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Probleme mit der Kindererziehung

Das größte Problem bei der Kindererziehung ist bei den meisten Menschen das
Chaos im Kinderzimmer. Das Kind räumt alle Spielsachen aus und lässt sie nach dem
Spielen einfach rumliegen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Sie einen anderen
Ordnungssinn haben als Ihr Kind. Sie sollen mit dem Kind zusammen täglich vor dem
Schlafengehen das Kinderzimmer aufräumen. Machen Sie ein Spiel daraus und Ihr Kind
wird mit Begeisterung aufräumen. Leben Sie ihm die Ordnung vor, indem Sie es beim
Aufräumen Ihrer Sachen miteinbeziehen. Auch Aggressionen bei Kindern sind ein großes
Problem. Sie werden aber oft von anderen ausgelöst. Oft auch von den Eltern. Wenn sich
ein Erwachsener einem Kind gegenüber z.B. verbal aggressiv verhält oder das Kind sogar
schlägt, steht das Kind dem machtlos gegenüber. Es wird seine Aggressionen an ihm
auslassen. Versuchen Sie auch in den schwierigsten Situationen nicht ausfällig Ihrem Kind
gegenüber zu werden, Sie tun sich selbst und dem Kind keinen Gefallen damit. Über
Probleme soll man immer ruhig und sachlich reden, egal ob es mit der Schule oder der
Familie zu tun hat. Durch unüberlegtes Handeln schaffen die Eltern Probleme oft selbst,
die ganz einfach zu vermeiden wären. Sagen Sie Ihrem Kind, was Sie nicht mögen, stellen
Sie Regeln auf wie z.B. kein Schlagen, kein gegenseitiges Anschreien usw. Die Liste kann
man beliebig lang fortführen. Jeder in der Familie soll sich an die Regeln halten, nicht nur
die Kinder. Lassen Sie Ihre Kinder spüren, dass sie geliebt werden und seien Sie immer
für Sie da.

Ordnungssinn m любо́вь к поря́дку; аккура́тность; опря́тность
vorleben: j-m  etw. подава́ть кому́-л. приме́р свое́й жи́знью
einbeziehen - включа́ть включи́ть. in das öffentliche Leben einbeziehen привлека́ть /-
вле́чь к обще́ственной жи́зни. jdn. in sein Vertrauen (mit) einbeziehen доверя́ться /-ве́риться кому́-
auslösen I vt вызыва́ть де́йствие (чего-л.); пуска́ть (механи́зм);
возбужда́ть, вызыва́ть; послужи́ть причи́ной (чего-л.); име́ть сле́дствием (что-л.)
durch etw. (A) ausgelöst werden тех. сраба́тывать (от чего́-л.)
machtlos a бесси́льный, a безвла́стный
auslassen I vt выпуска́ть (во́ду, пар, газ); перен. дава́ть во́лю (чу́вству) seinen Unwillen gegen etw.
(A) auslassen прояви́ть недово́льство (чем-л.), обру́шиться (на что-л.)
ausfällig a гру́бый, агресси́вный gegen j-n ausfällig werden оскорби́ть (кого-л.), нагруби́ть (кому-
л.); напада́ть (на кого́-л.)
Gefallen   m  -s, = любе́зность, одолже́ние
sachlich a делово́й; конструкти́вный (о кри́тике), объекти́вный,
целесообра́зный, разу́мный, экономи́чный (о строи́тельстве и т.  п.),
суще́ственный, ва́жный; ein sachlicher Unterschied суще́ственная разница,юр. веще́ственный (о  док
аза́тельстве), веще́ственный, материа́льный, реа́льный
unüberlegt a необду́манный; безрассу́дный, легкомы́сленный
1
Handeln n -s посту́пки, де́йствия
aufstellen I  vt ста́вить, устана́вливать; расставля́ть, располага́ть; воен. выстра́ивать
gegenseitig a обою́дный, взаи́мный; двусторо́нний
sich halten an - соблюдать

und lässt sie nach dem Spielen einfach rumliegen. a

vor dem Schlafengehen das Kinderzimmer aufräumen. b

Aggressionen bei Kindern c

verbal aggressiv verhält d

ausfällig Ihrem Kind gegenüber zu werden e

ruhig und sachlich reden, f

stellen Sie Regeln auf g

kein gegenseitiges Anschreien h

sich an die Regeln halten i

Lassen Sie Ihre Kinder spüren j

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Probleme mit der Kindererziehung
Das größte Problem bei der Kindererziehung ist bei den meisten Menschen das
Chaos im Kinderzimmer. Das Kind räumt alle Spielsachen aus und __a__. Wahrscheinlich
liegt es daran, dass Sie einen anderen Ordnungssinn haben als Ihr Kind. Sie sollen mit dem
Kind zusammen täglich __b__. Machen Sie ein Spiel daraus und Ihr Kind wird mit
Begeisterung aufräumen. Leben Sie ihm die Ordnung vor, indem Sie es beim Aufräumen
Ihrer Sachen miteinbeziehen. Auch __c__ sind ein großes Problem. Sie werden aber oft
von anderen ausgelöst. Oft auch von den Eltern. Wenn sich ein Erwachsener einem Kind
gegenüber z.B. __d__ oder das Kind sogar schlägt, steht das Kind dem machtlos
gegenüber. Es wird seine Aggressionen an ihm auslassen. Versuchen Sie auch in den
schwierigsten Situationen nicht __e__, Sie tun sich selbst und dem Kind keinen Gefallen
damit. Über Probleme soll man __f__, egal ob es mit der Schule oder der Familie zu tun
hat. Durch unüberlegtes Handeln schaffen die Eltern Probleme oft selbst, die ganz einfach
zu vermeiden wären. Sagen Sie Ihrem Kind, was Sie nicht mögen, __g__ wie z.B. kein
Schlagen, __h__ usw. Die Liste kann man beliebig lang fortführen. Jeder in der Familie
soll __i__, nicht nur die Kinder. __j__, dass sie geliebt werden und seien Sie immer für sie
da.

1. ruhig und sachlich reden - f


2. Aggressionen bei Kindern - c
3. ausfällig Ihrem Kind gegenüber zu werden - e
4. Lassen Sie Ihre Kinder spüren - j
5. vor dem Schlafengehen das Kinderzimmer aufräumen - b
6. stellen Sie Regeln auf - g
7. lässt sie nach dem Spielen einfach rumliegen - a
8. kein gegenseitiges Anschreien - h
9. verbal aggressiv verhält - d
10. sich an die Regeln halten - i

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Gibt es eine "richtige" und eine "falsche" Erziehung?
In den Buchläden stapeln sich zahlreiche Ratgeber zum Thema Erziehung in den Regalen und versprechen schnelle Hilfe. Einen
Grund für die wachsende Verunsicherung vermutet Cornelia Nitsch, Autorin von Erziehungsratgebern und selbst Mutter von vier
Söhnen, in den Kleinfamilien von heute: "Früher gab es die Großfamilie, da konnten Eltern sich bei den Groß- oder Urgroßeltern
schnell einen Rat holen. Heute müssen viele Eltern bei Null anfangen."
Sind die Kleinen im Kindergartenalter, wird diese Situation etwas besser. Dann können sich die Erziehungsberechtigten mit anderen
Eltern austauschen.
Eine weitere Schwierigkeit ist, dass es keine allgemein gültigen Regeln mehr gibt. Früher mussten Kinder viel strengere Gesetze
befolgen. Mädchen mussten beispielsweise bei der Begrüßung von Erwachsenen einen Knicks machen, Jungen eine leichte
Verbeugung. Bei Tisch durften viele Kinder gar nicht sprechen.
Solch strenge Verhaltensregeln sind heute passé. Die Spielräume sind größer geworden. Darum stellt sich den Eltern stärker die
Frage nach dem passenden Erziehungsstil.
Die richtige Erziehung oder die falsche Erziehung gibt es nicht. Es kommt im Familienalltag auf die Besonderheiten von Kind und
Eltern an. Dennoch gibt es einige Grundvoraussetzungen für eine gute Erziehung. Ganz wichtig ist die Liebe zum Kind. Eltern sollten
Freude daran haben, ihr Kind zu erziehen und die Beschäftigung mit ihm nicht als Belastung sehen.
Auch wenn die Erziehung eine große Verantwortung darstellt, kann sie viel Spaß bereiten. Besonders wichtig ist, das Kind in seiner
Persönlichkeit zu achten. Eltern sollten auf ihre Kinder eingehen, ihnen zuhören und ihre Bedürfnisse und Interessen ernst nehmen.

Grenzen setzen
Eltern sind mehr als nur die Freunde ihrer Kinder. Als Erwachsene tragen sie die Verantwortung für das Kind und geben die Richtung
vor. Darum sollten sie sich nicht davor scheuen, dem Kind Regeln zu geben und Grenzen zu setzen.
Viele Erziehungsexperten halten klare Vorgaben und Regeln für Kinder für den besten Weg. Kinder brauchen verlässliche Angaben,
nach denen sie sich richten können.
Sind die Eltern inkonsequent, kann dieses Verhalten zu Orientierungslosigkeit des Kindes führen. Erziehungsberechtigte müssen für
ihre Kinder Entscheidungen treffen, wenn das Kind dazu selbst noch nicht in der Lage ist. Die Entscheidungen sollten jedoch
besprochen und begründet werden.
Körperliche Strafen sind absolut tabu. "Bevor mir die Hand ausrutscht, bin ich lieber eine Runde um den Block gegangen", berichtet
Cornelia Nitsch aus ihrer Alltagserfahrung mit vier Söhnen. "Über Probleme kann man mit dem Kind sprechen, wenn man wieder einen
kühlen Kopf hat."
Von Strafen und Sanktionen hält sie wenig: "Das sollte immer ein letztes Mittel sein, wenn alles andere gar nicht mehr fruchtet, denn
Strafen führen schnell zu einem Machtkampf. Erstmal sollten Eltern das Gespräch suchen. Damit bin ich auch bei meinen vier Kindern
meist weit gekommen."

Erziehungskonzepte oder Bauchgefühl?


Viele Eltern überlegen, ob sie ein bestimmtes Konzept in ihrer Erziehung berücksichtigen sollen. Viele dieser Konzepte sind jedoch
sehr technisch angelegt. Sie liefern Patentrezepte und suggerieren eine falsche Sicherheit im Umgang mit Kindern. Wenn sie nicht auf
die Persönlichkeit des Kindes zugeschnitten sind, engen sie den erzieherischen Spielraum zu sehr ein.
Laut Cornelia Nitsch können Eltern beruhigt auf ihr Bauchgefühl hören und sich auf ihre eigene Wahrnehmung konzentrieren. Oft sagt
die innere Stimme genau das Richtige.
Wer dennoch einen Kurs zum Thema Erziehung besuchen will, kann sich zum Beispiel die Kurse vom Deutschen Kinderschutzbund
näher ansehen. Die Erziehungsprogramme gehen auf die Persönlichkeit und die Bedürfnisse des Kindes ein.

Wohlstandsvernachlässigung
In der breiten Öffentlichkeit wird vermehrt über die Vernachlässigung von Kindern und den Mangel an Disziplin gesprochen. Derartige
Probleme sind nicht neu.
Was Erziehungsfachleute heute beklagen, ist die sogenannte "Wohlstandsvernachlässigung": Eltern können ihren Kindern vieles
kaufen – den eigenen Fernseher im Zimmer oder teure Reit-, Ballett- und Klavierstunden. Materielle Dinge können jedoch nie
ersetzen, was für Kinder das Wichtigste ist: Liebe und Zeit.

Stehen Eltern mit der Erziehung alleine da?


Im Idealfall sollten an der Kindererziehung alle beteiligt sein: Eltern, Erzieher und Lehrer. Nach Möglichkeit ziehen sie an einem
Strang. Wenn Probleme auftauchen, zum Beispiel das Auftreten einer Verhaltensauffälligkeit des Kindes, sind Eltern auf Hilfe von
außen angewiesen. Verschiedene Beratungsstellen bieten in solchen Fällen Unterstützung an, die Eltern wahrnehmen können.
Für die Zukunft der Kindererziehung hoffen viele Erziehungsfachleute auf einen goldenen Mittelweg zwischen Drill und "laissez faire".
Wünschenswert wäre ein Netzwerk von Menschen, die sich um die Erziehung von Kindern kümmern. Cornelia Nitsch jedenfalls hofft,
dass sich "Eltern künftig viel Zeit für ihre Kinder nehmen und partnerschaftlich mit ihnen umgehen. Allerdings: Ohne Regeln und
Konsequenzen geht es nicht!"

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