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DEUTSCHE NORM Dezember 2003

Klebebänder
Bestimmung der Klebkraft
Deutsche Fassung EN 1939:2003 EN 1939
ICS 83.180 Ersatz für
DIN EN 1939:1996-11

Self adhesive tapes —


Determination of peel adhesion properties;
German version EN 1939:2003

Rubans auto-adhésifs —
Détermination des propriétés de résistance au pelage;
Version allemande EN 1939:2003

Die Europäische Norm EN 1939:2003 hat den Status einer Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Die hiermit vorgelegte Europäische Norm ist die Deutsche Fassung der vom Technischen Komitee TC 253
„Selbstklebebänder“ (Sekretariat: Frankreich) des Europäischen Komitees für Normung (CEN) ausge-
arbeiteten Norm EN 1939.

Fortsetzung Seite 2
und 16 Seiten EN

Normenausschuss Verpackungswesen (NAVp) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.


DIN EN 1939:2003-12

Änderungen

Gegenüber DIN EN 1939:1996-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) An Stelle der bisher verwendeten Prüfplatten aus Stahl wird ein üblicherweise verfügbarer Stahl mit
glatterer Oberfläche eingesetzt.

b) Es wird eine leichtere, gummibeschichtete Andruckrolle angewendet.

c) Die Wartezeit vor der Prüfung wird zur besseren Erfassung der in der Praxis anzutreffenden
Bedingungen auf eine Minute festgelegt.

d) Bei einer Prüfung nach dieser überarbeiteten Norm ergeben sich im Vergleich zu EN 1939:1996 im
Allgemeinen niedrige Prüfergebnisse.

ANMERKUNG Aus dem nach dem überarbeiteten Verfahren ermittelten niedrigeren Wert ist keine Veränderung
der Produkteigenschaften der Klebebänder abzuleiten.

e) Der Anwendungsbereich der Norm wurde dahingehend erweitert, dass jetzt auch erfasst werden:

 die Klebkraft unter einem Winkel von 90°;


 die Klebkraft des Trennmaterials auf Klebeband.

Frühere Ausgaben

DIN EN 1939: 1996-11

2
EUROPÄISCHE NORM EN 1939
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Juli 2003

ICS 83.180 Ersatz für EN 1939:1996

Deutsche Fassung
Klebebänder
Bestimmung der Klebekraft

Self adhesive tapes — Rubans auto-adhésifs —


Determination of peel adhesion properties Détermination des propriétés de résistance au pelage

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 7. Februar 2003 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-
Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland,
Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, der Slowakei, Spanien, der
Tschechischen Republik, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2003 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 1939:2003 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
EN 1939:2003 (D)

Inhalt
Seite

Vorwort........................................................................................................................................................................ 3
1 Anwendungsbereich..................................................................................................................................... 4
2 Normative Verweisungen ............................................................................................................................. 5
3 Begriffe........................................................................................................................................................... 5
4 Signifikanz und Anwendung ........................................................................................................................ 5
5 Verfahren 1 — Klebebänder — Messung der Klebkraft auf nicht rostendem Stahl unter einem
Winkel von 180° ............................................................................................................................................. 6
6 Verfahren 2 — Klebebänder — Messung der Klebkraft auf der eigenen Rückseite unter einem
Winkel von 180° ............................................................................................................................................. 9
7 Verfahren 3 — Klebebänder — Messung der Klebkraft von doppelseitig beschichteten und
übertragbaren Klebebändern unter einem Winkel von 180°................................................................... 10
8 Verfahren 4 — Klebebänder — Messung der Klebkraft des Trennmaterials auf Klebeband unter
einem Winkel von 180° ............................................................................................................................... 12
Anhang A (normativ) Klebebänder — Messung der Klebkraft auf einer Fläche bei niedriger Temperatur .... 14
Anhang B (normativ) Klebebänder — Messung der Klebkraft auf einer Fläche unter einem
Winkel von 90° ............................................................................................................................................. 15

2
EN 1939:2003 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 1939:2003) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 253 „Klebebänder“ erarbeitet,
dessen Sekretariat vom AFNOR gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis Januar 2004, und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis Januar 2004 zurückgezogen werden.

Die Anhänge A und B dieser Europäischen Norm sind normativ.

Dieses Dokument ersetzt EN 1939:1996.

Die Überarbeitung dieser Europäischen Norm unter Einbeziehung der Herstellervereinigungen Europas und der
USA, AFERA (Association of European Self Adhesive Tapes Manufacturers) und PSTC (Pressure Sensitive Tape
Council), hatte die Erstellung einer Norm zum Ziel, die zu einem geeigneten Zeitpunkt von der ISO angenommen
werden kann.

Die wichtigsten Änderungen gegenüber EN 1939:1996 sind:

 An Stelle der bisher verwendeten Prüfplatten aus Stahl wird ein üblicherweise industriell verfügbarer Stahl mit
glatterer Oberfläche eingesetzt;

 es wird eine leichtere, gummibeschichtete Andruckrolle angewendet;

 die Wartezeit vor der Prüfung wird zur besseren Erfassung der in der Praxis anzutreffenden Bedingungen auf
eine Minute festgelegt;

 bei einer Prüfung nach dieser überarbeiteten Norm ergeben sich im Vergleich zu EN 1939:1996 im
Allgemeinen niedrigere Prüfergebnisse.

ANMERKUNG Aus dem nach dem überarbeiteten Verfahren ermittelten niedrigeren Wert ist keine Veränderung der
Produkteigenschaften der Klebebänder abzuleiten.

Der Anwendungsbereich der Norm wurde dahingehend erweitert, dass jetzt auch erfasst werden:

 die Klebkraft unter einem Winkel von 90°;

 die Klebkraft des Trennmaterials auf Klebeband.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden,
Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Vereinigtes Königreich.

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EN 1939:2003 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm legt eine Reihe von Verfahren zur Bestimmung der Klebkraft von Klebebändern fest.

Die Anhänge A und B legen weitere, den spezifischen Bedingungen entsprechende Änderungen des Prüfprotokolls
fest.

Diese Europäische Norm legt fest:

 Verfahren 1: Klebebänder — Messung der Klebkraft auf nicht rostendem Stahl unter einem Winkel von 180°;

 Verfahren 2: Klebebänder — Messung der Klebkraft auf der eigenen Rückseite unter einem Winkel von 180°;

 Verfahren 3: Klebebänder — Messung der Klebkraft auf doppelseitig beschichteten und übertragbaren
Klebebändern unter einem Winkel von 180°;

 Verfahren 4: Klebebänder — Messung der Klebkraft des Trennmaterials auf Klebeband unter einem Winkel
von 180°.

sowie

 Anhang A: Klebebänder — Messung der Klebkraft auf einer Fläche bei niedriger Temperatur;

 Anhang B: Klebebänder — Messung der Klebkraft auf einer Fläche unter einem Winkel von 90°.

Eine Richtlinie dafür, wann welches der angegebenen Verfahren anzuwenden ist, wird in Tabelle 1 angegeben.

Tabelle 1 — Verfahren und Anhänge

Prüftemperatur
Verfahren Abziehwinkel
23 °C Niedrigere Temperatur
Verfahren 1 180° — Anhang A
Klebkraft auf Stahl 90° Anhang B —
Verfahren 2 180° — Anhang A
Klebkraft auf der eigenen
90° Anhang B —
Rückseite
Verfahren 3 180° — Anhang A
Klebkraft auf doppelseitig
beschichteten und über- 90° Anhang B —
tragbaren Klebebändern
Verfahren 4 180° — Anhang A
Klebkraft des
90° Anhang B —
Trennmaterials
ANMERKUNG 1 Mit diesen Verfahren kann die Gleichmäßigkeit der Klebkraft einer bestimmten Art von Klebebändern
beurteilt werden. Es dürfen Klebebänder beurteilt werden, die einer Klebebandrolle, verschiedenen Klebebandrollen oder
verschiedenen Produktionslosen entnommen werden.
ANMERKUNG 2 Veränderungen der Rückseite des Klebebandes und des Klebstoffs beeinflussen das Verhalten. Daher ist
es mit diesen Verfahren nicht möglich, die spezifische(n) Ursache(n) der Ungleichmäßigkeit aufzudecken.
ANMERKUNG 3 Diese Verfahren können für Probestreifen ungeeignet sein, die eine relativ starre Rückseite, starre
Trennmaterialien oder eine unter Einwirkung geringer Kräfte stark dehnbare Rückseite haben. Wegen der genannten
Eigenschaften zeigt das Verhalten der Probestreifen eine große Variabilität, die keinen wahren Hinweis auf die tatsächliche
Beschaffenheit der Klebverbindung zulässt.

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EN 1939:2003 (D)

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen
Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen
sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen nur
zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten
Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation (einschließlich Änderungen).

EN 10088-2, Nichtrostende Stähle – Teil 2: Technische Lieferbedingungen für Blech und Band für allgemeine
Verwendung.

EN 12481:2000, Klebebänder – Terminologie.

3 Begriffe
Für diese Europäische Norm gelten die in EN 12481:2000 angegebenen sowie folgende Begriffe:

3.1
Klebkraft
Kraft, die erforderlich ist, um einen Klebebandstreifen von einem bestimmten Haftgrund unter einem bestimmten
Winkel und mit einer bestimmten Geschwindigkeit abzuziehen

3.2
offene Seite (klebend)
Klebefläche von doppelseitig beschichtetem Klebeband, die beim üblichen Abrollen oder beim Abtrennen des
ersten Trennmaterials freigelegt wird

3.3
abgedeckte Seite (klebend)
Klebefläche von doppelseitig beschichtetem Klebeband, die normalerweise beim üblichen Abrollen oder beim
Abtrennen des ersten Trennmaterials mit dem Trennmaterial in Kontakt bleibt

3.4
übertragbares Klebeband
Klebeband mit zwei druckempfindlichen Flächen, das keinen Träger, aber Trennmaterial zur Trennung der
Klebeflächen benötigt. Das Klebeband darf Verstärkungsmaterial enthalten

4 Signifikanz und Anwendung


Die angegebenen Prüfverfahren dienen als Hilfsmittel für die Qualitätssicherung. Für ein bestimmtes Klebeband
und durch Festlegung eines kleinsten oder größten für dieses Klebeband zu erwartenden Wertes kann das
Ergebnis der Prüfung in Verbindung mit Annahmekriterien angewendet werden.

Mit den Prüfverfahren 1, 2, 3 und den Verfahren in den Anhängen A und B kann die relative Klebfestigkeit eines
bestimmten Klebebandes auf einer oder mehreren Flächen (Material und Textur) im Vergleich zur Oberfläche der
üblichen Prüfplatte aus nicht rostendem Stahl ermittelt werden. Dazu genügt es, an Stelle der üblichen Stahlplatte
repräsentative Proben aus dem jeweiligen Material anzuwenden. Die Prüfverfahren 1, 2, 3 sowie die Verfahren in
den Anhängen A und B können jedoch nicht angewendet werden, um zwei unterschiedlich aufgebaute
Klebebänder derselben Art bezüglich ihrer Fähigkeit, auf einer Oberfläche zu haften, zu vergleichen. Das liegt
daran, dass die gemessene Abziehkraft (Schälkraft) nicht auf eine bestimmte beanspruchte Fläche normiert wurde.
Die beanspruchte Fläche schwankt in Abhängigkeit von der Steifigkeit der Rückseite und den rheologischen
Eigenschaften des Klebstoffs (Härte des Klebstoffs). Es gibt selten zwei unterschiedliche Klebebänder, die in
diesen Eigenschaften exakt übereinstimmen.

Mit dem Prüfverfahren 4 kann die Kraft ermittelt werden, die erforderlich ist, um das Trennmaterial, das die
Klebstoffseite eines Klebebandes abdeckt, mit einer bestimmten Geschwindigkeit abzuziehen. Diese Kraft ist von
der Geschwindigkeit des Abziehens abhängig.

Diese Prüfverfahren können u. U. keine Informationen für das Design von Klebebändern liefern, da üblicherweise
kein direkter Zusammenhang zwischen Klebkraft und funktionalen Anforderungen besteht.
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EN 1939:2003 (D)

5 Verfahren 1 — Klebebänder — Messung der Klebkraft auf nicht rostendem Stahl unter
einem Winkel von 180°

5.1 Kurzbeschreibung

Das Verfahren 1 ermittelt die Kraft, die erforderlich ist, um unter einem Winkel von 180° ein Klebeband von einer
Platte aus nicht rostendem Stahl abzuziehen.

Ein Klebebandstreifen wird auf eine genormte Prüfplatte aufgeklebt, die dann senkrecht in eine Einspannklemme
einer Zugprüfmaschine eingespannt wird. Mit der anderen Einspannklemme der Zugprüfmaschine wird das freie
Ende des Klebebandes unter einem Winkel von 180° zur Plattenoberfläche abgezogen.

Die Klebfestigkeit wird als die Kraft ermittelt, die erforderlich ist, um das Klebeband kontinuierlich von der Platte
abzuziehen, wobei die Trennlinie rechtwinklig zur Kraftangriffsrichtung verläuft.

5.2 Werk- und Hilfsstoffe

5.2.1 Saugfähiges Reinigungsmaterial: Verbandsmull, Watte oder Stoff. Das Reinigungsmaterial muss bei
Benutzung fusselfrei und saugfähig sein; es darf keine Zusätze enthalten, die in den unter 5.2.2 aufgeführten
Lösemitteln löslich sind; es muss ausschließlich aus Primärwerkstoffen hergestellt werden.

5.2.2 Eines oder mehrere der folgenden Lösemittel:

 Diacetonalcohol (4-Hydroxy-4-methyl-2-pentanon), rückstandsfrei;

 Methanol;

 Methylethylketon;

 Aceton;

 n-Heptan;

 eine Mischung aus n-Heptan und einem fluorierten Kohlenwasserstoff, wie ein Kühlmittel (verwendbar, wenn
Einschränkungen hinsichtlich der Toxizität und Entflammbarkeit eingehalten werden).

Die Lösemittel müssen eine für allgemeine Zwecke übliche chemische Reinheit haben und in einem geeigneten
Vorratsbehälter aufbewahrt werden.

5.3 Prüfgeräte

5.3.1 Gerät zum Abschneiden der Probestreifen

Ein geeignetes Schneidgerät muss zwei parallele, in genau festgelegtem Abstand voneinander angeordnete
einschneidige Rasierklingen enthalten, um Probestreifen mit exakter Breite abzuschneiden; es müssen zwei
Schneidgeräte für Schnittbreiten von 12 mm und 24 mm oder entsprechende alternative Einrichtungen vorhanden
sein, die eine Beschädigung der Schnittkanten ausschließen. Der Abstand der Rasierklingen muss mit einer
Toleranz von ± 0,1 mm der Nennbreite entsprechen.

5.3.2 Zugprüfmaschine

Die Zugprüfmaschine muss mit konstanter Beanspruchungsgeschwindigkeit zu betätigen sein (CRE-Prüf-


maschine). Empfohlen wird eine elektronische Zugprüfmaschine, die für jeden Millimeter abgezogenes Klebeband
mindestens eine Ablesung vornimmt. Es müssen zwei Einspannklemmen vorhanden sein, deren Mittelpunkte in
derselben Ebene parallel zur Bewegungsrichtung der beweglichen Spannklemme liegen und die so ausgerichtet
sind, dass der Probestreifen gänzlich in dieser Ebene befestigt wird; die Zugprüfmaschine muss eine Betätigung
der beweglichen Spannklemme mit einer gleichmäßigen Geschwindigkeit von (5 ± 0,2) mm/s sowie eine
Kraftaufzeichnung ermöglichen. Das Gerät muss so kalibriert werden, dass der Ablesefehler höchstens 2 %
beträgt.

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EN 1939:2003 (D)

5.3.3 Platten aus nicht rostendem Stahl

Die Platten müssen vollständig eben sein; ihre Länge muss mindestens 125 mm, die Breite 50 mm und die Dicke
mindestens 1,1 mm betragen; sie müssen aus nicht rostendem Stahl, Stahlmarke 1.4301, Güte 2 R bestehen, der
in EN 10088-2 festgelegt ist; die Platten müssen eine auf Hochglanz polierte Oberfläche mit einer
Oberflächenrauheit von 50 nm ± 25 nm haben. Platten mit Flecken, Verfärbungen oder vielen Kratzern sind nicht
zulässig. Neue Platten müssen vor Gebrauch nach 5.5.2.1 sowie zusätzlich zehnmal mit dem Lösemittel für die
abschließende Reinigung behandelt werden. Zwischen den einzelnen Anwendungen muss die Oberfläche der
Prüfplatten gegen Kratzer und Verunreinigung geschützt werden; zur Lagerung der Platten sind die in 5.4.1
beschriebenen Bedingungen einzuhalten.

5.3.4 Metallandruckrolle, mechanisch oder von Hand betätigt

5.3.4.1 Stahlandruckrolle mit (85 ± 2,5) mm Durchmesser und (45 ± 1,5) mm Länge, mit einer etwa 6 mm
dicken Gummibeschichtung mit einer Shore-Härte A von 80 ± 5. Die Oberfläche muss ohne konvexe oder konkave
Abweichungen exakt zylinderförmig sein. Die Andruckrolle muss eine Masse von (2 ± 0,1) kg haben.

5.3.4.2 Es muss ausgeschlossen werden, dass sich die Masse der Andruckrolle beim Anrollen durch Teile der
Prüfeinrichtung erhöht. Die Andruckrolle muss entweder mechanisch oder von Hand mit einer Geschwindigkeit von
(10 ± 0,5) mm/s bewegt werden.

5.4 Proben und Probestreifen

5.4.1 Konditionieren

Die zu untersuchenden Klebebandrollen werden unter Normbedingungen konditioniert, d. h. bei (23 ± 1) °C und bei
einer relativen Luftfeuchte von (50 ± 5) %. Sofern nicht anders festgelegt [siehe 5.7 i)], erfolgt die Prüfung unter
den gleichen Bedingungen. Falls die angegebenen Toleranzen nicht eingehalten werden können, müssen die
engstmöglichen Toleranzen angewendet und im Prüfbericht angegeben werden.

5.4.2 Der Probestreifen muss eine Breite von 24 mm haben. Es ist eine Toleranz von 0,5 mm zulässig. Die
Länge des Probestreifens muss etwa 300 mm betragen.

ANMERKUNG Bei Breiten unter 24 mm ist/sind ein oder mehrere zusätzliche(r) Probestreifen anzuwenden, so dass sich eine
Gesamtbreite von 24 mm für das Anrollen ergibt. Der beim Abrollen der Andruckrolle zulässige Druck darf folgendermaßen
variiert werden: für Probestreifen-Breiten zwischen 8,5 mm und 17 mm darf eine Andruckrolle mit einer Masse von 1 kg
verwendet werden; für Probestreifen-Breiten über 17 mm bis maximal 34 mm darf die Masse der Andruckrolle 2 kg betragen.

5.4.3 Vor Entnahme der zu prüfenden Probestreifen sind mindestens die äußeren drei, jedoch nicht mehr als
sechs Wicklungen des Klebebandes der Probenrolle zu verwerfen.

5.4.4 Für jede durchzuführende Prüfung wird ein Probestreifen entnommen. Der Probestreifen wird von einer frei
drehbaren Rolle mit einer Geschwindigkeit von 500 mm/s bis 750 mm/s entnommen. Wenn die Einhaltung der
vorgeschriebenen Entnahmegeschwindigkeit wegen einer höheren Abrollkraft nicht möglich ist, muss eine
möglichst dicht bei 500 mm/s liegende Geschwindigkeit angewendet werden.

5.4.5 Wenn das Klebeband breiter als 24 mm ist, sind Probestreifen mit der größten festgelegten Breite mit Hilfe
des in 5.3.1 beschriebenen Geräts aus der Mitte eines der Klebebandrolle nach 5.4.4 entnommenen Streifens
auszuschneiden.

5.4.6 Die Probestreifen sind innerhalb von 5 min nach dem Abrollen weiter zu verwenden.

5.5 Durchführung

5.5.1 Normprüfbedingungen

Die Normprüfbedingungen entsprechen den für das Konditionieren der Proben und Probestreifen in 5.4.1
angegebenen Bedingungen.

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EN 1939:2003 (D)

5.5.2 Vorbereitung der Prüfplatte

5.5.2.1 Eines der in 5.2.2 angegebenen Lösemittel wird auf die Platte aufgebracht und mit dem sauberen,
saugfähigen Reinigungsmaterial abgewischt, bis die Platte trocken ist. Mit diesem Lösemittel sind insgesamt drei
Waschvorgänge durchzuführen.

Die abschließende Reinigung erfolgt mit Methylethylketon oder Aceton. Die Platte sollte mindestens 10 min
trocknen. Platten, die nicht innerhalb von 10 h weiter verwendet werden, sollten erneut gereinigt werden.

Um gleich bleibende Ergebnisse zu erzielen, muss eine neue Prüfplatte vor Gebrauch mindestens zehnmal mit
dem zum abschließenden Reinigen verwendeten Lösemittel behandelt werden.

ANMERKUNG Platten, die Flecken, Verfärbungen oder viele Kratzer haben, sind nicht anzuwenden. Eine Berührung der
Plattenoberfläche mit den Fingern muss vermieden werden. Während der Lagerung sollten die Prüfplatten gegen
Beschädigungen oder Verunreinigungen geschützt werden.

5.5.3 Klebkraft

5.5.3.1 Nach der Beschreibung in 5.4.4 wird dem zu prüfenden Klebeband ein 300 mm langer Probestreifen
entnommen. Ein Ende des Probestreifens wird so umgefaltet, dass sich die beiden Klebeflächen auf einer Länge
von 12 mm berühren und eine Lasche bilden. Das andere Probestreifenende wird mit einem Ende der Prüfplatte in
Berührung gebracht. Das umgefaltete Ende wird so gehalten, dass der Klebebandstreifen die Prüfplatte nicht
berührt, sondern lose über ihr angeordnet ist; das Klebeband wird auf die Platte aufgebracht, indem die
Andruckrolle mechanisch oder von Hand zweimal in jeder Längsrichtung abgerollt wird. Dadurch werden
Luftblasen zwischen Klebeband und Platte vermieden. Sollten Luftblasen vorhanden sein, darf dieser Probestreifen
nicht weiter verwendet werden.

Jeder Probestreifen wird einzeln vorbereitet und innerhalb 1 min geprüft.

ANMERKUNG Längere Wartezeiten bewirken eine Veränderung der Ergebnisse. Die Klebkraft nimmt mit der Wartezeit für
verschiedene Klebebänder unterschiedlich stark zu. Für bestimmte Zwecke darf eine längere Wartezeit ausgewählt werden.

5.5.3.2 Abziehen des Probestreifens: Das umgefaltete Ende des Klebestreifens wird unter einem Winkel von
180° gefaltet und über eine Länge von 25 mm von der Prüfplatte abgezogen. Dieses Ende der Prüfplatte wird in
eine Einspannklemme der Zugprüfmaschine eingespannt, das Klebeband wird in der anderen Einspannklemme
befestigt. Die Zugprüfmaschine wird mit einer Geschwindigkeit von (5,0 ± 0,2) mm/s gestartet.

Die Werte, die nach Beginn der Messung für die ersten 25 mm des Klebebandes ermittelt werden, dürfen bei der
Auswertung nicht berücksichtigt werden. Die Klebkraft wird beim Abziehen der nächsten 50 mm des Klebebandes
als die mittlere benötigte Kraft bestimmt.

ANMERKUNG Der Prüfer sollte berücksichtigen, dass durch eine längere Handhabungsdauer eine Wärmeübertragung auf
die Prüfplatte aus nicht rostendem Stahl erfolgt. Daher sollte die Platte während und nach Aufbringung des Klebebandes nicht
unnötig berührt werden.

5.6 Angabe der Ergebnisse

Die Klebkraft wird in Newton je 10 mm angegeben, wobei erforderlichenfalls zunächst die beobachtete Kraft in
Newton umzurechnen ist.

5.7 Prüfbericht

Der Prüfbericht muss folgende Angaben enthalten:

a) einen Hinweis auf diese Europäische Norm;


b) Angabe, dass dieses Prüfverfahren angewendet wurde unter Hinweis auf alle Abweichungen vom
vorgeschriebenen Verfahren;
c) Kennzeichnung jeder untersuchten Klebebandrolle;
d) ungewöhnliches Verhalten während der Prüfung (z. B. Klebstofftransfer oder Reißen);

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EN 1939:2003 (D)

e) Wert für die Klebkraft, in Newton je 10 mm, auf 0,1 N/10 mm;

f) angewendetes Prüfverfahren;

g) Wartezeit, falls von der vorgeschriebenen Wartezeit von 1 Minute abweichend;

h) Breite des Probestreifens, falls von 24 mm abweichend;

i) Prüfbedingungen, falls von (23 ± 1) °C und (50 ± 5) % relativer Luftfeuchte abweichend.

6 Verfahren 2 — Klebebänder — Messung der Klebkraft auf der eigenen Rückseite


unter einem Winkel von 180°

6.1 Kurzbeschreibung

Das Verfahren 2 ermittelt die Kraft, die erforderlich ist, um unter einem Winkel von 180° ein Klebeband von der
Rückseite eines zweiten Stücks des gleichen Klebebandes abzuziehen.

Ein Klebebandstreifen wird auf einen zweiten Streifen des gleichen Klebebandes aufgeklebt, der bereits auf eine
geeignete Prüfplatte (Beschreibung in 5.3.3) aufgebracht wurde. Die Prüfplatte wird dann senkrecht in eine
Einspannklemme einer Zugprüfmaschine eingespannt. Mit der anderen Einspannklemme der Zugprüfmaschine
wird das freie Klebebandende unter einem Winkel von 180° von der Rückseite des unteren Klebebandes
abgezogen.

Die Klebfestigkeit wird als die Kraft ermittelt, die erforderlich ist, um das Klebeband kontinuierlich von der Rückseite
des zweiten Stücks des gleichen Klebebandes abzuziehen. Die Trennlinie verläuft dabei rechtwinklig zur
Kraftangriffsrichtung.

6.2 Prüfgeräte

6.2.1 Gerät zum Abschneiden der Prüfstreifen

Siehe 5.3.1.

6.2.2 Zugprüfmaschine

Siehe 5.3.2.

6.2.3 Geeignete Prüfplatten

Geeignet sind alle sauberen, biegesteifen Platten mit einer Breite von 50 mm und einer Länge von mindestens
125 mm sowie einer Dicke von mindestens 1,1 mm.

6.2.4 Andruckrolle, mechanisch oder manuell betätigt

Siehe 5.3.4.

6.3 Proben und Probestreifen

Wie in 5.4 aber mit folgenden Veränderungen:

In 5.4.4 „Es müssen zwei Probestreifen genommen werden mit denen analog 5.5.2 verfahren wird“.

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EN 1939:2003 (D)

6.4 Durchführung

6.4.1 Normprüfbedingungen

Die Normprüfbedingungen entsprechen den für das Konditionieren der Proben und Probestreifen in 5.4.1
angegebenen Bedingungen.

6.4.2 Vorbereitung der Prüfplatte

6.4.2.1 Nach der Beschreibung in 5.4.4 wird dem zu prüfenden Klebeband ein 300 mm langer Probestreifen
entnommen. Er wird auf eine biegesteife Prüfplatte gelegt und durch Anrollen mit der Andruckrolle fest
aufgebracht. Dem zu prüfenden Klebeband wird ein zweiter 300 mm langer Probestreifen entnommen und auf die
Rückseite des bereits auf der Prüfplatte befindlichen Probestreifens aufgebracht, indem ein Ende des zweiten
Probestreifen mit einem Ende der Prüfplatte so in Berührung gebracht wird, dass der zweite Probestreifen genau
fluchtend auf den ersten Probestreifen aufgebracht wird, indem die Andruckrolle mechanisch oder von Hand
zweimal in jeder Längsrichtung abgerollt wird. Dadurch werden Luftblasen zwischen den beiden Probestreifen
vermieden. Sollten Luftblasen auftreten, dürfen die miteinander verklebten Probestreifen nicht weiter verwendet
werden. Jeder Probestreifen wird einzeln vorbereitet und innerhalb 1 min geprüft.

6.4.2.2 Abziehen des Prüfstreifens

Siehe 5.5.3.2.

6.5 Angabe der Ergebnisse

Siehe 5.6.

6.6 Prüfbericht

Siehe 5.7.

7 Verfahren 3 — Klebebänder — Messung der Klebkraft von doppelseitig beschichteten


und übertragbaren Klebebändern unter einem Winkel von 180°

7.1 Kurzbeschreibung

Das Verfahren 3 ermittelt die Kraft, die zum Abziehen einer Seite eines doppelseitig beschichteten oder
übertragbaren Klebebandes erforderlich ist, das auf eine Standardstahloberfläche aufgebracht wurde und dessen
nicht zu prüfende Klebefläche durch eine 25 µm dicke Polyesterfolie abgedeckt ist.

Ein Klebebandstreifen des doppelseitig beschichteten oder übertragbaren Klebebandes wird auf eine genormte
Prüfplatte aufgebracht, die nicht zu prüfende Klebefläche wird durch eine 25 µm dicke Polyesterfolie abgedeckt.
Die Prüfplatte wird dann senkrecht in eine Einspannklemme einer Zugprüfmaschine eingespannt. Mit der anderen
Einspannklemme der Zugprüfmaschine wird das freie Klebebandende unter einem Winkel von 180° zur Platte
abgezogen. Die Klebfestigkeit wird als die Kraft ermittelt, die erforderlich ist, um eine Seite des doppelseitig
beschichteten oder des übertragbaren Klebebandes kontinuierlich von der Prüfplatte abzuziehen, wobei die
Trennlinie rechtwinklig zur Kraftangriffsrichtung verläuft.

7.2 Werk- und Hilfsstoffe

Siehe 5.2.

 Polyesterfolie, 25 µm dick, etwa 3 mm breiter als der Probestreifen (übliche Breite der Folie: 27 mm).

7.3 Prüfgeräte

Siehe 5.3.

10
EN 1939:2003 (D)

7.4 Proben und Probestreifen

Siehe 5.4.

7.5 Durchführung

7.5.1 Normprüfbedingungen

Siehe 5.4.1.

7.5.2 Vorbereitung der Prüfplatte

Siehe 5.5.2.

7.5.3 Verfahren für die offene Seite des doppelseitig beschichteten oder übertragbaren Klebebandes

7.5.3.1 Aufbringen des Probestreifens auf die Prüfplatte

Ein 300 mm langer Probestreifen des zu prüfenden Klebebandes wird nach der Beschreibung in 5.4.4 entnommen.
Ein Ende des Probestreifens wird so umgefaltet, dass sich die beiden Klebeflächen auf einer Länge von 12 mm
berühren und eine Lasche bilden.

Das andere Probestreifenende wird mit einem Ende der Prüfplatte in Berührung gebracht. Das umgefaltete Ende
des Probestreifens wird so gehalten, dass es die Prüfplatte nicht berührt, sondern lose über ihr angeordnet ist; das
Klebeband wird auf die Platte aufgebracht, indem die Andruckrolle mechanisch oder von Hand einmal in jeder
Längsrichtung abgerollt wird. Dadurch werden Luftblasen zwischen Klebeband und Platte vermieden. Sollten
Luftblasen auftreten, darf dieser Probestreifen nicht weiter verwendet werden.

Das Trennmaterial wird vom Probestreifen abgezogen, auf den dann eine 25 µm dicke Polyesterfolie gelegt wird.
Die Aufbringung der Polyesterfolie auf das doppelseitig beschichtete Klebeband erfolgt in der gleichen Weise wie
die Aufbringung des doppelseitig beschichteten Klebebandstreifens auf die Prüfplatte, indem die Andruckrolle
abgerollt wird.

ANMERKUNG Die Hin- und Herbewegung der Andruckrolle beim Aufbringen der Polyesterfolie darf von Hand durchgeführt
werden. Die Anrollgeschwindigkeit darf auf 50 mm/s erhöht werden.

7.5.3.2 Abziehen des Probestreifens von der Prüfplatte

Siehe 5.5.3.2.

7.5.4 Verfahren für die abgedeckte Seite des doppelseitig beschichteten oder übertragbaren Klebebandes

7.5.4.1 Aufbringen des Probestreifens auf die Prüfplatte

Ein 300 mm langer Probestreifen des zu prüfenden Klebebandes wird nach der Beschreibung in 5.4.4 entnommen.
Dieser Probestreifen wird auf eine 25 µm dicke Polyesterfolie mechanisch oder von Hand so aufgebracht, dass
durch das Abrollen der Andruckrolle die Aufbringung des Klebebandes auf die Folie erfolgt. Dadurch werden
Luftblasen zwischen Klebeband und Folie verhindert.

Das Trennmaterial wird abgezogen, und ein Ende des Probestreifens wird so umgefaltet, dass sich die beiden
Klebeflächen auf einer Länge von 12 mm berühren und eine Lasche bilden. Das andere Probestreifenende wird mit
einem Ende der Prüfplatte in Berührung gebracht. Das umgefaltete Ende wird so gehalten, dass es die Prüfplatte
nicht vollständig berührt, sondern ohne Druck auf ihr angeordnet ist; das Klebeband wird auf die Platte
aufgebracht, indem die Andruckrolle mechanisch oder von Hand zweimal in jeder Längsrichtung abgerollt wird.
Dadurch werden Luftblasen zwischen Klebeband und Platte vermieden. Sollten Luftblasen auftreten, darf dieser
Probestreifen nicht weiter verwendet werden.

7.5.4.2 Abziehen des Probestreifens von der Prüfplatte

Siehe 5.5.3.2.
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EN 1939:2003 (D)

7.6 Angabe der Ergebnisse

Siehe 5.6.

7.7 Prüfbericht

Siehe 5.7.

 Angabe, ob die offene oder abgedeckte Seite geprüft wird.

8 Verfahren 4 — Klebebänder — Messung der Klebkraft des Trennmaterials auf


Klebeband unter einem Winkel von 180°

8.1 Kurzbeschreibung

Das Verfahren 4 ermittelt die Kraft, die erforderlich ist, um unter einem Winkel von 180 ° das Trennmaterial von
einem Klebeband abzuziehen.

8.1.1 Doppelseitige Klebebänder

Ein Klebebandstreifen des doppelseitig beschichteten Klebebandes wird auf eine geeignete Prüfplatte aufgeklebt.
Die Prüfplatte wird dann senkrecht in eine Einspannklemme einer Zugprüfmaschine eingespannt. Mit der anderen
Einspannklemme der Zugprüfmaschine wird das freie Ende des Trennmaterials unter einem Winkel von 180° vom
Klebeband abgezogen. Die Klebfestigkeit wird als die Kraft ermittelt, die erforderlich ist, um das Trennmaterial
kontinuierlich von der Klebefläche abzuziehen, wobei die Trennlinie rechtwinklig zur Kraftangriffsrichtung verläuft.

8.1.2 Einseitig beschichtete Klebebänder

Siehe 8.1.1 mit der Ausnahme, dass ein doppelseitig beschichtetes zum Aufkleben des einseitig beschichteten
Klebebandes auf der Prüfplatte verwendet wird.

8.2 Werk- und Hilfsstoffe

Siehe 5.2.

8.3 Prüfgeräte

Siehe 5.3 mit der Ausnahme, dass eine passende Prüfplatte wie in 6.2.3 zulässig ist.

8.4 Proben und Probestreifen

Siehe 5.4.

8.5 Durchführung

8.5.1 Doppelseitige Klebebänder

8.5.1.1 Siehe 5.5.2.1.

8.5.1.2 Ein Ende des Probestreifens wird über eine Länge von 125 mm mit der Klebstoffseite (Vorderseite)
nach unten auf die Prüfplatte aufgebracht. Die Andruckrolle wird zweimal in jeder Richtung mit einer
Geschwindigkeit von (10 ± 0,5) mm/s hin- und herbewegt. Am freien Ende des Klebebandes wird das
Trennmaterial vom Klebeband abgezogen, und das freie Klebeband wird abgeschnitten. Dabei darf das am
Klebeband auf der Prüfplatte haftende Trennmaterial nicht beschädigt werden.

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EN 1939:2003 (D)

Das Trennmaterial wird unter einem Winkel von 180° umgefaltet und über eine Länge von 25 mm von der
Oberfläche des Klebebandes abgezogen. Das eine Ende der Prüfplatte wird in die eine Einspannklemme der
Zugprüfmaschine eingespannt, das freie Ende des Trennmaterials in die andere. Die Zugprüfmaschine wird mit
einer Geschwindigkeit von (5,0 ± 0,2) mm/s betätigt.

Die Werte, die nach Beginn der Betätigung der beweglichen Einspannklemme für das mechanische Abziehen der
ersten 25 mm des Klebebandes ermittelt werden, dürfen bei der Auswertung nicht berücksichtigt werden. Die
Klebkraft wird beim Abziehen der nächsten 50 mm des Klebebandes als die mittlere benötigte Kraft bestimmt.

8.5.2 Einseitig beschichtete Klebebänder

8.5.2.1 Siehe 5.5.2.1.

8.5.2.2 Ein Streifen des doppelseitig beschichteten Klebebandes, der mindestens so breit wie der
Probestreifen ist, wird auf die gesamte Länge der Prüfplatte aufgebracht. Von dem doppelseitig beschichteten
Klebeband wird das Trennmaterial abgezogen. Ein Ende des Probestreifens wird über eine Länge von 125 mm mit
der Rückseite nach unten auf das doppelseitige, auf der Prüfplatte befindliche Klebeband aufgeklebt. Die
Andruckrolle wird zweimal in jeder Richtung mit einer Geschwindigkeit von (10 ± 0,5) mm/s hin- und herbewegt.
Das Trennmaterial wird vom Klebeband am freien Ende abgezogen, und das freie Klebebandende wird
abgeschnitten. Dabei darf das auf den Probestreifen auf der Prüfplatte aufgeklebte Trennmaterial nicht beschädigt
werden. Das Trennmaterial wird unter einem Winkel von 180° umgefaltet, und 25 mm des Klebebandes werden
von der Prüfplatte abgezogen. Das eine Ende der Prüfplatte wird in eine Einspannklemme der Zugprüfmaschine
eingespannt, das freie Ende des Trennmaterials in die andere. Die Zugprüfmaschine wird mit einer
Geschwindigkeit von (5,0 ± 0,2) mm/s betätigt.

Die Werte, die nach Beginn der Betätigung der beweglichen Einspannklemme für das mechanische Abziehen der
ersten 25 mm des Klebebandes ermittelt werden, dürfen bei der Auswertung nicht berücksichtigt werden. Die
Klebkraft wird beim Abziehen der nächsten 50 mm des Klebebandes als die mittlere benötigte Kraft bestimmt.

8.6 Angabe der Ergebnisse

Siehe 5.6.

8.7 Prüfbericht

Siehe 5.7.

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EN 1939:2003 (D)

Anhang A
(normativ)

Klebebänder — Messung der Klebkraft auf einer Fläche bei niedriger


Temperatur

A.1 Kurzbeschreibung
Dieser Anhang legt ein Verfahren fest, bei dem bei einer festgelegten niedrigen und über eine Dauer von 16 h bis
24 h beibehaltenen Temperatur die Kraft gemessen wird, die zum Ablösen eines Klebebandes erforderlich ist, das
auf eine Fläche in der Weise aufgebracht wurde, die bei allen in diesem Dokument festgelegten Verfahren
beschrieben wurde.

A.2 Prüfgeräte

 Siehe entsprechendes Prüfverfahren; sowie

 Prüfumgebung oder Klimakammer, die für die ausgewählte Temperatur geeignet ist.

A.3 Proben und Probestreifen


A.3.1 Proben, Probestreifen und Prüfplatten (nach Reinigung) müssen 2 h bei der ausgewählten niedrigen
Temperatur konditioniert werden.

A.3.2 Siehe entsprechendes Prüfverfahren.

A.4 Durchführung
A.4.1 Die gesamte Prüfung muss bei der ausgewählten niedrigen Temperatur durchgeführt werden.

A.4.2 Der Probestreifen wird in der Prüfumgebung mit niedriger Temperatur in der für das entsprechende
Prüfverfahren beschriebenen Weise aufgebracht.

Bevor der Probestreifen von der Prüfplatte auf die für das entsprechende Prüfverfahren beschriebene Weise
abgezogen wird, ist ein Konditionieren über eine Dauer von 16 h bis 24 h durchzuführen.

A.5 Prüfbericht
Siehe Prüfbericht für das entsprechende Prüfverfahren sowie zusätzlich die Angabe, dass Anhang A angewendet
wurde und Angabe der Prüftemperatur.

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EN 1939:2003 (D)

Anhang B
(normativ)

Klebebänder — Messung der Klebkraft auf einer Fläche unter einem Winkel
von 90°

B.1 Kurzbeschreibung
Dieser Anhang legt ein Verfahren fest, bei dem die Kraft gemessen wird, die erforderlich ist, um ein Klebeband
unter einem Winkel von 90° abzulösen, das auf eine Fläche in der Weise aufgebracht wurde, die für alle in diesem
Dokument festgelegten Verfahren beschrieben wurde.

Die Prüfplatte, auf der sich der zu untersuchende Probestreifen befindet, wird in einer Einrichtung untergebracht,
die an der festen Einspannklemme der Zugprüfmaschine so befestigt ist, dass das freie Ende des Klebebandes in
die bewegliche Einspannklemme eingespannt und der Probestreifen durch eine horizontale Bewegung der
Prüfplatte rechtwinklig zur Oberfläche der Prüfplatte unter Beibehaltung eines Winkels von 90° abgezogen werden
kann.

B.2 Prüfgeräte
B.2.1 Siehe entsprechendes Prüfverfahren.

B.2.2 Einrichtung zum Abziehen des Probestreifens unter 90°.

Eine geeignete Einrichtung wird im Bild B.1 gezeigt. Die Prüfplatte wird horizontal so in die Einrichtung eingesteckt,
dass sie sich horizontal bewegen kann, wenn sich die Einspannklemme vertikal bewegt, so dass ein Abziehwinkel
von 90° eingehalten wird.

Die Prüfplatte soll sich entweder durch seitlichen Druck oder durch direkte Verbindung mit der beweglichen
Einspannklemme bewegen.

B.3 Durchführung
Das entsprechende Prüfverfahren muss exakt eingehalten werden, wobei jedoch zusätzlich die Einrichtung
anzuwenden ist, die das Abziehen des Probestreifens unter 90° ermöglicht.

Das freie Ende des Probestreifens wird in der beweglichen Einspannklemme befestigt; die Prüfung wird nach dem
grundlegenden Prüfverfahren durchgeführt.

B.5 Prüfbericht

Siehe Prüfbericht für das entsprechende Prüfverfahren sowie zusätzlich die Angabe, dass Anhang B angewendet
wurde.

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EN 1939:2003 (D)

a)

b)

Legende
1 oberer beweglicher Teil der Zugprüfmaschine
2 Kraftmessdose
3 obere Einspannklemme
4 untere Einspannklemme
5 am oberen beweglichen Teil montierter Haken
6 Grundplatte, auf der die Apparatur sitzt
7 Prüfplatte
8 Schnur
9 Klebeband

Bild B.1 — Klebkraft unter einem Winkel von 90°

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