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Eine Argumentation schreiben

Wie baue ich eine Argumentation auf?


Jede Argumentation besteht aus drei Teilen.

1. These/Behauptung

Mit der These wird zu einem Problem eine Behauptung aufgestellt.

2. Argument/Begründung

Das Argument begründet die These und wird sprachlich häufig durch Kausalkonjunktionen,
wie z.B. weil und da eingeleitet.

3. Beispiel/Beleg/Zitat/usw.

Der letzte Schritt der Argumentation ist es, eine These mit Beispielen, Belegen, Zitaten, usw.
zu stützen.

Beispiel einer Argumentation


(1) Ich halte den Fernseher für eine wichtige Freizeitbeschäftigung. (2) Beim Fernsehen erhalte ich
viele Informationen. (3) Wenn ich zum Beispiel Tierfilme schaue, lerne ich viele neue Dinge, die ich im
Biologieunterricht gebrauchen kann. Ebenso sind die Nachrichtensendungen sehr informativ. Dort
erfahre ich viel über das Geschehen in der Welt.

(1) Gelb: ________

(2) Grün: ________

(3) Türkis: ________

Schuluniformen sollten nicht in Deutschland eingeführt werden, da es Schülern mehr Freiraum in


ihrer persönlichen Entwicklung gibt. Durch die Einheitskleidung wird den Schülern die Individualität
genommen und durch Freizeitkleidung kann man sein Selbstbild selbst ausdrücken. Des Weiteren
wird durch Schuluniformen die Geschlechtertrennung verstärkt. Frauen haben lange drum gekämpft
Hosen zu tragen; jetzt werden die Mädchen in der Schule gezwungen Röcke zu tragen.

(1) Gelb: These

(2) Grün: Argument/Begründung

(3) Türkis: Beispiel/Beleg/Zitat


Argumentieren
Setze die passenden Begriffe in die Lücken.
allgemeingültig Argumenten These überzeugen nachprüfbar Beispielen

Ein Gesprächspartner lässt sich nur dann ______________, wenn es gelingt, eine Behauptung zu
begründen. Dadurch kann der andere dazu veranlasst werden, seinen Standpunkt zu überprüfen und
ihn gegebenfalls zu verändern

Eine ______________ ist eine Ausgangsbehauptung, die mit ______________ und ______________
glaubhaft gemacht werden kann. Es kommt dabei drauf an, ob die Thesen ______________
anerkannt werden oder für andere ______________ sind.

Tipps für eine gelungene Argumentation


Tipp 1: Informiere dich zum Thema.

Tipp 2: Mach ein Brainstorming und leg dir eine Mindmap an.

Tipp 3: Ordne deine Argumente und Gedanken unter Oberbegriffen; ordne sie nach für (pro) und
wider (kontra).

Tipp 4: Erstelle eine einfache Gliederung.

Tipp 5: Baue deine Argumentation bestehend aus:

- Einer Einleitung, die das Thema einführt


- Einem Hauptteil mit den Argumenten; das wichtigste als letztes Argument
- Einen Schluss, mit der eigenen Meinung

Bitte überlege zur folgenden Diskussionsfrage, welche Argumente dafür, welche


dagegensprechen. Notiere dir Stichworte.
An ihrer deutschen Hochschule findet eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zu dem Thema
„Studiengebühren – ja oder nein?“ statt. Es wird darüber debattiert, ob das Studium in Zukunft
kostenlos bleiben soll oder nicht.

Welche Argumente sprechen für und welche gegen eine Einführung von Studiengebühren?

Argumente dafür Argumente dagegen

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Argumente verbinden (Verbindungswörter)
zunächst einmal, an erster Stelle wäre zu nennen, vor allem sollte man

dann aber auch, ferner, weiterhin, und auch, nicht weniger wichtig ist

darüber hinaus, es bleibt auch zu bedenken, ein ähnlicher Punkt ist

ebenso, außerdem, hinzu kommt, ebenfalls

eng damit verknüpft ist, dabei muss auch bedacht werden

ähnlich steht es um, nicht anders ist es mit

nicht zu vergessen, es se auch daran erinnert, dass

schließlich, zu guter Letzt, als letztes Argument sein angeführt, zum Schluss muss gesagt werden

Gegensätze in einer Argumentation zeigen


Nicht nur … man muss auch

Einerseits … andererseits

Dem gegenüber ist auch zu bedenken

Trotz all dieser Gründe darf nicht übersehen werden

Zwar … aber

Aber auch

Dem steht allerdings entgegen

Man darf jedoch nicht vergessen

Argumente steigern
beginnen wir mit dem, was auf der Hand liegt

schwieriger wird es schon mit, gewichtiger ist da schon

einer Verschärfung des Problems ergibt sich, noch bedeutsamer aber ist

von außerordentlicher Wichtigkeit ist aber, schließlich aber, am deutlichsten wird die Problematik
Beispiel einer pro/kontra Argumentation
Fragestellung: Sollen Chipkarten für Zigarettenautomaten eingeführt werden?

Einleitung

Auf Grund der ständig steigenden Zahl rauchender Jugendlichen unter 16 Jahren wird im Deutschen Bundestag
die Einführung einer Chipkarte für Zigarettenautomaten diskutiert, die es unter 16jährigen unmöglich macht,
am Automaten Zigaretten zu kaufen. Die einen verbinden mit der Einführung der Chipkarte eine Herabsetzung
des Einstiegsalters bei Rauchern. Andere befürchten, dass dieses keinen Einfluss auf das Einstiegsalter haben
wird, sondern vielmehr das „Dealen“ mit Zigaretten auf dem Schulhof beginnt.

Hauptteil

Ein großer Vorteil dieser Chipkarte liegt auf der Hand: Es wird Jugendlichen und teilweise auch Kindern
erschwert, Zigaretten käuflich zu erwerben, da sie unbedingt eine Karte benötigten, um den Automaten zu
nutzen. Ist hierauf jedoch das Geburtsdatum abgespeichert und so wird dann der Automat den Zugriff
verweigern. Daher werden weniger Zigaretten bei Jugendlichen unter 16 Jahren im Umlauf sein. Außerdem
wird dieses dann zur Folge haben, dass der Gruppenzwang beim Rauchen nicht mehr so groß sein kann. Nur
noch wenige Mitglieder einer Klasse oder Clique werden in der Lage sein, sich Zigaretten zu besorgen. Schon
rauchende Jugendliche werden so gezwungen, weniger zu rauchen (da sie nicht unbedingt wissen können,
wann und wo sie die nächsten Zigaretten kaufen können), die Nichtraucher werden die Mehrheit bilden und
somit ihrerseits den Gruppendruck auf die Raucher erhöhen. Ob Rauchen nun als 'cool' gilt oder nicht, das
Phänomen des Gruppenzwangs ist vor allem bei Jugendlichen immer wieder zu beobachten, sei es in
Modefragen, Musikgeschmack oder auch beim Rauchverhalten. Hier wäre er auch einmal positiv einsetzbar.
Vor allem erhoffen sich die Befürworter der Chipkarte für Zigarettenautomaten eine Heraufsetzung des
Einstiegsalters bei Rauchern. Dieses ist dringend erforderlich, da die in Zigaretten enthaltenen Giftstoffe in
besonderem Maße Kinder und Jugendliche schädigen, deren körperliche Entwicklung noch nicht vollständig
abgeschlossen ist. Von den medizinischen Spätfolgen des Rauchens und den Krankheiten abgesehen, könnte
langfristig mit Hilfe der Chipkarte - und somit einer besseren Kontrolle beim Verkauf von Zigaretten - auch die
Zahl der Raucher über 16 Jahren abnehmen. Die Persönlichkeit der Jugendlichen festigt sich mit zunehmenden
Alter, so dass sie resistenter gegen den möglichen Gruppenzwang ihrer 'Freunde' werden.

Neben den positiven ergeben sich aber auch viele negative Aspekte der Einführung der Chipkarte für
Zigarettenautomaten. Es besteht die Gefahr, dass der Reiz des Verbotenen für die Jugendlichen noch größer
wird, da Jugendliche Grenzen austesten wollen und diese häufig ganz bewusst überschreiten. Das fast in jedem
Geschäft erwerbliche Handelsgut 'Zigarette' kann somit noch mehr als bisher die Geltung des Besonderen, des
Außergewöhnlichen und als Statussymbol ('ich übertrete Grenzen') erlangen. Des Weiteren wäre die
Einführung dieser Chipkarte nur ein halbherziger Ausweg, die das eigentliche Problem nicht lösen könnte.
Obwohl Gesetze regeln, dass der Verkauf von Zigaretten an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten
ist, wird in vielen Geschäften - wissentlich? - dagegen verstoßen. Beobachtungen beim Einkauf in
Supermärkten bestätigen mir immer wieder, dass die VerkäuferInnen im Zweifelsfall nicht auf das Vorzeigen
des Personalausweises bestehen, bzw. sich mit fadenscheinigen Ausreden von offensichtlich zu jungen Käufern
von Zigaretten (z.B.: Die sind für meinen Vater, er hat mich eben losgeschickt...) zufrieden geben. Weitaus
schwerwiegender ist jedoch die Gefahr, dass Jugendliche kriminalisiert werden könnten. Es ist nicht
anzunehmen, dass die Chipkarte das Rauchverhalten von Jugendlichen unter 16 Jahren grundsätzlich
verändern wird. Sie werden Mittel und Wege finden, sich Zigaretten zu beschaffen. Z.B. könnten sie sie von
Jugendlichen über 16 Zigaretten erhalten. Dieses 'Dealen' könnte unerwünschte Abhängigkeitsverhältnisse den
älteren Mitschülern gegenüber schaffen. Eine weitere Möglichkeit, die Altersangabe der Chipkarte zu
umgehen bestünde darin, entweder diese Karten älteren zu entwenden oder mit Hilfe eines Computerprofis
die Geburtsdaten zu manipulieren. Diebstahl bzw. Betrug könnten so den Anschein des 'Kavaliersdeliktes'
erhalten und fatale negative Auswirkungen im Umgang und in der Beurteilung dieser kriminellen Handlungen
auf den weiteren Lebensweg der Jugendlichen haben.

Schluss

Berücksichtigt man die vorgetragenen Argumente für und wider der Einführung einer Chipkarte für
Zigarettenautomaten, so wird meines Erachtens deutlich, dass diese Maßnahme allein nur ein unzureichendes
Mittel darstellen kann, Jugendliche unter 16 Jahren vom Rauchen abzuhalten. Negative Begleiterscheinungen
könnten einen vermeintlichen Erfolg bei der Heraufsetzung des Einstiegsalters bei Rauchern überlagern und ad
absurdum führen. Soll dieses Problem ernsthaft angegangen werden, so reicht es meiner Meinung nach aus,
bestehende Gesetze schärfer auszulegen: die Absicht der Einführung der Chipkarte würde allein schon durch
das lasche Verhalten vieler VerkäuferInnen untergraben. Hier müssten härtere Strafen und effektivere
Kontrollen die Geschäfte abhalten, Zigaretten an Jugendliche unter 16 Jahren zu verkaufen. Wesentlich
erfolgversprechender dürften hier jedoch intensivere, auf die Bedürfnisse der Jugendlichen abgestimmte
Kampagnen über die Folgen des Rauchens und eine konsequentere Haltung der Eltern zu dieser Frage sein. Am
wirkungsvollsten jedoch dürfte eine drastische Anhebung der Zigarettenpreise sein, die es Jugendlichen nicht
mehr erlaubt, zu rauchen.

1. Unterstreiche die Thesen.


2. Was benutzt der Autor, um Gegensätze in seiner Argumentation zu zeigen?
Markiere im Text.