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 Gewinnermittlu

ngsmethoden
 Einleitung
Überblick über die Gewinnermittlungsmethoden
Vorlesen
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In den folgenden Kurseinheiten lernen Sie die Methoden der Gewinnermittlung.

Ziel ist es, dass Sie die folgenden Verfahren beherrschen:

 den allgemeinen
Betriebsvermögensvergleich,
 den besonderen
Betriebsvermögensvergleich und
 die Einnahmen-
Überschussrechnung.

Hierbei müssen Sie insb. die Begriffe der Einlagen und der Entnahmen kennen und die Konsequenz des
Maßgeblichkeitsprinzips. Schließlich ist die Kenntnis der sog. Zinsschranke sehr wichtig. Machen Sie sich
zunächst den Aufbau des § 4 EStG klar.

Aufbau des § 4 EStG

EXPERTENTIPP

 § 4 I EStG Gewinnbegriff
 § 4 II EStG Bilanzänderung
 § 4 III EStG Einnahmen-
Überschuss-Rechner
 § 4 IV EStG Definition des
Begriffs „Betriebsausgabe“
 §4V
EStG Betriebsausgaben, die
als solche steuerlich nicht
anerkannt werden, die also
wieder hinzugerechnet
werden müssen, wenn sie
vorher abgezogen wurden
 § 4 V b EStG die
Gewerbesteuer ist keine
Betriebsausgabe
 § 4 VII EStG die
Aufwendungen, für die
Abzugsverbote nach § 4 V 1
Nr. 1 – 4, 6b und 7
EStG bestehen, müssen
einzeln und getrennt von den
sonstigen Betriebsausgaben
aufgezeichnet werden.

Gewinneinkunftsarten und Überschusseinkunftsarten


Das Einkommensteuerrecht unterscheidet

 Gewinneinkunftsarten und
 Überschusseinkunftsarten.

Für die Gewinneinkunftsarten ist der steuerlich relevante Gewinn zu ermitteln. Hierfür existieren


unterschiedliche Gewinnermittlungsmethoden:

 Betriebsvermögensvergleich
o allgemein (§ 4 I EStG) und
o besonders (§ 5 I 1 EStG),
 Gewinnermittlung durch
Einnahmen-Überschussrechnung
(§ 4 III EStG),
 Gewinnermittlung nach
Durchschnittssätzen bei Land- und
Forstwirten (§ 13a EStG).

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 1Lückentext Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3Paarbildung I
 4Paarbildung II
 5Zuordnen I
 6Paarbildung III
 7Paarbildung IV
Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 7
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Der § 4 EStG enthält u.A. die Vorschrift, dass die Gewerbesteuer keine  ist.

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Handelsbilanz und Steuerbilanz


Vorlesen

Handelsbilanz
Die Bilanz nach HGB gibt den Stand des Vermögens und der Schulden zu einem ganz bestimmten
Zeitpunkt, dem sog. Stichtag, wieder. Die zum Stichtag bilanzierten Werte verändern sich im Laufe der
Geschäftstätigkeit. Dabei bewirkt jede Änderung einer Position die Änderung mindestens einer weiteren
Position in der Bilanz.

Die Bilanzierungspflicht ist in § 242 HGB geregelt. Diese Vorschrift verlangt die Aufstellung einer Bilanz
zu Beginn der Geschäftstätigkeit und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres.

Steuerbilanz
Die Steuerbilanz hingegen ist eine Aufstellung des Betriebsvermögens auf Grundlage des Steuerrechts
(insbesondere des Einkommensteuergesetzes). Dabei richtet sich die Steuerbilanz im Gegensatz zur
Handelsbilanz an das Finanzamt.

Unterschied zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz


In dem nachfolgenden Lernvideo wird ein Überblick über den Unterschied
zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz gegeben.
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"Spielregeln"
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 1Zuordnung I
 2Lückentext I
 3Zuordnen II
Zuordnung I

Aufgabe 1 von 3

Ordnen Sie der Aktivseite bzw. der Passivseite die jeweiligen Gliederungspunkte der Bilanz
zu.

AKTIVSEITE

PASSIVSEITE

 Eigenkapital
 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
 Umlaufvermögen
 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten
 Fremdkapital
 Anlagevermögen
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 Allgemeiner
Betriebsvermö
gensvergleich
Betriebsvermögensvergleich
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Den allgemeinen Betriebsvermögensvergleich haben

 Land- und Forstwirte anzustellen,


die zur Buchführung verpflichtet
sind,
 Land- und Forstwirte, die freiwillig
Bücher führen sowie
 Freiberufler, die freiwillig Bücher
führen.
Man versteht unter dem Begriff des „Gewinns“ den Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen
am Schluss des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangenen
Wirtschaftsjahres, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen (§ 4 I
1 EStG). Entnahmen sind hierbei alle Wirtschaftsgüter (Barentnahmen, Waren, Erzeugnisse, Nutzungen
und Leistungen), welche der Steuerpflichtige dem Betrieb für sich, für seinen Haushalt oder für andere
betriebsfremde Zwecke im Laufe des Wirtschaftsjahrs entnommen hat (§ 4 I 2 EStG).

Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich


Das Schema der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich lautet wie folgt:

EXPERTENTIPP

Betriebsvermögen (= Vermögen abzgl. Schulden) am Schluss des laufenden Wirtschaftsjahrs


- Betriebsvermögen (= Vermögen abzgl. Schulden) am Schluss des vorangegangen Wirtschaftsjahres
= Unterschiedsbetrag (= Reinvermögensänderung)
+ Entnahmen
- Einlagen
= Ergebnis des Wirtschaftsjahres
+ nicht abzugsfähige Betriebsausgaben
- steuerfreie Betriebseinnahmen
= Gewinn/Verlust

Beispiel zum Betriebsvermögensvergleich

BEISPIEL

Beispiel:
Einzelunternehmer Wilhelm aus München-Schwabing hat am 31.12. ein Betriebsvermögen in Höhe von
300.000 €. Im folgenden Wirtschaftsjahr entnimmt er der Firmenkasse 50.000 € in bar. Darüber hinaus
überträgt er ein Grundstück aus seinem Privatvermögen in das Betriebsvermögen, der Einlagewert liegt
bei 200.000 €. Am Ende des Jahres beträgt das Betriebsvermögen 550.000 €.

Ermittle den Gewinn nach allgemeinem Betriebsvermögensvergleich.

Man rechnet folgendermaßen:

Betriebsvermögen Ende des 550.000 €


Wirtschaftsjahres

- Betriebsvermögen Ende des Vorjahres -300.000 €


+ Entnahmen 50.000 €

- Einlagen -200.000 €

= Gewinn des Wirtschaftsjahres = 100.000 €.

EXPERTENTIPP

Eine Entnahme ist also gewinnerhöhend zu verbuchen, eine Einlage entsprechend gewinnmindernd.

 1Lückentext
Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3MC-Aufgabe Nr. 2
 4Schema Betriebsvermögensvergleich

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Das Betriebsvermögen am Schluss des laufenden Wirtschaftsjahrs abzgl. dem


Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangen Wirtschaftsjahres ergibt

die  .

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Betriebseinnahmen
Vorlesen

Im Unterschied zu den Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 EStG) fehlt für die Betriebseinnahmen die


gesetzliche Regelung. Der Begriff der Betriebseinnahmen wird per BFH-Rechtsprechung auf Grundlage
des Begriffs der Betriebsausgaben und der Einnahmen bei den Überschusseinkünften ( 8 EStG)
ausgelegt.

Zu den Betriebseinnahmen (§ 4 IV EStG i.V.m. § 8 I EStG) zählen insbesondere


 zugeflossene Einnahmen aus
Lieferungen und Leistungen,
 Erlöse aus Hilfsgeschäften, so zum
Beispiel beim Verkauf von
Anlagevermögen,
 Erstattung betrieblicher Steuern
wie z.B. Gewerbesteuer oder Kfz-
Steuer für den betrieblichen
Fuhrpark,
 Guthabenzinsen betrieblicher
Konten,
 Einnahmen aus der Vermietung
betrieblicher Grundstücke,
 von Kunden vereinnahmte
Umsatzsteuer,
 vom Finanzamt erstattete
Umsatzsteuer/Vorsteuer,
 Wert der Privatentnahmen, die
sog. fiktive Betriebseinnahmen
sind.

 1Lückentext Nr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 3
Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Zu den Betriebseinnahmen zählen insb. die von Kunden vereinnahmte  .

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Betriebsausgaben
Vorlesen

Zu den Betriebsausgaben nach § 4 IV EStG zählt man insbesondere

 laufende Betriebskosten,
 AfA auf Wirtschaftsgüter des
abnutzbaren Anlagevermögens,
 Zahlung betrieblicher Steuern wie
z.B. der Kfz-Steuer für den
betrieblichen Fuhrpark,
 betrieblich veranlasste
Schuldzinsen,
 an das Finanzamt abzuführende
Umsatzsteuer,
 die an Vorunternehmer entrichtete
und abzugsfähige Vorsteuer.

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 1Lückentext Nr. 3
 2MC-Aufgabe Nr. 4
Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Zu den Betriebsausgaben zählen insb. die an das Finanzamt abzuführende  .

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Entnahme aus dem Betriebsvermögen


Vorlesen

Unter einer Entnahme aus dem Betriebsvermögen versteht man alle Wirtschaftsgüter, die der
Steuerpflichtige dem Betrieb für sich, für seinen Haushalt oder für andere betriebsfremde Zwecke im
Laufe des Wirtschaftsjahres entnimmt (§ 4 I 2 EStG). Ihre Bewertung erfolgt zum Teilwert (§ 6 I Nr. 4
EStG).

MERKE

Unter dem Teilwert versteht man wiederum jenen Betrag, den ein Erwerber des ganzen Betriebs für das
einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde (§ 6 I Nr. 1, S. 3 EStG).

BEISPIEL
Beispiel:
Metzgermeister Schwarte entnimmt 20 Koteletts für seine Geburtstagsfeier. Der Einkaufspreis für die
Koteletts beträgt pro Stück 3 €, der Verkaufspreis liegt bei 5 €. Er buchte eine Betriebsausgabe.

Die Entnahme erfolgt zum Teilwert. Im Bereich des Umlaufvermögens wird dieser durch


die Wiederbeschaffungskosten ermittelt, hier also zum Tageswert. Damit erfolgt die Bewertung der
Entnahme zu einem Teilwert von 3 € pro Stück. Es ist nicht zulässig, die Entnahme als Betriebsausgabe
anzusehen, die Aufwandsbuchung muss also rückgängig gemacht werden. Hierdurch steigt der
steuerpflichtige Gewinn im Beispiel um  20⋅3=60 €.

BEISPIEL

Beispiel:
Herbert Atom, Betreiber eines Stromkraftwerks, verbucht die Stromrechnung für seine private Villa als
Betriebsausgabe. Der Stromverbrauch des Jahres lag bei 12.000 €.

Die Entnahme erfolgt zum Teilwert, der steuerpflichtige Gewinn steigt um 12.000 €.

BEISPIEL

Beispiel:
Kfz-Meister Waldemar repariert mit seinem Lehrling Stefan das Auto seines Sohnes Hubert. Wie üblich,
zahlt Hubert nur die Kosten für die angefallenen Materialkosten, nicht jedoch die Arbeitsstunden für
seinen Vater und sonstiges Personal. Der Lohnsatz für Waldemar liegt bei 70 € pro Stunde, jener für den
Lehrling Stefan bei 30 € pro Stunde. Die beiden brauchen für die Reparatur des Autos fünf Stunden.

Es liegt eine Entnahme vor in Höhe von  5⋅30=150 €. Die Arbeitsleistung des Waldemar ist keine

Entnahme.

EXPERTENTIPP

Ein Entgelt für vom Unternehmer dem Betrieb zur Verfügung gestellte Produktionsfaktoren sind kein
Aufwand, sondern vielmehr eine Gewinnverwendung. Deswegen steigt der steuerpflichtige Gewinn um
150 €.

BEISPIEL

Beispiel:
Unternehmer Ralph berechnet und bucht einen kalkulatorischen Unternehmerlohn von 40.000 € sowie 10
% kalkulatorische Zinsen auf das von ihm eingebrachte Kapital von 100.000 €.

EXPERTENTIPP

Wiederholung aus der Kostenrechnung:


Es liegen bei kalkulatorischen Kosten keine Aufwendungen und keine Ausgaben vor, sondern lediglich
Kosten. Kalkulatorische Kosten (= Opportunitätskosten) sind definiert als höchster entgangener Nutzen.
Bei Anderskosten liegen Aufwendungen in anderer Höhe vor (z.B. kalkulatorische Abschreibungen),
bei Zusatzkosten hingegen liegen gar keine Aufwendungen in anderer Höhe vor.

Im vorliegenden Fall des Beispiels 5 liegen bei den Buchungen in Wahrheit Entnahmen vor und keine
Betriebsausgaben. Weder die 40.000 € noch die 10.000 € (  =100.000⋅0,1) führen zu einer

Vermögensminderung. Der Gewinn steigt deswegen um 50.000 €.

 1Lückentext
Nr. 4
 2MC-Aufgabe Nr. 5
 3MC-Aufgabe Nr. 6

Lückentext Nr. 4

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die Bewertung einer Entnahme erfolgt zum  .

Lösen

Einlage in das Betriebsvermögen


Vorlesen

Nachfolgend sehen wir uns einige Beispiele zu Einlagen in das Betriebsvermögen an.

BEISPIEL

Beispiel:
Der Inhaber einer Wertpapierhandelsagentur, Harry Zocker, legte Wertpapiere aus seinem
Privatvermögen in das Betriebsvermögen ein. Die Anschaffungskosten der Wertpapiere lagen vor vier
Jahren, im Mai 2012, bei 10.000 €. Die Wiederbeschaffungskosten liegen heute, zum Zeitpunkt der
Einlage im Dezember 2016, bei 15.000 €. Gebucht hatte Harry sonstige betriebliche Erträge in Höhe von
15.000 €.

Die Einlage ist nicht mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach § 6 I Nr. 5, S. 1 Buchst. a) EStG zu
bewerten, weil nicht innerhalb der letzten drei Jahre erfolgt. Vielmehr ist sie mit dem Teilwert, also den
Wiederbeschaffungskosten von 15.000 € anzusetzen (§ 6 I Nr. 5 S. 1 EStG). Es handelt sich nicht um
einen sonstigen betrieblichen Ertrag, sondern vielmehr muss erfolgsneutral gegen das Eigenkapital
gebucht werden. Der steuerpflichtige Gewinn sinkt daher um 15.000 €.

BEISPIEL

Beispiel:
Carlo Zocker, Inhaber einer Wertpapieragentur, entnimmt zehn Aktien und spendet sie seiner ehemaligen
Universität, an der er vor vielen Jahren BWL studiert hatte. Der Buchwert der Aktien liegt bei 100 €, der
Tageskurs am Tag der Entnahme bei 250 €. Bisher hatte Carlo nichts gebucht.

Einschlägig ist § 6 I Nr. 4 S. 4 EStG. Die Entnahme darf deswegen zum Buchwert statt wie sonst üblich
zum Teilwert erfolgen. Man hat keine Auswirkung auf den steuerlichen Gewinn.

Spezialfall: Firmenfahrzeuge
Besonders wichtig ist der Spezialfall der Behandlung der Firmenfahrzeuge nach § 6 I Nr. 4 EStG.

Wenn der Steuerpflichtige ein Firmenfahrzeug nutzt und dieses zu mehr als 50 % beruflich nutzt, so tätigt
er im Umfang der privaten Nutzung eine Entnahme. Diese ist anzusetzen

 bei Führung eines


ordnungsgemäßen Fahrtenbuches
(§ 6 I Nr. 4 S. 3 EStG)
 ⇒ mit den Kosten für die
tatsächlich gefahrenen Kilometer
 bei fehlender Führung eines
ordnungsgemäßen Fahrtenbuches
(§ 6 I Nr. 4 S. 2 EStG)
 ⇒ mit der 1 % - Regelung.

Beim ordnungsgemäßen Fahrtenbuch müssen die Aufwendungen durch Belege und durch Notation


der Verhältnisse der privaten zu den geschäftlichen Fahrten dokumentiert werden. Die 1 - % -
Regelung besagt, dass die Kosten für das Auto komplett als Betriebsausgabe angesetzt werden können,
dass aber im Gegenzug, um die private Nutzung abzudecken, der Betriebsertrag um 1 % des
Bruttolistenpreises zum Zeitpunkt der Anschaffung des Autos pro Monat erhöht wird.

BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Ernst aus Kettwig (NRW) weist folgende Aufwendungen nach: Benzin 935,60 €,
Reparaturen für das Auto 920,28 €. Der Bruttolistenpreis lag zum Zeitpunkt der Anschaffung des Autos
(3.3.2016) bei 30.000 €, der Kaufpreis hingegen bei 20.000 €. Die Nutzungsdauer liegt bei vier Jahren.
Welche buchhalterischen Konsequenzen sind am Ende des Jahres 2016 zu ziehen?

Es sind abzugsfähig das Benzin und die Reparaturen sowie die Abschreibungen d.h. die
Betriebsausgaben liegen bei  935,60+920,28+14⋅1012⋅20.000=6.022,55 €. Dem Ertrag
hinzuzurechnen ist allerdings  0,01⋅10⋅30.000=3.000 €.

 1Lückentext Nr. 5
 2Lückentext Nr. 6
 3MC-Aufgabe Nr. 7
 4MC-Aufgabe Nr. 8
Lückentext Nr. 5

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die 1 - % - Regelung besagt, dass die Kosten für ein Auto komplett als Betriebsausgabe
angesetzt werden können, dass aber im Gegenzug, um die private Nutzung abzudecken,

der Betriebsertrag um 1 % des  zum Zeitpunkt der Anschaffung des Autos pro
Monat erhöht wird.

Lösen

 Besonderer
Betriebsvermö
gensvergleich
Maßgeblichkeit
Vorlesen

Gewerbetreibende bzw. Steuerpflichtige, welche Einkünfte aus Gewerbebetrieb im Sinne des §§ 2 I Nr. 2
und § 15 EStG haben, müssen den Gewinn durch Vergleich ihrer Betriebsvermögen am Ende zweier
aufeinanderfolgender Wirtschaftsjahre anstellen.
EXPERTENTIPP

Der Unterschied zwischen dem allgemeinen Betriebsvermögensvergleich und dem besonderen


Betriebsvermögensvergleich liegt also darin, dass beim allgemeinen die handelsrechtlichen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung angewendet werden dürfen, aber nicht müssen. Der Steuerpflichtige ist
also beim allgemeinen Betriebsvermögensvergleich lediglich an die steuerlichen Bilanzierungs- und
Bewertungsvorschriften gebunden, nicht aber an die handelsrechtlichen. Beim besonderen
Betriebsvermögensvergleich hingegen sind die handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung zwingend anzuwenden.

Man spricht also von der Maßgeblichkeit der handelsrechtlichen Bilanzierungs- und


Bewertungsvorschriften der Handelsbilanz für die Steuerbilanz. Dies liest sich wie folgt: wenn
das Einkommensteuergesetz nichts Gegenteiliges vorschreibt, so sind die handelsrechtlichen
Vorschriften für die Steuerbilanz zu übernehmen. Nur wenn steuerrechtliche Vorschriften explizit etwas
anders vorsehen, weicht die Steuerbilanz zwangsläufig von der Handelsbilanz ab.

Materielle und formelle Maßgeblichkeit


Man unterscheidet die

 materielle Maßgeblichkeit und die


 formelle Maßgeblichkeit.

Unter der materiellen Maßgeblichkeit versteht man die Maßgeblichkeit handelsrechtlicher Grundsätze


ordnungsmäßiger Buchführung für die steuerliche Gewinnermittlung. Die formelle
Maßgeblichkeit hingegen meint die Maßgeblichkeit des Wertansatzes: die gewählte Höhe in der
Handelsbilanz ist relevant für jene in der Steuerbilanz.

Innerhalb des Betriebsvermögensvergleichs ist es noch wichtig, die

 nicht abzugsfähigen
Betriebsausgaben und die
 steuerfreien Betriebseinnahmen

zu erwähnen.

 1Lückentext Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3MC-Aufgabe Nr. 2
 4MC-Aufgabe Nr. 3
Lückentext Nr. 1
Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Man unterscheidet die materielle und die   Maßgeblichkeit.

Lösen

Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben


Vorlesen

Zu den nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben zählen:

 komplett nicht abzugsfähige


Betriebsausgaben und
 teilweise nicht abzugsfähige
Betriebsausgaben.

Komplett nicht abzugsfähige Betriebsausgaben


Wir behandeln im Folgenden

 Aufwendungen für Gästehäuser,


 Aufwendungen für Jagd und
Fischerei,
 Aufwendungen für häusliche
Arbeitszimmer
 Hinterziehungszinsen.

Aufwendungen für Gästehäuser

Diese sind nach § 4 V Nr. 3 EStG nicht abzugsfähig. Vorausgesetzt wird allerdings, dass sie sich
außerhalb des Orts eines Betriebs des Steuerpflichtigen befinden. Im Wortlaut heißt es, dass es sich um
Aufwendungen für Einrichtungen des Steuerpflichtigen, soweit sie der Bewirtung, Beherbung oder
Unterhaltung von Personen dienen, soweit sie nicht Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind, handeln
muss (§ 4 V Nr. 3 EStG).
Aufwendungen für Jagd und Fischerei

Aufwendungen für Jagd und Fischerei sowie für Segeljachten oder Motorjachten als auch die hiermit
zusammenhängenden Bewirtungsaufwendungen sind nach § 4 V Nr. 4 EStG nicht als Betriebsausgaben
abzugsfähig.

Aufwendungen für häusliches Arbeitszimmer

Ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung dürfen nur dann als Betriebsausgabe
angesetzt werden, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet
(§ 4 V Nr. 6b EStG).

Hinterziehungszinsen

Zinsen für hinterzogene Steuern nach § 235 AO sind nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig (§ 4 V Nr. 8a
EStG).

Unterschied zwischen bilanziellen und außerbilanziellen


Korrekturen
Für die steuerliche Gewinnermittlung unterscheidet man zwischen bilanziellen und außerbilanziellen
Korrekturen.

Innerhalb der Steuerbilanz (d.h. bilanziell) können nur bilanzierte Wirtschaftsgüter korrigiert werden, d.h.
Anlagevermögen, Rückstellungen etc. Da reine Betriebsausgaben wie bspw. Bewirtungsaufwendungen
aber nicht bilanziert, sondern sofort über die GuV als Aufwand gebucht werden, spricht man hier
von außerbilanziellen Korrekturen.

Zur Wiederholung hier noch einmal die Verbuchung von reinen Betriebsausgaben, welche sofort als
Aufwand erfasst werden:

Bewirtungsaufwand/Aufwendungen für Geschenke/etc. an Bank/Verbindlichkeiten.

 1Lückentext Nr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 4
 3MC-Aufgabe Nr. 5
Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 3
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Aufwendungen für Jagd und Fischerei sind  nicht abzugsfähig.

Lösen

Teilweise nicht abzugsfähige Betriebsausgaben


Vorlesen

Betriebsausgaben, die teilweise nicht abzugsfähig sind, sind bspw.

 Geschenkaufwendungen,
 Bewirtungsaufwendungen,
 Verpflegungsmehraufwand
 1%-Regelung Firmenfahrzeuge
 Zinsaufwand (wegen der
Zinsschrankenregelung).

Lernvideo zu den Betriebsausgaben


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 1Lückentext Nr. 3
Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Der Bewirtungsaufwand ist   nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Lösen
Geschenkaufwendungen
Vorlesen

Für die Abzugsfähigkeit von Geschenkaufwendungen gilt die folgende Regel. Sachgeschenke an


Geschäftsfreunde sind grundsätzlich nur bis zu einer Höhe von 35 € je Empfänger und Wirtschaftsjahr
abzugsfähig (§ 4 V 1 Nr. 1 EStG, R 4.10 II-IV EStR).

MERKE

Die obige Regelung gilt für Geschenke an Geschäftsfreunde. Bei Geschenken an Arbeitnehmer gilt eine
andere Regelung. Diese sind zwar abzugsfähig, unterliegen jedoch beim Empfänger der
Lohnsteuerpflicht, da die Geschenke als Sachbezug zum Arbeitslohn zählen.

BEISPIEL

Beispiel:
Der Unternehmer Fritz aus Erkenschwick schenkt seinem Geschäftsfreund Karl zu Weihnachten stets
eine Flasche Rotwein im Werte von 20 € und bucht dies einzeln und getrennt von seinen sonstigen
Betriebsausgaben.

Da die Freigrenze von 35 € unterschritten wird, darf das Geschenk im Werte von 20 € als


Betriebsausgabe abgezogen werden.

Man beachte den § 4 VII EStG. Hier wird verlangt, dass u.A. die Aufwendungen für Geschenke einzeln
und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben aufzuzeichnen sind. Geschieht dies nicht, sind sie
komplett nicht abzugsfähig, selbst wenn die Freigrenze von 35 € nicht überschritten wird!

BEISPIEL

Beispiel:
Der Unternehmer Fritz aus Erkenschwick schenkt seinen Geschäftsfreunden stets eine Flasche Rotwein
im Werte von 20 € zu Weihnachten, zeichnet dies aber nicht gesondert auf.

Die Kosten der Flaschen dürfen nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden. Zwar ist § 4 V Nr. 1
EStG nicht verletzt, denn die Anschaffungskosten der Flaschen liegen unter der Freigrenze von 35 €,
allerdings ist § 4 VII EStG einschlägig, der Betriebsausgabenabzug also ausgeschlossen.

 1Lückentext Nr. 4
 2MC-Aufgabe Nr. 6
 3MC-Aufgabe Nr. 7
Lückentext Nr. 4
Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei der Zahl von 35 € bei Geschenkaufwendungen handelt es sich um eine  .

Lösen

Bewirtungsaufwendungen
Vorlesen

Bewirtungsaufwendungen müssen grundsätzlich

 aus geschäftlichem Anlass


entstanden sein,
 angemessen sein und
 der Höhe nach und der
betrieblichen Veranlassung nach
nachgewiesen werden können.

Diese angemessenen  und zusätzlich ordnungsgemäß nachgewiesenen Bewirtungsaufwendungen sind


dann nur zu 70% abzugsfähig.

EXPERTENTIPP

Wenn also Bewirtungsaufwendungen in der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung komplett


abgezogen wurden und diese angemessen und ordnungsgemäß nachgewiesen sind, so hat für die
steuerliche Gewinnermittlung eine Hinzurechnung in Höhe von 30 % der Aufwendungen zu erfolgen, da
nur 70 % statt 100 % abgezogen werden dürfen.

BEISPIEL

Beispiel:
Fridolin Lustig, Geschäftsführer der Lustig GmbH aus Frankfurt, reicht für ein Geschäftsessen des
vergangenen Abends bei seiner Buchhaltung eine ordnungsgemäße Rechnung eines Frankfurter
Nobelrestaurants ein. Der Betrag lautet über 200 €, der von der Buchhaltung als Aufwand verrechnet
wurde.

Die Bewirtungsaufwendungen sind ordnungsgemäß nachgewiesen. In Höhe des angemessenen Teils


von 70 % dürfen steuerliche Betriebsausgaben geltend gemacht werden, jedoch nicht in Höhe der vollen
100 %. Daher kommt es bei der Ermittlung der Steuerbilanz zu einer Erhöhung des Gewinns in Höhe von
30 % von 200 €, also von 60 €.

Beachte außerdem, genau wie für die Geschenkaufwendungen, dass die Aufwendungen für die
Bewirtung einzeln und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben aufzuzeichnen sind (§ 4 VII EStG).

Man erhält also folgende Systematisierung von Bewirtungsaufwendungen in Bezug auf ihre steuerliche
Abzugsfähigkeit:

 ordnungsgemäß nachgewiesen
o angemessener Teil
 ⇒ zu 70 % abzugsfähig
 ⇒ zu 30 % nicht
abzugsfähig
o unangemessener Teil
 ⇒ nicht abzugsfähig
 nicht ordnungsgemäß
nachgewiesen
 ⇒ nicht abzugsfähig.

Beachte außerdem folgende „Selbstverständlichkeit“: wenn der Steuerpflichtige ein Gastwirt ist, so gilt
das Abzugsverbot für Bewirtungsaufwendungen für ihn nicht (§ 4 V 2 EStG).

EXPERTENTIPP

Wieder ein Beispiel dafür, dass man die Paragraphen bis zum Schluss lesen sollte. So ist nach der - sehr
langen - Liste der Nr. 1 – 12 des § 4 V EStG schließlich noch der S. 2 zu lesen. Ebenso darf der § 4 VII
EStG nicht übersehen werden. Der Teufel steckt – gerade im Steuerrecht – oft im Detail.

EXPERTENTIPP
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 1Lückentext
Nr. 5
 2MC-Aufgabe Nr. 8
 3MC-Aufgabe Nr. 9

Lückentext Nr. 5

Aufgabe 1 von 3
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Wenn Bewirtungsaufwendungen nicht angemessen sind, so sind sie   nicht


abzugsfähig.

Lösen

Verpflegungsmehraufwand
Vorlesen

Der Mehraufwand für Verpflegung (= Verpflegungsmehraufwand) ist nach einem äußerst komplizierten


Schlüssel abzugsfähig (§ 4 V Nr. 5 EStG). Der Verpflegungsmehraufwand ist nach Maßgabe des § 9 Abs.
4a EStG abziehbar.

Für jeden Kalendertag, an dem der Steuerpflichtige wegen der vorübergehenden Tätigkeit von seiner
Wohnung und seinem Tätigkeitsmittelpunkt abwesend ist, sind Mehraufwendungen für die Verpflegung
abzugsfähig. Folgende Pauschalen können steuerfrei gezahlt werden für:

 für eintägige Auswärtstätigkeiten


ab einer Abwesenheit von mehr als
8 Stunden
 ⇒ ein Pauschbetrag von 12 €
 für mehrtägige Auswärtstätigkeiten
für den An- und Abreisetag
 ⇒ ein Pauschbetrag von 12 €
 für Kalendertage mit 24-stündiger
Abwesenheit
 ⇒ ein Pauschbetrag von 24 €.

Die Pauschale für den An- und Abreisetag kann unabhängig von den tatsächlichen An- und Abreisezeiten
gezahlt werden. Aufzeichnungen sind nicht mehr notwendig.

Diese Pauschalen sind jedoch nur in den ersten drei Monaten einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit
an derselben Tätigkeitsstätte beschränkt. Bei der Dreimonatsfrist muss es sich bei der
Unterbrechungshandlung nicht mehr nur um berufliche Tätigkeiten handeln. Zukünftig ist es gleichgültig,
ob der Arbeitnehmer aus privaten Gründen (wie z. B. Krankheit, Urlaub) oder aus beruflichen Gründen
seine Tätigkeit unterbricht.

BEISPIEL
Beispiel: Der Arbeitnehmer Julius D. aus Köln reist am 4.3.2016 um 10 Uhr von der Arbeitsstätte ab und
kommt am 8.3.2016 um 10 Uhr am Morgen wieder zurück. Wie hoch ist die Pauschale?

Man rechnet die Verpflegungspauschale (VP) aus als

VP = 12 € (für den 4.3., Anreisetag) + 24 € (für den 5.3., ganztägig) + 24 € (für den 6.3., ganztägig) + 24 €
(für den 7.3., ganztägig) + 12 € (für den 8.3., Abreisetag) = 96 €.

BEISPIEL

Beispiel: Der Arbeitnehmer Julius D. aus Köln reist am 4.3.2016 um 10 Uhr von der Arbeitsstätte ab und
kommt am gleichen Tag um 17 Uhr wieder. Wie hoch ist die Pauschale?

Die Verpflegungspauschale liegt bei 0 €, denn die Abwesenheit ist geringer als acht Stunden.

BEISPIEL

Beispiel: Der Arbeitnehmer Julius D. aus Köln reist am 4.3.2016 um 10 Uhr von der Arbeitsstätte ab und
kommt am gleichen Tag um 20 Uhr wieder. Wie hoch ist die Pauschale?

Die Verpflegungspauschale liegt bei 12 €, denn die Abwesenheit ist länger als acht Stunden.

 1Lückentext
Nr. 6
 2MC-Aufgabe Nr. 10
 3MC-Aufgabe Nr. 11
 4MC-Aufgabe Nr. 12
 5MC-Aufgabe Nr. 13

Lückentext Nr. 6

Aufgabe 1 von 5

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Für eine Abwesenheit von 24 Stunden ist ein Pauschbetrag von   €


anzusetzen.

Lösen

Berechnung der Zinsschranke


Vorlesen

Durch § 4h EStG wird der Abzug von Zinsaufwendungen als Betriebsausgaben unter bestimmten


Voraussetzungen betragsmäßig begrenzt.

EXPERTENTIPP

Um es direkt vorweg zu nehmen: Es kommt meistens lediglich zu einer Berücksichtigung der


Zinsaufwendungen in einer anderen Periode, nicht hingegen zu einer endgültigen Nichtbeachtung von
Zinsaufwendungen. Lediglich bei Aufgabeübertragung eines Betriebs oder bei Ausscheiden eines
Mitunternehmers geht ein Zinsvortrag komplett oder teilweise verloren.

Die Anwendung der Zinsschranke vollzieht sich nach folgender Methode:

METHODE

Schema zur Berechnung der Zinsschranke

1. Liegen Ausnahmetatbestände
vor?
a. Liegt der negative
Zinssaldo unter
3.000.000 €?
b. Liegt eine
Konzernzugehörigkeit
nicht vor?
c. Ist die betriebliche
Eigenkapitalquote
gleich der
Konzerneigenkapitalq
uote?

2. Ist die Antwort bei einer der


Fragen a), b), c) ein „Ja“, so
ist die Zinsschrankenregelung
des § 4 h EStG nicht
anzuwenden. Fahre also nur
fort, wenn die Antwort auf die
Fragen a), b) und c) jeweils
„nein“ ist.

3. Berechne den Zinssaldo =


Zinsaufwendungen –
Zinserträge.

4. Jene Zinsaufwendungen sind


unbeschränkt abzugsfähig,
die unterhalb der Zinserträge
liegen. Beachte zusätzlich,
dass sowohl bei Zinserträgen
als auch bei den
Zinsaufwendungen gewisse
Positionen nicht angesetzt
werden dürfen.

5. Berechne das steuerliche


EBITDA wie unten
beschrieben.

6. Berücksichtige bei
Anwendung der Zinsschranke
lediglich 30 % des
steuerlichen EBITDA als
sofort abzugsfähige
Zinsaufwendung. Trage den
Rest, also den nicht
abzugsfähigen Teil der
Zinsaufwendung, in die
nächsten Perioden vor.

Steuerliches Ergebnis (vor Anwendung der Zinsschranke)

- negativer Zinssaldo

+ Abschreibungen für

1) GWG unter 250 €

2) Pauschalabschreibungen für Vermögensgegenstände zwischen 250 € und 1.000 €

3) allgemeine Abschreibungen nach § 7 EStG.

= steuerliches EBITDA.

 1Lückentext Nr. 7
 2MC-Aufgabe Nr. 14
 3MC-Aufgabe Nr. 15
Lückentext Nr. 7

Aufgabe 1 von 3
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Es kommt meistens lediglich zu einer Berücksichtigung der Zinsaufwendungen in einer

anderen Periode, nicht hingegen zu einer endgültigen  von


Zinsaufwendungen.

Lösen

Beispiel zur Berechnung der Zinsschranke


Vorlesen

Zur Verdeutlichung der Zinsschranke schauen wir uns ein Beispiel mit Berechnung an.

Zunächst klären wir den Ausnahmetatbestand der Freigrenze (!) von 3.000.000 € durch das folgende
Beispiel:

BEISPIEL

Ein Gewerbebetrieb, welcher unter die Regelung des § 4h EStG fällt, liefert für das Wirtschaftsjahr 2016
alternativ folgende Daten:

Posten Fall 1 Fall 2 Fall 3

Zinserträge 2.500.000 2.500.000 1.800.000 €


Zinsaufwendunge 2.900.000 1.200.000 4.950.000 €


n €

Berechnung des Zinssaldos


Zunächst errechnet man den Zinssaldo.

Posten Fall 1 Fall 2 Fall 3

Zinserträge 2.500.000 2.500.000 1.800.000


Zinsaufwendunge 2.900.000 1.200.000 4.950.000
n

Zinssaldo -400.000 1.300.000 -3.150.000

Im 1. Fall liegt der Zinssaldo bei „lediglich“ 400.000 € und unterschreitet damit die maßgebliche
Freigrenze von 3.000.000 €. Die Zinsschranke ist daher nicht anzuwenden, die Zinsaufwendungen von
2.900.000 € können komplett im Wirtschaftsjahr 2016 in Abzug gebracht werden. Im Fall 2 unterschreiten
die Zinsaufwendungen die Zinserträge und können somit ebenfalls unbeschränkt abgezogen werden.
Lediglich im Fall 3 ist die Zinsschranke anzuwenden, denn zum einen überschreiten die
Zinsaufwendungen die Zinserträge und zum anderen tun sie das in einem Ausmaß, das die Freigrenze
von 3.000.000 € überschreitet, denn der negative Zinssaldo liegt bei 3.150.000 €.

BEISPIEL

Beispiel:
Der Einzelgewerbetreibende Max aus Bochum erzielt im Wirtschaftsjahr 2016 einen steuerlichen Gewinn
(vor Anwendung der Zinsschranke nach § 4h EStG) von 2.000.000 €. Hierin sind Zinsaufwendungen als
auch Zinserträge enthalten, und zwar insbesondere Pauschalabschreibungen für den Sammelposten für
GWG in Höhe von 1.000.000 €. Der negative Zinssaldo beläuft sich auf
a) 800.000 € und
b) 3.250.000 €
c) 4.000.000 €.

Im Falle a) liegt der negative Zinssaldo unterhalb der gesetzlichen Freigrenze von 3.000.000 €, die
Zinsschrankenregelung ist deswegen nicht anzusetzen. Das steuerliche Ergebnis vor Anwendung von §
4h EStG braucht damit nicht korrigiert zu werden, der steuerliche Gewinn beläuft sich also auch nach
Anwendung von § 4h EStG auf 2.000.000 €.

Im Fall b) ist der Fall komplizierter. Der Zinssaldo liegt mit 3.250.000 € oberhalb der Freigrenze, damit ist
die Zinsschrankenregelung anzuwenden. Das steuerliche EBITDA wird ermittelt als

Steuerliches EBITDA = steuerliches Ergebnis - negativer Zinssaldo + Abschreibung

= 2.000.000 -(- 3.250.000) + 1.000.000

= 2.000.000 + 3.250.000 + 1.000.000

= 6.250.000 €.

Damit ist lediglich ein Betrag von 0,3·steuerlichem EBITDA =  0,3⋅6.250.000=1.875.000 € als

Zinsaufwand im Jahre 2016 beschränkt (!) zu berücksichtigen, entsprechend ist hier ein Betrag von
Vortrag = negativer Zinssaldo – berücksichtigungsfähiger Betrag

= 3.250.000 – 1.875.000

= 1.375.000 €

in der Zukunft erst zu berücksichtigen.

Im Fall c) ist lediglich ein Betrag von  0,3⋅ steuerlichem


EBITDA  =0,3⋅(2.000.000+4.000.000+1.000.000)=0,3⋅7.000.000=2.100.000 € als
Zinsaufwand im Jahre 2016 beschränkt (!) abzugsfähig. Entsprechend ist  4.000.000–
2.100.000=1.900.000 € vorzutragen in die nächsten Jahre. Also sind 2.100.000 € unbeschränkt
abzugsfähig im Jahre 2016, die restlichen 1.900.000 € sind abzugsfähig ab dem Jahre 2017.

EXPERTENTIPP

Bei Aufgabe oder Übertragung des Betriebs geht der Zinsvortrag verloren (§ 4h V 1 EStG). Ebenso geht
er anteilig verloren bei Ausscheiden eines Mitunternehmers einer Personengesellschaft, und zwar
entsprechend der jeweiligen Beteiligungsquote (§ 4h V 2 EStG).

Wir hatten oben bereits den ersten Ausnahmetatbestand der Zinsschrankenregelung, nämlich die
Freigrenze von 3.000.000 € angesprochen. Weitere Ausnahmetatbestände sind, wie im Kochrezept
bereits erwähnt,

 die fehlende Konzernzugehörigkeit


(§ 4h II 1 b EStG) und
 vergleichbare Eigenkapitalquote (§
4h II 1 c EStG).

Zur fehlenden Konzernzugehörigkeit ist zu sagen, dass eine Unternehmung nicht unter die


Zinsschranke fällt, wenn sie nicht oder nur anteilsmäßig zu einem Konzern gehört (= stand alone-
Klausel). Hierbei kommt es nicht darauf an, ob eine Unternehmung wirklich in den Konzernabschluss
integriert wird, sondern ob lediglich die Möglichkeit hierzu besteht.

Die vergleichbare Eigenkapitalquote ist der letzte Ausnahmetatbestand. Wenn die


Eigenkapitalausstattung des fraglichen Unternehmens am Schluss des vorangegangenen
Abschlussstichtags nahezu jener des Konzern entspricht oder darüber liegt, so ist die Unternehmung
nicht einzubeziehen in die Zinsschrankenregelung. Eine Unterschreitung der Eigenkapitalquote des
Konzerns bis zu zwei Prozentpunkten ist unschädlich.

MERKE
Der Sinn der Regelung besteht darin, dass keine übermäßige Fremdfinanzierung bei einem Betrieb
vorliegt, wenn dessen Eigenkapital prozentual mindestens annähernd gleich hoch ist wie jener des
Gesamtkonzerns.

 1Lückentext Nr. 8
 2MC-Aufgabe Nr. 16
 3MC-Aufgabe Nr. 17
 4MC-Aufgabe Nr. 18
 5MC-Aufgabe Nr. 19
 6MC-Aufgabe Nr. 20
 7MC-Aufgabe Nr. 21

Lückentext Nr. 8

Aufgabe 1 von 7

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei der Zahl von 3 Mio. € innerhalb der Zinsschrankenregelung handelt es sich um

eine  .

Lösen

 Einnahmenübe
rschussrechnu
ng
Gewinnermittlung nach der
Einnahmenüberschussrechnung
Vorlesen
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Diejenigen Steuerpflichtigen, die nicht wegen gesetzlicher Vorschriften zur Buchführung verpflichtet sind
und auch freiwillig keine Bücher führen, ermitteln ihren Gewinn nach der
sog. Einnahmenüberschussrechnung.
EXPERTENTIPP

Man könnte deshalb meinen, dass das Prinzip der Periodisierung ausschließlich
beim Betriebsvermögensvergleich zu beachten ist und die Einnahmenüberschussrechnung lediglich
durch Vergleich der Einnahmen und der Ausgaben funktioniert und also ohne die periodisierten
Ausgaben wie z.B. Abschreibungen auskommt. Dies ist jedoch falsch. Sehr wohl werden manche
Ausgaben durch Abschreibungen auf unterschiedliche Jahre verteilt bei
der Einnahmenüberschussrechnung, so wie dies auch beim Betriebsvermögensvergleich passiert.

Schema zur Einnahmenüberschussrechnung


Das Schema der Gewinnermittlung ist hierbei wie folgt:

EXPERTENTIPP

Betriebseinnahmen des Kalenderjahres


- Betriebsausgaben des Kalenderjahres
= Einnahmenüberschuss bzw. Ausgabenüberschuss
- Ausgaben für im Laufe des Kalenderjahrs zugegangene abnutzbare und nicht abnutzbare Anlagegüter
- Abschreibungen auf abnutzbare Anlagegüter
- Buchwert veräußerter oder entnommener abnutzbarer und nicht abnutzbarer Anlagegüter
= Einnahmen- bzw. Ausgabenüberschuss
+ Entnahmen
- Einlagen
= Gewinn/Verlust

Wichtig ist, dass die zeitliche Zuordnung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben zu dem
Gewinnermittlungszeitraum sich grundsätzlich nach dem Zufluss- bzw. Abflussprinzip des § 11
EStG richtet.

Das Zufluss-Abflussprinzip
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Beispiel zum Zufluss-Abflussprinzip


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 1Lückentext
Nr. 1
 2Lückentext
Nr. 2
 3MC-Aufgabe Nr. 1
 4MC-Aufgabe Nr. 2
 5MC-Aufgabe Nr. 3
Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 5

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die zeitliche Zuordnung der Betriebseinnahmen zu dem Gewinnermittlungszeitraum richtet

sich bei der Einnahmenüberschussrechnung grundsätzlich nach dem  des §


11 I EStG.

Lösen

Beispiele zur Einnahmenüberschussrechnung


Vorlesen

BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Fritz aus Hamburg erteilt Nachhilfeunterricht und ermittelt seinen Gewinn nach der
Einnahmenüberschussrechnung. Am 28.12.2016 erteilt er Nachhilfe in Mathematik und erhält hierfür
einen Betrag von 100 €. Der Schüler bezahlt allerdings das Entgelt erst am 15.1.2017.

Zwar ist die Leistung im Jahre 2016 erbracht worden, die Einnahme fließt dem Fritz allerdings erst 2017
zu. Nach dem Zuflussprinzip des § 11 EStG hat er deswegen die 100 € nicht im Jahre 2016, sondern erst
im Jahre 2017 zu versteuern. Es kommt, anders ausgedrückt, erst im Jahre 2017 zu einer
Betriebseinnahme.

Von diesem Prinzip der Gewinnermittlung nach dem Zufluss bzw. dem Abfluss existieren allerdings
wichtige Ausnahmen in der Einnahmenüberschussrechnung, und zwar bei

 nicht abnutzbaren Anlagegütern,


 abnutzbaren Anlagegütern und bei
 Darlehensgeschäften.

Bei nicht abnutzbaren Anlagegütern werden Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht zum


Zeitpunkt des Kaufs ermittelt und auch nicht durch Abschreibungen auf die Folgeperioden verteilt.
Vielmehr werden Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erst im Zeitpunkt der Veräußerung bzw. der
Entnahme als Betriebsausgaben berücksichtigt (§ 4 III 4 EStG).
BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Franz aus Berlin ermittelt seinen Gewinn nach der Einnahmenüberschussrechnung.
Im Jahre 2013 kauft er ein Betriebsgrundstück für 200.000 €. Drei Jahre später, am 21.3.2016, veräußert
er dieses Betriebsgrundstück für 300.000 €.

Im Jahre 2013 kommt es zwar zu einem Abfluss von Zahlungsmitteln in Höhe von 200.000 €, allerdings
werden diese Ausgaben nicht als Betriebsausgaben in 2013 berücksichtigt. Vielmehr können sie erst im
Jahre 2016 steuermindernd geltend gemacht werden. Dem Erlös von 300.000 € werden die
Betriebsausgaben von 200.000 € gegenübergestellt, es kommt daher in 2016 zu einem steuerpflichtigen
Veräußerungserlös in Höhe von 300.000 € - 200.000 € = 100.000 €.

Verrechnung der Abschreibung


Bei abnutzbaren Anlagegütern werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Rahmen von
Abschreibungen während der Nutzungsdauer des Wirtschaftsgutes als Betriebsausgaben verrechnet (§ 4
III 3 EStG, R 4.5 III 2,3 EStR).

BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Fritz aus Stuttgart kauft am 2.1.2016 eine Maschine im Wert von 200.000 €. Die
Nutzungsdauer beträgt vier Jahre.

Es kommt im Jahre 2016 zu einer liquiditätsmäßigen Belastung in Höhe von 200.000 €. Im Rahmen von
Betriebsausgaben können allerdings nur 50.000 € hiervon geltend gemacht werden, denn die
Anschaffungskosten von 200.000 € werden auf vier Jahre verteilt, d.h. mit  200.0004=50.000 € in den

Jahren 2016, 2017, 2018 und 2019.

EXPERTENTIPP

Man sieht hier sehr gut den Sinn von Abschreibungen. Diese dienen nicht nur dazu,

- den Werteverzehr auszudrücken, sondern auch


- die Anschaffungskosten auf die Laufzeit eines Anlagegutes zu verteilen.

Es ist gewissermaßen ungerecht, nur die Anfangsperiode komplett mit den Anschaffungskosten zu
belasten und die folgenden Perioden nicht, denn diese erwirtschaften doch ihre Erträge auch und gerade
dadurch, dass das Anlagegut in der nullten Periode angeschafft wurde. Vielmehr ist es nach dieser
Sichtweise gerechter, auch die folgenden Perioden anteilsmäßig mit Abschreibungen (die Aufwendungen
sind) zu belasten.
Die einzelnen Abschreibungsmethoden erklärt Daniel Lambert in einem Video zum Online-Kurs
"Kostenrechnung" (Die verschiedenen Abschreibungsmethoden), welches Ihnen selbstverständlich
ebenfalls zur Verfügung steht. Für das grundsätzliche Verständnis von Abschreibungen verweisen wir
außerdem auf ein Video aus dem Online-Kurs "Buchführung und Abschluss" (Abschreibungen).

Besonderheit bei Darlehen


Bei Darlehensgeschäften sind die Einzahlungen aus der Kreditvergabe nicht als Betriebseinnahmen
anzusetzen. Ebenso sind die Tilgungszahlungen für Darlehen keine Betriebsausgaben (H 4.5 II
[Darlehen] EStH). Ausschließlich die Zinszahlungen sind als Betriebsausgabe anzusehen, und zwar
sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich.

BEISPIEL

Beispiel:
Die Steuerpflichtige Isa aus Hagen nimmt einen Kredit in Höhe von 2.000 € am 1.7.2016 auf. Der
Nominalzins beträgt 5 %, die Rückzahlung erfolgt drei Jahre später zu pari.

Isa erhält 2.000 € Einzahlung im Jahre 2016. Dies stellt keine Betriebseinnahme dar. Am Ende des
Jahres 2016 zahlt sie Zinsen für ein halbes Jahr, also in Höhe von  0,025⋅2.000=50 €. Am Ende des

Jahres 2017 und 2018 zahlt sie Zinsen in Höhe von 100 €, am 30.6.2019 schließlich 50 € Zinsaufwand
und 2.000 € Tilgung. Lediglich die Zinsaufwendungen, also die 50 €, zweimal 100 € und einmal 50 € am
Ende sind Betriebsausgaben. Die Tilgung in Höhe von 2.000 € am Ende der Laufzeit stellt eine
Auszahlung, aber keine Betriebsausgabe dar.

 1Lückentext
Nr. 3
 2MC-Aufgabe Nr. 4
 3MC-Aufgabe Nr. 5
 4MC-Aufgabe Nr. 6

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.


Von dem   existieren allerdings wichtige Ausnahmen in der
Einnahmenüberschussrechnung, und zwar bei nicht abnutzbaren Anlagegütern,
abnutzbaren Anlagegütern und bei Darlehensgeschäften.

Lösen

 Schätzung
Vollschätzung und Teilschätzung
Vorlesen

Die Methoden zur Ermittlung der Gewinneinkünfte sind insgesamt abhängig davon, ob die Bücher
ordnungsgemäß geführt werden oder nicht:

 ordnungsmäßige Führung von


Büchern oder Aufzeichnungen
 ⇒ Betriebsvermögensvergleich
o partiell (§ 4 I EStG)
o vollständig (§ 5 i.V.m. § 4 I
EStG)

 ⇒ Einnahmenüberschussrechnun
g (§ 4 III EStG)

 keine oder nur unvollständige bzw.


unrichtige Führung von Büchern
oder Aufzeichnungen
 ⇒ Schätzung (§ 162 AO)
o Vollschätzung
o Teilschätzung.

Zu einer Schätzung des Gewinns durch das Finanzamt kommt es immer dann, wenn Bücher und
Aufzeichnungen überhaupt nicht oder nicht ordnungsgemäß geführt werden.

Vollschätzung
Eine Vollschätzung erfolgt, wenn der Steuerpflichtige überhaupt keine Bücher und Aufzeichnungen führt,
obwohl er hierzu gesetzlich verpflichtet ist oder wenn er die vorhandenen Unterlagen insgesamt
verworfen hat. Die Schätzung erfolgt dann nach amtlichen Richtsätzen, welche von der Finanzverwaltung
je nach Branche und Größe der Unternehmen gegliedert herausgegebenen wurden.

Teilschätzung
Eine Teilschätzung hingegen erfolgt, wenn nur einzelne Teilbereiche von der Finanzverwaltung als
unvollständig oder unzutreffend erfasst beurteilt werden.

 1Lückentext
Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Zu einer Schätzung des Gewinns durch das Finanzamt kommt es immer dann, wenn

Bücher und  überhaupt nicht oder nicht ordnungsgemäß geführt werden.

Lösen

 Aufgaben zu
Kapitel 1
Berechnung des Eigenkapitals - Aufgabe
Vorlesen

Beim Mandanten Gobbers soll der Abschluss für das Wirtschaftsjahr 2016 erstellt werden. Aber zuvor
müssen folgende Sachverhalte gebucht und geklärt werden.

Die Bilanz zum 31.12.2016 des Mandanten Gobbers weist eine Bilanzsumme von 1.500.000 €.
Verbindlichkeiten, Rückstellungen und passive Rechnungsabgrenzungsposten belaufen sich insgesamt
auf 620.000 €.

Die Gewinn- und Verlustrechnung vom 1.1.2016 – 31.12.2016 weist Erträge von insgesamt 1.400.000 €
und Aufwendungen von 1.200.000 € auf.

Mandant Gobbers hat monatliche Entnahmen in Höhe von 5.000 €. In das Betriebsvermögen wurden, aus
einer Erbschaft, 90.000 € in das Betriebsvermögen eingelegt.

Wie hoch ist das Eigenkapital zum 1.1.2016?

Berechnung des Eigenkapitals - Lösung


Vorlesen

Berechnung des Eigenkapitals 1.1.2016:

Erträge 2016 1.400.000 €

./. Aufwendungen 1.200.000 €


2016

= Gewinn 2016 200.000 €

Bilanzsumme 31.12.2016 1.500.000 €

./. Passivposten 620.000 €

= Eigenkapital 880.000 €
31.12.2016

./. Gewinn 2016 200.000 €

+ Entnahmen (12 x 5.000) 60.000 €

./. Einlagen 90.000 €


= Eigenkapital 1.1.2016 650.000 €

Berechnung abzugsfähiger Zinsen - Aufgabe


Vorlesen

Die Fritz-AG aus Mannheim realisiert folgende Zahlen (alle Angaben in tsd.-Euro):

Position 1 2 3 4

Zinsertrag 500 € 400 € 500 € 800 €

Zinsaufwan 3.500 € 1.200 € 900 € 2.000 €


d

EBITDA 4.000 € 2.500 € 3.000 € 3.500 €

Berechne die abzugsfähigen Zinsen.

 1Abzugsfähige Zinsen
Abzugsfähige Zinsen

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Der maßgebliche Zinsaufwand ergibt sich aus dem Zinsaufwand des Kalenderjahres zzgl.

des  .

Lösen
Berechnung abzugsfähiger Zinsen - Lösung
Vorlesen

Zur Berechnung der abzugsfähigen Zinsen rechnet man wie folgt:

Position 1 2 3 4

Zinsaufwand 3.500 1.200 € 900 € 2000 €


Zinsvortrag - 1.800 € 0 -

= maßgebl. Zinsaufwand 3.500 3.000 € 900 € 2.000


€ €

unbeschr. abzugsfäh. Zinsaufwand (in Höhe des 500 400 € 500 € 800 €
Zinsertrags)

negativer Zinssaldo 3000 € 2.600 € 400 € 1.200


(#1) €

EBITDA 4.000 2.500 € 3.000 3.500


€ € €

beschr. abzugsfähiger Zinsaufwand 1.200 2.600 € 400 1.200


(= 0,3·EBITDA) € €

Zinsvortrag (nicht negativ) 1.800 - - -


#1 Da der negative Zinssaldo in der Periode 2 mit 2.600.000 € unterhalb von 3.000.000 € liegt, ist die
Zinsschrankenregelung nicht anzuwenden. Vielmehr ist der komplette Aufwand im Jahre 2 abzugsfähig.
Die Zinsschranke ist hier lediglich im Jahre 1 anzuwenden.
Bilanzierung und Vermögenszuordnung -
Aufgabe
Vorlesen

Alex Schmitz kauft sich einen Drucker mit einem Anschaffungswert in Höhe von 1.000 € zzgl. 19%
Umsatzsteuer, also 1.190 €. Er wird zu 35 % betrieblich genutzt. Folgendes ist möglich:

1. Der Drucker gehört nicht zum


Betriebsvermögen, sondern zum
Unternehmensvermögen.
2. Der Drucker ist gewillkürtes
Betriebsvermögen, kein
Unternehmensvermögen.
3. Der Drucker gehört zum
Privatvermögen.
4. Der Drucker gehört zum
Betriebsvermögen und
Unternehmensvermögen.

Wie erfolgt die Bilanzierung in den einzelnen Fällen?

Bilanzierung und Vermögenszuordnung -


Lösung
Vorlesen

Gefragt war nach der Bilanzierung des Druckers in den folgenden Konstellationen:

1. Der Drucker gehört nicht zum


Betriebsvermögen, sondern zum
Unternehmensvermögen.
2. Der Drucker ist gewillkürtes
Betriebsvermögen, kein
Unternehmensvermögen.
3. Der Drucker gehört zum
Privatvermögen.
4. Der Drucker gehört zum
Betriebsvermögen und
Unternehmensvermögen.

1. Der Drucker wird steuerbilanziell nicht erfasst. Die Berücksichtigung der anteiligen betrieblichen
Nutzung von 35 % erfolgt über eine Aufwandseinlage nach § 4 I EStG. Die private Nutzung von 65 % wird
durch eine unentgeltliche sonstige Leistung nach § 3 IX a UStG erfasst. Vorsteuerabzug ist in voller Höhe
möglich.

2. Der Drucker wird voll bilanziert. Die Privatnutzung wird durch eine Aufwandsentnahme nach § 4 I
EStG berücksichtigt. Ein Vorsteuerabzug kann nur insofern geltend gemacht werden, als dass die
Vorsteuerbeträge unmittelbar mit der unternehmerischen Nutzung verbunden sind.

3. Die betriebliche Nutzung kann durch eine Aufwandseinlage nach § 4 I EStG berücksichtigt werden.

4. Der Drucker wird voll bilanziert. Es besteht vollständiger Vorsteuerabzug. Die Privatnutzung wird durch
eine Aufwandsentnahme nach § 4 I EStG bzw. durch eine unentgeltliche sonstige Leistung nach § 3 IXa
UStG erfasst.

 1Bilanzierung und Vermögenszuordnung


Bilanzierung und Vermögenszuordnung

Aufgabe 1 von 1

Wie ist ein Drucker zu bilanzieren welcher kein Unternehmensvermögen, sondern


gewillkürtes Betriebsvermögen ist?

Der Drucker wird voll bilanziert. Die Privatnutzung wird durch eine Aufwandsentnahme nach § 4 I
EStG berücksichtigt. Ein Vorsteuerabzug kann nur insofern geltend gemacht werden, als dass die
Vorsteuerbeträge unmittelbar mit der unternehmerischen Nutzung verbunden sind.

Die betriebliche Nutzung kann durch eine Aufwandseinlage nach § 4 I EStG bzw. durch die Erfassung
der Vorsteuer berücksichtigt werden.

Der Drucker wird steuerbilanziell nicht erfasst. Die Berücksichtigung der anteiligen betrieblichen
Nutzung von 35 % erfolgt über eine Aufwandseinlage nach § 4 I EStG. Die private Nutzung von 65 %
wird durch eine unentgeltliche sonstige Leistung nach § 3 IX a UStG erfasst. Vorsteuerabzug ist in
voller Höhe möglich.

Lösen
Kapitelabschlusstest
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 Wirtschaftsgut
 Bilanzierungsfähigkeit im Steuerrecht
Positives Wirtschaftsgut
Vorlesen

MERKE

Sie müssen zwischen positiven und negativen Wirtschaftsgütern unterscheiden können und die


Bilanzierung derselben beherrschen. Weiterhin sollten sie die Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung beherrschen, sowie auch die Herangehensweise an Forderungen und
Verbindlichkeiten.

Begriffsdefinition
Zentraler Begriff der steuerlichen Bilanzierung ist das sog. Wirtschaftsgut (§ 6 I EStG). Dieses bildet
das Analogon zu den handelsrechtlichen Positionen des Vermögensgegenstandes und der Schulden
(§ 240 I, § 246 I HGB) und ist zentraler Bestandteil der Steuerbilanz. Diese besteht aus

 Wirtschaftsgütern
o positive Wirtschaftsgüter und
o negative Wirtschaftsgüter
 sonstigen Positionen, z.B.
o Rechnungsabgrenzungsposten und
o steuerfreien Rücklagen.

Unter positiven Wirtschaftsgütern versteht man nach der Finanzrechtsprechung Sachen und


Rechte im Sinne des bürgerlichen Rechts sowie sonstige Vorteile, welche durch Aufwendungen
erlangt, nach der Verkehrsauffassung selbstständig bewertbar und einen über das Ende der
Abrechnungsperiode bzw. Wirtschaftsjahr hinausgehenden Nutzen erbringen. Unter Sachen
versteht man speziell Grundstücke, Gebäude oder Maschinen. Rechte sind z.B. Forderungen bzw.
Patente. Wirtschaftliche Vorteile bilden z.B. der Firmen- oder Geschäftswert.

BEISPIEL

Beispiel 19:
Der Steuerpflichtige Fritz aus München hat für 200.000 € ein Grundstück erworben.

Dieses ist eine Sache im Sinne des bürgerlichen Rechts und durch Aufwendungen erlangt. Nach der
Verkehrsauffassung ist das Grundstück selbstständig bewertbar und bringt nicht nur bis zum Ende
der Abrechnungsperiode einen Nutzen, sondern auch darüber hinaus. Es ist damit insgesamt ein
positives Wirtschaftsgut.

Abgrenzung des Wirtschaftsguts


Positive Wirtschaftsgüter lassen sich wie folgt systematisieren:

 nach der Art


o materielle Wirtschaftsgüter und
o immaterielle Wirtschaftsgüter
 nach der Erwerbsform
o angeschaffte Wirtschaftsgüter,
o hergestellte Wirtschaftsgüter,
o unentgeltlich erworbene Wirtschaftsgüter,
 nach der Zweckbestimmung
o Anlagevermögen
o Umlaufvermögen
 nach der örtlichen Einsatzmöglichkeit
o bewegliche Wirtschaftsgüter und
o unbeweglichen Wirtschaftsgüter.

Materielle Wirtschaftsgüter lassen sich anfassen, immaterielle nicht.

BEISPIEL

Beispiel 20:
Derivativer Goodwill, Patente, Lizenzen sind Beispiele für immaterielle Wirtschaftsgüter.

Entgeltlich erworben sind Wirtschaftsgüter, die gekauft oder im Tausch erworben sind.

BEISPIEL
Beispiel 21:
Wenn man eine Maschine gegen ein altes, sehr wertvolles Gemälde tauscht, so handelt es sich
durchaus um einen entgeltlichen Erwerb der Maschine.

Unterschied zwischen Anlage- und Umlaufvermögen


Der Unterschied zwischen Anlage- und Umlaufvermögen rührt aus § 247 II HGB her. Das
Anlagevermögen dient dauernd dem Geschäftsbetrieb (§ 247 II HGB), das Umlaufvermögen ist dazu
bestimmt, im Produktionsprozess unterzugehen.

EXPERTENTIPP

Denken Sie bitte immer daran, die Zugehörigkeit zum Umlaufvermögen mit „§ 247 II


HGB Umkehrschluss“ zu begründen. Bewegliche Wirtschaftsgüter lassen sich bewegen,
unbewegliche hingegen nicht.

BEISPIEL

Beispiel 22:
Maschinen sind beweglich, der derivative Goodwill, Patente und Lizenzen sowie Grundstücke
hingegen nicht.

 1Lückentext Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Unter   Wirtschaftsgütern versteht man nach der Finanzrechtsprechung


Sachen und Rechte im Sinne des bürgerlichen Rechts sowie sonstige Vorteile, welche
durch Aufwendungen erlangt, nach der Verkehrsauffassung selbstständig bewertbar
und einen über das Ende der Abrechnungsperiode bzw. Wirtschaftsjahr
hinausgehenden Nutzen erbringen.

Lösen
Negatives Wirtschaftsgut
Vorlesen

Ein Wirtschaftsgut wird negatives Wirtschaftsgut genannt, wenn mit seinem Erwerb zukünftige


Ausgaben verbunden sind, die eine über die Abrechnungsperiode hinausgehende wirtschaftliche
Last darstellen und selbstständig bewertbar sind. Hierzu gehören

 Verbindlichkeiten und
 Rückstellungen.

 1Lückentext Nr. 2

Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

 Wirtschaftsgüter sind zukünftige Ausgaben, die eine über die


Abrechnungsperiode hinausgehende wirtschaftliche Last darstellen und selbstständig
bewertbar sind.

Lösen

 Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung -
Definition & Erklärung
Vorlesen
Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) sind zum Teil kodifizierte, also im Gesetz
formulierte, zum Teil ungeschriebene Regeln zur Buchführung und Bilanzierung.

Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung lassen sich wie folgt systematisieren:

 Grundsätze der Dokumentation


 Grundsätze der Rechenschaft
o Rahmengrundsätze
 ⇒ Wahrheit
 ⇒ Richtigkeit
 ⇒ Willkürfreiheit
 ⇒ Klarheit,
 ⇒ Vollständigkeit,
 ⇒ Stichtagsprinzip,
 ⇒ Einzelbewertung,
o Abrechnungsgrundsätze
 ⇒ Abgrenzung der Sache nach
 ⇒ Abgrenzung der Zeit nach
 ⇒ Realisationsprinzip
 ⇒ Imparitätsprinzip
o Stetigkeit und Vorsicht

Grundsätze der Dokumentation


Bei den Grundsätzen der Dokumentation geht es z.B. darum, dass Geschäftsvorfälle einzeln und
lückenlos zu erfassen sind, es sind alle Aufzeichnungen zu belegen und gegen nachträgliche
Änderungen zu sichern, schließlich sind alle Posten des Jahresabschlusses durch die Inventur
nachzuweisen. Die Grundsätze der Dokumentation beziehen sich insbesondere auf die
Buchführung.

Grundsätze der Rechenschaft


Bei den Grundsätzen der Rechenschaft existieren zunächst die Rahmengrundsätze. Hierzu besagt
Wahrheit lediglich Richtigkeit und Willkürfreiheit. Absolute Wahrheit kann es in einer Bilanz nicht
geben, da Ansatzwahlrechte und Bewertungswahlrechte alleine schon einer absoluten Wahrheit
immer entgegenstehen.
Die geforderte Richtigkeit besagt hingegen, dass die Bilanz aus dem richtigen Zahlenmaterial
abzuleiten ist und von sachverständigen Dritten nachprüfbar sein muss.

Willkürfreiheit hingegen besagt lediglich die Abwesenheit von Manipulationen.

Der nächste Punkt, nämlich jener der Klarheit, besagt insbesondere, dass Positionen grundsätzlich
nicht saldiert werden sollen. Die einzelnen Posten sollen so gegliedert sein, dass sie eindeutig und
sachlich zutreffend sind und darüber hinaus übersichtlich.

Vollständigkeit gibt an, dass alle buchführungspflichtigen Vorgänge erfasst sind sowie darüber
hinaus die bestehenden Risiken, außerdem fordert die so genannte Bilanzidentität die Gleichheit
zwischen Schlussbilanz des Vorjahres und Anfangsbilanz des laufenden Jahres. Vollständigkeit
besagt aber auch, dass Dinge, die erst nach dem Bilanzstichtag, aber vor dem Bilanzerstellungstag
bekannt werden und sich aber auf das alte Jahr beziehen, d.h. vor dem Bilanzstichtag passiert sind,
in der Bilanz zu berücksichtigen sind.

Exkurs: Buchführungspflicht
Play Video

 1LückentextNr. 1
 2LückentextNr. 2
 3MC-Aufgabe Nr. 1

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Der Grundsatz der   besagt, dass die Bilanz aus dem richtigen
Zahlenmaterial abzuleiten ist und von sachverständigen Dritten nachprüfbar sein
muss.

Lösen
Grundsatz der Einzelbewertung
Vorlesen

Jeder Kaufmann hat seine Vermögensgegenstände und Schulden am Abschlussstichtag einzeln zu


bewerten (§ 252 I Nr. 3 HGB). Es ist insbesondere nicht zulässig, Vermögensgegenstände bzw.
Wirtschaftsgüter zusammenzufassen. Posten der Aktivseite und Posten der Passivseite dürfen nicht
miteinander saldiert werden (= Verrechnungsverbot, § 246 II HGB).

Ausnahmen
Allerdings existieren zum Grundsatz der Einzelbewertung einige Ausnahmen, nämlich bei

 der Festbewertung,
 der Gruppenbewertung,
 der Durchschnittsbewertung und
 den Verbrauchsfolgeverfahren.

Diese sind darin begründet, dass eine tatsächliche Einzelbewertung für jeden einzelnen
Vermögensgegenstand einen unverhältnismäßig hohen Aufwand bedeuten würde. Insbesondere
bei Massengütern wie z.B. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen kommt es deswegen nicht zu einer
Einzelbewertung.

 1Lückentext Nr. 3
 2MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei Massengütern wie z.B. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen wendet man häufig
Verbrauchsfolgeverfahren oder Gruppenbewertungsverfahren an. Hier kommt es

aufgrund des damit verbundenen geringeren Aufwands nicht zu einer  .


Lösen

Stichtagsprinzip
Vorlesen

Das Stichtagsprinzip basiert auf der Überlegung, dass in einer Bilanz die Vermögensverhältnisse zu


einem bestimmten Zeitpunkt, dem sog. Stichtag (= Bilanzstichtag = Abschlussstichtag) dargestellt
werden. Dieser ist meistens das Ende des Kalenderjahres, also der 31.12., aber nicht zwingend

Die Bilanzposten sind nach dem Stichtagsprinzip an eben diesem Stichtag zu bewerten und nicht
z.B. nach den Verhältnissen am Bilanzerstellungszeitpunkt.

Was ist, wenn Dinge im alten Jahr passieren, aber erst im nächsten Jahr und zwar vor
Bilanzerstellung bekannt werden? Dann gilt das sog. Wertaufhellungsprinzip.

Wertaufhellungsprinzip
Hiernach müssen Dinge,

 welche vor dem Bilanzstichtag geschehen sind,


 aber erst nach dem Bilanzstichtag,
 aber vor dem Bilanzerstellungstag bekannt werden,

noch im alten Jahr berücksichtigt werden.

EXPERTENTIPP

Die Tatsache, dass Umstände berücksichtigt werden müssen, die am Abschlussstichtag vorhanden,


aber unbekannt waren, ist kein Verstoß gegen das Stichtagsprinzip. Vielmehr beruht dieser
Umstand auf der Überlegung, dass die Verhältnisse am Bilanzstichtag so zutreffend wie möglich
erfasst werden sollen. Wenn ein Sachverhalt zu diesem Stichtag schon gegeben war, aber
unbekannt ist, so soll er durchaus berücksichtigt werden, sofern er - verspätet - noch bekannt wird.

Damit ist das Prinzip der Wertaufhellung Teil des Vorsichtsprinzips. Es besagt, dass alle


vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, auch
berücksichtigt werden, selbst dann, wenn sie erst nach dem Bilanzstichtag, aber vor der
Bilanzerstellung bekannt werden. Hierbei sind allerdings werterhellende Tatsachen und
wertbegründende Tatsachen zu unterscheiden.
Werterhellende Tatsachen
Ein Vorgang ist werterhellend (= wertaufhellend), wenn er vor dem Bilanzstichtag geschah, erst
nach dem Bilanzstichtag bekannt und aber vor der Bilanzerstellung berücksichtigt wird. Er muss in
der Bilanz des alten Jahres berücksichtigt werden.

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-AG hat noch eine Forderung gegen Kalle Unverlässlich über 1.000 € in den Büchern stehen.
Am 15.12.2015 meldet dieser Insolvenz an, wovon die X-AG am 3.1.2016 erfährt.

Es handelt sich um eine werterhellende Tatsache, die in den Jahresabschluss des Jahres 2015
aufzunehmen ist. Die Forderung ist komplett auszubuchen.

Wertbegründende Tatsachen
Hingegen ist eine Sache wertbegründend, wenn sie erst nach dem Bilanzstichtag geschah und
folglich erst nach dem Bilanzstichtag bekannt wird. Sie darf in der Bilanz des alten Jahres nicht
berücksichtigt werden.

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-AG hat im Jahre 2015 noch eine Forderung gegen Calle Unverlässlich über 1.000 € in den
Büchern stehen. Am 15.1.2016 meldet dieser Insolvenz an, wovon die X-AG zwei Wochen später
erfährt.

Die Forderung darf nicht wertberichtigt werden, denn der Grund für eine mögliche Abwertung
passiert erst im neuen Jahr, also in 2016. Es handelt sich um eine wertbegründende Tatsache, die
nicht Eingang in den alten Jahresabschluss von 2015 finden darf.

 1LückentextNr. 4
 2MC-Aufgabe Nr. 3
 3MC-Aufgabe Nr. 4
 4MC-Aufgabe Nr. 5

Lückentext Nr. 4

Aufgabe 1 von 4
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Eine Sache ist   (= wertaufhellend), wenn sie vor dem Bilanzstichtag
geschah, erst nach dem Bilanzstichtag bekannt und aber vor der Bilanzerstellung
berücksichtigt wird.

Lösen

Grundsatz der Abgrenzung der Sache nach


Vorlesen

Der Grundsatz der Abgrenzung der Sache nach besagt, dass den Erträgen der


Zukunft Aufwendungen zuzuordnen sind, um Periodengerechtigkeit zu erzielen.

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-AG kauft einen Overheadprojektor mit Anschaffungskosten von 1.000 €, die Nutzungsdauer
des OHP beträgt vier Jahre. In den folgenden Geschäftsjahren lassen sich mit Hilfe des
Overheadprojektors Erträge erzielen von 300 € im ersten, 500 € im zweiten, 600 € im dritten und
700 € im vierten Jahr. Wie werden nach der Abgrenzung der Sache nach die Anschaffungskosten
periodengerecht verteilt?

Es gibt die folgenden beiden Sichtweisen: Wenn man die 1.000 € komplett dem nullten Jahr
zuordnet und die Erträge lediglich den folgenden Geschäftsjahren, so erhält man folgende Gewinne:

Jahr 0 1 2 3 4

Einzahlungen - 300 500 60 700


0

Auszahlunge -1000
n

Die nullte Periode trägt also die Verluste komplett alleine. Es wird so getan, als hätten die Verluste
der Gegenwart nichts mit den Gewinnen der Zukunft zu tun, dies ist ökonomisch gesehen ungerecht
im Rahmen einer periodengerechten Erfolgsermittlung, denn die nullte Periode wird zu stark
belastet und alle anderen Perioden zu stark entlastet. Richtig ist vielmehr folgende Sichtweise:

Jahr 0 1 2 3 4

Erträge - 300 500 600 700

Abschreibunge 250 250 250 250


n

Gewinne 50 250 350 450

Man sieht, dass eine „gerechtere“ Belastung der Perioden erfolgt. Die Erträge der Zukunft, welche
durch die Auszahlung der nullten Periode mit verursacht waren, werden zwecks Gewinnberechnung
um die periodisierten Auszahlungen (= Abschreibungen) vermindert. Insofern wird die nullte Periode
nicht ganz so stark belastet wie ohne Verrechnung von Abschreibungen, die zukünftigen Perioden
werden stärker belastet, weil ihnen die Aufwendung zuzurechnen ist.

Allgemeine Bewertungsgrundsätze gem. § 252 HGB


Weitere allgemeine Regeln für die Bewertung finden sich in § 252 HGB, den allgemeinen
Bewertungsgrundsätzen:

 Übereinstimmung der Wertansätze der Eröffnungsbilanz mit jenen der Schlussbilanz des


Vorjahres (§ 252 I Nr.1 HGB),
 Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going-Concern-Prinzip, § 252 I Nr.2
HGB),
 Einzelbewertung der Vermögensgegenstände und Schulden (§ 252 I Nr.3 HGB),
 Vorsichtsprinzip , d.h. alle bis zum Abschlussstichtag vorhersehbaren Risiken und Verluste
müssen berücksichtigt werden, sofern sie bis zum Abschlussstichtag entstanden sind (§ 252 I
Nr. 4 HGB). Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass ein Sachverhalt selbst dann zu
berücksichtigen ist, wenn er erst nach dem Abschlussstichtag, aber vor dem Tag der
Bilanzerstellung bekannt wurde, sich aber auf das alte Geschäftsjahr bezieht.
 Realisationsprinzip : Gewinne sind erst dann zu berücksichtigen wenn sie am
Abschlussstichtag realisiert sind (§ 252 I Nr. 4, 2. Halbsatz HGB).
 Auseinanderfallen von Aufwendungen und Erträgen auf der einen Seite und Ein- und
Auszahlungen auf der anderen Seite ist möglich (§ 252 I Nr.5 HGB). In diesem Fall müssen
Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres unabhängig davon berücksichtigt werden,
wann die Zeitpunkte der entsprechenden Zahlungen sind.
 Beibehaltung der Bewertungsmethoden des vorhergehenden Geschäftsjahres und
Abweichung nur in begründeten Ausnahmefällen (§ 252 I Nr. 6 HGB).

MERKE

Von all den genannten Punkten darf nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden (§ 252
II HGB).

 1LückentextNr. 5
 2MC-Aufgabe Nr. 6
 3MC-Aufgabe Nr. 7

Lückentext Nr. 5

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Der Grundsatz der   der Sache nach besagt, dass den Erträgen der Zukunft
Aufwendungen zuzuordnen sind, um Periodengerechtigkeit zu erzielen.

Lösen

Realisationsprinzip
Vorlesen

Das Realisationsprinzip besagt, dass Gewinne (genauer gesagt, bereits Erträge) erst dann


angesetzt werden dürfen, wenn sie realisiert sind. Sie gelten als realisiert bei Gefahrenübergang.

EXPERTENTIPP

Sehr wichtige Prinzipien für die Bewertung sind das Realisationsprinzip und


das Imparitätsprinzip, die sich gewissermaßen widersprechen.

Das Realisationsprinzip besagt, dass Gewinne erst dann angesetzt werden dürfen, wenn sie
realisiert sind (d.h. bei Gefahrenübergang).

Das Imparitätsprinzip (es bedeutet Imparität = Ungleichbehandlung) besagt hingegen, dass


Gewinne und Verluste ungleich behandelt werden müssen. Gewinne dürfen nicht antizipiert
(vorweggenommen) werden, Verluste müssen antizipiert werden. Das Imparitätsprinzip findet seinen
Ausfluss insbesondere im strengen und gemilderten Niederstwertprinzip.

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-GmbH produziert Tennisbälle. Ein Kaufvertrag zwischen der X-GmbH und der Boris-AG aus
Leimen vereinbart die Abholung der produzierten Tennisbälle durch die Boris-AG mit einem
firmeneigenen LKW, der extra aus Leimen anreist. Wann darf die X-GmbH den Gewinn aus dem
Verkauf der Tennisbälle ansetzen?

Frage: Darf die X-GmbH bereits bei Vertragsabschluss den Ertrag ansetzen?

Nicht, sofern noch eine Möglichkeit der Stornierung existiert. Es könnte nämlich sein, dass nach
abgeschlossenem Kaufvertrag die Bestellung noch rückgängig gemacht wird. Insofern wäre es
verfrüht, den Erfolg als Ertrag bereits nach Vertragsunterzeichnung anzusetzen. Vielmehr darf, wenn
im Vertrag davon die Rede ist, dass die Boris-AG die Tennisbälle abholen muss, erst dann der Erfolg
angesetzt werden, wenn der Gefahrenübergang stattgefunden hat.

Dies verdeutlicht die Fortsetzung des Beispiels: Die produzierten Tennisbälle werden durch einen
Blitzeinschlag in die Produktionshalle der X-GmbH am Abend vor der Abholung durch die Boris-AG
vollständig zerstört. Die X-GmbH muss weiterhin die Tennisbälle liefern und hat diese also neu zu
produzieren, darf diese aber selbstverständlich nur einmal der Boris-AG in Rechnung stellen, hat
also den Verlust der alten Tennisbälle zu verkraften. Der Gefahrenübergang hat damit noch nicht
stattgefunden, da die Gefahr vielmehr noch bei der X-GmbH lag. Als Konsequenz aus dem
Realisationsprinzip darf der Ertrag also noch nicht angesetzt werden.

BEISPIEL

Beispiel:
Die Boris-AG holt vereinbarungsgemäß die Tennisbälle bei der X-GmbH ab und verlässt das
Firmengelände der X-GmbH. Auf dem Weg nach Leimen kommt der LKW in ein schweres Gewitter,
bei dem ein herabfallender Baum den hinteren Teil des LKWs und leider auch die Tennisbälle
vollständig zerstört. Der Fahrer kann sich glücklicherweise unverletzt retten.

In diesem Fall ist der Gefahrenübergang vollzogen worden, denn die Gefahr des zufälligen


Untergangs liegt bei der Boris-AG. Diese muss die gelieferten und empfangenen Tennisbälle
bezahlen und hat aber keine Bälle. Das Realisationsprinzip besagt hier also, dass die X-GmbH den
Erfolg realisieren muss, weil der Gefahrenübergang stattgefunden hat.
MERKE

Wann genau (zeitlich gesehen) der Gefahrenübergang stattfindet, ist von Vertrag zu Vertrag


unterschiedlich. Im vorliegenden Beispiel der X-AG und der Boris-GmbH lag der Gefahrenübergang
im Zeitpunkt der Abholung durch den Empfänger. Bei anderen Verträgen kann sehr wohl ein
früherer Zeitpunkt vereinbart werden.

 1LückentextNr. 6
 2MC-Aufgabe Nr. 8
 3MC-Aufgabe Nr. 9
 4MC-Aufgabe Nr. 10

Lückentext Nr. 6

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Das   besagt, wie oben bereits erwähnt, dass Gewinne erst dann angesetzt
werden dürfen, wenn sie realisiert sind.

Lösen

Allgemeines Imparitätsprinzip
Vorlesen

Nach dem Imparitätsprinzip dürfen Gewinne und Verluste ungleich behandelt werden. Es gilt


folgende Regel:

EXPERTENTIPP

Gewinne dürfen nicht antizipiert werden (=
Realisationsprinzip). Verluste hingegen müssen antizipiert werden (= Imparitätsprinzip).

Das Imparitätsprinzip findet seinen Ausfluss sowohl im

 Ansatz als auch in der


 Bewertung.
Ansatzmäßig deshalb, weil Rückstellungen, also unsichere (aber wahrscheinliche) Zahlungsabgänge
der Zukunft, schon heute, genauer, im Entstehungsjahr vorweggenommen werden als Verlust, d.h.
als Aufwand.

Realisationsprinzip und Imparitätsprinzip


Zusammenfassend gilt für das Realisationsprinzip und das Imparitätsprinzip:

MERKE

Das Realisationsprinzip besagt, dass Gewinne erst dann angesetzt werden dürfen, wenn sie
realisiert sind (d.h. bei Gefahrenübergang).

Das Imparitätsprinzip (es bedeutet Imparität = Ungleichbehandlung) besagt hingegen, dass


Gewinne und Verluste ungleich behandelt werden müssen. Gewinne dürfen nicht antizipiert
(vorweggenommen) werden, Verlustemüssen antizipiert werden. Das Imparitätsprinzip findet seinen
Ausfluss insbesondere im strengen und gemilderten Niederstwertprinzip.

 1Lückentext Nr. 7
 2MC-Aufgabe Nr. 11

Lückentext Nr. 7

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Das Imparitätsprinzip bedeutet eine  von Gewinnen und Verlusten:


Gewinne dürfen nicht antizipiert werden, Verluste hingegen müssen antizipiert werden.

Lösen

Niederstwertprinzip
Vorlesen

Das Niederstwertprinzip wird immer dann angewendet, wenn es um die Wertfestsetzung von


Vermögensgegenständen in der Bilanz geht und es es mehrere Möglichkeiten für deren Bewertung
gibt.

Gemildertes und Strenges Niederstwertprinzip


 für das Anlagevermögen (gemildertes Niederstwertprinzip)
o auf den niedrigeren der beiden Werte aus Börsen- oder Marktpreis und
fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten (außerplanmäßig) ist bei einer
dauernden Wertminderung abzuschreiben (§ 253 III 5 HGB).
 für das Umlaufvermögen (strenges Niederstwertprinzip)
o auf den niedrigeren der beiden Werte aus Börsen- oder Marktpreis und
fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten (außerplanmäßig) ist auch bei
einer nur vorübergehenden Wertminderung (§ 253 IV 1 HGB) abzuschreiben.

Niederstwertprinzip in der Steuerbilanz


In der Steuerbilanz gelten folgende Regelungen:

für das Anlagevermögen

 ist der Teilwert wegen einer voraussichtlich dauernden (!) Wertminderung niedriger als die
fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, so kann (!) dieser angesetzt werden (§ 6 I
Nr. 1 S. 2 EStG)
 die Wertminderung ist voraussichtlich dauernd, wenn der Teilwert in mindestens der Hälfte
der Restnutzungsdauer unterhalb des Restbuchwerts liegt

für das Umlaufvermögen

 ist der Teilwert wegen einer voraussichtlich dauernden Wertminderung niedriger, so kann
dieser angesetzt werden
 die Wertminderung ist voraussichtlich dauernd, wenn sie bis zum Bilanzerstellungstag
besteht.

Beispiele zum Niederstwertprinzip

BEISPIEL
Beispiel:
Der Steuerpflichtige schafft am 2.1.01 eine Maschine für 80.000 € an, die eine Nutzungsdauer von
zehn Jahren hat. Am Ende des zweiten Jahres wird festgestellt, dass der Teilwert bei 23.000 € liegt.
Muss am Ende des zweiten Jahres eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgen? Erstelle den
Abschreibungsplan.

Die Maschine ist Teil des Anlagevermögens, denn sie dient dauernd dem Geschäftsbetrieb (§ 247 II
HGB). Es gilt folgendes:

Jah Abschreibun Restbuchwert Vgl. mit Teilwert


r g

1 8.000 € 72.000 €

2 8.000 € 64.000 €

3 8.000 € 56.000 € > 23.000 €

4 8.000 € 48.000 € > 23.000 €

5 8.000 € 40.000 € > 23.000 €

6 8.000 € 32.000 € > 23.000 €

7 8.000 € 24.000 € > 23.000 €

8 8.000 € 16.000 €

9 8.000 € 8.000 €

10 8.000 € 0€

Am Ende des zweiten Jahres hat die Maschine also noch eine Restnutzungsdauer von acht Jahren.
Der Teilwert liegt mit 23.000 € in fünf Jahren (und damit mehr als der Hälfte der Restnutzungsdauer)
unterhalb des Restbuchwerts. Deshalb kann steuerlich eine außerplanmäßige Abschreibung auf den
Teilwert am Ende des zweiten Jahres erfolgen.
EXPERTENTIPP

Beachte nun allerdings die Spielregel in vielen Klausuren, nämlich jene der Erstellung einer
Einheitsbilanz.

 Handelsrechtlich muss abgeschrieben werden (weil die Wertminderung von Dauer ist),


 steuerrechtlich darf abgeschrieben werden (weil die Wertminderung von Dauer ist).

Insgesamt heißt dies, dass das Wahlrecht der Abschreibung in der Steuerbilanz vom Prüfling
ausgenutzt werden muss! Man rechnet also

Jah AfA (= planmäßige Teilwertabschreibung Restbuchwert


r Abschreibung)

1 8.000 € 72.000 €

2 8.000 € 41000 23.000 €

3 2.875 € 20.125 €

4 2.875 € 17.250 €

5 2.875 € 14.375 €

6 2.875 € 11.500 €

7 2.875 € 8.625 €

8 2.875 € 5.750 €

9 2.875 € 2.875 €

10 2.875 € 0€

BEISPIEL
Beispiel:
Der Steuerpflichtige aus Beispiel 28 schafft am 2.1.01 eine Maschine für 80.000 € an, die eine
Nutzungsdauer von zehn Jahren hat. Am Ende des zweiten Jahres wird festgestellt, dass der Teilwert
bei 35.000 € liegt. Muss am Ende des zweiten Jahres eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgen?
Erstelle den Abschreibungsplan.

Wir stellen folgendes fest:

Jah Abschreibun Restbuchwert Vgl. mit Teilwert


r g

1 8.000 € 72000

2 8.000 € 64000

3 8.000 € 56000 > 35.000 €

4 8.000 € 48000 > 35.000 €

5 8.000 € 40000 > 35.000 €

6 8.000 € 32000

7 8.000 € 24000

8 8.000 € 16000

9 8.000 € 8000

10 8.000 € 0

Am Ende des zweiten Jahres hat die Maschine also noch eine Restnutzungsdauer von acht Jahren.
Der Teilwert liegt mit 35.000 € in lediglich drei Jahren (und damit weniger als der Hälfte der
Restnutzungsdauer) unterhalb des Restbuchwerts. Deshalb darf keine außerplanmäßige
Abschreibung auf den Teilwert am Ende des zweiten Jahres erfolgen:

Jah AfA (= planmäßige Teilwertabschreibung Restbuchwert


r Abschreibung)

1 8.000 € 72.000 €

2 8.000 € 23.000 €

BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Felix aus Essen schafft am 2.1.01 Vorräte für 70.000 € an. Diese haben am Ende
des Jahres einen Wert von 60.000 €. Bis zur Bilanzerstellung konnten sie sich wertmäßig wieder
erholen und liegen bei 75.000 €.

Vorräte gehören zum Umlaufvermögen (§ 247 II HGB Umkehrschluss), denn sie dienen nicht


dauernd dem Geschäftsbetrieb. Für die Frage, ob also die Wertminderung am Bilanzstichtag
dauerhaft ist, muss auf den Bilanzerstellungstag geschaut werden. Im vorliegenden Beispiel ist die
Wertminderung nicht dauerhaft, denn die Wertminderung auf 60.000 € hält nicht bis zum
Bilanzerstellungstag an.

BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Felix aus Essen aus Beispiel 30 schafft am 2.1.01 Vorräte für 70.000 € an. Diese
haben am Ende des Jahres einen Wert von 60.000 €. Bis zur Bilanzerstellung konnten sie sich
wertmäßig wieder erholen, liegen allerdings lediglich bei 62.000 €.

Im vorliegenden Beispiel ist die Wertminderung auf 60.000 € nicht dauerhaft - allerdings jene auf
62.000 €. Der Posten Vorräte liegt damit am Bilanzerstellungstag bei 62.000 €.

 1LückentextNr. 8
 2MC-Aufgabe Nr. 12
 3MC-Aufgabe Nr. 13

Lückentext Nr. 8

Aufgabe 1 von 3
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die Wertminderung eines Wirtschaftsguts im Anlagevermögen ist voraussichtlich


dauernd, wenn der Teilwert in mindestens der Hälfte der Restnutzungsdauer unterhalb

des  liegt.

Lösen

Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung -


Zusammenfassung
Vorlesen

Wir haben gelernt, dass die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) zum


Teil kodifizierte, also im Gesetz formulierte, zum Teil ungeschriebene Regeln zur Buchführung und
Bilanzierung sind.

Insgesamt lassen sich die GoB wie folgt systematisieren:

 Grundsätze der Dokumentation


 Grundsätze der Rechenschaft
o Rahmengrundsätze
 ⇒ Wahrheit
 ⇒ Richtigkeit
 ⇒ Willkürfreiheit
 ⇒ Klarheit,
 ⇒ Vollständigkeit,
 ⇒ Stichtagsprinzip,
 ⇒ Einzelbewertung,
o Abrechnungsgrundsätze
 ⇒ Abgrenzung der Sache nach
 ⇒ Abgrenzung der Zeit nach
 ⇒ Realisationsprinzip
 ⇒ Imparitätsprinzip
o Stetigkeit und Vorsicht

In einem zusammenfassenden Lernvideo zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung


(GoB) wird ein Überblick gegeben.
Play Video

 1Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung

Aufgabe 1 von 1

Welche Aussage ist richtig?

Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sind ungeschriebene Regeln zur Buchführung und


Bilanzierung.

Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sind zum Teil im Gesetz kodifiziert und zum Teil
ungeschriebene Regeln zur Buchführung und Bilanzierung.

Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sind alle im Gesetz formuliert.

Lösen

 Immaterielle Wirtschaftsgüter
Überblick über die immateriellen
Wirtschaftsgüter
Vorlesen

Wir behandeln im Folgenden die immateriellen Wirtschaftsgüter

 Patente, Lizenzen
 derivativer Geschäfts- oder Firmenwert.
 1Lückentext Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Der derivative Goodwill zählt zu den  Wirtschaftsgütern.

Lösen

Patente und Lizenzen


Vorlesen

Patente und Lizenzen sind klarerweise immaterielle Wirtschaftsgüter. Sind


sie entgeltlich erworben (also durch Kauf oder Tausch), so besteht handels- als auch steuerrechtlich
ein Aktivierungsgebot.

Wenn sie unentgeltlich erworben wurden, so spricht das Handelsrecht von


einem Aktivierungswahlrecht (§ 248 II 1 HGB), weil es sich beim Patent um einen
Vermögensgegenstand des Anlagevermögens handelt, der dann selbst geschaffen ist. Steuerlich
hingegen darf ein unentgeltlich erworbener immaterieller Vermögensgegenstand nicht aktiviert
werden (§ 5 II EStG).

EXPERTENTIPP

Oft wird in Prüfungsaufgaben die sog. Einheitsbilanz verlangt, d.h. Handels- und


Steuerbilanz sollen, wenn möglich, identisch sein. Dies bedeutet, dass das handelsrechtliche
Aktivierungswahlrecht für unentgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstande des
Anlagevermögens nicht (!) anzusetzen ist, denn in der Steuerbilanz darf auch nicht aktiviert werden.
Sollte bereits handelsrechtlich aktiviert worden sein, so wäre dies wieder herauszurechnen, der
Gewinn würde entsprechend sinken.

 1Lückentext Nr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 2
Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Auf selbsterstellte Patente und Lizenzen besteht nach dem BilMoG ein  .

Lösen

Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert


Vorlesen

Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert (= derivativer Goodwill) bezeichnet den


Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis einer Unternehmung und der Differenz
aus Vermögen und Schulden dieser Unternehmung, sofern die Differenz positiv ist.

BEISPIEL

Beispiel 32:
Die X-AG kauft die Y-AG, die über ein Vermögen von 5 Mill. € verfügt und Schulden von 2 Mill. € hat.
Der Kaufpreis beträgt 10 Mill. €. Wie hoch ist der derivative Geschäftswert?

Da der eigentliche „Wert“ der Y-AG dann 5 – 2 = 3 Mill. € beträgt, ist der Kaufpreis von 10 Mill. €
gewissermaßen um 7 Mill. € „überhöht“. Diese 7 Mill. € bilden damit den derivativen Geschäftswert.
Der derivative Geschäftswert ist also ein Maß dafür, wie sehr der Kaufpreis einer Unternehmung
„überhöht“ ist. Er findet seine Berechtigung darin, dass man offenbar positive Erwartungen für die
Zukunft der gekauften Unternehmung hat, so dass sich der gewissermaßen überhöhte Kaufpreis
rentieren wird.

Bestandteile des derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts


Gründe für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert liegen in:

 Qualität des Managements,


 Kundenstamm,
 Image des gekauften Unternehmens und nicht zuletzt
 positive Gewinnerwartungen für die Zukunft des gekauften Unternehmens.

Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert nach BilMoG


Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert ist nach § 246 I 4 HGB bereits handelsrechtlich (nach
BilMoG!) ein zeitlich begrenzt nutzbarer Vermögensgegenstand, der bereits handelsrechtlich
aktiviert werden muss. Steuerlich besteht ohnehin ein Ansatzgebot und die Pflicht, diesen über 15
Jahre abzuschreiben (§ 7 I 3 EStG). Man erhält eine aktive latente Steuer, wenn die Nutzungsdauer
nach Handelsrecht echt kleiner ist als jene nach Steuerrecht. Außerdem ist zu beachten, dass die
Nutzungsdauer nach Handelsrecht in der Klausur gegeben sein muss. Sollte dies nicht geschehen
sein, so ist eine Nutzungsdauer von 10 Jahren zu unterstellen (§ 253 III 4 HGB).

Video zum derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts


Nun schauen wir uns den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert in zwei unterschiedlichen
Lernvideos an:
Play Video

Play Video

 1LückentextNr. 3
 2MC-Aufgabe Nr. 3
 3Abschreibung des Firmenwerts

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert (= derivativer Goodwill) bezeichnet

den  zwischen Kaufpreis einer Unternehmung und der Differenz aus


Vermögen und Schulden dieser Unternehmung

Lösen
 Forderungen
Bewertung von Forderungen
Vorlesen

Wir gehen im Folgenden auf die Bewertung von Forderungen ein. Hierbei existieren die folgenden
Verfahren:

 grundsätzliche Bewertung,
 Wertberichtigungen,
 Einzelwertberichtigung und
 Pauschalwertberichtigung.

Bilanzierung von Forderungen mit Nennwert


Prinzipiell gilt, dass Forderungen mit ihrem Nennwert bilanziert werden.

EXPERTENTIPP

In Prüfungen sollte also folgendes geschrieben werden, wenn es um die Erstbewertung (!) von


Forderungen geht:

Forderungen gehören nach § 247 II HGB zum Umlaufvermögen, da sie nicht dauernd dem


Geschäftsbetrieb dienen. Sie ist handelsrechtlich nach § 253 I 1 mit ihren Anschaffungskosten (§ 255
I HGB) und steuerrechtlich nach § 5 I 1 EStG (Maßgeblichkeitsprinzip) i.V.m. § 6 I Nr. 2 S. 1 EStG)
einzubuchen.

 1MC-Aufgabe Nr. 1

MC-Aufgabe Nr. 1

Aufgabe 1 von 1

Was ist ein typisches Beispiel für einen derivativen Geschäfts- oder Firmenwert?

Kundenstamm
 

ein gut erhaltener Fuhrpark

hoher Forderungsbestand

Lösen

Arten von Forderungen und Wertberichtigung


Vorlesen

Es gibt mehrere Arten von Forderungen und damit zusammenhängende Formen der


Wertberichtigung. Hier finden Sie einen Überblick mit Beispielen, Buchungssätzen und Berechnung.

Arten von Forderungen


Je nach Werthaltigkeit lassen sich Forderungen wie folgt systematisieren:

 unzweifelhafte Forderungen,
 zweifelhafte Forderungen,
 uneinbringliche Forderungen.

Unzweifelhafte Forderungen

Bei unzweifelhaften Forderungen besteht an der vollständigen Bezahlung kein Zweifel. Sie sind


mit ihrem Nennwert anzusetzen, d.h. in der Handelsbilanz mit den Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten der Forderung (§ 253 I HGB). Für die Steuerbilanz gilt wiederum § 6 I Nr. 2 II S.1
EStG. Ganz analog zur Bilanzierung der Anschaffungskosten nach § 255 I HGB sind Rabatte, Prämien
und sonstige Preisnachlässe vom Nennbetrag der Forderung abzuziehen, soweit mit ihrer
Inanspruchnahme noch zu rechnen ist.

Zweifelhafte Forderungen

Die zweifelhaften Forderungen sind mit ihrem wahrscheinlichen Wert anzusetzen. Es liegt hierbei


im Ermessen des Bilanzierenden, ob eine Forderung zweifelhaft ist. Allerdings reicht die bloße
Vermutung noch nicht dafür aus, dass die Forderung schon zweifelhaft ist. Darüber hinaus sind
sämtliche Umstände zu berücksichtigen, die die Wertminderung komplett bzw. zum Teil
ausgleichen, wie z.B. Delkredereversicherungen, Bürgschaften und Möglichkeiten der Aufrechnung.
Die Umsatzsteuer ist noch nicht zu korrigieren, denn noch ist nicht sicher, dass die Forderung
wirklich ausfällt.

Beispiel und Buchungssatz

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-AG hat noch eine Forderung gegen Calle Condetti über 1.190 € (brutto) in den Büchern stehen.
Am 15.12.2016 meldet dieser Insolvenz an, wovon die X-AG am 03.01.2017 erfährt. Es ist mit einer
Quote von 80 % zu rechnen.

Die Wertberichtigung erfolgt so:

Zunächst wird der Nettobetrag ausgerechnet als 1.190/1,19 = 1.000 €. Hiervon werden wegen des
zu erwartenden Forderungausfalls 200 € abgeschrieben. Die Umsatzsteuer wird aber noch
nicht korrigiert, d.h. der Buchungssatz lautet

Abschreibung auf Forderungen 200 € an Forderungen 200 €.

Die Umsatzsteuer steht damit weiterhin in Höhe von 190 € zu Buche, der Forderungsposten


insgesamt hat einen Wert von 800 + 190 = 990 €.

Uneinbringliche Forderungen

Uneinbringliche Forderungen sind komplett auf 0 € abzuschreiben, da sich hier nichts mehr durch
den Schuldner erlösen lässt. Ebenso ist die Umsatzsteuer hier komplett zu korrigieren, da sicher ist,
dass sie ausfällt.

Formen der Wertberichtigung auf Forderungen


Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Forderungen abzuschreiben:

 direkte Abschreibung,
 indirekte Abschreibung,
o Einzelwertberichtigung,
o Pauschalwertberichtigung.

 1LückentextNr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 3
 3MC-Aufgabe Nr. 4
 4MC-Aufgabe Nr. 5

Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Zweifelhafte Forderungen sind mit ihrem   Wert anzusetzen.

Lösen

Einzelwertberichtigung auf Forderungen


Vorlesen

Der Grundsatz der Einzelwertberichtigung geht davon aus, dass Forderungen einzeln zu bewerten


sind.

Wenn sich spezielle Risiken erkennen lassen, die den Bestand der Forderungen angreifen, so sind
jedoch einzelne Forderungen neu zu bewerten, d.h. ihr vermutlicher Ausfall müsste vom
Nennbetrag der jeweiligen, einzelnen Forderung abgesetzt werden.

Dies ist jedoch in der Praxis äußerst problematisch, es ist deshalb üblich, die entsprechenden
speziellen Risiken vereinfacht zu berechnen. Man ermittelt hierzu einen bestimmten Prozentsatz
pauschal und setzt diesen aktivisch vom Nennbetrag der jeweiligen Forderung ab. Dies nennt man
pauschale bzw. pauschalierte Einzelwertberichtigung.
 1MC-Aufgabe Nr. 6

MC-Aufgabe Nr. 6

Aufgabe 1 von 1

Was versteht man unter einer pauschalen Einzelwertberichtigung?

Eine pauschale Einzelwertberichtigung ist das gleiche wie eine Pauschalwertberichtigung.

Für die Forderungen bzw. Gruppen von Forderungen wird ein spezieller pauschaler Prozentsatz
ermittelt, um die die Forderungen wertberichtigt werden.

Eine pauschale Einzelwertberichtigung wird vorgenommen, wenn Forderungen uneinbringlich


geworden sind.

Lösen

Pauschalwertberichtigung auf Forderungen


Vorlesen

Es existieren darüber hinaus allgemeine Risiken, die sämtliche Forderungen betreffen, wie z.B. das
allgemeine Kreditrisiko als allgemeines Ausfallrisiko bei Konjunkturabschwächungen. Diese
allgemeinen Risiken werden durch die sog. Pauschalwertberichtigung auf
Forderungen berücksichtigt. Dabei wird der gesamte Forderungsbestand, abzüglich der bereits
einzelwertberichtigten Forderungen, prozentual reduziert.

EXPERTENTIPP

Bei Einzelwertberichtigungen werden spezielle Risiken pauschal ermittelt. Man reduziert also in
einem ersten Schritt einzelne Forderungen mit diesem Prozentsatz. Allgemeine Risiken werden in
einem zweiten Schritt durch die Pauschalwertberichtigung angesetzt.
Einzel- und Pauschalwertberichtigungen sind also eine indirekte Art der Abschreibung. Bei den
direkten Abschreibungen lautet der Buchungssatz

MERKE

Abschreibungen auf Forderungen an Forderungen

Bei der indirekten Abschreibung, d.h. bei Einzel- und Pauschalwertberichtigungen, ist der
Buchungssatz hingegen

MERKE

Abschreibungen auf Forderungen an Wertberichtigungen

Das Konto Wertberichtigungen ist ein passives Bestandskonto. Die indirekte Abschreibung in Form


der Wertberichtigungen wird dem Grundsatz der Bilanzklarheit besser gerecht als die direkte Form
der Abschreibung. Dies liegt daran, dass der Bestand der Forderungen am Bilanzstichtag in voller
Höhe ausgewiesen wird (so als bestünde kein Zweifel an der Werthaltigkeit) und dadurch mit dem
Rechtsanspruch übereinstimmend.

Auf der anderen Seite weist die Wertberichtigung die Höhe des erwarteten Verlustes auf. Dadurch
hat der externe Bilanzleser einen besseren Überblick, weil durch eine direkte Abschreibung nicht
offenkundig würde, welche Risiken für die Forderungen bestehen.

 1Lückentext Nr. 3

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Einzel- und Pauschalwertberichtungen sind   Arten der Abschreibung.

Lösen
 Verbindlichkeiten
Arten von Verbindlichkeiten und Bewertung
Vorlesen

Eine Verbindlichkeit kommt dann in Betracht, wenn

 die Grundlagen der Schuld sicher und


 ihr Betrag hinreichend bestimmt ist.

Nach dem Handelsrecht sind Verbindlichkeiten zu ihrem Erfüllungsbetrag anzusetzen (§ 253 I 2


HGB). Im Steuerrecht sind Verbindlichkeiten mit ihren Anschaffungskosten zu passivieren (§ 6 I
Nr. 3 EStG).

Hierunter versteht man den Nennwert einer Verbindlichkeit, wobei zwischen dem Nennwert und


dem Erfüllungsbetrag normalerweise kein Unterschied besteht (H 6.10 [Anschaffungskosten] EStH).

MERKE

Handelsrechtlich werden unverzinsliche Verbindlichkeiten nicht abgezinst, steuerrechtlich


hingegen schon, wenn sie eine Laufzeit von länger als einem Jahr haben (§ 6 I Nr. 3 S. 1, 2 EStG).

Wenn dem Schuldner nicht der volle Kreditbetrag zufließt, sondern weniger, mithin
ein Disagio vereinbart ist, so ist der Rückzahlungsbetrag zu passivieren.

Beispiel zur Bewertung von Verbindlichkeiten

BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Franz aus Kassel erhält von seiner Hausbank einen Kredit in Höhe von 1.000 €,
wobei ein Disagio von 4 % vereinbart ist. Die Rückzahlung erfolgt nach vier Jahren zu pari, der
Nominalzins beträgt 5 %.

Franz erhält also nur 960 € von seiner Hausbank ausbezahlt, da er ein Disagio von 4%, also 40 Euro,
zahlen muss. Er muss aber 5 % Zinsen auf 1.000 €, also 50 €, jedes Jahr an Zinsaufwand leisten. Da
er am Ende an seine Hausbank 1.000 € zurückbezahlt, ist ein Betrag in Höhe von 1.000 € zu
passivieren.
Verbindlichkeiten stehen dem Grunde und der Höhe nach sicher fest und unterscheiden sich
dadurch von Rückstellungen. Eine Verbindlichkeit ist bis zur Erfüllung, also bis zu ihrer Bezahlung, in
der Bilanz des Schuldners zu passieren.

Arten von Verbindlichkeiten


Man unterscheidet folgende Arten von Verbindlichkeiten:

 Verbindlichkeiten, deren Laufzeit am Bilanzstichtag weniger als zwölf Monate beträgt,


 Verbindlichkeiten, welche verzinslich sind,
 Verbindlichkeiten, die auf einer Anzahlung oder Vorausleistung beruhen (§ 6 I Nr. 3 S. 2
EStG),
 Verbindlichkeiten unter einer Auflage, nach welcher die Vorteile aus der Zinslosigkeit dem
Schuldner nicht verbleiben.

 1LückentextNr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

 stehen dem Grunde und der Höhe nach sicher fest und unterscheiden
sich dadurch von Rückstellungen.

Lösen

Abzinsung von unverzinslichen


Verbindlichkeiten
Vorlesen
Unverzinsliche Verbindlichkeiten, welche eine Laufzeit von mindestens einem Jahr haben, sind
nach dem Steuerrecht abzuzinsen, und zwar mit einem Zinssatz von 5,5 % (§ 6 I Nr. 3 EStG).

EXPERTENTIPP

Beachte, dass handelsrechtlich eine Abzinsung von Verbindlichkeiten unzulässig ist. Ein Abzinsen


würde gegen das Realisationsprinzip verstoßen, denn man würde sich reicher rechnen als man ist.
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Verbuchung des Zinsaufwands


Wenn die Verbindlichkeit länger als ein Jahr besteht, so ist in den Folgejahren die Verbindlichkeit zu
erhöhen und zwar durch den Buchungssatz

MERKE

Zinsaufwand an Verbindlichkeit.

Ob die 12-Monatsgrenze überschritten ist, entscheidet sich nach der Restlaufzeit der Verbindlichkeit
am Bilanzstichtag.

BEISPIEL

Beispiel:
Der Einzelunternehmer Hubert aus Trier erwirbt am 31.12.2015 eine unverzinsliche Verbindlichkeit
in Höhe von 30.000 €, die eine Laufzeit von drei Jahren aufweist.

Am 31.12.2015 hat die Verbindlichkeit noch eine Restlaufzeit von drei Jahren, außerdem ist sie
unverzinslich. Damit hat eine Abzinsung zu erfolgen. Der Vervielfältiger für drei Jahre liegt bei 0,852 (§
12 III BewG). Die Verbindlichkeit wird deswegen mit 30.000 € · 0,852 = 25.560 € angesetzt. Man
könnte auch rechnen:  30.0001,0553=30.000⋅1,055−3=30.000⋅0,852=25.560 €. Der
Unterschied zum Rückzahlungsbetrag von 30.000 € bildet im Jahr 2015 einen Ertrag, der das
steuerliche Einkommen erhöht.

EXPERTENTIPP

Beachte aber, dass der steuerliche Wert von 0,852 ungenauer ist, aber korrekt. Wir geben also die
mathematisch genauere, aber steuerlich eben nicht korrekte Variante nur für das Verständnis an.
Im Jahre 2017 liegt der Verteilungsfaktor bei 0,898 für zwei Jahre (§ 12 III BewG). Dieser wird
gerechnet als  11,0552=0,898. Die Verbindlichkeit ist entsprechend hochzubuchen
auf  30.000⋅0,898=26.940 €. Der Buchungssatz zur Aufstockung der Verbindlichkeit lautet

MERKE

Zinsaufwand an Verbindlichkeit 1.380 €.

Die Restlaufzeit einer Verbindlichkeit ist taggenau zu berechnen. Allerdings kann vereinfachend


unterstellt werden, dass ein Monat 30 Tage und das Kalenderjahr 360 Tage besitzt. Der Monat, in
welchem der Fälligkeitstag liegt, ist mit dem Anteil der tatsächlichen Tage einschließlich des
Fälligkeitstages, allerdings höchstens mit 30 Tagen anzusetzen.

BEISPIEL

Beispiel:
Am Bilanzstichtag 31.12.2015 beträgt eine Verbindlichkeit mit einem Nennwert von 100.000 €, die
unverzinslich ist, noch vier Jahre, acht Monate und 21 Tage.

Die Restlaufzeit beträgt zwischen vier und fünf Jahren. Folglich ist ein Vervielfältiger anzuwenden,
der zwischen jenem für vier Jahre und jenem für fünf Jahre, also zwischen den Zahlen 0,807 und
0,765, liegt. Die Differenz dieser Vervielfältiger lautet 0,807 - 0,765 = 0,042. Der Teilbetrag des Jahres
beträgt  812+21360=0,725. Mit anderen Worten betragen acht Monate und 21 Tage dann 72,5 %
eines ganzen Jahres. Es sind damit 72,5 % der Differenz der Vervielfältiger anzusetzen,
also  0,725⋅0,042=0,030. Der Vervielfältiger für vier Jahre wird entsprechend reduziert, der
maßgebende Vervielfältiger liegt also bei 0,807 - 0,030 = 0,777. Daher erfolgt ein Ansatz in der Bilanz
am 31.12.2016 in Höhe von  100.000⋅0,777 €.

 1LückentextNr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 3
 3MC-Aufgabe Nr. 4

Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.


 Verbindlichkeiten, welche eine Laufzeit von mindestens einem Jahr
haben, sind abzuzinsen, nämlich mit einem Zinssatz von 5,5 %.

Lösen

Tilgungsdarlehen
Vorlesen

Im Folgenden gehen wir auf Tilgungsdarlehen ein. Wenn eine Verbindlichkeit in gleichen


Jahresraten getilgt wird (= Tilgungsdarlehen), so erfolgt das Abzinsen mittels der Vervielfältiger aus
der Anlage 9a zu § 13 BewG.

Berechnung des Tilgungsdarlehens nach folgender Formel

METHODE

1. Ermittle, wie viel Euro in einem Jahr insgesamt getilgt werden. Wenn monatsweise getilgt
wird, so multipliziere die Monatstilgungen mit 12. Sollte quartalsweise getilgt werden, so
multipliziere die Quartalstilgungen mit 4 usw. Man erhält den sog. Jahreswert der
Verbindlichkeit.
2. Schlage den Vervielfältiger aus Anlage 9a zu § 13 BewG nach.
3. Errechne den Bilanzwert der Verbindlichkeit, indem man den Jahreswert der Verbindlichkeit
mit dem entsprechenden Vervielfältiger multipliziert.

 1Lückentext Nr. 3

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Wenn eine Verbindlichkeit in gleichen Jahresraten getilgt wird, handelt es sich um

ein  .
Lösen

 Immobilien
Bilanzierung von Immobilien
Vorlesen

Bei Immobilien muss man zunächst unterscheiden zwischen

 dem Grundstück (= Grund und Boden), und


 dem Gebäude.

Das auf dem Grundstück aufstehende Gebäudes ist wesentlicher Grundstücksbestandteil, deswegen


gilt beides zusammen als einheitliche Sache. Grundsätzlich ist deswegen der Eigentümer des
Grundstücks auch Eigentümer aller wesentlichen Grundstücksbestandteile, so auch der
aufstehenden Gebäude.

Die obige Unterscheidung ist deswegen wichtig, weil Grund und Boden ein nicht abnutzbares
Wirtschaftsgut darstellt. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass es nicht planmäßig abgeschrieben
werden kann.

EXPERTENTIPP

Man beachte die obige Einschränkung: ein Grundstück darf nicht „planmäßig" abgeschrieben
werden. Dies bedeutet nicht, dass es nicht abgeschrieben werden dürfte, es darf eben nur nicht
planmäßig abgeschrieben werden. Außerplanmäßig, z.B. im Schadensfall oder bei einer sonstigen
Wertminderung, darf es, bzw. muss es, sehr wohl „außerplanmäßig" abgeschrieben werden.

Ein Gebäude wiederum stellt ein abnutzbares Wirtschaftsgut dar und wird planmäßig


abgeschrieben. Wichtig ist, dass die Abschreibungsprozentsätze festgelegt sind (§ 7 EStG). Man fasst
unter einem Grundstück folgende selbstständige Wirtschaftsgüter zusammen:

 Grund und Boden,


 Außenanlagen,
 Gebäude
o inklusive unselbstständiger Gebäudeteile,
 selbstständige Gebäudeteile.
 1LückentextNr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Das auf dem Grundstück aufstehende Gebäudes ist 


Grundstücksbestandteil, deswegen gilt beides zusammen als einheitliche Sache.

Lösen

Bilanzierung von Außenanlagen


Vorlesen

Außenanlagen sind keine Gebäudeteile, sondern vielmehr sonstige bauliche Maßnahmen wie


Einfriedungen, Straßenzufahrten als auch Hof- und Bodenbefestigungen.

Die Anschaffungskosten von Außenanlagen gehören nicht zu den Anschaffungskosten des Grund


und Bodens. Sie sind vielmehr als abnutzbare unbeweglichen Wirtschaftsgüter des
Anlagevermögens nur linear abzuschreiben (§ 7 I EStG i.V.m. R 7.1 I Nr. 3 EStR).

MERKE

Man erinnere sich, dass die degressive Abschreibung lediglich für bewegliche Wirtschaftsgüter des


Anlagevermögens aus den Jahren 2009 und 2010 möglich ist. Für unbewegliche steht daher nur
die lineare Abschreibung zur Verfügung.

 1Lückentext Nr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 3

Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 2
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

sind keine Gebäudeteile, sondern sonstige bauliche Maßnahmen wie


Einfriedungen, Straßenzufahrten als auch Hof- und Bodenbefestigungen.

Lösen

Bilanzierung selbständiger Gebäudeteile


Vorlesen

Selbständige Gebäudeteile sind Teile des Gebäudes, welche nicht in einem einheitlichen  Nutzungs-
und Funktionszusammenhang mit dem Gebäude stehen. Sie sind selbstständige Wirtschaftsgüter.

Arten selbstständiger Gebäudeteile


Wegen des unterschiedlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhangs unterscheidet man fünf
unterschiedliche Arten selbstständiger Gebäudeteile (R 4.2 III EStR):

 Betriebsvorrichtungen,
 Scheinbestandteile,
 Ladeneinbauten und Schaufensteranlagen,
 sonstige Mietereinbauten und
 sonstige selbstständige Gebäudeteile.

Betriebsvorrichtung
Eine Betriebsvorrichtung ist eine Vorrichtung, mit der das Gewerbe unmittelbar betrieben wird.

BEISPIEL

Beispiel:

Arbeitsbühnen und Bedienungsbühnen sind Betriebsvorrichtungen.

Eine Betriebsvorrichtung gehört zu den beweglichen Wirtschaftsgütern und kann also linear oder


degressiv abgeschrieben werden. Im ersten Jahr ist nur eine zeitanteilige Abschreibung
(monatsgenau) möglich. Sie zählt selbst dann zu den beweglichen Wirtschaftsgütern, wenn sie ein
wesentlicher Gebäudebestandteil ist (R 7.1 III EStR).

BEISPIEL

Beispiel:
Ein Lastenaufzug in einem gewerblich genutzten Gebäude ist eine Betriebsvorrichtung, wenn das
Gebäude unmittelbar dem Betriebsvorgang dient.

Der Lastenaufzug ist zivilrechtlich ein wesentlicher Gebäudebestandteil, kann also nicht losgelöst
vom Gebäude genutzt werden und ist allein schon deswegen unbeweglich. Steuerrechtlich
allerdings zählt der Lastenaufzug als Betriebsvorrichtung trotzdem zu den beweglichen
Wirtschaftsgütern.

Scheinbestandteile
Ein Scheinbestandteil ist ein bewegliches Wirtschaftsgut, welches zu einem vorübergehenden
Zweck in ein Gebäude eingefügt wird (R 7.1 IV EStR). Es handelt sich um einen vorübergehenden
Zweck, wenn

 die Nutzungsdauer der eingefügten Sachen länger ist als der voraussichtlich vorgesehene
Nutzungszeitraum,
 wenn die Sache nach ihrem Ausbau noch einen beachtlichen Wiederverwendungswert hat,
also nicht lediglich einen Schrottwert und
 wenn nach den äußeren Umständen, also nach Art und Zweck der Verbindung, damit
gerechnet werden kann, dass die eingefügte Sache später wieder entfernt wird.

Die Voraussetzungen müssen alle drei gleichzeitig gelten. Scheinbestandteile treten insbesondere
im Zusammenhang mit Mietereinbauten , Mieterumbauten sowie bei Gebäuden auf fremden
Grundstücken auf.

Ladeneinbauten, Schaufensteranlagen
Es handelt sich bei den Ladeneinbauten und Schaufensteranlagen zwar privatrechtlich um
wesentliche Gebäudebestandteile, diese werden aber steuerrechtlich als selbstständige
Gebäudeteile behandelt. Der Grund für diese Ungleichbehandlung liegt darin, dass Ladeneinbauten
und Schaufensteranlagen besonderen Zwecken dienen. Sie werden insgesamt als unbewegliches
Anlagevermögen behandelt und wie Gebäude abgeschrieben (R 7.1 VI EStR), nämlich degressiv nach
festen Prozentsätzen, konkret nach nach § 7 Va i.V.m. IV 2 EStG.

Sonstige Mietereinbauten
Sonstige Mietereinbauten werden nicht dem Grundstückseigentümer bzw. dem
Gebäudeeigentümer zugerechnet, sondern dem Mieter (R 4.2 III Nr. 4 EStR). Wenn der Mieter die
Einbauten für betriebliche Zwecke nutzt, so müssen sie in der Bilanz des Mieters aktiviert und
danach abgeschrieben werden.

 1Lückentext Nr. 3
 2MC-Aufgabe Nr. 4

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Arbeitsbühnen und Bedienungsbühnen sind  .

Lösen

Sonstige selbständige Gebäudeteile


Vorlesen

Wenn ein und dasselbe Gebäude unterschiedlich genutzt wird, so entstehen sonstige


selbstständige Gebäudeteile. Die unterschiedliche Gebäudenutzung kann

 betrieblich
o eigenbetrieblich und
o fremdbetrieblich als auch
 zu Wohnzwecken
o zu eigenen Wohnzwecken und zu
o fremden Wohnzwecken
erfolgen.

Unter sonstigen selbstständigen Gebäudeteile lassen sich also vier unterschiedliche


selbstständige Wirtschaftsgüter verstehen. Diese werden so wie ein Gebäude nach § 7 Va i.V.m. IV, V
EStG planmäßig abgeschrieben (R 7.1 VI EStR).

MERKE

Wenn also das Gebäude wegen der unterschiedlichen Nutzung in sonstige selbstständige


Gebäudeteile zerfällt, so können die unterschiedlichen Gebäudeteile nach unterschiedlichen AfA-
Methoden abgeschrieben werden (R 7.1 VI EStR i.V.m. R 7.4 VI 2 EStR).

Aufteilung von Anschaffungs- und Herstellungskosten


Hierfür sind Anschaffungs- oder Herstellungskosten für die sonstigen selbstständigen
Gebäudeteile der im Verhältnis der Nutzflächen aufzuteilen. Entscheidend ist hierbei das Verhältnis
der Nutzflächen des jeweiligen Gebäudeteils zur Nutzfläche des Gesamtgebäudes insgesamt (R 4.2
VI 2 EStR).

BEISPIEL

Beispiel:
Der Einzelunternehmer Sebastian aus Magdeburg besitzt ein bebautes Grundstück. Aufstehend ist
ein Gebäude mit 1.000 qm Nutzfläche insgesamt, die einzelnen Räumlichkeiten haben eine Fläche
von jeweils 100 qm, das Gebäude wird wie folgt genutzt: eigenes Büro, eigene Wohnung, eigene
Lagerfläche sowie eigenes Ladenlokal. An den befreundeten Unternehmer Detlev ist eine Wohnung
und ein Büro vermietet. Der Steuerberater Fritz Erbsenzähler mietet ebenfalls ein Büro in der dritten
Etage an. Darüber hinaus hat der Anwalt Rudi Rechtsverdreher ein Büro im obersten Stock.

Wegen der gleichen Aufteilung hat jeder einzelne Raum 1000/8 = 125 qm Fläche.

Eigenbetriebliche und fremdbetriebliche Nutzung


Eigenbetrieblich wird das eigene Büro, die eigene Lagerfläche sowie das eigene Lagerlokal genutzt.
Es handelt sich also um eine Fläche von insgesamt  3⋅125=375 qm, d.h.  3751.000=37,5 % der
Nutzfläche insgesamt.
Fremdbetrieblich ist das Büro für Detlev sowie die Büros für den Steuerberater und den
Rechtsanwalt, also ebenfalls 375 qm, also 37,5 % der Nutzfläche. Zu fremden Wohnzwecken wird die
Wohnungen von Detlev genutzt, also 125/1.000 = 12,5 % der Nutzfläche. Zu eigenen Wohnzwecken
benutzt Sebastian die eigene Wohnung, also  1251.000=12,5 % der Nutzfläche.
Damit erhält man insgesamt folgende Aufteilung:

eigenbetrieblich 37,5 %

fremdbetrieblich 37,5 %

für fremde 12,5 %


Wohnzwecke

für eigene Wohnzwecke 12,5 %.

 1Lückentext Nr. 4
 2MC-Aufgabe Nr. 5

Lückentext Nr. 4

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Wenn also das Gebäude wegen der unterschiedlichen  in sonstige


selbstständige Gebäudeteile zerfällt, so können die unterschiedlichen Gebäudeteile
nach unterschiedlichen AfA-Methoden abgeschrieben werden.

Lösen

Baumaßnahmen bei Gebäuden


Vorlesen

Im Folgenden befassen wir uns mit der Berücksichtigung von Modernisierungs- und
Erhaltungsaufwendungen bei Gebäuden.

Hierbei ist zu unterscheiden zwischen


 Herstellungsaufwänden und
 Erhaltungsaufwänden.

Herstellungsaufwand - Baumaßnahmen an
Gebäuden
Vorlesen

Bei Herstellungsaufwand handelt sich um Aufwendungen, welche

 nach Fertigstellung eines Gebäudes,


 für den Verbrauch von Gütern oder
 für die Inanspruchnahme von Diensten,
 für die Erweiterung oder für
 die über den ursprünglichen Zustand hinausgehende
 wesentliche Verbesserung eines Gebäudes

entstehen (R 21.1 III 1 EStR).

MERKE

Die Konsequenz von Herstellungsaufwand ist, dass dieser aktiviert werden muss und über die
Laufzeit zu verteilen ist.

Erweiterung und Verbesserung von Gebäuden


Eine Erweiterung liegt dann vor, wenn die Substanz des Gebäudes zum Beispiel durch
Aufstockung oder Anbau, Vergrößerung der nutzbaren Fläche oder einen nachträglichen Einbau
bisher nicht vorhandener Bestandteile vermehrt wird.

Die Verbesserung geht über den ursprünglichen Zustand wesentlich hinaus, wenn insgesamt


betrachtet die Maßnahme zu einer Erhöhung zukünftiger Nutzungsmöglichkeiten führt. Dies ist z.B.
der Fall bei einer

 Verlängerung der technischen oder wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder bei


 qualitativer Verbesserung des Gebäudes.

 1Lückentext Nr. 5
 2MC-Aufgabe Nr. 6

Lückentext Nr. 5

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

aufwand wird als nachträgliche Anschaffungskosten aktiviert und über die


Laufzeit des Gebäudes abgeschrieben.

Lösen

Erhaltungsaufwand - Baumaßnahmen bei


Gebäuden
Vorlesen

Unter Erhaltungsaufwand versteht man (R 21.1 I 1 EStR)

 Aufwendungen
 für die Erneuerung von
o bereits vorhandenen Teilen,
o Einrichtungen oder
o Anlagen.

BEISPIEL

Beispiel:
Austausch von Fenstern, Einbau einer Zentralheizung anstelle von Einzelöfen.

MERKE

Die Konsequenz eines Erhaltungsaufwands ist, dass er in jenem Jahr als Aufwand zu erfassen ist,


indem er geleistet wird.

Herstellungsaufwendungen werden erst bei verhältnismäßig großen Aufwendungen geprüft.


Hierfür gilt die Regel, dass Aufwendungen für einzelne Baumaßnahmen nach Fertigstellung des
Gebäudes grundsätzlich als Erhaltungsaufwand gelten, wenn Sie den Betrag von 4.000 € ohne
Umsatzsteuer nicht übersteigen (R 21.1 II 2 EStR).

BEISPIEL

Beispiel:
Zwei Jahre nach Bau eines Hauses werden am 01.02.2016 neue Fenster in dieses Haus eingesetzt.
Hierfür wird dem Bauherrn ein Betrag von 2.200 € berechnet.

Nach Abzug der Umsatzsteuer handelt sich um ein Nettobetrag von 2.200/1,19 = 1.848,74 €. Der
Betrag liegt damit unterhalb des Grenzwertes von 4.000 €, es handelt sich folglich um
Erhaltungsaufwand und nicht um Herstellungsaufwand. Es ist also nicht zu prüfen, ob es sich um
eine wesentliche Verbesserung des Gebäudes handelt oder ob es lediglich um eine Erneuerung von
bereits vorhandenen Teilen, Einrichtungen oder Anlagen geht. Die Aufwendungen sind damit im
Jahre 2016 als Aufwand zu berechnen. Nicht hingegen kann also der Betrag aktiviert und auf die
Laufzeit verteilt werden.

Reparatur- oder Modernisierungsaufwendungen


Auch Reparatur- oder Modernisierungsaufwendungen, welche

 in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Anschaffung entstehen und


 im Verhältnis zum Kaufpreis für das Gebäude hoch sind,

zählen zu den Herstellungsaufwendungen, es handelt sich, genauer gesagt, um


sog. anschaffungsnahen Herstellungsaufwand (R 21.1 IV EStR). Ein Zeitraum von drei Jahren nach dem
Erwerbszeitpunkt bedeutet hierbei einen engen zeitlichen Zusammenhang. Das Verhältnis ist im
Vergleich zum Kaufpreis hoch, wenn die Aufwendungen für die Instandsetzung insgesamt 15 %
der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG).

EXPERTENTIPP

Beachte also, dass wenn es sich um einen engen zeitlichen Zusammenhang handelt und zusätzlich
das Verhältnis zum Kaufpreis hoch ist, dass dann anschaffungsnaher Herstellungsaufwand, mithin
Herstellungsaufwand vorliegt.

Dieser ist also zu aktivieren und abzuschreiben. Ist hingegen ein enger zeitlicher Zusammenhang da
und das Verhältnis zum Kaufpreis des Gebäude gesehen niedrig, so handelt es sich nicht um
anschaffungsnahen Herstellungsaufwand, sondern vielmehr um Erhaltungsaufwand, der im Jahr des
Entstehens als Aufwand zu verrechnen ist.
BEISPIEL

Beispiel:
Der Metzgermeister Fritz Schwarte aus Hohenbocka (Sachsen) erwarb am 01.07.2015 ein neues
betriebliches Gebäude für 400.000 €. Der Grund und Boden kostete ihn 100.000 €. Es entstehen
Renovierungsaufwendungen im Jahre 2016 in Höhe von 50.000 € und im Jahre 2017 von 80.000 €.

Die Instandhaltungsaufwendungen fallen innerhalb der ersten drei Jahre nach dem


Erwerbszeitpunkt an. Die zeitliche Voraussetzung des engen zeitlichen Zusammenhangs ist erfüllt,
da die Aufwendungen innerhalb der ersten drei Jahre nach Fertigstellung des Gebäudes anfallen.
Die betragsmäßige Voraussetzung liegt bei 15 % Anschaffungskosten des Gebäudes, also bei
0,15∙400.000 = 60.000 €. Die Kosten des Grundstücks sind also zu vernachlässigen.

Im Jahr 2016 übersteigen die Instandhaltungsaufwendungen diesen Grenzwert nicht, es handelt


sich damit nicht um anschaffungsnahe Herstellungsaufwendungen, um Erhaltungsaufwand, der im
Jahre 2016 sofort abzugsfähig ist. Im Jahre 2017 hingegen übersteigen die Aufwendungen die
relevante Grenze, es liegt damit Herstellungsaufwand und kein Erhaltungsaufwand vor. Die Kosten
von 80.000 € des Jahres 2017 sind zu aktivieren und auf die Laufzeit zu verteilen.

 1LückentextNr. 6
 2MC-Aufgabe Nr. 7
 3MC-Aufgabe Nr. 8

Lückentext Nr. 6

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Erhaltungsaufwand ist in jenem Jahr als Aufwand zu erfassen, indem er   


wird.

Lösen

Abbruchkosten - Baumaßnahmen bei Gebäuden


Vorlesen
Bei Abbruchkosten stellt sich die Frage, ob diese aktiviert und also auf die Laufzeit verteilt werden
müssen oder ob es sich um sofort abzugsfähige Betriebsausgaben handelt. Hierbei ist
entscheidend, in welcher Absicht das Gebäude erworben wurde.

Wenn sich das Gebäude schon seit längerem im Eigentum des Steuerpflichtigen befindet, handelt
es sich bei den Abbruchkosten um sofort abzugsfähige Betriebsausgaben (H 6.4 Abbruchkosten
EStH).

Erwerb mit oder ohne Abbruchabsicht


Möglicherweise anders verhält es sich, wenn das Gebäude erst kurz vor dem Abbruch erworben
wurde. Hier ist dann wichtig, ob der Erwerb

 mit Abbruchabsicht oder
 ohne Abbruchabsicht

erfolgte. Erfolgte der Erwerb ohne Abbruchabsicht , so handelt sich um sofort abzugsfähige


Betriebsausgaben. Möglicherweise anders verhält es sich, wenn er Erwerb des Gebäudes mit
Abbruchabsicht erfolgte.

MERKE

Der sog. Beweis des ersten Anscheins spricht für einen Erwerb mit Abbruchabsicht, wenn mit dem
Abbruch des Gebäudes innerhalb von drei Jahren nach dem Erwerb begonnen wird.

Es ist zu unterscheiden,

 ob das abgebrochene Gebäude technisch oder wirtschaftlich nicht verbraucht ist,


 ⇒ dann erfolgt eine Aktivierung beim neuen Wirtschaftsgut bzw.

 ob es technisch oder wirtschaftlich verbraucht war.

Im letzteren Fall ist dann entscheidend,

 ob es sich um Anschaffungskosten bzw. den Restbuchwert des abgebrochenen Gebäudes


handelt,
 ⇒ es würde dann eine Aktivierung beim Grund und Boden stattfinden bzw.
 ob es sich um Abbruchkosten handelt.
 ⇒ Es würde dann eine Aktivierung beim neuen Wirtschaftsgut erfolgen. Wird ein solches
nicht erstellt, so kommt es zu einer Aktivierung beim Grund und Boden.

 1LückentextNr. 7
 2LückentextNr. 8
 3MC-Aufgabe Nr. 9
 4MC-Aufgabe Nr. 10

Lückentext Nr. 7

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Wenn ein Gebäude erst kurz vor dem Abbruch erworben wurde, ist es wichtig zu

wissen, ob der Erwerb mit oder ohne  erfolgt.

Lösen

 Rücklagen
Arten von Rücklagen
Vorlesen

Rücklagen sind Teil des Eigenkapitals. Man unterscheidet folgende Arten von Rücklagen:

 stille Rücklagen (= stille Reserven),


 offene Rücklagen
 ⇒ handelsrechtliche Rücklagen
 ⇒ Kapitalrücklage ,
 ⇒ Gewinnrücklagen
 ⇒ gesetzliche Rücklage,
 ⇒ Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen,
 ⇒ satzungsmäßige Rücklage,
 ⇒ andere Gewinnrücklage
 steuerrechtliche Rücklagen.
 Sonderposten mit Rücklageanteil.

Wir betrachteten im Folgenden die steuerbilanziellen Rücklagen, nämlich

 Rücklage für Ersatzbeschaffung (R 6.6 EStR),


 Reinvestitionsrücklage (§ 6b EStG),
 Investitionsrücklage für kleinere und mittlere Unternehmen (§ 7g EStG).

 1MC-Aufgabe Nr. 1

MC-Aufgabe Nr. 1

Aufgabe 1 von 1

Rücklagen sind Teil des ...

der Kasse/Bargeld

der Verbindlichkeiten

Eigenkapitals

Lösen

Stille Rücklagen
Vorlesen

Bei stillen Rücklagen (= stillen Reserven) handelt es sich um

 Unterbewertung von Aktiva oder


 Überbewertung von Passiva.
Folgendes Beispiel dient der Verdeutlichung, was stille Rücklagen sind.

BEISPIEL

Beispiel:
Eine Maschine steht mit 1.000 € in der Bilanz und wird zu 1.200 € verkauft.

Durch den Verkauf wird eine stille Rücklage (= stille Reserve) in Höhe von 200 € aufgedeckt.

 1MC-Aufgabe Nr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 3
 3MC-Aufgabe Nr. 4

MC-Aufgabe Nr. 2

Aufgabe 1 von 3

In welchem Fall existieren keine stillen Reserven?

Eine Maschine hat einen Buchwert in Höhe von EUR 30.000. Der Teilwert der Maschine beträgt EUR
40.000.

Bäcker Paul hat sich 1990 GmbH-Anteile mit Anschaffungskosten in Höhe von EUR 5.000 gekauft.
Die GmbH ist so profitabel, dass die Anteile heute das doppelte Wert sind.

Ein Firmen-PkW hat einen Buchwert und einen Teilwert von EUR 2.500.

Lösen

Steuerfreie Rücklagen - Sonderposten mit


Rücklageanteil
Vorlesen
Der § 247 III HGB a.F. (vor BilMoG) sah für alle Kaufleute vor, Passivposten zum Zwecke
der Steuern vom Einkommen und Ertrag in der Handelsbilanz zu bilden. Diese waren
als Sonderposten mit Rücklageanteil auszuweisen und nach Maßgabe des Steuerrechts später
aufzulösen. Wichtig ist, dass die Bildung eines solchen Postens dafür sorgte, dass bestimmte Teile
des Gewinns in der aktuellen Periode nicht besteuert werden und vielmehr ihre Besteuerung in
folgenden Perioden nachgeholt wird.

Im Rahmen des BilMoG wurde § 247 III HGB sowie § 273 HGB komplett aufgehoben,


d.h. handelsrechtlich darf kein Sonderposten mit Rücklageanteil mehr gebildet werden. In Art 67 III
EGHGB wurde jedoch eine Übergangsvorschrift geschaffen, so dass bereits vor Inkrafttreten des
BilMoG gebildete Sonderposten beibehalten werden dürfen.

Steuerlich hingegen ist die Bildung eines solchen Postens weiterhin möglich, so dass hier
eine Abweichung zwischen der Handels- und der Steuerbilanz entstehen kann.
Die im Folgenden dargestellte Funktionsweise eines Sonderpostens mit Rücklageanteil bezieht sich
daher ausschließlich auf einen ggf. steuerlich zu bildenden Posten.

Alte Regelung vor BilMoG


Der Sonderposten mit Rücklageanteil durfte nur insoweit gebildet werden, als das Steuerrecht die
Anerkennung des Wertansatzes davon abhängig machte, dass der Sonderposten bereits in der
Handelsbilanz gebildet wurde (§ 273 HGB a.F.)

Neue Regelung ab BilMoG


Der Ansatz eines Sonderpostens mit Rücklageanteil erfolgt unabhängig von der Handelsbilanz (§ 5 I
S.1 letzter HS EStG). Möglicherweise muss für steuerliche Zwecke ein gesondertes Verzeichnis nach §
5 I S.2 EStG geführt werden.

MERKE

Beim Ansatz des Sonderpostens mit Rücklageanteil handelte es sich daher lediglich um eine


Steuerverschiebung, nicht um eine Steuerersparnis. Der Sonderposten mit Rücklageanteil wies also
Zwittercharakter auf: er war Fremdkapital in Höhe des Ertragssteueranteils und Eigenkapital in Höhe
des verbleibenden Rests.

Das entscheidende war also, dass z.B. eine erhöhte Sonderabschreibung steuerlich in Anspruch
genommen wird, welche die planmäßige handelsrechtliche Abschreibung übersteigt. In diesem Fall
darf der Unterschiedsbetrag zwischen der handelsrechtlich gebotenen und der steuerrechtlich
möglichen Abschreibung als Sonderposten mit Rücklageanteil gebildet werden (bzw. muss bei
Kapitalgesellschaften). Hierzu dient zur Veranschaulichung folgendes

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-GmbH hat sich eine Maschine in Höhe von 50.000 € Anschaffungskosten zugelegt. Eine
erhöhte steuerrechtliche Abschreibung sieht im ersten Jahr einen Betrag von ausgangsweise 22.000
€ vor. Die Nutzungsdauer der Maschine beträgt fünf Jahre. Stelle den Abschreibungsplan auf:

 ohne die Berücksichtigung des Sonderpostens mit Rücklageanteil


 bzw. mit Berücksichtigung.

Handelsrechtlicher Aufwand und steuerlich zulässige


Sonderabschreibung
Der gewöhnliche handelsrechtliche Aufwand für Abschreibungen liegt
bei  50.0005=10.000 € pro Jahr. Die steuerlich zulässige Sonderabschreibung im ersten Jahr mit
22.000 € liegt damit um 12.000 € über dieser handelsrechtlich gebotenen Abschreibung.
Insofern greift § 247 III HGB bzw., da es sich um eine Kapitalgesellschaft handelt, strenger noch §
273 HGB, nach denen der Unterschiedsbetrag von 12.000 € handelsrechtlich bereits als Aufwand im
ersten Jahr verrechnet werden muss, damit überhaupt die Sonderabschreibung von 22.000 €
steuerlich anerkannt wird.

Dieser handelsrechtlich zusätzliche Aufwand von 12.000 € wird als Sonderposten mit Rücklageanteil
ausgewiesen und in den folgenden Jahren dann aufgelöst. Die Auflösung dieses anfänglichen
Aufwands erfolgt durch Erträge in den Perioden 2-5. Die folgende Abbildung gibt den Sachverhalt
wieder.

Sonderposte mit Rücklagenantei


n l

Period Abschreibun Restbuchwer Bildung Auflösun Stand GuV


e g t (= Aufwand) g
(=Ertrag)

1 10.000 € 40.000 € 12.000 € - 12.000 € 22.00


0€

2 10.000 € 30.000 € - 3.000 € 9.000 € 7.000


3 10.000 € 20.000 € - 3.000 € 6.000 € 7.000


4 10.000 € 10.000 € - 3.000 € 3.000 € 7.000


5 10.000 € 0€ - 3.000 € - 7.000


Berücksichtigung Sonderp. mit Rücklageanteil

Zum Vergleich schreiben wir in der folgenden Tabelle die gewöhnliche Wertentwicklung.


Eine Abschreibung erfolgt in der maximal zulässigen Höhe von 22.000 €, danach lauten die
Abschreibungen nicht mehr 10.000 €, sondern lediglich noch 7.000 €, denn es darf nicht mehr als
die Anschaffungskosten abgeschrieben werden.

Sonderposte mit Rücklagenantei


n l

Period Abschreibun Restbuchwer Bildung Auflösun Stand GuV


e g t (= Aufwand) g
(=Ertrag)

1 22.000 € 28.000 € - - - 22.00


0€

2 7.000 € 21.000 € - - - 7.000



3 7.000 € 14.000 - - - 7.000

4 7.000 € 7.000 € - - - 7000


5 7.000 € 0€ - - - 7.000

Keine Berücksichtigung des Sonderpostens

Rücklageanteil aus steuerlicher Sicht


Weiterhin ist zu beachten, dass der Sonderposten mit Rücklageanteil aus steuerlicher Sicht in
folgenden Fällen gebildet werden kann:

 Rücklage für Ersatzbeschaffung (R 6.6 EStR)


 Rücklage nach § 6b EStG
 Rücklage nach § 6d EStG
 Rücklage nach R 6.5 V EStR
 Rücklage für Kapitalanlagen in Entwicklungsländern § 1 und § 2 EntWLStG.

 1Sonderposten mit Rücklageanteil

Sonderposten mit Rücklageanteil

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Seit Bilmog erfolgt der Ansatz eines Sonderpostens mit Rücklageanteil unabhängig von
der Handelsbilanz (§ 5 I S.1 letzter HS EStG). Möglicherweise muss für steuerliche

Zwecke ein   nach § 5 I S.2 EStG geführt werden.

Lösen
Steuerfreie Rücklagen - Rücklage für
Ersatzbeschaffung
Vorlesen

Der Rücklage für Ersatzbeschaffung liegt der Gedanke zugrunde, dass die für die ausscheidenden
Wirtschaftsgüter (z.B. infolge höherer Gewalt, also etwa Brand, Diebstahl) erlangten Beträge
ungeschmälert einer Ersatzbeschaffung zur Verfügung stehen sollen - sofern am Ende des
Wirtschaftsjahres eine Ersatzbeschaffung geplant, aber noch nicht vorgenommen wurde.

Schauen wir uns das in einem Beispiel näher an.

BEISPIEL

Beispiel:
Bei der Hubert GmbH brennt am 01.06.2014 die Lagerhalle ab. Die planmäßigen linearen
Abschreibungen betrugen bis dahin 200.000 € pro Jahr. Der Restbuchwert am Ende des Jahres 2014
lag bei 3.000.000 €. Die Versicherung leistet am 15.10.2015 eine Entschädigungszahlung von
4.000.000 €. Der Wiederaufbau der Lagerhalle begann im Februar 2016, die Fertigstellung und ihre
Bezahlung fand am 1.8.2016 statt. Herstellungskosten waren angefallen in Höhe von 3.400.000 €.
Die Nutzungsdauer liegt bei 15 Jahren, die neue Lagerhalle wird linear abgeschrieben. Das
Wirtschaftsjahr der Hubert GmbH entspricht dem Kalenderjahr.

a) Wird durch den Brand der Lagerhalle und die Zahlung durch die Versicherung eine stille Rücklage
aufgedeckt?
b) Ist es möglich, die entstandenen stillen Rücklagen nach R 6.6 IV EStR 2005 auf die neu hergestellte
Fabrikhalle zu übertragen?
c) Beschreibe die Wertentwicklung in der Handels- und Steuerbilanz. Gib zusätzlich die relevanten
Buchungssätze an.

Aufdeckung der stillen Rücklage


a) Eine stille Reserve (= stille Rücklage) ist die Überbewertung von Passiva oder die Unterbewertung
von Aktiva. Um also zu entscheiden, ob bei der verbrannten Lagerhalle mehr „erlöst" als vernichtet
wurde, muss man die Entschädigungszahlung durch die Versicherung mit dem Restbuchwert zum
Zeitpunkt des Ausscheidens vergleichen. Letzterer ermittelt sich als

RBW05

= RBW04
- anteilige Abschreibungen05

=  3.000.000−200.000⋅512

= 3.000.000 - 83.333,33

= 2.916.666,67 €.

Also wird eine stille Reserve aufgedeckt in Höhe von € 4.000.000 - 2.916.666,67 = 1.083.333,33 €.

Übertragung der stillen Reserve


b) Problematisch bei stillen Reserven ist, dass sie im Zeitpunkt
ihrer Aufdeckung normalerweise versteuert werden müssen. Wegen des Prinzips,
dass  Vermögensgegenstände nach dem HGB höchstens mit Anschaffungs- oder
Herstellungskosten zu aktivieren sind, kommt es niemals zu einer höheren Bewertung als zu
diesem Betrag. Wenn nun allerdings der Marktwert des Gegenstandes deutlich über diese
Anschaffungs- oder Herstellungskosten steigt, so liegt eine mitunter sehr große stille Reserve vor.
Das Einkommensteuerrecht gibt einem Steuerpflichtigen unter gewissen Voraussetzungen die
Möglichkeit, die Versteuerung der aufgedeckten stillen Reserve hinauszuzögern. Diese
Voraussetzungen sind (R 6.6 I 2 EStR):

 das Wirtschaftsgut wegen höherer Gewalt oder wegen behördlicher Eingriffe aus dem
Betriebsvermögen ausgeschieden ist,
 innerhalb einer bestimmten Frist ein funktionsgleiches Wirtschaftsgut (Ersatzwirtschaftsgut)
angeschafft oder hergestellt wird, auf dessen Anschaffungs- oder Herstellungskosten die
aufgedeckten stillen Reserven übertragen werden, und
 das Wirtschaftsgut wegen der Abweichung von der Handelsbilanz in ein besonderes laufend
zu führendes Verzeichnis aufgenommen wird (§ 5 I 2 EStG).

All diese Voraussetzungen sind im Fall der vorliegenden Aufgabe erfüllt. Die aufgedeckten stillen
Reserven können also auf ein im gleichen Wirtschaftsjahr angeschafftes oder hergestelltes
Wirtschaftsgut übertragen werden. Weil allerdings die Ersatzbeschaffung nicht im laufenden Jahr
möglich ist, kann eine weitere Möglichkeit ausgenutzt werden. Es kann nämlich in Höhe der stillen
Reserven eine Rücklage für Ersatzbeschaffung zu Lasten des steuerlichen Gewinns gebildet
werden (§ R 6.6 IV 1 EStR). Diese Rücklage für Ersatzbeschaffung muss im Jahr der Herstellung in
Form eines Bewertungsabschlags auf das neue Wirtschaftsgut übertragen werden.

Verbuchung
c) Im Jahre 2014 wird zunächst die Abschreibung bis Ende Mai des Jahres berücksichtigt:

Abschreibungen auf Sachanlagen an Grundstücke und Gebäude 83.333,33 €

Danach wird die Entschädigungszahlung berücksichtigt als

Bank 4.000.000 an Grundstücke und Gebäude 2.916.666,67 €


sonstige betriebliche Erträge 1.083.333,33 €

Die Rücklagenbildung erfolgt schließlich durch den Buchungssatz

SB 1.083.333,33 € a Sonderposten mit Rücklagenanteil 1.083.333,33 €


A n

Im Jahre 2016 bucht man die Fertigstellung der neuen Halle am 1.8.16 durch

Grundstück und an Bank 3.400.000


Gebäude

Die stillen Reserven können nun allerdings nur anteilig übertragen werden, weil die
Herstellungskosten der neuen Halle mit 3.400.000 € kleiner sind als die Versicherungszahlung für
das alte Gebäude mit 4.000.000 € (H 6.6 III Mehrentschädigung EStH).

 1LückentextNr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 5

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 2
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Das Einkommensteuerrecht gibt einem Steuerpflichtigen unter gewissen

Voraussetzungen die Möglichkeit, die Versteuerung der aufgedeckten 


Reserve hinauszuzögern.

Lösen

Steuerfreie Rücklagen - Übertragung der stillen


Reserven
Vorlesen

Berechnung der übertragungsfähigen stillen Reserven:

Die übertragungsfähigen stillen Reserven errechnen sich durch die Formel

Übertragungsfähige stille Reserven = (Herstellungskosten/Entschädigung)·stille Reserve

=  3.400.0004.000.000⋅1.083.333,33

=  0,85⋅1.083.333,33

= 920.833,33 €.
Es erfolgt mithin lediglich eine Übertragung von 85 % der stillen Reserven. Die Übertragung kann
nun

 direkt und
 indirekt

erfolgen.

Direkte Übertragung der stillen Reserven


Bei der direkten Methode werden außerplanmäßige Abschreibungen auf die Herstellungskosten
des neuen Gebäudes vorgenommen (§ 254 i.V.m. § 279 II HGB). Die Bemessungsgrundlage des dann
folgenden Abschreibungsplans sinkt entsprechend. Bei der direkten Übertragung bucht man

Abschreibungen auf Sachanlagen und an Grundstücke und 920.833,33 €


Gebäude Gebäude

Sonderposten mit Rücklagenanteil an SBE 83.333,33 €

Der Gewinn steigt also in Höhe von Erträge - Abschreibungen = 1.083.333,33 - 920.833,33 = 162.500


€. Der Restbuchwert des Jahres 2016, also für das neue Gebäude, liegt bei 3.400.000 - 920.833,33 =
2.479.166,67 €. Dieser Restbuchwert wird auf die Nutzungsdauer von 15 Jahren planmäßig verteilt.
Die Jahresabschreibungen liegen damit bei  2.479.166,6715=165.277,78, die anteilige
Abschreibung des Jahres 2016 ist damit  165.277,78⋅512=68.865,74 €. Der Restbuchwert des
Jahres 2016, also für das neue Gebäude, liegt bei Herstellungskosten abzgl. übertragungsfähige stille
Resevern= 2.479.166,67 - 68.865,74 = 2.410.300,93 €. Der Buchungssatz lautet

Abschreibungen auf Sachanlagen 68.865,74 an Grundstücke und 68.865,74 €


Gebäude

MERKE

Diese Belastung, nämlich 68.865,74 € bei der Methode der direkten Übertragung, wird identisch sein
mit der Belastung in der Methode der indirekten Übertragung, wie wir später noch sehen werden.

Indirekte Übertragung der stillen Reserven


Die indirekte Methode berücksichtigt zunächst eine passivische Wertberichtigung in Höhe des
übertragenen Betrages in den Sonderposten mit Rücklageanteil. Das Gebäude wird planmäßig
abgeschrieben, wobei die Herstellungskosten als Abschreibungsausgangsbasis genommen werden.

Die Buchungssätze lauten:

SPA an SOPO 920.833,33 €

SOP an SBE 1.083.333,33 €


O

Die Jahresabschreibung ist bei der indirekten Methode  3400.00015=226.666,67, die


anteilige Jahresabschreibung also  512⋅226.666,67=94.444,44 €. Der Restbuchwert des Jahres
2006 errechnet sich damit durch Anschaffungskosten - anteilige Abschreibung in 2006 = 3400.000 -
94.444,44 = 3305.555,56. Der Buchungssatz lautet daher

Abschreibungen an Sachanlagen a Grundstücke und Gebäude 94.444,44 €


n

Die passivische Wertberichtigung, die bei der direkten Übertragung der stillen Reserven
ausgerechnet wird, darf ausschließlich den Unterschiedsbetrag zwischen handelsrechtlich
gebotener und steuerrechtlich zulässigem Ansatz enthalten. Deswegen muss sie in jedem Jahr
insofern gekürzt werden, als sich handelsrechtlich gebotene und steuerrechtlich zulässige
Abschreibungen unterscheiden. Deswegen rechnet man

Errechnung des Kürzungsbetrags der passivischen Wertberichtigung

handelsrechtlichen gebotener 3.305.555,56 €


Restbuchwert

steuerrechtlich bedingter Restbuchwert 2.410.300,93 €

passivische Wertberichtigung 895.254,63 €

Die Wertberichtigung ist in Höhe von 920.833,33 - 895.254,63 = 25.578,70 € aufzulösen.

Der Buchungssatz hierzu ist

Sonderposten mit an SBE 25.578,7 €


Rücklageanteil

Die Belastung des Jahresergebnisses liegt deswegen bei SBE - anteilige Jahresabschreibung für


2015 = 25.578,70 - 94.444,44 = 68.865,74 €.

MERKE
Wie oben erwähnt, sind also die Belastungen des Jahresergebnisses bei direkter und indirekter
Übertragungen mit jeweils 68.865,74 € identisch.

Bilanzansatz zum 31.12.15

bei direkter Übertragung 2.410.300,93 €

bei indirekter Übertragung 3.305.555,56 €

= Höhe der passivischen 895.294,63 €


Wertberichtigung

Für das Jahr 2016 ergeben sich folgende Überlegungen.


Bei direkter Übertragung lautet der Buchungssatz

Abschreibungen auf Sachanlagen an Grundstücke und 165.277,78 €,


Gebäude

was man durch 2479.166,67/15 = 165.277,78 € ausrechnet. Der Restbuchwert am Ende des Jahres
2016 liegt deswegen bei

 RBW15=RBW14−Abschreibung15=2410.300,93−165.277,78=2245.023,15 €
Bei der indirekten Übertragung wie liegt die Abschreibung hingegen
bei  3400.00015=226.666,67 €, deswegen ist der Buchungssatz

Abschreibungen auf Sachanlagen an Grundstücke und 226.666,67 €.


Gebäude

Der Restbuchwert am Ende des Jahres 2016 liegt bei 3305.555,56 - 226.666,67 = 3078.888,89. Die
Höhe der passivischen Wertberichtigung ist 3078.888,89 - 2245.023,15 = 833.865,74 €. In Höhe von
895.294,63 - 833.865,74 = 61.428,89 € ist damit die Wertberichtigung aufzulösen.
Der Buchungssatz lautet

Sonderposten mit an SBE 61.428,89 €.


Rücklagenanteil

 1Direkte Übertragung der stillen Reserven


 2Indirekte Übertragung der stillen Reserven
Direkte Übertragung der stillen Reserven

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei der direkten Übertragung der stillen Reserven wird eine   auf die
Herstellungskosten des neuen Gebäudes vorgenommen (§ 254 i.V.m. § 279 II HGB). Die

Bemessungsgrundlage des dann folgenden Abschreibungsplans   


entsprechend.

Lösen

Steuerfreie Rücklagen - Sonderposten mit


Rücklageanteil
Vorlesen

EXPERTENTIPP

Ein steuerrechtliches Wahlrecht durfte nach der umgekehrten Maßgeblichkeit nur dann in


Anspruch genommen werden, wenn es in der Handelsbilanz auch angesetzt wurde. Die
Abschreibung, die über das handelsrechtliche Ausmaß hinausging, wurde durch den
sog. Sonderposten mit Rücklageanteil gebildet. Nach Inkrafttreten des BilMoG darf ein solcher
Sonderposten mit Rücklageanteil handelsrechtlich nicht mehr gebildet werden
(sogenanntes Passivierungsverbot).

BEISPIEL

Beispiel: Die Anschaffungskosten einer Maschine liegen bei 200.000 €, die Nutzungsdauer sei acht
Jahre. Aufgrund einer steuerlichen Sonderregelung sei es möglich, eine steuerliche
Sonderabschreibung von 30 % im ersten Jahr in Anspruch zu nehmen. Danach ist die Maschine in
gleichen Teilen abzuschreiben.

Der Unterschied zwischen steuerrechtlicher und handelsrechtlicher Abschreibung wurde in
den Sonderposten mit Rücklageanteil gestellt:
Abschreibungsarten Werte

steuerrechtliche Abschreibung 60.000 €

handelsrechtliche Abschreibung 25.000 €

Sonderposten mit Rücklageanteil 35.000 €

Sonderposten mit Rücklageanteil

Der Buchungssatz lautet im Jahre 01 (TAM steht für Technische Anlagen und Maschinen):

TAM an Bank 200.000 €

Abschreibunge an TAM 25.000 €


n

SB an SOPO 35.000 €
A

Es wurde also in der Handelsbilanz ebenfalls mit Aufwendungen in Höhe von 25.000 + 35.000 =


60.000 € gerechnet statt nur mit 25.000 €, wie es ohne den Sonderposten mit Rücklageanteil der Fall
wäre. Der Buchungssatz in den Jahren 2002 – 2008 ist hingegen

Abschreibunge an TAM 25.000 €


n

Sonderposten mit an SBE 5.000 €


Rücklagenanteil

Der Sonderposten mit Rücklageanteil wurde im ersten Jahr gebildet mit 35.000 €, weil


die steuerrechtliche Abschreibung in dieser Größenordnung höher ist als die handelsrechtliche
Abschreibung. In den folgenden Jahren allerdings wurde dieser dann pro rata temporis wieder
aufgelöst, denn die steuerrechtliche Abschreibung war dann jeweils kleiner als die
handelsrechtliche. Die vorstehenden Überlegungen fasst die folgende Tabelle zusammen.
Jahr handelsrechtl. steuerrechtl. Wertentw. RBW – Buchwert GuV
Abschreibung Abschreibung SOPO HaBi SOPO
Maschine

1 25.000 € 60.000 € 35.000 € 175.000 € 35.000 € -


60.000

2 25.000 € 20.000 € -5.000 € 150.000 € 30.000 € -


20.000

3 25.000 € 20.000 € -5.000 € 125.000 € 25.000 € -


20.000

4 25.000 € 20.000 € -5.000 € 100.000 € 20.000 € -


20.000

5 25.000 € 20.000 € -5.000 € 75.000 € 15.000 € -


20.000

6 25.000 € 20.000 € -5.000 € 50.000 € 10.000 € -


20.000

7 25.000 € 20.000 € -5.000 € 25.000 € 5.000 € -


20.000

8 25.000 € 20.000 € -5.000 € 0€ 0€ -


20.000

Entwicklung Sonderposten mit Rücklageanteil


 1Sonderposten mit Rücklagenanteil

Sonderposten mit Rücklagenanteil

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Handelsrechtlich besteht für Sonderposten mit Rücklageanteil seit dem Inkrafttreten

des BilMog ein  .

Lösen

 Rückstellungen
Unterschied zwischen Rückstellungen und
Verbindlichkeiten
Vorlesen

Grundsätzlich sind die steuerlichen Rückstellungen so wie die handelsrechtlichen


Rückstellungen zu bilden (R 5.7 I 1 EStR). Jedoch liegen im Detail oftmals strengere Vorschriften für
die Zulässigkeit von Rückstellungen in der Steuerbilanz als in der Handelsbilanz vor. Dies ist
insbesondere bei den Kriterien der wirtschaftlichen Verursachung vor dem Bilanzstichtag und beim
Kriterium der wirtschaftlichen Verpflichtung zu sehen (R 5.7 IV und V EStR).

EXPERTENTIPP

Wenn allerdings im Steuerrecht keine speziellen Vorschriften enthalten sind, so gelten wegen


des Maßgeblichkeitsprinzips die Passivierungsvorschriften des Handelsrechts auch für das
Steuerrecht.

BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Fritz aus Amberg hat einen Schaden im Monat Dezember 2015 zu verzeichnen.
Wegen guter Auftragslage unterlässt er es, den Schaden noch im alten Geschäftsjahr zu beheben.
Vielmehr ist die Instandhaltung für den Juni (März) 2016 geplant.
Die handelsrechtlichen Passivierungswahlrechte wurden aufgehoben, so dass steuerlich nur
noch die Rückstellungen nicht passiviert werden dürfen, die in § 5 Absätze 3, 4, 4a und 4b
EStG genannt sind. Für unser Beispiel bedeutet dies:
Auch handelsrechtlich muss Fritz aus Amberg für die Instandhaltung im Folgejahr gemäß § 249 I 2
Nr. 1 HGB eine Rückstellung bilden, wenn sie innerhalb der ersten drei Monate (d.h. bis März) des
nächstens Jahres nachgeholt wird. Wenn die Instandhaltung erst im Juni stattfindet, darf
handelsrechtlich nun keine Rückstellung mehr gebildet werden!
Steuerlich gibt es keine Sonderregelung, d.h. die Rückstellung wäre auch steuerlich anzuerkennen.

Der Unterschied zwischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten besteht darin,


dass Rückstellungen

 dem Grunde und/oder


 der Höhe nach

nicht sicher feststehen.

Es könnte bei einer Rückstellung passieren, dass die rückstellende Unternehmung in


der Zukunft einen Verlust hat, dies muss aber nicht geschehen. Wenn der Verlust der Zukunft also
nicht sicher ist, muss eine Rückstellung gebildet werden und keine Verbindlichkeit. Der Unterschied
zwischen den beiden lässt sich durch folgendes Beispiel abbilden.

BEISPIEL

Beispiel:
Ein Kunde der X-AG rutscht am 30.12.2015 beim Hereinkommen in das Verwaltungsgebäude auf
einer Bananenschale aus und verklagt die X-AG vier Wochen später auf Schadenersatz. Der Prozess
hierzu wird erst in 2016 zu Ende gehen, es spricht jedoch aus Sicht der X-AG vieles dafür, dass der
Kunde den Prozess gewinnt und die X-AG Schadensersatz leisten muss.

Das Beispiel zeigt, dass hier eine Auszahlung der Zukunft (nämlich 10.000 € im Jahr 2016) vorliegt,
die zwar

 wahrscheinlich,
 aber nicht sicher ist.

Aus diesem Grund darf keine Verbindlichkeit gegenüber dem Kunden gebucht werden, sondern es
muss vielmehr eine Rückstellung angesetzt werden.

EXPERTENTIPP
Man sieht an diesem Beispiel sehr gut, dass Rückstellungen das Imparitätsprinzip konkretisieren.
Sobald ein Verlust wahrscheinlicher ist als der Nicht-Verlust, muss dieser Verlust der Zukunft bereits
heute angesetzt werden. Verluste müssen also antizipiert werden, wie es das Imparitätsprinzip
besagt.

Der § 249 HGB ist besonders wichtig, denn:

EXPERTENTIPP

Rückstellungen sind abschließend in § 249 I HGB aufgelistet. Alles was Rückstellung sein muss oder
sein darf, ist in § 249 I HGB erwähnt. § 249 II HGB bestimmt, dass „alles andere“, was nicht in den
Absatz I genannt ist, nicht Rückstellung sein darf.

Arten von Rückstellungen


Man unterscheidet handelsrechtlich fünf unterschiedliche Arten von Rückstellungen. Wir werden
diese Rückstellungen zunächst durchgehen, um danach noch weitere, speziell steuerrechtliche Arten
von Rückstellungen kennen zu lernen.

 Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten (§ 249 I 1, 1. Alt. HGB),


 Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (§ 249 I 1 , 2. Alt.
HGB),
 Rückstellungen für unterlassene Aufwendungen für Instandhaltungen, die in den ersten
drei Monaten des folgenden Geschäftsjahres nachgeholt werden (§ 249 I 2 Nr. 1 HGB),
 Rückstellung für Abraumbeseitigung, die im folgenden Geschäftsjahr nachgeholt wird (§
249 I 2 Nr. 1 HGB) und
 Rückstellungen für Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht
werden (Kulanzrückstellungen), (§ 249 I 2 Nr. 2 HGB).

Es besteht eine Ansatzpflicht.

Abzinsung von Rückstellungen


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Kommen wir nun zu den Rückstellungen im Einzelnen.

 1Lückentext Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Wenn allerdings im   keine speziellen Vorschriften enthalten sind, so


gelten wegen des Maßgeblichkeitsprinzips die Passivierungsvorschriften des
Handelsrechts auch für das Steuerrecht.

Lösen

Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten


Vorlesen

Bei Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten spricht mehr dafür als dagegen, dass es im


folgenden Geschäftsjahr zu einer Auszahlung kommen wird. Nach dem Imparitätsprinzip, nach dem
Verluste zu antizipieren sind (Gewinne jedoch nach dem Realisationsprinzip nicht) müssen diese
Auszahlungen der Zukunft heute bereits als Verlust geltend gemacht werden. Beispiele für
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten sind (R 5.7 II EStR):

 Prozessrückstellungen
 Pensionsrückstellungen
 Rückstellungen für Gewährleistungen mit rechtlicher Verpflichtung

Video
Im folgenden Video werden die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten zusammenfassend
erklärt:
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 1MC-Aufgabe Nr. 2

MC-Aufgabe Nr. 2
Aufgabe 1 von 1

Was ist keine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten?

Pensionsrückstellung

Drohverlustrückstellung

Prozesskostenrückstellung

Lösen

Prozessrückstellungen
Vorlesen

Zunächst zur Wiederholung das Ausgangsbeispiel zur Verdeutlichung der Prozessrückstellung.

BEISPIEL

Beispiel:
Ein Kunde der X-AG rutscht am 30.12.2015 beim Hereinkommen in das Verwaltungsgebäude auf
einer Bananenschale aus und verklagt die X-AG vier Wochen später auf Schadenersatz. Der Prozess
hierzu wird erst in 2016 zu Ende gehen, es spricht jedoch aus Sicht der X-AG vieles dafür, dass der
Kunde den Prozess gewinnt und die X-AG Schadensersatz leisten muss.

Das oben erwähnte Beispiel des Kunden, der die Unternehmung wegen des Schadens verklagt, zeigt
sehr gut die Essenz von Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Rückstellungen
im Allgemeinen, nämlich die Vorwegnahme von Verlusten. Obwohl der Prozess

 erst in der Zukunft, also im Jahre 2016 beendet sein wird,


 der Verlust wahrscheinlich, aber nicht sicher ist,
ist der Verlust nicht erst in 2016 zu buchen, sondern schon heute, also in 2015, weil der
wirtschaftliche Grund, d.h. das Entstehen des Grundes für die wahrscheinliche Auszahlung der
Zukunft in der heutigen Periode liegt, nämlich der Schadensfall des Kunden.
Der Buchungssatz lautet deswegen auch folgendermaßen:

Aufwand für an Prozessrückstellungen.


Prozessrückstellungen

Aufwandsbuchung
Der Verlust wird also heute bereits angesetzt (Aufwandsbuchung), es entsteht eine Schuld auf
der Passivseite der Bilanz in Form der Rückstellung. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, wie mit dieser
Rückstellung im Jahr 2016 umgegangen wird:

 der Prozess wird tatsächlich, wie erwartet, verloren,


 der Prozess wird völlig überraschend gewonnen.

Im ersten Fall ist „lediglich“ noch die Auszahlung zu buchen, aber nicht mehr der Verlust, denn
dieser wurde bereits in 2015 durch die Bildung der Rückstellung verbucht.

Der Buchungssatz lautet in 2016

Rückstellungen für an Bank.


Prozesse

Die Rückstellungen sind also auszubuchen und die Kasse wird weniger. Es handelt sich im Jahre
2016 um eine Bilanzverminderung, da ein Aktivkonto (die Bank) und ein Passivkonto (die
Rückstellung) sinken. Erfolgsmäßig passiert in 2016 nichts mehr.

Im zweiten Fall, dass nämlich der Prozess unvorhergesehenerweise gewonnen wird, muss der
Verlust, der in 2015 gebucht wurde, nun durch einen Ertrag rückgängig gemacht werden. Durch
die Aufwandsbuchung in 2015 und die Ertragsbuchung in 2016 gleichen sich Gewinne und
Verluste über die Jahre hinweg gesehen aus, man erhält also über die Zeit hinweg
eine Erfolgsneutralisierung.

Der Buchungssatz lautet

Rückstellungen für a außerordentliche Erträge.


Prozesse n

Gewährleistungsrückstellungen
Vorlesen

Eine weitere Position der Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten bilden die


Rückstellungen für Gewährleistungen, die mit rechtlicher Verpflichtung erbracht werden.

BEISPIEL

Beispiel:
Die Elektrik-AG aus Mainz stellt Fernsehapparate her. Auf die Fernsehapparate räumt sie eine
Garantiefrist von einem Jahr ein und rechnet mit Ansprüchen der Kundschaft in Höhe von 1 Mio. €.

Die Elektrik-AG muss also Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten (genauer gesagt, für
Gewährleistungen mit rechtlicher Verpflichtung) in Höhe von 1 Million € bilden. Da Auszahlungen in
der Zukunft in genau dieser Höhe zu erwarten sind, muss der Verlust heute bereits antizipiert
werden, denn der wirtschaftliche Grund für die Auszahlungen der Zukunft ist heute bereits
entstanden durch die Produktion der Fernsehapparate, muss heute also bereits angesetzt werden.

Ansatz von Pensionsrückstellungen


Vorlesen

Zunächst sind die Voraussetzungen für den Ansatz von Pensionsrückstellungen zu kennen, diese


stehen in § 6a I EStG. Wichtig ist, dass

 der Pensionsberechtigte einen Rechtsanspruch auf einmalige oder laufende


Pensionsleistungen hat (§ 6a I Nr. 1 EStG),
 die Pensionszusage schriftlich erteilt ist (§ 6a I Nr. 3 EStG).

Pensionsrückstellungen Wahlrecht
Beachte auch, dass die Pensionsrückstellung erstmals dann gebildet werden darf,

 vor Eintritt des Versorgungsfalls


 ⇒ für das Wirtschaftsjahr, in dem die Pensionszusage erteilt wird,
 ⇒ frühestens jedoch für das Wirtschaftsjahr, bis zu dessen Mitte der Pensionsberechtigte das
27. Lebensjahr vollendet hat (§ 6a II Nr. 1 EStG)

 nach Eintritt des Versorgungsfalls


 ⇒ für das Wirtschaftsjahr, in dem der Versorgungsfall eintritt (§ 6a II Nr. 2 EStG).

Beispiele

BEISPIEL

Beispiel:
Die Trulla-AG erteilt im Jahre 2010 dem Mitarbeiter Michael Coldetto schriftlich eine Pensionszusage.
Michael wurde am 31.5.1984 geboren. In welchem Jahr kann die Pensionszusage erstmals passiviert
werden?

Michael wurde am 31.5.1984 geboren und feiert folglich am 31.5.2010 seinen 26. Geburtstag. Sein
27. Lebensjahr vollendet er am 30.5.2011 um 24 Uhr. Die Trulla-AG kann also erstmals im Jahre 2011
die Pensionszusage passivieren.

BEISPIEL

Beispiel:
Die Trulla-AG erteilt im Jahre 2010 dem Mitarbeiter Bernard Bonk schriftlich eine Pensionszusage.
Bernd wurde am 31.8.1983 geboren. In welchem Jahr kann die Pensionszusage erstmals passiviert
werden?

Bernd wurde am 31.8.1983 geboren und feiert folglich am 31.8.2010 seinen 27. Geburtstag. Er
beendet sein 27. Lebensjahr folglich im zweiten (!) Halbjahr des Jahres 2010. Die Trulla-AG kann
deshalb die Pensionszusage auch hier erst im Jahre 2011 passivieren.

BEISPIEL

Beispiel:
Die Trulla-AG erteilt im Jahre 2010 dem Mitarbeiter Cäsar Cäsarius schriftlich eine Pensionszusage.
Cäsar wurde am 31.5.1983 geboren. In welchem Jahr kann die Pensionszusage erstmals passiviert
werden?

Cäsar feiert in der ersten Hälfte des Jahres 2010 seinen 27. Geburtstag und beendet also in der
ersten Hälfte des Jahres sein 27. Lebensjahr. Damit kann die Trulla-AG in 2010 die
Pensionrückstellung ansetzen.
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Pensionsrückstellungen - Bewertung
Vorlesen

Die Bewertung von Pensionsrückstellungen ist in § 6a III EStG geregelt.

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-AG macht ihrem Geschäftsführer, Herrn Alt, am 2.1.2001 eine Pensionszusage. An dem
Ausscheiden am 2.1.2008 (er ist dann exakt 67 Jahre alt) erhält er jährlich vorschüssig eine
Pensionszahlung in Höhe von 30.000 € ausbezahlt. Herr Alt ist seit dem 2.1.1998 bei der X-AG
beschäftigt. Berechne für den Zeitraum 2001 – 2007 die Höhe der Zuführung zur
Pensionsrückstellung. Rechne mit dem steuerlich vorgeschriebenen Zinssatz von 6 % p.a.

Eine Pensionsrückstellung ist zu bilden, da Fremdkapital vorliegt (denn das Geld steht einer anderen
Person, hier dem zukünftigen Pensionär) zu, und aber der Abgang der Höhe und/oder dem Grunde
nach nicht sicher feststeht. Es existieren zwei unterschiedliche Methoden zur Ermittlung des Wertes,
nämlich die

 Gegenwartswertmethode und die


 Teilwertmethode.

Diese gehen bei der Ansammlung des Barwerts der laufenden Renten von unterschiedlichen
Zeitpunkten aus. Die Gegenwartswertmethode berechnet ab dem Zeitpunkt der Zusage,
die Teilwertmethode hingegen ab dem Eintritt des Arbeitnehmers in die Unternehmung. Beide
Methoden lassen sich zum einen nach einer direkten Methode , zum anderen nach einer indirekten
Methode, rechnen. Bei der indirekten Methode werden die Rückstellungswerte über einen sog.
Anwartschaftsbarwert ermittelt, bei der direkten hingegen über die Rentenendwerte der Annuitäten.
Es ist folgendermaßen zu rechnen.

 1Bewertung von Pensionsrückstellungen

Bewertung von Pensionsrückstellungen

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.


Zur Ermittlung des Wertes einer Pensionsrückstellung kann die Gegenwartsmethode

oder die   angewendet werden.

Lösen

Pensionsrückstellungen - Indirekte Methode


Vorlesen

Lambert-Kochrezept: Indirekte Berechnung von


Pensionsrückstellungen
1. Berechne den Barwert V der zukünftigen Rente R auf den Bilanzstichtag bezogen, z.B. mit
Hilfe der sog. Heubeck-Richttafel (unten angegeben). Man multipliziert die Rente R mit der
passenden Zahl a x : V = R∙a x.

2. Berechne hieraus die Anwartschaftsbarwerte AB, indem man den Rentenbarwert V jeweils n


Perioden lang abzinst: AB = V/q n , für die unterschiedlichen n.

3. Ermittle die Annuitäten durch Multiplikation des Anwartschaftsbarwerts AB der künftigen


Rente mit dem Annuitätenfaktor bzw. durch Multiplikation von V mit dem dem
Faktor  q−1qn−1:

 A=Vqn⋅qnq−1qn−1=V⋅q−1qn−1

Die Annuitäten werden mit unterschiedlichen Zahlen für n gerechnet. Bei der Teilwertmethode


ist n die Anzahl der Jahre zwischen Eintritt des Arbeitnehmer in das Unternehmen und dem
Ausscheiden, bei der Gegenwartsmethode ist n hingegen die Anzahl der Jahre zwischen der
Zusage und dem Ausscheiden, man rechnet also unterschiedliche Annuitäten A T (für die
Teilwertmethode) und A G (für die Gegenwartsmethode) aus.

4. Ermittle die Barwert der am jeweiligen Bilanzstichtag noch nicht verrechneten Annuitäten
NVA durch

 NVAT/G=AT/G⋅qnq−1qn−1

für die unterschiedlichen n, hierbei ist  qnq−1qn−1 der Rentenbarwertfaktor. Unterscheide


wieder zwischen Annuität nach Teilwertmethode (A T ) und Annuität nach Gegenwartsmethode
(A G ).

5. Berechne den Wert der Rückstellung als jeweiligen Barwert der Anwartschaft abzgl. dem
Barwert der nach dem Bilanzstichtag noch zu verrechnenden Annuitäten, d.h. RW  T/G = AB –
NVA T/G .

Die Heubeck-Richttafel lautet:

Alter a x
x

60 10,119

61 9,919

62 9,716

63 9,51

64 9,3

65 9,084

66 8,864

67 8,638

68 8,406

69 8,17

70 7,93
Lambert-Kochrezept: Direkte Berechnung von
Pensionsrückstellungen
1. Berechne V, identisch zum Verfahren bei indirekter Berechnung.

2. Berechne die Annuitäten A T und A G nach der Teilwert- und der Gegenwartsmethode:

 AT/G=V⋅q−1qn−1

3. Kalkuliere die Rückstellungswerte als Rentenendwerte der Annuitäten  AT und  AG, d.h.


berechne

 RWT/G=AT/G⋅qn−1q−1

Rechne hierbei mit dem jeweils richtigen n in Abhängigkeit der beiden Methoden.

Beispiel zur Berechnung nach der indirekten Methode:


Wir vollziehen die beiden Methoden am nachfolgenden Beispiel nach:

Da der Arbeitnehmer im Zeitpunkt des Rentenbeginns exakt 67 Jahre alt ist, rechnet man mit x = 67
und also a 67 = 8,638. Der Barwert der zukünftigen Rente ist
damit  V=Rente⋅a67=30.000⋅8,638=259.140 €. Danach berechnet man
den Anwartschaftsbarwert durch Abzinsung des Barwerts. Man erhält

n Jahre Anwartschaftsbarwert

6 2001 182.683,47 €

5 2002 193.644,48 €

4 2003 205.263,15 €

3 2004 217.578,94 €
2 2005 230.633,68 €

1 2006 244.471,7 €

0 2007 259.140 €

Danach werden die Annuitäten ermittelt. Für die Teilwertmethode ist mit n = 10 Jahren zu rechnen,
denn zwischen Eintritt des Arbeitnehmers und seinem Ausscheiden vergehen exakt zehn Jahre.

 AT=V⋅q−1q10−1=259.140⋅0,075868=19.660,42
Für die Gegenwartsmethode kalkuliert man mit n = 7, denn zwischen der Pensionszusage und dem
Ausscheiden vergehen sieben Jahre:
 AG=V⋅q−1q7−1=259.140⋅0,1191350=30.872,65
Der Barwert der am jeweiligen Bilanzstichtag noch nicht verrechneten Annuitäten NVA ist dann
 NVAG=AG⋅qn(q−1)qn−1=30.872,65⋅qn−1qn(q−1)
für die Teilwertmethode und unterschiedliche n sowie
 NVAT=AT⋅qn(q−1)qn−1=19.660,42⋅qn−1qn(q−1)
für die Gegenwartsmethode und unterschiedliche n. Also rechnet man

n Jahre NVA T NVA G

6 2001 96.676,66 € 151.810,83 €

5 2002 82.816,84 € 130.046,83 €

4 2003 68.125,43 € 106.976,99 €

3 2004 52.552,54 € 82.522,96 €

2 2005 36.045,27 € 56.601,69 €

1 2006 18.547,57 € 29.125,14 €

0 2007 0€ 0€
Schließlich ermittelt man durch Subtraktion dieser Barwerte der noch nicht verrechneten
Annuitäten vom Anwartschaftsbarwert den jeweiligen Rückstellungswert, d.h. man kalkuliert RW  T/G =
AB – NVA T/G und erhält

n Jahre RW T RW G

6 2001 86.006,81 € 30.872,64 €

5 2002 110.827,64 € 63.597,65 €

4 2003 137.137,72 € 98.286,17 €

3 2004 165.026,4 € 135.055,98 €

2 2005 194.588,41 € 174.031,99 €

1 2006 225.924,13 € 215.346,56 €

0 2007 259.140 € 259.140,00 €

So ist z.B. im Jahre 2004, also bei n = 3, die Höhe der Pensionsrückstellung beim Teilwertverfahren
RW T = AB – NVA T = 217.578,94 – 52.552,538 =165.026,402 €.

Pensionsrückstellungen - Direkte Methode


Vorlesen

Beispiel zur Berechnung nach der direkten Methode:

Zunächst berechnet man wieder den Barwert der zukünftigen Rente


mit  V=Rente⋅a67=30.000⋅8,638=259.140 €. Dann werden die Annuitäten kalkuliert,
nämlich
 AT=V⋅q−1qn−1=259.140⋅0,075868=19.660,42
und A G =30.872, 65 €. Dann lassen sich die Rückstellungswerte leicht ermitteln durch
 RWT=AT⋅qn−1q−1=19.660,42⋅qn−1q−1
für die Teilwertmethode und
 RWG=AG⋅qn−1q−1=30.872,65⋅qn−1q−1
für die Gegenwartsmethode. Z.B. ist für n = 3 und also für das Jahr 2004
 RWG=30.872,65⋅1,063−11,06−1=30.872,65⋅3,1836=98.286,17
Damit erhält man wieder, wie nach der indirekten Berechnung auch,

n Jahre RW T RW G

6 2001 86.006,81 € 30.872,64 €

5 2002 11.0827,64 € 63.597,65 €

4 2003 137.137,72 € 98.286,17 €

3 2004 165.026,4 € 135.055,98 €

2 2005 194.588,41 € 174.031,99 €

1 2006 225.924,13 € 215.346,56 €

0 2007 259.140 € 259.140,00 €

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Drohverlustrückstellungen
Vorlesen

EXPERTENTIPP

LAMBERT-METHODE:
Frage: Warum beschreiben wir etwas, was steuerrechtlich ohnehin verboten ist, nämlich der
Ansatz von Drohverlustrückstellungen?
Antwort: Weil es in Steuerprüfungen ständig abgefragt wird und dann vom Prüfling erkannt werden
muss, dass eine Rückstellung für Drohverluste steuerlich nicht angesetzt werden darf.

Es sind für die Bildung dieser speziellen Rückstellungen also zwei Punkte zu beachten, die in der
vorliegenden Reihenfolge abgearbeitet werden müssen:

 schwebendes Geschäft
 drohender Verlust daraus.

Ein Geschäft wird als schwebend bezeichnet, wenn es beidseitig noch unerfüllt ist. Das heißt


konkret, dass der Produzent noch nicht geliefert haben darf und der Kunde noch nicht bezahlt
haben darf. Beide Ansprüche aus dem Kaufvertrag dürfen also noch nicht erfüllt worden sein. Die
zweite Voraussetzung (nämlich, dass ein Verlust droht) bedeutet, dass der Verkaufspreis unter die
Kosten gerutscht sein muss.

MERKE

MERKE: Handelsrechtlich muss eine Drohverlustrückstellung gebildet werden, steuerrechtlich


jedoch nicht. Diese Art von Rückstellung ist also für solche Klausuren interessant, in der in der
Handelsbilanz die Rückstellung gebildet wurde und aber steuerbilanziell gewinnwirksam wieder
ausgebucht werden muss.

BEISPIEL

Beispiel:
Die Beton-GmbH aus Köln stellt hochwertige Garagen her. Der Selbstkostenpreis für die Materialien
wie Beton etc. und alle darüber hinausgehenden Kosten liegt bei 20.000 € pro Garage. Im
Kaufauftrag mit der Mühle – OHG, in dem die Mühle-OHG sich verpflichtet fünf Garagen von der
Beton-GmbH abzunehmen, wird ein Verkaufspreis pro Garage von 30.000 € vereinbart. Durch
widrige Umstände steigen nun die Selbstkosten pro Garage auf 35.000 € an.

Wie ist zu verfahren?

Zunächst ist zu prüfen ob es sich um ein schwebendes Geschäft handelt. Dies ist aber zu bejahen,
denn die Beton-GmbH hat noch nicht geliefert, die Mühle-OHG hat noch nicht bezahlt. Insofern hat
noch keine der Vertragsparteien geleistet, das Geschäft schwebt also noch. Aus diesem
schwebenden Geschäft droht nun aber ein Verlust, denn die Selbstkosten übersteigen die
Verkaufspreise um 35.000 – 30.000 = 5.000 € pro Garage. Da dieser Verlust für die Beton-GmbH
wahrscheinlich, aber nicht sicher ist (denn möglicherweise könnten sich die Selbstkosten noch
weiter bewegen), ist eine Rückstellung zu bilden und keine Verbindlichkeit (denn der Verlust ist nicht
sicher, sondern lediglich wahrscheinlich). Speziell ist eine Rückstellung für drohende Verluste aus
schwebenden Geschäften zu bilden (§ 249 I 1, 1. Altern. HGB).

Der Buchungssatz lautet (handelsrechtlich!):

Rückstellungen an Drohverlustrückstellunge 25.000 €.


n

Steuerrechtlich besteht ein Passivierungsverbot (§ 5 IVa S. 1 EStG). Ein Buchungssatz existiert nicht,
weil erst im Folgejahr, wenn überhaupt, ein Verlust realisiert wird. Man rechnet sich daher
handelsrechtlich ärmer als steuerrechtlich in Höhe von 25.000 €.

Thema Überleitungsrechnung: Wenn man eine Überleitungsrechnung nach § 60 II EStDV vollzieht,


so muss man den handelsrechtlichen Jahresüberschuss um 25.000 € erhöhen, um zum
steuerrechtlich richtigen Gewinn zu gelangen.
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Thema latente Steuern (z.B. bei Steuersatz von 30 %): da der handelsrechtliche Jahresüberschuss


aufgrund des o.e. Buchungssatzes zunächst kleiner ist als der steuerrechtliche und sich dieser
Unterschied aber in Zukunft aufhebt (zeitliche Differenz = timing difference), so ist eine aktive
latente Steuer zu bilden (§ 274 I 2 HGB) in Höhe von

aktive latente Steuer = Steuersatz*(Unterschied Jahresüberschuss nach Handels- und Steuerbilanz) =


0,3*(25.000 - 0) = 0,3*25.000 = 7.500 €.

Eine Zusammenfassung der Thematik liefert das folgende Video:

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 1MC-Aufgabe Nr. 3
 2Drohverlustrückstellung
 3Buchungssatz wegen Drohverlustrückstellung
 4Latente Steuern wegen Drohverlustrückstellung

MC-Aufgabe Nr. 3

Aufgabe 1 von 4

Wann wird ein Geschäft als schwebend bezeichnet?

Wenn ich als Unternehmer die Leistung noch nicht erbracht habe.
 

Wenn der Geschäftspartner noch nicht gezahlt hat.

Wenn es beidseitig noch unerfüllt ist.

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Kulanzrückstellungen
Vorlesen

Kulanzrückstellungen

werden gebildet für Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtungen erbracht werden (§ 249 I


2 Nr. 2 HGB).

BEISPIEL

Beispiel:
Die oben erwähnte Elektrik-AG hat wie bereits erwähnt, eine Garantiezeit von einem Jahr vertraglich
vereinbart. 15 Monate nach dem Kauf kommt nun ein Kunde mit einem kaputten Fernsehapparat
und möchte das Gerät kostenfrei repariert bekommen. Wie ist die Lage, wie ist zu buchen?

Die Gewährleistungen mit rechtlicher Verpflichtung sind mit Ende der Garantiezeit abgelaufen. Nach
dem Ende der Garantiezeit ist man zwar rechtlich nicht mehr verpflichtet die Reparatur für den
Kunden kostenfrei vorzunehmen, handelsrechtlich ist man jedoch verpflichtet, eine Rückstellung zu
bilden. Dies ist insbesondere deswegen der Fall, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse entscheidend
sind, nicht die rechtlichen (§ 246 I 2 HGB). Wenn wegen des Wettbewerbdrucks die Elektrik-AG sehr
wohl den Kunden zufrieden stellen wird und die Reparatur nicht in Rechnung stellen wird, so tut sie
dies aus wirtschaftlichen Gründen (wegen des Konkurrenzdrucks), nicht aus rechtlichen. Der
Buchungssatz würde lauten:

Aufwand für Rückstellungen an Kulanzrückstellungen.

 1Lückentext Nr. 2

Lückentext Nr. 2
Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Kulanzrückstellungen werden gebildet für Gewährleistungen, die ohne 


Verpflichtungen erbracht werden (§ 249 I 2 Nr. 2 HGB).

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Rückstellungen für unterlassenen


Instandhaltungsaufwand
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Wenn im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltungen innerhalb des folgenden


Geschäftsjahres in den ersten drei Monaten nachgeholt werden, so liegt eine Passivierungspflicht
hierfür vor.

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-AG aus Lüne verzeichnet einen Schaden an einem Bagger im November 2015. Sie unterlässt es
allerdings, die notwendige Reparatur noch im Jahre 2015 vorzunehmen; vielmehr nimmt sie die
Reparatur vier Monate später, also im März 2016 vor.

Wie wird gebucht?

Es handelt sich offenbar um eine Instandhaltungsaufwendung , die allerdings im alten Geschäftsjahr


nicht vorgenommen wird. Da der ökonomische Grund, nämlich der Schaden, aber im alten
Geschäftsjahr liegt und die Auszahlung (genauer die Reparatur) im nächsten Geschäftsjahr folgt, ist
nach dem Grundsatz der Verlustantizipation eine Rückstellung zu bilden. Der § 249 I 2 Nr. 1
HGB konkretisiert dies allerdings dahingehend, dass nur für jene unterlassenen
Instandhaltungsaufwendungen eine Rückstellung zu bilden ist, für die die
Instandhaltungsaufwendungen innerhalb der ersten drei Monate des folgenden Geschäftsjahres
nachgeholt wird. Im vorliegenden Beispiel liegt zwar die Instandhaltung vier Monate nach dem
Entstehen des Schadens, allerdings wird erst ab Ende des Geschäftsjahres gerechnet und nicht ab
Entstehen des Schadens. Das heißt hier liegt die Instandhaltung innerhalb der ersten drei Monate
nach Ende des Geschäftsjahres, d.h. es muss eine Rückstellung gebildet werden.

MERKE

Steuerbilanziell muss eine Rückstellung für unterlassene Instandhaltungen gebildet werden, wenn
die Instandhaltung innerhalb der nächsten drei Monate nach dem Bilanzstichtag nachgeholt wird. -
Erfolgt die Instandhaltung erst danach , so darf in der Steuerbilanz keine Rückstellung gebildet
werden.

 1Rückstellungen für unterlassenen Instandhaltungsaufwand

Rückstellungen für unterlassenen Instandhaltungsaufwand

Aufgabe 1 von 1

Die Y-GmbH verzeichnet im September 2014 einen Schaden an Ihrer Press-Maschine.


In welchen der unten genannten Fälle ist eine Rückstellung für unterlassene
Aufwendungen für Instandhaltungen zu erstellen?

Die Y-GmbH lässt die Reparatur im Juni 2015 vornehmen.

Die Y-GmbH lässt die Reparatur im Dezember 2014 durchführen.

Die Y-GmbH lässt die Reparatur im Februar 2015 vornehmen.

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Rückstellung für Abraumbeseitigung


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Sollte eine Abraumbeseitigung , die im laufenden Geschäftsjahr unterlassen wurde, im folgenden
Geschäftsjahr nachgeholt werden, so ist hier eine Rückstellung zu bilden nach § 249 I, 2 Nr. 1, 2.
Halbsatz HGB.

Spezielle steuerrechtliche Arten von


Rückstellungen
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Folgende Rückstellungen existieren nur und ausschließlich in der Steuerbilanz, nicht hingegen in der
Handelsbilanz:

 Rückstellungen für aus künftigen Erträgen zu tilgende Verpflichtungen (§ 5 IIa EStG),


 Rückstellungen wegen Verletzung fremder Patent-, Urheber- oder ähnlicher Schutzrechte (§
5 III EStG, R 5.7 VII EStR),
 Rückstellungen für Dienstjubiläumsverpflichtungen (§ 5 IV EStG),
 Rückstellungen für Anschaffungs- oder Herstellungskosten (§ 5 IVb 1 EStG).

Rückstellungen für Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind in der Regel Aufwendungen für die


Entsorgung von Kern-Brennelementen. Diese Sonderregelung wurde durch das
Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 eingeführt. Eine ergebniswirksame Auflösung der
entsprechenden Rückstellungen muss in jenem Veranlagungszeitraum erfolgen, dessen
Veranlagung noch nicht bestandskräftig ist (§ 52 XIV EStG).
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 Rechnungsabgrenzungsposten
Arten von Rechnungsabgrenzungsposten -
ARAP und PRAP
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Der § 250 HGB sieht zwei unterschiedliche Arten von Rechnungsabgrenzungsposten vor:

 aktivische Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP)
 passivische Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP).
METHODE

LAMBERT-REGEL:
Die Rechnungsabgrenzungsposten müssen extra kodifiziert werden, denn sie sind keine
Vermögensgegenstände. Dies wird aus der Formulierung des § 246 I 1 HGB klar, denn
Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten sind getrennt voneinander erwähnt.

Rechnungsabgrenzungsposten entstehen dann, wenn Ausgaben und Aufwendungen zeitlich


auseinander fallen, genauer gesagt,

 wenn Ausgaben in dem einen Jahr und Aufwendungen im anderen Jahr,


 bzw. wenn Einnahmen in einem Jahr und Erträge im anderen Jahr entstehen.

Wichtig ist, dass nicht alle Rechnungsabgrenzungsposten als solche in der Bilanz stehen. Vielmehr ist
es so, dass manche Rechnungsabgrenzungsposten als sonstige Forderungen bzw. sonstige
Verbindlichkeiten in der Bilanz Verwendung finden, andere Rechnungsabgrenzungsposten
hingegen als solche gebucht werden.

Transitorische und antizipative


Rechnungsabgrenzungsposten
Konkret unterscheidet man:

 transitorische Rechnungsabgrenzungsposten und
 antizipative Rechnungsabgrenzungsposten.

Nur die transitorischen Rechnungsabgrenzungsposten tauchen als solche in der Bilanz auf, die
antizipativen werden nicht als Rechnungsabgrenzungsposten verbucht (obwohl sie RAP sind)
sondern vielmehr als sonstige Forderungen bzw. sonstige Verbindlichkeiten verbucht.

 1MC-Aufgabe Nr. 1

MC-Aufgabe Nr. 1

Aufgabe 1 von 1
Wenn in einem Jahr Ausgaben getätigt werden, die in einem Folgejahr erst Aufwand
darstellen würden (z.B. eine Mietvorauszahlung für das nächste Wirtschaftsjahr),
werden diese als ...

aktiver Rechnungsabgrenzungsposten abgebildet.

Rückstellung eingebucht.

passiver Rechnungsabgrenzungsposten abgebildet.

Lösen

Transitorische Abgrenzungsposten
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Transitorische Rechnungsabgrenzungsposten finden ihre Berechtigung in folgenden Vorgängen:

 aktivische RAP
o Ausgabe vor dem Bilanzstichtag, aber Aufwand später
o zusätzlich strenger Zeitraumbezug (ARAP) oder
 passivische RAP
o Einnahme vor dem Bilanzstichtag, aber Ertrag später
o zusätzlich strenger Zeitraumbezug (PRAP).

Überblick über die aktivischen


Rechnungsabgrenzungsposten
Vorlesen

Wir behandeln

 Normalfälle
o Kfz-Steuern, Zinsen, Pachten etc. und den
 Spezialfall
o Disagio für aufgenommenen Kredit
 handelsrechtlich Aktivierungswahlrecht
 steuerrechtlich Aktivierungspflicht.

Aktivische Rechnungsabgrenzungsposten -
Normalfälle und Beispiele
Vorlesen

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-AG zahlt die Miete für den Januar schon im Dezember.

Es liegt eine Ausgabe jetzt vor (genauer gesagt sogar eine Auszahlung), aber ein Aufwand erst


später, da der Verbrauch des Gutes erst im folgenden Geschäftsjahr liegt. Ökonomisch handelt es
sich damit gewissermaßen um eine Forderung, denn es wird etwas zu früh bezahlt, worauf man
dann noch ein Anrecht hat. Deswegen wird der Vorgang „Ausgabe jetzt, Aufwand später“
als aktivischer Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP) gebucht. Für das grundlegende Verständnis
verweisen wir auf unser Video zum Thema ARAP aus dem Online-Kurs "Buchführung und
Abschluss".
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Entscheidend ist zusätzlich zu dem Auseinanderfallen zwischen


Erfolgsvorgängen (Aufwendungen und Erträgen) und Zahlungsvorgängen (Ausgaben und
Einnahmen), dass der Erfolgsvorgang dieses Jahres innerhalb einer bestimmten Zeit nach dem
Bilanzstichtag anfallen muss. Hier sprechen § 250 I HGB (für die ARAP) und § 250 II HGB (für die
PRAP) beide von einer „bestimmten Zeit“.

BEISPIEL

Beispiel:
Die X-AG schließt am 01.10.2015 eine Kfz-Versicherung für einen Firmenwagen ab. Die KfZ-
Versicherung läuft über ein Jahr. Als Prämie fällt für das gesamte Jahr ein Betrag von 400 € an.
Inwieweit handelt es sich um einen Rechnungsabgrenzungsposten?

Die Prämie von 400 € erstreckt sich auf drei Monate im alten Jahr und neun Monate im neuen Jahr.
Das heißt, dass 3/12∙400 = 100 € auf das alte Jahr zuzuordnen sind, d.h. in Höhe von 100 € handelt
es sich um Ausgaben und Aufwendungen für das Jahr 2015. Lediglich der Rest des Betrages, nämlich
9/12∙400 = 300 € ist zwar eine Ausgabe des alten Jahres, hingegen eine „Aufwendung im neuen Jahr,
weil der Verbrauch des Gutes Versicherung erst im Jahr 2016 liegt. Damit diese 300 € aber „als
ARAP“ nach § 250 I HGB angesetzt werden dürfen, muss zusätzlich geprüft werden, ob der Aufwand
für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag anfällt. Das ist der Fall, denn der Zeitraum ist genau
eingegrenzt vom 01.01.2015 bis 31.09.2015, d.h. zeitlich begrenzt und damit zeitlich bestimmt.

Unterschiedliche Behandlung von ARAP in Handelsrecht


und Steuerrecht
Die bisher behandelten Arten von Rechnungsabgrenzungsposten sind handelsrechtlich als auch
steuerrechtlich aktivierungspflichtig. Darüber hinaus existiert aber in manchen Fällen ein
Unterschied zwischen handels- und steuerrechtlicher Behandlung, insbesondere nach
Inkrafttreten des BilMoG:

 handelsrechtlich verboten, steuerrechtlich Pflicht


o als Aufwand berücksichtigte Zölle und Verbrauchssteuern, soweit sie auf am
Abschlussstichtag auszuweisende Vermögensgegenstände des Vorwärtsvermögens
entfallen (§ 5 V 2 Nr. 1 EStG),
o als Aufwand berücksichtigte Umsatzsteuer auf am Abschlussstichtag auszuweisende
oder von den Vorräten offen gesetzte Anzahlungen (§ 5 V 2 Nr. 2 EStG)
 handelsrechtlich Wahlrecht, steuerrechtlich Pflicht
o Disagio (= Damnum = Abgeld) bei der Aufnahme eines Kredits (§ 250 III HGB).

Verbuchung eines Disagios mittels aktivischen


Rechnungsabgrenzungsposten
Vorlesen

Ein Disagio liegt vor, wenn bei einem aufgenommenen Kredit der Auszahlungsbetrag geringer ist


als der Rückzahlungsbetrag.

BEISPIEL

Die X-AG nimmt bei der B-Bank am 31.12. einen Kredit auf in Höhe von 1.000 €. Ausgezahlt werden
960 €, der Nominalzins liegt bei 7 %. Es wird eine Laufzeit von vier Jahren vereinbart und eine
endfällige Tilgung.

Beim Kredit liegt ein Disagio von 4 % vor, denn der X-AG werden nur 960 € ausgezahlt, obwohl sie
1.000 € zurückzahlen muss. Insofern handelt es sich um eine Schuld (= Verbindlichkeit) in Höhe von
1.000 €, nicht von 960 €. Insbesondere müssen diese 1.000 € auf der Passivseite unter
Verbindlichkeiten ausgewiesen werden. Die Zahlungsreihe des Kredits sieht wie folgt aus:

Jahr 0 1 2 3 4

Kredit 960 €

Zinsen -70 € -70 -70 € -70 €


Tilgun -1.000 €
g

Kreditplan mit Disagio

Es handelt sich um ein Disagio von 40 € (d.h. 4 % des Kreditbetrags von 1.000 €) mit dem man auf
doppelte Weise umgehen kann laut dem handelsrechtlichen (!) Wahlrecht des § 250 III HGB.

Ausnutzen des handelsrechtlichen Wahlrechts und also Aktivierung der 40 € unter


den aktivischen Rechnungsabgrenzungsposten. Steuerrechtlich hingegen besteht eine
Aktivierungspflicht als Rechnungsabgrenzungsposten (H 6.10 EStH).

Verbuchung mittels aktivischen


Rechnungsabgrenzungsposten
Der Buchungssatz hierzu wäre dann

ARAP 40 € an Verbindlichkeite 1.000 €.


n

Bank 960 €

Es würde damit, wenn der Kredit am Ende des Jahres ausgezahlt wird und also es zu keiner
Abschreibung des Disagios im laufenden Geschäftsjahrs kommt zu keiner Abschreibung und zu
keinem Aufwand im laufenden Geschäftsjahr führen, d.h. das Ergebnis würde nicht verschlechtert.
Man würde sich daher „reich“ rechnen.
BEISPIEL

Es wird ein Kredit aufgenommen am 01.03.2015, der eine Laufzeit von vier Jahren haben möge bei
endfälliger Tilgung, Disagio von 6 % und Nominalzins von 12%. Der Nominalbetrag liege bei 1.000 €.
Stelle die Zahlungsreihe auf.

Beim oberen Beispiel fielen noch keine Zinszahlungen an, weil der Beginn des Kredits erst am
Jahresende lag. Bei der Möglichkeit der Ausnutzung des Disagios wird das Disagio aktiviert,
allerdings muss dieses dann über die Laufzeit verteilt abgeschrieben werden (§ 250 III 2 HGB) d.h.,
dass, da wir das Disagio im Laufe des Jahres 2015 aufgenommen haben, wir es auch bereits für das
Jahr 2015 abschreiben müssen.

Abschreibung des Disagios


Die Abschreibung des Disagios in 2015 beläuft sich also auf 12,50 €, denn es wird monatsgenau
abgeschrieben, d.h. für 10 Monate (März bis Dezember) und das Disagio wird über die Laufzeit
verteilt, d.h. über vier Jahre. Demnach entsteht pro Jahr eine Abschreibung von 15 €, und diese 15 €
bezogen auf zehn von zwölf Monaten bedeuten für das Jahre 2015 insgesamt eine
Disagioabschreibung von 12,50 €. Der Zinsaufwand, der monatsgenau berechnet werden soll, lautet
im vorliegenden Beispiel 100 € (d.h. 10/12 von 120 € Zinsaufwand pro Jahr) und damit für das Jahr
2015 entsprechend 10%.

Damit fällt im Jahr 2015 ein Zinsaufwand von 100 € an. In den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2019,
also den vier Jahren des Kredits, ist der Zinsaufwand natürlich höher, nämlich bei 12 % von 1.000 €,
also bei 120 €. Die Zahlungsreihe sieht damit folgendermaßen aus:

Jahr 0 1 2 3 4

Darlehensauszahlung 960 €

Abschreibung des Disagios -12,5 -15 € -15 € -15 € -2,5 €


Zinsaufwand -100 € -120 € -120 € -120 € -20 €

Tigung -1.000 €
Es existiert steuerrechtlich nur eine Möglichkeit, mit dem Disagio umzugehen, nämlich die
Aktivierung und Verteilung als Abschreibung über die Laufzeit, wie wir sie in der oben erwähnten
Tabelle zusammengetragen haben.

Behandlung des Disagios in Handels- und Steuerbilanz

Die unterschiedliche Behandlung des Disagios in Handels- und Steuerbilanz fasst noch einmal das


nachfolgende Video zusammen:
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 1MC-Aufgabe Nr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 3

MC-Aufgabe Nr. 2

Aufgabe 1 von 2

Was ist ein Disagio?

 
Prämie

 
Aufgeld

 
Abgeld

Lösen

passivischer Rechnungsabgrenzungsposten
(PRAP)
Vorlesen

BEISPIEL
Beispiel:
Die X-AG ist Vermieter in einer Büroräumlichkeit und erhält die Januarmiete des folgenden
Geschäftsjahres bereits im Dezember des aktuellen Geschäftsjahres.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Einnahme (sogar um eine Einzahlung) des aktuellen


Geschäftsjahres, hingegen um einen Ertrag erst später. Der Erfolgsvorgang liegt damit im folgenden
Geschäftsjahr, der Zahlungsvorgang im aktuellen. Da man „zu früh das Geld erhält“ handelt es sich
um so etwas wie eine Verbindlichkeit, weshalb der Vorgang „Einnahme jetzt und Ertrag später“
als passivischer Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP) gebucht wird. Dies findet seine
Berechtigung in § 250 II HGB. Das Gesetz spricht hier von Einnahmen vor dem Abschlussstichtag,
soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. (Für das grundlegende
Verständnis verweisen wir auf unser Video zum Thema ARAP aus dem Online-Kurs "Buchführung
und Abschluss" (Link)

EXPERTENTIPP

Es existieren lediglich handelsrechtlich Ansatzwahlrechte für aktivische Rechnungsabgrenzungsposten,


nicht hingegen für passivische Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP).

 1MC-Aufgabe Nr. 4
 2MC-Aufgabe Nr. 5

MC-Aufgabe Nr. 4

Aufgabe 1 von 2

Der Unternehmer Anton zahlt seine Miete für das Wirtschaftsjahr 2011 bereits im
Dezember 2010. Wie muss er die Zahlung beim Jahresabschluss beherrschen?

Als passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

 
Als sofort abzugsfähiger Aufwand

Lösen

Transitorische und antizipative


Rechnungsabgrenzungsposten
Vorlesen

Neben den transitorischen Rechnungsabgrenzungsposten, die als RAP in die Bilanz Eingang finden,
existieren auch so genannte antizipative Rechnungsabgrenzungsposten. Diese können in zwei
Fällen auftreten:

 Aufwendungen vor dem Bilanzstichtag aber Ausgaben nachher, oder


 Erträge vor dem Bilanzstichtag aber Einnahmen nachher.

Sonstige Verbindlichkeiten und sonstige Forderungen


Im ersten Fall handelt es sich um sonstige Verbindlichkeiten, da schon jetzt verbraucht wird, was
erst später bezahlt wird, im zweiten Fall um sonstige Forderungen, da die Einnahme erst später
erfolgt als der erfolgswirksame Vorgang des Ertrags.

Schema zur Einordung der Rechnungsabgrenzungsposten


Die Überlegungen des obigen Abschnitts fasst die folgende Merkregel zusammen:

EXPERTENTIPP

1) Vor oder nach dem Abschlussstichtag?


Fallen Ausgaben/Einnahmen und Aufwendungen/Erträge zeitlich auseinander, d.h. liegt der eine
Posten vor dem Abschlussstichtag, der andere hingegen nach dem Abschlussstichtag?

2) Ist der strenge Zeitraumbezug gegeben?


 ⇒ wenn ja: transitorische Rechnungsabgrenzungsposten prüfen,
 ⇒ wenn nein: antizipatorische Rechnungsabgrenzungsposten prüfen.

3) Welcher der folgenden Fälle liegt vor?


a) Ausgabe jetzt, Aufwand später (transitorischer RAP, speziell aktivischer ARAP),
b) Einnahme jetzt, Ertrag später (transitorischer RAP, speziell passivischer RAP),
c) Aufwand jetzt, Ausgabe später (antizipativer RAP, speziell sonstige Verbindlichkeit),
d) Ertrag jetzt, Einnahme später (antizipativer RAP, speziell sonstige Forderung).

 1MC-Aufgabe Nr. 6
 2MC-Aufgabe Nr. 7
 3MC-Aufgabe Nr. 8
 4MC-Aufgabe Nr. 9

MC-Aufgabe Nr. 6

Aufgabe 1 von 4

Um was handelt es sich?Aufwand jetzt, Ausgabe später

aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

sonstige Forderung

sonstige Verbindlichkeit

Lösen

 Aufgaben zu Kapitel 2
Aufgabe Forderungen
Vorlesen

Beim Mandanten Gobbers soll der Abschluss für das Wirtschaftsjahr 2016 erstellt werden. Aber
zuvor müssen folgende Sachverhalte gebucht und geklärt werden.
Laut Buchführung beträgt der Forderungsbestand der Firma Gobbers 320.000 € zum 31.12.2016.
Aus dem Forderungsbestand entfallen 60.000 € auf Abnehmer aus anderen EU-Staaten und 30.000
€ aus Drittländern.

In dem Bestand ist eine Forderung i.H. von 15.000 € gegen die Firma Bergen vorhanden, die auf
Grund einer Insolvenz des Kunden im Dezember 2016 uneinbringlich wurde.

Außerdem ist eine Forderung gegen die Firma Busel in Zürich (Schweiz) im Oktober 2016 über 5.000
€ ausgefallen.

Aus Vorjahren beträgt das allgemeine Ausfallrisiko 2 % der vermutlich einwandfreien Forderungen.

1. Buchen Sie den Ausfall der Forderungen gegen die Firma Bergen.


2. Buchen Sie die Wertberichtigung der Forderung gegen die Firma Busel.
3. Berechnen und buchen Sie die Pauschalberichtigung per 31.12.2016.
Eine Pauschalwertberichtigung wurde zum 31.12.2015 i.H.v. 2.500 € bilanziert. Das
Rechenergebnis ist auf volle Euro aufzurunden.

Lösung Forderungen
Vorlesen

a) Buchung Forderung Bergen

Forderungsverlust 12.605,04 €
e

Umsatzsteuer 2.394,96 € an Forderunge 15.000.000 €


n

b) Buchung Forderung Busel

Forderungsverlust 5.000 € a Forderungen 5.000 €


e n

c) Berechnung der Pauschalberichtigung

mit USt. ohne USt.

Forderungen lt. Buchführung 230.000 € 90.000 €


./. Forderungen Bergen 15.000 € 0€

./. Forderungen Busel 0€ 5.000 €

vermutlich einwandfrei 215.000 € 85.000 €

./. 34.327,73 € 0

= Netto-Forderungen 180.672,27 85.000 €


gesamt: 265.672,27 €

*0,02 = PWB 5.313,45 €


neu

./. PWB alt 2.500 €

= Erhöhung 2.813,45 €

Einstellung in die PWB 2.813,45 an PWB 2.813,45

Aufgabe zu Grundstücken
Vorlesen

Bei der Einzelunternehmerin Julia müssen folgende Tatbestände noch berücksichtigt werden:

a) Unbebautes Grundstück (Buchwert 200.000 €), bis zu Beginn des Jahres 02 als Firmenparkplatz
genutzt worden, wurde im weiteren Verlauf des Jahres 02 mit einem Einfamilienhaus bebaut, in das
die Unternehmerin in 12/02 mit ihrer Familie eingezogen ist. Der Teilwert nach § 6 Abs. 1 S. 3
EStG hat während des ganzen Jahres 02 insgesamt 800.000 € betragen.

b) Es sind auf dem Konto „sonstige betriebliche Aufwendungen/Versicherungen“ am 1.9.02


8.000 € Feuerversicherungsprämien gebucht worden, welche den Zeitraum vom 1.9.02 bis 28.2.03
betreffen.
c) Mieteinnahmen von 4.000 €, die am 22.12.02 für Januar 03 vereinnahmt worden sind, stehen auf
dem Konto „sonstige betriebliche Erträge/Mieterträge“.

d) Über das Konto „sonstige betriebliche Aufwendungen/Prozesskosten“ wurden in 02 auch die


Kosten eines Prozesses aus einem bereits vor 2000 entstandenen (und jetzt rechtskräftig
entschiedenen) Rechtsstreit in Höhe von 8.000 € gebucht, obwohl zum 31.12.01 vorsichtigerweise
bereits 20.000 € zurückgestellt worden waren.

e) Die Stichtagsinventur hat folgende Werte ergeben:

 Rohstoffe: 100.000 € (der Anfangsbestand war am 1.1.02 50.000 €, im Laufe des Jahres 02
waren auf dem Rohstoffkonto insgesamt Zugänge in Höhe von 800.000 € gebucht worden).
 Erzeugnisse 200.000 € (Anfangsbestand war am 1.1.02 250.000 €, ansonsten war in 02 auf
dem Konto keine Buchung vorgenommen worden).
 Waren: 80.000 € (Anfangsbestand am 1.1.02 100.000 €, im Laufe des Jahres 02 sind auf
diesem Wareneingangskonto insgesamt Zugänge in Höhe von 500.000 € gebucht worden.

Gib die Buchungssätze an, die im Hinblick auf die o.a. Tatbestände noch vorzunehmen sind und
zeige auf, wie sich diese auf Gewinn und Eigenkapital auswirken.

Lösung zu Grundstücken
Vorlesen

a) Es kommt zu sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 800.000 – 200.000 = 600.000 €.


Der Buchungssatz lautet

Privat 800.000 an Grundstücke 200.000 €


onstige betriebliche Erträge 600.000 €.

Durch die Privatentnahme sinkt das Eigenkapital um 800.000 €.

b) Es muss ein Teil abgegrenzt werden, nämlich jener, der im nächsten Jahr erst
anfällt  26⋅8.000=2.666,67 €. Dieser Betrag darf daher noch nicht als Aufwand gebucht werden
und muss also vom Aufwandskonto runtergebucht werden.

Der Buchungssatz lautet
ARAP an betriebliche Aufwendungen 2.666,67 €.

c) Die 4.000 € dürfen nicht als Ertrag, sondern müssen vielmehr als passivischer
Rechnungsabgrenzungsposten verbucht werden.

EXPERTENTIPP

Eine Zahlung darf erst als Ertrag gebucht werden, wenn der Erfolg realisiert ist (=
Realisationsprinzip). Solange dies noch nicht der Fall ist, liegt kein Erfolg vor. Der Erfolg wird bei
Gefahrenübergang realisiert, nicht vorher.

Ein passivischer Rechnungsabgrenzungsposten wiederum liegt vor, wenn

 Auszahlungen jetzt, Aufwand später vorliegen und


 ein strenger Zeitraumbezug gegeben ist.

Beides ist der Fall, wir buchen

Sonstige betriebliche an PRAP 4.000 €.


Erträge

Der Gewinn sinkt um 4.000 €, das Eigenkapital ebenfalls.

d) Die Rückstellung muss ausgebucht werden. Ebenfalls muss der Aufwand korrigiert werden, denn
er wurde ja bereits – in einem Vorjahr – angesetzt!

EXPERTENTIPP

Wir erinnern uns: man bucht Rückstellungen zum Zwecke der Verlustantizipation. Wenn eine
Rückstellung eingebucht wird, so stets mit einer Aufwandsbildung verbunden, der Buchungssatz
lautet immer
Aufwand für …an Rückstellungen.

Es entsteht ein sonstiger betrieblicher Ertrag von

SBE = überschüssige Rückstellung

= 20.000 – 8.000

= 12.000 €,
da in dieser Höhe die Rückstellung die „tatsächlich notwendige“ Höhe von 8.000 € übersteigt. Der
Buchungssatz lautet insgesamt

Rückstellung 20.000 an sonst. betr. Aufwand 8.000 €


sonstiger betrieblicher Ertrag 12.000 €.

Der Aufwand sinkt also um 8.000 € (Gewinn und Eigenkapital steigen folglich in dieser Höhe), der
Ertrag steigt um 12.000 € (Gewinn und Eigenkapital steigen folglich nochmals an).

e) Es kommt zu einer Aufwandsbildung für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von

Aufwan = Anfangsbestand + Zugänge - Endbestand


d

= 50.000 + 800.000 – 100.000

= 750.000 €.

Der Gewinn sinkt, das Eigenkapital auch. Der Buchungssatz ist

Aufwand an Rohstoffe 750.000 €.


RHB

Darüber hinaus kommt es zu Bestandsveränderungen (BV) von

BV = Endbestand – Anfangsbestand

= 200.000 – 250.000

= -50.000 €,

der Buchungssatz lautet

Bestandsveränderunge an Erzeugnisse 50.000 €.


n
Hierdurch sinken sowohl der Gewinn als auch das Eigenkapital um den Betrag von 50.000 € ab.
Schließlich kommt es zu Aufwendungen für Waren von

Aufwand = Anfangsbestand + Zugänge – Endbestand


Waren

= 100.000 + 500.000 – 80.000

= 520.000 €.

Der Buchungssatz hierfür lautet

Aufwand an Wareneingang 520.000 €.


Wareneingang

Sowohl Gewinn als auch Eigenkapital werden in der Höhe von 520.000 € belastet.
Halten wir fest:

Aufgabe Gewinnauswirkung Eigenkapital

a) 600.000 € -800.000 €

600.000 €

b) 2.666,67 € 2.666,67 €

c) -4.000 € -4.000 €

d) 8.000 € 8.000 €

12.000 € 12.000 €

e) -750.000 € -750.000 €

-50.000 € -50.000 €
-520.000 € -520.000 €

Insgesamt -701.333,33 € -1.501.333,33 €

Aufgabe steuerliche Behandlung von Miete


Vorlesen

Die Hart GmbH schließt einen Mietvertrag über 18 Jahre zu 15 € /qm in Wuppertal ab. Als die
Mieträume zu klein werden und die Mietpreise sinken, zieht die GmbH nach sechs Jahren um. Da
kein Nachmieter zu finden ist, muss die Brösel GmbH für die verbleibenden zwölf Jahre die Miete
tragen.

Wie wird steuerrechtlich verfahren?

Lösung steuerliche Behandlung von Miete


Vorlesen

Da die zu zahlende Miete kein Beitrag zum Unternehmenserfolg ist, muss hierfür in


der Handelbilanz nach § 249 I 1, 2. Alt. HGB eine Rückstellung für drohende
Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet werden.

Es handelt sich um einen schwebenden Vertrag, was zur Folge hat, dass diese Rückstellung in der
Steuerbilanz nach § 5 IVa EStG nicht zulässig ist. Steuer- und Handelsbilanz fallen also zwingend
auseinander. Der handelsrechtliche Jahresüberschuss ist also niedriger als der steuerliche Gewinn.

Dieser Unterschied gleicht sich nach 15 Jahren aus.

 Betriebsvermögen
 Betriebsvermögen bei Einzelunternehmen
Lernziele
Vorlesen

MERKE
LERNZIELE: Sie sollten zwischen

 notwendigem Betriebsvermögen,
 gewillkürtem Betriebsvermögen sowie
 notwendigem Privatvermögen

unterscheiden können.

Inbesondere sollten Sie die Konsequenz der Behandlung gemischtgenutzter


Gegenstände aufzeigen. Außerdem ist wichtig,
bei Personenvereinigungen Sonderbetriebsvermögen I und II zu unterscheiden. Schließlich ist die
Kenntnis des Leasing (Bilanzierung und Bewertung) sowie von Mietereinbauten wichtig.

Betriebsvermögen oder Privatvermögen


Vorlesen

Es ist bei der Ermittlung der Steuer zwischen der betrieblichen und der privaten Sphäre des
Steuerpflichtigen zu unterscheiden. Die Positionen auf der betrieblichen Seite
heißen Betriebsausgaben und mindern die zu ermittelnde Steuer.

Abzugspositionen auf der privaten Seite tun dies grundsätzlich nicht. Es ist daher eine Abgrenzung
notwendig bei der betrieblichen Gewinnermittlung.Wirtschaftsgüter sind hierbei entweder dem

 notwendigen Betriebsvermögen,
 dem gewillkürten Betriebsvermögen oder
 dem notwendigen Privatvermögen

zuzuordnen.

Unter dem notwendigen Betriebsvermögen versteht man solche Wirtschaftsgüter, welche nach


Art und Einsatz im Betrieb eine besonders enge betriebliche Beziehung aufweisen. Solche
Wirtschaftsgüter, die der Steuerpflichtige hingegen für die private Lebensführung verwendet, zählen
zum notwendigen Privatvermögen. Wenn ein Wirtschaftsgut weder eindeutig zum einen noch
zum anderen Bereich zu zählen ist, so hat der Betriebsinhaber weitgehend ein Wahlrecht der
Hinzurechnung zum betrieblichen oder zum privaten Bereich (= gewillkürtes Betriebsvermögen).

Steuerliche Zuordnungsregeln entscheiden, zu welcher Art des Vermögens das Wirtschaftsgut zu


zählen ist. Hierbei ist insbesondere die Rechtsform des Betriebs entscheidend.

Es ist zu unterscheiden, ob
 eine Einzelunternehmung,
 eine Personengesellschaft oder
 eine Kapitalgesellschaft

vorliegt.

 1Lückentext Nr. 1

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Unter dem   Betriebsvermögen versteht man solche Wirtschaftsgüter,


welche nach Art und Einsatz im Betrieb eine besonders enge betriebliche Beziehung
aufweisen.

Lösen

Notwendiges Betriebsvermögen
Vorlesen

Solche Wirtschaftsgüter, welche ausschließlich und unmittelbar betrieblichen Zwecken zu dienen


bestimmt und geeignet sind, gehören zum notwendigen Betriebsvermögen (R 4.2 I 1 EStR). Hierbei
kommt es auf die Zweckbestimmung und auch auf die tatsächliche Verwendung im Betrieb an.
Ein Wirtschaftsgut ist nicht schon allein deshalb notwendiges Betriebsvermögen, weil es mit
betrieblichen Mitteln angeschafft worden ist.

MERKE

Die Konsequenz der Zugehörigkeit zum notwendigen Betriebsvermögen ist, dass


es bilanziert werden muss.

Beispiel für notwendiges Betriebsvermögen


BEISPIEL

Beispiel:
Grundstücke, Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe, Forderungen aus Lieferung und Leistung.

 1MC-Aufgabe Nr. 1

MC-Aufgabe Nr. 1

Aufgabe 1 von 1

Die Konsequenz der Zugehörigkeit zum notwendigen Betriebsvermögen ist, ...

dass es bilanziert werden muss.

dass es nicht abgeschrieben werden darf.

dass eine Pauschalwertberichtigung zwingend erforderlich ist.

Lösen

Gewillkürtes Betriebsvermögen
Vorlesen

Wenn Wirtschaftsgüter nicht eindeutig dem notwendigen Betriebsvermögen und auch nicht


eindeutig dem notwendigen Privatvermögen zugeordnet werden können und trotzdem aber in
einem gewissen objektiven Zusammenhang mit dem Betrieb stehen und diesen zu fördern
bestimmt sind, so besteht das Wahlrecht, sie als gewillkürtes Betriebsvermögen zu behandeln und
in der Bilanz auszuweisen (R 4.2 I 3 EStR).
Wahlrecht bei Gewinnermittlung durch
Betriebsvermögensvergleich und EÜR
Dieses Wahlrecht besteht sowohl bei der Gewinnermittlung durch
Betriebsvermögensvergleich als auch bei der Gewinnermittlung nach der
Einnahmenüberschussrechnung.

EXPERTENTIPP

Die Ausübung des Wahlrechts erfolgt gewissermaßen durch konkludentes Handeln.

 Wenn der Unternehmer ein Wirtschaftsgut in der Bilanz ausweist, welches weder eindeutig


notwendig zum Betriebs- noch zum Privatvermögen zu rechnen ist, so hat er dies daher
dem Betriebsvermögen zugeordnet.
 Wenn er dies nicht tut und also nicht bilanziert, so hat er das Wirtschaftsgut
dem Privatvermögen zugerechnet und nicht dem - gewillkürten - Betriebsvermögen.

Eine andere Rechtsfolge hierzu ist, dass wenn ein Wirtschaftsgut nicht bilanziert worden ist, die
Bilanz auch nicht falsch ist und also nicht berichtigt werden kann. Als kleiner Vorgriff auf eine
spätere Lerneinheit sei deswegen hier schon erwähnt, dass man unter
einer Bilanzberichtigung versteht, dass ein richtiger Bilanzansatz einen falschen Bilanzansatz
ersetzt. Wenn aber ein Wirtschaftsgut nicht in der Bilanz erwähnt ist, dann ist dies die Ausübung des
Wahlrechts durch den Unternehmer und als solches nicht falsch und also auch nicht
berichtigungsfähig.

Wenn ein Wirtschaftsgut dem gewillkürten Betriebsvermögen zugeordnet wurde, indem es in der


Bilanz erwähnt ist, so kann es nur dadurch den betrieblichen Bereich wieder verlassen, indem es
veräußert oder entnommen wird. Hierdurch kommt es zu einer Gewinn- oder Verlustrealisierung.
Wenn also die Voraussetzungen für die Buchung als gewillkürtes Betriebsvermögen nicht vorliegen
und das Wirtschaftsgut trotzdem als solches gebucht wurde, so ist es nicht möglich, ein einmal ins
gewillkürte Betriebsvermögen gebuchtes Wirtschaftsgut erfolgsneutral auszubuchen.

Zuordnungsregel für gemischt genutzte bewegliche


Wirtschaftsgüter
Problematisch ist oftmals, dass bestimmte Wirtschaftsgüter zum Teil beruflich und zum anderen Teil
privat genutzt werden. Die Zuordnung zum betrieblichen Bereich bzw. zum privaten Bereich fällt
dadurch schwer. Deshalb existieren für gemischt genutzte bewegliche Wirtschaftsgüter (und nur
für diese!) folgende Zuordnungsregeln:

 betriebliche Nutzung > 50 %


o notwendiges Betriebsvermögen
 betriebliche Nutzung mindestens 10 % und höchstens 50 %betriebliche Nutzung
o gewillkürtes Vermögen
 gewillkürtes Betriebsvermögen
 gewillkürtes Privatvermögen
 betriebliche Nutzung < 10 %
o notwendiges Privatvermögen

Beispiel für gemischt genutzte bewegliche Wirtschaftsgüter

BEISPIEL

Beispiel:
Der Steuerpflichtige Fritz aus Stuttgart nutzt sein Auto zu 70 % beruflich und zu 30 % privat.

Das Auto ist ein gemischt genutztes bewegliches Wirtschaftsgut und muss, weil es zu mehr als


50% eigenbetrieblich genutzt wird, komplett dem betrieblichen Bereich zugerechnet werden (R 4.2 I
4 EStR). Es kommt also nicht etwa zu einer Bilanzierung nur in Höhe von 70 %.

MERKE

Zusätzlich hierzu ist die private Mitbenutzung als Entnahme mit den anteiligen Kosten zu


erfassen. Wenn die anteiligen Privatkosten vorsteuerbelastet waren, so entsteht zusätzlich
Umsatzsteuer (§ 1 I Nr. 1 UStG i.V.m. § 3 IXa Nr. 1 UStG).

Wenn die betriebliche Nutzung zwischen 10 % und 50 % (beides inklusive) liegt, so hat der


Unternehmer ein Wahlrecht der Zuordnung zum gewillkürten Betriebsvermögen. Dieses kann
nur durch eine Einlagebuchung ausgeübt werden. Unterbleibt diese Einlagebuchung, so ist es im
Nachhinein nicht möglich, das Wirtschaftsgut rückwirkend dem betrieblichen Bereich zuzuordnen.
Die private Mitbenutzung ist auch hier wieder mit den anteiligen Kosten zu erfassen. Ebenso wie
oben entsteht Umsatzsteuer, wenn die anteiligen Privatkosten vorsteuerbelastet waren (§ 1 I Nr. 1
UStG i.V.m. § 3 IXa Nr. 1 UStG).

BEISPIEL

Beispiel:
Ein Gewerbetreibender nutzt seinen Pkw zu 35 % eigenbetrieblich und zu 65 % privat.
Er hat das Wahlrecht, den Pkw dem gewillkürten Betriebsvermögen zuzuordnen. Dieses Wahlrecht
kann durch Bilanzierung des Pkw ausgeübt werden.

Zuordnung zum notwendigen Privatvermögen


Wenn ein Wirtschaftsgut zu weniger als 10% betrieblich genutzt wird, so zählt es nach der
Zuordnungsregel zum notwendigen Privatvermögen (R 4.2 I 5 EStR).

EXPERTENTIPP

Die Zuordnung zum notwendigen Privatvermögen kann also

 zum einen durch die besondere Eigenart des Wirtschaftsguts erfolgen,


 zum anderen nach der tatsächlichen Nutzung im privaten Bereich.

 1Lückentext Nr. 2
 2Lückentext Nr. 3
 3Lückentext Nr. 4
 4MC-Aufgabe Nr. 2
 5MC-Aufgabe Nr. 3

Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 5

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Wenn Wirtschaftsgüter nicht eindeutig dem notwendigen Betriebsvermögen und auch


nicht eindeutig dem notwendigen Privatvermögen zugeordnet werden können und

trotzdem aber in einem gewissen objektiven   mit dem Betrieb stehen und

diesen zu fördern bestimmt sind, so besteht das  , sie als gewillkürtes


Betriebsvermögen zu behandeln und in der Bilanz auszuweisen.

Lösen
 Vermögen bei Immobilien
Zurechnung von Immobilien zu Betriebs- oder
Privatvermögen
Vorlesen

Die beweglichen Wirtschaftsgüter werden entweder komplett


dem Betriebsvermögen (notwendig oder gewillkürt) oder komplett
dem Privatvermögen zuordnet. Auch die gemischte Nutzung führt wegen der oben erwähnten
Nutzungsaufteilung zu einer kompletten Bilanzierung beim Betriebsvermögen oder beim
Privatvermögen. Bei Immobilien hingegen gilt vielmehr die Regel, dass der betrieblich genutzte Teil
einer Immobilie Betriebsvermögen und der privat genutzte Teile Privatvermögen darstellt.

MERKE

Es erfolgt also bei Immobilien eine Aufteilung. Ein gemischt genutzte Immobilie wird im Rahmen


der Nutzung zu einem bestimmten Prozentsatz dem Betriebsvermögen und in Höhe des Rests
dem Privatvermögen zugeordnet.

 Betriebsvermögen bei
Personengesellschaften
Arten von Personengesellschaften
Vorlesen

Eine Gesellschaft, bei der die Gesellschafter als Unternehmer (= Mitunternehmer) anzusehen


sind, nennt man eine Mitunternehmerschaft (§ 15 I Nr. 2 EStG).

Das Steuersubjekt für die Einkommensteuer ist nicht die Gesellschaft, sondern lediglich der
einzelne Gesellschafter. Er ist Mitunternehmer, weil er in der Regel am Gewinn und Verlust als
auch an den stillen Reserven beteiligt ist. Ein Mitunternehmer

 trägt Mitunternehmerrisiko und


 zeigt Mitunternehmerinitiative.
Mitunternehmerrisiko und Mitunternehmerinitiative
Mitunternehmerrisiko bedeutet, dass der Steuerpflichtige den Betrieb zumindest teilweise auf
seine Rechnung und Gefahr mitführt, am Gewinn und Verlust der Gesellschaft beteiligt ist und
regelmäßig auch am Vermögen als auch an den stillen Reserven.

Mitunternehmerinitiative hingegen bedeutet, dass der Betrieb durch den Mitunternehmer


mitgestaltet wird, so etwa durch Ausübung von Stimmrechten oder der Geschäftsführung.

MERKE

Für die Mitunternehmerschaft ist das zivilrechtliche Gesellschaftsverhältnis nicht notwendige


Voraussetzung. So kann ein Steuerpflichtiger Mitunternehmer sein, ohne dass er Gesellschafter ist.
Ebenso ist es möglich, dass er zwar Gesellschafter ist, aber nicht Mitunternehmer.

Überblick über die Personengesellschaften


Folgende Arten von Personengesellschaften existieren:

 Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR),


 Offene Handelsgesellschaft (OHG),
 Kommanditgesellschaft (KG),
 Partnerschaftsgesellschaft und
 stille Gesellschaft.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)/ BGB-Gesellschaft


Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (= BGB-Gesellschaft = GbR) bildet einen Zusammenschluss
von Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts
dient besonders als Rechtsform für Zusammenschlüsse kleinerer Gewerbebetriebe, welche einen
nach Art und Umfang in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht benötigen.
Auch Freiberufler schließen sich häufig in der Rechtsform der GbR zusammen, sofern sie nicht eine
Partnerschaftsgesellschaft gründen.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)


Bei der offenen Handelsgesellschaft (OHG) haftet jeder Gesellschafter unbeschränkt mit
seinem gesamten Privatvermögen. Die OHG kann unter ihrer Firma Rechte erwerben und
Verbindlichkeiten eingehen, sie lebt von der persönlichen Mitwirkung ihrer Gesellschafter.

Kommanditgesellschaft (KG)
Die Kommanditgesellschaft (KG) ist ein Zusammenschluss eines Komplementärs und eines oder
mehrerer Kommanditisten. Ihr Zweck ist der Betrieb eines Handelsgewerbes unter
gemeinschaftlicher Firma. Der Komplementär haftet unbeschränkt für die Gesellschaftsschulden,
ein Kommanditist haftet lediglich in Höhe seiner Einlage. Der Kommanditist ist deswegen auch von
der Leitung der Gesellschaft ausgeschlossen, der Komplementär leitet die Gesellschaft.

EXPERTENTIPP

Die Praxis sieht hierbei jedoch oft anders aus. Da häufig auch Ehepaare Gesellschafter einer
Kommanditgesellschaft sind, wobei dann der Ehemann Komplementär und die Ehefrau
Kommanditistin ist oder umgekehrt, wird die Gesellschaft nur offiziell lediglich durch den
Komplementär geleitet. In Wahrheit hat der Kommanditist oft ein erhebliches Mitspracherecht bei
der Leitung der Gesellschaft, wenn nicht sogar oftmals die faktische Leitung selbst.

Spezialfall: Die GmbH & Co. KG


Einen Spezialfall der KG stellt die GmbH & Co. KG dar. Hierbei ist der persönlich haftende
Komplementär eine Kapitalgesellschaft, nämlich die GmbH. Mehrere Kommanditisten sind dann
in dem Zusatz "& Co." vereinigt.

EXPERTENTIPP

Die GmbH & Co. KG höhlt in gewisser Weise die Idee der KG, nämlich der unbeschränkten Haftung
des Komplementärs, aus. So haftet zwar der Komplementär (= GmbH) mit seinem
Betriebsvermögen unbeschränkt, die Gesellschafter, welche hinter dem Komplementär, also der
GmbH, stecken, haften allerdings bei der GmbH nur beschränkt.

BEISPIEL

Beispiel:
Die Schlick GmbH & Co. KG wird gebildet durch die Schlick GmbH als Komplementärin und die
Kommanditisten Kerstin und Renate. Gesellschafter der GmbH sind wiederum Dieter, Kerstin und
Renate zu gleichen Teilen. Das Vermögen der Schlick GmbH liegt bei 500.000 €, die Einlagen der
Gesellschafter Dieter, Kerstin und Renate bei der GmbH jeweils bei 100.000 €. Zusätzlich liegt die
Kommanditeinlage von Kerstin und Renate bei der KG bei jeweils 500 €.

Die Haftung der GmbH ist bei der KG zunächst unbeschränkt. Dies bedeutet aber lediglich, dass
die GmbH mit ihrem gesamten Vermögen haftet. Sie haftet also mit 500.000 € Betriebsvermögen.
Die eigentlichen Gesellschafter der KG, nämlich Dieter, Kerstin und Renate, haften allerdings bei der
GmbH nur in Höhe ihrer Einlage von 100.000 €. Zusätzlich haften Kerstin und Renate mit 500 €,
nämlich ihrer Kommanditeinlage.

Partnergesellschaft
Die Partnerschaftsgesellschaft wiederum ist ausschließlich Freiberuflern vorbehalten. Die Partner
haften gesamtschuldnerisch für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft.

Typische und atypische stille Gesellschaft


Bei der stillen Gesellschaft beteiligt sich eine Person am Geschäft eines anderen. Die Einlage des
stillen Gesellschafters geht in das Vermögen des Geschäftsinhabers über, es wird hierbei
allerdings kein gemeinsames Vermögen gebildet. Der stille Gesellschafter ist am Gewinn und
gegebenenfalls auch am Verlust beteiligt. Gegenüber Dritten tritt nur der Geschäftsinhaber in
Erscheinung, so dass der stille Gesellschafter nicht gegenüber Dritten haftet, der Geschäftsinhaber
allerdings sehr wohl.

Die stille Gesellschaft existiert als

 atypisch stille Gesellschaft und als


 typisch stille Gesellschaft.

Nur im Falle der atypisch stillen Gesellschaft ist sie auch eine Mitunternehmerschaft. Die
Gesellschaft ist atypisch still, wenn der (atypisch) stille Gesellschafter nicht nur am Gewinn und
Verlust, sondern auch an den stillen Reserven des Unternehmens beteiligt ist. Wenn er also
schuldrechtlich so gestellt ist wie ein Kommanditist einer Kommanditgesellschaft, so ist er ein
atypisch stiller Gesellschafter. Wenn er hingegen ein typisch stiller Gesellschafter ist, also nicht an
den stillen Reserven des Unternehmens beteiligt, so hat er keine Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
sondern lediglich aus Kapitalvermögen.

EXPERTENTIPP

Noch einmal zur Wiederholung:

 Die atypisch stille Gesellschaft beteiligt ihre Gesellschafter am Gewinn und Verlust als


auch an den stillen Reserven. Der atypisch stille Gesellschafter erhält Einkünfte aus
Gewerbebetrieb. Die atypisch stille Gesellschaft ist Mitunternehmerschaft.
 Die typisch stille Gesellschaft beteiligt ihre Gesellschafter hingegen zwar am Gewinn und
Verlust, nicht jedoch an den stillen Reserven. Der typisch stille Gesellschafter erhält
Einkünfte aus Kapitalvermögen.

 1Lückentext Nr. 1
 2Lückentext Nr. 2
 3Lückentext Nr. 3
 4Lückentext Nr. 4
 5MC-Aufgabe Nr. 1
 6MC-Aufgabe Nr. 2
 7MC-Aufgabe Nr. 3

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 7

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Eine Gesellschaft, bei der die Gesellschafter als Unternehmer (= Mitunternehmer)

anzusehen sind, nennt man eine  .

Lösen

Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter


Vorlesen

Die Gesamtheit aller Wirtschaftsgüter, welche in die steuerliche Gewinnermittlung durch


Betriebsvermögensvergleich einzubeziehen sind, bilden das Betriebsvermögen der
Persongesellschaft (= Mitunternehmerschaft). Zum Betriebsvermögen der Persongesellschaft
zählen daher

 das Gesamthandvermögen der Persongesellschaft und


 die Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter.

Unter dem Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter versteht man deren Privatvermögen, und


zwar insoweit, als es der Personengesellschaft für betriebliche Zwecke zur Verfügung gestellt wird (R
4.2 II EStR).

Wenn ein Wirtschaftsgut beim gewerblichen Einzelunternehmer Betriebsvermögen darstellt, so ist


es auch im Falle einer Mitunternehmerschaft Betriebsvermögen. Die Aufwendungen und Erträge im
Zusammenhang mit dem Sonderbetriebsvermögen wirken sich auf die Höhe der Einkünfte des
betreffenden Gesellschafters aus.

BEISPIEL

Beispiel:
A ist Komplementär der A-KG, B ist ihr Kommanditist. Der B als Eigentümer eines Grundstücks
vermietet dieses für 30.000 € pro Jahr an die KG.

Da das Grundstück zivilrechtlich der Kommanditgesellschaft nicht gehört, kann sie dieses


auch nicht bilanzieren. Vielmehr ist das Grundstück Sonderbetriebsvermögen des Gesellschafters
B. Dieser erzielt mit der Vermietung keine Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, sondern
vielmehr stellt die Vermietung eine Sondervergütung nach § 15 I Nr. 2 EStG dar. Das Entgelt für die
Miete ist also Einkunft aus Gewerbebetrieb und nicht Einkunft aus Vermietung und Verpachtung.
Sofern die Miete im handelsrechtlichen Jahresabschluss der KG als Aufwand gebucht worden ist,
muss dieser Aufwand außerbilanziell wieder hinzugerechnet werden, um das steuerliche Ergebnis
zu erhalten.

Sonderbetriebsvermögen I und II
Das Sonderbetriebsvermögen gliedert sich wiederum auf in

 Sonderbetriebsvermögen I und
 Sonderbetriebsvermögen II.

Zum Sonderbetriebsvermögen I gehören all jene Wirtschaftsgüter, welche unmittelbar dem


Betrieb der Persongesellschaft dienen (R 4.2 II 2, 1. HS EStR). Zum Sonderbetriebsvermögen
II hingegen zählen solche Wirtschaftsgüter, welche unmittelbar zur Begründung oder Stärkung der
Beteiligung des Mitunternehmers an der Personengesellschaft eingesetzt werden sollen (R 4.2 II 2, 2.
HS EStR).

Sonderbetriebsvermögen, das nicht zum Gesamthandvermögen der Mitunternehmerschaft gehört,


gleichgültig ob Sonderbetriebsvermögen I oder II, zählt zum notwendigen Betriebsvermögen.

 1MC-Aufgabe Nr. 4

MC-Aufgabe Nr. 4

Aufgabe 1 von 1

NICHT zum Betriebsvermögen der Persongesellschaft zählt bzw. zählen ...

die Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter.

das Gesamthandvermögen der Persongesellschaft.

das Privatvermögen der Gesellschafter.

Lösen

Gewinn- oder Verlustanteil und


Sondervergütungen für Gesellschafter
Vorlesen

Der Gesellschafter einer Mitunternehmerschaft erhält nicht immer nur Gelder, die offiziell als
Gewinn- und Verlustanteile deklariert werden. Oftmals erhält er auch Mietzinsen für von ihm an die
Gesellschaft vermietete Grundstücke oder Darlehenszinsen für von ihm an die Gesellschaft
geliehene Gelder. Hierbei ist es zusätzlich möglich, dass die Miete bzw. der Darlehenszins überhöht
sind, dass der Gesellschafter also mehr Gelder erhält als ein fremder Dritter erhalten hätte.

Wichtig ist, dass es keine Rolle spielt, wie die Gelder genannt werden, sie sind in jedem Falle eine
Zahlung oder eine Vorauszahlung auf den Gewinn. Ein Gesellschafter erhält, kurz gesprochen,

 Gewinn- oder Verlustanteile und


 Sondervergütungen.

Sondervergütungen und Sonderbetriebsausgaben


Bei Sondervergütungen handelt es sich um Vergütungen, welche der Gesellschafter von der
Gesellschaft für seine Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft oder für die Hingabe von Darlehen oder
für die Überlassung von Wirtschaftsgütern bezogen hat. Diese Sondervergütungen dürfen
das steuerliche Ergebnis der Mitunternehmerschaft und also die Einkünfte des Mitunternehmers
nicht mindern. Sollten sie das handelsrechtliche Ergebnis gemindert haben, weil handelsrechtlich
ein Aufwand vorliegt, so muss für die Ermittlung der einkommensteuerlichen Bemessungsbasis die
Sondervergütung gewinnerhöhend berücksichtigt werden. Wichtig ist allerdings, dass ein
wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen der Mitunternehmerschaft und der Leistung gegeben ist.

BEISPIEL

Beispiel:
Der Rechtsanwalt Christoph Z. ist an der Rechtsverdreher-KG beteiligt. Ihr gegenüber erbringt der
Anwalt des öfteren Beratungsleistungen, welche mit dem üblichen Gebührensatz vergütet werden.
Im letzten Quartal hat Christoph Z. hierfür insgesamt 2.000 € erhalten.

Die Beratungsleistungen stehen in wirtschaftlichem Zusammenhang mit der Mitunternehmerschaft.


Diese Honorare sind eine Sondervergütung der KG an den Rechtsanwalt Z. Sie sind bei Christoph Z.
nicht als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit zu erfassen, sondern bilden Einkünfte aus seiner
Beteiligung an der KG. Sollten die 2.000 € handelsbilanziell als Aufwand berücksichtigt worden sein,
so müssen sie einkommensteuerlich wieder hinzugerechnet werden.

BEISPIEL

Beispiel:
Rechtsanwalt Christoph Z. erhält ein Mandat von der Rechtsverdreher-KG, an welcher er beteiligt ist.
Es handelt sich in diesem Fall nicht um Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 I Nr. 2, 2. Halbsatz
EStG, denn die Mitunternehmerschaft und die Leistung des Anwalts treffen nur zufällig aufeinander.
Ein wirtschaftlicher Zusammenhang ist damit ausgeschlossen.

Insgesamt ist also die Mitunternehmerschaft ähnlich zum gewerblichen Einzelunternehmer. Alle
steuerlich abzugsfähigen Betriebsausgaben mindern also den Gewinn der Mitunternehmerschaft,
egal ob die Gesellschaft selbst oder ein Gesellschafter die Aufwendungen bestritten hat. Wenn der
Gesellschafter die Aufwendungen selbst getragen hat, aber für die Gesellschaft getätigt hat, so
spricht man von Sonderbetriebsausgaben.

BEISPIEL

Beispiel:
Christoph Z., Anwalt in der oben erwähnten Rechtsverdreher-KG aus Beispiel 67, hat seinen
Wohnsitz in Essen. Für ein Mandat reist er nach München und trägt die Aufwendungen für die
Bahnfahrt selbst. Z. bezahlt für die Bahnfahrt insgesamt 200 €.

Es handelt sich um Sonderbetriebsausgaben des Z., welche seinen steuerlichen Gewinnanteil


mindern.

Es ist insgesamt für die Frage, ob es sich bei Zahlungen um Betriebsausgaben oder um
Vorabvergütung handelt unerheblich , ob ein Gesellschafter mittelbar oder unmittelbar
beteiligt ist (§ 15 I Nr. 2, S. 2 EStG). Der mittelbar beteiligte Gesellschafter einer
Personengesellschaft wird insofern dem unmittelbar beteiligten Gesellschafter gleichgestellt.

 1

Aufgabe 1 von 1

Wobei handelt es sich um Sondervergütungen eines Gesellschafters?

Gewinn- und Verlustanteil des Gesellschafters.

Dienstleistungen, welche von dem Gesellschafter für die Gesellschaft ausgeführt werden.
 

Zinseinnahmen für eine Darlehensgewährung des Gesellschafters an die Gesellschaft.

Lösen

 Betriebsvermögen bei
Kapitalgesellschaften
Nutzung des Betriebsvermögens bei
Kapitalgesellschaften
Vorlesen

Es existieren unterschiedliche Kapitalgesellschaften, nämlich die

 Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die


 Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und die
 Aktiengesellschaft

Private oder betriebliche Nutzung


Eine Kapitalgesellschaft erzielt stets und ausschließlich gewerbliche Einkünfte (§ 8 II KStG). Eine
private Nutzung ist bei Betriebsvermögen der Kapitalgesellschaften nicht möglich.
Sofern Wirtschaftsgüter der Kapitalgesellschaft von den Gesellschaftern privat genutzt werden
sollten, so führt dies allenfalls zu einer verdeckten Gewinnausschüttung. Privates Vermögen der
Gesellschafter führt andererseits durch eine betriebliche Nutzung im Dienst der Kapitalgesellschaft
nicht zu Sonderbetriebsvermögen bei der Kapitalgesellschaft.

 1LückentextNr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 3
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Eine Kapitalgesellschaft erzielt stets und ausschließlich  Einkünfte.

Lösen

 Zurechnung von Wirtschaftsgütern


Arten von Leasing
Vorlesen

Leasing sieht auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Miete aus, hat aber jedoch einige
Besonderheiten, die es von einer Miete unterscheiden. Man unterscheidet

 Operating-Leasing und
 Finanzierungsleasing (= Financial-Leasing).

Beim Operating-Leasing handelt sich um ein jederzeit kündbares Mietverhältnis, bei dem der


Leasinggeber die Verpflichtung übernimmt, den Leasinggegenstand zu pflegen, zu reparieren und
sonstige hiermit zusammenhängende Arbeiten zu übernehmen.

Beim Finanzierungsleasing hingegen ist der Leasingvertrag innerhalb einer gewissen Zeit


(= Grundmietzeit ) unkündbar. Wenn zusätzlich die Gebühren, welche in der Grundmietzeit zu
entrichten sind, die Anschaffungskosten des Gegenstandes sowie Finanzierungs- und Nebenkosten
für den Leasinggeber decken, so spricht man von einem Vollamortisationsvertrag .

Arten von Finanzierungsleasingverträgen


Man unterscheidet folgende Finanzierungsleasingverträge:

 mit Kaufoption,
 mit Mietverlängerungsoption,
 ohne derartige Optionen und
 Spezialleasing.
Die Optionen sind jeweils nach Ablauf der Grundmietzeit auszuüben. Bei der Kaufoption hat der
Leasingnehmer das Recht, nach Ablauf der Grundmietzeit den Leasinggegenstand zu erwerben.
Insofern liegt also bei einem Leasingvertrag mit Kaufoption gerade kein ausschließlicher Mietvertrag
vor. Bei einer Mietverlängerungsoption kann der Leasingnehmer nach dem Ende der
Grundmietzeit das Vertragsverhältnis verlängern. Bei dem sog. Spezialleasing wird der Gegenstand
speziell auf die Nutzung durch den Leasingnehmer zugeschnitten. Hierdurch ist ausschließlich die
Nutzung speziell bei ihm möglich.

 1Lückentext Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Beim  -Leasing handelt sich um ein jederzeit kündbares Mietverhältnis, bei


dem der Leasinggeber die Verpflichtung übernimmt, den Leasinggegenstand zu
pflegen, zu reparieren und sonstige hiermit zusammenhängende Arbeiten zu
übernehmen.

Lösen

Zuordnung des Leasinggegenstands


Vorlesen

Fraglich ist nun, ob der Leasinggeber oder


der Leasingnehmer den Leasinggegenstand zu bilanzieren hat.

MERKE

Lies für die folgenden Ausführungen unbedingt den Leasing-Erlass vom 19. April 1971.
Bilanzierung beim Leasingnehmer
Bei Finanzierungsleasingverträgen wird regelmäßig der Leasingnehmer den Gegenstand zu
aktivieren haben, wenn dieser voraussichtlich (annähernd) über die gesamte Nutzungsdauer hinweg
den Leasinggegenstand nutzen wird. Der nach dem Ende der Leasingzeit resultierende
Herausgabeanspruch durch den Leasinggeber würde also annähernd wertlos werden. Dies ist
insbesondere dann der Fall, wenn

 Spezialleasing vorliegt bzw. wenn


 die Grundmietzeit mehr als 90 % der Nutzungsdauer ausmacht bzw. wenn
 bei der Ausübung einer Option diese erwartungsgemäß durch den Leasingnehmer ausgeübt
wird,
o weil die vereinbarten Konditionen dies erwarten lassen.

Letzteres ist bei einer Mietverlängerungsoption dann der Fall, wenn die Anschlussmiete (also nach
Ablauf der Grundmietzeit) kleiner als der Werteverzehr bei linearer Abschreibung ist. Bei einer
Kaufoption ist dies der Fall, wenn der Kaufpreis (im Anschluss an die Grundmietzeit) kleiner als der
Restbuchwert bei linearer Abschreibung oder dem niedrigeren gemeinen Wert ist.

BEISPIEL

Beispiel:
Bei einem Leasingvertrag über eine Maschine wird eine Grundmietzeit von 14 Jahren vereinbart. Die
Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes betrage 15 Jahre.

Da die Grundmietzeit 14/15 = 93,3 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, also mehr als 90


%, umfasst, erfolgt die Bilanzierung beim Leasingnehmer.

Bilanzierung beim Leasinggeber

BEISPIEL

Beispiel:
Die Anschaffungskosten eines Leasinggegenstandes liegen bei 1.000 €. Die betriebsgewöhnliche
Nutzungsdauer betrage 15 Jahre, die Grundmietzeit werde mit 10 Jahren vereinbart. Nach Ablauf
der Grundmietzeit habe der Leasingnehmer die Option, für 100 € pro Periode den
Leasinggegenstand weiterhin zu nutzen.

Die Grundmietzeit liegt bei 10/15 = 66,67 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die


Bilanzierung ist also von der Option abhängig. Es liegt eine Mietverlängerungsoption vor. Die
Anschlussmiete von 100 € pro Periode ist größer als der Werteverzehr bei linearer Abschreibung,
dieser liegt bei 1000/15 = 66,67 €. Damit erfolgt die Bilanzierung beim Leasinggeber.

BEISPIEL

Beispiel:
Die Anschaffungskosten eines Leasinggegenstandes liegen bei 1.000 €. Die betriebsgewöhnliche
Nutzungsdauer betrage 15 Jahre, die Grundmietzeit werde mit 10 Jahren vereinbart. Nach Ablauf
der Grundmietzeit habe der Leasingnehmer die Option, für 250 € den Leasinggegenstand zu
erwerben.

Die Grundmietzeit liegt bei 66,67 % der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die Bilanzierung ist
also von der Option abhängig. Es liegt eine Kaufoption vor. Der Restbuchwert bei linearer
Abschreibung errechnet sich als RBW = AK - 10·AB = 1000 - 10·66,67 = 333,33 €. Der Kaufpreis liegt
mit 250 € unterhalb dieses Restbuchwerts, weshalb die Bilanzierung beim Leasingnehmer zu
erfolgen hat.

Teilamortisation in Leasing-Verträgen
Ein Teilamortisationsvertrag ist dann gegeben, wenn die Leasingraten innerhalb der
Grundmietzeit nicht die Anschaffungskosten einschließlich der Finanzierungs- und Nebenkosten
decken, allerdings eine volle Amortisation durch andere Vertragsklauseln gewährt wird, welche nach
Ablauf der Grundmietzeit eintreffen.

Wenn der Leasingnehmer den Leasinggegenstand zu aktivieren hat, so muss er nicht nur einen


aktiven Bestandsposten bilden, sondern zusätzlich auch in derselben Höhe eine Verbindlichkeit in
seiner Bilanz aufstellen, welche teilweise durch die Leasingraten im Verlauf der Grundmietzeit getilgt
wird. In genau derselben Höhe hat der Leasinggeber eine Forderung zu aktivieren, welche analog
getilgt wird.

 1Lückentext Nr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 2
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Ein  amortisationsvertrag ist dann gegeben, wenn die Leasingraten


innerhalb der Grundmietzeit nicht die Anschaffungskosten einschließlich der
Finanzierungs- und Nebenkosten decken, allerdings eine volle Amortisation durch
andere Vertragsklauseln gewährt wird, welche nach Ablauf der Grundmietzeit
eintreffen.

Lösen

Bilanzierung des Leasinggegenstands beim


Leasinggeber und Leasingnehmer
Vorlesen

Nachdem man die Frage geklärt hat, ob der Leasinggegenstand beim Leasinggeber oder


beim Leasingnehmer zu aktivieren ist, geht es nun um die Frage, wie die Bilanzierung konkret
erfolgt. Wenn der Leasingnehmer bilanzieren muss, so hat er den Leasinggegenstand mit
den Anschaffungskosten, welche der Leasinggeber dem Leasingvertrag zugrunde legt, zzgl. den
eigenen Anschaffungsnebenkosten zu aktivieren. Darüber hinaus muss er den aktivierten
Leasinggegenstand über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (nicht also lediglich über die
Grundmietzeit) abschreiben. Außerdem muss der Leasingnehmer eine Leasingverbindlichkeit
passivieren, wobei die jährlichen Leasingraten hierbei in

 Zinsanteil,
 Kostenanteil und
 Tilgungsanteil

untergliedert werden. Dies geschieht wie folgt.

Berechnung der jährlichen Verbindlichkeiten beim


Leasingnehmer und der jährlichen Forderungen beim
Leasinggeber
Zur Berechnung der jährlichen Verbindlichkeiten beim Leasingnehmer und der
jährlichen Forderungen beim Leasinggeber kann nach dem folgenden Schema verfahren werden:
METHODE

1. Ermittle die insgesamt zu zahlenden Leasingraten während der Grundmietzeit.


2. Subtrahiere hiervon die Anschaffungskosten des Leasinggebers.
3. Die Differenz ergibt den Zins- und Kostenanteil.
4. Subtrahiere hiervon den insgesamt anfallenden Kostenanteil.
5. Die Differenz ergibt den gesamten Zinsanteil.
6. Ermittle die Zinsanteile der einzelnen Jahre
7. Trage die Kostenanteile, die Zinsanteile, ihre Summe sowie die Leasingraten in eine
Tabelle ein.
8. Die Differenz aus Leasingrate und Zins- und Kostenanteil ergibt den jeweiligen
Tilgungsanteil der einzelnen Jahre.
9. Die erste Verbindlichkeit bzw. Forderung entsteht in Höhe der Anschaffungskosten des
Leasinggebers.
10. Subtrahiere hiervon den Tilgungsanteil des ersten Jahres und erhalte die Verbindlichkeit
bzw. die Forderung des 2. Jahres usw.

Berechnung anhand der Zinsstaffelmethode

EXPERTENTIPP

Digitale Methode
Schreibe diesen Betrag, um welchen die einzelnen Beträge abnehmen, in die letzte Periode und
rechne dann jeweils die 10.000 € darauf. Man erhält die einzelnen Zinsanteile. Damit erhält man

Jahr Zinsanteil
e

1 40.000 €

2 30.000 €

3 20.000 €

4 10.000 €

In die Tabelle trägt man also die einzelnen Zinsanteile ein. Die Kostenanteile sind aus der
Aufgabenstellung bekannt und können ebenfalls hingeschrieben werden, genauso wie die
einzelnen Leasingraten. Die Summe aus Zins- und Kostenanteil folgt damit auch. Schließlich beträgt
die Forderung bzw. Verbindlichkeit im ersten Jahr 180.000 €. Wenn man schließlich von der
Leasingrate von 80.000 € den Zins- und Kostenanteil von 50.000 € abzieht, erhält man den
Tilgungsanteil des ersten Jahres in Höhe von 30.000 €. Die Forderung bzw. Verbindlichkeit des
zweiten Jahres liegt damit bei 180.000 - 30.000 = 150.000 €. Analog rechnet man die anderen
Bestände aus und erhält

Jahr Verbindlichkeit Leasingrat Zins- und Kostenantei Zinsantei Tilgungsantei


e / e l l l
Kostenantei
Forderung l

1 180.000 € 80.000 € 50.000 € 10.000 € 40.000 € 30.000 €

2 150.000 € 80.000 € 40.000 € 10.000 € 30.000 € 40.000 €

3 110.000 € 80.000 € 30.000 € 10.000 € 20.000 € 50.000 €

4 60.000 € 80.000 € 20.000 € 10.000 € 10.000 € 60.000 €

Berechnung anhand der Barwertvergleichsmethode

Bei der Barwertvergleichsmethode berechnet man zunächst den Zins, der die Gleichung

180.000 = 80.000/(1 + i) + 80.000/(1 + i) 2 + … + 80.000/(1 + i) 4 löst.

Nach der Methode der linearen Interpolation erhält man für i die Approximation i = 27,769 %.


Hiermit wird die Forderung bzw. Verbindlichkeit des ersten Jahres multipliziert: 180.000·0,27769 =
49.984,2.

Man erhält den Zins- und Kostenanteil des ersten Jahres. Wenn man hiervon den Kostenbestandteil
abzieht, erhält man den ausschließlichen Zinsanteil im Jahr 1 in Höhe von 39.984,2 €.

Wieder errechnet sich der Tilgungsanteil als Differenz aus Leasingrate und Zins- und
Kostenstandteil, also hier 80.000 – 49.984,2 = 30.015,20 €. Die zu passivierende Verbindlichkeit liegt
daher im zweiten Jahr beim Leasingnehmer bei 180.000 - 30.015,2 = 149.984,20 €. Dies rechnet man
analog weiter und erhält

Jahr Verbindlichkeit Leasingrat Zins- und Kostenantei Zinsantei Tilgungsantei


e / e l l l

Kostenantei
Forderung
l

1 180.000 € 80.000 € 49.984,2 € 10.000 € 39.984,2 30.015,2 €


2 149.984,2 € 80.000 € 41.649,11 € 10.000 € 31.649,11 38.351,89 €


3 111.633,31 € 80.000 € 30.999,45 € 10.000 € 20.999,45 49.000,55 €


4 62.633,76 € 80.000 € 17.392,41 € 10.000 € 7392,49 € 62.608,51 €

Die Differenz zwischen Verbindlichkeit/Forderung des letzten Jahres von 62.633,76 € und


dem Tilgungsanteil im Jahre 4 in Höhe von 62.608,51 € liegt darin begründet, dass der Zins von
27,769 % nicht genau genug war. Es empfiehlt sich also hier, recht genau den Zins zu interpolieren,
bevor man mit der Tabelle beginnt.

 Mietereinbauten und Mieterumbauten


Allgemeines
Vorlesen

Mietereinbauten oder Mieterumbauten sind solche Baumaßnahmen, die ein Mieter oder Pächter im
eigenen Namen und für eigene Rechnung, aber auf fremdem Grund und Boden bzw. in einem ihm
nicht gehörenden Gebäude durchführt. Weiterhin darf keine Verrechnung mit der monatlich zu
zahlenden Miete oder Pacht erfolgen, die Ein- oder Umbauten müssen auf Rechnung des Mieters
oder Pächters vorgenommen worden sein und die Aufwendungen dürfen nicht Erhaltungsaufwand
sein. Der Mieter oder Pächter muss außerdem mit der Baumaßnahme ein aktivierungspflichtiges
Wirtschaftsgut geschaffen haben.

Der Mieteinbautenerlass vom 15.1.1976 regelt die Grundsätze, die auf Mietereinbauten und
-umbauten anzuwenden sind. Dieser ist auf alle Gewinnermittlungsarten anzuwenden, also auf den
Betriebsvermögensvergleich als auch auf die Einnahmenüberschussrechnung. Man unterscheidet

 Scheinbestandteile,
 Betriebsvorrichtungen und
 sonstige Mietereinbauten.

 1MC-Aufgabe Nr. 1

MC-Aufgabe Nr. 1

Aufgabe 1 von 1

Was charakterisiert Mietereinbauten oder Mieterumbauten?

Dies sind solche Baumaßnahmen, die ein Mieter oder Pächter im eigenen Namen und für eigene
Rechnung, aber auf fremdem Grund und Boden bzw. in einem ihm nicht gehörenden Gebäude
durchführt.

Dies sind solche Baumaßnahmen, die ein Mieter oder Pächter im fremden Namen und für fremde
Rechnung, sowie auf fremdem Grund und Boden bzw. in einem ihm nicht gehörenden Gebäude
durchführt.

Dies sind solche Baumaßnahmen, die ein Vermieter oder Verpächter im eigenen Namen und für
eigene Rechnung, aber auf fremdem Grund und Boden bzw. in einem ihm nicht gehörenden
Gebäude durchführt.

Lösen

Scheinbestandteile
Vorlesen
Scheinbestandteile sind Einbauten, welche mit dem Gebäude des Vermieters nur zu einem
vorübergehenden Zweck verbunden sind. Sie sind dem Mieter nach § 39 I AO als bewegliches
materielles Wirtschaftsgut zuzurechnen.

Ein Scheinbestandteil ist beim Mieter nach der Mietdauer bzw. nach der kürzeren Nutzungsdauer
als bewegliches Wirtschaftsgut abzuschreiben. Dies kann, weil es sich um ein bewegliches
Wirtschaftsgut handelt, linear (§ 7 I EStG) oder degressiv (§ 7 II EStG) erfolgen. Im Erstjahr ist die
Abschreibung immer zeitanteilig vorzunehmen.

BEISPIEL

Beispiel 74:
Der Mieter einer Diskothek baut eine hochwertige Beleuchtungsanlage ein, welche nach Ablauf des
Mietvertrages wieder ausgebaut werden muss. Nach dem Ausbau kann die Leuchtanlage noch
anderweitig verwendet werden. Die Nutzungsdauer der Beleuchtungsanlage liegt bei 15 Jahren. Der
Einbau wurde am 1.9.2009 fertig gestellt, Herstellungskosten wurden vom Mieter aufgewendet in
Höhe von € 20.000 €. Als die Leuchtanlage fertig gestellt wurde, hatte der Mietvertrag noch eine
Laufzeit von sechs Jahren.

Es handelt sich um einen Scheinbestandteil, da die Anlage nur zu einem vorübergehenden Zweck
mit dem Gebäude des Vermieters verbunden ist. Allerdings ist dieser Scheinbestandteil dem Mieter
als bewegliches materielles Wirtschaftsgut zuzurechnen. Sodann hat der Mieter zu entscheiden,
über welche Laufzeit er die Anlage abzuschreiben hat. Da es sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut
handelt, kann er neben der linearen Abschreibung auch die degressive Abschreibung verwenden.
Die Restlaufzeit des Mietvertrags liegt mit sechs Jahren unterhalb der Nutzungsdauer der Anlage,
insofern wird über diese kürzere Restlaufzeit abgeschrieben. Bei linearer Abschreibung erhält man
einen Abschreibungsprozentsatz von 1/ 6 = 16,67 %. Bei degressiver Abschreibung darf das
dreifache, also 3*16,67 % = 50 %, höchstens aber 30 %, abgeschrieben werden. Im ersten Jahr würde
0,3*20.000 = 6.000 € abgeschrieben. Da im ersten Jahr die Abschreibung zeitanteilig vorzunehmen
ist, genauer gesagt monatsweise, lautet die Abschreibung im Jahre 2009 allerdings lediglich
4/12*6.000=2.000 €.

 1Lückentext Nr. 1
 2Lückentext Nr. 2

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 2
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

 sind Einbauten, welche mit dem Gebäude des Vermieters nur zu einem
vorübergehenden Zweck verbunden sind.

Lösen

Betriebsvorrichtung
Vorlesen

Der Mieter ist wirtschaftlicher Eigentümer, wenn eine Betriebsvorrichtung nach R 7.1 III EStR
eingebaut wird, da solche Einbauten häufig wesentliche Gebäudebestandteile werden. Sie ist, genau
wie der Scheinbestandteil, nach der Mietdauer bzw. nach der kürzeren Nutzungsdauer als
bewegliches Wirtschaftsgut linear oder degressiv abzuschreiben. Auch erfolgt im ersten Jahr stets
eine zeitanteilige Abschreibung.

 1MC-Aufgabe Nr. 2

MC-Aufgabe Nr. 2

Aufgabe 1 von 1

Welche Aussage ist richtig?

Der Mieter ist wirtschaftlicher Eigentümer, wenn eine Betriebsvorrichtung nach R 7.1 III EStR
eingebaut wird, da solche Einbauten keine wesentlichen Gebäudebestandteile werden können.

Der Vermieter ist wirtschaftlicher Eigentümer, wenn eine Betriebsvorrichtung nach R 7.1 III EStR
eingebaut wird, da solche Einbauten häufig wesentliche Gebäudebestandteile werden.
 

Der Mieter ist wirtschaftlicher Eigentümer, wenn eine Betriebsvorrichtung nach R 7.1 III EStR
eingebaut wird, da solche Einbauten häufig wesentliche Gebäudebestandteile werden.

Lösen

 Bewertung
 Anschaffungskosten
Bewertung von Vermögensgegenständen und
Wirtschaftsgütern
Vorlesen

MERKE

LERNZIELE: Nachdem nun klargeworden ist, ob (!) ein Wirtschaftsgut Eingang in die Bilanz findet,
sollten Sie nun verstehen, in welcher Höhe (!) es aufgenommen wird. Hierbei spielen eine Rolle:

 Anschaffungskosten,
 Herstellungskosten,
 der Teilwert,
 Bewertungsvereinfachungsverfahren und
 Absetzungen für Abnutzung.

Play Video

Handelsrechtliche und steuerliche Bewertung


Sie sollten zwischen der

 handelsrechtlichen und der


 steuerlichen

Bewertung unterscheiden.

Die handelsrechtliche Bewertung erfolgt nach § 253 I HGB und § 255 I, II HGB.


Steuerliche Bewertung nach § 6 EStG

Für die steuerliche Bewertung hingegen müssen Sie den § 6 EStG beherrschen. Deshalb hier ein
Überblick.

EXPERTENTIPP

Überblick über § 6 EStG


§ 6 I EStG gilt für Bilanzierende, also nicht für Einnahmen-Überschussrechner.
§ 6 I Nr. 1 EStG: Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens.
§ 6 I Nr. 1a EStG: anschaffungsnahe Herstellungskosten
§ 6 I Nr. 2 EStG: Grund und Boden, Beteiligungen und Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens
§ 6 I Nr. 2a EStG: LIFO-Verfahren für Bilanzierende nach § 5 EStG
§ 6 I Nr. 3 EStG: Verbindlichkeiten
§ 6 I Nr. 3a EStG: Rückstellungen
§ 6 I Nr. 4 EStG: Entnahmen, insb. private Kfz-Nutzung
§ 6 I Nr. 5 EStG: Einlagen
§ 6 II EStG: geringwertige Wirtschaftsgüter
§ 6 IIa EStG: Poolabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter
§ 6 III, IV EStG: unentgeltliche Übertragung
§ 6 V EStG: Überführung zwischen verschiedenen Betriebsvermögen
§ 6 VI EStG: Tauschgeschäft.

Einen ersten Überblick über die vor uns liegenden Themen bietet das nachfolgende Video:
Play Video

 1LückentextNr. 1
 2LückentextNr. 2
 3MC-Aufgabe Nr. 1

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die   Bewertung erfolgt nach § 253 I HGB und § 255 I, II HGB.

Lösen
Berechnung der Anschaffungskosten nach § 255
I HGB
Vorlesen

Für erworbene Wirtschaftsgüter gilt das Prinzip, dass diese zu Anschaffungskosten (§6 I Nr.1 S.1,
Nr.2 EStG). zu aktivieren sind. Unter Anschaffungskosten versteht man nach § 255 I HGB folgende
vier Positionen:

Kaufpreis (meistens ohne Mehrwertsteuer, d.h. netto)


- abzüglich Anschaffungspreisminderungen
+ zzgl. Anschaffungsnebenkosten
+ zzgl. nachträglichen Anschaffungskosten.
= Anschaffungskosten

MERKE

Entscheidend ist, dass nur und ausschließlich Einzelkosten zu den Anschaffungskosten zählen (§


255 I, 1 letzter Halbsatz, HGB). Das bedeutet insbesondere, dass Gemeinkosten (die also nicht einzeln
dem Kostenträger zugeordnet werden können) nicht zu den Anschaffungskosten zählen. Hierunter
fallen nach unserer Ansicht insbesondere die so genannten Boni, die nicht einzeln
dem Vermögensgegenstand zuordenbar sind und daher nicht Bestandteil der Anschaffungskosten
sein können.

Kommen wir zu den einzelnen Positionen der Anschaffungskosten. Ausgangspunkt der


Anschaffungskosten bildet der Kaufpreis. Die meist anfallende Umsatzsteuer ist abzuziehen, sofern
es sich um ein mehrwertsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen handelt. Unternehmen, die die
Mehrwertsteuer nicht abziehen dürfen, müssen daher den Bruttobetrag ansetzen und nicht den
Nettobetrag. In den meisten Fällen ist es jedoch so, dass lediglich der Nettobetrag zum Zuge kommt
und beim Kaufpreis daher die Mehrwertsteuer rausgerechnet werden muss.

BEISPIEL

Beispiel 75:
Die (vorsteuerungsberechtigte) X-AG kauft eine Maschine zum Bruttopreis von 1.190 €.

Als Kaufpreis, der Ausgangspunkt für die Ermittlung der Anschaffungskosten ist, gilt damit lediglich
1.190:1,19 = 1.000 €.
 1Lückentext Nr. 3
 2Lückentext Nr. 4
 3Lückentext Nr. 5
 4MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Für  Vermögensgegenstände gilt das Prinzip, dass diese zu


Anschaffungskosten zu aktivieren sind.

Lösen

Anschaffungskosten nach § 255 I HGB -


Anschaffungspreisminderungen
Vorlesen

Zum zweiten Punkt, den Anschaffungspreisminderungen. Zu den Anschaffungspreisminderungen


werden

 Rabatte,
 Boni und
 Skonti

gerechnet. Rabatte mindern den Nettoverkaufspreis und bilden deshalb einen Abzugsposten.

BEISPIEL

Auf die oben erwähnte Maschine zum Bruttowert von 1.190 € wird ein 10%-iger Rabatt gewährt. Wie
hoch sind die Anschaffungspreisminderungen?

Der Anschaffungspreis ist, wie oben bereits erwähnt, netto 1.190:1,19 = 1.000 €. Hiervon sind
wegen des ausgesprochenen Rabatts 10 % von 1.000 €, also 100 € Rabatt, abzuziehen. Es
verbleiben also 900 €. Ein Skonto beinhaltet das Recht, vom Verkaufspreis einen bestimmten Betrag
abzuziehen, wenn man innerhalb einer bestimmten Frist bezahlt.
BEISPIEL

Auf den Nettoverkaufspreis nach Rabatt bei der oben erwähnten Maschine wird ein Skonto von 2 %
bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen gewährt, ansonsten ist der Nettoverkaufspreis nach Rabatt
innerhalb von 30 Tagen fällig. Wie hoch ist der Skonto?

Es liegt ein Skonto vor in Höhe von 0,02∙900 € = 18 €. Da die Nichtinanspruchnahme eines Skontos
ein sehr teurer Lieferantenkredit ist, sollte der Skonto in Anspruch genommen werden. Von daher
erscheint es plausibel, einen Skonto auch bilanztechnisch vom Nettoverkaufspreis abzuziehen und
nur den nach Skontoabzug niedrigeren Wert (zuzüglich eventuell anfallender
Anschaffungsnebenkosten) zu aktivieren.

Zum dritten Punkt, nämlich den Boni, ist folgendes zu sagen: Ein Bonus wird nicht auf einen
einzelnen Vermögensgegenstand, der verkauft wird, gewährt, sondern einem „guten Kunden“
generell eingeräumt.

BEISPIEL

Da die Müller-AG langjähriger Kunde der X-AG ist, darf sie die oben erwähnte Maschine zusätzlich
zum gewährten Rabatt von 10 % abzüglich eines Treuebonus für langjährig gute Zusammenarbeit in
Höhe von 5 % beziehen.

Der 5 % Bonus bezieht sich auf den Preis nach Rabatt und nach Skonto, d.h. auf 900 – 18 = 882 €.
Von diesen 882 € werden also 5 % berechnet, d.h. 0,05·882 = 44,10. Die Müller-AG erwirbt also die
Maschine zu einem Preis von 900 – 18 - 44,1 = 837,90 €. Problematisch am Abzug des Bonus ist
jedoch die Formulierung in § 255 I, 1 letzter Halbsatz. Hiernach dürfen nur einzeln zurechenbare
Kosten (= Einzelkosten) als Anschaffungskosten gelten.

Da ein Bonus im Gegensatz zum Rabatt aber gerade nicht dem Vermögensgegenstand einzeln


zuordenbar ist, sondern lediglich dem Käufer generell für mehrere Vermögensgegenstände gewährt
wird, handelt es sich bei einem Bonus gerade nicht um Einzelkosten, sondern im Rahmen der
Zuordnung zum einzelnen Vermögensgegenstand gerade nur um Gemeinkosten.

EXPERTENTIPP

Daher dürfen nach unserer Ansicht Boni nicht vom Nettoanschaffungspreis abgezogen werden,


die einzig zulässigen Anschaffungspreisminderungen sind deswegen

 Rabatte
 Skonti.
 1MC-Aufgabe Nr. 3

MC-Aufgabe Nr. 3

Aufgabe 1 von 1

Was zählt NICHT zu den zulässigen Anschaffungspreisminderungen?

Skonti

Rabatte

Agio

Lösen

Anschaffungsnebenkosten nach § 255 I 1 HGB


Vorlesen

Zu den Anschaffungsnebenkosten gehören nach § 255 I 1 HGB jene Aufwendungen, die geleistet


werden, um einen Vermögensgegenstand in seinen betriebsbereiten Zustand zu versetzen.
Hierzu zählen

 Fundamentierungskosten,
 Versicherungen,
 Frachtgebühren usw.

Die Anschaffungsnebenkosten machen oftmals einen nicht unerheblichen Teil


der Anschaffungskosten insgesamt aus. Auch sie sind grundsätzlich netto zu buchen (soweit die
bilanzierende Unternehmung zum Vorsteuerabzug berechtigt ist).
 1Lückentext Nr. 6
 2MC-Aufgabe Nr. 4

Lückentext Nr. 6

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Zu den   gehören nach § 25 5 I 1 HGB jene Aufwendungen, die geleistet

werden, um einen Vermögensgegenstand in seinen   Zustand zu


versetzen.

Lösen

Nachträgliche Anschaffungskosten nach § 255 I


2 HGB
Vorlesen

Bei den nachträglichen Anschaffungskosten nach § 255 I 2 HGB handelt es sich um Kosten,


die nach dem Kauf entstehen (im Gegensatz zu den Anschaffungsnebenkosten die mit dem
Kaufakt verbunden sind). Wichtig ist aber, dass die nachträglichen Anschaffungskosten in
einem wirtschaftlichen Zusammenhang zu dem Akt der Anschaffung stehen.

BEISPIEL

Die X-GmbH kauft einen Computer im Wert von 2.000 €, sechs Monate nach Anschaffung wird
zusätzlich eine Grafikkarte angeschafft und in den Computer eingebaut. Der Kaufpreis für die
Grafikkarte beträgt 500 €. Muss diese einzeln aktiviert werden, oder erhöht sie als nachträgliche
Anschaffungskosten die gesamten Anschaffungskosten des Computers?

Da die Anschaffung in einem wirtschaftlichen Zusammenhang zum Kauf steht und sie die


Gebrauchsfähigkeit des Computers, d.h. dessen Substanz, drastisch erhöht, ist die Grafikkarte im
Rahmen nachträglicher Anschaffungskosten zu buchen.
Nachträgliche Anschaffungskosten (und auch nachträgliche Herstellungskosten !) sind dem
letzten Buchwert hinzuzurechnen, wenn es sich um bewegliche Wirtschaftsgüter handelt. Man erhält
also einen neuen Restwert, welcher dann über die noch verbleibende Restnutzungsdauer zu
verteilen ist (R 7.4 IX 1 EStR).

MERKE

Im Jahr der Entstehung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind diese


aus Vereinfachungsgründen so zu berücksichtigen, als wären sie zu Beginn des
Jahres aufgewendet worden (R 7.4 IX 3 EStR).

BEISPIEL

Beispiel 80:
Am 2.1.2004 wird eine Maschine angeschafft für Anschaffungskosten in Höhe von 5.000 €. Die
Abschreibung erfolgt über zehn Jahre. Am 5.4.2005 wird ein Zusatzteil für 900 € angeschafft, wobei
die Kosten hierfür als nachträgliche Anschaffungskosten anzusehen sind.

Anfänglich berechnen sich die Abschreibungsbeträge als 5.000/10 = 500 €. Der


vorläufige Restbuchwert am 31.12.04 liegt damit bei 4.500 €. Die nachträglichen
Anschaffungskosten von 900 € sind nun diesem Restbuchwert zuzurechnen, die Abschreibungsbasis
für die verbleibenden neun Jahre lautet damit 4500 + 900 = 5.400 €. Man erhält also in den letzten
neun Jahren eine Abschreibung von 5.400/9 = 600 €.

Zusammenfassung Anschaffungskosten
Play Video

 1Lückentext Nr. 7
 2MC-Aufgabe Nr. 5

Lückentext Nr. 7

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.


Bei den   Anschaffungskosten nach § 255 I, 2 HGB handelt es sich um
Kosten, die nach dem Kauf entstehen (im Gegensatz zu den Anschaffungsnebenkosten
die mit dem Kaufakt verbunden sind).

Lösen

 Herstellungskosten
Herstellungskosten nach § 255 II HGB -
Bestandteile und Berechnung
Vorlesen

Im vorigen Abschnitt hatten wir über den Wert von Vermögensgegenständen gesprochen, die
angeschafft wurden (Anschaffungskosten). Im jetzigen Abschnitt reden wir hingegen über
Vermögensgegenstände, die selbst erstellt sind (Herstellungskosten).

Unterschied zwischen Herstellungskosten und


Herstellkosten
Verwechsle niemals die Begriffe Herstellungskosten und Herstellkosten. Der erste Begriff
entstammt dem externen Rechnungswesen (= Jahresabschluss), letzterer, also der Begriff der
Herstellkosten, ist vielmehr Teil des internen Rechnungswesens (= Kostenrechnung).

Zu den Herstellungskosten gehören nach § 255 II HGB bestimmte

 Pflichtbestandteile (nämlich die Einzelkosten eines Vermögensgegenstandes) und


 Wahlbestandteile (nämlich bestimmte Gemeinkosten).

Handelsrechtliche Pflichtbestandteile der


Herstellungskosten
Zu den handelsrechtlichen Pflichtbestandteilen gehören die Materialeinzelkosten,
die Fertigungseinzelkosten und die Sondereinzelkosten der Fertigung (§ 255 II, 2 HGB). Bei den
Sondereinzelkosten der Fertigung handelt es sich um auftragsabhängige Größen nicht
stückabhängige Größen. Ein wichtiges Beispiel für Sondereinzelkosten der Fertigung sind
Spezialwerkzeuge. Weiterhin existieren weitere Pflichtbestandteile, nämlich die

 Materialgemeinkosten
 Fertigungsgemeinkosten
 Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst

Handelsrechtliche Wahlbestandteile der Herstellungskosten


Schließlich existieren Wahlbestandteile, die einbezogen werden können, aber nicht müssen:

 Kosten der allgemeinen Verwaltung


 Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs Aufwendungen für freiwillige soziale
Leistungen
 Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung
 Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum der Herstellung entfallend.

All jene Positionen dürfen einbezogen werden in die Herstellungskosten, müssen es aber nicht.


Insofern handelt es sich hier um Bewertungswahlrechte (keine Ansatzwahlrechte!). Interessant ist
die Formulierung in § 255 II 3 HGB. Hier spricht das Gesetz davon, dass Kosten der allgemeinen
Verwaltung etc. nicht eingerechnet zu werden brauchen.

Verständlich wird diese Formulierung also erst im Umkehrschluss: Sie brauchen zwar nicht
eingerechnet zu werden, dürfen es aber. Insofern besteht ein Bewertungswahlrecht auf jene
Positionen. Insbesondere nicht unmittelbar verständlich ist die Formulierung über die
Fremdkapitalzinsen in § 255 III HGB. So spricht Satz 1 davon, dass Zinsen für Fremdkapital nicht zu
den Herstellungskosten gehören.

Im selben Atemzug, nämlich in Satz 2, wird diese Aussage aber relativiert, wenn nicht sogar
zurückgenommen, da Zinsen für Fremdkapital, das zu Finanzierung der Herstellung eines
Vermögensgegenstandes verwendet wird, angesetzt werden dürfen, wenn sie auf den Zeitraum der
Herstellung entfallen. Ein explizites Verbot des Einbezugs in die Herstellungskosten enthält § 255 II 6
HGB, nach dem Vertriebskosten nicht einbezogen dürfen.

Berechnung der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen


Obergrenze der Herstellungskosten
Durch den § 6 I Nr. 1b EStG sind die handels- und steuerrechtlichen Wertuntergrenzen als auch
Wertobergrenzen für die Herstellungskosten identisch. Die einzelnen Bestandteile, sowohl Pflicht-
als auch Wahlbestandteile, enthält nochmals folgende Übersicht:

Materialeinzelkosten

+ Fertigungseinzelkosten

+ Sondereinzelkosten der Fertigung

+ unechte Gemeinkosten

+ Materialgemeinkosten

+ Fertigungsgemeinkosten

+ Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst

= Handels- und steuerrechtliche Untergrenze der Herstellungskosten

+ Kosten der allgemeinen Verwaltung

+ Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs

+ Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen

+ Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge

+ Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum der Herstellung entfallend

und soweit das Fremdkapital zur Finanzierung der Herstellung des

Vermögensgegenstandes verwendet wird

= Handelsrechtliche und steuerrechtliche Obergrenze der Herstellungskosten


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Ansatzverbot
Ein Ansatzverbot besteht für die Vertriebskosten. Die Höhe der Herstellungskosten beträgt also
mindestens die Untergrenze und höchstens die Obergrenze.

 1LückentextNr. 2
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 2

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei den Herstellungskosten besteht ein   für die Vertriebskosten.

Lösen

Herstellungsaufwand und Erhaltungsaufwand -


Abgrenzung
Vorlesen

Erhaltungsaufwand (R 21.1 I EStR) findet Verwendung, um die Substanz oder die Verwendungs-
oder Nutzungsmöglichkeit eines Wirtschaftsguts zu erhalten oder wiederherzustellen. Es kommt zu
keiner Veränderung der Wesensart. Erhaltungsaufwand ist zu finden bei Aufwendungen für

 Instandhaltung und
 Instandsetzung.

Beispiele für Instandhaltung sind Schönheitsreparaturen wie Außenanstrich und eine


Dachreparatur. Beispiele für Instandsetzungen hingegen sind die Erneuerung einer defekten bzw.
einer wirtschaftlich verbrauchten Heizungsanlage oder aber auch die Beseitigung von
Hausschwamm. Erhaltungsaufwendungen müssen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten sofort
angesetzt werden; es findet also keine Aktivierung statt.

Bezüglich des Herstellungsaufwands (R 21.1 II EStR) hingegen findet eine Aktivierung und


eine Abschreibung über die Laufzeit statt.

Man unterscheidet also, kurz gesagt,

 Herstellungsaufwand
o muss aktiviert werden
o und auf die Laufzeit verteilt (= abgeschrieben) werden, und
 Erhaltungsaufwand
o muss sofort als Aufwand angesetzt werden
o und darf also gerade nicht (!) aktiviert werden.

Unter Herstellungsaufwand versteht man

 die Herstellung eines neuen Wirtschaftsguts


o Neuschaffung
 seine Erweiterung
o Vermehrung der Substanz
 eine erhebliche Wesensänderung
o sog. Umschaffung
 wesentliche Verbesserung über den ursprünglichen Zustand hinaus.

Die Neuschaffung eines nicht mehr nutzbaren oder untergegangenen Wirtschaftsguts führt zu


Herstellungsaufwand.

BEISPIEL

Ein im Krieg zerstörtes Gebäude wird wiederhergestellt.

Dies führt in der Regel zu einem neuen Wirtschaftsgut und also zu Herstellungsaufwand.

Eine Erweiterung ist ein Anbau. Bei einem Gebäude liegt dies vor, wenn durch die Baumaßnahme
z.B. eine Aufstockung erfolgt bzw. Eine nur geringfügige Vergrößerung der insgesamt nutzbaren
Fläche.

BEISPIEL

Eine Dachgaube wird gebaut, die nutzbare Fläche wird hierdurch um 2 qm vergrößert. Ein Balkon
oder eine Terrasse wird angebaut.
Die genannten Aufwendungen sind somit Herstellungsaufwendungen und müssen aktiviert
werden. Sie führen also erst in der Zukunft zu Aufwand und nicht sofort.

Anschaffungsnahe Aufwendungen sind schließlich ein Thema (§ 6 I Nr. 1a EStG). Konkret: wenn
Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen in den ersten drei Jahren
nach der Anschaffung 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen, werden sie zu den
Herstellungsaufwendungen gerechnet.

Außerdem ist wichtig zu erwähnen, dass wenn es zu einem räumlichen bzw. einem zeitlichen oder
einem sachlichen Zusammentreffen von Herstellungs- und Erhaltungsaufwendungen kommt, eine
Aufteilung der Aufwendungen nach neuerer Auffassung der Finanzverwaltung vorzunehmen ist.

 1LückentextNr. 3
 2LückentextNr. 4
 3MC-Aufgabe Nr. 3

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die Neuschaffung eines nicht mehr   oder untergegangenen


Wirtschaftsguts führt zu Herstellungsaufwand.

Lösen

 Teilwert
Teilwert und Teilwertvermutungen
Vorlesen

Unter dem Begriff des Teilwerts versteht man jenen Betrag, den ein gedachter Erwerber im
Rahmen des Gesamtkaufpreises für den ganzen Betrieb für das jeweilige Wirtschaftsgut ansetzen
würde, wobei von einer Betriebsfortführung (= going-concern) auszugehen ist (§ 6 I Nr. 1, S. 3 EStG).
Der Teilwert ist damit nicht gleich dem Liquidationswert und auch nicht gleich dem gemeinen Wert.
Es existieren unterschiedliche Möglichkeiten, diesen Teilwert zu schätzen (= Teilwertvermutungen).

Die Teilwertvermutungen schätzen den Teilwert wie folgt

 nach Maßgabe der Zeit


o Zeitpunkt der Anschaffung oder Fertigstellung
 Teilwert = tatsächliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten (H 6.7
Teilwertvermutungen, Nr. 1 EStH)
o an späteren Bilanzstichtagen
 Teilwert bei Wirtschaftsgütern des nichtabnutzbaren Anlagevermögens =
tatsächliche Anschaffungskosten (H 6.7 Teilwertvermutungen, Nr. 2 EStH)
 nach Maßgabe der Art des Vermögens
o beim abnutzbaren Anlagevermögen
 Teilwert = um lineare AfA verminderte Anschaffungs- oder
Herstellungskosten (H 6.7 Teilwertvermutungen, Nr. 3 EStH)
o beim Umlaufvermögen
 Teilwert = Wiederbeschaffungskosten zzgl. Erwerbsnebenkosten (H 6.7
Teilwertvermutungen, Nr. 4 EStH).

 1LückentextNr. 1
 2LückentextNr. 2
 3MC-Aufgabe Nr. 1

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Unter dem Begriff des   versteht man jenen Betrag, den ein gedachter
Erwerber im Rahmen des Gesamtkaufpreises für den ganzen Betrieb für das jeweilige
Wirtschaftsgut ansetzen würde, wobei von einer Betriebsfortführung (= going-concern)
auszugehen ist.

Lösen
Widerlegung der Teilwertvermutung
Vorlesen

Die Teilwertvermutung wird widerlegt, indem Tatsachen vorgetragen und nachgewiesen werden,


nachdem der ausgewiesenen Wert des Wirtschaftsguts unter Berücksichtigung seiner Funktion im
Betrieb als zu hoch erscheint.

Die Teilwertvermutungen sind durch folgende Tatbestände widerlegbar (R 6.7, S. 3 EStR):

 Fehlmaßnahme (R 6.7 EStR),


 veränderte Wiederbeschaffungs- oder Reproduktionskosten (R 6.7, S. 5 EStR),

Fehlmaßnahmen
Unter Fehlmaßnahmen versteht man betrieblich veranlasste Maßnahmen, deren Nutzen hinter dem
zu ihrer Durchführung erforderlichen Aufwand zurückbleibt (BFH 1989 II, 269). Hierunter fallen
allerdings nach Ansicht des BFH nur objektive Fehleinschätzungen . Nur diese dürfen Annahme
einer Fehlmaßnahme und also Grund für eine Teilwertabschreibung sein.

BEISPIEL

Die Steuerpflichtige Klara aus Elmshorn erwirbt ein baureifes Grundstück. Zeitlich nach dem Erwerb
schränkt die Baubehörde die bereits erteilte Baugenehmigung ein.

Folgende Gründe sprechen z.B. nicht für eine objektive Fehleinschätzung und können also kein
Grund für Teilwertabschreibungen sein:

 Übergroße und aufwändige Bauweise,


 Erwerb unter Druck des Veräußerers.

Gesunkene Wiederbeschaffungs- bzw. Reproduktionskosten


In dem Falle, dass die Wiederbeschaffungskosten bzw. die Reproduktionskosten gesunken sind, so
wird der Teilwert vom Beschaffungsmarkt abgeleitet. Unter Wiederbeschaffungskosten versteht
man denjenigen Betrag, den ein Erwerber aufwenden müsste, wenn er das Wirtschaftsgut in
gleicher Güte und Beschaffenheit zum maßgebenden Zeitpunkt erwerben
würde. Reproduktionskosten hingegen sind aktivierungspflichtige Herstellungskosten zzgl. der bis
zum Bilanzstichtag angefallenen Verwaltungs- und Vertriebskosten. Der Teilwert entspricht damit
also den Selbstkosten.

 1Lückentext Nr. 3
 2Lückentext Nr. 4
 3MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

In dem Falle, dass die Wiederbeschaffungskosten bzw. die Reproduktionskosten

gesunken sind, so wird der   vom Beschaffungsmarkt abgeleitet.

Lösen

Teilwertermittlung des Vorratsvermögens:


Verfahrensüberblick
Vorlesen

Der Teilwert lässt sich beim Vorratsvermögen

 vom Beschaffungsmarkt und


 vom Absatzmarkt

herleiten.

Es ist auch möglich, den Teilwert vom Absatzmarkt her zu bestimmen. Dieser dürfte i.A. in der
Aufgabenstellung gegeben sein.

Für die Ableitung vom Beschaffungsmarkt existieren

 die Subtraktionsmethode und


 die Formelmethode.

 1LückentextNr. 5
 2LückentextNr. 6
 3MC-Aufgabe Nr. 3
 4MC-Aufgabe Nr. 4

Lückentext Nr. 5

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Für die Ableitung vom Beschaffungsmarkt existieren die  und die


Formelmethode.

Lösen

Bewertung des Vorratsvermögens nach der


Subtraktionsmethode
Vorlesen

Die Subtraktionsmethode stellt die handelsrechtliche Bewertung für Vorratsvermögen dar. Als


niedrigerer Teilwert ist jener Betrag anzusetzen,

 der von dem voraussichtlich erzielbaren Veräußerungserlös (A)


 und nach Abzug des durchschnittlichen Unternehmergewinns (B) und
 des nach dem Bilanzstichtag noch anfallenden betrieblichen Aufwands (C)

verbleibt (R 6.8 II 3 EStR).

Der Teilwert berechnet sich als TW = A - B - C.

Vereinfachend kann der Teilwert als Differenz aus erzielbarem Verkaufserlös und dem nach dem


Bilanzstichtag noch anfallenden Teil des durchschnittlichen Rohgewinnaufschlags errechnet
werden.
MERKE

Man unterscheide also den durchschnittlichen Unternehmergewinn auf den ursprünglichen


Verkaufspreis und den durchschnittlichen Unternehmergewinn auf den noch erzielbaren
Verkaufspreis.

BEISPIEL

Der Steuerpflichtige Christian E aus R hat einen Warenbestand einer zu bewertenden Gruppe mit
Anschaffungskosten von 30.000 €. Der Rohgewinnaufschlagsatz für eben diese Warengruppe liegt
bei 70 %. Erzielbar ist noch ein Verkaufserlös von 80 % des ursprünglichen Verkaufserlöses von
80.000 €.

Bezogen auf den noch erzielbaren Verkaufspreis liegt der durchschnittliche Unternehmergewinn bei
20 %. Nach dem Bilanzstichtag fallen, nachgewiesen durch die Betriebsabrechnung, noch 60 % der
betrieblichen Kosten an. Diese berechnen sich als Differenz aus ursprünglich geplantem
Verkaufspreis abzüglich der Anschaffungskosten und abzüglich des durchschnittlichen
Unternehmergewinns, bezogen auf den ursprünglichen Verkaufspreis.

Der voraussichtliche Veräußerungserlös liegt bei 80 % von 80.000 €, also bei 64.000 €. Der


durchschnittliche Unternehmergewinn beträgt 20 % des noch erzielbaren Verkaufserlöses, also
0,2∙64.000 = 12.800 €. Die Kosten berechnen sich ausgehend vom ursprünglich geplanten
Verkaufserlös von 80.000 €, abzüglich der Anschaffungskosten von 30.000 € und abzüglich des
durchschnittlichen Unternehmergewinns, bezogen auf den ursprünglichen Verkaufspreis - 20 % von
80.000, also 16.000 €, also als 80.000 - 30.000 - 16.000 = 34.000. Nach dem Bilanzstichtag fallen nur
noch 60% der Kosten an, also 34.000∙0,6 = 20.400 €.

Man erhält damit insgesamt als Teilwert nach der Subtraktionsmethode TW = A - B - C = 64.000 -


12.800 - 20.400 = 30.800 €.

 1Lückentext Nr. 7

Lückentext Nr. 7

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.


Vereinfachend kann der Teilwert bei der Substraktionsmethode als Differenz aus
erzielbarem Verkaufserlös und dem nach dem Bilanzstichtag noch anfallenden Teil des

durchschnittlichen  errechnet werden.

Lösen

Bewertung des Vorratsvermögens nach der


Formelmethode
Vorlesen

Wenn der nach dem Stichtag anfallende betriebliche Aufwand nicht direkt den Waren zugeordnet
werden kann, so darf die Teilwertberechnung nach der sog. Formelmethode vorgenommen
werden (R 6.8 II 5, 6 EStR). Hiernach wird der Teilwert wie folgt kalkuliert:

MERKE

Teilwert = Z/(1 + Y1 + Y2∙W) Teilwert nach Formelmethode.

Hierbei bedeuten

Z der erzielbare Verkaufspreis

Y1 der Durchschnittsunternehmergewinnprozentsatz, bezogen auf die Anschaffungskosten

Y2 der Rohgewinnaufschlagsrest, also die Differenz aus Roh gewinnaufschlag und


Gewinnaufschlag

W Prozentsatz an Kosten, der noch nach Abzug des durch schnittli chen
Unternehmergewinnprozentsatzes vom Rohgewinnaufschlagssatz anfällt.

EXPERTENTIPP

Formel-Methode:
Einige Dinge sind bei den Einzelposition zu beachten:

Zu Z : Der erzielbare Verkaufspreis ist der noch zu erzielende Verkaufspreis, nicht etwa der
ursprünglich angesetzte Verkaufspreis.
Zu Y1 : Weiterhin bezieht sich die Größe Y1, also der Durchschnittsunternehmergewinnprozentsatz,
auf die Anschaffungskosten und nicht etwa auf den ursprünglichen Verkaufspreis. Wenn dies in der
Aufgabenstellung angegeben ist, muss zunächst der Durchschnittsunternehmergewinnprozentsatz
auf die Anschaffungskosten umgerechnet werden.

Zu Y2 : Weiterhin ist der Unterschied zwischen dem Rohgewinnaufschlags rest und dem


Gewinnaufschlag zu beachten. Man muss also zunächst den Gewinnaufschlag Y1 abziehen vom
Rohgewinnaufschlag, um Y2 zu erhalten.

BEISPIEL

Der Steuerpflichtige Christian E aus Recklinghausen hat einen Warenbestand, für den er 50.000 € bei
der Anschaffung aufwenden musste. Er verfügt über kein Warenwirtschaftssystem. Bezogen auf die
Anschaffungskosten rechnet er mit einem Rohgewinnaufschlagsatz von 180 %. Er ist sicher, noch 80
% des ursprünglichen Verkaufspreises von 60.000 € erzielen zu können. Der durchschnittliche
Unternehmergewinn von Christian E beträgt 20 % des ursprünglichen Verkaufspreises. Nach dem
Bilanzstichtag noch anfallende Kosten, genauer gesagt der dann noch anfallende Kostenanteil des
ursprünglichen Rohgewinnaufschlagsatzes ohne den hierin enthaltenen Gewinnanteil werden mit
60 % geschätzt.

Berechne den Teilwert des Warenbestandes.

Der noch erzielbare Verkaufspreis beträgt 80 % von 60.000 €, also 48.000 €.


Der Durchschnittsunternehmergewinnprozentsatz muss auf die Anschaffungskosten bezogen
werden. In der Aufgabenstellung beträgt dieser 20 % des ursprünglichen Verkaufspreises, also
0,2∙60.000 = 12.000 €. Diese 12.000 €, bezogen auf die Anschaffungskosten von 50.000 €, machen
also 12.000/50.000 = 24 % hiervon aus.

Das maßgebliche Y1 ist damit 0,24 und nicht etwa 0,2. Schließlich muss der Rohgewinnaufschlagrest
berechnet werden als Differenz aus Rohgewinnaufschlag und Gewinnaufschlag, also als Y2 = 180 % -
24 % = 156 %. Danach ist der Prozentsatz an Kosten W = 60 %.

Also rechnet man

Teilwer = Z/(1 + Y1 + Y2∙W)


t

= 48.000/(1 + 0,24 + 1,56∙0,6)

= 48.000/2,176
= 22.058,82 €.

 1MC-Aufgabe Nr. 5

MC-Aufgabe Nr. 5

Aufgabe 1 von 1

Wozu dient die Formelmethode?

Berechnung der durchschnittlichen Anschaffungsnebenkosten

Teilwertermittlung des Vorratsvermögens

Gewinnprognose auf Grundlage der Vorjahre

Lösen

 Bewertungsvereinfachungsverfahren
Bewertungsvereinfachungsverfahren nach § 240
HGB
Vorlesen

Grundsätzlich ist einzeln zu bewerten. Hiervon gibt es jedoch Ausnahmen. Es gibt nämlich bei der
Bewertung von Vermögensgegenständen einige Möglichkeiten der Vereinfachungen, die im § 240
HGB erwähnt werden:

 Festwert
 Gruppenbewertung
 Verbrauchs- bzw. Veräußerungsfolgen.

 1MC-Aufgabe Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 2

MC-Aufgabe Nr. 1

Aufgabe 1 von 2

Was ist eine Form der Bewertungsvereinfachung?

Pauschalwertberichtigung

Gruppenbewertung

Einzelbewertung

Lösen

Festwertverfahren nach § 240 III HGB


Vorlesen

Das Festwertverfahren nach § 240 III HGB eröffnet die Möglichkeit, einen festen Wert anzusetzen,
wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

 Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens


 sowie für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
 bei regelmäßiger Ersetzung der Gegenstände
 und nur bei geringen Veränderungen des Bestandes in seiner Größe, seinem Wert und
seiner Zusammensetzung
 und bei nur nachrangiger Bedeutung des Gesamtwerts für das Unternehmen
 und körperlicher Bestandsaufnahme alle drei Jahre verbunden mit einer Bewertung.
BEISPIEL

Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens, die mittels des Festwertverfahrens in


ihrem Wert bemessen werden, sind bspw.

 Gabeln im Hotelbetrieb,
 Teller und Gläser in einem Gaststättenbetrieb,
 Schmierstoffe für eine Produktionsanlage in einem Industriebetrieb.

Erleichterung der Inventur


Das Festwertverfahren erleichtert die Inventur und die Bewertung erheblich, da hierdurch neue
Zugänge der genannten Vermögensgegenstände als Aufwand unmittelbar verbucht werden, Fragen
der Aktivierung sind damit dann nicht mehr zu beantworten.

Wichtig ist, dass erst nach einer bestimmten Zeit, d.h. erst nach einer bestimmten Verweildauer der
Gegenstände das Festwertverfahren angewendet werden darf. Es kann also nicht schon bei
Anschaffung bzw. beim Herstellen der Güter und auch nicht schon bei Gründung des Unternehmens
zu einer Festbewertung kommen, sondern erst, wenn sich die Gegenstände der fraglichen
Vermögenssituation altersmäßig gemischt haben.

Bewertung nach Maßgabe des Niederstwertprinzips


Wichtig ist darüber hinaus, dass der Festwert geändert werden muss, wenn bei der körperlichen
Bestandsaufnahme (die alle drei Jahre notwendig ist) ein um mehr als 10 % gegenüber
dem bisherigen Festwert erhöhter Wert festgestellt wird (R 5.7 IV EStR). Im gegenteiligen Fall, also
der Verminderung des Festwertes, festgestellt durch eine Inventur, muss die Wertminderung im
vollen Umfang berücksichtigt werden nach Maßgabe des Niederstwertprinzips.

 1Lückentext Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 3

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 2
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Das Festwertverfahren erleichtert die Inventur und die Bewertung erheblich, da


hierdurch neue Zugänge der genannten Vermögensgegenstände unmittelbar

als  verbucht werden, Fragen der Aktivierung sind damit dann nicht mehr
zu beantworten.

Lösen

Bewertungsvereinfachungsverfahren -
Voraussetzungen der Gruppenbewertung
Vorlesen

Ein zweites Bewertungsvereinfachungsverfahren wird durch die Gruppenbewertung gegeben,


hiernach dürfen

 gleichartige Vermögensgegenstände
 des Vorratsvermögens
 mit dem gewogenen Durchschnittswert aktiviert werden

nach § 240 IV HGB i.V.m. § 256 HGB. Wegen der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die
Steuerbilanz wird der handelsrechtliche Ansatz auch im Steuerrecht übernommen.

MERKE

 Die Gruppenbewertungsmethode durchbricht den Grundsatz der Einzelbewertung.


 Die Bewertung wird zwar vereinfacht, die Inventur  hingegen jedoch nicht.

Die Bedingung „annähernd gleichartig“ erfordert, dass


die Vermögensgegenstände ungefähr gleichwertig sind, wobei es noch als vertretbar gilt, dass
zwischen dem niedrigsten und dem höchstem Wert der anzusetzenden Vermögensgegenstände
eine Spanne von 20 % liegt.

 1Lückentext Nr. 2

Lückentext Nr. 2
Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die Gruppenbewertungsmethode durchbricht den Grundsatz der  .

Lösen

Bewertungsvereinfachungsverfahren -
Durchschnittsbewertung
Vorlesen

Die Durchschnittsbewertung (im Rahmen des Durchschnittsverfahrens) ist nur bei vertretbaren


Wirtschaftsgütern des Vorratsvermögens anwendbar. Die physische Beschaffenheit des jeweiligen
Bestandes macht hier eine Einzelbewertung nahezu unmöglich. Unter vertretbaren
Wirtschaftsgütern versteht man Sachen, die nach Zahl, Maß oder Gewicht bestimmt werden.

BEISPIEL

Vertretbare Wirtschaftsgüter sind Baustoffe, Rohstoffe etc.

MERKE

Wenn in der Handelsbilanz die Durchschnittsbewertung gewählt wird, so muss dies auch in


der Steuerbilanz geschehen (§ 5 I 1 EStG).

Nachdem der Durchschnittswert ermittelt wurde, ist zusätzlich noch mit dem Börsen- oder


Marktpreis bzw. mit dem beizulegenden Wert zu vergleichen. Es ist bilanziell dann der niedrigere der
beiden Werte anzusetzen, wenn es sich um eine dauernde Wertminderung handelt.

Das Durchschnittsverfahren existiert als

 gleitendes Verfahren (= permanentes Verfahren) und als


 periodisches Verfahren.
Der Anfangsbestand sei am 1.1. eines Jahres 100 kg à 105 €. Es erfolgen Zugänge am 1. März von
200 kg à 91,50 €, am 1. September von 250 kg à 95,20 €, am 1. Oktober von 150 kg à 93,50 € und am
15. November von 80 kg zu einem Preis von 112,50 € pro kg. Die Abgänge finden statt am 1. Juli in
Höhe von 150 kg, am 1. August in Höhe von 50 kg, am 1. November in Höhe von 200 kg und am 1.
Dezember in Höhe von 100 kg.

Bewerte den Verbrauch sowie den jeweiligen Endbestand nach dem Durchschnittsverfahren sowie


den einzelnen steuerlich zulässigen Verbrauchsfolgeverfahren.

Zur Vorbereitung schreibt man die Zugänge und Abgänge sowie den Anfangsbestand zeitlich
geordnet auf:

Datum Art Menge Stückprei Wert


s

1.1. Anfangsbestan 100 kg 105 € 10500


d

1.3. Zugang 200 kg 91,5 € 18.300 €

1.7. Abgang 150 kg ? ?

1.8. Abgang 50 kg ? ?

1.9. Zugang 250 kg 95,2 € 23.800 €

1.10. Zugang 150 kg 93,5 € 14.025 €

1.11. Abgang 200 kg ? ?

15.11. Zugang 80 kg 112,5 € 9.000 €

1.12. Abgang 100 kg ? ?

 1Lückentext Nr. 3
 2MC-Aufgabe Nr. 4

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Unter   Wirtschaftsgütern versteht man Sachen, die nach Zahl, Maß oder
Gewicht bestimmt werden.

Lösen

Bewertungsvereinfachungsverfahren -
Gleitendes Durchschnittsverfahren
Vorlesen

Das gleitende Durchschnittsverfahren funktioniert so, dass man nach einem


jeweiligen Zugang den bis dahin aufgelaufenen Bestand (wertmäßig) durch die insgesamt
vorhandene Menge dividiert.

Der nächste Abgang wird mit genau diesem Verbrauchspreis multipliziert und ergibt den


monetären durchschnittlichen Wert des jeweiligen Abgangs. Die Idee zeigt folgendes Schema.

Man rechnet also z.B.

V = (100*105 + 200*91,5)/(100 + 200) = 96 € für den ersten Verbrauch vom 1.7. oder

V = (10.500 + 18.300 - (150 + 50)*96 + 23.800 + 14.025)/500 = 94,85 für jenen vom 1.11.

Datum Art Menge Preis pro kg Wert

1.1. Anfangsbestan 100 kg 105 € 10.500 €


d

1.3. Zugang 200 kg 91,5 € 18.300 €


1.7. Abgang 150 kg 96 € 14.400 €

1.8. Abgang 50 kg 96 € 4.800 €

1.9. Zugang 250 kg 95,2 € 23.800 €

1.10. Zugang 150 kg 93,5 € 14.025 €

1.11. Abgang 200 kg 94,85 € 18.970 €

15.11. Zugang 80 kg 112,5 € 9.000 €

1.12. Abgang 100 kg 98,57 € 9.856,58

Endbestand 280 kg 98,57 € 27.598,42 €

 1Lückentext Nr. 4
 2MC-Aufgabe Nr. 5

Lückentext Nr. 4

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Das   Durchschnittsverfahren funktioniert so, dass man nach einem


jeweiligen Zugang den bis dahin aufgelaufenen Bestand (wertmäßig) durch die
insgesamt vorhandene Menge dividiert.

Lösen
Bewertungsvereinfachungsverfahren -
Periodisches Durchschnittsverfahren
Vorlesen

Das periodische Durchschnittsverfahren funktioniert etwas anders als das gleitende


Durchschnittsverfahren. Hier wird der Verbrauch für alle Abgänge gleich errechnet, indem man die
jeweiligen Zugänge (monetäre Werte) zzgl. dem Anfangsbestand addiert und diese wertmäßigen
Bestände durch die insgesamt verbrauchte Menge dividiert. Man erhält also im folgenden Beispiel
folgenden Verbrauch:

V periodisches Durchschn.v (10.500 + 18.300 + 23.800 + 14.025 + 9.000)/(150 + 50 + 200 + 100 + 280)

= 75.625 €/780 kg

= 96,96 €/kg

Dieser durchschnittliche Verbrauchspreis wird alsdann mit dem am Ende vorhandenen


mengenmäßigen Bestand bewertet und ergibt einen Endbestand von:

EB period. Durchschn. = 96,96∙280

= 27.147,44 €.

 1Lückentext Nr. 5

Lückentext Nr. 5

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Beim   Durchschnittsverfahren wird der Verbrauch für alle Abgänge gleich


errechnet, in dem man die jeweiligen Zugänge (monetäre Werte) zzgl. dem
Anfangsbestand addiert und diese wertmäßigen Bestände durch die insgesamt
verbrauchte Menge dividiert.

Lösen

Bewertungsvereinfachungsverfahren -
Verbrauchsfolge- und
Veräußerungsfolgeverfahren
Vorlesen

Eine dritte Art der Bewertungsvereinfachungsverfahren liegt vor mit Verbrauchsfolge-


und Veräußerungsfolgeverfahren. Hierzu gehören

 Lifo-Methode,
 Fifo-Methode,
 Hifo-Methode,
 Lofo-Methode.

Hierbei wird eine bestimmte Verbrauchsfolge bzw. Veräußerungsfolge gestellt.

Periodische und permanente Verfahren


Bei allen Methoden der Verbrauchs- bzw. Veräußerungsfolge dürfen zwei unterschiedliche
Varianten angesetzt werden, nämlich

 ein periodisches Verfahren


 ein permanentes Verfahren.

Bei den Periodenverfahren, so Perioden-Lifo, Perioden-Fifo und Perioden-Hifo, erfolgt erst am


Ende der Periode eine Ermittlung. Hingegen erfolgt bei den permanenten Verfahren (permanentes
Lifo, permanentes Fifo und permanentes Hifo) eine Wertermittlung nach jedem Verbrauch,
d.h. innerhalb der Periode . Die permanenten Verfahren sind mit deutlich höherem Aufwand
verbunden.

MERKE
Handelsrechtlich ist alles erlaubt, was konform ist mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung (GoB). Steuerrechtlich hingegen dürfen nur angesetzt werden:

 das Durchschnittswertverfahren,
 das Lifo-Verfahren.

Wir besprechen die unterschiedlichen Methoden an dem Beispiel 88.

 1MC-Aufgabe Nr. 6

MC-Aufgabe Nr. 6

Aufgabe 1 von 1

Was gehört nicht zu den Verbrauchs- bzw. Veräußerungsfolgen?

 
Lofo

 
Lifi

 
Hifo

Lösen

LIFO-Verfahren - Last In - First Out


Vorlesen

Beim Lifo-Verfahren (Last In – First Out; LIFO, engl. „zuletzt hinein – zuerst hinaus“) wird unterstellt,
dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten Gegenstände
des Vorratsvermögens zuerst verbraucht oder verkauft werden.

Voraussetzung für die Anwendung des Lifo-Verfahrens ist, dass auch handelsbilanziell nach Lifo
bewertet wurde.

EXPERTENTIPP
Die Lifo-Methode muss nicht mit der tatsächlichen Verbrauchsfolge des Betriebs übereinstimmen.
Trotzdem darf sie nicht völlig unvereinbar mit dem betrieblichen Geschehensablauf sein (R 6.9
II 2 EStR). So wäre es z.B. unvereinbar mit dem Ablauf, wenn man verderbliches Obst mit Lifo
bewertete, wird doch hierbei das zuerst angeschaffte Obst auch zuerst weiter veräußert. Hier würde
sich daher eher Fifo anbieten. Mangels steuerlicher Anwendbarkeit käme damit eher das
Durchschnittsverfahren infrage.

Auch das Lifo-Verfahren existiert als

 periodisches Verfahren und als


 permanentes Verfahren.

 1LückentextNr. 6
 2LückentextNr. 7
 3MC-Aufgabe Nr. 7
 4MC-Aufgabe Nr. 8

Lückentext Nr. 6

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei   wird unterstellt, dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten


Gegenstände des Vorratsvermögens zuerst verbraucht oder verkauft werden.

Lösen

Perioden-LIFO - Last In - First Out


Vorlesen

Die LIFO-Methode (Last In - First Out) geht davon aus, dass diejenigen Vermögensgegenstände,


die zuletzt angeschafft wurden, das Unternehmen zuerst wieder verlassen.

Perioden-LIFO-Verfahren
Zur Wiederholung hier das Ausgangsbeispiel zu den Verbrauchsfolge- und
Durchschnittsverfahren:

BEISPIEL

Der Anfangsbestand sei am 1.1. eines Jahres 100 kg à 105 €. Es erfolgen Zugänge am 1. März von
200 kg à 91,50 €, am 1. September von 250 kg à 95,20 €, am 1. Oktober von 150 kg à 93,50 € und am
15. November von 80 kg zu einem Preis von 112,50 € pro kg. Die Abgänge finden statt am 1. Juli in
Höhe von 150 kg, am 1. August in Höhe von 50 kg, am 1. November in Höhe von 200 kg und am 1.
Dezember in Höhe von 100 kg.

Bewerte den Verbrauch sowie den jeweiligen Endbestand nach dem Durchschnittsverfahren sowie


den einzelnen steuerlich zulässigen Verbrauchsfolgeverfahren.

Zur Vorbereitung schreibt man die Zugänge und Abgänge sowie den Anfangsbestand zeitlich


geordnet auf:

Datum Art Menge Stückprei Wert


s

1.1. Anfangsbestan 100 kg 105 € 10.500


d

1.3. Zugang 200 kg 91,5 € 18.300 €

1.7. Abgang 150 kg ? ?

1.8. Abgang 50 kg ? ?

1.9. Zugang 250 kg 95,2 € 23.800 €

1.10. Zugang 150 kg 93,5 € 14.025 €

1.11. Abgang 200 kg ? ?

15.11. Zugang 80 kg 112,5 € 9.000 €

1.12. Abgang 100 kg ? ?


In der Konsequenz bedeutet dies, dass danach nur jene Vermögensgegenstände noch auf Lager
liegen, die nicht zuletzt ins Lager rein gekommen sind. Das Perioden-Lifo-Verfahren funktioniert
so, dass die am Ende vorhandenen Bestände (hier also 280 kg) multipliziert werden mit
jenen Einstiegspreisen aus den noch vorhanden Schichten, d.h. bei Perioden-Lifo-Verfahren, also aus
den Schichten, die zuerst zugegangen sind.

Datum Menge Preis pro kg Wert

1.1. 100 kg 105 10.500 €

1.3. 180 kg 91,5 16.470 €

Bestan 280 kg 96,32 € 26.970 €


d

Man muss bei LIFO also immer genau andersherum denken: was zuerst verbraucht wird, ist nicht
mehr da, folglich benötigt man zur Bewertung des Endbestands nur jene Schichten, die gerade
noch auf Lager liegen. Dass heißt beim last-in-first-out-Verfahren, dass jene Gegenstände noch
auf Lager sind, die zuerst rein kamen. Genauso beim first-in-first-out-Verfahren dass jene
Gegenstände noch auf Lager liegen, die zuletzt rein kamen usw.

Für das Perioden-LIFO bedeutet dies, dass die 280 kg des Endbestands sich aus der ersten Schicht
zusammensetzten (denn diese ist am Ende noch da) und zusätzlich aus dem ersten Zugang vom 1.
März, denn auch jene Schicht ist am Ende noch vorhanden und liegt auf Lager. Bei der Bewertung
von last-in-first-out muss man also jene Gegenstände nehmen, die zuerst auf Lager geliefert
wurden.

 1Lückentext Nr. 8

Lückentext Nr. 8

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.


Die Lifo-Methode geht davon aus, dass diejenigen Vermögensgegenstände, die zuletzt

angeschafft wurden, das Unternehmen  wieder verlassen.

Lösen

Permanentes LIFO - Last In - First Out


Vorlesen

Die permanenten Verfahren sind deutlich aufwändiger zu rechnen als die periodischen


Verfahren.

So ist die Idee beim LIFO-Permanent-Verfahren, dass der erste Verbrauch von 150 kg sich aus der
bis dahin letzten Schicht (von 1.3.) speist.

Der nächste Verbrauch, nämlich jener vom 1. August, ist ebenso aus der bis dahin aufgelaufenen
letzten Schicht zu entnehmen, dass heißt ebenfalls jener vom 1. März.

Der Anfangsbestand vom 1.1. bleibt unangetastet, weil er am Anfang zuging und deswegen in


einem LIFO-Verfahren erst dann bzgl. des Verbrauchs zum Einsatz kommt, wenn zuletzt
zugegangene Güter schon verbraucht sind. Insofern speist sich der Restbestand nach dem
Verbrauch vom 1. August aus dieser ersten Schicht. Der nächste Verbrauch vom ersten November
in Höhe von 200 kg speist sich aus zwei unterschiedlichen Schichten.

Zunächst wird der letzte Zugang vom 1.10. angegriffen, danach, weil noch zusätzliche Mengen
benötigt werden, jene vom 1.9. allerdings nur in Höhe von 50 kg. Dies bedeutet, dass 200 kg der
Schicht vom 1.9. dann als Restbestand noch auf Lager liegen bleiben. Ebenso bleibt die erste
Schicht vom 1. Januar noch komplett auf Lager, denn die anfänglichen Bestände werden, wie oben
schon erwähnt, bei einem LIFO-Verfahren erst ganz am Ende benutzt.

Der nächste Verbrauch vom 1. Dezember in Höhe von 100 kg wird auch von zwei unterschiedlichen
Schichten getragen, nämlich vom bis dahin letzten Zugang von 80 kg vom 15. November und
zusätzlich von der vorletzten Schicht in Höhe von 20 kg. Der Restbestand ist deswegen der
komplette Anfangsbestand zuzüglich eines Großteils (nämlich 180 kg) des Zugangs vom 1.9. des
Jahres. Am Ende setzt sich der Endbestand (EB) von 280 kg also aus den beiden genannten
Schichten zusammen und lautet monetär auf

EBpermanentes LIFO = 17.136 + 10.500 = 27.636 €.


Dieser monetäre Bestand von 27.636 € wird bezogen auf das Mengengerüst von 280 kg und ergibt
also ein Durchschnittswert des Endbestandes von 98,70 €. Die Überlegungen fasst die folgende Tabelle
nochmals zusammen.

Datum Art Menge Preis pro Wert


kg

1.1. Anfangsbestand 100 kg 105 € 10.500 €

1.3. Zugang 200 kg 91,5 € 18.300 €

1.7. Abgang 150 kg 91,5 € 13.725 €

1.8. Abgang 50 kg 91,5 € 4.575 €

Bestand 100 kg 105 € 10.500 €

1.9. Zugang 250 kg 95,2 € 23.800 €

1.10. Zugang 150 kg 93,5 € 14.025 €

1.11. Abgang 150 kg 93,5 € 14.025 €

1.11. Abgang 50 kg 95,2 € 4.760 €

Bestand 200 kg 95,2 € 19.040 €

Bestand 100 kg 105 € 10.500 €

15.11. Zugang 80 kg 112,5 € 9.000 €

1.12. Abgang 80 kg 112,5 € 9.000 €


1.12. Abgang 20 kg 95,2 € 1.904 €

Endbestand 180 kg 95,2 € 17.136 €

100 kg 105 € 10.500 €

Endbestand insg. 27.636 €

 Abschreibungen und Absetzungen


Abschreibungsmethoden im Handels- und
Steuerrecht
Vorlesen

Das Handelsrecht kennt Abschreibungen als

 planmäßige und
 außerplanmäßige Abschreibungen
 steuerliche Abschreibungen.

Im Steuerrecht existieren, jedenfalls von der Wortwahl her, weitaus


mehr Abschreibungsmethoden

 planmäßige Abschreibungen
o Absetzungen für Abnutzung (§ 7 I, II EStG),
o Absetzungen für Substanzverringerung (§ 7 VI EStG),
 außerplanmäßige Abschreibungen
o Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (§ 7 I 6 EStG ),
o Teilwertabschreibung (§ 6 I Nr. 1, S. 2 und Nr. 2, S. 2 EStG),
o Sonderabschreibungen,
o erhöhte Absetzungen (§ 7i EStG).

Die Motivation der Abschreibung ist im Steuerrecht oftmals eine andere als im Handelsrecht.

Es ist zunächst wichtig zu wissen,

 was überhaupt abgeschrieben werden kann und was nicht


o abnutzbare Wirtschaftsgüter,
 wer abschreiben darf
o Absetzungsberechtigte und

wie man die Abschreibungsbeträge berechnet

 Daten für die Abschreibungsberechnung.

Abschreibungsmethoden im Einkommensteuergesetz:
Aufbau des § 7 EStG

EXPERTENTIPP

• § 7 I 1,2 EStG planmäßige Abschreibung grundsätzlich linear


• § 7 I 3 EStG planmäßige Abschreibung über 15 Jahre für den derivative Goodwill
• § 7 I 4 EStG Abschreibung muss monatsgenau sein
• § 7 II EStG degressive Abschreibungen für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens
• § 7 III EStG Wechsel von degressiv nach linearer Abschreibung möglich bei Anwendung des § 7 II
EStG
• § 7 IV EStG Gebäudeabschreibungen
• § 7 V EStG Gebäudeabschreibungen für selbst hergestellten oder bis zum Ende des Jahres der
Fertigstellung angeschafften Gebäuden.

Abschreibung von Grund und Boden


Nicht abnutzbar ist z.B. Grund und Boden.

EXPERTENTIPP

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Grund und Boden überhaupt nicht abgeschrieben werden darf.


Es existieren lediglich keine planmäßigen Abschreibungen auf Grund und Boden, sehr wohl
aber außerplanmäßige!

Abschreibung von Wirtschaftsgütern des Umlaufvermögens


Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens unterliegen nicht der Absetzung für Abnutzung, können
aber sehr wohl abgeschrieben werden im Rahmen außerplanmäßiger Abschreibungen.
 1MC-Aufgabe Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 2
 3MC-Aufgabe Nr. 3

MC-Aufgabe Nr. 1

Aufgabe 1 von 3

Das Handelsrecht kennt planmäßige, außerplanmäßige Abschreibungen und


steuerliche Abschreibungen.

Nein, Abschreibungen sind nur steuerlich zulässig, während im handelsrechtlich stets


Anschaffungskosten anzusetzen sind.

Nein, außerplanmäßige Abschreibungen sind unzulässig.

Ja, das stimmt.

Lösen

Absetzung und Absetzungsberechtigung


Vorlesen

Absetzungsberechtigt ist derjenige, welcher die Abnutzung des Wirtschaftsgutes wirtschaftlich


tragen muss. Dies wird in der Regel der zivilrechtliche Eigentümer sein.

EXPERTENTIPP

Allerdings geht das wirtschaftliche Eigentum dem zivilrechtlichen Eigentum vor. Es hat daher im


Konfliktfall eher der wirtschaftliche als der rechtliches Eigentümer das Recht und die Pflicht, die AfA
vorzunehmen.

BEISPIEL
Lieferant L aus Buxtehude liefert eine Maschine an den Abnehmer A, allerdings unter
Eigentumsvorbehalt.

Der L ist solange zivilrechtlicher Eigentümer, wie der A noch nicht bezahlt hat. Allerdings ist A
schon ab dem Erhalt der Maschine bereits wirtschaftlicher Eigentümer. Deshalb ist der A
berechtigt und verpflichtet, die AfA vorzunehmen.

 1Lückentext Nr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 7

Lückentext Nr. 1

Berechnung der Abschreibung - Abschreibungszeitraum und


Abschreibungshöhe (AfA)
Vorlesen

Für die Berechnung der Abschreibung ist es wichtig zu wissen,

 wann die AfA beginnt und


 in welcher Höhe sie vorzunehmen ist.

Die AfA beginnt mit der Anschaffung oder Fertigstellung, nicht erst mit der Ingebrauchnahme.

EXPERTENTIPP

Wenn also ein abnutzbares Wirtschaftsgut des Anlagevermögens angeschafft wird und erst sehr


viel später verbraucht wird, so wird es trotzdem schon ab der Anschaffung abgeschrieben und nicht
erst später.

BEISPIEL

Eine Maschine wird vom Steuerpflichtigen am 1.3.2017 angeschafft und zunächst auf Lager gelegt.
Erst ab dem 1.7.2017 beginnt die Nutzung der Maschine.

Die Maschine wird ab dem 1.3.2017 abgeschrieben, nicht erst ab dem 1.7.2017.

Zeitanteilige Abschreibung
Schließlich ist eine AfA im Jahr der Anschaffung bzw.
Herstellung grundsätzlich zeitanteilig vorzunehmen (§ 7 I 4 EStG). Dies bedeutet, dass zunächst
der Abschreibungsbetrag für ein ganzes Jahr zu berechnen ist und danach geschaut werden muss,
in welchem Monat das Wirtschaftsgut angeschafft wurde. Dieser Monat wird für die Abschreibung in
vollem Umfang mitgerechnet.

BEISPIEL

Eine Maschine wird am 18.8.2017 für 500 € angeschafft und hat eine betriebsgewöhnliche
Nutzungsdauer von fünf Jahren.

Berechnung des Abschreibungsbetrags


Der Abschreibungsbetrag für ein volles Jahr liegt bei 500/5 = 100 €. Da die Maschine im August
angeschafft wurde, erfolgt eine zeitanteilige Abschreibung für die Monate August, September,
Oktober, November und Dezember in Höhe von 5/12 = 41,67 % von 100 €, also in Höhe von 41,67 €.
Die Höhe der Absetzung ist abhängig von der

 Bemessungsgrundlage, der
 Nutzungsdauer und der
 AfA-Methode.

Anschaffungs- oder Herstellungskosten als


Bemessungsgrundlage
Die Bemessungsgrundlage wird grundsätzlich durch die Anschaffungs- oder
Herstellungskosten gebildet. Dies bedeutet insbesondere auch, dass nicht mehr abgeschrieben
werden kann und darf als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Dies ist dann ein Problem,
wenn die Wiederbeschaffungspreise zwischenzeitlich gestiegen sind. Dann wird nicht die Substanz
erhalten, sondern lediglich dem Gläubigerschutz Rechnung getragen.

Von der Regel, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten die Bemessungsgrundlage bilden,
existieren folgende Ausnahmen:

 Einlage von Wirtschaftsgütern in das Betriebsvermögen,


 Wirtschaftsgüter, die vor der Währungsreform vom 21.6.1948 angeschafft oder herstellt
wurden,
 Wirtschaftsgüter, die vor dem 1.7.1990 in der ehemaligen DDR angeschafft oder hergestellt
wurden,
 Übertragung von stillen Reserven auf andere Wirtschaftsgüter.

Wenn Wirtschaftsgüter in ein Betriebsvermögen eingelegt werden, so werden diese mit


dem Teilwert angesetzt (§ 6 I Nr. 5 EStG). Wenn ein abnutzbares Wirtschaftsgut, welches zur
Erzielung von Überschusseinkünften (§ 2 I Nr. 4 - 7 EStG) verwendet wurde, in ein Betriebsvermögen
eingelegt wird und schon teilweise abgeschrieben wurde, so erfolgt die Bewertung mit
dem Restwert als Abschreibungsvolumen (§ 7 I 5 EStG).

Abschreibung von Wirtschaftsgütern und Währungsreform


Bei Wirtschaftsgütern, welche vor der Währungsreform angeschafft oder hergestellt wurden,
werden Hilfswerte angesetzt, bei Gebäuden z.B. der Einheitswert (§§ 10, 10a EStDV). Bei solchen
Wirtschaftsgütern, welche in der ehemaligen DDR angeschafft wurden, existiert ein ähnliches
Problem. Hier gelten die angesetzten Werte der Eröffnungsbilanz als Anschaffungs- oder
Herstellungskosten (§ 7 I 5 DMBilG).
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 1MC-Aufgabe Nr. 8

MC-Aufgabe Nr. 8

Aufgabe 1 von 1

Wenn Wirtschaftsgüter in ein Betriebsvermögen eingelegt werden, so werden diese


angesetzt ...

mit dem Teilwert

mit dem doppelten Wiederbeschaffungspreis

 
mit dem abgezinsten Wiederbeschaffungspreis

Lösen

Absetzung/Abschreibung nach Einkommensteuergesetz (EStG)


Vorlesen

Es existieren in Bezug auf die Absetzung/Abschreibung nach dem Einkommensteuergesetz (EStG)

 planmäßige Abschreibungen
o Absetzungen für Abnutzung (§ 7 I, II EStG),
o Absetzungen für Substanzverringerung (§ 7 VI EStG),
 außerplanmäßige Abschreibungen
 Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (§ 7 I 6 EStG ),
 Teilwertabschreibung (§ 6 I Nr. 1, S. 2 und Nr. 2, S. 2 EStG ),
 Sonderabschreibungen,
 erhöhte Absetzungen (§ 7i EStG)

Abschreibung von Gebäuden


Da die Abschreibungen von Gebäuden sehr speziell sind, behandeln wir sie in einem speziellen
Kapitel. Wir trennen die Erläuterungen zu Abschreibungen deshalb auf in

 Absetzungen beweglicher Wirtschaftsgüter und


 Absetzungen unbeweglicher Wirtschaftsgüter (= Gebäudeabschreibungen).

 Absetzung beweglicher Wirtschaftsgüter


Absetzung für Abnutzung
Vorlesen

Die Absetzung für Abnutzung lassen sich unterteilen in

 AfA nach der Zeit


o lineare Afa und
o degressive Afa und
 AfA nach Maßgabe der Leistung.
 1Lückentext Nr. 1
 2Lückentext Nr. 2

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die Absetzung für Abnutzung lassen sich unterteilen in AfA nach der Zeit und AfA nach

Maßgabe der  .

Lösen

Absetzung für Abnutzung - Lineare Abschreibung (AfA)


Vorlesen

Die lineare Abschreibung (AfA) (§ 7 I 1 EStG) bildet den Normalfall. Hierbei werden


die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Nutzungsdauer bezogen.

BEISPIEL

Der Steuerpflichtige Franz aus Hamburg kauft sich eine Maschine für 1.000 €. Die Nutzungsdauer
beträgt fünf Jahre.

Die Auszahlung in Höhe von 1000 € wird auf die Nutzungsdauer verteilt durch die Rechnung
Anschaffungskosten/Nutzungsdauer = 1.000 €/5 Jahre = 200 €/Jahr.

Abschreibung über die Nutzungsdauer


Bei der Abschreibung über die Nutzungsdauer unterscheidet man

 die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer,


 die wirtschaftliche Nutzungsdauer und
 die technische Nutzungsdauer.
Maßgebend ist allein die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer , für welche vom BdF sog. AfA-
Tabellen herausgegeben wurden. Darüber hinaus spielt allerdings auch das Urteil des
Steuerpflichtigen eine Rolle, wie die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu schätzen ist.

 1Lückentext Nr. 3
 2Lückentext Nr. 4
 3Lückentext Nr. 5
 4Lückentext Nr. 6

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei der Nutzungsdauer unterscheidet man die  Nutzungsdauer, die


wirtschaftliche Nutzungsdauer und die technische Nutzungsdauer.

Lösen

Absetzung für Abnutzung - Degressive Abschreibung (AfA)


Vorlesen

Bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens (und nur bei diesen!) ist es möglich,


die AfA nach der degressiven Methode zu bilden, das heißt die Abschreibungsbeträge in fallenden
Jahresbeträgen zu bemessen.

Unzulässigkeit arithmetisch-degressiver Abschreibung im


Steuerrecht

EXPERTENTIPP

Der Begriff der degressiven Abschreibung bedeutet hier lediglich die geometrisch-degressive, nicht
die arithmetisch-degressive Abschreibung. Letzteres ist im Steuerrecht nicht zulässig.
Berechnung des Abschreibungsbetrags (AfA-Satzes)
Die degressive AfA funktioniert so, dass ein bestimmter Prozentsatz auf den Restbuchwert des
Vorjahres angewendet wird, um den AfA-Satz des jeweiligen Jahr zu berechnen. Dieser AfA-Satz
berechnet sich als

 bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens,


 die zwischen dem 1.1.2009 und dem 31.12.2010 angeschafft wurden
o das 2,5-fache des linearen Satzes,
o höchstens jedoch 25 %.

Für Wirtschaftsgüter, die ab dem 1.1.2011 angeschafft wurden, gibt es nicht die Möglichkeit der
degressiven Abschreibung.

BEISPIEL

Eine Maschine wird am 25.3.2006 für einen Betrag von 1.000 € angeschafft, die betriebsgewöhnliche
Nutzungsdauer beträgt 15 Jahre.

Bei linearer Abschreibung werden 1/15 = 6,67 % abgeschrieben. Da die Maschine nach dem


1.1.2006 angeschafft wurde, wird bei degressiver Abschreibung das Dreifache dieses Satzes, also
3∙6,67 % = 20 %, höchstens aber 30 %, abgeschrieben. Die Höchstgrenze von 30 % ist damit nicht
relevant, es werden 20 % der Maschine im Jahre 2006 abgeschrieben.

Da allerdings nicht das ganze Jahr die Maschine in Betrieb vorhanden ist, werden von 0,2 ∙1000 € =
200 € lediglich 10/12 = 83,33 % abgeschrieben. Im Jahre 2006 wird also insgesamt 166,67 €
abgeschrieben. Der Restbuchwert lautet mithin 833,33 €. Im Jahre 2007 werden hiervon wiederum
20 % abgeschrieben, also 0,2∙833,33 = 166,67 €. Der Restbuchwert lautet 666,67 €. Die
Abschreibung des Jahres 2008 ist hiervon wiederum 20 %, also 0,2∙666,67 = 133,33 € usw.

BEISPIEL

Eine Maschine wird am 25.3.2009 für einen Betrag von 1.000 € angeschafft, die betriebsgewöhnliche
Nutzungsdauer beträgt acht Jahre. Wähle die steuerlich jeweils maximal mögliche Abschreibung.

Man rechnet, da das Wirtschaftsgut in den Jahren 2009 bzw. 2010 angeschafft wurde, mit
der degressiven Abschreibung nach § 7 II EStG. Es ist das doppelte der linearen Abschreibung
möglich, maximal 25 %. Dies heißt hier:
degr. AfA- = min{2,5∙(1/8); 25 %}
Satz

= min{31,25 %; 25 %}

= 25 %

Wechsel der Abschreibungsmethode von degressiv zu linear


Beim Wechsel der Abschreibungsmethode von degressiv zu linear gilt also folgendes:

Jah Abschr. degressiv Absch. linear Restbuchwert


r

1 250 € 125 € 750 €

2 187,5 € 107,14 € 562,5 €

3 140,63 € 93,75 € 421,88 €

4 105,47 € 84,38 € 316,41 €

5 79,1 € 79,1 € 237,31 €

6 59,33 € 79,1 € 158,21 €

7 39,55 € 79,1 € 79,11 €

8 19,78 € 79,1 € 0€

Wechsel der Abschreibungsmethode

Es wird in jenem Jahr gewechselt, in dem der lineare Abschreibungsbetrag zum erstenmal höher


ist als der degressive.
BEISPIEL

Eine Maschine wird am 25.3.2009 für einen Betrag von 1.000 € angeschafft, die betriebsgewöhnliche
Nutzungsdauer beträgt 15 Jahre. Wähle die steuerlich jeweils maximal mögliche Abschreibung.

Wieder rechnen wir, da das Wirtschaftsgut in den Jahren 2009 bzw. 2010 angeschafft wurde, mit der
degressiven Abschreibung nach § 7 II EStG. Es ist das 2,5-fache der linearen Abschreibung möglich,
maximal 25 %. Dies heißt hier:

degr. AfA- = min{2,5∙(1/15); 25 %}


Satz

= min{16,67 %; 25 %}

= 16,67 %.

Wechsel der Abschreibungsmethode von degressiv zu linear


Jah Abschr. degressiv Absch. linear Restbuchwert
r

1 166,67 € 125 € 833,33 €

2 138,89 € 119,05 € 694,44 €

3 115,74 € 115,74 € 578,7 €

4 96,45 € 115,74 € 462,96 €

5 77,16 € 115,74 € 347,22 €

6 57,87 € 115,74 € 231,48 €

7 38,58 € 115,74 € 115,74 €

8 19,29 € 115,74 € 0€
Wechsel der Abschreibungsmethode

 1Lückentext Nr. 7
 2Lückentext Nr. 8

Lückentext Nr. 7

Aufgabe 1 von 2

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei   Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens (und nur bei diesen!) ist es


möglich, die AfA nach der degressiven Methode zu bilden, das heißt die
Abschreibungsbeträge in fallenden Jahresbeträgen zu bemessen.

Lösen

Absetzung für Abnutzung - Leistungsabschreibung


Vorlesen

Die Abschreibung nach Leistungseinheiten kann bei beweglichen Wirtschaftsgütern


des Anlagevermögens vorgenommen werden, wenn sie wirtschaftlich begründet ist (§ 7 I 6 EStG).
Eine wirtschaftliche Begründung ist, dass die Leistungen eines Wirtschaftsgutes von Jahr zu Jahr stark
schwanken (R 7.4 V 1 EStR).

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der


Leistungsabschreibung

MERKE

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Leistungsabschreibung ist allerdings, dass die


Leistung, welche auf das einzelne Jahr entfällt, nachgewiesen werden kann.
BEISPIEL

Eine Maschine , deren Anschaffung 60.000 € kostete, produziert im ersten Jahr 15.000 Einheiten, im
zweiten Jahr 20.000, im dritten Jahr 10.000 und im vierten Jahr 35.000 Leistungseinheiten.

Bei Abschreibung nach Maßgabe der Leistungseinheiten muss zunächst der gesamt Output


berechnet werden, hier also als 15.000 + 20.000 + 10.000 + 35.000 = 80.000 ME.

Damit werden im ersten Jahr 15.000/80.000 = 18,75 % der Anschaffungs- oder


Herstellungskosten abgeschrieben, mithin 0,1875∙60.000 = 11.250 €. im zweiten Jahr werden
entsprechend 20.000/80.000 = 25 %, also 15.000 €, abgeschrieben, im dritten Jahr 10.000/80.000 =
12,5 %, also 7.500 € und im vierten Jahr entsprechend 35.000/80.000 = 43,75 %, also 26.250 €.

 1MC-Aufgabe Nr. 1

MC-Aufgabe Nr. 1

Aufgabe 1 von 1

Welche Aussage ist richtig?

Die Abschreibung nach Leistungseinheiten kann bei beweglichen Wirtschaftsgütern des


Anlagevermögens vorgenommen werden, wenn sie wirtschaftlich begründet ist.

Die Abschreibung nach Leistungseinheiten kann bei unbeweglichen Wirtschaftsgütern des


Anlagevermögens vorgenommen werden, wenn sie wirtschaftlich begründet ist.

Die Abschreibung nach Leistungseinheiten kann bei beweglichen Wirtschaftsgütern des


Umlaufvermögens vorgenommen werden, wenn sie wirtschaftlich begründet ist.

Lösen

Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA)


Vorlesen

Bei einer Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) muss ein Ereignis gegeben sein,
welches eine Beeinträchtigung des Wirtschaftsguts in seiner Nutzung bzw. in seiner
Nutzungsfähigkeit zur Folge hat. Die Abnutzung muss also in außergewöhnlicher Weise eingetreten
sein.

Wird beispielsweise eine Anlage zur elektronischen Datenverarbeitung bei Anschaffung eine
gewöhnliche Nutzungsdauer von 5 Jahren für die Berechnung der planmäßigen Absetzung für
Abnutzung zugrunde gelegt und stellt sich nach 3 Jahren heraus, dass wegen technischen
Innovationen eine neue EDV-Anlage gekauft werden muss, dann wird die Verkürzung der
Nutzungsdauer der alten EDV-Anlage durch eine Absetzung für außergewöhnliche
Abnutzung (AfaA) vorgenommen.

Weitere typische Fälle für eine Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) sind:

 Schäden,
 Zerstörungen,
 mangelnde Pflege,
 Abbruch oder Teilabbruch von Gebäuden.

MERKE

Wenn bei einer bloßen Wertminderung die Nutzungsdauer nicht beeinflusst wird, so rechtfertigt


dies allenfalls eine Teilwertabschreibung, nicht aber eine Absetzung für außergewöhnliche
Abnutzung. Der Schaden muss also so groß sein, dass die Nutzungsdauer beeinflusst und nicht nur
das Wirtschaftsgut in seinem Wert vermindert wird.

 1LückentextNr. 9
 2LückentextNr. 10
 3MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 9

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.


Wenn bei einer bloßen Wertminderung die  nicht beeinflusst wird, so
rechtfertigt dies allenfalls eine Teilwertabschreibung, nicht aber eine Absetzung für
außergewöhnliche Abnutzung.

Lösen

Teilwertabschreibung
Vorlesen

Eine Teilwertabschreibung ist eine außerplanmäßige Abschreibung. Dies bedeutet, dass sie lediglich


in einem außerplanmäßigen Fall anzuwenden ist, wie z.B.

 Katastrophenfall,
 sinkende Wiederbeschaffungswerte usw.

EXPERTENTIPP

Die Teilwertabschreibung ist seit dem 1.1.1999 nur noch bei dauernder Wertminderung möglich


(§ 6 I Nr. 1, S. 2 EStG). Bei einer lediglich vorübergehenden Wertminderung darf also nicht auf den
Teilwert abgeschrieben werden.

BEISPIEL

Die Weiß AG kauft am 2.1.2015 eine Maschine mit betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauer von sechs
Jahren und Anschaffungskosten von 120.000 €. Der Teilwert liegt am Bilanzstichtag 31.12.2017 bei
50.000 €, wobei von einer dauernden Wertminderung auszugehen ist. Die Weiß AG schrieb ihre
Maschinen immer linear ab.

Die Abschreibungsbeträge liegen bei 120.000/6 = 20.000 €. Nach drei Jahren liegt daher der
Restbuchwert bei gewöhnlicher Absetzung für Abnutzung bei 120.000 - 3∙20.000 = 60.000 €.

Dieser Restbuchwert von 60.000 € ist nun mit dem niedrigeren Wert von 50.000 € zu vergleichen.
Da es sich um eine dauernde Wertminderung handelt, ist eine Teilwertabschreibung am Ende des
Jahres 2017 zwingend vorzunehmen. Diese liegt bei 10.000 €.

MERKE

Die Teilwertabschreibung erfolgt also stets zusätzlich zu der gewöhnlichen Absetzung für


Abnutzung.
Abnutzbares und nichtabnutzbares Anlagevermögen
Bei einer Teilwertabschreibung muss die Wertminderung dauerhaft sein. Die Dauerhaftigkeit der
Wertminderung unterscheidet sich, je nachdem ob

 abnutzbares Anlagevermögen oder


 nichtabnutzbares Anlagevermögen

vorliegt.

Bei abnutzbarem Anlagevermögen ist die Wertminderung dann dauerhaft , wenn der


verbleibende Restbuchwert kleiner als der planmäßige für mindestens die Hälfte der verbleibenden
Restnutzungsdauer ist.

Bei nicht abnutzbarem Anlagevermögen müssen die Gründe für einen niedrigeren


Wert voraussichtlich anhalten. So ist z.B. eine Kursschwankung börsennotierter Anlagegegenstände
nur als vorübergehende Wertminderung anzusehen, welche also keine Abschreibung auf diesen
niedrigeren Teilwert begründet.

EXPERTENTIPP

Wichtiges zu Teilwertabschreibungen siehe auch in der Kursübersicht:


Kapitel 4: Bewertung > Teilwert

Teilwertabschreibung Anlagevermögen
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Teilwertabschreibung Umlaufvermögen
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Zusammenfassung Teilwertabschreibung
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 1MC-Aufgabe Nr. 3
MC-Aufgabe Nr. 3

Aufgabe 1 von 1

Welche Aussage ist falsch?

Bei einer lediglich vorübergehenden Wertminderung darf nicht auf den Teilwert abgeschrieben
werden.

Bei jeder Wertminderung darf sofort auf den Teilwert abgeschrieben werden.

Die Teilwertabschreibung erfolgt stets zusätzlich zu der gewöhnlichen Absetzung für Abnutzung.

Lösen

Unterschiede zwischen der Absetzung für außergewöhnlichen


Abnutzung (AfaA) und der Teilwertabschreibung
Vorlesen

Wann setzt man eine AfaA an bzw. wann ist eine Teilwertabschreibung vorzunehmen?

Es bestehen Unterschiede zwischen der Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) und


der Teilwertabschreibung bzgl.

 der Vermögensposition,
 der planmäßigen AfA-Methode,
 der Dauerhaftigkeit der Wertminderung und
 der Gewinnermittlungsmethode.

AfaA nur bei abnutzbarem Anlagevermögen


Bezüglich der Vermögensposition ist zu sagen, dass AfaA nur beim abnutzbaren Anlagevermögen
zulässig sind, bei allen anderen Vermögenspositionen nicht. Eine Teilwertabschreibung hingegen ist
bei allen Vermögenspositionen möglich, also beim abnutzbaren und beim nicht abnutzbaren
Anlagevermögen als auch beim Umlaufvermögen.

AfaA und andere Abschreibungsmethoden


Bei der planmäßigen AfA-Methode ist zu beachten, dass eine AfaA lediglich neben einer linearen
AfA, neben der Leistungsabschreibung bzw. neben einer Absetzung für Substanzverringerung
vorgenommen werden darf, nicht hingegen neben einer degressiven Abschreibung. Die
Teilwertabschreibung hingegen kann neben jeder anderen planmäßigen Abschreibungsmethode
gewählt werden.

Dauerhaftigkeit der Wertminderung


Bzgl. der Dauerhaftigkeit der Wertminderung ist die Teilwertabschreibung stärker eingeschränkt
als die AfA, denn sie ist an eine voraussichtlich dauernde Wertminderung gebunden. Die AfA
hingegen kann bei vorübergehender als auch bei dauerhafter Wertminderung erfolgen.

Anwendung abhängig von der Gewinnermittlungsmethode


Ebenfalls stärker eingeschränkt ist die Teilwertabschreibung bzgl.
der Gewinnermittlungsmethode. Sie kommt nämlich nur beim Ansatz eines
Betriebsvermögensvergleichs infrage, eine AfA ist bei allen Gewinnermittlungsmethoden
anwendbar.

 1Die Teilwertabschreibung

Die Teilwertabschreibung

Aufgabe 1 von 1

In welchen Fällen darf eine Teilwertabschreibung durchgeführt werden?

 
Nur beim nicht abnutzbaren Anlagevermögen.

Bei allen Vermögenspositionen.

Nur beim abnutzbaren Anlagevermögen und Umlaufvermögen.

Lösen

Sonderabschreibungen
Vorlesen

Neben lineare AfA treten unter bestimmten Voraussetzungen sog. Sonderabschreibungen. Es


kommt damit - zumindest in den Perioden des Begünstigungszeitraums - zu möglicherweise
höheren Abschreibungen (§ 7a IV EStG).

Sonderabschreibungen machen einen bestimmten Prozentsatz der Anschaffungs- oder


Herstellungskosten aus und werden während eines mehrperiodischen Begünstigungszeitraums in
Anspruch genommen.

Der Steuerpflichtige hat hierbei ein Wahlrecht, ob und wie er die Sonderabschreibung auf die


einzelnen Perioden des Begünstigungszeitraums verteilt.

Wenn der Begünstigungszeitraum abgelaufen ist, so ist der noch vorhandene Restwert gleichmäßig


auf die verbleibende Restnutzungsdauer zu verteilen (§ 7a IX EStG).

Sonderabschreibungen treten zum Beispiel auf in Form von Sonderabschreibung für kleine und
mittlere Betriebe (§ 7g EStG).

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von


Sonderabschreibungen
Voraussetzungen für die Inanspruchnahme sind,

 dass das Betriebsvermögen zum Schluss des dem Investitionsjahr vorangehenden


Abrechnungsperiode höchstens 235.000 € beträgt,
 dass es sich um künftige Anschaffung oder Herstellung von abnutzbaren beweglichen
Wirtschaftsgütern
 von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern
 des Anlagevermögens

handelt.

Unter diesen Voraussetzungen können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den vier
folgenden Jahren bis zur Höhe von 40 % der Anschaffungs- oder
Herstellungskosten Sonderabschreibungen in Anspruch genommen werden (§ 7g I EStG).

Ausnahmsweise kann diese Sonderabschreibung nicht nur neben der linearen AfA, wie sonst
normalerweise, sondern auch neben der geometrisch-degressiven AfA in Anspruch genommen
werden.

BEISPIEL

Beispiel 98:
Der Gewerbetreibende Lothar aus Sprockhövel hat ein Betriebsvermögen im Jahre 2015 von
200.000 € und im Jahre 2016 von 300.000 €. Er schafft am 28.1.2016 eine Maschine an und wird
diese linear über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von fünf Jahren abschreiben. Lothar ist
an einer Minimierung seiner Steuerzahlung im Jahre 2016 interessiert.

Lothar erfüllt die Voraussetzungen des § 7g EStG, denn im Jahr 2015, welches dem
Anschaffungsjahr der Maschine, also 2016, vorangeht, beträgt sein Betriebsvermögen mit 200.000 €
weniger als der Grenzwert von 235.000 €. Er kann deshalb eine Sonderabschreibung in Höhe von 40
% der Anschaffungskosten, also von 0,4∙50.000 = 20.000 €, in Anspruch nehmen.

Diese 20.000 € kann er auf die Jahre 2016 - 2020 beliebig verteilen. Da er an einer Minimierung
seines Steueraufwands für 2016 interessiert ist, wird er diese Sonderabschreibung komplett im
Jahre 2016 ansetzen.

 1Lückentext Nr. 11

Lückentext Nr. 11

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.


Sonderabschreibungen machen einen bestimmten   der Anschaffungs-
oder Herstellungskosten aus und werden während eines mehrperiodischen
Begünstigungszeitraums in Anspruch genommen.

Lösen

Erhöhte Absetzung
Vorlesen

Erhöhte Absetzungen treten nicht neben die planmäßigen AfA, sondern werden anstelle der


planmäßigen AfA angesetzt.

MERKE

Mit anderen Worten ersetzen sie also die gewöhnlichen AfA.

Ansonsten sind die erhöhten Absetzungen sehr ähnlich zu den Sonderabschreibungen, denn sie


werden als bestimmter Prozentsatz der Anschaffungs- oder Herstellungskosten berechnet,
darüber hinaus ist die Inanspruchnahme in einem festgelegten Begünstigungszeitraum möglich, die
Verteilung hat wiederum der Steuerpflichtige vorzunehmen.

Einschränkend gilt jedoch, dass die Absetzung mindestens in Höhe der gewöhnlichen
Abschreibungen, also der  linearen AfA oder der Leistungs-AfA nach § 7 I EStG vorgenommen werden
müssen (§ 7a III EStG).

Geringwertige Wirtschaftsgüter - Bewertung und Abschreibung


Vorlesen

Abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, welche selbständig


nutzungsfähig sind, dürfen im Jahr ihrer Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe (!) als
Betriebsausgaben angesetzt werden, wenn ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht mehr
als 250 € betragen (§ 6 Absatz II EStG). Man bezeichnet solche Vermögensgegenstände
als geringwertige Wirtschaftsgüter.

MERKE
Abzustellen ist hierbei auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten ohne (!) Umsatzsteuer,
gleichgültig, ob der Steuerpflichtige zum Vorsteuerabzug berechtigt ist oder nicht (vgl. R 9 b II 1,2
EStR).

BEISPIEL

Der Steuerpflichtige Fritz aus Hamburg kauft für seine Unternehmung Stühle bei einem
schwedischen Hersteller zu 100 € pro Stück.

Die Stühle dürfen im Jahre der Anschaffung komplett als Aufwand verrechnet werden und müssen
nicht über die Laufzeit abgeschrieben werden.

BEISPIEL

Der Steuerpflichtige Fritz aus Berlin kauft zwei Stühle im Werte von 293,60 € (inkl. Umsatzsteuer) pro
Stück.

Man erhält pro Stuhl einen Nettobetrag von 293,6/1,19 = 246,72 €. Der Nettowert liegt damit unter
250 €, damit darf der komplette Stuhl, bzw. besser gesagt dürfen die kompletten zwei Stühle, im
Jahre der Anschaffung als Betriebsausgabe sofort angesetzt werden. Die zweite Möglichkeit, mit
GWG umzugehen, besteht in der sog. Pauschalabschreibung . Diese greift, wenn der Nettowert
der Anschaffungs- oder Herstellungskosten über 250 €, aber höchstens 1000 € liegt. In diesem
Fall ist ein Sammelposten zu bilden (§ 6 Abs. 2a S. 1 EStG).

Dieser Sammelposten ist im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden vier
Wirtschaftsjahren mit jeweils 20 % ergebnismindernd aufzulösen (§ 6 Abs. 2a S. 2 EStG). Damit ist es
unerheblich, wie die tatsächliche Nutzungsdauer der betroffenen Anlagegegenstände ist,
entsprechend sind Veräußerungen, Entnahmen oder auch außerordentliche Wertminderungen der
betroffenen Wirtschaftsgüter innerhalb dieses Fünf-Jahres-Zeitraums vollkommen unbeachtlich.
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 1Aufgabe

Aufgabe

Aufgabe 1 von 1

Welchen Wert dürfen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren


beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens nicht überschreiten um sie nach
§ 6 II EStG im Jahr ihrer Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe als
Betriebsausgaben ansetzen zu können?

 
200 €

 
150 €

 
250 €

Lösen

Abschreibung gebrauchter Wirtschaftsgüter bei Privateinlage


und Privatentnahme
Vorlesen

Wird ein Wirtschaftsgut vom Privatvermögen in ein Betriebsvermögen eingelegt (Privateinlage), und


wurde für dieses Wirtschaftsgut vorher Abschreibungen im Rahmen von Überschusseinkünften (§ 2
I 1 EStG) geltend gemacht, so bilden die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten die
Bemessungsgrundlage für die weiteren AfA.

BEISPIEL

Der Steuerpflichtige V aus Hamburg besitzt ein Mehrfamilienhaus und vermietet dieses an mehrere
Parteien. Am 2.1.2016 kaufte er sich eine Gartensprenkelanlage für 3.000 €.
Die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre. Die Anlage schreibt er linear über die Laufzeit ab.
Der Teilwert beträgt Ende des Jahres 2017 unstreitig 2.500 €. Am 1.1.2018 legt V die Sprinkleranlage
in sein Betriebsvermögen ein, da der Rasen seines Betriebsgeländes ebenfalls besprüht werden
kann.

Die Privateinlage in das Betriebsvermögen erfolgt zum Teilwert von 2.500 € (§ 6 I Nr. 5 EStG). Die
AfA allerdings bemisst sich nach den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Da in
den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 2/5 = 40 % von 3.000 €, also 1.200 €, abgeschrieben wurden,
beträgt der Restbuchwert am Ende des Jahres 2017 noch 1.800 €. Es werden also in den letzten drei
Jahren der Nutzungsdauer noch 1.800/3 = 600 € pro Jahr abgeschrieben.

Eine Privatentnahme liegt vor, wenn ein Wirtschaftsgut aus einem Betriebsvermögen in


das Privatvermögen des Steuerpflichtigen überführt wird, so ist die weitere AfA nach
dem Teilwert oder gemeinen Wert zu bemessen. Es gilt hier der Teilwert bzw. der gemeine Wert zum
Zeitpunkt der Entnahme, d.h. zum Zeitpunkt der Überführung ins Privatvermögen.
 Absetzung unbeweglicher
Wirtschaftsgüter
Abschreibung (AfA) von Immobilien
Vorlesen

Es gelten Besonderheiten bei den Abschreibungen von Gebäuden, also den Abschreibungen bei


Immobilien. Grundsätzlich gilt, dass diese nicht nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer,
sondern nach festen Prozentsätzen bemessen werden.

Definition Gebäude
Unter einem Gebäude versteht man ein Bauwerk auf eigenem oder fremdem Grund und Boden,
das Menschen oder Sachen durch räumliche Umschließung Schutz gegen äußere Einflüsse gewährt,
den Aufenthalt von Menschen gestattet, fest mit dem Grund und Boden verbunden ist sowie von
einiger Beständigkeit und standfest ist (R 7.1 V 2 EStR).

Definition bewegliche Anlagegüter


Es handelt sich hingegen um bewegliche Anlagegüter bei Maschinen, maschinellen Anlagen und
sonstigen Betriebsvorrichtungen, selbst wenn sie wesentliche Bestandteile eines Grundstücks sind
(R 7.1 III 2 EStR).

EXPERTENTIPP

Man spricht also nicht dann von beweglichen Wirtschaftsgütern, wenn man den Gegenstand auch
wirklich bewegen kann, sondern vielmehr, wenn der Gegenstand kein Gebäude ist.

BEISPIEL

Eine Maschine ist fest in den Grund und Boden einbetoniert.

Wesentlicher Bestandteil eines Grundstücks


Zivilrechtlich  liegt ein wesentlicher Bestandteil des Grundstücks vor. Steuerrechtlich  hingegen
handelt sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut.

Gebäude, welche einheitlich genutzt werden, sind ein einziges Wirtschaftsgut und müssen


deswegen einheitlich inklusive aller unselbstständigen Gebäudeteile (R 4.2 V EStR) abgeschrieben
werden (R 7.1 I EStR). Wenn die Gebäudeteile hingegen mit dem Gebäude nicht in einem
einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang stehen, so sind sie selbstständige
Wirtschaftsgüter und gesondert abzuschreiben. Darüber hinaus sind für die einzelnen Gebäudeteile
auch grundsätzlich unterschiedliche AfA-Methoden zulässig (R 7.1 VI EStR i.V.m. R 7.4 VI 2 EStR).

 1LückentextNr. 1
 2MC-Aufgabe Nr. 1
 3MC-Aufgabe Nr. 2

Lückentext Nr. 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Man spricht also nicht dann von beweglichen Wirtschaftsgütern, wenn man den
Gegenstand auch wirklich bewegen kann, sondern vielmehr, wenn der Gegenstand

kein  ist.

Lösen

Abschreibungsarten für Immobilien


Vorlesen

Es gibt steuerlich unterschiedliche Arten von Abschreibungen für Immobilien, nämlich die

 lineare Abschreibung und die


 degressive Abschreibung.

MERKE
Zu beachten ist, dass die degressive Abschreibung bei Gebäuden ab 2006 nicht mehr möglich ist.

Überblick über die steuerliche Gebäudeabschreibung


Welche Abschreibungsart wann anzuwenden ist, bestimmt sich danach, ob es sich
um Betriebsvermögen oder Privatvermögen handelt und ob die Wohnung bzw. das Gebäude zu
betrieblichen Zwecken oder zu (fremden) Wohnzwecken benutzt wird.

Folgende Übersicht erleichtert die Vorgehensweise von steuerlichen Gebäudeabschreibungen

 für Betriebsvermögen
o Nutzung zu (eigenen/fremden) betrieblichen Zwecken
 Wirtschaftsgebäude
 lineare Abschreibung
 1. - 33, 3. Jahr: 3 % pro Jahr
o Nutzung zu (fremden) Wohnzwecken (Mietwohnneubauten)
 lineare Abschreibung
 1. - 50. Jahr: 2 % p.a. (Fertigstellung nach 31.12.1924)
 1. - 50. Jahr: 2,5 % p.a. (Fertigstellung vor 01.01.1925)
 degressive Abschreibung (Mietwohnneubauten)
 1. - 8. Jahr: 5 % pro Jahr
 9. - 14. Jahr: 2,5 % pro Jahr
 15. - 50. Jahr: 1,25 % pro Jahr

für Privatvermögen

 Nutzung zu (fremden) betrieblichen Zwecken


o andere Gebäude
 lineare Abschreibung
 1. - 50. Jahr: 2 % p.a. (Fertigstellung nach 31.12.1924)
 1. - 50. Jahr: 2,5 % p.a. (Fertigstellung vor 01.01.1925)
 degressive Abschreibung (Mietwohnneubauten)
 1. - 8. Jahr: 5 % pro Jahr
 9. - 14. Jahr: 2,5 % pro Jahr
 15. - 50. Jahr: 1,25 % pro Jahr

Nutzung zu Wohnzwecken

 Mietwohnneubauten
o lineare Abschreibung
 1. - 50. Jahr: 2 % p.a. (Fertigstellung nach 31.12.1924 )
 1. - 50. Jahr: 2,5 % p.a. (Fertigstellung vor dem 01.01.1925)
o degressive Abschreibung (Mietwohnneubauten)
 1. - 8. Jahr: 5 % pro Jahr
 9. - 14. Jahr: 2,5 % pro Jahr
 15. - 50. Jahr: 1,25 % pro Jahr

 1Abschreibungen für Immobilien

Abschreibungen für Immobilien

Aufgabe 1 von 1

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die degressive Abschreibung ist bei Gebäuden ab   nicht mehr möglich.

Lösen

Abschreibung von Immobilien bei Privatentnahmen


Vorlesen

Bei der Abschreibung von Immobilien bei Privatentnahmen gelten besondere Regelungen. Wenn


ein Gebäude von einem Betriebsvermögen in das Privatvermögen des Steuerpflichtigen überführt,
also entnommen wird (Privatentnahme), so ist der Teilwert (§ 6 I Nr. 4 EStG ) bzw. der gemeine
Wert (§ 16 III 7 EStG) die Bemessungsgrundlage für die weiteren AfA (R 7.3 VI 1 EStR). Es gilt hierbei
der Teilwert bzw. der gemeine Wert zum Zeitpunkt der Entnahme. Es ist dann auf diese
Bemessungsgrundlage

 der Prozentsatz des § 7 IV 1 EStG anzuwenden,


o wenn die tatsächliche künftige Nutzungsdauer mindestens 50 Jahre beträgt bzw.
 ein Prozentsatz nach § 7 Absatz 4 Satz 2 EStG anzuwenden,
o wenn die künftige Nutzungsdauer kürzer ist als 50 Jahre (R 7.4 X 1 Nr. 1 EStR).

BEISPIEL

Ein Gebäude hatte Anschaffungskosten in Höhe von 2.000.000 € und wurde nach § 7 IV 1 Nr. 2
EStG mit 2 % pro Jahr abgeschrieben. Nach zehnjähriger Nutzung wird das Gebäude dem
Betriebsvermögen entnommen und ins Privatvermögen überführt. Der Teilwert im Zeitpunkt der
Überführung beträgt 2.100.000 €. Die noch verbleibende Nutzungsdauer wird nicht kürzer sein als
50 Jahre.
Es ergibt sich folgendes Kalkül:

Anschaffungskosten 2.000.000 €

AfA 2 % über zehn Jahre 400.000 €

Buchwert bei Entnahme 1.600.000 €

Teilwert bei Entnahme 2.100.000 €

Entnahmegewinn 500.000 €

Abschreibung ab
Entnahmezeitpunkt:

Bemessungsgrundlage 2.100.000 €

2% hiervon 42.000 €.

Abschreibung von Immobilien bei Privateinlagen


Vorlesen

Wenn ein Gebäude aus dem Privatvermögen in das Betriebsvermögen überführt, also eingelegt


wird (Privateinlage), so müssen zunächst die ursprünglichen Anschaffungs- oder
Herstellungskosten um die bis zum Zeitpunkt der Einlage aufgelaufenen Absetzungen für
Abnutzung oder Absetzungen für Substanzverringerung, Sonderabschreibungen oder erhöhte
Absetzungen vermindert werden.

Erst dies bildet dann die Bemessungsgrundlage für die weiteren AfA (§ 7 I 5 EStG).

BEISPIEL

Der Steuerpflichtige Hubert aus Frankfurt am Main kaufte am 2.1.2008 ein Gebäude für 3000.000 €.
Am 2.1.2017 legt er das Gebäude aus seinem Privatvermögen in sein Betriebsvermögen ein. Der
Teilwert des Gebäudes betrug zu diesem Zeitpunkt 3.500.000 €.
Die jährliche Absetzung für Abnutzung beträgt in den Jahren, in welchen das Haus noch zum
Privatvermögen gehört, 2 % von 3000.000, also 60.000 €. Da sich das Gebäude neun Jahre lang im
Privatvermögen befindet, werden daher 9∙60.000 = 540.000 € abgeschrieben, der Restbuchwert liegt
am 31.12.16 bei 2.460.000 €.

Bewertung mit dem Teilwert und Bilanzansatz


Bei der Einlage am 1.1.2017 ist das Gebäude in der Steuerbilanz mit seinem Teilwert von
3.500.000 € zu bewerten. Trotzdem bilden die Anschaffungskosten abzgl. der bisher
vorgenommenen Absetzungen die Bemessungsgrundlage für die weiteren AfA, mithin also
3000.000 – 9∙60.000 = 2.460.000 €. Die AfA beträgt deswegen 2 % von diesem Restbuchwert, also
49.200 €.

Der Bilanzansatz am 31.12.17 beträgt also 3.500.000 - 49.200 = 3.450.800 €.

MERKE

Die Differenz aus Teilwert und fortgeführten AK/HK (im obigen Beispiel also 3.500.000 -


2.460.000 = 1.040.000 €) kann höchstens durch

 Teilwertabschreibungen oder
 Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzungen

abgeschrieben werden. Es kann also hierauf keine gewöhnliche AfA verrechnet werden.

Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) bei


Immobilien
Vorlesen

Eine Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) nach § 7 I 7 EStG ist bei Gebäuden bei


der linearen als auch bei der degressiven Abschreibung zulässig (R 7.4 XI 2 EStR). Sollte der Grund
für eine AfaA nachträglich wegfallen, so ist eine entsprechende Zuschreibung vorzunehmen (§ 7 I 7
EStG). Hierbei handelt es sich um das Wertaufholungsgebot. Wenn nachträgliche Anschaffungs-
oder Herstellungskosten anfallen sollten, so ist folgendermaßen vorzugehen.

Ermittlung des Bilanzansatzes


EXPERTENTIPP

I. Neue reguläre Abschreibungen


1. Ermittle die nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten
2. Wie hoch waren die ursprünglichen (= historischen) Anschaffungs- oder Herstellungskosten?
3. Berechne die Summe aus beiden Positionen.
4. Ermittle den relevanten Abschreibungsprozentsatz.
5. Multipliziere diesen Prozentsatz mit dem Betrag aus 3.

II. Bilanzansatz Anfang des fraglichen Jahres


1. Addiere die nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten
2. zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten

III. Bilanzansatz Ende des fraglichen Jahres


1. Subtrahiere die Abschreibung aus I.4
2. von dem Bilanzansatz aus II 2.

BEISPIEL

Der Steuerpflichtige Adrian aus Mönchengladbach legt sich am 2.1.2008 ein Betriebsgebäude für
300.000 € zu und schreibt das einheitlich benutzte Gebäude zutreffend mit 2 % pro Jahr ab. An dem
Betriebsgebäude lässt er am 1.6.2016 nachträgliche Herstellungsarbeiten durchführen, die mit
einem Nettoaufwand von 150.000 € zu Buche schlagen.

Die planmäßige Abschreibung des Jahres 2016 berechnet sich wie folgt:

historische AK 300.000 €

nachträgliche Herstellungskosten 150.000 €

neue Bemessungsgrundlage 450.000 €

reguläre AfA für 2016

in Höhe von 2 % hiervon 9.000 €

Bilanzansatz 1.1.2016

historische Anschaffungskosten 300.000 €


AfA für acht Jahre

in Höhe von 2 % p.a. 48.000 €

Summe 252.000 €

Bilanzansatz 31.12.2016

Bilanzansatz zu Anfang des Jahres 252.000 €

abzüglich Abschreibung des Jahres 2016 9.000 €

Bilanzansatz am Ende des Jahres 243.000 €

 1Herstellungskosten im Handels- und Steuerrecht

Herstellungskosten im Handels- und Steuerrecht

Aufgabe 1 von 1

Bitte die richtigen Aussagen auswählen.

Das Personal wird für die Bedienung einer neuen Maschine geschult. Die Kosten gehören zu den
Anschaffungsnebenkosten der Maschine.

Herstellungskosten müssen nach dem HGB immer auf Vollkostenbasis ermittelt werden.

 
Die handelsrechtlichen Herstellungskosten sind über das Maßgeblichkeitsprinzip hinaus auch im
Steuerrecht gültig.

 
Finanzierungskosten dürfen handelsrechtlich nicht in die Herstellungskosten einbezogen werden.
 
Bei einem Vorsteuerabzug in Höhe von 40 % gehören 16.000 € zu den Anschaffungskosten, wenn
die Vorsteuer einer neuen Fertigungsanlage insgesamt 40.000 € beträgt.

 
Eine nachträgliche Veränderung der Anschaffungskosten ist im HGB ausgeschlossen, da der
Anschaffungsvorgang abgeschlossen ist.

 
Nach dem HGB können Finanzierungskosten in die Anschaffungskosten einbezogen werden.

 
Nach dem HGB darf der kalkulatorische Unternehmerlohn nicht in die Herstellungskosten
einbezogen werden.

Lösen

 Aufgaben zu Kapitel 4
Bewertung von Wirtschaftsgütern - Aufgabe
Vorlesen

Beim Mandanten Gobbers soll der Abschluss für das Wirtschaftsjahr 2017 erstellt werden. Aber
zuvor müssen folgende Sachverhalte gebucht und geklärt werden.

Bereits 2009 hat Mandat Gobbers die unbebauten Nachbargrundstücke Königsallee 13 (600 qm,
Anschaffungskosten 60.000 €) und Königsallee 15 (900 qm, Anschaffungskosten 90.000 €) für
betriebliche Zwecke gekauft.

Wegen einer Änderung des Bebauungsplans in 2009 konnten die Grundstücke nicht bebaut werden.
Aus diesem Grund wurden für die beiden Grundstücke zum 31.12.2009 Teilwertabschreibungen wie
folgt vorgenommen:

Buchung Königsallee 13
a.o. Abschreibung 3.000 € an unbebaute Grundstücke 30.000 €

Buchung Königsallee 15
a.o. Abschreibung 40.000 € an unbebaute Grundstücke 40.000 €

Ende Oktober 2017 wurde mit rechtskräftigen Urteil entschieden, dass die Grundstücke – allerdings
eingeschränkt - bebaut werden dürfen. Daraufhin stieg der Wert der Grundstücke wie folgt:
Königsallee 13 70.000 €
Königsallee 15 85.000 €

1. Ermitteln Sie, unter Angabe der gesetzlichen Regelung, die zulässigen Wertansätze der
beiden Grundstücke für die Steuerbilanz zum 31.12.2017.
2. Nehmen sie ggf. erforderliche Buchungen vor.
3. Zeigen Sie, welche handelsrechtlichen Vorschriften gelten, und wie sich diese auf
die steuerliche Bilanzierung auswirken.

Bewertung von Wirtschaftsgütern - Lösung


Vorlesen

a) Eine Werterhöhung muss nach § 6 I Nr. 2 i.V.m. I Nr. 1 S.4 EStG vorgenommen werden, soweit


eine voraussichtlich dauernde Wertverminderung nicht mehr vorliegt.
Höchstens sind die Anschaffungskosten anzusetzen.

b) Aufstellen der Buchungssätze:

Buchung Königsallee 13
unbebautes Grundstück 30.000,00 € an Erträge aus Zuschreibungen 30.000,00 €

Buchung Königsallee 15
unbebautes Grundstück 45.000,00 € an Erträge aus Zuschreibungen 45.000,00 €

c) Bewertung nach HGB:


Der niedrige Wert darf nach § 253 V HGB beibehalten werden. Auswirkung auf die steuerliche
Bilanzierung:
Der niedrige Wert ist steuerlich unzulässig. Keine Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die
Steuerbilanz.

Fortgeführte Anschaffungskosten
Vorlesen

Willi Schmitz führt einen Spiele-Großhandel in Köln. Ein Wirtschaftsjahr entspricht einem
Kalenderjahr. Er ermittelt den Gewinn nach § 4 I i.V. mit § 5 EStG und versteuert seine Umsätze nach
den allgemeinen Vorschriften des UStG. Willi Schmitz ist zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt.
Seine Umsätze unterliegen einem Steuersatz von 19 %. Die Voraussetzungen nach § 7 g EStG sind
erfüllt.
Schmitz nutzt seit Anfang Mai 2017 seinen Privatwagen nur noch für sein Unternehmen. Das Auto
mit einer Nutzungsdauer von fünf Jahren erwarb er am 15.10.2015 für 25.000 € inkl. 19 %
Umsatzsteuer. Am 1.7.2015 hatte das Fahrzeug einen Teilwert von 19.000 €.

Ermitteln Sie die fortgeführten Anschaffungskosten. Bestimmen Sie den Einlagewert und geben Sie
entsprechende Rechtsvorschriften an.

Lösung zur Aufgabe fortgeführte Anschaffungskosten


Vorlesen

Die fortgeführten Anschaffungskosten ermitteln sich wie folgt:

Anschaffungskosten am 15.10.2015 25.000 €

abzgl. AfA 2015 (25.000 € · 20 % · 3/12) 1.250 €

abzgl. AfA 2016 (25.000 € · 20 %) 5.000 €

abzgl. AfA 2017 (25.000 € · 20 % · 4/12) 1.666,67 €

Einlagewert 17.083,33 €

Da die Einlage innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung erfolgte und der Teilwert die
fortgeführten Anschaffungskosten übersteigt, ist das Fahrzeug mit den fortgeführten
Anschaffungskosten nach § 6 I Nr. 5 EStG anzusetzen.

Berechnung der Anschaffungskosten


Vorlesen

Willi Schmitz führt einen Spiele-Großhandel in Köln. Ein Wirtschaftsjahr entspricht einem
Kalenderjahr. Er ermittelt den Gewinn nach § 4 I i.V. mit § 5 EStG und versteuert seine Umsätze nach
den allgemeinen Vorschriften des UStG. Willi Schmitz ist zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt.
Seine Umsätze unterliegen einem Steuersatz von 19 %. Die Voraussetzungen nach § 7 g EStG sind
erfüllt.
Anfang August 2017 kaufte Schmitz einen Neuwagen, den er ausschließlich für seinen Betrieb nutzt.
Er bekam folgende Rechnung:

Am 4.8.2017 lieferten wir folgendes aus:

1 Fiat-Kombi, Listenpreis 28.000 €

abzgl. Sonderrabatt 2.000 €

gesamt 26.000 €

+ Sonderausstattung 1.500 €

+ Überführungskosten 600 €

+ KfZ-Kennzeichen 30 €

gesamt 28.130 €

+ 19 % USt 5.344,70 €

33.474,7 €

abzgl. 2 % Skonto 669,49 €

verbleiben 32.805,21 €

+ Zulassungskosten 40 €

+ 1 Tankfüllung (inkl. 19 % 60 €
USt)

Rechnungsbetrag 32.905,21 €
Gutschrift Gebrauchtfahrzeug 15.000 €

+ 19 % USt 2.850 € 17.850 €

verbleiben 15.055,21 €

Der Gebrauchtwagen war am 31.12.2016 in voller Höhe abgeschrieben. Ein Investitionsabzugsbetrag


war für die Anschaffung des Neuwagens nicht in Anspruch genommen.

Buchen Sie die Inzahlunggabe des Gebrauchtwagen und ermitteln Sie unter Angabe der einzelnen
Positionen die Anschaffungskosten des Neuwagens. Buchen Sie alles Weitere, das sich aus der
Rechnung des Autoverkäufers ergibt.

Lösung zu Berechnung der Anschaffungskosten


Vorlesen

Ermittlung der Anschaffungskosten :

Listenpreis 28.000 €

abzgl. Sonderrabatt 2.000 €

+ Sonderausstattung 1.500 €

+ Überführungskosten 600 €

+ Kfz.-Kennzeichen 30 €

abzgl. 3 % Skonto 562,6 €


(netto)

+ Zulassungskosten 40 €
Anschaffungskosten 27.607,4 €

Verbuchung der Inzahlunggabe des Gebrauchtfahrzeugs:

Forderungen LuL 17.850 an an Erlöse aus Anlagenverkauf 15.000 €


an Umsatzsteuer 2.850 €

Weitere Buchungen:

Fahrzeuge 27607,4

Vorsteuer (5344,70 -106,89 (auf 5237,81 a Verb. 32845,21


Skonto) n LuL

Kfz-Kosten 50,42

Vorsteuern 9,58 € an erb. LuL 60,00 €

Verb. LuL 32.905, 21 an Ford. LuL 17.850 €


Bank 15.055,21 €

Selbstkontrolle (Aufgabe 5)
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Willi Schmitz führt einen Spiele-Großhandel in Köln. Ein Wirtschaftsjahr entspricht einem
Kalenderjahr. Er ermittelt den Gewinn nach § 4 I i.V. mit § 5 EStG und versteuert seine Umsätze nach
den allgemeinen Vorschriften des UStG. Willi Schmitz ist zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt.
Seine Umsätze unterliegen einem Steuersatz von 19 %. Die Voraussetzungen nach § 7g EStG sind
erfüllt. Er benutzt für andere einschlägige Wirtschaftsgüter die Pool-Abschreibung. Seit Anfang Mai
2017 benutzt Schmitz sein privates Regal nur noch als Ablagemöglichkeit für seine Akten im
Betriebsgebäude. Das Regal wurde Anfang Mai 2009 für 5.210 € gekauft und hat eine
Gesamtnutzungsdauer von zehn Jahren. Anfang Mai betrug sein Teilwert 350 €.

Geben Sie die höchstmögliche Afa für das Regal im Zeitraum der betrieblichen Nutzung 2017 an.
Ermitteln Sie den Einlagewert und begründen Sie. Buchen Sie Afa und Einlage.

Lösung zu Aufgabe 5
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Die Einlage ist mit einem Teilwert von 350 € gebucht werden und ist nach § 6 I 5 EStG zu bewerten.

Es muss ein Sammelposten gebildet werden, der gleichmäßig über fünf Jahre aufgelöst wird, da es
sich um geringwertiges Wirtschaftsgut handelt (§ 6 II a EStG).Die AfA beläuft sich auf 20 % von 350 =
70 €.

Buchung Einlage und AfA :

GWG Sammelposten 350 € an Privateinlage 350 €

AfA GWG Sammelposten 70 € an GWG Sammelpos ten 70 €

 Änderungen von Steuerbilanzen


 Bilanzberichtigung und Bilanzänderung
Bilanzberichtigung
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MERKE

Manchmal muss eine Steuerbilanz verändert werden. Sie sollten hierzu unterscheiden können:

 Bilanzberichtigung und
 Bilanzänderung

Widmen wir uns zunächst der Bilanzberichtigung.


Man spricht von einer Bilanzberichtigung, wenn ein falscher Bilanzansatz durch einen richtigen
ersetzt wird (§ 4 II 1 EStG in Verbindung mit R 4.4 I EStR). Wenn wegen eines fehlerhaften
Bilanzansatzes Steuern verkürzt wurden, so ist die Berichtigung für den Steuerpflichtigen zwingend
(§ 153 I Nr. 1 AO). Zeitlich kann die Bilanz jederzeit berichtigt werden, bis die Veranlagung, welche
auf der (fehlerhaften) Bilanz beruht, rechtskräftig ist. Wenn die Bilanzberichtigung eines Jahres nach
AO nicht mehr möglich ist, muss der falsche Bilanzansatz in der ersten Schlussbilanz des ersten
Jahres, das berichtigt werden kann, erfolgswirksam richtig gestellt werden (R 4.4 I 3 EStR).

BEISPIEL

Unternehmer Till aus Dortmund kauft im Jahre 2014 für 500.000 € ein Grundstück, um hierauf eine
Lagerhalle zu errichten. Wegen eines Unwetterschadens sinkt der Teilwert des Grundstücks
dauerhaft auf 200.000 € ab. Die Veranlagungen für die Jahre 2016 und 2017 sind noch nicht
bestandskräftig, die erforderliche Teilwertabschreibung wurde zum Ende des Jahres 2017 vom
Buchhalter Fritz Vergesslich allerdings noch nicht vorgenommen.

Der Buchhalter muss jene Bilanzen ändern, zu denen die Veranlagung noch nicht bestandskräftig
sind. Dies bedeutet also, dass er die Bilanz für 2016, welche schon erstellt wurde, zu berichtigen hat,
indem er die erforderliche Teilwertabschreibung gewinnmindernd vornimmt (R 4.4 I 3 EStR). Es
handelt sich um einen falschen Bilanzansatz in der Bilanz 2016, welcher durch einen richtigen
Bilanzansatz ersetzt wird, mithin um eine Bilanzberichtigung.

 1Lückentext Nr. 3
 2Lückentext Nr. 4
 3Lückentext Nr. 5
 4Lückentext Nr. 6
 5Lückentext Nr. 7
 6MC-Aufgabe Nr. 1

Lückentext Nr. 3

Aufgabe 1 von 6

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Man spricht von einer Bilanzberichtigung, wenn ein falscher   durch einen
richtigen ersetzt wird.
Lösen

Unterschied zwischen Bilanzänderung und


Bilanzberichtigung
Vorlesen

Bei einer Bilanzänderung wird ein zulässiger Bilanzansatz durch einen anderen zulässigen


Bilanzansatz ersetzt (§ 4 II 2 EStG). Es muss hierbei ein enger zeitlicher und sachlicher
Zusammenhang mit der Bilanzberichtigung bestehen, insbesondere nach einer Außenprüfung.

BEISPIEL

Unternehmer Fritz Bautzen aus Berlin hat ein bewegliches Wirtschaftsgut linear abgeschrieben.

Da er das Wahlrecht hat, linear abzuschreiben (§ 7 I EStG) bzw. degressiv (§ 7 II EStG), kann er den


zulässigen Bilanzansatz ersetzen durch den ebenfalls zulässigen, für ihn günstigeren Ansatz der
degressiven Abschreibung.

Bilanzberichtigung oder Bilanzänderung?


Zusammenfassend gilt für die Bilanzberichtigung und Bilanzänderung folgendes:

MERKE

Gemäß § 4 Abs. 2 EStG ergeben sich zwei Möglichkeiten der Korrektur einer Bilanz, die an
verschiedene Tatbestandsvoraussetzungen geknüpft sind:

Für die Bilanzberichtigung gilt: Ersetzung eines falschen Bilanzansatzes durch einen richtigen


Bilanzansatz gem. § 4 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 1 EStG, R 4.4 Abs. 1 EStR;

Für die Bilanzänderung gilt: Ersetzung eines richtigen Bilanzansatzes durch einen anderen


richtigen Bilanzansatz gem. § 4 Abs. 2 Satz 2 EStG, R 4.4 Abs. 2 EStR. Die Bilanzänderung muss
dabei in einem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der Bilanzberichtigung stehen und sie
ist nur zulässig, soweit die Auswirkung der Bilanzberichtigung auf den Gewinn vorhanden ist.

Die Korrektur einzelner Bilanzpositionen erfordert nicht zwingend die Erstellung einer neuen


Bilanz; es genügen formlose Anmerkungen/Ergänzungen zur Steuerbilanz.
 1Lückentext Nr. 8
 2MC-Aufgabe Nr. 2
 3Bilanzänderung
 4Bilanzänderung

Lückentext Nr. 8

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Bei einer  wird ein zulässiger Bilanzansatz durch einen anderen zulässigen
Bilanzansatz ersetzt.

Lösen

 Aufgaben zu Kapitel 5
Selbstkontrolle (Aufgabe 1)
Vorlesen

Beim Einzelgewerbetreibenden Friedel Freudel aus Bonn,


dessen Einkommensteuerveranlagung für 2016 unter dem Vorbehalt der Nachprüfung (§ 164 I
AO) durchgeführt wurde, wird im Kalenderjahr 2017 eine Außenprüfung durchgeführt. Dabei kam es
zu folgenden Feststellungen:

 ein unbebautes Grundstück, das im Alleineigentum der Ehefrau von Friedel steht, ist mit
den Anschaffungskosten von 50.000 € aktiviert worden,
 in der Bilanz zum 31.12.2016 wurde der Warenbestand als Folge einer unzulässigen
Teilwertabschreibung um 60.000 € zu niedrig bewertet,
 Friedel hat ein von ihm im Januar 2016 für 50.000 € erworbenes unbebautes Grundstück
nicht bilanziert, obwohl er dieses seit Anschaffung als Lagerplatz für sein Unternehmen nutzt.

Lösung zu Aufgabe 1
Vorlesen
Ein Bilanzansatz ist unzulässig, wenn er objektiv, also dem Grunde oder der Höhe nach gegen
zwingende einkommensteuerliche oder handelsrechtliche Bilanzierungsvorschriften verstößt (=
objektiver Fehlerbegriff). Insofern kommt es auch bei Verstößen gegen die Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung (GoB), die nach § 5 I EStG zu beachten sind zu fehlerhaften
Bilanzansätzen, welche zu berichtigen sind. Es kommt zu einer Bilanzberichtigung,
wenn Bilanzpositionen überhaupt nicht oder aber falsch angesetzt wurden. Der
Bilanzierungsfehler kann darin bestehen, dass

 ein Wirtschaftsgut in der Bilanz zu hoch oder zu niedrig ausgewiesen wird,


 dass ein Wirtschaftsgut des
notwendigen Privatvermögens als Betriebsvermögen ausgewiesen wird,
 dass ein Wirtschaftsgut des Betriebsvermögens nicht in der Bilanz ausgewiesen wird.

Die Bilanz des Friedel zum 31.12.2016 muss berichtigt werden:

Der Warenbestand muss um 60.000 € höher angesetzt werden. Die Gewinnerhöhung beträgt also
60.000 €. Das im Eigentum der Ehefrau ist erfolgsneutral auszubuchen: Gewinnauswirkung 0 €. Der
im Eigentum des Friedel stehende Lagerplatz ist mit seinen Anschaffungskosten in Höhe von 50.000
€ zu aktivieren, die Gewinnauswirkung liegt bei 0 €.
Insgesamt war die Position „Grundstücke“ in der eingereichten Bilanz zwar zutreffend, trotzdem
lagen zwei fehlerhafte Bilanzansätze vor.

EXPERTENTIPP

Bearbeiten Sie zu den Begriffen Bilanzberichtigung und Bilanzänderung nochmals die


Ausführungen aus Kapitel 5.