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5. Passive Messtechnik
Elektromechanische Messwerke
Elektromechanische Messwerke nutzen elektromagnetische Kräfte, vereinzelt auch
elektrostatische Kräfte, um in Abhängigkeit von Stromstärke oder Spannung einen
Zeigerausschlag zu erzeugen.

Sie sind „passiv“, das heißt, das Messwerk bezieht seine Energie aus dem zu
vermessenden System (Es benötigt keine eigene Spannungsquelle).

• Die Messung beeinflusst das System (durch Energieentzug)


• Es können nur Spannung, Strom, Leistung und Energiemenge
gemessen werden, aber nicht Widerstände bzw. Impedanzen
• Messsystem ist autark (Es funktioniert, sobald die zu messende Größe anliegt)

Anmerkung: Grundsätzlich werde solche passiv arbeitende Messwerke heute nur noch
selten eingesetzt.
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Messwerke
Drehspulmesswerk

Das Drehspulmesswerk nutzt die Kraftwirkung


auf eine stromdurchflossene Leiterschleife in
http://www.biologie.de/artikel/Drehspulinstrument einem Magnetfeld aus.

Leistungsaufnahme ~10-5 W, Ströme bis 10-9 A messbar.


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Messwerke
Drehspulmesswerk
Wirkungsweise l r
Magnetfeld ist
radial homogen

  
=
M el 2 N r × Fel
     
  (
M el = 2 N r × I l × B
 )

M el = 2 N r I l B ea
 
M mech = − D α ea
2NlBr ⇒ Der Zeigerausschlag
α= I ist proportional zum Gleichgewichtsbedingung:
D Strom  
M el + M mech =
0
Stromempfindlichkeit Si
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Messwerke
Galvanometer

Galvanometer sind spezielle Drehspulmessgeräte, die für Nullmessungen


(also Kompensationsmessungen) eingesetzt werden. Sie sind daher oft
nicht kalibriert und die Ruhestellung des Zeigers ist häufig mittig um
positive wie negative Abweichungen von Null zeigen zu können.
Sie besitzen eine hohe Stromempfindlichkeit.
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Messwerke
Dreheisenmesswerk

Dreheisenmesswerke nutzen die


Kraftwirkung zwischen zwei gleichartigen
Magnetpolen aus, wobei das Magnetfeld
durch einen Strom in einer feststehenden
Spule erzeugt wird.

http://dreheisenmesswerk.know-library.net/
typische Eigenschaften:
Robust, geeignet für hohe Ströme,
hohe Leistungsaufnahme (~1W)
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 
Messwerke M mech = − D α ea
Dreheisenmesswerk  dWmagn 
M el = ea
Wirkungsweise dα
1 2
Wmagn = LI
2
 1 dL 2 
M el = I ea
2 dα
 
M el + M mech = 0

1 dL 2
α = k (α ) I 2
(aus Lerch: Elektrische Messtechnik)
= I
⇒ keine lineare Skala 2 D dα
⇒ bei nicht zu großem Ausschlag gilt
Anmerkung: Bei Wechselströmen ist wegen dieser
aber: α ∼ I2.
Abhängigkeit der Zeigerausschlag direkt mit dem
Effektivwert verknüpft!
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Messwerke
Elektrodynamisches Messwerk

Das elektrodynamische Messwerk nutzt die


Kraftwirkung auf eine stromdurchflossene
Leiterschleife in einem Magnetfeld aus
(wie ein Drehspulmesswerk), wobei das
Magnetfeld durch eine zweite Spule erzeugt
wird.

(www.von-grambusch.de/Praxis/Praxis17.htm)

 hoher Eigenverbrauch
 misst das Produkt zweier Ströme
 häufig für Leistungsmessung verwendet
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Messwerke
Elektrodynamisches Messwerk
Wirkungsweise 2N 2lBr
Drehspulmesswerk: α= I2
D
jetzt wird B durch I1 bestimmt:
     
∫ H ⋅ ds = N1I1 = 2bL ⋅ H L + lFe ⋅ H Fe
 µ0 N1  
⇒ B= I1 B = µ0 H L ≈0
(aus Lerch: Elektrische Messtechnik)
2bL

Schaltzeichen: rlN1 N 2
α= µ 0 I1 I 2= k ⋅ I1 I 2
bL D
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 
Messwerke M mech = − D α ea
Elektrostatische Messwerke  dWel 
(Elektrometer) M el = ea

1
Wel = CU 2
2
 1 dC 2 
M el = U ea
(Lerch: Messtechnik))
2 dα
 
Elektrostatische Messwerke nutzten M el + M mech = 0
Coulombsche Kraftwirkungen um
Spannung bzw. Ladungen zu messen.
1 dC 2
Sie messen praktisch stromlos, es wird = α = U k (α ) U 2
jedoch eine gewisse Ladungsmenge zum 2 D dα
Aufladen einer inneren Kapazität benötigt.
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Messwerke
Elektrostatische Messwerke (weitere Bauformen)
Zeigerelektroskop / Elektrometer Influenzelektrometer

Nicht kalibrierte Elektrometer zum qualitativen Nachweis von Ladung/ Spannung


nennt man Elektroskop.
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5. Passive Messtechnik
Messwandler
Messwandler haben am Eingang und Ausgang die gleiche physikalische Größe,
skalieren diese aber um. Sie dienen daher in erster Linie um den Messbereich
einer Messeinrichtung zu erweitern, bzw. um den Wertebereich der Messgröße
an den Wertebereich des Ausgebers der Messeinrichtung anzupassen.
Sie sind passiv, benötigen also keine weitere Energieversorgung.
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Messwandler für Ströme


Messbereichserweiterung

I M RP
=
I P RM
=
I IM + IP

Der Messbereich kann durch


parallel geschaltete Widerstände
vergrößert werden. Beispiel für ein Vielfachstrommessgerät
mit mehreren Messbereichen.

Zur Dimensionierung siehe Übung !!!


Beachte: Die Messbereichserweiterung
durch Parallelwiderstände beeinflusst auch
den Gesamtinnenwiderstand des Messgerätes.
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Messwandler für Spannungen


Messbereichserweiterung

U M RM RP
=
US RS
=
U UM + US

Der Messbereich kann durch


vorgeschaltete Spannungsteiler Beispiel für ein Vielfachmessgerät
vergrößert werden. für Spannung und Strom mit mehreren
Messbereichen.

Zur Dimensionierung siehe Übung !!!


Beachte: Die Messbereichserweiterung
durch Spannungsteiler beeinflusst auch
den Gesamtinnenwiderstand des Messgerätes.
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Messwandler für Wechselströme

Messbereichserweiterungen
Die Erweiterung des Messbereiches kann einerseits analog zur Messung von
Gleichgrößen über Widerstandsnetzwerke erfolgen.

Bei Wechselgrößen gibt es zusätzlich die Möglichkeit induktive Messwandler


(Transformatoren) und kapazitive Messwandler einzusetzen.

Stromwandler (induktiv):

Oft besteht die Primärwicklung nur


aus einer Windung und wird direkt
I1eff N2 1 aus der zu vermessenden Stromschiene
= = = ki gebildet.
I 2 eff N1 ü
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Messwandler für
Wechselspannungen
Messbereichserweiterungen
induktiver Spannungswandler:

Induktive Messwandler zur


Spannungstransformation werden
im Nieder-, Mittel- und Hoch-
spannungsbereich bis ca. 200kV
eingesetzt

U1eff N1
= = ü= ku
U 2 eff N 2
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Messwandler für
Wechselspannungen
Messbereichserweiterungen
Kapazitive Spannungswandler:

kapazitiver
Spannungsteiler

Für Spannungen oberhalb 200KV werden


kapazitive Spannungsteiler eingesetzt.