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DEUTSCHE NORM April 1999

Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen


Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der {
Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften
Teil 2: Messung nach Verfahren mit dem Plattengerät
Deutsche Fassung EN 1946-2 : 1999 EN 1946-2

ICS 91.100.01; 91.120.10

Thermal performance of building products and components – Specific


criteria for the assessment of laboratories measuring heat transfer
properties – Part 2: Measurements by the guarded hot plate method;
German version EN 1946-2 : 1999
Performance thermique des produits et composants pour le bâtiment –
Critères particuliers pour l'évaluation des laboratoires mesurant les
propriétés de transmission thermique – Partie 2: Mesurages selon la
méthode de la plaque chaude gardée;
Version allemande EN 1946-2 : 1999

Die Europäische Norm EN 1946-2 : 1999 hat den Status einer


Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Die Europäische Norm EN 1946-2 : 1999 ist vom Technischen Komitee CEN/TC 89
„Wärmeschutz von Gebäuden und Bauteilen“ (Sekretariat: Schweden) unter
deutscher Mitwirkung erarbeitet worden.
Der für die deutsche Mitarbeit zuständige Arbeitsausschuß im DIN Deutsches Institut
für Normung e.V. ist der als Spiegelausschuß zu CEN/TC 89 eingesetzte
Arbeitsausschuß 00.89.00 „Wärmeschutz“ des Normenausschusses Bauwesen
(NABau).

Fortsetzung 21 Seiten EN

Normenausschuß Bauwesen (NABau) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


– Leerseite –
EUROPÄISCHE NORM EN 1946-2
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Januar 1999

ICS 91.10.01.1200.10

Deskriptoren: Bauprodukte, Wärmeübertragung, Wärmedurchlaßwiderstand, Prüfung, Begutachtung von


Laboratorien, Plattengerät, Meßabweichungsanalyse, Funktionsprüfung

Deutsche Fassung
Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen
Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der
Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften
Teil 2: Messung nach Verfahren mit dem Plattengerät

Thermal performance of building products and Performance thermique des produits et composants pour
components – Specific criteria for the assessment of le bâtiment – Critères particuliers pour l'évaluation des
laboratories measuring heat transfer properties – laboratoires mesurant les propriétés de transmission
Part 2: Measurements by the guarded hot plate thermique – Partie 2: Mesurages selon la méthode de la
method plaque chaude gardée

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 13. Dezember 1998 angenommen.
Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen,
in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne
jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren
bibliographischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied
auf Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch,
Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied
in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und
dem Zentralsekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die
offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark,
Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der
Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comité Européen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 1999 CEN – Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref. Nr. EN 1946-2 : 1999 D
Seite 2
EN 1946-2 : 1999

Inhalt
Seite

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich ........................................ 3
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4 Gerätehandbuch ........................................... 3
5 Kalibrier- und Wartungskartei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
6 Verfahrensanweisung zur Messung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
7 Begutachtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Anhang A (normativ) Bestimmung des Emissionsgrades des Gerätes . . . . . 12
Anhang B (normativ) Wärmeverluste an den Randstirnflächen sowie größte
Probekörperdicke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Anhang C (informativ) Berechnungen einiger Meßabweichungen des
Plattengerätes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 89 „Wärmeschutz von Gebäuden und Bau-
teilen“ erarbeitet, dessen Sekretariat von SIS gehalten wird.
Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis Juli 1999, und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis Juli 1999 zurückgezogen werden.
Diese Europäische Norm der Reihe EN 1946 besteht aus mehreren Teilen. Der erste Teil legt allgemeingültige
Regeln, die für alle Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften gelten, fest. Alle folgenden Teile legen
ergänzende technische Kriterien, die in der jeweiligen Norm für die Messung spezifischer Wärmeübertragungseigen-
schaften gelten, fest.
Die Reihe der Normen besteht aus folgenden Teilen:
Teil 1: Allgemeingültige Regeln
Teil 2: Messung nach dem Verfahren mit dem Plattengerät
Teil 3: Messung nach dem Verfahren mit dem Wärmestrommeßplatten-Gerät
Teil 4: Messung nach dem Heizkasten-Verfahren
Teil 5: Messung nach dem Rohrprüfgerät-Verfahren
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Nieder-
lande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte
Königreich.
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EN 1946-2 : 1999

1 Anwendungsbereich
Die Norm EN 1946-2 enthält spezifische technische Kriterien für die Begutachtung von Laboratorien zur Durch-
führung von Messungen der Wärmeübertragungseigenschaft im stationären Zustand nach dem Verfahren mit dem
Plattengerät nach prEN 12667 und prEN 12664.
Sie ergänzt die allgemeingültigen Kriterien in EN 1946-1. Hierzu wird eine Anleitung zum Aufbau und zum Inhalt des
Gerätehandbuches, der Kalibrier- und Wartungskartei und zur Verfahrensanweisung zur Messung gegeben.
Sie enthält Angaben zu verbindlichen Gerätefunktions-Spezifikationen, zur Gerätebeschreibung sowie zu Berechnun-
gen für den Geräteaufbau und die Meßabweichungsanalyse.
Sie enthält Angaben zu Prüfverfahren, die sich zur Begutachtung der Gerätegenauigkeit eignen.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publi-
kationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind
nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser
Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind.
Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation.
EN 1946-1 : 1999
Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen – Technische Kriterien zur Begutachtung von
Laboratorien bei der Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften – Teil 1: Allge-
meingültige Regeln
prEN 12664 : 1996
Baustoffe – Bestimmung des Wärmedurchlaßwiderstandes nach dem Verfahren mit dem Plattengerät und dem
Wärmestrommeßplatten-Gerät – Trockene und feuchte Produkte mit mittlerem und niedrigem Wärmedurchlaß-
widerstand

prEN 12667 : 1996


Baustoffe – Bestimmung des Wärmedurchlaßwiderstandes nach dem Verfahren mit dem Plattengerät und dem
Wärmestrommeßplatten-Gerät – Produkte mit hohem und mittlerem Wärmedurchlaßwiderstand

prEN 12939
Baustoffe – Bestimmung des Wärmedurchlaßwiderstandes nach dem Verfahren mit dem Plattengerät und dem
Wärmestrommeßplatten-Gerät – Dicke Produkte mit hohem und mittlerem Wärmedurchlaßwiderstand

ISO 8302 : 1991


Thermal insulation – Determination of steady-state thermal resistance and related properties – Guarded hot plate
apparatus

3 Definitionen
Für die Anwendung dieser Norm gelten die Definitionen nach EN 1946-1 sowie ISO 8302 : 1991.

4 Gerätehandbuch
4.1 Allgemeines
Das Gerätehandbuch muß die Angaben nach 5.2.2 bis 5.2.5 von EN 1946-1 : 1999 sowie die in diesem Abschnitt 4
vorliegender Norm enthalten.
ANMERKUNG: Angaben, die für mehr als ein Gerät gelten, brauchen nicht wiederholt zu werden, z. B.
Prinzip, Einzelheiten des Aufbaus und der Funktion zweier Geräte, die nach einem gemeinsamen Entwurf
gebaut sind.
Anhang B von prEN 12664 : 1996 oder prEN 12667 : 1996, der alle Grenzwerte für Gerätefunktions-Spezifikationen
und Prüfbedingungen enthält, ist als Prüfliste während des Begutachtungsverfahrens zu verwenden, um die
Übereinstimmung mit allen Anforderungen nach diesen Normen sicherzustellen.
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EN 1946-2 : 1999

4.2 Anforderungen an die Gerätefunktion


Nach 2.3.1 von ISO 8302 : 1991 müssen die oberen und unteren Grenzwerte für folgende wesentliche geprüfte
Eigenschaften und Prüfbedingungen, einschließlich möglicher Wechselwirkungen, festgelegt sein:
– Probekörperdicke;
– Wärmedurchlaßwiderstand;
– Temperaturdifferenz über dem Probekörper;
– Temperatur der Heiz- und Kühleinheit;
– Umgebungsbedingungen (Temperatur, relative Luftfeuchte) an den Randstirnflächen des Probekörpers wäh-
rend der Prüfung.

4.3 Gerätebeschreibung
Die nachstehenden Angaben müssen dokumentiert und während der Begutachtung überprüft werden können.
– Funktionsprinzip (siehe 1.6.1 von ISO 8302 : 1991);
– Gerätetyp (siehe 1.6.2.1, 1.6.2.2 und 1.6.4 von ISO 8302 : 1991);
– Grundmaße des Gerätes, insbesondere Breite der Heizeinheit, Schutzringbreite und Spaltbreite;
– einfache Skizzen zur Darstellung des Geräteaufbaus mit besonderer Beachtung der Spaltausführung (siehe
2.1.1.5 von ISO 8302 : 1991), der Rohrleitungen der Kühleinheit (siehe 2.1.2 von ISO 8302 : 1991) und der
Dämmung an der Randstirnfläche (siehe 2.1.3 von ISO 8302 : 1991);
– Lage, Anschlüsse und Numerierung der Temperatur-Meßfühler (siehe 2.1.4.1 von ISO 8302 : 1991);
– elektrische Komponenten/Meßgeräte, Gerätegehäuse und wesentliche Hilfseinrichtungen;
– Einzelheiten des Datenerfassungssystems und zugehörige Rechnerprogramme für die Datenanalyse.
Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf Betriebsanleitungen von Geräteherstellern oder auf einschlägige
Abschnitte von ISO 8302 : 1991 verwiesen werden.

4.4 Geräteaufbau und Meßabweichungsanalyse


4.4.1 Allgemeines
Unter Bezugnahme auf die in 4.2 aufgeführten Anforderungen an die Gerätefunktion müssen Einzelheiten der
eingehaltenen Konstruktionsmerkmale sowie die auf 2.2 von ISO 8302 : 1991 beruhende Meßabweichungsanalyse,
so wie in 4.4.2 bis 4.4.11 zusammengefaßt, angegeben werden.
In diesem Abschnitt werden einige Anleitungen zur Meßabweichungsanalyse gegeben; genauere Angaben zu eini-
gen Meßabweichungen sind in Anhang B enthalten, während Meßabweichungsberechnungen für einige typische
Fälle in Anhang C angegeben sind. Beispiele für ein Gerät nach Anhang C werden in D.2 von prEN 12664 : 1996
und in D.2 von prEN 12667 : 1996 ausgeführt. Sollte ein Gerät genau die in diesem Abschnitt angegebenen Kenn-
werte oder die in Anhang C dieser Norm und in D.2 von prEN 12664 : 1996 oder in D.2 von prEN 12667 : 1996
angegebenen Konstruktionseinzelheiten aufweisen, sind keine weiteren Berechnungen erforderlich. Unter anderen
Umständen können ähnliche Berechnungen analog durchgeführt werden.
4.4.2 Wärmeverluste an den Randstirnflächen und größte Probekörperdicke
Nach 3.2.1 von ISO 8302 : 1991 muß die Summe aus Ringverstimmung und die durch Wärmeverlust an der Rand-
stirnfläche bedingte Meßabweichung unter 0,5 % gehalten werden. Bei guter Geräteausführung werden die beiden
Meßabweichungen die gleiche Größenordnung aufweisen, somit kann ein Grenzwert von 0,25 % für beide
vorgegeben werden. Tabelle 1 enthält für einige Gerätemaße die höchstzulässige Probekörperdicke nach 2.2.1 von
ISO 8302 : 1991, wenn keine Dämmung an der Randstirnfläche vorhanden ist und wenn das Randstirnflächen-
Temperaturverhältnis e = 0,25 beträgt; e ist definiert als (T e – T 2)/(T 1 – T 2), wobei T 1 und T 2 die entsprechenden
Temperaturen der warmen und der kalten Probekörperoberflächen sind, und T e die Temperatur der Randstirnfläche
ist, die als gleichbleibend angenommen wird.
BEISPIEL:
e = 0,25 entspricht einer Temperatur der Probekörper-Randstirnfläche, die 5 K unter der mittleren Prüftemperatur
liegt, wenn die Temperaturdifferenz zwischen der warmen und der kalten Seite des Probekörpers 20 K beträgt.
ANMERKUNG: Für homogene isotrope Probekörper ist die durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche
bedingte Meßabweichung Null, wenn e annähernd bei 0,5 liegt. Der Absolutwert für den Wärmeverlust an der
Randstirnfläche steigt fast symmetrisch, wenn e an einer Seite von 0,5 abweicht. Im Bereich 0,25 ≤ e ≤ 0,75
wird die größte Meßabweichung bei e = 0,25 erreicht.
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EN 1946-2 : 1999

Tabelle 1: Mindest- und höchstzulässige Probekörperdicke


Maße in Millimeter
Gesamt- Meß- Schutzring- Größte Ebenheits- Mindestdicke Größte Mindest-
maß fläche breite Dicke toleranz (Ebenheits- Spaltbreite dicke1)
(Grenzwert (0,025 %) toleranz) (Spalt-
der Rand- grenzwert)
stirnfläche
für
e = 0,25)

200 100 50 30 0,05 10,0 1,25 12,5


300 200 50 35 0,08 15,0 2,50 25,0
300 150 75 45 0,08 15,0 1,88 18,8
400 200 100 60 0,10 20,0 2,50 25,0
400 100 150 80 0,10 20,0 1,25 12,5
500 300 100 65 0,13 25,0 3,75 37,5
500 250 125 75 0,13 25,0 3,13 31,3
500 200 150 85 0,13 25,0 2,50 25,0
600 300 150 90 0,15 30,0 3,75 37,5
800 500 150 100 0,20 40,0 6,25 62,5
800 400 200 120 0,20 40,0 5,00 50,0
1000 500 250 150 0,25 50,0 6,25 62,5
1
) Dicken, die für Spaltbreiten anwendbar sind, wie in der siebenten Spalte von Tabelle 1 angegeben; für
geringere Spaltbreiten siehe 4.4.3.

Für einige Probekörper können größere Probekörperdicken verwendet werden, wenn eine Dämmung an der Rand-
stirnfläche oder eine Randstirnflächen-Temperaturregelung verwendet wird, wenn Hilfs- oder Gradientenschutzringe
installiert sind, oder wenn Probekörper mittlerer und hoher Wärmeleitfähigkeit geprüft werden. Weitere Angaben
siehe Anhang B.
Wenn die nach 4.2 festzulegende größte Probekörperdicke den in Tabelle 1 angegebenen geeigneten Wert über-
schreitet, müssen die seitlich gerichteten Wärmeverluste berechnet werden. Sofern diese nach den Berechnungen
die nach ISO 8302 : 1991 zulässigen Wärmeverluste übersteigen, müssen die Funktionskontrolldaten überprüft wer-
den, und wenn kein durch Prüfung begründeter Nachweis vorhanden ist, daß die geforderte größte Probekörperdicke
erreicht werden kann, muß die nach 4.2 festzulegende größte Probekörperdicke reduziert werden.
4.4.3 Größte Spaltbreite und Mindest-Probekörperdicke
Nach 2.1.1.3 von ISO 8302 : 1991 muß die Spaltbreite g so gestaltet sein, daß die Spaltfläche weniger als 5 % der
Meßfläche beträgt, d. h. die Spaltbreite g darf nicht größer als 1,25 % der Seitenlänge L der Meßfläche sein. Die
größte Spaltbreite, die sich aus dieser Anforderung ergibt, ist in der siebenten Spalte von Tabelle 1 angegeben. Die
Mindest-Probekörperdicke d m ist auf die Spaltbreite bezogen. Jedoch muß d m mindestens das Zehnfache der
Spaltbreite betragen, siehe 1.7.6 von ISO 8302:1991. Demzufolge darf, wenn die Spaltbreite ihren höchstzulässigen
Wert erreicht hat, die Mindest-Probekörperdicke, um diese Kriterien zu erfüllen, 12,5 % der Seite L der Meßfläche
nicht überschreiten. Die sich aus diesen Anforderungen ergebende Mindest-Probekörperdicke ist in der achten
Spalte von Tabelle 1 angegeben. Wenn die nach 4.2 festzulegende Mindest-Probekörperdicke kleiner ist als die in
der achten Spalte von Tabelle 1 ist, muß die tatsächliche Spaltbreite g verwendet werden, um d m = 10 g zu
berechnen, siehe auch 4.4.6. Wenn diese Anforderung nicht eingehalten wird, muß die festgelegte Mindest-
Probekörperdicke vergrößert werden, um dieser Anforderung zu genügen.
Die Mindest-Probekörperdicke muß auch auf höchstzulässige Ebenheitstoleranzen geprüft werden, siehe 4.4.9,
4.4.10 und 4.4.11.
4.4.4 Ringverstimmungsbedingte Meßabweichung
Nach 2.2.1 von ISO 8302 : 1991 kann eine Meßabweichung des Wärmestroms Φg wie folgt angegeben werden:
Φg = (Φo + λc ) ∆T g (1)
wobei ∆T g die tatsächliche Spaltverstimmung durch das Gerät ist und Φo den Wärmestrom für 1 K Spaltverstimmung
des Gerätes selbst darstellt und die Summe folgender Ursachen ist:
Φa durch die Luft im Spalt;
Φr infolge Strahlung durch den Spalt;
Φm durch die mechanischen Verbindungen durch den Spalt;
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Φc durch Kupferdrähte;
Φw durch Metalldrähte (ausgenommen Kupfer);
Um diese Werte zu bestimmen, können die Grundgleichungen für Wärmeübertragung durch eine ebene Schicht
angewendet werden.
λc ist der Wärmestrom durch beide Probekörper infolge einer Ringverstimmung von 1 K, wobei c durch folgende
Gleichung definiert ist:
c = (16 l/π) ln [4/(1 - exp (- π g/d)] (2)
In dieser Gleichung ist 2l = L die Seite der Meßfläche (Spaltmitte bis Spaltmitte), g ist die Spaltbreite und d die
größte, zulässige Probekörperdicke.
Wenn die durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung 0,25 % beträgt (siehe 4.4.2 dieser
Norm und 3.2.1 von ISO 8302 : 1991), dann muß ∆T g so gewählt werden, daß Φg kleiner als 0,25 % des
Wärmestroms durch die Meßfläche beider Probekörper ist.
Diese Berechnung ändert sich je nach Spaltausführung und stellt den kritischsten Teil der Bewertung für die
Meßgenauigkeit des Plattengerätes dar. In Anhang C sind einige beispielhafte Berechnungen angegeben.
Da die Thermoelemente-Kette eine Temperaturdifferenz nachweist, die nicht genau der Temperatur-Ringverstim-
mung durch die Oberflächen der Meßfläche und der Schutzring-Metallplatten, die zum Spalt gerichtet sind,
entspricht, muß der höchstzulässige Wert für ∆T g größer als die Meßunsicherheit in der Ringverstimmungsanzeige
sein. Der Ringverstimmungsnachweis durch den Spalt wird in 2.1.1.5 von ISO 8302 : 1991 erörtert.
Wenn die Thermoelemente-Kette direkt im zentralen Ausschnitt und in den Schutzring-Metallplatten angeordnet ist,
siehe Bild 4b) von ISO 8302 : 1991, muß die während der Prüfungen durchfließende Wärmestromdichte bewertet
und der entsprechende Temperaturabfall über die Metallplatten berechnet werden. Ist diese Temperaturdifferenz
kleiner als ∆T g, ist die Spaltausführung ohne weitere Kontrollen annehmbar, andernfalls müssen die Toleranzen für
die Meßstellen der Thermoelemente-Lötstellen in den Metallplatten überprüft werden.
Wenn die Thermoelemente-Kette in Kunststoffplatten eingebettet ist, die entweder zwischen den Metallplatten und
den Heizvorrichtungen oder zwischen den Metallplatten und dem Probekörper angeordnet sind, muß die Wirkung
der Wärmedurchlaßwiderstände zwischen den Metallplatten und den Thermoelement-Lötstellen infolge der
Kunststoffplatten und möglicher Lufteinschlüsse als Temperaturdifferenz bewertet werden, die sich aus dem Produkt
des betreffenden Wärmedurchlaßwiderstandes und der Dichte des darüber fließenden Wärmestromes ergibt.
Die Summe der Meßabweichungen aus Ringverstimmung und Wärmeverlusten an den Randstirnflächen darf nicht
größer als 0,5 % sein.
Die für den Nachweis der Ringverstimmung verwendete elektrische Meßeinrichtung muß für den Nachweis von
Spannungen geeignet sein, die kleiner sind als ∆T g multipliziert mit der Anzahl der Thermoelemente und mit der
thermoelektrischen Spannung jedes Elementes. Der während der Prüfungen ermittelte elektrische Abgleich muß
demzufolge besser sein als die auf diese Weise errechnete Spannung. Wenn diese Anforderung nicht erfüllt wird,
müssen die gemessenen Werte der Funktionsprüfung auf Richtigkeit überprüft werden, und wenn die Empfindlichkeit
der Meßeinrichtung für den Ringverstimmungsnachweis immer noch nicht ausreicht, muß dies korrigiert werden.
Besonders muß darauf geachtet werden, daß die Qualität der elektrischen Anschlüsse und der Schalter (insbeson-
dere in bezug auf die thermo-elektromotorische Kraft) für das nachzuweisende Niveau der Ringverstimmung
ausreicht.

4.4.5 Meßabweichung der gemessenen elektrischen Leistung


Die Meßunsicherheit bei der Messung der elektrischen Leistung muß unter 0,1 % liegen, um mit B.1 von
prEN 12667 : 1996 und B.1 von prEN 12664 : 1996 übereinzustimmen.

4.4.6 Meßabweichung bei der Bestimmung der Meßfläche


Die Meßfläche ist als die Fläche definiert, die durch eine Linie begrenzt wird, die die Mitte des Spaltes kennzeichnet
(siehe 1.7.6 von ISO 8302 : 1991; siehe für einige Sonder-Einsatzfälle auch 3.1 von ISO 8302 : 1991). Diese Fläche
ist nicht bei allen Prüfbedingungen gleich der tatsächlichen Meßfläche des vom Wärmestrom der Meßstrecke der
Heizeinheit durchflossenen Probekörpers; zu dieser Meßunsicherheit ist die Meßunsicherheit bei der Messung der
Gerätemaße zu addieren. Eine Meßunsicherheit infolge von Fertigungstoleranzen bei der Messung des Abstandes
von Spaltmitte zu Spaltmitte bis 0,1 % ist zulässig.
ANMERKUNG: Es kann abgeschätzt werden, daß der Abstand zwischen der Linie, die die tatsächliche
Meßfläche des Probekörpers definiert und der Linie, die die Spaltmitte definiert, unter 5 % der Spaltbreite liegt.
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4.4.7 Meßabweichung bei der Temperaturdifferenz zwischen Heiz- und Kühleinheit des Gerätes
Nach 2.1.4.1.2 von ISO 8302 : 1991 darf die Gesamtmeßabweichung der mit den ständig im Gerät eingebauten
Temperatur-Meßfühlern gemessenen Temperaturdifferenz 1 % nicht überschreiten, die sich wie folgt zusammensetzt:
– Kalibrierung von Thermoelementen (oder anderen Temperatur-Meßfühlern): kleiner als 0,4 %;
– Meßgenauigkeit von Meßgeräten: kleiner als 0,2 %;
– Meßabweichung bei der Bestimmung der Meßstelle des Temperatur-Meßfühlers: kleiner als 0,4 %.
ANMERKUNG 1: Wenn Thermoelemente der Sonderklasse (siehe Anhang B von ISO 8302 : 1991) in Diffe-
renzschaltung verwendet werden, wie in Bild 6b) oder 6c) von ISO 8302 : 1991, und zwischen den Lötstellen
keine Ausgleichsleitungen vorhanden sind, ist keine Kalibrierung erforderlich, wobei für Thermoelemente vom
Typ T bei Raumtemperatur eine Meßunsicherheit von 0,4 % erreicht werden kann.
ANMERKUNG 2: Das Fehlen von Ausgleichsleitungen zwischen zwei Thermoelement-Lötstellen oder die
sorgfältige Herstellung solcher Lötstellen, die während der Prüfungen so isotherm wie möglich zu halten sind,
ist wichtiger als das eigentliche Kalibrieren des Thermoelementes. Schlechte Thermoelementanschlüsse
können Meßabweichungen hervorrufen, die sich mit den Prüfbedingungen ändern und so die Meßgenauigkeit
der Kalibrierungen verschlechtern.
ANMERKUNG 3: Hinsichtlich der Meßunsicherheit bei der Bestimmung der Temperaturmeßstelle kann vor-
ausgesetzt werden, daß diese nicht größer ist als der Temperaturabfall durch die Metallplatten, wenn
Thermoelemente in Nuten der Geräte-Metallplatten montiert sind. Wenn Thermoelemente in dünnen Platten
angeordnet sind, wird die Meßunsicherheit kritisch, und es kann angenommen werden, daß sie gleich dem
Temperaturabfall durch eine dünne Lage von Platten ist, deren Dicke dem Durchmesser der Thermoelement-
Lötstelle entspricht.
ANMERKUNG 4: Zusätzliche Meßabweichungen entstehen durch Kontakt-Wärmedurchlaßwiderstände oder
durch Montageverfahren auf Probekörperoberflächen, siehe 4.4.10 und 4.4.11.

4.4.8 Meßabweichungen bei der Messung der Probekörperdicke


Die Meßabweichung von Meßgeräten darf 0,5 % nicht überschreiten, siehe 2.1.4.2 von ISO 8302 : 1991, und die
zusätzliche Meßabweichung, die aus Abweichungen des Gerätes und der Probekörperoberfläche von einer idealen
Ebene herrührt, darf 0,5 % nicht überschreiten, siehe A.3.3 von prEN 12667 : 1996 oder prEN 12664 : 1996.

4.4.9 Verformbare Probekörper – Meßabweichung bei der Probekörperdicke und Mindest-Probekörperdicke


Diese Meßabweichung bei der Probekörperdicke tritt nur bei der Prüfung verformbarer Probekörper auf, die in
engem Kontakt zum Plattengerät stehen und wenn deren Wärmedurchlaßwiderstand 0,3 m2 ⋅ K/W oder mehr
beträgt, z. B. Mineralwolleplatten oder Schaumkunststoffplatten. Diese Meßabweichung ergibt sich aus Abweichun-
gen der Probekörperoberflächen von einer idealen Ebene, wobei die Ursache die Abweichungen der Geräteober-
flächen von einer idealen Ebene sind. Nach A.3.3 von prEN 12667 : 1996 oder prEN 12664 : 1996 darf diese
Meßabweichung 0,5 % nicht überschreiten.
Der aus Ebenheitstoleranzen resultierende ungünstigste Zustand besteht bei der kleinsten meßbaren Dicke d m, wenn
sowohl die heiße als auch die kalte Oberfläche entweder nach innen oder außen gekrümmt sind, siehe Bild 1. Wenn
p die Ebenheitstoleranz ist, die als größter Abstand einer Geräteoberfläche von einer idealen Ebene angegeben
wird, beträgt die mittlere Dickenmeßabweichung für jede Geräteoberfläche p /2. Wenn zwei mit dem Probekörper in
Berührung stehende Geräteoberflächen betrachtet werden, beträgt die Dickenmeßabweichung p .

Bild 1: Verformbare Probekörper


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EN 1946-2 : 1999

Wenn G nach ISO 8302 : 1991 das Gesamtmaß des Gerätes ist, d. h. die Außenseite des Schutzringes, dann sollte
die höchstzulässige Ebenheitstoleranz p 0,025 % von G nicht überschreiten, d. h. 100 p /G = 0,025, siehe fünfte
Spalte von Tabelle 1. Der Grenzwert der Dickenmeßabweichung erfordert auch, daß 100 p /d m < 0,5 ist. Demzufolge
wird die Mindest-Probekörperdicke d m durch die Ebenheitstoleranzen begrenzt und darf nicht kleiner als 5 % von G
sein, siehe sechste Spalte von Tabelle 1.
Wenn das zu begutachtende Gerät für Messungen an verformbaren Probekörpern vorgesehen ist, sind andere Kom-
binationen von Mindest-Probekörperdicke und Ebenheitstoleranzen zulässig, vorausgesetzt, daß die Ebenheits-
toleranzen 0,5 % der Mindestdicke nicht überschreiten. Bei Nichtübereinstimmung muß die nach 4.2 anzugebende
Mindest-Probekörperdicke dementsprechend geändert oder die Nichtübereinstimmung beseitigt werden.

ANMERKUNG: Die Mindest-Probekörperdicke wird auch durch die Spaltbreite beeinflußt, siehe 4.4.3.

4.4.10 Nichtverformbare Probekörper, ohne Ausgleichsschichten geprüft – Meßabweichungen durch


Kontaktwiderstände und Ebenheitstoleranzen
Bei der Prüfung nichtverformbarer Probekörper ohne Ausgleichsschichten, wobei der Wärmedurchlaßwiderstand von
Probekörpern nach B.4 von prEN 12667 : 1996 oder prEN 12664 : 1996 größer als 0,3 m2 ⋅ K/W ist (z. B.: Poly-
styrol-, nichtverformbare Polyurethan- oder Porenbetonplatten), darf der höchstzulässige Wärmedurchlaßwiderstand
infolge von Lufteinschlüssen (auf beiden Seiten des Probekörpers, wie in Bild 2 unter ungünstigsten Bedingungen),
die durch Abweichungen von einer Ebene (Kontaktwiderstand) entstehen, nach A.3.5.2 von prEN 12664 : 1996
0,5 % des Probekörper-Wärmedurchlaßwiderstandes nicht überschreiten. Die gleichwertige, sich aus den Luftein-
schlüssen auf beiden Seiten des Probekörpers ergebende höchstzulässige Luftschicht, einschließlich der Auswirkung
von Geräte- und Probekörperabweichungen von einer idealen Ebene, wird bei etwa Raumtemperatur (die Wärmeleit-
fähigkeit von Luft liegt annähernd bei 0,025 W/(m ⋅ K)) in Tabelle 2 angegeben.

Bild 2: Nichtverformbare Probekörper


ANMERKUNG 1: Tabelle 2 zeigt, daß die geforderte Ebenheit sowohl für Probekörper als auch für Geräte-
oberflächen zwingend erforderlich ist, so daß die Anwendung von Ausgleichsschichten auch für Probekörper
zutrifft, deren Wärmedurchlaßwiderstand größer als 0,3 m2 ⋅ K/W ist.
Tabelle 2: Ebenheitstoleranzen bezogen auf den Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers

Wärmedurchlaßwiderstand des Höchstzulässiger Kontakt-Wärme- Größte gleichwertige Luftschichtdicke


Probekörpers durchlaßwiderstand
m2 ⋅ K/W m2 ⋅ K/W mm

0,3 0,001 5 0,037


0,4 0,002 0 0,050
0,5 0,002 5 0,063
0,6 0,003 0 0,075
0,8 0,004 0 0,100
1,0 0,005 0 0,125
1,5 0,007 5 0,188
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Wenn das zu begutachtende Gerät für Messungen von nichtverformbaren Probekörpern vorgesehen ist und die in
Tabelle 2 angegebenen Ebenheitstoleranzen nicht eingehalten werden können, sind entweder die Prüfverfahren im
Hinblick auf die Anwendung von Ausgleichsschichten zu ändern (siehe 4.4.11), oder es ist der kleinste meßbare
Wärmedurchlaßwiderstand zu erhöhen.
ANMERKUNG: Die Mindest-Pobekörperdicke wird auch durch die Spaltbreite beeinflußt, siehe 4.4.3.

4.4.11 Mit Ausgleichsschichten geprüfte, nichtverformbare Probekörper


Ausgleichsschichten sind aus einem Stoff hergestellt, der sich in angemessener Weise zusammendrücken läßt, um
Lufteinschlüsse zwischen Probekörper und Geräteoberflächen auszuschließen. Die sich aus der Anwendung von
Ausgleichsschichten ergebenden Meßabweichungen sind von den Kennwerten des Probekörpers und der Aus-
gleichsschichten sowie von den Kennwerten der Thermoelemente abhängig, die auf den Probekörperoberflächen
angebracht sind. Demzufolge müssen, wenn die zu begutachtenden Geräte für Messungen an nichtverformbaren
Probekörpern mit Ausgleichsschichten vorgesehen sind, Anleitungen für ihren Einsatz in der Verfahrensanweisung
über die Messung vorhanden sein, siehe Abschnitt 6.

4.5 Gerätefunktionsprüfung
4.5.1 Anforderungen, die für alle Geräte gelten
Die Gerätefunktionsprüfung muß folgendes umfassen:
– Ebenheit (siehe 2.4.1 von ISO 8302 : 1991);
– Elektrische Verbindungen und automatische Regeleinrichtungen (siehe 2.4.2 von ISO 8302 : 1991);
– Temperaturmessungen (siehe 2.4.3 von ISO 8302 : 1991);
– Ringverstimmungsbedingte Meßabweichung (siehe 2.4.4 von ISO 8302 : 1991);
– Wärmeverluste an den Randstirnflächen (siehe 2.4.5 von ISO 8302 : 1991);
– Emissionsgrad von Geräteoberflächen (siehe nachstehenden Text sowie Anhang A, der eine Erweiterung von
2.4.6 von ISO 8302 : 1991 ist);
– Linearitätsprüfung (siehe 2.4.7 von ISO 8302 : 1991).
– Nachgewiesene Funktionsprüfung (siehe 2.4.8 von ISO 8302 : 1991).
Für Messungen an Werkstoffen geringer Dichte nach prEN 12939, bei denen der Einfluß der Dicke von Bedeutung
sein kann, muß der Emissionsgrad von Geräteoberflächen, die mit dem Probekörper in Berührung kommen, nach
Anhang A bestimmt werden. Für andere Werkstoffe braucht der Geräte-Emissionsgrad nicht gemessen zu werden,
wenn die Geräteoberflächen mit einem nichtmetallischen Anstrich versehen sind, weil dadurch der in 2.1.1.2 von
ISO 8302 : 1991 festgelegte Grenzwert von 0,8 eingehalten wird.
Die Ergebnisse der Funktionsprüfungen müssen im Gerätehandbuch eingetragen sein. Sie müssen den Anforderun-
gen von ISO 8302 : 1991 entsprechen und sollten die in 4.4 beschriebenen Berechnungen bestätigen, wobei die
Meßgenauigkeit den Anforderungen derartiger Berechnungen genügen muß.

4.5.2 Zusätzliche Anforderungen an Geräte, die zur Prüfung von Probekörpern mit großer Dicke und hohem
Wärmedurchlaßwiderstand vorgesehen sind
Wenn das Gerät insbesondere zur Prüfung von Probekörpern mit großer Dicke und hohem Wärmedurchlaßwider-
stand nach prEN 12939 vorgesehen ist, muß außer den in 2.4.5 von ISO 8302 : 1991 beschriebenen Prüfungen der
Wärmeverluste an den Randstirnflächen besonders die Bewertung der Linearitätsprüfung beachtet werden, die in
2.4.7 von ISO 8302 : 1991 beschrieben ist. Die kleinste Temperaturdifferenz muß der kleinsten Wärmestromdichte
entsprechen, die bei allen möglichen Prüfbedingungen zu erwarten ist. Die mittleren Prüftemperaturen müssen den
gesamten Temperaturbereich des Gerätes abdecken. Wenn die Ergebnisse der Linearitätsprüfung auch nur um
einen Bruchteil eines Prozentes von der erwarteten Wärmestromdichte im Dichtebereich des während der Messun-
gen erwarteten Wärmestroms abweichen, liegt die wahrscheinlichste Ursache in einer ungünstigen Anordnung
der Ringverstimmungsmeßfühler. Die durch die Linearitätsprüfung nachgewiesenen ringverstimmungsbedingten
Meßabweichungen sind von den jeweils angewendeten Prüfbedingungen abhängig und können nicht für andere
Prüfbedingungen abgeschätzt werden. Wenn die Abweichungen bei den Ergebnissen der Linearitätsprüfung größer
sind als für ringverstimmungsbedingte Meßabweichungen zulässig ist, darf das Gerät nicht für Verfahren zugelassen
werden, die für die Messung des Wertes des Dickeneinflusses vorgesehen sind, selbst wenn es den Anforderungen
der ISO 8302 : 1991 entspricht.
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Wenn Stapel aus zwei, drei, ..., n Probekörpern, die für die Linearitätsprüfungen geeignet sind, in das Gerät
eingebaut werden und deren Wärmedurchlaßwiderstand bis auf 1 % identisch ist, und wenn die Linearitätsprüfung
an diesen Stapeln wiederholt durchgeführt wird, kann die Empfindlichkeit des Gerätes in bezug auf Wärmeverluste
an den Randstirnflächen experimentell geprüft werden. Diese Versuchsreihe gestattet die experimentelle Bewertung
von Wärmeverlusten an den Randstirnflächen von Werkstoffen mit fast ausschließlicher Wärmeübertragung durch
Wärmeleitung, wie solchen, die für Linearitätsprüfungen geeignet sind, sie ist aber auch als erfolgversprechend für
Werkstoffe mit geringer Dichte anzusehen, wo die Strahlungswärmeübertragung eine bestimmende Rolle spielen
kann. Für solche Werkstoffe, für die die größte Probekörperdicke durch die zuvor genannten Prüfungen bestimmt
worden ist, muß bestimmt werden, bis zu welcher Dicke der Wärmedurchlaßwiderstand eine lineare Funktion der
Probekörperdicke mit einem geeigneten Referenzmaterial geringer Dichte darstellt 1).

5 Kalibrier- und Wartungskartei


Es muß eine Kalibrier- und Wartungskartei geführt werden, die Aufzeichnungen zu Wartung, Instandsetzung oder
einer konstruktiven Änderung am Gerät und zu allen Angaben über eine regelmäßige Kalibrierung, wie in diesem
Abschnitt aufgeführt, sowie zu Kalibrierungen, die in 5.3 von EN 1946-1 : 1999 angegeben sind, enthält.
ANMERKUNG: Zu den Temperatur-Meßfühlern werden gerechnet: Thermoelemente, Thermosäulen und
Widerstandsthermometer.
Folgende Hilfseinrichtungen müssen regelmäßig kalibriert werden: Digitalvoltmeter, Stromversorgungsgeräte,
Spannungs- und Stromwandler, Normalwiderstände, Dickenwandler usw.
Folgende Hilfseinrichtungen müssen gegebenenfalls regelmäßig gewartet werden. Erforderlichenfalls ist die Art
dieser Wartung unter Angabe des zeitlichen Ablaufs und der vorzunehmenden Eintragung in der Kalibrier- und
Wartungskartei zu beschreiben.
Da es sich bei dem Plattengerät um ein Absolut-Meßgerät handelt, dürfen seine Ergebnisse niemals mit Ergebnissen
von Messungen an Referenzmaterialien korrigiert werden. Vielmehr müssen Geräteaufbau und alle zugehörigen
Meßeinrichtungen überprüft werden, bis die Ursache der Nichtübereinstimmung gefunden und korrigiert ist. Dennoch
wird dringend empfohlen, daß eine Überprüfung mit einem oder mehreren Referenzmaterialien durchgeführt wird,
und das nicht nur nach der ersten Funktionsprüfung nach 2.4 von ISO 8302 : 1991, sondern auch in regelmäßigen
Abständen, z. B. einmal im Jahr.

6 Verfahrensanweisung zur Messung


6.1 Allgemeines
Nach 5.4 von EN 1946-1 : 1999 muß eine Verfahrensanweisung zur Messung erstellt werden. Genauere Angaben
zur Vorbereitung und Vorbehandlung von Probekörpern, zu Meßverfahren und zur Datenerfassung sind in 3.1 bis
3.6 von ISO 8302 : 1991 beschrieben.
Die Verfahrensanweisung über die Messung muß für das jeweilige Plattengerät die Kriterien für die Begutachtung
des Erreichens von stationären Zuständen sowie für die Festlegung des Meßintervalles enthalten, wie in 3.3.8 von
ISO 8302 : 1991 angegeben.
Meßverfahren, die für einen spezifischen Werkstoff in einer Werkstoffnorm beschrieben sind, haben Vorrang vor
den allgemeinen Anforderungen, die in ISO 8302 : 1991 angegeben sind.

6.2 Mit Ausgleichsschichten geprüfte nichtverformbare Probekörper


Die Verfahrensanweisung über die Messung muß eine geeignete Einsatzanleitung für den Gebrauch von Ausgleichs-
schichten und die Interpretation der entstehenden Meßabweichungen geben.
Ausgleichsschichten sind immer erforderlich, wenn der Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers kleiner als
0,3 m2 ⋅ K/W ist.
ANMERKUNG 1: Die Verwendung von Ausgleichsschichten und auf den Oberflächen angebrachten Thermo-
elementen ist auch für Probekörper mit einem Wärmedurchlaßwiderstand bis 0,5 m2 ⋅ K/W geeignet.

1
) Ein Beispiel für ein Referenzmaterial geringer Dichte ist BCR-Polyesterfaserplatten CRM 124 vom Institute for
Reference Materials and Measurements (IRMM), Retieseweg, B-2440 Geel, Belgien. Diese Information dient
lediglich zur Unterrichtung der Anwender der Norm und bedeutet keine Anerkennung dieses Produktes durch
CEN/CENELEC.
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ANMERKUNG 2: Der kleinste meßbare Wärmedurchlaßwiderstand nach ISO 8302 : 1991 beträgt 0,02 m2 ⋅ K-
/W (z. B. 0,04 m Baubeton), aber die Gesamtmeßgenauigkeit von 2 % bei etwa Raumtemperatur kann nur
erreicht werden, wenn der Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers gleich oder größer als 0,1 m2 ⋅ K/W
ist.
Der Gebrauch von Ausgleichsschichten führt zu Abweichungen bei der Messung der Temperaturdifferenz durch die
Probekörper. Eine ausführliche Abhandlung dieses Verfahrens, einschließlich Meßabweichungsanalyse, kann
A.3.5.3 von prEN 12664 : 1996 entnommen werden.
Meßabweichungen, die vom Eindringen der auf Probekörperoberflächen montierten Thermoelement-Lötstellen in die
Ausgleichsschichten herrühren, sind nicht Gegenstand dieser Norm.
An dieser Stelle wird nur die Temperaturungleichmäßigkeit auf den der Probekörperoberflächen betrachtet, die aus
der ungleichmäßigen Dicke der Ausgleichsschichten infolge von Ebenheitstoleranzen sowohl am Gerät als auch am
Probekörper herrührt, oder infolge von lokalen Inhomogenitäten sowohl im Probekörper als auch in den Ausgleichs-
schichten. Das ist die Randbedingung für die Ebenheit bei der Prüfung von Probekörpern mit sehr geringem
Wärmedurchlaßwiderstand.
Bei der Betrachtung eines nicht ganz ebenen Probekörpers, wie in Bild 2 dargestellt, kann die aus nicht ganz
ebenen Probekörperoberflächen resultierende relative Meßabweichung E der Temperaturdifferenz aus folgender
Gleichung bestimmt werden:

Dabei ist:
p die Abweichung der Probekörperoberfläche von einer idealen Ebene an der Stelle, an der eine Thermo-
element-Lötstelle angeordnet ist, in mm;
d die Probekörperdicke, in mm;
d c die Dicke einer einzelnen Ausgleichsschicht, in mm;
R c der Wärmedurchlaßwiderstand einer einzelnen Ausgleichsschicht, in m2 ⋅ K/W;
R der Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers, in m2 ⋅ K/W.
Wenn das zu begutachtende Gerät für Messungen an nichtverformbaren Probekörpern mit Ausgleichsschichten
ausgestattet ist und die geforderte Meßgenauigkeit nicht erreicht wird, müssen die Prüfverfahren überarbeitet
werden, um den kleinsten meßbaren Wärmedurchlaßwiderstand zu erhöhen.
ANMERKUNG 3: Die Mindest-Probekörperdicke ist auch von der in 4.4.3 angegebenen Spaltbreite abhängig.

7 Begutachtung
Die Begutachtung muß nach Abschnitt 4 von EN 1946-1 : 1999 durchgeführt werden.
Bei der Begutachtung muß auf die Überprüfung der Konstruktion, der Meßabweichungsanalyse und der im
Gerätehandbuch enthaltenen Daten der Funktionsprüfung besonderes Augenmerk gelegt werden.
ANMERKUNG: Hierdurch wird sichergestellt, daß die vorgeschriebenen Meßgenauigkeiten unter allen
Prüfbedingungen eingehalten werden, wenn Zulassung beantragt wird. Zusätzliche Berechnungen oder
experimentelle Funktionsprüfungen können vor der Begutachtung vor Ort verlangt werden.

Wenn die Konstruktion nicht der festgelegten Meßgenauigkeit für die vorgesehenen Prüfbedingungen entspricht,
muß das Laboratorium entweder den Geräteaufbau und die Konstruktion überprüfen oder den Bereich der Prüfbedin-
gungen reduzieren. Wenn es nicht möglich ist, einen geeigneten Bereich der Prüfbedingungen zu finden, in dem das
Gerät die erforderliche Meßgenauigkeit erreicht, erfüllt das Gerät nicht die Zulassungsanforderungen.
Es sollten eine oder mehrere der in 4.5 angegebenen Funktionsprüfungen wiederholt werden.
Die Zulassung darf nicht ohne Eignungsprüfungen erteilt werden.
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Anhang A (normativ)
Bestimmung des Emissionsgrades des Gerätes
Der Emissionsgrad der Oberflächen von Heiz- und Kühlplatten ist einer der Parameter, der die Messung des
Wärmedurchlaßwiderstandes von Dämmstoffen mit geringer Dichte beeinflußt. Bei der Messung solcher Werkstoffe
muß dieser Parameter bekannt sein. Das folgende Verfahren ist eine Erweiterung dessen, was in 2.4.6 von
ISO 8302 : 1991 zusammengefaßt ist. Andere Verfahren können angewendet werden, wenn sie mindestens die
gleiche Meßgenauigkeit erreichen wie das hier angegebene Verfahren.
Der hemisphärische Gesamtemissionsgrad eines Plattengerätes kann bestimmt werden, wenn die Wärmeüber-
tragung zwischen den warmen und kalten Oberflächen des Gerätes als Wärmeübertragung im stationären Zustand
in einem transparenten leitenden Stoff angenommen werden kann, der durch zwei parallele, ebene, unbegrenzte
isotherme Oberflächen umschlossen wird. Versuchsbedingungen, die diesen Annahmen genügen, sind nachfolgend
dargestellt. Bei einer solchen Annahme kann die Gesamtwärmestromdichte q t wie folgt geschrieben werden:

(A.1)

(A.2)

Dabei ist:
d der Abstand zwischen den beiden Oberflächen, in m;
λ die Wärmeleitfähigkeit des Mediums, das zwei Oberflächen voneinander trennt, in W/(m ⋅ K);
∆T die Temperaturdifferenz zwischen den beiden Oberflächen, in K;
Tm die mittlere Temperatur der beiden Oberflächen, in K;
σn die Stefan-Boltzmann-Konstante, 5,67 ⋅ 10–8, in W/(m2 ⋅ K4);

1, 2 die Emissionsgrade der beiden Oberflächen.

Wenn q t/∆T bei verschiedenen Werten für d gemessen wird, ergibt die Kurve q t/∆T über 1/d eine Gerade mit der
Steigung λ und der Schnittstelle q r/∆T . Wenn zwischen den ebenen Oberflächen Luft vorhanden ist, ist λ = λLuft.
Werte, die im Bereich θ = 10 °C bis θ = 70 °C genau 0,6 % betragen, ergeben sich in W/(m ⋅ K) nach Gleichung
(A.3)2), wobei θ = T m – 273,15 beträgt:
λLuft = 0,024 239 6 (1 + 0,003 052 θ – 1,282 ⋅ 10–6 θ2) (A.3)

Gleichung (A.1) darf für ein Plattengerät angewendet werden, wenn zwischen den warmen und kalten Oberflächen
des Gerätes keine natürliche Konvektion stattfindet. Letzteres wird in waagerecht angeordneten Geräten erfüllt, wenn
die warme Seite die zuoberst liegende Seite ist, oder bei jeder anderen Oberflächenanordnung, wenn die Tempera-
turdifferenzen sehr klein sind. Auch muß der Abstand d zwischen den Geräteoberflächen im Vergleich zu ihrer Breite
klein gehalten werden, so daß die Gleichung (A.2) eine vertretbare Näherung für die Strahlungswärmeübertragung
ist.
ANMERKUNG 1: Der experimentelle Nachweis dafür, daß keine natürliche Konvektion stattfindet, ist erbracht,
wenn die Kurve q t/∆T über 1/d eine Gerade ist.
Als erstes wird ein Einplattengerät für einen einzelnen Probekörper betrachtet, bei dem die warme Seite oben ist,
mit verschiedenen Abstandshaltern zur Bildung von Luftspalten.
ANMERKUNG 2: Es werden Abstandshalter mit 5 mm, 10 mm und 20 mm sowie eine Temperaturdifferenz von
wenigen Kelvin empfohlen.

2)
Gleichung (A.3) wurde der Encyclopedia of Gases, Elsevier/Air Liquide, Elsevier Sientific Publishing company,
Amsterdam, 1976 entnommen.
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Bild A.1: Wärmestromdichte (dividiert durch ∆T ) in einer leitenden transparenten Schicht

Die Größe q r kann auf dreierlei Weise bestimmt werden.


a) Es wird die beste Anpassung von Prüfdaten durch eine Ausgleichskurve mit dem Verfahren der kleinsten
Quadrate benutzt, um sowohl q r/∆T als auch λ zu ermitteln. Da λ die Wärmeleitfähigkeit der Luft bei der mittleren
Prüftemperatur ist, muß ihr Wert mit den Angaben aus der Literatur übereinstimmen (bei etwa Raumtemperatur
darf die Gleichung (A.3) angewendet werden).
b) Es wird zu jeder Prüfdicke ein konstanter Ordinatenabstand addiert bzw. subtrahiert, um die beste Korrelation
von Prüfdaten mit einer Geraden zu erhalten (Korrelationsparameter möglichst annähernd Eins). Die Unbe-
kannten der Ausgleichskurve sind wiederum q r/∆T und λ.
ANMERKUNG 3: Damit wird es bei nicht ganz ebenen Geräteoberflächen oder Einrichtungen möglich, die
Luftspaltdicke mit einer systematischen Meßabweichung zu messen; mit diesem Verfahren können Ebenheits-
toleranzen von weniger als 0,1 mm nachgewiesen werden.
Auch hier muß für die Wärmeleitfähigkeit der Luft eine gute Übereinstimmung mit den Daten aus der Literatur
vorliegen.
c) Die Wärmeleitfähigkeit der Luft wird Literaturangaben entnommen, z. B. Gleichung (A.3), und der Wert λ/d
wird von q t/∆T subtrahiert. Dann wird der Mittelwert der Prüfwerte von q r/∆T für verschiedene Prüfdicken
berechnet.
Mit q r/∆T ist folgende aus Gleichung (A.2) abgeleitete Größe bekannt:

(A.4)

Da auch die Größe 4 σn T 3m bekannt ist, kann der hemisphärische Gesamtemissionsgrad aus der Gleichung (A.4)
nur dann bestimmt werden, wenn 1 und 2 gleich sind. In diesem Fall müssen die drei vorgenannten Verfahren
Ergebnisse aufweisen, die auf 0,02 übereinstimmen.
Wenn der Wert des Emissionsgrades von jeder Geräteoberfläche Prüfgegenstand ist, müssen diese Oberflächen
zuerst beschichtet werden, um gleiche Emissionsgrade zu haben, die durch eine erste Meßreihe, wie beschrieben,
bestimmt werden. Dann muß eine zweite Meßreihe bei derselben mittleren Temperatur T m durchgeführt werden,
wobei die Beschichtung von den Oberflächen mit dem Emissionsgrad 1 entfernt worden ist: in Gleichung (A.4) ist
nunmehr bekannt, und demzufolge kann 1 bestimmt werden. Abschließend ist eine dritte Meßreihe wiederum
bei derselben mittleren Temperatur T m durchzuführen, wobei die Beschichtung nur von den Oberflächen mit dem
Emissionsgrad 2 entfernt worden ist: in Gleichung (A.4) ist nunmehr bekannt, und demzufolge kann 2 bestimmt
werden.
Wenn der Emissionsgrad eines Zweiplattengerätes zu messen ist, muß ein Probekörper mit hohem Wärmedurch-
laßwiderstand auf der oberen Seite der geregelten Heizplatte angeordnet werden (wo natürliche Konvektion
stattfinden kann). Der Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers muß bekannt sein, und die Dichte des Wärme-
stroms, der während der Prüfung des Emissionsgrades darüber fließt, muß von q t subtrahiert werden.
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ANMERKUNG 4: Die mittlere Temperatur und die Temperaturdifferenz durch den Probekörper können
während derselben Prüfung weit von denen durch den Luftspalt abweichen; die Ursache liegt in dem großen
Unterschied des Wärmedurchlaßwiderstandes zwischen Probekörper und Luftspalt.
Die Wärmestromdichte durch den Probekörper ist aus den zugehörigen Werten (mittlere Prüftemperatur, Tempera-
turdifferenz und Wärmedurchlaßwiderstand des Probekörpers) zu bestimmen, die Berechnungen für den Emissions-
grad sind mit den zum Luftspalt gehörenden Daten durchzuführen.
ANMERKUNG 5: Die endgültige Meßgenauigkeit bei der Bestimmung des Emissionsgrades des Gerätes wird
jetzt auch durch die Meßgenauigkeit der Bestimmung der Dichte des durch den Probekörper fließenden
Wärmestroms begrenzt.

Anhang B (normativ)
Wärmeverluste an den Randstirnflächen sowie größte Probekörperdicke
Unter Berücksichtigung dessen, daß nach 3.2.1 von ISO 8302 : 1991 die Summe der Meßabweichungen durch
Ringverstimmung und Wärmeverlust an der Randstirnfläche gleich oder unter 0,5 % gehalten werden muß, wird
empfohlen, daß die durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung nicht mehr als 0,25 %
beträgt. Tabelle B.1 enthält für einige Gerätemaße und Probekörperdicken die durch Wärmeverlust an der Randstirn-
fläche bedingte Meßabweichung nach 2.2.1 von ISO 8302 : 1991, wenn keine Dämmung an der Randstirnfläche
vorhanden ist und das Randstirnflächen-Temperaturverhältnis e = 0,25 angenommen wird, wie in ISO 8302 : 1991
vorgeschlagen, siehe auch 4.4.2.
Wenn für das gleiche Gerät und die gleichen Prüfbedingungen die Temperatur der Probekörper-Randstirnfläche so
gewählt wird, daß 0,40 ≤ e ≤ 0,60 ist, darf die Probekörperdicke um etwa 20 % erhöht werden (während die Meß-
abweichung kleiner als 0,25 % gehalten wird): vergleiche die ersten beiden Datenreihen in Tabelle B.2.
Größere Probekörperdicken können eingesetzt werden, wenn Dämmung an der Randstirnfläche, Hilfsschutzringe
oder Gradientenschutzringe verwendet werden.
Wenn ein zusätzlicher Randstirnflächen-Schutzring verwendet wird, ist die durch Wärmeverlust an der Randstirn-
fläche bedingte Meßabweichung zu berechnen, wobei eine Schutzringbreite anzuwenden ist, die gleich der Summe
der Breite von Haupt- und Zusatzschutzringen ist.
Tabelle B.1: Prozentuale Meßabweichungen durch Wärmeverluste an den Randstirnflächen, wenn keine
Dämmung an der Randstirnfläche vorhanden ist und das Randstirnflächen-Temperaturverhältnis
e = 0,25 beträgt
Maße in Millimeter

Ge- Meß- Schutz-


samt- fläche ring- Probekörperdicke
maß breite

40 50 60 80 100 120 160 200

200 100 50 1,01 % 2,77 % – – – – – –


300 200 50 0,51 % 1,44 % – – – – – –
300 150 75 0,09 % 0,38 % 1,01 % 3,61 % – – – –
400 200 100 0,01 % 0,06 % 0,20 % 1,01 % 2,77 % – – –
400 100 150 0,00 % 0,00 % 0,03 % 0,24 % 0,92 % 2,27 % – –
500 300 100 0,01 % 0,04 % 0,14 % 0,68 % 1,91 % – – –
500 250 125 0,00 % 0,01 % 0,04 % 0,30 % 1,01 % 2,33 % – –
500 200 150 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,14 % 0,55 % 1,43 % 4,95 % –
600 300 150 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,09 % 0,38 % 1,01 % 3,61 % –
800 500 150 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,06 % 0,23 % 0,61 % 2,25 % 5,27 %
800 400 200 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,06 % 0,20 % 1,01 % 2,77 %
1 000 500 250 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,01 % 0,04 % 0,30 % 1,01 %

ANMERKUNG: Fettgedruckte Werte übersteigen 0,25 %


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Tabelle B.2: Prozentuale Meßabweichungen durch Wärmeverlust an den Randstirnflächen – Sonderfälle


Maße in Millimeter

Ge- Meß- Schutz- Probekörperdicke


samt- fläche ring-
maß breite
40 50 60 80 100 120 160 200

reine Leitung, e = 0,25

500 300 100 0,01 % 0,04 % 0,14 % 0,68 % 1,91 % – – –


500 250 125 0% 0,01 % 0,04 % 0,30 % 1,01 % 2,33 % – –
500 200 150 0% 0% 0,01 % 0,14 % 0,55 % 1,43 % 4,95 % –

reine Leitung, e = 0,40

500 300 100 0% 0,02 % 0,05 % 0,28 % 0,81 % 1,74 % – –


500 250 125 0% 0% 0,02 % 0,12 % 0,41 % 0,98 % 3,19 % –
500 200 150 0% 0% 0,01 % 0,06 % 0,22 % 0,59 % 2,13 % –

reine Leitung, e = –1

500 300 100 0,04 % 0,24 % 0,82 % 4,06 % – – – –


500 250 125 0,01 % 0,06 % 0,26 % 1,80 % 6,01 % – – –
500 200 150 0% 0,02 % 0,09 % 0,83 % 3,32 % – – –

reine Leitung, e = 0

500 300 100 0,01 % 0,08 % 0,27 % 1,35 % 3,75 % – – –


500 200 150 0% 0,01 % 0,03 % 0,28 % 1,10 % 2,84 % 9,72 % –

reine Strahlung, e = 0

500 300 100 3,3 % 5,1 % – – – – – –


500 200 150 2,5 % 3,8 % 5,5 % – – – – –

ANMERKUNG: Fettgedruckte Werte übersteigen 0,25 %

Für einen Gradientenschutzring oder für Dämmung an der Randstirnfläche sind entweder zahlenmäßige Berech-
nungen oder systematische experimentelle Untersuchungen an Geräten gleichartiger Bauart durchzuführen, um die
durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung zu bestimmen.
Wenn Dämmung an der Randstirnfläche verwendet wird, kann die durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche
bedingte Meßabweichung keinesfalls kleiner als die Meßabweichung eines Gerätes sein, das die gleiche Meßfläche
aufweist und dessen Schutzringbreite um die Dicke der Dämmung an der Randstirnfläche vergrößert ist. Der Einfluß
der Dämmung an der Randstirnfläche kann näherungsweise aus den Werten in Tabelle B.1 bewertet werden, indem
die Schutzringbreite um ein Drittel der Dicke der Dämmung an der Randstirnfläche vergrößert wird, vorausgesetzt,
daß sich das Gerät und seine Dämmung an der Randstirnfläche in einem Klimaschrank befinden, wobei die gewähl-
te Lufttemperatur gleich der Randstirnflächentemperatur ist und die Bedingungen für e = 0,25 erfüllt. Wenn die
Dämmung an der Randstirnfläche zwischen die Probekörperrandstirnfläche und die Wände eines Schrankes, der
mit der Luft im Laboratorium in direkter Berührung steht, eingebracht wird, entspricht die Laboratoriumstemperatur
der Randstirnflächentemperatur. Wenn die Laboratoriumstemperatur wesentlich von der mittleren Prüftemperatur
abweicht, kann e beträchtlich außerhalb des Bereiches von 0,25 bis 0,75 liegen.
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BEISPIEL:
Eine mittlere Prüftemperatur von 50°C, eine Temperaturdifferenz von 20°C und eine Laboratoriumstemperatur von
20°C ergeben e = –1; die sich ergebende durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung ist
in der dritten Wertegruppe der Tabelle B.2 aufgeführt.
Die vorstehenden Angaben beruhen auf rein leitenden Modellen. Bei Werkstoffen geringer Dichte (z. B. weniger als
20 kg/m³), bei denen in beträchtlichem Umfang Strahlungswärmeübertragung stattfindet, ist es ratsam, die nach den
Werten der Tabelle B.1 zulässigen Dicken nicht zu überschreiten, es sei denn, die Berechnungen der durch
Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingten Meßabweichungen enthalten eine gekoppelte Leitungs- und
Strahlungswärmeübertragung. Die ungünstige Auswirkung der Strahlungswärmeübertragung auf die durch
Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingte Meßabweichung ist durch Vergleich der letzten beiden Wertegruppen
in Tabelle B.2 zu erkennen: sie entsprechen den beiden Extremen der reinen Leitung im Probekörper und der reinen
Strahlung, wenn der vom Probekörper eingenommene Raum leer gelassen würde. Der Wert e = 0 entspricht der
kleinsten durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingten Meßabweichung für reine Strahlung (so wie e
annähernd 0,5 der kleinsten durch Wärmeverlust an der Randstirnfläche bedingten Meßabweichung für reine Leitung
im Probekörper entspricht).
Diese Angaben in vorliegendem Anhang beruhen auf der Annahme, daß es sich um isotrope Probekörper handelt;
sie sind nicht geeignet, die Meßgerätefunktion für Einrichtungen zu begutachten, die zur Prüfung von anisotropen
oder geschichteten Probekörpern vorgesehen sind.
Bei der Prüfung von Probekörpern mit mittlerer und hoher Wärmeleitfähigkeit haben Wärmeverluste an den Rand-
stirnflächen eine geringere Auswirkung auf die Prüfgenauigkeit. Wenn keine zusätzliche Randstirnflächendämmung
verwendet wird, können die Angaben nach Tabelle B.1 als Leitlinie für Probekörper verwendet werden, deren
Wärmeleitfähigkeit kleiner als 0,4 W/(m ⋅ K) ist; für Probekörper mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,8 W/(m ⋅ K)
können die höchstzulässigen Dicken nach Tabelle B.1 um 20% vergrößert werden; für Probekörper mit einer
Wärmeleitfähigkeit von 1,6 W/(m ⋅ K) oder größer können die höchstzulässigen Dicken nach Tabelle B.1 um 40%
vergrößert werden. Für Zwischenwerte der Wärmeleitfähigkeit können die größten Dicken der Probekörper durch
lineare Interpolation bestimmt werden.
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Anhang C (informativ)
Berechnungen einiger Meßabweichungen des Plattengerätes
C.1 Allgemeines
Meßabweichungsanalysen werden hier für gebräuchliche Gerätemaße usw. angegeben. Beispiele von Geräten, die
dieser Meßabweichungsanalyse genügen, sind in D.2 von prEN 12664 : 1996 und in D.2 von prEN 12667 : 1996
enthalten. Wenn das zu betrachtende Gerät der angegebenen Konstruktion entspricht, brauchen keine weiteren
Berechnungen durchgeführt zu werden. Andernfalls können analoge Berechnungen für das jeweilige Gerät durch-
geführt werden. Für drei Geräte (hier als Geräte A, B und C bezeichnet) sind die hauptsächlichen Gerätekennwerte
und Prüfbedingungen angenommen.

Wert Gerät

A B C

Gesamtmaß, in mm 300 500 800


Das Gesamtmaß darf allein für Gerät B ausschließlich dafür auf
600 mm erhöht werden, wobei alle anderen Maße unverändert
bleiben, daß die größte Dicke des Probekörpers auf 100 mm er-
höht wird. Die Erhöhung des Gesamtmaßes auf 600 mm kann
auch mit einem zweiten Schutzring erreicht werden, der vom
Hauptschutzring durch einen Spalt von 5 mm Breite getrennt ist.

Breite der Meßfläche, in mm 150 250 500


(Spaltmitte zu Spaltmitte)

Schutzringbreite, in mm 75 125 150


(Spaltmitte zu Schutzringaußenrand)

Kleinste Spaltbreite, in mm 2 3 4
Die Mindest-Probekörperdicke beträgt das 10fache der Spaltbreite;
wenn der Konstrukteur beabsichtigt, die Spaltbreite zu verringern,
erhöhen sich die ringverstimmungsbedingten Meßabweichungen.

Kleinste Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers, in W/(m ⋅ K) 0,015 0,015 0,015

Größte Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers, in W/(m ⋅ K) 1,5 1,5 1,5

Größte Probekörperdicke, in mm (siehe C.2 und 4.4.2, Tabelle 1) 45 75 100

Größte Metallplattendicke der Heizeinheit, in mm 5 8 12


(Aluminium: 150 W/(m ⋅ K))

Größte Gesamtdicke der Heizvorrichtung, in mm 3 3 3

Größter Gesamtquerschnitt der Kupferdrähte, in mm2, 6 6 6


(400 W/(m ⋅ K)), die den Spalt durchqueren

Größter Gesamtquerschnitt der Drähte, (100 W/(m ⋅ K)), 6 6 6


außer Kupfer, in mm2, die den Spalt durchqueren

Größter Gesamtquerschnitt, in mm2, der mechanischen Verbin- 832 1 520 3 240


dungen (0,3 W/(m ⋅ K)) im Spalt (acht Blöcke mit den Maßen, die (8 × 13) (10 × 19) (15 × 27)
in Klammern für jedes Gerät angegeben sind), in mm

C.2 Größte Probekörperdicke


Wert Gerät
A B C
Größte Probekörperdicke, in mm, für die 45 75 100
Gerätemaße nach Tabelle C.1, nach 4.4.2
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C.3 Ringverstimmungsbedingte Meßabweichung

Wert Gerät
A B C

Der Wert für c , in m, nach 4.4.4, beträgt: 1,31 2,24 4,49


Das entspricht den Produkten λc , in W/K : 0,019 7 0,033 6 0,067 4
– für die kleinste Probekörper-Wärmeleitfähigkeit
λ = 0,015 W/(m ⋅ K), siehe C.1
1,97 3,36 6,74
– für die größte Probekörper-Wärmeleitfähigkeit
λ = 1,5 W/(m ⋅ K), siehe C.1

Der Wert Φo ist die Summe von:


Φa durch die Luft im Spalt;
(λLuft = 0,025 W/(m ⋅ K) (bei 20°C);
Φr durch Strahlung durch den Spalt (bei 20°C);
Φm durch die mechanischen Verbindungen durch den Spalt;
Φc durch Kupferdrähte;
Φw durch Metalldrähte (außer Kupfer)
Der Wert Φa, in W/K, beträgt: 0,098 0,158 0,338

Der Wert Φr, in W/K, beträgt: 0,074 0,109 0,154


Der Wert Φm, in W/K, beträgt: 0,125 0,152 0,243
Der Wert Φc, in W/K, beträgt: 1,200 0,800 0,600
Der Wert Φw, in W/K, beträgt: 0,300 0,200 0,150
Der Wert Φo, in W/K, ist die Summe der aufgeführten Werte: 1,798 1,419 1,486
Durch Addition von λc beträgt die Summe ( Φo + λc ),
in W/K:
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 0,015 W/(m ⋅ K) 1,818 1,453 1,553

– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 1,5 W/(m ⋅ K) 3,768 4,779 8,226

Bei Annahme einer Temperaturdifferenz durch den Probekörper von 20 K für die Probekörper-Wärmeleit-
fähigkeit 0,015 W/(m ⋅ K) und einer Temperaturdifferenz durch den Probekörper von 10 K für die Probekörper-
Wärmeleitfähigkeit 1,5 W/(m ⋅ K) betragen die entsprechenden Wärmestromdichten bei der größten Probe-
körperdicke, in W/m2:
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 0,015 W/(m ⋅ K) 6,67 4,00 3,00
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 1,5 W/(m ⋅ K) 333 200 150

und die Wärmeströme durch die Meßfläche beider Probekörper betragen, in W:


– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 0,015 W/(m ⋅ K) 0,30 0,50 1,50
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 1,5 W/(m ⋅ K) 15,00 25,00 75,00

Um die vorgeschlagene Meßabweichung von 0,25 % einzuhalten, siehe 4.4.2, muß der Wert von ∆T g, in mK,
kleiner sein als:
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 0,015 W/(m ⋅ K) 0,4 0,9 2,4
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 1,5 W/(m ⋅ K) 10,0 13,1 22,8
Bei Annahme eines Thermoelementes aus 32 Elementen mit einer thermoelektrischen Leistung von 40 µV/K je
Element, ergibt sich, daß der elektrische Ausgleich in µV besser sein muß als:
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 0,015 W/(m ⋅ K) 0,5 1,1 3,1
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 1,5 W/(m ⋅ K) 12,7 16,7 29,2
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Wert Gerät
A B C

Der größte akzeptable Wert für ∆T g muß mit der Meßgenauigkeit des Thermoelementes beim Nachweis der
Temperaturverstimmung durch den Spalt verglichen werden. Wenn die vorstehend berechneten Dichten der
Wärmeströme, die die Metallplatten der Heizvorrichtung durchfließen (Aluminium, 150 W/(m ⋅ K)), berücksichtigt
werden, betragen die Temperaturdifferenzen, in mK, durch diese Platten:
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 0,015 W/(m ⋅ K) 0,22 0,21 0,24
– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 1,5 W/(m ⋅ K) 11 11 12

Diese Werte sind kleiner als die größten für ∆T g akzeptablen Werte, und somit ist jede Position entlang der Metall-
platten der Heizvorrichtung zulässig. Demzufolge erfordert die Spaltausführung nach Bild 4b) von ISO 8302 : 1991
unter den vorstehend gemachten Annahmen keine weiteren Überprüfungen, da alle anderen Lösungen die Analyse
der Gleichmäßigkeit des Wärmedurchlaßwiderstandes zwischen der Metallplatte und der Thermoelement-Lötstelle
erforderlich machen. Bei Thermoelementen, die in Kunststoffplatten eingebettet sind (siehe Bild 4a) von
ISO 8302 : 1991), führt ein 0,01 mm dicker Lufteinschluß (Luft-Wärmeleitfähigkeit von 0,025 W/(m ⋅ K)) oder eine
Dickendifferenz von 0,1 mm der Kunststoffschicht (Kunststoff-Wärmeleitfähigkeit von 0,25 W/(m ⋅ K)) zwischen den
Lötstellen auf jeder Spaltseite und der Metallplatte mit den vorstehend berechneten Wärmestromdichten.

Wert Gerät

A B C

– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 2,67 1,60 1,20


0,015 W/(m ⋅ K)

– für die Probekörper-Wärmeleitfähigkeit 133 80 60


1,5 W/(m ⋅ K)

Daraus folgt, daß die Spaltausführung nach Bild 4a) von ISO 8302 : 1991 nur für Probekörper geringer Wärme-
leitfähigkeit akzeptabel sein kann, wenn besondere Sorgfalt aufgewendet wurde, um Lufteinschlüsse und lokale
Ungleichmäßigkeiten bei der Montage von Thermoelement-Lötstellen zu vermeiden.

C.4 Meßabweichung bei der gemessenen elektrischen Leistung


Diese Meßabweichung muß nach B.1 von prEN 12667 : 1996 und B.1 von prEN 12664 : 1996 auf 0,1 % begrenzt
sein.

C.5 Meßabweichung bei der Festlegung der Meßfläche


Die Meßfläche ist als die Fläche definiert, die durch die durch die Spaltmitte führende Linie begrenzt ist. Eine Meß-
abweichung von 5 % der Spaltbreite, plus 0,1 % infolge mechanischer Toleranzen ist zulässig, d. h.:

Gerät

A B C

0,37 % 0,34 % 0,26 %

C.6 Meßabweichung in der Temperaturdifferenz


Für Temperatur-Meßfühler der Sonderausführung T, die etwa bei Raumtemperatur arbeiten, werden Differenz-
schaltungen angenommen. Nach 4.4.7 kann eine Meßunsicherheit in der Kalibrierung von 0,4 % angenommen
werden.
Die Meßgenauigkeit des Meßgerätes muß unter 0,2 % betragen. Die nach 2.1.4.1.2 von ISO 8302 : 1991 zulässigen
restlichen 0,4 %, um im vorgeschriebenen Grenzbereich von 1 % zu bleiben, muß durch die größte Meßunsicherheit
in der Festlegung der Temperaturmeßstelle des Temperatur-Meßfühlers begründet sein.
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C.7 Meßabweichung bei der Probekörperdicke


Diese Meßabweichung hängt hauptsächlich von der Güte der Probekörperoberflächen ab und wird bei Probekörpern
mit geringer Dicke kritisch. Nach 1.7.6 von ISO 8302 : 1991 beträgt die Mindest-Probekörperdicke das 10fache der
Spaltbreite, d. h. in mm:

Gerät

A B C

20 30 40

Nach 2.1.4.2 von ISO 8302 : 1991 ist die Meßabweichung bei der Messung der Dicke auf 0,5 % begrenzt, das ergibt
auf die vorstehenden kleinsten Dicken angewendet die absoluten Meßabweichungen, in mm:

Gerät

A B C

0,10 0,15 0,20

C.8 Meßabweichung durch ungenügenden Kontakt zwischen Gerät und Probekörper


Der Kontaktwiderstand zwischen Probekörpern und Temperatur-Meßfühlern wird bei Probekörpern mit geringen
Wärmedurchlaßwiderständen kritisch und hängen von der Oberflächengüte und dem angewendeten Verfahren zur
Messung der Temperaturdifferenz ab, siehe 2.1.4.1 von ISO 8302 : 1991. Es ist die bedeutendste Meßabweichungs-
quelle, die die erwartete Meßgenauigkeit des Plattengerätes bei der Prüfung von Probekörpern mit geringem
Wärmedurchlaßwiderstand verringert (unter 0,1 m2 ⋅ K/W, nach 1.5.3 von ISO 8302 : 1991).
Angenommen, daß die größte zu messende Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 1,5 W/(m ⋅ K) beträgt, ergibt sich
selbst bei den größten Probekörperdicken (45 mm, 75 mm und 100 mm für Geräte A, B und C) der kleinste Wärme-
durchlaßwiderstand, in m2 ⋅ K/W:

Gerät

A B C

0,030 0,050 0,067

Diese Werte liegen alle unter 0,30 m2 ⋅ K/W, d. h. die Meßabweichung durch ungenügenden Kontakt zwischen Gerät
und Probekörper kann größer als 0,5 % sein, und die Verwendung von Ausgleichsschichten wird für kleinste
meßbare Wärmedurchlaßwiderstände zwingend erforderlich. Da diese Meßabweichung von dem Probekörper
abhängig ist und keine Wertung des Gerätes bedeutet, wird der Wert 0,5 %, der bis zu Wärmedurchlaßwiderständen
von 0,10 m2 ⋅ K/W gilt, in der Bewertung als größte wahrscheinliche Meßabweichung angenommen, siehe C.10. Für
die angegebenen kleinsten meßbaren Wärmedurchlaßwiderstände beträgt die durch lineare Interpolation berechnete
Meßabweichung der zulässigen Meßabweichungen 0,5 % und 4 % bei den Wärmeleitfähigkeiten 1/0,10 W/(m2 ⋅ K)
und 1/0,02 W/(m2 ⋅ K):

Gerät

A B C

2,04 % 0,88 % 0,44 %

Diese Meßabweichung kann demzufolge die wichtigste für Probekörper mit geringem Widerstand sein.

C.9 Meßabweichung durch Asymmetriezustände


Entsprechend 2.2.2 von ISO 8302 : 1991 sollte diese Meßabweichung kleiner als 0,1 % sein.
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C.10 Größte wahrscheinliche Meßabweichung


Die größte wahrscheinliche Meßabweichung, in %, setzt sich aus Einzelkomponenten zusammen, die nach C.2 bis
C.9 ermittelt werden:

Art der Meßabweichung Gerät

A B C

Ringverstimmung und durch Wärmeverlust an der


Randstirnfläche bedingte Meßabweichung 0,5 % 0,5 % 0,5 %

Meßabweichung bei der gemessenen elektrischen


Leistung 0,1 % 0,1 % 0,1 %

Meßabweichung bei der Festlegung der Meßfläche 0,37 % 0,34 % 0,26 %

Meßabweichung bei der Temperaturdifferenz 1,0 % 1,0 % 1,0 %

Meßabweichung bei der Probekörperdicke 0,5 % 0,5 % 0,5 %

Meßabweichung durch ungenügenden Kontakt 0,5 % 0,5 % 0,5 %

Meßabweichung durch Asymmetriezustände 0,1 % 0,1 % 0,1 %

Durch Summierung ergibt sich die größte


Meßabweichung zu: 3,07 % 3,04 % 2,96 %

Wenn mit den vorgenannten Meßabweichungen die Qua-


dratwurzel aus der Summe der Quadrate der Meßabwei-
chungen ermittelt wird, beträgt die größte wahrscheinliche
Meßabweichung: 1,38 % 1,37 % 1,36 %

Zufällige Meßabweichungen durch zufälliges Driften von Meßgeräten und automatischen Regelsystemen, die durch
Mittelwertbildung vieler Messungen minimiert werden können, sind in diese Meßabweichungsanalysen nicht
einbezogen worden.