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Verordnung über die Behandlung von Vermögen der Angehörigen des ehemaligen

polnischen Staates Vom 17. September 1940.

Auf Grund der Verordnung zur Durchsuhrüng des Vierjahresplans vom 18. Oktober
1936 (Reichsgesetzbl. I S. 887) in Verbindung mit der Verordnung zur Einführung des
Vierjahresplans in den Ostgebieten vom 30. Oktober 1939 (Reichsgesetzbl. I S. 2125)
wird für das Gebiet des GroßDeutschen Reichs einschließlich der eingegliederten
Ostgebiete ver ordnet:

§1

(1)Vermögen von Angehörigen des ehemaligen polnischen Staates unterliegt innerhalb


des Gebiets des Großdeutschen Reiches, einschließlich der eingegliederten Ostgebiete,
der Beschlagnahme, kommissarischen Verwaltung und Einziehung nach Maßgabe der
folgenden Vorschriften.« Ich gehe nun zu Paragraph 2 über:

(2)Dies gilt nicht für das Vermögen von Personen, die nach § 6 des Erlasses des Führers
und Reichskanzlers über Gliederung und Verwaltung der Ostgebiete vom 8. Oktober
1939 (Reichsgesetzbl. I S. 2042) die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben. Die
zuständige Stelle (§ 12) kann weitere Ausnahmen zulassen.

(3)Den Angehörigen des ehemaligen polnischen Staates stehen Angehörige der


ehemaligen Freien Stadt Danzig polnischer Volkszugehörigkeit gleich.

§2

(1) Die Beschlagnahme ist auszusprechen bei Vermögen

a) von Juden,

b) von Personen, die geflüchtet oder nicht nur vorübergehend abwesend sind.

(2) Die Beschlagnahme kann ausgesprochen werden,

a) wenn das Vermögen zum öffentlichen Wohl, insbesondere im Interesse der


Reichsverteidigung oder der Festigung des deutschen Volkstums benötigt wird, oder

b) wenn die Eigentümer oder sonstigen Berechtigten nach dem 1. Oktober 1918 in das
ehemalige Gebiet des Deutschen Reiches eingewandert sind.« Nun verlese ich den
ersten, Absatz des Paragraph 9:
(3) Die Beschlagnahme kann aus einzelne Vermögensgegenstände beschränkt werden.

(4) Von der Beschlagnahme sollten regelmäßig ausgenommen werden:

(a) bewegliche Sachen, die ausschließlich der persönlichen Lebensführung zu dienen


bestimmt sind,

(b) Bargeld, Banf-und Sparkassenguthaben sowie Wertpapiere dis zu einem Gesamtwert


von eintausend Reichsmark.

§3

Vermögen sind unbewegliche und bewegliche Sachen (nebst allem Zubehör),


Forderungen, Beteiligungen, Rechte und Interessen aller Art.

§5

(1)Über Vermögen, das der Beschlagnahme unterliegt, kann die kommissarische


Verwaltung angeordnet werden, sofern es die ordnungsmäßige Bewirtschaftung
erfordert.

(2) Die Anordnung der kommissarischen Verwaltung gilt gleichzeitig als


Beschlagnahme.

§6

(1)Der kommissarische Verwalter wird von der zuständigen Stelle bestellt (§12). Er
erhält eine schriftliche Bestallung. Er kann jederzeit abberufen werden.

(2) Bei der Führung der Geschäfte hat er die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns
oder Verwalters anzuwenden und ist für alle aus der Ver letzung dieser Verpflichtungen
entstehenden Schäden verantwortlich.

(3)Der kommissarische Verwalter kann zur Erfüllung seiner Obliegenheiten von der
zuständigen Stelle - unbeschadet seiner strafrechtlichen Verantwortlichkeit - durch
Ordnungsstrafen bis zu zehntausend Reichsmark angehalten werden.
http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?
apm=0&aid=dra&datum=19400004&seite=00001270&zoom=2

https://www.servat.unibe.ch/dns/RGBl_1940_I_1270_VO_Vermoegen_Angehoerige_polnisch
er_Staat.pdf

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