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DEUTSCHE NORM Entwurf März 2001

Abdichtungsbahnen
Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen DF
für Dachabdichtungen
Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit
Deutsche Fassung EN 1931:2000
EN 1931
ICS 91.100.50 Teilweise Ersatz für
DIN 16726:1986-12
Flexible sheets for waterproofing –
Bitumen, plastic and rubber sheets for roof waterproofing –
Determination of water vapour transmission properties;
German version EN 1931:2000
Feuilles souples d’étanchéité –
Feuilles d’étanchéité de toiture bitumineuses, plastiques et élastomères –
Détermination des propriétés de transmission de la vapeur d’eau;
Version allemande EN 1931:2000

Die Europäische Norm EN 1931:2000 hat den Status einer


Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Die Europäische Norm ist vom Technischen Komitee CEN/TC 254 „Abdichtungsbah-
nen“ (Sekretariat: Großbritannien) unter deutscher Mitwirkung erarbeitet worden.
Der für die deutsche Mitarbeit zuständige Arbeitsausschuss im DIN Deutsches Institut
für Normung e.V. ist der als Spiegelausschuss zu CEN/TC 254 eingesetzte Arbeits-
ausschuss 02.09.00 „Abdichtungsbahnen“.
Für die im Abschnitt 2 zitierten Europäischen Normen wird im Folgenden auf die ent-
sprechenden Deutschen Normen hingewiesen:
EN 12591 siehe DIN EN 12591
prEN 13416 siehe E DIN EN 13416
Für „Elastomerbahnen“ wird in Deutschland auch der Begriff „Kautschukbahnen“ ver-
wendet.
Änderungen
Gegenüber DIN 16726:1986-12 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
– Änderung von 5.15.
Frühere Ausgaben
DIN 16730: 1976-05
DIN 16731: 1976-05
DIN 16732-1: 1976-05
DIN 16732-2: 1976-05
DIN 16734: 1979-12
DIN 16935: 1971-05
DIN 16937: 1971-05
DIN 16938: 1971-05
DIN 16726: 1986-12

Fortsetzung Seite 2
und 9 Seiten EN

Normenausschuss Bauwesen (NABau) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


Normenausschuss Kunststoffe (FNK) im DIN
Normenausschuss Kautschuktechnik (FAKAU) im DIN
Seite 2
DIN EN 1931:2001-03
Nationaler Anhang NA
(informativ)
Literaturhinweise
DIN EN 12591, Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel – Anforderungen an Straßenbaubitumen;
Deutsche Fassung EN 12591:1999.
E DIN EN 13416, Abdichtungsbahnen – Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen – Regeln für die
Probenentnahme; Deutsche Fassung prEN 13416:1998.
EN 1931

Juli 2000

ICS 91.100.50

Deutsche Fassung

Abdichtungsbahnen
Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen
für Dachabdichtungen
Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit

Flexible sheets for waterproofing – Bitumen, Feuilles souples d’étanchéité – Feuilles d’étanchéité de
plastic and rubber sheets for roof waterproofing – toiture bitumineuses, plastiques et élastomères –
Determination of water vapour transmission Détermination des propriétés de transmission de
properties la vapeur d’eau

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 10. Juni 2000 angenommen.
Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen
festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu
geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim
Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer
anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache
gemacht und dem Management-Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz,
Spanien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2000 CEN – Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren,
sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref. Nr. EN 1931:2000 D
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EN 1931:2000
Inhalt
Seite
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4 Prinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
5 Prüfeinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
6 Probenentnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
7 Prüfkörper . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
8 Durchführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
9 Auswertung und Genauigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
10 Prüfbericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Literaturhinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 254 „Abdichtungsbahnen“
erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI gehalten wird.
Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffent-
lichung eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Januar 2001, und etwaige entgegen-
stehende nationale Normen müssen bis Januar 2001 zurückgezogen werden.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der
folgenden Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxem-
burg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische
Republik und das Vereinigte Königreich.

Einleitung
Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 254 zur Bestimmung der Wasserdampfdurch-
lässigkeit von Abdichtungsbahnen ausgearbeitet.
Diese Norm gilt für Anwendungen im Dachbauwesen; sie kann aber auch in anderen Bereichen, sofern
geeignet, angewendet werden.
Diese Norm gilt zur Charakterisierung von Abdichtungsbahnen, so wie sie hergestellt oder vor der
Verwendung ausgeliefert werden. Diese Norm bezieht sich ausschließlich auf Produkte, jedoch nicht
auf Abdichtungssysteme, die aus derartigen Produkten bestehen und bereits in Bauwerken eingebaut
sind.
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1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm gilt für ein Verfahren zur Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit und
zur Berechnung der Feuchtestromdichte g und der Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl m von
Dachabdichtungsbahnen. Diese Norm gilt für Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen und Elastomer-
bahnen.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus
anderen Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert,
und die Publikationen sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere
Änderungen oder Überarbeitungen dieser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie
durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation.
prEN 13416:1998, Abdichtungsbahnen – Bitumen-, Kunststoff- und Elastomerbahnen für Dachabdich-
tungen – Regeln für Probenentnahme.
EN 12591, Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel – Anforderungen an Straßenbaubitumen.

3 Begriffe
Für die Anwendung dieser Norm gelten die folgenden Begriffe:
Symbol Einheit
3.1
Feuchtestromdichte
ist die Menge Wasserdampf, die in einer bestimmten Zeit unter festgeleg-
ten Bedingungen für Temperatur und Luftfeuchte durch eine bestimmte
Fläche einer Bahn definierter Dicke hindurchtritt. Eine Größe, die durch
folgende Beziehung definiert ist:
∆m g kg/(m2 · s)
g = ------------------
A × ∆t
Dabei ist A die Prüffläche des Prüfkörpers in m2 und D t die Zeitspanne
zwischen den 2 Wägungen des Auswertungsintervalls in s.
3.2
Feuchtedurchlasskoeffizient
Größe, die durch folgende Beziehung definiert ist:
wp = g
------------------------- wp kg/(m2 ·s · Pa)
( p1 – p2)
Dabei sind p1 und p2 die Dampfteildrücke an den beiden Seiten des Prüf-
körpers während der Prüfung.
3.3
Feuchteleitkoeffizient
Größe, die durch folgende Beziehung definiert ist:
d p = wp × d dp kg/(m ·s · Pa)
Dabei ist d die Dicke des Prüfkörpers in m.
3.4
Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl
Größe, die durch folgende Beziehung definiert ist:
l ma
m = ----------
- m
dp
Dabei ist l ma die Feuchteleitfähigkeit der Luft und kann nach der Glei- l ma kg/(m ·s · Pa)
chung in 9.1 berechnet werden.
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Symbol Einheit
3.5
Wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke
Größe, die durch folgende Beziehung definiert ist:
sd = m × d sd m
Dabei ist d die Dicke des Prüfkörpers in m.

4 Prinzip
Eine Diffusionsschale, die ein Trocknungsmittel enthält, wird an der offenen Seite durch den Prüfkörper
dampfdicht verschlossen und dann in einem Klima mit kontrollierter Temperatur und Luftfeuchte
gelagert. In bestimmten Zeitabständen wird diese Vorrichtung gewogen, um die Wasserdampfmenge
zu ermitteln, die durch den Prüfkörper hindurch in das Trockenmittel gelangt, sobald die Massen-
zunahme linear mit der Zeit ist.
Entsprechend der Zuordnung des Produktes zu Bitumen- oder Kunststoff-Abdichtungsbahnen besteht
der Arbeitsablauf in dieser Norm aus 2 separaten Verfahren:
4.1 Verfahren A: Arbeitsablauf für Bitumenbahnen.
4.2 Verfahren B: Arbeitsablauf für Kunststoff- und Elastomerbahnen.
Der technische Inhalt dieser Norm ist, wo zutreffend, mit diesen Verfahren (z. B. Abschnitt Prüfkörper)
abgestimmt.

5 Prüfeinrichtungen
5.1 Diffusionsschale (Absorptionsraum)
Vorzugsweise ist eine oberflächengeschützte Diffusionsschale aus reinem, kaltgezogenem Aluminium
von 1 mm Dicke, mit einer freien Prüffläche von 0,005 m2 sicherzustellen. Die Gesamtmasse der
Aluminiumschale mit Prüfkörper und Trockenmittel darf die zulässige Wägekraft der analytischen
Waage (Genauigkeit ± 0,1 mg) nicht überschreiten (siehe Bild 1).
5.2 Dickenmessgerät, geeignet für die Bestimmung der Prüfkörperdicke d auf ± 0,05 mm.
5.3 Analysenwaage, die geeignet ist, die Diffusionsschale mit Prüfkörper und Absorptionsmittel
(5.1) auf ± 0,1 mg zu wiegen.
5.4 Klimakammer mit konstanter Temperatur und Luftfeuchte, in der eine relative Luftfeuchte von
(75 ± 2) % und eine Temperatur von (23 ±1)°C eingehalten werden kann.

Maße in Millimeter

Legende
1 Prüfkörper
2 Trockenmittel

Bild 1 – Aluminiumschale als Absorptionsraum


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Maße in Millimeter

Legende
1 Seitenansicht des Luftumwälzers
2 Gesättigte Salzlösung mit Bodenkörper
3 125 Löcher, Durchmesser 8 mm je Scheibe

Bild 2 – Verdampfungsraum (Ausführungsbeispiel ohne Schalen)


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Alternativ können ein Raum oder eine Kammer, die auf eine Temperatur von (23 ± 1) °C eingestellt
werden, zusammen mit einem Exsikkator, der eine bei 23 °C gesättigte Natriumchloridlösung und
einen reichlichen Überschuss an ungelöstem Natriumchlorid (Bodenkörper) enthält, benutzt werden.
Die relative Luftfeuchte an der Prüfkörperoberfläche muss während der Prüfung konstant bleiben. Eine
Luftbewegung von 0,02 m/s bis 0,3 m/s im Verdampfungsraum ist durch einen Propeller zu erzeugen.
5.5 Exsikkator zum Prüfkörpertransport.
5.6 Trockenmittel: wasserfreies Calciumchlorid mit einer Teilchengröße von etwa 5 mm, frei von
Teilchen, die durch ein Sieb mit einer Maschenweite von 600 µm gehen. Die relative Luftfeuchte in der
Schale soll unter 1 % liegen. Die gesamte Feuchtigkeitsaufnahme des Trockenmittels darf während der
Messung 1,5 g je 25 cm3 nicht überschreiten.
5.7 Dichtmaterial: Dichtungsmasse zum dampfdichten Verschluss der Diffusionsschale (Absorp-
tionsraum), z. B. extrudierte Dichtmasse vom Typ Butyl oder Polyisobutylen oder Vergussmasse: Bitu-
men 35/50 nach EN 12591.
5.8 Schablone oder Gießring: Hilfsmittel für die Abdichtung des Absorptionsraumes.
Bei Verwendung nur zur Abdichtung daußen = (79,8 ± 0,4) mm
Bei Verwendung während der Messung dinnen = (79,8 ± 0,4) mm
5.9 Barometer, mit dem man den Luftdruck mit einer Genauigkeit von ±1 hPa messen kann.

6 Probenentnahme
Die Probenentnahme ist nach prEN 13416:1998 vorzunehmen.

7 Prüfkörper
7.1 Entnahme der Prüfkörper
Die Prüfkörper müssen gleichmäßig verteilt über die Breite der Bahn und 100 mm von der Längskante
entfernt entnommen werden.

7.2 Anzahl der Prüfkörper


Mindestens 3 Prüfkörper und 1 Referenzprüfkörper.

7.3 Maße der Prüfkörper


Kreisrunde Prüfkörper, die den Maßen der Diffusionsschale (5.1) angepasst sind (d ~ 90 mm). Freie
Prüfkörperoberfläche von 0,005 m2 entspricht d = 79,8 mm.

7.4 Lagerung der Prüfkörper


7.4.1 Verfahren A
Die in der Diffusionsschale befindlichen Prüfkörper werden 90 Tage im Klima 23 °C/75 % relative Luft-
feuchte gelagert, bevor sie erstmals auf 0,1 mg genau gewogen werden.
7.4.1 Verfahren B
Nachdem die Prüfkörper in die Diffusionsschalen eingebaut sind, werden die Gebinde auf 0,1 mg
genau gewogen und sofort in der Klimakammer bei 23 °C/75 % relativer Luftfeuchte bei bewegter Luft
gelagert.

Legende
1 Innere Schablone
2 Vergussmasse
3 Prüfkörper
4 Diffusionsschale nach Bild 1

Bild 3 – Vorrichtung zum Vergießen


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8 Durchführung
8.1 Prüfbedingungen
Klimakammer oder Verdampfungsraum: (23 ± 1) °C/(75 ± 2) % relative Luftfeuchte
Luftbewegung: 0,02 m/s bis 0,3 m/s
Diffusionsschaleninnenraum: (23 ± 1) °C/(0 + 1) % relative Luftfeuchte

8.2 Prüfung
Auf den Boden der Diffusionsschalen (siehe 5.1) für Prüfkörper wird eine Schicht des Trockenmittels
(siehe 5.6) mit einer Dicke von etwa 12 mm gefüllt. Der Abstand des Trockenmittels von der Abdich-
tungsbahn beträgt etwa 3 mm bis 4 mm. Der Prüfkörper wird mit Hilfe einer Schablone oder eines
Gießrings der Fläche A = 0,005 m2 dampfdicht in die Diffusionsschale eingebaut und die Diffusions-
schale auf 0,1 mg genau gewogen. Danach wird die Diffusionsschale in der auf (23 ± 1) °C und
(75 ± 2) % relative Luftfeuchte eingestellten Klimakammer (siehe 5.4) gelagert. Alternativ kann die
Diffusionsschale auch in einem Natriumchloridlösung enthaltenden Exsikkator, der in einem Raum von
(23 ± 1) °C steht, gelagert werden.
Ein Referenzprüfkörper wird ohne Absorptionsmittel in der Diffusionsschale in gleicher Weise dampf-
dicht verpackt und während der Prüfung genau gleich wie die Prüfkörper behandelt.
Für Abdichtungsbahnen mit einer Feuchtestromdichte, die voraussichtlich weniger als 1,157 4 × 10 –8 g/
(m2 · s) beträgt, wird die Diffusionsschale im Abstand von einer Woche aus der Klimakammer
(siehe 5.4) entnommen, sofort in den Transportexsikkator (siehe 5.5) gelegt. Dieser wird bei Raum-
temperatur (30 ± 10) min gelagert. Danach wird die Diffusionsschale auf 0,1 mg gewogen. Nach der
Wägung ist die Diffusionsschale zu schütteln, um das Trockenmittel umzuschichten. Dann wird die
Schale wieder in die Klimakammer gebracht.
ANMERKUNG Es ist nicht notwendig, die Diffusionsschalen in einen Transportexsikkator (siehe 5.5) zu legen,
wenn Lagerung und Prüfung im selben Raum bei konstanter Temperatur und Luftfeuchte erfolgen.
Wöchentlich werden Wägungen durchgeführt und die Ergebnisse als Masse-Zeit-Kurve aufgetragen.
Die Ergebnisse von 4 aufeinanderfolgenden Wägungen dürfen um höchstens 5 % von einer durch
diese Messpunkte gelegten Ausgleichsgeraden abweichen.
Bei stark variierendem barometrischem Druck können sich die Diffusionsschalen, bedingt durch den
Auftrieb, wie „Luftkissen“ verhalten. Für Material mit niedriger Feuchtestromdichte (z. B. weniger als
g = 5,787 0 × 10 –9 kg/(m2 · s)) ist es notwendig, die Wägungen an Tagen mit ähnlichem barometri-
schem Druck (± 5 hPa) durchzuführen. So kann der Auftriebseffekt von starken täglichen Druck-
schwankungen kompensiert werden.

9 Auswertung und Genauigkeit


9.1 Auswertung
Die Feuchtestromdichte g wird unter Berücksichtigung der Referenzprüfkörper nach folgender Zahlen-
wertgleichung für jeden Prüfkörper berechnet:
∆m 21
g= -------------------
A × ∆t
Dabei ist
Dm21 die Massenänderung, ermittelt aus den gemessenen Endpunkten der linearen Ausgleichs-
geraden in kg:
Dm21 = (m2 – m1) – (mR2 – mR1)
dabei sind
m2 , m 1 die Massen der Prüfkörper in kg,
mR2, mR1 die Massen der Referenzprüfkörper in kg;
A die Prüffläche des Prüfkörpers in m2;
Dt die Zeitspanne zwischen den 2 Wägungen des Auswertungsintervalls in s.
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Der Mittelwert mit Standardabweichung der Feuchtestromdichte g der 3 Prüfkörper ist zu berechnen.
Die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl m wird nach folgender Gleichung berechnet:

 ( p 1 – p2 ) 
m=1
----  l ma ------------------------- – sa
d g 

Dabei ist
d die mittlere Dicke des Prüfkörpers in m;
g der Mittelwert der Feuchtestromdichte in kg/(m 2 · s), berechnet nach 9.1;
lma die Feuchteleitfähigkeit der Luft, abhängig von Luftdruck und Lufttemperatur, wird nach folgender
Zahlenwertgleichung berechnet:

0,083
------------------ 1,81
3 600 p0  T 
lma = ---------------------- × -------  ------------
RD × T p  273

Dabei ist:
RD die Gaskonstante des Wasserdampfes 462 Nm/(kg · K);
T die Temperatur im Klimaraum in K;
p der mittlere Luftdruck im Klimaraum in hPa, abhängend von Ort und Wetter;
p0 der Atmosphärendruck beim Normzustand gleich 1 013,25 hPa;
p1, p2 die Wasserdampfpartialdrücke an den Oberflächen des Prüfkörpers in Pa;
sa die mittlere Dicke der Luftschicht in der Diffusionsschale unterhalb des Prüfkörpers in m. (Bei
Prüfkörpern mit einer wasserdampfdiffusionsäquivalenten Luftschichtdicke sd > 1,0 m kann sa
unberücksichtigt bleiben.)

Vereinfachtes Auswerteverfahren
Für Abdichtungsbahnen bleibt sa in der Regel unberücksichtigt, wodurch sich die vereinfachte Glei-
chung für m ergibt:

( p1 – p2) ∆m 21
m = lma ------------------------- mit g = wie oben beschrieben.
---------------------
g×d A × ∆t

Zur Erleichterung der Berechnung der Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl m nach der verein-


fachten Gleichung werden in der Gleichung von lma alle Konstanten zu einer einzigen Konstanten
zusammengefasst, deren Wert 1,977 62 × 10 –7 bei 23 °C ist. Die Gleichung

0,083
------------------ 1,81 –7
3 600 p0  T  1,977 62 × 10
lma = ---------------------- × -------  ------------ vereinfacht sich dann zu lma = ---------------------------------------------------
RD × T p  273 p
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Bei den Versuchsbedingungen von 75 % relativer Luftfeuchte ergibt sich eine Wasserdampfdruck-
differenz von D p = 2 107 Pa. Die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl m lässt sich dann einfach
errechnen, wenn man den mittleren Luftdruck p und die Feuchtestromdichte g durch folgende Glei-
chung bestimmt hat:
–7
62 × 10
m = 1,977 2 107
--------------------------------------------------- × ------------------
p g×d
welche sich vereinfachen lässt in:
–4
8 × 10
m = 4,166
-----------------------------------------------
p×g×d

9.2 Genauigkeit
Die gesamte Feuchteaufnahme des Trockenmittels darf während der Messung 1,5 g je 25 cm3 nicht
überschreiten.
Das Prüfverfahren nach dieser Norm ist vorzugsweise für die Bestimmung der Wasserdampfdiffusions-
stromdichte g von mindestens 1,157 4 × 10 –8 kg/(m2 · s) geeignet.
Bei besonders ausgewählten Versuchsbedingungen (z. B. Luftdruckkorrektur, lange Prüfzeit, Klima-
konstanz) ist das Verfahren bis etwa g = 5,787 0 × 10 –9 kg/(m2 · s) noch anwendbar.

10 Prüfbericht
Der Prüfbericht muss mindestens folgende Angaben enthalten:
a) alle erforderlichen Angaben, um das geprüfte Produkt zu identifizieren;
b) einen Hinweis auf diese Europäische Norm (EN 1931) und jede Abweichung;
c) Angaben zur Probenentnahme nach Abschnitt 6;
d) Angaben zur Vorbereitung der Prüfkörper nach Abschnitt 7;
e) Angaben zur Durchführung der Prüfung und der Verfahren (A oder B) und jede Abweichung;
f) – effektive Dicke der gemessenen Prüfkörper,
– Feuchtestromdichte (g) jedes Prüfkörpers, Mittelwert und Standardabweichung der Ergebnisse,
– Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl (m ) in Übereinstimmung mit Abschnitt 9;
g) Datum der Prüfung.

Literaturhinweise
EN ISO 9346:1996, Wärmeschutz – Stofftransport – Physikalische Größen und Definitionen
(ISO 9346:1987).
ISO 1663-1981, Cellular plastics – Determination of density of moisture flow rate of rigid materials.
DIN 53122:1974-11, Prüfung von Kunststoff-Folien, Elastomerfolien, Papier, Pappe und anderen
Flächengebilden – Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit – Gravimetrisches Verfahren.
DIN 52615:1987-11, Wärmeschutztechnische Prüfung – Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit
von Bau- und Dämmstoffen.
EN 1849-1, Abdichtungsbahnen – Bestimmung der Dicke und der flächenbezogenen Masse – Teil 1:
Bitumenbahnen für Dachabdichtungen.
prEN 1849-2:2000, Abdichtungsbahnen – Bestimmung der Dicke und flächenbezogenen Masse –
Teil 2: Kunststoffbahnen und Elastomerbahnen für Dachabdichtungen.