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DEUTSCHE NORM November 1999

Sicherheit von Flurförderzeugen


Teil 1: Motorkraftbetriebene Flurförderzeuge bis einschließlich 10 000 kg DF
Tragfähigkeit und Schlepper bis einschließlich 20 000 N Zugkraft
Deutsche Fassung EN 1726-1 : 1998
EN 1726-1
ICS 53.060 Ersatz für
DIN 15134 : 1992-12 und
Safety of industrial trucks – Part 1: Self-propelled trucks up to and including DIN 15184 : 1991-07;
10 000 kg capacity and tractors with a drawbar pull up to and including 20 000 N; Ersatz für die im August 1998
German version EN 1726-1 : 1998 zurückgezogene Norm
Sécurité des chariots de manutention – Partie 1: Chariots automoteurs dont la DIN 15160-1 : 1989-02
capacité n’excède pas 10 000 kg et tracteurs dont l’effort au crochet est inférieur ou
égal à 20 000 N;
Version allemande EN 1726-1 : 1998

Die Europäische Norm EN 1726-1 : 1998 hat den Status einer Deutschen Norm.

Beginn der Gültigkeit


EN 1726-1 : 1998 wurde am 30. Oktober 1998 angenommen.

Nationales Vorwort
Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.
Sie beinhaltet die Deutsche Fassung der von der Arbeitsgruppe 6 des Technischen Komitees 150 „Flurförderzeuge“ des
Europäischen Komitees für Normung (CEN) erarbeiteten EN 1726-1 : 1998.
Die nationalen Interessen wurden vom Arbeitsausschuß „Flurförderzeuge“ im Fachbereich Fördertechnik des Normen-
ausschusses Maschinenbau (NAM) im DIN wahrgenommen.
Änderungen
Gegenüber DIN 15134 : 1992-12, DIN 15184 : 1991-07 und der im August 1998 zurückgezogenen Norm DIN 15160-1 : 1989-02
wurden folgende Änderungen vorgenommen:
– Der Inhalt der Deutschen Normen ist in die Europäische Norm eingeflossen.
Frühere Ausgaben
DIN 15134: 1992-12
DIN 15160-1: 1989-02
DIN 15184: 1991-07

Fortsetzung 61 Seiten EN

Normenausschuß Maschinenbau (NAM) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


– Leerseite –
EUROPÄISCHE NORM
EUROPEAN STANDARD
EN 1726-1
NORME EUROPÉENNE November 1998

ICS 53.060

Deskriptoren: Flurförderzeug, eigenangetriebene Maschine, Sicherheit von Maschinen, Unfallverhütung, Begriffe, Gefährdung,
Anforderung, Absicherung, Sicherung, Gütenachweis, Prüfung, Stabilitätsnachweis, Aussage, Ausnutzung,
technische Unterlage, Kennzeichnung

Deutsche Fassung

Sicherheit von Flurförderzeugen


Teil 1: Motorkraftbetriebene Flurförderzeuge bis einschließlich 10 000 kg
Tragfähigkeit und Schlepper bis einschließlich 20 000 N Zugkraft

Safety of industrial trucks – Part 1: Self-propelled trucks up to Sécurité des chariots de manutention – Partie 1: Chariots
and including 10 000 kg capacity and tractors with a drawbar automoteurs dont la capacité n’excède pas 10 000 kg et trac-
pull up to and including 20 000 N teurs dont l’effort au crochet est inférieur ou égal à 20 000 N

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 30. Oktober 1998 angenommen.
Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die
Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der
Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen
Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch).
Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung
durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentralsekretariat mitgeteilt
worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland,
Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen,
Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und dem
Vereinigten Königreich.

Y NC
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comité Européen de Normalisation
Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 1998 CEN – Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren,
sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref. Nr. EN 1726-1 : 1998 D
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EN 1726-1 : 1998

Inhalt
Seite Seite
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Anhang C (normativ) Schubstapler und Spreizen-
0 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 stapler, Verifizierung der Standsicherheit . . . 31
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 C.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .31
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 C.2 Durchführung der Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . .31
3 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Anhang D (normativ) Hochhubwagen und Gabelhoch-
3.1 Fahrer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 hubwagen, Verifizierung der Standsicherheit 31
3.2 Normale Fahrerposition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 D.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3.3 Niedrige Hubhöhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 D.2 Durchführung der Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3.4 Selbsttätig wirkende Bremse . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Anhang E (normativ) Quergabelstapler,
3.5 Regelbetriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Verifizierung der Standsicherheit . . . . . . . . . . 31
3.6 Nenntragfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
E.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3.7 Wirkliche Tragfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
3.8 Normhubhöhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 E.2 Betriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3.9 Genormter Lastschwerpunkt-Abstand . . . . . . . . . . . 7 E.3 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
3.10 Nennzugkraft von Schleppern . . . . . . . . . . . . . . . . 7 E.3.1 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
3.11 Fahrtrichtung vorwärts und Vorderseite . . . . . . . . 7 E.3.2 Bedingungen für den Stapler . . . . . . . . . . . . . . . . 32
E.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in bezug
4 Liste der Gefährdungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
auf die Standsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
5 Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 E.3.4 Arretierung des Staplers auf der Prüfplattform . . . 32
5.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 E.3.5 Prüflast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
5.2 Ingangsetzen/Verfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 E.3.6 Sicherheitsvorkehrungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
5.3 Bremsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
E.4 Durchführung der Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . 33
5.4 Stellteile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
5.5 Antriebssysteme und Zubehör . . . . . . . . . . . . . . . . 16 E.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten . . . . . . 33
5.6 Einrichtungen zum Heben und Neigen . . . . . . . . . . 17 Anhang F (normativ) Vierwegestapler und Mehrwege-
5.7 Fahrerplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 stapler, Verifizierung der Standsicherheit . . . 36
5.8 Standsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 F.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
5.9 Schutzeinrichtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 F.2 Betriebsbedingungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
5.10 Sicht, Beleuchtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
F.3 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
5.11 Umgebungsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
F.3.1 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
6 Verifizierung der Sicherheitsanforderungen F.3.2 Bedingungen für den Stapler . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
und/oder -maßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 F.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes
6.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 in bezug auf die Standsicherheit . . . . . . . . . . . . . . 36
6.2 Verifizierung der Struktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 F.3.4 Arretierung des Staplers auf der Prüfplattform . . . 37
6.3 Verifizierung der Funktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 F.3.5 Prüflast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
7 Benutzer-Informationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 F.3.6 Sicherheitsvorkehrungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
7.1 Restgefahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 F.4 Durchführung der Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . 37
7.2 Betriebsanleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 F.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten . . . . . . 37
7.3 Mindestkennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Anhang G (normativ) Seitenstapler und Dreiseiten-
Anhang A (normativ) Verifizierung des stapler, Verifizierung der Standsicherheit . . . 43
Lenkungsrückschlages . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 G.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
A.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 G.2 Betriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
A.2 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 G.2.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
A.2.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 G.2.2 Regel-Betriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
A.2.2 Umgebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 G.3 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
A.2.3 Hindernis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
G.3.1 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
A.2.4 Reaktionsmessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
G.3.2 Bedingungen für den Stapler . . . . . . . . . . . . . . . . 44
A.3 Durchführung der Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 G.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in bezug
A.4 Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 auf die Standsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Anhang B (normativ) Gegengewichtsstapler mit Knick- G.3.4 Arretierung des Staplers auf der Prüfplattform . . 44
lenkung, Verifizierung der Standsicherheit . . 28 G.3.5 Prüflast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
B.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 G.3.6 Sicherheitsvorkehrungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
B.2 Betriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 G.4 Durchführung der Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . 45
B.3 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 G.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten . . . . . . 45
B.3.1 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Anhang H (normativ) Geländegängige Gabelstapler,
B.3.2 Bedingungen für den Stapler . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Verifizierung der Standsicherheit . . . . . . . . . . 53
B.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichts in bezug H.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
auf die Standsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 H.2 Betriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
B.3.4 Arretierung des Staplers auf der Prüfplattform . . 29
H.3 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
B.3.5 Prüflast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
H.3.1 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
B.3.6 Sicherheitsvorkehrungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
H.3.2 Bedingungen für den Stapler . . . . . . . . . . . . . . . . 53
B.4 Durchführung der Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . 29 H.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in bezug
B.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten . . . . . . 29 auf die Standsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
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EN 1726-1 : 1998

Seite Seite
H.3.4 Arretierung des Staplers auf der Prüfplattform . . . 54 L.3.2 Bedingungen für den Stapler . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
H.3.5 Prüflast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 L.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in bezug
H.3.6 Sicherheitsvorkehrungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 auf die Standsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
H.4 Durchführung der Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . 54 L.3.4 Arretierung des Staplers auf der Prüfplattform . . . 57
L.3.5 Prüflast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
H.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten . . . . . . 54
L.3.6 Sicherheitsvorkehrungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Anhang J (normativ) Stapler, die mit außermittiger
L.4 Durchführung der Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Last betrieben werden – Außermittigkeit
durch kraftbetriebene Arbeitsmittel, L.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten . . . . . . . 58
zusätzliche Verifizierung der Standsicherheit . 56 Anhang M (normativ) Verifizierung des Fahrerschutz-
Anhang K (normativ) Stapler, die mit vorgeneigtem daches – Fallversuche . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Hubgerüst betrieben werden, M.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Verifizierung der Standsicherheit . . . . . . . . . . 56 M.2 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Anhang L (normativ) Stapler, die mit außermittiger M.2.1 Prüflast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Last betrieben werden, betriebsbedingte M.2.2 Durchführung der Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Außermittigkeit, M.2.3 Anforderungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Verifizierung der Standsicherheit . . . . . . . . . . 56
Anhang N (informativ) Belastungskontrolle . . . . . . . . . . 59
L.1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Anhang ZA (informativ) Abschnitte in dieser
L.2 Betriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Europäischen Norm, die grundlegende
L.3 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Anforderungen oder andere Vorgaben von
L.3.1 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 EU-Richtlinien betreffen . . . . . . . . . . . . . . . . 61

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 150 „Flurförderzeuge – Sicherheit“ erarbeitet, dessen
Sekretariat vom BSI gehalten wird.
Dieses Dokument ist derzeit zur formellen Abstimmung vorgelegt.
Diese Europäische Norm wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die Europäische Freihan-
delszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EU-Richtlinien.
Zusammen mit EU-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieser Norm ist.
Diese Europäische Norm ist Teil eines Normpaketes für die Sicherheit von Flurförderzeugen.
EN 1175-1
Sicherheit von Flurförderzeugen – Teil 1: Elektrische Anforderungen für Flurförderzeuge mit batterie-elektrischem Antrieb
EN 1175-2
Sicherheit von Flurförderzeugen – Teil 2: Elektrische Anforderungen für Flurförderzeuge mit Verbrennungsmotoren
EN 1175-3
Sicherheit von Flurförderzeugen – Teil 3: Elektrische Anforderungen für elektrische Kraftübertragungssysteme von Flurförder-
zeugen mit Verbrennungsmotoren
EN 1459
Sicherheit von Flurförderzeugen – Stapler mit veränderlicher Reichweite
EN 1525
Sicherheit von Flurförderzeugen – Fahrerlose Flurförderzeuge und ihre Systeme
EN 1526
Sicherheit von Flurförderzeugen – Automatische Funktionen für Flurförderzeuge
EN 1551
Sicherheit von Flurförderzeugen – Kraftbetriebene Flurförderzeuge über 10 000 kg Tragfähigkeit
EN 1726-1
Sicherheit von Flurförderzeugen – Teil 1: Motorkraftbetriebene Flurförderzeuge bis einschließlich 10 000 kg Tragfähigkeit und
Schlepper bis einschließlich 20 000 N Zugkraft
EN 1726-2
Sicherheit von Flurförderzeugen – Teil 2: Zusätzliche Anforderungen für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz und
Flurförderzeuge, die mit angehobener Last fahren können
EN 1755
Sicherheit von Flurförderzeugen – Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre; Einsatz von kraftbetriebenen Flurförderzeugen
in Bereichen mit entflammbaren Gasen, Dämpfen, Nebel und Stäuben
EN 1757-1
Sicherheit von Flurförderzeugen – Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell – Teil 1: Stapler
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EN 1726-1 : 1998

EN 1757-2
Sicherheit von Flurförderzeugen – Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell – Teil 2: Hubwagen mit Hubhöhe bis
300 mm
EN 1757-3
Sicherheit von Flurförderzeugen – Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell – Teil 3: Plattformhubwagen
EN 1757-4
Sicherheit von Flurförderzeugen – Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell – Teil 4: Scheren-Gabelhubwagen
EN 12053
Sicherheit von Flurförderzeugen – Geräuschmessung an Flurförderzeugen; Schallpegel am Arbeitsplatz und Schalleistungs-
pegel
EN 12895
Sicherheit von Flurförderzeugen – Elektromagnetische Verträglichkeit
EN 13059
Sicherheit von Flurförderzeugen – Schwingungsmessung an Flurförderzeugen
EN ISO 13564
Sicherheit von Flurförderzeugen – Sichtmessung an Flurförderzeugen

0 Einleitung Diese Europäische Norm gilt nicht für:


Diese Europäische Norm ist eine Typ-C-Norm wie in – Portalhubwagen (nach 3.1.3.2.3 von ISO 5053 : 1987),
EN 292-1 : 1991 definiert. Diese Norm wurde erarbeitet, um – Portalstapler (nach 3.1.3.1.11 von ISO 5053 : 1987),
als harmonisierte Norm zu dienen, die ein Mittel zum Errei- – Flurförderzeuge, die mit Erdgas betrieben werden,
chen der Übereinstimmung mit den grundsätzlichen Sicher-
– Flurförderzeuge mit einer Achse.
heitsanforderungen der EG-Richtlinie „Maschinen“ und damit
zusammenhängenden EFTA-Regelungen darstellt. 1.2 Ein motorkraftbetriebenes Flurförderzeug ist ein Flur-
Im Anwendungsbereich dieser Europäischen Norm ist ange- förderzeug mit motorkraftbetriebenem Fahrantrieb (im wei-
geben, welche Gefährdungen behandelt werden. Für Gefähr- teren Flurförderzeug genannt) – außer einem Gleisfahrzeug
dungen, die nicht in dieser Norm behandelt werden, müssen –, das seiner Bauart nach dem Befördern, Ziehen, Schieben,
die Flurförderzeuge, soweit zutreffend, EN 292-1 : 1991 ent- Heben, Stapeln oder In-Regale-Einlagern von Lasten aller
sprechen. Art dient, das mitgängergeführt ist oder von einem Fahrer
bedient wird, der auf dem Flurförderzeug oder einer speziell
1 Anwendungsbereich angeordneten Plattform sitzt oder steht.
1.1 Diese Europäische Norm gilt für motorkraftbetriebene Ein Mitgänger-Flurförderzeug (siehe 3.4.2 von ISO 5053 : 1987),
Flurförderzeuge einschließlich geländegängiger Flurförder- das zusätzlich mit einer Mitfahrgelegenheit ausgerüstet ist,
zeuge mit Hubgerüst (nach 3.1.3.1.8 von ISO 5053 : 1987), gilt als mitgängergeführt im Sinne dieser Norm.
mit abnehmbaren und integrierten Anbaugeräten und mit Ein Flurförderzeug mit Fahrerstand (siehe 3.4.1.2 von
einer Nenntragfähigkeit bis einschließlich 10 000 kg und für ISO 5053 : 1987), das zusätzlich mit einem Hilfssitz ausge-
Schlepper mit einer Nennzugkraft bis einschließlich rüstet ist, gilt als Flurförderzeug mit Fahrerstand im Sinne
20 000 N. dieser Norm.
Seite 5
EN 1726-1 : 1998

1.3 Diese Europäische Norm enthält die technischen EN 1175-1


Anforderungen, die notwendig sind, um die speziellen Sicherheit von Flurförderzeugen –
Gefährdungen, die in Abschnitt 4 angegeben sind und die bei Teil 1: Elektrische Anforderungen für Flurförderzeuge mit
bestimmungsgemäßer Verwendung und Wartung (entspre- batterie-elektrischem Antrieb
chend den Angaben des Herstellers oder seines Bevoll-
EN 1175-2
mächtigten) von Flurförderzeugen ausgehen, zu minimieren.
Sicherheit von Flurförderzeugen –
Diese Norm enthält keine Anforderungen zur Minimierung Teil 2: Elektrische Anforderungen an Flurförderzeuge mit
der Gefährdungen, die sich ergeben: Verbrennungsmotoren
– während der Herstellung;
EN 1175-3
– durch die Handhabung freihängender pendelnder Sicherheit von Flurförderzeugen –
Lasten; Teil 3: Elektrische Anforderungen für elektrische Kraft-
– durch den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr; übertragungssysteme von Flurförderzeugen mit Verbren-
nungsmotoren
– durch die Benutzung einer Arbeitsbühne.
Diese Norm wiederholt nicht alle technischen Regeln, die all- EN 1526
gemeiner Stand der Technik sind und die bei der Material- Sicherheit von Flurförderzeugen –
auswahl der Bauteile des Flurförderzeuges zu beachten Automatische Funktionen für Flurförderzeuge
sind. Hierfür sollten Hinweise auf EN 292-2 : 1995 erfolgen. prEN 1726-2
Sicherheit von Flurförderzeugen –
1.4 Diese Europäische Norm gilt für Flurförderzeuge mit Teil 2: Zusätzliche Anforderungen für Flurförderzeuge mit
Lastaufnahmeeinrichtungen für Regelbetriebsbedingungen, hebbarem Fahrerplatz und Flurförderzeuge, die mit
z. B. Gabelzinken oder Lastplattformen oder für Ausrüstung angehobener Last fahren können
mit Anbaugeräten, die für spezielle Verwendungen geeignet
sind. Gabelzinken, Lastplattformen und integrierte Anbau- prEN 1755
geräte sind Bestandteil des Flurförderzeuges. Anbaugeräte, Sicherheit von Flurförderzeugen –
die an den Gabelträger oder die Gabelzinken angebracht Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre –
und durch den Benutzer abgenommen werden können, sind Einsatz von kraftbetriebenen Flurförderzeugen in Berei-
nicht Bestandteil des Flurförderzeuges. Für Anbaugeräte chen mit entflammbaren Gasen, Dämpfen, Nebel und
sind die entsprechenden Abschnitte dieser Norm anzu- Stäuben
wenden. prEN 1757-1
Sicherheit von Flurförderzeugen –
1.5 Wenn Flurförderzeuge dazu bestimmt sind, unter Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell –
erschwerten Bedingungen zu arbeiten (z. B. Einsatz in Kühl- Teil 1: Stapler
häusern, extremen klimatischen Bedingungen, starken
elektromagnetischen Feldern usw.), können Maßnahmen prEN 12053
erforderlich sein. Diese sind nicht Bestandteil dieser Norm. Sicherheit von Flurförderzeugen –
Geräuschmessung an Flurförderzeugen; Schallpegel am
1.6 Für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz über Arbeitsplatz und Schalleistungspegel
1 200 mm und/oder Flurförderzeuge, die zum Fahren mit
prEN ISO 13564
angehobener Last über 1 200 mm gebaut sind, gelten die
Sicherheit von Flurförderzeugen –
zusätzlichen Anforderungen von prEN 1726-2.
Sichtmessung an Flurförderzeugen

2 Normative Verweisungen prEN 13059


Sicherheit von Flurförderzeugen –
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder unda- Schwingungsmessungen an Flurförderzeugen
tierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Veröffent-
lichungen. Diese normativen Verweisungen sind an den ISO 1074 : 1991
jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Veröffentlichungen Gabelstapler – Standsicherheitsversuche
sind nachstehend aufgeführt. ISO 2330 : 1995
Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen Gabelstapler – Gabelzinken – Technische Bedingungen
oder Überarbeitungen dieser Veröffentlichungen nur zu die- und Prüfung
ser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Über-
ISO 2867 : 1994
arbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen
Erdbearbeitungsmaschinen – Sicherheitsanforderungen –
gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Veröffent-
Zugangssysteme
lichungen.
EN 281 : 1988 ISO/DIS 3184-2
Kraftbetriebene Flurförderzeuge mit Fahrersitz – Schub- und Spreizenstapler – Standsicherheitsversuche
Regeln für die Anordnung und Ausführung der Pedale ISO/DIS 3287
EN 292-1 : 1991 Kraftbetriebene Flurförderzeuge – Symbole
Sicherheit von Maschinen – ISO 3795 : 1989
Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze – Straßenfahrzeuge sowie Traktoren und Maschinen für
Teil 1: Grundsätzliche Terminologie, Methodik die Land- und Forstwirtschaft –
EN 292-2 : 1995 Bestimmung des Brandverhaltens von Werkstoffen der
Sicherheit von Maschinen – Innenausstattung
Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze –
Teil 2: Technische Leitsätze und Spezifikationen ISO 5053 : 1987
Kraftbetriebene Flurförderzeuge – Begriffe
EN 954-1
Sicherheit von Maschinen – ISO 5766 : 1990
Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen – Hubwagen und Hochhubwagen –
Teil 1: Allgemeine Gestaltungsleitsätze Standsicherheitsversuche
Seite 6
EN 1726-1 : 1998

ISO 5767 : 1992 beschaffenheit in der Betriebsanleitung spezifiziert


Flurförderzeuge, die unter der besonderen Betriebs- werden (siehe 7.2.2).
bedingung, Stapeln mit nach vorne geneigtem Hubge-
rüst, betrieben werden – Zusätzliche Standsicherheits-
versuche
3.6 Nenntragfähigkeit
3.6.1 Nenntragfähigkeit für Flurförderzeuge mit großer
ISO/DIS 6055
Hubhöhe
Stapler – Fahrerschutzdächer – Einzelheiten und Prüfung
Last in kg, die vom Hersteller zugelassen ist und die die Flur-
ISO 6292 : 1996
förderzeugart unter folgenden vorgegebenen Bedingungen
Kraftbetriebene Flurförderzeuge – Anforderungen an die
in der Lage ist zu transportieren oder zu heben. Für die Fest-
Bremse und an die Festigkeit der Bauteile
legung der Last Q gelten folgende Bedingungen:
ISO/DIS 10525
– Lastschwerpunkt G (siehe Bild 1) im genormten Last-
Gegengewichtsstapler zur Handhabung von Containern
mit einer Länge von ” 6 m (20 ft) – Zusätzliche Stand- schwerpunkt-Abstand D (siehe 3.9);
sicherheitsprüfungen – Last Q lotrecht auf Normhubhöhe gehoben (siehe 3.8);
ISO 10658 : 1996 – Flurförderzeug mit einem Zweifachhubgerüst ausgerü-
Flurförderzeuge, die unter besonderen Bedingungen bei stet, bei dem die maximale Hubhöhe gleich der Norm-
vorgegebener Außermittigkeit der Last betrieben werden – hubhöhe ist. Bei Ausrüstung des Flurförderzeuges mit
Zusätzliche Standsicherheitsprüfungen einem anderen Hubgerüst, muß die Tragfähigkeit auf ein
Zweifachhubgerüst mit Normhubhöhe bezogen sein.
3 Definitionen
Für die Anwendung dieser Norm gelten die Definitionen für
Flurförderzeuge und deren Bauteile nach ISO 5053 : 1987
sowie die im folgenden genannten:

3.1 Fahrer
Geschulte bzw. eingewiesene Person, die verantwortlich ist
für die Bedienung des Flurförderzeuges. Der Fahrer fährt mit
dem Flurförderzeug mit, begleitet es zu Fuß oder steuert es
fern (Fernbedienung mit Kabel, Funk usw.).

3.2 Normale Fahrerposition


Position des Fahrers, in der er in der Lage ist, alle Bedie-
D = genormter Lastschwerpunkt-Abstand
nungselemente für das Fahren und die Lasthandhabung zu
betätigen. G = Lastschwerpunkt in der Längsmittelebene zwischen den
senkrechten Hubgerüstprofilen
3.3 Niedrige Hubhöhe H = Normhubhöhe
Hubhöhe, die für den bodenfreien Transport der Last bis ein- Q = Nennlast
schließlich 500 mm ausreichend ist. Bild 1
Anmerkung: kein Stapeln
3.6.2 Nenntragfähigkeit für Flurförderzeuge mit
3.4 Selbsttätig wirkende Bremse niedriger Hubhöhe
Bremse, die im Ruhezustand durch eine gespeicherte Ener- Die vom Hersteller zugelassene Last in kg, die gleichförmig
gie, z. B. Federkraft, angelegt ist, bis sie unter Kontrolle des über die die Last tragende Plattform oder Einrichtung verteilt
Fahrers durch eine dauernd einwirkende Kraft gelöst wird. ist und die das Flurförderzeug bei bestimmungsgemäßer
Die Bremse wird selbsttätig angelegt bei Fehlern in der Ener- Verwendung in der Lage ist zu transportieren oder zu heben.
giezufuhr zum Bremssystem. Die Nenntragfähigkeit entspricht der wirklichen Tragfähigkeit.
ANMERKUNG: Gilt auch für Flurförderzeuge mit fester Platt-
3.5 Regelbetriebsbedingungen form.
Bedingungen, wie sie für den Nachweis der Standsicherheit
3.6.3 Nenntragfähigkeit von abnehmbaren Anbaugeräten
in 5.8 beschrieben sind. Für Flurförderzeuge, für die kein
Nachweis der Standsicherheit erforderlich ist, gelten Vom Hersteller des Anbaugerätes zugelassene größte Last
folgende Bedingungen: in kg und Lastschwerpunkt-Abstand (wo geeignet), die das
Anbaugerät unter Regelbetriebsbedingungen handhaben
a) Betrieb (Fahren und Heben) auf einem im wesentlichen
kann.
festen, horizontalen, ebenen, flächenfertigen Boden;
b) Betrieb mit dem Schwerpunkt der Last etwa in Längs- 3.7 Wirkliche Tragfähigkeit
mittelebene des Flurförderzeuges; Die vom Hersteller zugelassene größte Last in kg unter
c) Fahren mit Hubgerüst oder Gabelzinken rückwärts Berücksichtigung von Anbaugerät, Hubhöhe und Last-
geneigt (wenn möglich) und abgesenkter Last in der schwerpunkt, die das jeweilige Flurförderzeug bei bestim-
niedrigsten Position (für Fahren). mungsgemäßer Verwendung (Verwendung, für die das
ANMERKUNG: zu a) Flurförderzeug nach Angaben des Herstellers oder Impor-
Die Bodenbeschaffenheit ist abhängig von der Art des teurs geeignet ist) und unter definierten Bedingungen in der
Flurförderzeuges, z. B. erfordert ein Schubstapler mit Lage ist zu transportieren oder zu heben.
schmalen festen Reifen einen glatteren und ebeneren Die wirkliche Tragfähigkeit kann bei den verschiedenen
Boden als ein Gegengewichtsstapler mit größerer Luft- Typen und Höhen des Hubgerüstes und den verschiedenen
bereifung. Abhängig vom Staplertyp muß die Boden- Lastschwerpunkt-Abständen (siehe 3.9) variieren.
Seite 7
EN 1726-1 : 1998

Tabelle 1

Nenntragfähigkeit Q in kg Genormte Lastschwerpunkt-Abstände D in mm


von bis unter 400 500 600
0 1 000 X
1 000 5 000 X
5 000 10 001 X

Zusätzliche wirkliche Tragfähigkeiten mit abnehmbaren 3.11.1 Sitz-Flurförderzeuge


Anbaugeräten dürfen ebenfalls angegeben werden, wenn a. Gegengewichtsstapler
dies durch die Verifizierung der Standsicherheit nachgewie-
sen wurde.

3.8 Normhubhöhe
Hubhöhen H in Millimeter, gemessen vom Boden bis zur
Lastauflagefläche der Gabelzinken oder Plattform. Folgende
Höhen sind festgelegt:
H = 2 500 mm für Gabelhochhubwagen und Hochhubwagen Bild 2
mit einer Breite bis einschließlich 690 mm über Gabel-
zinken oder Plattform
b. Spreizenstapler, Schubgabelstapler
H = 3 300 mm für alle anderen Flurförderzeuge (mit Schubmast oder mit Schubgabel)

3.9 Genormter Lastschwerpunkt-Abstand


Abstand D in Millimeter, gemessen vom Lastschwerpunkt
horizontal zur Vorderseite des Gabelschaftes und vertikal zur
Oberseite der Gabelzinken (siehe Bild 1).
Die genormten Lastschwerpunkt-Abstände sind:
– Für Gegengewichtsgabelstapler gilt die Tabelle 1;
– Für Quergabelstapler und Zwei- und Drei-Seitenstapler Bild 3
wie vom Hersteller angegeben;
– Für Flurförderzeuge für besondere Anwendungen wie für c. Spreizenstapler, Schubstapler
die entsprechende Anwendung festgelegt; (mit Schubmast oder Schubgabel) mit Quersitz
– Für alle anderen Stapler 600 mm.

3.10 Nennzugkraft von Schleppern


Die vom Hersteller angegebene horizontale Zugkraft an der
Kupplung in Newton, die der Schlepper in einer festgelegten
Kupplungshöhe entwickeln kann, während er auf ebenem,
trockenem und horizontalem Boden fährt:
– bei Schleppern mit Antrieb durch einen Verbrennungs- Bild 4
motor, während er mit gleichbleibender Geschwindigkeit
von mindestens 10 % der Nenngeschwindigkeit ohne d. Schlepper, Stellteile an der Frontseite
Last fährt;
– bei Schleppern mit batterie-elektrischem Antrieb die Zug-
kraft, die über eine Stunde gehalten werden kann.
Für Schlepper mit Fahrerstand oder Fahrersitz muß das
Fahrergewicht während der Messungen 90 kg betragen (ggf.
durch Ballast ausgleichen).
ANMERKUNG: Die Anforderungen an die Qualität des Bild 5
Bodens in Räumen und im Freien können unterschiedlich
sein. Die Qualität des Bodens richtet sich nach dem Ein- e. Schlepper, Stellteile am rückwärtigen Ende
satz des Schleppers und ist vom Hersteller in der
Betriebsanleitung vorzugeben (siehe 7.2.2).

3.11 Fahrtrichtung vorwärts und Vorderseite


Die Fahrtrichtung vorwärts (Hauptfahrtrichtung) ist die Rich-
tung, in die der Pfeil weist. Die Vorderseite ist die Seite des
Flurförderzeuges, die dem Pfeil am nächsten ist. Bild 6
Seite 8
EN 1726-1 : 1998

f. Plattformwagen m. Mehrwegestapler mit Schubmast und Frontsitz

Hauptfahrt-
richtung
Bild 7

g. Gegengewichtsstapler mit Quersitz

Bild 14

n. Schubschlepper

Bild 8

h. Seitenstapler mit Quersitz

Bild 15

Bild 9 3.11.2 Flurförderzeuge mit Fahrerstand


a. Gegengewichtsstapler
i. Seitenstapler mit Frontsitz

Bild 16
Bild 10

j. Querstapler b. Gegengewichtsstapler mit Deichsel, Blick- mit Lenkrad-


richtung des Fahrers entgegengesetzt zur Last

Bild 11 Bild 17
k. Querstapler mit Quersitz
c. Spreizenstapler, Schubstapler
(mit Schubmast oder Schubgabeln)

Bild 12

l. Mehrwegestapler mit Schubmast und Quersitz

Bild 18

Hauptfahrt- d. Schlepper mit Deichsel


richtung

Bild 13 Bild 19
Seite 9
EN 1726-1 : 1998

e. Spreizenstapler, Schubstapler k. Stapler zum Kommissionieren mit Lenkrad


(mit Schubmast oder Schubgabeln) mit Querstand (hebbarer Fahrerplatz möglich)

Bild 26

Bild 20 3.11.3 Mitgänger-Flurförderzeuge mit Deichsel


a. Gabelhubwagen, Gabelhochhubwagen
f. Plattformwagen, Plattformhubwagen, Hubwagen oder
Hochhubwagen

Bild 27

Bild 21
b. Plattformhubwagen, Plattformhochhubwagen
g. Hubwagen mit Deichsel und Plattform. Der Fahrer sieht
überwiegend nicht in die Fahrtrichtung vorwärts.
ANMERKUNG: Ist die Plattform klappbar, wird das Flur-
förderzeug zu einem Mitgänger-Flurförderzeug (siehe
Bild 29).

Bild 28

c. Gegengewichtsstapler

Bild 22

h. Plattformwagen, Plattformhubwagen, Hubwagen oder


Hochhubwagen mit Querstand

Bild 29

Bild 23 d. Schlepper

i. Stapler zum Kommissionieren mit Deichsel


(hebbarer Fahrerplatz möglich)

Bild 30

Bild 24
e. Spreizenstapler, Schubstapler
j. Stapler zum Kommissionieren mit Lenkrad
(hebbarer Fahrerplatz möglich)

Bild 25 Bild 31
Seite 10
EN 1726-1 : 1998

4 Liste der Gefährdungen


Die Gefährdungen aus Anhang A der EN 414 : 1992 gelten unter den beschriebenen Umständen und können Gefahren für
Personen bergen, wenn sie nicht verringert oder beseitigt werden.

Die entsprechenden Anforderungen werden definiert, um das Risiko einzuschränken oder die Gefahr in der jeweiligen Situation
zu reduzieren.

Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


4.1 Mechanische Gefährdungen
4.1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.3 Bremsen
5.4 Stellteile
5.5.3 Zugang zum Motorraum
5.7 Fahrerplatz
5.7.3 Plattform
5.7.5 Schutz vor Rädern
5.7.7 Schutz vor Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen
5.9.1 Fahrerschutzdach
5.9.3 Warneinrichtung
5.9.5 Anhängevorrichtungen
5.10.1 Sicht
5.11.1.1 Kabine: Kopffreiheit
5.11.5 Transport
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
7.3.3.4 Warnsymbole
4.1.2 Gefährdung durch Scheren 5.3 Bremsen
5.4 Stellteile
5.5.3 Zugang zum Motorraum
5.7 Fahrerplatz
5.7.3 Plattform
5.7.5 Schutz vor Rädern
5.7.7 Schutz vor Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen
5.9.3 Warneinrichtung
5.9.4 Räder mit geteilten Radscheiben
5.10.1 Sicht
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
7.3.3.4 Warnsymbole
4.1.3 Gefährdung durch Schneiden und Abschneiden 5.1.3 Ecken oder Kanten
5.5.3 Zugang zum Motorraum
5.7.7 Schutz vor Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen
4.1.4 Gefährdung durch Erfassen 5.5.3 Zugang zum Motorraum

4.1.5 Gefährdung durch Einziehen oder Fangen 5.5.3 Zugang zum Motorraum
5.7.5 Schutz vor Rädern
5.7.7 Schutz vor Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen
– Kabine 5.11.1.6 Kabine
4.1.6 Gefährdung durch Stoß 5.1.2 Berechnungen
– durch mechanische Fehler 5.6.1 Hubketten und Drahtseile
5.6.2 Mechanisches Hubsystem
5.6.3 Hydraulisches Hub- und Neigesystem
5.6.5 Gabelzinken
6.2 Verifizierung der Struktur
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
– durch instabile Lasten 5.6.2 Mechanisches Hubsystem
5.6.3 Hydraulisches Hub- und Neigesystem
5.6.5.2 Gabelzinken
5.6.6 Gabelträger
5.6.7 Anbaugeräte
5.9.1 Fahrerschutzdach
5.9.2 Lastenschutzgitter
5.11.1.1 Kabine: Kopffreiheit
– durch hochgeschleuderte Gegenstände 5.7.5 Schutz vor Rädern
– durch Anheben oder Transport 5.11.5 Transport
des Flurförderzeuges
(fortgesetzt)
Seite 11
EN 1726-1 : 1998

Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


4.1.7 Gefährdung durch Durchstich 5.1.3 Ecken oder Kanten
oder Einstich 7.2.5 Angaben zur Wartung und Instandhaltung
4.1.8 Gefährdung durch Reibung oder Abrieb – nicht anwendbar
4.1.9 Gefährdung durch Herausspritzen 5.1.4 Energiespeichernde Bauteile
von Flüssigkeiten unter hohem Druck 5.6.4.1 Hydraulikkreis
5.6.4.2 Absicherung gegen Überdruck
5.6.7.3 Anbaugeräte Hydrauliksystem
5.6.7.4 Gemeinsames Hydrauliksystem
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
4.1.10 Herausschleudern von Teilen siehe 4.10.2
4.1.11 Verlust der Standsicherheit 5.2.3 Fahrgeschwindigkeiten
5.6.3.4 Hydraulisches Neigesystem
5.8 Standsicherheit
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
7.3 Mindestkennzeichnung
4.2 Elektrische Gefährdungen
4.2.1 Elektrischer Kontakt 5.1.1 Elektrische Anforderungen
4.2.2 Elektrostatische Vorgänge – von dieser Norm nicht erfaßt
4.2.3 Thermische Strahlung – nicht anwendbar
4.2.4 Äußere Wirkungen – von dieser Norm nicht erfaßt
4.3 Thermische Gefährdungen aufgrund von:
4.3.1 Verbrennungen und Verbrühungen, 5.5.1 Abgassystem
durch Berührung, Flammen oder 5.7.6 Schutz gegen Verbrennung
Explosion sowie durch Strahlung von
Wärmequellen
4.3.2 Gesundheitsschädigung durch warme 5.11.1 Fahrerkabine
oder kalte Arbeitsumgebung
4.4 Gefährdungen durch Lärm
4.4.1 Gehörschädigung (Taubheit) 5.11.2 Geräusche
7.2.1 Angaben über das Flurförderzeug/Anbaugerät
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
4.4.2 Beeinträchtigung der Sprachverständigung 5.11.2 Geräusche
7.2.1 Angaben über das Flurförderzeug/Anbaugerät
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
4.5 Gefährdungen durch Vibration 5.11.3 Schwingungen
7.2 Betriebsanleitung
4.6 Gefährdungen durch Strahlung – von dieser Norm nicht erfaßt
4.7 Gefährdungen durch Fremdstoffe
4.7.1 Gefährdung durch Kontakt oder Einatmen 5.5.1 Abgassystem
5.11.1.3 Geschlossene Kabine
7.2.4 Angaben über Flurförderzeuge mit
Verbrennungsmotor
4.7.2 Feuer- oder Explosionsgefährdung 5.1.1 Elektrische Anforderungen
5.5.2 Kraftstoffbehälter
5.5.4 Anforderungen für Flüssiggas
5.11.1.2 Schwer entflammbares Material
7.2.1 Angaben über das Flurförderzeug/Anbaugerät
4.7.3 Biologische oder mikrobiologische Gefährdungen – nicht anwendbar
4.8 Gefährdung durch Vernachlässigung
ergonomischer Prinzipien
4.8.1 Ungesunde Haltung oder übermäßige 5.7.1 Fahrerplatz: Maße
Körperanstrengung 5.7.2 Betreten und Verlassen des Fahrerplatzes
(fortgesetzt)
Seite 12
EN 1726-1 : 1998

Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


5.7.4 Fahrersitz
5.9.1.1 Fahrerschutzdach: Kopffreiheit
5.11.1.1 Kabine: Kopffreiheit
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
4.8.2 Ungenügende Berücksichtigung 5.4.3.3 Lenkungsrückschlag
menschlicher Anatomie und Bequemlichkeit (gilt nicht für Schlepper)
5.5.1 Abgassystem
5.11.1.3 Geschlossene Kabine
5.11.1.4 Kabine, Heizung
7.2.1 Angaben über das Flurförderzeug/Anbaugerät
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
4.8.3 Nachlässiger Gebrauch der persönlichen – nicht anwendbar
Schutzeinrichtungen
4.8.4 Unangepaßte örtliche Beleuchtung 5.10.2 Beleuchtung des Flurförderzeuges
4.8.5 Geistige Über- oder Unterbeanspruchung – nicht anwendbar
4.8.6 Menschliches Fehlverhalten 5.4.7 Kennzeichnung
7.1 Restgefahren
7.2 Betriebsanleitung
7.3.3.4 Warnsymbole
4.9 Kombinationen von Gefährdungen – nicht anwendbar
4.10 Gefährdungen durch Fehlfunktionen
4.10.1 Störung in der Energieversorgung 5.3.3 Selbsttätig wirkende Bremse
5.4.3.2 Störung der Energieversorgung
5.6.4.3 Absicherung gegen Ölrückstrom
4.10.2 – Herausschleudern von Teilen – nicht anwendbar
– Verlust der Last 7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
4.10.3 Störung des Steuersystems 5.1.1 Elektrische Anforderungen
5.2.2 Unbeabsichtigtes Verfahren
5.6.4 Hydraulische Ausrüstung
5.6.7.3 Anbaugeräte Hydrauliksystem
5.6.7.4 Gemeinsames Hydrauliksystem
7.2.5 Angaben über Wartung und Instandhaltung
4.10.4 fehlerhafte Montage 5.1.4 Energiespeichernde Bauteile
7.2.6 Angaben über Transport,
Zusammenbau und Lagerung
4.10.5 Verlust der Standfestigkeit der Maschine siehe 4.1.11
4.11 Gefährdungen durch Ausfallen der – nicht anwendbar
Schutzmaßnahmen

Zusätzliche Gefährdung zur Fahrbewegung


4.12 unzulängliche Beleuchtung des Arbeitsbereiches siehe 4.8.4
4.13 Gefährdung infolge gefährlicher 5.2.1 Unbeabsichtigtes Ingangsetzen
Bewegung, Instabilität usw. während der Arbeit 5.2.3.1 Fahrgeschwindigkeit: Mitgänger – Flurförderzeug
5.2.3.2 Fahrgeschwindigkeit: Flurförderzeuge
mit Fahrerstand
5.8 Standsicherheit
5.9.3 Warneinrichtung
5.9.5 Anhängevorrichtung
5.11.5 Transport
6.3 Verifizierung der Funktion
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug
4.14 unzulänglicher, nicht ergonomisch
gestalteter Arbeitsplatz:
4.14.1 Gefährdung infolge gefährlicher 5.5.1 Abgassystem
Umwelt (Berührung mit beweglichen 5.7 Fahrerplatz
Teilen, Abgasen usw.) 5.7.5 Schutz vor Rädern
(fortgesetzt)
Seite 13
EN 1726-1 : 1998

Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


5.7.7.3 Schutz des Fußes
5.11.4 Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre
4.14.2 unzulängliche Sicht vom Bedienplatz 5.10.1 Sicht
5.11.1.5 Scheibenwischer
– bei Mitgänger-Flurförderzeugen – nicht anwendbar
4.14.3 unzulänglicher Sitz bzw. Sitzposition 5.7 Fahrerplatz
4.14.4 unzulängliche Ausbildung und Anordung
der Stellteile
– Abstände der Bedienelemente – von dieser Norm nicht erfaßt
– Verstellkräfte – von dieser Norm nicht erfaßt
– Festigkeit der Stellkräfte – von dieser Norm nicht erfaßt
– Stellteile manuell angetriebener Hubeinrichtungen 5.4.4.2 Stellteile
– Festigkeit von Bremsteilen 5.3.1 Bremsen
– Stellteile für automatische Funktionen 5.4.6 Stellteile für automatische Funktionen
– Lenkungsrückschlag 5.4.3.3 Lenkungsrückschlag
– Ausbildung und Anordnung der Deichsel – von dieser Norm nicht erfaßt
4.14.5 für das Ingangsetzen und Verfahren
kraftbetriebener Flurförderzeuge
– Anordnung der Pedale 5.4.2.1 Flurförderzeuge mit Fahrersitz
– zusätzliche Fahrerposition 5.4.1.2 zusätzliche Fahrerposition
4.14.6 für den Einsatz von kraftbetriebenen
Flurförderzeugen im Straßenverkehr
– Anordnung der Pedale 5.4.2.1 Flurförderzeuge mit Fahrersitz
– Lenkungsrückschlag 5.4.3.3 Lenkungsrückschlag
– Festlegung der Bewegungsrichtung 5.4.2 Stellteile für Fahren und Bremsen
5.4.2.4 Differentialsperre
5.4.3.1 Lenkrichtung
5.4.5 Stellteile für mehrfache Betätigung
– Stellteile für Fernbedienung 5.4.2.5 Stellteile für die Bedienung von
außerhalb des Flurförderzeuges
4.14.7 für die Fahrbewegung von mitgänger-
geführten Flurförderzeugen
– Festlegung der Bewegungsrichtung 5.4.2.3 Mitgänger-Flurförderzeuge
5.4.3.1 Lenkrichtung
4.15 Mechanische Gefährdungen
4.15.1 Gefährdung ungeschützter Personen
infolge unkontrollierter Bewegung 5.4.1.1 Anordnung von Stellteilen
5.6.3.1 Hydraulisches Hubsystem
5.6.3.4 Hydraulisches Neigesystem
4.15.2 Gefährdung infolge loser oder heraus- – nicht anwendbar
geschleuderter Teile
4.15.3 Gefährdung durch Überrollen – nicht anwendbar
(Verformung)
4.15.4 Gefährdung durch herabfallende Gegenstände 5.9.1 Fahrerschutzdach
5.9.2 Lastenschutzgitter
5.11.1.1 Kabine: Kopffreiheit
4.15.5 unzulängliche Ausbildung der Aufstiegs-
und Haltemöglichkeiten 5.7.2 Betreten und Verlassen des
Fahrerplatzes
5.7.3 Plattform
4.15.6 Gefährdung infolge von Abschleppen,
Kuppeln, Verbinden, Übertragen usw. 5.9.5 Anhängevorrichtungen
4.15.7 Gefährdung infolge von Batterie-
betrieb, Feuer, Abgasen usw. 5.1.1 Elektrische Anforderungen
5.5.1 Abgassystem
5.5.2 Kraftstoffbehälter
5.5.4 LPG-Betrieb
7.2.1 Angaben über das Flurförderzeug/Anbaugerät
(fortgesetzt)
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Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


7.2.3 Angaben über batterie-elektrisch
betriebene Flurförderzeuge
7.2.4 Angaben über Flurförderzeuge mit
Verbrennungsmotor

Zusätzliche Gefährdung durch den Hebevorgang

4.16.1 Fehlen der Standsicherheit 5.8 Standsicherheit


4.16.2 Entgleisung des Flurförderzeuges – nicht anwendbar
4.16.3 Verlust der mechanischen Festigkeit 5.1.2 Berechnungen
des Flurförderzeuges und der 5.6.1 Hubketten und Drahtseile
Hubeinrichtung 5.6.2 mechanisches Hubsystem
5.6.5 Gabelzinken
5.6.7 Anbaugeräte
6.1 Verifizierung; Allgemein
6.2 statische Verifizierung
4.16.4 Gefährdung durch unkontrollierte Bewegung 5.4.2 Stellteile für Fahren und Bremsen
5.4.4 Stellteile zum Handhaben der Last
5.4.5 Stellteile für mehrfache Betätigung
5.4.6 Stellteile für automatische Funktionen
5.6.2 mechanisches Hubsystem
5.6.3 Hydraulisches Hub- und Neigesystem
5.6.4 Hydraulische Ausrüstung
5.6.7.2 Anbaugeräte
5.6.7.3 Anbaugeräte Hydrauliksystem
5.6.7.4 Gemeinsames Hydrauliksystem
5.6.7.5 Spreader
4.17 Unzulängliche Sicht auf den Arbeits- 5.10.1 Sicht
bereich der beweglichen Teile
4.18 Gefährdungen durch Blitzschlag – nicht anwendbar
4.19 Gefährdung durch Überlastung 5.6.4.2 Absicherung gegen Überdruck
5.8 Standsicherheit
6.1 Verifizierung; Allgemein
N informativer Anhang,
Belastungskontrolle
4.20 Gefährdung durch Druckluftbehälter – von dieser Norm nicht erfaßt

5 Anforderungen 5.2 Ingangsetzen/Verfahren


5.1 Allgemeines 5.2.1 Unbeabsichtigtes Ingangsetzen
5.1.1 Elektrische Anforderungen Flurförderzeuge müssen durch eine Einrichtung (z. B.
Schlüssel) gegen unbeabsichtigtes Ingangsetzen durch eine
Elektrische Systeme und Ausrüstungen müssen mit
unbefugte Person gesichert sein. Einrichtungen desselben
EN 1175-1, EN 1175-2 und EN 1175-3 übereinstimmen. Herstellers für Mitgänger-Flurförderzeuge und Flurförder-
5.1.2 Berechnungen zeuge mit Fahrerstand bzw. Fahrersitz dürfen nicht gegen-
einander austauschbar sein.
Für die Berechnung der Festigkeit und der Lebensdauer von
Bauteilen sind die Anforderungen von 5 und 6.2 zu berück-
5.2.2 Unbeabsichtigtes Verfahren
sichtigen.
5.2.2.1 Eine Feststellbremse nach 5.3.1 muß vorhanden
5.1.3 Ecken oder Kanten sein.
Im Bereich des Fahrers in seiner normalen Fahrposition und 5.2.2.2 Flurförderzeuge mit Verbrennungsmotor müssen
im Bereich des Zu- und Abganges zum Fahrerplatz dürfen mit einer Vorrichtung ausgerüstet sein, durch die verhindert
keine scharfen Ecken oder Kanten vorhanden sein. wird, daß der Motor gestartet werden kann, wenn ein Gang
5.1.4 Energiespeichernde Bauteile eingelegt ist.
Energiespeichernde Bauteile, die nicht ohne Entspannung 5.2.2.3 Stellteile zur Steuerung der Fahrbewegungen bei
entfernt oder demontiert werden können, wie z. B. Druckspei- Flurförderzeugen mit Verbrennungsmotor müssen so ausge-
cher und Federspeicher, müssen eine Einrichtung zum Ent- führt werden, daß sich das Flurförderzeug auf horizontalem,
spannen haben. ebenem Boden nicht bewegt, bevor ein Gang eingelegt ist.
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EN 1726-1 : 1998

Ist ein Gang eingelegt, darf sich das Flurförderzeug nur mit 5.4.2.2 Flurförderzeug mit Fahrerstand
max. 2,5 km/h bewegen, solange das Stellteil für die Fahr- a) Das fußbetätigte selbsttätig wirkende Bremssystem muß
geschwindigkeit nicht betätigt wird. durch Niederdrücken des Pedals gelöst werden.
5.2.2.4 Bei Flurförderzeugen mit Fahrerstand bzw. Fahrer- b) Die Deichsel muß mit Stellteilen für die Fahrtrichtung und
sitz müssen Einrichtungen vorhanden sein, die verhindern, Fahrgeschwindigkeit ausgerüstet sein.
daß das Flurförderzeug in Bewegung gesetzt werden kann, c) Bremsen müssen automatisch angelegt werden:
wenn der Fahrer das Flurförderzeug verlassen hat. Diese
– wenn sie durch die Deichsel betätigt werden, nach
Anforderung kann bei Flurförderzeugen mit Verbrennungs-
Loslassen der Deichsel;
motor erfüllt werden durch Betätigung der Feststellbremse
und Neutralstellung der Betätigungseinrichtung für die Fahrt- – wenn sie durch den Fahrschalter betätigt werden,
richtung durch den Fahrer. nach Loslassen des Fahrschalters.

5.2.2.5 Bei Flurförderzeugen mit batterie-elektrischem 5.4.2.3 Mitgänger-Flurförderzeug


Antrieb darf eine Verfahrbewegung nicht erfolgen, wenn nur a) Die Deichsel muß mit Stellteilen für Fahrtrichtung und
die Einrichtung gegen unbeabsichtigtes Ingangsetzen nach Fahrgeschwindigkeit ausgerüstet sein.
5.2.1 betätigt wird. Flurförderzeuge mit Verbrennungsmotor b) Beim Loslassen der Deichsel muß diese selbsttätig in die
müssen 5.2.2.2 entsprechen. obere Endstellung schwenken, den Fahrantrieb unter-
brechen und die Bremse anlegen.
5.2.3 Fahrgeschwindigkeit
c) Wenn sich die Deichsel in der unteren Stellung befindet,
5.2.3.1 Bei einstufiger Fahrsteuerung von Mitgänger-Flur-
muß der Fahrantrieb unterbrochen und die Bremse ange-
förderzeugen dürfen die Fahrgeschwindigkeit von 4 km/h und
legt werden.
eine Beschleunigung von 0,5 m/s2 bei Fahrt auf ebenem
Boden nicht überschritten werden. Die Flurförderzeuge 5.4.2.4 Differentialsperre
dürfen nur eine niedrige Hubhöhe haben. a) Wenn das Flurförderzeug mit einer pedalbetätigten Diffe-
Bei variabler Fahrsteuerung von Mitgänger-Flurförderzeugen rentialsperre ausgerüstet ist, muß die Sperre durch
darf die Fahrgeschwindigkeit auf ebenem Boden 6 km/h Niederdrücken des Pedals erfolgen.
nicht überschreiten und muß der Schrittgeschwindigkeit des b) Das Entsperren muß während der Fahrt möglich sein.
Fahrers angepaßt werden können. 5.4.2.5 Stellteile für die Bedienung von außerhalb des
5.2.3.2 Flurförderzeuge mit Fahrerstand müssen so gebaut Flurförderzeuges
sein, daß die maximale Fahrgeschwindigkeit von 16 km/h bei Wenn ein Fahrstellteil für die Bedienung des Flurförderzeu-
Fahrt auf ebenem Boden nicht überschritten wird. ges oder des Schleppers für den außerhalb des Flurförder-
zeuges befindlichen Fahrer vorgesehen ist und von außen
5.3 Bremsen bedient wird, dürfen sich das Flurförderzeug mit Fahrerstand
5.3.1 Alle Flurförderzeuge müssen mit einer Betriebs- und oder Fahrersitz mit maximal 6 km/h und der Schlepper mit
Feststellbremse nach ISO 6292 : 1996 ausgerüstet sein. maximal 4 km/h bewegen. Diese Stellteile können am Flur-
förderzeug angebracht oder es kann eine Fernbedienung
5.3.2 Flurförderzeuge mit Fahrerstand und Mitgänger-Flur- vorhanden sein. Die Betriebsart kann durch einen separaten
förderzeuge müssen eine selbsttätig wirkende Bremse Schalter oder automatisch, wenn der Fahrer das Flurförder-
haben. Diese Bremse kann Betriebs- und Feststellbremse zeug verläßt, freigegeben werden. 5.2.2.4 gilt für diesen Fall
sein. nicht.
5.3.3 Der Ausfall der Energieversorgung bei selbsttätig a) Alle Flurförderzeuge:
wirkenden Bremsen darf nicht zu einem Bremsverlust führen. Bei Loslassen des Fahrstellteiles muß der Fahrantrieb
selbsttätig abschalten und die Bremse einfallen. Eine
5.3.4 Flurförderzeuge, die so gebaut sind, daß sie mit
gleichzeitige Bedienung vom Fahrerplatz aus muß aus-
angehobenem Fahrerplatz und/oder angehobener Last bis
geschlossen sein.
einschließlich 1 200 mm fahren können (z. B. 3.1.3.1.6 und
3.1.3.3 von ISO 5053 : 1987), müssen die Abbremsung nach b) Zusätzliche Anforderungen an eine Fernbedienung mit
ISO 6292 : 1996, Tabelle 1, Gruppe C erfüllen. Kabel:
– Die Länge des Kabels und seine Anordnung müssen
5.4 Stellteile so beschaffen sein, daß sich der Fahrer außerhalb
des Gefahrenbereiches des Flurförderzeuges aufhal-
5.4.1 Allgemeines
ten und die Fahrbahn überblicken kann. Dabei darf
5.4.1.1 Stellteile müssen, wenn möglich, in ihrer Betä- das Flurförderzeug das Kabel nicht überfahren können.
tigungsrichtung mit der Funktionsrichtung übereinstimmen
– Auf der mitnehmbaren (mobilen) Bedieneinheit muß
und innerhalb der Fahrzeug- bzw. Deichselkontur angeord-
das Stellteil für die Fahrbewegung gegen unbeab-
net sein.
sichtigte Betätigung gesichert sein. Dies gilt nicht für
5.4.1.2 Wenn zusätzliche Fahrerplätze angeordnet sind, eine Notstoppeinrichtung.
dürfen Stellteile mit Ausnahme von Notbefehlseinrichtungen c) Zusätzliche Anforderungen an eine Fernbedienung ohne
zur gleichen Zeit immer nur von einem Fahrerplatz aus betä- Kabel:
tigt werden können. – Der Sendebereich muß so groß sein, daß der Fahrer
5.4.2 Stellteile für Fahren und Bremsen sich außerhalb des Gefahrenbereiches des Flurför-
derzeuges aufhalten und die Fahrbahn überblicken
Die Wirkung des Stellteiles für die Regelung der Geschwin-
kann.
digkeit muß so erfolgen, daß eine Vergrößerung der Betä-
tigungswirkung die Fahrgeschwindigkeit erhöht. Beim Los- – Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Flurförderzeuge
lassen des Stellteiles muß seine Wirkung wieder auf neutral im selben Bereich darf keine gegenseitige Beeinflus-
zurückgehen. sung durch Fernsteuerungen erfolgen.
– Während der Bedienung muß der Fernsteuerbefehl
5.4.2.1 Flurförderzeug mit Fahrersitz dauernd und wiederholt gesendet werden. Bei Unter-
Die Pedalausführung für Fahren und Bremsen muß brechung der Kommunikation muß die Anforderung
EN 281 : 1988 entsprechen. von 5.4.2.5 a) innerhalb von 0,5 s erfüllt sein.
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– Die Zuverlässigkeitsrate soll mindestens 10–9 und der 5.5.2 Kraftstoffbehälter


Hammingabstand soll 2 sein. 5.5.2.1 Wenn sich ein Kraftstoffbehälter innerhalb des
– Die Fernbedienung muß die Anforderungen von Motorraumes oder am Motorraum befindet und übermäßig
EN 954-1, Kategorie 1, erfüllen. hohe Temperaturen auftreten können, ist der Behälter bzw.
die Fülleinrichtung vom elektrischen und Abgassystem zu
– Auf der mitnehmbaren Bedieneinheit muß das Stell-
isolieren, beispielsweise durch ein separates Gehäuse oder
teil für die Fahrbewegung gegen unbeabsichtigte
Platten. Die Lage des Behälters und der Fülleinrichtungen ist
Betätigung gesichert sein. Dies gilt nicht für eine Not-
so zu wählen, daß bei Verschütten oder bei Leckagen der
stoppeinrichtung.
Abfluß nicht auf den Motor oder auf Teile des Elektro- bzw.
d) Zusätzliche Anforderungen an Flurförderzeuge mit Kupp- Abgassystems erfolgt.
lungen:
5.5.2.2 Bei normalen Betriebsbedingungen darf der Kraft-
– die Stellteile (z. B. Rücktasteinrichtung) müssen so stoff nicht auslaufen.
angebracht sein, daß der Fahrer zu ihrer Bedienung
nicht zwischen das Flurförderzeug und den Anhänger 5.5.3 Zugang zum Motorraum
treten muß; 5.5.3.1 Sind bei offener Abdeckung im Bereich des Motor-
raumes ungeschützte bewegliche Teile vorhanden, darf das
– die Rücktasteinrichtung muß gegen unbefugte Benut-
Öffnen der Abdeckung nur mit Schlüssel oder Werkzeug
zung und unbeabsichtigte Betätigung gesichert sein;
oder durch einen Öffnungsgriff innerhalb der abschließbaren
– bei der Bedienung der Rücktasteinrichtung darf das Fahrerkabine möglich sein.
Flurförderzeug maximal 2,5 km/h fahren.
5.5.3.2 Öffnende Abdeckungen wie z. B. Motor- oder Batte-
5.4.3 Stellteile für die Lenkung rieabdeckungen müssen mit Einrichtungen versehen sein,
5.4.3.1 Lenkrichtung die ein unbeabsichtigtes Zuschlagen verhindern, wenn hier-
durch Verletzungen entstehen können.
a) Bei Flurförderzeugen mit Fahrerstand und Fahrersitz
muß eine Drehung des Lenkrades oder anderer Lenk- 5.5.4 Zusätzliche Anforderungen an Flurförderzeuge
stellteile im Uhrzeigersinn bei Fahrtrichtung vorwärts das mit Antrieb durch Verbrennungsmotor mit
Flurförderzeug nach rechts lenken. Bei schwenkbarem Flüssiggas (LPG)
Fahrerplatz oder Doppelbetätigungen muß eine Lenkbe- 5.5.4.1 Behälter
wegung im Uhrzeigersinn auch bei Fahrt in Gegenrich-
a) Die Behälter für Flüssiggas müssen entweder fest auf
tung eine Lenkung nach rechts bewirken.
dem Flurförderzeug angebracht oder auswechselbar
b) Bei Flurförderzeugen mit Deichsellenkung muß die Aus- sein.
lenkung der Deichsel im Uhrzeigersinn das gelenkte Rad b) Auswechselbare Behälter müssen so mit dem Flurförder-
auch im Uhrzeigersinn drehen. zeug verbunden sein, daß sie nur absichtlich gelöst
5.4.3.2 Störung der Energieversorgung werden können.
Bei Störung der Energieversorgung (einschl. Motorausfall) c) Die Rohranschlüsse und Zubehörteile an den Behältern
des Lenkungssystems, muß das Flurförderzeug bis zu einem müssen gegen mechanische Beschädigung geschützt
kontrollierten Halt die Fahrtrichtung beibehalten können. sein, wenn sie entsprechend den Angaben des Herstel-
lers verwendet werden.
5.4.3.3 Lenkungsrückschlag d) Sowohl fest angebrachte als auch abnehmbare Behälter
Die Übertragung von Fahrbahnstößen auf das Lenkrad von müssen mit einer Einrichtung versehen sein, mit der das
Flurförderzeugen mit Fahrersitz oder mit Fahrerstand, aus- unbeabsichtigte Ausströmen von Gas oder Flüssiggas
genommen Schlepper, muß begrenzt sein und den Anforde- verhindert wird, insbesondere bei einem Leitungsbruch.
rungen von Anhang A entsprechen. Dies gilt nicht für Überdruckventile.
5.4.4 Stellteile zum Handhaben der Last e) Der Flüssiggasauslaß am Behälter muß mit einem leicht
zugänglichen, schnell von Hand verschließbaren Ventil
5.4.4.1 Die Stellteile müssen beim Loslassen, auch beim ausgerüstet sein. Die Lage und Handhabung dieses Ven-
zufälligen Loslassen, in die Neutralstellung zurückgehen, tils müssen klar erkennbar an der Außenseite des Flurför-
wobei die entsprechende Lastbewegung gestoppt wird. derzeuges oder in der Nähe des Ventils angegeben sein.
5.4.4.2 Handkräfte und Ausführungen von Stellteilen ma- f) Das Gas muß in flüssiger Form entnommen werden,
nuell angetriebener Hubeinrichtungen müssen prEN 1757-1 soweit nicht Behälter und Motor besonders für die gas-
entsprechen. förmige Entnahme ausgerüstet sind.
5.4.5 Stellteile für mehrfache Betätigungen g) Behälter, die vom Benutzer gefüllt werden können, müs-
Sind verschiedene Funktionen in einem Stellteil zusammen- sen die folgenden Einrichtungen haben:
gefaßt, dann müssen die jeweiligen Steuerwirkungen eindeu- Ein Überdruckventil, das mit dem Gasraum des Behäl-
tig gekennzeichnet sein. ters verbunden ist. Wo solche Behälter in Innenräumen
von Flurförderzeugen untergebracht sind, muß die
5.4.6 Stellteile für automatische Funktionen Abblasseite des Sicherheitsventils über ein Rohr mit der
Die Stellteile müssen prEN 1526 entsprechen. Atmosphäre verbunden sein. Das Gas muß gefahrlos
abgeführt werden können (siehe auch 5.5.4.3 d)).
5.4.7 Kennzeichnung
– Eine feste Markierung des höchsten Flüssiggasni-
Für die Kennzeichnung von Stellteilen sind Markierungen mit veaus. Wo solche Behälter in Innenräumen von Flur-
grafischen Symbolen nach 7.3.1.4 ausreichend. förderzeugen angeordnet sind, muß die Abblasseite
jeder Füllstandsanzeige, die durch Abblasen von Gas
5.5 Antriebssysteme und Zubehör in die Atmosphäre wirksam wird, an einer deutlich
5.5.1 Abgassystem sichtbaren Stelle an der Außenseite des Flurförder-
Das Abgassystem muß so ausgelegt sein, daß die Gesund- zeuges enden.
heit des Fahrers nicht durch Temperaturen (siehe 5.7.6) oder – Die Anzeigeeinrichtung für das höchste Flüssiggasni-
Abgase (siehe 7.2.4) beeinträchtigt wird. veau, die durch Abblasen in die Atmosphäre wirksam
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wird, muß so bemessen sein, daß die Abblasöffnung ohne zu bersten einem Prüfdruck standhalten, der dem
nicht größer als 1,5 mm im Durchmesser ist und so, 5fachen maximal möglichen Arbeitsdruck entspricht.
daß die Teile der Einrichtung beim normalen Meßvor- d) In Teilen des Rohrsystems, die Flüssiggas in flüssiger
gang nicht vollständig außer Betrieb gesetzt werden Form zwischen zwei Absperrventilen enthalten, die beide
können. geschlossen sein dürfen, ist übermäßig hoher Druck,
– Anzeigeeinrichtungen für das höchste Flüssiggas- z. B. durch die Verwendung eines Überdruckventils oder
niveau müssen für das zu benutzende Flüssiggas anderer geeigneter Einrichtungen, zu vermeiden.
geeignet sein, das höchste Flüssiggasniveau anzei-
e) Aluminiumrohre dürfen als Flüssiggas-Leitungen nicht
gen und dürfen nicht in die Atmosphäre abblasen.
verwendet werden.
h) Sind Behälter in einen Innenraum eingebaut, dann muß
dieser Raum an der tiefsten Stelle ständige Öffnungen f) Schläuche müssen so kurz wie notwendig gehalten
werden.
von insgesamt mindestens 200 cm2 haben, mit denen
ohne Beeinträchtigung des Fahrers eine ausreichende g) Gegen Druck über 1 bar beständige Rohr- bzw.
Lüftung möglich ist. Schlauchkupplungen und -anschlüsse müssen, mit Aus-
i) Die Befestigung abnehmbarer Behälter muß leichtes nahme etwaiger eingespannter Dichtungsringe, aus
Handhaben und leichtes Prüfen des Anschlusses nach Metall gefertigt sein.
dem Auswechseln des Behälters ermöglichen. 5.5.4.3 Ausrüstung
j) Wenn abnehmbare Behälter mit eingebautem Sicher- a) Die Zuleitung von Flüssiggas muß automatisch geschlos-
heitsventil eingebaut werden, müssen sie so auf dem sen werden, wenn der Motor zum Stillstand kommt,
Flurförderzeug angeordnet sein, daß die Öffnung des unabhängig davon, ob die Zündung ausgeschaltet ist
Sicherheitsventils immer in Verbindung mit dem oberen oder nicht.
Teil des Gasraumes des Behälters ist. Das kann mit
einem Indexstift erfolgen, der den Behälter bei ordnungs- b) Bei Anwendung mehrerer Kraftstoffe muß das System so
gemäßem Einbau in seiner Lage fixiert. aufgebaut sein, daß die Möglichkeit verhindert wird, daß
Flüssiggas in andere Kraftstoffbehälter gelangt und daß
k) Wenn ein zusätzlicher Behälter auf dem Flurförderzeug jede Kraftstoffzuleitung abgeschaltet ist, bevor eine
mitgeführt wird, muß er auf die gleiche Weise befestigt andere geöffnet werden kann.
werden wie der Hauptbehälter.
c) Werden mehrere Behälter auf dem Flurförderzeug mit-
l) Die Behälter müssen so eingebaut sein, daß sie nicht geführt, um aus ihnen Treibstoff zu entnehmen, müssen
schädlichen Wärmeeinwirkungen, insbesondere von sie über ein Mehrwegeventil oder andere geeignete Mit-
Motor und Abgassystem, ausgesetzt sind. Es muß mög- tel angeschlossen sein, damit Flüssiggas nur aus jeweils
lich sein, eine Schutzeinrichtung anzubringen, die die Be- einem Behälter entnommen werden darf. Die gleichzei-
und Entlüftung auf keinen Fall beeinträchtigen darf. tige Zusammenschaltung von mehreren Behältern darf
m) Behälter müssen auf dem Flurförderzeug so befestigt nicht möglich sein.
sein, daß sie keinem Abrieb, Stoß oder Korrosionsein-
d) Sicherheitsventile oder Füllstandsanzeiger müssen so
flüssen durch die transportierten Produkte während des
eingebaut sein, daß sie nicht in der Richtung des Fahrers
Betriebes ausgesetzt sind.
oder auf solche Teile des Flurförderzeuges, die eine
n) Behälter und ihre Anschlüsse müssen so angebaut sein, Zündquelle darstellen, abblasen können.
daß sie nicht über die Außenkontur des Flurförderzeuges
e) Wenn Korrosion eines Teiles seine Funktionsfähigkeit
hinausstehen.
beeinträchtigen kann, dann muß es mit einem korro-
5.5.4.2 Flüssiggas-Leitungen (LPG) sionsbeständigen Schutzüberzug versehen sein.
a) Verbindungsleitungen und zugehörende Teile müssen f) Alle Teile des Kraftstoffsystems müssen sicher am Flur-
leicht zugänglich, geschützt gegen Beschädigungen und förderzeug befestigt sein.
Verschleiß sowie ausreichend elastisch sein, um Schwin- g) Druckminderventile müssen jederzeit für Kontrolle und
gungen und Verformungen im Betrieb zu widerstehen. Wartung zugänglich sein.
Die Leitungen müssen
– so angeordnet sein, daß Schäden oder Lecks leicht 5.6 Einrichtungen zum Heben und Neigen
erkannt werden,
5.6.1 Hubketten und Drahtseil
– so eingebaut sein, daß sie durch heiße Teile des
Motors nicht beschädigt werden, Die Bruchlast von Ketten und Drahtseilen muß z. B. durch ein
– zum Verbinden des Behälters mit Teilen des Motors Zertifikat des Herstellers der Ketten oder Seile nachgewie-
elastisch sein. sen werden.
b) Verbindungen, die einem Druck über 1 bar ausgesetzt 5.6.1.1 Ketten
sind, müssen bei Schläuchen mindestens alle 500 mm, In Hubeinrichtungen darf der Flurförderzeug-Hersteller nur
und bei Rohren mindestens alle 600 mm abgestützt sein. Rollen- oder Flyerketten verwenden, die mindestens den
c) Schläuche, starre Rohre und alle Verbindungen, die bei Faktor K1 = 5 haben als Verhältnis zwischen der vom Ketten-
einem Druck von über 1 bar verwendet werden, müssen hersteller gewährleisteten Mindestbruchlast der Kette und
für einen Arbeitsdruck von 25 bar ausgelegt sein und einer statischen Last, die in einer einzigen Kette auftreten
ohne zu bersten einem Druck von 75 bar standhalten. würde, oder in gleichmäßig belasteten Ketten, wenn die
Schläuche, Rohre und alle Verbindungen, die bei einem größte Last in Transportstellung ist und keine Reibung im
Druck bis einschließlich 1 bar verwendet werden, müssen Hubgerüst angenommen wird, gemäß der Formel:

Mindestbruchlast je neuer Kette × Anzahl der Ketten


K 1 = ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- (1)
größte Last des Flurförderzeuges + von Ketten getragene Masse des Hubgerüstes
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Der Durchmesser der Kettenrollen oder -räder muß minde- gleichmäßig belasteten Seilen, wenn die größte Last in
stens gleich dem 3fachen der Kettenteilung sein. Transportstellung ist und keine Reibung im Hubgerüst ange-
nommen wird.
5.6.1.2 Drahtseile
Bei Hubeinrichtungen mit Seilen muß der Flurförderzeug- Der Durchmesser der Seilrollen, gemessen auf Rillengrund,
Hersteller Seile auswählen, die mindestens den Faktor muß mindestens das 22fache des Seildurchmessers
K2 = 6 haben als Verhältnis zwischen der vom Seilhersteller betragen.
gewährleisteten Mindestbruchlast des Seiles und statischen
Last, die in einem einzigen Seil auftreten würde, oder in Drahtseile dürfen nur an ihren Enden verspleißt sein.

Mindestbruchlast je neuem Seil × Anzahl der Seile


K 2 = --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- (2)
größte Last des Flurförderzeuges + von Seilen getragene Masse des Hubgerüstes

5.6.2 Mechanisches Hubsystem schritten wird. Die Einrichtung muß so konstruiert und ange-
5.6.2.1 Das Hubsystem muß den Anforderungen von bracht werden, daß ein versehentliches Lockern oder
5.6.3.3 entsprechen. Verstellen verhindert wird. Eine Änderung der Druckeinstel-
lung darf nur mit einem Werkzeug oder einem Schlüssel
5.6.2.2 Bei mechanischen Hubsystemen darf es unter möglich sein.
Regelbetriebsbedingungen nicht möglich sein, die Last nur
mit einer Reibungsbremse abzusenken. ANMERKUNG: Lastkontrolle siehe informativer Anhang N

5.6.2.3 Das Versagen von Getrieben oder Getriebeteilen 5.6.4.3 Absicherung gegen ungewollten Ölrückstrom
wie z. B. Zahnräder, Kettenräder, Wellen oder Seilrollen darf Bei Ausfall oder Unterbrechung der Energiezufuhr darf die
nicht zu einem Absturz des Fahrerplatzes und/oder der Last Pumpe nicht infolge Krafteinwirkung auf den Hydraulikkreis
führen. Dies gilt auch für z. B. Hubeinrichtungen mit Zahn- unbeabsichtigt als Hydraulikmotor wirken.
stangen oder Spindelantrieb.
5.6.4.4 Ölfilter
5.6.2.4 Die Senkgeschwindigkeit des Hubsystems mit
Das Hydrauliksystem ist gegen Verschmutzung des Hydrauli-
Nennlast darf 0,6 m/s nicht überschreiten. köles, z. B. durch Magnete, Filter oder andere gleichwertige
5.6.3 Hydraulisches Hub- und Neigesystem Einrichtungen, zu schützen.
5.6.3.1 Hydraulisches Hubsystem
5.6.5 Gabelzinken
Das Absinken der Nennlast aufgrund von Undichtheiten 5.6.5.1 Gabelzinken mit vollem Querschnitt müssen
innerhalb des hydraulischen Systems darf bei annähernd ISO 2330 : 1995 entsprechen. Die gesamte Tragfähigkeit
senkrecht stehendem Hubgerüst während der ersten aller Gabelzinken am Flurförderzeug darf nicht kleiner sein
10 min 100 mm nicht überschreiten, wobei die Hydraulik- als die maximal zulässige Tragfähigkeit des Flurförder-
flüssigkeit Betriebstemperatur hat. zeuges.
5.6.3.2 Begrenzung der Senkgeschwindigkeit
5.6.5.2 Einrichtungen müssen vorhanden sein, die ein
Eine Einrichtung im Hubkreis muß vorhanden sein, mit der unbeabsichtigtes seitliches Verschieben der Gabelzinken auf
auch bei einem Schaden im Hydraulikkreis, außer an dem dem Gabelträger verhindern.
bzw. den hydraulischen Hubzylinder(n) selbst, die Senk-
geschwindigkeit des Hubmechanismus mit seiner Nennlast 5.6.6 Gabelträger
auf 0,6 m/s begrenzt wird. 5.6.6.1 Es müssen Begrenzungen vorgesehen sein, durch
5.6.3.3 Begrenzung des Hubsystems die das seitliche Herabgleiten der Gabelzinken verhindert
Das Hubgerüst muß mit Endanschlägen ausgestattet sein, wird.
um den Hub zu begrenzen. Zusätzlich müssen Einrichtungen 5.6.6.2 Wenn eine Nut am unteren Teil des Gabelträgers
vorhanden sein, die verhindern, daß der Gabelträger und zum Abnehmen der Gabelzinken vorgesehen ist, darf sie nur
bewegliche Hubgerüstelemente aus dem oberen Ende des dann in der Achse einer oberen Nut liegen, wenn durch
Hubgerüstes herausfahren können. entsprechende Mittel ein unbeabsichtigtes Aushängen der
5.6.3.4 Hydraulisches Neigesystem Gabelzinken verhindert wird.
Durch interne Undichtheit der gesamten hydraulischen Nei-
geeinrichtung (z. B. Zylinder, Steuerventil), wobei die Hydrau- 5.6.7 Anbaugeräte
likflüssigkeit Betriebstemperatur hat, darf sich das Hubgerüst 5.6.7.1 Anbaugeräte dürfen sich nicht unbeabsichtigt aus-
in den ersten 10 Minuten höchstens 5° neigen. Dabei wird hängen und seitlich verschieben lassen. Die Bewegungen
von einer senkrechten Stellung des Hubgerüstes und Nenn- der Anbaugeräte und deren Teile müssen in den Endstel-
last in 2 500 mm Hubhöhe ausgegangen. Bei Flurförder- lungen mechanisch begrenzt sein.
zeugen mit einer Hubhöhe unter 2 500 mm wird von der
5.6.7.2 Klammernde Anbaugeräte müssen so eingerichtet
maximalen Hubhöhe ausgegangen. Bei Flurförderzeugen mit
sein, daß die Last in der Neutralstellung des Stellteiles oder
einer Neigung unter 5° darf die mittlere Neigegeschwindig-
im Falle der Störung der Energieversorgung des Anbau-
keit nicht mehr als 0,5° je Minute betragen.
gerätes durch Absperrventile oder ein anderes wirksames
5.6.4 Hydraulische Ausrüstung System für 10 Minuten gehalten wird.
5.6.4.1 Hydraulikkreis 5.6.7.3 Ist ein Anbaugerät mit einem eigenen, gesonderten
Schläuche, Rohre und die Verbindungen müssen ohne zu Hydrauliksystem ausgerüstet, muß dieses den Anforderun-
bersten einem Druck standhalten, der mindestens dem Drei- gen nach 5.6.4 entsprechen.
fachen des Arbeitsdruckes des entsprechenden Hydraulik-
kreises entspricht. 5.6.7.4 Ist ein Anbaugerät mit einem Hydrauliksystem aus-
gerüstet, das mit dem Hydrauliksystem des Flurförderzeuges
5.6.4.2 Absicherung gegen Überdruck verbunden ist, müssen die beiden Systeme zueinander
Hydraulische Systeme müssen eine Einrichtung haben, die passen und das gesamte System muß den Anforderungen
verhindert, daß der für das System vorgegebene Druck über- nach 5.6.4 entsprechen.
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5.6.7.5 An Spreadern, bei denen Frachtcontainer von oben Die Maße in Millimetern müssen mindestens denen in den
aufgenommen werden, muß eine Einrichtung vorhanden Bildern 32 bis 35 entsprechen.
sein, die sicherstellt, daß Frachtcontainer nur angehoben
werden können, wenn alle vier Verriegelungen vollständig Beim Fahrerstandplatz darf die dem Fahrer für den unteren
eingerastet sind. Alle Aufnahmevorrichtungen müssen mit Teil des Körpers (von den Füßen bis zu den Hüften) zur Ver-
einer Einrichtung versehen sein, die das Ausklinken der Auf- fügung stehende Bodenfläche nicht weniger als 1 400 cm2
nahmevorrichtung verhindert, wenn der Frachtcontainer betragen; auf ihr muß ein Kreis von 360 mm Durchmesser
angehoben ist. eingeschrieben werden können (siehe Bild 34).

5.7 Fahrerplatz Wo Möglichkeiten zum Mitfahren zusätzlicher Personen


gegeben sind, sind die gleichen Mindestmaße einzuhalten.
5.7.1 Maße
Der Fahrersitz oder -standplatz muß so angeordnet sein, daß Der Fahrerplatz muß so angeordnet und gestaltet sein, daß
der Fahrer während der Bedienung des Flurförderzeuges der Fahrer in seiner normalen Fahrerposition unter Beibehal-
ausreichend Platz innerhalb der Kontur des Flurförderzeuges tung einer ergonomischen Körperhaltung alle Stellteile errei-
hat. chen und bedienen kann.

Sitzender Fahrer

Bild 32: Fahrersitz in Fahrtrichtung Bild 33: Fahrersitz quer zur Fahrtrichtung
Stehender Fahrer

Blickrichtung des Fahrers

Bild 34: Draufsicht auf Fahrerstand

1)
Das Maß von 50 mm gilt bei zurückgeschobenem Sitz
2)
Im Bereich zwischen Hüften und Schultern
3)
Die Hüfthöhe ist ein Maximalmaß
Bild 35: Querschnitt des Fahrerstandes
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5.7.2 Betreten und Verlassen des Fahrerplatzes Bei Fahrerstand-Plattformen, bei denen dies nicht automa-
5.7.2.1 Für das Auf- und Absteigen zu und von der nor- tisch erfolgt, müssen Einrichtungen vorgesehen werden, die
malen Fahrerposition über 300 mm über Flur muß (müssen) verhindern, daß sich das Flurförderzeug in Bewegung setzen
eine Haltemöglichkeit(en) für die Hände vorhanden sein, dies läßt, wenn der Fahrer nicht auf der Fahrerstand-Plattform
können auch feste Teile des Flurförderzeuges sein. Die lich- steht oder sich die Fahrerstand-Plattform nicht in der oberen
ten Abmessungen für einen Handgriff müssen mindestens Endstellung befindet.
sein: Weite 45 mm, Länge 130 mm und Durchmesser 15 mm 5.7.3.4 Fahrerstand-Plattformen, die über 1 200 mm bis
(siehe Bild 36).
einschließlich 3 000 mm über Flur angeordnet sind, müssen
einen Seitenschutz an beiden Seiten haben. Wenn sie über
3 000 mm angeordnet sind, muß ein Schutz an allen Seiten
15 mm vorhanden sein.
Als Schutzeinrichtung dürfen Geländer oder andere gleich
wirksame Einrichtungen in einer Höhe von mindestens
900 mm bis 1 100 mm vorgesehen sein, gemessen von der
Oberseite des Handlaufes bis zur Plattform. Geländer
130 mm müssen aus Handlauf, Knie- und Fußleiste von mindestens
100 mm Höhe bestehen. Die Geländer müssen ohne dau-
ernde Verformung einer Kraft von 900 N widerstehen, die von
45 mm oben nach unten und horizontal von innen nach außen auf-
gebracht werden kann. Die Geländer dürfen sich nicht nach
Bild 36: Handgriff außen öffnen lassen.

5.7.2.2 Wenn die Höhe des Bodens des Fahrerplatzes 5.7.4 Fahrersitz
höher als 550 mm über Flur ist, müssen eine oder mehrere Der Fahrersitz muß so ausgelegt sein, daß er eine bequeme
Stufen vorgesehen werden. Die erste Trittstufe darf nicht Haltung des Fahrers sicherstellt und die Bedienelemente ein-
mehr als 550 mm vom Boden entfernt sein. Der Abstand der fach erreicht werden können. Der Fahrersitz muß folgende
folgenden Trittstufen darf max. 550 mm betragen und sollte Anforderungen erfüllen:
vorzugsweise gleich sein. Die Stufenweite, die Stufenhöhe
a) Wenn eine Vorwärts- und Rückwärtsverstellung des Fah-
und die Stufentiefe müssen ISO 2867 : 1994 entsprechen.
rersitzes vorgesehen ist, muß sie ohne Benutzung von
Werkzeugen möglich sein.
5.7.2.3 Der Boden im Fahrerraum, der vom Fahrer began-
gen wird, und für Wartungszwecke begehbare Flächen müs- b) Wenn ein Fahrersitz mit Gewichtseinstellung vorhanden
sen rutschhemmend sein, z. B. profilierte Matten, beschich- ist, muß die Gewichtseinstellung zwischen 55 kg und
tetes Blech, Streckmetall. Gehwege, die mehr als 2 000 mm 110 kg möglich sein. Die Einstellung muß manuell ohne
über dem Boden sind, müssen mit Geländern in einer Höhe Werkzeuge erfolgen.
von 1 000 mm bis 1 100 mm ausgerüstet sein. c) Wenn der Fahrersitz um seine senkrechte Achse
geschwenkt werden kann, muß dies in allen erlaubten
5.7.3 Plattform Stellungen des Sitzes möglich sein. Die Stellteile dürfen
5.7.3.1 Fahrerstand-Plattformen an von einem Ende aus nicht unbeabsichtigt betätigt werden können.
gesteuerten Mitgänger- und Flurförderzeugen mit Fahrer- d) Die Sitzhalterung muß den auf sie während des Betrie-
stand müssen den Abmessungen nach 5.7.1 entsprechen. bes einwirkenden Kräften, z. B. beim Abbremsen, wider-
Sie müssen so bemessen sein, daß sie einer Druckkraft stehen können.
widerstehen, die der 2,5fachen Masse des beladenen Flur-
förderzeuges entspricht und die in Richtung der Längsachse e) Die Anforderungen von a) bis d) gelten auch für zusätz-
des Flurförderzeuges aufgebracht wird mit der äußeren Pro- liche Fahrersitze.
jektion der Plattform gegen eine flache vertikale Fläche. Zur f) Für einen Hilfssitz eines Flurförderzeuges mit Fahrer-
Fahrerstand-Plattform gehören alle umgrenzenden Verstär- stand genügt eine gepolsterte Auflage und ggf. Rücken-
kungen oder Teile des Flurförderzeuges, die für den Wider- stütze. Wenn die Bewegungsfreiheit des stehenden
stand der Fahrerstand-Plattform gegen Zusammendrücken Fahrers eingeschränkt ist, muß der Hilfssitz schwenkbar
sorgen. oder klappbar sein.

5.7.3.2 Fahrerstand-Plattformen für Flurförderzeuge mit


5.7.5 Schutz vor Fahrzeugrädern und
Fahrerstand, die mehr als 6 km/h fahren können und die über
hochgeschleuderten Gegenständen
das Flurförderzeug hinausreichen, müssen mit Seiten- oder
Vorderschutz versehen sein. Die Schutzeinrichtung muß 5.7.5.1 Flurförderzeuge mit Fahrerstand und Fahrersitz
einer horizontalen Kraft von 900 N, die von innen nach außen Der Fahrer in seiner normalen Fahrerposition muß gegen
wirkt, ohne dauernde Verformung widerstehen. Die Kraft Berührung mit den Fahrzeugrädern oder gegen Objekte, die
muß mittig im Bereich der Anlagefläche des Fahrers in einer von den Rädern hochgeschleudert werden (Schmutz, Steine,
Höhe von 900 mm über der Plattform angreifen. Der Fahrbe- Schrauben usw.) geschützt sein. Bei lenkbaren Rädern sind
trieb darf nur möglich sein, wenn sich die Fahrerstand-Platt- Schutzvorrichtungen nur erforderlich für die Räder in Gerade-
form und die Schutzeinrichtung in der vorgesehenen Stellung aus-Stellung.
befinden. Sie können fest mit dem Rahmen verbunden,
hochklappbar oder schwenkbar sein. 5.7.5.2 Mitgänger-Flurförderzeuge
Der Fahrer in seiner normalen Fahrerposition ist gegen
5.7.3.3 Fahrerstand-Plattformen für Mitgänger-Flurförder- Berühren der Antriebs- und Stützräder zu schützen. Der
zeuge, die über das Flurförderzeug hinausreichen, müssen Fahrer gilt als ausreichend geschützt, wenn der Schutz der
hochgeklappt oder geschwenkt sein, wenn der Fahrer das Räder Bild 37 entspricht. Die Räder gelten als ausreichend
Flurförderzeug verlassen hat. Dies kann auch automatisch gesichert, wenn folgende Maße nach Bild 37 eingehalten
erfolgen. werden:
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Maße in Millimeter – Stellen, an denen Finger gequetscht


– entweder h < 35 mm: lmin = 10 mm werden können: min. 25 mm
– oder h = 35 mm bis 70 mm lmin = 2,57 × h – 80 [mm] – Stellen, an denen Hände oder Füße gequetscht
h = 70 mm bis 120 mm lmin = 1,60 × h – 12 [mm] werden können: min. 50 mm
– Stellen, an denen Arme oder Beine gequetscht
werden können: min. 100 mm
Rahmen-
kante Sich gegeneinander bewegende Teile, die sich berühren
Rahmen des können oder sich dicht aneinander vorbeibewegen, müssen
Flurförderzeuges geschützt sein, wenn der Abstand zwischen diesen Teilen
Boden mehr als 8 mm beträgt. Sind noch Restgefahren vorhanden,
(Flur) ist hierauf nach 7.3.3.4 am Flurförderzeug hinzuweisen.
5.7.7.2 Quetsch- und Scherstellen an Anbaugeräten außer
an ihren Lastaufnahmestellen müssen ebenfalls den Anfor-
Rad derungen von 5.7.7.1 entsprechen. Sind noch Restgefahren
vorhanden, ist hierauf nach 7.3.3.4 am Anbaugerät hinzu-
weisen.
5.7.7.3 Bei Flurförderzeugen mit Quersitz oder Querstand
muß der Fahrerplatz so ausgebildet sein, daß der Fahrer
während der Fahrt seinen Fuß nicht unbeabsichtigt aus dem
Rahmen geschützten Bereich heraushalten kann, oder das Flurförder-
zeug muß mit einer Fahrstromunterbrechung oder einem
Signal für den Fahrer ausgerüstet sein, wenn sich sein Fuß
nicht im geschützten Bereich befindet.
Fußfreiraum 5.7.8 Zusätzliche Fahrerplätze
Zusätzliche Fahrerplätze müssen den Anforderungen von
5.7.1 bis 5.7.7 entsprechen.

5.8 Standsicherheit
5.8.1 Um die Gefahren des Umkippens nach vorne oder
zur Seite während der Regelbetriebsbedingungen zu redu-
zieren, müssen nachstehend genannte Flurförderzeuge die
Bild 37: Fußfreiraum Anforderungen ohne bleibende Verformung erfüllen, die in
den nachfolgenden Standsicherheitsanforderungen enthal-
5.7.5.3 Können Antriebs- und Stützräder nicht nach 5.7.5.2 ten sind (siehe 7.2.2 und Anhang N). Diese Anforderungen
sicher angeordnet werden, ist ein Fußschutz nach Bild 38 gelten nicht für Flurförderzeuge mit niedriger Hubhöhe
erforderlich. Bei Schwenkrollen braucht der Abweiser nur auf (siehe 3.3).
der Seite angeordnet zu sein, bei der die Bedingungen nach Gegengewichtsstapler nach ISO 1074 : 1991
5.7.5.2 nicht eingehalten sind. Gegengewichtsstapler mit Knicklenkung nach Anhang B
Maße in mm Schubstapler und Spreizenstapler nach Anhang C
Hochhubwagen und Gabelhochhubwagen nach Anhang D
Rad Abweiser
Quergabelstapler nach Anhang E
35 max.

Vierwege- und Mehrwegestapler nach Anhang F


Boden Seiten- und Dreiseitenstapler nach Anhang G
(Flur) Geländegängige Stapler nach Anhang H
5.8.2 Für Einsatzfälle von Flurförderzeugen, die über die
Regelbetriebsbedingungen hinausgehen, gelten die folgen-
den zusätzlichen Standsicherheitsanforderungen:
Stapler, die mit außermittiger Last
Bild 38: Fußschutz betrieben werden nach Anhang J
(Außermittigkeit durch kraftbetriebene Arbeitsmittel)
5.7.6 Schutz gegen Verbrennung Stapler, die mit vorgeneigtem Hubgerüst
Alle vom Fahrer in seiner Fahrerposition und beim Auf- und betrieben werden nach Anhang K
Absteigen erreichbaren Oberflächen müssen, wenn Stapler, die mit außermittiger Last
notwendig, isoliert oder abgeschirmt sein, so daß die Ober- betrieben werden nach Anhang L
flächentemperatur von 65 °C bei blanken Metallteilen und (betriebsbedingte Außermittigkeit)
83 °C bei lackierten Teilen oder Kunststoffteilen nicht über-
Stapler für die Handhabung
schritten wird, soweit sie von Wärmequellen des Flurförder-
von Containern nach ISO/DIS 10525
zeuges verursacht wird.
Die Temperatur, gemessen am Luftauslaß, darf 6 °C nicht 5.8.3 Flurförderzeuge, die so gebaut sind, daß sie mit
überschreiten. angehobenem Fahrerplatz und/oder angehobener Last über
500 mm bis einschließlich 1 200 mm fahren können, sind
5.7.7 Schutz vor Quetsch-, Scher- und Einzugsstellen nach 5.8.1 und 5.8.2 zu verifizieren. Bei den Prüfungen, bei
5.7.7.1 Die sich gegeneinander bewegenden Teile des denen Fahren mit Last simuliert wird, ist die Last auf die
Flurförderzeuges im Bereich des Fahrers in seiner normalen maximale Höhe für Fahren mit angehobener Last zu heben.
Fahrerposition müssen ausreichend geschützt sein, oder es Der Fahrerplatz muß sich in der jeweils ungünstigsten Posi-
müssen folgende Mindestabstände eingehalten sein: tion befinden.
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5.9 Schutzeinrichtungen 250 mm/min, wenn das Teststück nach ISO 3795 : 1989
5.9.1 Fahrerschutzdach getestet wird.
5.9.1.1 Flurförderzeuge mit Fahrersitz oder Fahrerstand 5.11.1.3 Für eine vollkommen geschlossene Kabine müs-
und einer Hubhöhe von mehr als 1 800 mm müssen zum sen Vorkehrungen für eine effektive Belüftung vorgesehen
Schutz des Fahrers mit einem Fahrerschutzdach nach werden. Die Heizungs- und/oder Lüftungsanforderungen
ISO/DIS 6055 ausgerüstet sein. Das Fahrerschutzdach kann ergeben sich aus den klimatischen und Umgebungsbedin-
abnehmbar sein. gungen, unter denen das Flurförderzeug eingesetzt wird.
5.9.1.2 Das Fahrerschutzdach muß so gebaut sein, daß es ANMERKUNG: Unter Beachtung der Tatsache, daß Flurför-
bei einer Hubhöhe von mehr als 1 800 mm mit einem zusätz- derzeuge in einem weiten Temperaturbereich und unter-
lichen Schutz ausgerüstet werden kann, der den Fahrer schiedlichen Umgebungseinflüssen eingesetzt werden,
gegen herabfallende kleine Gegenstände schützt. ist es nicht möglich, genaue technische Vorgaben in
dieser Norm zu machen.
5.9.1.3 Flurförderzeuge mit Fahrersitz oder Fahrerstand
und einer Nenntragfähigkeit von 5 000 kg und mehr müssen 5.11.1.4 Wenn eine vollkommen geschlossene Kabine mit
so gebaut sein, daß sie mit einem Schutzdach ausgerüstet einer Heizung/einem Entfeuchter ausgerüstet ist, dann muß
werden können, das Anhang M entspricht, um den Fahrer zu der Lufteinlaß des Heizgerätes mit einem Frischlufteinlaß
schützen, wenn Gegenstände wie Papierrollen oder gebün- verbunden sein. Die Heizung muß so ausgeführt sein, daß
delte Holzpakete usw. über einer Hubhöhe von 1 800 mm die Anforderungen von 5.7.6 eingehalten werden; eine Rück-
transportiert werden dürfen. führung der Luft ist bis zu 50 % zulässig. Das Heizgerät muß
gut befestigt sein. Es müssen die Windschutzscheibe und
5.9.2 Lastenschutzgitter Heckscheibe in der Kabine entnebelt oder enteist werden
Flurförderzeuge mit einer Hubhöhe von mehr als 1 800 mm können.
müssen so gebaut sein, daß sie mit einem Lastenschutzgitter
ausgerüstet werden können. 5.11.1.5 Die Windschutzscheibe und die Heckscheibe müs-
sen mit Scheibenwischern ausgestattet sein, so daß der
5.9.3 Warneinrichtungen Fahrer eine angemessene Sicht auf die Fahrbahn hat. Schei-
Flurförderzeuge müssen mit einer akustischen Warneinrich- benwischer sind nicht zwingend, wenn das Flurförderzeug in
tung ausgerüstet sein, damit der Fahrer Personen warnen einer geschlossenen Umgebung eingesetzt wird (z. B. Kühl-
kann, die sich im Gefahrenbereich befinden oder sich haus). Wenn Glas für die Scheiben verwendet wird, muß es
nähern. temperiertes Glas oder laminiertes Glas sein.

5.9.4 Räder mit geteilter Radscheibe für Luftreifen 5.11.1.6 Die Kabine muß mindestens eine Tür und einen
Notausstieg haben, welcher ein Fenster sein kann und in
Wenn Räder mit geteilter Radscheibe für Luftreifen benutzt
eine andere Richtung weist, die den Anforderungen von
werden, müssen Einrichtungen vorhanden sein, durch die
ISO 2867 : 1994 entsprechen.
verhindert wird, daß Radhälften auseinandergenommen
werden können, bevor das Rad von der Achse demontiert ist. 5.11.1.7 Eine Einrichtung für die Unterbringung der
Betriebsanleitung, die den Fahrer während des Betreibens
5.9.5 Anhängevorrichtungen nicht behindert, muß vorhanden sein.
Flurförderzeuge, die zum Ziehen von Anhängern eingesetzt
werden, müssen mit Anhängevorrichtungen bzw. Kupplun- 5.11.1.8 Für weitere Bedienpersonen gelten die Anforde-
gen versehen sein, die so konzipiert, ausgeführt und ange- rungen von 5.11.1.1 bis 5.11.1.6 in gleicher Weise.
ordnet sind, daß ein leichtes und sicheres An- und
5.11.2 Geräusche
Abkuppeln sichergestellt ist und ein unbeabsichtigtes Abkup-
peln während des Einsatzes verhindert wird. Die Größe der Geräuschemission ist nach den Anforderun-
gen von prEN 12053 zu ermitteln. Die Größe soll entweder
5.10 Sicht, Beleuchtung der aktuelle Wert sein oder ein abgeleiteter berechneter Wert
von Messungen identischer Flurförderzeuge. Der A-bewer-
5.10.1 Der Fahrer muß eine ausreichende Sicht haben,
tete Emissionsschalldruckpegel und ggf. der Schalleistungs-
damit alle Fahr- und Manövriertätigkeiten sicher ausgeführt
pegel des Flurförderzeuges sind zu messen. Die Ergebnisse
werden können. Bei eingeschränkter direkter Sicht müssen
sind zu dokumentieren.
Hilfsmittel wie Spiegel, Kameras, Monitor, akustische und
visuelle Warnhinweise, Sensoren zur Erkennung von Per- 5.11.3 Schwingungen
sonen und/oder Gegenständen, erhöhter oder drehbarer Sitz
Die Ganzkörperschwingungen müssen nach prEN 13059
usw. eingesetzt werden, um eine gleichwertige Sicht zu
gemessen werden. Die Größe der Schwingungen, die auf
ermöglichen. Die Sichtmessung ist nach prEN ISO 13564
den Fahrer übertragen werden, und die Meßmethode sind in
durchzuführen.
der Betriebsanleitung anzugeben. Die Größe soll entweder
5.10.2 Flurförderzeuge mit Fahrersitz oder Fahrerstand der aktuelle Wert sein oder ein abgeleiteter berechneter Wert
müssen so ausgelegt sein, daß es dem Hersteller oder einer von Messungen identischer Flurförderzeuge.
anderen qualifizierten Person, die sich auf die Anweisungen
des Herstellers bezieht, möglich ist, sie mit einem Strom- 5.11.4 Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre
kreislauf auszurüsten, in den Fahrbahnleuchten, Arbeits- Flurförderzeuge, die für den Einsatz in explosionsfähiger
leuchten und Signalleuchten installiert werden können. Atmosphäre bestimmt sind, müssen prEN 1755 entsprechen.

5.11 Umgebungsbedingungen 5.11.5 Transport


5.11.1 Fahrerkabine 5.11.5.1 Gibt der Hersteller in der Betriebsanleitung an,
5.11.1.1 Wenn anstelle eines Schutzdaches eine Kabine daß das komplette Flurförderzeug angehoben werden kann,
vorgesehen ist, muß diese den Anforderungen nach 5.9.1 müssen Anschlagpunkte am Flurförderzeug vorhanden sein.
genügen. 5.11.5.2 Anschlagpunkte für den Ausbau und Transport
5.11.1.2 Die für die Kabine und ihre Befestigungsteile ver- ausbaufähiger Bauteile des Flurförderzeuges müssen,
wendeten Werkstoffe müssen schwer entflammbar sein mit soweit erforderlich, vorhanden sein und sind am Bauteil oder
einer maximalen Brenngeschwindigkeit von nicht mehr als in der Betriebsanleitung anzugeben.
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5.11.5.3 Bei abnehmbaren Anbaugeräten müssen 6.3.3 Dynamische Verifizierung


Anschlagpunkte vorhanden und in der Betriebsanleitung 6.3.3.1 Allgemeines
angegeben sein.
Bei der Durchführung der Verifizierungen ist das Flurförder-
zeug von einer vom Hersteller beauftragten befugten Person
6 Verifizierung der Sicherheitsanforderungen entsprechend den Angaben des Herstellers nach 7.2 zu
und/oder -maßnahmen bedienen.

6.1 Allgemeines Die Verifizierungen dürfen entweder in der nachstehend


beschriebenen Weise durchgeführt oder mittels Methoden
Der Hersteller hat zu verifizieren, ob die Anforderungen des simuliert werden, die den gleichen Effekt und die annähernd
Abschnittes 5 erfüllt werden. Statt der beschriebenen Verifi- gleichen Resultate ergeben.
zierungen sind andere Verfahren zulässig, wenn gleichwer-
tige Resultate erzielt werden. 6.3.3.2 Fahren und Manövrieren
Die Verifizierungen können erfolgen durch: Diese Prüfung wird für Flurförderzeuge mit Lasthubeinrich-
– Sichtprüfung, z. B. bei Prüfung auf bleibende Verformung tung mit der Last Q1 durchgeführt und für Schlepper und
nach der statischen Verifizierung und bei der Prüfung der Flurförderzeuge mit fester Plattform ohne Last. Folgendes
Kennzeichnung des Flurförderzeuges; Verfahren ist anzuwenden:
– Messungen, z. B. bei Prüfungen für die Fahr- und Senk- a) Die Prüflast ist aufzunehmen und bis zu einer Höhe von
geschwindigkeit; etwa 300 mm oder bis zur maximalen Höhe, wenn diese
unter 300 mm liegt, zu heben. Das Hubgerüst ist auf das
– Designprüfungen, z. B. bei der Prüfung von Zeichnungen
vom Hersteller für das Fahren empfohlene maximale
und Dokumenten;
Maß zu neigen. Bei Quergabelstaplern ist die Last auf die
– weitere Prüfungen, z. B. wie sie in 6.2 und 6.3 vorge- Plattform zu laden. Für Flurförderzeuge mit hebbarem
schrieben sind. Fahrerplatz und/oder hebbarer Last muß dieser Test bei
der vom Hersteller angegebenen Höhe erfolgen.
6.2 Verifizierung der Struktur b) Bei geringer Geschwindigkeit wird vorwärts, dann rück-
6.2.1 Allgemeines wärts und wiederum vorwärts gefahren, um zu verifi-
Die Verifizierungen sind an einem für die Serienproduktion zieren, ob die Einrichtung für die Fahrtrichtungsumkehr
repräsentativen Muster durchzuführen. richtig funktioniert. Die Fahrtumkehrungen müssen bei
der vom Hersteller gemäß Betriebsanleitung empfohle-
6.2.2 Statische Verifizierung nen Geschwindigkeit erfolgen.
Die strukturellen Bauteile eines Flurförderzeuges und seiner c) Das Flurförderzeug wird vorwärts und rückwärts gefah-
Anbaugeräte müssen die statischen Lasten 1,33 Q1 und ren, wobei alle Getriebegänge bis zur Höchstgeschwin-
1,33 Q2 15 min lang tragen. digkeit zu fahren sind. Es muß verifiziert werden, ob der
– Q1 ist die Nenntragfähigkeit bei genormtem Lastschwer- Gangwechsel und die Betriebsbremsen in beiden Fahrt-
punkt-Abstand und in Normhubhöhe nach den Angaben richtungen funktionieren.
auf dem Tragfähigkeitsschild. d) Es sind mehrere Kurven beim Vorwärts- und Rückwärts-
– Q2 ist die wirkliche Tragfähigkeit bei maximaler Hubhöhe fahren bei einer Geschwindigkeit von ungefähr einem
nach den Angaben auf dem Tragfähigkeitsschild. Drittel der Höchstgeschwindigkeit mit einem Radius von
ungefähr gleich dem Dreifachen des vom Hersteller fest-
Das Flurförderzeug wird auf eine annähernd waagerechte gelegten kleinsten Mindestradius vorzunehmen. Bei der
Fläche gestellt. Zum Schutz vor dem Umkippen darf es ver- Lenkung sind die Funktion und Lenkrichtung zu verifi-
ankert werden, und das Hubgerüst ist in eine senkrechte zieren.
Position zu bringen. Die Lasten dürfen mit einem vom Flur-
förderzeug unabhängigen Mittel auf das Lastaufnahmemittel e) Die Last ist auf den Boden abzusetzen.
in entsprechender Höhe aufgebracht werden. Im Anschluß
an die Verifizierung darf bei der Sichtprüfung keine bleibende 6.3.3.3 Stapeln
Verformung oder Fehlerhaftigkeit vorliegen. Diese Verifizierung ist mit der Last Q2 vorzunehmen. Die
Last wird vom Boden aufgenommen, in die maximale Höhe
6.3 Verifizierung der Funktion gehoben und mit maximaler Senkgeschwindigkeit abgesenkt
und dabei mehrere Male gestoppt. Dann wird die Last auf
6.3.1 Allgemeines den Boden abgelegt.
Die Verifizierung der Funktion nach 6.3.3 und 6.3.4 stellt
sicher, daß jedes Flurförderzeug in der Lage ist, die Auf- 6.3.3.4 Senkgeschwindigkeit
gaben, für die es ausgelegt wurde, zu erfüllen. Bei senkrecht stehendem Hubgerüst wird die maximale
Senkgeschwindigkeit mit der Last Q2 gemessen, um zu veri-
6.3.2 Inspektion vor der Verifizierung fizieren, daß sie nicht größer als 0,6 m/s ist. Dies kann
6.3.2.1 Jedes Flurförderzeug muß darauf verifiziert werden, dadurch erfolgen, daß der gesamte Hub in Metern geteilt
ob die Fahr-, Brems- und Lasthandhabungssteuerungen und wird durch die Anzahl der Sekunden, die für den Senkvor-
etwaige kombinierte Funktionen eindeutig gekennzeichnet gang benötigt werden.
sind und fehlerfrei funktionieren. Das ordnungsgemäße
Funktionieren der Warneinrichtungen, der Sicherheitsschal- 6.3.4 Halten der Last beim Heben und Neigen
ter und der Beleuchtung, wenn solche vorhanden sind, ist Verifizierung auf zulässiges Absinken nach 5.6.3.1 und
nachzuprüfen.
zulässige Neigeänderung nach 5.6.3.4.
6.3.2.2 Die Fabrikschilder des Flurförderzeuges, der Bat-
terie (bei Flurförderzeugen mit batterie-elektrischem Antrieb) 6.3.5 Überprüfung nach der Verifizierung
und der Anbaugeräte (wenn solche vorhanden sind) müssen Nach der Verifizierung nach 6.3.3 und 6.3.4 wird das Flur-
kontrolliert werden, um zu verifizieren, ob die Informationen förderzeug visuell untersucht, um sicherzustellen, daß keine
mit den Anforderungen nach 7.3 übereinstimmen. Schäden vorhanden sind.
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7 Benutzer-Informationen – Angaben über zusätzliche Maßnahmen, wenn die direkte


Sicht des Fahrers eingeschränkt ist;
7.1 Restgefahren
– Angaben über Ingangsetzen, Fahren und Anhalten des
Die Anforderungen in Abschnitt 5 sind geeignet, die Gefah-
Flurförderzeugs;
ren, die von Flurförderzeugen und Anbaugeräten ausgehen,
zu minimieren. Wenn Restgefahren vorhanden sind, muß in – Angaben zum Handhaben der Lasten, Hinweis auf
der Betriebsanleitung auf diese hingewiesen werden. Gefährdungen, die durch Windkräfte entstehen;
– Angaben über das Fahren auf Neigungen;
7.2 Betriebsanleitung
– Angaben über das Abschleppen des Flurförderzeuges;
Jedes Flurförderzeug und jedes abnehmbare Anbaugerät
muß mit einer Betriebs- und Wartungsanleitung in der – Angaben über das Stillsetzen des Flurförderzeuges;
Sprache des Landes versehen werden, in dem das Flurför- – Warnung vor speziellen Gefahren, die sich aus der Betä-
derzeug eingesetzt wird. Abweichend hiervon kann die War- tigung des Flurförderzeuges und Anbaugerätes ergeben;
tungsanleitung für Fachpersonal des Herstellers oder seines
– Angaben über die klimatischen Bedingungen, für die das
Bevollmächtigten in einer einzigen von diesem Personal ver-
Flurförderzeug ausgelegt ist.
standenen Sprache abgefaßt sein.
Jede Betriebsanleitung muß, soweit zutreffend, mindestens 7.2.3 Angaben über batterie-elektrisch betriebene
folgende Informationen enthalten: Flurförderzeuge
– Angaben über zugelassene Batterien und der Batterie-
7.2.1 Angaben über das Flurförderzeug/Anbaugerät
Ladegeräte;
– Name und Adresse des Herstellers oder des Bevoll-
– Angaben über Batteriegewicht gegebenenfalls mit
mächtigten;
Zusatzgewicht zum Gewichtsausgleich;
– Bezeichnung des Modells oder Typs;
– Angaben über den sicheren Umgang, der sicheren Befe-
– Beschreibung des Flurförderzeuges und seiner Aus- stigung und dem Wechsel von Batterien;
rüstung;
– Warnung vor den Gefahren, die durch Gasbildung unter
– Angaben über am Flurförderzeug angebrachte Anbau- Abdeckungen entstehen können.
geräte und ihre Anbauvorschriften;
7.2.4 Angaben über Flurförderzeuge
– Angaben über die Verwendung des Lastenschutzgitters;
mit Verbrennungsmotor
– Angaben über die Installation eines Feuerlöschers, wenn – Zugelassene Treibstoffe;
der Einsatz des Flurförderzeuges es erfordert;
– Sicherheitsregeln beim Umgang mit Treibstoffen;
– Zulässige Typen von Reifen, bei Luftreifen mit Luftdruck-
angaben; – Angaben über das Auftanken;

– Beschreibung der Sicherheitseinrichtungen und Warn- – Warnung vor Abgasemission in geschlossenen Räumen;
schilder; – Warnung vor Abgasen, die auf den Fahrer einwirken
– Angaben über Geräusche und Schwingungen des Flur- können.
förderzeuges. Die Angaben über Geräusche müssen in 7.2.5 Angaben zur Wartung und Instandhaltung
Übereinstimmung mit prEN 12053 erfolgen;
– Angaben über Ausbildung und Qualifikation des Perso-
– Angaben über Abmessungen, Tragfähigkeiten und Lei- nals;
stungen des Flurförderzeuges;
– Hinweise zur sicheren Vorgehensweise beim Feststellen,
– Angaben über Anforderungen an die Sicht, wenn eine Identifizieren und Abstellen von Störungen;
Fernbedienung benutzt wird.
– Angaben über Art und Häufigkeit der Inspektionen und
7.2.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug Wartungen insbesondere im Hinblick auf den Austausch
– Angaben über die bestimmungsgemäße und nicht und die Lebensdauer von Verschleißteilen sowie auf Auf-
bestimmungsgemäße Verwendung des Flurförderzeuges zeichnungen des Anwenders (Wartungsheft);
und der Anbaugeräte, einschließlich des Einsatzes in – Angaben zur Überprüfung der Abgaswerte;
explosionsfähiger Atmosphäre und der Verwendung von – Angaben über Radwechsel bei geteilten Radscheiben für
Fahrerschutzdächern, wenn kleine oder sehr große Luftreifen;
Gegenstände transportiert werden;
– Angaben über die Kontrolle der Beschilderung und Kenn-
– Angaben über die Ausbildung des Fahrers; zeichnung;
– Angaben über die Stellteile und Anzeigegeräte; – Angaben über das Entspannen energiespeichernder
– Angaben über die tägliche Prüfung, bevor das Flurförder- Bauteile;
zeug in Betrieb genommen wird; – Angaben über die Zugangsmöglichkeit bei hochgele-
– Angaben über die Sitzverstellung; genen Wartungsstellen;
– Angaben über den Einsatz mit/ohne Kabine, mit/ohne – Angaben über Wartungsarbeiten, für die keine besondere
Türen; Qualifikation erforderlich ist;
– Angaben über das Auf- und Absteigen; – Angaben über zugelassene Ersatzteile;
– Angaben über energiespeichernde Bauteile; – Zeichnungen und Diagramme, die für die Wartung und
Instandhaltung notwendig sind;
– Angaben über sicheres Eingreifen des Fahrers, z. B. bei
Wechsel von Anbaugeräten, Verstellen der Gabelzinken; – Angaben zur Entsorgung von Ölen, Batterien usw.
– Angaben über den Einfluß von Reifen und Bodenbe- 7.2.6 Angaben über Transport, Zusammenbau
schaffenheit auf die Geräuschentwicklung; und Lagerung
– Angaben über den Boden, auf dem das Flurförderzeug – Gewichte und Abmessungen des Flurförderzeuges und
eingesetzt wird; demontierbarer Teile;
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– Angaben über den Transport einschließlich des Be- und – Bei hydraulisch oder pneumatisch betriebenen Anbauge-
Entladens; räten mit dem maximalen Arbeitsdruck, der nach den
– Angaben über die Demontage des Flurförderzeuges und Angaben des Anbaugeräte-Herstellers empfohlen wird;
die Montage von Anbaugeräten; – Hinweis: „Tragfähigkeit der Kombination von Flurförder-
– Angaben zur Prüfung der Funktionen bei der Inbetrieb- zeug und Anbaugerät einhalten“.
nahme; 7.3.1.3 Schlepper
– Angaben über die Bergung von defekten Flurförder- An Schleppern müssen deutlich lesbar und unverwischbar
zeugen; (z. B. wetterfest, Schrift erhaben) die folgenden Mindest-
– Angaben über längere Stillegung und Lagerung. hinweise angebracht sein:
– Name und Adresse des Herstellers oder des Bevoll-
7.3 Mindestkennzeichnung mächtigten;
7.3.1 Fabrikschilder – Bezeichnung des Modells oder Typs;
7.3.1.1 Flurförderzeuge – Seriennummer mit Baujahr;
An Flurförderzeugen müssen deutlich lesbar und unver- – bei Schleppern mit batterie-elektrischem Antrieb das
wischbar (z. B. wetterfest, Schrift erhaben) die folgenden maximale und minimale zulässige Batteriegewicht und
Mindesthinweise angebracht sein: die Batterie-Spannung;
– Name und Adresse des Herstellers oder des Bevoll-
– die Nenn-Antriebsleistung in kW;
mächtigten;
– wenn erforderlich, die maximale Stützlast am Zughaken
– Bezeichnung des Modells oder Typs; in N;
– Seriennummer mit Baujahr; – das Gewicht in kg;
– Leergewicht des betriebsbereiten Flurförderzeuges ohne – die Nennzugkraft in N unter Angabe der Dauer, für die die
abnehmbare Anbaugeräte und ohne Batterien bei batte- Zugkraft ausgeübt werden kann.
rie-elektrisch angetriebenen Flurförderzeugen, mit Gabel-
zinken oder integrierten Anbaugeräten. Die Gewichts- 7.3.1.4 Kennzeichnung
angabe darf um ± 5 % abweichen; Stellteile sind lesbar und dauerhaft (z. B. wetterfest, Schrift
– Nenntragfähigkeit; erhaben) mit grafischen Symbolen, die die Funktion enthal-
ten, zu kennzeichnen. Jedes Symbol ist am oder in der Nähe
– wirkliche Tragfähigkeit bei größtem Hub mit Lastschwer-
des Stellteiles anzubringen, zu dem es gehört. Die Symbole
punkt-Abstand; für die Stellteile müssen, soweit vorhanden, ISO/DIS 3287
– wirkliche Tragfähigkeit bei anderen Hubhöhen und Last- entsprechen.
schwerpunkten, wenn vorhanden;
7.3.2 Informationsschilder für besondere
– wirkliche Tragfähigkeit mit jedem abnehmbaren Anbau- Betriebsbedingungen
gerät bei den vom Hersteller zugelassenen Hubhöhen
Wenn ein Flurförderzeug für den Betrieb unter besonderen
und Schwerpunkt-Abständen;
Bedingungen ausgelegt ist (siehe 1.5 und 5.8), ist es deutlich
– bei Flurförderzeugen mit batterie-elektrischem Antrieb lesbar und unverwischbar (z. B. wetterfest, Schrift erhaben)
das maximale und minimale zulässige Batteriegewicht mit der Bezeichnung der besonderen Betriebsbedingungen
und die Batterie-Spannung; zu kennzeichnen, einschließlich der Tragfähigkeit, wenn
– die Nenn-Antriebsleistung in kW; diese von den wirklichen Tragfähigkeiten abweicht.
– wenn erforderlich, die maximale Stützlast am Zughaken 7.3.3 Weitere Informationen
in N; 7.3.3.1 Anschlagstellen
– wenn erforderlich, die maximale Nennzugkraft am Zug- Kennzeichnungen von Anschlagstellen für den Transport des
haken in N. Flurförderzeuges müssen deutlich am Flurförderzeug ange-
Die Angaben über die wirkliche Tragfähigkeit müssen vom geben sein.
Fahrer in seiner normalen Fahrerposition lesbar sein. 7.3.3.2 Reifendruck
7.3.1.2 Abnehmbare Anbaugeräte Der vorgeschriebene Druck im Luftreifen muß am Flurförder-
Abnehmbare Anbaugeräte müssen deutlich lesbar und zeug angegeben sein.
unverwischbar (z. B. wetterfest, Schrift erhaben) und mit den 7.3.3.3 Befüllungsstellen
folgenden Angaben gekennzeichnet sein:
Befüllungsstellen für Kraftstoff und Hydrauliköle am Flur-
– Name und Adresse des Anbaugeräte-Herstellers oder förderzeug sind nach ISO/DIS 3287 zu kennzeichnen.
Bevollmächtigten;
7.3.3.4 Warnsymbole
– Bezeichnung des Modells oder Typs;
Warnhinweise auf Restgefahren sind auf dem Flurförderzeug
– Seriennummer mit Baujahr; oder Anbaugerät oder in der Nähe der Gefahrenstellen anzu-
– Gewicht des Anbaugerätes; die Angabe darf um ± 5 % bringen.
abweichen;
7.3.4 Sprachen
– Abstand des Anbaugeräte-Schwerpunktes von seiner Ist irgendeine Information in 7.3.1 bis 7.3.3 sprachlich abge-
Befestigungsfläche am Flurförderzeug; faßt, dann muß sie in der Sprache des Landes sein, in dem
– Nenntragfähigkeit; das Flurförderzeug eingesetzt wird.
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Anhang A (normativ)
Verifizierung des Lenkungsrückschlages

A.1 Anwendungsbereich A.2.4 Reaktionsmessung


Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Messung des Die Reaktion am äußeren Rand des Lenkrades, die einem
Lenkungsrückschlages aus der Bewegung des Lenkrades, leichten Festhalten durch den Fahrer entspricht, wird durch
der sich beim Anfahren mit dem(n) gelenkten Rad/Rädern an eine Einrichtung simuliert, die aus einem 1-kg-Gewicht, das
ein Hindernis ergibt. Diese Prüfung ist nicht erforderlich bei an zwei flexiblen Bändern und vier glatten Umlenkungen
Flurförderzeugen, die mit einer Hilfskraftlenkung, einer voll- angebracht ist, besteht (siehe Bild A.1). Andere Einrichtun-
kraftbetriebenen Lenkung oder einer Lenkung, bei der kein gen, die gleichwertige Ergebnisse liefern, dürfen benutzt wer-
Rückschlag erfolgt, ausgerüstet sind, sowie bei Schleppern. den. Die Spannung in beiden Bändern muß gleich sein, um
eine gegenseitige Ablenkung zu vermeiden. Die Gewichts-
A.2 Prüfbedingungen anordnung muß nahezu lotrecht sein.
A.2.1 Allgemeines
Das Verfahren beinhaltet Fahren eines Flurförderzeuges in A.3 Durchführung der Prüfung
einer festgelegten Art gegen ein festes Hindernis und Prü-
Die Durchführung erfolgt mit einem unbeladenen Flurförder-
fung, ob sich die resultierende Reaktion am Lenkrad im
zeug mit einer maximalen Geschwindigkeit von 3 km/h. Der
zulässigen Bereich befindet.
Fahrantrieb wird unmittelbar vor dem Anstoß an das Hinder-
A.2.2 Umgebung nis abgeschaltet, das Lenkrad wird losgelassen. Das Hinder-
nis wird von beiden Seiten unter einem Winkel von R 30° bei
Die Prüfungen müssen auf einem haltbaren, glatten, ebenen
Geradeausstellung des gelenkten Rades (siehe Bild A.2 und
und flächenfertigen Boden durchgeführt werden.
Bild A.3) angefahren. Von jeder Seite sind zwei Versuche
durchzuführen.
A.2.3 Hindernis
Das Hindernis (z. B. eine Schwelle) ist auf dem Boden zu ACHTUNG: Wenn die Reaktion des Lenkrades zu groß und
befestigen. Die Ausführung muß so sein, daß die Seite, die damit außerhalb des zugelassenen Bereiches ist, kann
beim Test benutzt wird, annähernd senkrecht und ausrei- das Prüfgewicht hochspringen. Deshalb sollte es gesi-
chend fest ist, so daß im Falle der Verformung die Resultate chert werden, um Verletzungen des Prüfers zu verhin-
nicht verfälscht werden. Die vordere Kante des Hindernisses dern (z. B. durch ein loses Halteseil).
darf abgerundet sein, der Radius darf nicht größer als 30 mm
sein oder 30 % der Höhe des Hindernisses betragen, es gilt A.4 Ergebnisse
der jeweils kleinere Wert. Die Höhe des Hindernisses muß
100 mm betragen oder 10 mm kleiner als die Bodenfreiheit Die Größe des Lenkungsrückschlags ist zulässig, wenn im
des Flurförderzeug-Teiles sein, das das Hindernis bei der Moment des Gegenfahrens gegen das Hindernis die Lenk-
Prüfung überdeckt. Es gilt der jeweils niedrigere Wert. radumdrehung nicht größer als 1/8 ist.

4 glatte Gleitstücke auf einer


Bänder ungefähr parallel und Vorrichtung angebracht
tangential am Lenkrad angebracht

beide Bänder sicher am 1 kg


Gewicht befestigt
Bild A.1: Anordnung der Meßeinrichtung
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Hindernis

Fa
h
r tr
ich
tu ng
Bild A.2: Hindernis links

tung
ch
h rtri
Fa

R 3 0°
Hindernis

Bild A.3: Hindernis rechts


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Anhang B (normativ)
Gegengewichtsstapler mit Knicklenkung
Verifizierung der Standsicherheit

B.1 Anwendungsbereich B.3.1.3 Berechnung


Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung der Die Übereinstimmung mit den angegebenen Standsicher-
Standsicherheit von Gegengewichtsstaplern mit Knicklen- heitswerten kann durch Berechnungen ermittelt werden.
kung mit neigbarem und nicht neigbarem Hubgerüst oder Die berechneten Tragfähigkeiten ermöglichen es, Varianten
Gabelzinken. Der Anhang gilt für Stapler mit Gabelzinken unter Berücksichtigung von Mastdurchbiegungen, Reifen
und/oder Anbaugeräten. usw. herzustellen.

B.2 Betriebsbedingungen B.3.2 Bedingungen für den Stapler


Die folgenden Prüfungen der Standsicherheit stellen sicher, B.3.2.1 Allgemeines
daß das Flurförderzeug eine ausreichende Standsicherheit Die Prüfungen müssen mit einem betriebsbereiten Stapler
hat, wenn es unter Regelbetriebsbedingungen eingesetzt ohne Fahrer durchgeführt werden. Bei Staplern mit Verbren-
wird, wie: nungsmotor mit gefülltem Kraftstofftank, wenn die Stand-
a) Betrieb (Fahren und Stapeln) auf einem haltbaren, sicherheit dabei geringer ist. Alle übrigen Tanks müssen
glatten, horizontalen und flächenfertigen Boden; betriebsgerecht gefüllt sein. Die Lastaufnahmeeinrichtung
muß mit allen Schutzeinrichtungen oder zusätzlichen
b) Fahren mit Hubgerüst oder Gabel zurückgeneigt und mit
Hubeinrichtungen versehen sein, die als ursprüngliche Aus-
abgesenkter Last (Fahrstellung);
rüstung geliefert werden. Ist das Hubgerüst oder die Gabel
c) Stapeln mit etwa vertikal stehendem Hubgerüst und neigbar, muß die Neigung nach der Tabelle B.2 eingestellt
horizontal gestellten Gabelzinken; werden. Soweit zutreffend, müssen Reifen den vom Herstel-
d) Betrieb mit dem Schwerpunkt der Last etwa in der Längs- ler angegebenen Innendruck haben, wenn Reifenballast
Mittelebene zwischen den Hubgerüstschienen. gestattet ist, muß er in Übereinstimmung mit den Anweisun-
gen des Herstellers benutzt werden.
Wenn die Betriebsbedingungen davon abweichen, müssen
weitere Normen beachtet werden, z. B. Anhang H, Anhang J B.3.2.2 Prüfen der vertikalen Stellung des Hubgerüstes
und Anhang K.
Vor Beginn der Prüfung Nr 1 muß die vertikale Stellung des
Hubgerüstes mit einem Lot oder einer anderen geeigneten
B.3 Prüfbedingungen Einrichtung geprüft werden. Die Projektion des Schwerpunk-
B.3.1 Prüfverfahren tes G (oder jedes anderen Punktes wie E, der in fester Bezie-
hung zu G ist) auf die horizontale Prüfplattform muß bei der
Die Standsicherheit muß nach einem der im folgenden zur Prüfung gewählten Hubhöhe die gleiche sein wie bei der
beschriebenen Verfahren geprüft werden. Hubhöhe für das Fahren. Durch Verformung bedingte Abwei-
chungen müssen durch Veränderung der Neigung des Hub-
B.3.1.1 Prüfplattform
gerüstes oder durch Zurückziehen des Hubgerüstes oder der
Es wird eine Prüfplattform benutzt, die um eine Seite geneigt Gabelzinken innerhalb der Grenzen ausgeglichen werden,
werden kann. die durch die Bauart des Staplers gegeben sind. Dieses Ver-
Der Stapler wird auf die horizontale Prüfplattform gestellt, fahren gilt nicht für Stapler, deren Bauart eine solche Berich-
und zwar nacheinander in den in Tabelle B.2 beschriebenen tigung nicht zuläßt.
Stellungen. Für jede der Stellungen des Staplers muß die
Prüfplattform langsam und vorsichtig bis zu der Schräg- B.3.2.3 Hubhöhe bei Prüfungen, bei denen Fahren
stellung geneigt werden, die in dieser Tabelle angegeben ist. simuliert wird
Der Stapler wird als standsicher angesehen, wenn er alle Bei den Prüfungen, bei denen Fahren simuliert wird, muß die
Prüfungen bestanden hat, ohne umzukippen. Gabeloberseite im Gabelknick auf 300 mm über dem Boden
Für diese Prüfungen gilt als Kippwert die Prüfplattform- eingestellt oder auf der Mindesthöhe für die Transportfahrt
neigung, bei der der Stapler gerade noch nicht umstürzt. Bei sein. Der größte Wert ist maßgebend.
Erhöhung der Schrägstellung würde dies das vollständige
Umstürzen des Staplers zur Folge haben. Es ist zulässig, B.3.2.4 Hubhöhe bei Prüfungen, bei denen Stapeln
daß sich bei den Prüfungen nach der Seite ein Lastrad von simuliert wird
der Prüfplattform abhebt, und es können Teile des Rahmens Die bei den Prüfungen, bei denen Stapeln simuliert wird,
oder andere Bauteile mit der Prüfplattform in Berührung erforderlichen Hubhöhen müssen zwischen der Oberfläche
kommen. der Prüfplattform und der Oberseite des Gabelblattes in der
Nähe des Gabelknicks gemessen werden.
B.3.1.2 Feste Neigungen
Feste Neigungen, die den beschriebenen Neigungen der B.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichts in
Prüfplattform entsprechen, dürfen verwendet werden. Die bezug auf die Standsicherheit
Oberfläche der Neigung muß eben sein. Sie muß in der Lage Bei Staplern mit Fahrersitz oder Fahrerstand muß der Fahrer
sein, das Gewicht des Staplers zu tragen, ohne das Ergebnis durch einen Gegenstand von 90 kg Gewicht (Masse) darge-
durch Verformung zu beeinflussen. stellt sein, wenn dadurch die Standsicherheit während einer
Der zu prüfende Stapler muß in Übereinstimmung mit den Prüfung vermindert wird. Dieser Gegenstand muß bei den
Anforderungen mit abgesenktem Hubgerüst auf die Neigung Staplern mit Fahrerstand so angebracht sein, daß sein
gefahren und nach den Angaben in der Tabelle B.2 auf- Schwerpunkt 1 000 mm über der Mitte der Aufstandsfläche
gestellt werden. Für jede Position des beladenen Staplers für den Fahrer ist. Bei Staplern mit Fahrersitz muß der
muß die Last langsam und vorsichtig auf die Höhe nach der Gegenstand so angebracht sein, daß sein Schwerpunkt
Tabelle B.2 gehoben werden. 250 mm und mittig über dem eingesessenen Fahrersitz ist.
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Wenn der Fahrerplatz in bezug auf den Stapler verstellt wer- Hat der Hersteller auf dem Tragfähigkeitsschild andere Trag-
den kann, muß er bei jeder Prüfung in die Stellung gebracht fähigkeiten angegeben, so sind Prüfungen mit Höchstlast bei
werden, bei der sich die geringere Standsicherheit ergibt. entsprechender Hubhöhe sowie mit entsprechender Last bei
maximaler Hubhöhe durchzuführen.
B.3.4 Arretierung des Staplers auf der
Prüfplattform B.3.6 Sicherheitsvorkehrungen
Die festgelegte Stellung des Staplers auf der Prüfplattform Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, mit denen das
muß während jeder Prüfung beibehalten werden. Umkippen des Staplers oder das Verschieben der Prüflast im
Jede Drehung der Räder muß durch Anlegen der Feststell- Verlauf der Prüfungen verhindert wird. Wenn Halteseile oder
bremse oder der Betriebsbremse verhindert werden, wobei -ketten benutzt werden, um das Umstürzen des Staplers zu
die letztere in Bremsstellung blockiert werden kann. verhindern, müssen sie ausreichend biegsam und so schlaff
Zusätzlich dürfen die Räder gegen den Rahmen des Staplers angeordnet sein, daß keine wesentliche Auswirkung auf den
blockiert werden, aber so, daß die Pendelung zwischen Stapler erfolgt, bis dessen Kippbewegung beginnt.
Achse und Rahmen nicht beeinträchtigt ist. Die Verschiebung der Prüflast darf z. B. auf folgende Weise
Es ist zulässig, Vorlegekeile oder Vorlegeleisten zwischen verhindert werden:
den Rädern und der Prüfplattform anzubringen, um zu ver- a) Entweder fest am Lastträger befestigen oder
hindern, daß der Stapler ins Gleiten kommt. Die Höhe der
b) in der Nähe des Bodens mit einem Seil, einer Kette oder
Keile oder Leisten darf die in der Tabelle B.1 angegebenen
dergleichen so aufhängen, daß das obere Ende der Auf-
Werte nicht überschreiten.
hängung an dem Punkt G wirkt, an dem der Schwerpunkt
Tabelle B.1 einer sonst fest angeordneten Prüflast wäre.
Maximale Höhe
Außendurchmesser
der Vorlegekeile oder B.4 Durchführung der Prüfungen
des Rades
Vorlegeleisten
Der Stapler muß in Übereinstimmung mit Tabelle B.2 aufge-
bis 250 mm 25 mm stellt werden. Für die Prüfung Nr 1 wird die Lastachse paral-
über 250 mm 0,1d lel zur Neigungsachse der Plattform XY aufgestellt und die
Lenkung wird voll eingeschlagen nach Bild B.6.
Die Prüfungen für die seitliche Standsicherheit müssen zu
B.3.5 Prüflast der Seite ausgeführt werden, nach der der Stapler die klein-
Die Prüflast ist eine Masse gleich der Nenntragfähigkeit Q, ste Standsicherheit hat, mit einer Linie durch die Punkte MN
die im Schwerpunkt G wirkt. Der Schwerpunkt liegt in der des Staplers parallel zur Neigungsachse XY der Plattform.
Regel im genormten Lastschwerpunkt-Abstand D, horizontal Punkt N ist der Mittelpunkt der Aufstandsfläche des Last-
vor der Vorderseite des Gabelrückens und vertikal über der rades, das der Achse XY am nächsten ist.
Oberseite des Gabelblattes. Der Schwerpunkt G muß in der Punkt M ist der Mittelpunkt der Aufstandsfläche des hinteren
Mittelebene zwischen den Hubgerüstschienen liegen (siehe Rades, welches der Achse XY am nächsten ist (Bild B.8).
Bild B.1).

B.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten


Stapler mit Anbaugeräten müssen nach den beschriebenen
Standsicherheitsversuchen geprüft werden, mit Ausnahme
der Stapler, deren Anbaugeräte den Schwerpunkt der Last
aus der Längs-Mittelebene des Staplers herausbringen
können.
Die Prüflast und ihre Anordnung ergeben sich aus den Anga-
ben auf dem oder den Tragfähigkeitsschildern des Staplers,
der mit einem Anbaugerät ausgerüstet ist, und nach den
Angaben des Herstellers. Die bei den Prüfungen erforder-
lichen Hubhöhen müssen zwischen der Oberfläche der Prüf-
plattform und der Unterseite der Last in ihrer vorgesehenen
Position oder der Unterseite der zur Lastaufnahme vorgese-
Innenseite des henen Einrichtungen gemessen werden, wobei der kleinere
Gabelknicks Wert maßgebend ist
Bild B.1: Lage des Lastschwerpunktes
Tabelle B.2

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Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung Prüfungen für seitliche Standsicherheit
Prüfung Nr. 1 2 3 4
Prüfen der Standsicherheit Stapeln Fahren Stapeln Fahren
Prüflast mit mit mit ohne ohne
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast D der Prüflast D der Prüflast –
Hubhöhe Maximum (siehe B.3.5) 300 mm Maximum (siehe B.3.5) 300 mm
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabeln Vertikal (siehe B.3.2.2) größte Rückwärtsneigung größte Rückwärtsneigung größte Rückwärtsneigung
Stellung der Prüfplattform 3 Bilder B.2 und B.6 Bilder B.3 und B.7 Bilder B.4 und B.8 Bilder B.5 und B.8
Neigung der bis unter 5 000 kg 4% 18 % 6% 8% (15 + 1,4 v)% 1) (Maximum 50 %)
Prüfplattform von 5 000 kg bis 3,5 % 18 % 6% (15 + 1,4 v)% 1) (Maximum 40 %)
einschließlich 10 000 kg

Bild B.3

Last-
Bild B.5
achse X
Bild B.2 Dreh- Bild B.4
punkt N X
Antriebs- Last- X
achse achse

parallel parallel

Antriebs-
1) achse
v Maximale Geschwindigkeit in km/h des B
unbeladenen Flurförderzeuges auf ebenem parallel
und horizontalem Boden
AB Längs-Mittelebene des Flurförderzeuges Y M Y

XY Neigeachse der Prüfplattform Bild B.6 Bild B.7 Bild B.8


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Anhang C (normativ)
Schubstapler und Spreizenstapler
Verifizierung der Standsicherheit

C.1 Anwendungsbereich
Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung nach ISO/DIS 3184-2 für die Standsicherheit von Schub- und Spreizen-
staplern als Mitgänger geführt mit Fahrersitz oder Fahrerstand, mit neigbarem oder nicht neigbarem Hubgerüst bzw. Gabelzinken.
Er gilt für Stapler mit Gabelzinken und/oder Anbaugeräten.
ISO/DIS 3184-2 gilt für eine Nenntragfähigkeit bis 5 000 kg. Dieser Anhang erweitert die Nenntragfähigkeit auf 10 000 kg für die
genannten Stapler. Für die Prüfung Nr 1 sind deshalb die Anforderungen nach C.2 erweitert.

C.2 Durchführung der Prüfung


Prüfungen nach ISO/DIS 3184-2
Bei der Prüfung Nr 1 gilt für die Neigung der Prüfplattform:
– 4% bis unter 5 000 kg Nenntragfähigkeit
– 3,5 % bis einschließlich 10 000 kg Nenntragfähigkeit

Anhang D (normativ)
Hochhubwagen und Gabelhochhubwagen
Verifizierung der Standsicherheit

D.1 Anwendungsbereich
Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung nach ISO 5766 : 1990 für die Standsicherheit von Hochhubwagen und
Gabelhochhubwagen als Mitgänger geführt mit Fahrersitz oder Fahrerstand, mit neigbarem oder nicht neigbarem Hubgerüst bzw.
Gabelzinken. Er gilt für Stapler mit Gabelzinken und/oder Anbaugeräten.
ISO 5766 : 1990 gilt für eine Nenntragfähigkeit bis 5 000 kg. Dieser Anhang erweitert die Nenntragfähigkeit auf 10 000 kg für die
genannten Stapler. Für die Prüfung Nr 1 sind deshalb die Anforderungen nach D.2 erweitert.

D.2 Durchführung der Prüfung


Prüfungen nach ISO 5766 : 1990
Bei der Prüfung Nr 1 gilt für die Neigung der Prüfplattform:
– 4% bis unter 5 000 kg Nenntragfähigkeit
– 3,5 % bis einschließlich 10 000 kg Nenntragfähigkeit

Anhang E (normativ)
Quergabelstapler
Verifizierung der Standsicherheit

E.1 Anwendungsbereich a) Betrieb (Fahren und Stapeln) auf einem haltbaren, glat-
ten, horizontalen und flächenfertigen Boden;
Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung der
Standsicherheit von Quergabelstaplern mit neigbarem oder
b) Fahren mit Hubgerüst oder Gabel zurückgeneigt und mit
nicht neigbarem Hubgerüst oder Gabelzinken. Der Anhang
abgesenkter oder auf der Lastplattform aufliegender Last
gilt für Stapler mit Gabelzinken und/oder Anbaugeräten.
(Fahrstellung);
E.2 Betriebsbedingungen c) Stapeln mit etwa vertikal stehendem Hubgerüst und hori-
Die folgenden Prüfungen der Standsicherheit stellen sicher, zontal gestellten Gabelzinken;
daß das Flurförderzeug eine ausreichende Standsicherheit
hat, wenn es unter Regelbetriebsbedingungen eingesetzt d) Betrieb mit dem Schwerpunkt der Last etwa in der Mittel-
wird, wie: ebene zwischen den Hubgerüstschienen.
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Wenn die Betriebsbedingungen davon abweichen, müssen der Hubhöhe für das Fahren. Durch Verformung bedingte
weitere Normen beachtet werden, z. B. Anhang J, Anhang K Abweichungen müssen durch Veränderung der Neigung des
und Anhang L. Hubgerüstes oder durch Zurückziehen des Hubgerüstes
oder der Gabelzinken innerhalb der Grenzen ausgeglichen
E.3 Prüfbedingungen werden, die durch die Bauart des Staplers gegeben sind.
Dieses Verfahren gilt nicht für Stapler, deren Bauart eine
E.3.1 Prüfverfahren solche Berichtigung nicht zuläßt.
Die Standsicherheit muß nach einem der im folgenden
beschriebenen Verfahren geprüft werden. E.3.2.3 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Fahren
simuliert wird
E.3.1.1 Prüfplattform
Bei den Prüfungen, bei denen Fahren simuliert wird, muß die
Es wird eine Prüfplattform benutzt, die um eine Seite geneigt Oberseite der Lastplattform am hinteren Ende bzw. die
werden kann. Der Stapler wird auf die horizontale Prüfplatt- Gabel-Oberseite im Gabelknick 300 mm über dem Boden
form gestellt, und zwar nacheinander in den in Tabelle E.2 eingestellt oder auf der Mindesthöhe für die Transportfahrt
beschriebenen Stellungen. Für jede der Stellungen des Stap- sein. Der größere Wert ist maßgebend.
lers muß die Prüfplattform langsam und vorsichtig bis zu der
Schrägstellung geneigt werden, die in dieser Tabelle angege- E.3.2.4 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Stapeln
ben ist. Der Stapler wird als standsicher angesehen, wenn er simuliert wird
alle Prüfungen erfolgreich bestanden hat, ohne umzukippen. Die bei den Prüfungen, bei denen Stapeln simuliert wird,
Für diese Prüfungen gilt als Kippwert die Prüfplattformnei- erforderlichen Hubhöhen müssen zwischen der Oberfläche
gung, bei der der Stapler gerade noch nicht umstürzt. Bei der Prüfplattform und der Oberseite des Gabelblattes in der
Erhöhung der Schrägstellung würde dies das vollständige Nähe des Gabelknicks gemessen werden.
Umstürzen des Staplers zur Folge haben.
Während der Prüfungen dürfen zu keinem Zeitpunkt weniger E.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in
als 3 voneinander getrennte Berührungspunkte mit der Prüf- bezug auf die Standsicherheit
plattform vorhanden sein, wobei einer dieser Berührungs- Bei Staplern mit Fahrerstand oder Fahrersitz muß der Fahrer
punkte ein Rad sein muß. durch einen Gegenstand von 90 kg Gewicht (Masse) darge-
stellt sein, wenn dadurch die Standsicherheit während einer
E.3.1.2 Feste Neigungen
Prüfung vermindert wird. Dieser Gegenstand muß bei Stap-
Feste Neigungen, die den beschriebenen Neigungen der lern mit Fahrerstand so angebracht sein, daß sein Schwer-
Prüfplattform entsprechen, dürfen verwendet werden. Die punkt 1 000 mm über der Mitte der Aufstandsfläche für den
Oberfläche der Neigung muß eben sein. Sie muß in der Lage Fahrer ist. Bei Staplern mit Fahrersitz muß der Gegenstand
sein, das Gewicht des Staplers zu tragen, ohne das Ergebnis so angebracht sein, daß sein Schwerpunkt 250 mm und mit-
durch Verformung zu beeinflussen. tig über dem eingesessenen Fahrersitz ist.
Der zu prüfende Stapler muß in Übereinstimmung mit den
Wenn der Fahrerplatz in bezug auf den Stapler verstellt wer-
Anforderungen mit abgesenktem Hubgerüst auf die Neigung
den kann, muß er bei jeder Prüfung in die Stellung gebracht
gefahren und nach den Angaben in der Tabelle E.2 aufge-
werden, bei der sich die geringere Standsicherheit ergibt.
stellt werden. Für jede Position des beladenen Staplers muß
die Last langsam und vorsichtig auf die Höhe nach der E.3.4 Arretierung des Staplers auf der Prüfplattform
Tabelle E.2 gehoben werden.
Die festgelegte Stellung des Staplers auf der Prüfplattform
E.3.1.3 Berechnung muß während jeder Prüfung beibehalten werden. Jede Dre-
Die Übereinstimmung mit den angegebenen Standsicher- hung der Räder muß durch Anlegen der Feststellbremse
heitswerten kann durch Berechnungen ermittelt werden. Die oder der Betriebsbremse verhindert werden, wobei die letz-
berechneten Tragfähigkeiten ermöglichen es, Varianten unter tere in Bremsstellung blockiert werden kann. Zusätzlich dür-
Berücksichtigung von Mastdurchbiegungen, Reifen usw. her- fen die Räder gegen den Rahmen des Staplers blockiert
zustellen. werden, aber so, daß die Pendelung zwischen Achse und
Rahmen nicht beeinträchtigt ist.
E.3.2 Bedingungen für den Stapler Es ist zulässig, Vorlegekeile oder Vorlegeleisten zwischen
E.3.2.1 Allgemeines den Rädern und der Prüfplattform anzubringen, um zu ver-
Die Prüfungen müssen mit einem betriebsbereiten Stapler hindern, daß der Stapler ins Gleiten kommt. Die Höhe der
ohne Fahrer durchgeführt werden, bei Staplern mit Verbren- Keile oder Leisten darf die in der Tabelle E.1 angegebenen
nungsmotor mit gefülltem Kraftstofftank, wenn die Stand- Werte nicht überschreiten.
sicherheit dabei geringer ist. Alle übrigen Tanks müssen Tabelle E.1
betriebsgerecht gefüllt sein. Die Lastaufnahmeeinrichtung
muß mit allen Schutzeinrichtungen oder zusätzlichen Hub- Maximale Höhe
Außendurchmesser
einrichtungen versehen sein, die als ursprüngliche Ausrü- der Vorlegekeile oder
des Rades
stung geliefert werden. Ist das Hubgerüst oder die Gabel Vorlegeleisten
neigbar, muß die Neigung nach der Tabelle E.2 eingestellt
werden. Soweit zutreffend, müssen Reifen den vom Hersteller bis 250 mm 25 mm
angegebenen Innendruck haben; wenn Reifenballast gestat- über 250 mm 0,1d
tet ist, muß er in Übereinstimmung mit den Anweisungen des
Herstellers benutzt werden.
E.3.5 Prüflast
E.3.2.2 Prüfen der vertikalen Stellung des Hubgerüstes Die Prüflast ist eine Masse gleich der Nenntragfähigkeit Q,
Vor Beginn der Prüfung Nr 1 muß die vertikale Stellung des die im Schwerpunkt G wirkt. Der Schwerpunkt liegt in der
Hubgerüstes mit einem Lot oder einer anderen geeigneten Regel im genormten Lastschwerpunkt-Abstand D, horizontal
Einrichtung geprüft werden. Die Projektion des Schwerpunk- vor der Vorderseite des Gabelrückens und vertikal über der
tes G (oder jedes anderen Punktes, wie z. B. E, der in fester Oberseite des Gabelblattes. Der Schwerpunkt G muß in der
Beziehung zu G ist) auf die horizontale Prüfplattform muß bei Mittelebene zwischen den Hubgerüstschienen liegen (siehe
der zur Prüfung gewählten Hubhöhe die gleiche sein wie bei Bild 1).
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E.4 Durchführung der Prüfungen


Der Stapler muß in Übereinstimmung mit der Tabelle E.2 auf-
gestellt werden. Die Prüfungen für die seitliche Standsicher-
heit müssen nach der Seite ausgeführt werden, nach der der
Stapler die kleinere Standsicherheit hat, und die Kipplinie
des Staplers über die Punkte M und N muß parallel zu der
Neigeachse XY der Prüfplattform sein. Punkt N ist der Mittel-
punkt der Berührungsfläche zwischen der Oberfläche der
Prüfplattform und einem nicht pendelnden Rad oder einer
Abstützung. Punkt M ist wie folgt definiert:
a) Bei Staplern mit Pendelachse (Bilder E.13 und E.14)
ist M die senkrechte Projektion des Schnittpunktes von
Längs-Mittelebene AB des Staplers und Mittelebene
Innenseite des dieser Achse auf der Prüfplattform.
Gabelknicks
b) Bei Staplern mit nicht pendelnder Achse oder mit blok-
Bild E.1: Lage des Lastschwerpunktes kierter Pendelachse oder mit Verwendung von Abstüt-
zungen ist M der Mittelpunkt der Berührungsfläche
zwischen der Oberfläche der Prüfplattform und einem
Hat der Hersteller auf dem Tragfähigkeitsschild andere Trag- anderen Rad oder der Abstützung, die der Neigeachse
fähigkeiten angegeben, so sind Prüfungen mit Höchstlast bei XY am nächsten ist.
entsprechender Hubhöhe sowie mit entsprechender Last bei
maximaler Hubhöhe durchzuführen. Wenn für den Stapler die Verwendung von Abstützungen, die
Blockierung von Aufhängungen usw. vorgesehen sind, sind
diese Vorrichtungen während der Prüfung anzuwenden. Falls
E.3.6 Sicherheitsvorkehrungen eine Verwendung derartiger Vorrichtungen nicht vorgesehen
Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, mit denen das ist, sind ergänzende Prüfungen mit den tatsächlichen Stel-
Umkippen des Staplers oder das Verschieben der Prüflast im lungen erforderlich.
Verlauf der Prüfungen verhindert wird. Wenn Halteseile oder
-ketten benutzt werden, um das Umstürzen des Staplers zu E.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten
verhindern, müssen sie ausreichend biegsam und so schlaff Stapler mit Anbaugeräten müssen nach den beschriebenen
angeordnet sein, daß keine wesentliche Auswirkung auf den Standsicherheitsversuchen überprüft werden.
Stapler erfolgt, bis dessen Kippbewegung beginnt. Die Prüflast und ihre Anordnung ergeben sich aus den Anga-
Die Verschiebung der Prüflast darf z. B. auf folgende Weise ben auf dem oder den Tragfähigkeitsschildern des Staplers,
verhindert werden: welcher mit einem Anbaugerät ausgerüstet ist, und nach den
Angaben des Herstellers.
a) Entweder fest am Lastträger befestigen oder
Die bei den Prüfungen erforderlichen Hubhöhen müssen zwi-
b) in der Nähe des Bodens mit einem Seil, einer Kette oder schen der Oberfläche der Prüfplattform und der Unterseite
dergleichen so aufhängen, daß das obere Ende der Auf- der Last in ihrer vorgesehenen Position oder der Unterseite
hängung an dem Punkt G wirkt, an dem der Schwerpunkt der zur Lastaufnahme vorgesehenen Einrichtungen gemes-
einer sonst fest angeordneten Prüflast wäre. sen werden, wobei der kleinere Wert maßgebend ist.
Tabelle E.2

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Seite 34
Prüfungen für seitliche Standsicherheit
Prüfung Nr. 1 2
Prüfen der Standsicherheit beim Stapeln Stapeln
Prüflast mit mit
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast D der Prüflast
Hubhöhe Maximum (siehe E.3.5) Maximum (siehe E.3.5)
Stellung des Lastträgers ausgeschoben zurückgezogen
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabeln Vertikal (siehe E.3.2.2) größte Rückwärtsneigung
Stellung auf der Prüfplattform Bilder E.2 und E.5 oder E.6 und/oder E.3 und E.7 Bilder E.4 und E.8 oder E.9
Stellung der Prüfplattform 4 % bis unter 5 000 kg / 3,5 % von 5 000 kg bis 10 000 kg 6%

parallel

Bild E.5
Bild E.2 Bild E.3 Bild E.4

Abstützungen

parallel
parallel
parallel

parallel

MN Kipplinie des Staplers


XY Neigeachse der Prüfplattform Bild E.6 Bild E.7 Bild E.8 Bild E.9

(fortgesetzt)
Tabelle E.2 (abgeschlossen)
Prüfungen für seitliche Standsicherheit
Prüfung Nr. 3 4 5
Prüfen der Standsicherheit beim Fahren Fahren Stapeln
Prüflast ohne ohne ohne
Lastschwerpunkt-Abstand – – –
Hubhöhe abgesenkt (siehe E.3.2.3) abgesenkt (siehe E.3.2.3) größte
Stellung des Lastträgers zurückgezogen zurückgezogen zurückgezogen
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabeln so gestellt, daß der Stapler die geringste Standsicherheit hat senkrecht (siehe E.3.2.2)
Stellung auf der Prüfplattform Bilder E.10 und E.13 oder E.15 Bilder E.11 und E.14 oder E.16 Bilder E.12 und E.8 oder E.9
Stellung der Prüfplattform Bild E.17 Bild E.17 8%

Bild E.10 Bild E.11

Bild E.12
parallel
parallel
(18 + 0,62 v) % – max. 35 %
v größte Geschwindigkeit des unbela-
denen Staplers auf ebenem und
horizontalem Boden in km/h

Verifizierung Nr. 3 und 4

Bild E.13 Bild E.14

parallel
parallel

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MN Kipplinie des Staplers
Bild E.15 Bild E.17
XY Neigeachse der Prüfplattform Bild E.16

Seite 35
Seite 36
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Anhang F (normativ)
Vierwegestapler und Mehrwegestapler
Verifizierung der Standsicherheit

F.1 Anwendungsbereich F.3.1.3 Berechnung


Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung der Die Übereinstimmung mit den angegebenen Standsicher-
Standsicherheit von Vierwegestaplern und Mehrwegestap- heitswerten kann durch Berechnungen ermittelt werden. Die
lern, mit neigbarem oder nicht neigbarem Hubgerüst oder berechneten Tragfähigkeiten ermöglichen es, Varianten
Gabelzinken. Dieser Anhang gilt für Stapler mit Gabelzinken unter Berücksichtigung von Mastdurchbiegungen, Reifen
und/oder Anbaugeräten. usw. herzustellen.
F.3.2 Bedingungen für den Stapler
F.2 Betriebsbedingungen F.3.2.1 Allgemeines
Die folgenden Prüfungen der Standsicherheit stellen sicher, Die Prüfungen müssen mit einem betriebsbereiten Stapler
daß das Flurförderzeug eine ausreichende Standsicherheit ohne Fahrer durchgeführt werden, bei Staplern mit Verbren-
hat, wenn es unter Regelbetriebsbedingungen eingesetzt nungsmotor mit gefülltem Kraftstofftank, wenn die Stand-
wird, wie: sicherheit dabei geringer ist. Alle übrigen Tanks müssen
a) Betrieb (Fahren und Stapeln) auf einem haltbaren, betriebsgerecht gefüllt sein. Die Lastaufnahmeeinrichtung
glatten, horizontalen und flächenfertigen Boden; muß mit allen Schutzeinrichtungen oder zusätzlichen Hub-
einrichtungen versehen sein, die als ursprüngliche Ausrü-
a) Fahren mit Hubgerüst oder Gabel zurückgeneigt und mit stung geliefert werden. Ist das Hubgerüst oder die Gabel
abgesenkter Last (Fahrstellung); neigbar, muß die Neigung nach der Tabelle F.2 eingestellt
b) Stapeln mit etwa vertikal stehendem Hubgerüst und hori- werden. Soweit zutreffend, müssen Reifen den vom Hersteller
zontal gestellten Gabelzinken; angegebenen Innendruck haben; wenn Reifenballast gestat-
tet ist, muß er in Übereinstimmung mit den Anweisungen des
c) Betrieb mit dem Schwerpunkt der Last etwa in der Längs-
Herstellers benutzt werden.
Mittelebene zwischen den Hubgerüstschienen.
F.3.2.2 Prüfung der vertikalen Stellung des Hubgerüstes
Wenn die Betriebsbedingungen davon abweichen, müssen
weitere Normen berücksichtigt werden, z. B. Anhang J, Vor Beginn der Prüfung Nr 1 muß die vertikale Stellung des
Anhang K und Anhang L. Hubgerüstes mit einem Lot oder einer anderen geeigneten
Einrichtung geprüft werden. Die Projektion des Schwerpunk-
tes G (oder jedes anderen Punktes, wie z. B. E, der in fester
F.3 Prüfbedingungen Beziehung zu G ist) auf die horizontale Prüfplattform muß bei
F.3.1 Prüfverfahren der zur Prüfung gewählten Hubhöhe die gleiche sein wie bei
der Hubhöhe für das Fahren. Durch Verformung bedingte
Die Standsicherheit muß nach einem der im folgenden
Abweichungen müssen durch Veränderung der Neigung des
beschriebenen Verfahren geprüft werden.
Hubgerüstes oder durch Zurückziehen des Hubgerüstes
F.3.1.1 Prüfplattform oder der Gabelzinken innerhalb der Grenzen ausgeglichen
werden, die durch die Bauart des Staplers gegeben sind.
Es wird eine Prüfplattform benutzt, die um eine Seite geneigt
Dieses Verfahren gilt nicht für Stapler, deren Bauart eine
werden kann.
solche Berichtigung nicht zuläßt.
Der Stapler wird auf die horizontale Prüfplattform gestellt,
und zwar nacheinander in den in Tabelle F.2 beschriebenen F.3.2.3 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Fahren
Stellungen. Für jede der Stellungen des Staplers muß die simuliert wird
Prüfplattform langsam und vorsichtig bis zu der Schrägstel- Bei den Prüfungen, bei denen Fahren simuliert wird, muß die
lung geneigt werden, die in dieser Tabelle angegeben ist. Der Gabeloberseite im Gabelknick 300 mm über dem Boden ein-
Stapler wird als standsicher angesehen, wenn er alle Prü- gestellt oder auf der Mindesthöhe für die Transportfahrt sein.
fungen erfolgreich bestanden hat, ohne umzukippen. Der größere Wert ist maßgebend.
Für diese Prüfungen gilt als Kippwert die Prüfplattformnei- F.3.2.4 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Stapeln
gung, bei der der Stapler gerade noch nicht umstürzt. Bei simuliert wird
Erhöhung der Schrägstellung würde dies das vollständige Die bei den Prüfungen, bei denen Stapeln simuliert wird,
Umstürzen des Staplers zur Folge haben. Es ist zulässig, erforderlichen Hubhöhen müssen zwischen der Oberfläche
daß sich bei den Prüfungen nach der Seite ein Lastrad von der Prüfplattform und der Oberseite des Gabelblattes in der
der Prüfplattform abhebt, und es können Teile des Rahmens Nähe des Gabelknicks gemessen werden.
oder andere Bauteile mit der Prüfplattform in Berührung
kommen. F.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in
bezug auf die Standsicherheit
F.3.1.2 Feste Neigungen Bei Staplern mit Fahrerstand oder Fahrersitz muß der Fahrer
Feste Neigungen, die den beschriebenen Neigungen der durch einen Gegenstand von 90 kg Gewicht (Masse) darge-
Prüfplattform entsprechen, dürfen verwendet werden. Die stellt sein, wenn dadurch die Standsicherheit während einer
Oberfläche der Neigung muß eben sein. Sie muß in der Lage Prüfung vermindert wird. Dieser Gegenstand muß bei Stap-
sein, das Gewicht des Staplers zu tragen, ohne das Ergebnis lern mit Fahrerstand so angebracht sein, daß sein Schwer-
durch Verformung zu beeinflussen. punkt 1 000 mm über der Mitte der Aufstandsfläche für den
Der zu prüfende Stapler muß in Übereinstimmung mit den Fahrer ist. Bei Staplern mit Fahrersitz muß der Gegenstand
Anforderungen mit abgesenktem Hubgerüst auf die Neigung so angebracht sein, daß sein Schwerpunkt 250 mm und
gefahren und nach den Angaben in der Tabelle F.2 aufge- mittig über dem eingesessenen Fahrersitz ist.
stellt werden. Für jede Position des beladenen Staplers muß Wenn der Fahrerplatz in bezug auf den Stapler verstellt wer-
die Last langsam und vorsichtig auf die Höhe nach der den kann, muß er bei jeder Prüfung in die Stellung gebracht
Tabelle F.2 gehoben werden. werden, bei der sich die geringere Standsicherheit ergibt.
Seite 37
EN 1726-1 : 1998

F.3.4 Arretierung des Staplers auf der Prüfplattform Hat der Hersteller auf dem Tragfähigkeitsschild andere Trag-
Die festgelegte Stellung des Staplers auf der Prüfplattform fähigkeiten angegeben, so sind Prüfungen mit Höchstlast bei
muß während jeder Prüfung beibehalten werden. Jede Dre- entsprechender Hubhöhe sowie mit entsprechender Last bei
hung der Räder muß durch Anlegen der Feststellbremse maximaler Hubhöhe durchzuführen.
oder der Betriebsbremse verhindert werden, wobei die letz-
tere in Bremsstellung blockiert werden kann. Zusätzlich dür-
fen die Räder gegen den Rahmen des Staplers blockiert F.3.6 Sicherheitsvorkehrungen
werden, aber so, daß die Pendelung zwischen Achse und Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, mit denen das
Rahmen nicht beeinträchtigt ist. Umkippen des Staplers oder das Verschieben der Prüflast im
Zur Sicherheit während der Durchführung der Prüfung kann Verlauf der Prüfungen verhindert wird. Wenn Halteseile oder
bei Prüfungen in Längsrichtung, bei denen eine Pendelachse -ketten benutzt werden, um das Umstürzen des Staplers zu
parallel zur Neigeachse der Prüfplattform liegt und dieser verhindern, müssen sie ausreichend biegsam und so schlaff
zugekehrt ist, die Pendelung blockiert werden. angeordnet sein, daß keine wesentliche Auswirkung auf den
Stapler erfolgt, bis dessen Kippbewegung beginnt.
Es ist zulässig, Vorlegekeile oder Vorlegeleisten zwischen
den Rädern und der Prüfplattform anzubringen, um zu ver- Die Verschiebung der Prüflast darf z. B. auf folgende Weise
hindern, daß der Stapler ins Gleiten kommt. Die Höhe der verhindert werden:
Keile oder Leisten darf die in der Tabelle F.1 angegebenen a) Entweder fest am Lastträger befestigen oder
Werte nicht überschreiten. b) in der Nähe des Bodens mit einem Seil, einer Kette oder
Tabelle F.1 dergleichen so aufhängen, daß das obere Ende der Auf-
hängung an dem Punkt G wirkt, an dem der Schwerpunkt
Maximale Höhe einer sonst fest angeordneten Prüflast wäre.
Außendurchmesser
der Vorlegekeile oder
des Rades
Vorlegeleisten
bis 250 mm 25 mm
über 250 mm 0,1d
F.4 Durchführung der Prüfungen
Der Stapler muß in Übereinstimmung mit der Tabelle F.2
aufgestellt werden. Die Prüfungen für die seitliche Stand-
F.3.5 Prüflast sicherheit müssen nach der Seite ausgeführt werden, nach
Die Prüflast ist eine Masse gleich der Nenntragfähigkeit Q, der der Stapler die kleinere Standsicherheit hat. Die Kipplinie
die im Schwerpunkt G wirkt. Der Schwerpunkt liegt in der des Staplers über die Punkte M und N muß parallel zur Nei-
Regel im genormten Lastschwerpunkt-Abstand D, horizontal geachse XY der Prüfplattform sein. Die Stellung der Räder
vor der Vorderseite des Gabelrückens und vertikal über der und die allgemeine Darstellung der Stapler in den Abbildun-
Oberseite des Gabelblattes. Der Schwerpunkt G muß in der gen sind nur als Beispiele zu werten; andere Anordnungen
Mittelebene zwischen den Hubgerüstschienen liegen (siehe sind zulässig, vorausgesetzt, die allgemeinen Grundsätze für
Bild F.1). die Aufstellung werden eingehalten.

F.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten


Stapler mit Anbaugeräten müssen nach den beschriebenen
Standsicherheitsversuchen geprüft werden, mit Ausnahme
der Stapler, deren Anbaugeräte den Schwerpunkt der Last
aus der Längs-Mittelebene der Gabel herausbringen können.
Die Prüflast und ihre Anordnung ergeben sich aus den Anga-
ben auf dem oder den Tragfähigkeitsschildern des Staplers,
der mit einem Anbaugerät ausgerüstet ist, und nach den
Angaben des Herstellers.
Die bei den Prüfungen erforderlichen Hubhöhen müssen zwi-
schen der Oberfläche der Prüfplattform und der Unterseite
Innenseite des der Last in ihrer vorgesehenen Position oder der Unterseite
Gabelknicks der zur Lastaufnahme vorgesehenen Einrichtungen gemes-
Bild F.1: Lage des Lastschwerpunktes sen werden, wobei der kleinere Wert maßgebend ist.
Tabelle F.2

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Seite 38
Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung
Prüfung Nr. 1 2
Prüfen der Standsicherheit beim Stapeln Stapeln
Prüflast mit mit
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast D der Prüflast
Hubhöhe Maximum (siehe F.3.5) Maximum (siehe F.3.5)
Stellung des Lastträgers vorgeschoben (soweit bauartbedingt möglich) zurückgezogen
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabeln senkrecht (siehe F.3.2.2) Stellung der geringsten Standsicherheit
1)
Stellung auf der Prüfplattform Bilder F.2 und F.6 oder F.3 undF.7 Bilder F.4 und F.8 oder F.5 und F.9 1)
Neigung der Prüfplattform 4 % bis unter 5 000 kg 3,5 % von 5 000 kg bis 10 000 kg 14 %

1)
Die Räder müssen eingestellt sein
– bei Staplern mit nicht verschiebba-
rem Hubgerüst für Geradeaus-Fahrt
mit nicht
– bei Staplern mit Schubmast in die verschieb- mit
Stellung der geringsten Standsicher- barem Hub- Schub-
gerüst mast
heit

Bild F.2 Bild F.3


Bild F.4
Bild F.5
Anordnung bei Anordnung bei Anordnung bei Anordnung bei
Vierradstaplern Vierradstaplern Vierradstaplern
parallel parallel parallel Vierradstaplern
parallel

Anordnung Anordnung
mit nicht
bei Dreirad- bei Dreirad-
verschieb- Anordnung
staplern staplern mit Anordnung
barem
AB Längs-Mittelebene des Staplers Hubgerüst
Schub- bei Dreirad- bei Dreirad-
mast staplern staplern
XY Neigeachse der Prüfplattform
MN Kipplinie des Staplers Bild F.6 Bild F.7 Bild F.8 Bild F.9

(fortgesetzt)
Tabelle F.2 (fortgesetzt)
Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung
Prüfung Nr. 3 4 5
Prüfen der Standsicherheit beim Stapeln Stapeln Fahren
Prüflast ohne ohne ohne
Lastschwerpunkt-Abstand – – –
Hubhöhe Maximum Maximum abgesenkt (siehe F.3.2.3)
Stellung des Lastträgers zurückgezogen zurückgezogen zurückgezogen
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabeln Stellung so, daß der Stapler die geringste Standsicherheit hat größte Rückwärtsneigung
Stellung auf der Prüfplattform Bilder F.10 und F.8 1) Bilder F.11 und F.9 1) Bilder F.12 und F.8 2)
Neigung der Prüfplattform 14 %, wenn eine oder keine Bremse und 14 % siehe Bild F.13 und Anmerkung 3)
18 %, wenn 2 Bremsen auf die Räder an dem
Staplerende wirken, das dem Fahrer am nächsten ist

1) Die Räder müssen eingestellt sein


– bei Staplern mit nicht verschiebba-
rem Hubgerüst für Geradeaus-Fahrt
– bei Staplern mit Schubmast in die
Stellung der geringsten Standsicher-
Bild F.12
heit
Bild F.10 Bild F.11
a = (20/2+ 15+ 1,55 v)% – max. 50 %
a = (10/2+ 15+ 1,55 v)% – max. 45 %
2)
Der Stapler muß so auf die Prüfplatt- a = (15+1,55 v)% – max. 40 %
form gestellt werden, daß die Gabelzin- 3) Die Werte der Steigfähigkeit in Bild F.13 oder die Steigungswerte, die in den entsprechenden
ken im wesentlichen von der Neige- Gleichungen eingesetzt werden, werden je nach der vorgesehenen Betriebsweise des Staplers
bestimmt.
Neigung der Prüfplattform

achse weggerichtet sind und daß der Wenn der Stapler ausschließlich für den Betrieb auf horizontaler Flur gebaut und vorgesehen
Stapler in der Stellung der geringsten ist, dann sollte zur Bestimmung der Prüfplattformneigung die mit „0 % – horizontal“ bezeichnete
Standsicherheit ist. Die Räder müssen Kurve verwendet werden.
Wenn der Stapler für den Betrieb ohne Last auf Steigungen von 10 % bergauf und bergab
so gestellt sein, daß ihre Achse (soweit gebaut und vorgesehen ist, dann sollte zur Bestimmung der Prüfplattformneigung die mit „10 %“
wie möglich) parallel zur Neigeachse bezeichnete Kurve benutzt werden. Auf ähnliche Weise ist die „20 %“-Kurve zu verwenden.
der Prüfplattform bleibt. Wenn der Stapler für den Betrieb ohne Last auf Neigungen bergauf und bergab gebaut und vor-
gesehen ist, deren Werte zwischen den dargestellten Kurven liegen, soll die Prüfplattformnei-
gung nach einer der nachstehenden Gleichungen bestimmt werden.
XY Neigeachse der Prüfplattform a = 15 + 0,5 i + 1,55 v [max. (40 + 0,5 i) %]

EN 1726-1 : 1998
Dabei ist: a der Neigungswinkel der Prüfplattform in %
i die Steigfähigkeit des unbeladenen Flurförderzeuges in %
v größte Geschwindigkeit des unbeladenen Staplers auf ebenem und horizontalem
Boden in km/h

Seite 39
Bild F.13
(fortgesetzt)
Tabelle F.2 (fortgesetzt)

EN 1726-1 : 1998
Seite 40
Prüfungen für seitliche Standsicherheit
Prüfung Nr. 6
Prüfen der Standsicherheit beim Fahren
Prüflast ohne
Lastschwerpunkt-Abstand –
Hubhöhe abgesenkt (siehe F.3.2.3) Bild F.15
Bild F.14
Stellung des Lastträgers zurückgezogen
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabeln größte Rückwärtsneigung, wenn die Standsicherheit
dabei vermindert ist, sonst senkrecht
Stellung auf der Prüfplattform Bilder F.14, F.15, F.16, F.17 1) und (fallweise) F.18 bis
F.27
Neigung der Prüfplattform Bild F.40
Bild F.16 Bild F.17

parallel parallel parallel


parallel parallel
1)
Der Stapler muß so auf die Prüfplatt-
form gestellt werden, daß seine
ursprüngliche Kipplinie (MN) parallel
zur Neigeachse XY der Prüfplattform
ist. Die Stellung der Räder muß der
gewählten Fahrtrichtung entsprechen.
Die genaue Stellung der Räder kann
nur durch Vorversuche und Erfahrung gefederte
gefederte Lenkrolle
gefederte oder gefedertes Rad Aufhängung der
bestimmt werden. Wenn durch Vor- Lenkrolle oder Lenkrolle Pendelachse
versuche oder Erfahrung eine einzige Pendelachse oder gefe-
dertes Rad Bild F.20 Bild F.21 Bild F.22
Stellung für die geringste Standsicher- Bild F.18
heit nicht ermittelt werden kann, dann Bild F.19
können Prüfungen in mehreren unter-
schiedlichen Stellungen notwendig gefederte
Lenkrolle
sein. parallel oder gefe-
gefederte Lenk-
rolle oder
Aufhängung parallel
dertes Rad
gefedertes Rad
parallel der Pendel- parallel
achse

parallel
MN Kipplinie des Staplers
XY Neigeachse der Prüfplattform

Bild F.23 Bild F.24 Bild F.25 Bild F.26 Bild F.27

(fortgesetzt)
Tabelle F.2 (fortgesetzt)
Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung
Prüfung Nr. 7 8
Prüfen der Standsicherheit beim Fahren Stapeln
Prüflast mit mit
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast D der Prüflast
Hubhöhe abgesenkt (siehe F.3.2.3) Maximum (siehe F.3.5)
Stellung des Lastträgers zurückgezogen zurückgezogen
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabeln größte Rückwärtsneigung, wenn die Standsicherheit dabei vermindert ist – sonst senkrecht
Stellung auf der Prüfplattform Bilder F.28, F.29, F.32, F.331) und (fallweise) F.18 bis F.27 Bilder F.30, F.31, F.34, F.35 1) und (fallweise) F.18 bis F.27
Neigung der Prüfplattform 18 % 6%

1)
Der Stapler muß so auf die Prüfplatt-
form gestellt werden, daß die Gabel-
zinken im wesentlichen von der Neige-
achse weggerichtet sind und daß der
Stapler in der Stellung der geringsten
Standsicherheit ist.
Die Räder müssen so gestellt sein, daß
ihre Achse (soweit wie möglich) parallel
zur Neigeachse der Prüfplattform
bleibt. Bild F.28 Bild F.29

Bild F.30
Bild F.31

MN Kipplinie des Staplers

EN 1726-1 : 1998
XY Neigeachse der Prüfplattform

Seite 41
Bild F.32 Bild F.33 Bild F.34 Bild F.35

(fortgesetzt)
Tabelle F.2 (abgeschlossen)

EN 1726-1 : 1998
Seite 42
Prüfungen für seitliche Standsicherheit
Prüfung Nr. 9
Prüfen der Standsicherheit beim Stapeln
Prüflast ohne
Lastschwerpunkt-Abstand –
Hubhöhe Maximum Bild F.37
Bild F.36
Stellung des Lastträgers zurückgezogen
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabeln größte Rückwärtsneigung, wenn die Standsicherheit
dabei vermindert ist, sonst senkrecht
Stellung auf der Prüfplattform Bilder F.36, F.37, F.38, F.391) und (fallweise) F.18 bis F.27
Neigung der Prüfplattform 8%

Bild F.38 Bild F.39

1
) Der Stapler muß so auf die Prüfplatt- Verifizierung Nr 6
form gestellt werden, daß die Gabel-
zinken im wesentlichen von der (15 + 1,1 v)% – max. 40 %
Neigeachse weggerichtet sind und
v = Größte Geschwindigkeit des unbela-
daß der Stapler in der Stellung der
denen Staplers auf ebenem und
Neigung der Prüfplattform

geringsten Standsicherheit ist.


horizontalem Boden in km/h
Die Räder müssen so gestaltet sein,
daß ihre Achse (soweit möglich) paral-
lel zur Neigeachse der Prüfplattform
bleibt.

XY Neigeachse der Prüfplattform

Bild F.40
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EN 1726-1 : 1998

Anhang G (normativ)
Seitenstapler und Dreiseitenstapler
Verifizierung der Standsicherheit

G.1 Anwendungsbereich G.2.2.2 Regel-Betrieb bei freiem Fahren


(nicht leitliniengeführt)
Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung der
Standsicherheit von Seiten- und Dreiseitenstaplern, mit heb- Liegt vor, wenn der Stapler wie folgt betrieben wird:
barem oder nicht hebbarem Fahrerplatz, mit neigbarem oder a) Geschwindigkeit bis zu vo mit dem Lastaufnahmemittel
nicht neigbarem Hubgerüst oder Gabelzinken. Sie können mit oder ohne Last in abgesenkter Stellung (max.
zum Betrieb in Leitlinienführungen, zum nichtgeführten 1 200 mm); die Abbremsung F muß, wenn sie den her-
Betrieb (frei fahrend) oder für beides gebaut sein. Dieser kömmlichen Wert nicht erreicht, auf den für herkömmli-
Anhang gilt für Stapler mit Gabelzinken und/oder Anbau- che Stapler vorgesehenen Wert gebracht werden oder
geräten. die Geschwindigkeit vo muß automatisch auf nicht mehr
als 9 km/h beschränkt werden. Last oder Lastträger nicht
nach vorn oder seitlich ausgefahren, oder
G.2 Betriebsbedingungen b) Geschwindigkeit nicht über 4 km/h mit dem Lastträger
G.2.1 Allgemeines mit oder ohne Last über 1 200 mm, jedoch auch nicht
mehr als 3 000 mm angehoben, Lenkung nicht mehr als
Die folgenden Prüfungen der Standsicherheit stellen sicher, 10° von der Stellung „Geradeausfahrt“ eingeschlagen.
daß das Flurförderzeug eine ausreichende Standsicherheit Wenn die Lenkung von dieser Stellung abweicht, darf mit
hat, wenn es unter Regel-Betriebsbedingungen eingesetzt max. 2,5 km/h gefahren werden, oder
wird.
c) Kommissionieren oder Ein- und Ausstapeln bis zu einer
Diese Standsicherheitsbedingungen gelten bei leitlinienge-
vom Hersteller des Staplers zugelassenen Höhe. Die
führten Staplern, Fahrgeschwindigkeit muß auf max. 2,5 km/h beschränkt
a) wenn sie durch keinerlei äußere Abstützeinrichtungen sein.
am Umkippen gehindert werden,
d) Zusätzlich, wenn als Dreiseitenstapler ausgelegt, Betrieb
b) wenn sie teilweise durch äußere Abstützeinrichtungen zum frontseitigen Stapeln nur vor einem Stapel (Prüfung
am Umkippen gehindert werden. Nr 8 gilt).
Stapler gemäß b) müssen nach diesem Anhang geprüft wer-
den, um die Standsicherheit in den Richtungen sicherzustel- G.3 Prüfbedingungen
len, in denen sie nicht gegen Umkippen gesichert sind. G.3.1 Prüfverfahren
Wenn die entsprechenden Betriebsbedingungen, Stand- Die Standsicherheit muß nach einem der im folgenden
sicherheitsbestimmungen und Sicherheitsbedingungen die- beschriebenen Verfahren geprüft werden.
ses Anhanges voll erfüllt werden, darf bei Seiten- und
Dreiseitenstaplern, wenn sie leitliniengeführt betrieben wer- G.3.1.1 Prüfplattform
den, das Lastaufnahmemittel mit oder ohne Last und/oder Es wird eine Prüfplattform benutzt, die um eine Seite geneigt
Fahrerplatz während der Fahrt angehoben, gesenkt oder werden kann. Der Stapler wird auf die horizontale Prüfplatt-
betätigt werden. form gestellt, und zwar nacheinander in die in der Tabelle G.2
beschriebenen Stellungen. Für jede der Stellungen des Stap-
Herkömmliche Stapler, die mit einem Seiten- oder Dreisei-
lers muß die Prüfplattform langsam und vorsichtig bis zu der
tenstapel-Anbaugerät ausgerüstet sind, können als Stapler
Schrägstellung geneigt werden, die in diesen Tabellen ange-
nach diesem Anhang nur eingesetzt werden, wenn sie alle
geben ist. Der Stapler wird als standsicher angesehen, wenn
hier genannten Bedingungen und Anforderungen erfüllen.
er allen Prüfungen genügt, ohne umzukippen.
Wenn herkömmliche Stapler mit Seiten- oder Dreiseitensta-
Für diese Prüfungen gilt als Kippwert die Prüfplattformnei-
pel-Anbaugerät die in diesem Anhang genannten Bedin-
gung, bei der der Stapler gerade noch nicht umstürzt. Bei
gungen und Anforderungen nicht erfüllen, sind sie nach
Erhöhung der Schrägstellung würde dies das vollständige
ISO 1074 : 1991 oder Anhang C zu prüfen, und die Tragfä-
Umstürzen des Staplers zur Folge haben. Es ist zulässig,
higkeit ist nach Anhang J festzulegen. Sie müssen auch in
daß sich bei den Prüfungen nach der Seite ein Lastrad von
den Regalgängen wie herkömmliche Stapler betrieben wer-
der Prüfplattform abhebt, und es können Teile des Rahmens
den. Das Fahren mit angehobener Last oder mit gehobenem
oder andere Bauteile mit der Prüfplattform in Berührung
Lastaufnahmemittel ist nur mit max. 2,5 km/h zulässig.
kommen.

G.2.2 Regel-Betriebsbedingungen G.3.1.2 Feste Neigungen


G.2.2.1 Regel-Betrieb, leitliniengeführt in Regalgängen Feste Neigungen, die den beschriebenen Neigungen der
Prüfplattform entsprechen, dürfen verwendet werden. Die
Liegt vor, wenn der Stapler wie folgt betrieben wird: Oberfläche der Neigung muß eben sein. Sie muß in der Lage
a) Betrieb mit dem Lastaufnahmemittel mit oder ohne Last sein, das Gewicht des Staplers zu tragen, ohne das Ergebnis
auf eine Höhe angehoben, in der der Stapler noch mit durch Verformung zu beeinflussen. Der zu prüfende Stapler
Höchstgeschwindigkeit fahren kann; muß in Übereinstimmung mit den Anforderungen mit abge-
b) Betrieb mit dem Lastaufnahmemittel mit oder ohne Last senktem Hubgerüst auf die Neigung gefahren und entspre-
auf eine Höhe angehoben, bei der das Fahren noch chend den Angaben in der Tabelle G.2 aufgestellt werden.
gestattet ist; die Fahrgeschwindigkeit kann eingeschränkt Für jede Position des beladenen Staplers muß die Last lang-
und die Abbremsung entsprechend reduziert sein; sam und vorsichtig auf die Höhe nach der Tabelle G.2
gehoben werden.
c) Kommissionieren oder Aus- und Einstapeln in irgend-
einer Höhe bis zur größten Höhe. Das Fahren in diesen G.3.1.3 Berechnung
Höhen kann unterbunden oder auf max. 2,5 km/h Die Übereinstimmung mit den angegebenen Standsicher-
beschränkt sein. heitswerten kann durch Berechnungen ermittelt werden. Die
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berechneten Tragfähigkeiten ermöglichen es, Varianten unter G.3.4 Arretierung des Staplers auf der
Berücksichtigung von Mastdurchbiegungen, Reifen usw. her- Prüfplattform
zustellen. Die festgelegte Stellung des Staplers auf der Prüfplattform
muß während jeder Prüfung beibehalten werden. Jede Dre-
G.3.2 Bedingungen für den Stapler hung der Räder muß durch Anlegen der Feststellbremse
oder der Betriebsbremse verhindert werden, wobei die letz-
G.3.2.1 Allgemeines tere in Bremsstellung blockiert werden kann. Zusätzlich dür-
Die Prüfungen müssen mit einem betriebsbereiten Stapler fen die Räder gegen den Rahmen des Staplers blockiert
ohne Fahrer durchgeführt werden, bei Staplern mit Verbren- werden, aber so, daß die Pendelung zwischen Achse und
nungsmotor mit gefülltem Kraftstofftank, wenn die Stand- Rahmen nicht beeinträchtigt ist. Zur Sicherheit während der
sicherheit dabei geringer ist. Alle übrigen Tanks müssen Durchführung der Prüfung kann bei Prüfungen in Längsrich-
betriebsgerecht gefüllt sein. Die Lastaufnahmeeinrichtung tung, bei denen eine Pendelachse parallel zur Neigeachse
muß mit allen Schutzeinrichtungen oder zusätzlichen der Prüfplattform liegt und dieser zugekehrt ist, die Pende-
Hubeinrichtungen versehen sein, die als ursprüngliche Aus- lung blockiert werden.
rüstung geliefert werden. Ist das Hubgerüst oder die Gabel Es ist zulässig, Vorlegekeile oder Vorlegeleisten zwischen
neigbar, muß die Neigung nach der Tabelle G.2 eingestellt den Rädern und der Prüfplattform anzubringen, um zu ver-
werden. Bei zurückziehbarem Hubgerüst muß das Flur- hindern, daß der Stapler ins Gleiten kommt. Die Höhe der
förderzeug in der ungünstigsten Position aufgestellt werden. Keile oder Leisten darf die in der Tabelle G.1 angegebenen
Soweit zutreffend, müssen Reifen den vom Hersteller ange- Werte nicht überschreiten.
gebenen Innendruck haben, wenn Reifenballast gestattet ist,
Tabelle G.1
muß er in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Her-
stellers benutzt werden. Maximale Höhe
Außendurchmesser
der Vorlegekeile oder
G.3.2.2 Prüfung der vertikalen Stellung des Hubgerüstes des Rades
Vorlegeleisten
Vor Beginn der Prüfungen Nr 3, 4, 6, 7 und 8 muß die verti-
kale Stellung des Hubgerüstes mit einem Lot oder einer bis 250 mm 25 mm
anderen geeigneten Einrichtung geprüft werden. Die Projek- über 250 mm 0,1d
tion des Schwerpunktes G (oder jedes anderen Punktes, wie
z. B. E, der in fester Beziehung zu G ist) auf die horizontale
G.3.5 Prüflast
Prüfplattform muß bei der zur Prüfung gewählten Hubhöhe
die gleiche sein wie bei der Hubhöhe für das Fahren. Durch Die Prüflast ist eine Masse gleich der Nenntragfähigkeit Q,
Verformung bedingte Abweichungen müssen durch Verände- die im Schwerpunkt G wirkt. Der Schwerpunkt liegt in der
rung der Neigung des Hubgerüstes oder durch Zurückziehen Regel im genormten Lastschwerpunkt-Abstand D, horizontal
des Hubgerüstes oder der Gabelzinken innerhalb der Gren- vor der Vorderseite des Gabelrückens und vertikal über der
zen ausgeglichen werden, die durch die Bauart des Staplers Oberseite des Gabelblattes. Der Schwerpunkt G (oder der
gegeben sind. äquivalente Punkt bei unbeladenem Stapler) muß annähernd
in der Mittelebene zwischen den Hubgerüstschienen liegen,
Dieses Verfahren gilt nicht für Stapler, deren Bauart eine sol-
mit Ausnahme bei Prüfung Nr 7, bei dem der Lastträger seit-
che Berichtigung nicht zuläßt.
lich vollständig ausgefahren ist. Ist der Stapler mit einem
Zusatzhub ausgerüstet, so muß die Last bzw. der Lastträger
G.3.2.3 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Fahren
in die höchste Stellung gebracht werden (siehe Bild G.1).
simuliert wird
Bei den Prüfungen, bei denen Fahren simuliert wird, muß die
Oberseite der Lastplattform am hinteren Ende bzw. die
Gabeloberseite im Gabelknick auf eine Höhe über dem
Boden eingestellt werden, die die Anforderungen für das
Fahren simuliert.

G.3.2.4 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Stapeln


simuliert wird
Die bei den Prüfungen, bei denen Stapeln simuliert wird,
erforderlichen Hubhöhen müssen zwischen der Oberfläche
der Prüfplattform und der Oberseite des Gabelblattes in der
Nähe des Gabelknicks gemessen werden.

G.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in Innenseite des


bezug auf die Standsicherheit Gabelknicks
Bei Staplern mit Fahrersitz oder Fahrerstand muß der Fahrer Bild G.1: Lage des Lastschwerpunktes
durch einen Gegenstand von 90 kg Gewicht (Masse) darge-
stellt sein, wenn dadurch die Standsicherheit während einer Hat der Hersteller auf dem Tragfähigkeitsschild andere Trag-
Prüfung vermindert wird. Dieser Gegenstand muß bei Stap- fähigkeiten angegeben, so sind Prüfungen mit Höchstlast bei
lern mit Fahrerstand so angebracht sein, daß sein Schwer- entsprechender Hubhöhe sowie mit entsprechender Last bei
punkt 1 000 mm über der Mitte der Aufstandsfläche für den maximaler Hubhöhe durchzuführen.
Fahrer ist. Bei Staplern mit Fahrersitz muß der Gegenstand
so angebracht sein, daß sein Schwerpunkt 250 mm und G.3.6 Sicherheitsvorkehrungen
mittig über dem eingesessenen Fahrersitz ist. Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, mit denen das
Wenn der Fahrerplatz in bezug auf den Stapler verstellt wer- Umkippen des Staplers oder das Verschieben der Prüflast im
den kann, muß er bei jeder Prüfung in die Stellung gebracht Verlauf der Prüfungen verhindert wird. Wenn Halteseile oder
werden, bei der sich die geringere Standsicherheit ergibt. -ketten benutzt werden, um das Umstürzen des Staplers zu
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verhindern, müssen sie ausreichend biegsam und so schlaff Die Stellung der Räder und die allgemeine Darstellung der
angeordnet sein, daß keine wesentliche Auswirkung auf den Stapler in den Abbildungen sind nur als Beispiele zu werten;
Stapler erfolgt, bis dessen Kippbewegung beginnt. andere Anordnungen sind zulässig, vorausgesetzt, die allge-
Die Verschiebung der Prüflast darf z. B. auf folgende Weise meinen Grundsätze für die Aufstellung werden eingehalten.
verhindert werden:
a) Entweder fest am Lastträger befestigen oder
G.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten
b) in der Nähe des Bodens mit einem Seil, einer Kette oder
dergleichen so aufhängen, daß das obere Ende der Auf- Stapler mit Anbaugeräten müssen nach den beschriebenen
hängung an dem Punkt G wirkt, an dem der Schwerpunkt Standsicherheitsversuchen geprüft werden. Die Prüflast und
einer sonst fest angeordneten Prüflast wäre. ihre Anordnung ergeben sich aus den Angaben auf dem oder
den Tragfähigkeitsschild(ern) des Staplers, welcher mit
G.4 Durchführung der Prüfungen einem Anbaugerät ausgerüstet ist, und nach den Angaben
Der Stapler muß in Übereinstimmung mit der Tabelle G.2 des Herstellers. Die bei den Prüfungen erforderlichen Hub-
aufgestellt werden. Die Prüfungen für die seitliche Standsi- höhen müssen zwischen der Oberfläche der Prüfplattform
cherheit müssen nach der Seite ausgeführt werden, nach der und der Unterseite der Last in ihrer vorgesehenen Position
der Stapler die kleinere Standsicherheit hat. Die Kipplinie des oder der Unterseite der zur Lastaufnahme vorgesehenen
Staplers über die Punkte M und N muß parallel zur Neige- Einrichtungen gemessen werden, wobei der kleinere Wert
achse XY der Prüfplattform sein. maßgebend ist.
Tabelle G.2

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Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung, in Regallängen, leitliniengeführt
Prüfung Nr. 1 2
Prüfen der Standsicherheit beim Fahren Fahren
Prüflast mit ohne
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast –
Hubhöhe größte für unbeschränktes Fahren (siehe G.2.2.1a))
Stellung auf der Prüfplattform Bilder G.2 und G.3, G.4 oder G.5 oder G.6 und G.7, G.8 oder G.9 (Stellung der geringsten Standsicherheit)
Neigung der Prüfplattform Wenn H ß 500 mm und (kleiner V) max. > 9 km/h: Neigung 18 % Bild G.9
Wenn H ß 500 mm und (kleiner V) max. ß 9 km/h: Neigung 1,3 F % 1)
Wenn H > 500 mm: Neigung – 1,3 F % 1)

1)
F Abbremsung in % oder Zugkraft am
Haken, ausgedrückt in % des Brutto-
gewichts des Staplers mit oder ohne
Last, je nach durchzuführender Prü-
fung. Bei verschiebbarem Hubgerüst
bzw. verschiebbarer Gabel ist für F der
Wert bei zurückgezogenem Hubgerüst
oder zurückgezogener Gabel anzu- Parallel Parallel
Parallel
wenden.

Bild G.2 Bild G.3 Bild G.4 Bild G.5

XY Neigeachse der Prüfplattform

Parallel Parallel
Parallel

Bild G.6 Bild G.7 Bild G.8 Bild G.9

(fortgesetzt)
Tabelle G.2 (fortgesetzt)
Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung, in Regalgängen, leitliniengeführt
Prüfung Nr. 3 4 5 6
Prüfen der Standsicherheit beim Fahren Fahren Fahren Stapeln
Prüflast mit mit ohne mit
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast D der Prüflast – D der Prüflast
Hubhöhe größte für Fahren (siehe G.2.2.1 b)) größte (siehe 6.2.2.1c))
Stellung auf der Prüfplattform Bilder G.10 und G.3, G.4 Bilder G.11 und G.7, G.8 oder Bilder G.13 und G.3, G.4 oder Bilder G.12 und G.3, G.4 oder G.5
oder G.5 G.9 G.5 oder G.14 und G.7, G.8 oder G.15 und G.7, G.8 oder G.9
oder G.9 (Stellung der gering- (Stellung der geringsten Stand-
sten Standsicherheit) sicherheit)
Neigung der Prüfplattform 1,3 F % 1) 1,3 F % 1) 1,3 F % 1) 6%

1) F Abbremsung in % der Zugkraft am Haken,


ausgedrückt in % des Bruttogewichtes des
Staplers mit oder ohne Last, je nach durch-
zuführender Prüfung. Bei verschiebbarem
Hubgerüst bzw. verschiebbarer Gabel ist für F
der Wert bei zurückgezogenem Hubgerüst
oder zurückgezogener Gabel anzuwenden.

Bild B.5

Bild G.10 Bild G.11 Bild G.12

XY Neigeachse der Prüfplattform

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Bild G.13 Bild G.14 Bild G.15

(fortgesetzt)
Tabelle G.2 (fortgesetzt)

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Versuche für Standsicherheit im Regalgang, leitliniengeführt
Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung, in Regalgängen, leitliniengeführt bei freiem Fahren (nicht leitliniengeführt)
Prüfung Nr. 7 8
Prüfen der Standsicherheit beim Stapeln Stapeln
Prüflast mit mit
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast –
Hubhöhe größte (siehe G.2.2.1c)) größte (siehe G.2.2.2 d))
Stellung auf der Prüfplattform Bilder G.16 und G.18 oder G.19 Bilder G.17 und G.20 oder G.21
Neigung der Prüfplattform 4% 4%

Bild G.16 Bild G.17

XY Neigeachse der Prüfplattform

parallel parallel parallel parallel

Bild G.18 Bild G.19 Bild G.20 Bild G.21

(fortgesetzt)
Tabelle G.2 (fortgesetzt)
Prüfungen für die seitliche Standsicherheit beim freien Fahren (nicht leitliniengeführt)
Prüfung Nr. 9 10 11
Prüfen der Standsicherheit beim Stapeln Stapeln Kurvenfahren
Prüflast mit ohne ohne
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast – –
Hubhöhe größte (siehe G.2.2.2c)) größte (siehe G.2.2.2 c)) größte (siehe G.2.2.2 c))
Stellung der Prüfplattform Bilder G.22 oder G.25 und (fallweise) G.31 bis G.38 Bilder G.23 oder G.26 und (fallweise) Bilder G.24 oder G.27 und (fallweise)
(Stellung der geringsten Standsicherheit) G.31 bis G.38 (Stellung der geringsten G.31 bis G.38 (Stellung der geringsten
Standsicherheit) Standsicherheit)
Neigung der Prüfplattform 6% 8% siehe Bild G.40

Bild G.24

Bild G.23
(wenn zutreffend) Hubgerüst auf Stellung der
Bild G.22 geringsten Standsicherheit geneigt

XY Neigeachse der Prüfplattform

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Bild G.25 Bild G.26 Bild G.27

(fortgesetzt)
Tabelle G.2 (fortgesetzt)

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Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung beim freien Fahren (nicht leitliniengeführt)
Prüfung Nr. 12 13 14
Prüfen der Standsicherheit beim Stapeln Stapeln Fahren
Prüflast mit ohne ohne
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast – –
Hubhöhe größte (siehe G.2.2.2c)) größte für freies Fahren (siehe G.2.2.2a))
(wenn zutreffend, Hubgerüst auf Stellung der geringsten Standsicherheit geneigt)
Stellung der Prüfplattform Bilder G.28 und G.7, 6.8 oder G.9 Bilder G.29 und G.7, G.8 oder G.9 Bilder G.30 und G.7, G.8 oder G.9
Neigung der Prüfplattform 14 % 14 %, wenn eine oder keine Bremse und Bild G.41
18 %, wenn zwei Bremsen auf die Räder
an dem Stapler-Ende wirken, das dem
Fahrer am nächsten ist

XY Neigeachse der Prüfplattform

Bild G.28 Bild G.29 Bild G.30

(fortgesetzt)
Tabelle G.2 (abgeschlossen)
Aufstellung des Staplers auf der Prüfplattform, Prüfungen Nr. 9, 10, 11
N

Lenk- oder
Antriebsräder in
Pendelachse,
Aufhängung nicht pendelnde,
mittig am ungefederte
Stapler Lastrolle
oder Rad

parallel parallel

parallel
parallel

Der Stapler ist symmetrisch und kann


rechtsseitig und linksseitig aufgestellt werden.
MN Kipplinie des Staplers Bild G.31 Bild G.32 Bild G.33 Bild G.34

XY Neigeachse der Prüfplattform

parallel nicht pendelndes parallel


parallel
Antriebsrad
Pfeil dargestellte Bewegung
gefederte
Lenkrolle
oder Rad
Die Darstellungen der Radanord- nicht pendelnde,
nung und der Stapler-Umrisse sind ungefederte
nur beispielhaft. Andere Anordnun- Lenkrolle Lenk- oder
gen sind zulässig, sofern die allge- oder Rad Antriebsräder in
meinen Grundsätze der Aufstellung Pendelachse,
für die Prüfungen beibehalten Aufhängung
werden. parallel mittig am
Stapler

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Bild G.35 Bild G.36 Bild G.37 Bild G.38
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Zu Prüfung Nr. 2
Neigung der Prüfplattform

(15 + 1,55 v) % – max. 25 %

v Größte Geschwindigkeit des unbeladenen


Staplers auf ebenem und horizontalem Boden
in Gängen in km/h
Bild G.39

Zu Prüfung Nr. 11
Neigung der Prüfplattform

(15 + 1,1 vo) % – max. 40 %

vo Größte Geschwindigkeit in km/h, die der


unbeladene Stapler auf ebenem und horizon-
talem Boden außerhalb der Gänge erreichen
kann (sie kann automatisch von der Höchst-
geschwindigkeit v in den Gängen herabgesetzt
werden)

Bild G.40

Zu Prüfung Nr. 14
Neigung der Prüfplattform

(15 + 1,55 vo) % – max. 40 %

vo Größte Geschwindigkeit in km/h, die der


unbeladene Stapler auf ebenem und horizon-
talem Boden außerhalb der Gänge erreichen
kann (sie kann automatisch von der Höchst-
geschwindigkeit v in den Gängen herabgesetzt
werden)

Bild G.41
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EN 1726-1 : 1998

Anhang H (normativ)
Geländegängige Gabelstapler
Verifizierung der Standsicherheit

H.1 Anwendungsbereich H.3.1.3 Berechnung


Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung der Die Übereinstimmung mit den angegebenen Standsicher-
Standsicherheit von geländegängigen Gabelstaplern mit heitswerten kann durch Berechnungen ermittelt werden. Die
Radlenkung oder Knicklenkung, die wahlweise eine Einrich- berechneten Tragfähigkeiten ermöglichen es, Varianten unter
tung zum Ausgleich der seitlichen Schrägstellung (Quernei- Berücksichtigung von Mastdurchbiegungen, Reifen usw. her-
gung) von Fahrgestell, Hubgerüst oder Gabelträger haben zustellen.
können, mit neigbarem oder nicht neigbarem Hubgerüst oder
Gabelzinken. Er gilt für Stapler mit Gabelzinken und/oder
H.3.2 Bedingungen für den Stapler
Anbaugeräten. H.3.2.1 Allgemeines
Die Prüfungen müssen mit einem betriebsbereiten Stapler
H.2 Betriebsbedingungen ohne Fahrer durchgeführt werden, bei Staplern mit Verbren-
nungsmotor mit gefülltem Kraftstofftank, wenn die Stand-
Die folgenden Prüfungen der Standsicherheit stellen sicher, sicherheit dabei geringer ist. Alle übrigen Tanks müssen
daß das Flurförderzeug eine ausreichende Standsicherheit betriebsgerecht gefüllt sein.
hat, wenn es unter Regel-Betriebsbedingungen eingesetzt
wird, wie: Die Lastaufnahmeeinrichtung muß mit allen Schutzeinrich-
tungen oder zusätzlichen Hubeinrichtungen versehen sein,
a) Betrieb (Fahren und Stapeln) auf unbefestigtem Boden; die als ursprüngliche Ausrüstung geliefert werden. Ist das
b) Fahren mit Hubgerüst oder Gabel zurückgeneigt und mit Hubgerüst oder die Gabel neigbar, muß die Neigung entspre-
abgesenkter Last (Fahrstellung), einschließlich Fahren chend der Tabelle H.2 eingestellt werden. Soweit zutreffend,
auf Steigungen; müssen Reifen den vom Hersteller angegebenen Innendruck
haben; wenn Reifenballast gestattet ist, muß er in Überein-
c) Stapeln mit etwa vertikal stehendem Hubgerüst und hori-
stimmung mit den Anweisungen des Herstellers benutzt
zontal gestellten Gabelzinken;
werden.
d) Betrieb mit dem Schwerpunkt der Last etwa in der Längs-
Mittelebene des Staplers. H.3.2.2 Prüfung der vertikalen Stellung des Hubgerüstes
Wenn die Betriebsbedingungen davon abweichen, müssen Vor Beginn der Prüfung Nr 1 muß die vertikale Stellung des
weitere Normen beachtet werden, z. B. Anhang J, Anhang K Hubgerüstes mit einem Lot oder einer anderen geeigneten
und Anhang L. Einrichtung geprüft werden. Die Projektion des Schwerpunk-
tes G (oder jedes anderen Punktes, wie z. B. E, der in fester
Beziehung zu G ist) auf die horizontale Prüfplattform muß bei
H.3 Prüfbedingungen der zur Prüfung gewählten Hubhöhe die gleiche sein wie bei
der Hubhöhe für das Fahren. Durch Verformung bedingte
H.3.1 Prüfverfahren
Abweichungen müssen durch Veränderung der Neigung des
Die Standsicherheit muß nach einem der im folgenden Hubgerüstes innerhalb der Grenzen ausgeglichen werden,
beschriebenen Verfahren geprüft werden. die durch die Bauart des Staplers gegeben sind.
H.3.1.1 Prüfplattform Dieses Verfahren gilt nicht für Stapler, deren Bauart eine
Es wird eine Prüfplattform benutzt, die um eine Seite geneigt solche Berichtigung nicht zuläßt.
werden kann. H.3.2.3 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Fahren
Der Stapler wird auf die horizontale Prüfplattform gestellt, simuliert wird
und zwar nacheinander in den in Tabelle H.2 beschriebenen Bei den Prüfungen, bei denen Fahren simuliert wird, muß die
Stellungen. Für jede der Stellungen des Staplers muß die Gabeloberseite im Gabelknick auf 500 mm über dem Boden
Prüfplattform langsam und vorsichtig bis zu der Schrägstel- sein.
lung geneigt werden, die in dieser Tabelle angegeben ist. Der
Stapler wird als standsicher angesehen, wenn er alle Prüfun- H.3.2.4 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Stapeln
gen erfolgreich bestanden hat, ohne umzukippen. Für diese simuliert wird
Prüfungen gilt als Kippwert die Prüfplattformneigung, bei der Die bei den Prüfungen erforderlichen Hubhöhen, bei denen
der Stapler gerade noch nicht umstürzt. Bei Erhöhung der Stapeln simuliert wird, müssen zwischen der Oberfläche der
Schrägstellung würde dies das vollständige Umstürzen des Prüfplattform und der Oberseite des Gabelblattes in der
Staplers zur Folge haben. Es ist zulässig, daß sich bei den Nähe des Gabelknickes gemessen werden.
Prüfungen nach der Seite ein Lastrad von der Prüfplattform
abhebt. H.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in
bezug auf die Standsicherheit
H.3.1.2 Feste Neigungen Bei Staplern mit Fahrerstand oder Fahrersitz muß der Fahrer
Feste Neigungen, die den beschriebenen Neigungen der durch einen Gegenstand von 90 kg Gewicht (Masse) darge-
Prüfplattform entsprechen, dürfen verwendet werden. Die stellt sein, wenn dadurch die Standsicherheit während einer
Oberfläche der Neigung muß eben sein. Sie muß in der Lage Prüfung vermindert wird. Dieser Gegenstand muß bei Stap-
sein, das Gewicht des Flurförderzeuges zu tragen, ohne das lern mit Fahrerstand so angebracht sein, daß sein Schwer-
Ergebnis durch Verformung zu beeinflussen. punkt 1 000 mm über der Mitte der Aufstandsfläche für den
Der zu prüfende Stapler muß in Übereinstimmung mit den Fahrer ist. Bei Staplern mit Fahrersitz muß der Gegenstand
Anforderungen mit abgesenktem Hubmast auf die Neigung so angebracht sein, daß sein Schwerpunkt 250 mm und
gefahren und entsprechend den Angaben in der Tabelle H.2 mittig über dem eingesessenen Fahrersitz ist.
aufgestellt werden. Für jede Position des beladenen Flurför- Wenn der Fahrerplatz in bezug auf den Stapler verstellt wer-
derzeuges muß die Last langsam und vorsichtig auf die den kann, muß er bei jeder Prüfung in die Stellung gebracht
Höhe nach der Tabelle H.2 gehoben werden. werden, bei der sich die geringere Standsicherheit ergibt.
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EN 1726-1 : 1998

H.3.4 Arretierung des Staplers auf der H.3.6 Sicherheitsvorkehrungen


Prüfplattform Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, mit denen das
Die festgelegte Stellung des Staplers auf der Prüfplattform Umkippen des Staplers oder das Verschieben der Prüflast im
muß während jeder Prüfung beibehalten werden. Jede Dre- Verlauf der Prüfungen verhindert wird.
hung der Räder muß durch Anlegen der Feststellbremse
Wenn Halteseile oder -ketten benutzt werden, um das
oder der Betriebsbremse verhindert werden, wobei die letz-
Umstürzen des Staplers zu verhindern, müssen sie ausrei-
tere in Bremsstellung blockiert werden kann.
chend biegsam und so schlaff angeordnet sein, daß keine
Zusätzlich dürfen die Räder gegen den Rahmen des Staplers wesentliche Auswirkung auf den Stapler erfolgt, bis dessen
blockiert werden, aber so, daß die Pendelung zwischen Kippbewegung beginnt.
Achse und Rahmen nicht beeinträchtigt ist.
Die Verschiebung der Prüflast darf z. B. auf folgende Weise
Es ist zulässig, Vorlegekeile oder Vorlegeleisten zwischen verhindert werden:
den Rädern und der Prüfplattform anzubringen, um zu ver-
hindern, daß das Flurförderzeug ins Gleiten kommt. Die a) Entweder fest am Lastträger befestigen oder
Höhe der Keile oder Leisten darf die in der Tabelle H.1 ange- b) in der Nähe des Bodens mit einem Seil, einer Kette oder
gebenen Werte nicht überschreiten: dergleichen so aufhängen, daß das obere Ende der Auf-
Tabelle H.1 hängung an dem Punkt G wirkt, an dem der Schwerpunkt
einer sonst fest angeordneten Prüflast wäre.
Maximale Höhe
Außendurchmesser
der Vorlegekeile oder
des Rades
Vorlegeleisten H.4 Durchführung der Prüfungen
bis 250 mm 25 mm Der Stapler ist entsprechend der Tabelle H.2 aufzustellen.
Die Prüfungen für die seitliche Standsicherheit müssen nach
über 250 mm 0,1d
der Seite ausgeführt werden, nach der der Stapler die gerin-
gere Standsicherheit hat.
H.3.5 Prüflast Die Kipplinie des Staplers über die Punkte M und N muß
Die Prüflast ist eine Masse gleich der Nennlast Q, die im parallel zur Neigeachse XY der Prüfplattform sein.
Schwerpunkt G wirkt. Der Schwerpunkt liegt in der Regel im Punkt N ist der Mittelpunkt der Berührungsfläche zwischen
genormten Lastschwerpunkt-Abstand D, horizontal vor der der Oberfläche der Prüfplattform und dem der Neigeachse
Vorderseite des Gabelrückens und vertikal über der Ober- XY nächsten Lastrad (siehe Bilder H.8 und H.9).
seite des Gabelblattes.
Punkt M ist die senkrechte Projektion des Schnittpunktes von
Der Schwerpunkt G muß in der Mittelebene zwischen den Längs-Mittelebene AB des Staplers und Mittellinie der Hinter-
Hubgerüstschienen liegen, außer bei Prüfung Nr 3, wenn die achse auf die Prüfplattform (siehe Bilder H.8 und H.9).
Einrichtung zur Korrektur der Querneigung benutzt wird
Bei den Prüfungen sind Abstützungen außer Eingriff zu
(siehe Bild H.1).
bringen.
Bei Prüfung Nr 3 kann die Einrichtung zur Korrektur der
Querneigung dazu benutzt werden, auf der geneigten Prüf-
plattform die Hubeinrichtung so weit wie möglich der senk-
rechten Stellung anzunähern. Bei den anderen Prüfungen
muß die Hubeinrichtung lotrecht zur Prüfplattform sein.

H.5 Prüfungen für Stapler mit Anbaugeräten


Stapler mit Anbaugeräten müssen nach den beschriebenen
Standsicherheitsversuchen geprüft werden, mit Ausnahme
der Stapler, deren Anbaugeräte den Schwerpunkt der Last
aus der Längs-Mittelebene der Gabel herausbringen können.
Die Prüflast und ihre Anordnung ergeben sich aus den Anga-
Innenseite des ben auf dem oder den Tragfähigkeitsschildern des Staplers,
Gabelknicks der mit einem Anbaugerät ausgerüstet ist, und nach den
Angaben des Herstellers.
Bild H.1: Lage des Lastschwerpunktes
Die bei den Prüfungen erforderlichen Hubhöhen müssen
Hat der Hersteller auf dem Tragfähigkeitsschild andere Trag- zwischen der Oberfläche der Prüfplattform und der Unter-
fähigkeiten angegeben, so sind Prüfungen mit Höchstlast bei seite der Last in ihrer vorgesehenen Position oder der Unter-
entsprechender Hubhöhe sowie mit entsprechender Last bei seite der zur Lastaufnahme vorgesehenen Einrichtungen
maximaler Hubhöhe durchzuführen. gemessen werden, wobei der kleinere Wert maßgebend ist.
Tabelle H.2
Prüfungen für Standsicherheit in Längsrichtung und Prüfungen für Standsicherheit in Querrichtung
Prüfung Nr. 1 2 3 4
Prüfen der Standsicherheit beim Stapeln Fahren Stapeln Fahren
Prüflast mit mit mit ohne
Lastschwerpunkt-Abstand D der Prüflast D der Prüflast D der Prüflast –
Hubhöhe zur Prüflast gehörende 500 mm (siehe H.3.2.3) zur Prüflast gehörende (siehe 500 mm (siehe H.3.2.3)
(siehe H.3.5) H.3.5)
1)
Neigung des Hubgerüstes oder der Gabelzinken lotrecht (siehe H.3.2.2) größte Rückwärtsneigung größte Rückwärtsneigung
Stellung auf der Prüfplattform Bilder H.2 und H.6 oder H.7 Bilder H.3 und H.6 oder H.7 Bilder H.4 und H.8 oder H.9 Bilder H.5 und H.8 oder H.9
Neigung der Prüfplattform 7% 22 % 12 % 50 %

1)
Größte Rückwärtsneigung oder 10° Rück-
wärtsneigung oder Verschiebung des
Schwerpunktes der Last um 600 mm nach
hinten, wobei der kleinste Wert maßgebend ist.

Bild H.2 Bild H.3 Bild H.4 Bild H.5

Parallel Parallel

MN Kipplinie des Staplers

AB Längs-Mittelebene des Staplers


Parallel
XY Neigeachse der Prüfplattform
Parallel Parallel

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Parallel Parallel

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Bild H.6 Bild H.7 Bild H.8 Bild H.9
Seite 56
EN 1726-1 : 1998

Anhang J (normativ)
Stapler, die mit außermittiger Last betrieben werden – Außermittigkeit durch kraftbetriebene Arbeitsmittel
Zusätzliche Verifizierung der Standsicherheit
Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung der Standsicherheit nach ISO 10658 : 1996 für Stapler, die mit außer-
mittiger Last durch kraftbetriebene Arbeitsmittel arbeiten.
Für Schubmast-, Schubrahmenstapler, Hochhubwagen, Spreizenstapler und Gabelhochhubwagen gilt ISO 10658 : 1996 bis zu
einer Tragfähigkeit von 5 000 kg.
Dieser Anhang erweitert die Nenntragfähigkeit auf 10 000 kg für die genannten Stapler.

Anhang K (normativ)
Stapler, die mit vorgeneigtem Hubgerüst betrieben werden
Verifizierung der Standsicherheit
Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung nach ISO 5767 : 1992, wenn die Betriebsbedingungen von den Regel-
Betriebsbedingungen abweichen und es notwendig ist, einen beladenen Stapler mit vorgeneigtem Hubgerüst zu betreiben.
ISO 5767 : 1992 gilt für Schub- und Spreizenstapler sowie für Hochhub- und Gabelhochhubwagen bis zu einer Nenntragfähigkeit
von 5 000 kg.
Dieser Anhang erweitert die Nenntragfähigkeit auf 10 000 kg für die genannten Stapler.

Anhang L (normativ)
Stapler, die mit außermittiger Last betrieben werden
Betriebsbedingte Außermittigkeit
Verifizierung der Standsicherheit

L.1 Anwendungsbereich L.2 Betriebsbedingungen


In anderen Anhängen werden Verfahren für die Prüfungen Die folgenden Prüfungen der Standsicherheit stellen sicher,
der Standsicherheit unter Regel-Betriebsbedingungen fest- daß das Flurförderzeug eine ausreichende Standsicherheit
gelegt. Die Definition der „Regel-Betriebsbedingungen“ ist in hat, wenn es innerhalb der besonderen Tragfähigkeits- und
den jeweiligen Anhängen enthalten. Betriebsbedingungen eingesetzt wird
Wenn ein Stapler zum Stapeln (Absetzen oder Aufnehmen
Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung für den
einer Last) auf horizontalem Boden so betrieben werden
Fall, daß die Betriebsbedingungen von den Regelbedingun-
muß, daß der Schwerpunkt der Last mehr als nur geringfügig
gen abweichen und es notwendig ist, einen Stapler mit einer
gegen die Längs-Mittelebene des Staplers um einen nicht
Last zu betreiben, deren Lastschwerpunkt mehr als nur
bestimmbaren Betrag versetzt ist, sei es durch die Art der zu
geringfügig gegenüber der Längs-Mittelebene des Staplers
befördernden Last oder durch das benutzte Lastaufnahme-
versetzt ist (siehe Bild L.1).
mittel, muß für diesen Zweck eine besondere Tragfähigkeit
festgelegt werden.

Bild L.1: Besondere Betriebsbedingung


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Als mehr als nur geringfügige Abweichung werden angesehen: punkt 1 000 mm über der Standfläche für den Fahrer ist. Bei
mehr als 100 mm bei Staplern mit einer Nenntragfähigkeit bis Staplern mit Fahrersitz muß der Gegenstand so angebracht
einschließlich 6 300 kg sein, daß sein Schwerpunkt 250 mm und mittig über dem ein-
gesessenen Fahrersitz ist.
mehr als 150 mm bei Staplern mit einer Nenntragfähigkeit bis
einschließlich 10 000 kg Wenn der Fahrersitz in bezug auf den Stapler verstellt wer-
den kann, muß er bei jeder Prüfung in die Stellung gebracht
werden, bei der sich die geringere Standsicherheit ergibt.
L.3 Prüfbedingungen
L.3.1 Prüfverfahren L.3.4 Arretierung des Staplers auf der
Die Standsicherheit muß nach einem der im folgenden Prüfplattform
beschriebenen Verfahren geprüft werden. Die festgelegte Stellung des Staplers auf der Prüfplattform
muß während der Prüfung beibehalten werden.
L.3.1.1 Prüfplattform
Jede Drehung der Räder ist durch Anlegen der Feststell-
Es wird eine Prüfplattform benutzt, die um eine Seite geneigt bremse oder der Betriebsbremse zu verhindern, wobei die
werden kann. Der Stapler wird auf die horizontale Prüfplatt- letztere in angelegter Stellung blockiert werden darf. Zusätz-
form gestellt, und zwar in der in L.4 beschriebenen Stellung. lich dürfen die Räder gegen das Fahrgestell so verkeilt wer-
Die Prüfplattform muß langsam und vorsichtig bis zu der den, daß die Bewegungen zwischen Fahrgestell und Achse
Schrägstellung geneigt werden, die in der jeweiligen Prüfung nicht beeinträchtigt werden.
in L.4 angegeben ist. Der Stapler wird als standsicher ange-
sehen, wenn er der Prüfung genügt, ohne umzukippen. Zwischen den Rädern und der Prüfplattform dürfen Vorlege-
klötze oder -leisten benutzt werden, um zu verhindern, daß
Für die Prüfung gilt als Kippwert die Neigung der Prüfplatt- der Stapler ins Gleiten kommt. Die Höhe der Leisten oder
form, bei der der Stapler gerade noch nicht umstürzt. Bei Klötze darf die in der Tabelle L.1 angegebenen Werte nicht
Erhöhung der Schrägstellung würde dies das vollständige überschreiten:
Umstürzen des Staplers zur Folge haben. Es ist zulässig, Tabelle L.1
daß sich bei der Prüfung ein Lastrad von der Prüfplattform
abhebt, und es können Teile des Rahmens oder andere Bau- Maximale Höhe
teile mit der Prüfplattform in Berührung kommen. Außendurchmesser
der Vorlegekeile oder
des Rades
Vorlegeleisten
L.3.1.2 Feste Neigungen
Feste Neigungen, die den beschriebenen Neigungen der bis 250 mm 25 mm
Prüfplattform entsprechen, dürfen verwendet werden. Die über 250 mm 0,1d
Oberfläche der Neigung muß eben sein. Sie muß in der Lage
sein, das Gewicht des Staplers zu tragen, ohne das Ergebnis
durch Verformung zu beeinflussen. L.3.5 Prüflast
Der zu prüfende Stapler muß in Übereinstimmung mit den Die Prüflast ist eine Masse gleich der Nenntragfähigkeit Q,
Anforderungen mit abgesenktem Hubgerüst auf die Neigung die im Schwerpunkt G wirkt. Der Schwerpunkt liegt in der
gefahren und entsprechend den Angaben in Tabelle L.4 auf- Regel im genormten Lastschwerpunkt-Abstand D, horizontal
gestellt werden. Für jede Position des beladenen Staplers vor der Vorderseite des Gabelrückens und vertikal über der
muß die Last langsam und vorsichtig auf die Höhe nach L.4 Oberseite des Gabelblattes.
gehoben werden. Der Schwerpunkt G muß seitlich um den größten Betrag ver-
setzt sein, der während des Betriebs auftreten kann (siehe
L.3.1.3 Berechnung Bild L.2).
Die Übereinstimmung mit den angegebenen Standsicher-
heitswerten kann durch Berechnungen ermittelt werden. Die
berechneten Tragfähigkeiten ermöglichen es, Varianten unter
Berücksichtigung von Mastdurchbiegungen, Reifen usw. her-
zustellen.

L.3.2 Bedingungen für den Stapler


Die Prüfung muß mit einem betriebsbereiten Stapler ohne
Fahrer durchgeführt werden, bei Staplern mit Antrieb durch
Verbrennungsmotor muß der Kraftstofftank gefüllt sein, wenn
durch ihn die Standsicherheit verringert wird; alle übrigen
Tanks müssen voll sein.
Die Lastaufnahmeeinrichtung muß mit allen Schutzeinrich-
tungen oder zusätzlichen Hubeinrichtungen versehen sein,
die als ursprüngliche Ausrüstung geliefert werden. Ist das Innenseite des
Hubgerüst oder die Gabel neigbar, muß die Neigung nach Gabelknicks
L.4 eingestellt werden. Soweit zutreffend, müssen Reifen den Bild L.2: Lage des Lastschwerpunktes
vom Hersteller angegebenen Innendruck haben; wenn Rei-
fenballast gestattet ist, muß er in Übereinstimmung mit den Hat der Hersteller auf dem Tragfähigkeitsschild andere Trag-
Anweisungen des Herstellers benutzt werden. fähigkeiten angegeben, so sind die Prüfungen mit Höchstlast
bei entsprechender Hubhöhe sowie mit entsprechender Last
L.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in bei maximaler Hubhöhe durchzuführen, wie zwischen den
bezug auf die Standsicherheit beteiligten Parteien vereinbart.
Bei Staplern mit Fahrersitz oder Fahrerstand muß der Fahrer
durch einen Gegenstand von 90 kg Gewicht (Masse) darge- L.3.6 Sicherheitsvorkehrungen
stellt sein, wenn dadurch die Standsicherheit während der Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, mit denen das
Prüfung vermindert wird. Dieser Gegenstand muß bei Stap- Umkippen des Staplers oder das Verschieben der Prüflast im
lern mit Fahrerstand so angebracht sein, daß sein Schwer- Verlauf der Prüfung verhindert werden.
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Wenn Halteseile oder -ketten benutzt werden, um das Vierwegestapler und


Umstürzen des Staplers zu verhindern, müssen sie ausrei- Mehrwegestapler nach Anhang F Prüfung Nr 8
chend biegsam und so schlaff angeordnet sein, daß keine Geländegängige
wesentliche Auswirkung auf den Stapler erfolgt, bis dessen Gabelstapler nach Anhang H Prüfung Nr 3
Kippbewegung beginnt. Die Prüfung muß nach der Seite durchgeführt werden, nach
Die Verschiebung der Prüflast darf z. B. auf folgende Weise der der Stapler die geringere Standsicherheit hat. Soweit
verhindert werden: durch die Bauart möglich, muß das Hubgerüst zurückge-
a) Entweder fest am Lastträger befestigen oder zogen und voll zurückgeneigt sein. Die Last muß, wie in L.3.5
beschrieben, auf die größte Höhe gehoben werden.
b) in der Nähe des Bodens mit einem Seil, einer Kette oder
dergleichen so aufhängen, daß das obere Ende der Auf-
hängung an dem Punkt G wirkt, an dem der Schwerpunkt
L.5 Prüfungen für Stapler mit
einer sonst fest angeordneten Prüflast wäre. Anbaugeräten
Stapler mit Anbaugeräten müssen, soweit zutreffend, nach
L.4 Durchführung der Prüfung dem vorgeschriebenen besonderen Standsicherheitsversuch
geprüft werden. Die Prüflast und ihre Anordnung ergeben
Der Stapler muß auf der Prüfplattform wie folgt aufgestellt
sich aus den Angaben auf dem oder den Tragfähigkeitsschil-
werden:
dern des Staplers, der mit einem Anbaugerät ausgerüstet ist,
Gabelstapler nach ISO 1074 : 1991 Prüfung und nach den Angaben des Herstellers.
Nr 3
Die bei den Prüfungen erforderlichen Hubhöhen müssen zwi-
Schubstapler und schen der Oberfläche der Prüfplattform und der Unterseite
Spreizenstapler nach Anhang C Prüfung Nr 3 der Last in ihrer vorgesehenen Position oder der Unterseite
Gabelhochhubwagen und der zur Lastaufnahme vorgesehenen Einrichtungen gemes-
Hochhubwagen nach Anhang D Prüfung Nr 3 sen werden, wobei der kleinere Wert maßgebend ist.

Anhang M (normativ)
Verifizierung des Fahrerschutzdaches – Fallversuche

M.1 Anwendungsbereich Es kann eine Prüflast mit anderen Abmessungen und/oder


aus anderen Werkstoffen eingesetzt werden, vorausgesetzt,
In anderen Dokumenten werden die Grundanforderungen
daß dadurch die Prüfbedingungen nicht vereinfacht werden.
und Prüfungen für Schutzdächer bei Staplern mit Fahrersitz
oder Fahrerstand mit einer Hubhöhe über 1 800 mm fest-
gelegt.
In diesem Anhang werden zusätzliche Prüfungen für Stapler
festgelegt, die für die Handhabung von großen Gegenstän- M.2.2 Durchführung der Prüfung
den, wie Papierrollen oder gebündelte Holzpakete, die über Die Prüflast wird in freiem Fall aus einer ungefähr waage-
einer Höhe von 1 800 mm transportiert werden dürfen, vor- rechten Position und aus einer Höhe fallen gelassen, aus der
gesehen sind. der geforderte Aufprall den Anforderungen von Tabelle M.1
entspricht.
M.2 Prüfbedingungen
Die Prüfung ist an einem Schutzdach durchzuführen, das an Energie in Joule
einem Stapler angebracht ist, für dessen Typ und Nenntrag- Fallabstand in m = ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
9,8 tatsächliches Gewicht der Prüflast in kg
fähigkeit es ausgelegt ist, oder das auf einem Prüfgestell mit
ähnlichem Aufbau angebracht ist.

M.2.1 Prüflast M.2.2.2 Die Prüflast wird mittig über dem Schutzdach
Die Prüflast besteht aus einem Stapel von normalem Bau- angeordnet, so daß die Länge rechtwinklig zur Längs-Mittel-
holz mit dem Querschnitt 50 mm × 100 mm. Sie ist 3 600 mm linie des Flurförderzeuges verläuft, die 1 000 mm Abmessung
lang und nicht breiter als 1 000 mm. Die Höhe ergibt sich aus flach; sie soll das Schutzdach in dieser Stellung treffen (siehe
dem Mindestgewicht. Im Stapel ist das Bauholz mit den Bild M.1).
Abmessungen 100 mm waagerecht angeordnet. Das Holz ist Wenn der Test nach 5.9.1.1 dieser Norm vorher erfolgt, kann
mit mindestens drei Metallbändern zusammenzuhalten, wobei das gleiche Schutzdach für diesen Test verwendet werden.
eines ungefähr in der Mitte liegt, die anderen nicht weiter als
jeweils 900 mm vom Ende entfernt (siehe Bild M.1).
Die Prüflast hat ein Mindestgewicht entsprechend Tabelle M.1.
Tabelle M.1 M.2.3 Anforderungen
Energie Prüflast Die bleibende Verformung des Schutzdaches und des Auf-
Nennlast baus nach dem Aufprall wird zwischen einer waagerechten
(J) (kg)
Flächentangente zur Unterseite des Daches in der Fahrer-
5 000 kg bis 6 350 kg 32 640 1 360 stellung und einer waagerechten Flächentangente zur Ober-
seite des Lenkrades gemessen. Zwischen den Flächen
6 351 kg bis 10 000 kg 43 520 1 360 dürfen nicht weniger als 250 mm liegen (siehe Bild M.2).
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Mindestens 250 mm

Bild M.1: Prüfmethode für den Fallversuch


am Fahrerschutzdach
Bild M.2: Verformungsgrenze beim Aufprall
auf das Fahrerschutzdach

Anhang N (informativ)
Belastungskontrolle
Die EU-Richtlinie Maschinen 89/392 mit Datum vom – die Beispiele in Tabelle Nr 1 zeigen, daß wesentliche
14. Juni 1989, geändert durch die Richtlinien 91/368 vom Gefährdungen durch den Einsatz dieser Systeme nicht
20. Juni 1991, 93/44 vom 14. Juni 1993 und 93/68 vom abgedeckt werden;
22. Juni 1993 fordert in 4.2.1.4 eine Belastungskontrolle: – seit dem 1. Januar 1961 Flurförderzeuge Standsicher-
4.2.1.4 Belastungskontrolle heitsvorschriften erfüllen müssen, die in den Jahren ab
1950 von europäischen und amerikanischen Herstellern
Maschinen mit einer maximalen Tragfähigkeit von minde-
entwickelt wurden. Diese Vorschriften wurden über die
stens 1 000 kg bzw. einem Kippmoment von mindestens
Jahre weiterentwickelt und bildeten die ersten ISO-Nor-
40 000 Nm müssen mit Vorrichtungen versehen sein, die den
men, die 1975 veröffentlicht wurden, sie sind auch in der
Fahrer warnen und eine gefahrbringende Bewegung der Last
EU-Richtlinie 89/240 enthalten. Mit der Entwicklung
verhindern bei:
neuer Flurförderzeuge wurden die Vorschriften weiter-
– Überlastung der Maschine durch Überschreiten der maxi- entwickelt, sie werden weltweit angewendet;
malen Tragfähigkeit – die Standsicherheit beeinflußt wird durch die Fahrge-
oder schwindigkeit, vor allem beim Wenden, Beschleunigen
– durch Überschreiten der zulässigen Lastmomente auf- und Bremsen, sowie durch Bodenneigungen und
grund dieser Lasten; -beschaffenheit, deswegen ist ein ordnungsgemäßer
Betrieb erforderlich;
– Überschreiten der zulässigen Kippmomente, insbeson-
dere durch gehobene Lasten. – Hersteller von Flurförderzeugen Last- und Momentsen-
soren, die den Druck im Hub- und Neigezylinder messen,
Während der Verbesserung der EU-Richtlinie 91/368 wurde Lastsensoren an der Lenkachse, Dehnungsmeßstreifen
erkannt und in dem EG-Protokoll festgehalten, daß dieser an Fahrzeugrahmen und Neigezylinderbolzen usw.
Abschnitt für einige Maschinen schwierig zu erfüllen ist, ins- untersucht haben. Zuverlässige und wiederholbare
besondere bei Flurförderzeugen: Ergebnisse, wie sie für jede Gefahrenstelle ermittelt wer-
Der Rat und die Kommission stellen fest, daß bestimmte den mußten, waren nicht dokumentierbar, weil die sehr
Maschinen, unter anderem Flurförderzeuge, diese Anforde- unterschiedlichen Einflüsse beim Einsatz des Flur-
rungen nach dem derzeitigen Stand der Technik nicht ganz förderzeuges nicht erfaßt werden konnten;
erfüllen können. Etwaige Schwierigkeiten bei der Anwen- – „Warn- und Sicherungseinrichtungen“ notwendig würden
dung dieses Abschnittes werden dem Ausschuß für Maschi- und Prüfungen gezeigt haben, daß zusätzliche Gefähr-
nensicherheit zur Prüfung vorgelegt. dungen hervorgerufen werden. Größe und Geschwindig-
Der Forderung nach einer Lastkontrolle und einer Momen- keit des Fluförderzeuges sind wichtige Faktoren für die
tenbegrenzung muß und kann nicht in dieser Norm Rech- Einsatzkosten von Flurförderzeugen, die weltweit nach
nung getragen werden, weil: dem gleichen Prinzip eingesetzt sind.
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EN 1726-1 : 1998

– Überlasten in Längsrichtung und in Querrichtung des Flurförderzeuge nur von in der Handhabung unterwie-
Flurförderzeuges vorhanden sein können und hierfür senen Fahrern bedient werden dürfen, die auf spezielle
keine geeigneten Einrichtungen vorhanden sind; Gefahren beim Umgang mit diesen Flurförderzeugen und
– das Gewicht und die Verteilung der anzuhebenden dessen Anbaugeräten hingewiesen wurden;
Lasten unterschiedlich sind. Der Benutzer ist über allge-
meine Gefahren und Restgefahren und deren Verhütung – das im Hydraulikkreis des Flurförderzeuges eingebaute
informiert; Überdruckventil (siehe 5.6.4.2) geeignet ist, bei der Last-
aufnahme vom Boden wesentliche Überlastungen zu ver-
– in der Betriebsanleitung, die mit jedem Flurförderzeug meiden (z. B. 20 + 5 %). Der wesentliche Zweck des
mitgeliefert wird, Angaben über die bestimmungsgemäße Überdruckventiles ist, das Hydrauliksystem zu schützen,
und nicht bestimmungsgemäße Verwendung des Flur- und es kann daher nicht als Lastkontrollsystem in
förderzeuges und gegebenenfalls der Anbaugeräte ent- Betracht gezogen werden;
halten sind. Insbesondere wird auf vorhandene Rest-
gefahren und den vorhersehbaren Mißbrauch hingewiesen; – für die Messung der Last und des Lastmomentes in allen
– in der Betriebsanleitung, die mit jedem Flurförderzeug Richtungen zur Zeit kein geeignetes System zur Verfü-
mitgeliefert wird, Angaben darüber enthalten sind, daß gung steht.

Tabelle N.1: Analyse von möglichen Überlastungsfällen von Flurförderzeugen mit einer möglichen
positiven Wirkung auf die Belastungskontrolle
(Begriffe für Flurförderzeuge nach ISO 5053 : 1987)

Benutzungsart und Betrieb


Nr. Gefährdung Lastkontrolle
des Flurförderzeuges
1 Wagen und Hubwagen Belastung durch mechanische, kein Einfluß auf die Standfestigkeit
(auch mit hebbarem Fahrerplatz bis vertikale und horizontale Kräfte des Flurförderzeuges
1 200 mm)
2 Flurförderzeuge mit Last länger als Belastung durch mechanische Kräfte kein Einfluß auf die Standfestigkeit
das Lastaufnahmemittel zusätzliches Moment durch Fahren des Flurförderzeuges
und Bremsen
3 Kommissionier-Flurförderzeuge, bei Belastung durch mechanische Kräfte kein Einfluß auf die Standfestigkeit
denen die Last auf maximal 1 200 mm zusätzliches Moment durch Fahren des Flurförderzeuges
angehoben werden kann und Bremsen
4 Gegengewichtsstapler Bremsmoment oft größer als eine Lastkontrolle könnte die
Lastmoment Standsicherheit verbessern
5 Flurförderzeuge mit Last mit Lastmoment kann größer sein als die Lastkontrolle kann die Stand-
vorgeneigtem Hubgerüst Standmoment. Flurförderzeug kann sicherheit verbessern. Die Stand-
kippen sicherheit kann nur dann kritisch
werden, wenn die Last auf einer
Höhe, auf einen Stapel oder in ein
Regal abgesetzt wird. Alle anderen
Einsatzfälle mit angehobener Last
sind Mißbrauch.
(Siehe besondere Standsicherheits-
prüfung.)
6 Fahren in Kurven größere Gefährdungen, wenn Flur- Lastkontrolle bringt keine Verminde-
– zu schnelles Fahren förderzeuge ohne Last fahren rung der Gefährdung
– zu enge Kurven
7 Fahren auf Neigungen Gefährdungen entstehen, wenn Lastkontrolle bringt keine Verminde-
– die Last nicht zur hohen Seite der rung der Gefährdung
Neigung transportiert wird
– auf Neigungen quer gefahren wird
– auf der Neigung gewendet wird
8 Fahren über Hindernisse, die einseitig Gefährdung durch Neigen des Flur- Lastkontrolle bringt keine Verminde-
überfahren werden, oder Fahren auf förderzeuges rung der Gefährdung
Böden mit Schlaglöchern
(fortgesetzt)
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Tabelle N.1 (abgeschlossen)


Benutzungsart und Betrieb
Nr. Gefährdung Lastkontrolle
des Flurförderzeuges
9 Fahren mit angehobener Last und Gefährdung durch zu großes Brems- die Lastkontrolle kann die Standsi-
plötzliches starkes Abbremsen mit moment cherheit verbessern. Die Standsicher-
maximaler Bremskraft Flurförderzeug kann kippen heit kann nur dann kritisch werden,
wenn die Last auf einer Höhe, auf
einen Stapel oder in ein Regal abge-
setzt wird. Alle anderen Einsatzfälle
mit angehobener Last sind Miß-
brauch.
(Siehe besondere Standsicherheits-
prüfung.)
10 Aufnahme von Lasten im Regal, im Gefährdung durch zu großes Moment Lastkontrolle bringt keine Verminde-
Falle des Hebens schlecht plazierter Flurförderzeug kann gegen das Regal rung der Gefährdung, was das Flur-
Lasten oder Heben gegen das Regal kippen förderzeug und die Last betrifft.
selbst

Anhang ZA (informativ)
Abschnitte in dieser Europäischen Norm, die grundlegende Anforderungen oder andere Vorgaben von
EU-Richtlinien betreffen.
Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen Kommission und der Europäi-
schen Freihandelszone erteilt wurde, vom CEN Technical Committee CEN/TC 150 Flurförderzeuge erarbeitet und unterstützt
grundlegende Anforderungen der folgenden EU-Richtlinien:
89/392, 91/368, 93/44 und 93/68.
WARNHINWEIS: Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere Anforderungen und weitere
EU-Richtlinien zutreffen.
Die Abschnitte dieser Norm sind geeignet, Anforderungen der Richtlinien 89/392, 91/368, 93/44 und 93/68 zu unterstützen.
Die Übereinstimmung mit dieser Norm ist eine der Möglichkeiten, die relevanten grundlegenden Anforderungen der betreffenden
Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften zu erfüllen.