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Europäisches Patentamt

European Patent Office


© Veröffentlichungsnummer: 0 503 1 22 AI
Office europeen des brevets

EUROPAISCHE PATENTANMELDUNG

© Anmeldenummer: 91103978.2 © Int. CI.5: G08B 26/00, G08B 2 9 / 1 6 ,


G08B 2 5 / 0 4
@ Anmeldetag: 14.03.91

@ Veroffentlichungstag der Anmeldung: Wittelsbacherplatz 2


16.09.92 Patentblatt 92/38 W-8000 Munchen 2(DE)

© Benannte Vertragsstaaten: @ Erfinder: Moser, Otto Walter, Dipl.-lng.


AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE Baderseestrasse 17
W-8000 Munchen 70(DE)
© Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT

© Anordnung zum Umschalten von Meldeprimärleitungen bei Störungen.

© In einer Gefahrenmeldeanlage, welche nach dem Übertragungselement (UE1, UE2,...) die Stichleitung
Kettensynchronisationsprinzip arbeitet, sind an vor- (MPL1) mittels der Umschaltvorrichtung (US bzw.
gebbaren Stellen zusätzlich zu den Elementen (E1 US-1, US-2) durchgeschaltet. Bei einer in der Zen-
bis En) einer jeweiligen Stichleitung, d.h. einer er- trale (Z) erkannten Störung durch Unterbrechung
sten Meldeprimärleitung (MPL1), ein oder mehrere (UB) auf der Stichleitung (MPL1) wird mittels der
Umschaltelemente (UE1, UE2,...) in der Stichleitung Steuerelektronik (STE) und der Durchschalteinrich-
(MPL1) angeordnet. Jedes Umschaltelement (UE) tung (Sl) sowie der Umschaltvorrichtung (US bzw.
der einen Stichleitung (MPL1) ist mit einer Steuer- US-1, US-2, US-3) des Umschaltelements (UE2),
elektronik (STE), einer Durchschalteinrichtung (S1) welches nach der Unterbrechung (UB) in der Stich-
und mit einer Umschaltvorrichtung (US) versehen leitung (MPL1) angeordnet ist, die ankommende
und über eine zweite Meldeprimärleitung (MPL2) zweite Meldeprimärleitung (MPL2) auf die abgehen-
kettenförmig an der GefahrenmeldeZentrale (Z) an- de Stichleitung (MPL1) geschaltet.
geschlossen. Bei regulärem Betrieb ist in jedem

CM
CM
FIG7
PO UE1 UE2
o
MPL1 Ij]
~b
El E2 13 E*. E5 Eln-2)' Ein)
a
MPL2

Rank Xerox (UK) Business Services


1 EP 0 503 122 A1 2

Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung sonst die gesamte Linienspannung zusammenbre-
zum Umschalten von Meldeprimärleitungen bei chen würde und ein weiterer Betrieb nicht mehr
Störungen in einer Gefahrenmeldeanlage, welche sichergestellt werden kann. Eine derartige Strom-
nach dem Kettensynchronisationsprinzip arbeitet. In meßeinrichtung muß aber nicht in jedem Element
der DE-OS 25 33 382 ist ein Verfahren und eine 5 vorgesehen sein, sie kann auch in speziellen
Einrichtung zur Übertragung von Meßwerten in ei- Trennelementen oder in der Zentrale untergebracht
nem Brandmeldesystem bekannt. Dort sind Gefah- sein, wobei das Trennelement oder von der Zentra-
renmelder, die nach dem Kettensynchronisations- le über einen Steuerbefehl das entsprechende
prinzip betrieben werden, z.B. Brand- oder Ein- Trennelement die abgehende Stichleitung abschal-
bruchmelder der Pulsmeldetechnik, beschrieben io tet (DE-OS 36 37 681).
und die in bekannter Weise nacheinander ihre Gefahrenmelder bzw. Elemente, die nach dem
Meßwerte abgeben und gleichzeitig die Leitung Kettensynchronisationsprinzip arbeiten, haben ge-
zum nächsten Melder weiterschalten. Dabei sind genüber anderen parallel arbeitenden Meldesyste-
die Melder über eine zweiadrige Stichleitung, d.h. men den Vorteil, daß sie bereits betriebsmäßig
eine Meldeprimärleitung mit a-b-Ader, mit der Zen- 75 über eine Schalteinrichtung verfügen, die im Kurz-
trale verbunden und werden der Reihe nach von schlußfall dazu benutzt werden kann, die Fehler-
der Zentrale aus abgefragt. Die dafür im jeweiligen stelle frei zu schalten.
Melder vorgesehene Schalteinrichtung arbeitet so- Da die beschriebenen Schleifensysteme emp-
mit nur in einer Richtung. Nachteilig bei dieser findlich gegen elektromagnetische Störungen bzw.
kettenförmigen Anordnung ist, daß bei Entfernen 20 Einkopplungen sind, wird die Schleife im ungestör-
oder Ausfall eines Elements, z.B. weil die Schalt- ten Betriebszustand in der Regel nur von einer
einrichtung defekt ist, oder aber bei einem Lei- Seite her betrieben, d.h., alle Elemente werden
tungsbruch die Kette an der Fehlerstelle unterbro- vom Leitungsanfang her abgefragt. Die Rückleitung
chen wird, was zu einer Störung führt. Dies bedeu- wird in der Regel nur im Störungsfall oder zu
tet, daß Gefahrenmelder oder ganz allgemein ge- 25 Prüfzwecken verwendet. Bei Schleifenbetrieb ist es
sagt Elemente, die von der Zentrale aus gesehen auch möglich, daß die Leitung abwechselnd, z.B.
nach der Fehlerstelle an die Meldeprimärleitung bei jedem zweiten Abfragezyklus, von vorne bzw.
angeschlossen sind, nicht mehr betriebsfähig sind. von hinten betrieben wird, oder aber die Abfrage-
Um derartige Nachteile zu beseitigen, werden richtung in bestimmten Zeitintervallen umgedreht
die Elemente einer Stichleitung über eine Schleife 30 wird, um so auch die Rückwärtsrichtung ständig
betrieben, d.h. die Elemente werden wie beim auf Funktion prüfen zu können.
Stichleitungsbetrieb über die Meldeprimärleitung Nachteilig bei diesem Schleifensystem ist, daß
an die Zentrale angeschaltet, nach dem letzten alle Elemente bidirektional ausgelegt sein müssen.
Element jedoch wird die Meldeprimärleitung wieder Die Schalteinrichtungen derartiger Elemente müs-
zur Zentrale zurückgeführt und dort angeschlossen. 35 sen nach beiden Richtungen Strom führen bzw.
Eine derartige Schleifenbildung einer Gefahrenmel- sperren können, was beispielsweise durch zwei
deanlage ist aus der ER-PA 86116172 bekannt. Bei SIPMOS-Transistoren mit einer entsprechend auf-
dieser Anordnung können im Falle einer Unterbre- wendigeren Ansteuerelektronik erreicht werden
chung, beispielsweise durch Leitungsbruch oder kann. Darüberhinaus müssen die Elemente von
durch eine defekte Schalteinrichtung im Element, 40 beiden Seiten abfragbar sein. Dies alles bedeutet
alle Element weiterbetrieben werden. Zum einen einen nicht unerheblichen zusätzlichen Schaltungs-
werden vom Anfang der Meldeprimärleitung her die aufwand, der durch eine evtl. Strommeßeinrichtung
Elemente bis zum Fehler abgefragt und dann wer- für die Kurzschlußerkennung weiter beträchtlich er-
den die restlichen Melder, die nach dem Fehler höht wird, und dies für jedes einzelne Element.
angeordnet sind, von der Zentrale aus vom Ende 45 Der bekannte Schleifenbetrieb für Melder nach
der Meldeprimärleitung abgefragt. Dafür ist jedoch dem Kettensynchronisationsverfahren hat durch
erforderlich, daß die Elemente und die zugehörigen den erheblichen zusätzlichen Schaltungsaufwand in
Durchschalteinrichtungen so ausgelegt sind, daß jedem Element eine Verteuerung der Geräte zur
sie in beiden Richtungen betrieben werden können, Folge. Obwohl im zunehmenden Maße schleifenfä-
d.h., daß sie sowohl vom Anfang als auch vom 50 hige Systeme gefordert werden, zeigt dennoch die
Ende der Meldeprimärleitung her abgefragt werden Praxis, daß ein echter Schleifenbetrieb nur sehr
können. selten benötigt wird. Darüberhinaus ist es auch bei
Für den Fall eines Kurzschlusses, der in der Schleifensystemen nicht unbedingt notwendig oder
Leitung oder im Element selbst auftreten kann, sind gefordert, bei Störungen bzw. im Fehlerfall tatsäch-
im allgemeinen zusätzliche Meßeinrichtungen in 55 lieh alle Elemente weiter zu betreiben.
den einzelnen Elementen vorgesehen, die im Feh- In der Regel reicht es, die Fehlerstelle mög-
lerfall dafür sorgen, daß das vor dem Kurzschluß lichst eng einzugrenzen.
liegende Element nicht mehr weiterschaltet, da Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine An-

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Ordnung zu schaffen, die bei Auftreten von Störun- kann von der Zentrale nicht mehr bedient werden.
gen, welche durch einen Fehler (z.B. eine Unter- Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung
brechung oder einen Kurzschluß) auf der Meldeli- ergeben sich aus den Unteransprüchen und der
nie (z.B. in der Leitung oder im Meldeelement) Beschreibung der Erfindung anhand einer Zeich-
entstehen, es gestattet, möglichst viele Melder 5 nung. Dabei zeigen
nach dem Kettensynchronisationsverfahren weiter Fig. 1 einen ungestörten Stichleitungsbetrieb bei
zu betreiben bzw. nicht mehr Melder als notwendig der bekannten Kettensynchronisation,
oder zulässig ausfallen zu lassen. Fig. 2 einen gestörten Stichleitungsbetrieb bei
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit dem der bekannten Kettensynchronisation,
Merkmal des Anspruchs 1 gelöst. io Fig. 3 einen ungestörten Schleifenbetrieb bei
Gemäß der Erfindung werden in einer Gefah- einer bekannten Kettensynchronisation mit bidi-
renmeldeanlage, die mit dem Kettensynchronisa- rektionalen Schalteinrichtungen in den einzelnen
tionsverfahren betrieben wird, in jeder Stichleitung, Schaltelementen,
d.h. erste Meldeprimärleitung, eine Mehrzahl von Fig. 4 einen gestörten Schleifenbetrieb entspre-
Umschaltelementen an ausgewählten Orten zwi- 15 chend Fig.3,
schen zwei Elementen angeordnet. Dabei ist jedes Fig. 5 einen ungestörten Betrieb mit erfindungs-
Umschaltelement mit einer Steuerelektronik, einer gemäßen Umschaltelementen,
Durchschalteinrichtung und einer Umschaltvorrich- Fig. 6 einen Betrieb mit erfindungsgemäßen
tung versehen und über eine zweite Meldeprimär- Umschaltelementen bei einer Unterbrechung,
leitung kettenförmig an die Gefahrenmeldezentrale 20 z.B. der Leitung,
angeschlossen. Im regulären Betrieb ist jedes Um- Fig. 7 einen Betrieb mit erfindungsgemäßen
schaltelement einer jeweiligen Stichleitung (= erste Umschaltelementen bei einem Kurzschluß, z.B.
Meldeprimärleitung MPL1) mittels der Umschaltvor- der Meldeleitung, und
richtung durchgeschaltet. Erkennt die Zentrale eine Fig. 8 ein Prinzipschaltbild eines erfindungsge-
Störung bzw. einen Fehler in Form einer Unterbre- 25 maßen Umschaltelementes.
chung auf der Meldelinie, so wird mittels der Steu- In Fig. 1 ist beispielhaft eine Gefahrenmeldean-
erelektronik, der Durchschalteeinrichtung und der lage, die nach dem Kettensynchronisationsprinzip
Umschaltvorrichtung des Umschaltelements, das arbeitet, angedeutet. An die Zentrale Z ist die zwei-
nach der Unterbrechung angeordnet ist, die ankom- adrige Meldeprimärleitung MPL mit den Adern a
mende zweite Meldeprimärleitung auf die abgehen- 30 und b angeschlossen. Auf der Meldeprimärleitung
de Stichleitung geschaltet. sind die einzelnen Elemente E1 bis En angeordnet,
Die Anordnung derartiger Umschaltelemente die kettenförmig der Reihe nach den nächstfolgen-
bringt den Vorteil mit sich, daß für die einzelnen den Melder bzw. das nächstfolgende Element mit
regulären Elemente kein zusätzlicher Schaltungs- einer Schalteinrichtung S1 kettenförmig anschalten.
aufwand erforderlich ist, und daß gezielt, d.h. sinn- 35 In Fig. 2 ist ein Leitungsfehler in Form einer
voll plaziert, ein oder mehrere Umschaltelemente in Leitungsunterbrechung UB dargestellt, die bei-
eine bestehende Gefahrenmeldeanlage angeordnet spielsweise zwischen dem Element E4 und dem
werden können, diese jedoch für eine Meldelinie Element E5 auftritt. Bei dem bekannten Pulsmelde-
mit einer zusätzlichen Meldeprimärleitung verbun- system nach der Kettensynchronisation ist der Be-
den werden müssen. 40 trieb, d.h. die Melderabfrage, nur noch bis zum
In vorteilhafter Weise kann bei einer Störung Element E4 möglich. In nachteiliger Weise sind
durch einen Kurzschluß auf der Stichleitung mit sämtliche Elemente, die nach der Leitungsunter-
dem Umschaltelement, das vor dem Kurzschluß brechung UB liegen, nicht mehr abfragbar.
liegt, die abgehende Stichleitung abgeschaltet wer- In Fig.3 ist eine Gefahrenmeldeanlage für
den und mit dem nach dem Kurzschluß liegenden 45 Schleifenbetrieb angedeutet. An die Zentrale Z ist
Umschaltelement die ankommende zweite Melde- die Meldeprimärleitung MPL schleifenförmig ange-
primärleitung auf die abgehende Stichleitung ge- schaltet, d.h. der Anfang der Meldeleitung MPL-A
schaltet werden. Das hat den Vorteil, daß von der ist wie üblich mit den einzelnen Elementen E1 bis
Zentrale aus die Elemente bis zum Umschaltele- En an der Zentrale angeschlossen. Der letzte Mel-
ment vor dem Kurzschluß abgefragt werden kön- 50 der bzw. das letzte Element En ist über die zweiad-
nen, und daß über die zweite Meldeprimärleitung rige Meldeprimärleitung wieder mit der Zentrale
über das zweite Umschaltelement, das nach dem verbunden, was in der Fig.3 durch MPL-E Melde-
Kurzschluß angeordnet ist, die weiteren, nach dem primärleitung Ende, und entsprechend der beiden
zweiten Umschaltelement liegenden Elemente der Adern a* und b' dargestellt ist.
ersten Meldeprimärleitung weiterhin abgefragt wer- 55 In Fig. 4 ist nun ebenfalls am Beispiel eines
den können. Lediglich der Leitungsabschnitt, in Leitungsbruches UB die Störung für den Schleifen-
dem der Kurzschluß aufgetreten ist, der sich zwi- betrieb gemäß Fig.3 dargestellt. Bei dieser Anord-
schen den beiden Umschaltelementer befindet, nung können im Falle einer Unterbrechung UB, die

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auch durch eine defekte Schalteinrichtung in einem davon, ob das Umschaltelement UE an eine zweite
Element hervorgerufen sein kann, alle Elemente Meldeprimärleitung MPL2 angeschaltet ist oder
weiterbetrieben werden. Liegt der Fehler beispiels- nicht, bzw. auch dann, wenn die zweite Meldepri-
weise zwischen dem Element E4 und E5, wie dies märleitung MPL2 aufgrund eines Fehlers nicht be-
in Fig.4 dargestellt ist, so werden die Elemente E1 5 triebsbereit sein sollte.
bis E4 vom Leitungsanfang MPL-A und die Ele- Die Versorgung, der Betrieb und die Ansteue-
mente En bis E5 vom Leitungsende MPL-E her rung des Umschaltelementes UE erfolgt aus-
abgefragt. Voraussetzung dafür ist, daß die Ele- schließlich über die zweite Meldeprimärleitung
mente E1 bis En und die dazugehörigen Schaltein- MPL2. Über die ankommende a- und b-Ader der
richtungen S2 so ausgelegt werden, daß sie in io zweiten Meldeprimärleitung MPL2 wird die Steuer-
beiden Richtungen betreibbar sind, d.h., daß sie elektronik STE versorgt. Diese ist genauso aufge-
sowohl vom Anfang als auch vom Ende der Melde- baut wie in den üblichen Elementen der Gefahren-
primärleitung her abgefragt werden können, was meldeanlage, die nach dem Kettensynchronisa-
bedeutet, daß sie bidirektional ausgelegt sein müs- tionsprinzip arbeitet. Das bedeutet also, daß sie
sen. Derartige Schalteinrichtungen S2 müssen also 15 einen Meßwert liefert, der die ordnungsgemäße
nach beiden Richtungen Strom führen bzw. sper- Funktion des Umschaltelementes signalisiert und
ren, was beispielsweise durch zwei SIPMOS-Tran- der beispielsweise auch die Position der Umschalt-
sistoren mit einer entsprechenden aufwendigen vorrichtung US beinhalten kann. Anschließend
Steuerelektronik erreicht werden kann. schaltet sie in bekannter Weise die zweite Melde-
In den Fig.5 bis 7 ist die erfindungsgemäße 20 primärleitung MPL2 über die Schalteinrichtung S1
Anordnung mit Umschaltelementen für Melder nach zum nächsten Umschaltelement weiter. Sie kann
dem Kettensynchronisationsprinzip dargestellt. Die darüberhinaus in bekannter Weise Steuerbefehle
Elemente E1 bis En werden dabei in bekannter (z.B. DE-PS 25 33 354) von der Zentrale empfan-
Weise an eine Stichleitung, d.h. erste Meldeprimär- gen und abhängig davon die Umschaltvorrichtung
leitung MPL1, angeschlossen. Sie verfügen über 25 US bedienen. Dies ist beispielhaft in der Fig.8 mit
einfache Durchschalteinrichtungen S1, die nur nach mechanischen Kontakten, die z.B. Relaiskontakte
einer Richtung funktionieren, d.h. vom Leitungsan- sein können, dargestellt, wobei die drei Kontakt-
fang zum Leitungsende hin weiterschalten. Sie sind ebenen mit US-1 bis US-3 und die Schaltpositionen
identisch mit dem vom Stichleitungsbetrieb her aus mit 1-3 bezeichnet sind. Zweckmäßigerweise wird
der Pulsmeldetechnik bekannten Elementen und 30 man die Umschaltvorrichtung US mit Transistoren,
können beispielsweise aus nur einem SIPMOS- z.B. selbstleitende bzw. selbstsperrende MOS-
Transistor bestehen. Alle Elemente werden immer Transistoren, aufbauen.
von der gleichen Seite, nämlich vom Anfang der In Fig. 5 ist im ungestörten Betrieb die jeweili-
Meldeprimärleitung her, abgefragt. ge Umschaltvorrichtung US in den einzelnen Um-
In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist 35 schaltelementen UE durchgeschaltet. Die Um-
zwischen die Elemente E3 und E4 und zwischen schaltvorrichtung US steht also in ihrer statischen
die Elemente E(n-2) und E(n-I) je ein Umschaltele- Ruhelage in Position 1. Alle Elemente E1 bis En
mente UE1 und UE2 eingefügt. Diese Umschaltele- können daher über die erste Meldeprimärleitung
mente werden zusätzlich, wie in den Figuren 5 bis MPL1 wie normale Pulsmelder abgefragt werden.
7 gezeigt, über eine zweite Meldeprimärleitung 40 Die Umschaltelemente UE belegen dabei auf der
MPL2 mit der Zentrale Z verbunden. Sie werden ersten Meldeprimärleitung MPL1 keine zusätzli-
über diese zweite Meldeprimärleitung MPL2 ver- chen Adressen.
sorgt, überwacht und angesteuert, also auch ket- In Fig. 6 ist an einem Beispiel eines Leitungs-
tensynchron betrieben. bruchs UB eine Störung nach dem Element E5
In Fig.8 ist der prinzipielle Aufbau eines erfin- 45 gezeigt. Die Elemente E1 bis E5 werden von der
dungsgemäßen Umschaltelements UE dargestellt. Zentrale Z über die erste Meldeprimärleitung MPL1
Das Umschaltelement UE besteht im wesentlichen ordnungsgemäß erkannt und abgefragt. Das Ele-
aus einer Steuerelektronik STE mit einer Durch- ment E6 kann nicht mehr erkannt werden. Da die
schalteinrichtung S1, einer Umschaltvorrichtung US Anlagenkonfiguration der Zentrale bekannt ist,
mit drei fest gekoppelten Kontaktebenen US-1 bis 50 kennt sie auch das auf die Fehlerstelle UB nächst-
US-3 mit jeweils drei Schaltpositionen 1 bis 3 so- folgende Umschaltelement, hier im Ausführungs-
wie Klemmen für die ankommenden und abgehen- beispiel UE2. Durch einen Steuerbefehl über die
den Meldeprimärleitungen MPL1 und MPL2. Im zweite Meldeprimärleitung MPL2 wird nun dieses
Ruhezustand, d.h. im regulären Betrieb der Gefah- Umschaltelement UE2 veranlaßt, die Umschaltvor-
renmeldeanlage, ist die Umschaltvorrichtung US in 55 richtung US in die Position 3 zu schalten. Dadurch
Position 1. Das bedeutet, daß die erste Meldepri- wird in dem Umschaltelement UE2 die ankommen-
märleitung MPL1 (Stichleitung) durchverbunden ist. de zweite Meldeprimärleitung MPL2 auf die abge-
Dieser Ruhezustand ist statisch, also unabhängig hende erste Meldeprimärleitung MPL1 aufgeschal-

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tet. Die Elemente, im Ausführungsbeispiel E(n-1) leitung kann so auch im Fehlerfall die Gefahren-
bis En, nach dem Umschaltelement UE2 können meldeanlage weitgehend weiterbetrieben werden.
nun über die zweite Meldeprimärleitung MPL2 ab- Bei einem Leitungsfehler auf der zweiten Meldepri-
gefragt werden. Die in der Zeichnung durch stärke- märleitung MPL2 oder einem Elementfehler in ei-
re Umrandung gekennzeichneten E6 bis E(n-2) 5 nem Umschaltelement UE wird der normale Betrieb
nach der Fehlerstelle UB bis zum nächsten Um- der Elemente E1 bis En über die erste Meldepri-
schaltelement UE2 werden durch den Leitungs- märleitung MPL1 nicht beeinflußt, da in der Regel
bruch UB außer Funktion gesetzt. alle Umschaltvorrichtungen US in ihrer statischen
In Fig.7 ist anhand eines weiteren Beispiels der Ruhelage, d.h. Position 1, verbleiben.
Ablauf bei einem Leitungs- bzw. Elementkurzschluß io Die erfindungsgemäße Anordnung hat also den
K dargestellt. Die Fehlerstelle K liegt hier nach dem Vorteil, daß in einer Gefahrenmeldeanlage, die
Element E4. Zur Feststellung des Kurzschlusses K nach dem Prinzip der Kettensynchronisation, bei-
ist natürlich auch hier eine Strommeßeinrichtung spielsweise die Pulsmeldetechnik, arbeitet, die dort
notwendig, die einen zu großen Linienstrom bzw. eingesetzten regulären Melderelemente, beispiels-
einen zu kleinen Widerstand zwischen a- und b- 15 weise Rauchmelder, Druckknopfmelder, externe
Ader erkennen kann. Diese Strommeßeinrichtung Melderanzeigen oder dergleichen, die im allgemei-
ist in der Regel in der Zentrale realisiert. Die Ele- nen in großen Stückzahlen auch installiert sind,
mente E1 bis E4 werden in bekannter Weise über keinen besonderen Zusatzaufwand erfordern. Es
die erste Meldeprimärleitung abgefragt. Beim Wei- können nämlich alle vorhandenen Elemente, bei-
terschalten durch das Element E4 wird die Kurz- 20 spielsweise alle Melder und Anzeigen der Pulsmel-
schlußstelle K zugeschaltet. Es fließt ein erhöhter detechnik, nach wie vor unverändert weiterbetrie-
Linienstrom über die erste Meldeprimärleitung ben werden. Werden Maßnahmen zur Reduzierung
MPL1, der von der Strommeßeinrichtung in der der Anzahl der bei einem Leitungs- oder Element-
Zentrale erkannt wird. Unmittelbar danach steuert fehler vom Ausfall betroffenen Elemente gewünscht
die Zentrale Z über die zweite Meldeprimärleitung 25 oder gefordert, so kann dies mit der erfindungsge-
MPL2 das vorhergehende, der Fehlerstelle K am mäßen Anordnung durch Einfügen der oben ge-
nächsten liegende Umschaltelement, im Ausfüh- schilderten Umschaltelemente ohne Änderung bzw.
rungsbeispiel UE1 an, und zwar so, daß der fehler- Verteuerung vorhandener Elemente (z.B. Melder)
hafte Leitungsabschnitt vollständig freigeschaltet erfolgen. Durch sinnvolles Projektieren von Um-
wird, d.h. keine Verbindung zur ersten Meldepri- 30 schaltelementen kann die maximale Anzahl der im
märleitung oder zur zweiten Meldeprimärleitung Fehlerfall nicht mehr betreibbaren Elemente be-
aufweist. Dies wird in der Position 2 der Umschalt- stimmt werden. Sie kann so auf einfache Weise
vorrichtung US des Umschaltelements UE1 er- den Anforderungen, Kundenwünschen oder Vor-
reicht. Damit ist die Fehlerstelle abgeschaltet, der schriften angepaßt werden.
weitere Betrieb der Elemente bis zu diesem Um- 35
schaltelement UE1, d.h. die Elemente E1 bis E3 Patentansprüche
sind nicht mehr gefährdet.
Im nächsten Schritt schaltet die Zentrale Z, wie 1. Anordnung zum Umschalten von Meldeprimär-
bereits vom Leitungsbruch UB gemäß der Fig.6 leitungen (MPL) bei Störungen in einer Gefah-
bekannt, über die zweite Meldeprimärleitung das 40 renmeldeanlage, welche nach dem Kettensyn-
auf die Fehlerstelle K nächstfolgende Umschaltele- chronisationsprinzip arbeitet,
ment UE2 auf die zweite Meldeprimärleitung MPL2 gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
um (Position 3 der Umschaltvorrichtung US). Die a) an vorgebbaren Stellen sind zusätzlich zu
restlichen Elemente, hier im Ausführungsbeispiel den Elementen (E1 bis En) einer jeweiligen
E(n-1) bis En werden nun über die zweite Melde- 45 Stichleitung, d.h. einer ersten Meldeprimär-
primärleitung abgefragt. Die Elemente zwischen leitung (MPL1), ein oder mehrere Umschalt-
den beiden Umschaltelementen UE1 und UE2, das elemente (UE1, UE2, ...) in der Stichleitung
sind die Elemente E4 bis E(n-2), sind in diesem (MPL1) angeordnet,
Fall nicht mehr betriebsbereit. b) jedes Umschaltelement (UE) der einen
Durch die erfindungsgemäße Anordnung, d.h. 50 Stichleitung (MPL1) ist mit einer Steuerelek-
durch den Einsatz von derartigen erfindungsgemä- tronik (STE) mit einer Durchschalteinrich-
ßen Umschaltelementen, kann die Zahl der bei tung (S1) und mit einer Umschaltvorrichtung
einem einfachen Leitungs- bzw. Elementfehler ma- (US) versehen und über eine zweite Melde-
ximal ausfallgefährdeten Elemente auf die Anzahl primärleitung (MPL2) kettenförmig an der
der zwischen zwei Umschaltelementen installierten 55 Gefahrenmelde-Zentrale (Z) angeschlossen,
Elemente begrenzt werden. Durch Verwendung von c) bei regulärem Betrieb ist in jedem Über-
mehreren Umschaltelementen und deren sinnvolle tragungselement (UE1, UE2,...) die Stichlei-
Projektierung bzw. Plazierung in der Meldeprimär- tung (MPL1) mittels der Umschaltvorrich-

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tung (US bzw. US-1 , US-2) durchgeschaltet,


d) bei einer in der Zentrale (Z) erkannten
Störung durch Unterbrechung (UB) auf der
Stichleitung (MPL1) wird mittels der Steuer-
elektronik (STE) und der Durchschalteinrich- 5
tung (S1) sowie der Umschaltvorrichtung
(US bzw. US-1, US-2, US-3) des Umschalt-
elements (UE2), welches nach der Unterbre-
chung (UB) in der Stichleitung (MPL1) an-
geordnet ist, die ankommende zweite Mel- 10
deprimärleitung (MPL2) auf die abgehende
Stichleitung (MPL1) geschaltet.

2. Anordnung nach Anspruch 1,


dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Stö- w
rung durch einen Kurzschluß (K) auf der Stich-
leitung (MPL1) mit dem Umschaltelement
(UE1), welches vor dem Kurzschluß (K) in der
Stichleitung (MPL1) angeordnet ist, die abge-
hende Stichleitung (MPL1) abgeschaltet wird, 20
und daß mit dem nach dem Kurzschluß (K)
angeordneten Umschaltelement (UE2) die an-
kommende zweite Meldeprimärleitung (MPL2)
auf die abgehende Stichleitung (MPL1) ge-
schaltet wird. 25

3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2,


dadurch gekennzeichnet, daß das Umschalt-
element Anschlußklemmen für eine ankom-
mende und eine abgehende Stichleitung 30
(MPL1) sowie für eine ankommende und abge-
hende zweite Meldeprimärleitung (MPL2) auf-
weist, und daß die Durchschalteinrichtung (S1)
und die Umschaltvorrichtung (US) von der
Steuereinrichtung (STE) in Abhängigkeit von 35
Steuerbefehlen seitens der Zentrale (Z) ge-
schaltet werden, wobei die Umschaltvorrich-
tung (US) zumindest drei Umschaltebenen und
drei Schaltpositionen aufweist.
40
4. Anordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuer-
elektronik und die Durchschalteinrichtung (S1)
wie in regulären Elementen ausgebildet sind. 45

5. Anordnung nach Anspruch 4,


dadurch gekennzeichnet, daß die Umschalt-
elemente (UE) von der Zentrale (Z) aus über
die zweite Meldeprimärleitung (MPL2) auf ihre 50
ordnungsgemäße Funktion abgefragt werden,
wobei die Schaltposition der Umschaltvorrich-
tung (US) zur Zentrale (Z) übertragen wird,
oder angesteuert werden, um Steuerbefehle
zum Schalten der Umschaltvorrichtung (US) zu 55
übertragen.

6
EP 0 503 122 A1

F I G 1

z MPL KT ET SI

b
El E2 E3 U E5 E(n-2)EH) Ein]

F I G 2
UB

z MPL S1 si si si SI S1 ST SI
jr-e
b
El E2 E3 E^ E5 E(n-2)E(n-1) Ein!

F I G 3

MPL-A S2 S2 S2 S2 S2 S2 S2 S2

b
El E2 E3 E^ E5 E(n-2) E(n-1) E(n)
a'
MPL-E
b'

F I G U

UB

MPL-A S2 S2 S2 S2 S2 S2 S2 S2

b
El E2 E3 E4 E5 E(n-2)E(n-1) E(n)

MPL-E
b'

7
EP 0 503 122 A1

F I G 5

F I G 6

UE1 UB UE2

' 1 1 "
MPL1 SI SI SI SI SI |ST 1 "ST SI
b l,-,J
E1 Eln^T "
E2 E3 EL E5 H M M
a
MPL2
b

F I G 7

E|n-1| Elnl

8
EP 0 503 122 A1

9
Europäisches Nummer 4er Anmeldung
EUROPAISCHER RECHERCHENBERICHT
Patentamt
EP 91 10 3978
EINSCHLAGIGE DOKUMENTE
Kategorie Kennzeichnung des Dokuments mit Angabe, soweit erforderlich, Betrifft KLASSIFIKATION DER
der maßgeblichen Teile Anspruch ANMELDUNG flnt. Q.S )
A EP-A-0 361 298 (ALCATEL CIT) G08B26/00
* Spalte 5, Zelle 5 - Zelle 48; Abbildung 4 * G08B29/16
G08B25/04
A,D DE-A-3 637 681 (SIEMENS) 1-2
* Spalte 4, Zelle 26 - Spalte 5, Zelle 24;
Abbildungen 2-3 *

A.D EP-A-0 224 819 (SIEMENS)


* Spalte 4, Zelle 1 - Zelle 32; Abbildungen 3,6

RECHERCHIERTE
SACHGEBIETE (tot. Q.S )

G08B

Der vorliegende Recherchenbericht wurde für alle Patentansprüche erstellt


RKkerckuorl AbuUeMalu dor KedHrdu Prtfcr
DEN HAAG 12 NOVEMBER 1991 SGURA S.
KATEGORIE DER GENANNTEN DOKUMENTE der Erfindung zugrunde liegende Theorien oder Grundsätze
älteres Patentdokument, das jedoch erst am oder
X: von besonderer Bedeutung allein betrachtet nach dem Anmeldedatum veröffentlicht worden ist
Y: von besonderer Bedeutung in Verbindung mit einer in der Anmeldung angeführtes Dokument
anderen Veröffentlichung derselben Kategorie aus andern Gründen angeführtes Dokument
A: technologischer Hintergrund
O : nichtschriftliche Offenbarung : Mitglied der gleichen Palentfamilie, Ubereinstimmendes
P : Zwischenliteratur Dokument