Sie sind auf Seite 1von 11

Ablaufplan Erziehungswissenschaften:

- Pädagogik als Wissenschaft


Grundbegriffe der Pädagogik: Erziehung
Grundbegriffe der Pädagogik: Bildung, Lernen, Lerntheorie
Grundbegriffe der Pädagogik: Sozialisation, Sozialisationstheorien

- Persönlichkeiten aus der Geschichte der Pädagogik

- Traditionelle Pädagogik

- Geisteswissenschaftliche Pädagogik, Empirische und kritische


Erziehungswissenschaft

- Aufwachsen in Deutschland

- Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen

- Arbeitsfelder der Erziehungswissenschaft

- Inklusive Pädagogik – Geschichte, Aufgaben und Umsetzung

- Inklusion: Behinderte Kinder und Jugendliche

- Inklusion: Chronisch kranke Kinder und Jugendliche


-
Pädagogik als Wissenschaft
Pädagogik (Syn. Erziehungswissenschaft) aus dem griechischem „Kinder erziehen“.
Ist die Wissenschaft von der Erziehung und Bildung in allen dafür geeigneten Bereichen der
Gesellschaft (z.B. Familie, Schule berufliche Ausbildung)

Aufgaben der Pädagogik:


- Beschreibung von Erziehungs-, Unterrichts- und Ausbildungsprozessen
- Interpretation der Programme und Theorien über Erziehung ihrer wissenschaftlichen,
politischen und sozialen Bedingungen.
- Erklärung der organisatorischen und zwischenmenschlichen Gestaltung von
Erziehungsprozessen und der Wirkung von Erziehung
- Klärung von Grundbegriffen und bildungstheoretische Analyse der gesellschaftlichen
Entwicklung
„Unter Erziehung werden Handlungen verstanden, die psychischen Dispositionen von
Menschen dauerhaft zu verbessern“

Erziehung beschreibt den Prozess, den Personen unter Anleitung durchlaufen, um Fähigkeiten
zu entwickeln, die sie zu vollwertigen Mitgliedern der Gemeinschaft machen.

Intentionale Erziehung  Bewusste Einflussnahme


Funktionale Erziehung  E. im Sinne von Sozialisierung
Extensionale Erziehung  Nebenläufige E. (Äußere Bedingungen werden geschaffen)

Erziehung ist…
- … beabsichtige Lernhilfe
- … zielgerichtet
- … soziales Handeln
- … soziale Interaktion
- … soziale Kommunikation
- … durch zwischenmenschliche und persönliche Beziehung gekennzeichnet
Grundarten des Verhaltens von Erziehern, die zu Änderungen von Verhaltensdispositionen
führen können.
- Worte (Lob, Anerkennung, Wissen)
- Mimischer Ausdruck
- Physischer Kontakt
- Verhalten des Erziehenden in der sozialen Interaktion mit anderen Personen

Platon  Erziehung als Ziehen


Petersen  Erziehung als Führung
Herbart  Erziehung als Regierung und Zucht (Reihenfolge!!! Regierung v. Eltern)
Rousseau  Erziehung als Wachsenlassen (Emile!!! Kinder sind keine kleinen
Erwachsenen. Kinder müssen geschützt werden
Skinner/Parson  Erziehung als Anpassung
Pestalozzi  Erziehen als Lebenshilfe (Nahbedürfnisse müssen befriedigt werden)

Bildung, Lernen, Lerntheorien

Bildung bedeutet umgangssprachlich den Prozess des Gebildetwerdens und das Endergebnis.
ABER, in der Pädagogik bedeutet Bildung die Persönlichkeitsentwicklung im Bewusstsein
seiner Verantwortung.

Bildung als…
- … Aneignung und Weiterentwicklung der Kulturgüter (kulturanthropologischer
Ansatz)
- … als Befähigung zum erfolgreichen Umgang mit der Welt (Lernziehltheoretischer
Ansatz)
- … als Arbeiten an Verhaltensweisen, die das Leben und Überleben als Individuum
und als soziales Wesen in einer Gesellschaft sichern (soziologischer Ansatz)

Lernen  Veränderung von Einstellungen und Verhaltensweisen aufgrund von Erfahrungen


 Ziel: Vergrößerung des Spielraumes angemessenen Handelns
 Erweiterung der Lern- und Handlungsfähigkeit wichtiger als Wissensanhäufung
Arten des Lernens (1) aus Erfahrung (2) durch Gewöhnung (3) Bewusstes Lernen

Lernarten
- Nach den inhaltlich bestimmten Fähigkeitsbereichen
- Nach Eigenart des Ablaufs, wie z.B. Trial and Error
- Nach der Entwicklung bestimmter Lernfähigkeiten wie z.B. „Wie kann man effektiv
lernen?“
Unterscheidung der Lernorte
- Primäre Lernorte (Schule, Institutionen)
- Sekundäre Lernorte (Museum)
- Temporäre Lernorte (Praktikum)

Wahrnehmung bezeichnet den Vorgang der Informationsaufnahme aufgrund äußerer, oder


intrapsychischer Reize.
Im Denkprozess wird die Wahrnehmung nach Kriterien der Gleichheit, Ähnlichkeit und
Unterschiedlichkeit geordnet.
Das Gedächtnis ist die Fähigkeit des Menschen, Informationen zu speichern und nach Bedarf
wiedergeben zu können.
Vergessen bezeichnet die Tatsache sich an Gelerntes nicht vollständig erinnern zu können.

Lerntheorie
- Behavioristische Lernmodelle (Pawlow, Skinner)
- Psychoanalytische Lernmodell (Freud)
- Imitationsmodell / Lernen am Modell (Bandura)
- Modell vom Lernen als Strukturierungsprozess (Piaget)
- Lernen durch Einsicht / Kognitives Lernen (Köhler, Wertheimer)
Behaviorismus (vom engl. Verhalten)
- von J.B. Watson 1913 begründete Forschungsrichtung der amerikanischen
Psychologie. Der Behaviorismus fordert, dass sich die Wissenschaft nur dem objektiv
beobachtbaren und messbaren Verhalten (behavior) von Lebewesen (Tier und
Mensch) unter wechselnden Umweltbedingungen, d.h. den Reaktionen des
Organismus auf Reize zuzuwenden habe, wobei als Mittel der Beschreibung nur der
naturwissenschaftliche Kategorienapparat erlaubt ist (nicht: Denken, Fühlen, Wollen
usw.).
- Klassische Konditionierung  Pawlow  Skinner  Watson
- Operantes Konditionieren  Einfluss von Verstärkung auf Verhalten
- Instrumentelles Konditionieren  Trial and Error
Vom Modelllernen spricht man dann, wenn man ein Vorbild nachgemacht oder mit dessen
Verhaltensrepertoire gelernt wird.

Bedingungen für das Modelllernen:


- Ähnlichkeit zwischen Modell und Beobachter
- Emotionale Beziehung zwischen Beobachter und Modell
- Konsequenzen des Verhaltens
- Stellvertretende Verstärkung
- Sozialer Status des Modells
- Soziale Macht des Modells
Zusammenfassung:
Lernen am Modell beschreibt den Prozess, in welchem eine Person, der Beobachter,
bestimmte Lebens- und Verhaltensweisen übernimmt, die sie bei einer anderen Person
beobachtet und es zu einer Verhaltensänderung kommt.

Lernen durch Einsicht:


… meint den Prozess, bei dem eine Person ein Problem denkend umstrukturiert und neu organisiert
und so Handlungsstrategien zu dessen Lösung herausfindet.

Sozialisation:
Prozess, in dessen Verlauf sich Menschen durch Auseinandersetzung mit den eigenen
physischen Gegebenheiten und Wechselwirkung mit der physikalischen, kulturellen und
sozialen Umwelt zur Persönlichkeit entwickelt
Gleich gewichtet steht hierbei der selbst geleistete Aufbau einer unverwechselbaren
personalen Identität und einer gesellschaftsbezogenen sozialen Identität in möglichst
bruchloser Wechselwirkung nebeneinander.
Phasen der Sozialisation
- Primäre Sozialisation
- Sekundäre Sozialisation
- Tertiäre Sozialisation

Struktur und Entwicklung der Persönlichkeit des Menschen nach Mead


- Me (ICH) = vereinbarte gesellschaftliche Erwartung
- I (ICH) = eigenes Bedürfnis- und Energiepotential
- Self = Selbstbild des Menschen aufgrund des Zusammenspiels von me und I
- Mind = reflexive Intelligenz des Menschen zur Kontrolle des Self
Rollen- oder systemtheoretischer Ansatz (Parson)
 Erkenntnisleitendes Interesse liegt im Phänomen des menschlichen Handelns in Bezug auf
seine Funktion für das gesamtgesellschaftliche System ( makrosoziale Erklärungsebene)
In Bezug auf symbolischen Interaktionismus (Mead), Operantes Konditionieren (Skinner) und
Theorie der psychosexuellen Entwicklung (Freud)
Von Freud übernahm Parson (1) den Aufbau der Person und (2) psychosexuelle Entwicklung
der Personenstruktur

Aspekte der Psychoanalyse nach Freud

Aufbau der Persönlichkeit nach Freud:


- Es
- Über-Ich
- Ich
Phasen der sexuellen Entwicklung
Parson ordnete jeder Phase von Freud bestimmte grundlegende Lernvorgänge zu, mit denen
erklärt werden kann:
1) auf welche Art und Weise sich der psychische Apparat strukturiert, differenziert und
organisiert
2) auf welche Art und Weise das Individuum ein handlungsfähiges Mitglied der Gesellschaft
wird.

1) Orale Phase
Lernleistung der Identifizierung und Generalisierung entscheident
- Aufbau der Ich-Formation
2) Anale Phase
Objektbesetzung
3) Ödipale Phase
Im hinzukommenden Prozess der Introjektion lernt das Kind

- Über- Ich tritt in Funktion


4) Latenzphase
Prozess mit einer Vielfalt neuer Objektwahlen
5) Phase der Adoleszenz und Geschlechtsreife
Zusammenfassung Sozialisation als Rollenlernen:
Parson nahm an:
… dass der Erwerb der Grundqualifikationen des Rollenhandelns mit den Psychosexuellen
Entwicklungsstufen im Sinne Freuds korrespondieret
… dass auf jeder Entwicklungsstufe das Repertoire von Rollenmustern auf spezifische Weise erweitert
wird.
Erziehung, Lernen, Sozialisation und Bildung hängen nach Hobmair (2009) folgendermaßen
zusammen:

Alltagsdiagnostik im Unterricht:

Pädagogische Diagnostik umfasst alle diagnostischen Tätigkeiten, durch die bei Lernenden
Voraussetzungen und Bedingungen planmäßiger Lehr- und Lernprozesse ermittelt, analysiert und
Lernergebnisse festgestellt werden, um das individuelle Lernen zu optimieren.
Funktionen der Schülerbewertung:
- Rückmeldefunktion für den Lehrer
- Rückmeldefunktion für den Schüler
- Berichtsfunktion
- Disziplinierungsfunktion
- Anreizfunktion
Objektivität (Unabhängig vom Messer)
Reliabilität (Zuverlässigkeit)
Validität (Gültigkeit)
Möglichkeiten des Lehrers zur Beurteilung des Verhaltens
- Gespräch
- Fragebogenerhebung
- Beobachtung
- Soziometrische Verfahren  Veranschaulichung der Beziehungen zwischen Gruppenmitgliedern
- ausgewählte Tests