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9.

Die Bedeutung von Archetypen in der Linguokulturologie

Überwiegend in unserem Bewusstsein ist das Unbewusste

Als Archetypus können urtümliche Typen verstanden werden. Sie werden in 1) in Mythen und Märchen
(das Bewusste) 2) Träumen und Visionen (das ist mit unserem Unbewussten verbunden) präsentiert.

Märchen sind archetypisch, weil sie von der Generation zu der Generation übermittelt werden. Also
nehmen in kollektivem Unbewussten Platz. In den Märchen finden wir die typischen Figuren, die im
nationalen Unbewussten sich geformt haben.

Realisiert wird sich das archetypische in den Märchen durch die Bewusstwerdung der Figuren. Also
durch das Verstehen von ihren Verhaltensweisen.

Die Naturvorgänge werden mit der Natur verbunden, z.B. Frau Hölle. Sie werden mythologisiert und
symbolisiert. Diese Symbole werden zum Drama der Seele (tragische Seele). Der Kampf der Gefühle in
uns wird mit den äußeren, natürlichen Vorgängen assoziiert, z.B. Sonnenaufgang- alles ist zu bewältigen;
Sonnenuntergang- Niederlagen der Seele.

[Kirchliches Dogma – Gesätze der Kirche, die nicht zu bestreiten sind. Es beruht sich auf kollektivem Unbewussten, die sich im Laufe der
Jahrhunderte gebildet haben (genauso wie Archetypen). Die kirchlichen Dogmen wurden später, in den Zeiten der Reformation durch das
Bewusste überprüft und negiert.]

Archetyp – Anima (Teil der menschlichen Seele; Stabilität) - weibliche gestalten wie Nixen, Sirenen,
Waldfrauen, die immer gefährlich sind. (z.B. Lorelei, Nixe im «Fischer» von Goethe);

Archetyp – der alte Weise (Teil des menschlichen Sinnes; Energie) - männliche gestalten wie Brahmane
aus Siddhartha, Faust. Natürlich hat auch der Archetyp des Alten Weisen, wie alle Archetypen, neben
günstige auch ungünstige Züge und Aspekte.

Kinder kommen als tabula rasa zur Welt.

Faust sucht nach Anima, nach der ewigen Weiblichkeit, die Margarete ist. F. wie alle anderen
Archetypen hat etwas Zweiseitiges (sucht nach dem ewigen Leben und ist Verführer auf einmal), wie das
auch die Menschen haben. Die Figur von Faust widerholt sich in vielen Werken, was auch ein Merkmal
von einem Archetypus ist. F. ist Wissensstreber, Einzelgänger, Rationalist, ständiger Entwickler