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Diese Informationen aus meiner KRISEN-TOOLBOX 


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Krisen Survival Package 
(Das Unternehmerhandbuch zur Krisenbewältigung) 
 
Krisen Situations-Checklisten 
(Mit Schritt für Schritt Anleitungen durch die Krise) 

Welche Banken sind in dieser Krise noch sicher? Welche solltest Du unbedingt meiden? 
(Wie kann ich Geldwerte und Barmittel vor Bankencrash, Liquidation etc. effektiv absichern?) 
 
Wohin kann man in der Corona Krise (je nach Risikobereitschaft) überhaupt noch 
investieren? 
(Theorie UND Praxis: Börse, Immobilien, (strategische) Beteiligungen etc.) 
 
Wie nutze ich die aktuelle Krise als Chance für Investments?  
(Börse, DAX, ETFs, Immobilien, Krisen Gewinner etc.) 

Wie werden sich die einzelnen Immobilienmärkte in/nach dieser Krise entwickeln? 
(Chancen und Risiken - “Behind the scenes”- Einblicke) 
  
Mietverluste in der Corona Krise? So gehst Du damit um... 
(Prävention, Abwehr, Gefahren, Chancen) 

Einzelhandel  und  Gastronomie:  Versicherung  zahlt  nicht  für  Betriebsschließung?  Hier 


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(So können sich Einzelhändler und Gastronomen wehren) 
 
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Wie sichere ich mein Vermögen vor Inflation und staatlichem Zugriff ab?  
(Zwangshypotheken, Enteignung, Bankenrettung etc.) 

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Inhaltsverzeichnis 
 
 

Warum ich dieses Booklet geschrieben habe 5 


Meine sieben Krisen 5 
Ohne meine damaligen Mentoren wäre ich heute am A…. 5 
Es geht oft um Millimeter 5 
Mein Schwur am Tiefpunkt 6 
Was mich bewegt und zugleich ärgert 6 
Vier Jahre, die mir heute zugute kommen 7 

Liquides Vermögen vor staatlichem Zugriff sichern 8 


Überblick und Orientierung 8 
Aktuelle Situation und Auswirkungen auf Banken 9 
Was sind eigentlich Guthaben auf Bankkonten aus vertragsrechtlicher Sicht? 9 
Ein Gesetz, das kaum jemand kennt, aber fatal für dich werden kann 9 
Die mögliche Konsequenz für dich 10 
Was ist eine systemrelevante Bank? 10 
Systemrelevante Banken sind also KEIN Pluspunkt 11 
Warum die 100.000 Euro Grenze? 11 
Sondervermögen, das nicht in einen Sanierungsfall hinein gerechnet werden dürfte 11 
Meine Empfehlung 12 
 
Bestehende Immobilien vor Risiken und staatlichem Zugriff sichern 13 
Nießbrauchsrecht nutzen 13 
Immobilie absichern durch eine Auflassungsvormerkung 13 
Eigentümergrundschulden 14 
Stiftungen, VVGmbHs und Genossenschaften 16 
Die Kombination macht's 16 

Bonuskapitel & weitere kostenlose Informationen für dich 17 


 
   

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Warum ich dieses Booklet geschrieben habe 

Meine sieben Krisen 


Ich  habe in diesem Leben bereits sieben große Krisen mitmachen müssen. Zwei davon waren 
extern  (Dotcom-Krise  im  Jahr  2000  und  Lehman  Brothers-Pleite  im  Jahr  2009  mit 
anschließender Finanzkrise), fünf Krisen davon trafen mich eher persönlich.  
 
So  bekam  ich  im  Jahr  2003  von  heute  auf  morgen  einen  voll besicherten Kontokorrentkredit 
über 200.000 Euro gekündigt, der dummerweise komplett ausgeschöpft war.  
 
Ich  wurde  in  die  “Abwicklungsabteilung” der Bank geschickt (dort landen die Fälle, die bereits 
“abgeschrieben”  sind)  und  somit  war  meine  ganze  Existenz  bedroht.  Denn  als 
Immobilieninvestor  und  Initiator  von  Immobilienprojekten  hätte  ich  mit  einem  drohenden 
Schufa-Eintrag natürlich einpacken können. 
  
Ich  habe  eine  Scheidung  hinter  mich  gebracht,  wurde  von  Geschäftspartnern  betrogen  und 
von  Führungskräften  in  schweren  Zeiten  im  Stich  gelassen.  Ich  erzähle  dir  diese  „traurige 
Geschichte“, nicht um Mitleid zu bekommen, sondern weil ich dir eine Sache vermitteln will: 
  
Jede dieser Krisen war (als sie stattfanden) dramatisch und niederschmetternd für mich.  

Ohne meine damaligen Mentoren wäre ich heute am A…. 


Da  ich  allerdings  ein  paar  wirklich  gute  Mentoren  hatte,  die  mir  die  richtigen Fragen stellten, 
meinen  Blick  auf  die  richtigen  Dinge  richteten  und  auch  die  richtigen  Antworten  gaben,  kam 
ich aus jeder Krise sogar noch gestärkt hervor. 
  
Und  glaube  mir,  ich  kenne  das  Problem,  wenn  du  keine  Ahnung  hast,  wovon  du  deine 
Rechnungen  oder  Mitarbeiter  bezahlen  sollst.  Ich  weiß,  wie  sich  Existenzangst  anfühlt  und 
wie  der  Puls  steigt,  weil  man  Angst  hat,  dass  die  EC-Karte  nicht  mehr  aus  dem  Automaten 
herauskommt. 
  
Heute,  rückblickend  auf  meine  28  Jahre  Unternehmer-  und  Investoren-Dasein,  kann  ich  eine 
Sache von mir behaupten:  
 
Ich  kenne  inzwischen  die  Business  Welt  von  oben,  von  unten  und  auch  in  sehr  stürmischen 
Zeiten.  Man  könnte  sogar  sagen,  dass  ich im Feuer diverser Krisen zu dem geschmiedet wurde, 
was ich heute bin.  

Es geht oft um Millimeter  


Eine  Sache  haben  mich  meine  7  Krisen  gelehrt  -  Du  hast  drei  Möglichkeiten,  die  meist  nur 
Millimeter auseinander liegen: 
 
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● Die erste Möglichkeit ist es, einfach irgendwie durch die Krise hindurchzukommen.  
● Die zweite Möglichkeit ist, als strahlender Sieger daraus hervorzugehen.  
● Die dritte Möglichkeit ist leider oft die völlige Zerstörung.  
 
Die  gute  und  zugleich  schlechte  Nachricht  ist:  Diese  drei  Varianten  liegen  oft  nur  wenige 
Millimeter  oder  ein  paar  Grad  auseinander.  Bei  mir  war  es  oft  nur  ein  letztes  Stückchen 
Anstrengung oder eine Idee in letzter Minute, die den Unterschied ausmachten. 
 
Das  Wort  Krise  kommt  aus  dem  Griechischen  “crisis”  und  bedeutet  so  viel  wie 
„Wendepunkt“,  „Entscheidungspunkt“  oder  auch  „Neuanfang“.  Die  Frage  lautet  also: 
“Bekomme ich, wenn die Dinge außer Kontrolle geraten, die Kurve?” 

Mein Schwur am Tiefpunkt 


Ich  wende  mich  mit  diesem  Booklet  heute  an  Dich, da ich Dir etwas von meinen Erfahrungen 
und  Learnings  aus  Krisenzeiten  mitgeben  möchte.  Learnings  und  Erfahrungen,  welche  mich 
(im Nachhinein betrachtet) sehr erfolgreich durch meine großen Krisen gebracht haben.  
 
Ich  hätte  es  damals  ohne  die  Hilfe  meiner  Freunde,  Geschäftspartner  und  teils  sehr  weisen 
Mentoren  niemals  geschafft.  Und  gerade  in  der  schwierigsten  der  schwierigen  Zeiten,  an 
meinem  absoluten  Tiefpunkt,  habe  ich damals etwas entschieden. Ich schwor mir: „Wenn ich 
es  schaffen  sollte,  hier  wirklich  wieder  herauszukommen, dann gelobte ich vor Gott, dass ich 
irgendwann das zurückgeben werde, was ich einst an erfolgreicher Hilfe bekam“.  
  
Diesen heiligen Schwur von damals möchte ich jetzt, heute und hier einlösen.  

Was mich bewegt und zugleich ärgert 


Das  allein  ist  es  aber  nicht.  Es  ist  mir  tatsächlich  eine  Herzensangelegenheit, Selbständige, 
Freiberufler  und  Unternehmer  zu  unterstützen.  Unternehmer  sein ist für mich keine Frage des 
Berufsverhältnisses,  sondern  eine  Frage  der  Einstellung.  Bin  ich  passiver  Zuschauer  oder 
unternehme ich etwas? 
 
Ich  glaube  nämlich  fest  daran,  dass  Selbständige  und  Unternehmer,  die  auf  eigenes  Risiko 
etwas  erschaffen,  um  ihre  Vision  zu  realisieren,  tatsächlich  diejenigen  sind,  die  die  Welt  auf 
ihren Schultern tragen.  
 
Die  Unternehmer,  Freiberuflichen  und  Selbständigen  sind  es,  die  tatsächlich  die  Welt  zum 
Besseren verändern können. Sie tun es täglich und werden es auch in Zukunft immer tun.  
 
Es  sind  die  Selbständigen  und  Unternehmer,  die  am  meisten  vernachlässigt  und  oft  sogar 
bestraft  werden.  Die  Konzerne  bekommen  die  Zuschüsse,  Steuervorteile  und  Staatshilfen, 
die Angestellten die sozialen Sicherungssysteme. Was bekommen die “Macher”? 
 

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Fährst  du  nach  endlosen  Arbeitsstunden  ein  dickes  Auto, so schlägt dir Sozialneid entgegen, 


scheiterst  du  mit  einem  riesigen  Schuldenberg,  so  gibt  es  Häme.  Anerkennung? 
Pustekuchen! 
 
Ich  möchte  dir  diese,  dir zustehende, Anerkennung geben. Als jemand, der etwas unternimmt 
und nicht einfach “zuschaut”, will ich Dich unterstützen, so gut ich es zumindest kann. 
  
Wenn  dir  dieses  Booklet  also  helfen  sollte  und  dir  etwas  mehr  Stabilität  gibt,  dann  hilf  mir 
bitte  dabei,  auch  andere  Unternehmer  und  Selbständige  zu  stabilisieren,  denn  wir  alle 
hängen voneinander ab. 

Vier Jahre, die mir heute zugute kommen 


Das  Jahr  2007/2008  war  für  mich  damals  ein  sehr  erfolgreiches  Jahr  und  ich  dachte,  es 
ginge  immer so weiter. Die Wirtschafts- und Finanzkrise 2009, eingeleitet durch die Pleite von 
Lehman-Brothers,  hat  mich  damals  eiskalt  erwischt. Meine Kosten waren viel zu hoch, meine 
Margen  zu  gering  und  meine  Prozesse  und  Abläufe  für  eine  Krise  viel  zu  instabil.  Vier  Jahre 
und ein paar graue Haare haben mich die “Aufräumarbeiten” gekostet. 
  
Ich  habe  diese  Krise  überstanden  (so  wie  die  anderen davor) und auch daraus meine Lehren 
gezogen.  Heute  sind  meine  Fixkosten  sehr  niedrig,  ich  habe  genug  Reserven,  um 
Durststrecken  überstehen  zu  können  und  somit  auch  die  Zeit,  dieses  Büchlein  schreiben  zu 
können.  
  
Die  damaligen  Krisen,  die  Hinweise  meiner  Mentoren  und  die  Analysen  der  eigenen  Fehler, 
ließen  mich  Regeln  und  geänderte  Abläufe  aufstellen.  Diese  Regeln  und  Prozesse  sorgen 
heute dafür, dass ich nicht eiskalt erwischt werde und wurde.  
 
Diese  Learnings  und  auch  die  Techniken,  die  mich  durch  die  vergangenen  Krisen  gebracht 
haben  (trotz  mangelnder  Vorbereitung),  möchte  ich  in  diesem  Büchlein,  das  ein  kleiner  Teil 
meiner  kostenlosen  “Krisen  Toolbox”  (https://AF-Krisentoolbox.de)  ist,  mit  dir  teilen.  Es  wäre 
mir  eine  Ehre  die  “wenigen  Millimeter”  oder  “paar  Grad”  zu  deinem  Erfolg  beitragen  zu 
dürfen. 
 
 
Viel Erfolg bei der Umsetzung und ein starkes Rückgrat wünscht dir 
 
 
Dein 
 

Alex Düsseldorf Fischer  

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Liquides Vermögen vor staatlichem Zugriff sichern 


Überblick und Orientierung 
Liquides  Vermögen  zu  schützen  kann  heikler  sein  als  z.B.  Immobilien.  Aber  selbst  das  ist 
möglich.  Hier gibt es mehrere Problemszenarien, die natürlich keiner exakt vorhersehen kann. 
Aber:  Wenn  wir  in  die  Vergangenheit  schauen  und  uns  gleichzeitig  in  den  Kopf  unserer 
Regierungen hineindenken, dann wird folgendes recht klar: 
 
● Währungsreform  ist  nicht  das  erste  Szenario,  sondern  eher  das  Thema 
“Bankenrettung” auf Kosten der Kunden. 

● “Die  Schulden  des  einen,  sind  die  Guthaben  des  Anderen”  (das  gilt  auch  für 
sogenanntes  “Giralgeld”  (=  Geld  das  die  Banken  schöpfen,  indem  sie  Kredite 
ausgeben),  sollte  dir  jemand  etwas  anderes  erzählen,  dann  empfehle  ihm  einen 
Grundkurs in Bilanzierung und Buchhaltung). 
 
● Offensichtliche  Wahrheit:  Geld  ist  nie  weg,  es  hat  nur  jemand  anders.  Oder  war  nie 
wirklich  da.  Beispiel:  Wenn  Leute  glauben,  dass  Elon  Musk  X  Milliarden  besitzt,  weil 
sie  den  aktuellen  Kurswert  mit  der  Anzahl  seiner  gehaltenen  Aktien  multiplizieren, 
verstehen  nicht,  dass  das  “theoretisches  Geld”  ist.  Denn  würde  Musk  alle  seine 
Aktien auf einen Schlag verkaufen, dann würde der Kurs ins bodenlose fallen. 
 
● Offensichtliche  Wahrheit:  Der  Zweck  einer  Währungsreform  ist  nicht  die  Guthaben  zu 
entwerten,  sondern  die  Schulden  los  zu  werden  (was  dann  natürlich  zum  Verlust  der 
Guthaben  führt).  Siehe  mein  Youtube  Video  Was  genau  passiert  bei  einer 
Währungsreform / Währungscrash? Gewinner / Verlierer (Eurokrise) #78/99 
 
● Wenn  Leute  von  “asymmetrischer Entwertung von Guthaben und Schulden” sprechen, 
dann  Frage  sie  doch  mal,  wem  das  was  bringen würde. Das bringt nämlich weder den 
Banken,  noch  dem  Staat  etwas.  Empfehle  auch  diesen  Leuten  einen  Grundkurs  in 
Bilanzierung und Buchhaltung. 
 
● Guthaben  werden  von  Inflation  und  Hyperinflation  zerfressen,  negative  Guthaben  (= 
Darlehen)  somit  auch.  Wenn  die  dahinter  liegenden  Immobilien  “zugenagelt”  sind 
(siehe oben), werden Zwangshypotheken uninteressant. 
 
● Kapitalgesellschaften  werden  meist  verschont,  da  sie  der  Motor  für  die  neu  zu 
startende  Wirtschaft  sein  sollen.  Grundsatz  des  römischen  Rechts,  auf  dem  unser 
Rechtssystem  beruht:  “Gleiches  muss  gleich  behandelt  werden”  (= 
Kapitalgesellschaft = Kapitalgesellschaft). 
 

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● Von  Enteignungen  in  Form  von  Steuern  wären  wiederum  eher  Privatleute  betroffen, 
auch  hier  würden  Kapitalgesellschaften  und  Stiftungen  mit  an  Sicherheit  grenzender 
Wahrscheinlichkeit ausgenommen oder zumindest nur wenig belastet werden. 
 
● Guthaben  können  also  (zumindest  aus  volkswirtschaftlicher  Sicht)  über 
Immobiliendarlehen  abgesichert  werden.  Siehe  mein  Youtube  Video  Rezession, 
Eurokrise, Währungsverfall, Crash - wie Du dich davor absichern kannst #20/99 
 
● Aktien  (auch  wenn  sie  in  deinem  Depot  in  “Euro”  ausgewiesen  werden)  sind  Anteile 
an  Kapitalgesellschaften  und  keine  Geldwerte.  Wie  hoch  diese  Anteile  nach  einer 
Währungsreform  noch  gehandelt  werden  hängt  vom  Substanzwert  ab,  oder  davon,  ob 
dieses spezielle Unternehmen zu den Gewinnern der Reform zählt. 

Aktuelle Situation und Auswirkungen auf Banken 


In  letzter  Zeit  gibt  es  in  den  Medien  nur  ein  Thema:  Die  Corona  Krise.  Um  die  Pandemie  in 
den  Griff  zu  bekommen,  hat  der  Staat  bereits  jetzt  viele  Maßnahmen  ergriffen: 
Einschränkungen  der  sozialen  Kontakte,  Schließung  von  öffentlichen  Gebäuden  und 
milliardenschwere Subventionen für Unternehmer - nur um einige zu nennen. 
 
Die  Frage,  die  ich  mir  bei  all  dieser  Thematik  stelle  ist:  Was  richtet  mehr  Schaden  an? Das 
Feuer  (Corona)  oder  das  Löschwasser  (Maßnahmen  gegen  die  Pandemie)?  Sicherlich ist das 
gesundheitliche  Risiko  nicht  zu  unterschätzen,  aber  muss  man  wirklich  das  ganze 
Wirtschaftssystem  des  Landes  stilllegen?  Was  passiert  mit  den  Unternehmen?  Und  was 
passiert mit den Banken? 

Was  sind  eigentlich  Guthaben  auf  Bankkonten  aus  vertragsrechtlicher 


Sicht? 
Was  kaum  jemand  weiß:  Guthaben  auf  Konten,  Sparbüchern  etc.  sind  nichts  anderes  als 
unbesicherte  Kredite,  die  der  Inhaber  dem  jeweiligen  Finanzinstitut  gewährt  hat.  Solange alles 
gut  läuft  interessiert  das  in  der  Praxis  niemanden,  wenn  aber  Zweifel  an  der  Stabilität  der 
Banken aufkommen, kann das sehr entscheidend werden. 

Ein Gesetz, das kaum jemand kennt, aber fatal für dich werden kann 
Eines  ist  sicher:  Die  Deutsche  Bundesregierung  hat  vorgesorgt.  Bereits  am  10.12.2014 
verabschiedete  der  Bundestag  nämlich  das  “Gesetz  zur  Sanierung  und  Abwicklung  von 
Instituten  und  Finanzgruppen”  (Kurz:  Sanierungs-  und  Abwicklungsgesetz,  SAG),  welches  ab 
dem 01.01.2015 in Kraft trat: https://www.gesetze-im-internet.de/sag/ 
 
“Sanierung”  bedeutet  in  diesem  Zusammenhang,  ein  insolventes  Unternehmen  wieder  zum 
Laufen  zu  bringen.  Mit  “Abwicklung”  ist  die  Liquidation  (Auflösung)  des  Unternehmens 
gemeint,  wobei  sämtliche  Vermögenswerte  verkauft  werden,  um  Gläubiger  auszahlen  zu 
können. 

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Das  Sanierungs-  und  Abwicklungsgesetz  hat  der  “Bundesanstalt  für 
Finanzmarktstabilisierung”  (bereits  während  der  Finanzkrise  2008  gegründet),  weitere 
Kompetenzen  übertragen.  Sie  kann  –  sobald  eine  systemrelevante  Bank  in  finanzielle 
Probleme  gerät  und  und  damit  das  gesamte  System  gefährdet  –  eine  sogenannte 
Abwicklungsanordnung herausgeben. 

Die mögliche Konsequenz für dich 


Das  bedeutet:  Das  Gesetz  ermöglicht  es  bei  möglicher  Insolvenz  einer  systemrelevanten 
Bank  Kundengelder  ab  einer  Summe  von  100.000  Euro  einzuziehen  oder  in  Aktien  der Bank 
zu  einem  von  ihr  festgelegten  Nennwert  umzuwandeln.  Wenn  du  (oder  dein  Unternehmen) 
also  mehr  als  100.000  Euro  auf  der  betroffenen  Bank  liegen  hast,  kann  das  Geld  teilweise 
enteignet oder in Aktien umgewandelt werden. 
 
Vielleicht  erinnerst  du  dich  an  das  Jahr  2013  und  Zypern,  als  zypriotische  Banken  Teile  der 
Guthaben  ihrer  Kunden  dafür  genutzt  haben,  um  die  Bank  vor  dem  Konkurs  zu  retten.  Was 
damals  für  Deutschland  absolut  unmöglich  schien  und  von  Wolfgang  Schäuble  auch 
vehement dementiert wurde, ist heute mit dem SAG sogar gesetzlich geregelt!  
 
Ich  sage  nicht,  dass  es  soweit  kommen  muss,  denn  niemand kann die Zukunft vorhersagen. 
Doch  ich  möchte  dich  dafür  sensibilisieren  dich  vorzubereiten.  Denn  besonders  in  der 
aktuellen  Lage und den extremen wirtschaftlichen Auswirkungen des “Löschwassers” (welche 
durch  die  Aktionen  und  Maßnahmen  der  Regierung  entstehen),  ist  eine  Welle  an 
systemrelevanten Bankenpleiten grundsätzlich nicht auszuschließen.  
 
Was ist eine systemrelevante Bank? 
Schauen wir uns das Wort “systemrelevant” im Detail an: 
System: altgriechisch sýstēma; „ein aus mehreren Einzelteilen zusammengesetztes Ganzes” 
Relevant:  von  lateinisch  relevans,  in  die  Höhe  heben, entgegenheben (und dadurch sichtbar, 
erkennbar, deutlich machen).  
 
Das  englische  Schlagwort  zu  systemrelevant  ist  “too  big  to  fail”  (deutsch:  zu  groß  zum 
Scheitern).  Eine  systemrelevante  Bank  ist  also  eine  Bank,  ohne  die  unser  Wirtschafts-  und 
Finanzsystem  in  Probleme  geraten  würde.  Darum  wird  der  Staat  immer  darum  bemüht  sein, 
diese Banken am Leben zu halten.  
 
Interessant  ist,  dass  die  Bundesanstalt  für  Finanzen  eigenständig  entscheiden  kann, welche 
Bank  als  systemrelevant  eingestuft wird (§ 67 Abs. 2 SAG). Es gibt also keine konkrete Liste, 
bei  welcher  Bank  im  Fall der Fälle die Kunden zur Kasse gebeten werden. Einen Hinweis kann 
uns  aber  die  europäische  Zentralbank  liefern.  Diese  publiziert  nämlich  eine  “Liste 
bedeutender beaufsichtigter Unternehmen und Liste weniger bedeutender Institute”:   
List of significant and less significant supervised institutions 

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Systemrelevante Banken sind also KEIN Pluspunkt 


Zu  den  bedeutenden  Unternehmen  zählen  u.a.  die  Deutsche  Bank  und  die  Postbank. 
Genossenschaftsbanken  und  Sparkassen  werden  wiederum  als  “weniger  bedeutend” 
eingestuft.  
 
Was  bedeutet  das  nun  konkret?  Man  kann  in  diesem  Fall  leider  keine  konkreten 
Empfehlungen  geben.  Die  Wahrscheinlichkeit,  dass  dein  Geld  zur  Bankenrettung  verwendet 
wird,  ist  bei  systemrelevanten  Banken  allerdings  deutlich  höher.  Mache  dir  deswegen 
Gedanken darüber, wo du wie viel Geld halten möchtest. 
 
Warum die 100.000 Euro Grenze? 
Nach  der  Finanzkrise  2008  waren  Sparer  und  Anleger  sehr  verunsichert.  Aus  diesem  Grund 
hat  die  Europäische  Union  eine  Richtlinie  (Richtlinie  2014/49/EU)  eingeführt,  nach  der  jede 
EU  Bank  dem  Anleger  eine  Rückzahlung  seiner  Einlagen  bis  zu  einer  Summe  von  100.000 
Euro garantieren muss. Alle weiteren Einlagen sind von der Garantie ausgeschlossen.  
 
Wichtig:  Die  Summe  aller  Einlagen  ist  hierbei  relevant.  Diese  setzen  sich  sich  aus 
verschiedenen Positionen zusammen, zum Beispiel: 
● Sparbuchguthaben 
● Festgeld 
● Tagesgeld 
● Girokonto Guthaben 
● Sparverträge (auch vermögenswirksame Leistungen) 
● Namensschuldverschreibungen 
● Und oft übersehen: zwischen geparkte Beträge aus Aktienverkäufen 

Sondervermögen,  das  nicht  in  einen  Sanierungsfall  hinein  gerechnet 


werden dürfte 
Eine  Ausnahme  bildet  dabei  das  Sondervermögen,  wie  Wertsachen  im  Bankschließfach oder 
Unternehmensbeteiligungen  (Aktien,  Fonds  &  ETFs).  Diese  werden  nicht  zur  Einlagensumme 
hinzugerechnet. 
 
Bedeutet  übersetzt: ALLES WAS IN EINEM DEPOT VERWALTET WIRD, IST “TREUHÄNDERISCH” 
GEHALTENES  VERMÖGEN  UND  IST  UNABHÄNGIG  VON  DER  100.000  EURO  GRENZE!  Es  ist 
also kein “unbesicherter Kredit”. Dies beinhaltet unter anderem: 
● Geldmarktfonds  (Investmentfonds,  die  in  Geldmarkttitel  und  liquide  Wertpapiere  mit 
kurzer  Restlaufzeit  (unter  12  Monaten)  investieren.  Beispiel:  Tagesgeld,  Termingelder, 
Schuldscheindarlehen, Anleihen, etc.)  
● ETFs 
● Aktienfonds 
● Rentenpapiere & festverzinsliche Wertpapiere 
● etc. 
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AF-KRISENTOOLBOX.de      ALEX DÜSSELDORF FISCHER

Meine Empfehlung 
Solltest  du  mehr  als  100.000  Euro  auf  deinem  Konto  haben,  verteile  es  auf  mehrere 
(vorzugsweise  nicht  systemrelevante)  Banken,  wie  Sparkassen  und  Volks-  und 
Raiffeisenbanken. Achte darauf, dass dein Guthaben bei keiner der Banken die 100.000 Euro 
Grenze überschreitet und verteile es ggf. in Sondervermögen (wie Geldmarktfonds etc.) um. 
 
Mehr  Details  findest  du  in  einem  weiteren  Booklet  aus  meiner  Krisen  Toolbox  unter 
https://AF-Krisentoolbox.de  unter  dem  Namen  “Bei  welchen  Banken  ist  mein  Geld  noch 
sicher?”. 

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Bestehende  Immobilien  vor  Risiken  und  staatlichem 


Zugriff sichern 
Nießbrauchsrecht nutzen 
Das Nießbrauchsrecht kann dich vor einer Enteignung durch den Staat oder Banken schützen. 
Nießbrauch  (von    lateinisch  ūsus  frūctus:  Fruchtgenuss)  ist  laut  §  1030  BGB  das 
“unabdingbare  Recht  eine  Wohnung  oder  ein  Haus  lebenslang  zu  nutzen”.  Das  bedeutet, 
dass  du  im  Falle  eines  Eigentümerwechsels,  trotzdem  die  Immobilie  weiterhin  bewohnen, 
nutzen oder die Mieterträge kassieren darfst.  
 
Um  dir  das  Nießbrauchsrecht  an  deiner  Immobilie  zu  sichern,  wird  eine  notarielle 
Beurkundung  benötigt.  Achte  dabei  unbedingt  auf  die  Formulierung  der  Urkunde,  denn  hier 
muss  deutlich  werden,  dass  alle  Kosten,  die  das  Grundstück  betreffen, von dem Eigentümer 
zu  zahlen  sind.  So  schützt  du  dich  vor  unerwarteten  Kosten,  wenn  die  Immobilie  dir  nicht 
mehr gehören sollte. 
 
Kläre  bitte  auch  ggf.  vorhanden  steuerliche  Auswirkungen  mit  deinem  steuerlichen  Berater 
ab. 
 
Wichtig:  Das  Nießbrauchsrecht  kann  nicht  vererbt  oder  veräußert  werden.  Aber:  Was  wäre 
wenn  das  Nießbrauchsrecht  nicht  von  dir  direkt  gehalten  wird,  sondern  von  einer 
(unangreifbaren)  Stiftung  oder  (steuerlich  sehr  komfortablen) Familiengenossenschaft, die du 
kontrollierst? Stiftungen und Kapitalgesellschaften sterben nämlich nicht... 
 
Mehr  zum  Thema  Stiftungen  und  Familiengenossenschaften  erfährst  du  unter 
https://AF-Steuercoaching.de,  da  diese  das  Format  dieses  Booklets  definitiv  sprengen 
würde. 

Immobilie absichern durch eine Auflassungsvormerkung  

Definition von Auflassungsvormerkung gemäß Immobilienlexikon der Grundlagen 


Eintragung  ins  Grundbuch,  die  den  Anspruch  des  Grundstückskäufers  auf 
Eigentumsübertragung  bis  zu  seiner  endgültigen  Eintragung  als  neuer  Eigentümer  sichert. 
Durch  das  Eintragen  der  Auflassungsvormerkung  ins  Grundbuch  wird  sichergestellt, dass der 
Verkäufer  die  Immobilie  nicht gleichzeitig an mehrere Personen verkauft. Sie wird durch einen 
Notar eingetragen, und nur ein Notar kann sie wieder löschen (austragen lassen). 
 
Mehr  Definitionen  und  Erklärungen  zu  den  wichtigsten  Fachbegriffen  der  Immobilienwelt 
findest du in meinem kostenlosen Immobilienlexikon der Grundlagen. 
 
Die  Absicherung  über  eine  Auflassungsvormerkung  funktioniert  folgendermaßen:  Du  als 
Immobilieneigentümer  kannst  einer  Person  und/oder  einer  noch  zu  benennenden  dritten 
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Person  ein  Kaufangebot  abgeben  das  z.  B.  für  5  Jahre  gilt  ist.  Durch  das  Kaufangebot 
(welches  nicht  angenommen  werden  muss)  kann  eine  Auflassungsvormerkung  im Grundbuch 
eingetragen  werden,  wodurch  das  Grundbuch  blockiert  wird.  Sobald  die  Vormerkung  im 
Grundbuch eingetragen ist, kann kein Zweiter die Immobilie erwerben oder ersteigern.  
 
Durch  die  Eintragung  haben  nachrangige  Gläubiger  keine  Durchgriffshaftung.  Um  eine 
mögliche  Kaufpreispfändung  durch  einen  dritten  Gläubiger,  Finanzamt  oder  andere  zu 
umgehen,  ist  es  wichtig  direkt  bei  der  Eintragung  der  Auflassungsvormerkung  den möglichen 
Erlös  abzutreten,  z.B. an eine Familienstiftung. Hierzu solltest du dir aber professionellen und 
individuellen, juristischen und steuerlichen Rat einholen. 

Eigentümergrundschulden 
Als  Eigentümer  einer  Immobilie,  kannst  du  eine  sogenannte  Eigentümergrundschuld  im 
Grundbuch eintragen lassen. Diese kann auf dich lauten, oder auf wen auch immer.  
 
Du  kannst  theoretisch  morgen  zum  Notar  gehen  und  für  den  Tierschutzverein  eine 
Grundschuld  auf  dein  Haus  eintragen  lassen,  wenn  du  willst  auch  für  die  Volksbank 
Castrop-Rauxel, auch wenn du da kein Konto hast. 
 
Denn:  Eine  Grundschuld  bedeutet  nicht  gleichzeitig  auch  ein  Schuldverhältnis  (=  meist 
Darlehen).  Das  Schuldverhältnis  entsteht  erst  durch  die  Abtretung  der  Grundschuld  an  z.B. 
den  Darlehensgeber  (oder  auch  deine  Oma),  ggf.  einen  Darlehensvertrag  und/oder  eine 
sogenannte “Zweckbestimmungserklärung”. 
 
Definition “Zweckbestimmungserklärung” gemäß Immobilienlexikon der Grundlagen 
Vereinbarung  zwischen  der  Bank  und  dem  Darlehensnehmer  bzw.  Grundstückseigentümer 
über  den  Umfang  der  durch  die  Grundschuld  gesicherten  Verbindlichkeiten  (welcher  Zweck 
wird durch die Grundschuld besichert?). 
 
Definition “Abteilung III” gemäß Immobilienlexikon der Grundlagen 
Vierter  Abschnitt  des  Grundbuchs  (3  Abteilunge  plus  Bestandsverzeichnis).  Hier  werden  die 
Grundpfandrechte der Immobilie eingetragen. 
 
Definition “Grundbuch” gemäß Immobilienlexikon der Grundlagen 
(Grund von althochdeutsch grunt: Boden; Buch von althochdeutsch buoh: Schriftstück, Buch) 
Beim  Amtsgericht  geführtes  Register,  in  welches  das  Grundstück,  die  Eigentumsverhältnisse 
und  die auf ihm ruhenden Belastungen eingetragen werden (z. B. Grundschuldsicherheiten für 
die  Bank,  Durchfahrtsrechte  Nachbar  etc.).  Das  Grundbuch  kann  bei  berechtigtem  Interesse 
von jedermann (z. B. Käufer) eingesehen werden. Siehe auch Grundbuchauszug. 
 
   

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Definition “Abtretung” gemäß Immobilienlexikon der Grundlagen 


Übertragen  eines  Rechts  (von  einem  alten  Gläubiger,  z.  B.  man  selbst)  auf  einen  (neuen) 
Gläubiger  (Darlehensgeber).  Bei  der  Baufinanzierung  spielt  die  Abtretung  einer  Grundschuld 
etwa  bei  Umschuldungen  eine  Rolle.  Sie  erübrigt die Eintragung einer neuen Grundschuld ins 
Grundbuch  zugunsten  des  neuen  Darlehensgebers.  Dieser  wird  jedoch  erwarten,  dass  die 
Bedingungen  der  abzutretenden  Grundschuld  seinen  Anforderungen  entsprechen  (Zinssatz, 
Nebenleistungen,  Vollstreckbarkeit).  Auch  die  Teilabtretung  von  Grundschulden  ist  möglich. 
Die  Abtretung  von  Rechten  und  Ansprüchen  aus  Bausparverträgen  oder 
Kapitallebensversicherungen ist ebenfalls möglich. 
Hier kannst Du Dir eine Abtretungserklärung ansehen: PDF 
 
Es gibt zwei Arten der Grundschuld: 
● Buchgrundschuld:  Diese  ist  in  Abteilung  III  des  Grundbuches  eingetragen  (für  unsere 
zwecke nicht so sinnvoll) 
● Briefgrundschuld:  Es  wird  zusätzlich  zum  Eintrag  in  Abteilung  III  vom  Grundbuchamt 
(auf einem Formular der Bundesdruckerei) ein Grundschuldbrief ausgestellt. 
 
Der  Briefausschluss  ist  im  Grundbuch  einzutragen,  d.  h.  eine  Grundschuld  ist  grundsätzlich 
eine  Briefgrundschuld,  es  sei  denn,  der  Briefausschluss  ist  eingetragen  –  dann  handelt  es 
sich um eine Buchgrundschuld (§§ 1192 Abs. 1, § 1116 Abs. 1 und 2 BGB)  
 
Ein  Grundschuldbrief  gilt  als  Wertpapier  und  verkörpert  im  Rechtsverkehr  die  Grundschuld. 
Während  für  die Übertragung einer Buchgrundschuld auf einen anderen Gläubiger im Regelfall 
die  Eintragung  im  Grundbuch  erforderlich  ist,  reichen  bei  einer  Briefgrundschuld  ein 
Abtretungsvertrag und die Übergabe des Briefes aus.  
 
Die  Briefgrundschuld  lässt  also  aus  dem  Grundbuch  nicht  erkennen,  wer  der  Gläubiger  ist; 
die  Gläubigerstellung  (=  Inhaber  des  Briefes)  kann  sich  außerhalb  des Grundbuchs geändert 
haben.  Die  Abtretung  einer  Briefgrundschuld  kann  privatschriftlich  oder  aber  in  notariell 
beglaubigter  Form  erfolgen.  Nachteil  (und  Vorteil  in  unserem  Falle)  der  privatschriftlichen 
Abtretung  ist  die  fehlende  Vollzugsfähigkeit  im  Grundbuch  (=  kann  und  muss  nicht 
eingetragen werden) 
 
Durch  die  eingetragene  Grundschuld,  hat  der  Eigentümer  (der  den  Brief  besitzt!)  die 
Möglichkeit die Immobilie bei Kreditaufnahmen als Sicherheit anzugeben… 
 
Definition “Verkehrswert” gemäß Immobilienlexikon der Grundlagen 
Der Verkehrswert ist der Erlös (Preis), der bei einer Veräußerung des Objektes unter normalen 
Bedingungen im geschäftlichen Verkehr erzielt werden kann. 
 
Definition “Avalgebühr” gemäß Immobilienlexikon der Grundlagen 
Bürgschaftsgebühr  (Bürgschaft  von  altnordisch  abyrgd:  Verantwortung  für  etwas).  Soweit  im 
Rahmen  der  Wohnungsbaufinanzierungen  Bürgschaften,  insbesondere  von  Kreditinstituten, 
eingesetzt  werden,  erhebt  der  Bürge  (meist  die  Bank)  für  die  Übernahme  des  Risikos  sowie 

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den  Prüfungs-  und  Verwaltungsaufwand  eine  einmalige  oder  laufende  Bürgschaftsgebühr,  die 
dem Darlehensnehmer in Rechnung gestellt wird. 
 
Also:  Was  wäre,  wenn  du  Grundschulden  mit  Brief  auf  eine  Bank  eintragen  würdest  (zur 
Sicherheit,  wolltest  halt  schnell  reagieren können beim nächsten Kauf/Finanzierung) und das 
weit  über  den  aktuellen  Verkehrswert  hinaus?  Was  wäre,  wenn  du  dann  diesen  Brief an eine 
(von  dir  kontrollierte  Genossenschaft  oder  Familienstiftung)  abtreten  würdest  (gegen 
Avalvertrag/-gebühr  von  1%)  mit  50  Jahren  Laufzeit,  nur  durch  den  Vertragspartner  (dessen 
Vertreter  du  bist)  kündbar?  Denk  mal  kurz  darüber nach, aber lies weiter, denn es wird gleich 
noch interessanter... 

Stiftungen, VVGmbHs und Genossenschaften 


Während  der  letzten  Währungsreformen  blieben  Kapitalgesellschaften,  Stiftungen, 
vermögensverwaltende  GmbHs  und  Genossenschaften  weitestgehend  von  staatlichen 
Zugriffen  verschont.  Die  Rechnung  einer  Währungsreform  wird  nämlich  zu  99%  von 
Privatleuten  bezahlt,  da  Kapitalgesellschaften  pauschal  bevorzugt  werden,  für  den  “restart” 
der  Wirtschaft.  Es  wäre  also  schlau,  wenn  du  dein  Vermögen  und  deine  Immobilien  (am 
besten  noch  vor  der  Krise)  in  die  (unterschiedlich)  sicheren  Häfen  der  Stiftungen,  VVGmbHs 
oder Genossenschaften bringen würdest.  
 
In  meinem  Next  Level  Steuercoaching  gehen  wir  sehr detailliert auf diese Themen ein. Einige 
Auszüge findest du hier: www.af-steuercoaching.de 

Die Kombination macht's 


Jetzt stell dir mal vor, was passieren würde, wenn du folgendes machst:  
Du nutzt einfach alle Immobilien Absicherungs-Varianten in Kombination!  
 
● Eine  Immobilie  mit  Nießbrauchsrecht  auf  eine  (sichere)  Kapitalgesellschaft  oder 
Stiftung,  
● Arbeitest gleichzeitig mit Eigentümer-Briefgrundschulden,  
● Nutzt die Auflassungsvormerkung und  
● Würzt  das  Ganze  noch  mit  gewissen  Steuerhacks,  die  sogar  Steuern  aus  den  letzten 
zwei Jahren zurückholen können.  
● Alles 100% legal. 
 
Denn  bedenke  dabei  Folgendes:  Wenn  es  zu  staatlichem  Zugriff  käme,  dann  hätten  unsere 
Staatsdiener  so  viel zu tun und das Letzte, was sie dann bräuchten wäre solch ein gordischer 
Knoten… Doppelt und dreifach hält einfach besser. ;o) 
 
 

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Dieses Buch widme ich meinem tollen und
extrem wissbegierigen Sohn Tom Fischer.

Schön, dass es dich gibt und du da bist.

Meiner geliebten Tochter widme ich dann das nächste Buch ... ;)
INHALT

Einführung 11

Eine wirklich wichtige WARNUNG 17

TEIL 1: Mindset & wichtiges Wissen als 20


Unternehmer deines Lebens

01 Deine persönlichen Immobilienmöglichkeiten 23

02 Macht Geld (wirklich) glücklich? 27

03 Warum dein Mindset (fast) der wichtigste Faktor ist 37

04 Was ist Mut? 39

05 Wie dein Verstand auswertet und welche Streiche er dir 43


dabei spielt

06 Das Glück liegt außerhalb der Komfortzone 51

07 Was ich anhand von Verkehrsregeln fürs Leben lernen 55


konnte

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Inhalt

08 Wenn du das Gleiche machst wie alle anderen 63

09 Kenne dein Warum 71

10 Was ist Geld und warum haben die meisten keines? 77

11 Wie du deinen Purpose (Ziel im Leben, Berufung, 87


Bestimmung) findest

12 Über Zeitverschwendung, Geduld und unnötigen Stress 101

13 It’s a „Hell yeah, baby!“ or a „No!“ 105

14 Du hast mehr Abteilungen, als du denkst … 109

15 Bin ich ein guter Lebensinvestor? 115

16 Analysiere deine Glaubenssätze: Kann ich haben? 121

17 Alles ist Ursache/Wirkung (Aktion/Reaktion aus der 127


Physik)

18 Wenn du dir das abgewöhnst, wirst du unglaublich 133


charismatisch

19 Wenn du den Rhein flussaufwärts schwimmst ... 139

20 Bauanleitung für einen Geldmagneten 145

21 Ein Auszug aus einigen Geldgesetzen 151

22 Was Wasserhähne und Eisberge gemeinsam haben 163

23 Wie DU ein echter Profi wirst 167

6 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
TEIL 2: Die Werkzeuge als Manager deines Lebens 170

01 Deine Werkzeugkiste 173

02 Kenne die Basics von Marketing und Vertrieb 179

03 Ein Problem besteht nur so lange, bis du die 189


richtige Frage stellst …

04 Sei ehrlich und authentisch! 195

05 Wähle deine Partner mit Bedacht 201

06 Gutes Benehmen? Ohne ist doch viel cooler … 207

07 Ziele? Ziele setzen? Hör mir auf, da schlaf ’ ich 211


ein …

08 Wie die Macht mit dir ist 217

09 Pareto in der Anwendung 223

10 Die Sieben-Kontakte-Regel 229

11 Der blinde Schwimmer 233

12 Wie schweißt man ein Team zusammen und was 245


sind gute Führer?

13 Von Stühlen und Maschinen 251

14 Warum viele Ideen nur Träume bleiben 257

15 Meine schlimmsten Fehler 263

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Inhalt

16 Wie man Prioritäten setzt 269

17 Keine Disziplin? Daran liegt es … 277

18 With great power comes great responsibility … 281

19 Wie du „viral gehst“ 287

20 Die Königsdisziplin: strategische Planung 291

TEIL 3: Wie man eine Geldmaschine baut 302

01 Die Unterziele auf deinem Weg zur finanziellen 305


Freiheit. Ein Überblick

02 Den Geldmagneten einrichten 309

03 Kosten analysieren und reduzieren 311

04 Einkommen und kreative Zeit steigern nach Pareto 315

05 Deinen Purpose finden 321

06 Deine Ressourcenliste 323

07 Deine Stärkenliste 327

08 Die Branchen-/Marktnischenliste 331

09 Cashflow steigern 335

10 Eigenkapital steigern 351

11 Handelsgeschäfte 357

8 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
12 Bonitätsaufbau (Steigerung der Kreditwürdigkeit) 363

13 Finanzierte Handelsgeschäfte 375

14 Permanentes Lernen und immaterieller Vermögensaufbau 379

15 Wie man Milliardär wird ... 387

16 Deine Vermögensbilanz analysieren und optimieren 389

17 Deine immateriellen Assets analysieren und aufbauen 395

18 Wie man Investoren und Kickstarter findet 401

19 Der Aufbau deines Powernetzwerks 407

20 Die Känguru-Finanzierung – große Sprünge trotz leerem 413


Beutel …

21 Die erste Immobilie – leg dir die weiße Kugel zurecht 421

22 Wert und Cashflow steigern 425

23 Expansion und weiter 427

Nachwort und Umsetzung

Mein Appell an dich 431

Wenn du das, was ich tue, unterstützen möchtest ... 433

Anhang 437

Index 439

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Einführung
Warum ich dieses Buch geschrieben habe
und warum es so aufgebaut ist, wie es ist

Der Titel

D u findest den Titel dieses Buches reißerisch und vielleicht unglaub-


würdig? Du denkst: „Schon wieder so ein obskurer Quatsch, das
funktioniert doch eh nicht“? Und du erwartest vielleicht jetzt, dass ich
dir alles über Immobilien erzähle und wie man damit reich wird? Warte
ab, das Buch hat sehr viel mehr Tiefgang, als du dir vorstellen kannst.

Beginnen wir mit dem größten Fehler, der alles zum


Scheitern verurteilt
Ich habe immer wieder festgestellt, dass viele Leute auf der Suche
nach einer Geldmaschine sind. Schaut man jedoch mal in München
(Prinzregentenstraße) bei der Firma Giesecke & Devrient vorbei (die
beschäftigen sich mit dem Druck der Euroscheine), so stellt man eines
fest:

Gelddruckmaschinen sind tonnenschwer und


stehen auf sehr dicken Betonfundamenten!

Außerdem gibt es Kabel, Wartung, Logistik, EDV und in Drucktech-


niken ausgebildete Mitarbeiter. Was will ich damit sagen?

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Selbst wenn dir jemand eine Gelddruckmaschine schenken würde, was
könntest du dann damit tun? In den Garten stellen? Wie würdest du sie
gegen Witterung schützen? Wie würdest du verhindern, dass sie bricht
(weil kein Fundament vorhanden ist, auf dem sie sicher stehen kann)?
Wie wartest du sie? Und am wichtigsten: Wie nimmt man sie überhaupt
in Betrieb?

Was ich damit sagen will? Selbst wenn du eine Geldmaschine hättest,
brächte dir das gar nichts, wenn sie nicht auf einem stabilen Fundament
steht und die Umgebung geschaffen wurde, die einen Betrieb möglich
macht.

Folgende Erfahrung habe ich mit meinem Immobilien-Know-how


gemacht: Einige werden damit sofort erfolgreich, die meisten nie. Woran
liegt das?

Meine Recherchearbeit hat Folgendes hervorgebracht: Diejenigen, die


sofort Erfolge hatten, hatten bereits ein Fundament! Ein unternehmeri-
sches Fundament.

Du bist gar kein Unternehmer? Wirklich? Bist du nicht wenigstens der


Unternehmer deines Lebens? Willst du nicht mit deinem Leben etwas
unternehmen, anstatt nur herumgeschubst zu werden?

Fragt man Unternehmer nach ihren Erfolgsrezepten, so erzählen sie nur


von der „Geldmaschine“, nie vom Fundament und von der Logistik.
Warum? Weil das Letzte, das ein Fisch wahrnehmen wird, das Wasser
um ihn herum ist. Es ist für ihn selbstverständlich. Außer das Wasser ist
nicht da, dann merkt es der Fisch schnell und ist vertrocknet.

Es ist also keine böse Absicht, dass dich viele Bücher nicht weiterbringen;
das Fundament ist nur für die meisten, die solche Bücher schreiben, „zu
selbstverständlich“.

12 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Einführung

Darum hat dieses Buch drei Teile und folgenden Anspruch


1. Mindset & wichtiges Grundlagenwissen als Unternehmer deines Lebens

2. Die grundlegenden Werkzeuge als Manager deines Lebens

3. Wie man eine Geldmaschine erkennt, baut und betreibt (am Beispiel
Immobilien)

Anfangs habe ich dieses Buch geschrieben, weil ich es leid war, immer
die gleichen Fragen zu beantworten. Als ich dann beim Schreiben war,
dachte ich mir: „Wow, ich werde in den ersten beiden Teilen all das
schreiben, was man im Leben wirklich wissen muss. Das, was man in der
Schule und Uni ‚vergessen‘ hat den Leuten beizubringen.“

Und das völlig unabhängig davon, ob man in Immobilien investieren


möchte oder nicht. Denn auch von meiner direkten (nicht unterneh-
merischen Umgebung) wurden mir immer die gleichen Fragen gestellt.

Als ich weiterschrieb, war ich so begeistert, dass ich begann, den Anspruch
weiter zu heben: Angenommen, jemand würde zu mir sagen: „Alex,
du hast 450 Seiten, um alles wirklich Wichtige an deinen Sohn
weiterzugeben, was würdest du aufschreiben?“

Daraus ist dieses Buch entstanden. Mein ganzes Herzblut steckt


darin, verschwende es bitte nicht.

Die 43 Regeln, die du besser kennen solltest


Ich war nämlich immer auf der Suche nach der „ultimativen Lösung“,
nach dem „Ding, das mein Leben verändert“. Und das war mein Fehler.
Es gibt nicht „das eine Ding“. Niemals und bei niemandem. Es ist
nämlich nicht ein einzelner Ton, den man anspielen muss, sondern eher
ein Akkord, ein Mehrklang.

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Tatsächlich fand ich nach jahrzehntelanger Suche Folgendes heraus:
Es gibt 43 Gesetzmäßigkeiten, die man unbedingt gleichzeitig „erklingen“ lassen muss.
Dann ist man toperfolgreich, hat Spaß, ist glücklich und hat jede Menge Geld. Man
kann es sich auch leisten, drei bis vier davon nicht zu beachten. Ab fünf missachteten
Regeln/Gesetzen beginnt man auf der Bremse zu stehen.

Fehlen einem 15 Gesetze, dann ist das Leben anstrengend, mühsam und frustrierend.
Beachtet man nur fünf davon, so endet man als alkoholisierter Obdachloser auf der
Straße.

Dieses Buch hat nicht den Anspruch, „völlig Neues“ zu erzählen.


Manche Prinzipien sind Tausende von Jahren alt. Dieses Buch hat aber
sehr wohl den Anspruch, komplett zu sein. Es hat den Anspruch, zu 100
Prozent anwendbar zu sein und Ergebnisse zu liefern:

Viele Menschen haben in der „Werkzeugkiste“ zum Erschaffen ihres


Lebens gerade mal 15 Werkzeuge, manche 20, manche 30. Willst du
wirklich erfüllt, glücklich und erfolgreich sein, dann brauchst du aber
ALLE Werkzeuge in deiner Kiste. Du versuchst sonst an einer Kette zu
ziehen, in deren Mitte ein paar wichtige Glieder fehlen. Wie willst du
damit Erfolge an Land ziehen?

Diese 43 Regeln, Werkzeuge und Gesetzmäßigkeiten sind in Teil 1 und


2 dieses Buches beschrieben. In Teil 3 zeige ich dir dann, wie man auf
der Basis dieser 43 Gesetze und Prinzipien eine wirkliche Freiheits- und
Geldmaschine baut, am Beispiel von Immobilien.

Jetzt bringen wir auch das Grundwissen der ersten beiden Teile in
konkret abzuarbeitende Schritte, wie bei einer Checkliste. Diese Prin-
zipien (auch die von Teil 3) kannst du aber auf jeden anderen Bereich
übertragen, sie sind sogar auf der ganzen Welt gültig.

14 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Einführung

Warum ich mir die Mühe mache


und so viel kostenlos herausgebe
Ich fand die Vision von Apple immer toll, die in etwa so lautet: „Unsere
Kunden sind die Kreativen und die Rebellen. Wir bauen für sie die coolen
Werkzeuge, mit denen sie eine Delle ins Universum hauen können ...“

Meine Vision ist heute: „Den Kreativen und den Rebellen die Werk-
zeugkiste, die fehlenden Kettenglieder und das Know-how zu geben, so
dass sie wirklich wertvolle Dellen in ihr Leben und ins Universum
hauen können ...“

Außerdem will ich das komplettieren, was in der schulischen und univer-
sitären Ausbildung leider fast komplett fehlt: anwendbare finanzielle und
unternehmerische Bildung. Das fehlende Fachgebiet „Erfolg im Leben“.

Ich werde oft gefragt: „Alex, warum machst du so viel kostenlos?“

Das ist die Antwort: Vor ein paar Monaten habe ich ein kleines
Einkaufszentrum mit 6.500 Quadratmetern gekauft, für 1,2 Millionen
Euro. Dieses Investment hat eine jährliche Zielmiete von 500.000 Euro.
Man braucht nicht das Rechengenie Adam Riese zu sein, um zu sehen,
dass sich diese Immobilie in 2,5 Jahren selbst abbezahlt.

Dann ein weiteres Jahr für die Steuer, und ab da kommen jedes Jahr
500.000 Euro Cashflow zur freien Verfügung. Solche Investments kann
ich aufgrund meiner Kontakte jedes Jahr tätigen. Wenn ich also Geld
verdienen will, mache ich Immobiliengeschäfte.

Und dann? Ich habe bereits eine tolle Wohnung, ein tolles Auto, ein
Motorrad und einen wirklich lukrativen Cashflow. Eine Jacht und teure
Urlaube brauche ich nicht, ich bin nämlich eigentlich eher so der Pfad-
finder- und Naturtyp. In Bayern sagt man: „Jeder kann auch nur ein
Schnitzel fressen ...“

Die meisten meiner Kollegen in einer ähnlichen Situation fangen dann


an, komische Spiele zu spielen: 5 Frauen gleichzeitig, das 8. Auto, die

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13. Uhr, Drogen oder wilde Partys. Andere spielen, wenn ihnen lang-
weilig ist, „World of Warcraft“ (ein Kultspiel, das Millionen von Usern
an die Bildschirme fesselt; man kann sich mit anderen über das Netz
verbünden, Gegner attackieren und in den Ranglisten aufsteigen).

Ich bevorzuge es hingegen, mein eigenes „World of Warcraft“ zu


bauen: Ich will, dass coole Leute das Wissen bekommen, um Dellen
ins Universum hauen zu können. Darum baue ich an Webseiten, an
meinem YouTube-Channel und an meinem Podcast. Meine Download-
zahlen sind mein Punktestand, andere YouTuber meine „Mitspieler“ auf
der Rangliste.

Doch was gibt es bei „World of Warcraft“ final zu gewinnen? Letztlich


nur den Ruhm, die Nummer eins zu sein. Trotzdem macht „World of
Warcraft“ wirklich süchtig.

Wenn ich es schaffe, in meinem Spiel die Nummer eins zu sein, dann
habe ich meine Umgebung wirklich nachhaltig verändert und hinter-
lasse im Universum so viele Dellen wie ein Hagelsturm. Ich hinterlasse
vielleicht eine Umgebung, die ich meinen Kindern und deren Kindern
für später einmal wünsche.

Das ist mein Spiel, es macht richtig süchtig, und ich liebe es. Vielleicht
hast du ja eines Tages Lust, dabei mitzuspielen?

Viel Spaß beim Lesen, und möge dein Leben so sein, wie du es dir immer
gewünscht hast.

Dein

Alex Fischer aus Düsseldorf

PS: Und noch eine Bitte: Wenn dir an den Leuten in deiner direkten
Umgebung etwas liegt und dir dieses Buch ein paar Erkenntnisse für
dein Leben verschafft, dann hilf mir später vielleicht, die Lücken in
deren Ausbildung zu schließen. Okay?

16 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Eine wirklich
wichtige WARNUNG

»
W enn du die Einführung überblättert hast, dann gehe bitte
zurück und lies sie. Du verstehst sonst den Aufbau des
Buches nicht und somit auch nicht den Inhalt.

» Von den meisten Büchern werden nur die ersten beiden Kapitel
gelesen. Glaube mir, du würdest es in diesem Fall bereuen.

» Dies ist kein „normales“ Buch, es kann wirklich dein Leben massiv
zum Positiven verändern. Die ersten Probeleser bezeichneten es gar
als eine Art „Hogwarts-Ausbildung“ (die Zauberausbildung von
Harry Potter).

» Dieses Buch enthält eine extrem hohe Daten- und Informations-


dichte: Kein Absatz enthält auch nur einen unnötigen Satz.

» Kein Satz enthält ein unnötiges Wort. Jedes Wort steht da, weil es
einen Sinn hat.

» Wenn du aktuelle Bücher gewohnt bist, dann weißt du, dass sie
üblicherweise fünf interessante Informationen enthalten. Der Rest
ist Blabla, weil man für fünf Seiten keine 30 Euro verlangen kann.

» Andere hätten aus den einzelnen Kapiteln jeweils ein eigenes Buch
gemacht. So erkläre ich zum Beispiel in einem Kapitel alles, was

Teile deine neuen Erkenntnisse aus diesem Buch auf: www.alex-fischer-duesseldorf.de/facebook 17


es zum Thema „Glücklichsein“ zu wissen gibt. Und das inklusive
aller Punkte, die man selbst aktiv beeinflussen kann.

» Trotz der hohen Datendichte habe ich mir die Mühe gemacht, es
leicht verständlich zu schreiben. So nehme ich dich mit auf die
Reise zurück zu meinen eigenen Erkenntnisprozessen und Erleb-
nissen, die mich erfolgreich gemacht haben.

» Wenn du dieses Buch wie die üblichen Bücher nebenbei konsu-


mierst, dann verpasst du 90 % des Inhaltes.

» Alles, was darin steht, ist ausschließlich auf Anwendung


geschrieben worden. Wenn etwas theoretisch klingt, lies es bitte
noch einmal und überlege dir, wie du es anwenden könntest.

» Dieses Buch kann man nicht einfach nur „lesen“, es sollte wirklich
durchgearbeitet werden: mit Notizen, eigenen Beispielen, Zusam-
menschriften und Skizzen. Behalte dabei immer eine Frage im
Kopf: „Wie kann ich das Gelesene für mich genau anwenden?“

» Du solltest die Informationen mit deiner Vergangenheit verglei-


chen und ausschließlich mit der Frage lesen: „Wie kann ich das für
mich und meine Umgebung anwenden?“

» Wenn du beginnst „querzulesen“, verpasst du mindestens 50 %


des Inhaltes, da die Kapitel exakt aufeinander aufbauen. Fange
bitte vorne an und gehe dieses Buch Seite für Seite durch.

» Da du Dinge erst anwenden kannst, wenn du sie immer und


immer wieder wiederholst, mache bitte Folgendes: Hole dir das
Hörbuch (gesprochen von mir persönlich und der deutschen
Stimme von „Gordon Gekko“ (Michael Douglas) aus dem Film
„Wall Street“) und höre es sooft du kannst (z. B. im Auto).
Du findest es auf meiner Webseite unter:
www.alex-fischer-duesseldorf.de/HB-bestellen

18 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Eine wirklich wichtige WARNUNG

» Lies das Buch einmal bis zum Ende. Dir werden ein paar Dinge
klar werden, einige werden dir noch nicht so wichtig erscheinen.

» Lies es (und/oder höre es) noch einmal und du wirst feststellen,


dass „da auf einmal Dinge drinstehen, die du vorher gar nicht
wahrgenommen hast“.

» Dieses Buch enthält über 668 sehr wichtige Informationen für


dein Leben. Tests auf meinen Workshops haben gezeigt, dass
Leser vor allem das nachvollziehen können, was sie a) bereits selbst
erlebt haben, b) bei anderen beobachtet haben oder c) bei einem
gerade aktuellen Problem einsetzen können.

Leider werden rund 90 % der Inhalte selbst bei aufmerksamen


Lesern faktisch nur „angeklebt“ statt in Fleisch und Blut über-
nommen. Echte Gelegenheiten zeigen sich oft völlig unverhofft
und nur kurz, darum solltest du entsprechend vorbereitet sein. Aus
diesem Grund habe ich für dich die „90-Tage-Challenge“ (drei
Workbooks und diverse Videos) erstellt.

Stelle dir vor, ich persönlich würde dich über 90 Tage, jeden
Tag 30–60 Minuten, coachen. Mit Aufgaben und Fragen, die
sicherstellen, dass du wirklich alles vollständig verstanden hast. Ein
Coaching, das diese über 668 extrem wichtigen Informationen
komplett in deine Art zu denken einbaut. Du wärst für jede Situ-
ation gewappnet. Willst du also wirklich im „driver‘s seat“ deines
Lebens sitzen? Dann starte noch heute die „90-Tage-Challenge“
unter: www.alex-fischer-duesseldorf.de/90TC-erklaervideo

» Die höchste Form des Verstehens bringt (neben mehrmaliger


Wiederholung) übrigens Folgendes: Erkläre den Inhalt anderen
anhand des Buches. Arbeite mit Leuten, die Probleme im Leben
haben, dieses Buch durch. Du selbst wirst am meisten davon
profitieren.

» Viel Erfolg!

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KAPITEL 02

Macht Geld
(wirklich) glücklich?
Die, die es schon „geschafft“ haben

Ich fürchte, leider nein, denn sonst wären die „Reichen und Schönen“
in Hollywood ja alle total glücklich, da sie scheinbar alles erreicht
haben. Doch wie ist es tatsächlich? Aus irgendwelchen „unerfindli-
chen“ Gründen produzieren sie sich dann künstlich Probleme wie
Drogenkonsum oder Affären und beginnen irgendwie wieder alles
kaputtzumachen. Irgendetwas scheint hier doch nicht zu stimmen.

Andererseits sind Menschen ohne oder mit zu wenig Geld auch nicht
gerade am Frohlocken – was sind denn dann eigentlich die genauen
Faktoren? Du wirst die Antwort darauf gleich bekommen, jedoch
möchte ich dir zuerst zum besseren Verständnis ein paar Beispiele
aufzählen, die mich selbst sehr verblüfft haben, als ich sie das erste Mal
in einem Vortrag von Dieter Lange hörte:

Was ich von Michael Schumacher gelernt habe


Als Michael Schumacher seinen 51. Grand-Prix-Sieg in Monza einfuhr,
wurde er bei der Siegerehrung von einem Reporter Folgendes gefragt:
„Michael, Sie haben ja jetzt mehr Grand-Prix-Siege als Alain Prost und
Ayrton Senna eingefahren und sind die unangefochtene Nummer eins.
Wie fühlen Sie sich jetzt?“ Michael Schumacher brach als Reaktion in
einen Heulkrampf aus. Wie konnte das passieren? Auf dem Gipfel seines
Erfolges müsste er doch glücklich sein?

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Teil 1 – Kapitel 02

Reinhold Messner
Reinhold Messner bestieg am 8. Mai 1978 zusammen mit einem
Sportskollegen den Gipfel des Mount Everest. Er war der erste Mensch
überhaupt, der dies ohne zusätzliche Sauerstoffversorgung tat.

Reinhold Messner hatte immer geglaubt, dass er sein Glück auf der
Spitze des Gipfels finden würde, jedoch berichtet er in einem Interview
das Gegenteil. Er empfand auf den letzten Metern nichts außer Leere
und verfiel sogar in eine Art depressive Stimmung. Wie kann das sein?
Die ganze Anstrengung, die Vorbereitung, die unendlichen Strapazen,
und dann bekommt man die Belohnung und ist unglücklich?

Boris Becker
Als Boris Becker Nummer eins der Weltrangliste war und alles erreicht
hatte, was er sich je erträumt hatte, war seine Reaktion, dass er nach dem
Sieg das Stadion wortlos verließ, sich an einen Kanal setzte und weinte.
Er hatte alles erreicht, und er war traurig. Warum? Bald sollte ich es
selbst herausfinden ...

Mit einer Unterschrift 2,4 Millionen Euro verdient


Im Jahr 2007 verkaufte ich ein Objekt und machte mit nur einer
Unterschrift einen Gewinn von 2,4 Millionen Euro. Ich hatte dieses
Objekt ungefähr zwölf Monate vorher angekauft, gründlich entwickelt,
gut vermietet und letztendlich dann in Berlin an eine große Fondsge-
sellschaft verkauft. Nach dem Notartermin und besagter Unterschrift
fühlte ich mich geradezu „high“ und hätte am liebsten Flickflacks über
den Ku’damm in Berlin gemacht. Wie passt das jetzt mit Boris Becker,
Michael Schumacher und Reinhold Messner zusammen?

Die Antwort sollte ich vier Jahre später bekommen: Im Jahr 2011
verkaufte ich ein weiteres Objekt, mit einem Gewinn von 2,3 Milli-
onen; auch das geschah mit nur einer Unterschrift. Diesmal wollte ich
keine Flickflacks mehr machen, sondern war eher ein wenig traurig und
dachte mir: „Schade, das Objekt mochte ich.“

28 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Macht Geld (wirklich) glücklich?

Hä? Da hat man gerade einen Gewinn von 2,3 Millionen gemacht, setzt
sich auf die Düsseldorfer Königsallee und fühlt sich betrübt? Dieses
Erlebnis gab mir sehr zu denken, und ich begann zu recherchieren.
Heute bin ich sehr froh, dass ich dieses Wissen relativ jung in meinem
Leben gewonnen habe.

Einkommenshöhe, Lottogewinne und Glücklichsein


Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen darüber, dass sich Lottomillio-
näre circa drei Monate nach Gewinnauszahlung wieder genauso glücklich
oder unglücklich fühlten (oft sogar erstaunlicherweise unglücklicher) als
zu der Zeit, als sie noch „arm“ waren. Eine weitere Studie besagt, dass
jegliche Form materiellen Zugewinns ein Glücksgefühl von höchstens
drei Monaten nach sich zieht.

Danach fühlt man sich wieder genauso gut/schlecht wie vorher (oft sogar
schlechter). Erstaunlicherweise scheint diese Regel nur eine Ausnahme
zu haben: gemachte Brüste bei Frauen. Diese Form des materiellen
Besitzes (kein Witz!) ist die einzige Ausnahme, die Forscher je gefunden
haben.

Weitere Studien vor allem aus den USA haben ergründet, dass mit
zunehmendem Einkommen das Glücksempfinden steigt, jedoch
nur bis zu einem Nettobetrag von monatlich 5.000 Euro. Steigt das
Einkommen darüber hinaus, ist kaum noch eine oder zumindest eine
stark abgeschwächte Verbindung zwischen Einkommen und glücklich
sein zu bemerken. Sehr interessant!

Was ist denn nun „Glücklichsein“?

Ein Schlüsselerlebnis
Vielleicht sollten wir uns hier mal ein Beispiel an den Wesen nehmen,
die meist recht begeisterungsfähig und glücklich sind: kleine Kinder.

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Teil 1 – Kapitel 02

Wenn man ein kleines Kind beobachtet, kann man unglaublich viel über
das Glücklichsein lernen.

Vor noch nicht allzu langer Zeit baute der Nachbarsjunge mit unglaub-
licher Begeisterung und Liebe über Stunden hinweg einen nahezu
perfekten Schneemann. Dieser hatte alles, was man braucht: ein Funda-
ment, eine Nase, Augen, keinen Zylinder, aber dafür eine Zipfelmütze.
Als er damit fertig war, standen er und sein Freund da und betrachteten
für kurze Zeit ihr Werk.

Sie freuten sich darüber und begannen nach nicht einmal fünf Minuten
damit, den gerade gebauten Schneemann vollständig und mit dem glei-
chen Enthusiasmus wieder einzureißen. Der Vater kam herausgestürmt
und sagte: „Sohn, du hast dir stundenlang Arbeit gemacht, und jetzt
machst du es einfach wieder kaputt, warum?“ Die Antwort des Kleinen
war kurz und einfach: „Darum!“ Und jetzt begann er mit der gleichen
Inbrunst, ein Iglu zu bauen.

Das war der Moment, in dem ich wirklich eine Erkenntnis über das
Leben hatte. Es war nicht der Besitz und das Verwalten von etwas; es
war der kreative Entstehungsprozess, der die Befriedigung und die
Freude machte.

Was sollte er auch tun mit dem Schneemann? Angst haben, ihn
zu verlieren? Angst haben, dass er schmilzt? Ihn konservieren? Ihn
beschützen? Nein, für den Jungen war das abgehakt und er überlegte
sich einfach ein neues Spiel.

Macht Desinteresse glücklicher?


Nachdem ich gemerkt hatte, was man alles von kleinen und noch nicht
durch unsere Erziehung und Ausbildung „verdorbenen“ Kindern lernen
konnte, begann ich genauer hinzusehen. Fortan beobachtete ich Kinder
und auch Erwachsene.

30 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Macht Geld (wirklich) glücklich?

Dabei fiel mir Folgendes auf: Alle Leute, die sehr glücklich schienen
(und gemäß Beobachtung auch waren), hatten eines gemeinsam: Sie
zeigten starkes Interesse an ihrer Umwelt. Also: Wenn man glücklich ist,
hat man starkes Interesse an der Umwelt.

Wirklich? Oder ist das gar: „Wenn man interessiert an seiner Umwelt
ist, ist man glücklich“? Ich begann diese These zuerst bei mir selbst zu
testen. Eines Morgens stand ich mürrisch auf und hatte schlechte Laune.

Ich erinnerte mich an diese These und wendete sie an: Ich begann mich
einfach dazu zu zwingen, mich für meine Umgebung zu interessieren
und sie interessiert wahrzunehmen. Nach ganz kurzer Zeit bemerkte ich,
wie meine schlechte Laune nachließ und ich immer mehr Spaß bekam.

Das ging so weit, dass ich ganz vergaß, dass ich einen Test machte. Erst
am nächsten Tag fiel mir auf, dass ich gestern wider Erwarten wirklich
einen sehr, sehr guten Tag gehabt hatte.

Was ich von meiner Tochter bezüglich Spielgeist lernte


Konnte das so einfach sein? Ein weiterer Test musste her. Tags darauf sah
ich meine Tochter in einer extrem üblen Laune. Wunderbar, jetzt kannst
du mal wieder deine These testen. Gesagt, getan.

Normalerweise hätte ich sie gefragt: „Warum hast du denn so schlechte


Laune?“ Als Antwort hätte ich dann wieder irgendeine Erklärung und
Gründe bekommen, warum es richtig ist, schlechte Laune zu haben.

Heute versuchte ich eine andere Taktik. Ich ging gar nicht auf die Übel-
launigkeit ein, sondern begann ihr zu erzählen, dass ich eine sehr, sehr
tolle Idee hatte, wie man ein tolles Spiel mit ihren Puppen veranstalten
könnte. Ich war wirklich erstaunt darüber, wie schnell sich Griesgram in
Enthusiasmus und Glücklichsein verwandeln kann. Und dann verstand
ich es. Es war nicht nur Interesse an der Umwelt, es war auch Interesse
an einem Spiel.

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Teil 1 – Kapitel 02

Stimmt – denn alle Menschen, die ich kenne, welche wirklich über-
durchschnittlich glücklich sind, haben eins gemeinsam: Sie nehmen ihr
Leben, ihre Arbeit, ihre Beziehung, eigentlich fast alles spielerisch.

Wann macht Erfolg unglücklich?


Auf einmal verstand ich auch, warum Michael Schumacher, Reinhold
Messner, Boris Becker und ich selbst 2011 traurig waren. Es war nicht
der Erfolg, der uns traurig gemacht hat. Es war der Erfolg, der das Spiel
beendet hatte. Ich hatte es 2007 das erste Mal geschafft, mit einer Unter-
schrift einen großen Millionenbetrag zu erzielen. Das war ein Spiel für
mich, und dieses Spiel endete dort. Und als ich es wiederholen wollte,
fand ich es langweilig. Ich war ein wenig betrübt darüber, dass es mir
nicht mehr die gleiche Befriedigung gab wie damals 2007.

Und dann war mir auch klar, was bei unseren vorherigen Beispielen
passiert ist. All diese Leute wussten eines: Das Spiel macht keinen Spaß
mehr, denn sie sind ganz oben, und ab jetzt geht es nur noch abwärts.
Game over.

Langsam hatte mich die Forschungswut gepackt in Bezug auf Glück-


lichsein. Es gibt ja einiges zu gewinnen, wenn man weiß, was wirklich
Glücklichsein ist und wie man es erreicht. Also begann ich weiter zu
beobachten und gerade bei mir darauf zu achten, an welchen Aktivitäten
ich besonders Spaß hatte. Mehr Geld verdienen machte mir ab 2011
keinen Spaß mehr.

Und ich hatte den gleichen Fehler gemacht wie unsere drei prominenten
Beispiele: Ich hatte mir keine neuen Ziele gesetzt, sondern wollte
weiter Schneemänner bauen, anstatt mich einem Iglu zuzuwenden.

Was also genau tun?


Die Frage war also: Was macht mir Spaß, begeistert mich und macht
mich glücklich? Ich begann, mich zu beobachten, andere zu beobachten
und darüber Tagebuch zu führen. Dabei fiel mir nach einigen Monaten

32 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Macht Geld (wirklich) glücklich?

etwas auf: Immer wenn ich jemandem helfen konnte und dabei wirk-
liche Erfolge erzielte, fühlte ich mich total glücklich und voller Energie.
Immer wenn ich mich zum Empfangspunkt machte (also nicht selbst
etwas erschuf oder startete (Sende- oder Ursprungspunkt), sondern
etwas haben wollte, etwas, das auf mich hereinfließt), dann begann ich
mich schlechter zu fühlen.

Beispiele hierfür sind: exzessives Fernsehen, im Internet surfen, Geld


eintreiben, fordern. Sollte an dem biblischen Spruch „Geben ist seliger
denn Nehmen“ doch etwas Wahres dran sein?? Langsam wurde mir
bewusst, was damit gemeint ist. Es ist nicht gemeint, dass man sein
letztes Hemd für jeden geben soll, sondern dass man nur glücklich
(selig) sein kann, wenn man bereit ist zu geben.

Sollte es also gerade Gordon Gekko aus dem Film „Wall Street“ sein,
mit seinem Leitspruch „Gier ist gut“, der eine ganze Generation in die
Depression trieb? Es gefiel mir nicht, aber ich fürchte: Ja, es war genau
so!

Ich beschäftigte mich immer weiter mit dem Thema, machte Analysen, wertete aus,
testete das Ganze bei mir und bei anderen und extrahierte folgende Grundregeln:

1. Glücklichsein entsteht durch einen kreativen, extrovertierten Prozess (Bauen von


Schneemännern, Erschaffen einer coolen und wertvollen Sache).
2. Ohne dass man an seiner Umwelt interessiert ist, gibt es kein Glücklichsein.
3. Steigendes Einkommen macht nur insoweit glücklich, als es die Hindernisse
beseitigt, die einen in den Grundbedürfnissen einschränken (so dass ich mir
keine Sorgen um die Finanzen mehr zu machen brauche).
4. Je wertvoller jemandem seine eigenen Beiträge an die Umgebung erscheinen,
desto höher das Glücklichsein.
5. Je mehr jemand für seine Umgebung (Familie, Freunde, Gesellschaft etc.) beiträgt
und ihr hilft, desto höher ist die persönliche Befriedigung daraus. Erstaunlicher-
weise sagt das Wort „Selbstwertgefühl“, wenn man es genau betrachtet, genau das
aus: Welchen Wert hat man (für seine Umgebung) tatsächlich aus der eigenen
Sicht? Selbstwertgefühl ist das Fundament von Selbstvertrauen.

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Teil 1 – Kapitel 02

6. Ohne eine herausfordernde Zielsetzung scheint kein Glücklichsein möglich zu


sein, die größten Glücksgefühle gibt es beim Erreichen von Zwischenetappen auf
dem Weg zum herausfordernden Ziel. Wie man diese Ziele richtig setzt, erfährst
du später im Buch.
7. Ist das herausfordernde Ziel erreicht und kein neues in Sicht, äußert sich das in
Unglücklichsein. Game over.
8. Im Falle eines „Game over“ muss schleunigst eine neue lohnende und heraus-
fordernde Zielsetzung her. Sonst droht der „Stimmungsblues“ wegen totaler
Ziel- und Sinnlosigkeit.

Die Lösung für die „Reichen und Schönen“


Die oben genannten Regeln erklären jetzt auch, warum die „Reichen
und Schönen“ oft nicht glücklich sind. Sie hatten ursprünglich das Ziel,
reich und schön zu werden, und haben es (endgültig) erreicht. Aller-
dings haben sie auch (und das kann echt gemein sein) kein neues Ziel
mehr, das sie sich vorstellen können und das für sie eine Herausforde-
rung wäre. Somit fühlen sie sich zu ewiger Langeweile verdammt und
furchtbar unglücklich. Eine Sache ist mir wichtig:

Das Ziel finanzielle Freiheit alleine wird dich nicht


glücklich machen. Kein Geld zu haben macht aber
auch nicht unbedingt glücklich.

Was dich aber glücklich machen wird, ist, sich immer neue Ziele zu
setzen und darauf hinzuarbeiten. Idealerweise sind das Ziele, die beim
Erreichen nicht nur eine große Hilfe für dich selbst, sondern auch für
deine Umgebung sind.

Und dafür ist Geld da: damit du die Möglichkeit hast zu tun, worauf
du Lust hast, und deine Träume erreichst. Aber nicht alle Träume sind
käuflich ...

34 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Macht Geld (wirklich) glücklich?

Teste dein Verstehen:


+ Warum macht Geld alleine nicht wirklich glücklich?
+ Was sind die acht Grundregeln, um ein wirklich glückliches Leben zu führen?
+ Wozu führt ein „Game over“ und warum kann man danach in depressive
Stimmung verfallen?
+ Erinnere dich an einige Momente, in denen du richtig glücklich warst. Stimmen
die Punkte 1 bis 8?
+ Im Workbook Nr. I auf Seite 17 der „90-Tage-Challenge“ findest du noch 14
weitere Coachingfragen und Übungen, die dafür sorgen, dass du jeden Tag ein
wenig glücklicher wirst.

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KAPITEL 08

Wenn du das
Gleiche machst
wie alle anderen
Das Pareto-Prinzip – ich dachte lange,
ich hätte es verstanden

V ilfredo Pareto war ein italienischer Ingenieur, Ökonom und Soziologe


im 19. Jahrhundert. Er entwickelte das sogenannte Pareto-Prinzip,
das einige Leute bereits zu kennen glauben. Genau genommen ist das
allerdings kein Prinzip, sondern eine mathematische Formel.

Pareto fand heraus, dass sich alles 80/20 teilt:

» 20 % der Weltbevölkerung halten 80 % des Vermögens.

» Umgekehrt halten 80 % der Bevölkerung nur 20 % des Vermö-


gens.

» 20 % der Kunden machen 80 % des Ertrags für ein Geschäft,

» wogegen 80 % der Kunden nur 20 % des Ertrags machen.

» Umgekehrt machen auch 20 % der Menschen 80 % des Ärgers


etc.

Aber Pareto gilt nicht nur für Wirtschaft, Menschen und Verkäufer,
sondern auch für Pflanzen, Bäume und sogar Planeten.

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Teil 1 – Kapitel 08

Der Baum vor meiner Tür produziert mit 20 % seiner gesamten Blätter
80 % seiner Nährstoffe. 20 % der Flüsse transportieren 80 % des Wassers
etc.

So weit, so gut, das wirst du vielleicht schon kennen. Allerdings ist den
meisten Leuten nicht bewusst, dass Pareto kein nettes Prinzip, sondern
tatsächlich eine mathematische Formel ist. Denn auch 80/20 teilt sich
wieder 80/20, mit folgender Konsequenz:

» Mit 20 % deiner Aktionen machst du 80 % deines Ergebnisses,


» mit 4 % deiner Aktionen machst du 64 % deines Ergebnisses und
» mit knapp 1 % deiner Aktionen machst du gut 51 % deines
Ergebnisses.

Gleiches gilt natürlich wieder für Kunden, Geld, Flüsse, Bäume etc.

Das Pareto-Prinzip

20 % 80 %

Aufwände Ergebnisse

20 % 80 %

4 % 64 %

Ergebnisse

20 % 80 %

1 % 51 %

Ergebnisse

64 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Wenn du das Gleiche machst wie alle anderen

Irgendwann musst du für dich die Entscheidung treffen, auf welcher


Seite du stehen möchtest. Möchtest du die 20 % oder die 80 % sein?

Hierzu später mehr.

Lass dich nicht verarschen


Entschuldige bitte die Wortwahl, jedoch sagt kein anderer Satz es besser
aus. Was meine ich damit? Ich meine, dass ich im Laufe meiner Unter-
nehmerkarriere eins gelernt habe: Selten ist etwas so, wie es scheint.
Nichts passiert zufällig, und glaube auf keinen Fall Dinge blind mit der
Begründung „Ist halt so“!

De Beers
In unserer Gesellschaft ist es komplett üblich, dass ein Mann beim
Heiratsantrag seiner zukünftigen Frau einen Diamantring schenkt.
Forscht man in der Geschichte ein wenig nach, findet man heraus,
dass das vor den 60er-Jahren überhaupt nicht der Fall war. In den
60er-Jahren stellte sich der Quasi-Monopolist für Diamanten De
Beers mit seinem Marketingteam die Frage: „Wie können wir mehr
Diamanten verkaufen?“

Das Marketingteam hatte folgende Idee: Wie wäre es, wenn wir eine
massive Kampagne fahren, die folgenden Inhalt hat: „Wenn du als Mann
wirklich etwas auf dich hältst und deine Frau tatsächlich liebst, dann
gehört es sich, ihr beim Heiratsantrag einen Diamantring zu schenken.“
Gesagt, getan. Die Kampagne war gut gemacht, und somit stiegen die
Verkaufszahlen stark an.

Doch das reichte De Beers nicht. Deswegen änderte man nachfolgend


die Kampagne ein wenig ab: „Ein Mann, der wirklich etwas auf sich
hält, investiert mindestens einen Monatslohn in den Diamantring für
seine Angebetete.“

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Teil 1 – Kapitel 08

Als De Beers bemerkte, dass auch diese Kampagne funktionierte, wurde


sie wieder geändert: „Ein Mann, der etwas auf sich hält und seine Ange-
betete wirklich liebt, sollte auf jeden Fall zwei bis drei Monatsgehälter
in den Diamantring investieren.“ Klingt das romantisch? Als ich das
herausfand, konnte ich es kaum glauben.

Körperbehaarung
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellte die Rasierklingenindustrie fest,
dass ihre Zahlen stagnierten. Der Grund dafür war einfach der gesättigte
Markt. Was tun? Schlaue Marketingleute hatten dann die Idee, dass man
es einfach nur schaffen müsste, Körper- und Genitalbehaarung in der
öffentlichen Wahrnehmung mit „eklig“ zu verbinden. Schon würden
dreimal so viele Rasierklingen verkauft werden wie bisher. Gesagt, getan.
Der Rest ist Geschichte.

Versteh mich bitte nicht falsch, auch ich finde exzessive Körperbehaa-
rung nicht unbedingt schön. Ich finde es aber genauso merkwürdig, dass
man durch irgendwelche äußeren Zwänge dazu gebracht wird, „blitz-
blank“ zu sein, damit man nicht schräg angeschaut wird.

Hierzu benutzen die Marketingstrategen gewisse Mechanismen aus der


Gruppenpsychologie. Es werden über gewisse Mittel Trends installiert,
bis hin zum sozialen Zwang, einfach nur um Geld zu verdienen.

Die Geburt des Weihnachtsmannes


Inzwischen hat es sich schon langsam herumgesprochen, dass der
Weihnachtsmann keine biblische Figur ist und auch überhaupt nichts
mit unserer Kultur oder sonst was zu tun hat. Tatsächlich ist der Weih-
nachtsmann von Coca-Cola erfunden worden, mit dem Zweck, die
Markenfarbe positiv zu assoziieren (in Verbindung zu bringen).

Ist das nicht interessant, wie einem nach einer gewissen Zeit Dinge als
„natürlich“ erscheinen, obwohl sie künstlich installiert wurden?

66 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
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Lemminge
Vielleicht hast du schon einmal den Spruch „wie die Lemminge“ gehört.
Das bedeutet so viel wie „hirnlos ins Verderben stürzen“. Lemminge
sind so eine Art Meerschweinchen, denen man nachsagt, dass sie Selbst-
mord begehen und sich ins Meer stürzen würden, wenn sie sich zu stark
vermehren. Viele Leute glauben das.

Das ist jedoch keine zoologische Erkenntnis, sondern entstand in einem


Walt-Disney-Film. In diesem wurde das Ganze so dargestellt, als wäre es
Fakt. Tatsächlich wurden die Lemminge sogar mit ziemlicher Anstren-
gung über die Klippe geschubst und zum Abstürzen gebracht. Und das,
gekoppelt mit guter Kameraführung, bringt die Leute zu dem Glauben,
Lemminge würden tatsächlich Selbstmord begehen. Nein, leider wurde
wieder aus finanziellen Gründen ein Trugbild geschaffen.

Die Medien/Finanzmedien
An oben genannten Beispielen habe ich versucht darzustellen, wie
leicht es passieren kann, dass man falsche Informationen untergejubelt
bekommt. Man hört sie einfach sehr oft und nimmt sie deswegen als
gegeben (oder sogar als wahr) hin. Einer meiner Mentoren sagte einmal:
„Deine Entscheidungen sind nur so gut wie die Informationen, aufgrund
deren du sie triffst.“

Ich musste mich oft bei Fehlschlägen daran erinnern, wie recht er hatte.
Was will ich damit sagen? Die Antwort ist einfach! Woher bezieht man
üblicherweise seine Informationen? Von Medien, Blogs, Hörensagen
etc. Und glaube mir eines: Informationen werden nicht wahrer dadurch,
dass sie öfters wiederholt werden.

Gerade Zeitschriften und andere Medien müssen auch ihre Rech-


nung bezahlen und können nicht wirklich schreiben, was sie denken.
Das könnten sie nur, wenn sie wirklich finanziell unabhängig wären,
von Politik, Wirtschaft, Finanzwesen und den Marschrouten ihrer
Eigentümer.

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Teil 1 – Kapitel 08

BSE, Vogelgrippe und andere Feindbilder


„Divide et impera“ (lateinisch für „Zerschlage und herrsche“ oder „Teile
und herrsche“) ist eine beliebte Technik, mit der man Leute beschäf-
tigt hält. Die Schwarzen gegen die Weißen, die Republikaner gegen
die Demokraten, die Muslime gegen die Christen. Schon die Römer
herrschten mit diesem Leitsatz. Sie hetzten Völker gegeneinander auf,
was diese natürlich schwächte. So waren sie keine Bedrohung für die
Interessen Roms.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass ständig Angstszenarien aufgebaut


werden und dann wieder völlig vergessen sind? Zuerst das schreckliche
BSE bei Rindern. Dann die Vogelgrippe. Und heutzutage? Plötzlich alles
weg?

Vor Jahren waren die Zeugen Jehovas sehr gefährlich, dann die Sciento-
logen und jetzt die Muslime ... Könnte es sein, dass solche „Hypes“ auch
nichts anderes als geschickt gesteuerte Marketingkampagnen sind, um
zum Beispiel Medikamente zu verkaufen (Medikament Tamiflu gegen
Vogelgrippe) oder Rindfleischpreise an den Börsen zu beeinflussen?

Innovationen und weltverändernde Ideen werden dagegen oft ange-


griffen, da das Establishment oder wichtigtuerische „Autoritäten“ um
ihre Positionen fürchten. Wenn man im Mittelalter nicht glauben wollte,
dass die Erde eine Scheibe sei, sondern sich gar traute zu behaupten,
sie sei eine Kugel, dann wurde man als Ketzer auf dem Scheiterhaufen
verbrannt.

Heute ist das nicht unbedingt anders, die Methoden haben sich nur
geändert: Wenn du heute aus der Reihe tanzt, dann versuchen diese
Typen deine Reputation zu „kreuzigen“ oder deine Geschäftsgrundlagen
zu sabotieren. Beliebt ist auch immer, den Dissidenten als Witzfigur
oder Betrüger darzustellen. Es ist schon oft eine „verkehrte Welt“, in der
man die Guten angreift und die Bösen (sofern sie genug Geld haben)
beschützt.

68 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Wenn du das Gleiche machst wie alle anderen

Also:
» Glaube nichts, was dir nicht bewiesen wurde!
» Wenn du Dinge öfters hörst, dann heißt das nicht, dass sie wahr sind.
Gerade Geheimdienste arbeiten mit der Technik, dieselbe Lüge an
verschiedenen Orten zu verbreiten. Man will den Eindruck erwecken,
dass die Information wahr wäre, weil verschiedene Quellen das Gleiche
sagen.
» Hinterfrage auch das, bei dem du gar nicht auf die Idee kämest, es zu
hinterfragen!
» Lass dich nicht aufhetzen und bleib cool, wenn das nächste Mal eine
neue „Sau durchs Dorf getrieben“ wird.
» Reduziere passiven Nachrichtenkonsum (Fernsehen und Soziale Medien)
und beschäftige dich mehr mit nutzbringendem Wissen.
» Be a rulebreaker! Wenn du heutzutage nicht auf irgendeiner schwarzen
Liste stehst oder manche Leute sich nicht von dir auf die Füße getreten
fühlen, solltest du dir die Frage stellen, ob du wirklich aktiv genug bist,
um es zu etwas zu bringen.

Teste dein Verstehen:


+ Wie lautet die Pareto-Grundregel?
+ Wie errechnen sich die 4 % und das 1 %?
+ Warum wäre es schlau, seinen Fokus auf die 20/4/1 % zu richten?
+ Was passiert, wenn du diese Regel nicht anwendest?
+ Warum sollten bei dir „alle Alarmglocken läuten“, wenn alle in eine Richtung
rennen oder „Kreuzigt ihn!“ rufen?
+ Welche Entscheidungen solltest du treffen, damit du in Zukunft möglichst
wenig manipulierbar bist?
+ Im Workbook Nr. I der „90-Tage-Challenge“ auf Seite 33 findest du 20
Coachingfragen und Übungen, die dir dabei helfen werden, dass dir Pareto
wirklich in Fleisch und Blut übergeht, du jede Menge Zeit sparst, du wirklich
unbeeinflusst Entscheidungen treffen und Manipulation durchschauen wirst.

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KAPITEL 10

Was ist Geld und


warum haben die
meisten keines?
Was ist der Zweck von Geld?

N achdem ich mich intensiver mit dem Thema „Glücklichsein“ und


„Follow your purpose“ beschäftigt hatte, begann ich das erste Mal,
Geld richtig zu verstehen. Könnte es sein, dass Geld so eine Art Ener-
gieform ist? Eine Energieform, die es einem ermöglicht, die Projekte
(Purposes) durchzuziehen, die einen glücklich machen?

Ich begann, diese These zu testen. Die zitierten Studien aus den USA
hatten ja gezeigt, dass sich Glücklichsein nach oben schraubt, wenn sich
das Gehalt erhöht. Jedoch nur bis zu einem Punkt von 5.000 Euro pro
Monat. Das würde Sinn ergeben: Wie soll man seiner Berufung/seinem
Purpose folgen, wenn man die ganze Zeit mit Knappheit, Rechnungen
und laufenden Kosten zu kämpfen hat? In Frankreich gibt es einen
Spruch, der sinngemäß Folgendes sagt: Ich muss zur Arbeit, damit ich
mir Benzin leisten kann, um zur Arbeit zu fahren ...

Geld als Energieform für die eigene Bestimmung


Aber zurück zu unserer These. Wenn Geld eine Energieform ist, dann
lass uns diesen Gedanken doch einmal weiterdenken. „Strom zu spei-
chern um des Stroms willen ...“ Wäre das eine befriedigende Aufgabe
für mich?

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Teil 1 – Kapitel 10

Gut, Energie bedeutet ja gemäß der Physik, dass Teilchen in Bewegung


sind. Das würde also zutreffen für Wasser, das fließt (Wasserenergie), für
Strom, der fließt (fließende Elektronen), für Windenergie (Luftmole-
küle, die sich bewegen) etc.

Falscher Umgang mit Geld


am Beispiel eines Staudammes
Schauen wir uns doch eine dieser Energieformen einmal an, um daraus
Rückschlüsse auf das Thema Geld und unsere These ziehen zu können.
Auch da half mir ein Erlebnis aus meiner Kindheit, das ich damals gar
nicht richtig einzuordnen wusste.

Bei uns in der Umgebung gab es einen kleinen Bach, und meine Freunde
und ich hatten die Idee, wir sollten ihn aufstauen. Zuerst begannen wir
mit ein paar Steinen und Hölzern, wie man das üblicherweise so macht.
Leider wurde unser Konstrukt immer wieder weggespült. Deswegen
entschlossen wir uns zu professionelleren Maßnahmen:

Wir besorgten uns Hammer, Holzpfosten und Bretter und machten


wirklich eine Art Staudamm, mit dem Zweck, das Wasser aufzustauen.
Der Plan ging auf, das Wasser staute sich wunderbar. Doch als wir am
nächsten Tag wiederkamen, war unser Konstrukt, obwohl ordentlich
verankert, komplett weggespült. Wir hatten einfach vergessen, dem
Wasser eine Möglichkeit zu geben, trotzdem im Fließen zu bleiben.
Stattdessen hatten wir den Durchfluss vollständig blockiert.

Aber was hat das mit dem Thema Geld zu tun? Ich dachte mir, viel-
leicht könnte man daraus die These ableiten, dass es schon sinnvoll
ist, diese Geldenergie aufzustauen, um genug zur Verfügung zu haben
( = Vermögen anhäufen). Aber in dem Moment, in dem man praktisch
zu viel nur für sich will, wird der Fluss gestoppt. Und das äußert sich
früher oder später in einer Explosion der angestauten Energie.

Erstaunlicherweise stellte sich heraus, dass sich diese Theorie doch auch
auf Geld anwenden lässt. Ich schaute zurück auf die ersten fünf Jahre

78 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Was ist Geld und warum haben die meisten keines?

meiner Selbstständigkeit. In denen beschäftigte ich mich primär mit


Finanzierungsvermittlungen (dem Vermitteln von Finanzierungen an
Immobilieninteressenten; ich war also ein professionelles Bindeglied
zwischen Banken und Endkunden) und Vermögensberatung.

Und ja, richtig! Den Leuten, die wirklich sehr geizig und extrem sparsam
waren (den Bach komplett aufstauen wollten), konnte man den Druck
der Energie wirklich ansehen. Keiner von denen war wirklich glücklich.
Keiner von diesen Leuten fühlte sich frei. Stattdessen waren sie irgendwie
gestresst, konnten es diesem Phänomen jedoch nicht zuordnen. So weit
auf jeden Fall schon einmal sehr interessant. Doch das war nur ein
Teilaspekt.

Was genau ist Geld?


Schaut man sich das bedruckte Papier an, wegen dessen die Leute ihre
Geschäftspartner betrügen, Morde begehen und oft auch ihr ganzes
Leben verplempern, so fragt man sich: Was ist denn das eigentlich
genau? Der rein materielle Wert eines 500-Euro-Scheins beläuft sich
wahrscheinlich auf vier Cent (Druckkosten plus Papier).

Doch wenn man sich einmal diese Frage stellt, wird die Antwort sehr
offensichtlich.

„Geld ist nichts anderes als eine Art Gutschein, der seinen
Wert nur und ausschließlich durch das Vertrauen der Leute
in ihn erhält.“

Also schnappte ich mir den Duden und schlug das Wort „Vertrauen“
nach: „festes Überzeugtsein von der Zuverlässigkeit“. Ich wälzte noch
andere Bücher und fand noch Definitionen wie: „Vertrauen bekommt
man, wenn man in der Lage ist, die Handlungen, Verhaltensweisen oder
Gesetzmäßigkeiten vorhersehen zu können.“

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Teil 1 – Kapitel 10

Aber wie soll ich das anwenden? Die Antwort auf diese Frage sollte ich
dann ein wenig später bekommen ...

Wie das Bankwesen entstanden ist


Also begann ich mich mit der Historie des Bankwesens zu beschäftigen.
Und dabei stellte sich heraus, dass die ersten Banken eigentlich aus
Goldschmieden entstanden sind.

Goldschmiede produzierten wertvolle Gegenstände aus Gold. Doch


irgendwann wurde die Nachfrage der Bürger wach, ob der Goldschmied
diesen Ring nicht lieber bei sich sicher verwahren könnte. Dafür bekam
man dann eine Quittung, die man jederzeit einlösen konnte. Es war
nämlich viel sicherer, mit einem kleinen Stück Papier zu reisen, als mit
einer Truhe voll Gold.

Und irgendwann begannen die Leute, direkt mit den Quittungen zu


bezahlen, die man beim Goldschmied einlösen konnte. Als die Gold-
schmiede dann Banker wurden, stellten sie auf einmal fest, dass nie alle
Leute ihre Goldschätze gleichzeitig einlösen wollten. Daraus entstand
dann die Idee, Gutscheine auf Wertgegenstände auszugeben, die schon
einmal quittiert wurden. Also mehr als ein Gutschein für ein und
denselben Wertgegenstand.

Das Ganze taten sie in der Hoffnung, dass nicht alle Leute gleichzeitig
einlösen würden. Diese Gutscheine wurden dann gegen Zinsen ausge-
geben, und so entstand das Kreditwesen. Sprich, der Goldschmied wie
der Banker verleiht Geld, das eigentlich nicht seines ist, in der Hoff-
nung, es wieder mit Zinsen zurückzubekommen.

So weit, so gut. Aber die Frage bleibt noch immer offen: „Wie kann ich
das anwenden, um meinen persönlichen Wohlstand zu mehren?“

80 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Was ist Geld und warum haben die meisten keines?

Geld und Tauschhandel in den Anfängen der Zivilisation


Ich ging noch etwas weiter in der Historie zurück, und erst dann verstand
ich, was Geld wirklich ist und wie es funktioniert.

Versetzen wir uns also kurz zurück an die Anfänge der Zivilisation. Wie
lebten die Leute damals? Da gab es Bauern, Jäger, Produzenten und
Händler. Jeder begann damit, sich seinen persönlichen Fähigkeiten zu
widmen. Man machte das, worin man am besten war oder wofür man
die besten Voraussetzungen hatte.

Und man produzierte natürlich zunächst nur so viel, wie man für sich
selber brauchte. Aber darüber hinaus produzierte man auch Dinge,
um sie gegen andere Dinge einzutauschen. Wir hatten also den Bäcker
Helmut, der fleißig sein Brot backte. Er nahm das Brot, ging damit auf
den Markt und tauschte es gegen Eier von Bauer Wilfried. Beide waren
happy. Der eine hatte jetzt seinen Laib Brot, der andere die Eier, die er
brauchte, um seine Kost etwas abwechslungsreicher zu gestalten.

Natürlich hatte der Tauschhandel auch so seine Probleme. War ich jetzt
Bauer Wilfried und brauchte Brote, so war selbst mein kleinstes Ferkel
mindestens 30-mal mehr wert als ein Laib Brot. Und was sollte ich mit
30 Laiben Brot? Die würden sich ja nur bei mir stapeln und letztendlich
verderben.

Und da begann ich zu verstehen, was Geld in seiner ursprünglichen


Form und noch immer ist:

„Geld ist ein Gutschein für gelieferte Ware


oder Dienstleistung.“

Wow. Und zwar mit dem Zweck, Produktion und Dienstleistung lager-
fähig oder speicherbar zu machen. Ein Gutschein, um unterschiedlich
wertvolle Güter einfach handelbar zu machen (Beispiel Ferkel versus
Brote). Es hatte also auch eine Art Adapterfunktion.

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Teil 1 – Kapitel 10

Wir stellen also fest: Geld ist gegenüber dem früheren Tauschhandel eine
sehr praktische Angelegenheit, denn es verdirbt nicht (zumindest nicht
im klassischen Sinne) und macht Handel leicht und unkompliziert.

Warum „Geld machen“ nicht funktioniert


Hast du dir schon einmal die Frage gestellt: „Wie kann ich mehr Geld
machen?“ Ich habe sie mir auch sehr oft gestellt. Bis mich ein schlauer
Mensch darauf hinwies, dass das die falsche Frage ist.

Du wirst dir jetzt sicher denken: „Warum?“ Das liegt daran, dass Geld
– so viele Vorteile es haben mag – gegenüber dem ursprünglichen
Tauschhandel zwei gravierende Nachteile hat:

» Geld verdeckt in der heutigen Gesellschaft den dahinterliegenden


Tauschhandel von wertvollen Waren und Dienstleistungen.

» Jedes Mal, wenn in Geld umgetauscht wird, wird Steuer fällig


(zumindest Umsatzsteuer).

Und da dämmerte mir, warum „Wie kann ich mehr Geld machen?“ eine
sehr übliche, aber nicht sonderlich intelligente Frage ist.

Gehen wir wieder zurück zu unserem Szenario mit dem Tauschhandel.

Bäcker Helmut, nachdem er zusammen mit seiner Frau die ertauschten


Eier verzehrt hatte, ging wieder mit einem Laib Brot auf den Marktplatz.
Er traf wieder unseren Bauern Wilfried und wollte mit ihm erneut Brot
gegen Eier tauschen. Doch Wilfried sagte Folgendes zu ihm: „Nö, danke,
kein Bedarf.“ Die Frage des Bäckers war dann natürlich: „Warum?“

Wilfrieds Antwort: „Weißt du, das letzte Brot war außen verbrannt,
innen nicht durch und deshalb ganz schön matschig. Das schmeckte
nicht und war zäh wie Leder.“

82 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Was ist Geld und warum haben die meisten keines?

Bäcker Helmut machte also große Augen und nahm das erst mal zur
Kenntnis. Er ging nach Hause, brach sein Brot auf und probierte es
zusammen mit seiner Frau. Beim Probieren stellte er fest, dass Wilfried
recht hatte und das Brot wirklich außen verbrannt, innen matschig war
und überhaupt nicht gut schmeckte. Also machte er sich zusammen
mit seiner Frau auf und änderte die Vorgehensweise, die Rezeptur, das
Backverfahren und fand letztendlich heraus, wie er äußerst wohlschme-
ckendes Brot produzieren konnte.

Davon schnappte er sich diesmal zwei Brotlaibe, ging wieder zu unserem


Bauern Wilfried und sagte zu ihm: „Lieber Wilfried, hier möchte ich dir
ein Brot geben als Ersatz für das letzte, das so scheiße war.“ Bauer Wilfried
brach das Brot auf, probierte und war vom Geschmack begeistert.

Nun sagte Helmut zu ihm: „Du hast jetzt dieses Brot zur Wiedergutma-
chung für das letzte. Jetzt gebe ich dir ein weiteres, für das ich gerne Eier
hätte.“ Weil das Brot aber dieses Mal so besonders lecker war, legte Bauer
Wilfried sogar noch ein Extra-Ei drauf.

Und erst mit dieser Denkweise erkannte ich Problem Nummer


eins von Geld:
Wenn ich nicht genug Geld habe, dann bedeutet das: Das, was ich liefere,
hat nicht genügend Wert. Punkt.

Zumindest nicht für die Zielgruppe, der ich es anbiete (Beispiel:


Bewohner Sibiriens werden Kühlschränke weniger attraktiv finden als
Bewohner Afrikas).

Jetzt verstand ich auch, was mein Mentor mit „Das ist die falsche Frage“
meinte. Die richtige Frage – und die stelle ich mir heutzutage jeden Tag
mehrmals – lautete: „Was müsste ich tun können, haben oder produ-
zieren, so dass ich maximal wertvoll für meine Umgebung/Zielgruppen
bin?“

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Teil 1 – Kapitel 10

Und jetzt verstand ich auch den Schwachsinn von „Geld machen“. Man
kann nur wertvolle Dienstleistungen erbringen oder Produkte machen,
diese dann auf den Marktplatz tragen und als Austausch dafür den
„Gutschein“ (genannt Geld) bekommen.

Scheinbares „Geldmachen“ genauer beleuchtet


Jetzt wirst du vielleicht einwenden: „Ich kenne aber viele Leute, die sind
stinkreich und liefern trotzdem nichts Wertvolles.“ Das war nämlich
auch einer meiner Gedanken. Doch seitdem ich dieses Gesetz mit
dem Tauschhandel erkannt hatte, begann ich genauer hinzusehen. Ich
stellte plötzlich fest, dass diese Leute alles andere als reich waren. In den
meisten Fällen war der Reichtum nur sehr kurzfristig. Schnell hatten
diese Menschen genau das auf ihrem Konto, was ihr tatsächlicher Wert
war: NULL.

Oder die andere Alternative: Sie blieben reich, weil sie einige andere
Gesetze über Geld verstanden hatten. Jedoch wirkte die Energie des
Geldes komplett gegen sie. Von Glücklichsein keine Spur. Dafür Kreis-
laufprobleme und Beta-Blocker gegen erhöhten Blutdruck. Also, auch
bei Geld gibt es eine dunkle und eine weiße Seite der Macht.

Geld und Aufmerksamkeit bekommen


Außerdem lernte ich sehr viel später auch noch, dass Geld und Aufmerk-
samkeit irgendwie zusammenzuhängen scheinen. Wenn du also wirklich
gute und wertvolle Produkte mit deinen Zielgruppen und deiner Umge-
bung austauschst und auch noch die nötige Aufmerksamkeit dafür
bekommst, wirst du langfristig niemals Probleme mit Geld haben.

Doch dazu mehr in den weiteren Abschnitten dieses Buches, die auf den
ersten Blick scheinbar nichts mit Geldverdienen zu tun haben.

84 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Was ist Geld und warum haben die meisten keines?

Regel:
Wenn ich kein Geld habe, dann bin ich nicht wertvoll genug für meine
Umgebung. Ich muss also herausfinden, wie ich mich maximal wertvoll
für meine Umgebung machen kann. Idealerweise so wertvoll, dass mir die
Leute das Geld in der Sackkarre hinterherbringen ...

So sagte einst ein Ingenieur zu Steve Jobs, dass er bei Apple 30 % weniger
bekomme als bei Google. Steve Jobs’ Antwort (er war für direkte Worte
sehr bekannt) lautete: „Dann frage doch mal deinen Manager, warum er
dich nicht für wertvoller hält.“

Die exakten Schritte und Vorgehensweisen, wie du dich maximal wert-


voll für deine Umgebung machen kannst und wie du auch die richtigen
Märkte findest (Afrika für Kühlschränke, nicht Sibirien), erkläre ich dir
Stück für Stück im Verlauf dieses Buches.

Teste dein Verstehen:


+ Was ist ein Geldschein?
+ Woran genau liegt es, wenn ich nicht genügend Geld habe?
+ Was sind die Vorteile/Nachteile von Geld?
+ Warum brauchst du den Faktor Aufmerksamkeit, um zu Geld zu kommen?
+ 15 weitere Coachingfragen und Aufgaben, die dir dabei helfen werden, das
Thema „Geld“ vollständig zu absorbieren und somit viel mehr Geld zu verdienen,
bekommst du auf Seite 42 des Workbooks Nr. I der „90-Tage-Challenge“.

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KAPITEL 03

Ein Problem besteht


nur so lange, bis du
die richtige Frage
stellst …
Gemeinsamer Nenner meiner Schwierigkeiten

V ielleicht ist dir beim sorgfältigen Durchlesen bis hierher aufgefallen,


dass meine Hauptschwierigkeiten immer daran lagen, dass ich die
falschen und nicht die richtigen Fragen gestellt habe.

Solltest du ein sogenannter „Selektivleser“ sein, der also querliest und


sich einzelne Abschnitte herauspickt, so kann ich dir nur dringend
empfehlen, wirklich ganz am Beginn anzufangen. Denn ich habe in dieses
Buch keinen einzigen Satz hineingeschrieben, der nicht notwendig ist.
Außerdem ist auch die Reihenfolge der Thesen und Erlebnisse wichtig,
sonst werden die einzelnen Abschnitte für dich keinen Sinn ergeben.

Also: Meine Hauptfehler in den letzten 20 Jahren hatten eigentlich alle


einen gemeinsamen Nenner: Ich hatte die falsche Frage gestellt und
darauf natürlich dann auch falsche Antworten für mein Problem
erhalten. Aber um ehrlich zu sein, ist mir das noch nicht so lange
bewusst. Darum würde ich auch gerade dich für dieses Thema gerne ein
wenig sensibilisieren.

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Teil 2 – Kapitel 03

Ein aktiver Troublemaker


Lass mich dir eine kurze Story aus meiner Geschäftserfahrung der
letzten 20 Jahre erzählen: Ich hatte immer wieder das Problem, dass
sich Vertriebsleute mit dem Innendienst zankten. Es gab auch immer
wieder Ärger unter den Verkäufern. Dies führte dazu, dass mich wert-
volle Vertriebsleute verließen und ich oft unglaublich unter Stress kam.
Einfach dadurch, dass ich andauernd die Wogen glätten musste. Meine
falsche Frage war: „Wer macht denn hier immer den Stress?“

Das Komische war: Es schienen alle Stress zu machen, und das konnte
ja irgendwie nicht sein.

Erst als ich mir mal wirklich die Zeit nahm, mit jedem sehr intensiv und
ausnahmsweise mal nicht unter Stress zu sprechen, und sehr detaillierte
Fragen stellte, kristallisierte sich eine Sache heraus: Es war ein Buch-
halter, der natürlich aufgrund von Lohnabrechnungen sowohl mit dem
Innendienst als auch aufgrund von Provisionsabrechnungen mit den
Vertriebsmitarbeitern zu tun hatte.

Dieser Buchhalter erzählte andauernd den streitenden Parteien Dinge


wie: „Der da verdient viel mehr als du …“, „Der hat seine Provision
schneller erhalten als du. Bei dir hat die Geschäftsleitung gesagt, wir
sollen noch warten …“

Das ging so weit, dass ausgedruckte Lohnabrechnungen für Führungs-


kräfte stundenlang im Drucker liegen gelassen wurden. Natürlich, damit
sie auch jeder sehen konnte und möglichst viel Neid und Missgunst
aufkam. Und nicht die normalen Lohnabrechnungen wurden liegen
gelassen, sondern die, denen der Jahresbonus zu entnehmen war.

Dass das Sonderzahlungen waren, war allerdings auf den ersten Blick
nicht ersichtlich. Und so dachte jeder Mitarbeiter: „Die Führungskräfte
machen sich hier die Taschen voll.“ Diese Meinung wurde auch von
jenem Buchhalter durch fallen gelassene Kommentare immer weiter
befeuert.

190 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Ein Problem besteht nur so lange, bis du die richtige Frage stellst …

Was soll das bringen?


Es war so unglaublich, dass ich es erst nicht glauben wollte. Aber immer,
wenn ich wirklich genau nachverfolgte, wer was von wem gehört hatte
und wo der Ursprung dieser „Information“ lag, dann landete ich wieder
bei diesem besagten Buchhalter. Aber warum sollte jemand so etwas tun?
Was bringt ihm das?

Einer meiner Mentoren beantwortete mir die Frage mit: „Alex, ich
glaube, du hast keine Ahnung, wie viele Psychopathen es gibt. Diese
haben einfach Spaß daran, wenn Leute sich total in Streit verwickeln. So
können diese Typen dann ihre eigenen Dinger drehen.“

Am Ende der richtigen Frage


gab es erstaunliche Antworten
Bei genauer Inspektion stellte sich auch heraus, dass besagter Buchhalter
eine Buchungsleistung von höchstens einer Stunde pro Tag erbrachte.
Und das, obwohl er eigentlich acht Stunden da war.

Belege waren teilweise in Kisten versteckt und verschwunden. Was war


also mein Fehler? Ich habe die falsche Frage gestellt. Die richtige wäre
gewesen: „Wer hetzt die Leute, die sich dauernd streiten, gegeneinander
auf?“, anstatt der nicht lösungsorientierten Frage: „Wer macht Stress?“

Denn die, die Stress machten, taten dies deswegen, weil sie gegenein-
ander aufgehetzt wurden.

Interessant wird dieser Gedankengang übrigens auch, wenn man sich


so die dauernden Streitpunkte auf diesem Planeten anschaut. Beispiele
dafür wären Palästinenser gegen Israelis, Weiße gegen Farbige, Arm
gegen Reich, Demokraten gegen Republikaner. Es wäre sicher ein sehr
interessantes Thema, mit dem man sich länger beschäftigen könnte,
jedoch ist das nicht Teil dieses Buches.

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Teil 2 – Kapitel 03

Wem nützt es?


Einer meiner Lieblings-Geschichtslehrer hatte mir zu Gymnasialzeiten
einmal gesagt: „Alex, immer wenn etwas keinen Sinn ergibt in der Politik,
in der Wirtschaft oder wo auch immer, stell dir einfach die Frage: ‚Cui
bono?‘ (lateinisch für „Wem nützt es?“), und du wirst früher oder später
die Antwort finden.“ Hätte ich diese Frage dauerpräsent gehabt, wäre
mir im Leben viel erspart geblieben.

Beispiele falscher Fragen, die keine Antworten liefern


Weitere Beispiele für falsche Fragen: „Wie kann ich Geld machen?“
anstatt der Frage „Wie kann ich meinen Wert erhöhen und die Ziel-
gruppe finden, die meine Werte am meisten schätzt?“

Mir persönlich hat auch die Frage „Warum ist der jetzt so gemein/fies
zu mir?“ nie wirklich weitergeholfen. Was mir aber weitergeholfen hat,
war die Frage: „Habe ich andere schon einmal so behandelt, wie ich
jetzt gerade behandelt werde?“ Diese Frage kann das eine oder andere
schlechte Karma lösen ...

Wie wir in dem Kapitelabschnitt „Glaubenssätze“ gelernt haben, ist


„Wie kann ich meine Willenskraft steigern?“ ebenfalls die falsche Frage.
Die richtige wäre: „Wo und warum habe ich alte Entscheidungen und
Glaubenssätze, die mich jetzt in der Gegenwart beeinflussen?“

Probleme mit Zeitmanagement?


Ein weiteres Beispiel, wie die richtige Frage dein Leben verändern kann,
möchte ich dir an dieser Stelle nicht vorenthalten:

Kürzlich hat mich ein Geschäftspartner angerufen und mir folgende


Frage gestellt: „Alex, du musst mir unbedingt verraten, wie dein Zeit-
management geht, weil es ja unglaublich ist, wie viel du in kurzer Zeit
geschafft bekommst.“

192 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Ein Problem besteht nur so lange, bis du die richtige Frage stellst …

Ich sagte zu ihm: „Mario, da stellst du mir die falsche Frage. Die Frage
ist nicht, wie mein Zeitmanagement ist. Mein Zeitmanagement ist eher
mittelmäßig. Ich genieße es auch ab und zu mal, die Seele baumeln zu
lassen oder mit meinen Kindern zu spielen. Der Grund, warum ich
scheinbar so viel getan bekomme, liegt darin, was ich tue.“

Zunächst verstand er nicht, was ich meine. Ich sagte ihm: „Schau, meine
Erfahrung ist die (wie du ja weißt, bin ich Tagebuchführer), dass die
Punkte, mit denen ich die meiste Zeit verschwendet habe, Projekte
waren, die ich besser gelassen hätte. Projekte, die sich im Nachhinein
als Rohrkrepierer (wenn ein Geschoss im Lauf explodiert = geht nach
hinten los) herausgestellt haben oder als ineffizient und nutzlos.“

Und ich stellte ihm die Gegenfrage: „Mario, eine Frage: Wenn du alle
Projekte, die du mal gestartet und dann aufgegeben hast oder die nicht
funktioniert haben, zusammenrechnest – wie viel Zeit hättest du dann?“

Als Antwort kam schallendes Lachen. Und er bestätigte mir, dass das
stimmt. Dann hätte er ungefähr 80 % mehr Zeit. Also, in Bezug auf
Zeitmanagement ist nicht die Frage: „Wie mache ich Zeitmanage-
ment?“, sondern es ist vor allem die Frage: „Worin investiere ich meine
Zeit und wie stelle ich sicher, dass ich fünf Schritte nach vorne mache
und nur einen zurück?“

Die meisten Menschen (die aber immer noch erfolgreich sind), machen
meist fünf Schritte nach vorne und vier wieder zurück. Fünf Schritte
nach vorne und keinen zurück ist zwar theoretisch möglich, praktisch
jedoch unmöglich.

Das aber ist ein eigenes Fachgebiet, das wir hier nicht tiefer behandeln
können. Jedoch habe ich (natürlich) auch dazu diverse Videos auf meiner
Website und in meinem YouTube-Channel.

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Teil 2 – Kapitel 03

Teste dein Verstehen:


+ Warum findet man auf manche Fragen keine Antwort?
+ Welche Fragen solltest du stellen, wenn du um dich herum immer wieder Ärger
hast?
+ Wie kannst du dein Zeitmanagement wirklich schnell verbessern?
+ In meiner „90-Tage-Challenge“ (Workbook Nr. II) zum diesem Buch findest
du auf Seite 13 noch 7 weitere Übungen und Coachingfragen, mit denen du in
Zukunft bessere Fragen stellst und dadurch rasante Forschritte auf dem Weg zu
deinen Zielen machst.

194 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
KAPITEL 09

Pareto in der
Anwendung
Viele reden über Pareto, aber wie genau wendet man die
Regeln an?

D ie nächste Nuss, die es für mich zu knacken gab: Irgendwie wusste


ich, „mit Pareto liege ich richtig“, aber ich wusste nicht die genauen
Schritte, mit denen ich diese Formel anwenden sollte.

Ich fragte alle möglichen Leute, aber diesmal konnte mir wirklich gar
keiner helfen. Also musste ich es alleine ausknobeln. Darin hatte ich
ja schon Erfahrung und mich auch mit einigen wichtigen Prinzipien
vertraut gemacht.

So funktioniert’s
Stellen wir uns einmal vor, du bist Bäcker und hast 100 Kunden. Dann
wissen wir gemäß Pareto, dass 20 % von ihnen 80 % des Umsatzes
machen, während 20 % deiner Kunden 80 % der Arbeit machen. So
kann man das folgendermaßen unterteilen:

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Teil 2 – Kapitel 09

Das Pareto-Prinzip

20 % 60 % 20 %

Kunden GOOD MID BAD

Wir sehen hier also auf der linken Seite deine „Good 20“, auf der
rechten Seite sehen wir deine „Bad 20“ (die 80 % der Arbeit machen)
und irgendwo in der Mitte die verbleibenden 60 % („Mid 60“).

Als ich Pareto zwar kannte, aber nicht wirklich verstand, sagte ich
immer: „Nächstes Jahr werden wir die Kundenanzahl verdoppeln.“
Was ich dabei vergaß: Ich verdopple nicht nur die „Good 20“, sondern
vor allem auch die Arbeit/den Ärger („Bad 20“). Und das ist eine sehr
beliebte Art und Weise, den Rhein flussaufwärts zu schwimmen und
ungeheuer gestresst zu werden.

Du hast aber dieses Buch von Anfang an sehr genau gelesen, und
deswegen weißt du Folgendes:

1. 20 % der 100 Kunden machen 80 % des Umsatzes.


2. 20 % machen 80 % der Arbeit.

Folgende Vorgehensweise praktiziere ich nunmehr seit einigen Jahren,


und seitdem fühlt es sich an, als wenn ich mit einem Schnellboot den
Rhein nach unten fahren würde:

1. Trenne dich aktiv von den „Bad 20“, indem du sie entweder
aus deiner Mailingliste streichst oder dich aktiv von ihnen
verabschiedest.

20 % 60 % 20 %

Kunden GOOD MID BAD

224 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Pareto in der Anwendung

Vielleicht in der Art: „Es tut mir leid, aber irgendwie hat das mit
uns beiden nie wirklich geklappt, und das liegt wahrscheinlich
daran, dass wir von der Zielgruppe her nicht perfekt auf Sie aus-
gerichtet sind. Deswegen möchte ich Sie bitten, zum Mitbewerber
XY zu gehen, der, glaube ich, wirklich besser für Sie geeignet ist.“

2. Die „Mid 60“ versuchst du zu automatisieren oder zu delegieren.


Hier gilt die Regel: Sie werden geserviced (ich mache das mit
vollautomatisierten Serviceabläufen, bei Anrufen zum Beispiel
sind wir natürlich hilfsbereit), aber wir bewerben diese Zielgruppe
nicht proaktiv.

Automatisieren

20 % 60 %

Kunden GOOD MID

3. Jetzt kommen wir zu den „Good 20“, und hier wird es interessant.
Bei denen setzt du dich auf den Schoß. Geh mit ihnen essen,
werde ihr bester Freund, finde heraus, was sie wirklich für Pro-
bleme haben, was ihre Schwachstellen sind, welche Bedürfnisse
sie haben etc. Das sind deine VIPs. Wenn die VIPs Schnupfen
bekommen, stehst du mit der Apotheke da.

20 %

Kunden GOOD Fokussierung auf VIPs!

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Teil 2 – Kapitel 09

Energie wird ausschließlich auf die „Good 20“ gerichtet,


mit dem Ziel, diese zu vermehren
Erinnere dich daran, dass das, worauf du deine Energie richtest, mehr
wird, wie im vorherigen Kapitel beschrieben. Du beginnst also deine
Energie ausschließlich auf die „Good 20“ zu richten, mit dem Ziel, bis
zum nächsten Jahr aus den „Good 20“ wieder volle 100 Kunden zu
machen.

Ziel: „Good 20“ auf 100 % vermehren


20 %

Kunden GOOD

Bedenke auch, wie zuvor im Buch beschrieben: Die Zielgruppe kennt die
Zielgruppe.

Es kommt hierbei nicht darauf an, ob du exakt bis Ende des Jahres aus
den 20 dann 50 oder 100 gemacht hast. Es geht um das Prinzip, dass die
„Good 20“ in Zukunft deine neue 100-%-Basis werden sollen. Damit
hast du das Niveau extrem angehoben (Fokus auf die „Good 20“), und
außerdem hast du ab jetzt 80 % mehr Zeit, da du die „Bad 20“ losge-
worden bist.

Alle Jahre wieder


Am nächsten Jahresende hätte unser Bäcker aus den „Good 20“ in
unserem Beispiel wieder 100 gemacht, indem er seine ganze Energie
ausschließlich in sie investiert. Und sobald er das erreicht hätte, würde
er das gleiche Spiel wieder machen:

Er würde wieder unterteilen in „Good 20“, „Mid 60“ und „Bad 20“.
Vergiss aber nicht, du bist jetzt auf einem viel höheren Niveau als vorher.
Was vorher deine Top 20 waren, sind jetzt deine 100. Diese Durch-
schnitts-100 unterteilen sich wieder in „Good 20“, „Bad 20“ und „Mid
60“. Und dann machst du die Schritte 1 bis 3 und wiederholst das Jahr

226 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Pareto in der Anwendung

für Jahr. Ich habe jetzt dieses Beispiel nur in Bezug auf Kunden ange-
führt. Aber denk daran: Pareto gilt nun mal für alles. Du kannst das
Wort Kunden auch ersetzen durch:

» Aktivitäten
» Ernährungsgewohnheiten
» Sport
» Freunde
» etc.

Bedenke dabei, dass ich diese Regel nicht erfunden habe und Pareto
auch nicht. Pareto hat sie nur festgestellt. Wer sie installiert hat, weiß
ich nicht. Ich weiß aber, dass sie existiert wie ein Naturgesetz. Springst
du aus dem Fenster, schlägst du auf dem Boden auf. Verstößt du gegen
Pareto, schwimmst du den Rhein flussaufwärts.

Und nach diesen Prinzipien sind auch dieses Buch und all mein Content
aufbereitet. Ich versuche dir immer die wichtigsten Sachen zu geben
(„Good 20“), mit denen du den größten Nutzen erzielen kannst (80 %
des Ergebnisses), ohne dass du dich in sinnlosen Details verlierst („Bad
20“).

Teste dein Verstehen:


+ Definiere für dich die „Good 20“, „Mid 60“ und „Bad 20“.
+ Welche drei Schritte solltest du an jedem Jahresende an deinen Kontakten/
Aktivitäten etc. durchführen?
+ Worauf richtest du deine Energie und welches Ziel hast du dabei?
+ Um wirklich viel Zeit zu sparen und deutlich mehr Ergebnisse in der gleichen
Zeit zu erhalten, solltest du dir meine „90-Tage-Challenge“ anschauen und die
6 Übungen und Coachingfragen auf Seite 32 durcharbeiten.

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KAPITEL 20

Die Königsdisziplin:
strategische Planung

L eider ist das Wort „Strategie“ das wohl meistmisshandelte im Wirt-


schaftsleben. Und ich kriege regelmäßig Schmerzen, wenn Leute
über „Strategien“ sprechen. Warum das so ist? Weil ganz normale opera-
tive/taktische Vorgehensweisen als „Strategie“ bezeichnet werden.

Unter anderem deswegen blieb mir die Macht des Werkzeuges strate-
gische Planung lange Zeit verborgen. Das führte auch dazu, dass ich
lange Zeit geniale Strategien nicht sehen konnte, was ich dir mit diesem
Abschnitt ersparen möchte.

Zunächst zum besseren Verständnis die Definitionen dazu, auf deren


Anwendung und genaue Verwendung ich dann im Nachfolgenden
eingehen werde.

Definitionen
Strategie von gr. „strategos“ = General, von „stratos“ = Armee und
„agein“ = führen, also der übergeordnete Gesichtspunkt, wie man unter
Ausnutzung der Ressourcen seine (militärischen) Ziele erreicht. Und das
bei minimalem Verlust und maximalen Gewinnen.

Planung = die allgemein formulierte, schlaue Vorgehensweise/Idee,


wie man einen Istzustand möglichst einfach in einen Idealzustand
verwandelt.

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Teil 2 – Kapitel 20

Wahre Expansion = das Ausdehnen des eigenen Einflussbereichs in der


Art und Weise, dass man das eroberte Gebiet anstrengungsfrei aufrecht-
erhalten kann.

Zweck von Strategie = einen Krieg zu gewinnen

Zweck von Taktik = eine Schlacht (als Teil des Krieges) zu gewinnen

Strategische Planung = die übergeordnete, allgemeine Planung, wie


man seine Ziele zu erreichen gedenkt. Hierbei achtet man sehr genau
auf den sinnvollen, cleveren und brillanten Einsatz eigener Ressourcen,
aber auch der Ressourcen und Strömungen, die in der Umgebung
vorhanden sind. Man verfolgt das Ziel, bestehende Energievektoren
(gerichtete Strömungen) zu koordinieren. Nämlich so, dass man bei
seinen Zielsetzungen Rückenwind bekommt, anstatt „gegen den Strom“
zu schwimmen. All das mit der Absicht, die eigene Planung möglichst
ressourcenschonend Wirklichkeit werden zu lassen, entgegen allen
Hindernissen.

Theorie? Nein, es ist Erfolgsdynamit ...


Klingt nach grauer Theorie? Glaube mir, es ist Dynamit. Lass uns also
einsteigen: Man kann das Thema Strategie nicht verstehen, wenn man
nicht weiß, wie es ursprünglich verwendet wurde: im Militär und in
der Kriegsführung. Genau genommen hat sich die Wirtschaft erst seit
der Industriellen Revolution mit Management und Strategie auseinan-
dersetzen müssen. Die zivile Managementkultur ist also gerade einmal
200 Jahre alt, während man im Militär auf Tausende Jahre an Erfahrung
zurückschauen kann.

Um dieses mächtige Werkzeug (strategische Planung) also verstehen zu


können, sollte man sich zunächst einmal anschauen, was ein General
in einer Armee für eine Aufgabe hat: Der General bekommt von seiner
Regierung (im Geschäft wäre das die Geschäftsleitung) eine Zielsetzung,
die es zu erreichen gilt. Bei Apple war es zum Beispiel im Jahr 2001 „den
Musikmarkt erobern“.

292 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Die Königsdisziplin: strategische Planung

Aber bleiben wir zunächst bei der militärischen Verwendung, da man


hier die ganze Sache am leichtesten versteht.

Ein politisch unkorrektes Beispiel,


das dir aber die Augen öffnen wird
Nehmen wir an, du wärest der Generalstabschef von Deutschland, also
der oberste Militärführer. Du würdest von der Regierung den Auftrag
erhalten, Frankreich zu erobern und zu besetzen.

Deine Aufgabe als General wäre es, einen circa zweiseitigen strategi-
schen Plan auszuarbeiten, wie man dieses Ziel mit möglichst geringen
Verlusten und wenig Kraftaufwand erreicht. Und das Ganze gemäß
obenstehender Definition, unter Vorhersehung möglichst aller Eventu-
alitäten und unter Einbeziehung bestehender Kräfte und Strömungen.

Weil du ein sehr schlauer General bist und dir deine Soldaten wirklich am
Herzen liegen, arbeitest du folgenden (wirklich fiesen) strategischen Plan
aus:

1. Zunächst werden wir uns bei Frankreich einschleimen und mit ihnen einen
Freundschafts- und Brüderschaftsvertrag schließen.

2. Gleichzeitig schicken wir Agenten nach Paris, die die Aufgabe haben, innerhalb
des Landes Unruhe zu stiften. Sie werden Widerstand, Demonstrationen und
Unruhen organisieren. Außerdem sollen diese Agenten oppositionelle und revolu-
tionäre Gruppen finanzieren, so dass innerhalb Frankreichs ein möglichst großes
Durcheinander gestiftet wird. Dies stellt sicher, dass Frankreich zu beschäftigt ist,
um zu merken, was hinter seinem Rücken abläuft.

3. Gleichzeitig schließen wir mit den Spaniern, die eine gemeinsame Grenze
mit Frankreich haben, einen Geheimvertrag. Wir wissen, dass die Spanier ein
hohes Interesse am Ausbau ihrer Marine haben. Darum versprechen wir ihnen
Folgendes: Ihr helft uns, Frankreich einzunehmen, und dafür bekommt ihr das
komplette französische Marineequipment.

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Teil 2 – Kapitel 20

4. Dann, wenn unsere Agenten im Inneren Frankreichs genug Durcheinander ange-


richtet haben, bitten wir die Spanier, ihre gesamten Panzer vor der französischen
Grenze aufzufahren und sich möglichst bedrohlich für Frankreich zu verhalten.
Frankreich wird natürlich (durch die inneren Verwirrungen geschwächt, die
Geheimdienstarbeit überlastet) sofort in Alarmbereitschaft versetzt werden.

5. Was werden die Franzosen machen? Natürlich – sie werden ihr gesamtes
Kriegsgerät (Panzer, Artillerie, Bataillone etc.) an der spanischen Grenze zusam-
menziehen. Da mit Deutschland ja ein Brüder- und Freundschaftsvertrag besteht,
wird man diese Grenze natürlich als sicher ansehen.

6. Jetzt würde Deutschland Frankreich kontaktieren, scheinheilig behaupten, wie


böse die Spanier doch seien, und seine Hilfe anbieten.

7. Die Franzosen wären natürlich begeistert und würden ganz freiwillig ihre deut-
sche Grenze für deutsche Panzer und Armeen öffnen.

8. Die deutsche Armee würde in aller Seelenruhe durch Frankreich marschieren und
dann auf Höhe von Paris über Nacht den Regierungssitz übernehmen. Sobald
sich also die Atomwaffenkontrollcodes in unseren Händen befinden, klären wir
den Schwindel auf nach dem Motto „Ätsch, reingefallen ...“.

Wie viele deiner Soldaten wären dabei wohl ums Leben gekommen?
Wahrscheinlich zehn. Sie hätten sich totgelacht ...

Nur zum korrekten Verständnis: Meine Partnerin ist Halbfranzösin und


ich liebe Frankreich. Trotzdem wird auf diese Weise (und glaube mir, das
läuft heute noch immer so) in militärischen Angelegenheiten gehandelt.

Man muss natürlich wissen, dass die Wissenschaft der Militärstrategie


schon Tausende von Jahren alt ist, während die organisatorische und
Business-Strategie erst seit wenigen Jahrhunderten in Anwendung ist.
Ich will dir auch mit diesem Beispiel keine Anregung zu hinterhältigen
Techniken, wie sie im Militär benutzt werden, geben.

294 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Die Königsdisziplin: strategische Planung

Meine Seminare über strategische Planung haben mir aber gezeigt, dass
das Fachgebiet am leichtesten über dieses Beispiel verstanden wird.
Wenn du jetzt noch einmal auf oben genannte Definitionen schaust,
wird dir ziemlich klar werden, was damit gemeint ist.

Die Apple-Strategie
Das beste Beispiel für strategische Planung gibt sicherlich die Firma
Apple. Nehmen wir mal an, Steve Jobs hätte bei seiner Rückkehr zu
Apple 1997 das strategische Ziel ausgerufen, „den PC-Markt zu
erobern“. Wäre Apple dieses Ziel ohne intelligente strategische Planung
angegangen, wäre es ein Desaster geworden. Menschen mögen keine
Veränderung, und warum sollte man sich vom altbekannten Windows
auf das meinetwegen praktischere, aber für die meisten User völlig neue
Apple-System umgewöhnen wollen?

Die genialen Schachzüge


Apple machte also Folgendes: Sie suchten sich einen gänzlich unbe-
setzten Markt (digitale Musik) und bauten nicht einen mp3-Player,
sondern einen gesamten „Musikkosmos“.

Dieser Kosmos beinhaltete, dass man 1.000 Songs in seiner Tasche


dabeihaben, alte CDs archivieren und Musik direkt online kaufen
konnte, die sich voll automatisch mit dem iPod synchronisiert. Apple bot
der Musikindustrie eine Lösung für die Probleme, die sie mit digitalen
Märkten hatte (Raubkopien, keine ausgereiften digitalen Vermarktungs-
möglichkeiten, Einsparung teurer Vertriebswege etc.).

Da der iPod toll designt und dank iTunes extrem leicht zu bedienen
war, wurde dieses Produkt der Verkaufsschlager. Das Ganze war aller-
dings auch nur deswegen möglich, weil Apple einen völlig neuen Markt
eröffnete (das ist übrigens eine strategische Richtlinie von Apple; diese
Firma geht nie auf Verdrängungsmärkte, sondern eröffnet immer eigene
Märkte).

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Teil 2 – Kapitel 20

So ging es auch mir. Ich kaufte mir relativ schnell den iPod. Ich hasste
es nämlich, CDs kaufen zu müssen, auf denen mich eigentlich nur
ein Song interessiert, oder dass ich mir meine Musik nicht individuell
zusammenstellen konnte. Zumindest nicht ohne illegale Downloads.

Einige Zeit später kam das iPhone heraus, als Apple wieder durch eine
Innovation und einen kompletten Kosmos (Musik, Video, Apps und
E-Books) den Telefonmarkt komplett aufrollte. Während Nokia 20
verschiedene Modelle hatte (weil Leute ja individuelle Telefone wollten),
löste Apple das Problem anders.

Apple baute das iPhone so, dass es sich jeder selbst individuell gestalten
konnte. Das gefiel den Usern viel besser, und für Apple war es sehr
vorteilhaft, da die Entwicklungskosten für individuelle Prototypen sehr
hoch sind. Und es hat natürlich Vorteile, nur ein Modell entwickeln zu
müssen anstatt 20. Außerdem kann man natürlich bei einem Produkt
exzellenter sein, als wenn man seine Produktdesigner auf 20 Produkte
aufteilen muss.

Ich wehrte mich damals noch gegen das iPhone, da ich die physische
Tastatur des Nokia Communicator bevorzugte. Doch als immer mehr
Freunde mir zeigten, was für coole Apps es gab, von finanzmathemati-
schen Rechnern bis zu Computerspielen etc., war mir irgendwann klar,
dass jeder Widerstand zwecklos war. Also kaufte ich mir ein iPhone. Die
Bedienung war für mich sehr leicht, da ich ja über den iPod schon an
iTunes gewöhnt war (sehr schlau!).

Hier benutzt Apple übrigens die gute, alte Rockefeller-Strategie:


Verschenke die Öllampe und verdiene am Öl (Rockefeller wurde damals,
als es noch keine Elektrizität gab, reich damit, Öllampen zu verschenken
und das tatsächliche Geld mit der Belieferung mit Öl zu verdienen).

Einige Zeit später kam das iPad heraus, das die logische Weiterentwick-
lung des iPhones war. Natürlich kaufte ich mir das auch, da ich mich
auch hier nicht umstellen musste. Als ich dann mein Loft ausbaute,
fragte mich der Elektriker, ob ich auch gerne „Video on Demand“ hätte.

296 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
Die Königsdisziplin: strategische Planung

Ich sagte: „Klar!“ Auf seine Frage, welches System wir denn gerne
nutzen möchten (das der Telekom, eines anderer freier Anbieter oder
Apple-TV), fragte ich ihn, was denn Apple-TV genau wäre.

Er sagte mir: „Es ist das Gleiche wie ein iPad. Die Basis ist iTunes und
die Bedienung erfolgt über das TV-Gerät und eine Fernbedienung.“
Da ich mir bisher gar nicht vorstellen konnte, wie andere „Video on
Demand“-Systeme funktionieren, entschied ich mich natürlich für
Apple-TV. Es war ja wie iTunes ...

Irgendwann brachte Apple immer mehr Funktionen heraus, wie iCloud,


automatische Backups etc. Ich stellte fest, dass die Apple-Systeme dann
am besten zusammenarbeiten würden, wenn ich auch ein MacBook
hätte. Und so war ich bereit, den Aufwand der Umstellung von Windows
auf Apple hinzunehmen. Steve Jobs hatte mich also in ganz kleinen
Schritten von einem mp3-Player- zum Apple-Vollnutzer gemacht. Sehr
schlau.

Weitere geniale Strategien von Steve Jobs


Aber das war nicht die einzige schlaue Strategie: Steve Jobs wusste natür-
lich, dass elektronische Geräte nur so gut sind wie die Software darauf.

Nokia löste dieses Problem, indem es Hunderte festangestellte Program-


mierer hatte, die Software für die eigenen Telefone programmierten.
Das war teuer und musste aufwendig gemanagt werden. Die Arbeit war
natürlich mittelmäßig, da die Programmierer auch nur mittelmäßig
motiviert waren. Sie tauschten nämlich Zeit gegen Geld.

Und deswegen machte Steve Jobs beim iPhone Folgendes: Er ließ ein
paar Apps programmieren, zur Demonstration der Möglichkeiten
des iPhones (Taschenrechner, Aktienkurse, Wetter etc.). Doch anstatt
Hunderte Programmierer einzustellen, fokussierte er sein Team auf nur
zwei Dinge:

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Teil 2 – Kapitel 20

1. einen extrem leicht zu bedienenden App Store zu programmieren,


2. ein Programmierer-Werkzeug zu programmieren, mit dem fremde
Leute nach Lust und Laune Software produzieren können. Er
hatte nämlich herausgefunden, dass es auf der ganzen Welt sehr
viele kreative Programmierer mit tollen Ideen gab, die jedoch alle
ein Problem hatten: keine Vertriebswege für ihre Software. Wie
sollten sie ihre tollen Programme und Apps verkaufen?

Jobs machte also Folgendes: Er stellte einen Marktplatz (iTunes und App
Store) zur Verfügung und ein Programmiertool, mit dem es sehr leicht
war, Apps zu programmieren. Dieses Programmiertool hatte einen Preis
von 450 Dollar und sorgte am ersten Abend dafür, dass 80 Millionen
US-Dollar Einnahmen aus dem Verkauf entstanden.

Wie genial ist das denn? Anstatt sich Fixkosten mit unmotivierten
Programmierern ans Bein zu binden, spannte er einfach alle Program-
mierer der Welt ein, kostenlos Software zu programmieren, die die
Produkte von Apple immer attraktiver machten.

Er sparte sich nicht nur die Kosten für die Softwareentwicklung, nein,
er verdiente auch noch Geld am Programmiertool. Und sobald eine App
über den App Store verkauft wird, kassiert Apple 30 %. Das Lustige
dabei ist aber, dass alle Beteiligten extrem happy sind, weil es Jobs einfach
genial verstand, die unterschiedlichen Bedürfnisse perfekt miteinander
zu verknüpfen. Und in der Mitte aller Verknüpfungen sitzt: Apple.

Ich habe mich sehr lange damit beschäftigt, sämtliche Strategien Apples
auszuknobeln, um von ihnen zu lernen. Ich denke, ich kenne inzwischen
90 %, jedoch würde deren Behandlung den Rahmen dieses Buches weit
sprengen und wäre Stoff für ein getrenntes Buch.

Bill Gates: Durch nur eine geniale Strategie zum Milliardär


Bill Gates von Microsoft brachte im April 1981 die Version 1.0 von
MS-DOS (Microsoft Disk Operating System) heraus. MS-DOS war das
Vorgängerbetriebssystem des späteren Microsoft Windows (das genau

298 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
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genommen auch ein wenig von Apple abgekupfert wurde). Bill Gates
hatte einem anderen Programmierer die Grundversion von MS-DOS,
die damals anders hieß, für 50.000 US-Dollar abgekauft.

Diese Software stellte er dem damaligen Marktführer für Personal


Computer, IBM, zu einem recht günstigen Preis zur Verfügung. Er
konnte IBM davon überzeugen, dass es wesentlich schlauer wäre, seine
PCs von Anfang an mit einem Betriebssystem auszustatten. Zu diesem
Zeitpunkt war es nämlich üblich, bloß die reine Hardware auszuliefern.

Er erklärte den Managern von IBM, dass sie sich viel größere Märkte
erschließen könnten (nicht nur von Computerfreaks, da man ja Infor-
matiker sein musste, um einen Computer überhaupt mal zum Laufen zu
kriegen), auch den breiten Markt der allgemeinen User. Das überzeugte
IBM, und „zufällig“ hatte er auch schon eine Lösung dafür … Der Rest
ist Geschichte.

Anstatt also mit MS-DOS loszumarschieren, eigene Vertriebsstrukturen


aufzubauen, Werbung zu machen etc., übernahm er in gewisser Weise
einfach die bestehende riesige geschäftliche Infrastruktur von IBM.
IBM verkaufte nämlich mit seinen Tausenden Außendienstmitarbeitern
und über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen mal so ganz nebenbei das
Microsoft-Produkt. Ohne diese Strategie wäre Bill Gates nur ein kleiner
Fisch mit einer mittelmäßig erfolgreichen Softwarefirma.

Die Oprah-Strategie
Weißt du, wer aktuell die mächtigste Frau der Welt ist? Nein, es ist nicht
die amerikanische First Lady, sondern es ist die amerikanische Talk-
show-Moderatorin Oprah Winfrey. Warum, fragst du dich jetzt?

Ganz einfach: Oprah ist inzwischen so einflussreich, dass, wenn sie einen
amerikanischen Präsidentschaftskandidaten favorisiert, er mit an Sicher-
heit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnen wird. Wie hat sie das
geschafft? Wenn man weiß, dass Oprah aus ganz einfachen, niedrigen
Verhältnissen kam, ist das umso verwunderlicher.

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Teil 2 – Kapitel 20

Oprah hat jedoch eine einzige Strategie seit Jahren konsequent gefahren:
Wenn man prominente Persönlichkeiten interviewt, strahlt ein Teil der
Prominenz und Öffentlichkeitswirksamkeit auf den Interviewer ab.
Wenn man dann noch als Interviewer darauf achtet, dass man seinen
Interviewpartner stets gut dastehen lässt, so zieht einen dies automatisch
mit nach oben.

Würdest du zum Beispiel ein professionell produziertes Video-Interview


mit einem Prominenten aufnehmen und der Prominente würde in einem
sehr guten Licht dastehen, was würde dieser dann machen? Richtig – er
würde dieses Video an seine Kontakte weiterleiten. Und wen sehen seine
Kontakte neben ihm? Richtig. Sie würden dann dich sehen.

Natürlich hat Oprah nicht bei Präsidentschaftskandidaten angefangen


(wie auch, ohne Namen am Anfang?), sondern vielleicht erst einmal bei
Bürgermeistern. Und so hat sie sich dann Stück für Stück von Bürger-
meistern zu Senatoren bis zu Präsidentschaftskandidaten hochgearbeitet
(bzw. bei Schauspielern von C-Promis über B-Promis zu A-Promis …).
Du siehst also, fast alle großen Erfolgsgeschichten haben immer eine
Strategie, ohne die sie nie so groß geworden wären.

Ich habe in den letzten 15 Jahren 27 Hauptstrategien isolieren


können, plus die dazugehörigen Grundlagen und Fundamente.
Daraus ist eine elfseitige Checkliste entstanden, anhand derer
man sein Leben und sein Business strategisch überarbeiten kann.
Inzwischen muss ich feststellen, dass in letzter Zeit kaum noch neue
Strategien dazugekommen sind. Sämtliche neuen Erfolgsmodelle
scheinen immer nur eine Kombination dieser Hauptbausteine zu
sein.

Um ehrlich zu sein, ist mein Lieblingsfachgebiet strategische Planung


und schlaue Strategien zu entwickeln, so dass man extrem leicht an
sein Ziel kommt. Wenn dich dies auch interessiert, dann schau mal
auf meine Website. Denn dort werde ich diese strategische Checkliste
in Form eines Videokurses veröffentlichen, der jeden einzelnen Punkt
genau erklärt.

300 Reicher als die Geissens – Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilien-Millionär
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Resümee von Teil 1 und 2 dieses Buches:


Du siehst also, Erfolg hat sehr viel mit Wissen, Strategie und Durchhalte-
vermögen zu tun. Tatsächlich sind der Erfolg und das daraus resultierende
Geld in keiner Weise anrüchig. Das denken nur die Ahnungslosen, die
einfach nicht wissen, was alles hinter einem großen Erfolg steht. Sie sehen
nur die Spitze des Eisberges.

Du hast jetzt schon etwas mehr als die Spitze des Eisberges gesehen,
jedoch konnte ich in dieses Buch nur etwa 5 % dessen packen, was es
meiner Meinung nach zu wissen gibt.

Du musst auch nicht alles wissen. Wie viel, hängt natürlich davon ab,
welche Ziele du verfolgst und wo du irgendwann mal sein möchtest.
Wenn du aber diesen Content bisher cool fandest, dann kann ich dir
versichern, dass das, woran ich gerade an meiner Seite baue, dir wirklich
Spaß machen wird.

Dort will ich nämlich zu allen Sektionen des Lebens gemäß Pareto die
wichtigsten Informationen zusammentragen, die ich alle persönlich auf
Anwendbarkeit und Durchführbarkeit getestet habe. Jetzt hast du all
die Grundlagen, um gemäß Teil 3 dieses Buches die Geldmaschine
erfolgreich bauen und betreiben zu können.

Teste dein Verstehen:


+ Wie lauten die sechs unumgänglichen Definitionen, die du zu „strategischer
Planung“ kennen solltest?
+ Warum ist es sinnvoll, sich mit „strategischer Planung“ auseinanderzusetzen,
wenn man nicht „den Rhein flussaufwärts schwimmen“ möchte?
+ Liste fünf schlaue Strategien auf, die du kennst.
+ 14 weitere Coachingfragen und Übungen zum Kapitel findest du auf Seite 55
der „90-Tage-Challenge“ im Workbook Nr. II. Wenn du es vorziehst smart zu
sein, statt ein schwitzender „Galeerensklave“, solltest du diese durcharbeiten.

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