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DEUTSCHE NORM Entwurf September 2000

Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen


Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der Durchführung
der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften
Teil 5: Messung nach dem Rohrprüfgerät-Verfahren
Deutsche Fassung EN 1946-5:2000 EN 1946-5
ICS 91.100.01; 91.120.10

Thermal performance of building products and components – Specific criteria


for the assessment of laboratories measuring heat transfer properties – Part 5:
Measurements by pipe test methods;
German version EN 1946-5:2000
Performance thermique des produits et composants pour le bâtiment –
Critères particuliers pour l’évaluation des laboratoires mesurant les propriétés
de transmission thermique – Partie 5: Mesurages selon les méthodes d’essai
des conduites;
Version allemande EN 1946-5:2000

Die Europäische Norm EN 1946-5:2000 hat den Status einer Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Die Europäische Norm EN 1946-5:2000 ist vom Technischen Komitee CEN/TC 89 „Wärmeschutz von Gebäuden und
Bauteilen“ (Sekretariat: Schweden) unter deutscher Mitwirkung erarbeitet worden.
Der für die deutsche Mitarbeit zuständige Arbeitsausschuss im DIN Deutsches Institut für Normung e.V. ist der als
Spiegelausschuss zu CEN/TC 89 eingesetzte Arbeitsausschuss 00.89.00 „Wärmeschutz“ des Normenausschusses
Bauwesen (NABau).
Für die im Abschnitt 2 zitierten Internationalen und Europäischen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden
Deutschen Normen hingewiesen:
EN 1946-1 siehe DIN EN 1946-1
EN 1946-2 siehe DIN EN 1946-2
EN 12667 siehe E DIN EN 12667
EN ISO 7345 siehe DIN EN ISO 7345
EN ISO 8497 siehe DIN EN ISO 8497
prEN 13467 siehe E DIN EN 13467

Fortsetzung Seite 2
und 17 Seiten EN

Normenausschuss Bauwesen (NABau) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


Seite 2
DIN EN 1946-5:2000-09

Nationaler Anhang NA
(informativ)
Literaturhinweise
DIN EN 1946-1, Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen – Technische Kriterien zur Begutachtung
von Laboratorien bei der Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften – Teil 1: Allgemeingültige
Regeln; Deutsche Fassung EN 1946-1:1999.
DIN EN 1946-2, Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen – Technische Kriterien zur Begutachtung
von Laboratorien bei der Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften – Teil 2: Messung nach
dem Verfahren mit dem Plattengerät; Deutsche Fassung EN 1946-2:1999.
E DIN EN 12667, Baustoffe – Bestimmung des Wärmedurchlasswiderstandes nach dem Verfahren mit dem Plattengerät
und dem Wärmestrommessplatten-Gerät – Produkte mit hohem und mittlerem Wärmedurchlasswiderstand;
Deutsche Fassung prEN 12667:1996.
E DIN EN 13467, Wärmedämmstoffe für die Haustechnik und für betriebstechnische Anlagen – Bestimmung der Maße, der
Rechtwinkligkeit und der Linearität von vorgeformten Rohrdämmstoffen; Deutsche Fassung prEN 13467:1999.
DIN EN ISO 7345, Wärmeschutz – Physikalische Größen und Definitionen (ISO 7345:1987);
Deutsche Fassung EN ISO 7345:1995.
DIN EN ISO 8497, Wärmeschutz – Bestimmung der Wärmetransporteigenschaften im stationären Zustand von Wärme-
dämmungen für Rohrleitungen (ISO 8497:1994); Deutsche Fassung EN ISO 8497:1996.
ENTWURF
prEN 1946-5

Mai 2000

ICS 91.100.01; 91.120.10 Ersatz für

Deutsche Fassung

Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen


Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der Durchführung
der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften
Teil 5: Messung nach dem Rohrprüfgerät-Verfahren

Thermal performance of building products and compo- Performance thermique des produits et composants pour
nents – Specific criteria for the assessment of laboratories le bâtiment – Critères particuliers pour l’évaluation des
measuring heat transfer properties – Part 5: Measure- laboratoires mesurant les propriétés de transmission
ments by pipe test methods thermique – Partie 5: Mesurages selon les méthodes
d’essai des conduites

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 10. April 2000 angenommen.
Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der
die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede
Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen
Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch).
Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener
Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Zentralsekretariat
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland,
Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen,
Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen Republik und dem
Vereinigten Königreich.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


European Committee for Standardization
Comité Européen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

 2000 CEN – Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren,
sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref. Nr. EN 1946-5:2000 D
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EN 1946-5:2000

Inhalt
Seite
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4 Gerätehandbuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
5 Kalibrierungs- und Wartungskartei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
6 Dokument über die Messung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
7 Begutachtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Anhang A (normativ) Grenzwerte für Gerätefunktion und Prüfbedingungen –
Rohrprüfgerät-Verfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Anhang B (informativ) Axialer Wärmestrom und Temperaturgleichmäßigkeit . . . . 11
Anhang C (informativ) Berechnungen einiger Messabweichungen des
Rohrprüfgerätes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Literaturhinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom CEN/TC 89 „Wärmeschutz von Gebäuden und Bauteilen“ erarbeitet, dessen Sekretariat
vom SIS gehalten wird.
Es wird keine geltende Europäische Norm ersetzt.
Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis November 2000, und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis November 2000 zurückgezogen werden.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder gehalten,
diese Europäische Norm zu übernehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.
Diese Reihe Europäischer Normen besteht aus mehreren Teilen. Der erste Teil umfasst die allgemeingültigen Regeln und
ergänzenden technischen Kriterien, die auf alle Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften anwendbar sind; jeder
folgende Teil umfasst die ergänzenden technischen Kriterien, die auf das Messverfahren einer in entsprechenden Normen
beschriebenen Wärmeübertragungseigenschaft anwendbar sind.
Die Reihe der Normen besteht aus folgenden Teilen:
– Teil 1: Allgemeingültige Regeln
– Teil 2: Messung nach dem Verfahren mit dem Plattengerät
– Teil 3: Messung nach dem Verfahren mit dem Wärmestrommessplatten-Gerät
– Teil 4: Messung nach dem Heizkasten-Verfahren
– Teil 5: Messung nach dem Rohrprüfgerät-Verfahren
Der Anhang A dieser Europäischen Norm ist normativ, die Anhänge B und C sind informativ.
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EN 1946-5:2000

1 Anwendungsbereich 4 Gerätehandbuch
Dieser Teil 5 dieser Norm enthält ergänzende technische 4.1 Allgemeines
Kriterien für die Begutachtung von Laboratorien bei der Das Gerätehandbuch muss die Angaben enthalten, die in
Durchführung von Messungen der Wärmeübertragungs-
5.2.2 bis 5.2.5 von Teil 1 dieser Norm festgelegt sind, sowie
eigenschaft im stationären Zustand von Rohrdämmungen die in diesem Abschnitt getroffenen Festlegungen.
nach EN ISO 8497:1994.
ANMERKUNG Angaben, die für mehr als ein Gerät gelten,
Sie ergänzt die allgemeinen Kriterien von EN 1946-1. Eine brauchen nicht wiederholt zu werden, z. B. das Prinzip, Einzelhei-
Anleitung zum Aufbau und zum Inhalt des Gerätehand- ten der Konstruktion und Funktion zweier Geräte, die nach einem
buches, der Kalibrier- und Wartungskarteien und zum gemeinsamen Entwurf gebaut sind.
Dokument über das Messverfahren wird gegeben. Anhang A enthält alle Grenzwerte für Gerätefunktions-
Sie enthält Angaben zu obligatorischen Gerätefunktions- und Prüfbedingungen nach EN ISO 8497:1994. Dieser
Spezifikationen, zur Gerätebeschreibung sowie zu Berech- Anhang muss von den vertragschließenden Seiten wäh-
nungen für die Gerätekonstruktion und die Messab- rend des Begutachtungsverfahrens als Kontrolliste ver-
weichungsanalyse entsprechend EN ISO 8497:1994 mit wendet werden, um die Übereinstimmung mit allen Anfor-
dem Rohrprüfgerät und ISO 8302:1991 mit dem Platten- derungen nach EN ISO 8497:1994 sicherzustellen.
gerät.
4.2 Anforderungen an die Gerätefunktion
Sie enthält Angaben zu Prüfverfahren, die für die
Begutachtung der Gerätegenauigkeit geeignet sind, ent- Es müssen die oberen und unteren Grenzwerte für fol-
sprechend EN ISO 8497:1994 mit dem Rohrprüfgerät und gende relevante geprüfte Eigenschaften und Prüfbedingun-
EN 1946-2 mit dem Plattengerät. gen, einschließlich möglicher Wechselwirkungen zwischen
ihnen, festgelegt sein:
– kleinster und größter Probekörperdurchmesser;
– kleinster und größter Wärmedurchlasswiderstand des
2 Normative Verweisungen Probekörpers;
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder un- – kleinste und größte Temperaturdifferenz über dem
datierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publi- Probekörper;
kationen. Diese normativen Verweisungen sind an den
– Mindesttemperatur auf der Kaltseite;
jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen
sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen – Höchsttemperatur auf der Warmseite;
gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen die- – erforderlichenfalls die Umgebungsbedingungen (Tempe-
ser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls ratur, relative Luftfeuchte) an den Enden des Probe-
sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet körpers während der Prüfung.
sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe
der in Bezug genommenen Publikation. 4.3 Gerätebeschreibung
Die nachstehenden Angaben müssen dokumentiert und
EN 1946-1:1999, Wärmetechnisches Verhalten von Bau-
produkten und Bauteilen – Technische Kriterien zur zur Prüfung während der Begutachtung zugänglich sein:
Begutachtung von Laboratorien bei der Durchführung – Funktionsprinzip (siehe Abschnitt 1 von EN ISO 8497:1994);
der Messungen von Wärmeübertragungseigen- – Gerätetyp: Prüfgerät mit geregelten Rohrenden, siehe 7.3
schaften – Teil 1: Allgemeingültige Regeln. von EN ISO 8497:1994 oder Prüfgerät mit kalibrierten/ be-
rechneten Rohrenden nach 7.4 von EN ISO 8497:1994;
EN 1946-2:1999, Wärmetechnisches Verhalten von Bau-
produkten und Bauteilen – Technische Kriterien zur – Hauptmaße des Gerätes, insbesondere Prüfrohr-
Begutachtung von Laboratorien bei der Durchführung mittenlänge, Länge der Prüfrohr-Schutzheizung und
der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaf- Durchmesser des Prüfrohres sowie die Spaltbreite;
ten – Teil 2: Messung nach dem Verfahren mit dem – einfache Skizzen zur Darstellung des Geräteaufbaus
Plattengerät. mit besonderer Beachtung der Spaltausführung (siehe 7.3
von EN ISO 8497:1994), der Endkappenausführung
EN 12667 1), Wärmetechnisches Verhalten von Bauproduk- (falls anwendbar siehe 7.4 von EN ISO 8497:1994)
ten – Bestimmung des Wärmedurchlasswiderstandes und der Ummantelung oder Zusatzdämmung (falls
mit Hilfe des Verfahrens mit dem Plattengerät und dem anwendbar, siehe 7.11 von EN ISO 8497:1994);
Wärmestrommess-Gerät – Produkte mit hohem und – Lage, Anschlüsse und Numerierung von Temperatur-
mittlerem Wärmedurchlasswiderstand. Messfühlern (siehe 7.6 von EN ISO 8497:1994);
EN ISO 7345, Wärmeschutz – Physikalische Größen und – Umgebungsregeleinrichtung und wesentliche Hilfsein-
Definitionen (ISO 7345:1997). richtungen (siehe 7.8 bis 7.10 von EN ISO 8497:1994);
EN ISO 8497:1994, Wärmeschutz – Bestimmung der Wär- – Einzelheiten zum Datenerfassungssystem und zuge-
metransporteigenschaften im stationären Zustand von hörige Rechnerprogramme für die Datenanalyse.
Wärmedämmungen für Rohrleitungen (ISO 8497:1994). Zur Vermeidung von Dopplungen kann auf Handbücher
von Geräteherstellern oder auf entsprechende Abschnitte
prEN 13467:1999, Wärmedämmstoffe für die Haustechnik von EN ISO 8497:1994 verwiesen werden.
und für betriebstechnische Anlagen – Bestimmung der
Maße, der Rechtwinkligkeit und der Linearität von vor- 4.4 Geräteaufbau und Messabweichungsanalyse
geformten Rohrdämmstoffen.
4.4.1 Allgemeines
Unter Bezugnahme auf die in 4.2 aufgeführten Anforde-
rungen an die Gerätefunktion müssen Einzelheiten zu den
3 Begriffe nachfolgenden Konstruktionsmerkmalen und die Messab-
Für die Anwendung dieser Norm gelten die in EN 1946-1, weichungsanalyse im Gerätehandbuch angegeben werden.
EN ISO 7345 und EN ISO 8497:1994 angegebenen
Begriffe. 1) In Vorbereitung
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EN 1946-5:2000

In diesem Abschnitt sind Anleitungen zur Messab- förmig, wenn e an einer Seite von 0,5 abweicht. Im Bereich
weichungsanalyse aufgeführt; weitere ergänzende Angaben 0 ≤ e ≤ 1 ist dieser Verlust maximal für e = 0.
zu einigen Messabweichungen sind in Anhang B enthalten, BEISPIEL Eine Temperatur der Probekörperenden von 50 °C,
während Berechnungen von Messabweichungen für einige eine Temperatur der Kaltseite des Probekörpers von 50 °C (so
typische Fälle in Anhang C ausgeführt sind. Wenn ein dass die Temperaturdifferenz zwischen den Rohrenden und der
Gerät genau die in diesem Abschnitt angegebenen Kenn- Kaltseite des Probekörpers 0 °C beträgt) und eine Temperatur der
werte oder die in Anhang C angegebenen Konstruktions- Warmseite des Probekörpers von 150 °C (so dass die Temperatur-
einzelheiten besitzt, sind keine weiteren Berechnungen differenz zwischen der Warm- und der Kaltseite des Probekörpers
erforderlich. Zu anderen Sachverhalten können ähnliche 100 °C beträgt) entspricht e = 0. Wenn die Temperatur der Probe-
körperenden 60 °C betragen würde, würde e = 0,1 sein.
Berechnungen analog durchgeführt werden.
Die Werte in der Tabelle können auf ein Prüfgerät und
4.4.2 Axialer Wärmestrom und größte Probekörper, deren Maße ein Vielfaches desselben Faktors
Probekörperdicke sind, angewendet werden. Interpolation ist zulässig.
4.4.2.1 Allgemeines BEISPIEL Bei Berücksichtigung eines Faktors von 2,4
Der axiale Wärmestrom von der Messstrecke zu den besitzt ein Prüfgerät eine Gesamtrohrlänge von
Schutzheizungsabschnitten des Probekörpers hat Ein- 1 000 × 2,4 = 2 400 mm , die Rohrmittenlänge von
fluss auf die größte Probekörperdicke. Der axiale Wärme- 800 × 2,4 = 1 920 mm und einen Rohrdurchmesser von
strom darf nicht größer sein, als in 9.5.2.2 von 100 × 2,4 = 240 mm . Die sich ergebende größte Probekörper-
dicke, siehe dritte Zeile von Tabelle 1, beträgt 70 × 2,4 = 170 mm
EN ISO 8497:1994 zugelassen ist (1 % des Wärme-
(auf zwei Wertstellen gerundet).
stroms der Messstrecke, d. h. die Messabweichung
infolge Wärmeverlustes an den Rohrenden muss kleiner Für manche Probekörper können größere Probekörper-
als 1 % sein). dicken verwendet werden, wenn Dämmung oder Tempera-
turregelung an den Probekörperenden eingesetzt wird
4.4.2.2 Prüfgerät mit geregelten Rohrenden oder wenn Zusatzschutzheizungen installiert sind.
In Tabelle 1 ist für einige Geräte mit einer Gesamtrohr- Wenn die nach 4.2 festzulegende größte Probekörper-
länge von 1 000 mm und weiteren Maßen wie in der dicke den in Tabelle 1 angegebenen geeigneten Wert
Tabelle angegeben die höchstzulässige Probekörper- überschreitet, muss der axiale Wärmestrom berechnet
dicke nach den in Anhang B vorgeschlagenen Gleichungen werden. Sofern dieser den nach EN ISO 8497:1994 zuläs-
aufgeführt. Diese Ausdrücke beruhen auf 2.2.1 von sigen Wert überschreitet, müssen die Werte der Funktions-
ISO 8302:1991, siehe [1] in den Literaturhinweisen, prüfung überprüft werden, und wenn nicht durch experimen-
wenn keine Dämmung an den Rohrenden vorhanden ist telle Überprüfung nachweisbar ist, dass die geforderte
und wenn das Temperaturverhältnis an den Rohrenden e größte Probekörperdicke gerechtfertigt ist, muss die nach
gleich Null ist; e ist definiert als (Te – T2)/(T1 – T2), wobei T1 4.2 festzulegende Probekörperdicke verringert werden.
und T2 die jeweiligen Temperaturen der Warm- und Kalt-
seite des Probekörpers sind und Te die Temperatur an 4.4.2.3 Prüfgerät mit kalibrierten oder berechneten Rohrenden
den Enden des Probekörpers ist, die als gleichmäßig Wenn für den axialen Wärmestrom entweder durch das in
vorausgesetzt wird. 10.1 von EN ISO 8497:1994 angegebene Kalibrierverfahren
ANMERKUNG Für homogene isotrope Probekörper ist die oder durch die in 10.2 von EN ISO 8497:1994 angegebenen
Messabweichung infolge des Wärmeverlustes an den Rohrenden Berechnungen Korrekturen vorgenommen werden, sollten
gleich Null, wenn e annähernd 0,5 beträgt; der Absolutwert des sie nicht größer sein als 3 % des in der Prüfrohrmitte an
Wärmeverlustes an den Randstirnflächen erhöht sich fast gleich- dem Probekörper angewendeten Wärmestroms.

Tabelle 1 – Höchstzulässige Probekörperdicke für Prüfgeräte mit geregelten Rohrenden


Maße in Millimeter

Weite der Größte


Gesamtrohrlänge Rohrmittenlänge Rohrdurchmesser
Schutzheizung Probekörperdicke

1 000 400 300 100 125


1 000 700 150 100 090
1 000 800 100 100 070

1 000 400 300 050 110


1 000 700 150 050 075
1 000 800 100 050 060

1 000 400 300 025 090


1 000 700 150 025 065
1 000 800 100 025 050

1 000 400 300 0012,5 080


1 000 700 150 0012,5 055
1 000 800 100 0012,5 045

1 000 400 300 06 065


1 000 700 150 06 045
1 000 800 100 06 035
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EN 1946-5:2000

ANMERKUNG Dieser Grenzwert bedeutet, dass die Mess- Da die Abgleichthermosäule eine Temperaturdifferenz
genauigkeit der Korrektur 33 % oder besser ist. Diese Zahl dient nachweist, die nicht genau der Temperaturverstimmung
der Berücksichtigung einer Toleranz bei einer ähnlichen Differenz durch die Rohroberflächen, die zu den Spalten gerichtet
zwischen der Wärmeleitfähigkeit der Endkappen und der des und mit dem Probekörper in Berührung sind, entspricht,
Probekörpers. Größere Korrekturen sind annehmbar, voraus- muss der höchstzulässige Wert für ∆Tg größer als die
gesetzt, dass die Messunsicherheit des korrigierten Wärme-
Messunsicherheit im Verstimmungsnachweis sein. Detail-
stroms, der in der Prüfrohrmitte an dem Probekörper angewendet
wird, innerhalb von 1 % liegt, wie nach 9.5.2.2 von
lierte Angaben zum Verstimmungsnachweis durch den
EN ISO 8497:1994 gefordert wird. Spalt sind in 2.1.1.5 von ISO 8302:1991 beim Plattengerät
angegeben, siehe [1] in den Literaturhinweisen. Diese
Betrachtungen sind für das Rohrprüfgerät in gleicher
4.4.3 Größte Spaltbreite und
Weise gültig.
Mindest-Probekörperdicke
Wenn die Abgleichthermosäule direkt im Metallrohr ange-
Die Spaltbreite g in dem Prüfgerät mit geregelten Rohrenden
bracht ist, ist der entsprechende Fall nach Bild D.3a) von
sollte weniger als 1 % der Prüfrohrmittenlänge betragen.
EN 12667 für das Plattengerät zu beachten, wobei die den
ANMERKUNG Wird davon ausgegangen, dass die
Spalt während der Prüfung durchquerende Wärmestrom-
Messstreckenlänge L als der Abstand von Spaltmitte zu Spaltmitte
festgelegt ist (siehe 9.1.1 von EN ISO 8497:1994), wird obige
dichte bewertet werden muss und das entsprechende Tem-
Anforderung innerhalb von 1 % der Messunsicherheit auch dann in peraturgefälle durch das Metallrohr zu berechnen ist. Wenn
der Festlegung der Fläche, durch die der Wärmestrom F hindurch- diese Temperaturdifferenz kleiner als ∆Tg ist, ist die Spalt-
geht, der durch die Prüfrohrmitte an den Probekörper angewendet ausführung ohne weitere Prüfungen annehmbar, anderen-
wird, erfüllt, wenn die Probekörperdicke vergleichbar oder kleiner als falls müssen die Toleranzen für die Messstellen der Thermo-
die Spaltbreite ist. In diesem Fall nähert sich die Fläche, durch die säulen-Lötstellen in den Metallplatten überprüft werden,
der in der Prüfrohrmitte an dem Probekörper angewendete um sicherzustellen, dass die Messunsicherheit des
Wärmestrom hindurchgeht, der der Prüfrohrmitte von Spaltrand zu Temperaturverstimmungsnachweises geringer als ∆Tg ist.
Spaltrand an. Wenn andererseits die Probekörperdicke viel größer Wenn die Abgleichthermosäule in Kunststoffplatten einge-
als die Spaltbreite ist (z.B. das Zehnfache), ist die Begrenzung
bettet ist, die entweder zwischen dem Metallrohr und den
dieser Fläche durch die Linien festgelegt, die durch die Mitte der
Spalte hindurchgehen, d.h. die Messunsicherheit der Messstrecke L
Heizeinrichtungen oder zwischen dem Metallrohr und dem
ist in jedem Fall kleiner als die Spaltbreite g. Probekörper angeordnet sind, muss die Wirkung der Wärme-
durchlasswiderstände zwischen dem Metallrohr und den
Die kleinste Probekörperdicke muss ebenfalls im Hinblick Thermosäulen-Lötstellen infolge der Kunststoffplatten und
auf den zu erwartenden Luftspalt zwischen Probekörper möglicher Lufteinschlüsse als Temperaturdifferenz bewertet
und Prüfgerät überprüft werden, siehe 4.4.9. werden, die sich aus dem Produkt der betreffenden
Wärmedurchlasswiderstände und der durch das Metall-
4.4.4 Verstimmungsbedingte Messabweichung rohr hindurchtretenden Wärmestromdichte ergibt.
Der verstimmungsbedingte Wärmestrom Fg sowohl durch Die für den Nachweis der Verstimmung verwendete elek-
den Probekörper als auch durch das Prüfgerät (beide trische Messeinrichtung muss für den Nachweis von
Spalten) muss kleiner als 1 % des Wärmestroms F sein, Spannungen geeignet sein, die kleiner sind als ∆Tg, multi-
der in der Prüfrohrmitte an dem Probekörper angewendet pliziert mit der Anzahl der Thermosäulen-Elemente und
wird (nach 9.4 von EN ISO 8497:1994). der Thermospannung jedes Elementes. Der während der
Der verstimmungsbedingte Wärmestrom Fg kann wie folgt Prüfungen eingehaltene elektrische Abgleich muss dem-
angegeben werden (nach 4.4.4 von EN 1946-2): zufolge besser sein als die auf diese Weise berechnete
Spannung. Wenn diese Anforderung nicht erfüllt wird,
Fg = ( F 0 + λc )∆Tg (1)
müssen die gemessenen Werte der Funktionsprüfung,
siehe 4. Spiegelstrich von 4.5, auf Richtigkeit überprüft
wobei F0, das den Wärmestrom für eine Spaltverstim-
werden, und wenn die Empfindlichkeit der Messeinrich-
mung von 1 K durch das Prüfgerät darstellt, die Summe
tung für den Verstimmungsnachweis immer noch nicht
folgender Ursachen ist:
ausreicht, ist eine bessere Messeinrichtung zu verwenden
Fa durch die Luft im Spalt; oder die Thermosäulenausführung zu überarbeiten. Es
Fr infolge Wärmestrahlung durch den Spalt; muss besonders darauf geachtet werden, dass die Qualität
Fm durch die mechanischen Verbindungen durch den der elektrischen Anschlüsse und der Schalter (insbesondere
Spalt; in bezug auf die Thermo-Elektromotorische Kraft) dem
Fc durch Kupferdrähte; nachzuweisenden Wert der Verstimmung entspricht.
Fw durch Metalldrähte (ausgenommen Kupfer); 4.4.5 Messabweichung der gemessenen
und λ c den Wärmestrom durch den Probekörper (beide elektrischen Leistung
Spalten) infolge einer Spaltverstimmung von 1 K darstellt Die Messunsicherheit bei der Messung der elektrischen
und c nach folgender Gleichung definiert ist: Leistung muss unter 0,5 % betragen, um mit 7.9 von
EN ISO 8497:1994 übereinzustimmen.
c = ( 2d 0 ) In ( 4 ⁄ ( 1 – exp ( – πg ⁄ d ) ) (2)
4.4.6 Messabweichung bei der Festlegung
In Gleichung (2) sind d0 der Außendurchmesser des Prüf- der Messfläche
rohres, g die Spaltbreite und d die erwartete größte Probe- Die Messfläche ist als die Fläche definiert, die durch die
körperdicke. Linien begrenzt wird, die die Mitte der Spalte kennzeichnen
∆Tg muss so gewählt werden, dass Fg in Gleichung (1) (siehe 9.1.1 von EN ISO 8497:1994). Diese Fläche ist
kleiner als 1 % des Wärmestroms F ist. nicht bei allen Prüfbedingungen gleich der tatsächlichen
ANMERKUNG Für die Berechnung der Komponenten von F 0 Fläche des Probekörpers, durch die der in der Prüfrohr-
können die Grundgleichungen der Wärmeübertragung durch mitte angewendete Wärmestrom hindurchfließt, siehe
eine ebene Schicht verwendet werden. 4.4.3; zu dieser Messunsicherheit ist die Messunsicher-
Die Berechnung von Fg ändert sich je nach Spaltausfüh- heit bei der Messung der Gerätemaße zu addieren. Eine
rung und stellt den kritischsten Teil der Bewertung für die Messunsicherheit infolge von Fertigungstoleranzen bei
Messgenauigkeit des Rohrprüfgerätes dar. In Anhang C der Messung des Abstandes von Spaltmitte zu Spaltmitte
sind einige Berechnungen als Beispiele ausgeführt. bis 0,1 % kann akzeptiert werden.
Seite 6
EN 1946-5:2000

4.4.7 Messabweichung der Temperaturdifferenz verwendet wird, ergeben sich zusätzliche Messabweichungen
Unabhängig von der Wärmeübertragungseigenschaft, die infolge der thermischen Kontakt-Wärmedurchlasswiderstände
oder durch Montageverfahren des Probekörpers zum Prüfgerät,
mit dem Rohrprüfgerät gemessen wird, ist die Differenz
siehe Anmerkung 1 von 4.4.9.
zwischen der Oberflächentemperatur des Rohres T0
(siehe 7.5 von EN ISO 8497:1994) und der Temperatur T2
der äußeren Oberfläche des Probekörpers (siehe 8.6 von 4.4.8 Messabweichung bei der Messung
EN ISO 8497:1994) zu messen. Die Gesamtmessab- der Probekörpermaße
weichung der Temperaturdifferenz (T0 – T2) setzt sich wie Die Messabweichungen von Messgeräten für die Messung
folgt zusammen: des Außendurchmessers des Probekörpers dürfen 0,5 %
– Kalibrierung von Thermoelementen (oder anderen nicht überschreiten, siehe 8.5 von EN ISO 8497:1994. Die
Temperatur-Messfühlern): kleiner als 0,4 %, siehe Abweichungen der Probekörperoberflächen von idealen
Anmerkung 1; Zylindern sind nicht in einer Messabweichung des Prüf-
– Messgenauigkeit von Messgeräten: kleiner als 0,2 %; gerätes begründet, müssen jedoch sorgfältig beachtet
werden, insbesondere dann, wenn die Wärmeleitfähigkeit
– Temperaturgleichmäßigkeit der Prüfrohrmitte: besser des Probekörpers zu bestimmen ist. Unterscheiden sich
als 0,5 K; die Prüftemperaturen erheblich von der Raumtemperatur,
– Temperaturgleichmäßigkeit der äußeren Oberfläche muss Wärmeausdehnung berücksichtigt werden.
des Probekörpers: 0,7 K, siehe Anmerkung 4; bezüg- ANMERKUNG Für einige verformbare Schaumkunststoffe, z. B.
lich dieser Temperaturgleichmäßigkeit siehe auch 7.11 Polyethylen oder Kunstgummi, kann die Änderung des Außen-
von EN ISO 8497:1994; durchmessers bei einer Änderung um 25 K auf der Warmseite
einer Änderung von 3 % der Probekörperdicke entsprechen.
– Temperaturschwankungen der Umgebungsluft: ± 1 K
oder ± 1 % der Temperaturdifferenz zwischen dem Weitere Angaben über Verfahren zur Messung von Probe-
Prüfrohr und der Umgebung, nach 9.2 von körpermaßen und die zugehörige Messgenauigkeit sind in
EN ISO 8497:1994. prEN 13467:1999 festgelegt.
ANMERKUNG 1 Wenn Temperatur-Messfühler der Sonder-
klasse (siehe 4.4.7 von EN 1946-1) in Differenzschaltung verwen- 4.4.9 Messabweichung wegen eines Luftspaltes
det werden, wie in Bild D.5 von EN 12667, und zwischen den zwischen Probekörper und Prüfgerät
Temperatur-Messfühler-Lötstellen keine Ausgleichsleitungen vor-
Bei den meisten Rohrdämmungsprodukten ist ein Luft-
handen sind, ist keine Kalibrierung erforderlich. Beispielsweise
kann eine Messunsicherheit von 0,4 % bei Raumtemperatur mit
spalt zwischen Rohr und Dämmung wahrscheinlich, um
einem Temperatur-Messfühler vom Typ T erreicht werden. Durchmessertoleranzen sowohl des Rohres als auch der
Dämmung zu berücksichtigen. Das Vorhandensein dieses
ANMERKUNG 2 Das Fehlen von Ausgleichsleitungen zwischen
zwei Temperatur-Messfühler-Lötstellen (oder einer besonders
Luftspalts während der Messungen entspricht einem zu-
hochwertigen Herstellung dieser Lötstellen), die während der sätzlichen Wärmedurchlasswiderstand zwischen Probe-
Prüfungen so isotherm wie möglich zu halten sind, ist wichtiger körper und Prüfgerät. Dieser zusätzliche Wärmedurch-
als das eigentliche Kalibrieren des Temperatur-Messfühlers. lasswiderstand ist längs des Rohrumfangs nicht
Schlechte Temperatur-Messfühler-Verbindungen können Mess- gleichmäßig, wenn es sich um ein Horizontal-Prüfgerät
abweichungen bewirken, die sich mit den Prüfbedingungen handelt: Probekörper und Rohr sind oben miteinander in
ändern und so die Kalibriergenauigkeit verschlechtern. Kontakt, d. h. der zusätzliche Wärmedurchlasswiderstand
ANMERKUNG 3 Hinsichtlich der Messunsicherheit bei der ist Null, während er unten am Rohr dem einer Luftschicht
Festlegung der Oberflächentemperaturmessstelle des Rohres entspricht, die ebenso dick ist wie die Differenz zwischen
kann vorausgesetzt werden, dass diese einen Fehler bei der dem Innendurchmesser der Dämmung und dem Außen-
Temperaturanzeige verursachen, der nicht größer ist als das durchmesser des Rohres.
Temperaturgefälle durch die Materialdicke des Metallteils des Es können zwei verschiedene Zielvorstellungen bei einer
Rohrprüfgerätes, wenn darin Temperatur-Messfühler in Nuten
Messung mit dem Rohrprüfgerät unterschieden werden
befestigt sind. Wenn Temperatur-Messfühler in dünnen Platten
angeordnet sind, wird die Messunsicherheit für die Oberflächen-
(siehe 6.1.1 und 6.1.2 von EN ISO 8497:1994):
temperatur des Rohres kritisch, und es kann angenommen werden, – Der Wärmedurchlasswiderstand des Produktes ist zu
dass sie gleich dem Temperaturgefälle durch eine dünne Lage messen: in diesem Fall ist der Luftspalt Bestandteil der
von Platten ist, deren Dicke dem Durchmesser der Temperatur- gemessenen Eigenschaft und sollte nicht beseitigt
Messfühler-Lötstelle entspricht. Nach 7.6 von EN ISO 8497:1994 werden.
sind die zulässigen größten Temperatur-Messfühler-Durchmesser
bei Messung metallischer bzw. nichtmetallischer Oberflächen- – Die Wärmeleitfähigkeit des Stoffes ist aus dem gemes-
temperaturen 0,63 mm und 0,4 mm . senen Wärmedurchlasswiderstand und den Probe-
ANMERKUNG 4 Die Temperaturungleichmäßigkeit der äußeren körpermaßen zu bestimmen: in diesem Fall ist der
Oberfläche des Probekörpers ergibt sich teilweise aus der Tempe- Luftspalt eine wesentliche Quelle einer Messab-
raturungleichmäßigkeit der sie umgebenden Luft und der örtlichen weichung (siehe 6.2.2 von EN ISO 8497:1994).
Ungleichmäßigkeiten des Wärmeübergangskoeffizienten. Dieser Um die Erheblichkeit letztgenannter Messabweichung
Koeffizient ergibt sich aus der Wärmeübertragung der Kombination
bewerten zu können, darf der Wärmedurchlasswiderstand
von Konvektion und Strahlung, wenn keine flüssigkeitsgekühlte
Ummantelung an der äußeren Oberfläche des Probekörpers befestigt
des Luftspaltes aus dem Verhältnis von mittlerer Luftspalt-
ist, siehe B.2. Die Temperaturgleichmäßigkeit der äußeren Ober- dicke und Wärmeleitfähigkeit der Luft lair berechnet
fläche des Probekörpers ergibt sich aus der uneinheitlichen Dicke werden. Auf 0,6 % genaue Werte zwischen θ = 10 °C und
und/oder den Luftspalten, siehe 4.4.9, zwischen dem Probekörper θ = 70 °C sind, in W/(m · K), in Gleichung (3)2) gegeben.
und dem Gerät. Dabei ist θ = Tm – 273,15:
ANMERKUNG 5 Die Differenz zwischen der Oberflächen-
–6 2
temperatur des Rohres T0 und der Temperatur T2 der äußeren l air = 0,024 239 6 ( 1 + 0,003 052 £ – 1,282 × 10 £ ) (3)
Oberfläche des Probekörpers ist die geeignete Temperaturdiffe-
renz, wenn der Wärmedurchlasswiderstand eines Produktes ge-
messen wird. Wenn die Wärmeleitfähigkeit des Stoffes zu mes-
sen ist, sollte die geeignete Temperaturdifferenz die zwischen der 2) Gleichung (3) resultiert aus Regression der Daten in Ency-
Temperatur von innerer und äußerer Oberfläche des Probekör- clopedia of Gases, Elsevier/Air Liquide, Elsevier Scientific
pers sein. Wenn statt dessen die Temperaturdifferenz (T0 – T2) Company, Amsterdam, 1976.
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EN 1946-5:2000

Tabelle 2 – Mittlere Dicke des Luftspaltes bei 70 °C, die 1 % des Wärmedurchlasswiderstandes
des Probekörpers entspricht

Wärmedurchlasswiderstand Wärmedurchlasswiderstand
des Probekörpers des Luftspaltes Äquivalente mittere Luftspaltdicke
m2 · K/W m2 · K/W mm
0,30 0,0030 0,09
0,40 0,0040 0,12
0,50 0,0050 0,15
0,60 0,0060 0,18
0,80 0,0080 0,23
1,00 0,0100 0,29
1,50 0,0150 0,44

Zu Temperaturen, die die angegebenen Grenzwerte über- temperatur liegen. Derselbe Grenzwert gilt für Rauschen
schreiten, muss geeignete Literatur eingesehen werden. jedes Temperatur-Messfühlers.
Beispielsweise gibt Tabelle 2 für einige Wärmedurchlass- Des weiteren ist die elektrische Isolierung aller elek-
widerstände von Probekörpern (bezogen auf die Prüfgeräte- trischen Schaltkreise zu überprüfen. Dazu wird die zu
oberfläche) den Wärmedurchlasswiderstand an, der 1 % erwartende Höchstspannung an den Heizeinrichtungen
des Wärmedurchlasswiderstandes des Probekörpers und des Prüfrohres berechnet; es ist eine Spannung
der entsprechenden mittleren Dicke eines Luftspaltes bei zwischen den metallischen Teil des Prüfrohres und einer
70 °C (Wärmeleitfähigkeit der Luft 0,029 3 W /(m · K)) Zuführung der Heizung zur Schutzheizung des Prüf-
entspricht. Die Wirkung anderer mittlerer Dicken des Luft- rohres oder der Prüfrohrmitte anzulegen, deren Größe
spaltes ist proportional zu denen in Tabelle 2. nahe dem berechneten Wert liegt (es sollte kein Strom
ANMERKUNG 1 Tabelle 2 weist aus, dass auch geringe Luft- fließen); wenn Erdung, Schutzheizung und elektrische
spalte einen erheblichen Anteil am Wärmedurchlasswiderstand Isolierung der Temperatur-Messfühler einwandfrei
des Probekörpers haben können. Falls es notwendig ist, kann der sind, wird ihre Anzeige keine Änderung zeigen. Das
Luftspalt durch Auffüllen mit geeignetem Stoff geschlossen werden, Verfahren ist auch bei den Extremwerten der Betriebs-
oder der Probekörper kann axial geschnitten und gegen das Prüf-
temperaturen des Gerätes zu wiederholen (bei hohen
rohr gepresst werden.
Temperaturen kann die elektrische Isolierung eine
ANMERKUNG 2 Der Wärmedurchlasswiderstand durch den erhebliche Verschlechterung aufweisen).
Luftspalt infolge Wärmeübertragung durch Strahlung beträgt
0,11 m 2 · K/W für eine Temperatur von 70 °C, nach Tabelle 2. Das Rauschen jeder automatischen Regeleinrichtung
Dieser Wärmedurchlasswiderstand ist immer größer als das wird anhand der Spezifikation überprüft.
7fache des Wärmedurchlasswiderstandes infolge Wärmeleitung – Temperaturmessungen: Die Temperatur-Messfühler
durch den Luftspalt, und folglich kann die Wirkung der Wärme- werden mit folgendem Verfahren (übernommen von
übertragung durch Strahlung bei diesen Prüfbedingungen ver- 2.4.3 von ISO 8302:1991, siehe [1] in den Literaturhin-
nachlässigt werden. Bei größeren Luftspaltdicken oder hohen weisen) oder einem Verfahren, das entsprechende
Prüftemperaturen kann die Wärmeübertragung durch Strahlung
Ergebnisse liefert, überprüft. Wenn das Gerät mit einer
bedeutsam werden.
temperaturgeregelten Ummantelung ausgerüstet ist,
ist ein Probekörper zu befestigen und die Temperatur
4.5 Gerätefunktionsprüfung der Ummantelung auf einige charakteristische Werte
Die Gerätefunktionsprüfung muss folgendes umfassen: innerhalb ihres Bereiches einzustellen.
– Gerätemaße: Rohrdurchmesser, Länge der Mess- Die Heizeinrichtungen der Prüfrohrmitte oder der
strecke und Luftspaltbreite im Prüfgerät mit geregelten Schutzheizung werden nicht an die Stromversorgung
Rohrenden sind mit einer Messgenauigkeit von 0,5 % angeschlossen. Die Temperaturen der Prüfrohrmitten
in Übereinstimmung mit ähnlichen Anforderungen für müssen innerhalb des Rauschens des Messsystems
die in 8.5 von EN ISO 8497:1994 angegebenen Probe- die Temperatur der Ummantelung annehmen. Die
körpermaße zu messen. Die sich in Kontakt mit dem Temperatur der Prüfrohrschutzheizung muss an die
Probekörper befindliche Oberfläche des Prüfrohres Temperatur der Prüfrohrmitte innerhalb des Rauschens
sollte von der eines idealen Zylinders um nicht mehr als der Messgeräte, die für den Verstimmungsnachweis
0,5 % des mittleren Prüfrohrdurchmessers abweichen. benutzt werden, angeglichen werden. Zu falschen
– Temperaturmessungen, elektrische Anschlüsse und Ergebnissen kann es kommen, wenn die Ummantelung
automatische Regeleinrichtungen: die elektrischen schlecht ausgeführt ist (insbesondere an den Rohrenden)
Anschlüsse sind mit folgendem Verfahren (übernommen oder infolge schlechter Verdrahtung und schlechter
von 2.4.2 von ISO 8302:1991, siehe [1] in den Literatur- Anschlüsse der Temperatur-Messfühler.
hinweisen, oder einem Verfahren, das entsprechende – Verstimmungsbedingte Messabweichungen: Die
Ergebnisse liefert, zu überprüfen. Ein dünner Probe- Gleichung (1), die auf Messungen mit mehreren unter-
körper mit niedrigem Wärmedurchlasswiderstand schiedlichen Verstimmungstemperaturdifferenzen ∆Tg
sollte in das Prüfgerät eingebaut werden, und das an Probekörpern mit mindestens zwei Wärmeleitfähig-
ganze Gerät muss den thermischen Gleichgewichts- keiten (nahezu gleich der erwarteten Mindest- und
zustand mit der Laboratoriumsluft erreichen. Während höchsten Wärmeleitfähigkeit für das Gerät) anwend-
dieser Prüfung ist eine sehr sorgfältige Laboratoriums- bar ist, ermöglicht die Bestimmung von c und F0 mit
vorbehandlung erforderlich. Alle Temperatur-Messfüh- Hilfe des Verfahrens der kleinsten Quadrate. Während
ler sollten Temperaturen anzeigen, die voneinander dieser Experimente müssen alle Prüfbedingungen un-
um weniger als 1 % von der niedrigsten erwarteten verändert bleiben, ausgenommen die Temperatur der
Temperaturdifferenz durch den Probekörper abweichen Prüfrohrschutzheizung, die verändert wird, um die
und in der Nähe der Temperatur der Laboratoriumsluft- jeweiligen Temperaturdifferenzen ∆Tg zu erzielen. Die
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Werte von Fg sind die Differenzen aus den Werten von hängig von der Temperaturdifferenz sein. Das Verfahren
F bei einer vorgegebenen Verstimmung ∆Tg und der ist mit einigen anderen aussagekräftigen mittleren Prüf-
von F unter abgeglichenen Bedingungen. temperaturen zu wiederholen. Die mittleren Prüftemperaturen
ANMERKUNG Dieses Verfahren ist dem in 2.4.4 von müssen den gesamten Temperaturbereich des Gerätes
ISO 8302:1991 beschriebenen gleichwertig, siehe [1] in den umfassen. Wenn die Ergebnisse der Linearitätsprüfung
Literaturhinweisen. nur um einen kleinen Bruchteil eines Prozentpunktes von
– Wärmeverluste an den Rohrenden: Diese Quelle von der erwarteten Wärmestromdichte im Bereich der während
Messabweichungen muss theoretisch abgeschätzt der Messungen erwarteten Wärmestromdichten abweichen,
werden, siehe 4.4.2 und B.1, weil es kein erprobtes ist eine ungünstige Anordnung der Verstimmungs-Tempe-
Norm-Prüfverfahren gibt, um diese zu bewerten. ratur-Messfühler der wahrscheinlichste Grund dafür. Die
Einige Aussagen zu Wärmeverlusten an den Rohrenden durch die Linearitätsprüfung nachgewiesene verstimmungs-
können allerdings gewonnen werden, wenn Bezugs- bedingte Messabweichung hängt von den verwendeten
stoffe oder homogene Stoffe, die bereits in einem Platten- besonderen Prüfbedingungen ab und kann nicht für andere
gerät geprüft wurden, zur Verfügung stehen, um Probe- Prüfbedingungen beurteilt werden. Wenn die Abweichungen
körper zunehmender Dicke herzustellen. der Ergebnisse der Linearitätsprüfung die zulässigen
– Emissionsgrad von Geräteoberflächen: Bei Messungen Werte für verstimmungsbedingte Messabweichungen
mit hohen Temperaturen oder an Stoffen geringer überschreiten, darf das Gerät nicht verwendet werden.
Dichte, wo sich der Dickeneffekt bemerkbar machen Die Ergebnisse der Funktionsprüfungen müssen im Geräte-
kann, kann der Emissionsgrad von Geräteoberflächen, handbuch eingetragen sein. Sie müssen den in
die mit dem Probekörper in Kontakt sind, mit Verfahren EN ISO 8497:1994 festgelegten Anforderungen entsprechen
bestimmt werden, wie denen in Anhang A von und sollten die in 4.4 dieser Norm beschriebenen Berech-
EN 1946-2, indem Metallrohre mit Durchmessern ver- nungen bestätigen, wobei die Messgenauigkeit den Anfor-
wendet werden, die einige Millimeter größer sind als derungen solcher Berechnungen genügen muss.
der Außendurchmesser des Prüfrohres und indem die
Gleichungen (A.1) und (A.2) von EN 1946-2, die für
eine ebene Oberfläche gelten, durch folgende 5 Kalibrierungs- und Wartungskartei
Gleichung für koaxiale Zylinder ersetzt werden. Es muss eine Kalibrierungs- und Wartungskartei geführt
Die Gesamtwärmestromdichte qt kann ausgedrückt werden werden, die Aufzeichnungen zu Wartung, Instandsetzung
als: oder konstruktiven Änderungen am Gerät und zu allen An-
l air gaben über regelmäßige Kalibrierungen, wie in diesem
q t = q r + -----------------------------------------∆ T (4) Abschnitt aufgeführt, sowie zu Kalibrierungen, die in 5.3
0,5 d 0 In ( d 2 ⁄ d 0 ) von EN 1946-1 angegeben sind, enthält.
ANMERKUNG Zu den Temperatur-Messfühlern werden ge-
Dabei ist rechnet: Thermoelemente, Thermosäulen und Widerstandsther-
lair die Wärmeleitfähigkeit von Luft, siehe Gleichung (3); mometer.
d0 der Außendurchmesser des Prüfrohres, in m; Diese Kalibrierungs- und Wartungskartei muss Auf-
d2 der Innendurchmesser des koaxial zum Prüfrohr zeichnungen zu Kalibrierungen und regelmäßigen Über-
verlaufenden Metallrohres, in m; prüfungen der Endkappen enthalten, siehe 7.4 von
EN ISO 8497:1994.
∆T die Temperaturdifferenz zwischen den beiden Ober-
flächen, in K; Zu den Hilfseinrichtungen, für die regelmäßige Kalibrie-
rungen erforderlich sind, gehören: Digitalvoltmeter, Strom-
und qr ist
versorgung, Spannungs- und Stromwandler, Normal-
Widerstände, Dickenwandler usw.
4 σn Tm3 ∆ T Für einige Hilfseinrichtungen kann eine geeignete regel-
q r = -----------------------------------------------------------------
- (5) mäßige Wartung erforderlich sein. Diese muss dann
1 ⁄ ε0 + ( d0 ⁄ d2 ) ( 1 – ε2 ) ⁄ ε2
gemeinsam mit ihrem zeitlichen Ablauf und der Eintragung in
Dabei ist der Kalibrierungs- und Wartungskartei beschrieben werden.
Tm die mittlere Temperatur der beiden Oberflächen, in K; Da es sich beim Rohrprüfverfahren um eine absolute
Methode handelt, dürfen ihre Ergebnisse niemals mit Ergeb-
σn die Stefan-Boltzmann-Konstante, nissen von Messungen an Bezugsstoffen korrigiert werden.
5,67 × 10 –8 W/(m2 · K4); Vielmehr müssen Geräteaufbau und alle zugehörigen
ε0, ε2 die Emissionsgrade der Rohroberflächen. Messeinrichtungen überprüft werden, bis alle Ursachen
der Nichtübereinstimmung gefunden und korrigiert sind.
Bei Stoffen ohne Dickenwirkung braucht der Geräte- Trotzdem wird empfohlen, dass eine Überprüfung mit einem
Emissionsgrad in der Nähe der Raumtemperatur nicht oder mehreren Bezugsstoffen durchgeführt wird, und das
gemessen zu werden, vorausgesetzt, dass die Geräte- nicht nur nach der ersten Funktionsprüfung, sondern auch
oberflächen mit einem nichtmetallischen Anstrich versehen in regelmäßigen Abständen, z. B. einmal im Jahr.
sind (weil dadurch der in 7.11 von EN ISO 8497:1994 fest-
gelegte Grenzwert von 0,8 eingehalten wird).
Linearitätsprüfung (aus 2.4.7 von ISO 8302:1991, siehe [1] 6 Dokument über die Messung
in den Literaturhinweisen): Wenn ein geeigneter thermisch
beständiger Stoff zur Verfügung steht, der eine Wärmeleit- Nach 5.4 von EN 1946-1 muss ein Dokument über die
fähigkeit besitzt, die eine lineare Funktion der mittleren Messung erstellt werden. Ergänzende Angaben zur Vor-
Prüftemperatur ist, wird ein Probekörper aus solch einem bereitung und Vorbehandlung von Probekörpern, zu
Material eingebaut und die Wärmeleitfähigkeit bei einer Messverfahren und zum Erfassen von Daten sind in den
bestimmten mittleren Prüftemperatur mit weit ausein- Abschnitten 8 bis 13 von EN ISO 8497:1994 beschrieben.
anderliegenden Temperaturdifferenzen gemessen. Die Das Dokument über die Messung muss für das jeweilige
kleinste Temperaturdifferenz muss der kleinsten Wärme- Rohrprüfgerät die Kriterien für die Begutachtung des
stromdichte entsprechen, die unter allen möglichen Prüf- Erreichens stationärer Zustände und für die Festlegung
bedingungen zu erwarten ist. Die Ergebnisse müssen unab- des Messintervalls enthalten.
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Messverfahren, die in einer Werkstoffnorm für einen Berechnungen oder experimentelle Funktionsprüfungen können
bestimmten Stoff beschrieben sind, ist gegenüber den in vor der Begutachtung vor Ort verlangt werden.
EN ISO 8497:1994 angegebenen allgemeinen Anforde- Wenn die Geräteausführung nicht der festgelegten Mess-
rungen der Vorzug zu geben. genauigkeit für die vorgesehenen Prüfbedingungen
entspricht, muss das Laboratorium entweder die Geräte-
7 Begutachtung ausführung und -konstruktion überprüfen oder den Bereich
Die Begutachtung ist nach Abschnitt 4 von EN 1946-1 der Prüfbedingungen reduzieren. Wenn es nicht möglich
vorzunehmen. ist, einen geeigneten Bereich der Prüfbedingungen zu
Besonders sorgfältig ist die Begutachtung der Überprü- finden, in dem das Gerät die erforderliche Messgenauig-
fung der Konstruktion, der Messabweichungsanalyse und keit erreicht, erfüllt das Gerät nicht die Zulassungsan-
forderungen.
der Ergebnisse der Funktionsprüfung vorzunehmen, die
im Gerätehandbuch enthalten sind. Es wäre zweckmäßig, eine oder mehrere der in 4.5 ange-
ANMERKUNG Dies ist wesentlich, um sicherzustellen, dass die gebenen Funktionsprüfungen zu wiederholen.
vorgeschriebenen Messgenauigkeiten bei allen Prüfbedingungen Die Zulassung darf nicht ohne Eignungsprüfungen erteilt
eingehalten werden, wenn Akkreditierung beantragt wird. Zusätzliche werden.

Anhang A
(normativ)
Grenzwerte für Gerätefunktion und Prüfbedingungen – Rohrprüfgerät-Verfahren
A.1 Messgenauigkeit und Vergleichpräzision, Stabilität und Gleichmäßigkeit
Abschnitt in
Beschreibung Wert
EN ISO 8497:1994

7.9 Geforderte Messgenauigkeit des Systems zur Messung der mittleren ± 0,5 %
Leistung der Messstrecke

7.10 Höchstzulässige Temperaturschwankung der Umgebungsluft bei einer ± 1K


Temperaturdifferenz zwischen Prüfrohr und Umgebungsluft unter 200 K

7.10 Höchstzulässige Temperaturschwankung der Umgebungsluft bei einer ±2K


Temperaturdifferenz zwischen Prüfrohr und Umgebungsluft über 200 K

8.5 Geforderte Messgenauigkeit der Außenmaße des Probekörpers ± 0,5 %

9.2 Höchstzulässige Schwankungen der Umgebungstemperatur ±1K

9.2 Geforderte Stabilität der Umgebungstemperatur, bezogen auf die ±1%


Temperaturdifferenz zwischen Prüfrohr und Umgebung

9.4 Höchstzulässige Messabweichung bei der Messung des durch die 1%


Temperaturdifferenz über dem Spalt hervorgerufenen Wärmestroms

9.4 Höchstzulässige Verstimmung, bezogen auf das Temperaturgefälle 0,5 %


durch den Probekörper

9.5.2.2 Höchstzulässiger axialer Wärmestrom des Probekörpers in Prozent der 1%


mittleren Wärmezufuhr zur Messstrecke

9.5.3 Mindestbeobachtungsdauer für die Bestimmung der geforderten Daten 0,5 h


nach Erreichung stationärer Bedingungen

9.5.3 Höchstzulässige Differenz von mittlerer Leistung und mittlerer Temperatur 1%


in der vierten Beobachtungsperiode von den in den anderen drei Beob-
achtungsperioden gemessenen Mittelwerten

10.1.3 Höchstzulässige Differenz von mittlerer Leistung und mittlerer Temperatur 1%


in der vierten Beobachtungsperiode von den in den anderen drei Beob-
achtungsperioden gemessenen Mittelwerten

10.2.2.2 Geforderter Mindestabstand von der Prüfgerätemitte zu der Messstelle, an 200 mm


der das Thermoelement nach dem van-Rinsum-Verfahren angebracht ist
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A.2 Anforderungen an die Gerätekonstruktion


Abschnitt in
Beschreibung Wert
EN ISO 8497:1994

7.3 Größte Spaltbreite zwischen den Schutzheizungen und der Messstrecke 4 mm


des Prüfgerätes

7.3 Größter Abstand zwischen Spalt und Lötstelle der auf dem Prüfrohr ange- 25 mm
brachten Abgleichthermoelemente

7.4.1 Mindestanzahl Thermoelemente auf der Oberfläche des Kalibrierrohres 4

7.4.1 Größter Thermoelementdurchmesser bei Befestigung auf der Oberfläche 0,64 mm


des Kalibrierrohres zur Messung seiner Temperatur

7.5 Empfohlene Mindestanzahl Thermoelemente in der Rohrmessstrecke 4


zur Messung ihrer Oberflächentemperatur

7.5 Abstand zwischen den Thermoelementen in der Rohrmessstrecke zur 150 mm


Messung ihrer Oberflächentemperatur

7.6 Größter Thermoelementdurchmesser bei Messung metallischer Ober- 0,63 mm


flächen

7.6 Größter Thermoelementdurchmesser bei Messung nichtmetallischer 0,4 mm


Oberflächen

7.10 Hemisphärischer Mindest-Emissionsgrad der vom Prüfgerät aus betrach- 0,85


teten Oberflächen

7.11 Hemisphärischer Mindest-Emissionsgrad der Innenflächen der Ummante- 0,80


lung oder zusätzlichen Dämmung

8.6.2.1 Mindestlänge von Verbindungsdrähten von Thermoelementen, die sich 100 mm


in Kontakt mit nichtmetallischen Oberflächen befinden müssen

8.6.2.1 Empfohlene Größe für Metallbleche zur Befestigung der Thermo- 20 mm × 20 mm


elemente bei Probekörperoberflächen mit ungleichmäßiger Temperatur

8.6.2.2 Mindestlänge von Verbindungsdrähten von Thermoelementen, die sich 10 mm


in Kontakt mit metallischen Oberflächen befinden müssen

8.7 Empfohlener Abstand für Thermoelemente von jeder Spaltseite 45 mm


9.1 Empfohlener Temperaturbereich während der meisten Maßbestimmungen von 10 °C
bis 35 °C

A.3 Annehmbare Probekörper-Kenngrößen


Abschnitt in
Beschreibung Wert
EN ISO 8497:1994

8.5 Größte Abweichung des Probekörperaußenmaßes über seine gemittelte 5%


gemessene Messstreckenlänge

A.4 Annehmbare Prüfbedingungen


Abschnitt in
Beschreibung Wert
EN ISO 8497:1994

8.4 Empfohlene Temperaturbereiche für trockene Probekörper, ausgenommen, 102 °C bis 120 °C
der Probekörper würde ungünstig beeinflusst

9.5.3 Geforderte Mindestmessdauer 0,5 h


10.1.3
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Anhang B
(informativ)
Axialer Wärmestrom und Temperaturgleichmäßigkeit
B.1 Axialer Wärmestrom und größte Probekörperdicke
Die Messabweichung Ee = Fe/F infolge des axialen Wärmestroms Fe in dem Prüfgerät mit geregelten Rohrenden kann
nach folgender Gleichung berechnet werden:
d eq  cosh ( π ( b + l ) ⁄ d eq ) + 1 cosh ( π ( b + l ) ⁄ d eq ) – 1 
E e = ------ - + ( 1 – e ) In --------------------------------------------------------
- e In --------------------------------------------------------- - – 1 (B.1)
π/  cosh ( π b ⁄ d ) + 1 cosh (π b ⁄ d eq ) – 1  
 eq

Dabei ist
b die Länge jeder Schutzheizung am Prüfrohrende;
l die Hälfte der Messstreckenlänge L;
e eine Zahl, definiert in 4.4.2.2;
deq eine äquivalente Probekörperdicke, definiert als:
deq = 0,5 d2 ln (d2/d0)
und
d0 der Außendurchmesser des Prüfrohres;
d2 = 2 (Probekörperdicke) + d0 ist der Außendurchmesser des Probekörpers.
ANMERKUNG Obige Gleichung ist das zweidimensionale Äquivalent der in 2.2.1 von ISO 8302:1991 angegebenen Gleichung, siehe [1]
in den Literaturhinweisen (der Ausdruck in geschweiften Klammern ist hier nicht quadriert). Die Einführung der äquivalenten
Probekörperdicke deq ist gleichwertig der Messabweichung infolge des axialen Wärmestroms zu der in einer zweidimensionalen Schicht,
die von derselben Wärmestromdichte an der äußeren Oberfläche des Probekörpers durchquert wird. Diese Annahme ist geeignet, einen
konservativen Schätzwert der Messabweichung Ee zu liefern.
Tabelle B.1 zeigt für einige Prüfgerätemaße und Probekörperdicken die Messabweichung infolge des axialen Wärme-
stroms nach Gleichung (B.1), wenn keine Dämmung an den Rohrenden vorhanden ist, und wenn das Temperaturverhältnis
an den Rohrenden e, siehe 4.4.2.2, gleich Null gesetzt wird. Letztere Annahme ist für Prüfgeräte in einer Umgebung, deren
Temperatur geringer ist als die jedes Teils des Prüfgerätes oder Probekörpers, zulässig. Messabweichungen sind fett
gedruckt, wenn die Werte größer als 1 % sind, siehe 4.4.2.1, wenn sie größer als 10 % sind, werden sie nicht angegeben.
Bei größeren Probekörperdicken können bei Verwendung einer Dämmung an den Rohrenden zusätzliche Schutzheizungen
oder Gradientenschutzheizungen benutzt werden.
Wird eine zusätzliche äußere Schutzheizung verwendet, ist die Messabweichung infolge des axialen Wärmestroms mit einer
Weite der Schutzheizung, die sich aus der Summe der Weiten der Haupt- und Zusatzschutzheizungen ergibt, zu berechnen.

Tabelle B.1 – Messabweichungen infolge Wärmeverlustes an den Rohrenden ohne Dämmung an den
Rohrenden und mit einem Temperaturverhältnis der Rohrenden von e = 0
Maße in Millimeter
Breite der Rohr- Messabweichung in % für verschiedene Probekörperdicken
Außenmaß Rohrmitte Schutz- durch-
heizung messer 25 40 60 100 150
deq 30,4 52,9 86,7 165 277
1 000 400 300 100 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,17 % 02,69 %
1 000 700 150 100 0,00 % 0,00 % 0,07 % 1,77 % 10,00 %
1 000 800 100 100 0,00 % 0,02 % 0,37 % 4,22 % –
deq 34,7 62,1 104 201 340
1 000 400 300 050 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,57 % 05,95 %
1 000 700 150 050 0,00 % 0,01 % 0,21 % 3,68 % –
1 000 800 100 050 0,00 % 0,06 % 0,83 % 7,53 % –
deq 41,2 75,3 127 247 417
1 000 400 300 025 0,00 % 0,00 % 0,03 % 1,62 % –
1 000 700 150 025 0,00 % 0,03 % 0,58 % 7,16 % –
1 000 800 100 025 0,00 % 0,19 % 1,80 % – –
deq 50,3 92,6 156 301 503
1 000 400 300 0,012,5 0,00 % 0,00 % 0,12 % 3,76 % –
1 000 700 150 0,012,5 0,00 % 0,10 % 1,43 % – –
1 000 800 100 0,012,5 0,00 % 0,50 % 3,59 % – –
deq 62,5 114,5 192 364 602
1 000 400 300 10,06,5 0,00 % 0,01 % 0,43 % 7,50 % –
1 000 700 150 10,06,5 0,01 % 0,34 % 3,12 % – –
1 000 800 100 10,06,5 0,07 % 1,21 % 6,59 % – –
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Wenn das Prüfgerät mit einer Ummantelung mit einer höheren Temperatur als der Umgebungstemperatur betrieben und
keine Dämmung an den Rohrenden des Prüfgerätes verwendet wird, kann das Temperaturverhältnis der Rohrenden kleiner
als 0 (negativ) sein, wodurch die Messabweichung infolge des axialen Wärmestroms größer werden kann als der in Tabelle
B.1 angegebene Wert.
BEISPIEL Eine mittlere Prüftemperatur von 85 °C, eine Temperaturdifferenz durch den Probekörper von 100 °C und eine Laboratoriums-
temperatur von 25 °C ergibt e = –0,1.
Tabelle B.1 beruht auf reinen Leitungsmodellen. Bei Stoffen geringer Dichte (z. B. weniger als 20 kg/m3) oder Probe-
körpern, die bei hohen Temperaturen geprüft werden, wo eine starke Wärmeübertragung infolge Strahlung auftritt, ist die
Messabweichung Ee größer, und es ist in jedem Fall anzustreben, die üblichen Dicken, die nach den Werten von
Tabelle B.1 zulässig sind, nicht zu überschreiten, es sei denn, die Berechnungen der Messabweichungen der Wärmever-
luste an den Rohrenden beinhalten eine Kombination der Wärmeübertragung durch Leitung und durch Strahlung.
Die in diesem Abschnitt ausgeführten Angaben setzen isotrope Probekörper voraus und sind nicht für die Bewertung der
Funktion von Geräten geeignet, die für die Prüfung anisotroper oder geschichteter Probekörper vorgesehen sind.

B.2 Bewertung der Temperaturungleichmäßigkeit auf der äußeren Oberfläche des Probekörpers
Bei dem Versuch, die Temperaturungleichmäßigkeit der äußeren Oberfläche des Probekörpers zu bewerten, darf der
Wärmeübergangskoeffizient durch Strahlung hr durch die Näherung h r = 4 ε σn T m 3 dargestellt werden, wobei σ die Stefan-
n
Boltzmann-Konstante, ε den hemisphärischen Gesamt-Emissionsgrad der Probekörperoberfläche und Tm den arithmetischen
Mittelwert der Temperatur T 2 der Probekörperoberfläche (gemessen nach 7.6 und 8.6 von EN ISO 8497:1994) bedeuten,
und die mittlere Strahlungstemperatur der Oberflächen von der äußeren Oberfläche des Probekörpers aus „gesehen“ wird.
Die Ungleichmäßigkeit dieser Temperaturen ist eine der Quellen der Temperaturungleichmäßigkeit der Probekörperober-
fläche.
Die zweite Quelle für eine Temperaturungleichmäßigkeit ist darauf zurückzuführen, dass der Wärmeübergangskoeffizient
infolge natürlicher Konvektion hc längs des Probekörperumfanges nicht gleichmäßig ist. Um lokale Werte von hc zu bewer-
1 ⁄4
ten, ist folgender Ausdruck zu verwenden: Nu = 0,604 Gr F ( a ), wobei Nu = h c d 2 ⁄ l air die Nusselt-Zahl bedeutet, λair
3
die Wärmeleitfähigkeit von Luft, siehe 4.4.9, und Gr = d 2 g ( T 2 – T a )/v 2 ( T 2 – T a ) ⁄ 2 die Grashof-Zahl, g die Fall-
beschleunigung, Ta die Lufttemperatur, v die kinematische Viskosität sind; ( T 2 – T a ) ⁄ 2 ist in K anzugeben. Die
Funktion F (α) drückt die Veränderung des Wärmeübergangskoeffizienten in Abhängigkeit von der Winkelposition α aus,
die von der horizontalen Position aus gemessen wird und nachstehend angegeben ist:

α –90° –60° –30° 0° 30° 60° 75° 90°


Φ(α) 0,76 0,75 0,72 0,66 0,58 0,46 0,36 0

------------ untere Hälfte ---------- --------------------- obere Hälfte ---------------------

Obiger Ausdruck und die Zahlenwerte wurden für Gr im Bereich 25 000 bis 50 000 experimentell bestätigt.
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Anhang C
(informativ)
Berechnungen einiger Messabweichungen des Rohrprüfgerätes

C.1 Allgemeines
In diesem Anhang werden Analysen der Messabweichungen für gebräuchliche Gerätemaße aufgeführt. Wenn das zu
betrachtende Gerät der in diesem Anhang angegebenen Konstruktion entspricht, brauchen keine weiteren Berechnungen
durchgeführt zu werden. Anderenfalls können analoge Berechnungen für das jeweilige Gerät durchgeführt werden. Für drei
Geräte wurden die Hauptgeräte-Kenngrößen und -Prüfbedingungen vorgegeben und in Tabelle C.1 zusammengestellt. Die
Geräte A und B sind Prüfgeräte mit geregelten Rohrenden, Gerät C ist ein Prüfgerät mit berechneten Rohrenden.

Tabelle C.1 – Hauptgeräte-Kenngrößen des Rohrprüfgerätes und Prüfbedingungen

Prüfgerät

A B C

– Gesamtrohrlänge, in mm 1 000 1 000 1 000

– Messstreckenlänge, in mm (Spaltmitte zu Spaltmitte) 1 600 1400 –

– Schutzheizungslänge des Rohres, in mm 1200 1300 –


(Spaltmitte zu äußerem Schutzheizungsende)

– Rohrdurchmesser, in mm 1100 0025 50

– Größte Spaltbreite, in mm 1106 0004 –

– Mindest-Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers, 11000000,015 00000000,015 00000000,015


in W/(m · K )

– Höchste Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers, 110000,2 000000,2 000000,2


in W/(m · K )

– Größte Probekörperdicke, in mm 1095 0085 0085


(siehe C.2 und 4.4.2)

– Größte Rohrdicke, in mm (z. B. Kupfer, 400 W/(m · K)) 1105 0002 0003

– Größter Gesamtquerschnitt von Kupferdrähten 1106 0006 –


(400 W/(m · K)), die beide Spalten durchqueren, in mm2

– Größter Gesamtquerschnitt von Drähten, die nicht 1106 0006 –


aus Kupfer bestehen (100 W/(m · K)), die die Spalte
überqueren, in mm2

– Größter Gesamtquerschnitt mechanischer 3 240 1832 –


Verbindungen (0,3 W/(m · K)), durch beide Spalten (15 × 27) (8 × 13)
(acht Blöcke mit den Maßen, wie in Klammern in mm
für jedes Gerät angegeben)

C.2 Größte Probekörperdicke

Prüfgerät

A B C

Größte Probekörperdicke, in mm, für die Geräte-


maße nach Tabelle B.1 (oder ihre Interpolation), um
100 1) 901) 852)
die Wärmeverluste an den Rohrenden nach 4.4.2
unter 1 % zu halten.

1) Siehe Anhang B und Tabelle B.1


2) Siehe 4.4.2.3 in dieser Norm und Bild 3 in EN ISO 8497:1994
(Nukyiama-Korrektur) für n = 0,6 und S = 25 mm
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C.3 Verstimmungsbedingte Messabweichung


Prüfgerät

A B C

Der Wert von c, in m, nach 4.4.4, beträgt: 0,630 0,171 –

Dies entspricht den Produkten l c in W /K:

– für die Mindest-Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,009 44 0,002 57 –


l = 0,015 W/(m · K), siehe Tabelle C.1

– für die höchste Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,126 0,034 2 –


l = 0,2 W/(m · K), siehe Tabelle C.1

Der Term F0 ist die Summe aus:


Fa durch die Luft im Spalt (Wärmestrom zwischen zwei Kreisflächen mit
dem Durchmesser d0 und dem Abstand g;
bei 70 °C, lair = 0,029 3 W /(m · K);
Fr durch Strahlung durch den Spalt (Wärmestrom zwischen zwei Kreis-
flächen mit dem Durchmesser d0 und dem hemisphärischen Gesamt-
emissionsgrad ε = 0,9; die mittlere Temperatur beträgt 70 °C);
Fm durch die mechanischen Verbindungen durch den Spalt (Gesamtquer-
schnitt und Wärmeleitfähigkeit wie in Tabelle C.1);
Fc durch Kupferdrähte (Gesamtquerschnitt und Wärmeleitfähigkeit wie in
Tabelle C.1);
Fw durch Metalldrähte (Kupfer ausgenommen; Gesamtquerschnitt und
Wärmeleitfähigkeit wie in Tabelle C.1)
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Prüfgerät

A B C

Der Term Fa, in W/K, beträgt: 0,076 7 0 0,0007 19 –


Der Term Fr, in W/K, beträgt: 000,118 0 0,007 36 –
Der Term Fm, in W/K, beträgt: 000,162 0 0,062 4 –
Der Term Fc, in W/K, beträgt: 000,400 0 0,600 –
Der Term Fw, in W/K, beträgt: 000,100 0 0,150 –

Der Term F0, in W/K , beträgt: 000,856 0 0,827 –

Durch Addition von l c beträgt die Summe (F0 + l c), in W/K:


– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W/(m · K) 000,865 0 0,830 –
– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K ) 000,982 0 0,861 –

Bei einer angenommenen Temperaturdifferenz durch den Probekörper von 40 K bei einer Wärmeleitfähigkeit des Probe-
körpers von 0,015 W /(m · K) und einer Temperaturdifferenz durch den Probekörper von 20 K bei einer Wärmeleitfähig-
keit des Probekörpers von 0,2 W/(m · K) betragen die entsprechenden längenbezogenen Wärmestromdichten F/L bei
größter Probekörperdicke, siehe Gleichung (5) von EN ISO 8497:1994 für L = 1, in W /m:

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W/(m · K) 003,43 0 1,79 –


– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K ) 022,88 11,94 –

und die Wärmeströme, in W, durch den Rohrmittenabschnitt der Länge L betragen:

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W /(m · K) 002,06 0 0,72 –


– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K ) 013,73 0 4,78 –

Um eine Messabweichung von weniger als 1 % sicherzustellen, siehe 4.3.3, muss der Wert von DTg, in mK, kleiner sein
als:

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W /(m · K) 023,8 0 8,64 –


– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K ) 139,8 55,5 –

Bei Annahme einer Abgleichthermosäule mit 8 Elementen mit einer Thermospannung von 45 µV/K je Element muss
der elektrische Abgleich in µV besser sein als:

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W /(m · K) 008,6 0 3,1 –


– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K ) 050,3 20,0 –

Der höchste annehmbare Wert für DTg wird mit der Messgenauigkeit der Temperaturabgleichthermosäule für den Nach-
weis der Temperaturverstimmung über dem Spalt verglichen. Die Berechnungen können wie nachfolgend beschrieben
durchgeführt werden.
Die oben berechneten längenbezogenen Wärmestromdichten F/L , in W/m, entsprechen bei der größten Probekörper-
dicke den folgenden Wärmestromdichten, in W/m2, bei Kontakt der Rohroberfläche mit dem Probekörper:

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W /(m · K) 010,9 22,8 –


– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K ) 072,8 152,1 –

Bei Betrachtung der oben berechneten Wärmestromdichten, die das Metallrohr (Kupfer, 400 W/(m · K)) durchfließen,
betragen die Temperaturdifferenzen, in mK, über dem Rohr, nach Gleichung (5) von EN ISO 8497:1994:

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W /(m · K) 000,14 0 0,12 –


– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K ) 000,96 0 0,83 –

Diese Werte sind geringer als die höchsten annehmbaren Werte für DTg, und demzufolge ist jeder Ort längs der Dicke
des Heizmetallrohres zufriedenstellend. Folglich erfordert die Spaltausführung von Bild D.3a) von EN 12667 (Thermo-
säulen-Lötstellen in Löchern innerhalb des Metallrohres) unter obigen Annahmen keine weiteren Kontrollen, während
alle anderen Lösungen eine Analyse der Ungleichmäßigkeit des Wärmedurchlasswiderstandes zwischen Metallrohr und
Thermosäulen-Lötstelle erforderlich machen.
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Prüfgerät

A B C

Bei Thermosäulen, die in Kunststoffplatten eingebettet sind (wie z. B. in Bild 4a) von ISO 8302:1991, siehe [1] in den
Literaturhinweisen) entspricht die Wirkung eines Lufteinschlusses von 0,01 mm Dicke (Wärmeleitfähigkeit von Luft
0,029 W/(m · K)) oder die Wirkung eines Dickenunterschiedes von 0,1 mm der Kunststoffschicht (Wärmeleitfähigkeit von
Kunststoff 0,029 W/(m · K)) zwischen den Lötstellen auf jeder Seite des Spaltes und des Metallrohres einem Wärmedurch-
lasswiderstand von 0,000 345 m2 · K/W. Wenn die oben berechneten Wärmestromdichten den Wärmedurchlasswiderstand
von 0,000 345 m2 · K/W durchqueren, werden sich Temperaturdifferenzen, in mK, über ihm wie folgt ergeben:

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W/(m · K) 0003,77 0007,87 –


– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K) 0025,1 0052,4 –

Daraus folgt, dass eine Spaltausführung wie in Bild 4a) von ISO 8302:1991, siehe [1] in den Literaturhinweisen, d. h. die
in Kunststoffplatten befestigte Thermosäule, für Gerät B kritisch ist, selbst wenn besondere Sorgfalt aufgewendet wird,
Lufteinschlüsse und lokale Ungleichmäßigkeiten sind bei der Montage von Thermosäulen-Lötstellen zu vermeiden.

C.4 Messabweichung bei der gemessenen elektrischen Leistung


Diese Messabweichung ist nach 7.9 von EN ISO 8497:1994 auf 0,5 % zu begrenzen.

C.5 Messabweichung bei der Festlegung der Messfläche


Die Messfläche ist als die Fläche definiert, die durch die Linien durch die Mitte der Spalte begrenzt wird. Eine Messun-
sicherheit gleich der der Spaltbreite (1 %) zuzüglich 0,1 % infolge mechanischer Toleranzen, kann akzeptiert werden, d. h.:
Prüfgerät
A B C
1,1 % 1,1 % –
Die Messunsicherheit von 1 % reduziert sich auf 0,2 %, wenn die Probekörperdicke mindestens zehnmal größer als die
Spaltbreite g ist.

C.6 Messabweichung bei der Temperaturdifferenz


Für Thermoelemente der Sonderausführung T, die etwa bei Raumtemperatur arbeiten, werden Differenzschaltungen
vorausgesetzt. Nach 4.4.7 kann eine Messunsicherheit von 0,4 % bei der Kalibrierung angenommen werden.
Die Messgenauigkeit des Messgerätes muss 0,2 % betragen.
Die Temperaturgleichmäßigkeit wird mit 0,5 K und 0,7 K für das Rohr bzw. die äußere Oberfläche des Probekörpers ange-
nommen. Die resultierenden Messabweichungen werden halb so groß wie die gerade genannten Werte angenommen, und
diese ergeben für die Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate der Messabweichungen eine Messunsicherheit von
0,43 K. Dies bedeutet 1,1 % für eine Temperaturdifferenz von 40 K und 2,2 % für eine Temperaturdifferenz von 20 K.
Die Summe obiger Messabweichungen beträgt 1,7 % für eine Temperaturdifferenz von 40 K und 2,8 % für eine Temperatur-
differenz von 20 K .

C.7 Messabweichung bei der Messung der Probekörperaußenmaße


Nach 8.5 von EN ISO 8497:1994 ist die Messabweichung bei der Messung der Außenmaße des Probekörpers auf 0,5 %
zu begrenzen, was bei Anwendung auf einen dünnen Probekörper, dessen Außendurchmesser näherungsweise gleich
dem Rohrdurchmesser ist, zu folgenden absoluten Messabweichungen in mm führt:
Prüfgerät
A B C
0,50 0,13 0,25

C.8 Messabweichung infolge ungenügenden Kontaktes zwischen Prüfgerät und Probekörper


Kontaktwiderstände zwischen Probekörper und Prüfgerät werden bei Vorhandensein eines Luftspaltes bei kleinen Wärme-
durchlasswiderständen des Probekörpers dann kritisch, wenn die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers bestimmt oder eine
Extrapolation der Messung eines Probekörpers mit vorgegebenen Maßen auf Probekörper mit davon abweichenden Maßen
notwendig wird.
Bei der Untersuchung eines Probekörpers mit einer zu messenden höchsten Wärmeleitfähigkeit (0,2 W/(m · K)) betragen
genau bei größten Probekörperdicken (100 mm, 90 mm und 85 mm für Prüfgerät A, B bzw. C) die entsprechenden
Wärmedurchlasswiderstände bezogen auf die Rohroberfläche in m2 · K/W :
Prüfgerät
A B C
0,275 0,132 0,185
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EN 1946-5:2000

Ein Luftspalt von 1 mm Dicke hat bei 70 °C einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,0342 m2 · K/W. Werden Probekörper
mit den oben angegebenen Wärmedurchlasswiderständen geprüft, ergibt die Messabweichung infolge Vorhandenseins
eines Luftspalts von 1 mm Dicke folgende Werte in Prozent:
Prüfgerät
A B C
12,4 % 26,0 % 18,4
Wird diese Berechnung für einen Probekörper mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,015 W/(m · K) wiederholt, ergibt sich als
Messabweichung:
Prüfgerät
A B C
0,93 % 1,95 % 1,38
Diese Messabweichung kann deshalb für Probekörper mit geringen Wärmedurchlasswiderständen überaus wichtig sein,
wenn die Wärmeleitfähigkeit des Stoffes Prüfgegenstand ist.

C.9 Voraussichtliche höchste Messabweichung


Die voraussichtliche höchste Messabweichung in Prozent wird aus den in C.2 bis C.8 berechneten Einzelkomponenten
bestimmt.

Prüfgerät

A B C
Verstimmungsbedingte Messabweichung 1,0 % 1,0 % –%
Wärmeverlust an den Rohrenden 1,0 % 1,0 % –%
Messabweichung bei der gemessenen elektrischen Leistung 0,5 % 0,5 % 0,5 %
Messabweichung bei der Festlegung der Messfläche 1,1 % 1,1 % –%
Messabweichung bei der Temperaturdifferenz von 20 K 2,8 % 2,8 % 2,8 %
Messabweichung bei den Außenmaßen 0,5 % 0,5 % 0,5 %
Nach Summierung beträgt die höchste Messabweichung: 6,9 % 6,9 % 3,8 %
Die Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate der Messabweichungen
ergibt als höchste Messabweichung: 3,4 % 3,4 % 2,9 %
Zufällige Messabweichungen infolge zufälligen Driftens der Messgeräte und automatischer Regelsysteme, die durch Mittel-
wertbildung vieler Messungen minimiert werden, wurden bei dieser Messabweichungsanalyse nicht berücksichtigt.
Die oben angegebenen Messabweichungen gelten, wenn der Wärmedurchlasswiderstand infolge Vorhandenseins eines
Luftspalts in dem Wärmedurchlasswiderstand der zu prüfenden Rohrdämmung enthalten ist. Wenn die Wärmeleitfähigkeit
Prüfgegenstand ist, ist die Messabweichung infolge ungenügenden Kontaktes zu addieren. In C.8 wurden die folgenden
Messabweichungen für eine festgelegte Reihe von Prüfbedingungen berechnet.

Prüfgerät

A B C
– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K) 12,4 % 26,0 % 18,4 %
– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W/(m · K) 000,93 % 001,95 % 001,38 %
Die Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate dieser und oben aufgeführter Messabweichungen führt zu höchsten
wahrscheinlichen Messabweichungen von:

Prüfgerät

A B C

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,2 W/(m · K) 12,9 % 26,2 % 18,7 %

– für die Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers 0,015 W/(m · K) 03,5 % 03,9 % 03,2 %

Literaturhinweise
[1] ISO 8302:1991, Thermal insulation – Determination of steady-state thermal resistance and related properties –
Guarded hot plate apparatus.