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Monastische Observanz und Ordens-

struktur bei Templern und Johannitern


Einige Überlegungen zum Projekt der Vereinigung der
beiden Orden Anfang des 14. Jhs.

ANKE KRÜGER

Nur kurze Zeit1 vor dem aufsehenerre- Restriktionen unterwerfen.3


genden Prozeß gegen den Orden der Worin hätten diese Restriktionen
Templer, initiiert im Oktober 1307, bestanden? In welchen Punkten der
verfaßte der damalige Ordensmeister der Observanz unterschieden sich die Temp-
Templer, Jacques de Molay, ein Memo- ler von den Johannitern? War eine
randum als Antwort auf eine Überlegung Vereinigung der beiden Orden überhaupt
von Papst Clemens V.: die Vereinigung umsetzbar? Diesen Fragen geht der
der Orden der Templer und Hospitaliter. folgende Aufsatz nach.
Das Projekt war nicht neu. Bereits auf
dem Konzil von Lyon 1274 war über
eine Vereinigung der Ritterorden disku- 1. Die Quellen
tiert worden. Während der folgenden
Jahrzehnte blieb die Frage auf der Für die Templer sind dies die „Regula
Tagesordnung, ohne daß die hieraus Primitiva"(RT), abgefaßt in lateinischer
resultierenden praktischen Observanz- Sprache zwischen 1128 und 1131 als
probleme jedoch ernsthaft erörtert Ergebnis der Beratungen auf dem Konzil
wurden.2 Bei den Betroffenen stieß das von Troyes und der späteren Modifikati-
Vereinigungsprojekt stets aufheftige on durch den Patriarchen von Jerusalem.4
Gegenwehr. Jacques de Molay führte Der Text wurde gegen 1140 ins
neben zahlreichen anderen Gegenargu- Französische übersetzt.5 Um 1165 wurde
menten auch folgendes an: bei einer die „Regula Primitiva" durch die Nieder-
Vereinigung beider Orden müßten schrift detaillierter Gewohnheiten und
entweder die Templer vieles aufgeben, hierarchischer Statuten, der „Retrais"
oder aber die Johanniter sich zahlreichen komplettiert.6 Zwischen 1257 und 1267
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folgten die „Egards", der Strafkodex des Gesundheit des Leibes, und wenn ein
Ordens, und die „Statuts conventuels".7 Bruder nicht Keuschheit gelobt, kann er
Für die Johanniter sind relevant die nicht zur ewigen Herrlichkeit gelangen
„Regel Raimond du Puys" (RH), entstan- und Gott nicht schauen".18 Daher wurde
den um 11508, die auf den Generalkapi- ein Bruch des Keuschheitsgelübdes auch
teln erlassenen Statuten9 und die Ende besonders schwer und mit bleibenden
des 13. Jh.s festgeschriebenen „Usances" Einschränkungen für den Schuldigen
und „Esgarts"10. geahndet. Das Armutsgelübde der
Templer war an der monastischen
Strenge ausgerichtet. Kein Bruder, auch
2. Die Gelübde in beiden Orden nicht der Ordensmeister, durfte Privatei-
gentum besitzen, vor allem kein Bar-
Der Orden der Johanniter ging aus geld.19 Der Ordensmeister durfte aller-
einem Jerusalemer Spital hervor, wie dings eine Truhe mit Riegel haben, um
schon die Intitulatio der Ordensregel darin ihm überreichte Geschenke zu
deutlich sagt.11 Die Kranken-und verwahren.20 Wurde bei einem verstorbe-
Armenpflege blieb auch nach der Milita- nen Bruder Geld gefunden, so wurde
risierung des Ordens12 zentraler Bestand- dieser als Dieb betrachtet, nicht in
teil des religiösen Lebens der Johanniter. geweihter Erde bestattet und das Toten-
Bei ihrer Profeß versprachen die künfti- offizium nicht für ihn gefeiert - er galt als
gen Johanniterbrüder neben Armut, exkommuniziert.21 Ursprünglich galt diese
Keuschheit und Gehorsam auch den strenge Regelung auch bei den
uneingeschränkten Dienst am Kranken.13 Johannitern.22 Anfang des 13. Jh.s
Die künftigen Templer hingegen jedoch23 wurde dieser Paragraph modifi-
gelobten neben den üblichen drei mona- ziert. Die Ende des 13. Jh.s entstandenen
stischen Gelübden uneingeschränkten „Usances" der Johanniter sehen vor, daß
militärischen Beistand für das Heilige ein Bruder auf Erlaubnis seines Oberen
Land.14 Auch der Templerorden übte Eigentum, sei es an Geld oder an Sach-
caritative Werke wie die Verpflegung werten, das ihm von Verwandten oder
von Armen, doch wurden diese nie zu Freunden geschenkt worden war, behalten
einem derart tragenden Faktor des dürfe.24
Ordenslebens wie bei den Johannitern.15
Ein Johanniter war serf et esclaf der 3. Die Ordensstruktur
Kranken16, ein Templer serf et esclaf des 3.1. Das Verhältnis zu weiblichen und
Ordens und des Heiligen Landes17. minderjährigen Ordensangehörigen
Das Keuschheitsgelübde wurde von
den Templern besonders hoch bewertet. Eine Frau zu küssen, und sei es eine
Die Ritterbrüder sollten den weißen Verwandte, wurde den Templern bereits
Mantel als Zeichen dieses Gelübdes in der „Regula primitiva" verboten.25 Eine
tragen, denn „die Keuschheit ist die während des Prozesses zusammen-
Garantie für die Tapferkeit und die gestellte Liste wies auf ein Verbot hin,
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unter einem Dach mit Frauen zu schla- vermutlich nur wenige Jahre nach dem
fen.26 Die „Regula primitiva" untersagte männlichen Zweig entstand und das
auch die Aufnahme von Ordensschwe- Habit der Johanniter übernahm.37 Sowohl
stern.27 Die vereinzelt in den Quellen der Chronist Wilhelm von Tyrus in der
auftauchenden sorores Templi sind in zweiten Hälfte des 12. Jhs. als auch der
den meisten Fällen der Gruppe der Chronist Jacques de Vitry Anfang des 13.
Donaten zuzurechnen.28 Eine echte soror Jhs. berichten, die „Hospitaliterinnen"
im Sinne eines Vollmitgliedes des seien aus dem Maria-Magdalena-Kloster
Ordens war demhingegen gewiß die in Jerusalem hervorgegangen.38 Diese
„Komturin" von Rourel in Katalonien29 Hospitaliterinnen führten jedoch zum
oder die Engländerin, die Ende des 12. größten Teil ein rein monastisches
Jh.s öffentliche Gelübde leistete30. Doch Ordensleben und beteiligten sich nicht an
dies waren Ausnahmefalle, die nicht von den caritativen Aufgaben des männlichen
der Regel legalisiert wurden. Einen Zweiges.39 Eine eigene Ordensregel ist aus
solchen Sonderfall stellt auch das Cister- dem Frauenkloster Sigena in Spanien
cienserinnenkloster Mühlen in der überliefert. Sie enstand 1188.401219 gab
Diözese Worms dar, das sich 1272 dem es ein Haus der Sorores Hospitalis in
Templerorden affiliierte.31 Weibliche Akkon.41
Angestellte, die in keiner Weise eine Die Johanniterregel sah auch die
religiöse Verpflichtung eingingen, gab es Aufnahme Minderjähriger im Sinne einer
jedoch in einigen Templerhäusern.32 In Oblation vor.42 Diese Kinder Adliger, die
dieser Regelung des Verhaltens Frauen dem Orden zur Erziehung übergeben
gegenüber orientierten sich die Templer worden waren, konnten im Orden zu
offenbar an den Festlegungen der Cister- Rittern geschlagen werden, wenn der
cienser. Im Cistercienserorden war Meister und die Brüder dies befürworte-
Frauen der Zutritt in den Klosterbereich, ten. Ansonsten konnte den Ritterschlag
aber auch den Bereich der Grangien nur erhalten, wem dies vor dem Eintritt in
verwehrt, es sei denn, ein päpstliches den Johanniterorden versprochen worden
Privileg berechtigte sie hierzu. Untersagt war.43 Die Templerregel untersagte
war den Cisterciensermönchen wie derartiges. Nur waffenfähige Männer
Konversen, mit Frauen unter einem Dach sollten aufgenommen werden.44 In der
zu bleiben.33 Die Inkorporation von zweiten Hälfte des 13. Jhs. wird
Frauenklöstern in den Cistercienserorden präzisiert, daß niemand, auch wenn er
war lange Zeit umstritten und wurde adliger Abkunft war, nach dem Eintritt in
bereits 1228 endgültig verboten.34 den Templerorden zum Ritter geschlagen
Die Johanniterregel enthielt zwar das werden konnte.45 Beabsichtigten Eltern,
Verbot, daß die Brüder sich von Frauen ihren Sohn dem Orden zu weihen, dann
bedienen ließen35, erlaubte aber die hatten sie ihn bis zum entsprechenden
Aufnahme von Frauen als Ordensschwe- Alter zu versorgen.46 Entsprechend hoch
stern.36 Die Johanniter besaßen einen lag auch das in den Prozeßakten Anfang
eigenen weiblichen Ordenszweig, der des 14. Jhs. zu eruierende Eintrittsalter.
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Die Mehrzahl der 1310 und 1311 in Paris auf Zeit dienende Ritter57. Diese „Brüder
verhörten Templer waren in einem Alter auf Zeit" durften die weiße Ordenstracht
zwischen 20 und 30 Jahren in den Orden nicht tragen. Sie leisteten keine Gelübde;
aufgenommen worden.47 Die Profeß vor aber von den Servienten verlangte man
dem 20. Lebensjahr war sehr selten.48 ein Treueversprechen.58
Einer der Jüngsten, die im Templerorden Spätestens in der zweiten Hälfte des
ihre Gelübde leisteten, war der im Alter 13. Jhs. waren wohl alle Servienten der
von 11 Jahren auf Wunsch seiner Eltern Templer Vollmitglieder des Ordens, bis
aufgenommene Guido Delphini.49 Selbst hin zu den Handwerkern und Landarbei-
er war aber vor seinem Ordenseintritt tern.59 Der Profeßritus schrieb bei
von seinem Vater zum Ritter geschlagen angehenden Ritterbrüdern die Frage nach
worden, womit man die Vorschrift der der ehelichen und ritterlichen Abkunft
Regel nach „Waffenfähigkeit" kurzer- vor.60 Ein künftiger Servient sollte
hand umging.50 demhingegen nach seinem persönlichen
Mit der Beschränkung des Brauches freien Status befragt werden.61 Doch hatte
der Kinderoblation folgten die Templer sich dieses Formular offenbar Ende des
sowohl praktischen militärischen Überle- 13. Jh.s noch nicht durchgesetzt, denn
gungen als auch dem Vorbild der Cister- ein ~1293 in Toulouse aufgenommener
cienser. Im Gegensatz zur Benediktus- Ritterbruder gibt in seinem Protokoll an,
Regel, die die Aufnahme von Minderjäh- bei seiner Profeß nicht nach der
rigen noch vorsieht51, wurde dieser ritterlichen Abkunft, wohl aber der
Brauch bei den Cisterciensern verboten. persönlichen Freiheit befragt worden zu
Novizen, die vor dem 18. Lebensjahr (in sein.62
einigen Ländern galt eine Sonderrege- Die Statuten der Templer unterschei-
lung: vor dem 15. Lebensjahr) aufge- den prinzipiell nicht zwischen adligen
nommen worden waren, sollten vom Brüdern des Ritterstandes (frères cheva-
Visitator ausgestossen werden.52 liers) und nichtadligen Servienten (frères
Patenschaften zu übernehmen war den sergents)63, sondern zwischen kämpfenden
Templern verboten53, ebenso wie den Rittern und Servienten (frères de
Cisterciensern54. Für die Johanniterbrü- couvent)64 und nichtkämpfenden Ser-
der höherer Ränge gestattete das Gene- vienten (frères de metier). Diese Diffe-
ralkapitel von 1283 nach Einholung der renzierung hatte also weniger ständische,
Erlaubnis des Ordensmeisters die Über- als militärisch-praktische Gründe. Das
nahme von Patenschaften.55 Offizium galt für Ritter und Servienten65,
die Mahlzeiten wurden gemeinsam im
3.2. Servientes bei Templern und gleichen Raum eingenommen66, und die
Johannitern Brüder besuchten das gleiche Hauskapi-
tel67. Die Statuten sagen deutlich, daß ein
Die „Regula primitiva" der Templer Servient nicht über Ritter kommandieren
erwähnt auf Zeit dienende Servienten — oder dort ein Kapitel abhalten dürfe, wo
also nicht-ritterliche Mitglieder56— und Ritter zugegen seien.68 Nicht konkreti-
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siert ist, ob ein Servient nur künftige Ein wesentlicher und offensichtlicher
Servienten aufnehmen konnte. Die Unterschied zwischen Servienten und
Statuten sehen den Fall vor, daß ein Rittern im Templerorden war die Ordens-
Komtur wohl einen Mann als Servienten tracht. Den berühmten weißen Mantel
aufnehmen könne, nicht aber einen durften nur die Ritterbrüder tragen.78 Die
künftigen Ritterbruder, und ebensowenig Servienten erhielten einen braunen/
einem Ritterbruder aufgrund einer schwarzen Habit79, ebenso wie die
Verfehlung den Habit nehmen könne. Konversen der Cistercienser ein braunes
Der Grund für diese Kapazitätsbeschrän- Gewand trugen, im Gegensatz zu den
kung wird jedoch nicht genannt.69 Ein Priestermönchen im weißen Habit.80
Komtur war offensichtlich nicht automa- Diesbezügliche Verfehlungen, wie etwa
tisch mit Aufnahme-bzw. Strafbefugnis die Verleihung eines weißen Mantels an
ausgestattet; diese wiederum nicht an das einen Servienten, wurden streng geahn-
Komtursamt gebunden. So rezipierte der det.81 Mit der Farbe der Ordenstracht
bereits genannte Guido Delphini — stets enden aber bereits die Gemeinsamkeiten
nur als miles ohne besonderes Amt von Templerservienten und Cister-
bezeichnet — Brüder in verschiedenen cienserkonversen. Im Gegensatz zu
Ordenshäusern, und zwar unter Anwe- ersteren hatten letztere nicht das Recht,
senheit des dortigen Komturs.70 Die an Generalkapiteln teilzunehmen, sie
Prozeßakten überliefern zahlreiche wurden in keinem Fall Vorsteher auch
Servienten im Rang eines Komturs, und nur eines kleinen Priorates, sondern
dies von zum Teil bedeutenden Häusern. unterstanden grundsätzlich einem Prie-
So war der Servient Radulph de Gisy stermönch82, sie lebten, arbeiteten und
Komtur von Lagny-le-Sec und Som- beteten strikt getrennt von den Priester-
mereux, der Bailli der Picardie.71 Als mönchen einer Cistercienserabtei83. Die
solcher nahm er an einem Generalkapitel Unterscheidung Priestermönch — Konver-
des Ordens in Paris teil.72 Vor Radulph de se der Cistercienser war eine ständische.
Gisy legten zahlreiche Brüder die Profeß Anders war auch die Stellung der
ab, darunter drei Priester.73 Wenigstens Servienten im Johanniterorden. Servien-
bei dreien der von ihm vollzogenen tes als Bezeichnung für bezahlte bewaff-
Ordensaufnahmen waren auch nete Kräfte des Ordens tauchen zuerst in
Ritterbrüder zugegen.74 Der Servient der päpstlichen Bulle „Quam amabilis"
Philippe Agate war Komtur von Sainte- aus dem Jahr 1139 auf.84 Mittels dieser
Vaubourg in Rouen und Provinzmeister Söldner suchten die Johanniter die
der Normandie.75 Es wäre absurd zu Sicherheit der Pilger zu gewährleisten.85
glauben, daß nicht ab und zu auch ein Ritterbrüder als Mitglieder des Johanni-
Ritter unter dem Kommando solch terordens traten erst in der zweiten Hälfte
hochrangiger Servienten gestanden des 12. Jhs. hinzu. Eine Adelsprobe war
hätte76, selbst wenn man eine geringe zunächst für Aspiranten nicht gefordert.86
Zahl von Ritterbrüdern in Frankreich 1262 präzisierte jedoch ein Generalkapi-
annimmt.77 telsstatut, daß niemand jemanden als
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Ritterbruder aufnehmen könne, wenn ten confratres und consorores der
dieser nicht über die entsprechende Johanniter trugen das gleiche Ordensge-
Abstammung verfüge.87 Ein Statut von wand, jedoch mit einem nur dreibalkigen
1270 erklärt eindringlicher, nur ein Tau-Kreuz.95 Die gleiche Praxis zur
Aspirant aus legitimer Ehe könne Ritter- Kennzeichnung der Affiliierten, ihnen
bruder werden und eine Bailei leiten, kein „volles" Kreuz wie den Vollmitglie-
fügt aber sogleich eine Ausnahme hinzu, dern des Ordens zu verleihen, gab es
„es sei denn, er sei der Sohn eines auch im Deutschen Orden.96 Den Bemü-
Grafen oder eines noch höheren Adli- hungen mancher, von einer häretisch-
gen"88. Ausnahmen dieser Art werden im esoterischen Lehre der Templer über-
Regelwerk der Templer nicht gemacht. zeugter, moderner Autoren zum Trotz,
Hier heißt es sogar ausdrücklich „kein läßt sich die Benutzung eines Halbkreu-
Bruder, der nicht aus legitimer Ehe zes für Affilierte oder gar Vollmitglieder
stammt, darf den weißen Mantel tragen, des Templerordens nicht nachweisen.97
auch wenn er ein Ritter und der Sohn
eines Ritters ist".89 3.3. Capellani bei Templern und
Nur wenige Johanniter-Servienten Johannitern
waren Vollmitglieder des Ordens. Daher
waren sie auch den Ritterbrüdera nicht Klerikerbrüder, besonders Priester,
gleichgestellt. So muß ein Paragraph gehörten seit Anbeginn zum Orden der
einer 1315 entstandenen Handschrift der Johanniter. Bereits die Regel Raimond du
„Esgarts" präzisieren, daß ein Servient Puys erwähnt ihre Pflichten beim Gottes-
nur dann einen Ritterbruder anklagen und Krankendienst.98
könne, wenn er selbst Profeßbruder ist.90 Sie unterstanden spätestens ab der
Die Servientenprofeßbrüder konnten zweiten Hälfte des 12. Jhs. einem eige-
ebenso wie die Servienten der Templer nen Oberen, dem prior ecclesiae", der
ein Amt als Hauskomtur übernehmen, im Rang sofort nach dem Ordensmeister
wie eine in England im Jahr 1338 durch- kam100. Gegenüber den Klerikerbrüdern
geführte Untersuchung der Johanniter hatte der prior ecclesiae die Amtsgewalt
zeigt. Sie hatten dann auch Ritterbrüder eines Bischofs. Im Provinzialkapitel
unter ihrer Befehlsgewalt.91 hatten Klerikerbrüder das gleiche Stimm-
Zumeist handelte es sich bei den recht wie die Ritterbrüder.101 In späterer
Johanniter-Servienten aber um bezahlte Zeit wurden sie in eigenen „Priesterkom-
Angestellte.92 Für jene Servienten, die menden" zusammengefaßt.102
Vollmitglieder des Ordens waren, und Den Templern waren eigene Priester
die Ritterbrüder, war die Ordenstracht ab im päpstlichen Privileg Omne datum
1278 jedoch gleich: ein schwarzer Optimum von 1139 zugestanden wor-
Mantel mit achtspitzigem weißen den.103 Diese sollten nach ihrer Weihe
Kreuz.93 Für den Kampfeinsatz trugen alle durch den zuständigen Bischof vollstän-
Brüder ab 1278 ein rotes Ordensgewand dig dem Ordensmeister tamquam magi-
mit weißem Kreuz.94 Die affiliier- stro et prelato unterworfen sein.104 Einen
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eigenen klerikalen Oberen baten die Johannitern und noch mehr bei den
Templerkapläne demzufolge nicht. Templern jedoch eine Randstellung ein.
Gemäß Omne datum optimum sollte den Von wenigen Ausnahmen und den
Kaplänen der Templer nicht erlaubt sein, späteren „Priesterkommenden" der
sich „in die Angelegenheiten des Ordens Johanniter abgesehen, unterstanden auch
oder der Kapitel einzumischen", es sei die Kleriker allgemein und in letzter
denn auf Befehl des Ordensmeisters.105 Die Instanz dem laikalen Ordensmeister.
Protokolle des Prozesses vom Anfang
des 14. Jhs. verzeichnen auch Priester als
Hauskomture, doch sind dies offenkundig 4. Das monastische Leben
Ausnahmen.106 Der Habit der 4.1.Gebet. Fasten und Schweigen
Templerpriester war schwarz wie der der
Servienten. Den weißen Mantel zu tragen Beide Ritterorden sahen für ihre
konnte ihnen nur dann gestattet werden, Laienbrüder als Ersatz für das monasti-
wenn sie in den Rang eines Bischofs sche Stundengebet eine Anzahl Vaterun-
erhoben wurden.107 ser vor. Bei den Johannitern waren dies
Bei der Wahl des Ordensoberhauptes über den Tag verteilt 150 Vaterunser, die
kam einem Priesterbruder bei den auf das Tagesoffizium und das mariani-
Johannitern wie bei den Templern nur sche Offizium aufgeteilt wurden: 26
eine Ehrenstellung zu. Das später als Vaterunser für die Matutin, 14 für die
„Triumvirat" bezeichnete Dreierkollegi- Prim, 14 für die Terz, 14 für die Sext, 14
um, welches die Keimzelle der 13 für die Non, 18 für die Vesper, 14 für die
Wahlmänner im Johanniterorden bildete, Complet, 15 Vaterunser anstelle der 15
bestand aus einem Priester, einem vor der Matutin zu betenden Psalmen, 14
Ritterbruder und einem Servienten (der für die Totenvigilien und 7 für die
Vollmitglied des Ordens sein mußte).108 Totenvesper.110 Auch beim Stundengebet
Dem Wahlkollegium der Templer, der Priester sollten die Brüder anwesend
bestehend aus 8 Rittern und 4 Servienten, sein.111 Das gemeinschaftliche Beten der
wurde als dreizehntes Mitglied — por Vaterunser war nicht gefordert.112
tenir le leu de Jhesu-Crist — ein Kaplan Das Offizium im Templerorden war
zugeordnet.109 ähnlich geregelt. Die Templer hatten als
Die Bedeutung der Priesterbrüder in Tagesoffizium und marianisches Offizi-
den Ritterorden resultierte aus ihrem Amt um 26 Vaterunser für die Matutin zu
als Sakramentenspender. Bei den Johan- beten113, für die Prim, Terz, Sext und Non
nitern war dieses Amt aufgrund ihrer je 14 Vaterunser, 18 für die Vesper, 14
Hospitaltätigkeit — die Kranken und für die Komplet, wobei sie dem Stunden-
Armen mußten seelsorgerlich betreut gebet der Kapläne beizuwohnen hatten.114
werden — von besonderer, tragender Hinzu kamen täglich 60 Vaterunser „für
Bedeutung für die Erfüllung der Ordens- die Toten und die Lebenden", die vor der
zielsetzung. Innerhalb der Ordensstruktur ersten Mahlzeit zu absolvieren waren115,
nahmen die Kleriker/Priester bei den insgesamt also 175 Vaterunser.
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Das Offizium in den Ritterorden war halten diese Ordnung des Schweigens
umfangreich, wenn man es mit dem der aufrecht.125 Das Schweigen nach der
Cistercienserkonversen (20 Vaterunser Komplet bis zur Prim wurde von der
für die Matutin, 10 für die Laudes und „Regula primitiva" gefordert126 und auch
die Vesper, 5 für die kleinen Hören, noch von den „Statuts conventuels" in
sowie Anwesenheit bei der Complet)116 der zweiten Hälfte des 13. Jhs.127. Prozes-
vergleicht. sionen waren bei den Templern üblich an
Die Templer begingen neben den Weihnachten, Epiphanie, Maria Licht-
Christushochfesten, dem Fest des Täufers mess, Palmsonntag, Ostern, Himmel-
Johannes und den Apostelfesten die fahrt, Pfingsten, Mariae Himmelfahrt,
Marienfeste (Lichtmeß, Mariae Verkün- Allerheiligen, am Fest des jeweiligen
digung, Mariae Himmelfahrt, Mariae Kirchenpatrons und am Tag der Kirch-
Geburt), die beiden Kreuzfeste besonders weihe.128
feierlich. Von den Heiligen werden im Die Johanniter führten an Lichtmess,
Festkalender nur die in besonderer Himmelfahrt, dem Fest des Ordenspa-
Beziehung zur Kreuzzugsfrömmigkeit trons Johannes des Täufers129 und Mariae
stehenden Heiligen Maria Magdalena117 Himmelfahrt Prozessionen durch, sowie
und Georg118 erwähnt, außerdem die an jedem Sonntag einen feierlichen
frühchristlichen Märtyrer Katharina und Umgang.130 Laut einem Generalkapitelbe-
Laurentius sowie der Hl. Nikolaus und schluß von 1262 galt das Freitagsfasten-
der Hl. Erzengel Michael.119Gefastet gebot beständig, mit Ausnahme der
wurde an den Vigilien dieser Feste, Oktaven von Weihnachten und Ostern
außerdem die Quatember, jeden Freitag und der Hochfeste.131 Von Ostern bis
von Allerheiligen (1. Nov.) bis Ostern — Allerheiligen sollte es auch am Freitag
ausgenommen die Weihnachtsoktav —, zwei Mahlzeiten geben, von Allerheili-
sowie den gesamten Advent ab dem gen bis Ostern nur eine Mahlzeit, wie ein
ersten Montag nach S. Martin (11. Nov.) Kapitelbeschluß von 1278 festlegte.132 Auf
bis zum Heiligabend und in der voröster- dem im Jahr 1300 abgehaltenen
lichen Fastenzeit vom Montag vor Generalkapitel wurde das freitägliche
Aschermittwoch bis Ostersonntag.120 In der Fastengebot auf die Freitage von S.
großen vorösterlichen Fastenzeit wurde Michael bis Ostern eingeschränkt.133
nur eine Mahlzeit pro Tag gereicht, und Abstinenz galt zunächst von Septuagesi-
zwar nach der Vesper.121 An gewöhnlichen ma bis einschließlich der vorösterlichen
Fasttagen wurde nach der Non gespeist.122 Fastenzeit, sowie an jedem Montag,
Abstinenztage — also fleischlose Tage — Mittwoch und Samstag.1341295 erleichterte
waren der Montag, Mittwoch und Papst Bonifatius VIII. das Fastengebot
Samstag.123 Die „Regula primitiva" der und erlaubte den Ordensbrüdern auf
Templer schreibt eine Tischlesung zu deren Bitten, unterwegs zu jeder Zeit —
Mittag und Abend und das Schweigen außer Freitag und der vorösterlichen
der übrigen Brüder bei Tisch vor.124 Die Fastenzeit - Fleisch zu essen.135 Die
„Statuts conventuels" Statuten von 1300 gestatteten schließlich
200
am Montag den Genuß von Fleisch auch, Person der säkularen Justiz übergeben
wenn die Brüder nicht unterwegs waren, werden. Die zweithöchste Strafe war der
wenn sie nur „außerhalb des Palais" „Verlust des Ordensgewandes, bzw. des
verblieben.136 Mantels142", eine Strafe, die bis zu einem
Die Regel Raimond du Puys gebot für Jahr dauern konnte. Der Betroffene
die Johanniter Schweigen bei Tisch.137 Die mußte hierbei an drei Tagen in der
„Esgarts" der Johanniter sehen noch das Woche bei Wasser und Brot fasten.143
Schweigen nach der Komplet vor. Ein Selbst nach Wiederverleihung des Habits
zuwiderhandelnder Bruder sollte nach verblieben ihm dauerhafte Rechtsbe-
der ersten Ermahnung mit der schränkungen: er durfte im Kapitel
siebentägigen Buße, falls er sich nicht weder seine Meinung äußern, noch nach
besserte, mit der vierzigtägigen Buße ihr befragt werden, er konnte gegen
bestraft werden.138 Papst Bonifatius VIII. keinen Bruder als Zeuge in einer Angele-
lockerte 1295 auch das Schweigegebot genheit auftreten, die den Habit betraf144,
der Johanniter und erklärte, in allen er durfte weder die Finanzen noch das
dringenden und notwendigen Fällen Ordenssiegel verwahren, er durfte keine
dürfe ohne eine Sünde zu begehen Brüder kommandieren und niemals die
gesprochen werden.139 Ordensstandarte tragen.145 Bei einigen
Verfehlungen konnte er darüber hinaus
4.2. Der Strafkodex der Ordensbrüder eingekerkert und in Ketten gelegt wer-
den, und er durfte keiner der dreizehn
Die Templerstatuten kennen sieben Wahlmänner des Ordensmeisters sein.
Strafen. Die schwerste war der „Verlust Neben diesen beiden Hauptstrafen gab es
des Hauses", gleichbedeutend mit dem eine dreitägige Buße pro Woche, eine
Ausschluß aus dem Orden. Sie traf bei zweitägige Buße, eine eintägige Buße,
Aufnahme in den Orden durch Simonie, die am Freitag der betreffenden Woche
Veröffentlichung der Kapitelunterredun- abzuleisten war.146 Ein in den Büßerstand
gen, Mord an Christen, homosexuellen versetzter Ordensbruder mußte auf dem
Handlungen, Verschwörung, Desertion Boden sitzend essen147 und „bei den
aus der Schlacht, Flucht zu den Saraze- Sklaven arbeiten"148, er wurde sonntags
nen, Häresie und Diebstahl.140 öffentlich gegeißelt149 und durfte nicht
Der Schuldige mußte sich in diesem kämpfen150.
Fall binnen vierzig Tagen einem strenge- Der Strafkodex der Johanniter sah
ren Orden anschließen, geschah dies ebenfalls den „Verlust des Ordensgewan-
nicht, und wurde er von den Templern des" vor, der unter Umständen gleichbe-
ausfindig gemacht, so brachte man ihn deutend mit dem Ausschluß aus dem
zurück und kerkerte ihn ein.141 Ein Orden sein konnte151. Der definitive
Ausschluß aus dem Orden brachte Verlust des Habits ereilte einen Johanni-
außerdem den Verlust der diesem ge- ter bei Häresie, falschem Zeugnis gegen
währten Rechtsprivilegien mit sich. Der einen Mitbruder oder einen Auswärtigen,
Schuldige konnte als nunmehr weltliche Flucht zu den Sarazenen und Desertion
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aus der Schlacht sowie homosexuellen rechnen. Erst wenn Blut floß, verlor er
Handlungen.152 Weiterhin gab es eine den Habit, jedoch nicht für immer.160
vierzigtägige Buße, die sogenannte Schlug ein Johanniterbruder allerdings
Karentaine, und eine siebentägige Buße, einen Servienten, traf ihn nur die Strafe
die Settaine153. Beide Strafen waren der Settaine, floß Blut, die Karentaine.
begleitet von Geißelungen und sieben- Nur wenn der Servient an den Verletzun-
bzw. vierzigtägigem Fasten, am Don- gen starb, verlor er das Ordensgewand.
nerstag und Freitag bei Wasser und Brot, Dauerhafte Rechtsbeschränkungen trafen
wobei der Schuldige auf dem Boden ihn nicht161
sitzen mußte.154 Das Erschlagen eines Christen oder
Nicht-Ordensmitglieder konnten einen einer Christin hatte für einen Templer
Johanniter nur bis zu einer die Settaine Ausschluß aus dem Orden und lebens-
nach sich ziehenden Straftat anklagen, längliche Einkerkerung zur Folge162, der
bzw. als Zeugen gegen ihn auftreten.155 Ein tätliche Angriff auf einen Christen den
Templer konnte von niemandem außer Verlust des Habits163. Auch hier gibt es
einem Mitbruder angeklagt werden.156 wieder eine Parallele zum Strafkodex der
Nur wirklich ehrenhaften, hochstehenden Cistercienser.164 Ein Johanniter wurde
Nicht-Ordensmitgliedern durfte eine demhingegen bei tätlichemAngriff auf
Anklage gegen einen Bruder geglaubt einen Christen ohne Blutvergießen mit
werden, doch kam der Fall auch dann der Settaine bestraft, bei Blutvergießen
nicht vor das Kapitel, sondern der mit der Karentaine, bei Todesfall verlor
schuldige Templer wurde vom Meister er das Ordensgewand.165
persönlich bestraft.157 Das Ordenshaus im Zorn zu verlassen
Das Strafmaß, das einen Johanniter und eine Nacht außerhalb zu verbringen
oder einen Templer bei der selben konnte einem Templer den Verlust des
Verfehlung ereilte, war höchst verschie- Habits eintragen, doch sollten die urtei-
den. lenden Brüder hierbei das sonstige
Kam es zu Handgreiflichkeiten zwi- Verhalten des Schuldigen berücksichti-
schen Ordensbrüdern — und zwar ohne gen. Bei einer Abwesenheit von zwei
Blutvergießen — so war ein Templer ipso Nächten verlor der Schuldige für ein Jahr
facto exkommuniziert und mußte sich und einen Tag das Ordensgewand. Hatte
vom Kaplan absolvieren lassen, wurde er überdies noch Ordenseigentum
eingekerkert und verlor das Ordensge- mitgenommen, wurde er ausgestossen.166
wand. Außerdem ging er auf Dauer des Ein Johanniter, der außerhalb des Or-
Rechts verlustig, jemals die Ordensstan- denshauses übernachtete, wurde sofort
darte zu tragen und einer der dreizehn ausgeschlossen, konnte aber nach einer
Wahlmänner bei der Meisterwahl zu nicht näher spezifizierten Bußzeit
sein.158 Dies entsprach der Strafe, die einen zurückkehren und mußte die Karentaine
Cistercienser in diesem Fall traf.159 absolvieren.167
Ein Johanniter hatte bei der gleichen Ein Unkeuschheitsdelikt brachte dem
Verfehlung mit der Karentaine zu schuldigen Templer den Verlust des
202
Habits und Kerkerhaft ein. Darüberhin- sie machen nur selten graduelle Unter-
aus verlor er auf Dauer das Recht, jemals schiede nach Rang oder Status der
die Ordensstandarte oder das Siegel zu betroffenen bzw. geschädigten Person. In
tragen, andere Brüder zu befehligen und einigen Fällen ließen die „Egards" aber
einer der dreizehn Wahlmänner bei der auch Raum für ritterliche magnanimitas,
Meisterwahl zu sein.168 Verlust des wohingegen die Johanniter sofort be-
Ordensgewandes, Einkerkerung169 und straften. So ereilte einen Johanniter bei
Rechtsbeschränkungen—jedoch nur für Befehlsverweigerung die Settaine, nach
10 Jahre — waren auch bei den Cister- der zweiten Mahnung die Karentaine,
ciensern die Strafe für Unkeuschheit. nach der dritten Mahnung wurde er
Ein Johanniter sollte im Falle der eingekerkert und auf Wasser und Brot
Unkeuschheit gemäß der Regel Raimond gesetzt, bis er sich besann.178 Einem
du Puys aus der Mitte des 12. Jhs. Templer gestand man zu, einen Befehl
öffentlich gegeißelt und aus dem Orden im ersten Zorn abzulehnen. Nur, wenn er
ausgestossen werden. Bei Reuebezei- der ersten Ermahnung nicht nachkam
gung konnte er wieder aufgenommen oder die Angelegenheit zu schwerwie-
werden, mußte aber ein Jahr lang in loco gend war, verlor er den Habit und wurde
extraneo verbleiben.170Die Ende des 13. eingekerkert.179 Drohte ein Templer im
Jh. s abgefaßten „Esgarts" sehen als Zorn an, zu den Sarazenen überzulaufen,
Strafe den zeitweiligen Verlust des sollte sein bisheriges Verhalten in den
Habits vor.171 Urteilsspruch einfließen: bei sonstigem
Das Ausplaudern von im Kapitel üblen Betragen verlor er den Habit, bei
besprochenen Dingen wurde bei den gutem Betragen konnte es ihm gelassen
Templern mit dem definitiven Ausschluß werden.180 Ein dergleichen androhender
aus dem Orden geahndet.172 Ebenso streng Johanniter wurde ohne weitere Umstände
verfuhr man bei gleichem Delikt im mit dem Verlust des Habits bestraft.181
Cistercienserorden.173Ein Johanniter hatte Das Ordensgewand, insbesondere der
mit der Karentaine zu rechnen.174 Ordensmantel, wurde bei den Templern
Die Jagd war den Templern bereits in mit spezieller Ehrfurcht behandelt.
der „Regula primitiva" verboten wor- Verfehlungen, die in irgendeiner Weise
den.175 Die „Egards" legen fest, daß ein den Ordensmantel miteinbezogen, wogen
Bruder, der jagt und dabei einen Schaden besonders schwer. Ein Templer, der zwei
irgendwelcher Art verursacht, das Nächte außerhalb des Hauses verbrachte,
Ordensgewand verlieren kann.176 wurde zum Verlust des Habits für ein
Auf die Jagd zu gehen war auch den Jahr und einen Tag verurteilt. Schickte er
Johannitern untersagt. Beschwerte sich aber nicht wenigstens am zweiten Tag
ein Komtur diesbezüglich über einen seiner Abwesenheit seinen Ordensmantel
Bruder, traf diesen die Strafe zurück, dann konnte er aus dem Orden
17
Karentaine. ausgeschlossen werden.182 Warf ein Bruder
Die Strafen der Templer-Egards sind im Zorn seinen Ordensmantel zu Boden
vielfach härter als die der Johanniter und und wollte ihn trotz Bitten nicht

C IS T E R C IE N S E R C H R O N IK 107. Jg. 2000, H eft 2 20 3


wieder aufheben, so durfte er ein Jahr gesteigert werden konnte, wird nicht klar
und einen Tag den Habit nicht tragen. gesagt, jedoch präzisiert der selbe
Legte ein Mitbruder diesem seinen Paragraph, es solle keine Unterscheidung
Mantel eigenmächtig wieder um — und zwischen Klerikern und Laien im Straf-
maßte sich damit die Macht zur Habit- kapitel geben.
verleihung an, die ihm nicht zukam —,
verlor dieser Mitbruder sein Ordensge- 5. Die Ordensregierung; Ordensmei-
wand, während jener, der den Mantel zu ster und Generalkapitel
Boden geworfen hatte, ihn mit Erlaubnis
des Hauskapitels weiter tragen durfte.183 Sowohl Templer als auch Johanniter
Im Regelwerk der Johanniter finden kannten nach dem Vorbild der Cister-
sich keine vergleichbaren Festlegungen. cienser das Generalkapitel als Ordens-
Demgegenüber scheint Kleiderluxus ein versammlung.
konstantes Problem für die Johanniter Die Legislative des Johanniterordens
gewesen zu sein. Immer wieder befassen lag beim Generalkapitel, das sich in
sich Paragraphen der Generalkapitelsta- unregelmäßigen Abständen versammel-
tuten und der „Esgarts" mit unerlaubtem te.189 Ursprünglich waren auf ihm die
„Verschönern" des Ordensgewandes.184 Baillis190und Brüder aus allen Ordens-
Der Strafkodex der Orden galt nicht provinzen vertreten.191 Auf dem General-
nur für die Laienbrüder, sondern auch für kapitel mußten die Baillis über ihre
die klerikalen Ordensangehörigen. Amtszeit Rechenschaft ablegen192 und die
Hinsichtlich seiner Bestrafung genoß ein neuen Baillis wurden ernannt193. Ausge-
Templerkaplan einige Ehrenrechte, die wählt wurden die Kandidaten für das
die priesterliche Würde bedingte. So jeweilige Bailli-Amt von einem Brüder-
brauchte er nicht auf dem Boden sitzend gremium, dann erst wurde die Meinung
essen wie ein Laienbrüder im gleichen des Ordensmeisters eingeholt, der jedoch
Fall, und auch zur Handarbeit durfte er nicht unbedingt Folge zu leisten war.194
nicht verpflichtet werden.185 Dennoch gab Bei auf dem Generalkapitel diskutierten
es auch Verbrechen, für die ein Ordens- Fragen war der Ordensmeister seit der
kaplan in den Kerker geworfen und in zweiten Hälfte des 13. Jhs. verpflichtet,
Ketten gelegt werden konnte.186 Ein der Meinung der Mehrheit zu folgen.195
Templerkaplan konnte bei Fehlverhalten Der „Meister des Jerusalemer Hospi-
oder gar Straffalligkeit nach Meinung der tals" war Oberhaupt des Johanniteror-
saniorpars des Ordenskapitels auch dens. Wie ein Statut des Generalkapitels
ausgestossen werden.187 von 1262 festlegte, mußte er aus den
Auch die Johanniterkleriker mußten Reihen der Ritterbrüder gewählt wer-
sich ebenso wie die Laienbrüder ihres den.196 Nach seiner Wahl hatte er einen Eid
Ordens dem Strafkapitel des jeweiligen zu leisten, die Bräuche und Statuten des
Ordenshauses unterwerfen. Bestraft Ordens und die von den Brüdern auf dem
wurden sie selonc la quantite de lafaute Generalkapitel getroffenen Festlegungen
en settaine.188 ln wie weit das Strafmaß zu halten, sowie für deren Ein-
204
haltung zu sorgen.197 Die „Usances" ver- „des Kapitels".208 Im Gegensatz zum
langten von den Johanniterbrüdern Ordensoberhaupt der Johanniter konnte
strikten Gehorsam gegenüber dem der Templermeister keinen Ordensbruder
Meister. Bei Verdacht, daß der Meister aufnehmen ohne die Zustimmung eines
Befehle erteilte, die mit der Ordensregel Kapitels. Nur wenn der Postulant in
nicht in Einklang standen, existierte Todesgefahr schwebte und am betreffen-
jedoch spätestens seit der zweiten Hälfte den Ort kein Kapitel zu finden war,
des 13. Jhs.198innerhalb des Ordens eine genügten die anwesenden Brüder als
Appellationsmöglichkeit, das Tribunal Profeßgremium. Der so Aufgenommene
des Esgarts, vor dem der Meister auch mußte allerdings, falls er dazu in der
zur Rechenschaft gezogen werden Lage sein sollte, später seine Profeß vor
konnte.199 einem Kapitel wiederholen.209 Der von den
In die Gewalt des Meisters fiel die Templern geforderte Gehorsam
Bestrafung von Baillis. Servientes armati gegenüber dem Ordensmeister war
durfte nur der Meister aufnehmen200. absolut210, eine Appellationsmöglichkeit
Neben dem Generalkapitel stand dem wie bei den Johannitern bestand nicht.
Meister als ständiges Beratungsgremium Regulativ für die Befehle des Meisters
noch der Rat zu Verfügung, mit dem er war sein „Konvent", demgegenüber der
sich spätestens ab 1172 vor wichtigen Meister zu Gehorsam verpflichtet war.211
Entscheidungen beraten mußte.201 Zu ihm Ohne die Meinung seines Konvents
gehörten die Baillis und Vertreter aus einzuholen, durfte der Templermeister
jeder Ordensprovinz.202 Ab 1278 besaß der keinen Krieg beginnen und keinen
Rat ein eigenes Siegel, das in be- Friedensvertrag abschließen.212 Dinge, die
stimmten Fällen das Siegel des Meisters von Meister und Konvent beschlossen
zur Ratifizierung ergänzen mußte.203 Die wurden, bedurften darüber hinaus der
Einrichtung eines Generalkapitels gab es Zustimmung der Mehrheit der Brüder213;
auch bei den Templern. Seine Bedeutung ein Mehrheitsentscheid gegen die Mei-
ist jedoch in den Regeln und Statuten nung des Meisters war jedoch nicht
nicht so deutlich definiert wie dies bei möglich.214
den Johannitern der Fall ist. Der Meister,
Oberhaupt des Templerordens, ernannte
die Großwürdenträger204, die Provinzmei- 6. Zusammenfassung
ster der bedeutendsten Provinzen205 und die
Visitatoren, mußte sie aber der Der Vergleich der Ordensregeln und
Approbation „des Kapitels" unterwer- Statuten bei Templern und Johannitern
fen.206 Die Provinzmeister der übrigen hat gezeigt, daß eine Vereinigung beider
Provinzen konnte der Ordensmeister Orden nur schwerlich möglich gewesen
auch ohne das Kapitel berufen, allein wäre, ohne beide Orden aufzuheben und
nach dem Rat einiger Brüder.207 Einen eine Neugründung mit neuer Regel
Stellvertreter nach Europa senden durfte durchzuführen. Es war nicht allein der
der Meister jedoch nur nach Anhörung Hospitaldienst, der die Johanniter von
CISTERCIENSER CHRONIK 107. Jg. 2000, Heft 2 205
den Templern abgrenzte. Die Auslegung Was die Ordensstruktur betrifft, so
der drei traditionellen Gelübde Keusch- zeigten die Johanniter hier durch die
heit, Armut und Gehorsam offenbart eine Möglichkeit der Aufnahme von Minder-j
völlig unterschiedliche Einstellung in ährigen und Ordensschwestern, die
beiden Orden. Bei den Johannitern führte andere Stellung der Servientes und die
die Lockerung des Armutsgelübdes zu durch den Hospitaldienst bedingte
einem sich im Laufe der Zeit verschär- größere Gewichtung auf die klerikalen
fenden Problem, wie die wiederkehren- Mitbrüder ein traditionelleres Bild. Die
den Maßnahmen gegen Kleiderluxus Templer folgten auch im Verhältnis zu
beweisen. Ein Verstoß gegen das weiblichen und minderjährigen Ordens-
Keuschheitsgelübde wurde in beiden angehörigen der strengen cisterciensi-
Orden mit dem Verlust des Habits schen Observanz. In seinem Ständegefü-
geahndet, doch während der Johanniter ge unterschied sich der in erster Linie
nach Verbüßung der Strafe wieder in laikale Templerorden aber sehr deutlich
seinen alten Stand zurückkehrte, verlor von dem Cistercienserorden, dessen
der Templer auf Dauer entscheidende Leitung — sowohl auf dem Generalkapi-
Rechte. Der dem Ordensmeister geschul- tel, als auch in den einzelnen Abteien —
dete Gehorsam war bei den Johannitern stets in den Händen von Klerikern bzw.
durch die Einrichtung einer Appellations- Priestern verblieb, die von den Laien
instanz weniger absolut als bei den (Konversen) streng geschieden waren.
Templern. Die Observanz der Templer Mit Ausnahme des sakramentalen
war strenger am monastisch-kontemplati- Bereiches waren die Kleriker der Temp-
ven Vorbild orientiert, und hierbei ler strikt ihren laikalen Oberen unter-
besonders an der cisterciensischen stellt, in dieser Form ein Novum im
Richtung. Dies zeigen die Parallelen mittelalterlichen Ständeverständnis.
zwischen Templern und Cisterciensera in Bei einer Vereinigung von Templern
der Regelung des Konventslebens und und Johannitern hätten sich letztere also
der Strafpraxis. Nicht allein die Ordens- einigen strengeren monastischen Obser-
regel der Templer wurde auf der Grund- vanzen unterziehen müssen. Schwierig-
lage der Benediktsregel ausgeformt215; keiten bei einer Vereinigung hätten auch
auch bei der späteren Gestaltung der die Frauenkonvente der Johanniter
Ordensstatuten orientierte man sich bereitet. Ein weiteres schwerwiegendes
vielfach am Beispiel der Cistercienser, Problem hätte die Stellung vieler Ser-
was das monastische Leben betraf. vienten — Lohnarbeiter bei den Johanni-
Grundlage der Johanniterobservanz war tern, Ordensmitglieder bei den Templern
demhingegen die Augustinusregel216, die — aufgeworfen. Auch die Definition der
ein weniger strenges monastisches Leben Amtsgewalt des Ordensmeisters und des
forderte. Zusätzlich wurden einige , Generalkapitels hätte zu Schwierigkeiten
Paragraphen an der Wende des 13. Jhs. in geführt, ebenso wie die Definition der
Richtung einer leichteren Observanz Amtsgewalt der niederen Ränge, ganz zu
modifiziert, wie etwa das Fastengebot. schweigen von der Tatsache der Doppel-
206
besetzung von Ämtern, die auch Jacques ANMERKUNGEN:
1 Das genaue Datum des Memorandums ist
de Molay ansprach.217 umstritten. Lizerand plädiert für den Zeitraum
Fragen aufgeworfen hätte bei einer zwischen Juni 1306 und Oktober 1307, G.
Vereinigung auch die hier nicht bespro- LIZERAND: L'affaire des Templiers. Le dossier du
proces, Paris 1923, Neudruck Boulogne 1999, 33.
chene Privilegierung beider Orden. So 2 Vgl. A. J. FOREY: The Military Orders in the
konnte der Papst beispielsweise abän- crusading proposals of the late-thirteenth and
dernd in die Observanz der Johanniter early-fourteenth centuries, in: Traditio XXXVI
(l 980), 317-345, hier 321 ff.
eingreifen, und er tat es mit verschiede- 3 LIZERAND, L'affaire, 35.
nen Dekreten auch. Den Templern war 4 Ed. G. SCHNÜRER: Die ursprüngliche Templerre
diesbezüglich Immunität zugesichert gel, Freiburg 1903, 130-153. Die Angaben
Schnürers zur Zahl der durch den Patriarchen
worden.218 modifizierten Kapitel der Regel sind allerdings
Nicht zuletzt wäre aber die Wahl bzw. mit Vorsicht zu betrachten, da er bei seiner
die Aufgabe des eigenen Ordensgewan- Argumentation stets an der Gründungszahl von 9
Ordensmitgliedern - überliefert bei Wilhelm von
des bei einer Vereinigung von Templern Tyrus - festhält. Zur Frage der "Neun Gründer": F.
und Johannitern zu einem Streitobjekt LUNDGREEN: Wilhelm von Tyrus und der Templer

geworden.219 Die meisten Orden verbanden orden, in: Historische Studien 97 (1911), 13-154,
hier 57.
besondere Traditionen und Legenden mit 5 Ed. H. de CURZON: La regle du Temple, Paris
ihrem Habit.220 Die Templer, die ihrem 1886, Neudruck 1977, 12-74. Zum Verhältnis des
lateinischen und des französischen Textes: S.
weißen Ordensmantel besondere CERRINI: The latin and french rule of the Temple,
Ehrfurcht entgegenbrachten, und die ihr in: The Military Orders II, hrg. H. NICHOLSON,
rotes Kreuz vom Papst selbst verliehen Cambridge 1998, 207-215.
6 Ed. CURZON, 75-141. Zum Text ibid. XVI-XXIII.
bekommen hatten, wären kaum bereit 7 Ed. CURZON, 153-166 u. 170-284.
gewesen, diese Tracht aufzugeben. Auch 8 A. WIENAND: Die Johanniter und die Kreuzzüge,
die Johanniter hätten sich von ihrem in: Der Johanniterorden. Der Malteserorden, hrg.
A. WIENAND, C. W. VON BALLESTREM, A. von
achtspitzigen „Seligpreisungs-Kreuz" COSSEL, Köln 1988 (3), 32-104, hier 41. Ed. J. M.
gewiß nicht ohne weiteres getrennt. A. DELAVILLE LE ROULX: Cartulaire general de
l'ordre des Hospitaliers de Saint-Jean de
Jerusalem (l 100-1310), 4 Bde., I, Paris 1894, 62-
68, übers.: E. J. KING: The rule Statutes and
customs of the Hospitallers 1099-1310, London
1934,20-28.
9 KING, Rule Statutes, 29-138.
10 C. W. von BALLESTREM: Die Regel und Statuten
des Johanniter-Malteserordens, in: Der Johanniter
orden. Der Malteserorden, hrg. A. WIENAND, C. W.
von BALLESTREM, A. von COSSEL, Köln 1988 (3),
234-256, hier 240. Ed. DELAVILLE LE ROULX,
Cartulaire general II, Paris 1897, Usances: 548-
561, Esgarts: 537-547.
11 WIENAND, Johanniter und die Kreuzzüge, 41 f.
BALLESTREM, Regel und Statuten, 235f. KING, Rule
Statutes, 20.
12 Wienand verlegt diesen Prozeß in das letzte
Drittel des 12. Jh.s, WIENAND, Johanniter und die
Kreuzzüge, 44 u. 51 f. Noch die Statuten von 1181

CISTERCIENSER CHRONIK 107. Jg. 2000, Heft 2 207


unter dem Ordensmeister Roger de Moulins 27 RT § 54, SCHNÜRER, Templerregel, 148.
befassen sich nicht mit der militärischen 28 F. TOMMASI: Uomini e donne negli ordini militari
Tätigkeit, sondern nur mit den caritativen di Terra Santa. Per il problema delle case doppie e
Aufgaben des Ordens. Erst unter Alfons von miste negli ordine Giovannita, Tempiare e
Portugal (1204-1206) wurde auch die militärische Teutonico, in: Doppelklöster und andere Formen
Tätigkeit geregelt, M. AMBRAZIEJUTE: Studien über der Symbiose männlicher und weiblicher
die Johanniter-Regel, Freiburg 1929, 39f. Für eine Religiösen im Mittelalter, hrg. K. ELM, Berlin
Militarisierung bereits um 1130 spricht sich Forey 1992, 177-202, hier 190, 196, Anm. 79.
aus mit der Begründung der Anwesenheit von 29 TOMMASI, Uomini e donne, 200.
Johannitern bei militärischen Kampagnen und der 30 B. A. LEES: Records of the Tempiars in England
Übernahme entsprechender Schenkungen: A. J. in the twelfth Century, London 1935, 210. Vgl.
FOREY: The Militarisation of the Hospital of St. auch A. J. FOREY: Women and the Military Orders
John, in: Studia Monastica XXVI (1984), 75-89. in the twelfth and thirteenth Century, in: Studia
13 Encorfasons nos autre promession, que nule Monastica XXIX (1987), 63-92, besonders 65ff.
autregens nonfan, quar vosprometes d'estre serf 31 M. SCHÜPFERLING: Der Tempelherrenorden in
et esclafde nos seignors malades. Usances §121, Deutschland, Bamberg 1915, 31 f. Litterae
DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire generale II, 556f communes Joannis PP XXII Bd. V, Paris 1909, n.
14 Encore pometes vos a Dieu et a madarm Sainte 18845. Papst Johannes XXII forderte die
Marie que vos aideres ä conquerre (...) la sainte "Templerinnen" im Jahre 1324, also 12 Jahre nach
terre de Jerusalem et cele que crestien tienent der Aufhebung des Ordens, auf, endlich ihre
aideres ä garder et ä sauver. Professritus § 676, Profeß im Johanniterorden abzulegen.
Curzon, Regle du Temple, 344. 32 FOREY, Women and the Military Orders, 69.
15 Vgl. P. AMARGIER: La defense du Temple devant 33 Libellus antiquarum Deffinitionum (Rechtskodex
le Concile de Lyon en 1274, in: 1274 annee von 1289, B. LUCET: L'ere des grandes codificati-
charniere: mutation et continuite. Colloques ons cisterciennes (1202-1950) in: Etudes d'histoire
internationaux du C.N.R.S. Paris 1971, 495-501. du droit canonique dediees a G. Le Bras, Paris
16 Usances § 121, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 1965, 249-262, Dist. IV § l, Nomasticon
general II, 557. Cisterciense, ed. H. SEJALON, Solesmes 1892, 397.
17 Die Regel enthält den Terminus serf et esclafde 34 A. WIENAND: Die Cistercienserinnen, in. Die
la maison.d.h. des Ordens, § 659 u. 664f, CURZON, Cistercienser. Geschichte, Geist, Kunst, hrg. A.
Regle du Temple, 338 u. 340. Die Angaben der SCHNEIDER, Köln 1986, 317-330, hier 320.
Anfang des 14. Jh.s verhörten Templer entspre- 35 RH § 4, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general
chen diesem Profeßritus, vgl. K. SCHOTTMÜLLER: 1,63.
Der Untergang des Templerordens, Berlin 1887, 2 36 Das Generalkapitel von 1262 modifizierte die bis
Bde. II, 26. Servus et esclavus terre sancte erklärt dahin geltende Regelung, niemand dürfe ohne
ein in Paris verhörter Templer, J. MICHELET: Le Erlaubnis des Meisters eine Frau als Ordens
Proces des Templiers (Collection des documents schwester aufnehmen, dahingehend, daß nach
inedits sur Phistoire de France), Paris 1841, 2 Betrachtung des Nutzens, der einem Haus bei
Bde., II, 103. eventueller Aufnahme einer Schwester zukäme,
18 RT § 20, SCHNÜRER, Templerregel, 140. der jeweilige Hausprior die Aspirantin aufnehmen
19 Statuts conventuels § 329, CURZON, Regle du konnte, Statuten von 1262 § 22, DELAVILLE LE
Temple, 190. ROULX, Cartulaire general III, Paris 1899, 43-54,
20 Retrais § 81, CURZON, Regle du Temple, 77. hier 48, KING, Rule Statutes, 598. Vgl. zu den
21 Statuts conventuels § 331, CURZON, Regle du Hospitaliterinnen auch FOREY, Women and the
Temple, 191. Military Orders, 71 ff.
22 RH § 13, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general 37 TOMMASI, Uomini e donne, 187.
I, 66, KING, Rule Statutes, 25, Anm. 2 zum 38 TOMMASI, Uomini e donne, 177-179 zu beiden
vollständigen Text des Paragraphen, der die Chronisten und ihrer Sicht über die Anfänge des
Bestattung in ungeweihter Erde einschließt. weiblichen Ordenszweiges der Johanniter.
23 BALLESTREM, Regel und Statuten, 239. 39 FOREY, Women and the Military Orders, 77.
24 Usances § 99, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 40 Ed.ÜELAViLLE LE ROULX, Cartulaire general I,
general II, 550. 532-547.
25 RT § 70, SCHNÜRER, Templerregel, 153. 41 R. RÖHRICHT: Regestaregni Hierosolymitani, Bd.
26 MICHELET, Proces I, 38. I, Oeniponti 1893, n. 923, 245.

208
42 Statuten von 1206, ohne §, DELAVILLE LE ROULX, Profeßritus § 673, CURZON, Regle du Temple, 343.
Cartulaire general II, 31-40, hier 40, King, Rule 61 Egards § 445, CURZON, Regle du Temple, 240.
Statutes, 50f. 62 MICHELET, Proces I, 377f.
43 Statuten von 1206, ohne §, DELAVILLE LE ROULX, 63 Eine Ausnahme stellen Regelungen für den
Cartulaire general II, 39, King, Rule Statutes, 50f. Kampfeinsatz dar. Naturgemäß galten hier für die
44 RT § 60, SCHNÜRER, Templerregel, 149. Die leichter bewaffneten Servienten andere Befehle
Kriterien für Volljährigkeit und Waffenfähigkeit als für die Ritter. Z. B. Egards § 419, CURZON,
waren allerdings andere als heute. So führte Louis Regle du Temple, 229. Vgl. A. J. FOREY: Rank and
de Bourgogne 1315 im Alter von 16 Jahren ein authority in the Military Orders, in: Studia
Heer zur Eroberung seiner Besitztümer in Monastica 40 (1998), 291 -329, hier 289f.
Griechenland. 64 Daß die Unterscheidungyrere de couvent und
45 Egards § 448, CURZON, Regle du Temple, 241. frère de melier kämpfende und nichtkämpfende
46 RT § 60, SCHNÜRER, Templerregel, 149. Brüder betrifft, zeigt Egards § 499, wo es heißt se
47 Wobei mit in Betracht zu ziehen ist, daß die U est frère Chevalier ou frère sergent dou covent,
Angaben mancher Zeugen, bzw. die Angaben in que U preigne garde de son hernois, et se U estoit
den mehrfach kopierten Protokollen, zum frère de mestier, que U se preigne garde de son
Eintrittsalter ungenau sind. labor ou de son ojfice, CURZON, Regle du Temple,
48 A. J. FOREY: Recruitment to the Military Orders, 264.
in: Viator XVII (1986), 139-171, hier 150. 65 Statuts conventuels § 281-285, CURZON, La Regle
49 Respondente...quod volebat essefrater, ex quo du Temple, 170-172.
pater et mater ejus volebant. MICHELET, Proces I, 66 Statuts conventuels § 295 u. 296, CURZON, La
415. Der Aspirant gehörte dem Hochadel an. Regle du Temple, 176. Die Unterscheidung
Möglicherweise war dies der Grund, daß die zwischen frère qui ont mange au premier covent
Ausnahme gemacht wurde. und frère au derrain covent meint keine Rangab
50 MICHELET, Proces I, 417. stufung, sondern eine zeitliche Abfolge. Diese
51 RB§59. Regelung des "ersten" und "zweiten" Tisches ist
52 Libellus antiquarum Deffmitionum Dist. XI, § I, heute noch monastischer Brauch und von den
Nomasticon Cisterciense, 447f. Dies wurde bereits verschiedenen Diensten in einem Ordenshaus
auf dem Generalkapitel von 1157 § 28 festgelegt, abhängig.
Statuta Capitulorum Generalium Ordinis 67 Statuts conventuels § 396, CURZON, Regle du
Cisterciensis, hrg. J. M. CANIVEZ, Bd. I, Löwen Temple, 219f.
1933, 62. 68 Statuts conventuels § 328, CURZON, Regle du
53 RT §71, SCHNÜRER, Templerregel, 153. Temple, 190.
54 Generalkapitel O.Cist. von 1157 § 7, Statuta 69 Egards § 466, CURZON, Regle du Temple, 249.
Capitulorum, CANIVEZ I, 60. 70 Z.B. in der Komturei Gelles, Diöz. Clermont,
55 Statuten von 1283 § 19, DELAVILLE LE ROULX, MICHELET, Proces II, 237 und in der Komturei
Cartulaire general III, 450-455, hier 454, KING, Joissy, Diöz. Bourges, MICHELET, Proces II, 239.
Rule Statutes, 85. 71 MICHELET, Proces I, 394.
56 RT § 59, SCHNÜRER, Templerregel, 149, § 67, 72 MICHELET, Proces I, 628.
Curzon, Regle du Temple, 66. 73 MICHELET, Proces I, 567; II, 323 u. 414.
57 RT § 32, SCHNÜRER, Templerregel, 142, § 66, 74 MICHELET, Proces II, 116: Aufnahme des
Curzon, Regle du Temple, 65. Servienten Jean de Canes. Der anwesende
58 Utile est autem utfidem eorum accipiatis, ne Ritterbruder war immerhin der Neffe Hugues de
forte veteranis hostis in Dei servitio aliquid furtive Pairauds, des Visitators von Francien. MICHELET,
(...) a bono proposito repente exterminet. RT § 59. Proces II, 232: Aufnahme des Priesters Bernard de
59 Dies geht aus den Prozeßprotokollen vom Anfang Paris. Der anwesende Ritterbruder war Pierre de
des 14. Jh.s hervor. Der Templer-Zeuge Raimond Sivry, einer der späteren Verteidiger des Ordens
Stephani gab beispielsweise an, grangerius de während des Prozesses. MICHELET, Proces II, 323.
ferralibus zu sein, SCHOTTMÜLLER, Templerorden 75 MICHELET, Proces I, 428 u. 554.
II, 50. Der Zeuge Pierre Amalini bezeichnete sich 76 Vgl. zu dieser Frage auch FOREY, Rank and
als bergerius, MICHELET, Proces II, 165. Der Zeuge authority, 310.
Nicolas de Sarra gab an, agricolus zu sein, 77 Vgl. FOREY, Recruitment, 145.
MICHELET, Proces II, 370. 78 RT § 22, SCHNÜRER, Templerregel 141.
60 Egards § 431, CURZON, Regle du Temple, 234 u. 79 Retrais § 141, CURZON, Regle du Temple, 112.

CISTERCIENSER CHRONIK 107. Jg. 2000, Heft 2 209


80B. LUCET: La codification cistercienne de 1202 et sint subiecti, tibi, dilecte in domino oflli, huisque
son evolution ulterieure (Bibliotheca Cisterciensis successoribus tamquam magistro etprelato (...)
II), Rom 1964, 158. obedientiam deferant. Ibid.
81 Egards § 436 u. § 447, CURZON, Regle du Temple, 105 HIESTAND, Papsturkunden, 99.
236 u. 241. 106 Z.B. ein Priester Stephanus als Komtur von
82Libellus antiquarum Deffmitionum, Dist. XIV, § Dijon, MICHELET, Proces I, 301.
l, Nomasticon Cisterciense, 351. 107 Egards § 448, CURZON, Regle du Temple, 241.
83 M. TOEPFER: Die Konversen der Cistercienser 108 Statuten von 1206 ohne § (nur in frz. Fassung!),
(Ordensstudien IV), Berlin 1983, 41 f. DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general II, 31-40,
84 AMBRAZIEJUTE, Johanniter-Regel, 30. hier 35, KING, Rule Statutes 46.
85 AMBRAZIEJUTE, Johanniter-Regel, 31. 109 Retrais § 21 1, CURZON, Regle du Temple, 147.
'.'6 Usances § 121, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 110 Usances § 123, DELAVILLE LE Roux, Cartulaire
general II, 539. general II, 558 u. Anm. 3.
87 Statuten von 1262 § 19, DELAVILLE LE ROULX, 111 Usances § 124, DELAVILLE LE Roux, Cartulaire
Cartulaire general III, 47, KING, Rule Statutes, 58, general II, 558.
Anm. 2. 112 Usances § 123, DELAVILLE LE Roux, Cartulaire
88 Statuten von 1270 § 7, DELAVILLE LE ROULX, general II, 558. Et ces pater nostres les frères
Cartulaire general III, 225-229, hier 227, KING, doivent dire tous lesjours, que devant que apres,
Rule Statutes, 75. ou tout ensemble s'il leur plast.
89 Statuts conventuels § 337, CURZON, Regle du 113 Statuts conventuels § 282, CURZON, Regle du
Temple, 194. Temple, 171.
90 Esgarts § 17, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 114 Statuts conventuels § 306, CURZON, Regle du
general II, 539. Temple, 180.
91 FOREY, Rank and authority, 311. 115 Statuts conventuels § 286, CURZON, Regle du
92 So ist beispielsweise in § 13 und 19 der Esgarts Temple, 173.
von einer Bezahlung der Servienten die Rede, 116 Libellus antiquarum Deffmitionum Dist. XIV, §
DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general II, 539. II, Nomasticon Cisterciense, 460.
93 J. SARNOWSKY: Geistliche Ritterorden, in: 117 Die Legende des späten 12. Jh.s machte aus der
Kulturgeschichte der christlichen Orden in populären Heiligen der Kirchenreform eine
Einzeldarstellungen, hrg. P. DINZELBACHER, J. Z. Patronin der Kreuzfahrer, die dem nach Jerusalem
HOGG, Stuttgart 1997, 329-349, hier 334. Statuten aufbrechenden Pilger ein Kreuz auf die Schulter
von 1278 § 3, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire heftet. Zum Patronat über die Kirchenreform vgl.
general III, 368-370, hier 370, KING, Rule Statutes V. SAXER: Le culte de Sainte Marie Madeleine en
80. occident, Paris 1959, 73. Eine Variante der
94 Statuten von 1278 § 5, DELAVILLE LE ROULX, Kreuzzugslegende der Hl. Maria Magdalena in HS
Cartulaire general III, 370, KING, Rule Statutes 15. Jh. Bib. nat. Paris MS lat. 803, ed. CCHP =
80f. Catalogus codicum hagiographicorum latinorum
95 TOMMASI, Uomini e donne, 187. antiquiarum Saeculo XVI qui asservantur in
96 Ibid. bibliotheca nationali Parisiensi, 3 Bd., Brüssel
97 TOMMASI, Uomini e donne, 187. 1889-1893, 111,525-530.
98 RH § 3, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general 118 Georg war einer der "Ritterheiligen" und einer
I, 63. der wichtigsten Kreuzzugspatrone. Bereits
99 Statuten von 1181, DELAVILLE LE ROULX, während des Ersten Kreuzzuges erzählen
Cartulaire general 1,425-429, hier 425, KING, Rule Legenden von wundersamen Eingriffen des
Statutes, 34. Heiligen zugunsten der christlichen Kämpfer.
100 KING, Rule Statutes, 34, Anm. 3. Vgl. auch P. DESCHAMPS: Combats de cavalerie et
101 W. RODEL: Das Großpriorat Deutschland des episodes des croisades dans les peintures murales
Johanniter-Ordens im Übergang vom Mittelalter des Xlle et XHIe siecles, in: Orientalia Christiana
zur Reformation, Köln (2) 1972, 17. periodica 12, (1947), 454-474.
102 RODEL, Großpriorat Deutschland, 17. 119 RT (nur in frz. Fassung) § 75, CURZON, Regle du
103 R. HIESTAND: Papsturkunden für Templer und Temple, 72f.
Johanniter. Vorarbeiten zum Oriens pontificius, 120 Statuts conventuels § 350, 351 u, 352, CURZON,
Bd. II, Göttingen 1984,99. Regle du Temple, 200f.
104 Preterea nulli persone extra vestrum capitulum 121 Statuts conventuels § 303, CURZON, Regle du

210
Temple, 179. 151 Esgarts § 33 u. 34, DELAVILLE LE ROULX,
122 Ibid. Cartulaire general II, 541. Auflagen, was der so
123 RT § 12, SCHNÜRER, Templerregel, 138. Ausgeschlossene zu tun habe, enthalten die
124 RT § 9, SCHNÜRER, Templerregel, 137. Esgarts nicht. Daß auch er ebenso wie ausge
125 Statuts conventuels § 288, CURZON, Regle du schlossene Templerbrüder nicht einfach in ein
Temple, 173f. weltliches Leben zurückkehren durfte, zeigt aber
126 RT § 17, SCHNÜRER, Templerregel, 139. noch das Beispiel des Malers Caravaggio aus dem
127 Statuts conventuels § 305, CURZON, Regle du 16. Jh. Aus dem Johanniterorden ausgeschlossen .
Temple, 179f. und eingekerkert, gelang ihm die Flucht von
128 Statuts conventuels § 360, CURZON, Regle du Malta, dem damaligen Sitz des Ordens. In der
Temple, 204. Absicht, ihn zurückzuholen, verfolgten ihn die
129 Zu seiner Feier: Statuten von 1300 § l, Johanniter bis Sizilien. Vgl. G. BONSANTI:
DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general III, 810- Caravaggio, Florenz 1984, 65.
816, hier 811. 152 Esgarts § 33 u. 34, DELAVILLE LE ROULX,
130 Usances § 96, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire Cartulaire general II, 541
general II, 550. 153 Diese Strafe findet sich bereits in der Regel
131 Statuten von 1262 § 31 (nur in frz. Fassung), Raimond du Puys, § 10, DELAVILLE LE ROULX,
DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general III, 50f, Cartulaire general I, 66, KING, Rule Statutes, 23.
KING, Rule Statutes, 62. 154 Ibid. u. Esgarts l, DELAVILLE LE ROULX,
132 Statuten von 1278 § 6 u. 7, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general II, 548.
Cartulaire general III, 370, KING, Rule Statutes, 155 Esgarts § 21, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire
81. general II, 540.
133 Statuten von 1300 § 23, DELAVILLE LE ROULX, 156 Egards § 410, CURZON, Regle du Temple, 225.
Cartulaire general III, 816, KING, Rule Statutes, 157 Egards §411, CURZON, Regle du Temple, 225f.
108. 158 Strafenkatalog § 234, CURZON, Regle du Temple,
134 Esgarts § 83, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 155. Egards § 451, CURZON, Regle du Temple,
general II, 546. 242f. Im Paragraph der Egards fehlt allerdings die
135 DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general III, n. Strafe der dauernden Rechtsbeschränkung.
4286,668. 159 Schuldige waren ipso facto exkommuniziert,
136 Statuten von 1300 § 6, DELAVILLE LE ROULX, wurden eingekerkert, von ihren derzeitigen
Cartulaire general III, 812. Ämtern entsetzt und für die Zukunft amtsunfähig.
137 RH § 11, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire Libellus antiquarum Deffinitionum Dist. VII, §
general I, 65. VI, Nomasticon Cisterciense 422f. Es handelte
138 Esgarts § 11, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire sich offenbar auch hier um eine excommunicatio
general II, 538. ecclesiastica, die excom. minor, im Gegensatz zu
139 DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general III, n. der exe. major, die feierlich verkündet wurde z. B.
4285,668. bei Verbrechen wie Verschwörung und Brandstif
140Egards § 417-423, CURZON, Regle du Temple, tung. Die Meinung, es habe sich um keine
228-230. excommunicatio ecclesiastica gehandelt, sondern
141 Egards § 428 u. 437, CURZON, Regle du Temple, nur um die zeitweilige Ausschließung aus dem
232fu.237. Konvent, vertritt SCHINDELE, M. P.: Ritualvor
142 Der Betroffene erhielt dann eine cappa ohne schriften des Zisterzienserordens in der Konstituti
Kreuz. Egards § 470, CURZON, Regle du Temple, on von 1289 nach einer alemannischen Hand
251. schrift um 1500, in: Freiburger Diözesan-Archiv
143 Egards § 472, CURZON, Regle du Temple, 251 f. 119 (1999), 351-369, hier 365 Von einem Verlust
144 Egards § 477, CURZON, Regle du Temple, 253f. des Ordensgewandes ist in diesem Paragraph nicht
145 Egards § 478, CURZON, Regle du Temple, 254. die Rede, er wird jedoch in Folge angesprochen,
146 Egards § 426, CURZON, Regle du Temple, 227f. Nomasticon Cisterciense, 423.
147 Egards § 470 u. 512, CURZON, Regle du Temple, 160 Esgarts § 50, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire
251 u. 271. general II, 543.
148 Egards § 470, CURZON, Regle du Temple, 251. 161 Esgarts § 12, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire
149 Egards § 468, CURZON, Regle du Temple, 250. general H, 538.
150 Egards § 451 u. 501, CURZON, Regle du Temple, 162 Egards § 418, CURZON, Regle du Temple, 229.
242f. u. 264f. Das Schuldige auch eingekerkert wurden, zeigt

CISTERCIENSER CHRONIK 107. Jg. 2000, Heft 2 211


der berichtete Präzedenzfall § 554, CURZON, Regle comandement de la maison, que l 'on le laisse
du Temple, 289f. refroidir son corros, et apres l 'on doit aler a lui et
163 Egards § 452, CURZON, Regle du Temple, 243. U doit l 'on dire belement et en pais (...) Et se il le
164 Den schuldigen Cistercienser ereilte Strafverset fait et damaiges nen est avenus, l 'on H doit soufrir
zung und/oder Einkerkerung laut Libellus por Dieu et avoir bone merci de lui, et l 'on li puet
antiquarum Deffinitionum Dist. VII, § VII, faire grant bonte et grant misericorde(...), CURZON,
Nomasticon Cisterciense, 423. Der Beschluß des Regle du Temple, 245.
Generalkapitels von 1187 § 2 sah noch keine 180 Egards § 455, CURZON, Regle du Temple, 244.
Einkerkerung, sondern Strafversetzung, dauernde 181 Esgarts § 54, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire
Rechtseinschränkung und Fasten am Freitag bei general II, 453.
Wasser und Brot vor, CANIVEZ I, 106. Für den 182 Egards § 462, CURZON, La Regle du Temple,
Mord an Ordensmitgliedern galt auch damals 247.
schon Einkerkerung bei Wasser und Brot usque ad 183 Egards § 463, Curzon, La Regle du Temple,
martern, ibid. 247f.
165 Esgarts § 55 u. § 30, DELAVILLE LE ROULX, 184 Statuten von 1262 § 7, 9, 34 u. 35, DELAVILLE
Cartulaire general II, 541 u. 453. LE ROULX, Cartulaire general III, 45, 51, KING,
166 Egards § 462, CURZON, Regle du Temple, 247. Rule Statutes, 55; Statuten von 1268 § 5, DELAVIL
167 Esgarts § 4, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire LE LE ROULX, Cartulaire general III, 187, KING,
general II, 537f. Rule Statutes, 72; Statuten von 1270 § 15,
168 Egards § 452, CURZON, Regle du Temple, 243. DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general III, 228,
169 Expressis Verbis in einem Generalkapitelstatut KING, Rule Statutes, 77; Statuten von 1283 § 3,
von 1242 § 12 für einen schuldigen Konversen, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general III, 451,
CANIVEZ II, 247f. Ein schuldiger Mönch sollte KING, Rule Statutes, 82; Statuten von 1293 § l,
strafversetzt und eingekerkert werden, ibid., 248. DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general III, 638,
170 RH § 9, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general KING, Rule Statutes, 93f; Statuten von 1295 § l,
I, 64f. DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general III, 674,
171 Esgarts § 30, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire KING, Rule Statutes, 99. Esgarts § 35 u. 39,
general II, 541. DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire general II, 541;
172 Egards § 418, CURZON, Regle du Temple, 228. Usances § 131 u. 132, DELAVILLE LE ROULX,
173 Ein Generalkapitelbeschluß der Cistercienser Cartulaire general II, 560. Statuten von 1335
von 1208 legte beispielsweise fest, wer die secreta verboten das Tragen von teuren Kleidern und 1337
Ordinis bekanntmachte, solle einer Strafe das Verwenden von Gold als Schmuck an Gürtel
verfallen, wie sie für Verschwörer vorgesehen und Waffen, W. G. RODEL: Reformbestrebungen
war, und die Exkommunikation und Kerkerhaft im Johanniterorden (1291-1522), in: Reformbemü-
einschloß, Statuta Capitulorum Generalium hungen und Observanzbestrebungen im spätmittel
Ordinis Cisterciensis, ed. CANIVEZ I, 346. alterlichen Ordenswesen, hrg. K. ELM, Berlin
174 Esgarts § 75, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 1989, 109-129, hier 113f.
general II, 546. 185 Retrais § 270, CURZON, Regle du Temple, 165.
175 RT § 44 u. 45, SCHNÜRER, Templerregel, 146. 186 Retrais § 271, CURZON, Regle du Temple, 166.
176 Die Entscheidungsgewalt lag beim Kapitel. 187 Ibid.
Strafenkatalog § 256, CURZON, Regle du Temple, 188 Esgarts § 10, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire
161. general II, 538.
177 Esgarts § 59, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 189 BALLESTREM, Regel und Statuten, 147.
general II, 544. 190 Die Vorsteher der sechs Ordensprovinzen und
178 Esgarts § 3, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire die höchsten Beamten des Ordens.
general II, 548. 191 Statuten von 1206 ohne §, DELAVILLE LE ROULX,
179 Egards § 457: Se aucuns frères fust reveles Cartulaire general II, 33f, KING, Rule Statutes, 43
envers les comandemens de la maison et les refuse und Usances § 109, DELAVILLE LE ROULX,
sans repentir et demore en s'erredie, et ne velle Cartulaire general II, 552.
faire l'amendement por prieres nipor amoneste- 192 Statuten von 1206 ohne §, DELAVILLE LE ROULX,
ment, l 'on H puet prendre l 'abit et metre le en fers Cartulaire general II, 34, KING, Rule Statutes, 44.
et tenir le longement en tel maniere. Mais U est Usances § 109, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire
plus bele chose, quant U avient que unfrère, ou general II, 552f.
par ire ou par corros, dit que U nefera le 193 Usances § 109, ibid.

212
194Usances§ 109, ibid. 206 Retrais § 87, CURZON, Regle du Temple, 80. Die
195 Vgl. A. J. FOREY: Constitutional conflict and verwendete Vokabel lautet hier nur chapitre. Da
Change in the Hospital of St. John during the die Retrais sehr wohl den Begriff chapitre general
twelfth and thirteenth centuries, in: Journal of kennen, muß an dieser Stelle nicht ein Generalka
Ecclesiastical History XXXIII (1982), 15-29, hier pitel gemeint sein, sondern wohl eher das
23. Hauskapitel des Ordenssitzes Jerusalem. Im
196 Statuten von 1262 § 1 1 , DELAVILLE LE ROULX, folgenden Kapitel der Retrais, das die Verantwort
Cartulaire general III, 46, KING, Rule Statutes, 56. lichkeit von Provinzmeistern und Visitatoren
197 Dekret Papst Alexanders III. von 1172, vgl. behandelt, heißt es demgegenüber deutlich
FOREY, Constitutional Conflict, 16f. chapitre general.
198 In der lateinischen Fassung der Statuten von 207 Retrais § 87, CURZON, Regle du Temple, 80.
1265 § 10, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 208 Retrais § 92, CURZON, Regle du Temple, 83.
general III, 118-121, hier 120, ist erstmals von Sehr wahrscheinlich ist hier wieder nur das
einem sgardium der Brüder die Rede. In der frz. Kapitel des Haupthauses von Jerusalem gemeint.
Fassung geht es nur darum, daß ein Bruder nach 209 Retrais § 97, CURZON, Regle du Temple, 85.
vom Meister erhaltenen Befehl den conseil der 210 Retrais § 98, CURZON, Regle du Temple, 86.
Brüder sucht. Ein solches Ersuchen wird in Trestous lesfrères dou Temple doivent estre
diesem Paragraph mit der Strafe des Habitverlu obedient au Maistre.
stes geahndet. Ob es sich hierbei wirklich um das 211 Retrais § 98, CURZON, Regle du Temple, 86. Et U
institutionalisierte Gremium des Esgarts-Tribunals Maistres si doit estre obedient a son covent. Hier
handelte, sei dahingestellt. Jedenfalls wurde die handelt es sich aber nicht um die Gesamtheit der
Appellationsmöglichkeit nicht außer Kraft gesetzt, kämpfenden Brüder, für die dieser Terminus an
wie ihre Aufnahme in die später entstandenen anderer Stelle verwendet wird, wie die folgende
Usances zeigt. Forderung nach der Zustimmung "der Mehrheit
199 Usances § 88: Quant le souveiran fait aucun der Brüder" zu den Entscheidungen des Konvents
comandemant ä alcun frère et au frère non semble zeigt. Der "Konvent" wurde vermutlich nur aus
que le comandemant soit selonc les bons us et einigen hohen Würdenträgern, ähnlich einem
costumes de la maison, le frère doit demander Generalstab, gebildet.
esgart defrères. DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire 212 Retrais § 85, CURZON, Regle du Temple, 79.
general II, 548. 213 Von einem "Kapitel", welcher Form auch
200 Ibid.: Nul frère ne peutfere frère sergent immer, ist hier nicht die Rede. Retrais § 96,
d 'armes, se non le maistre. CURZON, Regle du Temple 85.
201 1172 wurde das diesbezügliche Dekret Papst 214 Ibid.
Alexanders III. erlassen. Vgl. FOREY, Constitutio 215 SARNOWSKY, Geistliche Ritterorden, 333.
nal conflict, 17. 216 RODEL, Reformbestrebungen im Johanniteror-
202 Usances § 89, DELAVILLE LE ROULX, Cartulaire den, 122.
general II, 548: Item en la maison del Hospital est 217 LIZERAND, L'affaire, 36.
use que quant le maistre ou aucun soverain veut 218 Porro consuetudines ad vestre religionis et
faire conseill, U doit premerement les baillis, et de officii observantiam a magistro etfratribus
chascune lengue doit apeller desfrères plus communiter institutas nulli ecclesiastice secula-
anciens. rive persone infringere vel minuere sit licitum.
203 Statuten von 1278 § l, DELAVILLE LE ROULX, Privileg Omne datum optimum, HIESTAND,
Cartulaire general III, 369, KING, Rule Statutes, Papsturkunden, 97.
79. FOREY, Constitutional conflict, 19. 219 Einige Vereinigungsprojekte machten sich
204 Seneschall, Marschall, Komtur des Königreiches Gedanken über das Habit des neuen Ordens:
Jerusalem, Komtur der Stadt Jerusalem, Komtur vorgeschlagen wurde zum Beispiel ein rotes Habit
von Akkon, Drapier, Komtur von Tripolis, Komtur mit einem weißen Kreuz oder ein schwarzes mit
von Antiochien. einem roten Kreuz, FOREY, Military Orders and
205 Aufgeführt sind Francien, England, Poitou, Crusading proposals, 322f. Die Meinung der
Aragon, Portugal, Apulien und Ungarn. Retrais § Ordensvertreter hierzu ist nicht bekannt.
87, CURZON, Regle du Temple, 80. Der Text 220 So die Tradition der Cistercienser und Prämon-
bezieht sich auf die Provinzgliederung um 1160, stratenser, die Hl. Jungfrau Maria habe ihren
zur Zeit der Abfassung der Retrais. Später mag es Gründern das weiße Ordenskleid überreicht.
hier zu Änderungen gekommen sein.

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