Sie sind auf Seite 1von 14

Deutsche Sprachgeschichte

2020/21.
Literatur:

Tomislav Talanga: „Einführung in die Geschichte


der deutschen Sprache“, Sveučilište in Osijek,
2006, Osijek
Themen des Kollegs
0. Gegenstand und Aufgaben der Sprachgeschichte
Sprache und Sprachwandel
Sprachgeschichte – Historische Grammatik

A. Zur Vorgeschichte der deutschen Sprache


I. Das Indoeuropäische

I.1. Sprachtypologie und Sprachverwandtschaft


I.2. Anfänge der indoeuropäischen Philologie
I.3.. Indoeuropäische (indogermanische) Sprachgruppen
I.4. Satem-Kentum Sprachen
I.5. Der zeitliche Ansatz und die Urheimat des indoeuropäischen Urvolkes

II. Das Germanische

II.1. Das germanische Altertum


II.2. Sprachkontakte zwischen dem Germanischen und dem Romanischen
II.3.1. Die germanische Schrift – Runen
II.3.2. Ausdrücke aus der Runenkunde
II.4. Die Verschriftung der germanischen Sprachen
B. Zur Entwicklung der deutschen Sprache

III. Das Althochdeutsche – die Verschriftung der deutschen Sprache

III.1. Zur geschichtssprachlichen Begriffsbestimmung und


Periodisierung der deutschen Sprache
III.2. Sprachliche Neuerungen des Althochdeutschen
III.3. Germanisch-romanische Neuerungen

III.4. Das Aufkommen der Bezeichnung deutsch


III.5. Christianisierung des deutschen Wortschatzes
III.6. Das althochdeutsche Schrifttum
IV. Das Mittelhochdeutsche - die Blütezeit der deutschen Schriftlichkeit

IV.1. Sprachliche Neuerungen des Mittelhochdeutschen


IV.2. Französische und andere Einflüsse im Mittelalter

IV.3. Die Blütezeit der deutschen Schriftlichkeit


IV.4.1. Sprachliche Leistungen der deutschen Mystik und Scholastik
IV.4.2. Deutschsprachige Predigten

V. Das Frühneuhochdeutsche – Ausgleichsprozesse

V. 1. Begriffsbestimmung - Die Rückkehr zum Schreibdialekt


V. 2. Sprachliche Neuerungen des Fnhd. gegenüber dem Mhd.
V. 3. Ostdeutsche Kolonisation – ostmitteldeutsche Verkehrssprache
V. 4. Das Aufblühen der Städte im deutschsprachigen Raum
V. 5. Universitäten im deutschsprachigen Raum
V. 6. Urkunden
V. 7. Kanzleitätigkeiten
V. 8. Das Gemeine Deutsch oder das Meißnische Deutsch ?
V. 9. Luthers sprachliche Leistungen

V.10. Wirkungen des Buchdrucks


V.11. Humanismus - Deutsch und Latein
V.12. Untergang des Niederdeutschen

VI. Neuhochdeutsch von 1650 bis 1800


VI.1. Französische Einflüsse auf das Deutsche vom
17. bis zum 19. Jahrhundert
VI.2. Grammatische und lexikographische Leistungen
von Luther bis 1800
VI.3. Sprachgesellschaften – Sprachpflege – Sprachpurismus
VI.4. Deutsch als Unterrichts- und Lehrsprache
VI.5. Zur Entwicklung des deutschen Graphemsystems bis 1800
VI.6. Die Sprache der schöngeistigen Literatur
vom Barock bis zur Klassik

C. Zur Standardisierung der deutschen Sprache

VII. Neuhochdeutsch seit 1800


VII.1. Normierung der deutschen Rechtschreibung
VII.2. Normierung der deutschen Aussprache

VII.3. Hochsprachliche Eigentümlichkeiten in Österreich


und in der deutschsprachigen Schweiz
VII.4. Englischer Einfluss auf das Deutsche seit dem 18. Jahrhundert
Gegenstand und Aufgaben der Sprachgeschichte:

Sprache und Sprachwandel

Die menschliche Sprache ist primär ein hörbares


Kommunikationsmittel, das im Unterschied zu einem schriftlich
verfassten Text nur im Zeitablauf existiert. Das soeben Gesagte fällt mit
der Zeit teilweise oder ganz der Vergessenheit anheim und der einzelne
Sprachteilhaber weiß in der Regel nicht mehr viel davon, was er vor zehn
Jahren gesprochen hat. Jeder Sprechakt ist im Grunde immer wieder ein
Neuvollzug, wobei das bereits öfter Gesagte anders gesagt wird.
Den Prozess und das Ergebnis jeglicher Veränderung von
Sprachelementen und von ganzen Sprachsystemen nennt man
Sprachwandel.

Der Sprachwandel – gehört zum Gegenstand der diachronischen


Sprachforschung – historische Vertikale
(Gegensatz: synchrone Blickrichtung,
horizontal ausgerichtet);

- als Phänomen berechtigt sprachhistorische


(diachrone) Forschungen und gibt ihnen damit
einen Sinn;
Was ändert sich mit der Zeit am Sprachvollzug:

1. semantische Veränderungen
2. phonetisch-phonologische Veränderungen
3. morphologische Veränderungen
4. lexikalische Veränderungen
5. syntaktische Veränderungen
Ein Beispiel des Sprachwandels aus dem Wortschatz: deutsch-englischer Vergleich:

Beispiel:

ahd. ae. Die damalige


(althochdeutsch) (altenglisch)

Bedeutung

wîb wîf «Frau»

quena cwēn «Ehefrau»

frouwa frêo «vornehme


Frau»
Der Sprachwandel – kann vom durchschnittlichen Sprachteilhaber
nicht wahrgenommen werden, weil die Sprache
immer nur als synchronisches
Kommunikationssystem fungiert.

Die Wahrnehmung des Sprachwandels ist nur demjenigen möglich, der


mit Sprachdokumenten aus der Vergangenheit zu tun hat, die auf diese
Weise die diachronische Blickrichtung ermöglichen.
Sprachgeschichte: wählt aus den Ergebnissen der Forschungsrichtung
die für die Entwicklung einer Sprache wesentlichen Erscheinungen des
Sprachwandels aus und fragt nach ihren möglichen außersprachlichen
Ursachen, die im politischen, sozialen, wirtschaftlichen, religiösen oder
geistesgeschichtlichen Bereich gesucht werden.

Der Aufgabenbereich der Sprachgeschichte:


- das Verhältnis zwischen Sprache und Schrift, zwischen
Sprachgemeinschaft und Sprachraum, oder
- der Einfluss von fremden Sprachen

Sprachgeschichte: stellt die Frage nach der historischen Stellung einer


Sprache in der Gesamtkultur der betreffenden Sprachgemeinschaft.

Sprachgeschichte ist sprachextern ausgerichtet.


Historische Grammatik und ihre Aufgabe: beschäftigt sich mit der
Beschreibung historischer Sprachzustände und Sprachvorgänge, die vor
allem reine sprachinterne Entwicklungen von den ersten Belegen in der
Vergangenheit bis zur Gegenwart verfolgt.