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DIN EN 1559-1:2011-05

Nationales Vorwort
Diese Europäische Norm (EN 1559-1:2011) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 190 „Gießereiwesen“
erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN (Deutschland) gehalten wird.

Für die deutsche Mitarbeit ist der Arbeitsausschuss NA 036-00-04 AA „Geometrische Produktspezifikation
und Technische Lieferbedingungen“ des Normenausschusses Gießereiwesen (GINA) verantwortlich.

Änderungen

Gegenüber DIN EN 1559-1:1997-08 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Definitionen in Begriffe geändert, “Abnahmekriterien” “Zeichnung”, “Fertigungsschweißen” und


“Verbindungsschweißen” aufgenommen;

b) im Abschnitt 7, „Fehler“ durch „Ungänzen“ ersetzt;

c) im Abschnitt 8, neue Überschrift: Prüfung;

d) in 8.4.1, neues Produktionsverfahren für Probestücke eingefügt: parallel gegossen;

e) in 8.6, neue Überschrift: Ungültigkeit von Prüfergebnissen;

f) Angleichung an EN 10021:2006, in 8.1.2, 8.2.3.1, 8.5.1, 8.5.2, 8.8 und 11 (neuer Absatz bzw. Text
angepasst);

g) Literaturhinweise sind kein Anhang mehr und an das Ende der Norm verschoben.

Frühere Ausgaben

DIN 1693: 1961-09


DIN 1693-14: 1973-10
DIN 1690-1: 1981-08; 1985-05
DIN EN 1559-1: 1997-08

Für die in diesem Dokument zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden
DIN ISO Normen hingewiesen:

ISO 5459 siehe DIN ISO 5459

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Literaturhinweise

DIN ISO 5459, Technische Zeichnungen; Form- und Lagetolerierung; Bezüge und Bezugssysteme für
geometrische Toleranzen

2
EUROPÄISCHE NORM EN 1559-1
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Februar 2011

ICS 77.180 Ersatz für EN 1559-1:1997

Deutsche Fassung

Gießereiwesen —
Technische Lieferbedingungen —
Teil 1: Allgemeines

Founding — Fonderie —
Technical conditions of delivery — Conditions techniques de fourniture —
Part 1: General Partie 1: Généralités

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 15. Januar 2011 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN-CENELEC oder bei jedem CEN-
Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-
Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen,
Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten
Königreich und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: Avenue Marnix 17, B-1000 Brüssel

© 2011 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 1559-1:2011 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

Inhalt Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................3
Einleitung.............................................................................................................................................................4
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................5
2 Normative Verweisungen ......................................................................................................................5
3 Begriffe ...................................................................................................................................................6
4 Vom Käufer anzugebende Informationen ...........................................................................................8
4.1 Verbindliche Informationen ..................................................................................................................8
4.2 ƔƔ Optionale Informationen .................................................................................................................9
4.3 Zeichnungen, Modelle und Werkzeuge .............................................................................................10
4.4 ƔƔ Information über die Masse (Gewicht) ........................................................................................10
4.5 ƔƔ Vormuster.......................................................................................................................................10
4.6 ƔƔ Erstmuster......................................................................................................................................11
5 Bezeichnungen ....................................................................................................................................11
6 Herstellung ...........................................................................................................................................11
6.1 ƔƔ Herstellungsverfahren ..................................................................................................................11
6.2 Schweißungen......................................................................................................................................11
7 Anforderungen .....................................................................................................................................12
7.1 Allgemeines..........................................................................................................................................12
7.2 Werkstoff ..............................................................................................................................................13
7.3 Gussstück.............................................................................................................................................13
8 Prüfung .................................................................................................................................................15
8.1 Allgemeines..........................................................................................................................................15
8.2 Arten von Prüfdokumenten und Arten der Prüfung.........................................................................15
8.3 Prüfeinheit ............................................................................................................................................16
8.4 Probestücke .........................................................................................................................................17
8.5 Prüfverfahren .......................................................................................................................................17
8.6 Ungültigkeit von Prüfergebnissen .....................................................................................................18
8.7 Wiederholungsprüfungen ...................................................................................................................18
8.8 Aussortieren und Nachbehandlung...................................................................................................19
9 Kennzeichnung ....................................................................................................................................19
10 Verpackung und Oberflächenschutz .................................................................................................19
11 Beanstandungen..................................................................................................................................19
Anhang A (normativ) Checkliste mit den verbindlichen und/oder optionalen Informationen.................20
Anhang B (informativ) Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser Europäischen
Norm und der vorherigen Ausgabe ...................................................................................................22
Literaturhinweise ..............................................................................................................................................23

2
DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 1559-1:2011) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 190 „Gießereiwesen“
erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis August 2011, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis August 2011 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können.
CEN [und/oder CENELEC] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu
identifizieren.

Dieses Dokument ersetzt EN 1559-1:1997.

Anhang B enthält Einzelheiten zu wesentlichen technischen Änderungen in dieser Europäischen Norm im


Vergleich zur vorherigen Ausgabe.

Im Rahmen seines Arbeitsprogramms hat das Technische Komitee CEN/TC 190 die Arbeitsgruppe
CEN/TC 190/WG 1.10 „Technische Lieferbedingungen und Gusseisenbezeichung“ mit der Überarbeitung der
EN 1559-1:1997 beauftragt:

EN 1559-1, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 1: Allgemeines

Die vorliegende Norm ist Teil einer Reihe von Europäischen Normen für Technische Lieferbedingungen für
Gussstücke. Die anderen Normen dieser Reihe sind:

EN 1559-2, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 2: Zusätzliche Anforderungen an Stahl-


gussstücke

EN 1559-3, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 3: Zusätzliche Anforderungen an Eisen-


gussstücke

EN 1559-4, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 4: Zusätzliche Anforderungen an Guss-


stücke aus Aluminiumlegierungen

EN 1559-5, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 5: Zusätzliche Anforderungen an Guss-


stücke aus Magnesiumlegierungen

EN 1559-6, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 6: Zusätzliche Anforderungen an Guss-


stücke aus Zinklegierungen

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg,
Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei,
Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

Einleitung
Diese Europäische Norm verwendet ein Kennzeichnungssystem für Lieferbedingungen mit folgendem Aufbau:

 mit einem Punkt (Ɣ) gekennzeichnete Unterabschnitte weisen darauf hin, dass die Bedingungen zum
Zeitpunkt der Anfrage und Bestellung vereinbart werden müssen;

 mit zwei Punkten (ƔƔ) gekennzeichnete Unterabschnitte weisen darauf hin, dass die Bedingungen zum
Zeitpunkt der Anfrage und Bestellung vereinbart werden können (optional);

 Unterabschnitte ohne Punkt sind verbindlich.

Der Käufer legt die Anforderungen an das (die) Gussstück(e) entsprechend dem vorgesehenen Zweck fest.

Der Hersteller fertigt das (die) Gussstück(e) entsprechend den beschriebenen Anforderungen.

Es wird empfohlen, dass sich Hersteller und Käufer umfassend verständigen.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

1 Anwendungsbereich
Dieser Teil von EN 1559 legt die allgemeinen Technischen Lieferbedingungen für Gussstücke aus metal-
lischen Werkstoffen mit Ausnahme von Gussstücken aus Kupferlegierungen fest.

Dieser Teil von EN 1559 gilt nicht für metallische Gussstücke für eine Weiterbearbeitung, wie Schmiedeblöcke
und Strangguss und Vorblöcke.

ANMERKUNG 1 Die Technischen Lieferbedingungen für Gussstücke aus Kupferlegierungen sind in EN 1982 festgelegt.

ANMERKUNG 2 Zusätzliche spezifische Anforderungen hinsichtlich der Technischen Lieferbedingungen für bestimmte
Werkstoffe sind in folgenden Teilen dieser Normenreihe festgelegt: EN 1559-2 für Stahlguss; EN 1559-3 für Gusseisen;
EN 1559-4 für Aluminiumguss; EN 1559-5 für Magnesiumguss; EN 1559-6 für Zinkguss.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 1559-2, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 2: Zusätzliche Anforderungen an Stahl-


gussstücke

EN 1559-3, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 3: Zusätzliche Anforderungen an Eisen-


gussstücke

EN 1559-4, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 4: Zusätzliche Anforderungen an Guss-


stücke aus Aluminiumlegierungen

EN 1559-5, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 5: Zusätzliche Anforderungen an


Gussstücke aus Magnesiumlegierungen

EN 1559-6, Gießereiwesen — Technische Lieferbedingungen — Teil 6: Zusätzliche Anforderungen an


Gussstücke aus Zinklegierungen

EN 1560, Gießereiwesen — Bezeichnungssystem für Gusseisen — Werkstoffkurzzeichen und Werkstoff-


nummern

EN 1754, Magnesium und Magnesiumlegierungen — Anoden, Blockmetalle und Gussstücke aus Magnesium
und Magnesiumlegierungen — Bezeichnungssystem

EN 1780-1, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Bezeichnung von unlegiertem und legiertem Aluminium
in Masseln, Vorlegierungen und Gussstücken — Teil 1: Numerisches Bezeichnungssystem

EN 1780-2, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Bezeichnung von unlegiertem und legiertem Aluminium
in Masseln, Vorlegierungen und Gussstücken — Teil 2: Bezeichnungssystem mit chemischen Symbolen

EN 10027-1, Bezeichnungssysteme für Stähle — Teil 1: Kurznamen

EN 10027-2, Bezeichnungssysteme für Stähle — Teil 2: Nummernsystem

EN 10204:2004, Metallische Erzeugnisse — Arten von Prüfbescheinigungen

EN 12844, Zink und Zinklegierungen — Gussstücke — Spezifikationen

EN 12883, Gießereiwesen — Einrichtungen zur Herstellung von verlorenen Modellen für das Wachs-
ausschmelzverfahren

5
DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

EN 12890, Gießereiwesen — Modelle, Modelleinrichtungen und Kernkästen zur Herstellung von Sandformen
und Sandkernen

EN 12892, Gießereiwesen — Einrichtungen zur Herstellung von verlorenen Modellen für das Vollformgieß-
verfahren

EN ISO 10135, Geometrische Produktspezifikation (GPS) — Zeichnungsangaben für Formteile in der


technischen Produktdokumentation (TPD) (ISO 10135:2007)

ISO 80000-1:2009, Quantities and units — Part 1: General

ISO 5459, Technical drawings — Geometrical tolerancing — Datums and datum-systems for geometrical
tolerances

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Käufer
Person oder juristische Person (Körperschaft), die einen Auftrag erteilt

3.2
Hersteller
Person oder juristische Person (Körperschaft), die Gussstücke herstellt

3.3
Gussstück
Werkstück, das seine Gestalt durch Erstarren von flüssigem Metall oder einer Legierung in einer Form er-
halten hat

3.4
Rohgussstück
Gussstück, das nach dem Gießen keiner Nachbehandlung unterzogen wurde (ausgenommen das Entfernen
von Angüssen wie Anschnitten, Speisern und Grat, sowie das Entfernen von Formstoffresten, wenn
erforderlich)

3.5
Gussstück im Lieferzustand
Gussstück, das den Lieferanforderungen in der Bestellung entsprechend gefertigt ist

3.6
Erstmuster
Gussstück, das vollständig unter Verwendung von Einrichtungen und Verfahren unter geeigneten
Bedingungen der Lenkung der Serienfertigung hergestellt wurde

ANMERKUNG Mit dem Erstmuster soll der Beweis erbracht werden, dass der Hersteller in der Lage ist, die vom Käufer
gestellten Qualitätsforderungen (Maße, Werkstoff, Funktion usw.) zu erfüllen.

3.7
Vormuster
Gussstück, welches in weitem Umfang mit dem „Erstmuster“ übereinstimmt, aber nicht oder nur teilweise
unter Verwendung der Einrichtungen und Verfahren der Serienproduktion gefertigt wurde

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

3.8
maßgebende Wanddicke
kennzeichnende Wanddicke des Gussstücks, festgelegt für die Bestimmung der Größe der Probestücke für
die die mechanischen Kennwerte gelten

ANMERKUNG Nicht immer für alle Werkstoffe geeignet.

3.9
Prüfung
Tätigkeiten wie Messen, Untersuchen, Ermitteln von Prüfergebnissen, Messen (mit Lehren) eines oder
mehrerer Merkmale eines Erzeugnisses oder einer Dienstleistung und Vergleich der Ergebnisse mit
festgelegten Anforderungen, um Übereinstimmung festzustellen

3.10
laufende Überwachung
regelmäßige Prüfung der Merkmale und/oder Herstellungsbedingungen eines im allgemeinen über einen
längeren Zeitraum, in großen Mengen und jeweils nach derselben Spezifikation hergestellten Gussstücks

ANMERKUNG Die Prüfung wird nach einem vereinbarten Verfahren durchgeführt und darf auch vereinbarte statistische
Methoden einschließen.

3.11
Abnahmebeauftragter
eine oder mehrere Personen, entweder der in amtlichen Regelwerken bezeichnete Abnahmebeauftragte; vom
Hersteller ernannte, vom Herstellungsprozess funktionell unabhängige, für den Käufer arbeitende
Abnahmebeauftragte oder vom Käufer benannte Abnahmebeauftragte

3.12
Prüfeinheit
Anzahl oder Masse (Gewicht) von Gussstücken, die aufgrund von an den Proben entsprechend den
Anforderungen der zutreffenden Spezifikation, Werkstoffnorm oder Bestellung durchgeführten Prüfungen
gemeinsam angenommen oder zurückgewiesen werden

ANMERKUNG Dieser Begriff wird manchmal als Prüflos oder Prüfcharge bezeichnet.

3.13
Probegussstück
ein Gussstück, das aus einer Prüfeinheit zum Zweck der Entnahme von Proben ausgewählt wird

3.14
Probestück
eine ausreichende Menge Werkstoff zum Zweck der Herstellung einer oder mehrerer Proben

ANMERKUNG 1 Das Probestück kann getrennt gegossen, parallel gegossen, angegossen oder dem Gussstück
entnommen sein.

ANMERKUNG 2 In bestimmten Fällen kann das Probestück das Probegussstück selbst sein.

3.15
Probe
ein Teil eines Probestücks mit festgelegten Maßen, bearbeitet oder unbearbeitet, in einen zur Ausführung
einer bestimmten Prüfung erforderlichen Zustand gebracht

ANMERKUNG In bestimmten Fällen kann die Probe das Probestück selbst sein.

3.16
Reihenprüfung (sequentielle Prüfung)
Prüfgruppe oder -reihe, deren Mittelwerte oder Einzelergebnisse als Nachweis für die Erfüllung der Anforde-
rungen aus Bestellung und/oder Produkt- oder Werkstoffnorm verwendet werden

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

3.17
Abnahmekriterien
zum Zeitpunkt der Bestellung zwischen Hersteller und Käufer vereinbarte Grenzwerte für Prüfergebnisse,
mittels derer die Konformität des Gussstücks (der Gussstücke) mit den festgelegten Anforderungen nach-
gewiesen wird

3.18
Zeichnung
technische Informationen, die im Regelfall maßstäblich nach vereinbarten Regeln graphisch auf einem
Informationsträger dargestellt sind

3.19
Fertigungsschweißen
Produktionsschweißen, das durchgeführt wird, um die vereinbarte Qualität des Gussstückes sicherzustellen

3.20
Verbindungsschweißen
Produktionsschweißen, bei dem Bauteile miteinander verbunden werden, um eine integrale Einheit zu bilden

4 Vom Käufer anzugebende Informationen

4.1 Verbindliche Informationen

Siehe auch Checkliste in Anhang A.

Der Käufer hat bei der Anfrage und der Bestellung eindeutige Angaben zu machen, insbesondere über:

a) die Anzahl der zu liefernden Gussstücke, die zulässigen Abweichungen von dieser Anzahl und den
Lieferplan;

b) die Festlegung des Gusswerkstoffs.

Bei Gussstücken aus genormten Werkstoffen ist folgendes festzulegen:

1) die Nummer der zutreffenden Werkstoffnorm;

2) das Werkstoffkurzzeichen und/oder die Werkstoffnummer des Gusswerkstoffs;

c) die maßgebenden Zeichnungen, Normen und technischen Spezifikationen; im Fall des numerischen
Datenaustausches sollten Regelungen für deren Integrität getroffen werden;

d) die Bereitstellung von Modelleinrichtungen, Kernkästen, Kokillen;

e) die Anforderungen hinsichtlich der äußeren und inneren Gussstückbeschaffenheit;

f) wichtige Angaben für die Bearbeitung, wie betreffende Lage und Einspannstellen.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

4.2 ƔƔ Optionale Informationen

Siehe auch Checkliste in Anhang A.

Soweit anwendbar, müssen Anfrage und Bestellung weitere Anforderungen beinhalten, wie z. B.:

a) die maßgebende Wanddicke der Gussstücke;

b) den Lieferzustand, wie z. B. Wärmebehandlung, Oberflächenbehandlung;

c) zusätzliche Eigenschaften, die nicht in der Werkstoffnorm festgelegt sind;

d) die Masse des Gussstücks;

e) die Lieferung von Vormustern;

f) die Lieferung von Erstmustern;

g) Verfahren und Umfang (Bereich und/oder Häufigkeit) der zerstörungsfreien Prüfung;

h) Verfahren und Umfang (Bereich und/oder Häufigkeit) der durch den Hersteller auszuführenden mecha-
nischen Bearbeitung;

i) Oberflächenbereiche für vom Käufer ausgeführte Arbeitsvorgänge, wie z. B. örtliche Oberflächen-


behandlung, Schweißoperationen usw.;

j) Art und Umfang (Bereich und/oder Häufigkeit) von speziellen Prüfungen, die vom Hersteller auszuführen
sind, und die Bedingungen, die für solche Prüfungen gelten;

k) Kriterien für statistische Probenahme;

l) spezielle auszuführende Messungen oder Spezifikationen, die bei der Fertigung und Prüfung der Guss-
stücke zu beachten sind, insbesondere hinsichtlich der Prüfung von Produktionsschweißungen in den
Fällen, wo Gussstücke teilweise oder vollständig besonderen Spannungsbedingungen unterliegen;

m) Forderungen hinsichtlich Rückverfolgbarkeit;

n) Art der Bescheinigungen, die die durchgeführten Prüfungen abdecken;

o) Art des Oberflächenschutzes und der Verpackung für Lagerung und Transport;

p) Reparaturen und Lagerung der Modelle und Werkzeuge;

q) die Zusammenstellung einer Charge, soweit dies nicht in der Werkstoffspezifikation definiert ist;

r) Vereinbarungen über Produktionsschweißungen;

s) etwaige andere besondere Anforderungen, wie z. B. Gefüge, Korrosionsbeständigkeit, Bearbeitbarkeit;

t) die Anwendung eines Qualitätssicherungssystems, z. B. EN ISO 9001:2008;

u) andere Anforderungen bezüglich der Diskretion (einschließlich Untervergabe).

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

4.3 Zeichnungen, Modelle und Werkzeuge

4.3.1 Ɣ Der Käufer hat dem Hersteller die erforderliche(n) Zeichnung(en), z. B. Zeichnung(en) des Roh-
gussstücks und/oder des fertigbearbeiteten Gussstücks, zur Verfügung zu stellen. Die Kennzeichnung der
entsprechenden Zeichnung(en) ist in der Anfrage und Bestellung festzulegen.

Wenn nicht anders vereinbart, muss (müssen) die Zeichnung(en) internationalen oder nationalen Zeichnungs-
normen entsprechen. Wenn Änderungen der Zeichnung(en) des Käufers notwendig werden, sind diese
zwischen Hersteller und Käufer zu vereinbaren.

Jede Änderung der Zeichnung sollte eindeutig gekennzeichnet sein. Wenn nicht anders vereinbart, müssen
die Modelle und Werkzeuge, soweit zutreffend, EN 12883, EN 12890 und EN 12892 entsprechen.

Es muss angegeben sein, ob eine Formschräge hinzuzufügen, abzuziehen oder zu mitteln ist. Die
Zeichnungsangaben müssen EN ISO 10135 entsprechen.

Soweit zutreffend, müssen die zu bearbeitenden Flächen, die geforderten Bearbeitungszugaben und die
Bezüge (Bezüge siehe ISO 5459) für die Bearbeitung und für die Maßkontrolle in der (den) Zeichnung(en)
festgelegt sein.

4.3.2 ƔƔ Wenn der Käufer dem Hersteller Modelleinrichtungen, Werkzeuge oder Kokillen zur Verfügung
stellt, muss deren Kennzeichnung in der Bestellung festgelegt werden. Die Flächen der zu bearbeitenden
Gussstücke sind eindeutig zu kennzeichnen und, wenn erforderlich, auf der (den) Zeichnung(en) anzugeben.

Wenn nicht anders gefordert, bestimmt der Käufer Form, Maße und Eignung der zur Verfügung gestellten
Modelleinrichtungen, Werkzeuge oder Kokillen, Schaumstoffmodelle und Einlegeteile.

Der Gussstückhersteller muss überprüfen, ob die Modelle usw. brauchbar und vollständig ist.

Der Käufer darf vom Hersteller fordern, die gelieferte Einrichtung vollständig zu kontrollieren oder sich davon
zu überzeugen, dass die Bearbeitungszugaben für sein Fertigungsverfahren und für jede nachfolgende
Bearbeitung ausreichen.

4.3.3 Ɣ Für Allgemeintoleranzen und Bearbeitungszugaben für Gussstücke gilt EN ISO 8062-3, wenn
nichts anderes vom Käufer festgelegt wurde.

Der Gusstoleranzgrad und, soweit anwendbar, der geforderte Grad der Bearbeitungszugabe sind in der
Zeichnung oder in der Bestellung festzulegen.

4.4 ƔƔ Information über die Masse (Gewicht)


Wenn es für die Masse (das Gewicht) der Gussstücke eine Toleranz gibt, ist bis zum Zeitpunkt der Bestellung
zu vereinbaren, ob die Masse des Gussstückes gleich der nach der Zeichnung errechneten Masse sein muss
oder gleich der eines Erstmusters, dessen Maße innerhalb der Maßtoleranzen liegen. Wenn die Masse nach
der Zeichnung errechnet wird, dann müssen jegliche Änderungen der Form oder des Gießverfahrens und alle
Bearbeitungszugaben in Betracht gezogen werden.

4.5 ƔƔ Vormuster
Die Lieferung von Vormustern darf vereinbart werden.

Wenn Vormuster nur für die Maßkontrolle verwendet werden, die Werkstoffeigenschaften aber von den
vereinbarten Werten abweichen dürfen, so ist dies zwischen Hersteller und Käufer zu vereinbaren.

Wenn die vereinbarten Toleranzen beim Vormuster überschritten wurden und wenn der Käufer seine Ge-
nehmigung für solche Abweichungen erteilt, müssen die neuen Grenzwerte vereinbart werden.

Die Zulassungsbedingungen müssen vorher vereinbart und vertraglich dokumentiert werden.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

4.6 ƔƔ Erstmuster
Die Lieferung von Erstmustern darf vereinbart werden.

Wenn die vereinbarten Grenzwerte oder Toleranzen am Erstmuster überschritten werden und wenn der
Käufer sein Einverständnis für solche Abweichungen gibt, müssen neue Grenzwerte und Toleranzen ver-
einbart werden.

Die Zulassungsbedingungen müssen vorher vereinbart und vertraglich dokumentiert werden.

5 Bezeichnungen
Bezeichnungen von Gusswerkstoffen müssen mit folgenden Europäischen Normen, soweit anwendbar,
übereinstimmen:

a) Stahlguss: EN 10027-1 und EN 10027-2;

b) Gusseisen: EN 1560;

c) Magnesiumguss: EN 1754;

d) Aluminiumguss: EN 1780-1 und EN 1780-2;

e) Zinkguss: EN 12844.

6 Herstellung

6.1 ƔƔ Herstellungsverfahren

Das Herstellungsverfahren ist dem Ermessen des Herstellers zu überlassen, sofern bis zum Zeitpunkt der
Bestellung nichts anderes vereinbart wurde oder nichts anderes in der Produktnorm festgelegt ist.

ANMERKUNG Das Herstellungsverfahren umfasst alle Fertigungsvorgänge bis zur Auslieferung des Gussstücks (der
Gussstücke).

Die Schmelz- und Formverfahren sind dem Käufer zur Information mitzuteilen, wenn eine entsprechende
Anfrage in der Bestellung gemacht wurde.

6.2 Schweißungen

6.2.1 Allgemeines

Es gelten die Begriffe und Definitionen in den zutreffenden Europäischen Normen für das Schweißen.

6.2.2 ƔƔ Produktionsschweißen

6.2.2.1 Das Produktionsschweißen schließt das Fertigungsschweißen und das Verbindungsschweißen


ein.

Falls Verbindungsschweißen erforderlich ist, muss der Käufer in der Anfrage und Bestellung eindeutige
Angaben mitteilen.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

6.2.2.2 ƔƔ Entsprechend der Schweißbarkeit des Werkstoffs, der Geometrie der Schweißung und der
Form und dem Verwendungszweck des Gussstücks gibt es drei Möglichkeiten für das Fertigungsschweißen.

Wenn nicht in irgendeiner anderen zutreffenden Produktnorm und/oder in Liefernormen eine Wahlmöglichkeit
festgehalten ist, haben die Partner eine oder mehrere der nachstehenden Möglichkeiten zu vereinbaren:

a) der Hersteller darf eine Fertigungsschweißung ohne Rückfrage an den Käufer durchführen;

b) der Hersteller hat den Käufer zu informieren, wenn eine Fertigungsschweißung durchgeführt wurde;

c) der Hersteller hat vom Käufer das Einverständnis einzuholen, bevor eine Fertigungsschweißung
durchgeführt wird.

In der Bestellung dürfen ein erprobtes Verfahren und/oder eine technische Schweißanleitung und/oder
geeignete qualifizierte Schweißer gefordert werden.

6.2.2.3 ƔƔ Unter angemessener Berücksichtigung des Werkstoffs und der Form des Gussstücks sind
Produktionsschweißungen so durchzuführen, dass die im Schweißwerkstoff und in der Schweißzone
relevanten Eigenschaftswerte den Anforderungen an die Eigenschaften des Grundwerkstoffs ausreichend
entsprechen.

Vereinbarungen dürfen hinsichtlich des zu verwendenden Schweißzusatzwerkstoffs getroffen werden.


Andernfalls muss der Hersteller, sofern zutreffend, in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Werkstoff-
norm oder entsprechend seinen Erfahrungen entscheiden.

Die Bereiche, wo Produktionsschweißungen durchzuführen sind, sind so vorzubereiten und zu prüfen, dass
eine einwandfreie Schweißung sichergestellt ist. Bei der Durchführung von Schweißarbeiten dürfen keine
Stopfen oder ähnliche Mittel verwendet werden, sofern nichts Gegenteiliges mit dem Käufer vereinbart wurde.
Werden bei großen Schweißstellen Füllstücke eingesetzt, so müssen sie aus artgleichem Werkstoff sein.

6.2.2.4 ƔƔ Wenn ein Gussstück an bestimmten Stellen oder vollständig besonderen Beanspruchungen
unterliegt und wenn diese besondere Maßnahmen oder die Einhaltung besonderer Festlegungen während der
Fertigung oder der Prüfung der Gussstücke erfordern, dürfen mit dem Hersteller bis zum Zeitpunkt der Be-
stellung Vereinbarungen hinsichtlich der Produktionsschweißungen und deren Prüfung getroffen werden.

6.2.2.5 ƔƔ Die Dokumentation von Bereichen von Produktionsschweißungen darf vereinbart werden.

6.2.2.6 ƔƔ Falls erforderlich, ist das Gussstück nach einer Produktionsschweißung einer Wärme-
behandlung zu unterziehen. Zu diesem Zweck sind die Festlegungen der Werkstoffnormen zu beachten.

7 Anforderungen

7.1 Allgemeines

Die Anforderungen bezüglich der Werkstoffe oder der Gussstücke müssen getrennt betrachtet werden.

Die Gussstücke müssen den Anforderungen der Bestellung entsprechen. Folglich muss der Hersteller eine
angemessene Prozesssteuerung und Prüfung durchführen, um sicherzustellen, dass die Lieferung den
Anforderungen der Bestellung entspricht, unabhängig von der Art des erforderlichen Prüfdokuments
(siehe 8.2).

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

7.2 Werkstoff

7.2.1 Chemische Zusammensetzung

Wurde in der Anfrage und der Bestellung nichts anderes festgelegt, gelten hinsichtlich der chemischen
Zusammensetzung des Gusswerkstoffes die Anforderungen in der entsprechenden Werkstoffnorm.

Wenn in der Anfrage und in der Bestellung nichts anderes festgelegt wurde, müssen sich die Angaben über
die chemische Zusammensetzung des Gusswerkstoffs auf das Flüssigmetall beziehen, d. h. chemische
Zusammensetzung in der Pfanne.

Wenn weder die zutreffenden Werkstoffnormen noch die Bestellung oder Anfrage Angaben über die
chemische Zusammensetzung des Gusswerkstoffes enthalten, z. B. in Fällen, in denen der Werkstoff nur
durch mechanische Eigenschaften festgelegt ist, bleibt die Wahl einer geeigneten chemischen Zusammen-
setzung dem Hersteller überlassen.

7.2.2 Mechanische Eigenschaften

Wenn in der Anfrage und in der Bestellung nichts anderes festgelegt wurde, gelten hinsichtlich der Werkstoff-
eigenschaften die Anforderungen in der entsprechenden Werkstoffnorm.

7.2.3 ƔƔ Andere Eigenschaften

Andere Werkstoffeigenschaften, wie beispielsweise Korrosionsbeständigkeit, Kriechwiderstand, Gefüge oder


spezielle physikalische Eigenschaften, dürfen festgelegt werden.

7.3 Gussstück

7.3.1 Chemische Zusammensetzung

Wenn die Durchführung einer chemische Analyse an einem Gussstück gefordert ist, müssen die zulässigen
Abweichungen denen in der Werkstoffnorm oder den zwischen Käufer und Hersteller vereinbarten
entsprechen. Soweit anwendbar, muss die Lage der Probenahme zwischen Käufer und Hersteller vereinbart
werden.

7.3.2 ƔƔ Mechanische Eigenschaften

Wenn für bestimmte Bereiche des Gussstücks oder für das gesamte Gussstück besondere Eigenschaften
gelten, z. B. Dehngrenze, Zugfestigkeit, Härte, müssen diese Eigenschaften bis zum Zeitpunkt der Bestellung
vereinbart werden. In derartigen Fällen müssen zusätzlich zwischen Käufer und Hersteller die Lage, die Form
des Probestücks, die Bedingungen bei der Probenahme und die Abnahmekriterien vereinbart werden.

7.3.3 Äußere und innere Beschaffenheit (zerstörungsfreie Prüfung)

7.3.3.1 Ɣ Anforderungen an die äußere und/oder innere Beschaffenheit des Gussstücks (der Guss-
stücke) müssen, sofern zutreffend, vereinbart werden.

Sie müssen festlegen:

 das anzuwendende zerstörungsfreie Prüfverfahren;

 den Prüfumfang (Bereich und/oder Häufigkeit);

 die Abnahmekriterien.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

In denjenigen Bereichen, wo eine zerstörungsfreie Prüfung vereinbart wurde, ist der geforderte Oberflächen-
zustand durch Anwendung eines geeigneten Verfahrens sicherzustellen.

Hinweise auf Ungänzen müssen nach den betreffenden Normen der Zerstörungsfreien Prüfung angegeben
werden.

7.3.3.2 Wenn geringfügige Oberflächen-Ungänzen die Anwendung nicht beeinträchtigen oder sofern die
Oberfläche des Gussstücks dem Erstmuster entspricht, brauchen diese nicht entfernt zu werden.

ANMERKUNG Beispiele für geringfügige Oberflächen-Ungänzen sind kleine Sand- oder Schlackenstellen, kleine Kalt-
schweißstellen, kleine Schülpen, kleine Lunker, Anhäufungen von kleinen Poren, Formstoffreste, Unebenheiten, Grat.

7.3.3.3 Nichtakzeptable äußere und innere Ungänzen dürfen nach Verfahren ausgebessert werden, die
in EN 1559-2 bis EN 1559-6 festgelegt sind. Eine entsprechende Verfahrensweise darf zwischen Käufer und
Hersteller vereinbart werden. Im Falle von Rohgussstücken wird empfohlen, dass der Käufer mit dem
Hersteller die Wahl eines zerstörungsfreien Prüfverfahrens und Abnahmekriterien für eine nachfolgende
Oberflächenbearbeitung erörtert. Sofern nicht näher vereinbart, sind Ungänzen, die während der üblichen
mechanischen Bearbeitung entfernt werden, nicht als Nicht-Konformität anzusehen.

7.3.3.4 ƔƔ Falls gefordert, ist die Oberflächenbeschaffenheit einschließlich feinem Grat und Teilungsgrat
zu vereinbaren.

ANMERKUNG Beispiele für annehmbare Oberflächengüten sind Oberflächenvergleichsmuster oder ein anderes
Gussstück als Grenzmuster usw.

7.3.4 Gussstückbeschaffenheit

7.3.4.1 Form und Maß

Formen und Maße der Gussstücke müssen den Anforderungen in der Bestellung entsprechen und in Form
von Zeichnungen, Modellen oder Schablonen angegeben werden.

Ɣ Die Anfrage und die Bestellung müssen Einzelheiten über festzulegende Maßtoleranzen und
Bearbeitungszugaben enthalten, vorzugsweise in Übereinstimmung mit EN ISO 8062-1,
prCEN ISO/TS 8062-2 und EN ISO 8062-3.

7.3.4.2 Putzen

Sofern bis zum Zeitpunkt der Bestellung nicht anders vereinbart, sind die Gussstücke geputzt, aber unbe-
arbeitet zu liefern. Anschnitte und Speiser sind zu entfernen. Reste von Formstoffen und Fremdstoffen sowie
Zunder sind von den zugänglichen Oberflächen zu entfernen.

7.3.5 ƔƔ Masse des Gussstücks

Wenn anwendbar, sind die Masse und ihre Toleranz bis zum Zeitpunkt der Bestellung zu vereinbaren.

7.3.6 ƔƔ Besondere Anforderungen an die Gussstückbeschaffenheit

Besondere Anforderungen an die Gussstückbeschaffenheit, z. B. Druckdichtheit gegenüber bestimmten


Medien, bei festgelegten Drücken und Temperaturen oder das Gefüge, sind bis zum Zeitpunkt der Bestellung
festzulegen.

Wenn gefordert ist, dass die Fertigung auf der Basis von Erst- oder Vormustern freigegeben wird, dann ist
dies bis zum Zeitpunkt der Bestellung zu vereinbaren.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

8 Prüfung

8.1 Allgemeines

8.1.1 Der Hersteller hat die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen, um sicherzustellen, dass die
vereinbarten Anforderungen eingehalten werden. Die Prüfung muss durch geeignetes Personal erfolgen.

8.1.2 Während der Prüfung muss der Hersteller die Rückverfolgbarkeit zwischen Probegussstücken, Probe-
stücken, Proben und den Prüfeinheiten (Chargen) sicherstellen, zu denen sie gehören.

8.1.3 ƔƔ Der Käufer darf mit dem Hersteller Vereinbarungen über geeignete Maßnahmen und das Niveau
der Qualitätsprüfung treffen, des weiteren, ob die Prüfer eine bestimmte Qualifikation und/oder Zertifikation
vorzuweisen haben, und über die vorgeschriebene Art dieser Zertifikation und den Umfang der
Dokumentation der Ergebnisse.

8.2 Arten von Prüfdokumenten und Arten der Prüfung

8.2.1 Ɣ Arten der Prüfung

Der Käufer muss bei der Bestellung, falls er die Ausstellung einer Prüfbescheinigung wünscht, die Art der
Bescheinigung angeben (siehe EN 10204).

8.2.2 ƔƔ Nichtspezifische Prüfung(en)

Der Käufer darf aufgrund nichtspezifischer Prüfungen die Ausstellung einer Werksbescheinigung (siehe
„Typ 2.1“ in EN 10204:2004) oder eines Werkszeugnisses (siehe „Typ 2.2“ in EN 10204:2004) durch den
Hersteller verlangen. Wenn der Käufer ein Werkszeugnis verlangt, muss er mit angeben, für welche Merkmale
des Gussstücks Prüfergebnisse in der Bescheinigung aufzuführen sind.

8.2.3 ƔƔ Spezifische Prüfung(en)

8.2.3.1 ƔƔ Zu liefernde Angaben

Wenn der Käufer spezifische Prüfungen zum Nachweis der Übereinstimmung des Gussstücks der Lieferung
mit den Anforderungen der Bestellung verlangt, so muss die Anfrage und Bestellung folgende Angaben
enthalten:

 die Art der gewünschten Bescheinigung nach EN 10204: Abnahmeprüfzeugnis „Typ 3.1“ oder „Typ 3.2“;
und falls die Produkt- oder Werkstoffnorm keine entsprechenden Angaben enthält: die Prüfeinheit und die
Anzahl der Probestücke je Prüfeinheit;

 die Bedingungen für die Probenahme und für die Vorbereitung der Probestücke und Proben;

 gegebenenfalls die Identifizierung der Prüfeinheiten;

 die Prüfverfahren.

Im Falle von Abnahmeprüfzeugnissen „Typ 3.2“ (siehe EN 10204:2004) müssen in der Bestellung geeignete
Details zur Kontaktaufnahme mit der Prüfstelle enthalten sein.

8.2.3.2 ƔƔ Ort der spezifischen Prüfungen

Wenn die erforderlichen Einrichtungen nicht im Herstellerwerk vorhanden sind, sind die spezifischen
Prüfungen an einem anderen zwischen den beiden Parteien vereinbarten Ort oder in einer von einer
anerkannten Organisation akkreditierten Prüfstelle, vorzugsweise im Lande des Herstellers, durchzuführen. In
diesem Fall sind die Gussstücke nicht auszuliefern, bevor die Prüfergebnisse dem Hersteller vorliegen.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

8.2.3.3 Vorlage zur spezifischen Prüfung durch einen Abnahmebeauftragten

Die Vorlage eines Teils oder der ganzen Lieferung zur spezifischen Prüfung ist dem Abnahmebeauftragten
durch den Hersteller oder durch dessen bevollmächtigten Vertreter rechtzeitig mitzuteilen. Dabei ist auf die
Bestellung Bezug zu nehmen. Dem Abnahmebeauftragten ist spätestens zu Beginn der Prüfung ein
Vorstellungsschein zu übermitteln, in dem auf die Bestellung oder auf die zur Prüfung vorgestellten Teile der
Bestellung Bezug genommen wird.

Um Störungen des normalen Fertigungsablaufs zu vermeiden, sind Uhrzeit und Datum für die Prüfungen
zwischen Hersteller und Abnahmebeauftragten zu vereinbaren.

Wenn der werksfremde Abnahmebeauftragte nicht zum vereinbarten Termin erscheint, darf, um Störungen im
Fertigungsablauf zu vermeiden, in Absprache mit dem Käufer, der Sachverständige des Herstellers die
Abnahmeprüfungen selbst durchführen und dem Käufer oder seinem Abnahmebeauftragten das Abnahme-
prüfzeugnis aushändigen, es sei denn, dass dies ausdrücklich ausgeschlossen wurde.

8.2.3.4 Rechte und Pflichten des Abnahmebeauftragten

Der Abnahmebeauftragte muss zur Durchführung der vereinbarten Prüfungen zu jedem passenden Zeitpunkt
freien Zugang zu den Stellen haben, an denen die zu prüfenden Gussstücke gefertigt und gelagert werden. Er
darf die Probegussstücke der Prüfeinheit auswählen, von denen Probestücke entsprechend den Spezifika-
tionen zu entnehmen sind. Er hat das Recht, die Probenahme, die Vorbereitung (mechanische Bearbeitung
und Behandlung) der Proben und die Durchführung der Prüfungen zu verfolgen. Er hat alle Anweisungen,
insbesondere die Sicherheitsanweisungen, des Werks zu befolgen. Der Hersteller kann sich das Recht
vorbehalten, ihn von einem Werksangehörigen begleiten zu lassen. Die Prüfungen sind so durchzuführen,
dass der normale Betriebsablauf so wenig wie möglich gestört wird.

8.2.4 ƔƔ Laufende Überwachung

In besonderen Fällen kann die spezifische Prüfung eines Gussstücks auf Vereinbarung durch eine laufende
Überwachung seiner Merkmale und/oder der Herstellung durch den Hersteller ersetzt werden. Die nachzuwei-
senden Merkmale und deren Werte, die Prüfhäufigkeit und, falls erforderlich, die geforderten Bescheinigungen
sind bis zum Zeitpunkt der Bestellung zu vereinbaren. Diese Vereinbarung muss, wo dies erforderlich ist,
auch das Recht des Käufers vorsehen, diese Prüfung zu verifizieren.

8.3 Prüfeinheit

8.3.1 ƔƔ Bildung von Prüfeinheiten

Für jede Art von Prüfungen muss in der Produktspezifikation oder der Bestellung die Prüfeinheit festgelegt
sein.

Die Prüfeinheit kann gebildet werden durch:

 ein Einzelgussstück;

 eine Menge (Anzahl) von Gussstücken aus einer einzelnen Schmelze, die derselben Behandlung
unterzogen wurden;

 eine Menge (Anzahl) von Gussstücken, die derselben Wärmebehandlung unterzogen wurden;

 eine Tonnage (Masse) von Gussstücken.

8.3.2 ƔƔ Größe von Prüfeinheiten

Die Größe von Prüfeinheiten ist in der Bestellung festzulegen.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

8.3.3 ƔƔ Prüfhäufigkeit

Die Prüfhäufigkeit ist entweder entsprechend den Angaben in der Werkstoffnorm, der Produktnorm oder der
Spezifikation des Käufers zu vereinbaren.

8.4 Probestücke

8.4.1 Falls gefordert, sind Probestücke, wie in der entsprechenden Werkstoffnorm festgelegt oder bis zum
Zeitpunkt der Bestellung vereinbart, herzustellen. Diese können:

 getrennt gegossen;
 parallel gegossen;
 angegossen; oder
 aus dem Gussstück entnommen
sein. Die Dicke der Probestücke muss mit der maßgebenden Wanddicke des Gusstücks übereinstimmen, wie
in der zutreffenden Werkstoffnorm festgelegt.

8.4.2 Falls in der Zeichnung oder Werkstoffnorm oder der Bestellung die Art und Lage der Probestücke
nicht festlegt wurde, ist dies dem Ermessen des Herstellers zu überlassen.

8.4.3 ƔƔ Anzahl und Größe der Probestücke richten sich nach der festgelegten Anzahl der Proben für die
vereinbarten Prüfungen einschließlich der Wiederholungsprüfungen.

8.4.4 Wenn nicht anders festgelegt, dürfen angegossene Probestücke erst nach deren Kennzeichnung und
gegebenenfalls Wärmebehandlung abgetrennt werden.

8.4.5 Getrennt gegossene Probestücke, parallel gegossene Probestücke und solche, die für eine mecha-
nische Bearbeitung abgetrennt werden müssen, sind zu kennzeichnen. Im Falle einer Wärmebehandlung sind
diese zusammen mit der Prüfeinheit der Wärmebehandlung zu unterziehen, wenn dies in der entsprechenden
Werkstoffnorm nicht anders festgelegt ist.

8.5 Prüfverfahren

8.5.1 Prüfverfahren und Einrichtungen

Prüfungen sind entsprechend der zutreffenden Europäischen Norm durchzuführen; dies gilt auch für die
Darstellung der Ergebnisse. Gibt es keine solche Europäische Norm, so sind die Prüfverfahren zum Zeitpunkt
der Anfrage oder Bestellung zu vereinbaren.

ANMERKUNG In den Literaturhinweisen (siehe [1] bis [5] und [13] bis [17]) ist eine Auflistung einiger Europäischer
Normen zur Prüfung und Analyse enthalten.

Sämtliche Prüf- und Messeinrichtungen, die der Hersteller für den Nachweis von in der Bestellung oder
Produktspezifikation enthaltenen Anforderungen benutzt, müssen mittels zertifizierter Messnormalien, deren
Rückverfolgbarkeit zu national oder international anerkannten Messnormalien bekannt ist, kalibriert und
justiert und einer angemessenen Prüfmittelüberwachung unterworfen werden. Falls keine Messnormalien
vorliegen, ist das Kalibrierverfahren zu dokumentieren. Der Hersteller oder sein bevollmächtigter Vertreter hat
die Aufschreibungen über die Kalibrierung der Prüf- und Messeinrichtungen aufzubewahren. Die Genauigkeit
der Prüf- und Messeinrichtungen muss in Bezug auf die festgelegten Werte und Abweichungen ausreichend
sein.

Die chemische Zusammensetzung kann durch chemische, physikalische oder spektrochemische Analyse-
verfahren nach anerkannten Normen bestimmt werden. In strittigen Fällen muss das anzuwendende
Verfahren vereinbart werden.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

8.5.2 Rundung der Ergebnisse aus mechanischen und chemischen Prüfungen

Wenn in der Produktspezifikation oder Bestellung nichts Anderes angegeben ist, sind die Ergebnisse
mechanischer Prüfungen und chemischer Analysen für den Vergleich mit den festgelegten Werten mit
derselben Stellenzahl wie diese anzugeben. Falls die Prüfergebnisse zu diesem Zweck zu runden sind, so
sind dabei die entsprechenden Angaben der Prüfnormen oder die der ISO 80000-1:2009, Anhang B, Regel B,
zu beachten.

8.6 Ungültigkeit von Prüfergebnissen

Es gelten die Anforderungen in der entsprechenden Werkstoffnorm.

Wenn in der entsprechenden Werkstoffnorm nicht anders festgelegt, sind Ergebnisse von Prüfungen an
unsachgemäß entnommenen und/oder unsachgemäß vorbereiteten Proben oder Ergebnisse von
unsachgemäß durchgeführten Prüfungen ungültig.

Wenn aufgrund von Ungänzen (Gefügefehler, Bruch außerhalb der Messlänge beim Zugversuch usw.) an
einer (oder mehreren) Probe(n) nach der Ermittlung der Prüfergebnisse unzureichende Ergebnisse gefunden
wurden, dürfen diese nicht berücksichtigt werden.

8.7 Wiederholungsprüfungen

8.7.1 Allgemeines

Wenn in der Werkstoffnorm, in der Norm über spezielle technische Lieferbedingungen oder in der Produkt-
norm nicht anders festgelegt, gilt Folgendes:

Wenn eine oder mehrere Prüfungen ungenügende oder nichtanforderungsgerechte Ergebnisse liefern, so darf
der Hersteller entweder die betroffene Prüfeinheit zurückziehen oder eine Wiederholungsprüfung nach den in
8.7.2 und 8.7.3 beschriebenen Verfahrensweisen durchführen.

8.7.2 Nichtsequentielle Prüfungen (Einzelwerte)

Wenn das ungenügende oder nichtanforderungsgerechte Ergebnis von Prüfungen stammt, für die kein Mittel-
wert, sondern nur Einzelwerte vorgegeben sind (z. B. Zugversuch, Biegeversuch usw.), so ist wie folgt zu
verfahren:

a) die Prüfeinheit besteht aus einem Stück


Zwei neue Prüfungen derselben Art wie die, die zu dem ungenügenden oder nichtanforderungsgerechten
Ergebnis führte, sind durchzuführen. Die beiden neuen Prüfungen müssen zufriedenstellende oder
anforderungsgerechte Ergebnisse liefern; andernfalls ist das Gussstück zurückzuweisen oder einer
Nachbehandlung zu unterziehen;
b) die Prüfeinheit besteht aus mehr als einem Stück
Wenn nicht anders vereinbart, hat der Hersteller die Wahl, das Probegussstück, von dem das unge-
nügende oder nichtanforderungsgerechte Prüfergebnis stammt, in der Prüfeinheit zu belassen oder es
zurückzuziehen.
1) Wenn das Probegussstück aus der Prüfeinheit zurückgezogen wird, hat der Abnahmebeauftragte
zwei weitere Probegussstücke aus der Prüfeinheit auszuwählen. An jedem dieser Probegussstücke
ist dann unter denselben Bedingungen wie zuvor eine Prüfung derselben Art wie zuvor durchzu-
führen; die beiden neuen Prüfungen müssen zufriedenstellende oder anforderungsgerechte
Ergebnisse liefern;
2) Wenn das Probegussstück in der Prüfeinheit belassen wird, ist ebenfalls wie unter 1) beschrieben,
zu verfahren; jedoch ist eine der beiden neuen Proben von dem in der Prüfeinheit belassenen
Probegussstück zu entnehmen. Beide neuen Prüfungen müssen zufriedenstellende oder
anforderungsgerechte Ergebnisse liefern.

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

8.7.3 Reihenprüfungen (sequentielle Prüfungen)

Wiederholungsprüfungen von Reihenprüfungen, z. B. Kerbschlagversuch, müssen nach EN 1559-2,


EN 1559-3, EN 1559-4, EN 1559-5 oder EN 1559-6 und/oder nach der entsprechenden Werkstoffnorm
durchgeführt werden.

8.8 Aussortieren und Nachbehandlung

Der Hersteller hat das Recht, nichtanforderungsgerechte Gussstücke entweder vor oder nach den Wieder-
holungsprüfungen auszusortieren und/oder einer Nachbehandlung zu unterziehen (z. B. Wärmebehandlung,
mechanische Bearbeitung usw.). Anschließend sind diese Gussstücke als neue Prüfeinheit entsprechend 8.3
vorzulegen.

Wenn die Erzeugnisse nicht nachbehandelt oder ausgebessert, sondern nur sortiert wurden, ist die erneute
Prüfung auf die Anforderungen zu beschränken, die bei der ersten Prüfung nicht erfüllt waren.

Der Hersteller hat den Abnahmebeauftragten über das angewandte Verfahren des Aussortierens und/oder der
Nachbehandlung zu informieren.

9 Kennzeichnung
Bei Lieferung muss der Hersteller entweder die Gussstücke oder die Versandeinheit mit seinem Kennzeichen
und zusätzlich in Übereinstimmung mit der Produktnorm und/oder nach der bis zum Zeitpunkt der Bestellung
getroffenen Vereinbarung gekennzeichnet haben, mit

ƔƔ wenn gefordert:
 Angaben zur Rückverfolgbarkeit;
 Bezeichnung der Legierung;
 einer anderen vom Käufer gewünschten Kennzeichnung.
Wenn eine spezifische Prüfung erforderlich ist, sind die Versandeinheiten oder Produkte so zu kennzeichnen,
dass deren Zuordnung zum Abnahmeprüfzeugnis „3.1“ oder „3.2“ sichergestellt ist.

10 Verpackung und Oberflächenschutz


Wenn bis zum Zeitpunkt der Annahme der Bestellung keine besonderen Vereinbarungen getroffen wurden,
muss der Hersteller gegebenenfalls die Wahl der Verpackung und/oder des Oberflächenschutzes für den
Transport und Lagerung der Gussstücke haben.

11 Beanstandungen
Im Falle einer Beanstandung muss der Hersteller die Möglichkeit haben, sich innerhalb einer angemessenen
Zeit von der Berechtigung der Beanstandung zu überzeugen.

Die Bedingungen der Probenahme und die zur Bewertung der strittigen Merkmale verwendeten Prüfverfahren,
sofern zutreffend, müssen den in 8.4 und 8.5 festgelegten Anforderungen entsprechen.
Sofern nicht anders vereinbart, dürfen Beanstandungen von technischen Gegenständen nur dann vorgebracht
werden, wenn die festgelegten Anforderungen nicht erfüllt sind.

19
DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

Anhang A
(normativ)

Checkliste mit den verbindlichen und/oder optionalen Informationen

Dieser Anhang A enthält eine Checkliste zur schnellen Information über die verschiedenen Punkte, die bis
zum Zeitpunkt der Annahme der Bestellung vereinbart werden müssen oder dürfen (durch X gekennzeichnet,
Tabelle A.1). Sie beziehen sich auf die Abschnitte und Unterabschnitte dieser Norm.

Tabelle A.1 — Checkliste


Vereinbarung
Abschnitt, muss darf
Unter- Titel festgelegt festgelegt Bemerkungen
abschnitt werden werden
Ɣ ƔƔ
4 Vom Käufer anzugebende Informationen
4.1 Verbindliche Informationen
a) Anzahl der Gussstücke X
b) Gusswerkstoff und Werkstoffnorm X
c) Spezifikationen X
d) Modelle X siehe 4.3.1
e) Äußere und innere Beschaffenheit X siehe 7.3.3.1
f) Wesentliche Angaben für die Bearbeitung X
4.2 Optionale Informationen X
4.3 Zeichnungen, Modelle und Werkzeuge
Formschräge, zu bearbeitende Fläche, Bearbeitungs-
X siehe auch 7.3.4.1
zugabe (4.3.1)
Zur Verfügung gestelltes Modell (4.3.2) X
Bearbeitungszugabe nicht nach Norm (4.3.3) X
4.4 Information über die Masse X siehe auch 7.3.5
4.5 Vormuster X
4.6 Erstmuster X
6 Herstellung
6.1 Herstellungsverfahren X
6.2 Schweißungen
Produktionsschweißen (6.2.2.1) X
Vereinbarung über Schweißverfahren (6.2.2.2) X
Bereiche, wo Schweißen zulässig ist (6.2.2.2) X
Besondere Beanspruchungen (6.2.2.3) X
Dokumentation über geschweißte Bereiche (6.2.2.4) X
Wärmebehandlung nach dem Schweißen (6.2.2.5) X
7 Anforderungen
7.2.1 Chemische Zusammensetzung in der Werkstoff-
norm festgelegt
7.2.2 Mechanische Eigenschaften in der Werkstoff-
norm festgelegt
7.2.3 Andere Eigenschaften X

20
DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

Tabelle A.1 (fortgesetzt)


Vereinbarung
Abschnitt, muss darf
Unter- Titel festgelegt festgelegt Bemerkungen
abschnitt werden werden
Ɣ ƔƔ
7.3.1 Chemische Zusammensetzung des Gussstücks
— Lage der Probenahme X
7.3.2 Mechanische Eigenschaften des Gussstücks X
7.3.3 Äußere und/oder innere Beschaffenheit
Spezifikation (7.3.3.1) X
Kleinere Oberflächen-Ungänzen (7.3.3.2) siehe Text
Ausbesserungsverfahren (7.3.3.3) siehe Text
Oberflächenbeschaffenheit (7.3.3.4) X
7.3.4 Gussstückbeschaffenheit
Maßtoleranzen und Bearbeitungszugaben (7.3.4.1) X
Putzen (7.3.4.2) siehe Text
7.3.5 Masse des Gussstücks X
7.3.6 Besondere Anforderungen X
8 Prüfung
8.1 Allgemeines
Rückverfolgbarkeit (8.1.2) siehe Text
Niveau der Qualitätsprüfungen (8.1.3) X
8.2 Arten von Prüfdokumenten und Arten der Prüfung
Arten der Prüfung (8.2.1) X
Nichtspezifische Prüfung(en) (8.2.2) X
Spezifische Prüfung(en) (8.2.3) X
Zu liefernde Angaben (8.2.3.1) X
Ort der spezifischen Prüfungen (8.2.3.2) X
Vorlage zur spezifischen Prüfung (8.2.3.3) siehe Text
Rechte und Pflichten der Abnahmebeauftragten (8.2.3.4) siehe Text
Laufende Überwachung (8.2.4) X
8.3 Prüfeinheit
Bildung von Prüfeinheiten (8.3.1) X
Größe von Prüfeinheiten (8.3.2) X
Prüfhäufigkeit (8.3.3) X
8.4 Probestücke
Arten (8.4.1) siehe Text
Lage (8.4.2) siehe Text
Anzahl und Größe (8.4.3) X
Kennzeichnung (8.4.5) siehe Text
8.5 Prüfverfahren siehe Text
8.6 Ungültigkeit von Prüfungen siehe Text
8.7 Wiederholungsprüfungen siehe Text
8.8 Aussortieren und Nachbehandlung siehe Text
9 Kennzeichnung X
10 Verpackung und Oberflächenschutz siehe Text
11 Beanstandungen siehe Text

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DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

Anhang B
(informativ)

Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser


Europäischen Norm und der vorherigen Ausgabe

Abschnitt/Absatz/Tabelle/Bild Änderung
3.17 Begriff aufgenommen: Abnahmekriterien
3.18 Begriff aufgenommen: Zeichnung
3.19 Begriff aufgenommen: Fertigungsschweißen
3.20 Begriff aufgenommen: Verbindungsschweißen
f) wichtige Angaben für die Bearbeitung, wie betreffende Lage und
4.1
Einspannstellen - aufgenommen
Eingefügter Absatz: Angleichung an EN 10021:2006,
8.1.2
Allgemeine technische Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse
8.2.3 (nur engl. Fassung) Überschrift des Absatzes geändert: „testing“ gestrichen
Eingefügter (letzter) Abschnitt: Angleichung an EN 10021:2006,
8.2.3.1
Allgemeine technische Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse
8.4.1 Neues Produktionsverfahren für Probestücke eingefügt: parallel gegossen
Neuer Absatz „Prüfverfahren und Einrichtungen“ eingefügt:
8.5.1 Angleichung an EN 10021:2006,
Allgemeine technische Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse
Neuer Absatz „Rundung der Ergebnisse aus mechanischen und
8.5.2 chemischen Prüfungen“ eingefügt: Angleichung an EN 10021:2006,
Allgemeine technische Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse
8.6 Neue Überschrift: Ungültigkeit von Prüfergebnissen
2. Abschnitt geändert: Angleichung an EN 10021:2006,
8.8
Allgemeine technische Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse
2. Abschnitt geändert: Angleichung an EN 10021:2006,
11
Allgemeine technische Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse
Literaturhinweise
ANMERKUNG Die aufgeführten technischen Änderungen enthalten die wesentlichen technischen Änderungen der
überarbeiteten EN; es handelt sich jedoch nicht um eine erschöpfende Auflistung sämtlicher Abänderungen gegenüber
der vorherigen Fassung.

22
DIN EN 1559-1:2011-05
EN 1559-1:2011 (D)

Literaturhinweise

[1] EN ISO 148-1, Metallische Werkstoffe — Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy —


Teil 1: Prüfverfahren (ISO 148-1:2009)

[2] EN 1369, Gießereiwesen — Magnetpulverprüfung

[3] prEN 1370, Gießereiwesen — Bestimmung der Oberflächenqualität

[4] EN 1371-1, Gießereiwesen — Eindringprüfung — Teil 1: Sand-, Schwerkraftkokillen - und


Niederdruckkokillengussstücke

[5] EN 1371-2, Gießereiwesen — Eindringprüfung — Teil 2: Feingussstücke

[6] EN 1982, Kupfer und Kupferlegierungen — Blockmetalle und Gussstücke;

[7] EN ISO 6892-1, Metallische Werkstoffe — Zugversuch — Teil 1: Prüfverfahren bei Raumtemperatur
(ISO 6892-1:2009)

[8] EN ISO 8062-1, Geometrische Produktspezifikation (GPS) — Maß-, Form- und Lagetoleranzen für
Formteile — Teil 1: Begriffe (ISO 8062-1:2007)

[9] prCEN ISO/TS 8062-2, Geometrische Produktspezifikation (GPS) — Maß-, Form- und Lagetoleranzen
für Formteile — Teil 2 — Regeln (ISO/DTS 8062-2:2010)

[10] EN ISO 8062-3, Geometrische Produktspezifikation (GPS) — Maß-, Form- und Lagetoleranzen für
Formteile — Teil 3: Allgemeine Maß-, Form- und Lagetoleranzen und Bearbeitungszugaben für
Gussstücke (ISO 8062-3:2007)

[11] EN ISO 9001:2008, Qualitätsmanagementsysteme — Anforderungen (ISO 9001:2008)

[12] EN 10021, Allgemeine technische Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse

[13] EN 12680-1, Gießereiwesen — Ultraschallprüfung — Teil 1: Stahlgussstücke für allgemeine


Verwendung

[14] EN 12680-2, Gießereiwesen — Ultraschallprüfung — Teil 2: Stahlgussstücke für hoch beanspruchte


Bauteile

[15] EN 12680-3, Gießereiwesen — Ultraschallprüfung — Teil 3: Gussstücke aus Gusseisen mit Kugel-
graphit

[16] EN 12681, Gießereiwesen — Durchstrahlungsprüfung

[17] EN ISO 6506-1, Metallische Werkstoffe — Härteprüfung nach Brinell — Teil 1: Prüfverfahren
(ISO 6506-1:2005)

23