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DEUTSCHE NORM April 1999

Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen


Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der {
Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften
Teil 3: Messung nach dem Verfahren mit dem Wärmestrommeßplatten-Gerät
Deutsche Fassung EN 1946-3 : 1999 EN 1946-3

ICS 91.100.01; 91.120.10

Thermal performance of building products and components – Specific


criteria for the assessment of laboratories measuring heat transfer
properties – Part 3: Measurements by heat flow meter method;
German version EN 1946-3 : 1999
Performance thermique des produits et composants pour le bâtiment –
Critères particuliers pour l'évaluation des laboratoires mesurant les
propriétés de transmission thermique – Partie 3: Mesurages selon la
méthode fluxmétrique;
Version allemande EN 1946-3 : 1999

Die Europäische Norm EN 1946-3 : 1999 hat den Status einer


Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Die Europäische Norm EN 1946-3 : 1999 ist vom Technischen Komitee CEN/TC 89
„Wärmeschutz von Gebäuden und Bauteilen“ (Sekretariat: Schweden) unter
deutscher Mitwirkung erarbeitet worden.
Der für die deutsche Mitarbeit zuständige Arbeitsausschuß im DIN Deutsches Institut
für Normung e.V. ist der als Spiegelausschuß zu CEN/TC 89 eingesetzte
Arbeitsausschuß 00.89.00 „Wärmeschutz“ des Normenausschusses Bauwesen
(NABau).

Fortsetzung 20 Seiten EN

Normenausschuß Bauwesen (NABau) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


– Leerseite –
EUROPÄISCHE NORM EN 1946-3
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Januar 1999

ICS 91.100.01; 91.120.10

Deskriptoren: Bauprodukte, Wärmeübertragung, Wärmedurchlaßwiderstand, Prüfung, Begutachtung von


Laboratorien, Wärmestrommesser, Meßabweichungsanalyse, Funktionsprüfung

Deutsche Fassung
Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen
Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der
Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften
Teil 3: Messung nach dem Verfahren mit dem Wärmestrommeßplatten-Gerät

Thermal performance of building products and Performance thermique des produits et composants
components – Specific criteria for the assessment of pour le bâtiment – Critères particuliers pour
laboratories measuring heat transfer properties – l'évaluation des laboratoires mesurant les propriétés
Part 3: Measurements by heat flow meter method de transmission thermique – Partie 3: Mesurages
selon la méthode fluxmétrique

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 13. Dezember 1998 angenommen.
Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen,
in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne
jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren
bibliographischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied
auf Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch,
Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied
in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und
dem Zentralsekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die
offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark,
Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der
Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comité Européen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 1999 CEN – Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref. Nr. EN 1946-3 : 1999 D
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EN 1946-3 : 1999

Inhalt
Seite
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich ........................................ 3
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4 Gerätehandbuch ........................................... 3
5 Kalibrier- und Wartungskartei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
6 Verfahrensanweisung zur Messung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
7 Begutachtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Anhang A (normativ) Bestimmung des Emissionsgrades des Gerätes . . . . . . 12
Anhang B (normativ) Wärmeverluste an den Randstirnflächen
sowie größte Probekörperdicke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Anhang C (informativ) Berechnungen einiger Meßabweichungen


von Wärmestrommessern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 89 „Wärmeschutz von Gebäuden und Bauteilen“
erarbeitet, dessen Sekretariat von SIS gehalten wird.
Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis Juli 1999, und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis Juli 1999 zurückgezogen werden.
Diese Europäische Norm der Reihe EN 1946 besteht aus mehreren Teilen. Der erste Teil legt allgemeingültige
Regeln, die für alle Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften gelten, fest. Alle folgenden Teile legen
ergänzende technische Kriterien, die in der jeweiligen Norm für die Messung spezifischer Wärmeübertragungs-
eigenschaften gelten, fest.
Die Reihe der Normen besteht aus folgenden Teilen:
Teil 1: Allgemeingültige Regeln
Teil 2: Messung nach dem Verfahren mit dem Plattengerät
Teil 3: Messung nach dem Verfahren mit dem Wärmestrommeßplatten-Gerät
Teil 4: Messung nach dem Heizkasten-Verfahren
Teil 5: Messung nach dem Rohrprüfgerät-Verfahren
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das
Vereinigte Königreich.
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EN 1946-3 : 1999

1 Anwendungsbereich
Die Norm EN 1946-3 enthält ergänzende technische Kriterien für die Begutachtung von Laboratorien bei der Durch-
führung von Messungen der Wärmeübertragungseigenschaft im stationären Zustand nach dem Verfahren mit dem
Wärmestrommeßplatten-Gerät nach prEN 12667 und prEN 12664.
Sie ergänzt die allgemeingültigen Regeln nach EN 1946-1. Hierzu wird eine Anleitung zum Aufbau und zum Inhalt
des Gerätehandbuches, der Kalibrier- und Wartungskartei und zur Verfahrensanweisung zur Messung gegeben.
Sie enthält Angaben zu obligatorischen Gerätefunktions-Spezifikationen, zur Gerätebeschreibung sowie zu Berech-
nungen für die Gerätekonstruktion und die Meßabweichungsanalyse.
Sie enthält Angaben zu Prüfverfahren, die für die Begutachtung der Gerätegenauigkeit geeignet sind.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publikatio-
nen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind
nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser
Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei
undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation.
EN 1946-1 : 1999
Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen – Technische Kriterien zur Begutachtung von
Laboratorien bei der Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften – Teil 1:
Allgemeingültige Regeln
prEN 12664 : 1996
Baustoffe – Bestimmung des Wärmedurchlaßwiderstandes nach dem Verfahren mit dem Plattengerät und dem
Wärmestrommeßplatten-Gerät – Trockene und feuchte Produkte mit mittlerem und niedrigem Wärmedurch-
laßwiderstand
prEN 12667 : 1996
Baustoffe – Bestimmung des Wärmedurchlaßwiderstandes nach dem Verfahren mit dem Plattengerät und dem
Wärmestrommeßplatten-Gerät – Produkte mit hohem und mittlerem Wärmedurchlaßwiderstand
prEN 12939
Baustoffe – Bestimmung des Wärmedurchlaßwiderstandes nach dem Verfahren mit dem Plattengerät und dem
Wärmestrommeßplatten-Gerät – Dicke Produkte mit hohem und mittlerem Wärmedurchlaßwiderstand
ISO 8301 : 1991
Thermal insulation – Determination of steady-state thermal resistance and related properties – Heat flow meter
apparatus
ISO 8302 : 1991
Thermal insulation – Determination of steady-state thermal resistance and related properties – Guarded hot plate
apparatus

3 Definitionen
Für die Anwendung dieser Norm gelten die Definitionen nach EN 1946-1 sowie ISO 8301 : 1991.

4 Gerätehandbuch
4.1 Allgemeines
Das Gerätehandbuch muß die Angaben enthalten, die in 5.2.2 bis 5.2.5 von EN 1946-1 : 1999 festgelegt sind sowie
die in diesem Abschnitt getroffenen Festlegungen.
ANMERKUNG: Angaben, die für mehr als ein Gerät gelten, brauchen nicht wiederholt zu werden, z. B. das
Prinzip, Einzelheiten des Aufbaus und der Funktion zweier Geräte, die nach einem gemeinsamen Entwurf
gebaut sind.
Anhang B von prEN 12664 : 1996 oder prEN 12667 : 1996, der alle Grenzwerte für Gerätefunktion und Prüfbedin-
gungen enthält, muß von den betreffenden Parteien als Prüfliste während des Begutachtungsverfahrens verwendet
werden, um die Übereinstimmung mit allen Anforderungen nach diesen Normen sicherzustellen.
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EN 1946-3 : 1999

4.2 Anforderungen an die Gerätefunktion


Nach 2.3.1 von ISO 8301 : 1991 müssen die oberen und unteren Grenzwerte für folgende wesentliche geprüfte
Eigenschaften und Prüfbedingungen, einschließlich möglicher Wechselwirkungen zwischen ihnen, festgelegt sein:
– Probekörperdicke;
– Wärmedurchlaßwiderstand;
– Temperaturdifferenz über dem Probekörper;
– Temperatur der Heiz- und Kühleinheit;
– Umgebungsbedingungen (Temperatur, relative Luftfeuchte) an den Randstirnflächen des Probekörpers
während der Prüfung;
– Empfindlichkeitskoeffizient des Wärmestrommeßplatten-Gerätes.

4.3 Gerätebeschreibung
Die nachstehenden Angaben müssen dokumentiert und während der Begutachtung überprüft werden können.
– Funktionsprinzip (siehe 1.6 von ISO 8301 : 1991);
– Art der Geräteanordnung (siehe 2.1 von ISO 8301 : 1991);
– Grundmaße des Gerätes, insbesondere Breite der Heiz- und Kühleinheit, zentrale Meßfläche und Schutz-
ringbreite;
– einfache Skizzen zur Darstellung des Geräteaufbaus mit besonderer Beachtung des Thermoelementeaufbaus
(siehe 2.2.2.3 von ISO 8301 : 1991), der Rohrleitungen der Heiz- und Kühleinheit (siehe 2.2.1.1 von
ISO 8301 : 1991) und der Dämmung an der Randstirnfläche (siehe 2.2.5.1 von ISO 8301 : 1991);
– Lage, Anschlüsse und Numerierung von Temperatur-Meßfühlern (siehe 2.2.3.1 von ISO 8301 : 1991);
– elektrische Komponenten/Meßgeräte, Gerätegehäuse und wesentliche Hilfseinrichtungen;
– Einzelheiten des Datenerfassungssystems und zugehörige Rechnerprogramme für die Datenanalyse.
Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf Betriebsanleitungen von Geräteherstellern oder auf einschlägige
Abschnitte von ISO 8301 : 1991 verwiesen werden.

4.4 Geräteaufbau und Meßabweichungsanalyse


4.4.1 Allgemeines
Unter Bezugnahme auf die in 4.2 angeführten Anforderungen an die Gerätefunktion müssen Einzelheiten der einge-
haltenen Konstruktionsmerkmale sowie der Meßabweichungsanalyse nach 4.4.2 bis 4.4.9 und gegebenenfalls auch
nach 2.2 von ISO 8302 : 1991 für das Plattengerät angegeben werden.
In diesem Abschnitt werden einige Anleitungen zur Meßabweichungsanalyse gegeben; weitere spezifische Angaben
zu einigen Meßabweichungen sind in Anhang B enthalten, während Meßabweichungsberechnungen für einige
typische Fälle in Anhang C angegeben sind. Beispiele für ein Gerät nach Anhang C sind in D.2
von prEN 12667 : 1996 angegeben. Sollte ein Gerät genau die in diesem Abschnitt angegebenen Kennwerte oder
die in Anhang C dieser Norm und in D.2 von prEN 12667 : 1996 angegebenen Konstruktionsmerkmale aufweisen,
sind keine weiteren Berechnungen erforderlich. Unter anderen Umständen können ähnliche Berechnungen analog
durchgeführt werden.
4.4.2 Wärmeverluste an den Randstirnflächen und größte Probekörperdicke
Nach 2.2.5.3 von ISO 8301 : 1991 muß die durch Wärmeverlust an den Randstirnflächen bedingte Meßabweichung
unter 0,5 % gehalten werden.
Für asymmetrische Anordnungen eines Einzelprobekörpers, siehe Bild 1a), vorausgesetzt, daß die Dicke
des Wärmestrommessers gleich oder unter 2 % des Gesamtmaßes des Gerätes liegt, siehe 1.7.2.2 und 2.2.5.2.1
von ISO 8301 : 1991 als Anleitung, gibt die vierte Spalte der Tabelle 1 für einige Gerätemaße die höchstzulässige
Probekörperdicke nach 2.2.1 von ISO 8302 : 1991 für das Plattengerät an, wenn keine Dämmung an der Randst-
irnfläche vorhanden ist, und wenn das Randstirnflächen-Temperaturverhältnis e = 0,25 beträgt; e ist definiert als
(T e – T 2)/(T 1 – T 2), wobei T 1 und T 2 die entsprechenden Temperaturen der warmen und der kalten Pobekörper-
oberflächen sind, und T e ist die Temperatur der Randstirnfläche, die als gleichbleibend angenommen wird.
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EN 1946-3 : 1999

Tabelle 1: Mindest- und höchstzulässige Probekörperdicke


Maße in Millimeter
Gesamt- Meßfläche Schutz- Größte Dicke Ebenheits- Mindest-
maß ringbreite toleranz dicke
(0,025 %) (Ebenheits-
Einzel- Einzel- Zwei
probekörper probekörper probekörper toleranz)
asymme- symme- symme-
trisch bei trisch bei trisch bei
e = 0,25 e = 0,25 e=0

200 100 50 35 50 30 0,05 10,0


300 200 50 40 60 35 0,08 15,0
300 150 75 50 75 45 0,08 15,0
400 200 100 70 100 60 0,10 20,0
400 100 150 90 130 80 0,10 20,0
500 300 100 75 110 65 0,13 25,0
500 250 125 85 130 75 0,13 25,0
500 200 150 95 140 85 0,13 25,0
600 300 150 100 150 90 0,15 30,0
800 500 150 110 170 100 0,20 40,0
800 400 200 140 210 120 0,20 40,0
1000 500 250 170 260 150 0,25 50,0

BEISPIEL:

e = 0,25 entspricht einer Temperatur der Probekörper-Randstirnfläche, die 5 K unter der mittleren Prüftemperatur
liegt, wenn die Temperaturdifferenz zwischen der warmen und der kalten Seite des Probekörpers 20 K beträgt.

a) Asymmetrische Anordnung b) Symmetrische Anordnung c) Symmetrische Anordnung


eines Einzelprobekörpers eines Einzelprobekörpers zweier Probekörper
U', U" = Kühl- und Heizeinheit
H, H', H" = Wärmestrommesser
S, S'. S" = Probekörper
Bild 1: Typische Gestaltungen von Probekörperanordnungen bei dem Wärmestrommeßplatten-Gerät

ANMERKUNG: Für homogene isotrope Probekörper ist die durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche
bedingte Meßabweichung Null, wenn e annähernd bei 0,5 liegt. Der Absolutwert für den Wärmeverlust an der
Randstirnseite steigt fast symmetrisch, wenn e an einer Seite von 0,5 abweicht. Im Bereich 0,25 ≤ e ≤ 0,75
wird die größte Meßabweichung bei e = 0,25 erreicht.
Wenn die Dicke des Wärmestrommessers die zuvor genannten 2 % überschreitet, sollte die Summe der Dicke von
Probekörper und Wärmestrommesser den Werten in Tabelle 1 entsprechen.
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Für symmetrische Anordnungen eines Einzelprobekörpers, siehe Bild 1b), kann die Probekörperdicke bis
50 % größer sein als für asymmetrische Anordnungen eines Einzelprobekörpers, siehe 1.7.2.2 und 2.2.5.2.3 von
ISO 8301 : 1991 sowie die fünfte Spalte der Tabelle 1.
Für symmetrische Anordnungen von zwei Probekörpern, siehe Bild 1c), muß die Probekörperdicke kleiner sein
als bei asymmetrischer Anordnung eines Einzelprobekörpers, siehe 2.2.5.2.2 von ISO 8301 : 1991; die Berechnung
kann für das Randstirnflächen-Temperaturverhältnis e = 0 durchgeführt werden, siehe sechste Spalte in Tabelle 1.
Für einige Probekörper können größere Probekörperdicken verwendet werden, wenn eine Dämmung an der Rand-
stirnfläche oder eine Randstirnflächen-Temperaturregelung verwendet wird, wenn Hilfs- oder Gradientenschutzringe
installiert sind, oder wenn Probekörper mittlerer und hoher Wärmeleitfähigkeit geprüft werden. Weitere Angaben
siehe Anhang B.
Wenn die nach 4.2 festzulegende größte Probekörperdicke den in Tabelle 1 angegebenen geeigneten Wert
überschreitet, müssen seitlich gerichtete Verluste berechnet werden. Sofern diese nach den Berechnungen die
nach ISO 8301 : 1991 zulässigen Verluste übersteigen, müssen die Funktionskontrolldaten überprüft werden, und
wenn kein durch Prüfung begründeter Nachweis vorhanden ist, der die geforderte größte Probekörperdicke erhärtet,
muß die nach 4.2 festzulegende größte Probekörperdicke reduziert werden.

a) b) c)
Bild 2: Beispiele für schematische Ausführung von Heiz- bzw. Kühleinheit bei Flüssigkeitsversorgung
von außen
4.4.3 Mindest-Probekörperdicke
Die Mindest-Probekörperdicke muß mit der Ebenheitstoleranz übereinstimmen, siehe 4.4.7 bis 4.4.9.
4.4.4 Temperaturgleichmäßigkeit der Heiz- bzw. Kühleinheit
Nach 2.2.1.2 von ISO 8301 : 1991 muß die Temperaturgleichmäßigkeit von wirksamen Geräteoberflächen besser
als 1 % der Temperaturdifferenz über den Probekörper sein. Außerdem müssen, wenn ein Wärmestrommesser mit
wirksamen Oberflächen einer Heiz- oder Kühleinheit in Berührung steht und gegen Temperaturschwankungen
entlang seiner Oberfläche empfindlich ist, die Schwankungen so klein sein, daß eine Meßabweichung im
gemessenen Wärmestrom unter 0,5 % bleibt. Diese Anforderung läßt sich ohne genaue Kenntnis über den Aufbau
der Thermoelemente nicht voraussagen.
Die Anforderung an eine Temperaturgleichmäßigkeit von 1 % kann kontrolliert werden, indem der größte zu
erwartende Wärmestrom Φs durch den Probekörper und der Wärmestrom Φe durch die übrigen Oberflächen der
Heiz- bzw. Kühleinheit zum Raum, der das Gerät umgibt, betrachtet werden. Wenn die Heiz- und Kühleinheiten
durch Flüssigkeitszirkulation auf ihrer Temperatur gehalten werden, ist die Temperaturdifferenz ∆T p zwischen
Platteneinlaß und -auslaß durch folgende Gleichung definiert, wobei m r der Massenstrom und c die spezifische
Wärme der zirkulierenden Flüssigkeit ist:
Φs + Φe = m r c ∆T p
Für die meisten Flüssigkeitsstrecken (siehe Bild 2a) und 2b)) kann der Wert von ∆T p als Temperaturungleich-
mäßigkeit betrachtet werden. Bei spiralförmigen Gegenstromstrecken (siehe Bild 2c)) kann die Temperatur-
gleichmäßigkeit in manchen Fällen besser sein, die Berechnungen sind jedoch komplexer (siehe 2.2.1.1 von
ISO 8301 : 1991).
4.4.5 Meßabweichung bei Temperaturdifferenz zwischen Heiz- und Kühleinheit des Gerätes
Nach 2.2.3.1.1 von ISO 8301 : 1991 darf die Gesamtmeßabweichung der mit den ständig im Gerät eingebauten
Temperatur-Meßfühlern gemessenen Temperaturdifferenz 1 % nicht überschreiten, die sich aus den Werten a) und
b) wie folgt zusammensetzt:
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a)
– Kalibrierung von Thermoelementen (oder anderen Temperatur-Meßfühlern): kleiner als 0,4 %;
– Linearität von Meßgeräten: kleiner als 0,1 %;
– Stabilität von Meßgeräten: kleiner als 0,2 %;
– Störsicherheit von Meßgeräten: kleiner als 0,1 %;
diese vier Werte ergeben als Quadratwurzel der Summe der Quadrate der Werte eine Gesamtunsicherheit von
0,5 %;

b)
– Meßabweichung bei der Bestimmung der Meßstelle des Temperatur-Meßfühlers: kleiner als 0,5 %
ANMERKUNG 1: Wenn Thermoelemente der Sonderklasse (siehe Anhang D von ISO 8301 : 1991) in Diffe-
renzschaltung verwendet werden, wie in Bild 6b) oder 6c) von ISO 8302 : 1991 (für das Plattengerät) und
zwischen den Lötstellen keine Ausgleichsleitungen vorhanden sind, ist keine Kalibrierung erforderlich, wobei
für Thermoelemente vom Typ T bei Raumtemperatur eine Meßunsicherheit von 0,4 % erreicht werden kann.
ANMERKUNG 2: Das Fehlen von Ausgleichsleitungen zwischen zwei Thermoelement-Lötstellen oder die
sorgfältige Herstellung solcher Lötstellen, die während der Prüfungen so isotherm wie möglich zu halten sind,
ist wichtiger als das eigentliche Kalibrieren des Thermoelementes. Schlechte Thermoelementanschlüsse
können Meßabweichungen hervorrufen, die sich mit den Prüfbedingungen ändern und so die Meßgenauigkeit
der Kalibrierung verschlechtern.
ANMERKUNG 3: Hinsichtlich der Meßunsicherheit bei der Bestimmung der Temperaturmeßstelle kann
vorausgesetzt werden, daß diese nicht größer ist als der Temperaturabfall durch die Metallplatten, wenn
Thermoelemente in Nuten von Geräte-Metallplatten montiert sind. Wenn Thermoelemente in dünnen Platten
angeordnet sind, wird die Meßunsicherheit kritisch, und es kann angenommen werden, daß sie gleich dem
Temperaturabfall durch eine dünne Lage von Platten ist, deren Dicke dem Durchmesser der Thermoelement-
Lötstelle entspricht.
ANMERKUNG 4: Zusätzliche Meßabweichungen entstehen durch Kontakt-Wärmedurchlaßwiderstände oder
durch Montageverfahren auf Probekörperoberflächen, siehe 4.4.8 und 4.4.9.

4.4.6 Meßabweichung bei der Messung der Probekörperdicke


Die Meßabweichung von Meßgeräten darf 0,5 % nicht überschreiten, siehe 2.2.3.3 von ISO 8301 : 1991, und die
zusätzliche Meßabweichung, die aus Abweichungen des Gerätes und der Probekörperoberfläche von einer idealen
Ebene herrührt, darf 0,5 % nicht überschreiten, siehe A.3.3 von prEN 12667 : 1996 oder prEN 12664 : 1996.

4.4.7 Verformbare Probekörper – Meßabweichung bei der Probekörperdicke und Mindest-Probekörperdicke


Diese Meßabweichung bei der Probekörperdicke tritt nur bei der Prüfung verformbarer Probekörper auf, die in
engem Kontakt zum Wärmestrommeßplatten-Gerät stehen und wenn deren Wärmedurchlaßwiderstand 0,3 m2 ⋅ K/W
oder mehr beträgt, z. B. Mineralwolleplatten oder Schaumkunststoffplatten. Diese Meßabweichung ergibt sich aus
Abweichungen der Probekörperoberflächen von einer idealen Ebene, wobei die Ursache die Abweichungen der
Geräteoberflächen von einer idealen Ebene sind. Nach A.2.3 von prEN 12667 : 1996 darf diese Meßabweichung
0,5 % nicht überschreiten.
Der aus Ebenheitstoleranzen resultierende ungünstigste Zustand besteht bei der kleinsten meßbaren Dicke d m, wenn
sowohl die heiße als auch die kalte Oberfläche entweder nach innen oder außen gekrümmt sind, siehe Bild 3. Wenn
p die Ebenheitstoleranz ist, die als größter Abstand einer Geräteoberfläche von einer idealen Ebene angegeben
wird, beträgt die mittlere Dickenmeßabweichung für jede Geräteoberfläche p /2. Wenn zwei mit dem Probekörper in
Berührung stehende Geräteoberflächen betrachtet werden, beträgt die Dickenmeßabweichung p .
Wenn G nach ISO 8301 : 1991 das Gesamtmaß des Gerätes ist, d. h. die Außenseite der Schutzringes, dann sollte
die höchstzulässige Ebenheitstoleranz p = 0,025% von G nicht überschreiten, d. h. 100 p/G = 0,025, siehe siebente
Spalte von Tabelle 1. Der Grenzwert der Dickenmeßabweichung erfordert auch, daß 100 p/dm ≤ 0,5 ist. Demzufolge
wird die Mindest-Probekörperdicke d m durch Ebenheitstoleranzen begrenzt und darf nicht kleiner als 5 % von G sein,
siehe achte Spalte von Tabelle 1.
Wenn das zu begutachtende Gerät für Messungen an verformbaren Probekörpern vorgesehen ist, sind andere Kom-
binationen der Mindest-Probekörperdicke und Ebenheitstoleranzen zulässig, vorausgesetzt, daß die Ebenheits-
toleranzen 0,5 % der Mindestdicke nicht überschreiten. Bei Nichtübereinstimmung muß die nach 4.2 anzugebende
Mindest-Probekörperdicke dementsprechend geändert oder die Nichtübereinstimmung beseitigt werden.
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Bild 3: Verformbare Probekörper

4.4.8 Nichtverformbare Probekörper, ohne Ausgleichsschichten geprüft –


Meßabweichung durch Kontaktwiderstände und Ebenheitstoleranzen
Bei der Prüfung nichtverformbarer Probekörper ohne Ausgleichsschichten, wobei der Wärmedurchlaßwiderstand von
Probekörpern nach C.4 von prEN 12667 : 1996 oder prEN 12664 : 1996 größer als 0,3 m2 ⋅ K/W ist (z. B.:
Polystyrol-, Polyurethanhartschaum oder Porenbetonplatten), darf der höchstzulässige Wärmedurchlaßwiderstand
infolge von Lufteinschlüssen (auf beiden Seiten des Probekörpers, wie in Bild 4 unter ungünstigsten Bedingungen),
die durch Abweichungen von einer Ebene (Kontaktwiderstand) entstehen, nach A.3.5.1 von prEN 12664 : 1996
0,5 % des Probekörper-Wärmedurchlaßwiderstandes nicht überschreiten. Die gleichwertige, sich aus den
Lufteinschlüssen auf beiden Seiten des Probekörpers ergebende höchstzulässige Luftschicht, einschließlich der
Auswirkung von Geräte- und Probekörperabweichungen von einer idealen Ebene, wird bei etwa Raumtemperatur
(die Wärmeleitfähigkeit von Luft liegt annähernd bei 0,025 W/(m ⋅ K)) in Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2: Ebenheitstoleranzen bezogen auf den Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers

Wärmedurchlaßwiderstand des Höchstzulässiger Kontakt- Größte gleichwertige


Probekörpers Wärmedurchlaßwiderstand Luftschichtdicke
m2 ⋅ K/W m2 ⋅ K/W mm

0,3 0,001 5 0,037


0,4 0,002 0 0,050
0,5 0,002 5 0,063
0,6 0,003 0 0,075
0,8 0,004 0 0,100
1,0 0,005 0 0,125
1,5 0,007 5 0,188

Bild 4: Nichtverformbare Probekörper


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EN 1946-3 : 1999

ANMERKUNG: Tabelle 2 zeigt, daß die geforderte Ebenheit sowohl für Probekörper als auch für Geräteober-
flächen zwingend erforderlich ist, so daß die Anwendung von Ausgleichsschichten auch für Probekörper
zutrifft, deren Wärmedurchlaßwiderstand größer als 0,3 m2 ⋅ K/W ist.
Wenn das zu begutachtende Gerät für Messungen von nichtverformbaren Probekörpern vorgesehen ist und die in
Tabelle 2 angegebenen Ebenheitstoleranzen nicht eingehalten werden können, sind entweder die Prüfverfahren im
Hinblick auf die Anwendung von Ausgleichsschichten zu ändern (siehe 4.4.9), oder es ist der kleinste meßbare
Wärmedurchlaßwiderstand zu erhöhen.

4.4.9 Mit Ausgleichsschichten geprüfte, nichtverformbare Probekörper


Ausgleichsschichten sind aus einem Stoff hergestellt, der sich in angemessener Weise zusammendrücken läßt,
um Lufteinschlüsse zwischen Probekörper und Geräteoberfläche auszuschließen. Die sich aus der Anwendung
von Ausgleichsschichten ergebenden Meßabweichungen sind von den Kennwerten des Probekörpers und der
Ausgleichsschichten sowie von den Kennwerten der Thermoelemente abhängig, die auf den Probekörperoberflächen
angebracht sind. Demzufolge müssen, wenn die zu begutachtenden Geräte für Messungen an nichtverformbaren
Probekörpern mit Ausgleichsschichten vorgesehen sind, Anleitungen für ihren Einsatz in der Verfahrensanweisung
zur Messung vorhanden sein, siehe Abschnitt 6.
Die Anwendung von Ausgleichsschichten erfordert gewöhnlich, daß vom Gerät Druck auf den Probekörper ausgeübt
wird, wobei 10 kPa üblich sind. Es muß sichergestellt sein, daß das Wärmestrommeßplatten-Gerät einem solchen
Druck standhalten kann, ohne daß sich der Kalibrierfaktor verändert.

4.5 Kalibrierung des Wärmestrommessers


Die Kalibrierung des Wärmestrommessers muß nach 2.4 von ISO 8301 : 1991 erfolgen. Zur Kontrolle seiner
Linearität siehe auch 4.6 der Gerätefunktionsprüfung. Das Kalibrierverfahren, die zu verwendenden Kalibrier-Probe-
körper, die Kalibrierintervalle sowie die in der Kalibrier- und Wartungskartei vorzunehmenden Eintragungen müssen
im Gerätehandbuch beschrieben sein.
Eine genaue Beziehung des Kalibrierfaktors zur Temperatur kann nur erreicht werden, wenn die mittlere Temperatur
des Wärmestrommessers bestimmt werden kann (d. h. wenn die Temperaturen auf beiden Seiten des Wärme-
strommessers bekannt sind und ihr Mittelwert berechnet ist). Wenn der Kalibrierfaktor auf die Temperatur einer der
beiden Seiten des Wärmestrommessers zurückzuführen ist, dann ist der Kalibrierfaktor offensichtlich von der
Wärmestromdichte abhängig.

4.6 Gerätefunktionsprüfung
4.6.1 Anforderungen, die für alle Geräte gelten
Die Gerätefunktionsprüfung muß folgendes umfassen:
– Ebenheit (siehe 2.5.1 von ISO 8301 : 1991);
– Rechnerkreis, sofern zutreffend (siehe 2.5.2 von ISO 8301 : 1991);
– Nullpunktverschiebung, Driften, Nichtlinearität des Wärmestrommessers usw.
(siehe 2.5.3 und 2.5.4 von ISO 8301 : 1991);
– Elektrische Verbindungen und automatische Regeleinrichtungen
(siehe 2.4.2 von ISO 8302 : 1991 zum Plattengerät);
– Temperaturmessungen (siehe 2.4.3 von ISO 8302 : 1991 für das Plattengerät);
– Emissionsgrad von Geräteoberflächen (siehe nachstehenden Text sowie Anhang A);
– Linearitätsprüfung (siehe 2.4.7 von ISO 8302 : 1991 für das Plattengerät);
– Nachgewiesene Funktionskontrolle (siehe 2.5.5 von ISO 8301 : 1991).
Für Messungen an Werkstoffen geringer Dichte nach prEN 12939, bei denen der Einfluß der Dicke von Bedeutung
sein kann, muß der Emissionsgrad von Geräteoberflächen, die mit dem Probekörper in Berührung kommen, nach
Anhang A bestimmt werden. Für andere Werkstoffe braucht der Geräte-Emissionsgrad nicht gemessen zu werden,
wenn die Geräteoberflächen mit einem nichtmetallischen Anstrich beschichtet sind, weil dadurch der in 2.2 von
ISO 8301 : 1991 festgelegte Grenzwert von 0,8 eingehalten wird.
Die Ergebnisse der Funktionsprüfungen müssen im Gerätehandbuch eingetragen sein. Sie müssen den in
ISO 8301 : 1991 festgelegten Anforderungen entsprechen und sollten die in 4.4 beschriebenen Berechnungen
bestätigen, wobei die Meßgenauigkeit den Anforderungen derartiger Berechnungen genügen muß.
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EN 1946-3 : 1999

4.6.2 Zusätzliche Anforderungen an Geräte, die zur Prüfung von Probekörpern mit großer Dicke und hohem
Wärmedurchlaßwiderstand vorgesehen sind
Wenn das Gerät insbesondere zur Prüfung von Probekörpern mit großer Dicke und hohem Wärmedurchlaßwider-
stand nach prEN 12939 vorgesehen ist, muß zuerst gesichert sein, daß der Kalibrierfaktor des Wärmestrommessers
gleich oder unter 0,25 % unabhängig von der Wärmestromdichte ist, d. h., daß eine annehmbare Meßabweichung
infolge Wärmeverlustes an den Randstirnflächen gegeben ist. Folgendes Verfahren ist anzuwenden:
Zunächst ist eine Kunststoffplatte von nur wenigen Millimetern Dicke als Probekörper in dem Gerät anzubringen. Die
Temperaturdifferenz durch die Kunststoffplatte ist für mehrere Werte einzustellen, so daß Wärmestromdichten
zwischen Null und der bei bestimmungsgemäßem Einsatz des Gerätes zu erwartenden größten Wärmestromdichte
erhalten werden; dabei ist die mittlere Temperatur der Kunststoffplatte konstant zu halten.
Die Temperaturdifferenzen während dieser Prüfung sind infolge des geringen Wärmedurchlaßwiderstandes des
Probekörpers kleiner als 1 K, und es sind sehr genaue Messungen der Temperaturdifferenzen erforderlich, siehe
2.1.4.1.2 von ISO 8302 : 1991 zum Plattengerät.
Die Temperaturdifferenz ist graphisch über der Wärmestromdichte aufzutragen, was eine durch den Ausgangspunkt
verlaufende Gerade ergeben sollte. Jede Nichtlinearität in dieser Kurve ist durch Temperaturungleichmäßigkeit über
der warmen und/oder kalten Platte bedingt, da einige Wärmestrommesser auch in bezug auf Temperaturgefälle
parallel zu ihren Hauptoberflächen empfindlich sind (siehe 2.2.2.3 von ISO 8301 : 1991).
ANMERKUNG 1: Nichtlinearitäten, die 0,25 % überschreiten, können nicht von der Abhängigkeit des
Kalibrierfaktors von der mittleren Prüftemperatur des Wärmestrommessers verursacht worden sein, da bei
dieser Prüfung ein Bereich unter 1 K zu erwarten ist.
Dann ist die gleiche Prüfung mit einem Probekörper aus einem Werkstoff zu wiederholen, der für die in 2.4.7 von
ISO 8302 : 1991 beschriebene Linearitätsprüfung des Plattengerätes geeignet ist (Probekörper, dessen Wärmeleit-
fähigkeit eine lineare Funktion der Temperatur ist). Die Nichtlinearität der Wärmestromdichte über den Bereich der
mittleren Temperaturen des Wärmestrommessers und der Wärmestromdichten, die bei bestimmungsgemäßem
Gebrauch des Gerätes zu erwarten sind, darf bei Probekörpern 0,25 % nicht überschreiten.
ANMERKUNG 2: Diese Prüfung bestätigt neben der Linearität des Wärmestrommessers auch die Meßgenau-
igkeit des Kalibrierfaktors über der Temperatur.
Wenn das Gerät die Linearitätsprüfung nicht besteht, darf es für Messungen nach prEN 12939 nicht zugelassen
werden.
Wenn das Gerät hauptsächlich zur Messung von Probekörpern großer Dicke und hohem Wärmedurchlaßwiderstand
nach prEN 12939 eingesetzt wird, wird empfohlen, auch die Empfindlichkeit des Gerätes gegen Wärmeverluste an
den Randstirnflächen durch folgende Prüfung zu bestimmen:
Bei Verwendung von Probekörpern, die für die in 2.4.7 von ISO 8302 : 1991 für Plattengeräte beschriebene
Linearitätsprüfung geeignet sind, wobei jeder auf 1 % genau den gleichen Wärmedurchlaßwiderstand aufweist, ist der
Wärmedurchlaßwiderstand für Stapel von einem, zwei, drei, . . ., n Probekörper(n) bei konstanter mittlerer Prüftem-
peratur zu messen. Die Prüfung ist bei der tiefsten und höchsten mittleren Prüftemperatur zu wiederholen, die bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch des Gerätes zu erwarten ist. Wenn die Linie, die den gemessenen Wärme-
durchlaßwiderstand über der Probekörperdicke interpoliert, mehr als 0,5 % von einer Geraden abweicht, ist die
höchstzulässige Probekörperdicke erreicht.
Da die für die Linearitätsprüfung geeigneten Probekörper aus Werkstoff bestehen, bei denen die Wärmeübertragung
durch Leitung vorherrschend ist, ist die so bestimmte größte Probekörperdicke nur anzuwenden, wenn Probekörper
aus ähnlichen Werkstoffen geprüft werden, sie ist jedoch zu groß für Werkstoffe mit geringer Dichte, wo die
Strahlungswärmeübertragung eine wesentliche Rolle spielt. Für solche Werkstoffe muß außerdem bestimmt werden,
bis zu welcher Dicke der Wärmedurchlaßwiderstand eine lineare Funktion der Probekörperdicke bei einem
geeigneten Referenzmaterial 1) geringer Dichte ist, wo die Strahlungswärmeübertragung eine größere Rolle spielt
als bei den zu prüfenden Probekörpern.

5 Kalibrier- und Wartungskartei


Es muß eine Kalibrier- und Wartungskartei geführt werden, die Aufzeichnungen zu Wartung, Instandsetzung oder
einer konstruktiven Änderung am Gerät und zu allen Angaben über regelmäßige Kalibrierung, wie in diesem
Abschnitt aufgeführt, sowie zu Kalibrierungen, die in 5.3 von EN 1946-1 : 1999 angegeben sind, enthält.
1
) Ein Beispiel eines Referenzmaterials geringer Dichte ist BCR CRM 124 Polyesterfaserplatten CRM 124 vom
Institute for Reference Materials and Measurements (IRMM), Retieseweg, B-2440 Geel, Belgien. Diese
Information dient lediglich der Unterrichtung der Anwender dieser Norm und bedeutet keine Anerkennung durch
CEN/CENELEC.
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ANMERKUNG: Zu den Temperatur-Meßfühlern werden gerechnet: Thermoelemente, Thermosäulen und Wider-


standsthermometer.
Folgende Hilfseinrichtungen sind regelmäßig zu kalibrieren: Digitalvoltmeter, Stromversorgungsgeräte, Spannungs-
und Stromwandler, Normalwiderstände, Dickenwandler usw.
Bestimmte Hilfseinrichtungen müssen gegebenenfalls regelmäßig gewartet werden. Erforderlichenfalls ist die Art
dieser Wartung unter Angabe des zeitlichen Ablaufs und der vorzunehmenden Eintragungen in der Kalibrier- und
Wartungskartei zu beschreiben.

6 Verfahrensanweisung zur Messung


6.1 Allgemeines
Nach 5.4 von EN 1946-1 : 1999 muß eine Verfahrensanweisung zur Messung erstellt werden. Genaue Angaben zur
Vorbereitung und Vorbehandlung von Probekörpern, zu Meßverfahren und zur Datenerfassung sind in 3.1 bis 3.6
von ISO 8301 : 1991 angegeben.
Die Verfahrensanweisung zur Messung muß für das jeweilige Wärmestrommeßplatten-Gerät die Kriterien für die
Begutachtung des Erreichens von stationären Zuständen sowie für die Festlegung des Meßintervalles enthalten, wie
in 3.3.5 von ISO 8301 : 1991, beschrieben.
Meßverfahren, die für einen spezifischen Werkstoff in einer Werkstoffnorm beschrieben sind, haben Vorrang vor
den allgemeinen Anforderungen, die in ISO 8301 : 1991 angegeben sind.

6.2 Mit Ausgleichsschichten geprüfte nichtverformbare Probekörper


Die Verfahrensanweisung zur Messung muß eine entsprechende Anleitung für ihren Gebrauch und die sich ergeben-
den Meßabweichungen enthalten.
Ausgleichsschichten sind immer dann erforderlich, wenn der Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers unter
0,3 m2 ⋅ K/W liegt.
ANMERKUNG: Die Verwendung von Ausgleichsschichten und auf Oberflächen angebrachten Thermoele-
menten ist auch für Probekörper mit einem Wärmedurchlaßwiderstand bis 0,5 m2 ⋅ K/W geeignet.
Der Gebrauch von Ausgleichsschichten führt zu Meßabweichungen der Messung der Temperaturdifferenz durch die
Probekörper. Eine ausführliche Abhandlung dieses Verfahrens, einschließlich der Meßabweichungsanalyse, kann
aus A.3.5.2 von prEN 12664 : 1996 entnommen werden.
Meßabweichungen, die vom Eindringen der auf Probekörperoberflächen montierten Thermoelement-Lötstellen in die
Ausgleichsschichten herrühren, sind nicht Gegenstand dieser Norm.
An dieser Stelle wird nur die Temperaturungleichmäßigkeit auf den Probekörperoberflächen betrachtet, die aus der
ungleichmäßigen Dicke der Ausgleichsschichten infolge von Ebenheitstoleranzen sowohl am Gerät als auch am
Probekörper herrührt, oder infolge von lokalen Inhomogenitäten sowohl am Probekörper als auch in den Ausgleichs-
schichten. Das ist die Randbedingung für die Ebenheit bei der Prüfung von Probekörpern mit sehr geringem Wärme-
durchlaßwiderstand.
Bei der Betrachtung eines nicht ganz ebenen Probekörpers, wie in Bild 4 dargestellt, kann die aus nicht ganz
ebenen Probekörperoberflächen resultierende relative Meßabweichung E der Temperaturdifferenz aus folgender
Gleichung bestimmt werden:

p 2p
dc d
E
R
2
Rc

Dabei ist:
p die Abweichung der Probekörperoberfläche von einer idealen Ebene an der Stelle, an der eine Thermo-
element-Lötstelle angeordnet ist, in mm;
d die Probekörperdicke, in mm;
dc die Dicke einer einzelnen Ausgleichsschicht, in mm;
R c der Wärmedurchlaßwiderstand einer einzelnen Ausgleichsschicht, in m2 ⋅ K/W;
R der Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers, in m2 ⋅ K/W.
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Wenn das zu begutachtende Gerät für Messungen an nichtverformbaren Probekörpern mit Ausgleichsschichten
ausgestattet ist und die geforderte Meßgenauigkeit nicht erreicht wird, müssen die Prüfverfahren überarbeitet
werden, um den kleinsten meßbaren Wärmedurchlaßwiderstand zu erhöhen.

7 Begutachtung
Die Begutachtung muß nach Abschnitt 4 von EN 1946-1 : 1999 durchgeführt werden.
Bei der Begutachtung muß auf die Überprüfung der Konstruktion, der Meßabweichungsanalyse und der im Geräte-
handbuch enthaltenen Daten der Funktionsprüfung besonderes Augenmerk gelegt werden.
ANMERKUNG: Hierdurch wird sichergestellt, daß die vorgeschriebenen Meßgenauigkeiten unter allen
Prüfbedingungen eingehalten werden, wenn Zulassung beantragt wird. Zusätzliche Berechnungen oder
experimentelle Funktionsprüfungen können vor der Begutachtung vor Ort verlangt werden.
Wenn die Konstruktion nicht der festgelegten Meßgenauigkeit für die vorgesehenen Prüfbedingungen entspricht,
muß das Laboratorium entweder den Geräteaufbau und die Konstruktion überprüfen oder den Bereich der
Prüfbedingungen reduzieren. Wenn es nicht möglich ist, einen geeigneten Bereich der Prüfbedingungen zu finden,
in dem das Gerät die erforderliche Meßgenauigkeit erreicht, erfüllt das Gerät nicht die Zulassungsanforderungen.
Es sollten eine oder mehrere der in 4.6 angegebenen Funktionsprüfungen wiederholt werden.
Die Zulassung darf nicht ohne Eignungsprüfungen erteilt werden.

Anhang A (normativ)
Bestimmung des Emissionsgrades des Gerätes
Der Emissionsgrad der Oberflächen von Heiz- und Kühlplatten ist einer der Parameter, der die Messung des
Wärmedurchlaßwiderstandes von Dämmstoffen mit geringer Dichte beeinflußt. Bei der Messung solcher Werkstoffe
muß dieser Parameter bekannt sein. Das folgende Verfahren ist eine Erweiterung dessen, was in 2.4.6 von
ISO 8302 : 1991 zum Plattengerät zusammengefaßt ist. Andere Verfahren können angewendet werden, wenn sie
mindestens die gleiche Meßgenauigkeit erreichen wie das hier angegebene Verfahren.
Der hemisphärische Gesamtemissionsgrad eines Wärmestrommeßplatten-Gerätes kann bestimmt werden, wenn die
Wärmeübertragung zwischen den warmen und kalten Oberflächen des Gerätes als Wärmeübertragung im stationä-
ren Zustand in einem transparenten leitenden Stoff angenommen werden kann, der durch zwei parallele, ebene,
unbegrenzte isotherme Oberflächen umschlossen wird. Die Versuchsbedingungen, die diesen Annahmen genügen,
sind nachfolgend dargestellt. Bei einer solchen Annahme darf die Gesamtwärmestromdichte q t wie folgt geschrieben
werden:

(A.1)

(A.2)

Dabei ist:
d der Abstand zwischen den beiden Oberflächen, in m;
λ die Wärmeleitfähigkeit des Mediums, das zwei Oberflächen voneinander trennt, in W/(m ⋅ K);
∆T die Temperaturdifferenz zwischen den beiden Oberflächen, in K;
Tm die mittlere Temperatur der beiden Oberflächen, in K;
σ die Stefan-Boltzmann-Konstante, 5,67 ⋅ 10–8, in W/(m2 ⋅ K4);

1, 2 die Emissionsgrade der beiden Oberflächen.


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Wenn q t/∆T bei verschiedenen Werten für d gemessen wird, ergibt die Kurve für q t/∆T über 1/d eine Gerade mit der
Steigung λ und der Schnittstelle q r/∆T . Wenn zwischen den ebenen Oberflächen Luft vorhanden ist, ist λ = λLuft.
Werte, die im Bereich θ = 10°C bis θ = 70°C genau 0,6 % betragen, ergeben sich in W/(m ⋅ K) nach Glei-
chung (A.3)2), wobei θ = T m – 273,15 beträgt:
λLuft = 0,024 239 6 (1 + 0,003 052 θ – 1,282 ⋅ 10–6 θ2) (A.3)
Gleichung (A.1) darf für ein Wärmestrommeßplatten-Gerät angewendet werden, wenn zwischen den warmen und
kalten Oberflächen des Gerätes keine natürliche Konvektion stattfindet. Letztere Bedingung wird in waagerecht
angeordneten Geräten erfüllt, wenn die warme Seite die zuoberst liegende Seite ist, oder bei jeder anderen
Oberflächenanordnung, wenn die Temperaturdifferenzen sehr klein sind. Auch muß der Abstand d zwischen den
Geräteoberflächen im Vergleich zu ihrer Breite klein gehalten werden, so daß die Gleichung (A.2) eine vertretbare
Näherung für die Strahlungswärmeübertragung ist.

Bild A.1: Wärmestromdichte (dividiert durch ∆T ) in einer leitenden transparenten Schicht

ANMERKUNG 1: Der experimentelle Nachweis, daß keine natürliche Konvektion stattfindet, ist erbracht, wenn
die Kurve für q t/∆T über 1/d eine Gerade ist.
Als erstes wird ein Wärmestrommeßplatten-Gerät für einen einzelnen Probekörper betrachtet, bei dem die warme
Seite oben ist und mit verschiedenen Abstandshaltern zur Bildung von Luftspalten.
ANMERKUNG 2: Es werden Abstandshalter mit 5 mm, 10 mm und 20 mm sowie eine Temperaturdifferenz von
wenigen Kelvin empfohlen.
Die Größe q r kann auf dreierlei Art bestimmt werden.
a) Es wird die beste Anpassung von Prüfdaten durch eine Ausgleichskurve mit dem Verfahren der kleinsten
Quadrate benutzt, um sowohl q r/∆T als auch λ zu ermitteln. Da λ die Wärmeleitfähigkeit der Luft bei der
mittleren Prüftemperatur ist, muß ihr Wert mit den Angaben aus der Literatur übereinstimmen (bei etwa
Raumtemperatur darf die Gleichung (A.3) angewendet werden).
b) Es wird zu jeder Prüfdicke ein konstanter Ordinatenabstand addiert bzw. subtrahiert, um die beste Korrelation
von Prüfdaten zu einer Geraden zu erhalten (Korrelationsparameter möglichst annähernd Eins). Die Unbekannten
der Ausgleichskurve sind wiederum q r/∆T und λ.
ANMERKUNG 3: Damit wird es bei nicht ganz ebenen Geräteoberflächen oder Einrichtungen möglich, die
Luftspaltdicke mit einer systematischen Meßabweichung zu messen; mit diesem Verfahren können Eben-
heitstoleranzen mit weniger als 0,1 mm nachgewiesen werden.
Auch hier muß für die Wärmeleitfähigkeit der Luft eine gute Übereinstimmung mit den Angaben aus der Literatur
vorliegen.
c) Die Wärmeleitfähigkeit der Luft wird Literaturangaben entnommen, z. B. Gleichung (A.3), und der Wert λ/d
wird von q t/∆T subtrahiert. Dann wird der Mittelwert der Prüfwerte von q r/∆T für verschiedene Prüfdicken
berechnet.

2
) Gleichung (A.3) wurde aus Angaben der Encyclopedia of Gases, Elsevier/Air Liquide, Elsevier Scientific
Publishing Company, Amsterdam, 1976, entnommen.
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Mit q r/∆T ist folgende aus Gleichung (A.2) abgeleitete Größe bekannt:

(A.4)

Da auch die Größe 4 σn T 3m bekannt ist, kann der hemisphärische Gesamtemissionsgrad aus der Gleichung (A.4)
nur dann bestimmt werden, wenn ε1 und ε2 gleich sind. In diesem Fall müssen die drei vorgenannten Verfahren
Ergebnisse aufweisen, die auf 0,02 übereinstimmen.
Wenn der Wert des Emissionsgrades jeder Geräteoberfläche Prüfgegenstand ist, müssen diese Oberflächen zuerst
beschichtet werden, um gleiche Emissionsgrade ε zu haben, die durch eine erste Meßreihe, wie beschrieben,
bestimmt werden. Dann muß eine zweite Meßreihe bei derselben mittleren Temperatur T m durchgeführt werden,
wobei die Beschichtung von den Oberflächen mit dem Emissionsgrad ε1 entfernt worden ist: in Gleichung (A.4) ist
ε nunmehr bekannt, und demzufolge kann ε1 bestimmt werden. Abschließend ist eine dritte Meßreihe wiederum
bei derselben mittleren Temperatur T m durchzuführen, wobei die Beschichtung nur von den Oberflächen mit dem
Emissionsgrad ε2 entfernt worden ist: in Gleichung (A.4) ist ε nunmehr bekannt, und demzufolge kann ε2 bestimmt
werden.
Wenn der Emissionsgrad einer symmetrischen Anordnung zweier Probekörper bei einem Wärmestrommeßplatten-
Gerät zu messen ist, darf die Anordnung für diesen Zweck geändert werden, so daß daraus eine asymmetrische
Anordnung für einen Einzelprobekörper wird.

Anhang B (normativ)

Wärmeverluste an den Randstirnflächen sowie größte Probekörperdicke

Nach 2.2.5.3 von ISO 8301 : 1991 muß die durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung
gleich oder unter 0,5 % gehalten werden. Tabelle B.1 enthält für einige Gerätemaße und Probekörperdicken die
durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung nach 2.2.1 von ISO 8302 : 1991 für das
Plattengerät, wenn keine Dämmung an der Randstirnfläche vorhanden ist und das Randstirnflächen-Temperatur-
verhältnis e = 0,25 angenommen wird, wie in ISO 8302 : 1991 für das Plattengerät vorgeschlagen, siehe auch 4.4.2.
Wenn für das gleiche Gerät und die gleichen Prüfbedingungen die Temperatur der Probekörper-Randstirnfläche
so gewählt ist, daß 0,40 ≤ e ≤ 0,60 ist, darf die Probekörperdicke um etwa 20 % erhöht werden (während die
Meßabweichung kleiner als 0,5 % gehalten wird): vergleiche die ersten beiden Wertereihen in Tabelle B.2.
Größere Probekörperdicken können eingesetzt werden, wenn Dämmung an den Randstirnflächen oder Hilfs-
Gradientenschutzringe verwendet werden.
Für einen Gradientenschutzring oder für Dämmung an der Randstirnfläche sind entweder zahlenmäßige Berech-
nungen oder systematische experimentelle Untersuchungen an Geräten gleichartiger Bauart durchzuführen, um die
durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung zu bestimmen.
Wenn Dämmung an der Randstirnfläche verwendet wird, kann die durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche
bedingte Meßabweichung keinesfalls kleiner als die Meßabweichung eines Gerätes sein, das die gleiche Meßfläche
aufweist und dessen Schutzringbreite um die Dicke der Dämmung an der Randstirnfläche vergrößert ist. Der Einfluß
der Dämmung an der Randstirnfläche kann näherungsweise aus den Werten in Tabelle B.1 bewertet werden, indem
die Schutzringbreite um ein Drittel der Dicke der Dämmung an der Randstirnfläche vergrößert wird, vorausgesetzt,
daß sich das Gerät und seine Dämmung an der Randstirnfläche in einem Klimaschrank befinden, wobei die
gewählte Lufttemperatur gleich der Randstirnflächentemperatur ist und die Bedingungen für e = 0,25 erfüllt. Wenn
die Dämmung der Randstirnfläche zwischen die Probekörperrandstirnfläche und die Wände eines Schrankes, der
mit der Luft im Laboratorium in direkter Berührung steht, eingebracht wird, entspricht die Laboratoriumstemperatur
der Randstirnflächentemperatur. Wenn die Laboratoriumstemperatur wesentlich von der mittleren Prüftemperatur
abweicht, kann e beträchtlich außerhalb des Bereiches von 0,25 bis 0,75 liegen.
BEISPIEL: Eine mittlere Prüftemperatur von 50°C, eine Temperaturdifferenz von 20°C und eine Laborato-
riumstemperatur von 20°C ergeben e = – 1; die sich ergebende durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte
Meßabweichung ist in der dritten Wertegruppe der Tabelle B.2 aufgeführt.
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Tabelle B.1: Prozentuale Meßabweichungen durch Wärmeverluste an den Randstirnflächen, wenn keine
Dämmung an der Randstirnfläche vorhanden ist und das Randstirnflächen-Temperaturverhältnis
e = 0,25 beträgt
Maße in Millimeter

Ge- Meß- Schutz-


samt- fläche ring- Probekörperdicke
maß breite
40 50 60 80 100 120 160 200

200 100 50 1,01 % 2,77 % – – – – – –


300 200 50 0,51 % 1,44 % – – – – – –
300 150 75 0,09 % 0,38 % 1,01 % 3,61 % – – – –
400 200 100 0,01 % 0,06 % 0,20 % 1,01 % 2,77 % – – –
400 100 150 0,00 % 0,00 % 0,03 % 0,24 % 0,92 % 2,27 % – –
500 300 100 0,01 % 0,04 % 0,14 % 0,68 % 1,91 % – – –
500 250 125 0,00 % 0,01 % 0,04 % 0,30 % 1,01 % 2,33 % – –
500 200 150 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,14 % 0,55 % 1,43 % 4,95 % –
600 300 150 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,09 % 0,38 % 1,01 % 3,61 % –
800 500 150 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,06 % 0,23 % 0,61 % 2,25 % 5,27 %
800 400 200 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,06 % 0,20 % 1,01 % 2,77 %
1 000 500 250 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,04 % 0,30 % 1,01 %

ANMERKUNG: Fettgedruckte Werte übersteigen 0,25 %.

Die vorstehenden Angaben beruhen auf rein leitenden Modellen. Bei Werkstoffen geringer Dichte (z. B. weniger als
20 kg/m3), bei denen in beträchtlichem Umfang Strahlungswärmeübertragung stattfindet, ist es ratsam, die nach den
Werten der Tabelle B.1 zulässigen Dicken nicht zu überschreiten, es sei denn, die Berechnungen der durch
Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingten Meßabweichungen enthalten eine gekoppelte Leitungs- und Strah-
lungswärmeübertragung. Die ungünstige Auswirkung der Strahlungswärmeübertragung auf die durch Wärmeverlust
an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung ist durch Vergleich der letzten beiden Wertegruppen in Tabelle B.2
zu erkennen: sie entsprechen den beiden Extremen der reinen Leitung im Probekörper und der reinen Strahlung,
wenn der vom Probekörper eingenommene Raum leer gelassen würde. Der Wert e = 0 entspricht der kleinsten
durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingten Meßabweichung für reine Strahlung (so wie e annähernd 0,5
der kleinsten durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingten Meßabweichung für reine Leitung im
Probekörper entspricht).
Diese Angaben in vorliegendem Anhang beruhen auf der Annahme, daß es sich um isotrope Probekörper handelt;
sie sind nicht geeignet, die Meßgerätefunktion für Einrichtungen zu begutachten, die zur Prüfung von anisotropen
oder geschichteten Probekörpern vorgesehen sind.
Bei der Prüfung von Probekörpern mit mittlerer und hoher Wärmeleitfähigkeit haben Wärmeverluste an den Rand-
stirnflächen eine geringere Auswirkung auf die Prüfgenauigkeit. Wenn keine zusätzliche Randstirnflächendämmung
verwendet wird, können die Angaben nach Tabelle B.1 als Leitlinie für Probekörper verwendet werden, deren
Wärmeleitfähigkeit kleiner als 0,4 W/(m ⋅ K) ist; für Probekörper mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,8 W/(m ⋅ K)
können die höchstzulässigen Dicken nach Tabelle B.1 um 20 % vergrößert werden; für Probekörper mit einer
Wärmeleitfähigkeit von 1,6 W/(m ⋅ K) oder größer können die höchstzulässigen Dicken nach Tabelle B.1 um 40 %
vergrößert werden. Für Zwischenwerte der Wärmeleitfähigkeit können die größten Dicken der Probekörper durch
lineare Interpolation bestimmt werden.
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EN 1946-3 : 1999

Tabelle B.2: Prozentuale Meßabweichungen durch Wärmeverluste an den Randstirnflächen – Sonderfälle


Maße in Millimeter

Ge- Meß- Schutz- Probekörperdicke


samt- fläche ring-
maß breite
40 50 60 80 100 120 160 200

reine Leitung, e = 0,25

500 300 100 0,01 % 0,04 % 0,14 % 0,68 % 1,91 % – – –


500 250 125 0% 0,01 % 0,04 % 0,30 % 1,01 % 2,33 % – –
500 200 150 0% 0% 0,01 % 0,14 % 0,55 % 1,43 % 4,95 % –

reine Leitung, e = 0,40

500 300 100 0% 0,02 % 0,05 % 0,28 % 0,81 % 1,74 % – –


500 250 125 0% 0% 0,02 % 0,12 % 0,41 % 0,98 % 3,19 % –
500 200 150 0% 0% 0,01 % 0,06 % 0,22 % 0,59 % 2,13 % –

reine Leitung, e = –1

500 300 100 0,04 % 0,24 % 0,82 % 4,06 % – – – –


500 250 125 0,01 % 0,06 % 0,26 % 1,80 % 6,01 % – – –
500 200 150 0% 0,02 % 0,09 % 0,83 % 3,32 % – – –

reine Leitung, e = 0

500 300 100 0,01 % 0,08 % 0,27 % 1,35 % 3,75 % – – –


500 200 150 0% 0,01 % 0,03 % 0,28 % 1,10 % 2,84 % 9,72 % –

reine Strahlung, e = 0

500 300 100 3,3 % 5,1 % – – – – – –


500 200 150 2,5 % 3,8 % 5,5 % – – – – –

ANMERKUNG : Fettgedruckte Werte übersteigen 0,25 %.


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Anhang C (informativ)
Berechnungen einiger Meßabweichungen von Wärmestrommessern
C.1 Allgemeines
Meßabweichungsanalysen werden hier für gebräuchliche Gerätemaße und -aufbau usw. angegeben. Beispiele von
Geräten, die dieser Meßabweichungsanalyse genügen, sind in D.2 von prEN 12667 : 1996 aufgeführt. Wenn das
zu betrachtende Gerät der angegebenen Konstruktion entspricht, brauchen keine weiteren Berechnungen durch-
geführt zu werden. Andernfalls können analoge Berechnungen für das jeweilige Gerät durchgeführt werden. Für drei
Geräte (hier als Geräte A, B und C bezeichnet) sind die hauptsächlichen Gerätekennwerte und Prüfbedingungen
angenommen:

Geräteausführung
Gerät A asymmetrisches Einplattengerät
Gerät B symmetrisches Einplattengerät
Gerät C asymmetrisches Einplattengerät

Gerät

A B C

Gesamtgerätemaße, in mm 300 500 600


Meßausschnittbreite, in mm 150 200 300
Kleinste Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers, in W/(m ⋅ K) 0,015 0,015 0,015
Größte Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers, in W/(m ⋅ K) 0,4 0,4 0,4
Größte Probekörperdicke, in mm (siehe C.2 und 4.4.2, Tabelle 1) 50 140 100
In den Heiz- und Kühlplatten zirkulierende Flüssigkeit Wasser Wasser Wasser

C.2 Größte Probekörperdicke

Die größten Probekörperdicken von C.1 entsprechen denen in Tabelle 1 in 4.4.2.

C.3 Temperaturgleichmäßigkeit
Für alle drei Stücke wird angenommen, daß die größte Temperaturdifferenz 20 K beträgt, und daß sich die Geräte
in Klimaschränken bei mittlerer Prüftemperatur befinden. Der größte Wärmestrom über den Probekörper Φs, siehe
4.4.4, der dem kleinsten Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers (0,1 m2 ⋅ K/W nach ISO 8301) entspricht,
beträgt in W:

Gerät

A B C

18 50 72

Wenn eine Dämmung mit einem Wärmedurchlaßwiderstand von 1 m2 ⋅ K/W zwischen jeder Platte und dem Schrank,
der das Gerät enthält und auf die mittlere Prüftemperatur klimatisiert ist, angenommen wird, dann beträgt der
resultierende Wärmestrom Φe (siehe 4.4.4), von der Heiz- oder Kühlplatte zum Schrank, in W:

Gerät

A B C

0,9 2,5 3,6


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Das Produkt m r c ∆T p, siehe 4.4.4, muß gleich der Summe Φs + Φe, in W, sein:

Gerät

A B C

18,9 52,5 75,6

Die spezifische Wärme c von klarem Wasser beträgt 4,2 kJ/(kg ⋅ K); die höchstzulässige Temperaturungleich-
mäßigkeit beträgt für die Heiz- und Kühlplatten 1 % der Temperaturdifferenz über den Probekörper, d. h. 0,2 K, somit
beträgt die kleinste Massenübertragung m r, in kg/s:

Gerät

A B C

0,022 5 0,062 5 0,090 0

oder in l/h:

Gerät

A B C

81 225 324

C.4 Meßabweichung in der Temperaturdifferenz


Für Thermoelemente der Sonderausführung T, die etwa bei Raumtemperatur arbeiten, werden Differenzschaltungen
angenommen. Nach 4.4.5 kann eine Meßunsicherheit in der Kalibrierung von 0,4 % angenommen werden.
Die resultierende Auswirkung von Meßgerätelinearität, Stabilität, Störfestigkeit und Thermoelement-Meßgenauigkeit
ergibt eine Gesamtmeßabweichung von 0,5 %, siehe 4.4.5. Die nach 2.2.3.1.1 von ISO 8301 : 1991 zulässigen
restlichen 0,5 %, um unterhalb des vorgeschriebenen Grenzwertes von 1 % zu bleiben, sind durch die
Temperaturdifferenz ∆T p bei der Bestimmung der Temperaturmeßstelle des Meßfühlers begründet. Bei 20 K
Temperaturdifferenz ergeben 0,5 % ∆T p = 0,1 K.
Die größte zu erwartende Wärmestromdichte q m bei dem kleinsten Wärmedurchlaßwiderstand von 0,1 m2 ⋅ K/W und
der größten Temperaturdifferenz von 20 K beträgt 200 W/m2.
Die höchstzulässige Meßunsicherheit in der Bestimmung der Temperaturmeßstelle der Thermoelement-Lötstelle
beträgt die Hälfte des Lötstellendurchmessers, und wenn zwei Lötstellen für die Messung einer Temperaturdifferenz
vorgesehen sind, ist die Gesamtmeßunsicherheit gleich dem Lötstellendurchmesser. Wenn die Lötstellen entweder
in den Metallplatten des Gerätes oder in Schutzplatten des Wärmestrommessers angeordnet sind, ist die
resultierende Meßabweichung bei der Messung der Temperaturdifferenz gleich dem Temperaturabfall ∆T p durch eine
Schicht mit der Dicke d p, die so dick ist wie ein Thermoelement-Lötstellendurchmesser und mit der gleichen
Wärmeleitfähigkeit λp wie die Metallplatte oder Schutzplatte bei der größten zu erwartenden Wärmestromdichte. Die
höchstzulässige Schichtdicke ist dann:
d p = ∆T p λp/q m = 0,1 λp/200 = 0,000 5 λp
Bei einer Metallplatte mit einer Wärmeleitfähigkeit λp = 100 W/(m ⋅ K), d p = 50 mm, messen folglich Thermo-
elemente, die in Nuten von Geräte-Metallplatten eingebettet sind, die Oberflächentemperatur genau. Wenn die
Schutzplatte eine Wärmeleitfähigkeit von λp = 0,2 W/(m ⋅ K) besitzt, dann beträgt der Höchstwert d p = 0,1 mm,
demzufolge sind entweder sehr dünne Thermoelemente erforderlich, oder ihre Lötstellen müssen auf dünnen Metall-
platten angebracht sein, deren Oberfläche nur wenige Quadratzentimeter beträgt, und die bündig mit der Schutz-
plattenfläche montiert sind.
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C.5 Meßabweichung in der Probekörperdicke


Diese Meßabweichung hängt hauptsächlich von der Güte der Probekörperoberflächen ab und wird bei Probekörpern
mit geringer Dicke kritisch. Wenn die in 3.2.2.2.1 von ISO 8301 : 1991 angegebene Ebenheitstoleranz von 0,025 %
akzeptiert wird, ergeben sich folgende resultierende Ebenheitstoleranzen, in mm:

Gerät

A B C

0,08 0,13 0,15

Nach 2.2.3.3 von ISO 8301 : 1991 ist die Meßabweichung bei der Messung der Dicke auf 0,5 % begrenzt, das
ergibt, auf die vorstehenden Ebenheitstoleranzen angewendet, folgende Mindest-Probekörperdicke, in mm:

Gerät

A B C

15 25 30

C.6 Meßabweichung durch ungenügenden Kontakt zwischen Gerät und Probekörper


Kontaktwiderstände zwischen Probekörpern und Temperatur-Meßfühlern werden bei Probekörpern mit geringen
Wärmedurchlaßwiderständen kritisch und hängen von der Oberflächengüte und dem angewendeten Verfahren zur
Messung der Temperaturdifferenz ab, siehe 2.2.3.1 von ISO 8301 : 1991. Es ist eine bedeutende Quelle für
Meßabweichung, die die erwartete Meßgenauigkeit des Wärmestrommeßplatten-Gerätes bei der Prüfung von
Probekörpern mit geringem Wärmedurchlaßwiderstand verringert.
Wenn angenommen wird, daß die größte zu messende Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,4 W/(m ⋅ K) beträgt,
ergibt sich selbst bei den größten Probekörperdicken (50 mm, 140 mm und 100 mm für die Geräte A, B und C) als
kleinster Wärmedurchlaßwiderstand, in m2 ⋅ K/W:

Gerät

A B C

0,11 0,31 0,23

Zwei Werte liegen unter 0,30 m2 ⋅ K/W, d. h. die Meßabweichung durch ungenügenden Kontakt zwischen Gerät und
Probekörper kann größer als 0,5 % sein, und die Verwendung von Ausgleichsschichten wird für kleinste meßbare
Wärmedurchlaßwiderstände zwingend erforderlich. Da diese Meßabweichung von dem Probekörper abhängig ist
und keine Wertung des Gerätes bedeutet, wird der Wert 0,5 %, der bis zu Wärmedurchlaßwiderständen von
0,10 m2 ⋅ K/W gilt, in der Bewertung als größte wahrscheinliche Meßabweichung angenommen, siehe C.8.

C.7 Kalibriergenauigkeit
Die Kalibriergenauigkeit kann aufgeteilt werden in Kalibriergenauigkeit des Probekörpers, Nichtlinearität der
Kalibrierung als Funktion der Wärmestromdichte sowie Kalibrierabweichungen.
Die Meßgenauigkeit des Kalibrier-Probekörpers ist keine Gerätekenngröße und wird durch die Meßgenauigkeit des
Plattengerätes zur Messung des Wärmedurchlaßwiderstandes des Kalibrier-Probekörpers begrenzt. Wenn ein
zertifiziertes Referenzmaterial verwendet wird, ist dessen Meßgenauigkeit durch eine Reihe von Vergleichs-
messungen zwischen akkreditierten Laboratorien sichergestellt. Zertifizierte Referenzmaterialien, die vom Referenz-
büro der Kommission der Europäischen Gemeinschaften erstellt sind, haben eine Meßabweichung von annähernd
1,5 %. Diese Meßabweichung wird in diesen Berechnungen verwendet.
Die größte akzeptable Nichtlinearität der Kalibrierung, die keiner Korrektur bedarf, beträgt 1 % nach 2.5.3.2 von
ISO 8301 : 1991.
Akzeptable Kalibrierdriften, die keine Neubestimmung eines Kalibrierfaktors erfordern, dürfen 1 % nicht über-
schreiten.
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C.8 Größte wahrscheinliche Meßabweichung


Die größte wahrscheinliche Meßabweichung setzt sich aus Einzelkomponenten zusammen, die in C.2 bis C.7
berechnet wurden.
Durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche
bedingte Meßabweichung 0,5 %
Meßabweichung in der Temperaturdifferenz 1,0 %
Meßabweichung in der Dicke des Probekörpers 0,5 %
Meßabweichung durch ungenügenden Kontakt 0,5 %
Kalibriergenauigkeit des Probekörpers 1,5 %
Höchstzulässige Nichtlinearität der Kalibrierung 1,0 %
Höchstzulässige Kalibrierdrift 1,0 %
Wenn diese Meßabweichungen summiert werden, ergibt sich eine größte Meßabweichung von 6 %:
Wenn die Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate der Meßabweichungen ermittelt wird, beträgt die größte
wahrscheinliche Meßabweichung 2,4 %.
Zufalls-Meßabweichungen durch Zufallsdriften von Meßgeräten und automatischen Regeleinrichtungen, die durch
Mittelwertbildung vieler Messungen beseitigt werden können, sind in diese Meßabweichungsanalyse nicht
einbezogen.