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DEUTSCHE NORM August 2001

Abschlüsse und Markisen


Widerstand gegen Windlast D
Prüfverfahren
Deutsche Fassung EN 1932:2001 EN 1932
ICS 91.060.50

External blinds and shutters — Resistance


to wind loads — Method of testing;
German version EN 1932:2001
Fermetures pour baies équipées de fenêtres et stores
extérieurs — Résistance aux charges de vent —
Méthodes d’essai;
Version allemande EN 1932:2001

Die Europäische Norm EN 1932:2001 hat den Status einer Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Diese Europäische Norm wurde von der Arbeitsgruppe 3 „Zusätzliche Abschlüsse und Schutzeinrichtun-
gen an Fenstern, Türen und Fassaden“ des Technischen Komitees CEN/TC 33 „Türen, Tore, Fenster,
Abschlüsse, Baubeschläge und Vorhangfassaden“ (Sekretariat: Frankreich) unter deutscher Mitwirkung
erarbeitet.
Der für die deutsche Mitarbeit zuständige Arbeitsausschuss im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
ist der als Spiegelausschuss zum CEN/TC 33 eingesetzte Arbeitsausschuss 09.01.00 „Türen, Tore,
Fenster, Abschlüsse, Baubeschläge und Vorhangfassaden“ des Normenausschusses Bauwesen
(NABau).

Fortsetzung 22 Seiten EN

Normenausschuss Bauwesen (NABau) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.


— Leerseite —
EUROPÄISCHE NORM EN 1932
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE März 2001

ICS 91.060.50

Deutsche Fassung

Abschlüsse und Markisen


Widerstand gegen Windlast
Prüfverfahren

External blinds and shutters — Resistance to wind Fermetures pour baies équipées de fenêtres et stores
loads — Method of testing extérieurs — Résistance aux charges de vent —
Méthodes d’essai

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 2001-03-01 angenommen.


Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen
festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu
geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind
beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer
anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache
gemacht und dem Management-Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz,
Spanien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

R
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2001 CEN — Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren, Ref.-Nr. EN 1932:2001 (D)
sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
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EN 1932:2001

Inhalt
Seite Seite

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 8 Markise mit Seitenführung und


Zugsystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . 2
8.1 Prüfvorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . 3 8.2 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 9 Rollladen, Drehladen, Faltladen
(geführt und ungeführt), Schiebeladen 14
4 Prüfbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 9.1 Prüfvorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
4.1 Maße der Prüfkörper . . . . . . . . . . . . . . . 4 9.2 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
4.2 Laborbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . 5 10 Außenjalousie/Raffstore . . . . . . . . . . . 16
5 Gelenkarm- und Scherenarmmarkisen 5 10.1 Prüfvorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
5.1 Prüfvorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 10.2 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
5.2 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 11 Widerstandsfähigkeit der
Ausstellorgane . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
6 Fallarmmarkise und Markisolette . . . . . 7
11.1 Prüfvorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
6.1 Prüfvorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
11.2 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
6.2 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
12 Prüfbericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
7 Markise mit Seitenführung ohne Anhang A (informativ)
Zugsystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Beschreibung einer Prüfanlage für die
7.1 Prüfvorbereitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Messung des Windwiderstandes von
7.2 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Abschlüssen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 33 „Türen, Tore, Fenster, Abschlüsse,
Baubeschläge und Vorhangfassaden“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom AFNOR gehalten wird.
Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis September 2001, und etwaige entgegenstehende
nationale Normen müssen bis September 2001 zurückgezogen werden.
Sie ist Teil einer Reihe von Normen für Abschlüsse und Markisen für Gebäude, wie sie in
prEN 12216:1995 definiert sind.
Der Wind wirkt sich auf die äußeren Abschlüsse und Markisen durch Druck und Unterdruck (Sog) aus,
die durch die nachstehenden Prüfungen nachvollzogen werden.
Diese Prüfungen ermöglichen unter diesen Bedingungen den Nachweis, dass der Abschluss oder die
kompletten Markisen die Festlegungen in prEN 13561:1999 und prEN 13659:1999 erfüllen. Das bedeu-
tet, dass
– sie keine unannehmbaren sichtbaren Fehler aufweisen,
– sie ihren Verwendungszweck erfüllen,
– die Sicherheit der Benutzer nicht gefährdet wird.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden
Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal,
Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.

1 Anwendungsbereich
Die vorliegende Norm legt die anzuwendenden Prüfverfahren für die Bewertung der Windlasten von
Abschlüssen und Markisen, die vor Fenstern, Türen oder Fassaden betrieben werden sollen und die als
komplette Anlagen geliefert werden, fest.
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Die vorliegende Norm gilt für:


– Abschlüsse: Rollladen, Außenjalousie bzw. Raffstore, Drehladen, geführte und ungeführte Falt- und
Schiebeladen (einschließlich solcher mit Ausstellsystemen);
– Markisen: Gelenkarmmarkise, Scherenarmmarkise, Fallarmmarkise, Markisolette, Senkrechtmarkise,
Fassadenmarkise, Wintergartenmarkise und Dachflächenfenstermarkise;
– gleich welcher Art die Werkstoffe sind,
– unter normalen Funktionsbedingungen,
– eingebaut nach den Montageanleitungen des Herstellers.
Korbmarkisen (beweglich oder unbeweglich) und Sonnenblenden sind nicht betroffen.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus ande-
ren Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die
Publikationen sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen
oder Überarbeitungen dieser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung
oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in
Bezug genommenen Publikation (einschließlich Änderungen).
prEN 12216:1995, Abschlüsse — Terminologie und Definitionen.
EN 13527, Abschlüsse — Messung der Bedienkraft — Prüfverfahren.
prEN 13561:1999, Markisen — Leistungsanforderungen einschließlich Sicherheitsanforderungen.
prEN 13659:1999, Abschlüsse — Leistungsanforderungen einschließlich Sicherheitsanforderungen.

3 Begriffe
Für die Anwendung dieser Norm gelten die Begriffe in prEN 12216:1995, prEN 13561:1999 und
prEN 13659:1999 sowie die folgenden Begriffe:

3.1
Prüfdruck
p
auf die Außenseite oder die Innenseite des Prüfkörpers ausgeübter Druck, der den Differenzdruck dar-
stellt (Druckunterschied zwischen den beiden Seiten), der durch den Wind auf den Abschluss oder die
Markise ausgeübt wird; p wird innerhalb der Windwiderstandsklassen nach prEN 13561:1999 und
prEN 13659:1999 ausgewählt

3.2
nominale Prüflast
FN
Summe ausgewählter, auf den Abschluss oder die Markise aufgebrachte Kräfte, die das Nachvollziehen
der durch einen gleichmäßigen Druck auf den Prüfkörper erzeugten Wirkungen ermöglichen; sie ist
Funktion:
– des Prüfdruckes p;
– eines Koeffizienten v, der den Zusammenhang zwischen statischer Windlast und der Prüflast aus-
drückt;
– der belasteten Fläche
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3.2.1
direkte nominale Prüflast
FN
nominale Last, die einem auf die Außenseite einwirkenden Druck entspricht (positiver Differenzdruck)

3.2.2
umgekehrte nominale Prüflast
­ FN
nominale Last, die einem auf die Innenseite ausgeübten Unterdruck entspricht (negativer Differenzdruck)

3.3
Sicherheitslast
FS
direkte oder umgekehrte Last, bei der kein Produktbruch erfolgen darf; die Sicherheitslast ist die nomi-
nale Last FN , multipliziert mit dem vom Produkt abhängigen Wert g
F S = g × FN

3.4 Maße
3.4.1
Höhe
H
im Fall von Markisen ist H die Entfernung zwischen der Vorderkante Fallstange bis Mitte Tuchwelle; im
Fall von Rollladen ist H der sichtbare Teil des Behanges einschließlich Schlussstab; im Fall von Raff-
stores und Jalousien ist H der Abstand zwischen Oberkante Oberschienen bis Unterkante Unterschiene;
im Fall anderer Abschlüsse ist H die Höhe des Behanges

3.4.2
Breite
L
im Fall von Markisen ist L die Tuchbreite; im Fall von Abschlüssen ist L die sichtbare Breite des Behanges

4 Prüfbedingungen
4.1 Maße der Prüfkörper
Die technischen Grenzmaße eines Produktes sind gegeben durch die maximalen Maße für Breite und
Höhe (Lmax und Hmax ) in Verbindung mit der vom Hersteller festgelegten maximalen Fläche (Smax ).

Bild 1 — Maße der Prüfkörper


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Um für die Produktreihe repräsentativ zu sein, müssen die der Prüfung unterzogenen Prüfkörper die
folgenden Maße haben (siehe Bild 1):
– maximale Breite, verbunden mit der bei dieser Breite realisierbaren maximalen Höhe;
– maximale Höhe, verbunden mit der bei dieser Höhe realisierbaren maximalen Breite,
beide Prüfungen sind notwendigerweise für eine gleiche Produktreihe auszuführen.
Produkte mit geringerer Breite und geringerer Höhe als die Prüfkörper gelten als der Prüfklasse genügend.
Im Fall der Wintergartenmarkise ist die zu beachtende Höhe die größte freie Höhe zwischen der Tuch-
welle und der Fallstange oder zwischen diesen und den Leitrohren.
Die zu beachtende Höhe ist im Fall der Markisolette die Gesamthöhe, Summe der Länge der Entlas-
tungsschiene und der vertikalen Höhe.
Im Fall von Gelenkarm- und Scherenarmmarkisen ist die zweiarmige Ausführung mit maximaler Breite
zu prüfen.

4.2 Laborbedingungen
Die Prüfungen werden bei einer Umgebungstemperatur von …23 ± 5† °C durchgeführt.

5 Gelenkarm- und Scherenarmmarkisen


5.1 Prüfvorbereitung
5.1.1 Prüflasten
Für die durch den Hersteller festgelegte maximale Höhe H und die maximale Breite L ergeben sich für
den Druck p der betreffenden Windwiderstandsklasse die direkte nominale Last, die umgekehrte nomi-
nale Last und die direkte Sicherheitslast aus den folgenden Gleichungen (siehe Tabelle 1).
FN = v × p × L × H, wobei v = 0,5
F S = g × FN Der Wert von g, siehe prEN 13561:1999.

Tabelle 1 — Gelenkarm- und Scherenarmmarkise — Prüflasten

Direkte nominale Last FN = v × p × L × H v = 0,5


Umgekehrte nominale Last ­ FN = ­v × p × L × H v = 0,5
Direkte Sicherheitslast F S = g × FN

5.1.2 Markisenpositionierung
Mittels ihrer Konsolen wird die Markise entsprechend den Montageanleitungen des Herstellers auf einem
festen Rahmen befestigt.
Eine Gelenkarmmarkise wird derart befestigt, dass sie waagerecht ausfährt (Toleranz ± 5°).

5.1.3 Aufbringung der Last


Mittels angehängter Gewichte werden die Lasten aufgebracht (direkte Belastung), für die umgekehrte
Belastung werden die Gewichte über Umlenkrollen oder ein anderes System, bei dem die Reibung,
bezogen auf die aufgebrachten Lasten, unbedeutend ist, aufgebracht. Die Angriffspunkte und die
Lastkräfte sind in Abhängigkeit von der Belastungssequenz in Tabelle 2 festgelegt.

5.1.4 Messung der Vertikalverlagerungen


In einem vertikalen Bezugssystem werden im Bereich der Fallstangenhalter die Verlagerungen gemes-
sen, notiert wird Zl am linken und Zr am rechten vorderen Armgelenk.
Die Messungen erfolgen mittels eines Metermaßstabes, Messgenauigkeit ± 5,0 mm.
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5.2 Prüfverfahren
5.2.1 Prüfsequenzen
In Tabelle 2 werden die Belastungs- und Entlastungs- sowie die Messsequenzen beschrieben. Die
Lasten werden für 2 min aufgebracht. Gemessen wird 2 min nach der Entlastung.

Tabelle 2 — Gelenkarm- und Scherenarmmarkise — Prüfverfahren

Verlagerungsmessung am
Sequenzen Aufgebrachte Last Fallstangenhalter Darstellung der Ergebnisse
l r
Sequenz 1 FN=4 an jeden Arm Horizontalstellung
H=2

Messung der Bedienkraft vor


dann Entlastung der Belastung

Sequenz 2 Zl0 Zr0 Referenzmessung Zl0 , Zr0


H

Bezugsebene

Sequenz 3 2 × FN=4 + 4 × FN=8 Zl1 Zr1 Vertikalverlagerung nach der


Entlastung
Direkte
nominale j Zl1 ­ Zl0 j
Last FN j Zr1 ­ Zr0 j

dann Entlastung j… Zl1 ­ Zl0 † ­ … Zr1 ­ Zr0 †j


Sequenz 4 ­ FN=2 an jedem Arm Zl2 Zr2 Vertikalverlagerung nach der
Entlastung
Umgekehrte
nominale j Zl2 ­ Zl0 j
Last ­ FN j Zr2 ­ Zr0 j
j… Zl2 ­ Zl0 † ­ … Zr2 ­ Zr0 †j

dann Entlastung Messung der Bedienkraft


Sequenz 5 FS=2 an jedem Arm
Direkte
Sicherheits-
last FS Bruch: ja/nein
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5.2.2 Messung der Bedienkraft


Vor Durchführung der Prüfsequenzen und nach der Sequenz 4 wird die Bedienkraft entsprechend den in
EN 13527 festgelegten Prüfverfahren nach einmaligem Aus- und Einfahren gemessen.

5.2.3 Darstellung der Ergebnisse


(siehe Tabelle 2)
Direkt nach den Sequenzen 3 und 4 ist aufzuzeichnen:
– die Verlagerungswerte j Zl ­ Zl0 j und j Zr ­ Zr0 j ausgedrückt in % von H, d. h.:
j Zl ­ Zl0 j
Verlagerungswert links: × 100 ‰% Š
H
j Zr ­ Zr0 j
Verlagerungswert rechts: × 100 ‰ %Š
H
– die Parallelitätsabweichungswerte j… Zl ­ Zl0 †j und j… Zr ­ Zr0 †j ausgedrückt in % von L, d. h.:
j… Zl ­ Zl0 † ­ … Zr ­ Zr0 †j
× 100 ‰ %Š
L
V = Änderung in % der Bedienkraft:
 
Pe
V = 100 × ­1 ‰%Š,
Pi

wobei Pi die Bedienkraft vor der Prüfung und Pe die Bedienkraft nach der Prüfung bedeuten.
Nach der Sequenz 5 ist festzuhalten: Bruch: ja/nein

6 Fallarmmarkise und Markisolette


6.1 Prüfvorbereitung
6.1.1 Prüflasten
Für die durch den Hersteller festgelegte maximale Höhe H und die maximale Breite L ergeben sich für
den Druck p der betreffenden Windwiderstandsklasse die direkte nominale Last, umgekehrte nominale
Last und direkte Sicherheitslasten aus den Gleichungen (siehe Tabelle 3):
FN = v × p × L × H, wobei v = 0,5
F S = g × FN Der Wert von g, siehe prEN 13561:1999.

Tabelle 3 — Fallarmmarkise und Markisolette — Prüflasten

Direkte nominale Last FN = v × p × L × H


Umgekehrte nominale Last a ­ FN = ­v × p × L × H
Direkte Sicherheitslast FS = g × F N
Umgekehrte Sicherheitslast a ­ FS = g × FN
a Markisen mit blockiertem Armgelenk

6.1.2 Markisenpositionierung
Mittels ihrer Konsolen wird die Markise entsprechend den Montageanleitungen des Herstellers auf einem
festen Rahmen befestigt.
Die Fallarme stehen senkrecht zum Rahmen.
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6.1.3 Aufbringung der Last


Mittels angehängter Gewichte werden die Lasten aufgebracht (direkte Belastung), für die umgekehrte
Belastung werden die Gewichte über Umlenkrollen oder ein anderes System aufgebracht, bei dem die
Reibung, bezogen auf die aufgebrachten Lasten, unbedeutend ist. Die Angriffspunkte und die Lastkräfte
für jede Sequenz werden in den Tabellen 4 und 5 festgelegt.

6.1.4 Messung der Vertikalverlagerungen


In einem vertikalen Bezugssystem werden im Bereich der Fallstangenhalter die Verlagerungen gemessen.
Es sind Zl (links) und Zr (rechts) zu messen.
Die Messungen erfolgen mittels eines Metermaßstabes, Messgenauigkeit ± 5 mm.

6.2 Prüfverfahren
6.2.1 Belastungssequenzen
In den Tabellen 4 und 5 werden die Belastungs- und Entlastungssequenzen beschrieben. Die Lasten
werden 2 min lang aufgebracht. Gemessen wird 2 min nach der Entlastung.

6.2.2 Messung der Bedienkraft


Die Bedienkraft wird entsprechend dem in EN 13527 festgelegten Verfahren vor Durchführung der Prüf-
sequenzen und nach der Sequenz 1 gemessen (siehe Tabelle 4) oder nach den Sequenzen 2 und 3 (für
Markisen mit blockierten Armgelenken siehe Tabelle 5) nach einem vollständigen Aus- und Einfahren.

Tabelle 4 — Fallarmmarkise und Markisolette — Prüfverfahren

Verlagerungsmessung am
Sequenzen Aufgebrachte Last Fallstangenhalter Darstellung der Ergebnisse
l r
Sequenz 1 FN=2 an jeden Arm Rissbeginn im Tuch: ja/nein
Direkte Bruch der Nähte: ja/nein
nominale
Last FN

dann Entlastung Messung der Bedienkraft


Sequenz 2 FS=2 an jeden Arm Rissbeginn im Tuch: ja/nein
Sicherheits- Bruch der Nähte: ja/nein
last FS Gestellbruch: ja/nein
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Tabelle 5 — Fallarmmarkise und Markisolette mit blockierten Armgelenken — Prüfverfahren

Verlagerungsmessung am
Sequenzen Aufgebrachte Last Fallstangenhalter Darstellung der Ergebnisse
l r
Sequenz 1 FN=4 an jeden Arm Zl0 Zr0 Referenzmessung Zl0 , Zr0
Last FN=2 nach Entlastung

Bezugsebene
Sequenz 2 FN=2 an jeden Arm Rissbeginn im Tuch: ja/nein
Direkte Bruch der Nähte: ja/nein
nominale
Last FN

Bezugsebenenmessung Messung der Bedienkraft


Sequenz 3 ­ FN=2 an jedem Arm Zl2 Zr2 Messung der Vertikalver-
Umgekehrte lagerung nach Entlastung
nominale
Last ­ FN j Zl2 ­ Zl0 j
j Zr2 ­ Zr0 j
j… Zl2 ­ Zl0 † ­ … Zr2 ­ Zr0 †j

x = Blockierung
Messung der Bedienkraft
dann Entlastung nach Aufhebung der
Blockierung
Sequenz 4 FS=2 an jedem Arm Rissbeginn im Tuch: ja/nein
Direkte Bruch der Nähte: ja/nein
Sicherheits- Bruch des Rahmens: ja/nein
last FS

Sequenz 5 ­ FS=2 an jeden Arm Rissbeginn im Tuch: ja/nein


Umgekehrte Bruch der Nähte: ja/nein
Sicherheits- Bruch des Rahmens: ja/nein
last ­ FS

x = Blockierung
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6.2.3 Darstellung der Ergebnisse


(siehe Tabellen 4 und 5)
Im Fall von Markisen mit blockierten Armgelenken sind direkt nach der Sequenz 3 (siehe Tabelle 5) auf-
zuzeichnen:
– die Verlagerungswerte j Zl2 ­ Zl0 j und j Zr2 ­ Zr0 j ausgedrückt in % von H, (bei Markisolette H2 ), d. h.:
j Zl2 ­ Zl0 j
Verlagerungswert links: × 100 ‰ %Š
H
j Zr2 ­ Zr0 j
Verlagerungswert rechts: × 100 ‰%Š
H
– die Parallelitätsabweichungswerte j… Zl2 ­ Zl0 † ­ … Zr2 ­ Zr0 †j ausgedrückt in % von L, d. h.:
j… Zl2 ­ Zl0 † ­ … Zr2 ­ Zr0 †j
× 100 ‰ %Š
L
In beiden Fällen sind am Ende der Sequenzen 1 und 2 (siehe Tabelle 4) oder 2 und 3 (siehe
Tabelle 5) eventuelle Beschädigungen zu überprüfen:
– Rissbeginn im Tuch: ja/nein,
– Bruch der Nähte: ja/nein,
– Gestellbruch: ja/nein,
und am Ende der Sequenzen 1 (siehe Tabelle 4) oder 2 und 3 (siehe Tabelle 5) ist die Änderung V der
Bedienkraft in % wie folgt zu notieren:
 
Pe
V = 100 × ­1 ‰%Š,
Pi

wobei Pi und Pe die Werte der Bedienkraft vor der Prüfung beziehungsweise nach diesen Sequenzen
sind.

7 Markise mit Seitenführung ohne Zugsystem


z. B. Senkrechtmarkise, Fassadenmarkise, Wintergartenmarkise.

7.1 Prüfvorbereitung
7.1.1 Prüflast
Für die vom Hersteller festgelegte maximale Breite L des Tuches und die dazugehörende maximale
Höhe H ergibt sich für den Druck p der betreffenden Windwiderstandsklasse die direkte nominale Last
aus der Gleichung
FN = v × p × L × H wobei v = 1

Tabelle 6 — Markise mit Seitenführung ohne Zugsystem — Prüflasten

Direkte nominale Last FN = v × p × L × H

Im Fall der Wintergartenmarkise ist H die größte freie Höhe zwischen der Tuchwelle oder dem/den Leit-
rohr(en).

7.1.2 Positionierung des Prüfkörpers


Mittels ihrer Konsolen wird die Markise entsprechend den Montageanleitungen des Herstellers auf einem
festen, vertikalen Rahmen befestigt und vollständig ausgefahren.
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7.1.3 Aufbringung der Last


Die Last FN wird mit zwei horizontalen Lasten FN=2 auf jedes Ende des Prüfstabes mittels Umlenkrollen
derart aufgebracht, dass sich dieser horizontal verlagert.
Zur Durchführung der Sequenz 1 wird die Fallstange um eine Höhe H=3 nach oben verlagert und an den
Führungsorganen befestigt.
Für die Sequenz 1 wird das Tuch auf seiner gesamten Breite, in der Mitte zwischen Tuchwelle und Fall-
stange, mittels eines Prüfstabes mit der Horizontalkraft FN belastet.
Der Prüfstab muss dabei mindestens die Biegesteifigkeit der Tuchwelle aufweisen.
Die Angriffspunkte und die Lastkräfte sind in Tabelle 7 festgelegt.

7.2 Prüfverfahren
7.2.1 Prüfsequenzen
In Tabelle 7 werden die zwei Prüfsequenzen beschrieben. Die Lasten werden 2 min lang aufgebracht
und 2 min nach der Entlastung wird gemessen.
Sequenz 1: Die in 7.1.3 beschriebene Last FN wird 2 min aufrechterhalten. Nach der Entlastung wird der
Prüfstab entfernt.
Sequenz 2: Diese besteht darin, die Fallstange auf Höhe H=3 anzuheben, abwechselnd eines der bei-
den Fallstangenenden zu blockieren und das andere fallen zu lassen. Die einseitige Blockierung darf die
Bewegung des freigegebenen Endes der Fallstange nicht behindern.

7.2.2 Messung der Bedienkraft


Die Bedienkraft wird vor der Sequenz 1 und nach der Sequenz 2 nach Ein- und Ausfahren entsprechend
den in EN 13527 festgelegten Prüfverfahren gemessen.

Tabelle 7 — Markise mit Seitenführung ohne Zugsystem — Prüfverfahren

Sequenzen Aufgebrachte Last Darstellung der Ergebnisse


Sequenz 1 FN Rissbeginn im Tuch: ja/nein
Direkte nominale Bruch der Nähte: ja/nein
Last FN Bleibende Verformungen: ja/nein

x = Blockierung

dann Entlastung Herauskommen der Gleiter aus den


Führungsschienen: ja/nein
Sequenz 2 Rissbeginn im Tuch: ja/nein
Die Fallstange ist auf Bruch der Nähte: ja/nein
H=3 anzuheben. Bleibende Verformung: ja/nein
Abwechselnd einseitig
blockieren und die
Gegenseite fallen
lassen

fallen lassen Bruch oder Herauskommen der Gleiter


aus den Führungsschienen: ja/nein
x = Blockierung Messung der Bedienkraft
Die Prüfung ist an beiden Seiten aus-
zuführen.
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7.2.3 Darstellung der Ergebnisse


(siehe Tabelle 7)
Nach jeder Sequenz wird die Markise geprüft und eventuelle Schäden werden aufgezeichnet:
– Rissbeginn im Tuch: ja/nein
– Bruch der Nähte: ja/nein
– bleibende Verformungen der Fallstange und der Tuchwelle sowie der Führungsschienen oder anderer
Schienen: ja/nein
– Bruch oder Herauskommen der Seitenführungen aus der Führungsschiene: ja/nein
Die Änderung V der Bedienkraft in % ist wie folgt zu berechnen:
 
Pe
V = 100 × ­1 ‰%Š,
Pi

wobei Pi und Pe die Bedienkräfte vor der Prüfung bzw. nach Durchführung der Sequenz 2 sind.

8 Markise mit Seitenführung und Zugsystem


z. B. Fassadenmarkise, Wintergartenmarkise und Dachflächenfenstermarkise.

8.1 Prüfvorbereitung
8.1.1 Prüflasten
Für die durch den Hersteller festgelegte maximale Höhe H und die maximale Breite L (des Tuches)
ergibt sich für den Druck p der betreffenden Windwiderstandsklasse die direkte nominale Last aus der
Gleichung:
FN = v × p × L × H wobei v = 1

Tabelle 8 — Markise mit Seitenführung und Zugsystem — Prüflasten

Direkte nominale Last FN = v × p × L × H

Im Fall der Wintergartenmarkise ist H die größte freie Höhe zwischen der Tuchwelle und der Fallstange
bzw. zwischen diesen und dem/den Leitrohr(en).

8.1.2 Positionierung des Prüfkörpers


Mittels ihrer Konsolen wird die Markise entsprechend den Montageanleitungen des Herstellers auf einem
festen horizontalen Rahmen befestigt.

8.1.3 Aufbringung der Last


Die Last FN wird mit zwei vertikalen Lasten FN=2 auf jedes Ende des Prüfstabes mittels Umlenkrollen
derart aufgebracht, dass sich dieser vertikal verlagert.
Das Tuch wird auf seiner gesamten Breite in der Mitte zwischen Tuchwelle und Fallstange mit einem hori-
zontalen unter dem Tuch platzierten Prüfstab mit einer vertikal nach oben wirkenden Kraft FN belastet.
Der Prüfstab muss dabei mindestens die Biegesteifigkeit der Tuchwelle aufweisen.
Die Angriffspunkte und die Lastkräfte werden in Tabelle 9 festgelegt.

8.2 Prüfverfahren
8.2.1 Prüfsequenzen
In Tabelle 9 werden die zwei Prüfsequenzen dargestellt. Die Lasten werden 2 min lang aufgebracht und
2 min nach der Entlastung wird gemessen.
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Sequenz 1: Die in 8.1.3 beschriebene Last FN wird 2 min aufrechterhalten. Nach der Entlastung wird der
Prüfstab entfernt.
Sequenz 2: Diese besteht darin, den Prüfstab mit der Last FN anzuheben und abwechselnd eines seiner
Enden fallen zu lassen.

8.2.2 Messung der Bedienkraft


Die Bedienkraft wird vor der Sequenz 1 und nach der Sequenz 2 nach einmaligem Ein- und Ausfahren
entsprechend den in EN 13527 festgelegten Prüfverfahren gemessen.

Tabelle 9 — Markisen mit Seitenführung und Zugsystem —


Prüfverfahren und Darstellung der Ergebnisse

Sequenzen Aufgebrachte Last Darstellung der Ergebnisse


Sequenz 1 FN=2 auf jeder Seite Rissbeginn im Tuch: ja/nein
Bruch der Nähte: ja/nein
Direkte nominale Last FN Bleibende Verformungen: ja/nein
Bruch oder Herauskommen der Gleiter aus
den Führungsschienen: ja/nein

dann Entlastung Blockierung der Gleiter oder der Rollen:


ja/nein
Sequenz 2 Rissbeginn im Tuch: ja/nein
Bruch der Nähte: ja/nein
Prüfstab mit FN anheben, Bleibende Verformungen: ja/nein
abwechselnd eines der Bruch oder Herauskommen der Gleiter aus
beiden Enden des den Führungsschienen: ja/nein
Prüfstabes fallen lassen
Blockierung der Gleiter oder der
Rolle: ja/nein
Messung der Bedienkraft nach einem Zyklus

8.2.3 Darstellung der Ergebnisse


(siehe Tabelle 9)
Nach jeder Sequenz wird die Markise überprüft und eventuelle Schäden werden aufgezeichnet:
– Rissbeginn im Tuch: ja/nein
– Bruch der Nähte: ja/nein
– bleibende Verformungen der Fallstange, der Tuchwelle und der Führungsschienen oder anderer
Schienen: ja/nein
– Bruch oder Herauskommen der Seitenführungen aus den Führungsschienen: ja/nein
– Blockierte Gleiter: ja/nein
Die Änderung V der Bedienkraft in % ist wie folgt zu berechnen:
 
Pe
V = 100 × ­1 ‰%Š,
Pi

wobei Pi und Pe die Bedienkräfte vor beziehungsweise nach Durchführung der Sequenz 2 darstellen.
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9 Rollladen, Drehladen, Faltladen (geführt und ungeführt), Schiebeladen


9.1 Prüfvorbereitung
9.1.1 Prüflasten
Für die vom Hersteller festgelegte maximale Höhe H und die maximale Breite L ergeben sich für den
Druck p der betreffenden Windwiderstandsklasse folgende Nominal- und Sicherheitslasten:
a) Nicht ausstellbare Laden: die nominale Last ergibt sich aus der Gleichung
FN = v × p × L × H wobei v = 1
Sicherheitslast
FS = g × FN mit g siehe prEN 13659:1999
b) Ausstellbare Laden: die nominale Last ergibt sich aus der Gleichung
FN = 2 × v × p × L × H wobei v = 1
Sicherheitslast
F S = g × FN mit g siehe prEN 13659:1999
Die ausstellbaren Laden müssen auch bezüglich „Leistungen von Ausstellorganen“ geprüft werden, wie
im Abschnitt 11 festgelegt.

9.1.2 Positionierung des Prüfkörpers


Der Laden wird auf einem festen Rahmen mit Befestigungs- und Verriegelungsmechanismen nach den
Montageanleitungen des Herstellers montiert.
Im Fall des Rollladens wird das Behangspiel vollständig auf eine Seite bewegt. Das vom Hersteller
angegebene maximale Spiel ist einzuhalten, mindestens jedoch 4 ¸ von der Breite L.

9.1.3 Aufbringung der Last


Der Behang wird gleichmäßig belastet:
– entweder unter der Wirkung von verteilten Lasten in horizontaler Position, welche einen gleichmäßi-
gen Druck hervorrufen;
Bei punktuellen Lasten werden mindestens neun Lasten pro m2 in gleichmäßigen Abständen auf dem
Behang angeordnet. Die aufgebrachte Last ist die nominale Last abzüglich des Behanggewichtes.
– oder in vertikaler Position für eine Prüfung der Durchbiegung unter pneumatischer Druckeinwirkung.
In diesem Fall besteht die Prüfeinrichtung aus (siehe Anhang A):
– einer festen Wand mit einem Rahmen, in dem der Laden montiert werden kann. Eine Öffnung in der
Mitte erlaubt die Luftzufuhr. Falls erforderlich, erfolgt die Belastung mittels einer dünnen Folie aus
Polyethylen oder einem ähnlichen Material, die den Widerstand des Ladens nicht erhöhen darf;
– eine Vorrichtung zur Aufbringung von kontrolliertem Luftdruck auf den Laden;
– eine Vorrichtung zur Umkehr des Luftdruckes;
– eine Apparatur zur Messung des angewandten Luftdruckes mit einer Genauigkeit von ± 5 %.

9.2 Prüfverfahren
9.2.1 Prüfsequenzen
In Tabelle 10 werden die Prüfsequenzen beschrieben.
Die Last FN wird 2 min lang auf die Außenseite des Behanges aufgebracht (direkte Belastung), dann
nach der Entlastung auf die Innenseite (umgekehrte Belastung).
Die Überprüfungen erfolgen nach jeder Entlastung.
Anschließend werden die direkten und die umgekehrten Sicherheitslasten aufgebracht.
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9.2.2 Messung der Bedienkraft


Die Bedienkraft wird vor der Prüfung und nach der Sequenz 1 und der Sequenz 2 nach einmaligem Ein-
und Ausfahren entsprechend den in EN 13527 festgelegten Prüfverfahren gemessen, wobei sich der
Laden in vertikaler Position befindet.

Tabelle 10 — Äußere Abschlüsse — Prüfverfahren

Sequenzen Aufgebrachte Last Darstellung der Ergebnisse


Sequenz 1 Untersuchung des Behanges, der
Befestigungen und der Führungs-
schienen
Direkte nominale Last FN Messen der Bedienkraft

Sequenz 2 Untersuchung der Behänge der


Befestigungen und der Führungs-
schienen
Umgekehrte nominale Messung der Bedienkraft
Last ­ FN

Sequenz 3 Untersuchung des Behanges, der


Befestigungen und der Führungs-
schienen
Direkte, dann umge- Herauskommen aus den Befestigun-
kehrte, Sicherheitslast FS , gen und Führungsschienen: ja/nein
­ FS Bruch: ja/nein

9.2.3 Darstellung der Ergebnisse


(siehe Tabelle 10)
Nach jeder Sequenz ist das Produkt auf eventuelle Schäden zu untersuchen.
• Nach Aufbringen der nominalen Last:
– Bleibende Verformungen des Behanges, der Befestigungen und der Verriegelungsmechanismen;
– Die Änderung V der Bedienkraft in % wird wie folgt berechnet:
 
Pe
V = 100 × ­1 ‰%Š,
Pi

wobei Pi und Pe jeweils Werte der Bedienkraft vor der Prüfung und nach dieser Sequenz sind.
• Nach Aufbringen der Sicherheitslast:
– Herauskommen des Ladens aus den Befestigungen, den Verriegelungsmechanismen und Füh-
rungsschienen;
– Bruch des Behanges, der Befestigungen, der Verriegelungsmechanismen und Führungsschienen.
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10 Außenjalousie/Raffstore
10.1 Prüfvorbereitung
10.1.1 Prüflasten
Für die vom Hersteller festgelegte maximale Höhe H und die maximale Breite L ergeben sich für den
Druck p der betreffenden Windwiderstandsklasse die direkten, umgekehrten und Sicherheitslasten wie
folgt (siehe Tabelle 11):

Tabelle 11 — Außenjalousien/Raffstores — Nominale und Sicherlast

Direkte nominale Last FN = v × p × L × H


Wert von v siehe prEN 13659:1999
Sicherheitslast FS = g × F N
g siehe prEN 13659:1999

10.1.2 Positionierung des Prüfkörpers


Mittels ihrer Führungsschienen wird die Jalousie/Raffstore nach Entfernen der Oberschiene und des
Schlussstabes auf einem festen Rahmen in vertikaler Position angebracht. Der Behang wird mittels
seiner Leiterkordeln aufgehängt. Diese befinden sich 50 cm über dem Behang.

10.1.3 Aufbringung der Last


Mittels eines vertikalen Stabes aus einem Rohrprofil mit dem Querschnitt 100 mm × 100 mm, der sich auf
halber Breite befindet, wird auf die gesamte Höhe H des Behanges die horizontale Last FN aufgebracht.
Der vertikale Stab wird in einer oberen horizontalen Laufschiene geführt, in der er mittels Rollen ver-
schiebbar ist (siehe Bild 2, Prüfvorrichtung).
Die Kraft FN wird durch zwei horizontale Lasten FN=2 auf die Enden des Prüfstabes aufgebracht.
In Tabelle 12 sind die Prüflasten festgelegt.

10.1.4 Messung der Horizontalverlagerungen


Die Horizontalverlagerungen des Behanges werden an drei auf ihrer Vertikalachse markierten Stellen
gemessen:
– in halber Höhe;
– in der Mitte der zweiten Lamelle von oben und von unten
und
– jeweils von oben nach unten mit d1 , d2 und d3 vermerkt.
Die Messungen erfolgen mittels eines Metermaßstabes, mit einer Genauigkeit von ± 1 mm, zwischen der
auf dem Behang markierten Stelle und dem entsprechenden Messpunkt des Traggestells der Jalousie
(siehe Bild 2).

10.2 Prüfverfahren
10.2.1 Prüfsequenzen
In Tabelle 12 werden die Prüfsequenzen beschrieben.
Unter der Wirkung einer Vorbelastung von 5 N werden die Referenzentfernungen zwischen dem Behang
und dem Rahmen gemessen.
Die Prüflasten einschließlich der Vorbelastung von 5 N werden 5 min lang aufgebracht. Es wird 2 min
nach Entlastung gemessen, wobei die Vorbelastung von 5 N beibehalten wird.
Die Prüfungen müssen nacheinander an zwei identischen Behängen ausgeführt werden, der eine für die
direkte Belastung, der andere für die umgekehrte Belastung.
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Legende
1 fest
2 verschiebbar
Bild 2 — Außenjalousie/Raffstore — Prüfvorrichtung

Tabelle 12 — Außenjalousien/Raffstores — Prüfverfahren

Aufgebrachte Last
Sequenzen Darstellung der Ergebnisse
Messung der Entfernungen
Sequenz 1
Direkte oder umgekehrte
Vorbelastung

Referenzmessung

Messung D10 , D20 , D30

Sequenz 2 Restverlagerungen der Lamellen


Direkte nominale Last FN
oder umgekehrte ­ FN

d1 = D10 ­ D1
d2 = D20 ­ D2
d3 = D30 ­ D3

Messung D1, D2, D3 nach Rückkehr


zur Vorbelastung (5 N)
Sequenz 3 Herauskommen aus den Führungs-
Direkte Sicherheitslast FS schienen: ja/nein
oder umgekehrte ­ FS

Bruch: ja/nein
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10.2.2 Messung der Bedienkraft


Die Bedienkraft wird nicht an diesen Produkten gemessen.

10.2.3 Darstellung der Ergebnisse


(siehe Tabelle 12)
Direkt nach der Sequenz 2 werden die Werte der Restverlagerungen für jede Anlegerichtung der Belas-
tung in ¸ von L aufgezeichnet:
d1 =L × 1 000
d2 =L × 1 000
d3 =L × 1 000
Nach jeder Belastungssequenz wird der Behang untersucht und eventuelle Schäden werden notiert:
– Bleibende Verformungen der Lamellen: ja/nein
– Herauskommen des Behanges aus den Führungsschienen: ja/nein
– Bruch der Lamellen oder der Führungsschienen: ja/nein

11 Widerstandsfähigkeit der Ausstellorgane


Im Fall ausstellbarer Abschlüsse, z. B.:
– Rollladen;
– Faltladen;
– Faltladen geführt, flach geschlossen;
– Faltladen geführt, Akkordeon
ist es erforderlich, eine Sicherheitsprüfung bezüglich der Widerstandsfähigkeit der Ausstellorgane durch-
zuführen.

11.1 Prüfvorbereitung
11.1.1 Prüflasten
Für die vom Hersteller festgelegte maximale Höhe H und die maximale Breite L ergibt sich für den Druck
p der betreffenden Windwiderstandsklasse die Sicherheitslast aus der Gleichung:
FS = g × 2 × v × p × L × H

mit v = 1.
g siehe prEN 13659:1999.

11.1.2 Positionierung des Prüfkörpers


Der Laden wird, versehen mit seinen Befestigungs- und Verriegelungseinrichtungen, auf einem festen
Rahmen nach den Montageanleitungen des Herstellers montiert.

11.1.3 Aufbringung der Last


Die Angriffspunkte und die Lastkräfte werden in Tabelle 13 festgelegt.

11.2 Prüfverfahren
11.2.1 Prüfsequenzen
Die drei Prüfungssequenzen werden in Tabelle 13 dargestellt.
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Sequenz 1: Direkte Sicherheitslast


Behang in ausgestellter Position
Sequenz 2: Umgekehrte Sicherheitslast
Behang in ausgestellter Position
Sequenz 3: Umgekehrte Sicherheitslast
Behang in nicht ausgestellter Position

11.2.2 Messen der Bedienkraft


Die Bedienkraft wird nicht gemessen.

11.2.3 Darstellung der Ergebnisse


(siehe Tabelle 13)
Nach jeder Sequenz ist das Produkt zu untersuchen und es ist aufzuzeichnen:
– Ausstellsystem bleibt verriegelt: ja/nein;
– bleibende Verformungen oder Bruch der Ausstellorgane: ja/nein.

Tabelle 13 — Widerstandsfähigkeit der Ausstellorgane der ausstellbaren Abschlüsse —


Prüfverfahren

Sequenzen Aufgebrachte Last Darstellung der Ergebnisse


Sequenz 1
Direkte Sicherheitslast FS Ausstellsystem bleibt verriegelt: ja/nein
Ausgestellte Position Eventuelle Schäden

Sequenz 2
Umgekehrte Ausstellsystem bleibt verriegelt: ja/nein
Sicherheitslast ­ FS
Ausgestellte Position Eventuelle Schäden

Sequenz 3
Umgekehrte Ausstellsystem bleibt verriegelt: ja/nein
Sicherheitslast ­ FS
Nicht ausgestellte Position Eventuelle Schäden
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12 Prüfbericht
Der Prüfbericht enthält folgende Angaben:
Die vom Hersteller übergebene technische Beschreibung einschließlich der Grenzmaße des Produktes,
verfügbare Austrittstellen des Bediensystems oder die verschiedenen vorgesehenen Bedienungsarten,
durchführbare Auswahlmöglichkeiten und deren technische Grenzen.
a) Erforderliche Angaben zur Identifizierung des Produktes (Einzelheiten über das Produkt, Art der
Lamellen usw.),
b) Einzelheiten zum Typ, zu Maßen, Werkstoffen, der Form und Ausstattung des Produktes sowie des-
sen Konformität mit den vom Hersteller gelieferten Plänen,
c) umfassende Angaben zu Befestigungen und Bedienmechanismen,
d) die Grenzabmaße des Produktes (Breite, Höhe, Gesamtfläche, Neigung usw.),
e) die Maße des geprüften Produktes,
f) die Werte der Prüfdrücke und die dadurch erreichte Klasse,
g) den Wert der Bedienkraft vor und nach der Prüfung sowie die prozentuale Abweichung bei der
Bedienkraft,
h) die verschiedenen Werte der Verlagerung, die während der verschiedenen Prüfsequenzen auftreten,
i) Verhalten beim Bruch,
j) Name des Prüflabors (Labor oder Firma) und Name der für die Prüfung verantwortlichen Person,
k) Datum der Prüfung,
l) Verweisung auf die vorliegende Norm.
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Anhang A
(informativ)
Beschreibung einer Prüfanlage für die Messung des Windwiderstandes
von Abschlüssen

Legende
1 Vierwegeventil
2 Luftöffnung
3 Trennwand/Mauer
4 Abschluss
5 Kasten

Bild A.1 — Schematischer Aufbau der Prüfanlage

Trennwand/Mauer: Ziegelmauerwerk oder 22 mm Trennwand aus Holz mit Verstärkung.


Öffnung: Durchmesser 250 mm, mit Be- oder Entlüftungsöffnung, die die Messung des
Druckes p in einem windstillen Bereich erlaubt (siehe Einzelheiten zur Be- oder
Entlüftungsöffnung).
V: Zentrifugalmotor, Fördermenge 2 500 m3 =h unter 1 000 Pa.
Vierwegeventil: Erlaubt die Erzeugung von Druck oder Unterdruck im Kasten.
Druck: …1 + 3† geschlossen, …2 + 4† geöffnet.
Unterdruck: …1 + 3† geöffnet, …2 + 4† geschlossen.
Kasten: Am äußeren Rand des Abschlusses. Der Rahmen muss ausreichend tief sein,
um die Auslenkung des Behanges bei Unterdruck zu ermöglichen, und luftdicht,
um die Verluste der benötigten Luftmenge zu begrenzen.
P: Manometer zur Messung des Druckes/Unterdruckes, Skala ± 1 000 Pa mit einer
Messgenauigkeit von 5 %. Die Messsonde wird in einem windstillen Bereich
angebracht (siehe Bild A.2).
S: Schalldämpfer (wird empfohlen).
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Maße in mm

Legende
1 Pyramidenstütze
2 Druckmessrohr, 6 mm Durchmesser
3 Vierkantrohr, 400 mm
4 Mindestrohrlänge für einen nicht wirbelnden Luftstrom

Bild A.2 — Detail der Lufteinlassöffnung