauchen viele Menschen Unterstützung und Pflege. Doch
die Pfleger sind oft überlastet, denn es fehlt überall an Pflegekräften.

Wer hat heute Nachtdienst? Diese Frage beschäftigt Frank Schulz jeden Tag, wenn er
seine Mutter im Pflegeheim besucht. Heute ist eine Pflegerin da, die ihre Patienten
besonders gut betreut. „Sie reibt die Bewohner mit Eukalyptus ein oder massiert
ihnen die Füße“, erzählt er und fügt hinzu: „Sie ist wie ein Engel.“

Frank Schulz weiß, dass eine solche Pflege nicht selbstverständlich ist, denn viele
Pflegekräfte sind überlastet. In dem Heim, in dem seine Mutter lebt, kümmern sich
nachts drei Altenpfleger um 150 Bewohner. Da bleibt oft nicht genug Zeit für eine
liebevolle Betreuung der alten Menschen. Und das ist kein Einzelfall: In ganz
Deutschland fehlen mehr als 22.000 Altenpfleger und Altenpflegehelfer.

Viele Menschen haben deshalb Angst, dass ihre Angehörigen im Heim nicht
ausreichend versorgt werden. Frank Schulz hat schon mehr als einmal erlebt, dass
seine Mutter nicht zur Toilette gebracht wurde oder nicht genug zu trinken bekam.
Sogar ein Arzt musste schon kommen, weil sie völlig dehydriert war. Also fährt er
täglich ins Heim und kümmert sich selbst um die Pflege seiner Mutter.

Einen Plan, um die Situation zu verbessern, gibt es schon: Bundesgesundheitsminister


Jens Spahn möchte mehr ausländische Pflegekräfte nach Deutschland holen. Die Idee
ist nicht neu. Viele Familien beschäftigen schon jetzt Pflegekräfte aus dem nahen
Ausland, die ihre Angehörigen zu Hause betreuen.

Autoren: Andrea Grunau/Theresa Sostmann/Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mi tnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Pflegekraft, -kräfte (f.) – jemand, der sich beruflich um kranke oder alte Menschen
kümmert

Pflege (f., nur Singular) – die Betreuung von kranken oder alten Menschen

überlastet – hier: so, dass man mehr Arbeit hat, als man schaffen kann

Nachtdienst, -e (m.) – die Arbeit (z. B. eines Arztes) in der Nacht

Pflegeheim, -e (n.) – ein großes Haus, in dem kranke Menschen längere Zeit oder
dauerhaft betreut werden

jemanden mit etwas ein|reiben – Creme oder Öl auf die Haut eines Menschen
streichen

Eukalyptus, - (m.) – eine Pflanze, aus deren Blättern man ein stark riechendes Öl
herstellen kann

jemanden massieren – jemandem eine Massage geben

etwas hinzu|fügen – hier: noch mehr zu einem Thema sagen, nachdem man schon
etwas dazu gesagt hat

Engel, - (m.) – ein Wesen mit Flügeln, das von Gott geschickt wird (im Christentum,
Islam und Judentum)

Altenpfleger, -/Altenpflegerin, -nen – jemand, der sich beruflich um alte


Menschen kümmert

Einzelfall, -fälle (m.) – etwas, das sehr selten oder nur einmal passiert

jemanden versorgen – hier: dafür sorgen, dass jemand etwas bekommt, was er
braucht (z. B. Nahrung, Strom)

dehydriert – so, dass man viel zu wenig Wasser/Flüssigkeit im Körper hat

jemanden beschäftigen – jemanden als Mitarbeiter haben

Deu t sch zum Mi tnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Dringend Pflegekräfte gesucht

Aufgaben zum Text

1. Was steht im Text?


Wählt die passenden Lösungen aus. Es kann auch mehr als eine Antwort
richtig sein.

1. Frank Schulz ...


a) bleibt jede Nacht bei seiner Mutter.
b) informiert sich darüber, wer sich um seine Mutter kümmert.
c) sorgt dafür, dass seine Mutter genug trinkt.

2. Die Mutter von Frank Schulz ...


a) kann nicht allein zur Toilette gehen.
b) trinkt nur etwas, wenn ihr Sohn es ihr gibt.
c) hatte gesundheitliche Probleme, weil sie nicht gut betreut wurde.

3. Die Situation in Pflegeheimen ist oft schwierig, weil ...


a) viele Pflegekräfte nicht gut ausgebildet sind.
b) eine Pflegekraft zu viele Menschen betreuen muss.
c) es nicht genug Altenpfleger gibt.

2. Übt die Substantive!

Welches Wort gehört in welchen Satz? Zieht die richtigen Wörter in die
Lücken.

1. ______________-Bonbons helfen bei Erkältungen und sorgen für frischen Atem.


2. Als ______________ kann man in einem Krankenhaus oder einem Altersheim
arbeiten.
3. In verschiedenen Religionen gibt es die Vorstellung, dass ______________ auf
die Erde kommen, um den Menschen zu helfen.
4. Wenn man in der ______________ arbeitet, ist es besonders wichtig, dass man
eine ruhige Wohnung hat und am Tag ungestört schlafen kann.
5. Der Leiter des Altersheims sagt: „Unsere Bewohner werden gut betreut. Wenn sich
jemand beschwert, ist das ein ______________.“

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

6. Wenn die Angehörigen berufstätig sind, sehen sie oft keine andere Möglichkeit, als
ihre alten Eltern in einem ______________ betreuen zu lassen.

a) Engel
b) Pflegeheim
c) Nachtschicht
d) Eukalyptus
e) Pflegekraft
f) Einzelfall

3. Übt die Relativpronomen!

Schreibt die passenden Relativpronomen in die Lücken.

1. Die Altenpfleger möchten sich gern mehr um die Bewohner kümmern, für
________ sie verantwortlich sind.
2. Töchter und Söhne wollen für ihre alten Eltern ein Heim finden, in ________ sie
gut versorgt werden.
3. Der Mann, ________ Mutter manchmal nicht genug trinkt, besucht sie jeden Tag
im Heim.
4. Die Pflegerin, bei ________ Frank Schulz sich herzlich bedankt, kümmert sich
liebevoll um die Bewohner des Heims.
5. Pflegekräfte, ________ gut ausgebildet sind, finden in Deutschland leicht eine
Stelle.

Autorin: Anja Mathes


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Top-Thema mit Vokabeln
Begleitmaterialien

Hochhäuser: die Zukunft des Wohnens

In deutschen Städten gibt es nicht genug Wohnraum, aber immer mehr


Menschen wollen dorthin ziehen. Eine Lösung für das Problem: in die Höhe
bauen. Doch Hochhäuser haben keinen guten Ruf.

Sophia Ludwig (Name geändert) zog aus einem Einfamilienhaus in das 18. Stockwerk
eines Hochhauses mit 45 Etagen – eine ganz neue Erfahrung für die 58-Jährige: „Wir haben
eine Concierge und Geschäfte im Erdgeschoss, sogar ein Schwimmbad für die Bewohner
der Anlage“, sagt sie. Die Anonymität stört sie nicht, auch nicht der schlechte Ruf des
Hochhauses. Nur die Nebenkosten sind sehr hoch. In den nächsten Jahren werden noch
viele Menschen eine ähnliche Erfahrung wie Sophia machen.

Immobilien sind in Ballungszentren für viele unbezahlbar geworden. Die hohe


Nachfrage beeinflusst den Preis. Immer mehr Menschen wollen in die Stadt. Doch es fehlt
Wohnraum in begehrten Lagen. Auch brauchen die Menschen immer größere Flächen.
Standen beispielsweise jedem Menschen in Stuttgart im Jahr 1900 durchschnittlich 10
Quadratmeter zur Verfügung, waren es in den 1950er-Jahren 15. Heute sind es dreimal so
viel.

Der Bonner Stadtplaner Theo Kötter sucht nach Lösungen für das Problem. Er entwickelt
Wohnkonzepte, die weniger Land benötigen. Kötter ist der Meinung, dass man
vorhandene Wohnflächen aufstocken sollte, statt grüne Naturflächen für Wohnraum zu
zerstören. Laut einer Untersuchung der Uni Darmstadt ließen sich 1,3 Millionen
Wohnungen ziemlich schnell aufstocken.

Allerdings gelten Gegenden mit vielen Hochhäusern oft als soziale Brennpunkte. „Diese
Probleme sind weder dem Städtebau noch der Architektur anzulasten“, sagt Kötter. Er
sieht das Problem in der einseitigen Belegung. Wenn man die Hochhäuser renoviert
und die Wohnungen an verschiedene Altersgruppen und verschiedene soziale Gruppen gibt,
könnte ihr Ruf laut Kötter besser werden. Dass Wohnqualität nicht von Höhe abhängig ist,
zeigen zum Beispiel die „Kranhäuser“ im Kölner Süden. Eine 130 Quadratmeter-Wohnung
kostet dort allerdings mehr als 3.000 Euro im Monat.

Autoren: Karin Jäger/Benjamin Wirtz


Redaktion: Raphaela Häuser

Seit e 1 /2

Deutsch zum Mitnehmen


www.dw.com/topthema
 Deutsche Welle
Top-Thema mit Vokabeln
Begleitmaterialien

Glossar

Ruf (m., nur Singular) – hier: die Meinung, die Leute von jemandem/etwas haben; das allgemeine
Ansehen

Einfamilienhaus, -häuser (n.) – ein Wohnhaus für eine Familie

Stockwerk, -e (n.) – die Etage; Kurzform: der Stock

Concierge, -s (m./f., aus dem Französischen) – der Hausmeister/die Hausmeisterin

Anlage, -n (f.) – hier: ein Gelände, das zu einem bestimmten Zweck gebaut wurde

Anonymität (f., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass man sich nicht kennt

Nebenkosten (nur Plural) – die Ausgaben, die man neben der Miete für die Wohnung
hat (z. B. Wasser, Strom, Gas)

Immobilie, -n (f.) – das Gebäude; ein Grundstück als Besitz

Ballungszentrum, -zentren (n.) – ein Gebiet, in dem viele Menschen leben

begehrt – beliebt; so, dass viele etwas haben wollen

jemandem steht etwas zur Verfügung – jemand kann etwas benutzen

Stadtplaner, -/Stadtplanerin, -nen – jemand, der beruflich Städte plant

Konzept, -e (n.) – der Plan; die genaue Idee, wie etwas sein soll

vorhanden – so, dass etwas schon existiert; so, dass es etwas bereits gibt

etwas auf|stocken – hier: auf ein Gebäude noch mehr Etagen bauen; etwas höher
machen

sozialer Brennpunkt, -e (m.) – der Teil einer Stadt, in dem es viele soziale Probleme gibt

Architektur, -en (f.) – hier: die Art und Weise, wie ein Gebäude aussieht und gebaut
wurde

jemandem etwas an|lasten – jemandem die Schuld für etwas geben

einseitig – so, dass etwas aus sehr viel Gleichem und wenig Verschiedenem besteht

Belegung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass etwas von jemandem genutzt wird
Seit e 2/2
etwas renovieren – eine alte Wohnung oder ein altes Haus reparieren
Deutsch zum Mitnehmen
www.dw.com/topthema
 Deutsche Welle
Top-Thema mit Vokabeln
Begleitmaterialien

Hochhäuser – die Zukunft des Wohnens

Aufgaben zum Text

1. Fragen zum Text


Welche Antworten sind richtig? Es können auch mehrere Antworten richtig
sein.

1. Welche Probleme werden im Text beschrieben?


a) Es gibt nicht genug Wohnungen in den Städten.
b) Die Wohnungen in den Städten sind sehr teuer.
c) Die Wohnungen in den Städten sind zu klein.

2. Laut Kötter ist eine Lösung des Problems, …


a) höhere Häuser in den Innenstädten zu bauen.
b) Häuser auf Wiesen und Felder zu bauen.
c) größere Wohnungen zu bauen.

3. Laut Kötter haben Hochhäuser oft einen schlechten Ruf, weil …


a) sie nicht schön und freundlich aussehen.
b) sie an den falschen Plätzen in der Stadt gebaut wurden.
c) dort Menschen aus den gleichen sozialen Gruppen leben.

2. Übt die Wörter aus dem Video


Welche Wörter gehören in die Lücken? Wählt aus.

Viele Familien leben lieber in einem ____________(1) mit nur ein oder zwei
____________(2) als in einem großen Hochhaus mitten in der Stadt. Die Miete und die
____________(3) sind auf dem Land geringer als in den städtischen ____________(4).
Auch __________(5) sind dort nicht so teuer, sodass sich eine Familie leichter ein Haus
kaufen kann. Ein weiterer Vorteil für Familien ist die Nachbarschaft: In einer kleinen
Siedlung außerhalb der Stadt kennt sich jeder. In Hochhäusern hingegen herrscht meist
__________(6). Trotzdem wohnen viele Menschen auch gerne in der Stadt in einem
Hochhaus. Vom obersten __________(7) hat man eine tolle Aussicht.

a) Einfamilienhaus
b) Nebenkosten
c) Immobilien
d) Anonymität
e) Stockwerk
f) Ballungszentren
g) Etagen

Seite 1/2

Deutsch zum Mitnehmen


www.dw.com/topthema
 Deutsche Welle
Top-Thema mit Vokabeln
Begleitmaterialien

3. Übt die Adjektive


Schreibt die Adjektive in den Klammern in die Lücken. Achtet dabei auf die
richtige Endung.

1. Wohngegenden mit vielen Hochhäusern haben oft einen _______ Ruf. (schlecht)
2. Die _______ Mietpreise in der Stadt können viele Menschen nicht bezahlen. (hoch)
3. Vor allem die _______ Gegenden sind sehr teuer. (begehrt)
4. Die Politik muss etwas gegen __________ Wohnraum tun. (unbezahlbar)
5. Der Bonner Stadtplaner möchte _______ Häuser ausbauen. (vorhanden)
6. Manche glauben, dass ein Stadtteil mit vielen Hochhäusern ein _______ Brennpunkt
wird. (sozial)

Autoren: Karin Jäger/Benjamin Wirtz


Redaktion: Raphaela Häuser

Seite 2/2

Deutsch zum Mitnehmen


www.dw.com/topthema
 Deutsche Welle
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Schneechaos in Bayern

Seit Jahresbeginn schneit es im Süden Deutschlands und in vielen Orten in


Österreich stark. Viele Menschen in der Alpenregion können wegen der
Schneemassen ihre Dörfer nicht mehr verlassen. Die Lawinengefahr ist
groß.

Seit Tagen sorgen starke Schneefälle im Süden Bayerns und in vielen Regionen
Österreichs für große Probleme und Chaos. So viel Schnee ist dort seit Jahren nicht
mehr in so kurzer Zeit gefallen. Die Räumdienste haben rund um die Uhr zu tun
und versuchen die Straßen so gut es geht von den Schneemassen zu befreien. Soldaten
der Bundeswehr kümmern sich darum, dass die Dächer von dem schweren Schnee frei
gemacht werden, damit sie nicht einbrechen.

Besonders gefährlich ist es in den Regionen der Alpen, in denen Lawinengefahr droht.
In mehreren Orten haben sich bereits Lawinen gelöst und es wird immer noch die
höchste Lawinen-Warnstufe gemeldet. Mehrere Personen, die neben den Skipisten
unterwegs waren, starben. Viele Menschen können wegen der Schneemassen ihre
Dörfer nicht mehr verlassen. Straßen wurden auch aus Sicherheitsgründen gesperrt.

In vielen Orten Bayerns konnten die Schüler seit Tagen nicht in die Schule gehen, weil
der Weg dorthin zu gefährlich wäre. In den vergangenen Wochen kam es zu
hunderten Verkehrsunfällen, Autobahnen wurden gesperrt, Züge konnten nicht
weiterfahren und auch am Flughafen in München konnten an einigen Tagen keine
Flugzeuge starten und landen.

Auch Anfang dieser Woche schneit es weiter. Der Deutsche Wetterdienst warnt in
Regionen über tausend Metern vor bis zu einem Meter Neuschnee und gab eine
Warnung vor extremem Unwetter heraus, die es sonst nur sehr selten gibt. Bayerns
Ministerpräsident Söder sagte: „Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu
ernster Besorgnis.“ Vor allem starker Wind und eher milde Temperaturen, die die
Schneemassen schmelzen lassen, machen die Situation besonders gefährlich.

Autoren: sti (mit afp/dpa)/Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Chaos (n., nur Singular) – die Unordnung; das Durcheinander

Masse, -n (f.) – hier: sehr viel von etwas

Lawine, -n (f.) – hier: eine große Menge von Eis und Schnee, die einen Berg
herunterrollt und dabei immer größer wird

Schneefall, -fälle (m.) – die Tatsache, dass es schneit

Räumdienst, -e (m.) – hier: Arbeiter, die die Straßen frei von Schnee machen

rund um die Uhr – immer; den ganzen Tag; ohne Pause

etwas/jemanden befreien – dafür sorgen, dass etwas/jemand frei ist

ein|brechen – hier: kaputt gehen; einstürzen

es droht etwas – hier: es wird erwartet, dass etwas Negatives passiert

Warnstufe, -n (f.) – eine Angabe, die sagt, wie hoch eine Gefahr ist

Skipiste, -n (f.) – die Strecke, auf der Skifahrer u. a. den Berg herunterfahren

etwas sperren – die Durchfahrt verbieten; etwas schließen; etwas zumachen

hunderte – mehrere hundert

Neuschnee (m., nur Singular) – der Schnee, der ganz frisch gefallen ist

Unwetter (n., nur Singular) – sehr schlechtes Wetter, v. a. starker Regen oder Sturm

Anlass, Anlässe (m.) – hier: der Grund für etwas

Panik (f., nur Singular) – die große Unruhe; die Angst

Besorgnis (f., nur Singular) – die Sorge

mild – hier: warm

schmelzen – durch Wärme flüssig werden

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Schneechaos in Bayern

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was steht über das Schneechaos in Bayern im Text?


a) Viele Verkehrsmittel können oder konnten nicht fahren.
b) Die Eltern können entscheiden, ob die Kinder in die Schule gehen oder nicht.
c) Die Gefahr, dass sich Schneelawinen in den Bergen lösen, ist sehr groß.

2. Was ist richtig?


a) Räumdienste versuchen den ganzen Tag die Schneemassen von den Straßen zu
entfernen.
b) Der schwere Schnee muss von den Dächern weggemacht werden, damit sie nicht
kaputt gehen.
c) Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, sagt, dass ich die Leute keine Sorgen
machen müssen.

3. Was steht im Text?


a) Bei dem Unwetter ist noch niemand gestorben.
b) Einige Menschen in Süddeutschland und Österreich können ihre Dörfer nicht
verlassen, weil die Straßen gesperrt sind.
c) Es soll nur noch in Orten auf über tausend Metern Höhe schneien

2. Übt den Wortschatz!


Welche Wörter kommen als Kompositum im Text vor? Kombiniert die
richtigen Wörter.

1. der Schnee a) dienst


2. der Räum b) präsident
3. die Ski c) stufe
4. die Warn d) fall
5. der Verkehrs e) piste
6. der Neu f) unfall
7. der Minister g) schnee

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Verben mit Präpositionen!


Welche Präpositionen fehlen? Wählt die richtige Präposition aus.

1. Die starken Schneemassen sorgen in Bayern und Österreich _____ großes


Chaos.
a) um
b) zu
c) für

2. Viele Helfer kümmern sich _____ die Menschen, die ihre Dörfer wegen des
Schnees nicht mehr verlassen können.
a) über
b) um
c) an

3. Die Dächer werden _____ den großen Schneemengen befreit.


a) auf
b) von
c) durch

4. In den vergangenen Tagen kam es aufgrund des Schneechaos _____ zahlreichen


Unfällen.
a) zu
b) auf
c) für

5. Der Deutsche Wetterdienst warnte die Bewohner _____ den starken


Schneefällen.
a) auf
b) für
c) vor

Autorin: Anna-Lena Weber


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Grünen-Chef verlässt Facebook und Twitter

Weil seine privaten Online-Gespräche gehackt wurden und ein Video von
ihm für Kritik sorgte, löscht der bekannte Politiker Robert Habeck seinen
Account bei Facebook und Twitter. Er kritisiert die sozialen Medien heftig.

„Macht es gut. Bye, bye“, twitterte Robert Habeck. Mit diesen Worten kündigte der
Chef der Partei Bündnis 90/Die Grünen an, seinen Account auf Facebook und Twitter
zu löschen. „Kann sein, dass das ein politischer Fehler ist“, sagte Habeck. Aber er glaubt
auch, „dass es ein größerer Fehler wäre, diesen Schritt nicht zu gehen.“

Grund für seine Reaktion war unter anderem ein Hacker-Angriff. Der Grünen-Politiker
gehört zu den etwa tausend Personen, die Anfang des Jahres 2019 gehackt wurden. Die
meisten von ihnen sind deutsche Politiker, Prominente und Journalisten. Unter
anderem wurde bei Robert Habeck die private Online-Kommunikation mit seiner Frau
und seinem Sohn auf Twitter veröffentlicht.

Aber Habeck verlässt die sozialen Medien auch wegen eines Videos, das er selbst
gepostet hatte. Eine Aussage im Video, in dem Habeck für die Grünen Werbung
macht, sorgte für heftige Kritik. Er hat darin versprochen, dass das Bundesland
Thüringen mit den Grünen ein „freies“ und „demokratisches Land wird“ – so, als wäre
Thüringen jetzt noch unfrei. Gemeint hatte er aber eigentlich, dass das Bundesland frei
„bleiben“ soll. Er selbst stellte danach fest, dass er auf Twitter immer lauter und
aggressiver ist als normalerweise. Kein anderes Medium ist „so aggressiv“ und in
keinem anderen gibt es „so viel Hass“, sagte Habeck.

Eigentlich ist Robert Habeck ein nachdenklicher und wenig polemischer Politiker.
Seit Ende Januar 2018 ist er zusammen mit Annalena Baerbock Parteivorsitzender
der Grünen. Bei den Wahlen in Bayern und Hessen waren sie sehr erfolgreich. Auch die
Umfragewerte für die Partei in ganz Deutschland sind stark gestiegen, auf bis zu 20
Prozent. Ohne Twitter und Facebook hofft Habeck nun, wieder konzentrierter zu sein.

Autoren: Fabian von der Mark/Anna-Lena Weber


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

die Grünen (Plural) – Abkürzung für: Bündnis 90/Die Grünen; eine deutsche
Partei, die sich unter anderem für den Umweltschutz einsetzt

etwas hacken (aus dem Engl.) – hier: sich ohne Erlaubnis Zugang zu
Computersystemen verschaffen (Person: der Hacker/die Hackerin)

für Kritik sorgen – von vielen kritisiert werden

etwas löschen – dafür sorgen, dass etwas nicht mehr da ist

Account, -s (m., aus dem Engl.) – der persönliche Zugang zu einer Internetseite

heftig – stark; sehr hart

Mach/t es gut – umgangssprachlich für: auf Wiedersehen; tschüs

twittern – Nachrichten auf dem sozialen Netzwerk „Twitter“ veröffentlichen

etwas an|kündigen – auf etwas hinweisen, das man bald machen wird

Angriff, -e (m.) – hier: der Versuch, jemandem zu schaden

Prominente, -n (m./f.) – eine Person, die sehr bekannt ist (Kurzform: der Promi)

etwas posten – etwas als Nachricht im Internet veröffentlichen

Aussage, -n (f.) – das, was jemand sagt oder gesagt hat

aggressiv – so, dass man Streit sucht; angreifend; beleidigend

polemisch – nicht sachlich; scharf angreifend (mit Worten)

Vorsitzende, -n (m./f.) – eine Person, die eine Gruppe, z. B. eine Partei, leitet

Umfragewerte (m., nur im Plural) – die Angaben (meist in Prozent), wie beliebt
jemand/etwas ist, nachdem viele Personen befragt wurden

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Grünen-Chef verlässt Facebook und Twitter

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was steht über Robert Habeck im Text? Er …


a) ist einer von zwei Chefs der Partei Bündnis 90/Die Grünen.
b) wirkt in der Öffentlichkeit oft aggressiv und laut.
c) hat angekündigt, seine Accounts in zwei sozialen Medien zu löschen.

2. Was sagt Robert Habeck?


a) Er glaubt zwar, dass die Löschung ein Fehler ist, aber er fühlt sich von seiner
Partei dazu gezwungen.
b) Er hat in einem Video gesagt, dass Thüringen frei und demokratisch bleiben soll.
c) Robert Habeck sagt, dass Twitter das soziale Netzwerk mit den meisten Hass-
Nachrichten ist.

3. Was ist laut Text richtig?


a) Robert Habeck ist einer von vielen bekannten Leuten, deren Account gehackt
wurde.
b) Robert Habeck hat ein Video bei Twitter gepostet, in dem er die Bundesregierung
kritisiert.
c) Bei den letzten Bundestagswahlen waren die Grünen sehr erfolgreich.

2. Übt den Wortschatz!


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

1. Über die _____________ des Politikers wurde viel diskutiert.


2. _____________ erreicht die Menschen nicht nur über das Fernsehen und
Radio, sondern oft auch über die sozialen Medien.
3. Der _____________ kündigte per Twitter an, noch vor den Wahlen die Partei
zu verlassen.
4. Zu diesem _____________ konnte er sich nur schwer entschließen.
5. Als Reaktion auf den Hacker-_____________ löschte er seinen Account.
6. Die Twitter-Accounts von _____________ verfolgen besonders viele Leute.

a) Vorsitzende b) Angriff c) Prominenten


d) Aussage e) Schritt f) Werbung

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Zeiten im Aktiv und Passiv!


Schreibt die Verben in den richtigen Formen in die Lücken. Wenn der
erste Satz im Passiv steht, benutze in der Lücke die aktive Form und
umgekehrt. Achtet auf die richtige Zeit, so wie sie im Originalsatz stehen!

1. Der Parteivorsitzende findet, dass die User in den sozialen Netzwerken zu


aggressiv schreiben.
Der Parteivorsitzende findet, dass in den sozialen Netzwerken zu aggressiv
___________ ______.

2. Die Partei kündigte beim Politikertreffen an, bei den nächsten Wahlen mehr
Stimmen zu holen.
Beim Politikertreffen _______ von der Partei ____________, bei den
nächsten Wahlen mehr Stimmen zu holen.

3. Die Accounts vieler bekannter Personen wurden Anfang des Jahres gehackt.
Anfang des Jahres _________ ein junger Mann die Accounts vieler bekannter
Politiker.

4. Viele Leute kritisieren den Präsidenten oft für seine Politik.


Der Präsident _______ für seine Politik oft __________.

5. In der Zeitung ist ein Artikel über die Gefahren von sozialen Medien
veröffentlicht worden.
Die Zeitung _____ gestern einen Artikel über die Gefahren von sozialen Medien
__________.

6. Das Video, das zuvor vom Politiker gepostet worden war, schauten sich viele
Leute an.
Das Video, das der Politiker zuvor ___________ ______, schauten sich viele
Leute an.

Autoren: Fabian von der Mark /Anna-Lena Weber


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Jemenitische Fußballer: Erfolg trotz Krieg

Im Jemen herrscht seit Jahren Bürgerkrieg. Obwohl im Land keine


Fußballspiele mehr stattfinden dürfen, trainieren die Fußballer weiter. Sie
haben es sogar geschafft, sich für die Asienmeisterschaften zu qualifizieren.

Seit drei Jahren zerstören Bomben das Land Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel.
Wegen des Bürgerkriegs sind Millionen Menschen auf der Flucht, Zehntausende sind
bereits gestorben. Weil es zu unsicher wäre, dürfen in dem Land auch keine nationalen
und internationalen Fußballspiele mehr stattfinden. Trotzdem trainiert das
Nationalteam weiter und konnte sich sogar für die Asienmeisterschaften qualifizieren,
die vom 05. Januar bis 01. Februar 2019 in den Vereinigten Arabischen Emiraten
stattfinden.

Obwohl das Land zerrissen ist, kommen die jemenitischen Spieler des Nationalteams
aus allen Regionen des Landes. Die Fans unterstützen ihre Mannschaft, so gut sie
können. Wenn Fußball gespielt wird, können die Menschen die Gewalt in ihrem Land
verdrängen. „Die Jemeniten haben in diesem Moment die Bomben und Gewehre
sowie ihre Sorgen vergessen“, sagt Bashir Sinan, der Präsident der jemenitischen
Sportmedien.

Allerdings mussten die Spieler in der Vorbereitung viel reisen. Das Training für die
Asienmeisterschaften fand in verschiedenen arabischen Ländern statt, wie z. B. in
Saudi-Arabien und Katar. Doch weil diese beiden Länder miteinander zerstritten sind,
durften die jemenitischen Fußballspieler nach dem Training in Riad in Saudi-Arabien
nicht mehr nach Katar zurück. Sie mussten sich stattdessen im weiter entfernten
Malaysia vorbereiten.

„Das jemenitische Team ist das erste und letzte Opfer der politischen Spannungen“,
meint Bashir Sinan. Für die Spieler geht mit der Teilnahme am Cup schon jetzt ein
Traum in Erfüllung. Die Botschaft der Mannschaft an die Bevölkerung und die
Politik ist dabei eindeutig: „Lassen wir die Gewehre schweigen und einen
vernünftigen Dialog und Frieden an ihre Stelle treten.“

Autoren: Hicham Driouich/Anna-Lena Weber


Redaktion: Ingo Pickel

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

jemenitisch – aus dem Land Jemen

herrschen – hier: sein

sich für etwas qualifizieren – hier: so gut sein, dass man bei etwas (einem
Wettbewerb) mitmachen darf

Asienmeisterschaft, -en (f.) – ein Fußballwettbewerb in Asien, der wie die


Europameisterschaft alle vier Jahre stattfindet (auch: Asian Cup)

auf der Flucht sein – fliehen; ein Land (z. B. wegen Krieg) verlassen müssen

zerrissen – hier: so, dass es viele verschiedene Meinungen gibt; so, dass es großen
Streit gibt

etwas verdrängen – hier: nicht mehr an etwas Schlimmes oder Unangenehmes


denken

Gewehr, -e (n.) – eine lange Waffe, mit der man schießen kann

zerstritten sein –hier: politische Konflikte haben

stattdessen – statt etwas

Spannungen (f, hier nur Plural) – die Konflikte; die Probleme

in Erfüllung gehen – wahr werden; wirklich passieren

Cup, -s (m.) – hier: die Meisterschaft; der Wettbewerb

Botschaft, -en (f.) – hier: die Mitteilung/die Nachricht mit einem wichtigen Inhalt

eindeutig – klar

vernünftig – hier: richtig; normal

an die Stelle von etwas treten – etwas durch etwas austauschen

Deutsch zum Mitnehmen |dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 2


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Jemenitische Fußballer: Erfolg trotz-Krieg

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was steht über das jemenitische Fußballteam im Text?


a) Die Spieler des jemenitischen Nationalteams kommen aus unterschiedlichen
Regionen des Landes.
b) Jemens Fußballmannschaft durfte nicht mehr im eigenen Land trainieren.
c) Die jemenitischen Fußballspieler mussten in der Vorbereitung auf die
Asienmeisterschaften viel reisen.

2. Was sagt Bashir Sinan?


a) Wenn Fußball gespielt wird, vergessen die Jemeniten den Krieg in ihrem Land.
b) Das jemenitische Fußballteam leidet unter den politischen Problemen im Land.
c) Für die Fußballer ist das nächste Ziel, die Asienmeisterschaften zu gewinnen.

3. Was ist richtig?


a) Viele Jemeniten fliehen vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land.
b) Die jemenitische Mannschaft will, dass es Friedensgespräche gibt.
c) Katar und Saudi-Arabien kämpfen im Krieg gemeinsam gegen den Jemen.

2. Übt den Wortschatz!


Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

1. Weil im Jemen _____________ herrscht, verlassen viele Menschen das Land.


2. Die politischen _____________ im Land konnten durch Gespräche nicht
gelöst werden.
3. Die _____________ zwischen unterschiedlichen Volksgruppen hat viele
Todesopfer gefordert.
4. Auf der _____________ vor dem Krieg hat er seine Familie verloren.
5. Waffen, wie z. B. _____________, werden aus dem Ausland in den Jemen
geliefert.
6. Die Bevölkerung des Landes wünscht sich nichts mehr als _____________.

a) Gewehre b) Frieden c) Flucht

d) Bürgerkrieg e) Spannung f) Gewalt

Deu t sch zum Mi tnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Konnektoren!


Welches Verbindungswort gehört in welche Lücke?

1. Die Menschen verlassen das Land ________ des Bürgerkriegs.


2. Das Team konnte das Fußballspiel gewinnen, ________ es kaum trainiert hatte.
3. Die Mannschaft hat sich ________ der schlechten Trainingsmöglichkeiten für
die Asienmeisterschaft qualifiziert.
4. Das Team kommt in die nächste Runde des Wettbewerbs; ________ freuen sich
die Fans besonders.
5. Ich bin kein Fußballfan; ________ gehe ich manchmal ins Stadion, um die
Mannschaft meiner Stadt zu unterstützen.
6. Im Jemen dürfen keine internationalen Fußballspiele mehr stattfinden,
________ die politische Situation zu gefährlich ist.

a) trotz
b) obwohl
c) trotzdem
d) weil
e) wegen
f) deshalb

Autoren: Hicham Driouich/Anna-Lena Weber


Redaktion: Ingo Pickel

Deu t sch zum Mi tnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Intervallfasten: die neue Wunderdiät?

Intervallfasten – so heißt ein neuer Ernährungstrend, mit dem man


angeblich ganz einfach abnimmt. Gesund sein soll es auch, aber ist es
wirklich besser als eine normale Diät? Wissenschaftler haben das
untersucht.
Abnehmen – das ist gar nicht so einfach. Das weiß jeder, der es schon mal versucht hat.
Darum sucht man immer wieder neue Methoden, um das Abnehmen leichter zu
machen. Ein beliebter Ernährungstrend ist das Intervallfasten. Das soll nicht nur
effektiver als eine normale Diät, sondern auch sehr gesund sein.

Und so funktioniert das Intervallfasten: Acht Stunden am Tag darf gegessen werden, die
übrigen 16 Stunden verzichtet man auf Nahrung. Alternativ kann man auch fünf
Tage lang normal essen und an zwei Tagen nur knapp 500 Kilokalorien zu sich
nehmen – das ist etwa eine Tafel Schokolade. Durch regelmäßigen Nahrungsentzug
soll der Stoffwechsel lernen, von seinen Reserven zu leben.

Aber ist das Intervallfasten wirklich besser als eine gewöhnliche Diät? Um dies
herauszufinden, beobachtete ein Team vom Deutschen Krebsforschungszentrum in
einer Studie 150 übergewichtige Menschen: Von denen ernährte sich eine Gruppe
nach den Regeln des Intervallfastens, eine Gruppe machte eine normale Diät und der
Rest aß wie immer. Die Studie kommt zu einem klaren Ergebnis: Ja, mit Intervallfasten
kann man tatsächlich effektiv abnehmen – aber es ist nicht besser als andere Diäten.

„Es hat sich keine Überlegenheit der einen Ernährungsform über die andere
gezeigt“, so Ruth Schübel, Leiterin des Forschungsteams. Und das Intervallfasten ist
auch nicht gesünder als eine normale Diät: Es wirkt sich laut Schübel zwar sehr positiv
auf den Stoffwechsel und die Blutzuckerwerte aus. „Aber diese Effekte hat man auch
bei einer herkömmlichen Diät“, so Schübel. Fazit: Wer abnehmen will, muss
gesünder und auch weniger essen – egal, welche Diät man macht.

Autoren: Ann-Christin Herbe/Benjamin Wirtz


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

Intervall, -e (n.) – die Pause; ein Zeitraum zwischen zwei Zeitpunkten

fasten – eine Zeit lang ganz bewusst etwas nicht trinken, essen oder tun

Ernährungstrend, -s (m.) – eine im Moment beliebte Methode, sich zu ernähren

ab|nehmen – hier: Körpergewicht verlieren

effektiv – so, dass etwas Erfolg oder eine Wirkung hat; Substantiv: der Effekt

auf etwas verzichten – etwas freiwillig nicht nutzen

Nahrung, -en (f.) – das Lebensmittel; etwas, das man essen oder trinken kann

alternativ – so, dass etwas eine andere Möglichkeit ist

Kilokalorie, -n (f.) – ein Maß für die Energie, die man durch das Essen eines
Nahrungsmittels bekommt

Entzug, Entzüge (m.) – die Tatsache, dass etwas/jemand etwas nicht bekommt

Stoffwechsel, - (m.) – die chemischen Vorgänge in einem Lebewesen

Reserve, -n (f.) – etwas, das man behält, um es später einmal zu benutzen

übergewichtig – so, dass man zu viel wiegt

Überlegenheit über etwas zeigen – besser sein als etwas

sich auf etwas aus|wirken – eine Wirkung auf etwas haben

Blutzuckerwert, -e (m.) – eine Zahl, die sagt, wie viel Zucker im Blut eines
Lebewesens ist

herkömmlich – normal; gewöhnlich

Fazit (n., nur Singular) – das zusammenfassende Ergebnis

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Intervallfasten – die neue Wunderdiät?

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Beim Intervallfasten soll man …


a) jeden Tag nur 500 Kilokalorien essen.
b) ein Drittel des Tages normal essen und den Rest des Tages gar nichts.
c) acht Stunden am Tag nichts essen.

2. Das Forschungsteam …
a) ließ 150 Personen das Intervallfasten testen.
b) untersuchte 150 Personen, von denen ein Drittel übergewichtig war.
c) verglich eine herkömmliche Diät mit dem neuen Ernährungstrend.

3. Das Intervallfasten …
a) hilft dabei, Gewicht zu verlieren.
b) ist gut für den Stoffwechsel des Körpers.
c) ist besser für die Blutzuckerwerte als eine normale Diät.

2. Wortschatzübung
Schreibt die gesuchten Wörter in die Lücken. Die Buchstaben sind hinter
dem Satz in falscher Reihenfolge angegeben.

1. Nach Feiertagen, an denen man viel gegessen hat, wollen viele Menschen wieder
_______________. (abeehmnn)
2. Wenn man Gewicht verlieren will, muss man Sport machen und auf seine
_______________ achten. (äEhgnnrru)
3. Nur wenn man eine _______________ durchhält, kann man auch genug
Gewicht verlieren. (äDti)
4. Dabei muss man darauf achten, was man essen und _______________ darf.
(eiknnrt)
5. Wenn man zu viel wiegt, ist man _______________ (bceeggiihrtüw)
6. Beim Intervallfasten darf man 16 Stunden am Tag keine _______________ zu
sich nehmen. (ahgNnru)
7. Ob das Intervallfasten besser ist als eine normale Diät, haben
_______________ untersucht. (aceefhintlrsssW)

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

8. Der neue Ernährungstrend ist so _______________ wie eine gewöhnliche


Diät. (eeffkitv)

3. Übt die Vergleiche!


Schreibt die richtige Form der Adjektive in die Lücken der Sätze.
Entscheidet dann, ob in die hintere Lücke „als“ oder „wie“ gehört!

1. Das Intervallfasten ist zurzeit __________ __________ andere


Ernährungstrends. (beliebt)
2. Man dachte, das Intervallfasten wäre __________ und __________
__________ eine normale Diät. (effektiv / gesund)
3. Doch man fand heraus, dass es nicht __________ __________ eine normale
Diät ist, sondern genau so __________ und __________ __________ eine
herkömmliche Diät. (gut / effektiv / gesund)
4. Beim Intervallfasten kann man fünf Tage lang so __________ __________
sonst essen und zwei Tage __________ __________ sonst. (viel / wenig)

Autoren: Ann-Christin Herbe; Benjamin Wirtz


Redaktion: Raphaela Häuser

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Wenn die Schulden zum Problem werden

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, trotzdem sind fast
sieben Millionen Menschen überschuldet. Bei der Zentralen
Schuldnerberatung können sie Hilfe bekommen, doch oft gehen sie zu spät
dorthin.

4,2 Millionen Männer und 2,7 Millionen Frauen in Deutschland haben hohe
Schulden. Arbeitslosigkeit, ein dauerhaft niedriges Einkommen, Krankheit,
Scheidung, eine nicht erfolgreiche Selbstständigkeit und die Tatsache, dass man
über seine Verhältnisse gelebt hat, sind die sechs häufigsten Ursachen, weiß
Henning Dimpker, Leiter der Zentralen Schuldnerberatung Bonn.

„Kommen Sie zu uns, wenn Sie überschuldet sind und keinen Ausweg sehen“,
heißt es auf der Internetseite des Vereins. Früher kamen besonders junge
Erwachsene zu Dimpker, aber „jetzt sind es vor allem ältere Menschen ab 50. Und
dabei zunehmend auch Leute ab 60 aufwärts“, erklärt der Schuldnerberater. Etwa
ein Drittel der Schuldner kommt aus eigenem Antrieb zu ihm, ein Drittel wird
von der Familie oder Freunden dazu gedrängt, und ein Drittel wird vom
Arbeitsamt geschickt.

Bis die Menschen jedoch zur Schuldnerberatung gehen, ist es meist schon zu spät.
Viele sind laut Dimpker schon jahrelang überschuldet und haben gelernt, mit ihren
Schulden zu leben. „Je länger die Menschen verschuldet sind, desto geringer ist
auch die Motivation, sich mit ihrer Problematik auseinanderzusetzen“,
erklärt er.

Hinzu kommt ein typisch deutsches Phänomen: Man redet nicht über Geld, über
Verschuldung schon gar nicht. „Damit die Nachbarn nichts merken, wird das Auto
vor der Tür nicht verkauft. Und stattdessen die Miete nicht bezahlt. Und dann wird
diesen Leuten fristlos gekündigt. Aber der Wagen steht noch da“, so Dimpker. Er
rät dazu, dass Menschen mit Schulden nicht nur zur Schuldnerberatung gehen,
sondern auch eine Therapie machen – damit es bei der nächsten finanziellen Krise
nicht wieder so weit kommt.

Autoren: Oliver Pieper/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Manuskript

Glossar

überschuldet – so, dass man sehr viele Schulden hat

Zentrale Schuldnerberatung, -en (f.) – ein Verein, der Menschen mit vielen
Schulden hilft

Scheidung, -en (f.) – das offizielle Ende einer Ehe; die offizielle Trennung von zwei
Menschen, die verheiratet waren und die danach geschieden sind

Selbstständigkeit (f., nur Singular) – hier: die Tatsache, dass man eine Firma
gegründet hat und sein eigener Chef ist

über seine Verhältnisse leben – mehr Geld ausgeben als man verdient

keinen Ausweg sehen – nicht wissen, wie man eine schwierige Situation
bewältigen soll

Schuldnerberater, -/Schuldnerberaterin, -nen – jemand, der Personen hilft,


die viele Schulden haben

Schuldner, -/Schuldnerin, -nen – die Person, die Schulden hat; die Person, die
einer anderen Person oder der Bank Geld zurückgeben muss

aus eigenem Antrieb – weil man etwas selbst möchte; freiwillig

jemanden zu etwas drängen –von jemandem fordern, etwas zu tun

verschuldet sein – Schulden haben

sich mit etwas auseinander|setzen – sich Gedanken über etwas machen; sich
mit etwas beschäftigen

Problematik, -en (f.) – das Problem; die Schwierigkeit

Motivation (f., nur Singular) – hier: der Grund, warum jemand etwas tut

Phänomen, -e (n.) – hier: die Tatsache; etwas, das sehr weit verbreitet ist

fristlos – sofort; so, dass etwas sofort gilt

Therapie, -n (f.) – hier: eine Art Kurs bei einem Psychologen oder Therapeuten

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

Wenn die Schulden zum Problem werden

1. Fragen zum Text


Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein.

1. Was steht im Text?


a) In Deutschland sind mehr Frauen als Männer überschuldet.
b) Die meisten Personen, die sich bei Dimpker beraten lassen, wurden von anderen
Menschen zu der Beratung überredet.
c) Heute kommen mehr ältere Menschen zu Dimpker in die Beratung als früher.

2. Welche Ursache für eine Verschuldung wird im Text genannt?


a) der Kauf eines Hauses
b) die Trennung vom Ehepartner
c) einen Lohn, der über lange Zeit sehr gering ist

3. Laut Dimpker …
a) ist vielen Menschen die Verschuldung sehr peinlich.
b) dauert es sehr lange, bis die Menschen Hilfe bei der Schuldnerberatung suchen.
c) wollen sich alle Menschen, die schon lange verschuldet sind, nicht mit ihrem
Problem beschäftigen.

2. Wortschatzübung
Welche Wörter gehören in die Lücken? Setzt ein.

Oft kommen mehrere Gründe zusammen, wenn Menschen sich __________(1). Sie
haben zum Beispiel keine Arbeit, werden dann krank und müssen __________(2)
machen. Da sie das Geld nicht zurückzahlen können und wegen ihrer Krankheit
weiter Geld ausgeben müssen, wird die __________(3) größer. Erst wenn die
Menschen stark __________(4) sind und keinen Ausweg mehr sehen, suchen sich
die __________(5) Hilfe. Dann gehen sie zum __________(6), der sie in ihrer
schwierigen Situation unterstützt.

a) Schulden b) Schuldner c) Verschuldung

d) Schuldnerberater e) verschulden f) überschuldet

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 1 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Aufgaben

3. Übt die Personalpronomen!


Welche Pronomen gehören in die Lücken? Wählt die richtige Lösung!

1. Herr Dimpker ist Schuldnerberater. Verschuldete Menschen kommen zu … in die


Beratung.
a) ihm
b) ihn
c) sie

2. Manche Schuldner wollten gar nicht in die Beratung. Die Familie hat … dazu
gedrängt.
a) ihr
b) sie
c) ihnen

3. Andere gehen freiwillig in Dimpkers Beratung. Sie bitten … um Hilfe.


a) ihn
b) ihm
c) ihnen

4. Viele Menschen erzählen niemandem von ihren Schulden. Es ist … peinlich.


a) ihn
b) ihm
c) ihnen

5. Damit die anderen nichts merken, verkaufen sie das Auto nicht. Sie behalten …
und bezahlen stattdessen keine Miete.
a) ihn
b) sie
c) es

6. Die Schuldner kennen die Problematik. Trotzdem wollen sie sich nicht mit …
auseinandersetzen.
a) ihr
b) ihm
c) ihnen

Autoren: Oliver Pieper/Benjamin Wirtz


Redaktion: Suzanne Cords

Deu t sch zum Mitnehmen |dw.com /t opthema | © Deu t sche Welle | Seite 2 / 2
Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

Lösungen 2019
Die Lösungsschlüssel für alle Top-Themen des Jahres 2019 im Überblick.

Artikel Lösungen

Wenn die Schulden zum Problem 1.: 1b), c); 2b), c); 3a), b)
werden 2.: 1e) verschulden; 2a) Schulden; 3c)
01.01.2019 Verschuldung; 4f) überschuldet;
5b) Schuldner; 6d) Schuldnerberater
3.: 1a); 2b); 3a); 4c); 5c); 6a)
Intervallfasten: die neue 1.: 1b); 2c); 3a), b)
Wunderdiät? 2.: 1) abnehmen; 2) Ernährung; 3) Diät; 4)
04.01.2019 trinken; 5) übergewichtig; 6) Nahrung; 7)
Wissenschaftler; 8) effektiv
3.: 1) beliebter/als; 2)effektiver/gesünder/als;
3) besser/als/effektiv/gesund/wie;
4) viel/wie/weniger/als
Jemenitische Fußballer: Erfolg 1.: 1a), c); 2a), b); 3a), b)
trotz-Krieg 2.: 1) Bürgerkrieg; 2) Spannungen; 3) Gewalt;
08.01.2019 4) Flucht; 5) Gewehre; 6) Frieden
3.: 1) wegen; 2) obwohl; 3) trotz; 4) deshalb;
5) trotzdem; 6) weil
Grünen-Chef verlässt Facebook 1.: 1a), c); 2c); 3a)
und Twitter 2.: 1) Aussage; 2) Werbung; 3) Vorsitzende;
11.01.2019 4) Schritt; 5) Angriff; 6) Prominenten
3.: 1) geschrieben wird; 2) wurde angekündigt;
3) hackte; 4) wird … kritisiert; 5) hat …
veröffentlicht; 6) gepostet hatte
Schneechaos in Bayern 1.: 1a), c); 2a), b); 3b)
15.01.2019 2.: 1) der Schneefall; 2) der Räumdienst; 3) die
Skipiste; 4) die Warnstufe; 5) der
Verkehrsunfall; 6) der Neuschnee; 7) der
Ministerpräsident
3.: 1) für; 2) um; 3) von; 4) zu; 5) vor
Hochhäuser: Die Zukunft des 1.: 1a), b); 2a); 3c)
Wohnens 2.: 1a); 2g); 3b); 4f); 5c); 6d); 7e)
18.01.2019 3.: 1) schlechten; 2) hohen; 3) begehrten;
4) unbezahlbaren; 5) vorhandene; 6) sozialer

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 1 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

Dringend Pflegekräfte gesucht 1.: 1b), c); 2a), c); 3b), c)


22.01.2019 2.: 1) Eukalyptus; 2) Pflegekraft; 3) Engel;
4) Nachtschicht; 5) Einzelfall; 6) Pflegeheim
3.: 1) die; 2) dem; 3) dessen; 4) der; 5) die

Kommt jetzt das Tempolimit? 1.: 1b), c); 2a); 3b)


25.01.2019 2.: 1) Luftverschmutzung; 2) Automobilclub;
3) Tempolimit; 4) Autobahn; 5) Klimaschutz;
3.: 1) obwohl; 2) weil; 3) deshalb; 4) trotzdem;
5) deshalb
Ausstieg aus der Kohleenergie 1.: 1) richtig; 2) falsch; 3) falsch; 4) falsch;
beschlossen 5) richtig; 6) richtig
29.01.2019 2.: 1) Ökostrom; 2) Kohleausstieg;
3) Vorsitzende; 4) Gewerkschaft; 5)
Atomkraftwerk; 6) Anteil
3.: 1) müssen umgesetzt werden; 2) geprüft
werden müssen; 3) konnte verbessert werden;
4) vergrößert werden muss
Deutscher Müll landet im 1.: 1b), c); 2a), b), c); 3a)
Ausland 2.: 1) entsorgen; 2) günstig;
01.02.2019 3) wiederverwerten; 4) Kunststoff; 5) Anlage
3.: 1) ie, e; 2) er, en; 3) em; 4) en; 5) en, en;
6) m; 7) er; 8) e
Wenn die Holocaust-Zeitzeugen 1.: 1a), c); 2b), c); 3a), b)
sterben 2.: 1d), f); 2e), b); 3a), c)
05.02.2019 3.: 1) zu erzählen; 2) aufzuhören; 3) zu
informieren; 4) zeigen zu können; 5) zu
kämpfen; 6) weitererzählen zu können; 7) zu
sprechen

Eine Stadt wird Touristen- 1.: 1b); 2a), c); 3b), c)


Hotspot 2.: 1) Örtchen; 2) Häuschen; 3) Lädchen;
08.02.2019 4) Täschchen; 5) Teilchen
3.: 1b) im; 2c) von; 3g) Von; 4d) auf; 5f) unter;
6h) nach; 7a) in; 8e) an
Gesünder mit Grundeinkommen 1.: 1a), b); 2a); 3a), b)
12.02.2019 2.: 1) Einfluss; 2) Sozialleistungen;
3) Experiment; 4) Arbeitslose; 5) Symptome;

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 2 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

6) Forscher; 7) Verbesserung
3.: 1) als auch; 2) sondern auch; 3) weder;
4) entweder
Klimaschutz in der Disko 1.: 1) falsch; 2) richtig; 3) richtig; 4) falsch;
15.02.2019 5) richtig; 6) richtig
2.: 1) Clubszenen; 2) Energiequellen;
3) Angaben; 4) Stromanbieter; 5) Vorbild;
6) Umweltschutz; 7) Stromverbrauch;
8) Inland
3.: 1) en; 2) e; 3) en;4) - -; 5) es; 6) e; 7) en;
8) -; 9) en; 10) en

Venezuela: Arbeiten für ein 1.: 1a), c); 2b), c); 3a), c)
warmes Essen 2.: 1a); 2a); 3b); 4b); 5a); 6b)
19.02.2019 3.: 1) eines Unternehmens; 2) der
Regierungszeit; 3) des Präsidenten; 4) der
Krise; 5) Venezuelas; 6) seiner Mitarbeiter;
7) der Firma; 8) des Landes
Modedesigner Karl Lagerfeld ist 1.: 1a), c); 2b), c); 3c)
tot 2.: 1) Supermodel; 2) Designer; 3)
22.02.2019 Wettbewerb; 4) Label; 5) Kollektion
3.: 1) Als; 2) Wenn; 3) Als; 4) Wenn; 5) als;
6) als
Die Fußfessel – Überwachung von 1.: 1) falsch; 2) richtig; 3) falsch; 4) richtig;
Straftätern 26.02.2019 5) richtig; 6) falsch; 7) richtig
2.: 1) Akku; 2) Gefängnis; 3) Straftäter;
4) Fußfessel; 5) Überwachung; 6) Gerät;
7) Alarm; 8) Opfer
3.: 1) ihnen; 2) seine; 3) seine; 4) ihre;
5) meinen; 6) sie
Die Roten Funken im Kölner 1.: 1) c; 2) b, c; 3) c
Karneval 01.03.2019 2.: 1) Karnevalszüge; 2.) Ehrenmitglied;
3) Uniform; 4) Vorstand; 5) Gewehre;
6) Perücke; 7) Stadtmauer
3.: 1) stellen … dar; 2) nehme … teil;
3) bewachten … -; 4) vergeht … -;
5) hat … aufgenommen; 6) übernahm … -

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 3 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

Ein Lehrer reist um die Welt 1.: 1b); 2a), c); 3.b), c)
05.03.2019 2.: 1b); 2a); 3d); 4e); 5c)
3.: 1) auf; 2) im; 3) nach; 4) aus; 5) in; 6) im
Stirbt der Spielzeugladen? 1.: 1b), c); 2a), c); 3b)
08.03.2019 2.: 1c); 2d); 3f); 4b); 5e); 6a)
3.: 1) kaufte; 2) fand; 3) gab; 4) kannten;
5) warb; 6) erinnerten; 7) schlossen
Schule schwänzen fürs Klima 1.: 1b), c); 2a), b), c); 3a), b)
12.03.2019 2.: 1e); 2d); 3b); 4c); 5f); 6a)
3.: 1b); 2a); 3b); 4a); 5b); 6b); 7a)
Nicht nur für Kinder: die Barbie 1.: 1a), b); 2c); 3b)
15.03.2019 2.: 1d); 2e); 3c); 4a); 5f); 6b)
3.: 1b) sie; 2a) ihr; 3a) den; 4a) ihnen; 5b) sie;
6b) die; 7b) die
US-Truppen in Deutschland: Wer 1.: 1a), b); 2c); 3b), c)
trägt die Kosten? 2.: 1e); 2g); 3a); 4d); 5b); 6f); 7c)
19.03.2019 3.: 1) hätte; 2) wäre; 3) dürften; 4) könnten;
5) sollte; 6) müsste
Ein Ort für verfolgte Schriftsteller 1.: 1b), c); 2a), c); 3a)
22.03.2019 2.: 1) ver-; 2) zurück-; 3) er-; 4) ver-; 5) ein-;
6) ab-; 7) ver-
3.: 1) ihrem; 2) seines; 3) ihre; 4) ihren; 5) ihr;
6) seinem; 7) seine
Keine Schule ohne Masern- 1.: 1c); 2a), c); 3c)
Impfung 2.: 1f) immun; 2a) ansteckst; 3d) erkrankt;
26.3.2019 4b) bekämpfen; 5e) impfen; 6c) beraten
3.: 1a) muss; 2b) darf; 3a) kann; 4b) muss;
5a) können; 6a) sollte
Kampfansage an Netflix und 1.: 1b), c); 2a), b); 3a), b)
Amazon 2.: 1g) Flatrate; 2b) Filme, e) Streaming;
29.03.2019 3f) Fernsehen, a) Sender; 4c) Nutzer,
d) Inhalten
3.: 1) für, für; 2) von, an; 3) in; 4) für; 5) von;
6) zu; 7) für; 8) in; 9) Von, in
Kaum Ostdeutsche in Spitzen- 1.: 1b); 2a); 3b), c)
positionen 2.: 1d) Herkunft; 2c) Quote; 3e) Behörde;
02.04.2019 4a) Position; 5b) Einheit

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 4 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

3.: 1) der; 2) die; 3) dessen; 4) denen; 5) die;


6) den
Im Einsatz für ein friedliches 1.: 1a) c); 2b); 3b) c)
Fußball-spiel 2.: 1) Anliegen; 2) Einsatz; 3) Konflikt;
05.03.2019 4) Heimspiel; 5) Maßnahme
3.: 1) euch; 2) dir; 3) uns; 4) mir; 5) sich
Mietenwahnsinn: Bürger fordern 1.: 1a), b); 2a); 3a), c)
Enteignung 2.: 1e) Mieten, i) steigen; 2b) Wohnungen, g)
09.04.2019 modernisieren; 3d) Rendite, j) machen; 4c)
Artikel, f) angewandt; 5a) Investoren, h)
verschrecken
3.: 1) soll; 2) kann; 3) können; 4) sollen;
5) können; 6) kann; 7) konnten
Basketball-Legende Dirk Nowitzki 1.: 1b); 2a), b); 3b), c)
hört auf 2.: 1e) Saison, c) Titel; 2d) Fans, f)
12.04.2019 Autogramme; 3a) Basketballer, b) Talent;
4g) Nationalteam, h) Verein
3.: 1) beste; 2) bekannteste; 3) meisten;
4) bescheidensten; 5) größte; 6) längsten;
7) größter
Nikotin – ein Mittel gegen 1.: 1a), c); 2b); 3b), c)
Parkinson? 2.: 1b), c); 2a), b); 3a), c); 4a), b); 5a), b), c)
16.04.2019 3.: 1) erkrankt; 2) entdeckt; 3) ausgelöst;
4) untersucht; 5) festgestellt; 6) beeinflusst
Bundesverfassungsgericht: 1.: 1a), b); 2b), c); 3b), c)
Gleiches Wahlrecht für Menschen 2.: 1) politischen; 2) wahlfähig; 3)
mit Behinderung ehrenamtliche; 4) Psychische; 5) zentrale;
19.04.2019 6) geistige
3.: 1) konnten; 2) durften; 3) sollte; 4) wollte;
5) musste
Trotz Kohleausstieg sterben 1.: 1a), b); 2b), c); 3)c)
Dörfer 2.: 1)f); 2)b); 3)c); 4)e); 5)a); 6)d)
23.4.2019 3.: 1) werden … abgerissen; 2) werden …
umgesiedelt; 3) wird … angeboten; 4) wird …
gebraucht; 6) abgebaut werden
Die Krankheit namens 1: 1a); 2b), c); 3)c)
Krankheitsangst 2: 1)f); 2)c); 3)g); 4)d); 5)a); 6)e); 7)b)
26.04.2019 3: 1) obwohl; 2) Obwohl; 3) Trotzdem;

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 5 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

4) Trotzdem; 5) Obwohl
IS-Anhänger zurück in 1.: 1a), b); 2a), c); 3c)
Deutschland 2.: 1d) anschließen; 2c) zurückkehren;
30.04.2019 3a) entziehen; 4e) abschieben; 5b) umgehen
3.: 1) weil; 2) dass; 3) als; 4) ob; 5) wenn;
6) obwohl; 7) wenn; 8) dass
Parteispenden: Umstrittene 1.: 1b); 2a), c); 3)a), b)
Unterstützung 2.: 1b) gefördert; 2e) zurückgetreten;
03.05.2019 3a) angekündigt; 4d) gesetzt; 5f) zugegeben;
6c) veröffentlicht
3.: 1) einigen; 2) eines; 3) Manche; 4) jedes;
5) mehreren; 6) diesem
Hitlers Wolfsschanze – ein 1.: 1a), c); 2b), c); 3a), b)
historischer Ort 2.: 1f) der Zweite Weltkrieg; 2b) das Dritte
07.05.2019 Reich; 3a) Nazis; 4e) Holocaust;
5c) Historiker; 6d) Zeitzeuge
3.: 1) dem; 2) dem; 3) denen; 4)der; 5) der;
6) das; 7) dem
Baby-Name sorgt für Ärger 1.: 1a), 2b), 3b), c)
10.05.2019 2.: 1b); 2a), b); 3a); 4b); 5a), b); 6a); 7a)
3.: 1) ersten; 2) zweiten; 3) vierten; 4) fünften;
5) siebten; 6) zehnten; 7) vierundzwanzigsten
Die psychische Belastung einer 1.: 1b); 2a), b); 3a), b), c)
Organspende 2.: 1f) Niere; 2c) Organe; 3e) Spender;
14.05.2019 4a) erfolgreich; 5d) psychisch; 6b) Betreuung
3.: 1) Wer; 2) Wem; 3) Wer; 4) Wessen;
5) Wen, 6) Wer
Wahl-Apps – 1.: 1b), c); 2a); 3a), b)
Entscheidungshelfer bei der 2.: 1d); 2e); 3b); 4a); 5c)
Europa-Wahl 3.: 1b); 2a); 3a); 4b); 5b); 6a)
17.05.2019

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 6 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

Österreichischer Vizekanzler tritt 1.: 1a); 2b); 3c)


wegen Skandalvideos zurück 2.: 1e) Wahlkampf; 2c) Koalition;
21.05.2019 3d) Staatsanwaltschaft; 4a) Spende; 5f)
Berichterstattung; 6b) Schmutzkampagne
3.: 1) war ... gereist; 2) hatten ... getroffen;
3) hatten ... entwickelt; 4) hatte ... gefilmt;
5) hatte ... geschickt

Maria 2.0: Katholikinnen fordern 1.: 1b); 2b), c); 3b), c)


Gleichberechtigung 2.: 1c) Zölibat; 2e) Gottesdienst; 3b) Bischof;
24.05.2019 4f) Zugang; 5a) Abschaffung; 6d) Vorsitzende
3.: 1) betenden; 2) leitende; 3) teilnehmenden;
4) durchschlagendem; 5) arbeitenden
So wählten die EU-Bürger 2019 1.: 1a), b); 2a); 3c)
28.05.2019 2.: 1b) rechtspopulistische; 2d) konservative;
3a) grüne; 4c) sozialdemokratische; 5e)
liberale
3.: 1b) mit; 2d) zur; 3c) gegen; 4a) über;
5e) bei; 6f) auf
Die deutschen Stimmen von 1.: 1a),c); 2b); 3b),c)
Hollywoods Stars 2.: 1c); 2d); 3f); 4e); 5b); 6a)
31.05.2019 3.: 1b); 2b); 3a); 4a); 5a); 6b); 7b)
Fankultur gegen Investorenmacht 1.: 1a); 2b),c); 3a)b)
04.06.2019 2.: 1e); 2b); 3f); 4a); 5c); 6d)
3.: darf, soll, wollen, können, müssen, sollen
Hilfe gegen Armut und 1.: 1a), b); 2a), c); 3a) ,c)
Einsamkeit im Alter 2.: 1b; 2a; 3c; 4d; 5e
07.06.2019 3.: 1. zu; 2. -; 3. -; 4. -; 5 zu
EU-Drogenbericht: Erfolg im 1.: 1a), b); 2a); 3a)
Kampf gegen Heroin und HIV 2.: 1d) Überdosis; 2b) Konsum; 3a) HIV;
11.06.2019 4c) Schmerzmitteln; 5e) Todesfällen
3.:1d); 2a); 3e); 4c); 5b); 6f)
Das Tagebuch der Anne Frank als 1.: 1a), c); 2b), c); 3a), b), c)
Romanfassung 2.: 1b) Schriftstellerin; 2c) Tagebuch;
14.06.2019 3a) Roman; 4d) Auflage; 5e) Klassiker
3.: 1) ver; 2) ver; 3) er; 4) um; 6) ent
Jüdisches Museum in der Kritik 1.: 1a), b); 2b), c); 3a), b)
18.06.2019

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 7 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

2.: 1e) Posten aufgegeben; 2a) unter Druck


gesetzt; 3b) Boykottaufrufe; 4d) Widerstands;
5f) Haltung; 6c) Schaden abwenden
3.: empfohlen, hatte, ist, zurückgetreten, hatte,
kritisiert, geschrieben, haben, hatte,
beschlossen
Rechtsextreme Anschläge in 1.: 1a), c); 2a) ,b); 3a),b)
Deutschland 2.: 1b); 2a); 3d); 4f); 5e); 6c)
21.06.2019 3.: 1) hätte; 2) wäre, wäre; 3) sollte;
4) könnte, würde
Der schlechte Ruf der Drohnen 1.: 1b); 2a), c); 3b), c)
25.06.2019 2.: 1d) Biene; 2c) Roboter; 3e) Vorbild;
4f) Bereich; 5a) Ruf; 6b) Samen
3.: 1) des; 2) der; 3) der; 4) des; 5) der; 6) der;
7) des
Ein Prinz, eine Burg und ein 1.: 1a), c); 2a) ;3b), c)
Rechtsstreit 2.: 1c); 2e); 3b); 4a); 5d)
28.06.2019 3.: 1) verlassen; 2) abgelehnt; 3) übernachtet;
4) erklärt; 5) eingebracht; 6) besichtigt
EU prüft Ost-West-Unterschiede 1.: 1b), c); 2b); 3c)
bei Lebensmitteln 2.: 1e) Verpackung; 2c) Bildung; 3f) Zutat;
02.07.2019 4b) Behörde; 5a) Marke; 6d) Studie
3.: 1) -lich; 2) -isch; 3) -ig; 4) -lich; 5) -lich; 6) -
isch
Papier aus Gras 1.: 1b); 2b), c); 3a)
05.07.2019 2.: 1e) Rohstoff; 2d) Rasen; 3a) Becher;
4f) Faser; 5c) Wachstum; 6b) Tonne
3.: 1) sollen, benutzt, werden; 2) kann,
hergestellt, werden; 3) müssen, vermischt,
werden; 4) kann, eingespart, werden; 5)
müssen, entfernt, werden
Weniger fliegen für das Klima 1.: 1b); 2b); 3c)
09.07.2019 2.: 1d) Klimaaktivistin; 2f) Belastung; 3a)
Emissionen; 4e) Maßnahmen; 5b) Kerosin;
6c) Europäischen Union
3.: 1) das; 2) die; 3) den; 4) dem; 5) deren;
6) der

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 8 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

Wo in den USA Deutsch 1.: 1a), c); 2a), b); 3a), c)


gesprochen wird 2.: 1e); 2c); 3a); 4f); 5d); 6b)
12.07.2019 3.: 1) die; 2) dem; 3) den; 4) das; 5) dem;
6) der
Deutschland diskutiert über 1.: 1c); 2a), b); 3b)
Strafmündigkeit 2.: 1c) Sorgerecht; 2a) Schadensersatz;
16.07.2019 3f) Straftat; 4e) Pflegefamilie; 5b) Haftstrafe;
6d) Maßnahme
3.: 1) deshalb; 2) weil; 3) weil; 4) denn;
5) deshalb; 6) denn
Die "Fantas": Väter des deutschen 1.: 1a); 2a), b); 3a), c)
Hip Hops 2.: 1c) Song; 2e) Album; 3d) Band; 4a) Bühne;
19.07.2019 5f) Stil; 6b) Fan
3.: 1) populärer; 2) lustige; 3) großen;
4) deutscher; 5) sozialkritischen;
6) gemeinsames
Roboterkollegen bei der Arbeit 1.: 1a), c); 2a), b); 3a)
23.07.2019 2.: 1b); 2c); 3e); 4d); 5a)
3.: 1) würden; 2) hätten; 3) sollten; 4) könnten;
5) müsste
Urlaub auf dem Mond 1.: 1a), b); 2a), b); 3a), b)
26.07.2019 2.: 1d); 2e); 3c); 4b); 5a)
3.: 1) weder … noch; 2) sowohl … als auch; 3)
nicht nur … sondern auch; 4) Entweder … oder
Warum wir gerne über andere 1.: 1b), c); 2a), c); 3b), c)
reden 2.: 1d); 2a); 3e); 4b); 5c)
17.09.2019 3.: 1e); 2d); 3a); 4c); 5b)
Skateboarding: Aus Jugendkultur 1.: 1c); 2b), c); 3b), c)
wird Leistungssport 2.: 1) festgelegt; 2) profitieren; 3) hofft;
20.09.2019 4) empfinden; 5) präsentieren; 6) födert
3.: 1.-e; 2. -er, -er; 3. -e; 4. -en, -es; 5. -er; -
Neues Gesetz fürs Klima 1.: 1b), c); 2b), c); 3c)
24.09.2019 2.: 1d); 2a); 3f); 4b); 5c); 6e)
3.: 1) haben ausgelotet; 2) bin aufgestanden;
3) stoßen aus; 4) Kommst, mit; 5) haben
teilgenommen

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 9 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

Viel Natur, wenig Netz 1.: 1a), b), c); 2c); 3b), c); 4b), c)
27.09.2019 2.: 1f); 2d); 3e); 4a); 5b); 6c)
3.: 1) Fachkräftemangel; 2) strukturschwach;
3) Kommunikationsnetz; 4) Nahverkehr;
5) Jobmöglichkeiten
Staatliche Hilfe für Unternehmen 1.: 1a), c); 2b); 3c)
in der Krise 2.: 1e) Bürgschaft; 2c) Fluglinie; 3d)
01.10.2019 Reiseveranstalter; 4b) Wettbewerb; 5a) Pleite;
6f) Unternehmen
3.: 1) -; 2) -; 3) um; 4) -; 5) um; 6) -; 7) um
Das Internet: ein Markt für 1.: 1a), c); 2a), b), c); 3a)
exotische Tiere 2.: 1d) durchsuchen; 2e) fangen; 3b) knüpfen;
04.10.2019 4a) züchten; 5c) wechseln
3.: 1) denen; 2) die; 3) dem; 4) der; 5) deren;
6) den; 7) denen
Friedliche Rebellion fürs Klima 1.: 1c); 2b), c); 3a), b), c)
08.10.2019 2.: 1) setzt ... ein; 2) sterben ... aus; 3) wendet
... an; 4) nahm ... fest; 5) hat ... beigetragen
3.: 1) den; 2) der; 3) die; 4) deren; 5) dessen

6,2 Millionen Deutsche können 1.: 1a), b), c); 2a), c); 3a)
nicht richtig lesen und schreiben 2.: 1f), 2a), 3d), 4c), 5e), 6b)
11.10.2019 3.: 1b); 2b); 3b); 4b); 5a); 6a)
Das virtuelle Netz der 1.: 1c); 2b), c); 3a), b), c)
Rechtsextremen 2.: 1e); 2b); 3c); 4d); 5a)
15.10.2019 3.: 1) zu; 2) -; 3) -; 4) zu; 5) zu; 6) -; 7) -
Kritik an kostenlosem Bluttest 1.: 1b); 2b), c); 3a), b)
18.10.2019 2.: 1d); 2a); 3c); 4b); 5f); 6e)
3.: 1) das; 2) das; 3) dass; 4) dass; 5) das
Orthorexie: Wenn gesundes 1.: 1b), c); 2c); 3a)
Essen zur Sucht wird 2.: 1f); 2c); 3a); 4b); 5d); 6e)
22.10.2019 3.: 1) von; 2) auf; 3) aus; 4) auf; 5) auf
Wenn Parteien die Rolle der 1.: 1c); 2c); 3a), b)
Presse übernehmen 2.: 1e), 2b) 3a), 4d), 5c)
25.10.2019 3.: 1) über sich selbst zu schreiben; 2) wegen
der Newsrooms zu haben; 3) Social Media

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 10 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

viele Anhänger zu erreichen; 4) ausgewogene


Inhalte zu produzieren
Scham: unangenehm, aber 1.: 1a), c); 2c); 3a), b)
wichtig 2.: 1c) rülpsen; 2e) vermeiden; 3f) entfernen;
29.10.2019 4a) überschreiten; 5b) schämen; 6d)
ausstoßen
3.: 1) höfliches; 2) peinlichen; 3) schmerzhafte;
4) falschem; 5) unangenehme; 6) großen
Die Deutschen lieben Bargeld 1.: 1b), c); 2a), c); 3b)
01.11.2019 2.: 1e) Autonomie; 2a) Münze; 3d) Karte; 4c)
Schein; 5f) Unternehmen; 6b) Bargeld
3.: 1c); 2b); 3b); 4a); 5b)
Aktion gegen Plastikmüll im Meer 1.: 1c); 2b); 3a), b)
05.11.2019 2.: 1b); 2e); 3c); 4d); 5a)
3.: 1) recycelt werden; 2) vermieden werden,
3) aufgestellt werden; 4) werden verboten
9. November 2019: 30 Jahre 1.: 1b); 2a), c); 3b), c)
Mauerfall 2.: 1b); 2c); 3a); 4f); 5e); 6d)
08.11.2019 3.: 1) denen; 2) den; 3) die; 4) dem; 5) das;
6) derem
Die „Sesamstraße“ ist 50 1.: 1a), b); 2b); 3a), b), c)
12.11.2019 2.: 1e) Version; 2b) Aids; 3f) Bär; 4a)
Mülltonne; 5d) Folge; 6c) Vorbild
3.: 1) darum; 2) dafür; 3) dafür; 4) darauf; 5)
darüber; 6) darauf
Medizinische Hilfe für Menschen 1.: 1a), b); 2a), b); 3b), c)
ohne Papiere 2.: 1c) Rückkehr; 2a) Niere; 3e) Initiative; 4f)
15.11.2019 Hölle; 5d) Hebamme; 6b) Abschiebung
3.: 1) nicht; 2) keine; 3) nicht; 4) nicht; 5) kein;
6) keinen
Meine Heimat, deine Heimat 1.: 1c); 2a); 3a), b)
18.11.2019 2.: 1e); 2a); 3b); 4c); 5d)
3.: 1) sondern; 2) und; 3) obwohl; 4) weil;
5) bevor
Land unter in Venedig 1.: 1a); 2a), b); 3b), c)
22.11.2019 2.: 1b); 2d); 3a); 4c); 5e)

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 11 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

3.: 1) Die Häuser der Einheimischen stehen


unter Wasser.; 2) Der Bürgermeister Venedigs
sucht über Twitter nach Helfern.; 3) Der Stand
des Meeresspiegels ist höher als letztes Jahr.;
4) Die Folgen des Klimawandels sind in
Venedig besonders stark zu sehen.; 5) Die
UNESCO bietet an, bei der Lösung des
Problems zu helfen.
Drogensucht: kein Geld für 1.: 1a); 2b), c); 3a), c)
Prävention 2.: 1b) Nikotin; 2e) Suchtmittel; 3a)
29.11.2019 Kommune; 4f) Sucht; 5d) Studie; 6c) Konsum
3.: 1) Drogenbeauftragten; 2) Suchtkranker; 3)
Betroffenen; 4) Suchtkranke; 5)
Drogenabhängigen; 6) Betroffenen
Wenn der Papierberg wächst 1.: 1a), b); 2c); 3b)
03.12.2019 2.: 1e); 2g); 3d); 4b); 5c); 6f); 7a)
3.: 1b); 2d); 3c); 4a); 5e)
Gewalt gegen Schiedsrichter 1.: 1b); 2a), b); 3a), b)
06.12.2019 2.: 1a); 2f); 3e); 4d); 5b); 6c)
3.: 1) dass; 2) das; 3) dass; 4) das; 5) dass
Elektroschrott: zu wertvoll für die 1.: 1a), b); 2b), c); 3c)
Müllhalde 2.: 1d) zerlegt; 2c) verunreinigt; 3f) gesenkt;
10.12.2019 4a) recycelt; 5b) gewonnen; 6e) gewandert
3.: 1) wird, bauen; 2) muss gesenkt werden; 3)
werden aufhören; 4) werden, hergestellt
werden; 5) werden, recyceln können
Fachkräfte suchen ihr Glück im 1.: 1a), b), c); 2b); 3c)
Ausland 2.: 1d) Abgabe; 2f) Laufzeit; 3a)
13.12.2019 Hochschulabschluss; 4e) Bereicherung; 5b)
Volkswirtschaft; 6c) Rückkehr
3.: 1) zurückzukehren; 2) zu erhalten; 3)
kennenzulernen; 4) zu verdienen; 5)
auszuwandern; 6) herauszufinden
Medikamentenmangel in 1: 1c); 2b), c); 3a)
Deutschland 2.: 1b); 2d); 3e); 4c); 5a)
17.12.2019 3.: 1. Als; 2. Wenn; 3. Als; 4. wenn; 5. Wenn; 6.
Als

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 12 / 13


Deutsch Aktuell
Top-Thema – Lösungen

Der Gender Pay Gap existiert 1.: 1a), b); 2c); 3a)
noch immer 2.: 1b), 2c), 3e), 4a), 5d)
20.12.2019 3.: 1. obwohl; 2. trotz; 3. obwohl; 4. trotz; 5.
Trotz
Christkind oder 1.: 1b), c); 2c); 3a)
Weihnachtsmann? 2.: 1d) Krippe; 2a) Bischof; 3e) Mitternacht;
24.12.2019 4c) Engel; 5f) Christkind; 6b) Bescherung
3.: 1) zeichneten; 2) kam; 3) stellten; 4)
verschob; 5) wurde; 6) veränderten
Der Umgang mit kolonialer 1.: 1c); 2a), c); 3b), c)
Raubkunst 2: 1e) Rückgabe; 2f) Umgang; 3a) Kunstwerke;
27.12.2019 4c) Ureinwohner; 5b) Knochen; 6d) Kulturgut
3: 1. hinterlässt; 2. holt ab; 3. kehren zurück; 4.
nimmt gefangen; 5. Verhindert
Lernen mit YouTube-Videos 1.: 1a), c); 2a), b); 3c)
31.12.2019 2.: 1c) Aufbereitung; 2a) Vorbereitung;
3e) Lernstoff; 4d) Lerngewohnheiten; 5b)
Qualität
3.: 1) sollten; 2) müssen; 3) könnte; 4) müssen,
können

Deutsch zum Mitnehmen | dw.com/topthema | © Deutsche Welle | Seite 13 / 13