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Vorwort
Wie schon in den letzten Jahren gibt es auch 2016 wieder einen neuen Conrad-Elektronik-Kalender mit 24 Experi-
menten für den 1. bis 24. Dezember. Das Thema ist die digitale Elektronik. Es geht um digitale Zähler mit dem CMOS-
Baustein 4060. Dieses IC enthält 14 digitale Teiler-Flipflops und zusätzlich einen vielseitig einsetzbaren Taktoszillator.
Es ermöglicht ganz unterschiedliche und sehr vielseitige Anwendungen, die nicht nur lehrreich sind, sondern auch
Spaß machen. Am Ende steht eine Schaltung, die als Darstellung eines Holzfeuers und fallender Sterne an den Weih-
nachtsbaum gehängt werden kann.

Es gibt verschiedene Arten, den Elektronik-Kalender zu verwenden. Der eine möchte vielleicht einfach nur alles
genau nach Plan aufbauen und den Erfolg genießen, der andere will es genau verstehen. Die Versuchsbeschreibun-
gen sollen beiden gerecht werden. Deshalb werden der Aufbau und die Funktion jeweils nur so knapp beschrieben,
wie es für den erfolgreichen Aufbau nötig ist. Im Anschluss werden die technischen Hintergründe in kurzer Form
erläutert. So findet man die entscheidenden Hinweise, mit denen man auch auf die Suche nach weiteren Informatio-
nen gehen kann. Die größte Freude bereiten die Experimente übrigens, wenn man mit anderen daran arbeitet. Eltern
und Großeltern können vielleicht wertvolle Erfahrungen weitergeben und das Interesse der Kinder und Jugendlichen
wecken.

Mit den vorhandenen Bauteilen lassen sich noch wesentlich mehr Schaltungen bauen, als hier gezeigt werden kön-
nen. Wer die vorgegebenen Versuche mit Interesse durcharbeitet, findet schnell weitere Schaltungsvarianten und
ähnliche Anwendungen. Und auch ganz neue Schaltungen lassen sich entwickeln. Ihrem Erfindungsreichtum sind
keine Grenzen gesetzt!

Wir wünschen viel Freude und eine frohe Weihnachtszeit!

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Alle Versuche im Überblick

1 Der LED-Test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2 Batterieverbindung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
3 Gesteckter Aufbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
4 Lampenschalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
5 Eine Schutzdiode. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
6 Digitaler Schaltkreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
7 Ein offener Eingang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
8 Rückkopplung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
9 Ein LED-Blinkerr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
10 Schnelles Flackern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
11 Teiler durch 16 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
12 Zähler von null bis drei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
13 Drei-Bit-Zähler bis sieben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
14 Dreivierteltakt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
15 Gestoppter Zähler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
16 Highspeed-Würfel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
17 Lichtsensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12
18 Tastenzähler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12
19 Taste entprellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .13
20 Mehrfachblinkmuster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .13
21 Vier Helligkeitsstufen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14
22 Farbblitzerr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15
23 Vierer-Blinklicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
24 Feuerschein und fallende Sterne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .17
Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

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1 Der LED-Test
1. Tag Der erste Versuch im Advent soll eine LED zum Leuchten bringen. Eine LED darf niemals direkt an eine Spannungs-
quelle gelegt werden, man braucht immer auch einen Vorwiderstand. Ohne diesen Widerstand würde die LED durch
zu viel Strom zerstört! Die LED muss in der korrekten Richtung eingebaut werden. Sie besitzt zwei unterschiedliche
Anschlüsse. Der kurze Draht ist der Minuspol (Kathode K), der längere Draht ist der Pluspol (Anode A). Der breitere
untere Rand ist an der Kathodenseite abgeflacht. Außerdem ist bei allen LEDs in diesem Kalender der größere Halter
im Inneren der LED mit der Kathode verbunden.

Hinter dem ersten Türchen finden Sie eine rote LED und einen dazu passenden Widerstand. Zusätzlich benötigen Sie
eine 9-V-Blockbatterie. Der erste Versuch muss besonders vorsichtig ausgeführt werden. Achtung, vermeiden Sie den
direkten Blick in eine leuchtende LED aus geringen Entfernungen von unter einem Meter. Helle LEDs können Netz-
hautschäden verursachen. Vermeiden Sie es, dass jemals beide LED-Anschlüsse gleichzeitig die Batterieanschlüsse
berühren! Es muss immer der Widerstand in Reihe angeschlossen werden, sonst brennt die LED durch. Halten Sie
beide Bauteile an die Batterie, wie es die Zeichnung zeigt. Die LED leuchtet hell auf.

Elektronische Schaltungen stellt man übersichtlich in Schaltbildern


dar. Für jedes Bauteil gibt es ein Symbol. Die LED besteht aus einem
Dreieck für die Anode und einem geraden Strich für die Kathode. Das
deutet die Stromrichtung an. Zwei kurze Pfeile nach außen stehen für
das abgegebene Licht. Der Widerstand wird als rechteckiges Kästchen
gezeichnet. Jeder Widerstand hat einen bestimmten Widerstandswert.
Hier sind es 10.000 Ohm = 10 Kiloohm (10 k, im Schaltbild kurz
10 k). Das reale Bauteil ist mit Farbringen gekennzeichnet (Braun,
Schwarz, Orange für 10.000 und Gold für mögliche Abweichungen bis
+/–5 %).

Das Schaltbild zeigt eine Reihenschaltung. Der Strom fließt durch


Batterie, Widerstand und LED. Der Widerstand hat dabei die Aufgabe,
die Stromstärke auf einen sinnvollen Wert zu begrenzen. Je größer der
Widerstand, desto kleiner die Stromstärke. Bei 10 k wird die LED
zwar noch weit unterhalb ihres maximal erlaubten Stroms betrieben,
sie leuchtet aber schon ausreichend hell.

2 Batterieverbindung
2. Tag Das zweite Türchen verbirgt einen Batterieclip für die 9-V-Batterie. Bauen Sie den Versuch vom ersten Tag noch
einmal etwas anders auf. Verwenden Sie den Batterieclip und beachten Sie, dass der schwarze Anschlussdraht der
Minuspol ist und der rote der Pluspol. Vermeiden Sie unbedingt einen Kurzschluss der Batterie, also eine direkte
Verbindung der beiden Pole. Denn dabei könnte die Batterie sehr heiß werden und bei einem länger anhaltenden
Kurzschluss im Extremfall sogar explodieren. Außerdem verringern Kurzschlüsse die Lebensdauer der Batterie.

Der Widerstand von 10 k bestimmt den Strom durch die LED. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass etwa
2 V an der LED liegen, also noch 7 V am Widerstand. Daraus ergibt sich ein Strom von nur 0,7 mA. Zum Vergleich:
LEDs werden meist für Ströme von 20 mA ausgelegt. Diese rote LED kommt jedoch schon mit weniger als 1 mA aus,
um deutlich sichtbares Licht zu erzeugen.

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3 Gesteckter Aufbau
Öffnen Sie das dritte Türchen und nehmen Sie eine Steckplatine aus dem Fach. Damit vereinfacht sich der Aufbau 3. Tag
komplizierter Schaltungen. Das Steckboard mit insgesamt 270 Kontakten im 2,54-mm-Raster (0,1 Zoll) sorgt für eine
sichere Verbindung der Bauteile.

Das Steckfeld hat im mittleren


Bereich 230 Kontakte, die jeweils
durch vertikale Streifen mit fünf
Kontakten leitend verbunden sind.
Zusätzlich gibt es am Rand 40 Kon-
takte für die Stromversorgung, die
aus zwei horizontalen Kontaktfeder-
streifen mit je 20 Kontakten beste-
hen. Das Steckfeld verfügt damit
über zwei unabhängige Versorgungs-
schienen, die hier für den Pluspol
und den Minuspol der Batterie ver-
wendet werden.

Das Einsetzen von Bauteilen benötigt


relativ viel Kraft. Die Anschlussdrähte
knicken daher leicht um. Wichtig ist,
dass die Drähte exakt von oben eingeführt werden. Dabei hilft eine Pinzette oder eine kleine Zange. Ein Draht wird
möglichst kurz über dem Steckbrett angefasst und senkrecht nach unten gedrückt. So lassen sich auch empfindliche
Anschlussdrähte wie die verzinnten Enden des Batterieclips ohne Knicken einsetzen.

Bauen Sie die Schaltung aus dem ersten Versuch noch einmal auf der Steckplatine auf. Wieder handelt es sich um
eine Reihenschaltung mit Widerstand und LED. Das Schaltbild zeigt die gleiche Schaltung, aber mit einer etwas
anderen Anordnung der Bauteile, die dem realen Versuch möglichst ähnlich ist.

4 Lampenschalter
Hinter dem vierten Türchen finden Sie den für alle folgenden Versuche notwendigen Draht. Bauen Sie eine LED- 4. Tag
Lampe mit Schaltkontakt. Schneiden Sie ein passendes Stück Draht von 4 cm Länge ab und entfernen Sie an den
Enden die Isolierung auf einer Länge von etwa 5 mm. Dieser Draht soll als Verbindung zur LED eingebaut werden.
Ein kürzerer Draht von 2 cm Länge wird als Zugentlastung eingebaut, um die weichen Anschlussdrähte zu schonen.
Der Batterieclip sollte immer verbunden bleiben, damit sich die Anschlüsse nicht übermäßig abnutzen.

Der einfache Schalter besteht aus zwei blanken Drahtstücken, die sich erst mit einem Fingerdruck berühren. Schnei-
den Sie dazu Drahtstücke von 2 cm Länge ab und entfernen Sie die Isolierung komplett.

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5 Eine Schutzdiode
5. Tag Eine weitere rote LED finden Sie hinter dem Türchen Nummer 5. Bauen Sie diese zweite LED mit in den Stromkreis
ein. Dabei muss die Richtung stimmen, sonst fließt kein Strom. Wenn alles korrekt zusammengebaut wurde, leuch-
ten beide LEDs. Und obwohl nun zwei LEDs in Reihe liegen, ist die Helligkeit der ersten LED fast gleich geblieben.

Die neue LED hat eine wichtige Funk-


tion für die folgenden Versuche. Sie
dient als Schutzdiode und soll eine
falsche Polung der Batterie verhindern.
Das morgen einzusetzende Bauteil
reagiert nämlich sehr empfindlich
auf eine Falschpolung und soll gegen
mögliche Fehler geschützt werden.
Zugleich ist die LED eine einfache
Stromanzeige, mit der man die kor-
rekte Funktion einer Schaltung erken-
nen kann.

6 Digitaler Schaltkreis
Öffnen Sie Türchen Nummer 6. Dahinter finden Sie das wichtigste Bauteil dieses Kalenders, das CMOS-IC 4060.
Dieses IC mit 16 Anschlussbeinchen enthält insgesamt 14 Teiler-Flipflops und eine vielseitige Oszillatorschaltung. Die
6. Tag Anschlüsse 1 und 16 liegen an der linken Seite und sind durch eine Einkerbung gekennzeichnet. Einen zusätzlichen
Hinweis bietet die Beschriftung, die man von der unteren Reihe (Pin 1 bis Pin 8) aus lesen kann. Vor dem ersten Ein-
setzen des ICs müssen die Anschlüsse parallel ausgerichtet werden, weil sie nach der Produktion noch etwas zu weit
nach außen stehen. Drücken Sie alle Beinchen einer Seite zusammen auf eine harte Tischfläche, um sie passend
auszurichten. Setzen Sie das IC dann richtig herum auf die Steckplatine. Achtung, wenn es falsch herum eingesetzt
wird, sind die Anschlüsse 8 (GND, Minus) und 16 (VCC, Plus) vertauscht, sodass die Betriebsspannung verpolt ange-
schlossen und das IC zerstört wird. In dem Fall hilft auch die Schutzdiode am Pluspol nichts, denn sie schützt nur
vor einer falsch herum angeschlossenen Batterie.

Der erste Versuch verwendet einen Teil der Oszillatorschaltung


an den Anschlüssen 10 und 11. Der Eingang OSC1 wird an GND
(Minuspol, logisch Null) gelegt. Am Ausgang OSC2 liegt die LED
mit ihrem Vorwiderstand. Wenn alles richtig aufgebaut wurde,
leuchtet die LED. Das IC hat also die Spannung am Ausgang
eingeschaltet (logisch Eins) und damit den Eingangszustand
invertiert. Für die meisten Versuche mit dem 4060 muss zusätz-
lich der Reset-Eingang (RES) an GND gelegt werden. Die rote LED
am VCC-Anschluss zeigt den Betriebsstrom an und schützt das IC.
Wenn alles korrekt ist, leuchten beide LEDs gleich hell.

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7

7 Ein offener Eingang


Öffnen Sie das siebte Türchen und nehmen Sie einen Widerstand heraus. Er hat 22 M (22 Megaohm, Rot, Rot, Blau) und 7. Tag
wird in den folgenden Versuchen immer wieder in der Oszillatorschaltung gebraucht. Der Widerstand wird nur einseitig
am Eingang OSC1 angeschlossen. Damit hat man einen »offenen Eingang«. Es ist unbestimmt, ob Eins oder Null anliegt,
g
die LED ist entweder an oder aus. Das Ergebnis ist zufällig und kann durch Annä-
hern mit dem Finger beeinflusst werden. Bereits in einem Abstand von einigen
Zentimetern kann sich der Zustand des Gatters ändern. Verantwortlich dafür sind
statische Ladungen und die damit verbundenen elektrischen Felder.

Durch kurzes Antippen mit dem Finger kann der Ausgang ein- oder ausge-
schaltet werden. Ist er eingeschaltet, leuchten beide LEDs, ist er ausgeschaltet,
können beide LEDs aus sein. Das IC braucht dann selbst praktisch keinen Strom
mehr. Es kann jedoch auch Zustände geben, in denen der Ausgang zwar noch
aus ist, das IC aber trotzdem einen gewissen Strom braucht. Das ist dann der
Fall,, wenn die Eingangsspannung
g g p g gerade
g weder bei Null noch bei der Betriebs-

spannung liegt, sondern irgendwo


zwischen diesen Spannungen.
Solange der Eingang berührt wird,
kann sich auch eine halbe Hellig-
keit einstellen, wobei die LEDs tat-
sächlich sehr schnell flackern. Dies
liegt an den 50-Hz-Wechselfeldern
des Stromnetzes, die dazu führen,
dass der eigene Körper eine kleine
Wechselspannung führt.

8 Rückkopplung
Einen Widerstand mit 10 k (Braun, Schwarz, Orange) finden Sie hinter dem Türchen Nummer 8. Er wird diesmal als 8. Tag
Schutzwiderstand am Eingang des ICs verwendet. Der 22-M-Widerstand verbindet den zweiten Ausgang mit dem
Eingang der Oszillatorschaltung. Die LED ist entweder an oder aus, man kann es nicht vorhersagen.
g Ein bestehender
Zustand bleibt beliebig lange erhalten. Sie können den Zustand aber ändern,
wenn Sie den freien Anschluss am Eingang mal an Plus und mal an Minus
halten. Außerdem können Sie mit etwas Glück die LED ein- oder ausschalten,
wenn Sie den Widerstand einfach nur mit dem Finger antippen oder mit einem
Stück Draht berühren, das Sie in der Hand halten.

In dieser Schaltung liegen zwei Inverter hintereinander. Ein Eingangszustand


Null wird nach dem ersten Inverter zu einem Zustand Eins und nach dem
zweiten Inverter wieder zu Null. Über die Rückkopplung bleibt dann der Null-
Zustand auch am Eingang erhalten. Umgekehrt erscheint ein Eins-Zustand
am Ausgang wieder als Eins und bleibt bestehen. Wenn aber der Eingang
auch nur ganz kurz in den anderen Zustand gebracht wird, kippt die Schal-
tung um. Dazu reicht oft ein zufälliger Impuls, der beim Berühren entsteht,
weil Sie elektrisch geladen sind. Man nennt eine solche Schaltung auch
Kippschaltung oder Flipflop. Die Schaltung ist damit gleichzeitig ein
digitaler Speicher mit der Speichergröße 1 Bit. Wenn Sie die rechte LED
am Ausgang OSC3 aus der Schaltung nehmen, ist die Schaltung auch im
Eins-Zustand praktisch stromlos. Die linke LED ist dann ebenfalls dauer-
haft aus. Nur im Umschaltmoment fließt Strom. Wenn Sie den Eingang
berühren, kann die linke LED leuchten.

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8

9 Ein LED-Blinker
9. Tag Hinter dem neunten Türchen finden Sie einen keramischen Scheibenkondensator mit der Kapazität 100 nF. Die
Beschriftung lautet 104 und steht für 100.000 pF (Picofarad), also 100 nF (Nanofarad). Mit dem Kondensator lässt
sich ein Oszillator bauen,, also eine Schaltung, die selbstständig immer wieder den Zustand wechselt. In diesem Fall
entsteht ein langsames Blinklicht. Der hochohmige Widerstand mit 22 M
liegt diesmal zwischen OSC1 und OSC2 und bildet eine Gegenkopplung. Der
Widerstand von 10 k bildet zusammen mit dem Kondensator von 100 nF die
Rückkopplung.

Die Geschwindigkeit der Umschaltung wird hauptsächlich durch den Konden-


sator mit 100 nF und den Widerstand mit 22 M festgelegt. Beide Bauteile
zusammen haben eine Zeitkonstante von 0,1 µF * 22 M = 2,2 s. Und tatsäch-
lich dauert jeder stabile Zustand etwa zwei Sekunden. In einer Minute ist der
Ausgang daher etwa 15-mal an und 15-mal aus. Wenn Sie beide Anschlüsse des
22-M-Widerstands mit dem Finger berühren, schalten Sie den Hautwiderstand
in der Größenordnung von 1 M parallel und verringern damit die Zeitkons-
tante. Je fester Sie die Drähte anfassen, desto schneller wird das Blinken.

An der Schutz-LED kann man


erkennen, dass bereits jeweils
vor dem Umschalten in den
An-Zustand Strom zu fließen
beginnt. Das ist ein Hinweis
darauf, dass mittlere Span-
nungen am Eingang anliegen.
Auch wenn Sie die rechte LED
am Ausgang entfernen, können
Sie das regelmäßige Ansteigen
des Stroms sehen.

10 Schnelles Flackern
10. Tag Hinter Türchen Nummer 10 finden Sie einen Widerstand mit 100 k (Braun, Schwarz, Gelb). Er soll nun den bishe-
rigen Widerstand von 22 M in der Oszillatorschaltung ersetzen. Das Blinken wird damit so schnell, dass es wie ein
Dauerleuchten erscheint. Wenn Sie allerdings die ganze Schaltung hin- und herbewegen, sehen Sie leuchtende Stri-
che mit Unterbrechungen. Den gleichen Effekt kann man erzielen, wenn man
den Aufbau durch einen bewegten Spiegel betrachtet.

Die Zeitkonstante beträgt diesmal 100 k * 100 nF = 10 ms. Der Ausgang ist
10 ms lang an und 10 ms lang aus. Daraus ergeben sich eine Gesamtperiode
von 20 ms und eine Frequenz von 50 Hz, also in der Größenordnung der
Netzfrequenz. Bis zu 16 Hz kann man noch als Flackern erkennen. Darüber
sieht man meist nur noch ein Dauerleuchten.

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11 Teiler durch 16
Hinter dem elften Türchen verbirgt sich ein Kondensator mit 10 nF (Beschriftung 103). Er bekommt eine Hilfsfunktion 11. Tag
und liegt zwischen dem Pluspol und dem Minuspol der Batterie. Dies ist eine übliche Maßnahme bei allen digitalen
Schaltungen und hilft, Störsignale zu vermeiden. Der Oszillator wird wieder auf eine geringe Frequenz umgebaut,
und die zweite LED wird nun mit einem Vorwiderstand am Ausgang Q4 ange-
schlossen. Die LED ist abwechselnd etwa 30 s an und 30 s aus.

Anders als bisher liegt das IC nun direkt an der Batterie. Da bislang alles fehlerfrei
funktioniert hat, können Sie nun riskieren, auch ohne Verpolungsschutz zu expe-
rimentieren. Die zweite LED ist daher frei für den eigentlichen Versuch und zeigt
die geteilte Frequenz. Zwischen dem Oszillator und Q4 liegen vier Teilerstufen,
die die Frequenz des Taktsignals jeweils durch zwei teilen. Insgesamt kommen

also 16 Taktimpulse auf


einen Ausgangsimpuls. Die
Taktperiode beträgt vier
Sekunden am Oszillator
und etwa eine Minute am
Ausgang Q4.

12 Zähler von null bis drei


Hinter dem zwölften Türchen findet sich ein weiterer Widerstand mit 10 k (Braun, Schwarz, Orange), der seinen 12. Tag
Einsatz im Oszillator findet. Die Frequenz wird zwar wieder auf etwa 50 Hz erhöht, aber diesmal liegt eine LED am
Ausgang Q5, der das Taktsignal durch 32 teilt. An den beiden LEDs sieht man daher ein schnelleres und ein langsa-
meres Blinken. Beide Signale zusammen kann man als 2-Bit-Binärzahl lesen.
Ausgang Q5 Ausgang Q4 Zahlenwert
Der Zähler zählt also immer wieder von null bis drei. Dann kommt ein Überlauf, und es geht weiter
0 0 0
mit null. Genauer betrachtet, zeigen die LEDs Vielfache von 8, also 0, 8, 16 und 24 Eingangsimpulse
0 1 1
des Oszillators. Die ersten drei Teilerstufen wirken als Vorteiler durch 8 und liefern ein Taktsignal von
1 0 2
etwa 6 Hz, das mit dem Auge noch gut zu verfolgen ist. Wer den Zähler langsamer sehen möchte,
kann den 22-M-Widerstand in die Schaltung einsetzen. Der Zählerstand wechselt dann etwa im 1 1 3
Takt von halben Minuten, sodass man eine einfache Digitaluhr gebaut hat. 0 0 0 usw.

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13 Drei-Bit-Zähler bis sieben


13. Tag Hinter Türchen Nummer 13 finden Sie eine gelbe LED. Damit soll der Zähler auf drei Bit erweitert werden. Es gibt nun
insgesamt acht verschiedene Zählerstände zwischen 000 (null) und 111 (sieben). Die beiden roten LEDs an den Ausgän-
gen Q5 und Q6 teilen sich einen gemeinsamen Vorwiderstand. Das Blinken mit der geringsten Frequenz entsteht an Q6.

Ein Widerstand für zwei LEDs ist möglich, führt aber zu einem besonderen Effekt.
Die rote LED an Q6 zeigt zwei Helligkeitsstufen. Solange Q5 und Q6 angeschaltet
sind, teilt sich der Strom durch den Vorwiderstand auf zwei LEDs auf. Bei den
ersten Versuchen werden absichtlich relativ große LED-Vorwiderstände von 10 k
verwendet. Damit erhält man nur eine gemäßigte Helligkeit und kann experimen-
tieren, ohne geblendet zu werden. Außerdem wird Energie gespart, sodass die
Batterie möglichst bis zum Ende der Versuche durchhält.

14 Dreivierteltakt
14. Tag Einen weiteren Widerstand mit 10 k (Braun, Schwarz, Orange) finden Sie hinter dem 14. Türchen. Er wird nun zwi-
schen VCC und RES eingebaut. Zusätzlich werden zwei LEDs von Q5 und Q6 zum Reset-Eingang gelegt. Aber Achtung,
diesmal liegen die Kathoden an den Ausgängen. Das Ergebnis ist ein ganz besonderer Blinker, der drei Zustände
annimmt – Blinken im Dreivierteltakt!

Bisher konnten Eingangsimpulse immer nur durch zwei geteilt werden. Möglich
sind also Teilerverhältnisse von 16, 32, 64 usw. bis maximal 16.384 am Ausgang Q14.
Wenn man aber den Reset-Eingang und zusätzliche Dioden verwendet, kann fast
jeder beliebige Teiler erreicht werden. Ein Widerstand versucht, den Reset-Eingang
hochzuziehen. Aber die angeschlossenen Dioden halten die Spannung klein, solange
noch mindestens einer der verwendeten Ausgänge auf Null liegt. In diesem Fall läuft
der Zähler so lange, bis Q5 und Q6 hochschalten. Dann wird unverzüglich ein Reset
ausgeführt, und der Zähler wird auf Null gesetzt. Für die beiden Ausgänge heißt

das, dass nur drei mögliche


Zustände vorkommen: 00, 01
und 10. So entsteht ein Dreier-
Teiler. Mit dieser Methode
können auch andere fast
beliebige Teilerverhältnisse
erzeugt werden. Mit zwei
Dioden kann man zum Bei-
spiel einen Teiler durch 5 oder
durch 9 bauen.

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15 Gestoppter Zähler
Das 15. Türchen bringt einen Tastschalter zum Vorschein. Beachten Sie die Einbaurichtung. Der Schaltkontakt liegt 15. Tag
jeweils zwischen zwei nebeneinanderliegenden Beinchen. Der Taster wird nun verwendet, um den Oszillator zu stop-
pen. Ein Zähler mit drei Ausgängen kennt acht verschiedene Zustände. Die Aufgabe besteht nun darin, den Zähler
immer genau in dem Moment anzuhalten, wenn gerade alle drei LEDs an sind.

Diesmal wird der kleinere Kondensator mit 10 nF im Oszillator verwendet. Die Frequenz wird
damit zehnmal höher und die Aufgabe entsprechend schwieriger. Der Tastschalter legt im
geschlossenen Zustand die volle Betriebsspannung an den Oszillatoreingang und verhindert
damit weitere Schwingungen. Sobald der Kontakt geöffnet wird, startet der Oszillator erneut.

16 Highspeed-Würfel
16. Tag
Hinter Türchen Nummer 16 finden Sie einen Widerstand mit 4,7 k (Gelb, Violett, Rot). Der Oszillator wird nun noch einmal
umgebaut und soll so schnell werden, dass man die einzelnen Blinkmuster nicht mehr unterscheiden kann. Das Ergebnis ist
dann reiner Zufall – wie bei einem echten Würfel. Wenn man auf die Taste drückt, bleibt der Würfel in einem von acht mögli-
g
chen Zuständen stehen. Anders als beim richtigen Würfel dürfen die Zustände 000 (Null) und
111 (Sieben) nicht gewertet werden. Alle übrigen Ergebnisse stehen für die Zahlen 1 bis 6. Beim
Würfeln kann man also gleich auch noch das binäre Zahlensystem lernen:

1 = 001b, 2 = 010b, 3 = 011b, 4 = 100b, 5 = 101b, 6 = 110b

Ein Oszillator ohne den Kondensator, das mag zunächst verwundern. Tatsächlich ist aber
ein sehr kleiner Kondensator vorhanden. Zwei nebeneinanderliegende Kontaktstreifen der
Steckplatinen bilden einen Kondensator mit etwa 4 pF (4 Picofarad). Mit dem Widerstand
von 22 M ergibt sich damit eine Taktfrequenz von etwa 5 kHz. An Q6 erscheint die durch
64 geteilte Frequenz mit etwa 80 Hz. Diese schnellen Wechsel kann das menschliche
Auge nicht mehr verfolgen. Noch schneller wird der Oszillator mit einem Widerstand
von 100 k. Er schwingt dann mit etwa 600 kHz und macht sich sogar in einem nahen
Mittelwellenradio bemerkbar. Der Oszillator des CD4060 funktioniert mit den Bauteilen

des Kalenders in einem


riesigen Bereich zwischen
0,25 Hz und 600 kHz.
Zusätzlich können Sie
durch direktes Berühren
des Eingangs meist einen
genauen 50-Hz-Takt erzeu-
gen. In diesem Versuch
führt das dazu, dass die
Blinkmuster deutlich
langsamer durchlaufen
werden.

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17. Tag
17 Lichtsensor
Eine weitere gelbe LED verbirgt sich hinter Türchen Nummer 17. Beide gelben LEDs zusammen sollen nun einen
Lichtsensor bilden. Wenn viel Licht auf die gelben LEDs fällt, erhält man ein schnelles Flackern der roten LEDs. Bei
Dunkelheit wird das Blinken sehr langsam.

Der Oszillator arbeitet wieder mit dem extrem kleinen Kondensator aus zwei Kontakten
der Steckplatine. Sogar mit einem großen Widerstand von 22 M ergab sich damit eine
hohe Frequenz. Die beiden gelben LEDs bilden aber einen noch viel größeren Widerstand,
der noch dazu von der Umgebungshelligkeit abhängig ist. Beide LEDs sind so in Reihe
geschaltet, dass immer eine von beiden in Sperrrichtung betrieben wird. Eigentlich dürfte
also kein Strom fließen. Wenn aber Licht auf den LED-Kristall fällt, verhält sich die LED wie
eine Fotodiode. Nun fließt auch in Sperrrichtung ein kleiner Strom. Je mehr Licht auf die
LEDs fällt, desto größer wird dieser Strom, und desto höher wird die Oszillatorfrequenz.

18 Tastenzähler
18. Tag Hinter dem 18. Türchen findet sich ein Widerstand mit 4,7 k (Gelb, Violett, Rot). Damit kann nun eine weitere LED
mit größerer Helligkeit betrieben werden. Insgesamt vier LEDs zeigen vier Bits einer Binärzahl. Es können damit 16
Zahlen zwischen 0 und 15 dargestellt werden. Der Zähler läuft aber diesmal nicht von allein, stattdessen wird der
Takt durch den Tastschalter erzeugt.

Nach jeweils acht Tastendrücken sollte ein Pegelwechsel an Q4 zu beobachten sein.


Tatsächlich sind die Wechsel aber wesentlich häufiger. Es reichen meist drei oder vier
Tastenbetätigungen für eine Änderung an den Ausgängen. Das liegt am Kontaktprellen
des Schalters, dessen Kontakte beim Schließen mehrfach zurückprallen. Mit einer Betäti-
gung erzeugt man daher eine kurze Serie von Impulsen, die alle gezählt werden.

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19 Taste entprellen
Das Türchen Nummer 19 bringt einen Widerstand mit 2,2 k (Rot, Rot, Rot) zum Vorschein. Damit haben Sie einen 19. Tag
weiteren Widerstand für eine größere Helligkeit. Die wesentliche Änderung des Versuchs besteht in einem zusätzli-
chen Kondensator parallel zum Eingang OSC1. Er dient zur Tastenentprellung. Damit wird nun mit jedem Tastendruck
genau ein Impuls gezählt. Nach jeweils acht Impulsen ändert sich der Ausgang Q4.
Und nach jeweils 128 Impulsen erreicht der Zähler wieder seinen Ausgangszustand.
Damit hat man einen zuverlässigen Ereigniszähler.

Der 4060 kann Impulse zählen, die kürzer sind als eine Mikrosekunde. Der Konden-
sator von 100 nF hat zusammen mit dem Widerstand von 10 k eine tausendfach
längere Zeitkonstante von einer Millisekunde. So lange dauert es also, bis der Konden-
sator sich nach dem Öffnen des Kontakts entladen hat. Weil aber das Tastenprellen
wesentlich schneller ist, erkennt der Zähler jeweils nur einen Impuls. Dieser zuverläs-

sige 4-Bit-Zähler kann auch


größere Zahlen darstellen,
wenn man die höherwerti-
gen Ausgänge verwendet.
Insgesamt braucht man
16.384 Tastendrücke, bis
alle Ausgänge einschließ-
lich Q14 wieder ihren Aus-
gangszustand erreichen.

20 Mehrfachblinkmuster
Öffnen Sie das Türchen Nummer 20 und nehmen Sie einen Widerstand mit 1 k (Braun, Schwarz, Rot) heraus. 20. Tag
Damit haben Sie den passenden Vorwiderstand für maximale Helligkeit. Diesmal sollen ganz besondere Blinkmuster
entstehen. Jede der gelben LEDs blinkt viermal hintereinander und macht dann eine Pause, in der die andere LED
blinkt. Die beiden roten LEDs blinken jeweils einmal und machen dann eine längere Pause

Die besonderen Blinkmuster entstehen, weil die LEDs lediglich in einer Richtung Strom leiten. Die untere gelbe LED
leuchtet nur dann, wenn Q7 gerade ausgeschaltet ist und Q4 gerade an. So kann man mit LEDs an weiteren Aus-
gängen sehr unterschiedliche Muster erzeugen. Übrigens ist es in diesem Fall erlaubt, LEDs auch ohne Widerstände
direkt zwischen zwei Ausgänge zu schalten. Die Ausgangstransistoren des 4060 haben bei einer Betriebsspannung
von 9 V einen On-Widerstand von etwa 300 . Beide Ausgänge zusammen haben damit einen Widerstand von
600 . Daraus ergibt sich ein LED-Strom von rund 10 mA, der noch deutlich unter den erlaubten 20 mA liegt.

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21 Vier Helligkeitsstufen
21. Tag Eine besonders helle grüne LED befindet sich hinter Türchen Nummer 21. Sie soll in diesem Versuch stufenweise
heller werden. Es gibt vier Helligkeitsstufen, 0, 1, 2 und 3, die nacheinander durchlaufen werden. Die rote LED zeigt
gleichzeitig den Takt an.

Die Schaltung entspricht in ihrer Funktion einem Digital-Analog-Wandler, der digitale Zahlen in analoge Spannungen
oder Ströme umsetzt. Q7 schaltet einen großen Strom durch den 1-k-Widerstand ein und aus. Damit entsteht eine
große Helligkeitsstufe. Zusätzlich schaltet Q6 einen kleineren Strom durch den 2,2-k-Widerstand ein und aus, der
sich zum größeren Strom hinzuaddiert. So entstehen insgesamt vier Helligkeitsstufen.

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22 Farbblitzer
Hinter Türchen Nummer 22 kommt ein Elektrolytkondensator (Elko) mit 100 µF (Mikrofarad) zum Vorschein. Er hat 22. Tag
eine tausendfach größere Kapazität als der bisher verwendete Scheibenkondensator mit 100 nF. So erreicht man
große Ladeströme, die als LED-Lichtblitze sichtbar werden. Hier entstehen abwechselnd grüne und gelbe Lichtblitze
in einem längeren Abstand. Jeder Blitz klingt in etwa einer halben Sekunde allmählich ab. Damit man nicht zu lange
auf die Blitze warten muss, wird der kleinere Kondensator mit 10 nF in den Oszillator eingebaut. Die rote LED zeigt
das heruntergeteilte Taktsignal.

Bei einem Elko muss die Einbaurichtung beachtet werden. Der Minuspol ist durch einen weißen Strich gekenn-
zeichnet. Wenn man den Elko für längere Zeit falsch herum an eine Spannung legt, kann er zerstört werden und im
schlimmsten Fall sogar platzen. Hier liegt der Pluspol an Q12, wo die Spannung abwechselnd +9 V und 0 V ist. Es
müssen zwei LEDs in Gegenrichtung angeschlossen werden, damit sich der Elko abwechselnd laden und entladen
kann.

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23 Vierer-Blinklicht
23. Tag Hinter dem 23. Türchen finden Sie eine weiße LED. Vier LEDs sollen nun nacheinander so blinken, dass niemals
zwei LEDs gleichzeitig an sind. Trotzdem werden dafür nur zwei Zählerausgänge gebraucht. Die Ausgänge Q12 und
Q13 erzeugen sehr langsame Wechsel. Damit es nicht zu lange dauert, wird der Oszillator wieder mit dem kleineren
Kondensator von 10 nF auf eine höhere Taktfrequenz eingestellt.

Die Schaltung bildet einen 1-aus-4-Decoder, der einzelne Zustände aus vier möglichen Binärzahlen an zwei Ausgän-
gen decodiert. Dafür braucht man im Normalfall weitere logische Schaltungen, die aber hier nicht vorhanden sind.
Die Schaltung funktioniert nur mit einem Trick und beruht darauf, dass die verschiedenen LEDs bei unterschiedli-
chen Spannungen arbeiten. Die roten LEDs leuchten bei weniger als 1,8 V, die grüne und die weiße LED brauchen
dagegen deutlich mehr als 2 V. Wenn Q13 eingeschaltet ist, liefert der 10-k-Vorwiderstand Strom für die grüne LED.
Ist aber gleichzeitig Q12 im Null-Zustand, liegt die rote LED praktisch parallel zur grünen LED und leitet den Strom
wegen der geringeren LED-Spannung vollständig ab. Q12 entscheidet damit, ob die grüne oder die untere rote LED
leuchtet. Im Eins-Zustand von Q13 leuchtet dagegen entweder die weiße oder die obere rote LED.

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24 Feuerschein und fallende Sterne


Hinter dem letzten Türchen finden Sie einen weiteren Widerstand mit 1 k (Braun, Schwarz, Rot). Er wird für ein 24. Tag
festliches Licht gebraucht, das am Ende der Versuche den Weihnachtsbaum schmücken darf. Zwei rote und zwei
gelbe LEDs stehen für ein Holzfeuer, das ein relativ gleichmäßiges Licht erzeugt und nur schwach flackert. manchmal
aber erleuchtet für einen kurzen Moment ein fallender Stern die Nacht, dargestellt durch eine grüne oder eine weiße
LED.

Die Grundhelligkeit der roten und gelben LEDs wird durch zwei Widerstände mit 1 k vorgegeben. Größere Wider-
stände mit 4,7 k und 10 k schalten kleinere Ströme von verschiedenen Zählerausgängen hinzu und sorgen für ein
schwaches und scheinbar unregelmäßiges Flackern. Es hat eine beruhigende Wirkung und ist auch für längere Zeit
gut anzusehen. Die selten auftretenden Lichtblitze werden mit dem Ausgang Q10 und einem Elko von 100 µF erzeugt.
Änderungen sind leicht möglich. Experimentieren Sie mit anderen Zählerausgängen und veränderten Widerständen
und bauen Sie Ihr ganz eigenes Weihnachtslicht.

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Anhang
Bauteile im Kalender:

1 LED rot + Widerstand 10 k

2 Batterieclip

3 Steckboard

4 Draht

5 LED rot

6 CD4060

7 Widerstand 22 M

8 Widerstand 10 k

9 Kondensator 100 nF

10 Widerstand 100 k

11 Kondensator 10 nF

12 Widerstand 10 k

13 LED gelb

14 Widerstand 10 k

15 Tastschalter

16 Widerstand 4,7 k

17 LED gelb

18 Widerstand 4,7 k

19 Widerstand 2,2 k

20 Widerstand 1 k

21 LED grün

22 Elko 100 µF

23 LED weiß

24 Widerstand 1 k

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Liebe Kunden!

Dieses Produkt wurde in Übereinstimmung mit den geltenden europäischen Richtlinien hergestellt und trägt daher das CE-Zeichen. Der bestimmungsgemäße Gebrauch ist in der beiliegenden
Anleitung beschrieben.

Bei jeder anderen Nutzung oder Veränderung des Produktes sind allein Sie für die Einhaltung der geltenden Regeln verantwortlich. Bauen Sie die Schaltungen deshalb genau so auf, wie es in der
Anleitung beschrieben wird. Das Produkt darf nur zusammen mit dieser Anleitung weitergegeben werden.

Das Symbol der durchkreuzten Mülltonne bedeutet, dass dieses Produkt getrennt vom Hausmüll als Elektroschrott dem Recycling zugeführt werden muss. Wo Sie die nächstgelegene kostenlose
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Warnung! Augenschutz und LEDs:


Blicken Sie nicht aus geringer Entfernung direkt in eine LED, denn ein direkter Blick kann Netzhautschäden verursachen! Dies gilt besonders für helle LEDs im klaren Gehäuse sowie in besonderem
Maße für Power-LEDs. Bei weißen, blauen, violetten und ultravioletten LEDs gibt die scheinbare Helligkeit einen falschen Eindruck von der tatsächlichen Gefahr für Ihre Augen. Besondere Vorsicht
ist bei der Verwendung von Sammellinsen geboten. Betreiben Sie die LEDs so wie in der Anleitung vorgesehen, nicht aber mit größeren Strömen.

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Autor: Burkhard Kainka
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