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Vorwort
Viele haben bereits sehnsüchtig auf die Adventszeit gewartet, denn wieder startet ein Elektronik-Kalender mit 24
Versuchen. In diesem Jahr lautet das Thema „Operationsverstärker (OPV) und Schallwandler“. Im Mittelpunkt
steht der vierfache OPV LM324, der viele interessante Versuche vor allem mit dem Piezo-Schallwandler erlaubt. Es
können unterschiedliche Geräusche erzeugt werden, und mit etwas Geschick kann man sich sogar ein einfaches
Musikinstrument aufbauen. Aber auch als Mikrofon oder Erschütterungssensor lässt sich der Piezo-Wandler
einsetzen, wenn man seine schwachen Signale mit dem OPV verstärkt.

Alle Versuche können ganz ohne Vorkenntnisse erfolgreich aufgebaut und getestet werden. Die Aufbaubilder helfen
Ihnen dabei. Wer sich aber die Schaltpläne genauer ansieht, kann die Versuche oft auch etwas anders aufbauen
und vielleicht hier und da ein Drähtchen einsparen. Im Text werden immer zuerst der reine Aufbau und die
erwartete Funktion beschrieben. Zusätzlich gibt es dann meist eine kurze Erklärung. Natürlich können hier nicht
alle Grundlagen der Elektronik vermittelt werden, aber der eine oder andere wird vielleicht neugierig und forscht
eigenständig weiter.

Bei einigen Versuchen gibt es zusätzliche Aufgaben, für deren Lösung Punkte vergeben werden. Ob eine Aufgabe
vollständig gelöst wurde, entscheiden Sie selbst, oder Sie suchen sich einen Schiedsrichter, vielleicht ein Mitglied der
Familie oder einen Freund. Am Ende werden alle Punkte addiert, und Sie erfahren, ob Sie bereits ein Meister der
Elektronik sind.

Wir wünschen viel Freude und eine frohe Weihnachtszeit!

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Alle Versuche im Überblick

1 Elektrische Geräusche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2 Kontakt finden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
3 Laden und entladen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
4 Licht und Sound . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
5 Integrierte Schaltung gut gelandet?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
6 Berührungssensorr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
7 Nachleuchten bei Berührung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
8 Lichtsteuerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
9 Von Rot nach Grün . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12
10 Lichtsensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .13
11 Farbmischer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14
12 Erdbebensensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15
13 Klatsch-Schalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
14 Tongeneratorr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
15 Akustischer Temperatursensor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
16 Wie ein Geigerzähler … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .19
17 Elektronenorgel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
18 Lichtorgel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .21
19 Licht-Telegramme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
20 Sirene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
21 Lichtalarm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
22 Schwebungstöne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
23 Orgel zweihändig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
24 Funkelnde Sterne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

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1 Elektrische Geräusche
1. Tag Hinter dem ersten Türchen finden Sie ein zentrales Bauteil dieses Elektronik-Kalenders: einen Piezo-Schallwandler
mit Anschlussdrähten. Außerdem befindet sich im ersten Fach etwas Draht. Eine 9-V-Batterie muss zusätzlich besorgt
werden. Falls keine neue Batterie zur Verfügung steht, reicht für die ersten Versuche auch eine stark gebrauchte
Piezo-Schallwandler + Draht Batterie, die für andere Geräte schon zu schwach ist. Halten Sie beide Kabel des Piezo-Schallwandlers an die
Batterie. Beim ersten Anschluss hört man ein Knacken. Beim zweiten Mal bleibt es still, weil der Schallwandler
bereits aufgeladen ist. Sie können aber die beiden Drähte der Piezo-Scheibe zusammenhalten oder mit einem
Stück Draht verbinden, um sie zu entladen. Auch dabei hört man ein Knacken und erneut beim nochmaligen
Aufladen. Voraussetzung ist aber, dass Sie die blanken Enden der Kabel nicht direkt berühren, denn auch über den
Hautwiderstand kann eine Entladung stattfinden.

Info: Die keramische Piezo-Scheibe ist zugleich ein kleiner Kondensator mit zwei Metallplatten und einem dazwi-
schenliegenden Isolator. Die elektrischen Kräfte zwischen den Ladungen sorgen für eine Verformung des Isolators
und damit für die Schallerzeugung. Wenn der Kondensator bereits auf 9 V (Volt) aufgeladen wurde, bringt eine
erneute Verbindung mit der Batterie keinen Unterschied mehr, sodass man nichts hört.

Aufgabe: Sie können durch wiederholtes Umpolen der Batterie Knackgeräusche mit noch höherer Lautstärke
erzeugen. Wenn Sie es demonstrieren können: 2 Punkte.

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2 Kontakt finden
Das zweite Türchen verbirgt eine Steckplatine und einen Batterieclip für die 9-V-Batterie. Die weichen Kabel des 2. Tag
Batterieclips sind an ihren Enden abisoliert und verzinnt, sodass man sie in die Kontaktlöcher der Steckplatine
stecken kann. Sie sollten allerdings nur einmal eingesteckt werden und dann immer an derselben Position bleiben.
Soll alles abgeschaltet werden, nimmt man am besten die Batterie von Clip, lässt aber die Anschlussdrähte Batterieclip + Steckboard
verbunden. Auf der Platine wird ein Drähtchen als Zugentlastung eingebaut, damit die Batteriekabel nicht zu stark
bewegt werden.

Auch die Anschlusskabel des Piezo-


Schallwandlers sollten möglichst
nur einmal eingesteckt werden und
dann in ihrer Position verbleiben.
Es hat sich bewährt, kleine Löcher
durch die Folie auf der Rückseite
der Steckplatine zu stechen und die
Kabel dort hindurchzuführen. Die
Anschlüsse der Piezo-Scheibe können
so ebenfalls immer an ihrer Position
bleiben, selbst wenn dieses Bauteil
bei einigen Versuchen nicht zum
Einsatz kommt. Übrigens ist es egal,
welcher Draht des Schallwandlers
den oberen oder den unteren Kontakt
darstellt, während es bei der Batterie
entscheidend ist, dass der Pluspol
(rot) oben angeschlossen wird.

Bauen Sie den Versuch mit einem Umschalter aus blankem Draht. Der obere Anschluss des Schallwandlers
soll abwechselnd mit dem Pluspol und dem Minuspol der Batterie verbunden werden. Ziehen Sie die
Isolierung des Drahts ab und schneiden Sie mit einem Seitenschneider passende Stücke des verbleibenden
Drahts ab, aus denen dann die Schaltkontakte gebaut werden. Alle übrigen Verbindungsdrähte und das
Drahtstück für die Zugentlastung des Batteriekabels behalten ihre Isolierung im mittleren Bereich und
werden nur an den Enden auf einer Länge von etwa 5 mm abisoliert. Die Plastikisolierung ist weich genug,
um sie mit den Fingernägeln abzuziehen. Alternativ kann man sie mit einem scharfen Messer rundherum
einschneiden, ohne allerdings den Draht anzuritzen, der sonst leicht brechen könnte. Wenn alles korrekt
aufgebaut ist, kann der Versuch beginnen. Mit dem selbst gebauten Umschalter können Sie die Piezo-
Scheibe beliebig oft laden und entladen, wobei jedes Mal ein Geräusch entsteht.

Aber es geht auch ohne Batterie! Schließen Sie den Schallwandler mit dem Schalter kurz und drücken Sie
mit einem spitzen Gegenstand leicht auf die Membran. Öffnen Sie den Kontakt und nehmen Sie danach
erst den mechanischen Druck von der Scheibe, die sich dabei elektrisch auflädt. Wenn der Kontakt dann
wieder geschlossen wird, hört man ein deutliches Knacken. Aber nicht nur mechanischer Druck kann die Piezo-
Scheibe aufladen, sondern auch eine Temperaturänderung. Erwärmen Sie die Scheibe bei offenem Kontakt durch
Berühren. Sie lädt sich dabei auf und erzeugt beim Entladen ein Geräusch. Nach einiger Zeit der Abkühlung kann
wieder ein Knacken erzeugt werden.

Aufgabe: Stellen Sie den ganzen


Versuch für einige Zeit in die
Kälte nach draußen. Holen Sie
ihn dann wieder ins Warme
und erzeugen Sie nacheinander
mindestens fünf deutlich hörbare
Knackgeräusche: 3 Punkte.

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3 Laden und entladen


3. Tag Hinter dem dritten Türchen finden Sie einen Widerstand mit 2,2 k (2,2 Kiloohm). Er ist mit drei Farbringen
gekennzeichnet (Rot, Rot, Rot). Ein vierter, goldener Ring kennzeichnet die Genauigkeitsklasse von 5 %. Schalten
Sie diesen Widerstand parallel zum Schallwandler. Er sorgt dann immer für eine schnelle Entladung. Deshalb reicht
Widerstand 2,2 k diesmal ein einfacher Kontakt aus. Bei jedem Schließen und bei jedem Öffnen des Kontakts entsteht ein Geräusch.
Lassen Sie den Schalter nicht lange geschlossen, denn der Widerstand verbraucht Energie. Die Batterie soll aber
möglichst bis zum Ende der Versuche reichen.

Info: Man kann leicht abschätzen, wann die Batterie entladen wäre. Die Stromstärke beträgt 9 V geteilt durch
2,2 k, also etwa 4 mA. Bei einer Kapazität einer Alkalibatterie von 500 mAh würde es 125 Stunden oder rund
fünf Tage dauern, bis die Batterie leer ist.

Aufgabe: Bauen Sie zwei Berührungskontakte und schalten Sie Ihren Hautwiderstand in Reihe zum vorhandenen
Widerstand von 2,2 k. Der Hautwiderstand beträgt einige 100 k, sodass die Entladung bei geringerem Strom
sehr viel langsamer und leiser wird. Der bisherige Widerstand hat nur noch eine Schutzfunktion und begrenzt
den Strom bei einem versehentlichen direkten Kontakt der Sensorkontakte. Durch mehr oder weniger starke
Berührung können Sie den Widerstand verändern. Das Ziel ist, dass nur noch bei jedem Schließen des Schalters
ein Knacken ertönt, nicht aber beim Öffnen: 4 Punkte.

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4 Licht und Sound


Öffnen Sie Türchen Nummer 4, finden Sie eine rote Leuchtdiode (LED). Bauen Sie die LED in die Plusleitung Ihres 4. Tag
Aufbaus ein. Damit sehen Sie, wann der Schalter geschlossen ist und Strom fließt. Beim Einbau einer LED muss man
auf die Polung achten.
LED rot
Die LED hat zwei unterschiedliche Anschlüsse. Der kurze Draht ist der Minuspol (Kathode), der längere Draht ist
der Pluspol (Anode). Ist die LED einmal eingebaut, kann man nur noch schlecht sehen, welches der kurze Draht
ist. Es gibt jedoch noch eine zweite Kennzeichnung. Der breitere untere Rand ist an der Kathodenseite abgeflacht.
Außerdem ist bei allen LEDs in diesem Kalender der größere Halter im Inneren der LED mit der Kathode verbunden.

Info: Bei einer Reihenschaltung teilt sich die Batteriespannung von 9 V auf die einzelnen Verbraucher auf. An der
LED liegt nun eine Spannung von etwa 2 V, am Widerstand von 7 V. Weil die Spannung am Piezo-Lautsprecher
damit ebenfalls nur noch 7 V ist, ist das Knacken beim Betätigen des Schalters etwas leiser. Da unser Ohr jedoch
sehr viel größere Bereiche unterschiedlicher Lautstärken gewohnt ist, bleibt dieser kleine Unterschied praktisch
unhörbar.

Aufgabe: Betätigen Sie den Schaltkontakt so, dass sich beide Drähte nur ganz leicht berühren oder
schwach übereinanderstreichen. Damit entsteht ein kratzendes Geräusch im Lautsprecher, wie es oft in
älteren Telefonen gehört wurde. Der Kontakt ist weder zuverlässig geschlossen noch ganz geöffnet. Die
LED zeigt dann ein flackerndes Licht. Dieser Effekt ist allerdings nur mit viel Geschick zu erreichen: 4
Punkte.

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5 Integrierte Schaltung gut gelandet?


5. Tag Öffnen Sie das fünfte Türchen. Dahinter finden Sie das wichtigste Bauteil dieses Kalenders, den vierfachen
Operationsverstärker LM324. Dieses IC (Integrated Circuit, integrierte Schaltung) mit 14 Anschlussbeinchen enthält
vier eigenständige Verstärker mit jeweils zwei Eingängen und einem Ausgang. Die einzelnen Verstärker sind
LM324 austauschbar, aber die beiden Anschlüsse für die Betriebsspannung dürfen niemals verwechselt werden, weil
das IC dadurch zerstört werden könnte. Der Plusanschluss liegt an Pin 4, der Minusanschluss an Pin 11. Auf einer
Experimentierplatine findet man aber üblicherweise den Pluspol oben und den Minuspol unten. Das IC muss
deshalb so eingesetzt werden, dass die Beschriftung auf dem Kopf steht.

Stellen Sie sich vor, der Vierfach-OPV wäre ein Raumfahrzeug, das auf dem Mars landen soll.
Alle warten gespannt auf ein erstes Lebenszeichen, das beweist, dass das Raumschiff korrekt
gelandet ist. In diesem Fall zeigt das Leuchten der roten LED, dass alles gut gelaufen ist. Und
der Widerstand verhindert einen Schaden, falls doch ein Fehler passiert ist. Anders als auf dem
Mars könnte man jetzt alles leicht berichtigen und das Ganze neu probieren.

Info: Ein Operationsverstärker verstärkt die Spannungsdifferenz zwischen seinen beiden


Eingängen. Bei größeren Unterschieden ist der Ausgang entweder ganz an oder ganz aus. In
diesem Fall ist die Spannung am +-Eingang höher als die am -–Eingang, deshalb ist die LED
an. Normalerweise liegt das IC an der vollen Betriebsspannung, nur diesmal liegt noch der
Schutzwiderstand in der Plusleitung.

Aufgabe: Bauen Sie die Schaltung so um, dass ein anderer der vier möglichen Verstärker
verwendet wird (1 Punkt). Oder probieren Sie es gleich mit allen drei anderen Verstärkern (3
Punkte).

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6 Berührungssensor
Das Türchen Nummer 6 bringt einen Widerstand mit 330 k (Orange, Orange, Gelb) zum Vorschein. Bauen Sie eine 6. Tag
Schaltung mit offenem OPV-Eingang. Zwei Drähte mit blankem Ende führen nach außen. Im Normalzustand ist die
LED an. Verbindet man die beiden Eingangsdrähte, geht sie aus. Es reicht auch, beide Drähte mit dem Finger zu
berühren, denn die Leitfähigkeit der Haut genügt schon, um den Zustand zu verändern. Berührt man nur den einen Widerstand 330 k
Draht am +-Eingang, kann die LED an oder aus sein und manchmal auch flackern. Wenn sich elektrische Leitungen
in der Nähe befinden, kann ein Brummen oder Summen aus dem Lautsprecher ertönen.

Info: Die Spannung zwischen den beiden Eingängen wird etwa 100.000-fach ver-
stärkt. In diesem Fall aber wird der invertierende Eingang (–) direkt mit dem Aus-
gang verbunden. Die so erzeugte Gegenkopplung reduziert die Spannungsverstär-
kung auf eins. Am Ausgang steht also immer fast genau die gleiche Spannung wie
am nicht invertierenden Eingang (+). Die Spannungsverstärkung ist zwar nur noch
1-fach, aber der OPV liefert eine sehr große Stromverstärkung. Deshalb reagiert der
Verstärker empfindlich auf schwache Störsignale.

Aufgabe: Berühren Sie die LED-Anode und den Eingang nur schwach. Die LED soll
dabei nicht ganz ausgehen, sondern nur schwächer leuchten: 4 Punkte.

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7 Nachleuchten bei Berührung


7. Tag Das siebte Türchen verbirgt ein ganz neues Bauteil, nämlich einen Kondensator mit 100 nF (Nanofarad). Es handelt
sich um einen keramischen Scheibenkondensator, der mit dem Aufdruck 104 (100.000 pF, Picofarad) gekennzeichnet
ist. Bauen Sie ihn in Ihre Schaltung ein. Die LED ist diesmal gegen Plus angeschlossen, sodass sich der Ruhezustand
Kondensator 100 nF umkehrt. Im Normalzustand ist die LED aus. Wenn Sie jedoch die Drähte kurzschließen oder mit dem Finger
berühren, geht die LED an. Sie leuchtet dann lange nach und geht nur langsam wieder aus. Man könnte sich daraus
ein Nachtlicht bauen, das bei einer einfachen Berührung angeht und von allein wieder erlischt.

Info: Diese Schaltung funktioniert nicht mit jedem beliebigen OPV, sondern ist auf
eine spezielle Eigenschaft genau dieses Typs angewiesen. Der LM324 enthält bipo-
lare Operationsverstärker mit PNP-Eingangsstufen, die bis hinunter zur negativen
Spannung und sogar noch etwas darunter arbeiten. Der Basisstrom der Eingangs-
transistoren beträgt etwa 30 nA, also 0,03 µA. Dieser sehr kleine Strom lädt den
Kondensator am Eingang nur langsam auf. Die Eingangsspannung steigt mit rund
0,3 V/s an. Es dauert daher etwas länger als 20 s, bis die Spannung über 7 V
gestiegen ist und die LED ausgeht.

Aufgabe: Berühren Sie die Eingänge so schwach, dass die LED noch nicht ausgeht,
aber nur gleichmäßig schwach leuchtet. Sie müssen selbst herausfinden, wie Sie
mit Ihren Fingern genau den richtigen Widerstand bilden: 3 Punkte.

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8 Lichtsteuerung
Noch eine LED kommt hinter dem achten Türchen zum Vorschein. Sie ist grün und soll nun anstelle der roten LED an 8. Tag
den Ausgang des OPV gelegt werden. Die rote LED dagegen bekommt eine neue Aufgabe: Sie wird zur Fotodiode und
ist damit ein wirksamer Lichtsensor. Beachten Sie die Einbaurichtung mit der Kathode am Eingang des OPV. Wenn
Sie die rote LED mit einer hellen Taschenlampe bestrahlen, geht die grüne LED an. LED grün

Info: Eine Fotodiode ist aufgebaut wie jede andere Diode oder Leuchtdiode. In
Sperrrichtung bildet sich eine isolierende Sperrschicht, die jeden Stromfluss
verhindert. Wenn jedoch Licht in die Sperrschicht eindringt, werden einzelne
Elektronen aus ihren Bindungen befreit und können sich frei bewegen. Dann
fließt ein Strom. Weil ein LED-Kristall lediglich eine geringe Fläche hat, fällt nur
wenig Licht hinein und erzeugt einen sehr kleinen Fotostrom. In diesem Fall
reicht ein Fotostrom von etwa 30 nA, um die LED einzuschalten.

Aufgabe: Bauen Sie zusätzlich einen Kondensator wie an Tag 7 mit ein. Damit
verlangsamt sich das Einschalten, und man beobachtet ein Nachleuchten der
grünen LED: 2 Punkte.

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9 Von Rot nach Grün


9. Tag Hinter Türchen Nummer 9 finden Sie einen Widerstand mit 4,7 k (Gelb, Violett, Rot). Er dient hier als Vorwider-
stand für die grüne LED. Weil nun beide LEDs am Ausgang liegen, bestimmt die Ausgangsspannung das Helligkeits-
verhältnis zwischen beiden Farben. Wenn der Drahtschalter geschlossen wird, geht die rote LED an. Öffnet man den
Widerstand 4,7 k Schalter, wird die rote LED langsam schwächer und die grüne immer heller, bis am Ende nur noch die grüne LED
leuchtet.

Info: Der Eingangsstrom durch den +-Eingang erzeugt einen Spannungsabfall von etwa 10 mV am
Widerstand von 330 k. Bei geschlossenem Schalter beträgt die Spannung am invertierenden Ein-
gang null Volt, die Ausgangsspannung ist also hoch. Öffnet man den Schalter, beginnt der Kondensa-
tor, sich zu entladen. Weil er jedoch zwischen dem Ausgang und dem invertierenden Eingang liegt,
verlangsamt sich die Entladung. Eine solche Schaltung nennt man auch Integrator. Die Ausgangs-
spannung ändert sich proportional zum Ladestrom und zur Zeit.

Aufgabe: Bauen Sie die Schaltung so um, dass statt des Schalters ein Berührungskontakt besteht.
Diesmal muss der Fingerdruck stärker sein, denn man muss einen Widerstand unter 330 k errei-
chen. Eventuell muss der Finger leicht angefeuchtet werden: 3 Punkte.

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10 Lichtsensor
Eine gelbe LED kommt hinter dem zehnten Türchen zum Vorschein. Sie eignet sich gut als Lichtsensor. In Abhängig- 10. Tag
keit von der Helligkeit zeigt die Schaltung entweder Rot oder Grün.

LED gelb
Info: Prinzipiell kann jede LED auch als Fotosensor eingesetzt werden. Tauschen
Sie die LEDs aus und testen Sie, welche der LEDs bei einer gegebenen weißen
Lichtquelle die größte Empfindlichkeit aufweist. Mit einer Taschenlampe kann
man dazu die Entfernung messen, bei der der Ausgang umschaltet. Um die Mes-
sung zu beschleunigen, sollte man den Kondensator entfernen.

Aufgabe: Führen Sie Versuche ohne Kondensator mit verschiedenen Lichtquellen


durch. Suchen Sie Bereiche, in denen beide LEDs am Ausgang etwa gleich stark
leuchten. Damit können Sie beweisen, dass diese Lampen schnell flackern. Eine
stark flackernde Lampe zeigt einen großen Bereich, in dem beide LEDs leuchten.
Finden Sie die am stärksten flackernde Lampe in Ihrer Wohnung: 4 Punkte.

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11 Farbmischer
11. Tag Hinter dem elften Türchen verbirgt sich ein Elektrolytkondensator (Elko) mit 22 µF (Mikrofarad). Achtung, bei einem
Elko muss immer die Polung beachtet werden. Der Minuspol ist mit einem dicken weißen Strich gekennzeichnet.
Nur in der korrekten Einbaurichtung isoliert der Kondensator gut. In der falschen Richtung fließt Strom und kann
Elko 22 µF den Elko langsam zerstören. Hier wird der Elko verwendet, um einen einmal eingestellten Zustand für lange Zeit
zu halten. Mit dem selbst gebauten Schalter kann man den Kondensator laden oder entladen. Damit ändert sich
die Ausgangsspannung des OPV und damit die Helligkeit der roten und der grünen LED. So lässt sich eine beliebige
Farbmischung einstellen.

Info: Die Grundschaltung ist wieder ein Integrator, wobei diesmal der Eingangs-
strom je nach Schalterstellung positiv, null oder negativ sein kann. In der neutralen
Mittelstellung des Schalters sollte sich die Ausgangsspannung nicht ändern. Tatsäch-
lich aber führt der unvermeidliche Isolationsfehler des Elkos und der Eingangsstrom
des OPV zu einer langsamen Änderung.

Aufgabe: Bauen Sie den Schalter zu einem doppelten Berührungssensor mit vier
blanken Drähten um. Je nachdem, welche Kontakte Sie mit dem Finger berühren,
ändert sich der Anteil der beiden Farben: 5 Punkte.

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12 Erdbebensensor
Einen Widerstand mit 330 k (Orange, Orange, Gelb) finden Sie hinter Türchen Nummer 12. Er wird nun 12. Tag
eingesetzt, um den Piezo-Schallwandler zu einem Erschütterungssensor zu machen. Laute Geräusche und starke
Erschütterungen lassen die beiden LEDs flackern. Heben und senken Sie den gesamten Aufbau, dann leuchtet
abwechselnd die rote und die grüne LED. Die Piezo-Scheibe verhält sich wie ein Beschleunigungssensor. Wenn Sie Widerstand 330 k
damit durch den Raum gehen, wird jeder Schritt deutlich angezeigt.

Info: Der Operationsverstärker wird hier ohne Gegenkopplung als Komparator


betrieben. Im Ruhezustand sind beide Eingangsspannungen gleich, sodass man
nicht vorhersagen kann, wie sich der Ausgang verhält. Der OPV hat nämlich
einen kleinen Offsetfehler in der Größenordnung von 1 mV (Millivolt), der hier
im Ruhezustand den Ausschlag gibt. Sobald aber die vom Wandler erzeugte Sig-
nalspannung deutlich größer als 1 mV ist, bestimmt diese den Ausgangszustand.

Aufgabe: Beschweren Sie die Membran mit einem kleinen Gewicht von maximal
10 g. Der Sensor wird damit noch empfindlicher für Bodenerschütterungen.
Versuchen Sie, den Sensor so aufzustellen, dass er die Schritte einer Person im
Raum anzeigt: 5 Punkte.

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13 Klatsch-Schalter
13. Tag Einen weiteren Widerstand mit 100 k (Braun, Schwarz, Gelb) finden Sie hinter dem 13. Türchen. Damit soll
ein Klatsch-Schalter gebaut werden, der die LEDs bei lauten Geräuschen oder nach einem Antippen des Sensors
umschaltet. Beachten Sie beim Einbau die korrekte Polung des Elkos, dessen Minuspol an den nicht invertierenden
Widerstand 100 k Eingang gehört. Im Ruhezustand ist die grüne LED an. Es dauert etwa eine halbe
Minute, bis sich der Sensor von selbst auf maximale Empfindlichkeit eingestellt
hat. Ein Geräusch oder eine Erschütterung bewirkt dann ein abruptes Umschalten
von Grün auf Rot. Anschließend dauert es etwa eine halbe Minute, bis die
Schaltung wieder in den Zustand Grün umschaltet. Der Wechsel von Rot nach
Grün ist ein langsames Überblenden. Wenn die rote LED ganz aus ist, dauert
es noch etwa zehn Sekunden, bis die Schaltung bereit für neue Geräusche ist.
Mit einem sehr starken Signal kann man allerdings bereits früher umschalten.
Genauso kann man mit einem lauten Geräusch die Rotphase abkürzen. Wenn
es durchgehend sehr laut ist, erzeugt die Schaltung ein etwas schnelleres
Dauerumschalten.

Info: Die Funktion dieser Schaltung ist nicht ganz leicht zu durchschauen. Ein idealer Operationsverstärker
würde sich ganz anders verhalten. Hier werden jedoch besondere Eigenschaften des bipolaren OPV mit PNP-
Eingangsstufe ausgenutzt. Der Eingangsstrom liegt bei etwa 30 nA, sodass ein Spannungsabfall von 10 mV am
invertierten Eingang liegt, am nicht invertierten Eingang sind es dagegen nur 3 mV. Der Unterschied reicht aus,
um einen stabilen Ruhezustand zu erzeugen. Der Sensor muss mindestens 7 mV aufbringen, um den Zustand
zu ändern. Beim Umkippen in den Rotzustand zieht der Elko die Spannung am +-Eingang hoch und hält diesen
Zustand durch die Rückkopplung stabil. Er muss sich anschließend so weit aufladen, dass die Eingangsspannung
unter 3 mV absinkt, was etwa eine halbe Minute dauert. Dann kippt der Ausgangszustand um. Damit würde der
Eingang um einige Volt unter null gezogen, was allerdings nicht mehr zum normalen Arbeitsbereich des OPV
gehört. Unterhalb von –0,5 V kehrt sich die Funktion des OPV um. Aus einer Rückkopplung wird daher für eine
gewisse Zeit eine Gegenkopplung, die Schaltung arbeitet als Integrator. Deshalb ändert sich der Ausgangszustand
nur langsam.

Aufgabe: Nehmen Sie den Elko aus der Schaltung und setzen Sie den Scheibenkondensator mit 100 nF ein, um
den Vorgang zu beschleunigen. Bauen Sie damit die Schaltung so um, dass bei jedem Geräusch ein roter Licht-
blitz entsteht: 3 Punkte.

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14 Tongenerator
Das 14. Türchen bringt einen weiteren Widerstand mit 100 k (Braun, Schwarz, Gelb) zum Vorschein. Bauen Sie 14. Tag
nun einen Signalgenerator, der einen lauten Ton erzeugt. Zusätzlich wird das Ausgangssignal an der grünen LED
angezeigt. Man sieht zunächst nur ein gleichförmiges Leuchten. Wenn Sie aber die Augen schnell bewegen, ist ein
schnelles Ein- und Ausschalten der LED zu erkennen. Widerstand 100 k

Info: Ein Spannungsteiler mit zwei gleichen Widerständen legt die halbe Betriebs-
spannung an den +-Eingang des OPV. Ein zusätzlicher Widerstand zum Ausgang
bildet eine Rückkopplung, die den Ausgangszustand entweder bei hoher Spannung
oder bei kleiner Spannung festhält. Zusätzlich gibt es eine Gegenkopplung zum
invertierenden Eingang, die allerdings mit einem Kondensator verzögert wird. Immer
wenn sich der Kondensator weit genug aufgeladen oder entladen hat, wird der Aus-
gangszustand umgeschaltet. So entstehen regelmäßige Schwingungen.

Aufgabe: Ersetzen Sie den 100-k-Widerstand in der Gegenkopplung durch einen


wesentlich kleineren Widerstand von 4,7 k. Der Ton wird dadurch sehr viel höher:
2 Punkte.

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15 Akustischer Temperatursensor
15. Tag Hinter Türchen Nummer 15 finden Sie einen Widerstand mit 10 k (Braun, Schwarz, Orange), der nun statt des
Widerstands mit 100 k eingesetzt werden soll. Damit entsteht ein hoher Ton. Berühren Sie den Kondensator mit
zwei Fingern. Er wird sich dabei leicht erwärmen, was zu einer Änderung der Tonhöhe führt.
Widerstand 10 k

Info: Die meisten elektrischen Bauteile ändern ihre Eigenschaften mit der Temperatur.
Bei vielen keramischen Kondensatoren ist dieses Verhalten besonders ausgeprägt.
Genauer betrachtet, wird die Kapazität nahe der Raumtemperatur von 20 °C maximal
und sinkt bei höheren und bei sehr viel tieferen Temperaturen deutlich. Eine Erwär-
mung mit den Fingern führt daher zu einer höheren Tonfrequenz.

Aufgabe: Stellen Sie die Schaltung für einige Minuten hinaus in die Kälte und unter-
suchen Sie den Einfluss tiefer Temperaturen. Stellen Sie die Schaltung direkt auf die
Heizung und suchen Sie den wärmsten Ort im Zimmer: 4 Punkte.

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16 Wie ein Geigerzähler …


Hinter dem 16. Türchen finden Sie einen weiteren Scheibenkondensator, diesmal mit nur 10 nF (Aufdruck 103). Bauen 16. Tag
Sie ihn in den Tongenerator ein. Auch veränderte Widerstände kommen zum Einsatz, um die Tonhöhe anzupassen.
Außerdem wird der bisher in der Gegenkopplung eingesetzte Widerstand durch eine rote LED ersetzt, die nun als
Lichtsensor arbeitet. Das Ergebnis ist ein Tongenerator, dessen Frequenz von der Helligkeit abhängt. Wenn es sehr Kondensator 10 nF
dunkel ist, hört man nur noch ein Knattern. Sobald Licht auf den Sensor fällt, erhöht sich die Frequenz des Tons. Mit
etwas Fantasie hört sich das an wie ein Geigerzähler, wenn man eine radioaktive Probe in die Nähe bringt.

Info: Die LED hat in diesem Versuch zwei Funktionen. In Durchlassrichtung


verhält sie sich wie jede andere Diode und sorgt für eine schnelle Entladung des
Kondensators. In Sperrrichtung dagegen isoliert sie und lässt nur einen Strom
fließen, der von der Helligkeit abhängig ist. Die Schaltung erzeugt daher kurze
Impulse, deren Frequenz mit der Helligkeit steigt.

Aufgabe: Bauen Sie zusätzlich den Kondensator mit 100 nF ein, sodass die Fre-
quenz noch geringer wird. Bei Dunkelheit sollte man nur noch ein vereinzeltes
Knacken hören und sieht auch schwache Lichtblitze der roten LED. Testen Sie,
welche LED den geringsten Sperrstrom aufweist und damit bei Dunkelheit die
geringste Frequenz erzeugt. Das Geräusch erinnert nun noch deutlicher an einen
Geigerzähler: 4 Punkte.

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17 Elektronenorgel
17. Tag Hinter Türchen Nummer 17 finden Sie einen weiteren Widerstand mit 100 k (Braun, Schwarz, Gelb). Bauen Sie den
Tongenerator zu einer Elektronenorgel um. Die üblichen Instrumente haben viele Tasten, dieses kommt mit zwei
Kontakten aus, die als Berührungssensor fungieren. Wenn man beide Kontakte mit den Fingern berührt, bildet man
Widerstand 100 k einen Widerstand, der den Ton bestimmt. Ein festerer Druck erzeugt einen höheren Ton.

Info: Die Schaltung ähnelt dem Geigerzähler-Oszillator vom Vortag,


sie hat aber mit dem Widerstand von 100 k im Rückkopplungs-
zweig einen angepassten Frequenzbereich. Außerdem gibt es jetzt
einen Pufferverstärker mit einfacher Spannungsverstärkung, der für
eine gute Trennung des Schallgebers sorgt. Damit werden Rückwir-
kungen auf den Oszillator vermieden, die im Bereich von Eigenreso-
nanzen des Wandlers auftreten könnten.

Aufgabe: Üben Sie mit diesem Instrument und spielen Sie ein Weih-
nachtslied. Wenn andere das Lied erkennen können: 5 Punkte.

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18 Lichtorgel
Öffnen Sie Türchen Nummer 18 und nehmen Sie einen Widerstand mit 330 k (Orange, Orange, Gelb) heraus. 18. Tag
Bauen Sie außerdem wieder die LED als Lichtsensor ein. Mit einer Taschenlampe oder einer anderen Lichtquelle
könnten Sie nun den Ton verändern. Eine stärkere Annäherung der Lampe erhöht die Frequenz. Der Ausdruck
„Lichtorgel“ steht meist für ein Gerät, das Licht in Abhängigkeit von Klängen steuert. Hier ist es umgekehrt: Das Licht Widerstand 330 k
bestimmt die Tonhöhe.

Info: Die Schaltung verwendet wieder einen Pufferverstär-


ker für eine ungestörte Tonwiedergabe. Mit der LED als
Fotodiode ergibt sich bei mittlerer Helligkeit nur ein gerin-
ger Ladestrom. Durch die angepassten Widerstände wird
der Ton jedoch hoch genug und in einen gut spielbaren
Bereich verschoben.

Aufgabe: Spielen Sie mit einer hellen Taschenlampe ein


Weihnachtslied. Wenn Ihr Lied erkannt wird: 5 Punkte.

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19 Licht-Telegramme
19. Tag Einen Widerstand mit 10 k (Braun, Schwarz, Orange) finden Sie hinter Türchen Nummer 19. Bauen Sie einen
Tongenerator, der sich mit einer Lichtquelle einschalten lässt. Die gelbe LED dient als Lichtsensor, die rote LED als
elektronischer Schalter für den Tongenerator. Die Schaltung ist ein Empfänger für Licht-Telegrafie. Senden Sie zum
Widerstand 10 k Beispiel einen SOS-Notruf (… --- …), der von jedem verstanden wird.

Info: Die Schaltung besteht aus schon bekannten Bau-


gruppen. Der Ausgang des linken OPV ist im Ruhezustand
positiv. Die rote LED leitet dann und stoppt damit den
Tongenerator. Bei einem genügend großen Sensorstrom
wird der Ausgang des Lichtsensors umgeschaltet. Die rote
LED wird dann in Sperrrichtung betrieben und der Tonge-
nerator eingeschaltet.

Aufgabe: Bauen Sie parallel zur Sensor-LED einen Schalt-


kontakt oder Berührungssensor als Morsetaste ein. Der
Lichtempfänger wird dadurch zu einem Sendeempfänger.
Sie können auf empfangene Nachrichten antworten:
4 Punkte.

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20 Sirene
Öffnen Sie Türchen Nummer 20 und nehmen Sie einen Widerstand mit 33 k (Orange, Orange, Orange) heraus. 20. Tag
Bauen Sie eine Sirene. Hier werden zum ersten Mal alle vier Verstärker des LM324 gemeinsam verwendet. Weil sehr
viele Bauteile eingesetzt werden, ist der Aufbau recht komplex.
Widerstand 33 k

Info: Die Schaltung besteht aus zwei Oszillatoren unterschiedlicher Frequenz. Direkt am Elko des ersten Oszilla-
tors liegt eine langsam ansteigende und wieder abfallende Spannung, die mit einem Pufferverstärker zum eigent-
lichen Tongenerator gelangt und dort die Eingangsspannung moduliert. Der höchste Ton wird erzeugt, wenn
die Spannung gerade in der Mitte liegt. Sowohl bei höherer als auch bei geringerer Eingangsspannung sinkt die
Ausgangsfrequenz. Weil der bipolare OPV nicht über den vollen Spannungsbereich arbeitet, findet man eine tiefe
und eine weniger tiefe Phase.

Aufgabe: Bauen Sie zusätzlich eine LED mit einem passenden Vorwiderstand ein, sodass man den Signalverlauf
des langsamen Oszillators sehen kann: 3 Punkte.

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21 Lichtalarm
21. Tag Ein Widerstand mit 3,3 M (Orange, Orange, Grün) kommt hinter Türchen Nummer 21 zum Vorschein. Er wird
nun in einem langsamen Oszillator verwendet. Zusätzlich gibt es einen Lichtsensor, der den Ton einschaltet. Diese
Alarmanlage kann verwendet werden, um Weihnachtsgeschenke vor der vorzeitigen Entdeckung zu schützen. Wenn
Widerstand 3,3 M jemand in den verbotenen Raum kommt und das Licht einschaltet, ertönt ein unterbrochener Alarmton. Ohne Alarm
sieht man einen Wechselblinker mit der roten und der grünen LED, der als Bereitschaftsanzeige dienen kann.

Info: Auch diese Schaltung besteht aus schon bekannten Baugruppen. Diesmal gibt es zwei Dioden, die den
Oszillator stoppen können. Nur wenn die rote und die grüne LED gesperrt sind, entsteht der Ton.

Aufgabe: Verwenden Sie die noch übrigen Widerstände und Kondensatoren, um die Tonhöhe oder die Wieder-
holfrequenz zu verändern: 2 Punkte.

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22 Schwebungstöne
Hinter Türchen Nummer 22 finden Sie einen weiteren Kondensator von 100 nF (104). Damit können zwei Oszillatoren 22. Tag
mit gleicher Frequenz aufgebaut werden. Beide Töne gelangen zum Lautsprecher. Ändern Sie die Frequenz eines der
Oszillatoren, indem Sie den Kondensator mit dem Finger erwärmen. Dabei entstehen Schwebungstöne. Nach der
Abkühlung nähern sich die Frequenzen einander an, die Schwebung wird langsamer, bis sie ganz verschwindet. Kondensator 100 nF

Info: Wenn zwei Töne nahe beieinanderliegen, hört man eine auf-
und absteigende Lautstärke im Takt der Differenz beider Töne.
Wenn der Frequenzunterschied sehr gering ist, rasten die beiden
Oszillatoren auf eine gemeinsame Frequenz ein. Sie können aber
noch unterschiedliche Phasen haben, was die Lautstärke und den
Klang verändert. Die Herausforderung besteht darin, beide Oszil-
latoren möglichst gut gegeneinander zu entkoppeln, damit auch
geringe Frequenzunterschiede möglich sind. Dazu dienen die
beiden Pufferverstärker und der Elko an der Betriebsspannung.

Aufgabe: Erwärmen Sie beide Kondensatoren so gleichmäßig,


dass die Oszillatoren immer die gleiche ansteigende Frequenz
haben. Das erfordert etwas Übung und viel Geschick, denn Sie
müssen am Klang erkennen, wann einer der Oszillatoren aus der
Kopplung auszubrechen droht: 3 Punkte.

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23 Orgel zweihändig
23. Tag Ein zweiter Kondensator mit 10 nF (103) findet sich hinter Türchen Nummer 23. Damit soll nun eine zweistimmige
Orgel gebaut werden. Die Töne werden durch den Fingerdruck auf die Sensordrähte verändert. Zwei völlig
unabhängige Töne erhält man jedoch nur, wenn die beiden Sensoren von zwei Personen berührt werden, die
Kondensator 10 nF ansonsten gut voneinander isoliert sind. Sobald sie sich an den Händen berühren, beeinflusst jeder den Ton des
anderen.

Info: Die Schaltung unterscheidet sich kaum vom Schwebungsos-


zillator des letzten Tags. Weil aber der Hautwiderstand wesentlich
größer ist als die dort eingesetzten 10 k, müssen die Kondensato-
ren verkleinert werden.

Aufgabe: Ersetzen Sie einen der beiden Kondensatoren durch einen


mit 100 nF und die zugehörigen Sensordrähte durch einen Wider-
stand mit 33 k. Dadurch erhält die Orgel eine permanente zweite
Stimme mit konstantem Ton, ähnlich wie bei einem Dudelsack. Sie
können nun wohlklingende Zweiklänge spielen. Nur einem wirk-
lichen Musikgenie wird es allerdings gelingen, damit einen zwei-
stimmigen Weihnachtschoral zu spielen. Wenn Sie es überzeugend
schaffen, erhalten Sie 10 Punkte, wenn das Ergebnis noch nicht so
ganz zufriedenstellt, entsprechend weniger.

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24 Funkelnde Sterne
Bisher gab es immer nur relativ hochohmige Widerstände, um die Batterie zu schonen, die möglichst bis 24. Tag
Weihnachten durchhalten sollte. Aber hinter dem letzten Türchen finden Sie einen Widerstand mit nur 1 k (Braun,
Schwarz, Rot). Am Weihnachtsabend sollen keine schrägen Klänge die Stimmung trüben, deshalb wird die Piezo-
Scheibe nicht als Lautsprecher, sondern als Schallsensor eingesetzt. Sobald die Familie mit genügend Einsatz ein Widerstand 1 k
Weihnachtslied singt, beginnen drei LEDs mit einem sanften Flackern, das nach einiger Zeit schwächer wird und
dann aufhört. Dieses festliche Licht kann am Weihnachtsbaum befestigt werden. Und wenn keiner mehr singen will,
kann man einen Zweig des Weihnachtsbaums antippen, damit der Sensor das Licht neu startet.

Info: Der eigentliche Sensor ist der schon von Tag 13 bekannte Klopfsensor mit langsam abfallender Ausgangs-
spannung. Er versorgt über einen Vorwiderstand von 1 k die drei LEDs, die zusätzlich von drei OPVs gesteuert
werden. Das eigentlich Neue an diesem Versuch ist der Phasenschieber-Oszillator mit drei Stufen. Die LEDs wer-
den damit nacheinander und mit weichen Übergängen eingeschaltet.

Aufgabe: Nun wurden 24 Versuche erfolgreich aufgebaut, aber das ist noch lange nicht das Ende der Möglichkei-
ten. Unzählige weitere Schaltungen sind mit den vorhandenen Bauteilen möglich. Erfinden Sie eine eigene Schal-
tung, die sich möglichst stark von allen vorgestellten Versuchen unterscheidet: 10 Punkte.

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Auswertung der erzielten Punkte
0 bis 30 Punkte: Es kann nur besser werden.
31 bis 60 Punkte: Sie haben Geschick und Sachverstand bewiesen.
61 bis 100 Punkte: Sie erhalten hiermit den Titel: Meister der experimentellen Elektronik.

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Dieses Produkt wurde in Übereinstimmung mit den geltenden europäischen Richtlinien hergestellt und trägt daher das CE-Zeichen. Der bestimmungsgemäße Gebrauch ist in der beiliegenden
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Bei jeder anderen Nutzung oder Veränderung des Produktes sind allein Sie für die Einhaltung der geltenden Regeln verantwortlich. Bauen Sie die Schaltungen deshalb genau so auf, wie es in der
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Warnung! Augenschutz und LEDs:


Blicken Sie nicht aus geringer Entfernung direkt in eine LED, denn ein direkter Blick kann Netzhautschäden verursachen! Dies gilt besonders für helle LEDs im klaren Gehäuse sowie in besonderem
Maße für Power-LEDs. Bei weißen, blauen, violetten und ultravioletten LEDs gibt die scheinbare Helligkeit einen falschen Eindruck von der tatsächlichen Gefahr für Ihre Augen. Besondere Vorsicht
ist bei der Verwendung von Sammellinsen geboten. Betreiben Sie die LEDs so wie in der Anleitung vorgesehen, nicht aber mit größeren Strömen.

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Autor: Burkhard Kainka
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