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Stiftung Universität Hildesheim

Institut für Sportwissenschaft

Bachelor-Studiengang im Fachbereich Erziehungs- und


Sozialwissenschaften

Yoga in der Schule


Potenziale und Barrieren aus sportpädagogischer
Perspektive

Abschlussarbeit zur Erlangung des akademischen Grades


Bachelor of Arts (B.A.)

1.Betreuer: Edgar Dorn

2. Betreuerin: Gianna Wilm

Name: Louis Matteo Isermann

Anschrift: Saarstraße 118, 31141 Hildesheim

E-Mail: matteoisermann@web.de

Matrikelnummer: 262547

Datum der Abgabe: Hildesheim, 23.03.2020


Inhaltsverzeichnis

Einleitung ............................................................................... Fehler! Textmarke nicht definiert.


Veränderte Kindheit und Jugend.............................................................................................. 2
Die Geschichte des Yogas und die unterschiedlichen Yogawege ..................................... 8
Hatha Yoga und die Bedeutung von Asana und Pranayama ........................................... 12
Hatha Yoga in der Schule und unter sportpädagogischer Perspektive ........................... 19
Praktische Anwendungen von Asanas.................................................................................. 23
Zugänglichkeit, Chancen & Barrieren von Hatha Yoga ...................................................... 28
Fazit und Ausblick ................................................................ Fehler! Textmarke nicht definiert.
Literaturverzeichnis .................................................................................................................. 35
1. Hinführung zum Thema

„Wem es gelingt, Menschen durch


Körperübungen leuchtende
Augen zu schenken,
der tut Großes auf dem
Gebiet der Erziehung.“
Pestalozzi

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2. Veränderte Kindheit und Jugend

„Veränderungen sind Kennzeichen von Gesellschaften und ihren Kulturen. Aller-


dings vollzogen sich die Veränderungen in früheren Zeiten in einer deutlich ge-
ringeren Geschwindigkeit“ (Fölling-Albers, 2015).

Die Herausforderungen für Lehrer_innen haben, mit dem sozialen Wandel inner-
halb unserer Gesellschaft und den damit einhergehenden Veränderungen im Kin-
des- und Jugendalter, zugenommen. Die Lebenswelt der Kinder und Jugendli-
chen, aber auch der Alltag in Schulen und dem Unterricht, haben sich in den
vergangenen Jahrzehnten vielfältig verändert (Fölling-Albers, 2015). Die Kinder
und Jugendlichen werden mit Problemen und Bewältigungsaufgaben konfron-
tiert, die mit in die Institutionen Schule, getragen werden. Die Institution Schule
ist daher angehalten sich mit diesen Veränderungen auseinanderzusetzten (Rau-
schenbach, 2013, S. 4).

Im Folgenden wird auf verschiedene Problembereiche der Kinder und Jugendli-


chen eingegangen. Dabei werden die Veränderungen der familiären Strukturen,
die Bildungserwartungen, der mediale Einfluss und die heutige Bewegungswelt
der Kinder und Jugendlichen näher betrachtet.

Heute gibt es verschiedene Familienformen, wie zum Beispiel Einelternfamilien,


nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern und Scheidungsfamilien (Con-
rad, 1998). Durch die Zunahme von Trennung, Scheidung und Wiederverheira-
tung wachsen viele Kinder und Jugendliche in einer unstabilen Familienkonstruk-
tion auf und sind mit Diskontinuität, Trennung und Wechsel der Bezugsgruppen
konfrontiert (Münchmeier, 2001, S. 123). Kinder und Jugendliche werden in neue
Beziehungsprozesse ihrer leiblichen Eltern involviert und müssen sich mit neuen
„Verwandtschaftssystemen“ auseinandersetzen (ebd.).
Hinzu kommt, dass immer mehr Frauen/Mütter erwerbstätig sind. Im Vergleich
waren im Jahr 1960 47,2% der Frauen erwerbstätig (Bundeszentrale für politi-
sche Bildung, 2010), im Jahr 2018 dagegen waren es 72,1% (Bundesagentur für
Arbeit, 2019, S. 9). Durch diese Entwicklung sind heutzutage oftmals beide

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Elternteile berufstätig. Diese Gegebenheit führt dazu, dass an die Institution
Schule ein großes Stück der Erziehungsverantwortung herangetragen wird. Die
Schule entwickelt sich immer mehr zu einem Ganztagsbetrieb, der den Alltag von
Kindern und Jugendlichen mehr prägt als die frühere obligatorische Halbtags-
schule (Rauschenbach, 2013, S. 4).

Wenn der Unterricht mittags endet, nehmen viele Kinder und Jugendliche an AGs
(Arbeitsgemeinschaften) oder einem Hortangebot teil, oder es werden freizeitli-
che Alternativen von Eltern geplant, die tagsüber beruflich eingespannt sind
(ebd.). Dadurch unterliegen die Kinder und Jugendlichen einer „Verinselung“, in-
dem sie teilweise von einem Ort zum nächsten „transportiert“ werden (Münch-
meier, 2001, S. 123). Dieser Zustand sorgt dafür, dass die betroffenen Kinder
und Jugendlichen es immer wieder mit neuen Bezugspersonen zu tun haben, die
unterschiedliche Eindrücke und Anforderungen auf sie ausüben. Das bedeutet
auch, dass sie sich in den unterschiedlichen sozialen Kontexten jeweils situati-
onsadäquat verhalten und die unterschiedlichen Sozialbeziehungen bewältigen
müssen (ebd.). Diese Anforderungen verlangen eine hohe Flexibilität und Hand-
lungskapazität (Stück, 2013, S. 21). Die Kinder und Jugendlichen erleben keine
„Familienkindheit“, sondern eine „organisierte und betreute Kindheit“ (Rauschen-
bach, 2013, S. 4f.). Dadurch finden viele Prozesse des Aufwachsens, die früher
ausschließlich in den privaten Sphären von Familie stattfanden, weitgehend au-
ßerhalb der eigenen vier Wände statt (ebd., S. 4).
Das Ziel der Eltern ist es dabei, dass die Kinder und Jugendlichen möglichst viel
Zeit mit Bildungsangeboten verbringen, damit sie in der Schule die Leistungser-
wartungen erfüllen können. Kinder und Jugendliche in Deutschland verbringen
zwischen 35 und 40 Stunden pro Woche in oder für die Schule und somit in etwa
die gleiche Zeit wie ein Erwachsener in einem Vollzeitjob (Unicef, 2013).
Das elterliche Interesse, sowie die Wichtigkeit einer „Bildung von Anfang an“,
sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen (Rauschenbach, 2013, S. 4f.).
Der Leistungsdruck, der auf den Schüler_innen lastet, sorgt für eine gesundheit-
liche Gefahr. Der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort
kommt zu dem Entschluss, dass gerade bei Schüler_innen ein großer Anstieg

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von Burnout und Erschöpfungsdepressionen zu vernehmen sind (Koch & Hurrel-
mann, 2016, S. 70).

Doch während einige Familien die inner- und außerschulischen Planungen ihrer
Kinder durchtakten und Geld für Sport- und Musikvereine oder Lernhilfen ausge-
ben, verläuft es in anderen Familienstrukturen divergent. Nicht alle Kinder und
Jugendliche haben die Möglichkeit an Förderangeboten teilzunehmen, da es ent-
weder an Geld und/oder an den Bemühungen der Eltern scheitert (Fölling-Albers,
2015). Hier zeigt sich eine Segregation innerhalb der sozialen Schichten. Hurrel-
mann (2016) stellt fest, dass der schulische Erfolg stark vom sozioökonomischen
Status der Eltern abhängt (Hurrelmann & Quenzel, 2016, S. 113). Das hat zur
Folge, dass sich schulische Leistungen von Kindern und Jugendlichen enorm
unterscheiden. Durch diese Diskrepanz besteht die Gefahr, dass Kinder und Ju-
gendliche aus sozial schwachen Schichten von dem System der Schul- und Ar-
beitswelt abgehängt werden. Während früher noch ein Hauptschulabschluss als
Qualifikation für viele Berufe (z. B. im handwerklichen Bereich) ausreichte, wird
heute für viele Lehrberufe ein Realschulabschluss oder ein Abitur vorausgesetzt
(Fölling-Albers, 2015). Hinzu kommt, dass durch die digitale Wirtschaft (Industrie
4.0) und die Vernetzung von Maschinen, in Zukunft immer mehr mechanische
Operationen von Intelligenten Rechner durchgeführt werden. Das hat zur Folge,
dass in den nächsten Jahren etablierte Berufsbilder überflüssig werden (Bundes-
ministerium für Wirtschaft und Energie, 2015, S. 4). Die Angst wächst, mit ange-
strebten Berufswünschen in der Arbeitswelt nicht unterzukommen (Münchmeier,
2001, S. 130).
Aufgrund der Belastungen und Überforderungen sind psychische und psychoso-
matische Probleme, wie emotionale Störungen (z. B. Ängste), motivationale Stö-
rungen (z. B. Schulunlust), Verhaltensstörungen (z. B. Aggressivität) und Auf-
merksamkeitsprobleme/Konzentrationsschwächen, bei Schüler_innen keine Sel-
tenheit (Stück, 2013, S. 12; Stück, 2011, S. 28).

Auch der starke Konsum von digitalen Medien bei Kindern und Jugendlichen birgt
Problematiken in sich. Die Nutzung von Smartphones, Tablets, Computern,
Fernsehern, Spielekonsolen und damit zusammenhängend den sozialen

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Netzwerken und dem Internet, werden immer früher ein fester Bestandteil der
Lebenswelt (Kutscher, 2013, S. 29). Mit bereits 10 Jahren haben viele Kinder ein
eigenes Smartphone (Bitkom, 2019).

Abb. 1: Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt (Bitkom, 2019, S.4)

Problematisch sind die ständige Erreichbarkeit und Beschäftigungen mit unter-


schiedlichen Applikationen auf den digitalen Endgeräten (Burger, 2016, S. 29).
Es kommt zu einer Reizüberflutung der Kinder und Jugendlichen (ebd., S. 27).
Durch das ständige online sein gehen wichtige Momente der Ruhe, das Für-sich-
Sein, dem Augenblick des konzentriert-beschaulichen Nachdenkens und des In-
nehaltens verloren (ebd.). Dazu kommt, dass die Kinder und Jugendlichen durch
die digitalen Endgeräte in einer Welt leben, in der real und virtuell ineinander
übergehen und zusammengehören (Hurrelmann & Quenzel, 2016, S. 184). Es
wird von einer „Online-Offline-Hybridität“ gesprochen (Hugger, 2009, S. 286).
Auch die Identitätsbildung wird durch den Gebrauch des Internets beeinflusst
(Koch & Hurrelmann, 2016, S. 166f.): Plattformen wie Instagram oder Facebook
dienen dazu, sich darzustellen und zu präsentieren. Hier geht es um das „sehen
und gesehen werden“ und das Vergleichen von Profilen befreundeter User (Bur-
ger, 2016, S. 27). Ein weiterer zu vernehmender Trend von Kindern und Jugend-
lichen ist es, tägliche Videoaufnahme von sich und seinem Alltag zu machen. Auf
Plattformen, wie zum Beispiel YouTube, Facebook oder TikTok kann man sehen,

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wie diese Aufnahmen (Daily Vlogs) hochgeladen und mit vielen Zuschauern des
Internets geteilt werden. Zudem wird viel Zeit auf beliebigen Gaming Plattformen
verbracht. Diese Entwicklung zeigt, dass sich real existierende Spielplätze zu-
nehmend in virtuelle Spielplätze im Digitalen Raum verändert haben (Burger,
2016, S. 28). Das Internet hat demnach erheblich an Bedeutung gewonnen und
die Freizeitgestaltung bei Kindern und Jugendlichen ist durch mediale Nutzung
geprägt (Hurrelmann & Quenzel, 2016, S. 184). Daher spricht man von einer „Ju-
gend der Medien“ (Treumann, 2007, S. 27).
Das Leben in der virtuellen Welt kann dazu führen, dass reale soziale Beziehun-
gen vernachlässigt oder sogar aufgegeben werden (Koch & Hurrelmann, 2016,
S. 168).
Die Shell Jugendstudie aus dem Jahr 2019 fand heraus, dass Geselligkeit und
Freunde_innen-Treffen zwar weiterhin wichtige Freizeitbeschäftigungen der Kin-
der und Jugendlichen sind, die digitale Freizeitaktivität jedoch an Bedeutung ge-
winnt (Shell Jugendstudie, 2019, S. 29). So ist es Kindern und Jugendlichen
heute nicht mehr so wichtig sich mit Freund_innen zu treffen (55%), wie im Ver-
gleich zum Jahr 2002 (62%) (ebd.). Vor allem für Jungen zwischen 12 und 14
Jahren ist Gaming eine zentrale Freizeitbeschäftigung geworden (ebd.).
Durch diese Tendenz kann davon ausgegangen werden, dass virtuelle Spiel-
plätze eine zunehmende Wichtigkeit für nachfolgende Generationen einnehmen.
Umso wichtiger ist es für Schulen und Lehrer_innen, den Schüler_innen spezi-
fisch menschliche Kompetenzen zu vermitteln, die nur von Menschen und nicht
von Maschinen bewältigt werden können (Treumann, 2007, S. 27).

Im öffentlichen Raum kommt es zu einer Abnahme jugendlicher- und kindgerech-


ter Bewegungsorte (Voss, 2019, S. 9). Dabei sind die Spiel- und Bolzplätze für
Kinder und Jugendliche ein lebenswerter Ort für die persönliche Entfaltung und
das Ausüben von Teamsportarten (Kessl & Reutlinger, 2013, S. 11). Roth & Krö-
ger (2015) sprechen ebenfalls davon, dass früher die Straßen, Parks, Schulhöfe
und Bolzplätze die spielerischen Kinderstuben waren (Roth & Kröger, 2015, S.
9). Heute ist diese Straßenspielkultur und somit das Spielen an der frischen Luft
so gut wie verschwunden (ebd.). Die Zeit, als die mobilen Endgeräte noch nicht
in den Hosentaschen der Kinder und Jugendlichen zu finden waren und man sich,

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oftmals ohne feste Verabredung oder durch spontanes Klingeln an der Haustür
der Freunde_innen, auf den Spiel- und Bolzplätzen getroffen hat, ist kaum noch
vorhanden. Die Spielkultur und somit auch die Bewegungswelt der Kinder und
Jugendlichen haben sich verändert. Die Wissenschaft, Politik, Ärzte und Sport-
vertreter_innen beklagen seit vielen Jahren ein Bewegungsdefizit bei Kindern
und Jugendlichen (Schäfers, 2015, S. 3). Die körperliche Belastbarkeit von Kin-
dern und Jugendlichen ist seit Jahren rückläufig (ebd.). Die Freude an der Bewe-
gung nimmt von der Kindheit zur Jugend ab, speziell ab dem 12. Lebensjahr
(Gerber, 2016 zitiert nach Kleinert & Wolf, 2018, S. 154). Durch die einge-
schränkte Bewegungswelt der Kinder und Jugendlichen fehlen ihnen alltägliche
motorische Erfahrungssammlungen (Roth & Kröger, 2015, S. 9). Es kommt ver-
mehrt zu körperunfreundlichen Haltungen, Fehlbelastungen, Immobilität und
mangelnder Bauch- und Rückenmuskulatur (Proßowsky, 2013, S. 5; Schäfers,
2015, S. 3). Dies bringt gravierende Folgen für die Gesundheit der nachwach-
senden Generationen mit sich (Schäfers, 2015, S. 3). Experten sprechen daher
schon von einer „sitzengebliebenen Gesellschaft“ (Laging, 2017, S. 8).
Kinder und Jugendliche selbst schätzen ihren allgemeinen Gesundheitszustand
als gut bis sehr gut ein (Satow & Bäßler, 1998, S. 128). Dies ändert sich jedoch,
wenn es um bestimmte körperliche Beschwerden wie beispielsweise Rücken-
schmerzen geht (ebd.). Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren be-
richten im Vergleich zu anderen Altersgruppen von den meisten körperlichen Be-
schwerden (ebd.). Die körperlichen Symptome haben vielfältige Ursachen, sind
aber nicht selten Folgen eines ungünstig verlaufenden Copingprozesses (ebd.).
Es wird deutlich, dass ein bedeutsamer Beitrag zur Gesundheitsförderung der
jungen Generationen geleistet werden muss (Stück, 2013, S. 22). Dies ist nicht
zuletzt Aufgabe der Institution Schule.

In diesem Kapitel ging es um Veränderungen der letzten Jahre/Jahrzehnte in der


Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und welche Auswirkungen diese mit
sich bringen. Die Institution Schule und somit auch die Lehrkräfte stehen vor der
Herausforderung, die Schüler_innen trotz dieser vielen Veränderungen zu errei-
chen und sie auf die Probleme und Missstände aufmerksam zu machen und Lö-
sungsansätze zu entwickeln. Daher wird im folgenden Kapitel zunächst

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vorgestellt was Yoga ist und anschließend den Fragen nachgegangen, ob Yoga
den Schulalltag der Kinder und Jugendlichen bereichern, eine Stütze für bevor-
stehende Herausforderungen und ein Lösungsansatz für bestehende Belastun-
gen sein kann.

3. Die Geschichte des Yogas und die unterschiedlichen Yoga-


Wege

Abb. 2: Patanjali Yoga-Sutra 1.2 (Wolz-Gottwald, 2016, S. 111)

Dieses Zitat („yogas citta vrtti nirodhah“) aus dem Yoga-Sutra (Leitfaden) von
Patanjali (indischer Gelehrter) begegnet einem immer wieder, wenn man sich mit
der Frage „Was ist Yoga“ beschäftigt. Bellur Krishnamachar Sundararaja Iyengar,
ein indischer Yoga-Lehrer, geht in seinem Buch „Licht auf Yoga“ in 36 Seiten
dieser Frage nach (Iyengar, 2013, S.13-49). Das folgende Kapitel beantwortet
diese umfangreiche Frage in einem zusammenfassenden Überblick.

In Deutschland assoziieren wir mit Yoga in erster Linie ein Fitness- und Entspan-
nungssystem (Schuchart, 2018, S. 1). Diese Assoziation ist jedoch nur ein kleiner
Teil dessen, wofür Yoga ureigentlich steht.
Der Sanskritbegriff (altindische Sprache) „Yoga“ hat seine Wurzeln in der ca.
4.500 Jahre alten indischen Hochkultur (Hotz, 2013, S. 140). Wörtlich bedeutet
das Wort Yoga „Joch“ und ist auch sprachlich mit diesem deutschen Wort

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verwandt und heißt „Selbstzucht“, „Disziplin“ (Störig, 1990, S. 75). Stück (2013)
definiert Yoga als „anjochen des Bewusstseins“ oder als „Zügelung der Sinne“
(Stück, 2013, S. 32). Auch gibt es die Definition von Yoga als „Einheit und Har-
monie“ und als „Befreiung von Leid und Sorgen“ (Iyengar, 2013, S. 13).

Bevor das Yoga-Wissen niedergeschrieben wurde, gab es zunächst nur den


mündlichen Austausch zwischen dem „Guru“ (Lehrer) und seinen „Yogis/Yoginis“
(Schüler_innen). Der Fachausdruck Yoga wurde das erste Mal in den Veden (den
ältesten Schriftdokumente des Hinduismus, die übersetzt „Wissen“ bedeuten)
niedergeschrieben (Schäfers, 2015, S. 7), bevor es ab ca. 500 v. u. Z. in den
Upanishaden (philosophischen Schriften des Hinduismus) zu einer tieferen Aus-
einandersetzung mit dem Begriff kam. Hier wird unter anderem der Kerngedan-
ken von Yoga formuliert: „Yoga als Heiltechnik für Körper und Geist“ (ebd.). Da-
raufhin folgte, ca. 400 v. u. Z., die Schrift Bhagavad Gita (ebd.). Diese Schrift ist
in Form eines philosophischen-ethischen Lehrgedichts geschrieben (Stück,
2013, S. 32). In der Bhagavad Gita werden unterschiedliche Yoga-Wege (Bhakti,
Karma, Jnana, Raja) thematisiert, die sich durch spezifische Techniken unter-
scheiden (ebd., S. 32f.). Im Folgenden werden diese vier Yoga-Wege kurz erläu-
tert.

Bhakti-Yoga wird auch als Yoga der Hingabe bezeichnet (ebd., S. 33). Es spricht
Menschen mit starkem emotionalem Temperament an und befasst sich mit den
Gefühlen als Ausdruck der Seele und wandelt Emotionen in selbstlose Liebe um
(Schuchart, 2018, S. 17).

Karma-Yoga (Yoga der Tat) kann im Alltag praktiziert werden und beschäftigt
sich mit Handlungen, die einer uneigennützigen Grundeinstellung vorausgehen
(Stück, 2013, S. 33). Jede Handlung wird zum Selbstzweck und ist frei von Ab-
sichten und Erwartungshaltungen. Karma Yoga ist ein Werkzeug, das in den in-
dischen Ashrams (Heimstätte/Kloster, in denen Yoga und andere spirituelle Prak-
tiken ausgeübt werden) den wichtigsten und größten Anteil der yogischen Me-
thodensammlung einnimmt (Schuchart, 2018, S. 17). Man kann Karma-Yoga
auch mit dem dritten Newtonschen Gesetz vergleichen: „Kräfte treten immer

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paarweise auf. Übt ein Körper A auf einen anderen Körper B eine Kraft aus (ac-
tio), so wirkt eine gleich große, aber entgegen gerichtete Kraft von Körper B auf
Körper A (reactio)“ (Wikipedia, 2020).

Der aus dem Sanskrit stammende Begriff „Jnana“ bedeutet Erkenntnis (Stück,
2013, S. 33). Jnana-Yoga soll für den_die Übende_n mit Hilfe von Meditationen
den Fragen nachgehen: Was ist der Mensch? Was kann ich wissen? Was soll
ich tun? (ebd.). Die Beantwortung dieser Fragen schafft die Basis für ein klares
und ausgewogenes Leben (Schuchart, 2018, S. 18).

Raja-Yoga ist die Kontrolle des Geistes und wird auch als königliches Yoga be-
zeichnet (Stück, 2013, S. 33). Die wichtigste, auch für den Westen bedeutsamste,
Schrift des Raja-Yogas ist das Yoga-Sutra (Faden) von Patanjali, das in vier Ka-
pitel und 196 Merksprüche gegliedert ist (ebd.). Das Sutra schrieb Patanjali ca.
200 v. u. Z. (Wolz-Gottwald, 2016, S. 109). Der Inhalt ist an keine Religion ge-
bunden und soll dem_der Übenden das wichtigste Wissen über Yoga, wie unter
anderem Hinweise zur Lebensweise, Denkweise und praktische Übungen in Ver-
bindung mit der Atmung und dem Körper, vermitteln (Stück, 2013, S. 33). Viele
Menschen verbinden Yoga mit Religion (Wolz-Gottwald, 2016, S. 28ff.). Dies ist
nicht unbegründet, da Yoga gerade mit Blick nach Indien eine sehr lange Ge-
schichte mit sich bringt und im Zusammenhang mit der hinduistischen Religion
und den Schriften wie die Bhagavad Gita (die Bibel der Hindus) stehen (ebd.).
Trotzdem kann der Yoga-Weg unabhängig religiöser Überzeugungen beschritten
werden (Schöps, 2009, S. 13). In Europa und Amerika spricht man beispielsweise
von einer Philosophie des Yogas und weniger von einer Religion (Wolz-Gottwald,
2016, S. 28ff). Yoga bedeutet also einen Weg der Erfahrung, in dem jeder Glaube
verwandelt werden kann (ebd.).

Der wohl bekannteste Inhalt der Sutra ist das System des achtstufigen Pfades,
genannt Ashtanga (ashta=acht) und (anga=Stufen) (Stück, 2013, S. 33).
Diese acht Stufen setzen sich wie folgt zusammen:
1. Yamas: Der soziale/friedliche Umgang mit anderen Menschen.

2. Niyamas: Verhaltensumgang mit sich selbst, zum Beispiel gesunde Ernäh-


rung.

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3. Asanas: Beherrschung des Körpers (Körperhaltung).

4. Pranayama: Rhythmische Atemregulierung.

5. Pratyahara: Die Zurücknahme der Sinne von äußeren Einflüssen, Befreiung


der Gedanken.

6. Dharana: Konzentration auf einen bestimmten Punkt.

7. Dhyana: Meditation, ein freier Geist.

8. Samadhi: Einheit, Zustand im Augenblick, höchstes Bewusstsein.

Das Ziel dieser hier erwähnten Stufen ist es „ein freier Geist in einem gesunden
Körper“ zu sein (Bannenberg, 2013, S. 9), wodurch der Mensch klar, klug und
mitfühlend handeln kann (Sriram & Becker-Oberender, 2015, S. 13). Laut Patan-
jali besteht das Problem des Geistes darin, dass er sich weigert im Hier und Jetzt
zu verharren, die Gedanken immer wieder springen und man sich daher selten
auf den Augenblick konzentrieren kann (Schöps, 2009, S. 20). Die Stufen dienen
dabei als Orientierung und zum Ziel, den Geist zur Ruhe zu bringen (ebd.). Dabei
gibt es keinen vorgeschriebenen Weg, um dieses Ziel zu erreichen. Jeder
Mensch soll individuell sich und seine Bedürfnisse achten und darauf eingehen.
Der_Die Yogalehrer_in kann seine_ihre Schüler_in bis zur sechsten Stufe (Dha-
rana) aktiv führen, um so eine Grundlage für die folgenden Stufen Dhyana und
Samadhi zu schaffen (Stück, 2013, S. 34). Die letzten beiden Stufen können je-
doch nicht aktiv geführt werden und erfolgen passiv (ebd.).

In den westlichen Kulturen hat sich in vielen Bereichen der Yogapraxis das
Hatha-Yoga etabliert, das eher sportlich/körperlich orientiert ist und weniger Spi-
rituell. Auch für Kinder und Jugendliche ist das Hatha-Yoga ein geeigneter Ein-
stieg in die Yogapraxis (Stück, 2013, S. 36). Die praktischen Anwendungen von
Yoga im Schulalltag sollen daher auch durch Elemente des Hatha-Yogas erfol-
gen. Daher wird im folgenden Kapitel das Hatha-Yoga, mit genauerer Erläuterung
von Asana und Pranayama, beschrieben.

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4. Hatha-Yoga und die Bedeutung von Asana und Pranayama

Im 11. und 12. Jahrhundert wurde das Hatha-Yoga von Goraksanath und Mat-
syendranath entwickelt (Stück, 2013, S. 36). Es ist somit im Vergleich eine jün-
gere Entwicklung der indischen Yogatradition (Wolz-Gottwald, 2016, S. 137). Die
Übungspraxis des Hatha-Yogas wird als Weiterführung, oder auch als Kulmina-
tionspunkt, der oben beschriebenen Yoga-Wege gesehen (Wolz-Gottwald, 2016,
S. 137).
Hatha-Yoga ist ein ganzheitlicher, körperorientierter Übungsweg, der Körper,
Geist und Seele einbezieht (Salbert, 2006, S. 17). Hierbei sollen die Energien
des Körpers mit der Kraft des Körpers den gemeinsamen Übungsweg des Yogas
bilden (Wolz-Gottwald, 2016, S. 137). Hatha-Yoga wird auch als „Yoga der Kraft“
bezeichnet (Salbert, 2006, S. 17). Die Praxisart bezieht sich auch auf die Theorie
von Patanjali und legt den Fokus vor allem auf die Asanas und Pranayamas
(Stufe drei und vier des achtstufigen Pfades) (Schöps, 2009, S. 45).

Die Silbe „Ha“ wird mit Sonne und die Silbe „Tha“ mit Mond übersetzt (Schäfers,
2015, S. 8). Unter der Sonnenenergie versteht man Kraft, Aktivität und Erwär-
mung (ebd.). Die Mondenergie dagegen steht für Abkühlung, Ruhe und Entspan-
nung (ebd.). Diese Divergenz kann als Bildung der Harmonie von Körper und
Geist verstanden werden (Stück, 2013, S. 36). So spielt im Yoga die Ausgewo-
genheit zwischen Eigenschaften wie „anspannen-entspannen“, „dehnen-lösen“,
„bewegen-ruhen“, eine wichtige Rolle, um ein Gleichgewicht zu ermöglichen (Sal-
bert, 2006, S. 17).
Wichtige Punkte von Hatha-Yoga sind die Ausführungen von Asanas und
Pranayamas und somit die Praxis von Köperhaltung und Atmung. Einzelne Posi-
tionen, die bei der körperlichen Ausübung von Yoga eingenommen werden,
nennt man Asanas (Schöps, 2009, S. 50). „Asana“ stammt aus dem Sanskrit und
bedeutet wörtlich sitzen, verweilen (Long, 2017, S. 12). Ursprünglich wurde es
auch als bequeme, unangestrengte Haltung verstanden (ebd.). Asanas sind un-
teranderem Körperhaltungen, die aus der Tier- (z. B. die Katze) und Pflanzenwelt
(z. B. der Baum) abgeleitet wurden (Salbert, 2006, S. 17). Jede Asana soll inten-
siv, aber ohne Verkrampfung ausgeführt werden (Adams, 2014). Die Haltung

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einer Asana sollte langsam und behutsam eingenommen werden, sodass sich
der_die Ausführende darin wohlfühlt und trotzdem fest und konzentriert bleibt
(Stück, 2013, S. 39ff.). Die Ausführung von Asanas erfordert eine innere Acht-
samkeit und Konzentration, um Gedanken und Gefühle, wie auch Verspannun-
gen und körperliche Grenzen wahrnehmen zu können (Stück, 2013, S. 61; Stück,
2011, S. 66). Asanas sollten so praktiziert werden, dass Atem, Bewegung, Wahr-
nehmung, Entspannung, Anspannung und Motivation integriert werden (Sriram
& Becker-Oberender, 2015, S. 13). Asanas die mit Achtsamkeit ausgeführt wer-
den, sind auch eine Form der Meditation (Yoga-Wiki, 2020). Zustände von Stress,
Angst und Unruhe können durch das An- und Entspannen in den Asanas gelöst
werden und somit eine Entspannung bewirken (Stück, 2013, S.39ff.).
Jede Asana orientiert sich an der Ausrichtung der Wirbelsäule, die sich in fünf
Hauptbewegungen (Neutrale Wirbelsäule, Seitbeuge, Rotationsbewegung, Vor-
beuge, Rückbeuge) unterscheiden lassen (Schöps, 2009, S. 51). Die Wirbelsäule
ist der Stützpfeiler unseres Körpers und sorgt für die Beweglichkeit des Rumpfes,
der ebenfalls für die Ausführungen von Asanas elementar ist (Kiphard,1994, S.
122; Stück, 2011, S. 67). Durch die verschiedenen Ausübungen und Ausrichtun-
gen der Körperhaltung, macht der_die Praktizierende unterschiedliche Erfahrun-
gen mit seinem_ihrem Körper und schafft dadurch einen energetischen Raum
(Trökes, 2019, S. 158).

Neben der Ausführung von Asanas spielt die Atmung (Pranayama) eine wesent-
liche Rolle (Luchs, 1970, S. 13). Sie wird auch als Verbindungsstück zwischen
Körper und Psyche gesehen (Schöps, 2009, S. 218). „Pranayama“ wird mit der
Lenkung von Energie übersetzt (ebd.). Im Schnitt atmen Menschen 20.000 Mal
am Tag, wobei Kinder noch öfters atmen als Erwachsene (Sriram & Becker-Ober-
ender, 2015, S. 148). Die Atmung reagiert sensibel auf innere und äußere Fak-
toren (Salbert, 2017, S. 49). Jede Gemütsveränderung, sei es vom Entspannt-
sein hin zu Angst, Trauer, Hektik oder Erschrecktsein, zeigt sich in der Verände-
rung von Atemtiefe und Atemfrequenz (Baumann, 2015, S. 115; Salbert, 2017,
S. 49). Der Atemvorgang wird von dem Atemzentrum im Gehirn gesteuert und
läuft unterbewusst ab (Salbert, 2017, S. 47). Unter einer natürlichen Atmung ver-
steht man eine tiefe und ruhige Atmung, die auch als Zwerchfellatmung oder

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Bauchatmung bezeichnet wird (ebd.). In diesem Zustand können sich Zwerchfell,
Brustkorb und Bauchdecke gut bewegen und der Brust- und Bauchraum gut aus-
weiten (ebd.). Yogaübungen haben einen positiven Einfluss auf eine tiefe Bauch-
atmung und versorgen die Lungen mit ausreichend Sauerstoff (ebd., S. 49).

Durch einen bewussten Umgang mit Atmung können Atemzüge vertieft werden
(Schöps, 2009, S. 218). Die Wahrnehmung und Beobachtung von Atmung kön-
nen durch Atemtechniken erlernt werden (Sriram & Becker-Oberender, 2015, S.
148f.). Es ist wichtig spüren zu lernen und dadurch wahrnehmen zu können,
wenn der Atem unterdrückt und nicht frei fließen kann. Durch Atemtechniken wer-
den Wege erlernt um in diesem Zustand den Atem wieder in einen natürlichen
Fluss zuführen (ebd.). Durch das Beruhigen der Atmung kommt auch wieder der
Geist zur Ruhe (Wolz-Gottwald, 2016, S. 158f.). Durch bewusste und aktive Ar-
beit mit der Atmung findet der_die Übende Zugang zu seinen_ihren Emotionen
und kann diese besser kontrollieren (Schöps, 2009, S. 218f.).
Eine natürliche, kontrollierte Atmung findet in vier Phasen (Einatmung, Pause
nach der Einatmung, Ausatmung, Pause nach der Ausatmung) statt (ebd.). Dabei
geht es nicht um das willentliche Anhalten des Atems, sondern um eine von allein
aufkommende Atempause (Wolz-Gottwald, 2016, S. 158f.). Diese Atempausen
sind in der Regel nur kurz, können aber bei den Atemübungen bewusst verlängert
werden (Schöps, 2009, S. 218f.).

Durch die Atemarbeit während einer Asana soll der Atem während einer Bean-
spruchungsphase ruhig weiter fließen (Stück, 2011, S. 68). Oftmals neigen Men-
schen bei körperlicher Anspannung dazu den Atem anzuhalten oder unregelmä-
ßig laufen zu lassen (ebd.). Dies hat zur Folge, dass es zu psychophysischen
Spannungszuständen kommt (ebd.). Eine Atemübung, die gut mit der Asana-
Praxis verbunden werden kann, ist die Ujjayi-Atmung (Schöps, 2009, S. 218f.).
Diese gleichmäßige Atmung verläuft nur durch die Nase (ebd.). Der Mund bleibt
geschlossen und die Stimmritze wird verengt (als würde man mit geschlossenem
Mund gegen eine Scheibe hauchen), sodass bei der Ausatmung ein sanftes Ge-
räusch zu hören ist (ebd.).

14
Als mögliche Grundregel gilt, dass bei Asana-Übungen die Muskulatur bei der
Einatmung angespannt und bei der Ausatmung entspannt wird (Stück, 2011, S.
68). So verläuft die Ausführung der Asanas in Verbindung mit der Atmung har-
monisch und der Atmungs- und Bewegungsprozess leiten sich gegenseitig
(Stück, 2013, S. 66). Wenn der Atemrhythmus während der Praxis nicht einge-
halten werden kann, deutet das auf eine körperliche Grenze hin, die es zu res-
pektieren gilt (ebd.).

Eine Studie aus dem Jahr 1983, die in Indien und den USA durchgeführt wurde,
befasste sich mit der Wirkung von Hatha-Yoga auf Erwachsene (Stück, 2013, S.
37). Die Ergebnisse ergaben, dass Hatha-Yoga positive Auswirkungen auf Psy-
che, Verhalten, Physis (Motorik, Sensomotorik) und Physiologie (vegetativ) hat
(ebd., S. 38). Hatha-Yoga unterstützt, dass Komponenten wie Ängstlichkeit, Ge-
fühle der Unterlegenheit oder geistige Erschöpfbarkeit gelindert werden (ebd.).
Auch konnte eine positive Steigerung der Fähigkeit von Konfliktlösungen, Kon-
zentration, Einstellung zum Körper und zwischenmenschliche Beziehungen, so-
wie der Abbau von nervösem Verhalten, Stress und hohem Puls, belegt werden
(ebd.). Allgemein zeigt die Studie, dass Hatha-Yoga positive Auswirkungen auf
das Herz-Kreislauf-System, die Atmungsorgane, den Bewegungs- und Stützap-
parat, die inneren Organe und das Nervensystem hat (ebd., S. 39).
Noch ist Yoga in Schulen wenig präsent und gilt als exotisch. In der Gesellschaft
ist Yoga hingegen angekommen und „boomt“ regelrecht. Die Literatur zeigt, dass
auch Kinder und Jugendliche von Yoga profitieren können (u. a. Stück, 2013;
Proßowsky, 2013; Bannenberg, 2013).
Aufgrund dieser Tatsachen kann vorerst davon ausgegangen werden, dass
Hatha-Yoga auch den Schulalltag von Schüler_innen bereichert und positive
Auswirkungen darauf hat.

In Kapitel 2 wurden die verschiedenen Herausforderungen geschildert, vor die


Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag gestellt werden. Es wurde deutlich, dass
Kinder und Jugendliche durch verschiedene Einflüsse ihrer Umwelt belastet und
überfordert sind, wodurch psychische und psychosomatische Probleme keine
Seltenheit mehr sind. Hatha-Yoga bietet die Möglichkeit, Diskrepanzen zwischen

15
Mensch und Umwelt zu regulieren und somit ein inneres Gleichgewicht aufrecht-
zuerhalten (Stück, 2013, S. 31). Bei den Hatha-Yoga-Übungen soll der Körper,
der Geist und die Seele einbezogen und in Einklang gebracht werden. Somit hel-
fen diese Übungen die menschliche Psyche zu stärken und zu stabilisieren.
Übungsreihen im Hatha-Yoga wirken ausgleichend auf das Nervensystem und
lindern oder lösen teilweise auch emotionale Probleme (Proßowsky, 2013, S. 6).
Zudem betont Yoga Gewaltlosigkeit in Gedanken, Worten und Taten (Ahimsa)
und versucht dies in den Übungen umzusetzen (Stück, 2011, S. 33). Im Hatha-
Yoga kann Energie und Kraft freigesetzt werden, die gegen Schulmüdigkeit und
Angst vor bevorstehenden Prüfungen helfen kann (Schäfers, 2015, S. 4). All
diese Punkte wurden in Kapitel 2 als psychische und psychosomatische Prob-
leme bei Schüler_innen aufgezählt und angemerkt. Hatha-Yoga bietet daher eine
Möglichkeit Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen stressbedingte Umwelt-
einflüsse besser verarbeiten und verkraften zu können und somit einen günstig
verlaufenden Copingprozess zu bewirken (Stück, 2011, S. 58; Schäfers, 2015,
S. 4).

Auch bietet Hatha-Yoga den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gesund-
heitlichen Auswirkungen von übermäßigem Konsum digitaler Endgeräte entge-
genzuwirken. Die übermäßige Nutzung der mobilen Endgeräte hat bei den Kin-
dern und Jugendlichen zur Folge, dass es zu Fehlhaltungen, besonders im Rü-
cken- und Nackenbereich kommt und die Augenmuskeln schnell ermüden (Voll-
mer, 2020). Im Hatha-Yoga gibt es spezielle Übungen, die den Rücken- und Na-
ckenbereich entspannen und stärken. Auch gibt es Techniken, durch die die Au-
genmuskeln entspannt werden.
Generell wird die körperliche Gesundheit durch Hatha-Yoga-Übungen gefördert.
Die meisten Asanas sorgen dafür, dass Muskeln, Sehnen und Bänder gestärkt
und der Kreislauf angeregt wird (Proßowsky, 2013, S. 6). Durch die An- und Ent-
spannungen in den Asanas wird die Durchblutung im Körper angeregt und stärkt
somit die Abwehrkräfte (Bannenberg, 2013, S. 14). Gerade der letzte Punkt ist
von Bedeutung, da die Abwehrkräfte der Schüler_innen durch die wenige Zeit an
der frischen Luft geschwächt sind.

16
Die Hatha-Yoga-Übungen sind nicht nur für die Gesundheitsförderung der Kinder
und Jugendlichen sinnvoll, sondern können auch sensibilisieren und ein Be-
wusstsein bei der jungen Generation schaffen. Die intensive Auseinandersetzung
mit dem eigenen Körper steht, im Gegensatz zu anderen Sportarten, bei Hatha-
Yoga im Vordergrund. Durch Hatha-Yoga kann man konkret an den verspannten
Körperstellen, wie Nacken oder Rücken, arbeiten und den Kindern und Jugend-
lichen dadurch spürbar den Zusammenhang von diesen Verspannungen und der
übermäßigen Nutzung mobiler Endgeräte vor Augen führen. Dadurch können ein
Bewusstsein und eine Reflektion von Verhaltensweisen bei den Kindern und Ju-
gendlichen ausgelöst werden. Dies kann wiederum bewirken, dass Schüler_in-
nen Hatha-Yoga als sinnvoll erachten und regelmäßiger praktizieren.
Die Förderung von Selbstwahrnehmung und Achtsamkeitsfähigkeit führ dazu,
nicht nur sich selbst, sondern auch andere besser wahrnehmen zu können (Proß-
owsky, 2013, S. 7). Somit werden Sozialkompetenzen der Schüler_innen ge-
schult.

Ein allgemeines gesellschaftliches Problem ist es, dass sich Menschen, wenn
überhaupt, nur sehr kurz auf den Augenblick und das Hier-und-Jetzt konzentrie-
ren können. Die Atmung bei den Hatha-Yoga-Übungen kann helfen, Konzentra-
tion und Fokussierung beizubehalten und dem Problem entgegenzuwirken, Ge-
danken abschweifen zu lassen (Schöps, 2009, S. 218f.). Die Atemtechniken im
Hatha-Yoga können somit die Konzentrationsfähigkeit der Schüler_innen för-
dern.
Die geschulte Konzentrationsfähigkeit im Hatha-Yoga hat auch positive Auswir-
kungen auf die Identitätsbildung. In den Übungen befasst man sich, im Gegen-
satz zu der oben beschriebenen modernen Freizeitgestaltung der Kinder und Ju-
gendlichen, nur mit sich selbst und Beobachtungen anderer oder Vergleiche mit
anderen fallen weg. Zudem erfolgt die Befassung mit der eigenen Identität in der
realen Welt und nicht wie bei der medialen Nutzung in der virtuellen Welt,
wodurch die beiden Welten voneinander getrennt werden und nicht ineinander
überfließen. Hatha-Yoga bietet somit Kindern und Jugendlichen eine zu ihrem
Alltag gegensätzliche Möglichkeit sich mit Identität zu befassen.

17
Die Atmung nimmt im Hatha-Yoga allgemein eine wichtige Rolle ein und bietet
daher Schüler_innen eine enorme Chance. Längeres Sitzen und Bewegungs-
mangel wirken sich negativ auf die Atmung aus (Salbert, 2017, S. 47). So geraten
Schüler_innen durch langes Sitzen, schlechte Körperhaltung und dem, im zwei-
ten Kapitel beschriebenen, Druck und Stress in eine schnelle und flache Atmung,
da ihre Atemhilfsmuskeln verspannen und unbeweglich geworden sind (ebd.).
Hinzu kommt, dass durch enganliegende Kleidungsstücke der Bauchbereich ein-
gedrückt wird (ebd., S. 47). Dadurch kann sich das Zwerchfell nicht gut bewegen,
was eine flache Brustatmung hervorruft (ebd.). Diese flache Atmung bewirkt ei-
nen zerstreuten, unkonzentrierten und angespannten Geist (Schöps, 2009, S.
218). Hatha-Yoga bietet somit die Möglichkeit Schüler_innen „richtiges“ Atmen
beizubringen und ihnen an konkreten Situationen aus ihrem Alltag aufzuzeigen,
in welche „falsche“ Atmung sie verfallen. Zudem können, wie bereits erwähnt,
Atemtechniken beigebracht werden, die den Atem wieder in einen natürlichen
Fluss führen, wodurch Nervosität und Stress gemindert werden, was sich wieder
beruhigend und somit gesundheitsfördernd auf den_die Schüler_in auswirkt.

Im Hatha-Yoga sind Entspannungsphasen bedeutsam. Dies ist ein wichtiger


Punkt für Schüler_innen, da sie im Alltag mit vielen Reizen konfrontiert werden
und, wie zuvor erwähnt, von Aktivität zu Aktivität eilen und somit nur selten in
entspannten und ruhigen Momenten weilen. Auch das ständige onlinesein führt
dazu, dass Momente der Ruhe nicht mehr stattfinden. Stück (2011) empfiehlt,
dass in jede Unterrichtsstunde etwas Zeit für Entspannung eingeplant werden
sollte (Stück, 2011, S. 58). Dazu eignen sich Atemmeditationstechniken, Phan-
tasiereisen oder das Einüben von palliativ-emotionalen Coping Techniken, die in
Belastungssituationen, wie beispielsweise Klassenarbeiten oder auch Konfliktsi-
tuationen, eingesetzt werden können (ebd.). Entspannungsphasen öffnen den
Weg zum Unterbewusstsein, verbessert die Wirkung von Affirmationen, verhin-
dern Energieverlust und vertiefen das mentale Training (Baumann, 2015, S. 112).
Entspannungsphasen im Unterricht bieten Schüler_innen eine Verschnaufpause,
nach der besser und aufmerksamer gelernt werden kann.
Die Idee aus dem Hatha-Yoga, dass Entspannungsphasen genauso wichtig sind
wie Anspannungs-, beziehungsweise im Schulkontext, Lernphasen, werden im

18
Schulalltag viel zu wenig beachtet. Hatha-Yoga bietet die Möglichkeit das Be-
wusstsein für die Wichtigkeit von Entspannungsphasen zu schärfen und in den
Unterrichtsalltag zu integrieren.

5. Hatha-Yoga in der Schule unter sportpädagogischer Per-


spektive
In diesem Kapitel wird Hatha-Yoga im Schulalltag unter bestimmten sportpäda-
gogischen Ansichten betrachtet. Dabei wird der Gedanke aufgegriffen Bewegung
schulsportübergreifend in den Schulalltag zu integrieren. Darauf folgt, dass Be-
wegungserfahrung ein menschliches Bedürfnis ist, das somit in den Schulalltag
integriert werden muss. Zudem wird das Kerncurriculum der Schulform Sekun-
darstufe 1 und Grundschule im Fachbereich Sport unter Einbeziehung von
Hatha-Yoga betrachtet. Abschließend wird der Ansatz der Mehrperspektivität im
Sportunterricht, wieder mit Bezug auf Hatha-Yoga, aufgegriffen. Einleitung

Im pädagogischen Kontext von Schule und Unterricht ist Bewegung nicht nur im
Rahmen des Sportunterrichts wichtig, sondern sollte auch zu der Gestaltung des
gesamten Schul- und Unterrichtsalltags dazugehören (Laging, 2017, S. 12). „Ne-
ben der Bedeutung von Bewegung im Kontext von Gesundheit kommen günstige
psychosoziale Einflüsse, wie zum Beispiel Stärkung des Selbstvertrauens, der
Selbstwirksamkeit, der Kognition etc. hinzu“ (Ferrari & Graf; 2019, S. 81). Durch
Bewegung erleben Schüler_innen ihre körperliche Existenz, ihre subjektive Per-
spektive, durch die sie wiederum die Selbst- und Weltwahrnehmung verstehen
können (Laging, 2017, S. 7f.). Somit ist Bewegung ein wichtiger Bestandteil im
Schulalltag von Schüler_innen, der ausgebaut und Sportunterrichtsübergreifend
angewandt werden muss. Hatha-Yoga kann hier ansetzen, da die verschiedenen
Asanas umfangreich sind und auf verschiedene Gegebenheiten angepasst wer-
den können. Dadurch ist die Hatha-Yoga-Praxis nicht an eine Sportumgebung
gebunden und kann in jede Unterrichtseinheit integriert werden. Auf diesen Punkt
wird im Verlauf noch ausführlicher eingegangen.

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Wir Menschen werden als „Mängelwesen“ geboren und kommen nicht mit voller
Lebens- und Handlungsfähigkeit auf die Welt (Bräutigam, 2003, S. 30). Der
Mensch ist entwicklungs- und lernbedürftig und gestaltet, bzw. verändert seine
Umwelt aktiv mit (ebd.). Dieses menschliche Bedürfnis „gilt uneingeschränkt
auch für die Bewegungsentwicklung“ (ebd.). Das bedeutet, dass die Bewegungs-
fähigkeit erlernt und immer wieder gefördert werden muss (ebd.). Aus pädagogi-
scher Sicht sind neue Bewegungserfahrungen nicht nur wünschenswert, sondern
notwendig und lebenswichtig (ebd.). Daher ist es die pädagogische Pflicht, die
Körper- und Bewegungserfahrungen der heranwachsenden Schüler_innen an-
zuregen und notwendige Bewegungsfertigkeiten auszubilden (ebd., S. 31). Durch
Hatha-Yoga können Schüler_innen neue Bewegungserfahrungen machen, die
sie aus dem bisherigen Sportunterricht nicht kannten.
Zu diesen körperlichen Grunderfahrungen gehören Anstrengung, Belastbarkeit,
Ermüdung aber auch Entspannung (Baschta & Gießing, 2008, S. 416). Hier sol-
len Schüler_innen erleben, dass Trainingsbelastungen nicht nur anstrengend,
sondern auch entspannend sein können (ebd.). Es soll die Erkenntnis entstehen,
dass körperliche Leistungsfähigkeit durch Ruhephasen aktiv beeinflusst und ver-
bessert werden und sich das persönliche Wohlbefinden dadurch steigern lässt
(ebd., S. 416f.). Diese Idee der Wechselbeziehung zwischen An- und Entspan-
nung wird in der Hatha-Yoga-Praxis angewandt.

Mit Blick auf das niedersächsische Kerncurriculum für die Schulformen des Se-
kundarbereichs 1 und der Grundschule im Fachbereich Sport fällt auf, dass eine
Zuordnung von Yoga für die inhaltsbezogenen Kompetenzbereiche:

• Spielen,
• Schwimmen-Tauchen-Wasserspringen,
• Turnen und Bewegungskünste,
• gymnastisch und tänzerisches Bewegen,
• Laufen-Springen-Werfen,
• Bewegen auf rollenden und gleitenden Geräten,
• Kämpfen

20
(Niedersächsisches Kultusministerium, 2017, S. 11; Niedersächsisches Kultus-
ministerium, 2006, S. 10).

nicht eindeutig vorgenommen werden kann.

Betrachtet man Yoga und die dazugehörigen Asanas als sportliches Hauptmerk-
mal, so wäre eine Zuordnung am ehesten unter dem Punkt „Turnen und Bewe-
gungskünste“ sinnvoll. Dieses Bewegungsfeld umfasst, laut Kerncurriculum des
Sekundarbereichs 1, unter anderem: das Erfahren außergewöhnlicher Bewe-
gungserlebnisse und den verantwortungsbewussten Umgang mit Wagnissituati-
onen (Niedersächsisches Kultusministerium, 2017, S. 18). Laut Kerncurriculum
der Grundschule beinhaltet das Bewegungsfeld Turnen und Bewegungskünste
Elemente wie: das Gestalten von Bewegungen und Kunststücken und das Halten
und Stützen des Körpergewichtes (Niedersächsisches Kultusministerium, 2006,
S. 13). Diese Elemente finden sich auch in der Praxis von Hatha-Yoga wieder:
Durch die verschiedenen Asanas lernen die Schüler_innen neue Körper- und Be-
wegungserfahrungen kennen. Außerdem werden viele Übungen durch Körper-
kraft gehalten. Die Schüler_innen lernen ihre körperlichen Grenzen, aber auch
Möglichkeiten kennen. Das Bewusstsein des eigenen Körpers wird durch Atem-
techniken verstärkt. Die beispielhaft erwähnten Elemente des Hatha-Yogas er-
füllen die Anforderungen des Bewegungsfeldes Turnen und Bewegungskünste.
Daher könnte Yoga im Sportunterricht an Schulen mit in dieses Bewegungsfeld
integriert werden.

Laut des Bildungsbeitrags soll der Sportunterricht dazu beitragen, dass die Per-
sönlichkeitsentwicklung und -stärkung der Schüler_innen gefördert und die
Freude an der Bewegung und am kontinuierlichem Sporttreiben geweckt wird
(Niedersächsisches Kultusministerium, 2017, S. 5). Dabei sollen alle Schüler_in-
nen unter folgenden pädagogischen Perspektiven den Sportunterricht erleben:

• Wahrnehmungsfähig verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern,


• Sich körperlich ausdrücken, Bewegungen gestalten,
• Etwas wagen und verantworten,
• das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen,
• Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln (ebd.)

21
Auch diese sportpädagogischen Anforderungen erfüllt die Praxis von Hatha-
Yoga. Mit den unterschiedlichen Asanas, wie bereits erwähnt, lernen die Schü-
ler_innen ihren Körper mit seinen Möglichkeiten und Grenzen kennen. Durch die
neuen Bewegungserfahrungen der Asanas, kommt es zu einer neuen und erwei-
terten Wahrnehmung des eigenen Körpers. Eine regelmäßige Praxis kann dafür
sorgen, dass es zu positiven körperlichen und motorischen Veränderungen
kommt. Dadurch können körperliche Beschwerden (wie Rückenschmerzen) ge-
lindert und die Gesundheit gefördert werden. Hatha-Yoga kann auch ein allge-
meines Gesundheitsbewusstsein bei den Schüler_innen hervorrufen, da sich
Yoga allgemein mit einem gesunden Lebensstil befasst.

In Asanas wie z. B. der Krähe


(Bakasana) können Inhalte von „etwas
wagen und verantworten“ mit einge-
baut werden. Hier versuchen die Schü-
ler_innen zunächst mit Hilfsmaterialen
(z. B. einem Block und Kissen) ihr ge-
samtes Körpergewicht auf ihre Arme Abb. 5: Die Yoga Krähe (Bakasana) mit Hilfs-
zu stützen. mitteln (Morrison, 2020)

Das Kerncurriculum des Faches Sport für den Sekundarbereich 1 sieht das pä-
dagogische Potenzial des Faches in einer „Kompetenzentwicklung durch körper-
lich-motorische, sozial-emotionale und kognitive Bildungsprozesse“ und legt un-
ter einer inklusiven Perspektive nahe „Sportunterricht mehrperspektivisch zu be-
trachten“ (Niedersächsisches Kultusministerium, 2017, S. 5). Sportunterricht soll
somit von unterschiedlichen Seiten betrachtet werden, da Schüler_innen durch
Sportunterricht von verschiedenen pädagogisch bedeutsamen Elementen profi-
tieren (Kurz, 2010, S. 57).
Diese Idee der Mehrperspektivität wurde in den 60er Jahren von dem Sportpsy-
chologen Kenyon in sechs Dimensionseinstellungen zusammengefasst (Kurz,
1992, S. 15). Zu diesen Dimensionen gehören unter anderem, dass Sport den
Reiz ausmacht, dass es gesund und fit hält, spannend sein kann, ein Feld ästhe-
tischer Erfahrungen sein und man sensationelle Bewegungserfahrungen er-
schließen kann (ebd.). Die Aufgabe eines_einer Sportpädagoge_in ist es dabei,

22
sich zu fragen, was den Schüler_innen langfristig guttut und welche Entwicklun-
gen gefördert werden können, damit die Lebensgestaltung aufgewertet wird
(ebd.). Dietrich Kurz (1992) hat an die Dimensionen von Kenyon angeknüpft und
den mehrperspektivischen Sinn des Sports durch eine Unterscheidung von sechs
Sinnperspektiven vorgeschlagen (ebd.). Diese Perspektiven setzen sich aus
Leistung, Spannung, Eindruck, Gesundheit, Ausdruck und Miteinander zusam-
men (ebd.).
Ziel ist es, dass die Schüler_innen handlungsfähig werden, was bedeutet, dass
Schüler_innen aus ihren Erfahrungen wissen, dass eine aktive Teilnahme am
Sportunterricht einen Sinn/Mehrwert für ihr Leben bedeutet (Kurz, 1992, S. 16).
Die inklusive Perspektive Sportunterricht mehrperspektivisch zu betrachten steht
im Einklang mit der Lehre von Hatha-Yoga. Bei der Praxis von Hatha-Yoga geht
es, wie in Kapitel 4 erwähnt, um die Verbindung von Atem, Bewegung, Wahrneh-
mung, Entspannung, Anspannung und Motivation. Es geht darum sich und sei-
nen Körper mit allen Grenzen und Möglichkeiten kennenzulernen. Es geht um
den Aspekt Gesundheit sowohl auf körperlicher, geistiger, seelischer, emotiona-
ler und zwischenmenschlicher Ebene zu erfahren. Hatha-Yoga verkörpert also
den sportpädagogischen Ansatz der Mehrperspektivität.

Das folgende Kapitel stellt Asanas vor, die im Sportunterricht wie auch im Schul-
alltag angewendet werden können. Diese Beispiele sind jedoch nur ein kleiner
Teil aus der Vielfalt der Asanas, die je nach Schulform und Zusammensetzung
der Klasse/Gruppe angewandt werden können.

6. Praktische Anwendungen von Asanas

In diesem Kapitel werden Hatha-Yoga-Übungen beschrieben, die sich sowohl im


Klassenraum als auch im Sportunterricht realisieren lassen. Wie im vorherigen
Kapitel erwähnt wurde, ist es unter sportpädagogischer Perspektive wichtig, Be-
wegung nicht nur im Sportunterricht, sondern im gesamten Unterrichtsalltag zu

23
integrieren. Im Folgenden werden beispielhaft Übungen aus dem Hatha-Yoga
vorgestellt, die diese Möglichkeit bieten.

6.1 Achtsamkeitsübung
Zu Beginn einer Unterrichtsstunde sollten alle Schüler_innen in Ruhe ankommen
und einem Ritual folgen (Sriram & Becker-Oberender, 2015, S. 179). Hier bietet
sich eine Asana als Achtsamkeitsübung an, die das bewusste Wahrnehmen von
An- und Entspannung beinhaltet. Eine mögliche Achtsamkeitsübung ist die

Namasté-Haltung (Begrüßungs- und Verab-


schiedungsgeste im Yoga). Hier legen die
Schüler_innen ihre Handflächen mit gespreiz-
ten Fingern auf Höhe des Brustkorbes anei-
nander. Mit der Einatmung drücken sie ihre
Handflächen fest aneinander und mit der Aus-
atmung lösen sie den Druck von den Händen. Abb. 6: Achtsamkeitsübung: Na-
masté-Haltung
Durch diesen Vorgang werden die Gedanken
(Proßowsky, 2013, S. 13).
beruhigt und die Konzentration und Achtsam-
keit gesteigert (Proßowsky, 2013, S. 23). Außerdem kann diese Übung von Stö-
rungen, Konflikten und unangenehmen Gedanken ablenken und wiederum die
Lernfähigkeit verbessern (Baumann, 2015, S. 117). Die Schüler_innen lenken
ihre Gedanken auf den Ablauf der Bewegungsform und den Atem, wodurch sie
zur Ruhe kommen (Bannenberg, 2013, S. 12). Somit eignet sich diese Achtsam-
keitsübung als Einstiegsritual für Unterrichtsstunden.

6.2 Atemübungen
Für die Atemarbeit bei Kindern und Jugendlichen gibt es im Vergleich zum Er-
wachsenenyoga noch keine fundierten und allgemeingültigen Erkenntnisse
(Stück, 2013, S. 46f.). Daher wird empfohlen, eine Atemtechnik wie Ujjayi erst
bei Kindern ab dem 11.-12. Lebensjahr durchzuführen (ebd.). In diesem Alter
lässt die Hirnentwicklung es zu, den Atemrhythmus willentlich zu steuern (ebd.).
Kinder unter 11 Jahren sollten den Atem daher natürlich durch Mund oder Nase
fließen lassen und können über spielerische Wissensvermittlung, wie zum Bei-
spiel die Gorilla-Atmung (leichtes Klopfen auf den Brustkorb und "Uuuaaaah" ru-
fen), an die bewusste Atmung herangeführt werden (Salbert, 2017, S. 56). Es

24
muss darauf geachtet werden, dass das Klopfen auf den Brustkorb achtsam und
vorsichtig abläuft (ebd.).
Eine weitere Übung kann mit einem Sandsäckchen, vor einem Aufwärmungslauf,
durchgeführt werden. Dieses legen sich die Schüler_innen auf den Bauch und
beobachten es während der Ein- und Ausatmung (ebd., S. 52). Nach Verausga-
bung durch den Lauf wird das Sandsäckchen erneut auf den Bauch gelegt und
reflektiert welche Veränderungen festzustellen sind (ebd.).

6.3 Aufwärmübungen
Bevor der Sportunterricht beginnt, sollte der Körper erst einmal erwärmt und auf-
gelockert werden. Dazu bieten sich verschiedene Übungen aus dem Hatha-Yoga
an:

Es kann ein Schulter-Warm-Up praktiziert


werden. Das Kreisen der Schultern oder
das bewusste Heranziehen der Schultern
zu den Ohren (einatmen) und wieder lock-
erlassen (ausatmen) ist eine gute Aufwärm-
übung (Proßowsky, 2013, S. 12f.). Es lo-
ckert und entspannt die Schultern, die oft-
mals durch langes oder falsches Sitzen an- Abb. 7: Schulter-Warm-Up
und verspannt sind. (Proßowsky, 2013, S.13).

Eine weitere Aufwärmübung ist die volle Streckung des gesamten Körpers. Dabei
werden die Arme mit der Einatmung weit nach oben gestreckt und die Fersen
lösen sich vom Boden, sodass nur noch die Zehen den Boden berühren. Dadurch
kommt Bewegung in die Wirbelsäule und die Fuß- und Armgelenke werden akti-
viert. Mit der Ausatmung sinken die Arme und Fersen wieder auf den Boden.
Sollten die Schüler_innen hierbei Gleichgewichtsprobleme bekommen, hilft eine
Fokussierung auf einen festen Punkt. Hilft dies nicht, können als Variation wäh-
rend der Übung die Fersen auf dem Boden bleiben und die Streckung vollzieht
sich mit der Einatmung durch das Heben der Arme. Somit kann diese Übung mit
Schüler_innen durchgeführt werden, die unterschiedliche Bewegungsfähigkeiten
haben.

25
Ein Vorteil der Asana-Übungen im Allgemeinen ist, dass diese auf unterschiedli-
che Fähigkeiten der Schüler_innen angepasst werden und verschiedene Variati-
onen angeboten werden können, wodurch jede_r Schüler_in einbezogen werden
kann.
Bei den Aufwärmübungen können Yoga-Karteikarten verwendet werden, die die
einzelnen Übungen zeigen und erklären (Proßowsky, 2013, S. 9). Hier können
einzelne Schüler_innen eine Karte ziehen, die Übung erklären und vorzeigen und
die anderen Schüler_innen machen die Übung nach, beziehungsweise mit.

Diese beschriebenen Aufwärmübungen können auch als Erholungsphase, au-


ßerhalb des Sportunterrichts, in den Unterrichtsalltag integriert und mit den Schü-
ler_innen durchgeführt werden.

6.4 Partner_innenübungen
Auch können im Hatha-Yoga Partner_innenübungen durchgeführt werden. Die
Schüler_innen stehen sich gegenüber und spiegeln die jeweilige Übung von sei-
nem_ihrem Partner_in wider. Eine konkrete Beispielübung hierfür ist eine Vorbe-
reitungsübung (genannt „Sternschnuppe“) für den dritten Krieger (Virabhadra-
sana). Dabei geht es um die Aufrichtung und Dehnung des Körpers, in der auch
eine bewusste Vertiefung des Atems stattfinden soll (Proßowsky, 2013, S. 37).
Die Übung fördert auch die Körperkoordination und das Gleichgewicht (ebd.).

26
Für die „Sternschnuppe“ stehen die beiden Part-
ner_innen circa ein bis zwei Meter voneinander ent-
fernt. Dabei werden im Stand (beide Füße berühren
noch den Boden) mit der Einatmung beide Arme
angehoben und mit der Ausatmung beugt sich der
Oberkörper und die Arme nach vorne (Handflächen
der Partner_innen berühren sich) und das
rechte/linke Bein hebt sich vom Boden und wird
nach hinten ausgestreckt. Dabei neigt sich der Abb. 8: Vorbereitende Form
von Virabhadrasana.
Rumpf und die Zehen des ausgestreckten Beins
Von Petra Proßowsky benannt
ziehen zum Schienbein (Proßowsky, 2013, S. 69).
mit dem Namen
Die Schüler_innen sollen eine feste Körperspan- "Sternschnuppe" (Proßowsky,
nung aktivieren und die Position für ungefähr zehn 2013, S. 45).

Sekunden halten, bevor sie die Seiten wechseln und die Übung erneut durchfüh-
ren (ebd., S. 37). Je nach Altersstufe atmen die Schüler_innen während der
Spannungsphase ruhig und langsam durch Mund/Nase weiter oder in der soge-
nannten Ujjayi-Atmung, die in Kapitel 4 beschrieben wurde. Für Schüler_innen,
mit Gleichgewichtsproblemen gibt es wieder eine Variation, bei der die Zehen
des ausgestreckten Beines auf dem Boden aufgesetzt bleiben (ebd.).

6.5 Der Sonnengruß (Sūrya Namaskāra)


Der Sonnengruß besteht aus einer Aneinanderreihung von Bewegungen (Asa-
nas), die mit dem Atem (Pranayama) verbunden werden. Elemente aus dem
Sonnengruß können herausgenommen werden und im Klassenzimmer, auch auf
engerem Raum und beschränkterer Zeit, in den Unterrichtsalltag integriert wer-
den. Der Sonnengruß kann aber auch als Ganzes im Sportunterricht angewandt
werden.
Die Beschreibung des gesamten Ablaufs des Sonnengruß würde den vorgege-
benen Rahmen dieser Bachelorarbeit sprengen. Da der Sonnengruß aber ein
wichtiges Element des Hatha-Yogas ist und somit erwähnt werden muss, wird
hier in einer Abbildung eine anfängerfreundliche Variante des gesamten Sonn-
engruß mit den jeweiligen Phasen der Ein- und Ausatmung darstellt.

27
Abb. 9: Sonnengruß, Weiß=Ausatmung, Blau=Einatmung (Sonner, 2020)

7. Zugänglichkeit, Chancen und Barrieren

Hatha-Yoga kann Kindern und Jugendlichen mit didaktisch-methodischen Merk-


malen gut zugänglich gemacht werden (Stück, 2011, S. 58). Hatha-Yoga, das
seinen Ursprung im östlichen Kulturkreis hat, kann auf die Kinder und Jugendli-
chen aufgrund der Andersheit und Neuheit interessant wirken (ebd.). Hatha-Yoga
enthält kulturelle Merkmale, die den Kindern und Jugendlichen nicht bekannt
sind. Somit kann ihr Interesse, wie auch das Bewusstsein für fremde/andere Kul-
turen über Bewegung und Ausführung von Hatha-Yoga-Übungen geweckt wer-
den. Durch einen erlebnisorientierten Charakter, der Körper und Atemübungen
verbindet, kann bei den Kindern und Jugendlichen Spaß am Üben ausgelöst wer-
den (ebd.). Wie bereits erwähnt, stammen die Asanas des Hatha-Yogas unter-
anderem aus der Tier- und Pflanzenwelt ab. Diese greifbaren Bilder und die
Nachahmung durch körperliche Bewegungen, wie auch Tierlaute, können beson-
ders bei den Kindern Freude auslösen (ebd.). Während Kinder durch beispiels-
weise die Tier-Asanas (Kuh, Katze, Löwe, usw.) schnellen Zugang zu Yoga fin-
den, ist dies bei Jugendlichen schwieriger. Sie können in ihrer Entwicklungs-
phase schnell gelangweilt, abgeneigt und verschlossen sein (Vollmer, 2020). In
der Zeit der Pubertät erfahren die Jugendlichen einen erheblichen Veränderungs-
prozess von Körper und Psyche. Der Körper produziert bei den Mädchen und
Jungen Hormone wie Östrogen und Testosteron (Sriram & Becker-Oberender,

28
2015, S. 174f.). Dadurch kommt es zu Wachstum, der gerade bei Jungen Schub-
weise von sich gehen kann (ebd.). Auch bilden die Jugendlichen ihre eigene Iden-
tität aus. In diesem Zeitabschnitt ist es besonders wichtig einen intensiven und
einfühlsamen Umgang mit den Jugendlichen zu finden, was aber genau in dieser
Zeit besonders schwer sein kann (ebd.). In dieser turbulenten Zeit kann es be-
sonders schwierig sein, Jugendliche für die speziellen und kulturfremden Ele-
mente des Hatha-Yogas zu begeistern. Daher ist es zu Beginn der Yoga-Einheit
wichtig, einen guten Kontakt zu jugendlichen Schüler_innen herzustellen. So
kann Vertrauen und eine gute Umgangsform miteinander aufgebaut werden. Ge-
rade Jugendliche profitieren während der Pubertätsphase von Hatha-Yoga, da
sich die Asanas positiv auf die körperliche und geistige Balance auswirken (Proß-
owsky, 2013, S. 5). Somit ist es auch für diese Altersgruppe wichtig einen Zugang
zu Hatha-Yoga zu schaffen. Eine mögliche Hilfestellung Jugendlichen Hatha-
Yoga schmackhaft zu machen, könnte die Übermittlung von der Information sein,
dass auch prominente Menschen wie Rihanna, Heidi Klum oder Daniel Craig
Yoga praktizieren und davon begeistert sind (Proßowsky, 2013, S. 5).
Auch Interessensgebiete der Schüler_innen können mit Hatha-Yoga in Zusam-
menhang gebracht werden und darüber einen Zugang ermöglichen. Bei vielen
Schüler_innen ist das Interesse an Fußball groß. Hier können Parallelen zum
Hatha-Yoga hergestellt werden. Ein_e Profifußballer_in hat beispielsweise nicht
nur eine gute Kondition und ein gutes Ballgefühl, er_sie besitzt auch eine hohe
Konzentrationsfähigkeit und ist konstant aufmerksam, um jede Spielsituation
richtig einzuschätzen und in Stresssituationen handeln zu können (Vollmer,
2020). Auch müssen Profifußballer_innen immer positiv bleiben, auch wenn
der_die Gegner_in stärker ist und der Sieg aussichtslos scheint (ebd.). In der
deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist Yoga ein Teil der Trainingseinheiten,
um unteranderem das Verletzungsrisiko einzudämmen (Stork, 2015).
Auch bei anderen Interessensgebieten wie dem Reiten und Ballett, lassen sich
Gemeinsamkeiten zu Hatha-Yoga feststellen. Reiten, wie auch Ballett erfordern
ein hohes Maß an Konzentration, Fokussierung, Körpergefühl und Körperspan-
nung (Vollmer, 2020). Alles Elemente, die sich im Hatha-Yoga widerfinden.
Durch diese Interessensbezüge ist es möglich Kindern und Jugendlichen den
Zugang zu Hatha-Yoga zu erleichtern.

29
Im Vergleich zu anderen Schulsportarten, wie zum Beispiel Leichtathletik, kommt
es beim Hatha-Yoga auf keine festen oder vergleichbaren Vorgaben, wie Höhe
oder Schnelligkeit, an. Das bietet allen Schüler_innen und Lehrkräften die Mög-
lichkeit etwas Abstand zu dem leistungs- und notenorientierten Schulsystem zu
bekommen. Soll der Hatha-Yoga-Unterricht bewertet werden oder mit in die Be-
wertung einfließen, können Entwicklungen der Schüler_innen festgehalten wer-
den. Die Lehrkraft beobachtet die körperlichen und motorischen Veränderungen
und Fortschritte der Schüler_innen und bewertet anhand dessen. Dadurch hat
jede_r Schüler_in die Chance, für seine_ihre Verhältnisse und Möglichkeiten eine
faire Bewertung zu erhalten, die unabhängig von festen Richtlinien zustande
kommt. Gerade für Schüler_innen mit körperlichen Einschränkungen kann
Hatha-Yoga ein riesiges Potenzial entfalten. Dadurch wird auch der Vergleich
und das Messen untereinander eingedämmt. Jede_r Schüler_in befasst sich mit
seinem_ihrem Körper, wodurch das Körperbewusstsein gestärkt wird. Bei regel-
mäßiger Praxis von Hatha-Yoga lassen sich Fortschritte erkennen, die wiederum
motivierend wirken und somit ein positives Körpergefühl auslösen (Proßowsky,
2013, S. 6). So wird jede_r Schüler_in in seinem_ihrem Können bestärkt und
sportliche Demotivationen aufgrund unterschiedlicher Leistungsfähigkeiten ein-
geschränkt.

Bei Hatha-Yoga ist es besonders wichtig, dass die Übungen an die Fähigkeiten
der Schüler_innen angepasst ausgeführt werden. Von diesem Aspekt können,
wie eben dargestellt, Kinder und Jugendliche profitieren, stellt aber die Lehrkräfte
vor Schwierigkeiten. Die Praxis von Hatha-Yoga sollte von den Lehrkräften so
gestaltet werden, dass sie dem jeweiligen Entwicklungsschritt der Kinder und Ju-
gendlichen angepasst ist (Sriram & Becker-Oberender, 2015, S. 21). Ab dem 11.
Lebensjahr steigt die Zunahme der Muskelkräfte bei Jungen schneller als bei
Mädchen (Rogge, 2015, S. 69). Das bedeutet, dass in der Yoga-Praxis Variatio-
nen angeboten werden sollten, die eine Asana in schwerer und leichterer Aus-
führung ermöglicht (Bannenberg, 2013, S. 12). Im Schulalltag ist es unrealistisch
Sporteinheiten individuell auf jede_n einzelne_n Schüler_in abzustimmen.
Die Gruppengröße sollte bei Hatha-Yoga-Unterricht die Anzahl von sechs bis
acht Schüler_innen nicht überschreiten (Sriram & Becker-Oberender, 2015, S.

30
170; Stück, 2013, S. 43). Bei einer größeren Gruppe kann die Lehrkraft überlastet
werden, da beim Hatha-Yoga Vorgänge parallel und aufeinanderfolgend ablau-
fen, die kontrolliert und korrigiert werden müssen (Stück, 2013, S. 43), anderen-
falls können die Ziele des Hatha-Yogas nicht erreicht werden (Sriram & Becker-
Oberender, 2015, S. 170). Diese Klassengrößen sind in Deutschland jedoch nur
selten der Fall, wodurch eine Umsetzung von Hatha-Yoga im Sportunterricht und
somit eine feste Verankerung im Kerncurriculum angezweifelt werden muss.

Bei Hatha-Yoga ist es wichtig, den Kindern und Jugendlichen alle Vorgehenswei-
sen langsam und verständlich zu erklären, da die parallel ablaufenden Vorgänge
von Körperbewegungen und Atmung, insbesondere am Anfang, komplex sein
können. Schüler_innen könnten gerade am Anfang überfordert sein. Es impli-
ziert, dass es eine aufwendigere Vorbereitungszeit benötigt als bei anderen
Sportarten, die leichter im Sportunterricht umzusetzen sind. Diese Heranführung
von Schüler_innen an das Hatha-Yoga ist aber notwendig, um Fehler verhindern
und körperliche Risiken vermeiden zu können.
Auch benötigt es eine gewisse Zeit und Praxis, um die Asanas und Atemvor-
gänge miteinander verbinden zu können. So sollten beispielsweise bei dem
Sonnengruß erst die Bewegungsabläufe der Asanas geübt werden, bevor die
Atemführung hinzukommt (Bannenberg, 2013, S. 51). Auch schwerere Asanas
benötigen Vorübungen, bevor diese überhaupt ausgeführt werden können. Es
benötigt Zeit und Übung und somit Geduld, um Yoga in seiner Fülle umsetzten
zu können. Dies könnte demotivierend auf die Schüler_innen wirken.

Erfahrungen von Hatha-Yoga können bei Kindern und Jugendlichen ganz unter-
schiedlich ausfallen. Schüler_innen sollte genügend Zeit zur Selbstreflexion ge-
geben werden, damit neue Erfahrungen analysiert und eingeordnet werden kön-
nen. Dies kann mit Hilfe von Stundennotizen oder Lerntagebüchern verschriftlicht
werden (Schäfers, 2015, S. 8). Um Hatha-Yoga also sinnvoll zu unterrichten ist
eine Vor- und Nachbereitungsphase notwendig. Auch empfiehlt es sich zum
Ende einer Praxisstunde einen Entspannungsteil mit einzubauen. Die Endent-
spannung ist für das Wohlbefinden des Körpers und des Geistes ein wichtiger
Aspekt (Proßowsky, 2013, S. 6). Dabei können die Gedanken, Emotionen und

31
der beanspruchte Körper zur Ruhe kommen und regenerieren. Entspannungs-
musik und Entspannungsgeschichten können dabei ebenfalls von Nutzen sein,
um den Fokus auf die betreffenden Körperregionen zu lenken und diese bewusst
zu lockern (ebd.).

Eine positive Eigenschaft von Hatha-Yoga im Schulalltag ist die einfache prakti-
sche Anwendung. Für die Hatha-Yoga-Übungen werden wenige Materialien be-
nötigt, wodurch der Kosten- und Beschaffungsaufwand gering ausfallen. Es wird
lediglich eine Sportmatte und gegebenenfalls Hilfsmaterialien wie Blöcke und
Gurte benötigt. Diese Materialien können auch in anderen Sporteinheiten ver-
wendet werden und sollten somit im Sportbestand der Schulen vorhanden sein.
Einige Hatha-Yoga-Übungen benötigen keine Materialien, nicht viel Platz und
sind mit geringem Zeitaufwand verbunden. Zudem können ausgewählte Hatha-
Yoga-Übungen auch ohne Sportbekleidung bequem durchgeführt werden. Diese
Übungen können ohne Aufwand jederzeit in den Unterrichtsalltag integriert wer-
den. Hatha-Yoga bietet die Chance Bewegung in den Schul- und Unterrichtsall-
tag zu integrieren.

Dennoch bestehen Barrieren Hatha-Yoga in den Schulalltag zu integrieren. In


Kapitel fünf wurde festgestellt, dass im Kerncurriculum für die Schulformen des
Sekundarbereichs 1 und der Grundschule im Fachbereich Sport keine Zuord-
nung von Yoga in die inhaltsbezogenen Kompetenzbereiche vorgesehen ist. An-
schließend wurde eine mögliche, dennoch nicht klare, Zuordnung diskutiert. Dies
erschwert die Einführung von Hatha-Yoga-Übungen in den Schulalltag.

Für die Praxis von Hatha-Yoga werden qualifizierte Lehrkräfte benötigt. Um dies
unterrichten zu können ist Fachwissen erforderlich. Das macht das Beispiel der
Atemübungen für Kinder- und Jugendliche aus dem Kapitel 6.2 deutlich. Auch
mit Blick auf den körperlichen Wachstum der Kinder und Jugendlichen muss da-
rauf geachtet werden, dass nicht jede Asana für jede Altersstufe sinnvoll ist
(Stück, 2011, S. 87). Auch bei der Haltungsdauer der Asanas sollte bei Kindern
und Jugendlichen eine andere Zeitspanne eingehalten werden als bei Erwach-
senen, da das Herz-Kreislauf-System im Vergleich viel kleiner ist (Bannenberg,

32
2015, S. 12). Dadurch tritt die Wirkung der Asanas bei Kindern und Jugendlichen
schneller ein als bei Erwachsenen (ebd.). Extreme Dehnungen, Haltungen und
Wirbelsäulenbelastungen sollten stets vermieden werden (Stück, 2011, S. 87).
All diese Punkte müssen beachtet werden, wenn Hatha-Yoga für Kinder und Ju-
gendliche unterrichtet wird. Die Gestaltung eines altersgerechten Yoga-Unter-
richts ist somit nicht einfach.
Jede Unterrichtsstunde muss gut durchdacht und gut vorbereitet werden, was mit
viel Aufwand für die Lehrkräfte verbunden ist. Jede_r Schüler_in, der sich neu
dem Übungssystem Hatha-Yoga zuwendet, benötigt fachkundige Führung
(Luchs, 1970, S. 13). Erst mit viel praktischer Erfahrung kann Hatha-Yoga von
den Schüler_innen eigenständig angewandt werden, da es sonst zu falschen Be-
wegungen kommt, die körperliche Schäden anrichten können (ebd.).
Dazu muss gesagt werden, dass bei der Yogalehrer_inausbildung Yoga im All-
gemeinen gelehrt wird. Möchte man also Kinder und Jugendliche in Yoga unter-
richten kann eine zusätzliche Ausbildung absolviert werden oder die Lehrkraft
selbst muss sich ausführlich mit dem Thema Kinder- und Jugendlichen-Yoga be-
fassen.

33
Schlussbemerkungen

Im Schulkontext fehlen Hilfsangebote und Methoden, die zur Palliation beitragen


(Stück, 2011, S. 9). Schule und Unterricht sind Orte, an denen Prozesse der
Selbstsuche, des Verstehens und der Reflexion über den Lebensalltag themati-
siert werden müssen (Laging & Kuhn, 2018, S. 1). Diese Prozesse können durch
den Einsatz von Bewegung begleitet, beziehungsweise ausgebaut werden.

Aufgrund der eingeschränkten Gruppengröße und das erforderliche Fachwissen


seitens der Lehrkräfte ist es schwierig Hatha-Yoga im Schulalltag anzuwenden.
Diese Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um Hatha-Yoga sinnvoll einsetz-
ten zu können.

34
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Eidesstattliche Erklärung

Ich erkläre an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne
fremde Hilfe verfasst, andere als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht
benutzt und die den benutzten Quellen wörtlich und inhaltlich entnommenen Stel-
len als solche kenntlich gemacht habe.

Hildesheim, 19.03.2020

Matteo Isermann

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