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Ordentliche Kapitalerhöhung

am Beispiel einer börsennotierten Aktiengesellschaft

Die neuen (=jungen) Aktien werden von den Banken den Aktionären zum Kauf angeboten. Hierbei sind
jedoch die von der Hauptversammlung beschlossenen Bezugsbedingungen (Bezugsverhältnis, Bezugskurs)
zu beachten. Das Bezugsverhältnis ergibt sich aus dem Nennwert der vorhandenen Aktien dividiert durch
den Nennwert der vorgesehenen Kapitalerhöhung. Das Ziel des Bezugsverhältnisses liegt in der
Beibehaltung der Stimmrechtsverhältnisse und im Erhalt des Gewinnanteils. Der Aktionär ist jedoch nicht
gezwungen, junge Aktien zum Bezugskurs zu kaufen. Er kann sein Bezugsrecht auch verkaufen. Bei einem
Bezugsverhältnis von 2:1 benötigt ein Aktionär zwei alte Aktien, um eine junge Aktie kaufen zu dürfen.
Nach der Kapitalerhöhung wird sich ein Kurs einstellen, der unter dem alten Börsenkurs liegt, aber über
dem Bezugskurs. Der rechnerische Wert ergibt sich z.B. bei einer Kapitalerhöhung von 2 auf 3 Millionen €,
einem alten Börsenkurs von 10 € und einem Bezugskurs von 7 € je 1-€-Aktie als:

2 Mio .∗10+ 1 Mio .∗7


=9 € . Ein Aktionär, der zwei alte Aktien besitzt, muss zwar einen Verlust von 2 €
3 Mio.
hinnehmen, aber er kann mit den zwei Bezugsrechten eine junge Aktie zum Preis von 7 € beziehen oder
seine Bezugsrechte zu je einem Euro verkaufen und so den Verlust ausgleichen. Der rechnerische Wert

K−BK
eines Bezugsrechts lässt sich mit folgender Formel bestimmen: =B , mit: B = rechnerischer Wert
BV +1
des Bezugsrechts, K = aktueller Börsenkurs, BK = Bezugskurs, BV = Bezugsverhältnis.

Dem Aktionär bietet sich auch die Möglichkeit der Operation Blanche, d.h. er verkauft in dem Umfang
Bezugsrechte, sodass er Finanzmittel erhält, um mit diesem Betrag seine verbleibenden Bezugsrechte

m∗WB
=j
auszuüben. Es gilt: BK , mit: m = Anzahl an alten Aktien des Aktionärs, WB = aktueller Börsenkurs
WB+
BV
des Bezugsrechts, BK = Bezugskurs der jungen Aktien, BV = Bezugsverhältnis, j = Anzahl an jungen Aktien,
die der Aktionär erwerben wird.

Aufgabe:

Eine AG erhöht ihr Kapital von 4 auf 6 Millionen €. Bei einem Börsenkurs von 84 soll der Bezugskurs der
jungen Aktie 60 betragen.
a) Ermitteln Sie den rechnerischen Wert eines Bezugsrechts und zeigen Sie, inwiefern das Bezugsrecht die
Aktionäre vor einer Verwässerung ihres Besitzstandes schützt!
b) Führen Sie für einen Aktionär, der 1596 alte Aktien besitzt, die Operation Blanche durch.
Ordentliche Kapitalerhöhung

am Beispiel einer börsennotierten Aktiengesellschaft

Die neuen (=jungen) Aktien werden von den Banken den Aktionären zum Kauf angeboten. Hierbei sind
jedoch die von der Hauptversammlung beschlossenen Bezugsbedingungen (Bezugsverhältnis, Bezugskurs)
zu beachten. Das Bezugsverhältnis ergibt sich aus dem Nennwert der vorhandenen Aktien dividiert durch
den Nennwert der vorgesehenen Kapitalerhöhung. Das Ziel des Bezugsverhältnisses liegt in der
Beibehaltung der Stimmrechtsverhältnisse und im Erhalt des Gewinnanteils. Der Aktionär ist jedoch nicht
gezwungen, junge Aktien zum Bezugskurs zu kaufen. Er kann sein Bezugsrecht auch verkaufen. Bei einem
Bezugsverhältnis von 2:1 benötigt ein Aktionär zwei alte Aktien, um eine junge Aktie kaufen zu dürfen.
Nach der Kapitalerhöhung wird sich ein Kurs einstellen, der unter dem alten Börsenkurs liegt, aber über
dem Bezugskurs. Der rechnerische Wert ergibt sich z.B. bei einer Kapitalerhöhung von 2 auf 3 Millionen €,
einem alten Börsenkurs von 10 € und einem Bezugskurs von 7 € je 1-€-Aktie als:

2 Mio .∗10+ 1 Mio .∗7


=9 € . Ein Aktionär, der zwei alte Aktien besitzt, muss zwar einen Verlust von 2 €
3 Mio.
hinnehmen, aber er kann mit den zwei Bezugsrechten eine junge Aktie zum Preis von 7 € beziehen oder
seine Bezugsrechte zu je einem Euro verkaufen und so den Verlust ausgleichen. Der rechnerische Wert

K−BK
eines Bezugsrechts lässt sich mit folgender Formel bestimmen: =B , mit: B = rechnerischer Wert
BV +1
des Bezugsrechts, K = aktueller Börsenkurs, BK = Bezugskurs, BV = Bezugsverhältnis.

Dem Aktionär bietet sich auch die Möglichkeit der Operation Blanche, d.h. er verkauft in dem Umfang
Bezugsrechte, sodass er Finanzmittel erhält, um mit diesem Betrag seine verbleibenden Bezugsrechte

m∗WB
=j
auszuüben. Es gilt: BK , mit: m = Anzahl an alten Aktien des Aktionärs, WB = aktueller Börsenkurs
WB+
BV
des Bezugsrechts, BK = Bezugskurs der jungen Aktien, BV = Bezugsverhältnis, j = Anzahl an jungen Aktien,
die der Aktionär erwerben wird.

Aufgabe:

Eine AG erhöht ihr Kapital von 4 auf 6 Millionen €. Bei einem Börsenkurs von 84 soll der Bezugskurs der
jungen Aktie 60 betragen.
a) Ermitteln Sie den rechnerischen Wert eines Bezugsrechts und zeigen Sie, inwiefern das Bezugsrecht die
Aktionäre vor einer Verwässerung ihres Besitzstandes schützt!
b) Führen Sie für einen Aktionär, der 1596 alte Aktien besitzt, die Operation Blanche durch.
a) B = 8; neuer Kurs = 76; Verkauf des Bezugsrechts für 8 € oder Kauf einer jungen Aktie zum Preis von 60 €
und Aufgabe zweier Bezugsrecht im Wert von 16 €.

b) j = 1176