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DEUTSCHE NORM Entwurf Februar 2001

Sicherheit von Flurförderzeugen


Motorkraftbetriebene Flurförderzeuge bis einschließlich 10 000 kg Tragfähigkeit
und Schlepper bis einschließlich 20 000 N Zugkraft {
Teil 2: Zusätzliche Anforderungen für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz und
Flurförderzeuge, die zum Fahren mit angehobener Last gebaut sind
Deutsche Fassung EN 1726-2:2000
EN 1726-2

ICS 53.060
Safety of industrial trucks — Self-propelled trucks up to and including
10 000 kg capacity and tractors with a drawbar pull up to and including
20 000 N — Part 2: Additional requirements for trucks with elevating
operator position and trucks specifically designed to travel with elevated
loads; German version EN 1726-2:2000
Sécurité des chariots de manutention — Chariots automoteurs de
capacité n'excédant pas 10 000 kg et tracteurs dont l'effort au crochet
est inférieur ou égal à 20 000 N — Partie 2: Dispositions
supplémentaires pour les chariots à poste de conduite élevable et les
chariots conçus spécialement pour circuler avec la charge en position
élevée; Version allemande EN 1726-2:2000

Die Europäische Norm EN 1726-2:2000 hat den Status einer Deutschen Norm.

Beginn der Gültigkeit


EN 1726-2:2000 wurde am 9. April 2000 angenommen.

Nationales Vorwort
Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.
Sie beinhaltet die Deutsche Fassung der von der Arbeitsgruppe 6 des Technischen Komitees 150 „Flurförderzeuge“ des
Europäischen Komitees für Normung (CEN) erarbeiteten EN 1726-2:2000.
Die nationalen Interessen wurden dabei vom Fachbereich Fördertechnik des Normenausschusses Maschinenbau
(NAM) im DIN wahrgenommen.
Die in Abschnitt 2 zitierten Internationalen und Europäischen Normen sind als DIN-EN-, DIN-ISO- bzw. DIN-EN-ISO-
Normen mit gleicher Zählnummer veröffentlicht. Für ISO 6292:1996 gibt es keine entsprechende Deutsche Norm.

Fortsetzung 30 Seiten EN

Normenausschuss Maschinenbau (NAM) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


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EN 1726-2:2000

— Leerseite —
EUROPÄISCHE NORM EN 1726-2
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE September 2000

ICS 53.060

Deutsche Fassung

Sicherheit von Flurförderzeugen


Motorkraftbetriebene Flurförderzeuge bis einschließlich 10 000 kg
Tragfähigkeit und Schlepper bis einschließlich 20 000 N Zugkraft
Teil 2: Zusätzliche Anforderungen für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz und
Flurförderzeuge, die zum Fahren mit angehobener Last gebaut sind

Safety of industrial trucks - Self-propelled trucks up to and Sécurité des chariots de manutention - Chariots automoteurs
including 10 000 kg capacity and tractors with a drawbar pull de capacité n'excédant pas 10 000 kg et tracteurs dont l'effort
up to and including 20 000 N - Part 2: Additional requirements au crochet est inférieur ou égal à 20 000 N - Partie 2:
for trucks with elevating operator position and trucks Dispositions supplémentaires pour les chariots à poste de
specifically designed to travel with elevated loads conduite élevable et les chariots conçus spécialement pour
circuler avec la charge en position élevée

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 9. April 2000 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser
Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzen Stand befindliche Listen dieser
nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die
von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentralsekretariat mitgeteilt
worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island,
Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und dem
Vereinigten Königreich.

E U R O P Ä IS C H E S K O M IT E E F Ü R N O R M U N G
EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
C O M IT É E U R O P É E N D E N O R M A L IS A T IO N

Zentralsekretariat: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2000 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 1726-2:2000 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
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EN 1726-2:2000

Inhalt

Seite

Vorwort ......................................................................................................................................................................3
0 Einleitung ..............................................................................................................................................................4
1 Anwendungsbereich ............................................................................................................................................4
2 Normative Verweisungen.....................................................................................................................................5
3 Begriffe ..................................................................................................................................................................5
4 Liste der Gefährdungen .......................................................................................................................................6
5 Anforderungen......................................................................................................................................................9
5.1 Betriebsarten .......................................................................................................................................................9
5.2 Bremsen für Flurförderzeuge, die zum Fahren mit angehobener Last
und/oder hebbarem Fahrerplatz gebaut sind....................................................................................................10
5.3 Zusätzliche Anforderungen an Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz ......................................................10
5.4 Optische Warneinrichtungen .............................................................................................................................15
5.5 Standsicherheit..................................................................................................................................................15
6 Verifizierung der Sicherheitsanforderungen und/oder -maßnahmen............................................................15
6.1 Allgemeines .......................................................................................................................................................15
6.2 Verifizierung der Struktur...................................................................................................................................15
6.3 Verifizierung der Funktion..................................................................................................................................16
7 Benutzerinformation...........................................................................................................................................16
7.1 Betriebsanleitung, zusätzliche Angaben zu EN 1726-1.....................................................................................16
7.2 Kennzeichnung für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz ........................................................................17
7.3 Informationen über die Installation.....................................................................................................................17
Anhang A (informativ) Kommissionierflurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz —
Verifizierung der Standsicherheit...........................................................................................................18
Anhang B (informativ) Belastungskontrolle.............................................................................................................29
Anhang ZA (informativ) Abschnitte in dieser Europäischen Norm, die grundlegende Anforderungen
oder andere Vorgaben von EU-Richtlinien betreffen...........................................................................30
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Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 150 „Flurförderzeuge — Sicherheit“ erarbeitet,
dessen Sekretariat vom BSI gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis März 2001, und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis März 2001 zurückgezogen werden.

Diese Europäische Norm wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EU-
Richtlinien.

Zusammenhang mit EU-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieser Norm ist.

Diese Norm ist Teil eines Normpaketes für die Sicherheit von Flurförderzeugen.

EN 1175-1, Sicherheit von Flurförderzeugen — Teil 1: Elektrische Anforderungen für Flurförderzeuge mit batterie-
elektrischem Antrieb.
EN 1175-2, Sicherheit von Flurförderzeugen — Teil 2: Elektrische Anforderungen für Flurförderzeuge mit
Verbrennungsmotoren.
EN 1175-3, Sicherheit von Flurförderzeugen — Teil 3: Elektrische Anforderungen für elektrische
Kraftübertragungssysteme von Flurförderzeugen mit Verbrennungsmotoren.
EN 1459, Sicherheit von Flurförderzeugen — Stapler mit veränderlicher Reichweite.
EN 1525, Sicherheit von Flurförderzeugen — Fahrerlose Flurförderzeuge und ihre Systeme.
EN 1526, Sicherheit von Flurförderzeugen — Automatische Funktionen für Flurförderzeuge.
EN 1551, Sicherheit von Flurförderzeugen — Kraftbetriebene Flurförderzeuge über 10 000 kg Tragfähigkeit.
EN 1726-1, Sicherheit von Flurförderzeugen — Motorkraftbetriebene Flurförderzeuge bis einschließlich 10 000 kg
Tragfähigkeit und Schlepper bis einschließlich 20 000 N Zugkraft – Teil 1: Allgemeine Anforderungen.
EN 1726-2, Sicherheit von Flurförderzeugen — Motorkraftbetriebene Flurförderzeuge bis einschließlich 10 000 kg
Tragfähigkeit und Schlepper bis einschließlich 20 000 N Zugkraft – Teil 2: Zusätzliche Anforderungen für
Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz und Flurförderzeuge, die zum Fahren mit angehobener Last gebaut
sind.
EN 1755, Sicherheit von Flurförderzeugen — Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre; Einsatz von
kraftbetriebenen Flurförderzeugen in Bereichen mit entflammbaren Gasen, Dämpfen, Nebel und Stäuben.
prEN 1757-1, Sicherheit von Flurförderzeugen — Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell;
Teil 1: Stapler.
prEN 1757-2, Sicherheit von Flurförderzeugen — Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell;
Teil 2: Hubwagen mit Hubhöhe bis 300 mm.
prEN 1757-3, Sicherheit von Flurförderzeugen — Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell;
Teil 3: Plattformhubwagen.
prEN 1757-4, Sicherheit von Flurförderzeugen — Geh-Flurförderzeuge manuell und semi-manuell;
Teil 4: Scheren-Gabelhubwagen.
prEN 12053, Sicherheit von Flurförderzeugen — Geräuschmessung an Flurförderzeugen;
Schallpegel am Arbeitsplatz und Schalleistungspegel.
prEN ISO 13564, Sicherheit von Flurförderzeugen — Sichtmessung an Flurförderzeugen (ISO/DIS 13564:1996).
prEN 13059, Sicherheit von Flurförderzeugen — Schwingungsmessung an Flurförderzeugen.
EN 12895, Sicherheit von Flurförderzeugen — Elektromagnetische Verträglichkeit.
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Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen:

Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das
Vereinigte Königreich.

0 Einleitung
Diese Europäische Norm ist eine Typ C-Norm wie in EN 292-1 definiert. Diese Norm wurde erarbeitet, um als
harmonisierte Norm zu dienen, die ein Mittel zum Erreichen der Übereinstimmung mit den grundsätzlichen
Sicherheitsanforderungen der EG-Richtlinie „Maschinen“ und damit zusammenhängenden EFTA-Regelungen
darstellt.

Im Anwendungsbereich dieser Europäischen Norm ist angegeben, welche Gefährdungen behandelt werden. Für
Gefährdungen, die nicht in dieser Norm behandelt werden, müssen die Flurförderzeuge, soweit zutreffend,
EN 292-1 entsprechen.

1 Anwendungsbereich
1.1 Diese Europäische Norm gilt zusätzlich zu EN 1726-1 für Flurförderzeuge, die zum Fahren in geschlossenen
Räumen auf einem glatten und flächenfertigen Boden mit vertikalem nicht neigbarem Hubgerüst

a) mit hebbarem Fahrerplatz nach 3.1.3.1.6 und 3.1.3.3 von ISO 5053:1987, bei denen der hebbare Fahrerplatz
und das Lastaufnahmemittel gleichzeitig mehr als 1 200 mm über Boden angehoben werden können

und

b) mit über 1 200 mm über dem Boden angehobenem Lastaufnahmemittel, gebaut sind nach 3.1.3.1.9 und
3.1.3.1.10 von ISO 5053.

Dabei darf das beladene oder unbeladene Lastaufnahmemittel während der Fahrt gehoben, gesenkt oder
horizontal bewegt werden.

Die Flurförderzeuge können geführt in Leitlinien, nicht geführt oder für beide Bedingungen eingesetzt werden und
sind nicht zum Ziehen oder Schieben vorgesehen.

1.2 Diese Europäische Norm enthält die technischen Anforderungen, die notwendig sind, um die spezifischen
Gefährdungen zu minimieren, die in Abschnitt 4 angegeben sind und die bei bestimmungsgemäßer Verwendung
und Wartung (entsprechend den Angaben des Herstellers oder seines autorisierten Bevollmächtigten) von
Flurförderzeugen ausgehen.

Diese Norm enthält keine Anforderungen zur Minimierung der Gefährdungen, die sich ergeben:

− während der Herstellung;

− durch die Handhabung frei hängender pendelnder Lasten;

− durch den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr;

− bei Benutzung einer Arbeitsplattform, die nicht speziell zum Heben von Personen vorgesehen ist;

− wenn Flurförderzeuge nach 1.1 mit neigbarem Hubgerüst benutzt werden.

Diese Norm wiederholt nicht alle technischen Regeln, die allgemeiner Stand der Technik sind und die bei der
Materialauswahl der Bauteile des Flurförderzeuges zu beachten sind.

Hierfür sollten Hinweise auf EN 292-2 erfolgen.


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1.3 Diese Europäische Norm gilt für Flurförderzeuge mit Lastaufnahmemittel, für Regelbetriebsbedingungen, z. B.
Gabelzinken oder Lastplattformen, und für die Ausrüstung mit Anbaugeräten, die für spezifizierte Verwendungen
geeignet sind. Gabelzinken, Lastplattformen oder integrierte Anbaugeräte sind Bestandteil des Flurförderzeuges.
Anbaugeräte, die an den Gabelträger oder die Gabelzinken angebracht und durch den Benutzer abgenommen
werden können, sind nicht Bestandteil des Flurförderzeuges. Für Anbaugeräte sind die entsprechenden Abschnitte
dieser Norm anzuwenden.

1.4 Wenn Flurförderzeuge dazu bestimmt sind, unter besonderen Bedingungen zu arbeiten (z. B. extremen
klimatischen Bedingungen, starken elektromagnetischen Feldern, Einsatz in Kühlhäusern usw.), sind besondere
Maßnahmen erforderlich. Diese sind nicht Bestandteil dieser Norm.

1.5 Für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz bis 1 200 mm und/oder Flurförderzeuge, die zum Fahren mit
angehobener Last bis 1 200 mm gebaut sind, gelten die Anforderungen von EN 1726-1.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen
Veröffentlichungen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die
Veröffentlichungen sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder
Überarbeitungen dieser Veröffentlichungen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder
Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen
Veröffentlichungen.

EN 292-1:1991, Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze — Teil 1:


Grundsätzliche Terminologie, Methodik.

EN 292-2:1991/A2:1997, Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze — Teil 2:


Technische Leitsätze und Spezifikationen.

EN 341:1992, Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz — Abseilgeräte.

EN 574:1996, Sicherheit von Maschinen — Zweihandschaltungen — Funktionelle Aspekte — Gestaltungsleitsätze.

EN 954-1:1996, Sicherheit von Maschinen — Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen — Teil 1: Allgemeine
Gestaltungsleitsätze.

EN 1050:1996, Sicherheit von Maschinen — Leitsätze zur Risikobeurteilung.

EN 1175-1:1998, Sicherheit von Flurförderzeugen — Teil 1: Elektrische Anforderungen für Flurförderzeuge mit
batterie-elektrischem Antrieb.

EN 1526:1997, Sicherheit von Flurförderzeugen — Zusätzliche Anforderungen für automatische Funktionen von
Flurförderzeugen.

EN 1726-1:1998, Sicherheit von Flurförderzeugen — Motorkraftbetriebene Flurförderzeuge bis einschließlich


10 000 kg Tragfähigkeit und Schlepper bis einschließlich 20 000 N Zugkraft — Teil 1: Allgemeine Anforderungen.

ISO 2860:1992, Earth-moving machinery — Minimum access dimensions.

ISO 5053:1987, Powered industrial trucks — Terminology.

ISO 6292:1996, Powered industrial trucks and tractors —- Brake performance and component strength.

3 Begriffe
Für die Anwendung dieser Norm gelten die Begriffe für Flurförderzeuge und deren Hauptbauteile nach ISO 5053
sowie die im Folgenden genannten.
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3.1
Fahren mit angehobener Last
das Lastaufnahmemittel ist so ausgelegt, dass es in einer Höhe über Boden von mehr als 1 200 mm angehoben,
gesenkt oder horizontal geschwenkt werden kann, während das beladene oder unbeladene Flurförderzeug fährt

3.2
Hebbarer Fahrerplatz
normale Fahrerposition, die bei dem Flurförderzeug auf mehr als 1 200 mm über Boden bis zur Fahrerplattform
angehoben werden kann

3.3
Leitlinienführung
das System, das das Flurförderzeug auf einer durch äußere Mittel festgelegten Linie führt, ohne direkte
Beeinflussung durch den Bediener

3.4
Regalgang
der Arbeitsbereich des Flurförderzeuges zwischen Regalen

ANMERKUNG Der Regalgang kann so ausgelegt und dimensioniert sein, dass frei verfahrbare Flurförderzeuge oder Flurförderzeuge
mit Leitlinienführung einfahren können.

3.5
Horizontales Schwenken
jede horizontale, seitliche, drehende oder vorwärtsgerichtete Bewegung des Lastaufnahmemittels in Bezug auf das
Flurförderzeug, oder jede Kombination dieser Bewegungen.

4 Liste der Gefährdungen


Die Gefährdungen aus Anhang A der EN 1050:1996 gelten unter den beschriebenen Umständen und können
Gefahren für Personen bergen, wenn sie nicht verringert oder beseitigt werden.

Die entsprechenden Anforderungen werden definiert, um das Risiko einzuschränken oder die Gefahr in der
jeweiligen Situation zu reduzieren.

Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


4.1 Mechanische Gefährdungen
4.1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.2 Bremsen
5.3.2 Bremsen
5.3.3 Stellteile
5.3.5 Fahrerplatz
5.3.6 Schutzeinrichtungen
5.4 Optische Warneinrichtung
7.1 Betriebsanleitung
7.2 Kennzeichnung
7.3.2 Sicherheitsabstand
4.1.2 Gefährdung durch Scheren 5.2 Bremsen
5.3.2 Bremsen
5.3.3 Stellteile
5.3.5 Fahrerplatz
5.4 Optische Warneinrichtung
7.1 Betriebsanleitung
7.3 Informationen über die Installation
4.1.3 Gefährdung durch Schneiden und Abschneiden — Von dieser Norm nicht erfasst
4.1.4 Gefährdung durch Erfassen — Von dieser Norm nicht erfasst
4.1.5 Gefährdung durch Einziehen oder Fangen 5.3.3.3 Zweihandbedienung
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Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


4.1.6 Gefährdung durch Stoß
− durch mechanische Fehler 5.3.4 Einrichtungen zum Heben und Senken
6.2 Verifizierung der Struktur
7.1.2 Angaben über den Betrieb mit dem
Flurförderzeug
− durch instabile Lasten 5.3.4 Einrichtungen zum Heben und Senken
5.3.6 Schutzeinrichtungen
− durch hochgeschleuderte Gegenstände — Von dieser Norm nicht erfasst
− durch Anheben oder Transport des — Von dieser Norm nicht erfasst
Flurförderzeuges
4.1.7 Gefährdung durch Durchstich oder Einstich — Von dieser Norm nicht erfasst
4.1.8 Gefährdung durch Reibung oder Abrieb — Nicht anwendbar
4.1.9 Gefährdung durch Herausspritzen von — Von dieser Norm nicht erfasst
Flüssigkeiten unter hohem Druck
4.1.10 Herausschleudern von Teilen siehe 4.10.2
4.1.11 Verlust der Strandsicherheit 5.1 Betriebsarten
5.5 Standsicherheit
7.1.2 Angaben über den Betrieb mit dem
Flurförderzeug
7.3 Informationen über die Installation
4.1.12 Gefährdung durch Rutschen, Stolpern und 5.3.5 Fahrerplatz
Stürzen 5.3.7 Notabstieg
7.1 Betriebsanleitung

4.2 Elektrische Gefährdungen


4.2.1 Elektrischer Kontakt — Von dieser Norm nicht erfasst
4.2.2 Elektrostatische Vorgänge — Von dieser Norm nicht erfasst
4.2.3 Thermische Strahlung — Nicht anwendbar
4.2.4 Äußere Wirkungen — Von dieser Norm nicht erfasst

4.3 Thermische Gefährdungen


4.3.1 Verbrennungen und Verbrühungen — Von dieser Norm nicht erfasst
4.3.2 Gesundheitsschädigung durch warme oder kalte — Von dieser Norm nicht erfasst
Arbeitsumgebung

4.4 Gefährdungen durch Lärm


4.4.1 Gehörschädigung (Taubheit) — Von dieser Norm nicht erfasst
4.4.2 Beeinträchtigung der Sprachverständigung — Von dieser Norm nicht erfasst

4.5 Gefährdungen durch Vibration — Von dieser Norm nicht erfasst

4.6 Gefährdungen durch Strahlung — Von dieser Norm nicht erfasst

4.7 Gefährdungen durch Fremdstoffe — Von dieser Norm nicht erfasst


4.7.1 Gefährdung durch Kontakt oder Einatmen — Von dieser Norm nicht erfasst
4.7.2 Feuer- oder Explosionsgefährdung — Von dieser Norm nicht erfasst
4.7.3 Biologische oder mikrobiologische Gefährdungen — Nicht anwendbar
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Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


4.8 Gefährdung durch Vernachlässigung
ergonomischer Prinzipien
4.8.1 Ungesunde Haltung oder übermäßige — Von dieser Norm nicht erfasst
Körperanstrengung
4.8.2 Ungenügende Berücksichtigung menschlicher — Von dieser Norm nicht erfasst
Anatomie und Bequemlichkeit
4.8.3 Nachlässiger Gebrauch der persönlichen — Nicht anwendbar
Schutzeinrichtungen
4.8.4 Unangepasste örtliche Beleuchtung — Von dieser Norm nicht erfasst
4.8.5 Geistige Über- oder Unterbeanspruchung — Nicht anwendbar
4.8.6 Menschliches Fehlverhalten 7.1 Betriebsanleitung
7.2 Kennzeichnung

4.9 Kombinationen von Gefährdungen — Nicht anwendbar

4.10 Gefährdungen durch Fehlfunktionen


4.10.1 Störung in der Energieversorgung 5.3.2 Bremsen
4.10.2 Herausschleudern von Teilen — Nicht anwendbar
4.10.3 Störung des Steuersystems 5.2 Bremsen
5.3.4 Einrichtungen zum Heben und Senken
5.3.6.2 Notabsenkung
4.10.4 fehlerhafte Montage — Von dieser Norm nicht erfasst
4.10.5 Verlust der Standfestigkeit der Maschine siehe 4.1.11

4.11 Gefährdungen durch Ausfallen der — Nicht anwendbar


Schutzmaßnahmen

Zusätzliche Gefährdung zur Fahrbewegung


4.12 unzulängliche Beleuchtung des Arbeitsbereiches siehe 4.8.4

4.13 Gefährdung infolge gefährlicher Bewegung, 7.1 Betriebsanleitung


Instabilität usw. während der Arbeit

4.14 unzulänglicher, nicht ergonomisch gestalteter


Arbeitsplatz
4.14.1 Gefährdung infolge gefährlicher Umwelt 5.3.3.3 Zweihandbedienung
(Berührung mit beweglichen Teilen, Abgasen 5.3.5 Fahrerplatz
usw.)
4.14.2 unzulängliche Sicht vom Bedienplatz — Von dieser Norm nicht erfasst
− bei Mitgänger-Flurförderzeugen — Nicht anwendbar
4.14.3 unzulänglicher Sitz bzw. Sitzposition — Von dieser Norm nicht erfasst
4.14.4 unzulängliche Ausbildung und Anordnung der — Von dieser Norm nicht erfasst
Stellteile
4.14.5 Ingangsetzen und Verfahren kraftbetriebener
Flurförderzeuge
− Anordnung der Pedale — Von dieser Norm nicht erfasst
− zusätzliche Fahrerposition 5.3.3.2 zusätzliche Fahrerposition
4.14.6 Einsatz von kraftbetriebenen Flurförderzeugen im — Von dieser Norm nicht erfasst
Straßenverkehr
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Gefährdungen Entsprechende Anforderungen


4.14.7 Fahrbewegung von mitgängergeführten — Nicht anwendbar
Flurförderzeugen

4.15 Mechanische Gefährdungen


4.15.1 Gefährdung ungeschützter Personen infolge 5.3.3.3 Zweihandbedienung
unkontrollierter Bewegung 5.3.4.2 Hydraulische Hubeinrichtungen
5.3.4.5 Schlaffketten/Schlaffseile
4.15.2 Gefährdung infolge loser oder — Nicht anwendbar
herausgeschleuderter Teile
4.15.3 Gefährdung durch Überrollen (Verformung; DLV) — Nicht anwendbar
4.15.4 Gefährdung durch herabfallende Gegenstände 5.3.6.1 Fahrerschutzdach
(DLV)
4.15.5 unzulängliche Ausbildung der Aufstiegs- und — Von dieser Norm nicht erfasst
Haltemöglichkeiten
4.15.6 Gefährdung infolge von Abschleppen, Kuppeln, — Von dieser Norm nicht erfasst
Verbinden, Übertragen usw.
4.15.7 Gefährdung infolge von Batteriebetrieb, Feuer, — Von dieser Norm nicht erfasst
Abgasen usw.

Zusätzliche Gefährdung durch den Hebevorgang


4.16.1 Fehlen der Standsicherheit siehe 4.1.11
4.16.2 Entgleisung des Flurförderzeuges Nicht anwendbar
4.16.3 Verlust der mechanischen Festigkeit 5.3.4 Einrichtungen zum Heben und Senken des
Flurförderzeuges und der Hubeinrichtung
5.3.4.4 Seile oder Ketten
5.3.6.2 Notabsenkung
6.1 Verifizierung; Allgemeines
6.2 Verifizierung der Struktur
7.1.3 Pflege und Wartung des Flurförderzeuges
4.16.4 Gefährdung durch unkontrollierte Bewegung 5.2 Bremsen
5.3.4 Einrichtungen zum Heben und Senken

4.17 Unzulängliche Sicht auf den Arbeitsbereich der — Von dieser Norm nicht erfasst
beweglichen Teile

4.18 Gefährdungen durch Blitzschlag — Nicht anwendbar

4.19 Gefährdung durch Überlastung 5.5 Standsicherheit


6.1 Verifizierung; Allgemeines
7.1.3 Pflege und Wartung des Flurförderzeuges

4.20 Gefährdung durch Druckluftbehälter — Von dieser Norm nicht erfasst

5 Anforderungen
5.1 Betriebsarten

5.1.1 Bei Flurförderzeugen, frei verfahrbar außerhalb der Regalgänge oder innerhalb von Regalgängen nicht
leitliniengeführt, die zum Fahren mit angehobener Last und/oder hebbarem Fahrerplatz gebaut sind, muss:

a) das Fahren mit mehr als 4 km/h selbsttätig verhindert sein, wenn der Fahrerplatz und/oder das
Lastaufnahmemittel mehr als 1 200 mm bis einschließlich 3 000 mm über Boden angehoben ist und die
Lenkung auf maximal 10° von der Geradeausfahrt eingeschlagen wird. Wenn die Lenkung auf mehr als 10° von
der Geradeausfahrt eingeschlagen wird, darf bei diesen Hubhöhen nur mit maximal 2,5 km/h gefahren werden
(siehe Tabelle 1). Die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit muss stufenweise erfolgen.
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b) die Fahrgeschwindigkeit auf maximal 2,5 km/h begrenzt sein, wenn der Fahrerplatz und/oder das
Lastaufnahmemittel mehr als 3 000 mm über Boden angehoben ist (siehe Tabelle 1).

5.1.2 Bei geführten Flurförderzeugen in Regalgängen muss bei nicht mechanischer Führung die automatische
Lenkung die Anforderungen nach EN 1526 erfüllen.

5.1.3 Während das Flurförderzeug hebt, senkt oder mit mehr als 2,5 km/h fährt, darf es nicht möglich sein, dass
irgendein Teil des Ausschubmechanismus seitlich in das Regalfach einfahren kann. Die Fahrgeschwindigkeit muss
auf maximal 2,5 km/h begrenzt sein, wenn dieser Ausschubmechanismus in das Regalfach einfährt oder
eingefahren ist.

5.1.4 Bei Seiten- und Dreiseitenstaplern muss eine Einrichtung selbsttätig

a) das Fahren mit mehr als 2,5 km/h verhindern, wenn das Lastaufnahmemittel nach vorn geschwenkt ist,

b) bei einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 2,5 km/h das Schwenken des Lastaufnahmemittels nach vorn
verhindern.

Diese Anforderungen gelten nicht, wenn die Standsicherheit des Flurförderzeuges durch Einrichtungen nach 5.5.3
sichergestellt ist.

5.2 Bremsen für Flurförderzeuge, die zum Fahren mit angehobener


Last und/oder hebbarem Fahrerplatz gebaut sind

5.2.1 Für das Fahren ohne Leitlinienführungen und wenn der Fahrerplatz oder das Lastaufnahmemittel nicht mehr
als 1 200 mm über Boden angehoben ist, muss die Abbremsung den Anforderungen von ISO 6292 Gruppe A1
entsprechen, oder die Fahrgeschwindigkeit muss statt dessen selbsttätig auf nicht mehr als 9 km/h herabgesetzt
sein und die Abbremsung ISO 6292 Gruppe C entsprechen (siehe Tabelle 1).

5.2.2 Beim Fahren in Leitlinienführungen muss die Abbremsung ISO 6292 Gruppe C entsprechen.

5.3 Zusätzliche Anforderungen an Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz

5.3.1 Fahrgeschwindigkeit

Die Flurförderzeuge müssen so gebaut sein, dass die maximale Fahrgeschwindigkeit von 16 km/h nicht
überschritten wird (siehe Tabelle 1).

5.3.2 Bremsen

Eine selbsttätig wirkende Bremse muss vorhanden sein. Diese Bremse kann Betriebs- und Feststellbremse sein
(siehe EN 1726-1).

5.3.3 Stellteile

5.3.3.1 Stellteile für die Hub- und Senkbewegungen des Flurförderzeuges müssen auf dem hebbaren Fahrerplatz
angeordnet sein. Es darf nicht möglich sein, den Fahrerplatz oder das Flurförderzeug zu bewegen, wenn der
Fahrer sich nicht auf dem Fahrerplatz befindet.

5.3.3.2 Wenn zwei Fahrerplätze vorhanden sind, einer auf dem hebbaren Teil und der andere auf dem nicht
hebbaren Teil, müssen die Stellteile auf dem nicht hebbaren Teil gegen Inbetriebnahme gesichert sein, wenn die
Stellteile auf dem hebbaren Teil in Betrieb sind. Die nach 5.3.6.2 vorgeschriebene Not-Absenkeinrichtung muss
jedoch betriebsfähig bleiben.
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Der auf dem nicht hebbaren Teil angeordnete Fahrerplatz muß außerhalb des Bewegungsbereiches des
abgesenkten hebbaren Fahrerplatzes angeordnet sein.

5.3.3.3 Einrichtungen müssen den Fahrer bei Bewegungen des Flurförderzeuges gegen Teile der Umgebung
schützen. Zu diesem Zweck kann entweder eine Zweihandschaltung nach EN 574 Kategorie 1 vorgesehen
werden, oder es können Einrichtungen verwendet werden, die die gleiche Sicherheit sicherstellen, wenn das
Flurförderzeug in Gängen geführt wird. Jede zusätzliche Person auf dem Flurförderzeug muß in gleicher Weise
geschützt sein.

5.3.3.4 Wenn ein Flurförderzeug mit hebbarem Fahrerplatz mit Stellteilen für mehr als einen Fahrerplatz
ausgerüstet ist, muss ein abschließbarer Umschalter oder eine andere Einrichtung vorgesehen werden, z. B.
Magnetkarte, Codierungssystem, um für den jeweiligen Fahrerplatz die Stellteile zu aktivieren, die entsprechend
5.3.3.3 zu schützen sind.

5.3.3.5 Die Übertragung von der Fahrerposition zu den Antriebselementen muss so ausgestattet sein, dass auf
mögliche Fehler im Übertragungssystem aufmerksam gemacht wird.
Tabelle 1 — Abbremsung in Abhängigkeit von der Betriebsart
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Betrieb Nicht leitliniengeführt leitliniengeführt


EN 1726-2:2000

Abschnitt 5.1.1 a) 5.1.1 b) 5.2.1 5.2.1 5.2.1 5.2.2 5.2.2

Geschwindigkeit
v in km/h mit
Nennlast. Die
maximale
Geschwindigkeit > 2,5 >4 >9 > 13,4 >9
von 16 km/h gilt ≤ 2,5 ≤ 2,5 ≤9
≤4 ≤9 ≤ 13,4 ≤ 16 ≤ 16
für
Flurförderzeuge
mit hebbarem
Fahrerplatz.

Höhe über
> 1 200
Boden in mm für > 3 000
≤ 3 000
Fahrerplatz nur durch die nur durch die nur durch die
> 1 200 oder begrenzt ≤ 1 200 ≤ 1 200 ≤ 1 200
und/oder Standsicherheit Standsicherheit Standsicherheit
Lastaufnahme- ≤ 3 000 durch die begrenzt begrenzt
begrenzt
Stabilität
mittel

Lenkungsein- Maximum
unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt unbegrenzt geführt geführt
schlag in Grad ± 10

Mindest-
1,0 v 1,0 v
abbremsung min. 4 min. 4 min. 4 1,86 v 25 9
min. 4 min. 4
cb in %

Gruppe nach
C C C C A1 A1 C C
ISO 6292
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EN 1726-2:2000

5.3.4 Einrichtungen zum Heben und Senken

5.3.4.1 Mechanische Hubeinrichtungen

Die Seile und Ketten der Hubwerke für den Fahrerplatz müssen den Anforderungen von 5.3.4.4 bis 5.3.4.6
entsprechen.

5.3.4.2 Hydraulische Hubeinrichtungen

Eine Einrichtung muss vorhanden sein, die bei Rohr- oder Schlauchbruch ein Absenken verhindert. Diese
Einrichtung muss direkt am Zylinder angebracht oder im Zylinder eingebaut sein. Es darf nicht möglich sein, diese
Einrichtung zu lösen, es sei denn, die Senkgeschwindigkeit wird auf 0,4 m/s begrenzt.

5.3.4.3 Gemischte Hubeinrichtungen

Gemischte Hubeinrichtungen müssen den Anforderungen von 5.3.4.2 und 5.3.4.4 bis 5.3.4.6 entsprechen.

5.3.4.4 Drahtseile oder Ketten in Hubeinrichtungen für den Fahrerplatz

a) Werden für die Hubeinrichtung des Fahrerplatzes Drahtseile oder Ketten verwendet, müssen mindestens zwei
gleiche und unabhängig voneinander befestigte Drahtseile oder Ketten vorhanden sein.

b) Es müssen Mittel vorgesehen werden (z. B. Justierung) zur Angleichung der Belastung von Ketten oder Seilen
für das Heben und Senken des Bedienplatzes. Es muss möglich sein, die Ketten und Drahtseile auf ihrer
ganzen Länge zu kontrollieren, ohne mehr als entsprechende Verkleidungen zu demontieren.

c) Im Unterschied zu EN 1726-1:1998 muss der Sicherheitsfaktor für Ketten mindestens 10 und für Drahtseile
mindestens 12 betragen.

d) Drahtseilklemmen dürfen für Seilendbefestigungen bei lasttragenden Seilen nicht verwendet werden. Die
Festigkeit jeder Seil- bzw. Kettenendbefestigung muss mindestens 80 % der zertifizierten Mindest-Bruchlast
des Seils bzw. der Kette betragen.

5.3.4.5 Wenn für die Hubeinrichtung des Fahrerplatzes Drahtseile oder Ketten verwendet werden, müssen
Schlaffseil- oder Schlaffkettensicherungen eingebaut sein, die den spannungsfreien Zustand erkennen.

Bei Schlaffseil oder Schlaffkette muss die Senkbewegung des Fahrerplatzes automatisch unterbrochen werden.

5.3.4.6 Die Hubeinrichtung muss so eingerichtet sein, dass das Verwickeln, Verdrehen und Herausspringen von
Drahtseilen verhindert werden.

5.3.4.7 Beim Bruch einer Kette oder eines Drahtseiles in der Hubeinrichtung des Fahrerplatzes müssen die
verbleibenden betriebsfähigen Ketten oder Drahtseile sowie ihre Befestigungen instand bleiben, ohne tragende
Teile des Flurförderzeuges zu verformen. Der Bruch einer Kette oder eines Drahtseiles muss erkannt werden und
darf nicht zu einem Absturz des Fahrerplatzes führen, die Hub- oder Senkbewegung muss selbsttätig unterbrochen
werden.

5.3.4.8 Es müssen Einrichtungen vorgesehen werden, die verhindern, dass der Fahrerplatz über den gesamten
Bewegungsbereich unabsichtlich von der Hubeinrichtung getrennt werden kann.

5.3.5 Fahrerplatz

5.3.5.1 Fahrerplattformen müssen die Anforderungen von EN 1726-1 erfüllen.


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EN 1726-2:2000

5.3.5.2 Klappen, Türen usw. dürfen sich nicht nach außen oder nach unten öffnen lassen. Türen, Klappen usw.
müssen eine Einrichtung haben, z. B. elektrische Verriegelung, durch die die Fahr-, Hub- und Senkbewegungen
verhindert werden, solange sie nicht ordnungsgemäß geschlossen sind. Wenn ein Notausstieg im Boden
vorgesehen ist, müssen die Abmessungen ISO 2860 entsprechen, und er darf sich nur nach oben öffnen lassen.

5.3.5.3 Bei Flurförderzeugen mit hebbarem Fahrerplatz, bei denen eine Palette auf den Gabelzinken oder
ähnliches als betretbarer Fußboden benutzt wird (Einwegpaletten sind nicht zulässig), müssen Einrichtungen
vorgesehen sein, die ein Abkippen oder Verschieben der Palette verhindern (siehe 7.1.2). Wenn keine Palette
aufliegt, muss ein mechanischer Schutz nach 5.3.5.1 und 5.3.5.2 zwischen Fahrerplattform und
Lastaufnahmemittel vorhanden sein.

5.3.5.4 Bei Flurförderzeugen nach 5.3.5.3 müssen die unter 5.3.5.1 beschriebenen Geländer so weit geführt
werden, dass sie die gesamte dem Fahrer (und Helfer, soweit dieser bauartbedingt zugelassen ist) zugängliche
Fläche umwehren. An der Vorderseite zur Lastaufnahme gegenüber dem Fahrerplatz ist ein oberes Geländer ohne
Knie- und Fußleiste als Handlauf ausreichend.

5.3.5.5 Wenn der Fahrerplatz so umwehrt ist, dass der Fahrer darin eingeschlossen werden kann, müssen
entweder die Türen so gebaut sein, dass sie von außen geöffnet werden können, oder es muss eine zusätzliche
Zu- und Ausgangsmöglichkeit vorgesehen werden, z. B. eine Klappe im Dach.

5.3.5.6 Der Boden des Fahrerplatzes muss horizontal und rutschhemmend sein, z. B. profilierte Matten,
beschichtetes Blech, Streckmetall.
2
a) Er muss in der Lage sein, einer Belastung von 1 500 N/m und eine Masse von 100 kg, gleichmäßig auf eine
2
Fläche von 0,16 m verteilt, an jeder Stelle seiner Oberfläche zu tragen.

ANMERKUNG Je nach verwendetem Material und Art der Ausführung des Plattformbodens kann eine Verifizierung der Festigkeit
und Verformung eines Teilbereiches erforderlich sein. In diesem Fall ist eine Fläche von 0,2 m x 0,2 m zu verwenden.

b) Wenn der Boden eine Verglasung aufweist, muss diese die gleiche Festigkeit wie der Boden besitzen oder so
geschützt sein, dass ihre Sicherheit der des Bodens gleichwertig ist. Das Glas muss Sicherheitsglas sein, z. B.
temperiertes Glas, laminiertes Glas, alternativ kann Plastik verwendet werden.

c) Bei Benutzung von Lochblechen oder Rosten dürfen die Öffnungen das Durchfallen einer Kugel von 20 mm
2
Durchmesser nicht zulassen. Die Fläche jeder dieser Öffnungen darf nicht größer sein als 400 mm .

5.3.5.7 Wenn die Seiten der Fahrerplattform verglast sind, muss temperiertes oder laminiertes Sicherheitsglas
verwendet werden. Die Anforderungen unter 5.3.5.1 müssen auf diese Scheiben ausgedehnt werden.

5.3.6 Schutzeinrichtungen

5.3.6.1 Das Fahrerschutzdach muss den Anforderungen von EN 1726-1:1998 entsprechen.

5.3.6.2 Bei Flurförderzeugen, bei denen der Fahrerplatz auf mehr als 3 000 mm Höhe über Flur angehoben
werden kann, muss eine vom Boden aus zu betätigende Not-Absenkeinrichtung vorhanden sein, die es erlaubt,
den hebbaren Fahrerplatz auch bei Energieausfall auf den Boden abzusenken. Die Senkgeschwindigkeit darf
0,4 m/s nicht überschreiten. Die Anbringung muss so erfolgen, dass sich für die eingreifende Person keine
Gefahren ergeben.

5.3.7 Notabstieg

Flurförderzeuge, bei denen der Fahrerplatz auf eine Höhe von mehr als 3 000 mm über Flur angehoben werden
kann, müssen mit Einrichtungen versehen sein, wie z. B. Abseileinrichtungen nach EN 341, Klasse C, oder
Strickleiter usw., mit deren Hilfe der Fahrer im Falle des Blockierens des Fahrerplatzes den Boden sicher erreichen
kann. Einfache Seile oder Knotenseile und Ähnliches sind nicht erlaubt.
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EN 1726-2:2000

5.4 Optische Warneinrichtungen

Flurförderzeuge, bei denen der Fahrerplatz auf eine Höhe von mehr als 3 000 mm über Flur angehoben werden
kann, müssen mit einem Warnlicht ausgerüstet sein. Die Warneinrichtung muss blinken und vom Boden aus
sichtbar sein, wenn der hebbare Fahrerplatz gesenkt wird und/oder das Flurförderzeug fährt.

5.5 Standsicherheit

5.5.1 Kommissionier-Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz müssen den Anforderungen von Anhang A
entsprechen. Die Standsicherheit von Seiten- und Dreiseitenstaplern muss den Anforderungen von Anhang G von
EN 1726-1 entsprechen.

5.5.2 Wenn die Standsicherheit des Flurförderzeuges abhängig ist von einer Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit
und/oder der Abbremsung bei einer bestimmten Hubhöhe (oder bei bestimmten Hubhöhen), muss der Betrieb
außerhalb dieser Grenzen selbsttätig unterbunden sein.

5.5.3 Wenn ein Flurförderzeug in Gängen so geführt wird, dass es ganz oder teilweise durch äußere
Abstützeinrichtungen am Umkippen gehindert wird, z. B. durch Rollen am Flurförderzeug, die in Führungsschienen
am Regal laufen, so sind die Standsicherheitsversuche für den Betrieb in Regalgängen nur in den Richtungen
durchzuführen, in denen das Flurförderzeug nicht gegen Umkippen gesichert ist. Bei angehobenem Fahrerplatz
und/oder angehobenem Lastaufnahmemittel muss ein Lösen oder Verlassen dieser Abstützeinrichtung durch das
Flurförderzeug verhindert sein, z. B. durch automatisches Bremsen.

6 Verifizierung der Sicherheitsanforderungen und/oder -maßnahmen

6.1 Allgemeines

Der Hersteller hat zu verifizieren, dass die Anforderungen des Abschnittes 5 erfüllt werden. Statt der
beschriebenen Verifizierungen sind andere Verfahren zulässig, wenn gleichwertige Resultate erzielt werden.

6.1.1 Art der Verifizierung

Die Verifizierungen können erfolgen durch:

− Sichtprüfung, z. B. bei Prüfung auf bleibende Verformung nach der statischen Verifizierung und bei der
Prüfung der Kennzeichnung des Flurförderzeuges.

− Messungen, z. B. bei Prüfungen für die Fahrgeschwindigkeit und Hubgeschwindigkeit.

− Designprüfung, z. B. bei der Prüfung von Zeichnungen und Dokumenten.

− Weitere Prüfungen, z. B. wie sie in 6.2 und 6.3 vorgeschrieben sind.

6.1.2 Verifizierung der Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz

Der Hersteller muss bei Einrichtungen nach 5.3.4.4b) verifizieren, dass die Einstellung der Ketten/Seile die
vorgegebenen Grenzwerte für Ketten/Seile erfüllt unter Berücksichtigung der in der Benutzerinformation
aufgeführten Informationen (siehe auch 7.1.3).

6.2 Verifizierung der Struktur

6.2.1 Allgemeines

Die Verifizierungen sind an einem für die Serienproduktion repräsentativen Muster durchzuführen.
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EN 1726-2:2000

6.2.2 Statische Verifizierung

Die tragenden Bauteile eines Flurförderzeuges mit hebbarem Fahrerplatz und seiner Anbaugeräte müssen die
statischen Lasten 1,5 Q1 und 1,5 Q2 15 min lang tragen.

Q1 = Nenntragfähigkeit bei genormtem Lastschwerpunkt-Abstand und in Normhubhöhe nach den Angaben


auf dem Tragfähigkeitsschild.

Q2 = wirkliche Tragfähigkeit bei maximaler Hubhöhe nach den Angaben auf dem Tragfähigkeitsschild.

Das Flurförderzeug wird auf eine annähernd waagerechte Fläche gestellt mit dem Hubgerüst in einer senkrechten
Position. Zum Schutz vor dem Umkippen darf es verankert werden.

Die Lasten dürfen mit einem vom Flurförderzeug unabhängigen Mittel auf das Lastaufnahmemittel in der
entsprechenden Hubhöhe aufgebracht werden. Im Anschluss an die Verifizierung darf bei der Sichtprüfung keine
bleibende Verformung oder Fehlerhaftigkeit vorliegen.

Die tragenden Bauteile von Flurförderzeugen ohne hebbaren Fahrerplatz müssen mit den Anforderungen von
EN 1726-1 übereinstimmen.

6.3 Verifizierung der Funktion

In Ergänzung zu den Funktionsprüfungen in EN 1726-1 müssen folgende Prüfungen durchgeführt werden, soweit
erforderlich:

− Betriebsarten nach 5.1;

− Funktion der Sicherheitseinrichtungen (5.3.3, 5.3.6.2);

− Schlaffseil- und Schlaffketten-Erkennung (5.3.4.5);

− Funktionieren der Klappen-/Türverriegelungen (5.3.5.2);

− Funktionieren der Paletten-Erkennung (5.3.5.3);

− Automatikfunktionen beim Beschleunigen und Bremsen (5.5.2).

7 Benutzerinformation
7.1 Betriebsanleitung, zusätzliche Angaben zu EN 1726-1

7.1.1 Angaben über das Flurförderzeug

− Angaben über Möglichkeiten des Ausstiegs und über Einrichtungen, mit denen der Fahrer im Falle des
Blockierens des Fahrerplatzes in angehobener Stellung den Boden sicher erreichen kann.

− Angaben über Einrichtungen zur Mehrfachbedienung.

7.1.2 Angaben über den Betrieb mit dem Flurförderzeug

− Angaben über den Betrieb des Flurförderzeuges, wenn die Unterbrechungen gemäß 5.3.4.5 und 5.3.4.7
aufgetreten sind;

− Angaben über den Betrieb mit oder ohne Führungen;

− Angaben über den Betrieb mit einer vorgegebenen Anzahl von Personen;

− Angaben über das Verhalten bei Notabsenkung;

− Angaben über die Benutzung der Einrichtungen zum Notausstieg;


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EN 1726-2:2000

− Angaben über Risiken für den Fahrer, wenn er sich außerhalb des Freiraumes der Fahrerplattform aufhält;

− Angaben über Paletten, die gemäß 5.3.5.3 als Arbeitsplattform verwendet werden können, und deren
Befestigungs-Einrichtungen;

− Angaben über die Beleuchtung des Arbeitsbereiches;

− Angaben über Einschränkungen für Ziehen, Schieben und nicht bestimmungsgemäße Verwendung.

7.1.3 Pflege und Wartung des Flurförderzeuges

− Art und Häufigkeit der Inspektionen, der Belastungen der Ketten oder Seile und der Einstell- oder
Wartungsarbeiten.

− Angaben zur Einstellung der Bremse.

7.2 Kennzeichnung für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz

− Die Flurförderzeuge müssen deutlich lesbar und unverwischbar mit einem Schild gekennzeichnet sein, das die
Anzahl der während der Nutzung zulässigen Personen auf dem Fahrerplatz angibt.

− Angabe über die Erneuerung von Kennzeichnungen und Schildern.

7.3 Informationen über die Installation

7.3.1 Der Hersteller hat dem Benutzer Angaben über Maßtoleranzen des Fußbodens, Freiräume für das
Regalsystem und sonstige Schnittstellenbereiche zu liefern.

7.3.2 Der Hersteller hat dem Benutzer vorzugeben, dass bei Nutzung des Flurförderzeuges geführt in
Regalgängen beiderseits ein Auslegungssicherheitsabstand von mindestens 90 mm vorhanden sein muss
zwischen dem Regal und der Fahrerplattform oder der Last in ihrer vorgegebenen Lage.

7.3.3 Informationen über Sicherheitseinrichtungen, die es ermöglichen, dass Flurförderzeuge in


Führungssystemen sicher eingesetzt werden können, z. B. gleichzeitiger Einsatz mehrerer Flurförderzeuge in
einem Gang.
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EN 1726-2:2000

Anhang A
(informativ)
Kommissionierflurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz —
Verifizierung der Standsicherheit

A.1 Anwendungsbereich
Dieser Anhang beschreibt das Verfahren zur Prüfung der Standsicherheit von Kommissionierflurförderzeugen mit
hebbarem Fahrerplatz. Dieser Anhang gilt für Flurförderzeuge mit Gabelzinken und/oder Anbaugeräten. Dieser
Anhang gilt nicht für Flurförderzeuge mit einer Lastaufnahmeeinrichtung, die aus der Längs-Mittelebene des
Flurförderzeuges seitlich herausgeschoben oder geschwenkt werden kann.

A.2 Betriebsbedingungen
Dieser Anhang gilt für Kommissionierflurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz, bei denen der Fahrerplatz mit oder
auf dem Lastträger auf über 1 200 mm angehoben werden kann. Sie können zum Betrieb in Leitlinienführungen,
zum nicht geführten Betrieb (freifahrend) oder für beides gebaut sein.

Bei leitliniengeführten Flurförderzeugen gelten die folgenden Standsicherheitsbedingungen:

a) wenn sie durch keinerlei äußere Abstützeinrichtungen am Umkippen gehindert werden;

b) wenn sie teilweise durch äußere Abstützeinrichtungen am Umkippen gehindert werden;

c) bei Betrieb mit dem Schwerpunkt der Last etwa in Längs-Mittelebene des Flurförderzeuges, und

d) bei Betrieb (Fahren und Stapeln) auf einem haltbaren, glatten, horizontalen und flächenfertigen Boden.

Flurförderzeuge nach Buchstabe b) müssen nach diesem Anhang geprüft werden, um die Standsicherheit in den
Richtungen sicherzustellen, in denen sie nicht gegen Umkippen gesichert sind.

Leitliniengeführte Flurförderzeuge können den Fahrerplatz und/oder das Lastaufnahmemittel in der Ausgangslage
oder während des Fahrens in Bewegung haben, vorausgesetzt, die entsprechenden Betriebsbedingungen,
Sicherheits-anforderungen und die Anforderungen an die Standsicherheit sind voll erfüllt.

Die folgenden Stabilitätsprüfungen gewährleisten, dass die definierten Flurförderzeuge eine ausreichende
Standsicher-heit haben, wenn sie unter folgenden Regelbetriebsbedingungen eingesetzt werden.

Wenn die Betriebsbedingungen davon abweichen, müssen Anhänge H, J und K von EN 1726-1 eingehalten
werden.

A.2.1 Regel-Betriebsbedingungen

A.2.1.1 Regel-Betrieb, leitliniengeführt in Regalgängen

Liegt vor, wenn das Flurförderzeug wie folgt betrieben wird:

a) Betrieb mit Last oder Lastaufnahmemittel in einer Höhe, in der das Flurförderzeug noch mit
Höchstgeschwindigkeit fahren kann;

b) Betrieb mit Last oder Lastaufnahmemittel in einer Höhe, bei der das Fahren noch gestattet ist; die Fahrge-
schwindigkeit kann eingeschränkt und die Abbremsung entsprechend reduziert sein;

c) Betrieb beim Kommissionieren, Aus- oder Einstapeln in irgendeiner Höhe bis zur größten Höhe. Das Fahren in
diesen Höhen kann unterbunden oder auf max. 2,5 km/h begrenzt sein.
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A.2.1.2 Regel-Betrieb bei freiem Fahren (nicht leitliniengeführt)

Liegt vor, wenn das Flurförderzeug wie folgt betrieben wird:

a) Geschwindigkeit bis zu vo (siehe Bild A.33) mit Last oder Lastaufnahmemittel in abgesenkter Stellung
(1 200 mm max.); die Abbremsung F muss, wenn sie den herkömmlichen Wert nicht erreicht, auf den für
herkömmliche Flurförderzeuge vorgesehenen Wert gebracht werden oder die Geschwindigkeit vo muss
automatisch auf nicht mehr als 9 km/h beschränkt werden.

b) Geschwindigkeit nicht über 4 km/h mit Last oder Lastaufnahmemittel über 1 200 mm, jedoch nicht mehr als
3 000 mm angehoben, Lenkung nicht mehr als ± 10° von der Stellung Geradeausfahrt eingeschlagen. Das
Fahren mit mehr als 2,5 km/h ist automatisch zu unterbinden, wenn die Lenkung mehr als ± 10° von der
Stellung Geradeausfahrt abweicht.

c) Kommissionieren, Ein- oder Ausstapeln bis zu einer vom Hersteller des Flurförderzeuges zugelassenen Höhe.
Die Fahrgeschwindigkeit muss auf max. 2,5 km/h beschränkt sein.

A.3 Prüfbedingungen

A.3.1 Prüfverfahren

Die Standsicherheit muss nach einem der im Folgenden beschriebenen Verfahren geprüft werden.

A.3.1.1 Prüfplattform

Es wird eine Prüfplattform benutzt, die um eine Seite geneigt werden kann. Das zu prüfende Flurförderzeug wird
auf die horizontale Prüfplattform gestellt unter den Bedingungen gemäß A.3.2, und zwar in der Reihenfolge wie in
Tabelle A.2 beschrieben.

Für jede der Stellungen des Flurförderzeuges muss die Prüfplattform langsam und vorsichtig bis zu der
Schrägstellung geneigt werden, die in der Tabelle A.2 angegeben ist. Das Flurförderzeug wird als standsicher
angesehen, wenn es allen Prüfungen genügt, ohne umzukippen.

Für diese Prüfungen gilt als Kippwert die Prüfplattformneigung, bei der das Flurförderzeug gerade noch nicht
umstürzt. Eine Erhöhung der Schrägstellung würde das vollständige Umstürzen des Flurförderzeuges zur Folge
haben.

Es ist zulässig, dass sich bei den Prüfungen nach der Seite ein Lastrad von der Prüfplattform abhebt, und es
können Teile des Rahmens oder andere Bauteile mit der Prüfplattform in Berührung kommen.

A.3.1.2 Feste Neigungen

Feste Neigungen, die den beschriebenen Neigungen der Prüfplattform entsprechen, müssen verwendet werden.
Die Oberfläche der Neigung muss eben sein, und sie muss in der Lage sein, das Gewicht des Flurförderzeuges zu
tragen, ohne das Ergebnis durch Verformung zu beeinflussen.

Das zu prüfende Flurförderzeug muss in Übereinstimmung mit den Anforderungen mit abgesenktem Hubgerüst auf
die Neigung gefahren und entsprechend den Angaben in der Tabelle A.2 aufgestellt werden. Für jede Position des
beladenen Flurförderzeuges muss die Last langsam und vorsichtig auf die Höhe entsprechend der Tabelle
gehoben werden.

A.3.1.3 Berechnung

Die Übereinstimmung mit den angegebenen Standsicherheitswerten kann durch Berechnungen ermittelt werden,
nachgewiesen durch empirische Werte.

Die berechneten Tragfähigkeiten ermöglichen es, Varianten unter Berücksichtigung von Mastdurchbiegungen,
Reifen usw. herzustellen.
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A.3.2 Bedingungen für das Flurförderzeug

A.3.2.1 Allgemeines

Die Prüfungen müssen mit einem betriebsbereiten Flurförderzeug ohne Fahrer durchgeführt werden, bei
Flurförderzeugen mit Verbrennungsmotor mit gefülltem Kraftstofftank, wenn die Standsicherheit dabei geringer ist.
Alle übrigen Tanks müssen betriebsgerecht gefüllt sein.

Die Lastaufnahmeeinrichtung muss mit allen Schutzeinrichtungen oder zusätzlichen Hubeinrichtungen versehen
sein, die als ursprüngliche Ausrüstung geliefert werden. Soweit zutreffend, müssen Reifen den vom Hersteller
angegebenen Innendruck haben; wenn Reifenballast gestattet ist, muss er in Übereinstimmung mit den
Anweisungen des Herstellers benutzt werden.

A.3.2.2 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Fahren simuliert wird

Bei diesen Prüfungen muss die Oberseite der Lastplattform oder der Gabelzinkenoberkante im Gabelknick in
Übereinstimmung mit den vorgegebenen Sicherheitsanforderungen und der Art des Fahrens, die simuliert wird,
eingestellt werden.

A.3.2.3 Hubhöhe bei den Prüfungen, bei denen Stapeln simuliert wird

Die bei diesen Prüfungen erforderlichen Hubhöhen müssen zwischen der Oberfläche der Prüfplattform und der
Oberseite des Gabelblatts in der Nähe des Gabelknicks gemessen werden.

A.3.3 Berücksichtigung des Fahrergewichtes in Bezug auf die Standsicherheit

Der Fahrer muss durch einen Gegenstand von 90 kg Gewicht (Masse) dargestellt sein, wenn dadurch die
Standsicherheit während einer Prüfung vermindert wird. Bei Flurförderzeugen mit Fahrerstand muss dieser
Gegenstand so angebracht sein, dass sein Schwerpunkt 1 000 mm über der Mitte der Aufstandsfläche für den
Fahrer ist. Bei Flurförderzeugen mit Fahrersitz muss der Gegenstand so angebracht sein, dass sein Schwerpunkt
250 mm und mittig über dem eingesessenen Fahrersitz ist.

A.3.4 Arretierung des Flurförderzeuges auf der Prüfplattform

Die festgelegte Stellung des Flurförderzeuges auf der Prüfplattform muss während jeder Prüfung beibehalten
werden. Jede Drehung der Räder muss durch Anlegen der Feststellbremse oder der Betriebsbremse verhindert
werden, wobei die letztere in Bremsstellung blockiert werden kann.

Zusätzlich dürfen die Räder gegen den Rahmen des Flurförderzeuges blockiert werden, aber so, dass die
Pendelung zwischen Achse und Rahmen nicht beeinträchtigt ist.

Zur Sicherheit während der Durchführung der Prüfung kann bei Prüfungen in Längsrichtung, bei denen eine
Pendelachse parallel zur Neigeachse der Prüfplattform liegt und dieser zugekehrt ist, die Pendelung blockiert
werden.

Es ist zulässig, Vorlegekeile oder Vorlegeleisten zwischen den Rädern und der Prüfplattform anzubringen, um zu
verhindern, dass das Flurförderzeug ins Gleiten kommt. Die Höhe der Keile oder Leisten darf die in der Tabelle A.1
angegebenen Werte nicht überschreiten.

Tabelle A.1

Maximale Höhe der Vorlegekeile


Außendurchmesser (d) des Rades
oder Vorlegeleisten

bis zu 250 mm 25 mm

über 250 mm 0,1 d


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A.3.5 Prüflast

Die Prüflast ist ein Gewicht (Masse) gleich der Nennlast Q, die im Schwerpunkt G wirkt, positioniert in der Regel
auf Nennlast-Schwerpunktabstand D, horizontal vor der Vorderseite des Gabelrückens und vertikal über der
Oberseite des Gabelblatts.

Der Schwerpunkt G muss annähernd in der Mittelebene zwischen den Hubgerüstschienen liegen (siehe Bild A.1).

Wenn ein Zusatzhub


vorhanden ist, muss
die Last/das Lastaufnahmemittel
in der höchsten Stellung sein.

Innenseite des Gabelknicks

Bild A.1 — Lage des Lastschwerpunkts

Hat der Hersteller auf dem Tragfähigkeitsschild andere Tragfähigkeiten angegeben, sind Prüfungen mit Höchstlast
bei entsprechender Hubhöhe sowie mit entsprechender Last bei maximaler Hubhöhe durchzuführen.

A.3.6 Sicherheitsvorkehrungen

Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, mit denen das Umkippen des Flurförderzeuges oder das Verschieben
der Prüflast im Verlauf der Prüfungen verhindert wird.

Wenn Halteseile oder -ketten benutzt werden, um das Umstürzen des Flurförderzeuges zu verhindern, müssen sie
ausreichend biegsam und so schlaff angeordnet sein, dass keine wesentliche Auswirkung auf das Flurförderzeug
erfolgt, bis dessen Kippbewegung beginnt.

Die Verschiebung der Prüflast darf z. B. auf folgende Weise verhindert werden:

a) Fest am Lastträger befestigen;

b) in der Nähe des Bodens mit einem Seil, einer Kette oder dergleichen in der Weise, dass das obere Ende der
Aufhängung an dem Punkt G wirkt, an dem der Schwerpunkt einer sonst fest angeordneten Prüflast wäre.

A.4 Durchführungen der Prüfungen


Das Flurförderzeug muss in Übereinstimmung mit der Tabelle A.2 aufgestellt werden.

Die Prüfungen für die seitliche Standsicherheit müssen nach der Seite ausgeführt werden, nach der das
Flurförderzeug die kleinere Standsicherheit hat. Die Kipplinie des Flurförderzeuges über die Punkte M und N muss
parallel zur Neigeachse XY der Prüfplattform sein.

Die Stellung der Räder und die allgemeine Darstellung des Flurförderzeuges in den Abbildungen sind nur als
Beispiele zu werten; andere Anordnungen sind zulässig, vorausgesetzt, die generellen Grundsätze für die
Aufstellung werden eingehalten.
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A.5 Prüfungen für Flurförderzeuge mit Anbaugeräten


Flurförderzeuge mit Anbaugeräten müssen nach den vorgenannten Standsicherheitsversuchen geprüft werden.

Die Prüflast und ihre Anordnung ergeben sich aus den Angaben auf dem oder den Tragfähigkeitsschild(ern) des
Flurförderzeuges, welches mit einem bestimmten Anbaugerät ausgerüstet ist, und aus den Angaben des
Herstellers.

Die bei den Prüfungen erforderlichen Hubhöhen müssen zwischen der Oberfläche der Prüfplattform und der
Unterseite der Last oder des Anbaugerätes gemessen werden, wobei der kleinere Wert maßgebend ist.
Tabelle A.2

Verifizierung der Standsicherheit in Längsrichtung, in Regalgängen, leitliniengeführt


Prüfung Nr. 1 2
Prüfen der Standsicherheit beim Fahren Fahren
Prüflast Mit ohne
Lastschwerpunktabstand D der Prüflast —
Hubhöhe größte für unbeschränktes Fahren (siehe A.2.1.1 a)) größte für unbeschränktes Fahren (siehe A.2.1.1 a))
Bilder A.2 und A.3 oder A.5 und A.6 (Stellung der geringsten Bilder A.4 und A.3 oder A.7 und A.6 (Stellung der
Stellung auf der Prüfplattform
Standsicherheit) geringsten Standsicherheit)
Wenn H ≤ 500 mm und V max. > 9 km/h: Neigung = 18 %
Neigung der Prüfplattform Wenn H ≤ 500 mm und V max. ≤ 9 km/h: Neigung = 1,3 F % (1) Siehe Bild A.32
Wenn H > 500 mm: Neigung = 1,3 F % (1)

(1) F = Abbremsung in % oder


Zugkraft am Haken, ausgedrückt in %
des Bruttogewichts (Masse) des
Staplers mit oder ohne Last, je nach
durchzuführender Prüfung
Bild A.2 Bild A.4

Bild A.3

AB = Längs-Mittelebene des Staplers


XY = Neigeachse der Prüfplattform

Bild A.5
Bild A.7

Bild A.6
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Tabelle A.2 (fortgesetzt)

Verifizierung der Standsicherheit in Längsrichtung, in Regalgängen, leitliniengeführt


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Prüfung Nr. 3 4 5
Prüfen der Standsicherheit beim Fahren Fahren Fahren
Prüflast Mit Mit ohne
Lastschwerpunktabstand D der Prüflast D der Prüflast —
Hubhöhe größte für Fahren (siehe A.2.1.1 b)) größte für Fahren (siehe A.2.1.1 b)) größte für Fahren (siehe A.2.1.1 b))
Bilder A.10 und A.3 oder A.11 und A.6
Stellung auf der Prüfplattform Bilder A.8 und A.3 Bilder A.9 und A.6
(Stellung der geringsten Standsicherheit)
Neigung der Prüfplattform 1,3 F % (1) 1,3 F % (1) 1,3 F % unbeladen (1)

(1) F = Abbremsung in % oder


Zugkraft am Haken, ausgedrückt in %
des Bruttogewichts (Masse) des
Staplers mit oder ohne Last, je nach
durchzuführender Prüfung
Bild A.8 Bild A.9

XY = Neigeachse der Prüfplattform

Bild A.10 Bild A.11


Tabelle A.2 (fortgesetzt)

Verifizierung der Standsicherheit in Regalgängen, leitliniengeführt


Prüfung Nr. 6
Prüfen der Standsicherheit beim Kommissionieren oder Ein- und Ausstapeln
Prüflast Mit
Lastschwerpunktabstand D der Prüflast
Hubhöhe größte (siehe A.2.1.1 c))
Stellung auf der Prüfplattform Bilder A.12 und A.3, A.13 und A.16, A.14 und A.17 oder A.15 und A.6 (Stellung der geringsten Standsicherheit)
Neigung der Prüfplattform 4 %, wenn Fahren bei größter Höhe vollständig verhindert ist,
6 %, wenn Fahren bei größter Höhe nicht vollständig verhindert ist

Bild A.12 Bild A.13 Bild A.14

AB = Längs-Mittelebene des Staplers


XY = Neigeachse der Prüfplattform

Bild A.15

Bild A.16
Bild A.17
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EN 1726-2:2000
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Tabelle A.2 (fortgesetzt)

Verifizierung der seitlichen Standsicherheit bei freiem Fahren (nicht leitliniengeführt)


EN 1726-2:2000

Prüfung Nr. 7 8 9
Prüfen der Standsicherheit Kommissionieren oder Ein- und Ausstapeln Kommissionieren oder Ein- und Ausstapeln Kurvenfahren
beim
Prüflast Mit ohne mit oder ohne (Stellung der geringsten
Standsicherheit)
Lastschwerpunktabstand D der Prüflast — D der Prüflast
Hubhöhe größte (siehe A.2.1.2 c)) größte (siehe A.2.1.2 c)) größte (siehe A.2.1.2 a))
Stellung auf der Prüfplattform Bilder A.18 oder A.21 und fallweise A.24 Bilder A.19 oder A.22 und fallweise A.24 Bilder A.20 oder A.23 und fallweise A.24
bis A.31 (Stellung der geringsten bis A.31 (Stellung der geringsten bis A.31 (Stellung der geringsten
Standsicherheit) Standsicherheit) Standsicherheit)
Neigung der Prüfplattform 6% 8% Siehe Bild A.33

Bild A.18 Bild A.19 Bild A.20

XY = Neigeachse der
Prüfplattform

Bild A.21 Bild A.22 Bild A.23


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EN 1726-2:2000

Tabelle A.2 (abgeschlossen)

Aufstellung des Staplers auf die Prüfplattform für Versuche Nr. 7, 8 und 9

Bild A. 24 Bild A.25 Bild A.26

Bild A.27 Bild A.28 Bild A.29

parallel

gefederte
MN = Kipplinie des Staplers Lenkrolle
XY = Neigeachse der oder Rad
Prüfplattform
Pfeil = dargestellte Bewegung

Anmerkung Die Darstellungen der Radan-


ordnung und der Stapler-Umrisse sind nur
beispielhaft. Andere Anordnungen sind zu-
lässig, sofern die allgemeinen Grundsätze
der Aufstellung für die Versuche beibe-
halten werden.

Bild A.30 Bild A.31


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EN 1726-2:2000

Prüfung Nr. 2

(15 + 1,55 v) % max. 25 %

v = Größte Geschwindigkeit des


unbeladenen Staplers auf ebenem und
horizontalem Boden in Gängen in km/h

Bild A.32

Prüfung Nr. 9

(15 + 1,1 vo) %

vo = Größte Geschwindigkeit in km/h, die der


unbeladene Stapler auf ebenem und
horizontalem Boden außerhalb der Gänge
erreichen kann (sie kann automatisch von
der Höchstgeschwindigkeit v in den
Gängen herabgesetzt werden).

Bild A.33
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EN 1726-2:2000

Anhang B
(informativ)
Belastungskontrolle

Anhang N der EN 1726-1 enthält spezifische Angaben über die Belastungskontrolle.

In Ergänzung dazu gibt Anhang B weitere Angaben über eine mögliche Verwendung der Belastungskontrolle für
Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz.

Die weiteren unten aufgeführten Angaben zeigen, dass die Verwendung einer Einrichtung zur Belastungskontrolle
nicht zu höheren Sicherheitsbedingungen führt, die Sicherheit des Flurförderzeuges nicht beeinflusst und nicht
Stand der Technik ist.

Flurförderzeuge gemäß Anwendungsbereich dieser Norm sind für strengere Einsatzbedingungen ausgelegt als in
EN 1726-1 beschrieben, z. B.:

− Bei nicht geführten Flurförderzeugen wird bei festgelegten Hubhöhen die Fahrgeschwindigkeit automatisch wie
folgt reduziert:

⇒ Fahren mit Höchstgeschwindigkeit (16 km/h maximal) nur, wenn der Fahrerplatz < 1 200 mm vom Boden
angehoben ist.

⇒ Die Geschwindigkeit wird automatisch auf 4 km/h reduziert, wenn der Fahrerplatz zwischen > 1 200 mm
und < 3 000 mm vom Boden aus angehoben ist (bei diesen Hubhöhen wird die Geschwindigkeit darüber
hinaus auf 2,5 km/h reduziert, wenn der Lenkungseinschlag ± 10° überschreitet).

⇒ In jedem Fall wird die Geschwindigkeit bei Hubhöhen > 3 000 mm auf 2,5 km/h Kriechgeschwindigkeit
automatisch reduziert.

Die Reduzierung der Geschwindigkeit vermindert das Risiko des Umkippens des Flurförderzeuges bei
angehobenem Fahrerplatz.

− Die Verifizierung der Standsicherheit der geführten und nicht geführten Flurförderzeuge nach dieser Norm
erfolgt auf der Grundlage der maximalen Geschwindigkeit und der tatsächlichen Bremskraft (siehe Tabelle 1
und 5.2.2).

− Elektrische/elektronische Systeme sind so ausgelegt, dass sie den Kategorien für die sicherheitsbezogenen
Teile von Steuerungen nach EN 954-1 entsprechen.

Für die Geschwindigkeitskontrolle, die Einschränkung der Geschwindigkeit bei unterschiedlichen Hubhöhen sowie
das Lenkungssystem siehe 5.9.4, 5.9.6, 5.9.9 und 5.9.10 von EN 1175-1.

− Bei Zwei- und Dreiseitenstaplern ist eine Überladung durch die Systemauslegung verhindert, bei der das
Gewicht und die Abmessungen der palettierten Last auf die Tragfähigkeit des Flurförderzeuges ausgerichtet
sind (diese sind Teil des Systems Regal/Flurförderzeug).

− Für Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz kann bei angehobenem Fahrerplatz eine Überladung von
außerhalb durch eine Belastungskontrolle nicht verhindert werden.

− Flurförderzeuge mit hebbarem Fahrerplatz werden mit vertikalem Mast konstruiert (eine Vorwärtsneigung ist
nicht möglich).

− Die Sicherheitsfaktoren für Seile oder Ketten, die im Flurförderzeug mit hebbarem Fahrerplatz verwendet
werden, sind höher als in der Maschinenrichtlinie gefordert.
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EN 1726-2:2000

Anhang ZA
(informativ)
Abschnitte in dieser Europäischen Norm, die grundlegende Anforderungen
oder andere Vorgaben von EU-Richtlinien betreffen

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen Kommission
und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet und unterstützt grundlegende Anforderungen der
EU-Richtlinie 98/37/EU.

Warnhinweis: Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere Anforderungen
und weitere EU-Richtlinien anwendbar sein.

Die Abschnitte dieser Norm sind geeignet, Anforderungen der Richtlinie 98/37/EU zu unterstützen.

Die Übereinstimmung mit dieser Norm ist eine der Möglichkeiten, die relevanten grundlegenden Anforderungen der
betreffenden Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften zu erfüllen.