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PRAXISHANDBUCH

Kreative und künstlerische Tools


für die inklusive Kulturarbeit
Kreative und künstlerische Tools
für die inklusive Kulturarbeit

Hinweis
Für eine gute Lesbarkeit und Lesemotivation haben welchem Geschlecht sie sich zuordnen, mit unserem Buch
wir uns bemüht, alle Beiträge in diesem Buch in einer ansprechen wollen und wertschätzen.
gut verständlichen, einfachen Sprache zu verfassen. Uns ist auch bewusst, dass die verwendeten Begriffe in
Sonderzeichen wie Sternchen oder Unterstrich Bezug auf Menschen mit Behinderungen in den verschiedenen
(z. B. Teilnehmer*innen) sollen in der einfachen Sprache Ländern Europas sehr unterschiedlich sind. Selbst zwischen
nicht verwendet werden und auch neutrale Begriffe englischsprachigen Ländern wie Großbritannien, der
(z. B. Teilnehmende), wie sie im Genderwörterbuch Republik Irland, den USA usw. gibt es große Unterschiede
vorgeschlagen werden, sollten vermieden werden. im Sprachgebrauch. In diesem Buch haben wir die Sprache
Deswegen haben wir uns für die Doppelform entschieden gewählt, die im Land der Veröffentlichung, also in
(z. B. Teilnehmer und Teilnehmerinnen), wobei die männliche Deutschland, am verbreitetsten ist (z. B. Menschen mit
(meist kürzere) Form zuerst steht. An dieser Stelle ist Behinderung). In der englischsprachigen Version des Buches
es uns aber wichtig zu betonen, dass wir alle Personen, haben wir uns für den in Großbritannien akzeptierten
unabhängig davon, welches Geschlecht sie haben oder Sprachgebrauch entschieden (z. B. disabled people).
Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Kunst und Kultur


eröffnen neue Dimensionen seite 05

1 Creability: Unterwegs zu einer


barrierefreien Gesellschaft seite 09

2 Die Creability-Praxis seite 15

2.1 Allgemeine Leitlinien zur


Planung und Anleitung
der Tools seite 16
2.2 Die Tools von A - Z seite 22
2.3 Darstellungsweise der Tools seite 25
2.4 DIE TOOLSAMMLUNG seite 28

3 Die Forschung im
Projekt Creability seite 133

4 Checkliste zur Planung


und Durchführung inklusiver
Kulturangebote seite 144

Literatur und Ressourcen seite 149

Impressum seite 152

seite 3
Kunst
muss
nicht
verstanden,
sondern
erfühlt
werden
Inklusion ist eine Querschnittsaufgabe, die alle
Lebensbereiche berührt – und damit auch alle
staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen.
Der Großteil der EU-Mitgliedstaaten hat die UN-
Einleitung Behindertenrechtskonvention am 30. März 2007
unterzeichnet. Diese stellt klar, dass Menschen
Kunst und mit Behinderungen ein uneingeschränktes und
selbstverständliches Recht auf Teilhabe besitzen.
Kultur Dies gilt auch für die Kultur- und Bildungsarbeit!

eröffnen Wir müssen künftig verstärkt die aktive gleich­


berechtigte Teilhabe an kultureller Bildung – als
neue Ort für die Entfaltung des eigenen kreativen
Potentials ebenso wie als Ort der Begegnung von
Dimensionen Menschen mit verschiedensten individuellen Vo­raus­
setzungen – in den Blick nehmen. Denn kulturelle
Bildung eröffnet Menschen mit und ohne Behinde-
rungen neue Dimensionen für Wahrnehmung und
Kommunikation und bietet experimentelle Räume,
in denen sich Perspektiven und Gewohnheiten
verändern können. Hier können neue Formen der
Auseinandersetzung darüber entstehen, was
»Behinderung« eigentlich bedeutet und wie wir
unsere Vorstellung von »Normen« definieren.

Dieses Handbuch möchte interessierten Künstlern


und Künstlerinnen sowie Multiplikatoren und
Multiplikatorinnen in Jugendarbeit, sozialer Arbeit
und Behindertenhilfe, Lehrkräften und pädagogi-
schen Fachkräften Arbeitsmaterial an die Hand
geben, um kreativ-künstlerische Angebote für
verschiedene Zielgruppen planen und durchführen
zu können. Es soll gleichzeitig jedem und jeder
seite 5
Einleitung seite 6

an Kunst- und Kulturarbeit Interessierten mit und


ohne Behinderung die gleichberechtigte und voll-
wertige Teilhabe an kultureller Bildung ermög-
lichen. Das Handbuch ist im Rahmen des inter-
»Wie können nationalen Projektes Creability entstanden. In dem
Projekt haben wir uns über zwei Jahre hinweg mit
beispiels­weise der Frage befasst: Wie sind Aufgabenstellungen,
Gehörlose Übungen und Methoden aus den darstellenden
Künsten so umzugestalten, dass sie für möglichst
an einer alle Menschen praktisch zugänglich und anwend-
Rhythmus- bar sind? Wie können beispielsweise Gehörlose an
einer stimmgeführten Rhythmusübung teilnehmen?
­übung Und wie kann ein Tanz-Warm-up im Rollstuhl aus-
teilnehmen?« geführt werden?

In vielen verschiedenen Workshops in Deutschland


und Griechenland zwischen Februar und Dezem-
ber 2019 untersuchten professionelle Kunst- und
Kultur­schaffende mit und ohne Behinderung über
70 bewährte Methoden und kleinere Unterrichts-
einheiten (Tools). Diese stammen aus den Berei-
chen Tanz, Schauspiel und Musik. Ziel war es, die
Tools so zu modifizieren und weiterzuentwickeln,
dass sie weitgehend ohne Einschränkungen in
der inklusiven Praxis eingesetzt werden können.
Die TU Dortmund begleitete das Projekt wissen-
schaftlich, wodurch gewährleistet wurde, dass
die entwickelten inklusiven Tools den aktuellen
wissen­schaftlichen Standards entsprechen. Die
besten Ansätze wurden abschließend in einer letz-
ten Workshopreihe mit verschiedenen Zielgruppen
erneut getestet. Dabei interessierte uns besonders,
ob die Tools jetzt noch besser barrierefrei sind
und ob sie helfen können, soziale Partizipation zu
fördern (siehe ausführlich zum Forschungsprozess
den Beitrag »Forschung im Projekt Creability«ab
seite 133). Eine Auswahl der 31 besten praxis-
erprobten kreativen Methoden wird in diesem
Handbuch veröffentlicht. Diese Toolsammlung
soll dazu ermutigen, eigene Angebote inklusiv zu
gestalten. Eine Zusammenstellung der wichtigsten
allgemeinen Leitlinien sowie konkrete Checklisten
geben dazu noch weitere praktische Hinweise und
konkrete Anregungen.

Wir freuen uns, wenn ihr dieses Handbuch nutzen


möchtet, um eigene neue Wege auszuprobieren
und um vielfältige Begegnungsmöglichkeiten von
Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen.
Wir würden uns wünschen, dass dadurch das
internationale Netzwerk von inklusiven Kultur- und
Kreativangeboten weiterwachsen kann. Denn die
Weiterentwicklung von Kultur durch Inklusion trägt
zur positiven Veränderung, zur Bereicherung und
zur Vielfalt unserer Gesellschaft bei.

Wir wünschen viel Inspiration zu mehr Inklusion


in eurer kreativen Arbeit!

Eure Creability-Redaktion
Susanne Quinten und Lisette Reuter

seite 7
1. C
 reability: Unterwegs
zu einer barrierefreien
Gesellschaft

Stellen wir uns ein im Sand spielendes Kind Sowohl der Lernprozess als auch die Fähig-
vor. Momente der Unbekümmertheit, Unschuld, keit, die Welt spielerisch zu verändern, sind
Reinheit, Selbstlosigkeit. Neben diesen ersten vielleicht beides frühe Formen einer wichtigen
positiven Gedanken, die uns dazu in den Sinn menschlichen Funktion – dem Schaffen von
kommen, müssen wir anerkennen, dass durch Kunst. Beides, das Spielen und die natürliche
das Spielen zwei wichtige Funktionen des Art und Weise des Erforschens der Welt, wie
menschlichen Lebens ausgeübt werden. sie bei allen Menschen von Geburt an be-
obachtet werden kann, bringt uns zu dem
Einerseits lernt das Kind die Welt durch den Schluss, dass es sich dabei mehr um ein in-
Kontakt mit den Elementen, die es umge- neres Bedürfnis, um eine innere Fähigkeit des
ben, kennen: Temperatur, Textur, Flüssigkeit, Menschen handelt, als um ein Verhalten, das
Dichte, Farben, erzeugte Geräusche, vielleicht durch äußere Faktoren verursacht wird.
sogar auch den Geschmack, wenn wir das
Kind nicht davon abhalten, den Sand in den Das Kind schafft also Kunst mit dem Sand,
Mund zu stecken. Spielen ist also ein Werk- lernt dabei und verändert die eigene Umwelt.
zeug des Lernens. Wenn wir erwachsen werden, vergessen wir
vielleicht, dass wir lernen und die Welt ver-
Andererseits beeinflusst das Kind aber auch ändern, indem wir spielen oder Kunst machen.
die Formen im Sand mit den ihm zur Ver- Aber Vergessen bedeutet nicht, dass es nicht
fügung stehenden Mitteln (z. B. erschafft es geschieht. Und da es ein inneres Bedürf-
neue Formen, benutzt andere Gegenstände, nis, eine innere Fähigkeit ist, betrifft es alle
formt imaginäre Wesen und Strukturen) und Menschen gleichermaßen, unabhängig von
nähert sich so einer eigenen Beziehung zur ihren individuellen Voraussetzungen.
Welt an. Es erkennt sich selbst durch die um-
gebende Welt. Das Spielen wird nun als Mittel Die Welt, die wir über das Kunstmachen ken-
zur Selbstentwicklung genutzt. nenlernen können, ist nicht stabil. In jüngster

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1. C
 reability: Unterwegs zu einer barrierefreien Gesellschaft seite 10

»Ausgrenzung
Zeit ist unsere Gesellschaft mehr denn je
durch Heterogenität, Mobilität, sowie große
wird nicht
ökonomische und politische Veränderungen durch die
gekennzeichnet. Vielfalt ist nicht mehr die
Ausnahme von der Regel, sondern sie stellt
Beeinträchtigung
die Weichen für eine nachhaltige Gegenwart hervorgerufen,
und Zukunft. In einer sich ständig verändern-
den Welt erkennen wir, dass traditionelle Vor-
sondern durch
stellungen über die Umsetzung von Teilhabe die Gesellschaft
kaum zu den gegenwärtigen und zukünftigen
Bedürfnissen passen. Bildungsmaßnahmen und
verursacht«
künstlerische Aktivitäten, die sich ausschließ-
lich an Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit
Behinderung richten, bewirken beispielsweise mit Behinderungen in Bildung und kultureller
eher die Reproduktion von Diskriminierung, als Tätigkeit gegenüberstehend sehen, als eine
gegen sie zu arbeiten. Aktuell werden Kommu- Folge ihrer körperlichen, geistigen und / oder
nikation, Ausdruck, Präsentation und Reprä- sensorischen Verfassung betrachtet. Diese
sentation und deren Grenzen überall auf der Sichtweise entsprach dem medizinischen Mo-
Welt durch unzählige Künstler und Künstle- dell von Behinderung, welches die Ursache für
rinnen, Pädagogen und Pädagoginnen mit oder Ausgrenzung in den individuellen Beeinträch-
ohne Behinderung täglich neu definiert. Dieser tigungen statt in der Gesellschaft suchte. Ein
Trend kann im jüngsten Bericht »Künstler und unabhängiges, selbstbestimmtes Leben hing
Künstlerinnen mit Behinderung im Mainstream: laut diesem Modell immer von Anderen ab.
eine neue kulturelle Agenda für Europa« Zum Beispiel von Ärzten und Ärztinnen, Thera-
(British Council, Europe Beyond Access, 2020) peuten und Therapeutinnen und spezialisierten
verfolgt werden. Experten und Expertinnen. Der Grund, weshalb
Menschen mit Behinderung von grundlegenden
In einer Gesellschaft, die Ausgrenzungen Lern- und Entwicklungsaktivitäten ausge-
produziert und reproduziert, kann aber die schlossen wurden, lag laut diesem Modell in
Abschaffung von Ausgrenzung nicht nur als der Art, Vielfalt und Form der Behinderungen
Ausnahme von der Regel geschehen. Bisher selbst. Also ist hier die Behinderung die Ursa-
wurden die Barrieren, denen sich Menschen che, als Konsequenz folgt der Ausschluss.
Auf diese Weise gestand man sich ein, dass Sind wir sicher, dass 1. der zum Ausdruck
die Welt nicht für alle gleichermaßen zugäng- gebrachte politische Wille, 2. die Bemühun-
lich sein kann. Hinzu kommt, dass die soziale gen um gleichen Zugang und 3. die Begrün-
und kulturelle Vielfalt der Gesellschaft nicht dung, dass Beeinträchtigungen Hindernisse
konstruktiv genutzt wurde. Während einige schaffen, wirklich zu einer Lösung beitragen?
Menschen von ihren allgemein anerkannten Können die Bemühungen um gleichberechtig-
Rechten Gebrauch machen konnten, konnten ten Zugang zu Kultur und Bildung wirklich in
andere dies nicht. Nach dem Motto »Alle Verbindung mit dem Gedanken angewendet
Menschen sind gleich, aber einige Menschen werden, dass Hindernisse, die durch Beein-
sind weniger gleich als andere« – um sich trächtigungen entstehen, nur einige Menschen
an ein Zitat von George Orwell anzulehnen. betreffen und nicht alle? Tragen wir zu einer
Unter diesen offenkundig diskriminierenden Lösung bei, oder schaffen wir möglicherweise
Voraussetzungen kann das Grundprinzip der eine schwierige Gleichung, die Ungleichheit
Menschenrechte nicht umgesetzt werden. Im nur legitimiert?
Artikel Nr. 30 der UN-Konvention über die
Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN- Um diese Gleichung zu lösen, war ein Deus ex
BRK, 2006) wird die gleichberechtigte Teilhabe Machina* nötig. Ein erster Schritt wurde im
von Menschen mit Behinderungen an allen Sozialen Modell von Behinderung gefunden. In
kulturellen Aktivitäten vorgeschrieben, die Ver- diesem Modell, das von Menschen mit Behin-
antwortung für die Umsetzung dieses Artikels derung gemeinsam mit Wissenschaftlern und
liegt bei den Mitgliedsstaaten. Wissenschaftlerinnen entwickelt wurde, wird
anerkannt, dass Ausgrenzung nicht durch die
Neben der Notwendigkeit einer Neudefinition Beeinträchtigung hervorgerufen, sondern durch
von kultureller Teilhabe über ihre kognitiven, die Gesellschaft verursacht wird. Behinde-
emotionalen, entwicklungsbezogenen, erziehe- rung ist somit das Produkt der verschiedenen
rischen, sozialen und kulturellen Dimensionen Hindernisse, die die Gesellschaft produziert
hinaus gibt es also auch einen politischen und reproduziert und die zu Diskriminierung
Rahmen für gleichberechtigte Teilhabe. Dieser führen. Die Abschaffung von Diskriminierung
ist auf nationaler und internationaler Ebene erfordert eine Veränderung in der Art und
bereits klar festgeschrieben. Weise, wie wir unsere Gesellschaft betrachten

* E ine spontane und unerwartete Lösung einer Notlage, die häufig im antiken griechischen Drama vorkommt.
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1. C
 reability: Unterwegs zu einer barrierefreien Gesellschaft

und gestalten. Dieses Modell steht im Kontrast


zu der oben dargelegten Argumentation, dem »Es darf keine
medizinischen Modell von Behinderung.
›speziellen‹
Wenn wir den wesentlichen Unterschied zwi- Aktivitäten für
schen den beiden Modellen begreifen, bedarf
es einer grundlegenden Veränderung in der Art
Menschen mit
und Weise, wie wir denken, um Inklusion, Zu- Behinderungen
gänglichkeit, Kreativität und kulturelle Teilhabe
anzugehen.
geben, stattdessen
müssen alle
Wir müssen beginnen zu begreifen, dass die
Gesellschaft für die Barrieren, denen Men-
Aktivitäten so
schen mit Behinderung tagtäglich gegenüber- gestaltet werden,
stehen, verantwortlich ist. Inklusionsprozesse
zielen also nicht darauf ab, die Menschen
dass sie für
mit Behinderungen zu verändern, sondern alle Menschen
stattdessen geht es darum, die Gesellschaft
so zu verändern, dass sie alle Menschen
zugänglich sind«
gleichberechtigt mit einbezieht. Dement-
sprechend darf Barrierefreiheit nicht als
Anhängsel gesellschaftlicher Prozesse und werden, dass sie für alle Menschen zugänglich
Funktionen betrachtet werden, sondern muss sind. Daher richtet sich das Creability-Buch an
als entscheidendes grundsätzliches Gesell- all diejenigen, die an die Notwendigkeit einer
schaftskonzept umgesetzt werden. Die Ent- gleichberechtigten Teilhabe für alle Menschen
wicklung von Kreativität durch Bildungs- und in unserer vielfältigen Gesellschaft glauben.
Teilhabeprozesse darf nicht in Kategorien (wie
behindert und nicht behindert) getrennt wer- Unsere Denkweise zu ändern, könnte so ein-
den. Es darf keine »speziellen« Aktivitäten für fach sein. Wir müssten es nur tun. Wenn wir
Menschen mit Behinderungen geben, statt- die Grundsätze des Sozialen Modells von
dessen müssen alle Aktivitäten so gestaltet Behinderung nutzten, könnten wir ein neues
»Vokabular« entwickeln. Denn selbst die Wahl Wir spielten mit den Grenzen unserer gewohn-
unserer Worte hätte das Potential, ganz neue ten Ausdrucks- und Wahrnehmungsweisen und
Welten zu erschaffen. blickten auf neue »Wirklichkeiten«, die alle
Menschen einschließen, indem sie zugänglich
Dennoch dürfen wir die Schwierigkeiten bei und gerechter sind. Möglich, dass wir nicht
der Anwendung des Sozialen Modells von Be- alle Ziele vollständig erreicht haben, oder
hinderung nicht unterschätzen und spekulieren, dass wir noch nicht am Ziel sind. Was jedoch
dass all dies automatisch geschehen kann, zählt ist, dass wir unterwegs sind, auf dem
wenn wir nur daran glauben. Die Abschaffung Weg zu einer barrierefreien Gesellschaft.
von Ausgrenzung verlangt stattdessen nach
einer ganz anderen Art von Gesellschaft. Eine Deshalb wünschen wir auch euch eine gute
völlig inklusive und barrierefreie Gesellschaft Reise gemeinsam mit dem Creability-Buch.
erscheint vielleicht eher wie eine Utopie als
eine zukünftige Realität. Doch sie ist das Ziel, Andreas Almpanis
auf das wir uns zubewegen müssen, ohne
dass wir uns durch die Möglichkeit frustrie-
ren lassen, es (eventuell) nicht zu erreichen.
Hier zählt die Reise mehr als das Ziel selbst,
ähnlich wie es auch bei Odysseus’ Reise nach
Ithaka war. Denn die Reise ist schließlich das,
was uns verändern wird.

Mit dieser Haltung ging das gesamte Team


von Creability in den letzten zwei Jahren auf
Reise. Inspiriert von den darstellenden Künsten
entwickelten wir Trainingspraktiken, Methoden
und Spiele weiter. Wir näherten uns der Kunst
auf interdisziplinären Wegen und überwanden
dabei viele Hindernisse, immer auf das Ziel
fokussiert, dem menschlichen Bedürfnis nach
Ausdruck, Schöpfung und Kommunikation ge-
recht zu werden.
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2. Die Creability-Praxis
In diesem Kapitel findest du die folgenden
vier »Bausteine«:

In diesem Kapitel haben wir sämtliche • ALLGEMEINE LEITLINIEN ZUR PLANUNG UND
Arbeitsmaterialien zusammengestellt, ANLEITUNG DER TOOLS
die du brauchst, um ein inklusives Angebot (Kapitel 2.1, seite 16): Die allgemeinen
für deine Gruppe zu planen Leitlinien sollen dich beim Planen deiner
und durchzuführen. Das Kernstück ist die Unterrichtseinheit sowie beim praktischen
Toolsammlung. Anleiten der Tools unterstützen.

Ein Tool ist eine kleinere Unterrichtseinheit,  TOOLS VON A-Z (Kapitel 2.2, seite 22):
• DIE
die dazu dient, bestimmte Ziele in deiner Hier findest du alle 31 Tools nach Namen
Gruppe zu erreichen. Einige Tools eignen alphabetisch geordnet mit einer kurzen
sich gut dazu, dass Teilnehmer und Beschreibung.
Teilnehmerinnen lernen, wie man kooperiert
oder wie man Verantwortung übernimmt. • DARSTELLUNGSWEISE DER TOOLS
Andere Tools tragen dazu bei, dass man (Kapitel 2.3, seite 25): Jede Tool­beschrei­
seinen eigenen Ausdruck verbessern bung ist in Unterpunkte mit dazugehörigen
kann, oder sie vermitteln, wie man auf Symbolen gegliedert. Hier findest du die
künstlerische Art und Weise etwas gestalten Erläuterung dazu.
kann. Ein anderes Ziel ist es zu lernen, mit
anderen zu kommunizieren oder Achtsamkeit • DIE TOOLSAMMLUNG (Kapitel 2.4, seite 28):
zu üben. Damit all das gelingt, wird in jedem In der Toolsammlung findest du, alpha­
Tool eine Reihe von Aufgaben gestellt oder betisch geordnet, alle Tools aus­führlich
es werden Übungen angeleitet. Manchmal beschrieben. Die Toolsammlung ist eine
wird zu zweit oder alleine gearbeitet. bunte Mischung aus den ver­schiedenen
Manchmal übt man in einer kleinen Gruppe Bereichen von Tanz, Musik und Theater.
oder die ganze Gruppe ist beteiligt. Um ein
Tool anzuleiten, braucht man eine genaue Die Toolsammlung ist das Kernstück unseres
Beschreibung des Tools – und man braucht Handbuches. Bevor du Tools durchführst,
zusätzlich wichtige allgemeine Informationen empfehlen wir dir, dich mit den allgemeinen
über die Planung und über das Anleiten in Leitlinien zur Planung und Anleitung der Tools
einer inklusiven Gruppe. sehr gut vertraut zu machen.
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seite 16

2.1 Allgemeine Leitlinien


für die Planung und
Allgemeine Leitlinien zur Planung deines
Anleitung der Tools Angebotes:

• Die Bewerbung deines Angebotes und deine


Ansprache solltest du immer an die jeweilige
In inklusiven Gruppen sind die individuel- Zielgruppe anpassen, z. B. an Kinder, Jugend­
len Voraussetzungen oft sehr unterschied- liche, Laien oder Profis. Nachrangig ist
lich, zum Beispiel was die Wahrnehmung, hier die Behinderung. Denn der Übergang
das Lernen oder die Ausdrucksweisen von behindert und nichtbehindert ist stets
betrifft. Daher ist es beim Planen und fließend, da wir alle Fähigkeiten und Ein­
Anleiten notwendig, viele unterschied- schränkungen haben.
liche Möglichkeiten von Kommunikation
zu nutzen. Außerdem kann es erforder- • Es bietet sich an, mixed-abled (gemischte
lich sein, das Tool an die individuellen Fähigkeiten) oder inklusive Sprache in der
Voraussetzungen der Teilnehmer und Ansprache für das Angebot zu verwenden,
Teilnehmerinnen anzupassen. Daher möch- dann fühlen sich Menschen mit Behinderung
ten wir in diesem Kapitel Hinweise geben, angesprochen.
die dich bei der Planung und Anleitung von > Beispiel für die Ansprache: »Alle Körper, alle
Tools in inklusiven Gruppen unterstützen Geschlechter, alle Level … sind willkommen.«
können.
• Die Bewerbung für das Angebot solltest
In den Beschreibungen der einzelnen Tools du so gestalten, dass alle Menschen,
(Kapitel 2.4) findest du darüber hinaus die angesprochen werden sollen, auch
weitere Hinweise, die speziell für die die Informationen verstehen und sich
Anleitung jedes einzelnen Tools wichtig sind, selbstständig anmelden können. Video­
damit das Tool gut funktioniert. ansprachen, Videos in Gebärdensprache,
Informationen in einfacher oder leichter
Ansprache und Audioflyer können dabei
wichtige Ergänzungen sein.
• Sorge dafür, dass die Umgebung deines • Bei der Abfrage der Bedarfe ist es hilfreich,
Angebotes barrierefrei ist. Hier ist es z. B. wenn du eine offene Formulierung wählst.
wichtig, dass die Räume rollstuhlgerecht > Beispiel: »Hast du irgendwelche Bedürfnisse,
sind, dass es barrierefreie Toiletten gibt, um gut am Angebot teilnehmen zu können?«
dass keine Objekte im Raum vorhanden
sind, die zu Gefahrenquellen für z. B. • Es gilt immer, dass du die Lösungen mit den
Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit einer Teilnehmern und Teilnehmerinnen gemeinsam
Sehbeeinträchtigung werden können etc. finden solltest. Offene und transparente
Kommunikation ist hier das Wichtigste!
• Bei jedem Menschen, der teilnimmt, ist es
wichtig im Blick zu haben, was die Person • Erlaube dir, Fehler zu machen und finde
an individuellem Unterstützungsbedarf gemeinsam mit den Teilnehmern und
hat. Dabei solltest du immer so früh wie Teilnehmerinnen Lösungen, die auch alle
möglich Rücksprache halten und genau gemeinsam tragen.
nachfragen, was für eine Unterstützung
gebraucht wird. Denn Barrierefreiheit ist • Bedenke: Perfektionismus kann auch wieder
nicht gleich Barrierefreiheit. Unterschiedliche Barrieren kreieren.
Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen
haben z. B. ganz unterschiedliche Bedürfnisse Bevor du ein Angebot planst, möchten wir dir
an Barrierefreiheit. empfehlen, dich auch mit der Checkliste zur
Planung inklusiver Maßnahmen am Ende des
• Die Abfrage nach Bedarfen beinhaltet zum Handbuches (seite 144) zu beschäftigen.
Beispiel, ob eine Übersetzung in Gebärden-
sprache oder leichter Sprache benötigt wird,
welche Anwesenheitszeiten und Arbeitszeiten
für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen pas-
send sind, ob es sonstigen Assistenzbedarf
gibt, ob ein Blindenhund mitgeführt wird etc.
Hier sollte auch auf die Rückkopplung mit
anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen ge-
achtet werden, z. B. könnten andere Teilnehmer
und Teilnehmerinnen eine Hundeallergie haben.
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2.1 A
 llgemeine Leitlinien für die Planung und Anleitung der Tools

Allgemeine Leitlinien zur Anleitung zusätzlich mit Personen zu führen, die die
der Tools: Bedarfe der Teilnehmer und Teilnehmerinnen
gut kennen.
• Ermittle so früh wie möglich und zeitnah
vor Beginn des Workshops die Bedarfe • Nutze verschiedene Formate und Medien,
der Gruppe. Wenn du das nicht im Vor­ um die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu
feld machen konntest, dann sei vor allem informieren oder um etwas zu erklären.
zu Beginn des Workshops sehr wachsam > Beispiel: Du kannst auf die Wort­sprache oder
und reagiere respektvoll auf die Bedarfe auf Gesten zurückgreifen, um Rückmeldung über
der einzelnen Teilnehmer und Teil­nehmer­ die (richtige oder falsche) Ausführung einer Aufga-
innen. Weise die Teilnehmer und Teil­ be zu geben. Du kannst auf ein Papier malen, um
nehmerinnen darauf hin, dass sie dich auch eine Aufgabe zu erklären.
während des Workshops jederzeit ansprechen > Beispiel: Für eine blinde Person, oder wenn die
können, um möglicherweise auftretende Augen während einer Aufgabe geschlossen sein
Schwierigkeiten zu lösen. Wenn du dir über sollen, können Informationen durch Berührungs-
den Bedarf einer Person im Prozess des reize (z. B. am Rücken) gegeben werden.
Workshops unsicher bist, suche am besten
in den Pausen oder am Ende des Tages das • Um den individuellen Voraussetzungen in der
persönliche Gespräch mit dieser Person und Gruppe gerecht zu werden, kannst du die
frage sie. Aktivitäten und Ausdrucksformate in dem
> Beispiele für Fragen: »Was hilft dir, damit die Tool entsprechend verändern. Wichtig ist
Übung besser für dich funktioniert?« oder »Hast dabei, dass dennoch das Toolziel umgesetzt
du irgendwelche Wünsche oder Bedarfe, um gut werden kann.
am Workshop teilnehmen zu können?« > Beispiel: Bedingt durch eine Spastik in der
Hand kann eine Person nicht klatschen. Als Alter-
Wenn sich eine Gruppe schon sehr gut native kannst du für die gesamte Gruppe anbie-
kennengelernt hat und das Vertrauen ten, dass der Klatschrhythmus auch mit Lautsil-
innerhalb der Gruppe und zu dir stabil ist, ben (hi-ha-ho) gesprochen werden kann.
könntest du auch eine offene Gesprächsrunde
einführen, in der alle frei über ihre Bedarfe
sprechen könnten. Manchmal kann es
sinnvoll sein, diese Gespräche auch
• Wenn während der Tooldurchführung Probleme > Beispiel: Audiodeskription für eine blinde
auftauchen, dann gib den betrof­fenen Person, um über das Geschehen in der Gruppe zu
Personen die Möglichkeit, selbst­bestimmt informieren.
nach einer Lösung für das Problem zu > Beispiel: Eine Person kann für den blinden
forschen. Partner oder die blinde Partnerin nach Absprache
> Beispiel: In manchen Tools soll man sich berüh- Informationen durch Berührung vermitteln.
ren. Gib allen die Ge­legen­heit, miteinander zu be- > Beispiel: Tandems aus Teilnehmern und Teilneh-
sprechen, wie die Berührung sein sollte: Welches merinnen mit und ohne Lernschwierigkeiten kön-
Körperteil darf berührt werden, wie fest sollte die nen einander helfen, Situationen zu vereinfachen.
Berührung sein, welche alternativen Berührungs- Teilnehmer und Teilnehmerinnen ohne Lern-
möglichkeiten lassen sich finden etc. schwierigkeiten können komplexe Sachverhalte für
ihre Partner und Partnerinnen mit Lernschwierig-
• Suche immer wieder das Feedback deiner keiten in vereinfachter Sprache wiederholen.
Gruppe und sprich aktiv darüber, wie die
Übungen oder Aufgabenstellungen für • Richte immer wieder Gelegenheiten und
alle noch zugänglicher gemacht werden genug Zeit ein, in der sich die Teilnehmer und
können. Das Einbeziehen der Teilnehmer die Teilnehmerinnen über eine gemeinsame
und Teilnehmerinnen ist in unseren Augen Aufgabe austauschen können, zum Beispiel,
ein wichtiger Moment des inklusiven und um sich gegenseitig Feedback zu geben.
zugänglichen Arbeitens.
• Nutze vielfältige Möglichkeiten, um alle
• Manchmal kann es sinnvoll sein, Tandems Personen in der Gruppe zur Mitarbeit zu
zu bilden, in denen eine Person eine andere motivieren und sie für die gemeinsamen
unterstützt. Sie können einzelnen Personen Themen zu interessieren.
ein Gefühl von Sicherheit geben. Sie können
bei Bedarf schnell und unkompliziert unter­ • Inklusive Gruppen bieten vielfältige Lern­
stützen, während du dich weiter auf die gelegenheiten. Lass allen genügend Zeit,
gesamte Gruppe konzentrieren kannst. Für individuelle Voraussetzungen bei anderen
viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen ergeben wahrzunehmen und miteinander konstruktive
sich durch diese spontanen Tandems sehr Umgangsformen zu entwickeln.
wertvolle Erfahrungen.

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seite 20
2.1 A
 llgemeine Leitlinien für die Planung und Anleitung der Tools

> Beispiel: Wie kann ein Fußgänger oder eine Hinweise zum Dolmetschereinsatz
Fußgängerin einen elektrischen Rollstuhl fortbe-
wegen? Wie können Teilnehmer und Teilnehme- • Plane genug Zeit für das Gebärden­
rinnen, die keine Gebärdensprache beherrschen, dolmetschen ein.
sich dennoch mit Gehörlosen verständigen?
• Sorge als Anleiter oder Anleiterin dafür,
• Reduziere Komplexität, wo immer es dass in der Gruppe nicht zu schnell und
notwendig oder sinnvoll ist. nicht zu viel durcheinander gesprochen wird,
> Beispiel: Durch Vermeidung von Lärm, durch damit der Gebärdendolmetscher oder die
Paarbildung statt Kleingruppen, durch klein- Gebärdendolmetscherin gut übersetzen kann.
schrittiges Beschreiben einer Aufgabe, durch klare
Raumwege statt freiem Bewegen im Raum etc. • Bei Übungen, die mit geschlossenen Augen
oder am Boden durchgeführt werden, sollten
• Gib eher mehr als zu wenig Zeit für die die Instruktionen vor Beginn der Anleitung
Beschäftigung mit einer Aufgabe. gedolmetscht werden.

• Manchmal kann es sinnvoll sein, ein Tool öfter • Wenn du als Anleiter oder Anleiterin
zu wiederholen, damit das Toolziel erreicht wird. etwas demonstrierst, dann achte darauf,
dass es keine Überschneidung mit dem
• Respektiere Grenzsetzungen oder Präferenzen Gebärdendolmetschen gibt.
einzelner Teilnehmer oder Teilnehmerinnen. Führe
als Regel vorab ein, dass jede Person das Recht
hat, sich zu äußern, wenn sie etwas nicht will.

• Manchmal ist es notwendig, Fachbegriffe


zu erklären, vor allem wenn interdisziplinär
gearbeitet wird.
> Beispiel: Was bedeutet der Begriff »Dehnen«,
»Bewegungsqualität« oder auch »Barriere-
freiheit« etc.
Hinweise für die Anleitung zu zweit Hinweise zur Auswahl der Tools

• Respektiere, dass andere anders arbeiten • Schau dir immer selbst deine Gruppe an und
als du und wertschätze die Arbeit der überlege, welches Tool sich aus deiner Sicht
anderen Person. am besten für die Gruppe in dem Moment der
Anleitung eignet. 
• Es muss genau abgesprochen werden, wer
welchen Teil der Anleitung übernimmt und • Manche Tools eignen sich besser für eine
wie ihr die Übergänge gestaltet. bestimmte Zielgruppe als andere.

• Die erfahrenere Person sollte der anderen • Es kann passieren, dass ein Tool bei
genug Raum zum Ausprobieren lassen einer Gruppe sehr gut funktioniert, bei der
und sie bei Bedarf und nach Absprache nächsten, ähnlichen Gruppe aber überhaupt
unterstützen. nicht. Verzweifle darüber nicht, sondern
bleibe flexibel, um auch mal ein Tool ȟber
• Erlaubt euch, auch Neues miteinander Bord« zu werfen und schnell ein anderes
auszuprobieren. auszuprobieren.

• Plant genug Zeit für die Vorbereitung der • Die Tools enthalten eine Vielzahl von
gemeinsamen Arbeit ein. Hinweisen und Tipps. Am wichtigsten ist
jedoch deine aufmerksame Wahrnehmung für
• Plant genug Zeit für Austausch und alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, um sie
Feedback auch während der gemeinsamen bestmöglich zu unterstützen, zu schützen,
Arbeit ein. aber auch, um sie herauszufordern.

seite 21
seite 22

2.2 Die Tools im Überblick


von A-Z
5. BERÜHREN seite 42
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen erlernen
Die folgende Toolsammlung enthält insge- einen achtsamen Weg, sich gegenseitig zu
samt 31 Tools, darunter sieben Basistools, berühren.
die wir in der Übersicht mit herausge-
hoben haben. Diese sieben Basistools eig- 6. BESCHREIBEN seite 45
nen sich besonders für den Beginn in einer Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen üben zu
Gruppe, oder um eine bereits bestehende beschreiben, was sie wahrnehmen.
Gruppe auf ein bestimmtes Thema einzu-
stimmen. 7. BEWEGUNGS-NAME seite 48
In dieser Kennenlernrunde werden
1. ABKLOPFEN seite 30 Bewegungs-Namen entwickelt, in denen eine
Bei dieser Übung wärmen sich die Teilnehmer Bewegung mit dem Namen des Teilnehmers
und Teilnehmerinnen durch das Abklopfen von oder der Teilnehmerin verbunden wird.
verschiedenen Körperteilen gegenseitig auf. Dieses Tool eignet sich sehr gut zu Beginn eines
neuen Workshops.
2. ATEM–CHOR seite 33
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bilden 8. BINDFADEN seite 52
einen Chor, in dem sie ihre Atmung mit In Paaren verbinden sich die Teilnehmer und
Bewegung und Klang zusammenbringen. Teilnehmerinnen durch Bindfäden miteinander
und bewegen sich gemeinsam mit dem
3. ATMEN seite 36 Partner oder der Partnerin.
Mit diesem Tool üben die Teilnehmer und
Teilnehmerinnen, sich auf den eigenen Atem 9. BLUME seite 55
und die Bewegung zu konzentrieren und Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen reichen
beides aufeinander abzustimmen. eine Fantasieblume im Kreis herum. Alle
machen etwas anderes mit der Blume.
4. BAUM seite 38
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lassen 10. BODEN seite 58
Fantasiebäume wachsen, indem sie sich wie Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen stellen
Äste miteinander verbinden. sich vor, der Boden würde seine Beschaffenheit
ändern und verhalten sich entsprechend.
11. DEHNEN seite 61 17. IMPULSE GEBEN seite 81
Bei diesem Tool dehnen sich die Teilnehmer Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lernen,
und Teilnehmerinnen gegenseitig. über Körperkontakt Impulse für Bewegungen
weiterzugeben und zu empfangen.
12. DREI-POSEN-CHOREOGRAFIE seite 65
In Kleingruppen werden eigene kurze 18. KEIN-BALL-SPIEL seite 84
Choreografien entwickelt, die aus drei Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen spielen
verschiedenen Posen bestehen. ein Ballspiel, in dem der Ball unsichtbar ist.
Der unsichtbare Ball wird durch Geräusche
13. FLUGZEUGE seite 68 und Bewegungen ersetzt.
In Kleingruppen bewegen sich die Teilnehmer
und Teilnehmerinnen wie Flugzeuge durch den 19. KLANGFORSCHUNG seite 86
Raum. Alle sind einmal Kapitän oder Kapitänin. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen suchen
und erforschen verschiedene Möglichkeiten,
14. FÜHREN UND Klänge mit den im Raum verfügbaren Mitteln
GEFÜHRT WERDEN seite 72 zu erzeugen.
Teilnehmer und Teilnehmerinnen führen ihre
Partner oder Partnerinnen durch den Raum. 20. KUGEL seite 90
Die Geführten haben die Augen geschlossen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen stellen
sich eine Kugel vor, die sich erst durch ihren
15. GEMEINSAM STARTEN Körper und dann den Körper durch den Raum
UND GEMEINSAM STOPPEN seite 76 bewegt.
Bei dieser Übung bewegen sich alle
Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch 21. MUSIK TANZEN seite 94
den Raum und üben, sich gegenseitig Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen drücken
wahrzunehmen, durch den Versuch, Musik durch Bewegung aus.
gemeinsam zu starten und zu stoppen.
22. RHYTHMUSMASCHINE seite 96
16. GESCHENKE MACHEN seite 78 Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beschen- entwickeln eine spontane, rhythmische
ken sich abwechselnd mit kleinen Gesten, Gruppenperformance mit selbst erdachten
Massagen und Entspannungsmomenten. Bewegungen und Klängen.
seite 23
2.2 Die Tools im Überblick von A-Z seite 24

23. ROLLENDER KONTAKT seite 100 27. TANZEN IM DUNKELN seite 116
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lassen Mit geschlossenen Augen vertrauen sich die
in Paaren einen physischen Kontaktpunkt Teilnehmer und Teilnehmerinnen einer Person
zwischen sich entstehen, der fließend über an und beginnen, mit ihrer Hilfe durch den
die Körper rollt. Raum zu tanzen.

24. SCHWARM seite 104 28. THEMA FINDEN seite 119


Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen kopieren Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen reagieren
Bewegungen voneinander und bewegen sich spontan auf einen Begriff und entwickeln so
wie Vogel- oder Fischschwärme durch den ein eigenes Thema für eine Performance.
Raum.
29. VERNETZEN seite 122
25. SICHERHEITSNETZ seite 108 Mithilfe eines Bindfadens spinnen die
Einzelne Teilnehmer und Teilnehmerinnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein Netz
bewegen sich mit geschlossenen Augen untereinander.
durch den Raum und werden von einem
sicheren Netz aus anderen Teilnehmern und 30. VERTRAUEN seite 125
Teilnehmerinnen aufgefangen. Bei dieser Übung lernen die Teilnehmer und
Teilnehmerinnen, ihr Gewicht an eine Person
26. STILLE POST seite 112 abzugeben und einander zu vertrauen.
Dieses Tool funktioniert wie das klassische
»Stille Post«-Spiel. Die Teilnehmer und 31. WER, WIE UND WO BIN ICH? seite 129
Teilnehmerinnen geben Botschaften in Ohne deine direkte Aufforderung beschreiben
verschiedenen Künsten und Ausdrucksformen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich
aneinander weiter. Eine solche Botschaft selbst und ihre Position im Raum.
kann ein Geräusch, ein Zeichen, eine
Berührung, ein Wort und vieles mehr sein.
2.3 D
 arstellungsweise
der Tools
In der Toolsammlung ist jedes Tool
ausführlich beschrieben. Hierzu haben
wir verschiedene Unterpunkte und
dazugehörige Symbole entwickelt.
Hier findest du die Erläuterung dazu.

BASISTOOLS
Diese eignen sich besonders für den Beginn Ob eine Übung für deine Gruppe gut
in einer Gruppe, oder um eine bereits be­ funktioniert oder nicht, kann aber von vielen
stehende Gruppe auf ein bestimmtes Thema Faktoren, zum Beispiel der Stimmung der
einzustimmen. Gruppe, der Uhrzeit und manchmal sogar
dem Wetter abhängen. Nutze immer deine
eigenen Erfahrungen und deine Intuition,
ÜBERSCHRIFTEN UND ZUSAMMENFASSUNGEN um abzuschätzen, ob sich ein Tool für eine
Die Überschriften mit den kurzen Zusammen­ bestimmte Situation gut eignet.
fassungen sollen dir helfen, dich schnell über
die Tools zu informieren und sie schnell
wiederzufinden. Vor dem ersten Anleiten eines WAS IST DAS ZIEL?
Tools solltest du es aber immer komplett In diesem Abschnitt findest du die Ziele, die
gelesen und am besten verinnerlicht haben. du mit dem jeweiligen Tool verfolgen kannst.
Beim Anleiten der Tools kann es helfen,
immer wieder zu schauen, ob du mit der
FÜR WANN? Gruppe noch auf diese Ziele hinarbeitest.
Hier haben wir zusammengefasst, ob sich
das jeweilige Tool aus unserer Sicht am
besten für den Anfang, den Ausklang oder WOMIT?
die Vertiefung eines Workshops einsetzen Hier findest du Hinweise, welche Materialien
lässt. Auch Hinweise für mögliche Vor- oder du brauchst, um das Tool gut durchführen zu
Folgeübungen findest du hier. können.
seite 25
2.3 Darstellungsweise der Tools seite 26

WAS IST WICHTIG


DAMIT DAS TOOL GUT FUNKTIONIERT?
Hier haben wir wichtige Informationen aus Bezieht sich auf konkrete Hinweise für
unseren Forschungsergebnissen für die blinde und sehbeeinträchtigte Teilnehmer
Tools zusammengetragen. Du findest hier und Teilnehmerinnen.
Hinweise, die dir dabei helfen können, die
Übungen für möglichst viele Teilnehmer
und Teilnehmerinnen in deinem Projekt Bezieht sich auf konkrete Hinweise
so barrierefrei wie möglich zu gestalten. für Gehörlose und Teilnehmer und
Weil diese Hinweise sehr wichtig für eine Teilnehmerinnen mit Hörbeeinträchtigung.
erfolgreiche Durchführung des Tools sind,
haben wir diese Punkte früh in der Tool­
beschreibung platziert. Manche dieser Tipps Bezieht sich auf konkrete Hinweise für
ergeben vor allem dann Sinn, wenn du das Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit
komplette Tool durchgelesen hast. Lernschwierigkeiten und kognitiven
Beeinträchtigungen.

SPEZIELLE TIPPS
Bei vielen Tools können ganz konkrete Bezieht sich auf konkrete Hinweise für
Hinweise Teilnehmern und Teilnehmerinnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit
mit bestimmten Behinderungen helfen, gut an motorischen Beeinträchtigungen und
der jeweiligen Übung teilzuhaben. Oft helfen Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die eine
diese Tipps auch der gesamten Gruppe. Wir Beweg­ungs­hilfe nutzen.
haben uns dazu entschlossen, diese Tipps
dennoch gesondert zu markieren, damit du Deine Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind
sie leichter finden kannst. meistens selbst Experten und Expertinnen
ihrer Behinderung. Nimm daher vor allem
immer auch Anregungen von ihnen an und
lasse diese in die Übungen einfließen.
Wie funktioniert das Tool? ILLUSTRATIONEN
Die Beschreibung soll dir helfen, das Die Illustrationen dienen zur grafischen
jeweilige Tool bestmöglich mit deiner Orientierung, damit du immer weißt,
Gruppe durchzuführen. Jedes Tool ist in in welchem Tool du dich gerade befindest.
einzelne Schritte unterteilt. Wir möchten dir
mit der Toolbeschreibung die notwendigen
Informationen mitgeben, damit das Tool
funktioniert. Jedes Tool lässt dir aber auch
Freiheiten, die es dir ermöglichen, das Tool
auf deine eigene Art und Weise anzuleiten.

TIPP

Hier und da haben wir Tipps eingefügt, die


sich in der Creability-Arbeit besonders
bewährt haben und die wir dir mit auf den
Weg geben möchten.

WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?


Wir haben die meisten Tools absichtlich auf
ihren jeweiligen Kern reduziert, weil wir
festgestellt haben, dass diese »Kern-Tools«
für mixed-abled-Gruppen am zugänglichsten
funktionieren. Funktioniert ein Tool in seinem Auf den folgenden Seiten findest du
Kern zugänglich, ist es leicht, das Tool für sämtliche Toolbeschreibungen. Wir
deine Gruppe weiterzuentwickeln oder so wünschen dir viel Freude und Erfolg
abzuändern, dass es für sie spannender beim Anleiten!
und motivierender wird. In diesem Abschnitt
findest du einige Vorschläge, wie du mit Lisette Reuter
dem jeweiligen Tool weiterarbeiten könntest, Maximilian Schweder
nachdem du den Kern des Tools mit der Mia Sophia Bilitza
Gruppe erarbeitet hast. Susanne Quinten
seite 27
seite 28

2.4 Die Toolsammlung


seite 29
t 01 seite 30

Abklopfen
Bei dieser Übung wärmen sich die Teilnehmer
und Teilnehmerinnen durch das Abklopfen von
verschiedenen Körperteilen gegenseitig auf.

FÜR WANN?
• Vor oder nach anderen Aufwärmübungen
• Als zackiger Einstieg
• Wenn die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
sich schon etwas kennen

WAS IST DAS ZIEL?


• Wachwerden und Aufwärmen
• Körperwahrnehmung verbessern
• Grenzen wahrnehmen und mitteilen
• Kommunikation untereinander unterstützen
• Aufmerksamkeit und Achtsamkeit fördern

WOMIT?
• Bei Bedarf Kissen oder Matten für
den Boden
WAS IST WICHTIG
• Wünsche und Grenzen können jederzeit
mitgeteilt werden
• Die Kommunikation kann auch mit
abgesprochenen Handzeichen, anderen
Signalen oder über Körpersprache
funktionieren
• Körperteile zum Abklopfen können vorher
abgesprochen und auch während der
Übung gewechselt werden


• Da die Übung am Platz stattfindet, können
Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die eine
Bewegungshilfe nutzen, auch ohne diese
auf dem Boden oder einem bereitgestellten
Stuhl arbeiten


• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
besprechen gewünschte Vorgehensweisen
und bevorzugte Körperpartien miteinander
und finden einen gemeinsamen Weg

t 01
Abklopfen
seite 31
t 01 seite 32

Abklopfen

Wie funktioniert das Tool?

TIPP:
1 ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE
PARTNERIN UND SUCHEN SICH EINEN PLATZ Du kannst einen Teilnehmer oder eine
IM RAUM Teilnehmerin bitten, gemeinsam mit dir
Beispiele zu demonstrieren.

2
DIE PARTNER UND PARTNERINNEN STELLEN
ODER SETZEN SICH HINTEREINANDER

4
DIE PARTNER UND PARTNERINNEN FINDEN
3 DIE HINTEREN PERSONEN KLOPFEN EINEN SANFTEN ABSCHLUSS
UNTERSCHIEDLICHE KÖRPERSTELLEN DES • Zum Beispiel über den Rücken streichen,
PARTNERS ODER DER PARTNERIN AB Hände auflegen, Kopf massieren oder
• Die Partner und Partnerinnen teilen sich Ähnliches
gegenseitig mit, was erwünscht ist
• Beide Körperseiten werden abgeklopft
• Einzelne Körperstellen können mehr 5
DIE PAARE WECHSELN DIE ROLLEN
Aufmerksamkeit bekommen und länger
oder intensiver abgeklopft werden
• Schnelligkeit und Intensität werden
variiert, sodass sich alle auch selbst WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
beim Abklopfen aufwärmen • Zum Beispiel mit der Übung »Dehnen«
(seite 61)
Atem-Chor
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bilden
einen Chor, in dem sie ihre Atmung mit
Bewegung und Klang zusammenbringen.

FÜR WANN?
• Zum Ankommen
• Für zwischendurch
• Zum Abschließen
• Zur Vertiefung des Tools »Atmen« WAS IST WICHTIG
(seite 36) • Das Tool funktioniert durch Vor- und
Nachmachen
• Du machst als Dirigent oder Dirigentin
WAS IST DAS ZIEL? alles vor
• Körperwahrnehmung verbessern • Die Übung kann ergänzend nach der
• Achtsamkeit entstehen lassen Vorübung »Atmen« (seite 36) durch-
• Aufmerksamkeit für die Gruppe fördern geführt werden

t 02
Atem-Chor
seite 33
t 02 seite 34

Atem-Chor

Wie funktioniert das Tool?

1 DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen finden


BILDEN EINEN ATEM-CHOR gemeinsam mit ihren Nachbarn oder
• Alle kommen in einem Kreis zusammen Nachbarinnen einen Kontaktpunkt, der für
• Der Bauchnabel zeigt in die Kreismitte beide passt
• Alle konzentrieren sich darauf,
gleichmäßig durch die Nase tief ein- und
vollständig durch den Mund auszuatmen 3
DIE GRUPPE BEGINNT GEMEINSAM ZU ATMEN
• Nach ein paar tiefen Atemzügen kannst du • Alle atmen gleichzeitig mit dir ein, wenn
beim nächsten Ein- und Ausatmen deine du deine Schultern hebst
Stimme dazunehmen und verschiedene • Alle atmen gleichzeitig mit dir aus, wenn
Laute finden du deine Schultern senkst

TIPP:
2
ALLE KOMMEN IN KÖRPERLICHEN KONTAKT
MIT EINEM IHRER NACHBARN ODER Finde als Dirigent oder Dirigentin einen
NACHBARINNEN passenden Rhythmus für eine ruhige,
• Bei Bedarf kann die Gruppe enger regelmäßige Atmung für alle. Das Aus-
zusammenrücken atmen darf in etwa doppelt so lange
• Probiert verschiedene Kontaktpunkte am dauern wie das Einatmen.
Oberkörper aus, um den Atem und die
Stimme besser zu spüren. Zum Beispiel
kann eine Hand auf den Nacken, den Hals
oder Brustkorb gelegt werden
4 DER CHOR VERBINDET DIE ATMUNG MIT WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
EINER BEWEGUNG • Ändere die Bewegungsgeschwindigkeit,
• Der Kontaktpunkt mit dem Nachbarn oder Lautstärke und Klänge und erstelle damit
der Nachbarin kann gewechselt werden ein spontanes Chorstück
• Probiere verschiedene Bewegungen aus
• Teile den Chor in mehrere Gruppen auf.
5
AUSATMUNG UND BEWEGUNG WERDEN Der Klang darf bis zum Ende des Stücks
MIT EINEM GERÄUSCH VERBUNDEN nicht abreißen
• Finde verschiedene Laute, zum Beispiel • Es können auch Instrumente mit
einen »Haaa«-, »Raaa«- oder hinzugenommen werden und den Chor
»Schhh«-Laut begleiten
• Ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin
übernimmt die Rolle des Dirigenten oder
6
ES ENTSTEHT EIN ATEM-, BEWEGUNGS- der Dirigentin
UND KLANGSTÜCK

7
FINDE EINEN ABSCHLUSS
• Dieser Abschluss muss hör- und
auch sichtbar sein

t 02
Atem-Chor
seite 35
t 03 seite 36

Atmen

Mit diesem Tool üben die Teilnehmer und


Teilnehmerinnen, sich auf den eigenen Atem
und die Bewegung zu konzentrieren und beides
aufeinander abzustimmen.

FÜR WANN?
• Für den sanften Anfang oder Ausklang
• Zum Ankommen bei sich und im Raum

WAS IST DAS ZIEL? WAS IST WICHTIG


• Körpererfahrung fördern • Alle sollten nach der Erklärung der Übung
• Körperwahrnehmung verbessern gefragt werden, ob sie für diese Übung
• Achtsamkeit entstehen lassen eine Assistenz wünschen
• Je nach Wunsch können auch Körperteile
bewegt werden, die die Teilnehmer
WOMIT? oder Teilnehmerinnen nicht selbst aktiv
• Sanfte Musik bewegen können oder möchten
Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN PLATZ IM RAUM 4


ALLE BEWEGTEN KÖRPERTEILE WERDEN
• Die Augen sind geschlossen AM ENDE EINMAL GESCHÜTTELT UND
• Der Atem fließt bewusst und natürlich GELOCKERT
• Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind
bereit, sich zu bewegen
• Der Rest des Körpers ist entspannt
WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
• Atmung und Bewegung können auch bei
2
ALLE BEGINNEN, EINEN KÖRPERTEIL IM vielen anderen Tools gut miteinander
RHYTHMUS IHRES EIGENEN ATEMS ZU verbunden werden, etwa bei dem Tool
BEWEGEN »Atem-Chor« (seite 33)
• Beim Einatmen geht die Bewegung in
eine Richtung, beim Ausatmen in die
entgegengesetzte Richtung
• Die gesamte Länge des Ein- oder
Ausatmens wird für das Bewegen genutzt

3
NACH EINIGEN WIEDERHOLUNGEN WIRD
EIGENSTÄNDIG ODER ANGELEITET EIN
ANDERER KÖRPERTEIL BEWEGT

t 03
Atmen
seite 37
t 04 seite 38

Baum
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lassen
Fantasiebäume wachsen, indem sie sich wie
Äste miteinander verbinden.

FÜR WANN?
• Für zwischendurch

WAS IST DAS ZIEL?


• Achtsamkeit für die Gruppe entwickeln
• Abbau von Berührungsängsten
WAS IST WICHTIG
• Für manche Teilnehmer und Teil­ • Erweitere das Tool so, dass der
nehmerinnen bedeutet Berührung Baumstamm anfängt, einen Klang zu
Stress. Hier empfiehlt es sich, eventuell erzeugen, und jeder dazukommende Ast
die Vorübung »Berühren« (Seite 42) ebenso. Die Gruppe kann kreativ werden
durchzuführen und eigene Möglichkeiten entwickeln,
• Falls ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin damit alle den Baum finden können
Berührungsängste hat, braucht er oder sie
nicht zum Stamm des Baumes zu werden.
Lasse die Gruppe wissen, dass es okay
ist, kein Baumstamm sein zu wollen • Es kann gefährlich sein, einen Rollstuhl
• Die gesamte Gruppe ist dafür ohne die Kenntnis der rollstuhlfahrenden
verantwortlich, dass alle den Baumstamm Person zu berühren. Wenn beispielsweise
erreichen und ihn oder einen Ast berühren Gewicht auf den Rollstuhl verlagert wird,
können kann dieser unabsichtlich losrollen
• Gemeinsam sollte vorab besprochen
werden, was die bevorzugten
Berührungspunkte jedes Teilnehmers und
jeder Teilnehmerin sind. Personen, die eine
Bewegungshilfe nutzen, bekommen Zeit
und Raum, um darüber zu informieren, wie
andere Teilnehmer und Teilnehmerinnen
mit der Bewegungshilfe umgehen können

t 04
Baum
seite 39
t 04 seite 40

Baum

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE BEWEGEN SICH DURCH DEN RAUM 3 DER BAUM WÄCHST LANGSAM UND
• Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen nut- BEKOMMT ÄSTE
zen verschiedene Arten der Fortbewegung, • Alle anderen Teilnehmer und Teil­nehmerinnen
zum Beispiel gehen, laufen und rollen bewegen sich auf ihre eigene Art zum
• Alle achten gleichzeitig auf sich selbst Baumstamm hin und berühren ihn
und die gesamte Gruppe
TIPP:
TIPP:
Alle sollten genug Platz haben, um den
Beschreibe zu Beginn, wie ein Baum ent- Baum berühren zu können. Hierfür ist
steht: Pflanzensamen fliegen durch den die gesamte Gruppe verantwortlich.
Raum, einer bleibt liegen, es wächst ein Alternativ können auch nur die Äste des
Trieb, der wird zum Stamm, der Stamm Baumes berührt werden.
wächst, verästelt sich usw.


2
EINE BELIEBIGE PERSON ENTSCHEIDET,
EIN BAUMSTAMM ZU WERDEN
• Der Teilnehmer oder die Teilnehmerin
stoppt und macht auf sich aufmerksam
• Die Person kann in der Bewegung
einfrieren, einen Arm heben, ein Geräusch
machen oder Ähnliches
4
DER BAUM UND SEINE ÄSTE LÖSEN SICH WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
VONEINANDER • Mehrere Bäume wachsen gleichzeitig
• Wenn schließlich alle gleichzeitig den • Wenn der Baum komplett ausgewachsen
Baumstamm oder einen Ast berühren, ist, also alle den Stamm oder einen Ast
lassen sie sich gegenseitig los und berühren, finden alle einen gemeinsamen
bewegen sich wieder alleine durch den Atemrhythmus und bleiben etwas länger
Raum als Baum zusammen
• Wenn der Baum komplett ausgewachsen
ist, fängt der Stamm vorsichtig an, sich
5
NEUE BÄUME WACHSEN hin- und herzubewegen, als ob er sich im
Wind wiegt. Die Äste bewegen sich dann
gemeinsam mit dem Stamm
• Alle verteilen sich im Raum und schließen
die Augen. Die Person, die zum Baum
werden möchte, macht ein Geräusch. Die
anderen versuchen nun, den Baum allein
durch dessen Geräusche zu finden. Die
Geräusche sind kreativ, zum Beispiel wie
das Rauschen des Windes in der Krone
des Baumes. Wenn sie den Baum erreicht
haben und zum Ast geworden sind, können
sie als Ast ebenfalls Geräusche machen

t 04
Baum
seite 41
t 05 seite 42

Berühren

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen


erlernen einen achtsamen Weg, sich
gegenseitig zu berühren.

FÜR WANN? • Es werden nur die Körperteile berührt, die


• Als Basis für Tools mit Körperkontakt von dem Teilnehmer oder der Teilnehmerin
auch gespürt werden können und an denen
er oder sie berührt werden will. Die Paare
WAS IST DAS ZIEL? müssen sich vorab darüber austauschen,
• Vertrauen aufbauen welches diese Körperteile sind
• Achtsames Berühren lernen • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
• Berührungsscheu verlieren können selbst entscheiden, auf welcher
• Verantwortung übernehmen Raumebene sie arbeiten wollen. Zum
Beispiel aufrecht, auf dem Boden usw.
• Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen
WAS IST WICHTIG lassen genug Platz zwischen den
• Unterstütze die Kommunikation zwischen anderen Paaren und sich. Alle passen
den Partnern und Partnerinnen aufeinander auf
• Paare vereinbaren ein Signal, um • Nimm dir für diese Übung genügend Zeit
anzuzeigen, dass der Berührungspunkt
gewechselt werden soll
Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE 4


DER AKTIVE PARTNER ODER DIE AKTIVE
PARTNERIN UND ALLE PAARE VERTEILEN PARTNERIN WÄHLT EINE KÖRPERSTELLE
SICH IM RAUM DES GEGENÜBERS AUS
• Die Paare halten genug Abstand • Alternativ können Körperteile wie Arme,
zueinander oberer Rücken, Schultern und Hinterkopf
• Alle gehen achtsam und aufmerksam mit von dir vorgegeben werden
ihren Partnern und Partnerinnen um • Der empfangende Teilnehmer oder die
empfangende Teilnehmerin kann bei Bedarf
Körperstellen anbieten
2
EIN TEILNEHMER ODER EINE TEILNEHMERIN
ÜBERNIMMT DIE AKTIVE, DER ODER DIE
ANDERE DIE EMPFANGENDE ROLLE

3
DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN
NEHMEN EINE BEQUEME POSITION EIN
• Im Liegen, im Sitzen oder im Stehen

t 05
Berühren
seite 43
t 05 seite 44

Berühren

5
DER AKTIVE PARTNER ODER DIE AKTIVE 7
DER EMPFANGENDE TEILNEHMER ODER DIE
PARTNERIN LEGT EINEN EIGENEN EMPFANGENDE TEILNEHMERIN BESCHREIBT
KÖRPERTEIL WIE DIE HAND, DEN ARM, DEM GEGENÜBER DIE BERÜHRUNG
DIE SCHULTER, DIE WANGE ETC. AUF DIE • Er oder sie beschreibt, wo und wie er oder
AUSGEWÄHLTE KÖRPERSTELLE sie die Berührung spürt und auch, ob die
• Die Berührung soll sanft und achtsam, Berührung zu stark oder zu schwach ist
aber dennoch spürbar sein

TIPP: 8
EINE ANDERE KÖRPERSTELLE WIRD
BERÜHRT
Achte darauf, dass nicht nur die Finger • Die Paare probieren verschiedene
aufgelegt werden, wenn mit der Hand Körperstellen aus
berührt wird, da dies meist als unan- • Sie entscheiden selbst, wann zu einer
genehm empfunden wird. Es kitzelt neuen Körperstelle gewechselt wird,
weniger, wenn die ganze Hand mit alternativ kann dies von dir vorgegeben
Druck aufliegt. werden

9
DIE PAARE WECHSELN DIE ROLLEN
6
DER EMPFANGENDE PARTNER ODER DIE
EMPFANGENDE PARTNERIN KOMMT ZUR
RUHE
• Er oder sie kann dabei die Augen
schließen WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
• Er oder sie nimmt die Berührung bewusst • Zum Beispiel mit den Tools »Abklopfen«
wahr und atmet in die Berührung hinein (seite 30), »Rollender Kontakt« (seite 100),
»Baum« (seite 38) oder »Dehnen«
(seite 61)
Beschreiben

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen üben


zu beschreiben, was sie wahrnehmen.

FÜR WANN? • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden


Als Basis für das Tool »Wer, wie und wo dazu angeregt, das, was sie wahrnehmen,
bin ich« (seite 129) zu beschreiben, ohne es zu bewerten
• Der Unterschied zwischen beschreiben und
bewerten sollte vorab erklärt werden
WAS IST DAS ZIEL?
• Beschreiben üben
• Zum Nachdenken anregen
• Kreativ werden • Die Übung kann mit Gebärdensprache
durchgeführt werden. Flüstern wird durch
kleine und lautes Rufen durch größere
WAS IST WICHTIG Gebärden ersetzt
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
brauchen ein ruhiges Umfeld, in dem sie
sehr aufmerksam sein können
• Die Übung kann in Tandems durchgeführt
werden. Die Partner oder Partnerinnen
beschreiben nacheinander, was ihre
t 06 Aufmerksamkeit anzieht

Beschreiben
seite 45
t 06 seite 46

Beschreiben

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE VERTEILEN SICH IM RAUM 3


LEER WERDEN
• Alle nehmen eine angenehme Position ein • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
können die Augen schließen
• Alle versuchen, die zuvor gesammelten
2
IN STILLE BESCHREIBEN Eindrücke wieder zu vergessen und ihre
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Köpfe wie leer werden zu lassen
beginnen zu beschreiben, was sie • Wenn gewünscht, können die Teilnehmer
wahrnehmen und Teilnehmerinnen einmal ihren Körper
• Alle beschreiben im Stillen für sich selbst, durchschütteln
ohne zu sprechen

TIPP: 4
FLÜSTERND BESCHREIBEN
• Diesmal beschreiben die Teilnehmer und
Es hilft, wenn die Teilnehmer und Teil- Teilnehmerinnen leise, für sich flüsternd,
nehmerinnen zunächst nur einen kleinen oder mit sehr kleinen, feinen Gebärden,
Teil ihrer Wahrnehmung beschreiben. was sie wahrnehmen
Oder wenn sie nur das beschreiben, was • Wiederhole Punkt 3, leer werden
sie sehen oder hören oder fühlen oder
schmecken oder riechen. Zum Beispiel
können sie beschreiben, wie sich der 5
RUFEND BESCHREIBEN
Kontakt mit dem Boden für sie anfühlt, • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
wie sie ihre Hände halten usw. Diese beschreiben rufend, oder mit sehr großen
Wahrnehmung kann so detailreich Gebärden, was sie wahrnehmen
beschrieben werden wie gewünscht. • Wiederhole Punkt 3, leer werden
WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
• Alle bewegen sich während des
Beschreibens durch den Raum
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
machen eine Bewegung am Platz und
beschreiben diese Bewegung so detailliert
wie möglich
• Eine freiwillige Person beschreibt die
eigene Wahrnehmung und die eigenen
Bewegungen für die gesamte Gruppe. Alle
können die Augen schließen
• Zum Beispiel mit dem Tool »Wer, wie und
wo bin ich« (seite 129)

t 06
Beschreiben
seite 47
t 07 seite 48

Bewegungs-Name
In dieser Kennenlernrunde werden Bewegungs-
Namen entwickelt, in denen eine Bewegung mit
dem Namen des Teilnehmers oder der Teilnehmerin
verbunden wird.

FÜR WANN?
• Vorstellungsrunde
• Erste Aufgabe
• Dieses Tool eignet sich sehr gut zu Beginn
eines neuen Workshops

WAS IST DAS ZIEL?


• Teilnehmer und Teilnehmerinnen
kennenlernen
• Entwicklung einer neuen Form des eigenen
Namens
• Wahrnehmung und Interesse für andere
Ausdrucksformen öffnen
• Kreativ werden
WAS IST WICHTIG
• Jede Person denkt sich einen Bewegungs- :
Namen aus, der leicht wiederholt werden • Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin
kann verbindet seinen oder ihren Namen rhyth-
• Gib den Teilnehmern und Teilnehmerinnen misch mit der Bewegung, beschreibt den
genügend Zeit und unterstütze sie, wenn Körperteil, den er oder sie bewegt, und in
nötig, in der Bewegungsfindung welche Richtung die Bewegung stattfindet
• Alle dürfen die Bewegungs-Namen der
anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen
so verändern, dass sie für die eigene
Körperlichkeit stimmig sind • Haben Teilnehmer oder Teilnehmerinnen
bereits einen Gebärdennamen, kann dieser
verwendet werden
• Eine Übersetzung in Gebärdensprache ist
nur am Anfang zur Erklärung der Aufgabe
notwendig. Während der Aufgabe soll
kein Gebärdendolmetscher oder keine
Gebärdendolmetscherin eingreifen

t 07
Bewegungs-Name
seite 49
t 07 seite 50

Bewegungs-Name

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE KOMMEN IN EINEM KREIS ZUSAMMEN 3


REIHUM GEBEN ALLE IHRE NAMEN WIEDER
• Alle befinden sich auf der Kreislinie UND ZEIGEN DAZU GLEICHZEITIG DIE
• Der Bauchnabel zeigt in die Kreismitte BEWEGUNGEN
• Alle haben genug Platz, um sich zu • Die Gruppe wiederholt beides im Echo
bewegen • Sollte ein Bewegungs-Name nicht für
alle ausführbar sein, kann er angepasst
werden
2
JEDER DENKT SICH EINEN BEWEGUNGS-
NAMEN FÜR SICH SELBST AUS TIPP:

TIPP: Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die


mit ihrem Namen unzufrieden sind,
Wenn ein Teilnehmer oder eine Teilneh- dürfen diesen später ändern.
merin nicht weiß, wie er oder sie sich
bewegen soll, helfen Fragen wie »Was ist
dein Lieblingshobby und wie bewegst du
dich dabei?« oder »Was ist dein Lieb-
lingstier und wie bewegt es sich?«
WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?

 ARRIEREFREIE BEWEGUNGS-NAMEN:
B  AMENSKETTE:
N
Finde solche Bewegungs-Namen, die von Alle gemeinsam wiederholen reihum jeden
allen in der Gruppe gut ausgeführt, gesehen einzelnen Bewegungs-Namen. Dadurch
und gehört werden können. entwickelt sich eine erste Bewegungsabfolge
und Gruppenchoreografie.
GROSSE UND KLEINE BEWEGUNGEN:
Alle Namen und Bewegungs-Namen werden  AMENSCHOREOGRAFIE:
N
noch einmal reihum präsentiert, einmal so In Kleingruppen werden die Bewegungs-
leise und klein wie möglich, einmal so laut Namen nach Belieben aneinandergereiht,
und groß wie möglich. so dass eine wiederholbare Choreografie
entsteht. Diese Choreografien können vor der
 ERÜHRUNGS-NAMEN:
B gesamten Gruppe präsentiert werden.
Jedem Namen wird zusätzlich noch eine
eigene Berührung zugeordnet. So wird der
Name sichtbar, hörbar und spürbar. Hierfür
kann zum Beispiel ein Zeichen auf der
Handfläche eines Ansprechpartners oder
einer Ansprechpartnerin gemalt werden.
Dieser Berührungs-Name kann dann
im Stille-Post-Prinzip an den Nachbarn
weitergegeben werden, sodass alle ihn
spüren können.

t 07
Bewegungs-Name
seite 51
t 08 seite 52

Bindfaden
In Paaren verbinden sich die Teilnehmer
und Teilnehmerinnen durch Bindfäden
miteinander und spiegeln Bewegungen der
Partner oder Partnerinnen.

FÜR WANN?
• Für zwischendurch

WAS IST DAS ZIEL?


• Interaktion fördern
• Zusammenspiel anregen
WAS IST WICHTIG
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen können
WOMIT? jederzeit kommunizieren, welche Bewegungen
• Ein Bindfaden je Paar, mit einer Länge von gut für sie funktionieren und welche nicht
je ca. 1,5 Metern
Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE 4


ALLE KONZENTRIEREN SICH VOLLSTÄNDIG
PARTNERIN AUF DIE VERBINDUNG MIT DEN JEWEILIGEN
• Jedes Paar erhält einen Bindfaden PARTNERN ODER PARTNERINNEN
• Wer mag, kann die Augen schließen

2
DIE PAARE VERTEILEN SICH IM RAUM
• Jedes Paar hat genügend Platz, um sich 5
DIE PAARE BEWEGEN DEN FADEN ZWISCHEN
zu bewegen SICH UND VERBINDEN SO IHRE BEWEGUNGEN
• Die Partner und Partnerinnen drehen sich MITEINANDER
zueinander • Die Bewegungen sind langsam und am Platz
• Die Paare konzentrieren sich weiter auf
ihre Verbindung durch den Faden
3
DIE PAARE VERBINDEN SICH • Jede Bewegung des Partners oder der
• Jeder Partner und jede Partnerin hält den Partnerin ist über die Verbindung des
Bindfaden an einem Ende oder bindet ihn Bindfadens spürbar
locker an einem Körperteil fest • Die Führung des Bindfadens wechselt immer
• Die Fäden werden leicht auf Spannung wieder innerhalb der Paare hin und her
gehalten
TIPP:

Achte immer darauf, dass die Teil-


nehmer und Teilnehmerinnen nicht
zusammenstoßen.

t 08
Bindfaden
seite 53
t 08 seite 54

Bindfaden

WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?

SPIEGELN OHNE FADEN: Die Teilnehmer und


Teilnehmerinnen spiegeln die Bewegungen
der Partner und Partnerinnen. Die führende
Person spricht und beschreibt dabei die
eigenen Bewegungen zusätzlich so gut wie
möglich.
Blume
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
reichen eine Fantasieblume im Kreis
herum. Alle machen etwas anderes mit
der Blume.

FÜR WANN?
• Nach der Kennenlernrunde
• Für zwischendurch • Alle im Kreis beschreiben kurz, was sie
• Kurz und knackig mit der Blume getan haben, nachdem die
Blume weitergegeben wurde
• Die Übung kann in Tandems stattfinden.
WAS IST DAS ZIEL? Sehende Personen beschreiben ihren
• Interaktion fördern sehbeeinträchtigten Partnern und Partne-
• Kreativ werden rinnen, was geschieht. Das Beschreiben
• Kommunikation trainieren sollte möglichst klar und detailreich sein

WAS IST WICHTIG


• Es gibt kein richtig oder falsch • Die Übung kann in Tandems stattfinden.
• Es geht nicht darum, die einzelnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen ohne
Aktionen zu bewerten, sondern darum, kognitive Einschränkung können ihren
Geschichten zu erzählen Partnern und Partnerinnen mit kognitiver
Einschränkung zusätzlich in einfacherer
Sprache beschreiben, was sie gerade sehen
t 09
Blume
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Blume

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE KOMMEN IN EINEM KREIS ZUSAMMEN 4


DIE BLUME WANDERT IM KREIS
• Der Bauchnabel zeigt in die Kreismitte • Alle reagieren mit einer eigenen kreativen
Aktion
• Die Blume wird im Kreis herumgereicht,
2
PFLÜCKE EINE UNSICHTBARE BLUME bis sie wieder bei dir angekommen ist
• Es wird nur pantomimisch deutlich, dass
es sich um eine Blume handelt. Zum
Beispiel könntest du nach dem Pflücken
an der Blume riechen und ihre Schönheit
bewundern

3
DIE BLUME WIRD AN DIE NÄCHSTE PERSON
WEITERGEGEBEN
• Der oder die Nächste im Kreis erhält
die Blume und reagiert darauf mit einer
Aktion. Zum Beispiel kann er oder sie die
Blütenblätter abzupfen
WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?

VARIATION: WEITERENTWICKLUNG:
Ändere das Motiv. Nutze statt dem Motiv Das Motiv soll sich bei der Weitergabe an
einer Blume zum Beispiel eine Tasse Tee, eine den nächsten Teilnehmer oder die nächste
Katze, ein Seil etc. Teilnehmerin verändern. Zum Beispiel könnte
ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin wegen
TEMPO: der Blume niesen. Der oder die Nächste
Steigere das Tempo. Die Blume muss reicht ihm oder ihr ein Taschentuch, holt es
möglichst schnell, aber trotzdem auf sich zurück und gibt dann das Taschentuch
unterschiedliche Art und Weise an die an eine dritte Person weiter...
nächste Person weitergeben werden.
PERFORMANCE:
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden
in kleine Gruppen eingeteilt und entwickeln
eine kurze Performance mit dieser Methode.

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Blume
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Boden
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
stellen sich vor, der Boden würde seine
Beschaffenheit ändern und verhalten
sich entsprechend.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Für zwischendurch • Lasse alle wissen, dass mit »Boden«
• Als Vertiefung auch ein anderer Untergrund, wie zum
Beispiel der Rollstuhl, oder eine andere
spürbare Oberfläche gemeint sein kann
WAS IST DAS ZIEL? • Gib den verschiedenen Abschnitten
• Vorstellungskraft fördern genügend Zeit
• Körperwahrnehmung stärken • Die verschiedenen Oberflächen, die
• Bewegungsqualitäten verändern beschrieben werden, sollten allen
Teilnehmern und Teilnehmerinnen bekannt
sein. Mitgebrachte Stoffe und Gegenstände
WOMIT? können als Fühlbeispiele genutzt werden
• Bei Bedarf Musik, die zu verschiedenen • Alle können auch am Boden arbeiten
Bewegungen anregt • Alle finden eine bequeme Position und
• Bei Bedarf Stoffe oder Gegenstände mit können selbst entscheiden, ob sie die
verschiedenen Oberflächen Augen schließen oder offen behalten
möchten
Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN EIGENEN PLATZ 3 DER BODEN WIRD ZU SAND


IM RAUM • Beschreibe mit ruhiger Stimme, wie der
• Alle liegen, sitzen oder stehen bequem Boden zu Sand wird:
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen »Der Boden wird angenehm warm und
können die Augen schließen weich. Du fühlst, wie dein Körper, zum
Beispiel deine Finger, sich sanft in den
Sand eingraben. Der Sand rinnt durch deine
2
ALLE FÜHLEN DEN KONTAKT ZUM BODEN Finger oder Zehen. Dein Körper kann ganz
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen schwer werden. Er sinkt langsam immer
konzentrieren sich darauf, welche tiefer in den Sand ein.«
Körperbereiche den Boden berühren und • Gib den Teilnehmern und Teilnehmerinnen
wie sich der Kontakt zum Boden anfühlt genügend Zeit, sich dieses Bild
• Jeder einzelne Kontaktpunkt wird sehr vorzustellen
bewusst wahrgenommen • Beschreibe weitere Eigenschaften des
Bodens, um das Bild zu verstärken


4
BEWEGUNGEN IM SAND
• Alle beginnen, sich auf dem Boden mit den
vorgestellten Eigenschaften zu bewegen
• Die Vorstellungskraft steht hierbei im
Vordergrund

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Boden
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Boden

5
DER SAND WIRD ZU STEIN TIPP:
• Ändere nach einiger Zeit den imaginären
Zustand des Bodens: Wenn du möchtest, dass sich die
»Der Boden wird nun härter, bis er zu Teilnehmer und Teilnehmerinnen ent-
Stein wird. Fühle, wie glatt der Boden ist. spannen, wähle nur Böden mit entspan-
Spüre, wie der Stein langsam abkühlt…« nenden Eigenschaften aus: Zum Beispiel
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Samt, Federn, Gras etc.
erhalten genügend Zeit, diesen neuen
Zustand des Bodens zu erforschen

6
BEWEGUNGEN AUF DEM STEINBODEN WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
• Gib den Teilnehmern und Teilnehmerinnen
Zeit zu entdecken, wie sich ihre  IE KÖRPER ÜBERNEHMEN DIE
D
Bewegungen auf diesem neuen Boden EIGENSCHAFTEN DES BODENS:
verändern Alle stellen sich vor, wie die Eigenschaften
des Bodens auf sie übergehen, und bewegen
sich dementsprechend.
7
DER STEIN WIRD ZU…
• Probiere weitere, unterschiedliche  NTWICKLUNG EINES SOLOS:
E
Bodenbeschaffenheiten aus. Reagiere Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen überlegen
auf die Reaktionen der Teilnehmer und sich selbst verschiedene Zustände des Bodens
Teilnehmerinnen und passe den Boden und Übergänge zwischen diesen Zuständen.
nach ihren Vorlieben an. Alle entwickeln ein kleines Solo und
präsentieren es im Anschluss der Gruppe.
Dehnen
Bei diesem Tool dehnen sich die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen
gegenseitig.

FÜR WANN?
• Nach anderen Aufwärmübungen
• Als sanfter Einstieg
• Am Ende des Tages

WAS IST DAS ZIEL?


• Körpererfahrung fördern
• Körperwahrnehmung verbessern
• Beim Kennenlernen helfen
• Austausch anregen

WOMIT?
• Bei Bedarf Kissen oder Matten für
den Boden

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Dehnen
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Dehnen

WAS IST WICHTIG


• Es sollten nur Dehnungen angeleitet
werden, bei denen du dich selbst wohl • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
und sicher fühlst können, wenn sie möchten, am Boden ohne
• Die Paare sollten sich während der Übung ihre Bewegungshilfen arbeiten
unbedingt miteinander über die eigenen
Grenzen austauschen
• Achte darauf, dass die Bewegungen von
allen sehr langsam, sanft und mit viel • Die Kommunikation unter den Teilnehmern
Ruhe und Aufmerksamkeit für den Partner und Teilnehmerinnen kann hier auch
oder die Partnerin durchgeführt werden mit einfachen Handzeichen oder über
• Ist dies nicht der Fall, dann greife, wenn Körpersprache funktionieren
nötig, ein, damit niemand in eine ihm oder
ihr unmögliche Position gedrückt wird
Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE 3


DAS DEHNEN BEGINNT
PARTNERIN • Die Partner und Partnerinnen teilen sich
• Die gesamte Gruppe bildet einen Kreis gegenseitig die eigenen Möglichkeiten,
• Der Bauchnabel zeigt in die Kreismitte Grenzen und Wünsche mit und bleiben
miteinander darüber im Austausch
• Die Paare finden untereinander Signale,
2
DIE PAARE MACHEN UNTEREINANDER AUS, die für sie »Stopp« oder »Ich will mehr«
WER ZUERST GEDEHNT WERDEN MÖCHTE bedeuten
• Die Person, die dehnt, setzt sich neben • Alle Dehnungen passieren in
oder hinter den Partner oder die Partnerin Zeitlupentempo
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen • Die Körperbereiche und Muskeln werden
können sich auch auf Stühle oder den nur mit so viel Kraft gedehnt, dass es sich
Boden setzen oder legen für beide gut anfühlt
• Jede Dehnung wird für je etwa eine Minute
gehalten
• Die rechte und die linke Körperseite
werden gedehnt
• Die Paare probieren verschiedene
Muskelgruppen und Dehnrichtungen aus

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Dehnen
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Dehnen

4
DIE PARTNER UND PARTNERINNEN FINDEN WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
EINEN STIMMIGEN ABSCHLUSS
• Zum Beispiel über den Rücken streichen, RÜCKENDEHNUNG:
Hände auflegen, Kopf massieren oder 1. Die Personen, die den Partner oder die
Ähnliches Partnerin dehnen, streichen ein paar Mal
über den Rücken in Richtung des Kopfes,
links und rechts an der Wirbelsäule ent­
5
DIE PAARE WECHSELN DIE ROLLEN lang. Wer gedehnt werden möchte, kann
sich leicht nach vorne neigen, damit eine
intensivere Dehnung des Rückens spürbar
wird

ARM- UND OBERKÖRPERDEHNUNG:


1. Die Person, die gedehnt wird, sitzt bequem
und hebt einen Arm nach oben
2. Die andere Person zieht deren Arm erst
vorsichtig in die Höhe und dann zur
gegenüberliegenden Körperseite
> Der rechte Arm wird zum Beispiel nach
oben und gleichzeitig zur linken Seite
gezogen.
> Das Gesäß der gedehnten Person sollte
komplett am Boden bleiben
Drei-Posen-Choreografie
In Kleingruppen werden eigene kurze
Choreografien entwickelt, die aus drei
verschiedenen Posen bestehen.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Mittendrin • Es gibt kein richtig oder falsch
• Das Endprodukt, die Choreografie, muss
nicht ausgereift sein
WAS IST DAS ZIEL? • Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen
• Kreativität wecken erhalten genügend Zeit
• Bewegungsmaterial entwickeln
• Kurze Bewegungsabfolgen,
Choreografien, kreieren
• Zusammenarbeit üben • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
können in Tandems arbeiten. Die Tandems
entwickeln die Körperposen und
Choreografien gemeinsam. Alle Posen
werden von den Tandempartnern und
-partnerinnen beschrieben. Aufgabe der
Kleingruppen ist es dann, dass alle die
Gruppenchoreografie durchführen können.
Hierbei können akustische Signale und auf
t 12 Wunsch Körperkontakt helfen

Drei-Posen-Choreografie
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Drei-Posen-Choreografie

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE VERTEILEN SICH IM RAUM 4


DIE INDIVIDUELLEN KÖRPERPOSEN WERDEN
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben ZU EINER CHOREOGRAFIE VERBUNDEN
genug Platz, um sich zu bewegen • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
können entscheiden, wie sie sich
zueinander positionieren möchten, zum
2
ALLE DENKEN SICH EINE EIGENE Beispiel nebeneinander oder im Dreieck
KÖRPERPOSE AUS • Alle erlernen die Posen der anderen
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen in der
suchen nach einer Pose, die sie noch nie eigenen Gruppe
oder erst selten eingenommen haben • Die Gruppen erarbeiten kurze, möglichst
• Die Pose sollte wiederholbar sein direkte Übergänge zwischen den einzelnen
Posen
• Es entsteht eine Choreografie, bei der die
3
DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN drei Teilnehmer und Teilnehmerinnen die
KOMMEN IN DREIERGRUPPEN ZUSAMMEN drei Posen in Abfolge tanzen
• Du kannst die Gruppen bilden oder sie • Die Dreiergruppe übt die Choreografie und
sich selbst bilden lassen wiederholt sie mehrmals
• Die Gruppen finden einen eigenen Platz im
Raum
5
ZWEI DREIERGRUPPEN ZEIGEN SICH
GEGENSEITIG IHRE CHOREOGRAFIEN WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
• Jede Dreiergruppe findet eine weitere
Dreiergruppe BEWEGUNGSABFOLGEN:
• Die Gruppen zeigen sich gegenseitig ihre Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen denken
Choreografien und geben Rückmeldungen sich kurze Bewegungen anstelle von
und Anregungen Körperposen aus und hängen diese als
• Gib den Dreiergruppen genug Zeit, um Choreografie aneinander.
die Rückmeldungen einzuarbeiten und die
Choreografie zu wiederholen SOLO:
Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen denken
sich drei eigene Posen aus, entwickeln eigene
6
JEDE DREIERGRUPPE PRÄSENTIERT IHRE bewegte Übergänge zwischen diesen Posen
CHOREOGRAFIE VOR DER GESAMTGRUPPE und kreieren so eigene kleine Solos.

t 12
Drei-Posen-Choreografie
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Flugzeuge
In Kleingruppen bewegen sich die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen wie
Flugzeuge durch den Raum. Alle sind
einmal Kapitän oder Kapitänin.

FÜR WANN?
• Für zwischendurch
• Kurz und knackig

WAS IST DAS ZIEL?


• Kreativ werden
• Aktivierung anregen
• Stimmung anheben
• Achtsamkeit entstehen lassen

WOMIT?
• Aktivierende Musik
WAS IST WICHTIG
• Alle passen aufeinander auf, damit sie
nicht zusammenstoßen
• Bewegungen von Anderen dürfen immer
so verändert werden, dass man sie selbst
bestmöglich nachmachen kann


• Alle starten in einem langsamen Tempo.
Alle Passagiere des Flugzeugs halten
sich gegenseitig an den Schultern
fest. Alternativ können Tandems
zwischen sehbeeinträchtigen und nicht
sehbeeinträchtigen Teilnehmern und
Teilnehmerinnen gebildet werden


• Alle werden motiviert, die vorgegebenen
Bewegungen und Raumwege im Rahmen
ihrer Möglichkeiten anzupassen. Jemand
mit Krücken könnte sich am Platz drehen,
statt auf dem Boden zu rollen und wieder
aufzustehen. Jemand im Rollstuhl kann
einen Arm heben, statt zu springen, oder
Ähnliches

t 13
Flugzeuge
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Flugzeuge

Wie funktioniert das Tool?

1 DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN 3


AUF EIN SIGNAL WECHSELT DER KAPITÄN
BILDEN FLUGZEUGE MIT PASSAGIEREN UND ODER DIE KAPITÄNIN ANS ENDE DER REIHE
EINEM KAPITÄN ODER EINER KAPITÄNIN • Finde ein Signal, das gut sichtbar und
• Alle Flugzeuge bestehen aus 4 – 6 hörbar ist, wie zum Beispiel Klatschen
Teilnehmern und Teilnehmerinnen • Du entscheidest, wann du das Signal
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen gibst und der Kapitän oder die Kapitänin
begeben sich hintereinander in eine Reihe wechselt
• Die vorderste Person ist der Kapitän oder
die Kapitänin
4
DIE ZWEITE PERSON DER GRUPPE IST
JETZT DER NEUE KAPITÄN ODER DIE
2
ALLE FLUGZEUGE FOLGEN IHREM KAPITÄN KAPITÄNIN
ODER IHRER KAPITÄNIN DURCH DEN RAUM
• Der Kapitän oder die Kapitänin hat dafür
Sorge zu tragen, dass alle mitkommen 5
DAS FLUGZEUG FOLGT DEM NEUEN KAPITÄN
• Er oder sie wählt immer neue Wege ODER DER KAPITÄNIN DURCH DEN RAUM
• Jedes Flugzeug hat seine eigene Flugbahn
• Alle Flugzeuge fliegen aufmerksam,
damit sie mit keinem anderen Flugzeug 6
WENN ALLE IM FLUGZEUG EINMAL KAPITÄN
zusammenstoßen ODER KAPITÄNIN WAREN, LANDET DAS
FLUGZEUG WIEDER AUF SEINEM PLATZ
WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?

RAUMWEGE ÄNDERN:
Alle Flugzeuge finden möglichst kreative,
eigene Raumwege. Sie fliegen mit Pausen, in
Höhen und Tiefen und spielen mit Rückwärts-
und Seitwärtsbewegungen.

BEWEGUNGEN HINZUFÜGEN:
Der Kapitän oder die Kapitänin fügt
Bewegungen einzelner Gliedmaßen oder des
gesamten Körpers hinzu. Die Bewegungen
müssen für alle sichtbar sein, sodass das
gesamte Flugzeug sie direkt kopieren kann.

t 13
Flugzeuge
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Führen und geführt werden

Teilnehmer und Teilnehmerinnen führen ihre


Partner oder Partnerinnen durch den Raum.
Die Geführten haben die Augen geschlossen.

FÜR WANN?
• Für zwischendurch
• Als Basis für die Tools »Schwarm«
(seite 104) oder »Flugzeuge« (seite 68)

WAS IST DAS ZIEL?


• Zusammenarbeit stärken
• Förderung von Aufmerksamkeit
• Übernahme von Verantwortung
• Aufbau von Vertrauen

WOMIT?
• Kleiner, tragbarer Lautsprecher
oder ein Musikinstrument
• Musik
WAS IST WICHTIG
• Alle übernehmen die Verantwortung für die • Stelle an einem Ende des Raumes
Sicherheit des Partners oder der Partnerin. den kleinen Lautsprecher auf, der
Erinnere alle, falls nötig, regelmäßig an als akustisches Ziel dienen kann
ihre Verantwortung
• Gib den Paaren genug Zeit, damit sie
abstimmen können, wer die führende bzw.
die geführte Rolle zuerst einnimmt und • Alle Paare finden Kontaktflächen, die
wie geführt wird es ermöglichen, den Kontakt dauerhaft
• Es geht nicht darum, wer am schnellsten aufrechtzuerhalten und gleichzeitig
ist, sondern darum, eine passende Bewegungen auszuführen. Beispielsweise
Geschwindigkeit gemeinsam mit dem Kopf und Hand, Schulter und Hand, Kopf
Partner und der Partnerin zu finden und Schulter etc. Plane Zeit ein, um
• Es geht darum, ein schönes Erlebnis verschiedene Möglichkeiten vor dem Start
miteinander zu haben der Aufgabe auszuprobieren

t 14
Führen und geführt werden
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Führen und geführt werden

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE 3


EIN PARTNER ODER EINE PARTNERIN FÜHRT
PARTNERIN DIE JEWEILS ANDERE PERSON
• Zum Beispiel zum gegenüberliegenden
Ende des Raumes oder zur Quelle der
2
ALLE PAARE BESPRECHEN, WER ZUERST Musik
FÜHRT UND WIE GEFÜHRT WIRD • Die Paare bewegen sich nacheinander,
• Die Partner und Partnerinnen finden eine damit genug Platz ist
Möglichkeit, wie sie einander mit einer • Unterschiedliche Möglichkeiten des
physischen Verbindung gut führen können Führens und Geführtwerdens dürfen
• Der Kontakt ist immer sanft und klar von anderen Paaren übernommen und
ausprobiert werden
TIPP:

Die führende Person kann zum Beispiel 4


DIE PAARE KOMMEN NEBENEINANDER AN
eine Schulter zur Verfügung stellen, EINER WAND DES RAUMES ZUSAMMEN
auf der die Hand der geführten Person
aufgelegt wird.
5
DIE ROLLEN WERDEN GETAUSCHT
WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
• In der Mitte des Raumes wird der Partner
oder die Partnerin auf eine tiefere
Raumebene geführt, zum Beispiel wird er
oder sie erst zum Boden und dann wieder
zurück auf eine höhere Raumebene geführt
• In der Mitte des Raumes bewegen sich die
Paare einmal im Kreis
• Alle Paare bewegen sich gleichzeitig kreuz
und quer durch den Raum und achten dabei
auf andere Paare
• Alle experimentieren sehr vorsichtig mit
verschiedenen Geschwindigkeiten. Die Paare
achten dabei gut auf andere Paare in ihrer
Nähe
• Die Paare führen sich anstelle einer
körperlichen Berührung mithilfe von Stimme
und Geräuschen durch den Raum
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen führen
sich gegenseitig aus dem Raum über das
Außengelände

t 14
Führen und geführt werden
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Gemeinsam starten und


gemeinsam stoppen

Bei dieser Übung bewegen sich alle


Teilnehmer und Teilnehmerinnen durch
den Raum und üben, sich gegenseitig
wahrzunehmen, durch den Versuch,
gemeinsam zu starten und zu stoppen.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Für Anfänge und Ausklänge • Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen
• Zum Ankommen bei sich und im Raum können selbst entscheiden, ob sie eine
Bewegung an einem Platz, eine Bewegung
durch den Raum, oder beides ausführen
WAS IST DAS ZIEL? möchten
• Achtsamkeit entstehen lassen • Das Starten und Stoppen am Anfang und
• Aufmerksamkeit für die Gruppe fördern Ende der Bewegung kann alternativ auch
• Bewegungskontrolle fördern durch Instrumente oder Klatschen hörbar
gemacht werden
Wie funktioniert das Tool? 4 WIEDERHOLT DIE EINZELNEN SCHRITTE

TIPP:
1 ALLE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN
BEWEGEN SICH AUFMERKSAM DURCH Als Alternative und zum Aufwärmen für
DEN RAUM die Übung kann Musik gespielt und von
• Alle achten aufeinander dir immer wieder gestartet und gestoppt
• Es wird nicht gesprochen werden.

Als Alternative und zum Aufwärmen für


2
ALLE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN die Übung können sich 2 – 5 Teilnehmer
VERSUCHEN, GLEICHZEITIG ZU STOPPEN und Teilnehmerinnen in einer Reihe
• Der Stopp wird für einen Moment gehalten, nebeneinander aufstellen und das ge-
als wäre die Gruppe eingefroren meinsame Starten und Stoppen üben.

TIPP:

Arbeitet auf Gleichzeitigkeit hin, auch


wenn dieses Ziel unerreichbar scheint. WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
• Bei jedem Start wird aus der Gruppe
heraus, ohne zu sprechen, eine neue
Fortbewegungsart entwickelt
3
ALLE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN • Statt zu stoppen, bewegen sich die
VERSUCHEN, GLEICHZEITIG WIEDER ZU Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Platz
STARTEN auf eine eigene Art und Weise

t 15
Gemeinsam starten und gemeinsam stoppen
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Geschenke machen
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beschenken
sich abwechselnd mit kleinen Gesten, Massagen
und Entspannungsmomenten.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Zum Ausklang • Nimm dir für diese Übung genügend Zeit
• Als Vertiefung zum Basistool »Berühren« • Unterstütze vor der Übung den Austausch
(seite 42) der Teilnehmer und Teilnehmerinnen
darüber, an welchen Körperstellen
Berührungen angenehm sein können
WAS IST DAS ZIEL? • Es kann helfen, eine angeleitete Massage
• Achtsamkeit entstehen lassen als Vorübung zu machen
• Aufmerksamkeit für andere Teilnehmer • Das Tool wird in Stille durchgeführt
fördern • Alle gehen achtsam miteinander um
• Beruhigen und Entspannen • Jeder und jede vergibt nur solche
Geschenke, die er oder sie selbst auch
gerne empfangen würde
WOMIT? • Alle dürfen entscheiden, ob sie die Augen
• Entspannende Musik schließen oder offen lassen möchten
• Stühle oder Decken, wenn gewünscht


• Achte darauf, dass alle Teilnehmer und
Teilnehmerinnen, die Geschenke geben, alle
anderen in der Gruppe erreichen können
Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE 4


DER SCHENKER ODER DIE SCHENKERIN
PARTNERIN VERGIBT DIE GESCHENKE ACHTSAM AN DEN
PARTNER ODER DIE PARTNERIN
• Zum Beispiel: Sanfte Berührungen, kurze
2
DIE GESAMTE GRUPPE BILDET EINEN KREIS Massagen, kleine Gesten wie Umarmungen,
• Der Bauchnabel zeigt in die Kreismitte ein Lied wird gesummt, ein Gedicht wird
• Alle achten aufeinander und haben genug vorgesagt
Abstand zu den anderen Paaren
• Die Paare entscheiden, wer von beiden TIPP:
zuerst Schenker oder Schenkerin und wer
Empfänger oder Empfängerin ist Achte darauf, dass alle immer achtsam
• Die Paare machen Signale aus, die auf die Reaktionen ihrer Partner und
»Stopp« oder »Ich wünsche mir mehr« Partnerinnen eingehen.
bedeuten

3
DER EMPFÄNGER ODER DIE EMPFÄNGERIN
KANN DIE AUGEN SCHLIESSEN
• Er oder sie nimmt eine entspannte
Position ein

t 16
Geschenke machen
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Geschenke machen

5
NACH ETWA FÜNF MINUTEN ÖFFNET DER WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
EMPFÄNGER ODER DIE EMPFÄNGERIN • Der Empfänger oder die Empfängerin
LANGSAM DIE AUGEN bietet andere Körperstellen an
• Die Empfänger und Empfängerinnen • Die Schenker und Schenkerinnen wechseln
bedanken sich bei ihren Schenkern und während der Übung im Rhythmus von
Schenkerinnen etwa einer Minute von einem Empfänger
oder einer Empfängerin zur nächsten
Person. Dies ist eine Herausforderung für
6
DIE ROLLEN WERDEN GEWECHSELT die Empfänger und Empfängerinnen, da
sie nie wissen, wer sie gerade beschenkt,
es kann aber auch eine besonders schöne
Erfahrung sein
• Anstatt im Kreis kann das Tool mit
freier Platzwahl der Paare im Raum
durchgeführt werden
Impulse geben

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen


lernen, über Körperkontakt Impulse
für Bewegungen weiterzugeben und zu
empfangen.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Als Basis für Übungen mit Körperkontakt • Führe die Übung mit viel Ruhe durch
• Unterstütze die Kommunikation in den
Paaren: Wie deutlich müssen die Impulse
WAS IST DAS ZIEL? gegeben werden? Müssen Impulse anders
• Impulse weitergeben lernen gegeben werden?
• Berührung achtsam ausüben • Alle lassen ausreichend Platz zwischen
• Berührungsscheu verlieren anderen Paaren und sich. Alle passen
• Austausch fördern aufeinander auf

WOMIT?
• Bei Bedarf mit Musik • Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit Sehbe-
einträchtigung können Körperteile angeboten
werden, um die Übung zu vereinfachen


t 17 • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
können entscheiden, auch auf dem Boden
Impulse geben zu arbeiten
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Impulse geben

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE


PARTNERIN UND ALLE PAARE VERTEILEN
SICH IM RAUM
• Die Paare halten genug Abstand zueinander
• Beide Partner oder Partnerinnen sind
aufmerksam
• Sie vermeiden Zusammenstöße mit
anderen TIPP:

Achte darauf, dass die Teilnehmer und


2
DIE PAARE ENTSCHEIDEN, WER ZUERST DIE Teilnehmerinnen zum Beispiel nicht nur
AKTIVE UND WER DIE EMPFANGENDE ROLLE die Fingerspitzen auflegen, sondern die
ÜBERNIMMT ganze Handinnenfläche.
• Die aktive Person wird den Impuls geben
• Die empfangende Person wird den Impuls
empfangen

4
DER IMPULS STARTET
3 DIE AKTIVE PERSON LEGT EINEN GROSS­ • Die aktive Person gibt den Impuls
FLÄCHIGEN KÖRPERTEIL AUF EINEN KÖRPER­ möglichst großflächig
BEREICH DES PARTNERS ODER DER PARTNERIN • Die aktive Person drückt den Körperteil
• Die Kontaktfläche muss für beide klar sanft in eine Richtung, in die der Partner
spürbar sein oder die Partnerin den Körperteil auch
• Die empfangende Person kann auch selbst bewegen kann
eine Kontaktfläche anbieten • Der Druck ist sehr sanft
5
DIE EMPFANGENDE PERSON BEWEGT DAS • Es kommt zu einem klaren Stopp und eine
BERÜHRTE KÖRPERTEIL neue Kontaktfläche wird gefunden
• Die empfangende Person konzentriert sich • Die Längen und die Abstände zwischen
auf die Richtung und die Intensität des den Impulsen werden variiert
Impulses
• Die Bewegung wird in die Richtung
ausgeführt, in die der Impuls ausgeübt 8
DIE PAARE WECHSELN NACH ETWA
wird 10 MINUTEN DIE ROLLEN

6
DER IMPULS ENDET
• Der Impulsgeber oder die Impulsgeberin WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
beendet den Druck, behält aber den
Kontakt bei DIE EMPFANGENDE PERSON TANZT DURCH
• Die empfangende Person spürt auf­ DEN RAUM:
merksam in die Berührungsfläche hinein • Die empfangende Person beginnt mit dem
und beendet die Bewegung, sobald der Körperteil, das den Impuls bekommen hat,
Bewegungsimpuls stoppt eine Bewegung
• Wenn es zu einem klaren Stopp des Im- • Je stärker der Impuls, desto länger und
pulses und der Bewegung kommt, kann der intensiver ist die Bewegung
Körperkontakt langsam aufgelöst werden • Die Dauer der Bewegung ist abhängig von
der Stärke des Impulses
• Ist die Bewegung beendet, verharrt die
7
DIE AKTIVE PERSON GIBT WEITERE IMPULSE empfangende Person in einer neuen End­
• Es werden im gemeinsamen Austausch position und bekommt einen neuen Impuls
neue Kontaktflächen am Körper der
empfangenden Person gefunden
• Ein neuer Bewegungsimpuls wird ausgelöst

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Impulse geben
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Kein-Ball-Spiel
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
spielen ein Ballspiel, in dem der Ball
unsichtbar ist. Der unsichtbare Ball wird
durch Geräusche und Bewegungen ersetzt.

FÜR WANN?
• Für zwischendurch
• Kurz und knackig

WAS IST DAS ZIEL?


• Die Gruppe aufwecken
• Kreativ werden WAS IST WICHTIG
• Kennenlernen • Alle gewinnen bei diesem Spiel, es gibt
• Eigene Bewegungen und Geräusche keine Verlierer oder Verliererinnen
entwickeln • Geräusche sollten immer auch mit einer
• Aufmerksamkeit schärfen Bewegung verbunden werden
Wie funktioniert das Tool?

1 DIE GRUPPE PROBIERT GEMEINSAM DAS 3


ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE
AUFFANGEN, HALTEN UND WEITERSPIELEN PARTNERIN
DES UNSICHTBAREN BALLES AUS
• Jede dieser Aktionen bekommt je eine
Bewegung, verbunden mit einem Geräusch 4
DIE PAARE VERTEILEN SICH SO IM RAUM, DASS
• Alle finden kreative Bewegungen und SIE GENÜGEND PLATZ UM SICH HERUM HABEN
Geräusche, wie klatschen, springen, • Das Paar wendet sich einander
pfeifen, rollen, rufen usw. aufmerksam zu
• Probiert verschiedene Körperteile aus, mit
denen der unsichtbare Ball aufgefangen,
gehalten und weitergegeben wird 5
DIE PAARE SPIELEN EIN KEIN-BALL-MATCH
• Gib ein paar Beispiele vor, die alle • Das Paar entscheidet, wer den
gemeinsam ausprobieren unsichtbaren Ball zuerst hat
• Es können auch Teilnehmer oder • Die Partner oder Partnerinnen spielen
Teilnehmerinnen ein Beispiel dazugeben sich abwechselnd den Ball zu, bis du ein
Signal zum Abschluss gibst

2
JEDER TEILNEHMER UND JEDE TEIL­
NEHMERIN ÜBERLEGT SICH SELBST ALLEINE WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
DREI BEWEGUNGEN, VERBUNDEN MIT DREI • Alle experimentieren mit besonders großen
GERÄUSCHEN FÜR DAS SPIEL MIT EINEM und besonders kleinen Bewegungen
PARTNER ODER EINER PARTNERIN • Es werden größere Teams mit zwei oder
• Lasse den Teilnehmern und Teilnehmer­ mehr Spielern pro Team gebildet
innen genügend Zeit, um Bewegungen zu • Zwei große Teams, die gegeneinander
finden und zu üben spielen, werden gebildet

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Kein-Ball-Spiel
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Klangforschung
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
suchen und erforschen verschiedene
Möglichkeiten, Klänge mit den im Raum
verfügbaren Mitteln zu erzeugen.

FÜR WANN?
• Für zwischendurch

WAS IST DAS ZIEL?


• Kreativ werden
• Zusammenarbeit fördern
• Klänge erzeugen und wahrnehmen

WOMIT?
• Beliebige Gegenstände oder Möbelstücke
im Raum, mit denen Klänge erzeugt
werden können
WAS IST WICHTIG
• Rege die Teilnehmer und Teilnehmerinnen • Die Übung kann in Tandems stattfinden,
dazu an, neugierig zu sein, um möglichst wenn es von gehörlosen oder hörbe­ein­
verschiedene Klänge zu finden und zu trächtigten Teilnehmern oder Teil­nehmer­
untersuchen innen so gewünscht wird. Jeder Klang
wird mit einer Bewegung verbunden. Die
Person, die keine Hörbeeinträchtigung hat,
gibt der Person mit Hörbeeinträchtigung
• Die Übung kann in Tandems statt­finden, Rückmeldung über ihre Bewegung zu den
wenn es von blinden oder seh­beein­ von ihm oder ihr gefundenen Klängen.
trächtigten Teilnehmern oder Teil­nehmer­ Die Tandems finden Möglichkeiten, die
innen so gewünscht wird. Die Person, die Schwingungen der Klänge mit dem Körper
nicht sehbeeinträchtigt ist, beschreibt, auszudrücken
was geschieht und unterstützt die seh­
beeinträchtigte oder blinde Person dabei,
im Raum nach Klängen und Möglich­keiten
der Klangerzeugung zu suchen

t 19
Klangforschung
seite 87
t 19 seite 88

Klangforschung

Wie funktioniert das Tool?

1 JEDER TEILNEHMER UND JEDE 2 ALLE WÄHLEN FÜR SICH EINEN


TEILNEHMERIN UNTERSUCHT FÜR SICH LIEBLINGSKLANG AUS
SELBST DEN RAUM AUF KLÄNGE
• Alles kann zur Klangerzeugung genutzt
werden, zum Beispiel der Boden, die 3
ALLE PRÄSENTIEREN IHRE KLÄNGE DER
Heizungen, ein Stift, ein Fenstergriff usw. REIHE NACH DER GESAMTEN GRUPPE
• Alle nehmen sich genügend Zeit, um
verschiedene Klänge auszuprobieren und
suchen so lange, bis sie einen Klang 4
TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN,
gefunden haben, der sie interessiert DIE NAH BEIEINANDER SIND, KOMMEN IN
KLEINEN GRUPPEN ZUSAMMEN
TIPP: • Jede Gruppe besteht aus vier bis sechs
Personen
Rege die Gruppe dazu an, sich von
anderen Teilnehmern und Teilnehme-
rinnen und ihren Klängen inspirieren zu
lassen.


5 DIE GRUPPEN ENTWICKELN KLEINE 6 DIE GRUPPEN PRÄSENTIEREN IHRE
KOMPOSITIONEN ODER KUNSTVOLLE KOMPOSITIONEN
ZUSAMMENSTELLUNGEN DER KLÄNGE
• Alle nutzen ihre gefundenen Klänge und
verbinden diese miteinander
• In den Gruppen wird damit experimentiert, WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
die Klänge nacheinander oder gleichzeitig Werde zum Dirigenten oder zur Dirigentin und
zu erzeugen bilde mit der gesamten Gruppe ein Orchester
• Alle probieren verschiedene
Geschwindigkeitsstufen, Lautstärken und
Reihenfolgen aus
• Jede Gruppe entwickelt eine festgelegte
Reihenfolge und Dramaturgie mit klarem
Anfang, Höhepunkt und Ende

TIPP:

Es kann helfen, wenn ein Teilnehmer


oder eine Teilnehmerin in der Gruppe
zum Dirigenten oder zur Dirigentin
wird und die Komposition anleitet.

t 19
Klangforschung
seite 89
t 20 seite 90

Kugel
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
stellen sich eine Kugel vor, die sich erst
durch ihren Körper und dann den Körper
durch den Raum bewegt.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Für zwischendurch • Für manche Teilnehmer und
• Zum Entspannen Teilnehmerinnen kann statt der Kugel ein
kleiner Vogel oder ein Fisch gut als Motiv
funktionieren. Entscheide selbst, welche
WAS IST DAS ZIEL? Bewegungsidee du für die Gruppe nutzen
• Körperwahrnehmung verbessern möchtest
• Neue Bewegungen und • Es kann hilfreich sein, wenn die Position
Bewegungsqualitäten kennenlernen und die Bewegung der Fantasiekugel sehr
• Fantasie anregen genau beschrieben wird

WOMIT?
• Musik, die sich für alle • Sprich dich vor Beginn der Übung
Bewegungsgeschwindigkeiten eignet gut mit dem Gebärdendolmetscher
oder der Gebärdendolmetscherin ab.
Der Gebärdendolmetscher oder die
Gebärdendolmetscherin sollte die Übung
gut kennen, damit angemessen übersetzt
werden kann
Wie funktioniert das Tool?

1 JEDER UND JEDE FINDET EINEN EIGENEN 4


DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN
PLATZ IM RAUM STELLEN SICH VOR, DASS DIE ATEMLUFT
• Alle nehmen eine entspannte Position im SICH IN EINE FANTASIEKUGEL VERWANDELT
Liegen, Sitzen oder Stehen ein

5
DIE FANTASIEKUGEL BEGINNT, DURCH DEN
2
ALLE ATMEN TIEF EIN UND AUS KÖRPER ZU REISEN
• Alle nehmen sich genug Zeit • Sie bewegt sich ganz sanft
• Alle konzentrieren sich darauf, wie frische • Sie reist zum Beispiel in den Kopf, durch
Luft in ihre Körper strömt einen Arm, in eine Hand oder in einen
Finger
• Sie kann rollen oder schweben
3
DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN • Sie kann ihr Gewicht verändern
SCHICKEN DIE LUFT, DIE SIE ATMEN, IN ALLE • Die Kugel entdeckt jeden Teil des Körpers
BEREICHE IHRER KÖRPER neu
• Gib Körperbereiche vor, in die die • Gib den Teilnehmern und Teilnehmerinnen
Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihren viel Zeit, damit sie sich gut auf die
Atem schicken können Bewegungen der Kugel konzentrieren
können

t 20
Kugel
seite 91
t 20 seite 92

Kugel

6
DIE FANTASIEKUGEL BEGINNT VORSICHTIG, 8 DIE FANTASIEKUGEL WIRD LEBENDIGER UND
DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN ZU SCHNELLER
BEWEGEN • Sie rollt und fliegt zügiger von einem
• Das Körperteil, in dem sich die Kugel Körperteil in den nächsten
befindet, wird langsam von ihr bewegt • Die Bewegung findet immer noch am Platz
• Alle Bewegungen finden zunächst nur am statt
Platz statt
TIPP:
TIPP:
Entscheide, wie lebendig sich die Teil-
Wenn Teilnehmer und Teilnehmerinnen nehmer und Teilnehmerinnen bewegen
nicht wissen, wie sie sich bewegen sollen. Achte darauf, dass alle genug
sollen, dann beschreibe Position und Platz haben.
Bewegung der Fantasiekugel für sie
genauer.

9
DIE KUGEL BEWEGT DEN GANZEN KÖRPER
DURCH DEN RAUM
7
DIE BEWEGUNGEN DER FANTASIEKUGEL
WERDEN GRÖSSER UND STÄRKER
• Die Körperteile, in denen sich die 10. DIE KUGEL KOMMT LANGSAM WIEDER ZUR

Fantasiekugel befindet, werden ebenfalls RUHE
größer und stärker bewegt • Alle Bewegungen werden ruhiger
• Die Bewegungen finden weiterhin auf dem
Platz statt


WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
Die Kugel wird magnetisch. Sie bewegt
alle durch den Raum und wird auch
von den Kugeln anderer Teilnehmer und
Teilnehmerinnen angezogen

t 20
Kugel
seite 93
t 21 seite 94

Musik tanzen
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
drücken Musik durch Bewegung aus.

WAS IST WICHTIG


• Wähle die Musik vorab, bewusst nach
verschiedenen Stilen und Stimmungen
• Wähle Musik aus, die zum Bewegen anregt

FÜR WANN?
• Zum Aufwärmen • Frage blinde oder sehbeeinträchtigte Teil­
• Als schwungvoller Einstieg nehmer und Teilnehmerinnen, ob sie sich
Tandempartner oder Tandempartnerinnen
wünschen, die darauf achten, dass keine
WAS IST DAS ZIEL? Zusammenstöße passieren können
• Aufwärmen
• Körperwahrnehmung verbessern
• Musik in Bewegung wiedergeben
• Musikalität fördern • Die Musik wird nach Möglichkeit von
Musikern vor Ort live gespielt
• Alternativ kann die Musik viel Bass haben
WOMIT? und der Bass möglichst gut über den
• Im Voraus gewählte Musik mit Boden, zum Beispiel durch Lautsprecher
unterschiedlichen Tonlagen, Instrumenten oder Subwoofer auf Holz- oder Schwing­
und Rhythmen boden, übertragen werden
TIPP:

Mache mit und gib Beispiele. Lasse den Teil-


Wie funktioniert das Tool? nehmern und Teilnehmerinnen genügend
Zeit, um ihre Bewegungsmöglich­keiten
mit einzelnen Körperteilen zu erforschen.
Lasse ihnen auch Zeit, damit sie allmäh-
1 ALLE VERTEILEN SICH IM RAUM lich ihre Bewegungen genießen können.
• Jeder und jede achtet darauf, dass alle
genügend Platz haben, um sich frei und
sicher bewegen zu können
4
DIE BEWEGUNGEN WERDEN GRÖSSER
• Die Bewegungen werden immer größer,
2
STARTE DIE MUSIK breiten sich auf andere Körperteile und
schließlich auf den gesamten Körper aus

3
DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN
BEGINNEN ZU TANZEN
• Gib einen Körperteil vor, zum Beispiel WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
Finger, Hände, Arme oder Kopf, oder lasse • Verschiedene Musikstile werden genutzt,
die Teilnehmer oder Teilnehmerinnen selbst zum Beispiel Popmusik, Jazz, Klassik usw.
entscheiden, mit welchem Körperteil sie • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
beginnen möchten bilden Paare und interpretieren die Musik
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen miteinander
beginnen, mit dem ausgewählten Körperteil • Einzelne Instrumente werden durch unter-
die Musik in Bewegung umzusetzen schiedliche Körperteile in Bewegung übersetzt
• Beispielsweise können das Tempo, die • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bilden
Lautstärke, die Dynamik und die Stimmung Gruppen. Jede einzelne Gruppe setzt ein
der Musik in Bewegungen umgesetzt werden bestimmtes Instrument in Bewegung um

t 21
Musik tanzen
seite 95
t 22 seite 96

Rhythmusmaschine
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
entwickeln eine spontane, rhythmische
Gruppenperformance mit selbst erdachten
Bewegungen und Klängen.

FÜR WANN?
• Nach dem Aufwärmen
• Zur Entwicklung von neuen Ideen
• Nach Rhythmusübungen oder dem Tool
»Atem-Chor« (seite 33)

WAS IST DAS ZIEL?


• Bewegungen und Klänge miteinander
verbinden
• Austausch stärken
• Aufmerksamkeit für die Gruppe schaffen
• Eigenes Klang- und Bewegungsmaterial
entwickeln, gestalten und wiederholen
WAS IST WICHTIG
• Alle achten auf die gesamte Gruppe • Alle achten darauf, dass sie all ihre
• Das Zuschauen und Zuhören ist genauso Bewegungen kontrolliert und sicher
wichtig wie das Mitmachen ausführen
• Die Gruppe muss darauf achten, dass • Je nach Wunsch können Teilnehmer und
jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin Teilnehmerinnen von Assistenten oder
genügend Platz und Zeit bekommt Assistentinnen, Partnern oder Partnerinnen
• Das Tool wird ohne Körperkontakt in die Kreismitte geführt werden
durchgeführt
• Um bei der Klang- und Bewegungsfindung
zu helfen, könntest du zum Beispiel fragen:
Was passiert in einer Küche? Was passiert • Mache besonders deutlich, dass zu jeder
in einer Fabrik? Bewegung auch ein Geräusch gehört
• Zeige, dass Bewegungen auch ein
Geräusch hervorrufen können, zum
Beispiel durch klatschen, klopfen oder
stampfen

t 22
Rhythmusmaschine
seite 97
t 22 seite 98

Rhythmusmaschine

Wie funktioniert das Tool?

TIPP:
1 ALLE KOMMEN IN EINEM GROSSEN KREIS
ZUSAMMEN Es kann helfen, vor dem Tool eine
• Alle stellen sich auf die Kreislinie und gemeinsame Rhythmusübung mit der
richten sich zur Mitte des Kreises aus Gruppe durchzuführen, bei der z. B. alle
gleichzeitig im Rhythmus atmen.

2
ALLE FÜHREN EINE BEWEGUNG VOR UND Weniger ist hier oft mehr.
VERBINDEN SIE MIT EINEM GERÄUSCH
• Die Geräusche können mit dem Körper, Fällt den Teilnehmern und Teilnehme-
zum Beispiel durch Klopfen und Klatschen, rinnen nichts ein, kannst du Beispiele
oder zum Beispiel durch lautes Atmen, nennen und vorzeigen: Bewegungen
Summen und Singen erzeugt werden und Geräusche in einer Fabrik, in einer
• Beginne selbst und gib ein langsames Küche, in einem Schwimmbad etc.
Tempo mit einfachem Rhythmus vor
• Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin
führt einmal seine oder ihre mit dem
Geräusch verbundene Bewegung vor. Die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen dürfen 3
DIE RHYTHMUSMASCHINE STARTET
selbst entscheiden, ob sie hierzu in die • Ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin
Kreismitte treten möchten oder nicht beginnt und wiederholt seine oder ihre
• Jede Bewegung und jedes Geräusch Bewegung und das Geräusch immer und
werden zwei- bis dreimal wiederholt immer wieder
• Die eigenen Bewegungen und Geräusche • Die Geschwindigkeit und der Rhythmus
sollten von jeder Person gut wiederholt sollten möglichst gleich bleiben
werden können
4
WEITERE TEILNEHMER UND TEILNEHMER­ 5
DIE MASCHINE LÖST SICH LANGSAM
INNEN KOMMEN NACHEINANDER DAZU WIEDER AUF
• Sie reagieren auf die Rhythmen und • Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die schon
Bewegungen, die schon im Kreis sind länger im Kreis sind, kehren nach einiger
• Die Personen in der Kreismitte sollten Zeit wieder auf die Kreislinie zurück
möglichst nah beieinander sein, ohne • Die Rhythmusmaschine sollte von
sich in die Quere zu kommen, damit die den Teilnehmern und Teilnehmerinnen
Bewegungen und Geräusche wie Zahnräder möglichst einzeln verlassen werden
einer Maschine ineinandergreifen können • Alle können selbst entscheiden, wann sie
• Alle Geräusche und Bewegungen, die die Rhythmusmaschine verlassen möchten
bereits gestartet wurden, werden nicht
mehr geändert und werden immer weiter
wiederholt
• Der Kreis sollte nicht zu voll und zu laut WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
werden. Die Anzahl der Teilnehmer und • Lege ein Thema fest, zum Beispiel
Teilnehmerinnen in der Rhythmusmaschine Schwimmbad, Fabrik oder Strand
kann bei Bedarf festgelegt und von dir • Experimentiere mit verschiedenen
gesteuert werden Bedingungen für den Auf- und Abbau
der Rhythmusmaschine, zum Beispiel:
TIPP: Wie viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen
dürfen gleichzeitig in der Maschine sein?
Rege die Teilnehmer und Teilnehmerinnen • Probiere verschiedene oder sich
dazu an, spontan zu sein. Rege sie auch verändernde Geschwindigkeiten
dazu an, sich bewusst zu entscheiden, auf • Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen
welche Bewegung und welches Geräusch entwickeln zwei verschiedene, direkt
sie im Kreis reagieren möchten, bevor sie aufeinanderfolgende mit Geräuschen
Teil der Rhythmusmaschine werden. verbundene Bewegungen und gestalten
damit die Rhythmusmaschine

t 22
Rhythmusmaschine
seite 99
t 23 seite 100

Rollender Kontakt
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lassen
in Paaren einen physischen Kontaktpunkt
zwischen sich entstehen, der fließend über
die Körper rollt.

FÜR WANN?
• Im Anschluss an die Tools »Führen
und geführt werden« (seite 72) und
»Berühren« (seite 42)
• Als Vertiefung im Laufe des Workshop-
Prozesses

WAS IST DAS ZIEL?


• Interaktion fördern
• Körperkontakt herstellen
• Vertrauen aufbauen

WOMIT?
• (Ruhige) Musik
• Bei Bedarf Matten
WAS IST WICHTIG
• Starte diese Übung sehr langsam
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
übernehmen die Verantwortung für
die Sicherheit und das Wohlgefühl der
Partner oder Partnerinnen, erinnere alle
regelmäßig an diese Verantwortung
• Es werden nur die Körperstellen der
Teilnehmer und Teilnehmerinnen berührt,
an denen sie berührt werden wollen und
die gespürt werden können. Die Paare
müssen vorab besprechen, welches diese
Körperstellen sind
• Der Kontakt sollte nicht unterbrochen
werden. Die Teilnehmer und
Teilnehmerinnen achten darauf, dass sie
nicht am Körper entlangstreichen oder
schieben


• Bei Bedarf können die Teilnehmer und
Teilnehmerinnen die Übung auf Matten
auf dem Boden durchführen

t 23
Rollender Kontakt
seite 101
t 23 seite 102

Rollender Kontakt

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE 3


DIE AKTIVE PERSON BERÜHRT DEN PARTNER
PARTNERIN UND ALLE PAARE VERTEILEN ODER DIE PARTNERIN UND STELLT SO EINEN
SICH IM RAUM KONTAKTPUNKT HER
• Er oder sie stellt sich vor, der Kontakt­
punkt wird zu einem Ball, der rollen kann
2
EINE PERSON ÜBERNIMMT DIE AKTIVE, DIE
ANDERE DIE EMPFANGENDE ROLLE TIPP:
• Die aktive Person wird den Kontaktpunkt
bewegen Beginne zum Beispiel mit dem rollen-
• Die empfangende Person darf sich den Handgelenk auf dem Rücken als
entspannen und auf den Kontaktpunkt Einstieg.
warten
Um den Körperkontakt langsam aufzu-
TIPP: bauen, kann man die Übung auch mit
einem richtigen Ball ausprobieren.
Die empfangende Person kann bei Be-
darf Kontaktpunkte anbieten.
4
DER KONTAKTPUNKT WIRD ÜBER DEN WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
KÖRPER DER EMPFANGENDEN PERSON
GEROLLT WECHSELNDE KONTAKTPUNKTE:
• Der Kontakt zwischen den Partnern und Der Kontaktpunkt variiert. Er rutscht zum
Partnerinnen geht niemals verloren Beispiel vom Handgelenk in den Ellenbogen,
• Der Kontaktpunkt wird von der in die Schulter usw.
empfangenden Person ganz bewusst
wahrgenommen GEMEINSAMER KONTAKTPUNKT:
• Der Druck des Kontaktpunktes kann nach Beide Partner oder Partnerinnen beginnen
Bedarf variiert werden sich zu bewegen, sodass der Kontaktpunkt
weiterhin zwischen ihnen bleibt, die
Körperstellen jedoch stetig wechseln.
5
DIE PAARE WECHSELN NACH UNGEFÄHR
5 – 10 MINUTEN DIE ROLLEN DUETT:
Beide Partner oder Partnerinnen haben
die Möglichkeit, einen Kontaktpunkt neu
aufzubauen. Dadurch werden beide zu Aktiven
und Empfangenden. Es entsteht ein kleines
Duett.

t 23
Rollender Kontakt
seite 103
t 24 seite 104

Schwarm
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
kopieren Bewegungen voneinander
und bewegen sich wie Vogel- oder
Fischschwärme durch den Raum.

FÜR WANN?
• Für den Anfang
• Mittendrin
• Als Ausklang

WAS IST DAS ZIEL?


• Körperwahrnehmung schulen
• Austausch in der Gruppe fördern
• Kreativ werden
• Zusammenklang der Gruppe schärfen

WOMIT?
• Bei Bedarf Musik
WAS IST WICHTIG
• Das Tool funktioniert am besten in kleinen
Gruppen mit vier Personen
• Barrierefreiheit bedeutet hier nicht, das
machen zu können, was alle machen,
sondern so teilnehmen zu können, wie
man ist
• Alle denken sich sehr einfache
Bewegungen durch den Raum oder
Bewegungen am Platz aus, die leicht
nachzumachen sind


• Die Person, die den Schwarm anführt,
kann ihre eigenen Bewegungen während
der Ausführung beschreiben. Oder eine
Person, die außerhalb der Gruppe steht,
beschreibt die Bewegungen der führenden
Person
• Es können Tandems gebildet werden, in
denen eine nicht sehbeeinträchtigte Person
eine sehbeeinträchtigte Person führt,
indem sie Kontaktpunkte anbietet, siehe
Tool »Rollender Kontakt« (seite 100).
Ermutige zur Kommunikation innerhalb der
Tandems

t 24
Schwarm
seite 105
t 24 seite 106

Schwarm

Wie funktioniert das Tool?

1
ALLE FINDEN SICH IN VIERERGRUPPEN 3
DIE FÜHRENDE PERSON BEGINNT SICH AM
ZUSAMMEN PLATZ ZU BEWEGEN
• Du kannst die Gruppen zusammenstellen • Die Bewegungen starten langsam, damit
oder sie sich selbst zusammenstellen sich der Schwarm auf die führende Person
lassen einstimmen kann
• Die führende Person achtet auf seinen
oder ihren Schwarm
2
ALLE GRUPPEN FINDEN EIGENE PLÄTZE IM • Die führende Person dreht sich beim
RAUM UND BILDEN SCHWÄRME Bewegen nicht in eine andere Richtung.
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen stehen Er oder sie behält die ursprüngliche
im Schwarm zusammen Bauchnabelrichtung bei
• Eine Person übernimmt die Führung des
Schwarms und stellt sich nach vorne. Der
Bauchnabel der führenden Person zeigt in 4
DER SCHWARM KOPIERT DIE FÜHRENDE
eine Richtung weg von der Gruppe PERSON
• Die anderen Teilnehmer und • Der Schwarm macht so genau wie möglich
Teilnehmerinnen drehen sich in die die Bewegungen der führenden Person
Richtung der führenden Person nach
• Es kann helfen, sich an der Schulter der
führenden Person zu orientieren
5
DIE FÜHRENDE PERSON GIBT DIE ROLLE 7
DER SCHWARM BEWEGT SICH MIT
AN DEN NÄCHSTEN TEILNEHMER ODER DIE IMMER WECHSELNDEN ANFÜHRERN
NÄCHSTE TEILNEHMERIN AB UND ANFÜHRERINNEN
• Dreht sich die führende Person zu einer
anderen Person im Schwarm, so gibt
er oder sie die Rolle an diese nun vorn
stehende Person ab WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
• Der Wechsel der »Schwarmführung« kann
TIPP: durch ein sichtbares oder hörbares Signal,
zum Beispiel Klatschen, erfolgen
Jedes Mal, wenn die führende Person • Die führende Person bewegt sich
ihren Bauchnabel auf eine andere Person abwechselnd am Platz und durch den
richtet, übernimmt diese Person die Raum
Führung. • Das Tool wird mit Musik durchgeführt
• Führe das Tool mit mehr als vier
Teilnehmern und Teilnehmerinnen pro
Gruppe durch

6
DER SCHWARM WIRD VON EINER ANDEREN
PERSON IM SCHWARM GEFÜHRT
• Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen des
Schwarms kopieren die Bewegungen der
nun führenden Person

t 24
Schwarm
seite 107
t 25 seite 108

Sicherheitsnetz
Einzelne Teilnehmer und Teilnehmerinnen
bewegen sich mit geschlossenen Augen
durch den Raum und werden von einem
sicheren Netz aus anderen Teilnehmern und
Teilnehmerinnen aufgefangen.

FÜR WANN?
• Für zwischendurch
• Kurz und knackig
• Nach der Mittagspause

WAS IST DAS ZIEL?


• Vertrauen schaffen
• Wahrnehmung schärfen
• Kooperation fördern
WAS IST WICHTIG
• Führe vorab das Basistool »Vertrauen« • Es kann helfen, wenn sowohl das
(seite 125) durch Sicherheitsnetz als auch die einzelnen
• Das Sicherheitsnetz (die gesamte Gruppe) Teilnehmer und Teilnehmerinnen leise
entscheidet gemeinsam, wie einzelne Geräusche machen, um sich zueinander zu
Personen aufgefangen werden können, zum orientieren
Beispiel durch vorsichtiges Halten an den
Schultern oder Hüften
• Das Sicherheitsnetz findet gemeinsam
Möglichkeiten, wie einzelne Personen • Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen
gefahrlos aufgefangen werden können sollten ihre Hände an den Rädern
• Das Sicherheitsnetz kann ein akustisches behalten, wenn sie sich durch den Raum
Signal ausmachen, um die einzelnen bewegen, um den Rollstuhl jederzeit selbst
Personen zu stoppen stoppen zu können
• Der Raum ist möglichst groß und frei von
Möbeln oder gefährlichen Gegenständen
• Die Geschwindigkeit der einzelnen
Personen muss sich an die Möglichkeiten
der gesamten Gruppe anpassen
• Die einzelnen Personen werden immer von
mehreren Gruppenmitgliedern aufgefangen
• Bleibe immer in der Nähe der Personen,
die sich durch den Raum bewegen.
Falls diese mit geschlossenen Augen zu
weit vom Kurs abkommen und drohen,
gegen Wände zu laufen, musst du aktiv
eingreifen

t 25
Sicherheitsnetz
seite 109
t 25 seite 110

Sicherheitsnetz

Wie funktioniert das Tool?

1
DIE GRUPPE BILDET EIN SICHERHEITSNETZ 3
DER ODER DIE FREIWILLIGE SCHLIESST DIE
• Alle stellen sich an einer Wand des AUGEN UND BEWEGT SICH LANGSAM AUF
Raumes in einer Reihe nebeneinander auf DAS SICHERHEITSNETZ ZU
• Die Reihe lässt hinter sich mindestens • Der oder die Freiwillige bewegt sich auf
zwei Meter Abstand zur Wand des Raumes direktem Weg auf das Sicherheitsnetz zu
• Alle richten ihre Aufmerksamkeit auf die • Die Geschwindigkeit ist gleichmäßig,
gegenüberliegende Seite des Raumes kontrolliert und so gering, dass niemand
gefährdet wird

2
EIN FREIWILLIGER ODER EINE FREIWILLIGE
BEGIBT SICH ZUR GEGENÜBERLIEGENDEN 4
DAS SICHERHEITSNETZ WARTET
WAND DES RAUMES AUFMERKSAM
• Der oder die Freiwillige begibt sich zur • Das Sicherheitsnetz bleibt auf einer Höhe,
Mitte dieser Wand und dreht sich um, darf sich aber an der Stelle verdichten, auf
sodass der Bauchnabel in Richtung der die der oder die Freiwillige sich zubewegt
anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen • Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die
zeigt das Sicherheitsnetz bilden, halten sich
wachsam bereit, die Person aufzufangen

TIPP:

Bleibe immer in der Nähe der freiwilli-


gen Person, um sie zu schützen, falls sie
zu weit von ihrem Kurs abkommt.
5
DAS SICHERHEITSNETZ FÄNGT DIE WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
FREIWILLIGE PERSON AUF • Das Sicherheitsnetz kann ein Geräusch,
• Die Freiwilligen können durch Berührung zum Beispiel ein Summen, von sich geben,
an Schultern und Hüften oder auf zuvor das lauter wird, wenn ein Freiwilliger oder
selbst herausgefundene Arten gestoppt eine Freiwillige sich nähert
werden • Wenn sich alle sehr sicher fühlen, können
die Freiwilligen langsam das Tempo
TIPP: steigern

Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerin-


nen können sich zum Beispiel so drehen,
dass eine ihrer Körperseiten zur Person
zeigt, die sich auf das Netz zubewegt.
Hierdurch können Zusammenstöße mit
dem Rollstuhl vermieden werden.

t 25
Sicherheitsnetz
seite 111
t 26 seite 112

Stille Post
Dieses Tool funktioniert wie das klassische »Stille Post«-Spiel.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen geben Botschaften in
verschiedenen Künsten und Ausdrucksformen aneinander
weiter. Eine solche Botschaft kann ein Geräusch, ein Zeichen,
eine Berührung, ein Wort und vieles mehr sein.

FÜR WANN?
• Für zwischendurch

WAS IST DAS ZIEL?


• Kreativ werden
• Unterschiedliche Ausdrucksformen
ausprobieren
• Bewegungen, Töne, Worte oder Bilder
gestalten
• Botschaften selbst künstlerisch
wiedergeben

WOMIT?
• Bei Bedarf Stift und Papier
WAS IST WICHTIG
• Besprich vor Beginn der Übung mit der
Gruppe, ob Berührungen für alle okay
sind. Alternativ können andere Signale wie
Geräusche gegeben werden
• Die Botschaft wird immer nur an die
nächste Person in der Reihe weitergegeben
• Bei einer großen Zahl an Teilnehmern und
Teilnehmerinnen kann es sinnvoll sein,
kleinere Gruppen zu bilden
• Die Botschaften sollten möglichst viele
Sinne gleichzeitig ansprechen. Wörter
und Geräusche werden immer auch mit
Bewegungen und auf Wunsch auch mit
Berührungen verbunden
• Ziel der Übung ist es, dieselbe Botschaft
auf möglichst verschiedene Arten und
Weisen weiterzugeben

t 26
Stille Post
seite 113
t 26 seite 114

Stille Post

Wie funktioniert das Tool?

1
ALLE BEGEBEN SICH IN EINE REIHE 3
DIE BOTSCHAFT WIRD AN DIE NÄCHSTE
HINTEREINANDER PERSON IN DER REIHE WEITERGEGEBEN
• Alle richten sich in dieselbe Richtung aus • Der Teilnehmer oder die Teilnehmerin gibt
• Niemand dreht sich um der nächsten Person in der Reihe ein
Signal, damit er oder sie die gewünschte
Aufmerksamkeit bekommt
2 DIE HINTERSTE PERSON IN DER REIHE • Der Teilnehmer oder die Teilnehmerin gibt
ERHÄLT EINE BOTSCHAFT die Botschaft auf eine eigene Art und
• Gib der hintersten Person durch eine Weise weiter
Berührung oder zum Beispiel ein • Die Weitergabe kann anders im kreativen
ausgesprochenes »Bereit!« ein Signal, Ausdruck sein, aber die Botschaft sollte
seine oder ihre Aufmerksamkeit auf dich sich nicht ändern. So kann aus einem Ge-
zu richten und gib ihr dann die Botschaft räusch und einer Bewegung zum Beispiel
weiter eine Zeichnung und ein Wort werden
• Die Botschaft kann zum Beispiel eine
Bewegung, ein Klang, ein Wort, eine TIPP:
Zeichnung in der Luft oder auf einem
Körperteil sein Eine Botschaft wie »Wasser« könnte
zum Beispiel in Form von Wellen-
bewegungen, einem rauschenden Ge-
räusch oder der Farbe Blau weitergeben
werden.
4
DIE BOTSCHAFT WANDERT DURCH DIE REIHE WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
BIS ZUR VORDERSTEN PERSON • Die ursprüngliche Botschaft wird nicht von
• Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin dir, sondern von einem Teilnehmer oder
deutet die Botschaft der Person davor auf einer Teilnehmerin vorgegeben
eigene Weise und gibt sie in einer eigenen • Alle geben ein kurzes Feedback nach der
Ausdrucksform wieder Runde
• Alle, die schon eine Botschaft • Eine Person wird zum Beobachter oder zur
weitergegeben haben, können die weitere Beobachterin und berichtet der gesamten
Entwicklung der Botschaft beobachten Gruppe von der Entwicklung der Botschaft
am Ende der Runde
• Nach einer Runde wiederholen alle ihre
5
DIE VORDERSTE PERSON IN DER REIHE eigene Art, die Botschaft zu übermitteln,
ÜBERBRINGT DIE BOTSCHAFT AN DIE für die gesamte Gruppe
GESAMTE GRUPPE

6
TEILE DIE URSPRÜNGLICHE BOTSCHAFT DER
GESAMTEN GRUPPE MIT

t 26
Stille Post
seite 115
t 27 seite 116

Tanzen im Dunkeln
Mit geschlossenen Augen vertrauen sich
die Teilnehmer und Teilnehmerinnen einer
Person an und beginnen, mit ihrer Hilfe
durch den Raum zu tanzen.

FÜR WANN?
• Nach dem Aufwärmen
• Zur Entwicklung von neuen Ideen

WAS IST DAS ZIEL?


• Verantwortung füreinander übernehmen
• Sich jemandem anvertrauen
• Achtsamkeit und Aufmerksamkeit fördern
• Interaktion fördern

WOMIT?
• Bei Bedarf leise und ruhige Musik
WAS IST WICHTIG
• Für das Tool wird Platz zwischen den • Nach Absprache mit den blinden oder
Teilnehmern und Teilnehmerinnen benötigt sehbeeinträchtigten Teilnehmern und
• Bei Bedarf führe zuerst die Basistools Teilnehmerinnen kann das Tool in
»Vertrauen« (seite 125), »Führen und Trios durchgeführt werden. Die blinde
geführt werden« (seite 72) und »Impulse oder sehbeeinträchtigte Person gibt
geben« (seite 81) mit der Gruppe durch Impulse, während eine nicht blinde oder
• Die Übung wird so langsam wie möglich sehbeeinträchtigte Person Zusammenstöße
durchgeführt mit anderen Teilnehmern und
• Es ist wichtig, dass die ganze Gruppe Teilnehmerinnen verhindert
während der gesamten Übung achtsam
miteinander umgeht
• Nimm dir für dieses Tool genügend Zeit
• Nach Absprache mit gehörlosen oder
hörbeeinträchtigten Teilnehmern und
Teilnehmerinnen kann die Übung mit
Berührungen durchgeführt werden. Die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen berühren
die Körperstellen des Partners oder der
Partnerin, mit denen diese eine Bewegung
beginnen sollen

t 27
Tanzen im Dunkeln
seite 117
t 27 seite 118

Tanzen im Dunkeln

Wie funktioniert das Tool? 4


DIE PERSON, DIE IMPULSE ERHÄLT,
BRINGT DIE BENANNTE ODER BERÜHRTE
KÖRPERSTELLE IN BEWEGUNG
• Der Teilnehmer oder die Teilnehmerin ent­
1
ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE scheidet selbst, wie und in welche Richtung
PARTNERIN die Körperstelle bewegt wird und in welche
• Die Paare verteilen sich im Raum Richtung sie sich durch den Raum bewegt
• Es wird genügend Abstand zu anderen • Alle Bewegungen werden langsam und
Paaren gehalten bewusst ausgeführt

2
EIN PARTNER ODER EINE PARTNERIN 5
DIE PERSON, WELCHE DIE IMPULSE GIBT,
WARTET ACHTSAM AUF EINEN IMPULS, BENENNT ODER BERÜHRT WEITERE
DER EINE BEWEGUNG STARTET KÖRPERSTELLEN DES PARTNERS ODER
• Die Augen bleiben möglichst während der DER PARTNERIN
gesamten Übung geschlossen
6
DIE PAARE WECHSELN NACH ETWA
5 MINUTEN DIE ROLLEN
3
DIE PERSON, DIE IMPULSE GIBT, BENENNT
ODER BERÜHRT EINE KÖRPERSTELLE DES
PARTNERS ODER DER PARTNERIN
• Die Person, die Impulse gibt, ist jetzt mit WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
für die Sicherheit des Partners oder der EIGENE IMPULSE:
Partnerin verantwortlich und schützt ihn Es werden keine Impulse mehr gegeben. Die
oder sie vor Zusammenstößen Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die die Augen
geschlossen haben, entscheiden selbst, wie
sie sich bewegen und werden von ihren Part-
nern und Partnerinnen nur noch vor Zusam-
menstößen geschützt.
Thema finden
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen reagieren
spontan auf einen Begriff und entwickeln so ein
eigenes Thema für eine Performance.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Nach dem Aufwärmen • Leite diese Übung nur an und nimm nicht
• Zu Beginn eines Workshops selbst teil
• Zur Entwicklung von neuen Ideen • Jede Reaktion oder Aktion kann als
Impuls für das Thema genutzt werden

WAS IST DAS ZIEL?


• Ein Thema für eine Performance entwickeln • Die Gruppe ist achtsam, wenn sich
• Kreativ werden Teilnehmer oder Teilnehmerinnen durch
• Bewegung, Töne, Bilder und Worte kreieren den Raum bewegen
• Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen ver-
binden ihre Bewegungen mit Geräuschen
WOMIT?
• Stifte
• Flipchart • Dieses Tool funktioniert nur mit Gebärden-
• Post-its dolmetscher oder Gebärdendolmetscherin
• Die Gruppe achtet darauf, dass nicht zu
viel gleichzeitig gesprochen wird, damit
Zeit zum Übersetzen bleibt
t 28 • Achte darauf, dass die gebärdendolmetschen-
de Person neben dir immer gut sichtbar ist
Thema finden
seite 119
t 28 seite 120

Thema finden

Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN 3


DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN
BEWEGEN SICH FREI DURCH DEN RAUM ANTWORTEN DARAUF MIT DER ERSTEN
• Gehend, am Boden rollend usw. REAKTION, DIE IHNEN DAZU EINFÄLLT
• Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen
können auch in ihrer Muttersprache, in
2
DU GIBST EINEN BEGRIFF VOR Laut- oder Gebärdensprache antworten
• Die ersten Begriffe sollten so gewählt • Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin
sein, dass möglichst alle wissen, was der darf seine oder ihre eigene Vorstellung
Begriff bedeutet, zum Beispiel Ball, Wind des Begriffes zum Ausdruck bringen
oder Baum • Die Reaktion kann auch eine Bewegung
• Die Begriffe können vorab angeschaut, oder ein Laut sein
erfühlt oder besprochen worden sein • Motiviere die Gruppe zu Spontaneität
• Es gibt kein richtig oder falsch
TIPP:
TIPP:
Falls notwendig, halte Bilder, die den
Begriff symbolisieren, und weitere Er- Bei dieser Übung ist es in Ordnung,
klärungen des Begriffs parat. wenn die Teilnehmer und Teilnehme-
rinnen gleichzeitig sprechen. Mit dem
Mache mehrere Testrunden, bevor du Gebärdendolmetscher oder der Ge-
einen Begriff in die Runde gibst, der bärdendolmetscherin wird ausgemacht,
für die Stückentwicklung wichtig sein dass nur das, was er oder sie als Erstes
könnte. hört oder sieht, übersetzt wird.
WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?

NACHEINANDER IM KREIS:
• Alle kommen in einen Kreis
• Gib einen Begriff vor, alle Teilnehmer und
Teilnehmerinnen reagieren nacheinander
individuell auf diesen Begriff

VOM BEGRIFF ZUR PERFORMANCE:


• Wähle einige Begriffe oder Reaktionen
der Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus
und notiere sie auf Post-its oder einem
Flipchart
• Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
kommen in kleinen Gruppen zusammen
und wählen einige dieser Notizen aus
• Die Gruppen entwickeln eine kurze
Bewegung, eine Geste, Musik oder einen
Tanz zu den von ihnen ausgewählten
Notizen
• Alle Kleingruppen präsentieren sich ihre
Ergebnisse gegenseitig

t 28
Thema finden
seite 121
t 29 seite 122

Vernetzen
Mithilfe eines Bindfadens spinnen die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein Netz
untereinander.

FÜR WANN?
• Mittendrin

WAS IST DAS ZIEL?


• Interaktion anregen
• Wahrnehmung schärfen
• Zusammenarbeit üben
WAS IST WICHTIG
• Du nimmst aktiv an der Übung teil und
WOMIT? führst jeden Schritt zuerst aus
• Ein sehr langer Bindfaden, zum Beispiel • Die Höhe des Netzes bleibt variabel,
20 - 30 Meter Länge für ca. 10 Teilnehmer sodass sich alle unter oder über dem Netz
und Teilnehmerinnen bewegen können
Wie funktioniert das Tool?

1 ALLE KOMMEN IN EINEM KREIS ZUSAMMEN 3


DIE TEILNEHMER UND TEILNEHMERINNEN
• Der Bauchnabel zeigt in die Kreismitte VERNETZEN SICH WEITER
• Der erste Teilnehmer oder die erste
Teilnehmerin bewegt sich zu einer dritten
2
DU VERNETZT DICH MIT EINER PERSON Person im Kreis, die möglichst weit von
• Du bewegst dich zu einer Person im Kreis, ihm oder ihr entfernt ist und wickelt dabei
die möglichst weit entfernt ist das Knäuel langsam ab
• Du hältst das Ende des Fadens fest und • Das Knäuel wird dabei so abgewickelt,
gibst das Fadenknäuel an diese Person dass der Faden zwischen dem ersten
weiter Teilnehmer oder der ersten Teilnehmerin
• Du tauschst mit dieser Person den Platz und dir durchgängig gut gespannt bleibt
• Der Weg zur nächsten Person, die • Der Teilnehmer oder die Teilnehmerin
Übergabe und der Platzwechsel kann tauscht den Platz mit der dritten Person
durch Geräusche, Töne und Bewegungen und gibt dieser das Fadenknäuel
unterstützt werden • Die zweite Person hält ihr Stück des
Fadens nach der Abgabe weiter fest
TIPP:

Das Netz sollte immer gut


gespannt sein.

t 29
Vernetzen
seite 123
t 29 seite 124

Vernetzen

4
ALLE VERNETZEN SICH
• Die dritte Person bewegt sich zu einer
weiteren Person, die noch nicht vernetzt
ist, und gibt dieser das Fadenknäuel
• Das Netz ist fertiggestellt, wenn alle ein
Stück des Bindfadens in der Hand halten

WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?

EXPLORATION:
Ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin
übergibt das Stück des Fadens an die Person
neben ihm oder ihr. Der Teilnehmer oder die
Teilnehmerin beginnt nun, das gespannte
Netz zu erforschen. Die anderen Teilnehmer
und Teilnehmerinnen können das Netz dabei
nach oben oder unten bewegen. Nach der
Exploration übernimmt der Teilnehmer oder
die Teilnehmerin wieder das Stück des
Fadens und die nächste Person ist an der
Reihe.

AUFROLLEN:
Das Netz wird in derselben Art und Weise
rückwärts wieder aufgerollt, wie es zuvor
entstanden ist.
Vertrauen

Bei dieser Übung lernen die Teilnehmer und


Teilnehmerinnen, ihr Gewicht an eine Person
abzugeben und einander zu vertrauen.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Als Einstieg • Die Teilnahme an der Übung ist freiwillig
• Als Basis für andere Partnerübungen • Baue die Übung langsam auf, um das
Vertrauen der Teilnehmer und Teilnehme­
rinnen untereinander zu steigern
WAS IST DAS ZIEL? • Die Paare müssen zu jeder Zeit mitein-
• Eigenes Gewicht sicher abgeben lernen ander darüber kommunizieren, wie viel
• Gewicht einer anderen Person sicher Gewicht sicher abgegeben bzw. gestützt
stützen lernen werden kann
• Vertrauen aufbauen • Es wird nur so viel Gewicht abgegeben,
• Zusammenarbeit anregen wie auch sicher gestützt werden kann


• Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die
manuelle Rollstühle nutzen, können die
Bremse aktivieren. Alle Paare finden für
sich heraus, mit welchen Körperstellen das
Gewicht am besten gestützt werden kann.
t 30 Die komplette Übung kann auf Wunsch
auch am Boden durchgeführt werden
Vertrauen
seite 125
t 30 seite 126

Vertrauen

Wie funktioniert das Tool?

1
ALLE FINDEN EINEN PARTNER ODER EINE 5
EIN TEILNEHMER ODER EINE TEILNEHMERIN
PARTNERIN GIBT SEIN ODER IHR GEWICHT AN DIE
ANDERE PERSON AB
• Die Person, die das Gewicht abgibt, lehnt
2
ALLE PAARE VERTEILEN SICH IM RAUM ihren Körper vorsichtig in die Richtung des
Partners oder der Partnerin
• Es wird nur so viel Gewicht abgegeben,
3
DIE PAARE SETZEN SICH HINTER- ODER wie auch sicher gestützt werden kann
NEBENEINANDER AUF DEN BODEN
TIPP:

4
ALLE TAUSCHEN SICH DARÜBER AUS, WIE Achte darauf, dass alle, die das Gewicht
SIE SICH GEGENSEITIG GUT UND SICHER ihrer Partner und Partnerinnen stützen,
STÜTZEN UND IHR GEWICHT TRAGEN KÖNNEN vollständig auf ihre Partner oder Partne-
• Zum Beispiel können die Teilnehmer und rinnen fokussiert sind. Solltest du ande-
Teilnehmerinnen mit dem Rücken oder mit res beobachten, greife ein und erinnere
den Schultern aneinander sitzen das Paar an ihre Verantwortung.
• Die Paare vereinbaren Zeichen, die
anzeigen, wann es losgeht und wie viel Achte darauf, dass alle, die das Gewicht
Gewicht zu jeder Zeit abgegeben bzw. einer anderen Person stützen, selbst eine
gestützt werden kann sichere Position eingenommen haben.
• Je nach Bedarf ist es möglich, nur das
Gewicht eines Körperteils, zum Beispiel
Arm oder Kopf, an den Partner oder die
Partnerin abzugeben
6
ALLE FINDEN ZU IHREM GLEICHGEWICHT
ZURÜCK
• Die stützende Person bringt den Partner
oder die Partnerin behutsam in seine oder
ihre Ausgangsposition zurück

7
DIE PAARE WIEDERHOLEN DIE
GEWICHTSABGABE
• Die Paare erhalten so viel Zeit wie nötig,
sodass sie Vertrauen aufbauen und sich
immer sicherer darin fühlen können,
Grenzen auszutesten

8
DIE PAARE WECHSELN DIE ROLLEN

t 30
Vertrauen
seite 127
t 30 seite 128

Vertrauen

WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?

AUGEN SCHLIESSEN: Teilnehmerinnen kommen ihren Partnern


Nach Absprache kann der Partner oder die oder Partnerinnen mit den Händen entgegen,
Partnerin, der oder die das Gewicht abgibt, fangen sie sanft auf und gehen mit dem
die Augen schließen. Gewicht mit. Nach einer Weile schieben sie
die Partner oder Partnerinnen wieder zurück
MUTIGER WERDEN: nach vorne in die Ausgangsposition.
Je nach Möglichkeit können die Abstände
zwischen den Partnern und Partnerinnen HALTEN IN DER GRUPPE:
in zentimetergroßen Schritten vergrößert Es werden Kleingruppen gebildet. Die Klein-
werden. So kann ein kurzes Gefühl des gruppen kommen in kleinen Kreisen zusam-
Fallens für den Teilnehmer oder die Teilneh- men. Eine Person tritt in die Kreismitte. Die
merin entstehen, der oder die das Gewicht Kreise sind zunächst sehr klein, um die Ab-
abgibt. stände zwischen allen gering zu halten. Die
Person in der Kreismitte spannt alle Muskeln
GEWICHT ABGEBEN IM STEHEN: an, macht sich starr wie ein Brett und lässt
Die Übung kann auch im Stehen ausgeführt sich vorsichtig in verschiedene Richtungen
werden. Die Personen, die Gewicht abgeben, kippen. Die Personen im Kreis fangen sie auf
stehen mit dem Rücken zu ihren Partnern und stützen sie ab.
oder Partnerinnen. Alle Muskeln werden
angespannt, vor allem die Bauch- und Rü- TIPP:
ckenmuskeln sollten starr wie Bretter sein.
Die haltenden Partner oder Partnerinnen Achte darauf, dass alle aufmerksam mit
haben einen festen Stand und beugen leicht der Person in der Kreismitte umgehen.
Knie und Ellenbogen. Die vorderen Part-
ner oder Partnerinnen kippen sehr langsam
nach hinten. Die hinteren Teilnehmer oder
Wer, wie und wo bin ich?
Ohne Deine direkte Aufforderung beschreiben
die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich selbst
und ihre Position im Raum.

FÜR WANN? WAS IST WICHTIG


• Als Vertiefung des Basistools • Gib genug Zeit, und habe Geduld und
»Beschreiben« (seite 45) Vertrauen, dass die Teilnehmer und
Teilnehmerinnen selbst aktiv werden
• Damit die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
WAS IST DAS ZIEL? selbst aktiv werden, ist es hilfreich, wenn
• Beschreiben üben sich die Gruppe schon etwas kennt
• Selbstwahrnehmung trainieren • Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin
• Achtsamkeit fördern kann selbst entscheiden, wie detailliert
• Konzentration fördern er oder sie beschreiben möchte


• Gebärdendolmetscher und
Gebärdendolmetscherinnen sind für diese
Übung sehr wichtig und übersetzen so
viel wie möglich, für Gehörlose sowie für
Hörende
t 31
Wer, wie und wo bin ich?
seite 129
t 31 seite 130

Wer, wie und wo bin ich?

Wie funktioniert das Tool?

• Warte ab, nachdem du deine Beschreibung


1 ALLE FINDEN EINEN PLATZ IM RAUM beendet hast, bis ein Teilnehmer oder eine
• Alle nehmen eine bequeme Körperhaltung Teilnehmerin das Wort ergreift
ein, zum Beispiel im Sitzen oder Liegen
• Für 20 - 30 Sekunden wird es sehr still TIPP:

Die Übung funktioniert in der Regel


2
EINLEITUNG von selbst. Äußert sich nach dir wirklich
• Beginne das Tool mit einer Vorankündigung niemand selbstständig, kannst du eine
und sprich die gesamte Gruppe an: »Dies verdeckte Aufforderung zum Beschrei-
wird ein Experiment. Es kann passieren, ben an eine Person in der Nähe geben.
dass du zunächst nicht weißt, was ge-
schieht. Vielleicht weißt du es auch sofort.
Beides ist völlig in Ordnung.«

4
DER REIHE NACH BESCHREIBEN SICH ALLE
3
DU BEGINNST. BESCHREIBE DICH SELBST SELBST, AUCH IHRE POSITION IM RAUM
UND DEINE POSITION IM RAUM • Behalte im Blick, ob sich alle beteiligt haben
• Diese Beschreibung könnte zum Beispiel
so klingen: »Ich, Sina, liege auf meinem
Rücken und mein Kopf schaut nach rechts.
Ich habe meinen linken Arm hinter meinen WIE KÖNNTE ES WEITERGEHEN?
Kopf gelegt wie ein Kissen und mein rech- RÜCKMELDUNG:
ter Arm liegt rechts neben meinem Körper. Leite eine Gesprächsrunde an, in der alle
Ich liege so, dass mein Kopf Richtung erzählen können, wie sie sich dabei gefühlt
Fenster zeigt.« haben, sich selbst zu beschreiben.
seite 131
x X seite 132

»xxx«
xx
3D
 ie Forschung im
Projekt Creability Forschungsdesign
Es gibt zahlreiche und sehr hilfreiche Metho-
Das Kernstück unseres Handbuches ist die denbücher und Leitfäden für die künstlerische
Sammlung von insgesamt 31 kleineren Unter- Arbeit in inklusiven Gruppen. Wissenschaftliche
richtseinheiten, die aus den Bereichen Musik, Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass
Tanz und Theater stammen. Diese Unterrichts- dennoch großer Bedarf an systematischer und
einheiten nennen wir Tools. Die Toolsamm- theoriegeleiteter Weiterentwicklung von Metho-
lung ist das Ergebnis eines zweijährigen den auf dem Gebiet der inklusiven künstleri-
Forschungs­prozesses, an dem viele verschie- schen Arbeit besteht. Unser Forschungsprojekt
dene Menschen mit und ohne Behinderung möchte hierzu einen Beitrag leisten.
beteiligt waren: Künstler und Künstlerinnen,
Anleiter und Anleiterinnen, Teilnehmer und Um die Barrierefreiheit von Tools zu verbessern,
Teilnehmerinnen sowie das Forschungsteam haben wir die wissenschaftliche Methode der
der TU Dortmund. Daher verstehen wir unser formativen Evaluation genutzt. Bei der forma-
Projekt als ein partizipatives Forschungsprojekt. tiven Evaluation geht es darum, bestimmte
Programme oder Maßnahmen zu verbessern.
Mit den Tools können bestimmte Ziele er- Das Prinzip besteht darin, eine Maßnahme in
reicht werden. Beispielsweise sollen sie die der Praxis zu erproben und dann die im realen
Kommunikationskompetenz stärken oder die Feld gewonnenen Hinweise zur Verbesserung in
Achtsamkeit fördern. Einige Tools eigenen sich der Maßnahme umzusetzen. Es finden mehrere
gut zum Erlernen von Zusammenarbeit oder Rückmeldeschleifen statt, bei denen Verbesse-
Verantwortungsübernahme. Andere Tools kön- rungen an der Maßnahme vorgenommen und
nen helfen, den eigenen kreativen Ausdruck zu in der Praxis immer wieder geprüft werden. In
verbessern. Oder sie vermitteln, wie man auf unserem Projekt wollten wir vor allem heraus-
künstlerische Art und Weise etwas gestalten finden, ob die Tools für inklusive Zielgruppen
kann. Ganz allgemein betrachtet wollen wir geeignet sind. Wir wollten untersuchen, welche
mit den Tools also Gelegenheiten für Men- Anpassungsbedarfe oder Hinweise zur Weiter-
schen mit und ohne Behinderung schaffen, um entwicklung notwendig sind, um sie möglichst
miteinander in Dialog zu treten und gemein- barrierefrei zu gestalten. Konkret sind wir fol-
sam kreativ sein zu können. Dabei sollen die gendermaßen vorgegangen (Abbildung 1):
Tools für alle Menschen – mit und ohne Be-
hinderung – möglichst barrierefrei sein.
seite 133
3 Die Forschung im Projekt Creability seite 134

–> –> –>


VORBEREITENDE ARBEITEN FORSCHUNGSPHASE I FORSCHUNGSPHASE II FORSCHUNGSPHASE III
August 2018 – Januar 2019 Februar 2019 März – Juli 2019 August 2019 – Mai 2020

• Literaturrecherche Verbesserung der Tools Verbesserung der Tools Verbesserung der Tools
• Forschungsstand > Barrierefreiheit > Barrierefreiheit in Zielgruppen:
• Dokumentationsschablone > Barrierefreiheit
• S ammlung von Tools Testung der Tools
in Zielgruppen:
> Barrierefreiheit
> Soziale Partizipation

Künstlerisches Künstlerisches Forschungsworkshops: Zielgruppenworkshops:


Forschungslabor: Forschungslabor: Zwei in Griechenland, Larissa I – IV,
Akademie der Kulturellen Griechische Nationaloper, zwei in Deutschland Düsseldorf I – II,
Bildung, Remscheid Athen Dortmund, Köln

Abbildung 1: Der Forschungsprozess zur Toolevaluation

Vorbereitende Arbeiten

In der Vorbereitungsphase wurden Praxis- Hierzu entwickelten wir im Vorfeld eine


material und Forschungsstudien zu inklusiven Schablone als Vorlage (Google Sheet), um
Vermittlungsmethoden aus den darstellenden geeignete künstlerische Tools zu dokumentie-
Künsten recherchiert. Unter Beteiligung zahl- ren. Zum Beispiel sollte beschrieben werden,
reicher Kunst- und Kulturschaffender aus den wie das Tool genau verläuft, welche Ziele mit
Bereichen Musik, Tanz und Theater wurden in dem Tool erreicht werden können oder welche
der Akademie der Kulturellen Bildung in Rem- Modifikationen für Menschen mit Behinderung
scheid Ende 2018 über 70 Tools gesammelt. notwendig sind.
Die erste Forschungsphase: Künstlerisches Zwei Forscherinnen von der TU Dortmund
Forschungslabor beobachteten die praktische Erprobung von
außen anhand eines halbstandardisierten Be-
Für die erste Forschungsphase wurden obachtungsbogens. Sie moderierten auch die
42 Tools ausgewählt. Diese wurden in einem anschließenden Gruppendiskussionen mit allen
einwöchigen inklusiven künstlerischen For- Beteiligten. Die leitenden Beobachtungs- und
schungslabor in den Räumen der Griechischen Diskussionsfragen lauteten: »War das Tool für
Nationaloper in Athen praktisch ausprobiert. alle barrierefrei? – Wenn ja, welche allgemei-
Es wurden Verbesserungsvorschläge von nen Prinzipien haben dazu beigetragen?« und
allen Beteiligten gesammelt. Die Gruppe, be- »Wenn das Tool nicht für alle zugänglich war:
stehend aus insgesamt 21 Personen mit und Welche Modifikationen könnten helfen, das Tool
ohne Behinderung, setzte sich zusammen zugänglicher zu machen?« In den Gruppendis-
aus 12 Frauen und 9 Männern im Alter von kussionen, die schriftlich dokumentiert wurden,
28 bis 54 Jahren (Mittelwert: 36,5, mittlere wurden viele wichtige Verbesserungsvor-
Abweichung 7,3). Sie kamen überwiegend aus schläge für die Tools erarbeitet. Viele wurden
Griechenland und Deutschland und es waren unmittelbar im Anschluss an die Diskussions-
verschiedene künstlerische Disziplinen vertre- runden direkt wieder in der Praxis erprobt.
ten (siehe Abbildung 2). Rund zwei Drittel von Das Forschungsteam der TU Dortmund nutzte
ihnen verfügten über deutlich mehr als zwei die Verbesserungsvorschläge, um die Tools
Jahre Lehrerfahrung mit inklusiven Gruppen. mit Blick auf Barrierefreiheit in einem ersten
Durchgang zu verbessern. Tools, die sich trotz
aller Anpassungsbemühungen als wenig bar-
Abbildung 2: Teilnehmer und Teilnehmerinnen des künstlerischen rierefrei erwiesen, wurden aussortiert.
Forschungslabors in Athen, Griechische Nationaloper, Februar 2019.
Verteilung nach:

PRIMÄRE KÜNSTLERISCHE DISZIPLIN LEHRERFAHRUNG INKLUSIV BEEINTRÄCHTIGUNG


2
4 < 2 Jahre 4 Gehörlos
5 5
Sonstiges 14
Tanz Keine Angabe
Keine Angabe 1 Geburtsblind
4 10 über Beein-
trächtigung 1 Tetraplegie
5 6 – 10 Jahre 2 – 5
Musik 7
Theater Jahre 1 Epilepsie

seite 135
3 Die Forschung im Projekt Creability seite 136

Die zweite Forschungsphase: Die dritte Forschungsphase:


Forschungsworkshops Zielgruppenworkshops

Nach der ersten Forschungsphase blieben Nachdem die Tools in dem Forschungslabor in
41 Tools übrig. Diese wurden in der verbes- Athen und in den vier Forschungsworkshops
serten Form in vier Forschungsworkshops – weiter verbessert wurden, wollten wir heraus-
zwei in Griechenland und zwei in Deutschland finden, ob sich die Tools auch in Workshops
– getestet. Unter den Teilnehmern und Teilneh- mit verschiedenen Zielgruppen bewähren. Wir
merinnen dieser Workshops waren viele er- wollten nicht nur wissen, ob die Tools bar-
fahrene Kunst- und Kulturschaffende mit und rierefrei sind; wir gingen zusätzlich der Frage
ohne Behinderung, allerdings eher weniger nach, inwieweit die Tools günstige Rahmen-
Experten und Expertinnen für die Anleitung bedingungen liefern, um soziale Partizipation
inklusiver Gruppen vertreten. In praktischen zu fördern. Auch diesmal wurde eine externe
Erprobungen wurde auch in diesen Workshops Beobachtung der Workshops durchgeführt.
überprüft, ob die Tools in der überarbeiteten Anstelle der Gruppendiskussionen setzten wir
Form tatsächlich barrierefreier geworden einen Kurzfragebogen ein, der direkt nach
sind. In den Gruppendiskussionen mit allen jeder Toolanleitung ausgefüllt wurde – von
Beteiligten wurden wiederum viele nützliche den Teilnehmern und Teilnehmerinnen sowie
Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Im Unter- von der anleitenden Person. Wir entschieden
schied zum künstlerischen Forschungslabor in uns für diese Vorgehensweise, um den Work-
Athen wurden diese Verbesserungsvorschläge shopverlauf möglichst wenig zu unterbrechen
nicht mehr erneut im Workshop erprobt. Aber und den Erlebensprozess der Teilnehmer und
auch sie wurden am Ende vom Forscherteam Teilnehmerinnen möglichst wenig zu stören.
genutzt, um die Tools in einem zweiten Durch- Wer sich über den Kurzfragebogen genauer
gang zu verbessern. Übrig blieben nach der informieren möchte, kann das im folgenden
zweiten Forschungsphase 38 Tools. Abschnitt, »Forschungsmethoden in der drit-
ten Forschungsphase«, nachlesen. Wer kein
Interesse an unseren Forschungsmethoden
hat, kann direkt zu den Ergebnissen wechseln.
Forschungsmethoden in der 1. Basisfragebogen
dritten Forschungsphase Mit dem standardisierten Basisfragebogen
erfassen wir die soziodemografischen Daten
In diesem Abschnitt möchten wir unsere For- (Alter, Geschlecht, Schulbildung/Ausbildung,
schungsmethoden in der dritten Forschungs- Beeinträchtigung). Auch erfragen wir, ob es
phase genauer vorstellen. Zum Einsatz kamen Vorlieben für künstlerische Disziplinen gibt
• ein Basisfragebogen und welche Erfahrungen mit künstlerischen
• ein Kurzfragebogen Disziplinen bisher gemacht wurden. Und wir
• externe Beobachtungen sowie fragen nach der Einstellung gegenüber inklu-
• ein fokussiertes Interview zur vertiefenden siven Workshops für Menschen mit und ohne
Nachbefragung über die Tooldurchführung. Behinderung.

Außerdem geben wir hier einen kurzen Ein- 2. Kurzfragebogen


blick in die Methoden der Datenauswertung.
Der Kurzfragebogen dient als standardisiertes
Alle Untersuchungen in der dritten Forschungs­ Erhebungsinstrument, um die Tools hinsicht-
phase fanden in Workshops mit Zielgruppen lich Barrierefreiheit und sozialer Partizipation
statt. Daher mussten wir besonders darauf zu bewerten. Im Anschluss an die Fachli-
achten, weder die Teilnehmer und Teilnehme- teratur besteht für uns soziale Partizipation
rinnen noch die anleitenden Personen zu sehr aus den Teilaspekten Peerakzeptanz, Zuge-
durch unsere Untersuchungen zu stören. Alle hörigkeit und Mitbestimmung. Es gibt einen
Instrumente für die Datenerhebung wurden Fragebogen für die Anleiter und Anleiterinnen
in die englische Sprache übersetzt. Es wurde und einen Fragebogen für die Teilnehmer und
darauf geachtet, dass die Instrumente leicht Teilnehmerinnen des Workshops. Der Kurz-
verständlich sind. Bei Bedarf haben Assisten- fragebogen ermöglicht eine verhaltens- und
ten und Assistentinnen geholfen, den Frage- erlebensnahe Toolbewertung, die sich un-
bogen auszufüllen. mittelbar an die Toolanleitung anschließt. Die
Bewertung muss kurz sein und darf nur an
wenigen Zeitpunkten erfolgen, um die anlei-
tende Person möglichst wenig zusätzlich zu
belasten. Auch sollte sie schnell durchgeführt

seite 137
3 Die Forschung im Projekt Creability seite 138

werden können, um den Workshopverlauf und für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen er-
damit den Erlebensprozess der Teilnehmer folgt auf einer vierstufigen Skala von »Stimmt
und Teilnehmerinnen nicht zu stark zu stören. genau« bis »Stimmt gar nicht«.
Schließlich dient der Kurzfragebogen als
»Erinnerungsanker« für die am Ende eines Der Kurzfragebogen für die Anleiter und An-
jeden Workshoptages erfolgende vertiefende leiterinnen beinhaltet dieselben Items, aller-
Nachbefragung der Anleiter und Anleiterinnen. dings angepasst an ihre Leitungsperspektive.
Zusätzlich wird erfragt, ob die Toolbeschrei-
Die meisten Fragen bzw. Aussagen zur Ein- bung zur Verbesserung der eigenen Hand-
schätzung der sozialen Partizipation sind auf lungssicherheit beim Anleiten beiträgt. Auch
der Basis vorhandener Messinstrumente zur wird gefragt, ob die Toolziele auch tatsächlich
Erfassung sozialer Partizipation/Inklusion in erreicht worden sind. Die Bewertung erfolgt
der Fachliteratur entwickelt worden. Wich- auf einer sechsstufigen Schulnotenskala von
tig war, dass die Fragen bzw. Aussagen im 1 = sehr gut bis 6 = ungenügend. Schließlich
Fragebogen auf den ersten Blick sinnvoll kann die anleitende Person in einem offenen
erscheinen, um die Motivation für die Toolbe- Feld notieren, ob sie von der Toolbeschreibung
wertung aufrechtzuerhalten. abgewichen ist und welche Modifikationen
erforderlich waren. Ein Ausschnitt aus dem
Im Kurzfragebogen für die Teilnehmer und Kurzfragebogen für die anleitende Person ist
Teilnehmerinnen sollen die drei Teilaspekte in Abbildung 3 abgedruckt.
von sozialer Partizipation anhand von jeweils
zwei Aussagen eingeschätzt werden. Bei- 3. Externe Beobachtung
spielsweise lautet ein Item zur Einschätzung
des Zugehörigkeitserlebens: »Die Unterrichts- In der externen Beobachtung werden die
einheit war für mich eine Situation, in der ich Barrierefreiheit, die Teilaspekte der sozialen
mich dazugehörig gefühlt habe«. Eine der Partizipation sowie die Zielerreichung in den
Aussagen zur Einschätzung der Peerakzeptanz Blick genommen. Mit der externen Beobach-
lautet: »Die anderen Teilnehmer waren nett zu tung wird eine weitere Perspektive auf die
mir«. Eine Aussage zur Bewertung der Mitbe- Barrierefreiheit und Wirksamkeit der Tools
stimmung ist: »Entscheidungen darüber, wie etabliert. Sie ergänzt die Tooleinschätzungen
wir in der Unterrichtseinheit arbeiten, haben der Anleiter bzw. Anleiterinnen und der Teil-
wir gemeinsam diskutiert.« Die Bewertung nehmer und Teilnehmerinnen.
4. Fokussiertes Interview zur Nachbefragung
der Anleiter und Anleiterinnen

Auf der Grundlage des ausgefüllten Kurzfra-


gebogens wird zeitnah zur Toolanleitung mit
den Anleitern bzw. Anleiterinnen ein Interview
durchgeführt. Diese mündliche Nachbefragung
trägt dazu bei, detailliertere Informationen zur
Toolbewertung im Kurzfragebogen zu erhalten
und weitere Modifikationsbedarfe für die Tools
herauszuarbeiten.

Methoden der Datenauswertung

Die Daten aus dem Basisfragebogen wurden


quantitativ mittels statistischer Verfahren
(Häufigkeitsverteilung, Mittelwertberechnung)
ausgewertet. Sie geben Auskunft, um be-
schreiben zu können, welche Personen an
unseren Workshops teilgenommen haben. Die
Abbildung 3: ertragsreichsten Informationen für die Tool-
Ausschnitt aus dem Kurz­frage­bogen für die verbesserung stammen aus den vertiefenden
Anleiter und Anleiterinnen zur Bewertung des
Tools hinsichtlich Barriere­freiheit und sozialer Interviews mit den Anleitern und Anleiterinnen
Partizipation und ihren Notizen im Kurzfragebogen. Diese
qualitativen Daten haben wir inhaltsanalytisch
ausgewertet und mit der Mind-Mapping-Me-
thode veranschaulicht. Diese Informationen
wurden für den letzten Durchgang der Tool-
verbesserung genutzt.

Die Bewertungen der Tools in den Kurzfrage-


bögen der Anleiter und Anleiterinnen sowie
der Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden
seite 139
3D
 ie Forschung im Projekt Creability seite 140

quantitativ ausgewertet (Häufigkeitsverteilung, Die letzte Toolüberarbeitung


Mittelwertberechnung). Sie zeigten wichtige
Tendenzen in der Einschätzung von Barriere- Alle Forschungsergebnisse aus der dritten
freiheit und sozialen Partizipationsmöglichkei- Forschungsphase wurden in einem abschlie-
ten in den Tools auf. ßenden Durchgang genutzt, um die Toolbe-
schreibung ein letztes Mal zu verbessern.
So wurden auf der Grundlage aller Daten in
einem letzten Arbeitsschritt folgende Maßnah-
Ergebnisse men zur Toolverbesserung durchgeführt:

Das wichtigste Ergebnis der wissenschaft- • Tools mit schlechter Bewertung wurden
lich durchgeführten Toolevaluation ist die aussortiert.
vorliegende Toolsammlung (siehe seite 28). • Die verbliebenen Tools wurden unter Be-
Im Verlauf des Forschungsprozesses wur- rücksichtigung der Verbesserungsideen aus
den immer wieder neue Verbesserungsideen den Zielgruppenworkshops ein letztes Mal
aufgenommen und die Tools wurden immer überarbeitet.
barrierefreier. Die Ergebnisse der dritten For- • Es wurden sieben neue Tools (Basistools)
schungsphase zeigen, dass die meisten Tools entwickelt. Diese eignen sich besonders für
für Menschen mit und ohne Behinderung gut den Beginn in einer Gruppe, oder um eine
funktionieren. Einige Tools mussten aussortiert bereits bestehende Gruppe auf ein be-
werden, da sie sich in manchen Zielgruppen stimmtes Thema einzustimmen.
nicht bewährt haben. • Alle Tools wurden im Hinblick auf inklusive
Sprache überarbeitet.
Die Forschung hat noch ein weiteres Ergebnis • Sämtliche Inhalte der fertig gestellten
gebracht: die Allgemeinen Leitlinien zur Anlei- Tools wurden in eine neue Gestaltungsform
tung der Tools. Die qualitative Datenauswer- überführt.
tung hat uns wichtige Informationen darüber
geliefert, nach welchen allgemeinen Leitlinien
die Tools durchgeführt werden sollten, damit
sie funktionieren. Die Leitlinien zur Toolanlei-
tung haben wir vor die Toolsammlung gesetzt
(siehe seite 16).
Abschließende Bemerkungen Die Toolsammlung versteht sich als Anre-
gungs- und Arbeitsmaterial, das mit vielen
Die Toolsammlung soll Teilnehmern und Teil- verschiedenen Zielgruppen ausprobiert und
nehmerinnen von inklusiven künstlerischen weiterentwickelt werden kann. Individuelle
Workshops zugutekommen. Sie soll allen Vorlieben und Erfahrungen der Anleiter und
interessierten Menschen Arbeitsmaterial an Anleiterinnen werden die Weiterentwicklungen
die Hand geben, um Angebote aus den dar- ebenso vorantreiben wie jeder einzelne Teil-
stellenden Künsten für verschiedene Ziel- nehmer und jede einzelne Teilnehmerin mit
gruppen planen und durchführen zu können: ihren individuellen Voraussetzungen. Inklusive
Künstlern und Künstlerinnen, Multiplikatoren Kulturarbeit ist in diesem Sinne immer auch
und Multiplikatorinnen in Zusammenarbeit mit Forschungsarbeit! Die Herausforderungen, die
Fachkräften und vielen anderen. sich dabei stellen, lassen sich umso eher lö-
Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass sen, je besser inklusive Dialoge aller Beteilig-
es zwei grundlegende Bedingungen gibt, damit ten gelingen. Die darstellenden Künste bieten
die Tools funktionieren: hierfür ein wunderbares Handlungsfeld!
Das vorliegende Handbuch basiert auf einem
1. Bevor man ein Tool anleitet, muss man über zweijährigen Forschungsprozess, an
sich genug Zeit nehmen, um sich mit dem dem zahlreiche Kunst- und Kulturschaffende
Tool und seinen Zielen vertraut zu machen. sowie kunst- und kulturinteressierte Men-
schen beteiligt waren. Ohne deren engagierte
2. Die Toolanleitungen funktionieren umso Mitwirkung hätten wir unsere Forschungen
besser, je intensiver man sich in die all- nicht durchführen können. Ihre konstruktive
gemeinen Leitlinien zur Tooldurchführung Beteiligung hat die Qualität der Ergebnisse
eingearbeitet hat. maßgeblich positiv beeinflusst. Dafür möchten
wir uns bei allen Mitwirkenden, einschließlich
Assistenten und Assistentinnen, Dolmetschern
und Dolmetscherinnen, herzlich bedanken!

Susanne Quinten

seite 141
seite 142
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seite 144

4. CHECKLISTE
ZUR PLANUNG UND DURCHFÜHRUNG
INKLUSIVER KULTURANGEBOTE

ZEIT
Diese Checkliste möchte euch darin
unterstützen, zukünftige Projekte, Work­ Inklusive Kulturangebote erfordern oftmals
shops und internationale Begegnungs­ einen höheren Zeitaufwand
programme barrierearm planen und
durchführen zu können. Sie gibt einen • FRÜHZEITIGE PLANUNG DER
praxisnahen Überblick zur Gestaltung BARRIEREFREIHEIT
barrierefreier kultureller Teilhabe. Je frühzeitiger ihr die Barrierefreiheit
bei der Planung berücksichtigt, umso
realistischer und wirtschaftlicher ist die
Umsetzung.

• ZEITLICHE PLANUNG DER ANGEBOTE


Habt ihr an ausreichend Vorlaufzeit
FINANZIERUNG gedacht?
Manche Personen benötigen mehr Zeit,
Bei inklusiven Kultur- und Bildungs­ um startklar zu sein. Deswegen bietet
angeboten entstehen höhere Kosten es sich an, frühzeitig vor Ort zu sein und
die Zeiten mit der Gruppe je nach den
• BUDGET jeweiligen Bedürfnissen abzusprechen.
Habt ihr im Kosten- und Finanzierungsplan
alle Aspekte der Barrierefreiheit ein­ • ANGEMESSENE ARBEITSZEITEN UND PAUSEN
kalkuliert? (z. B. zusätzliches Fach­personal, Konzentrationszeiten und das Bedürfnis
spezielles Equipment, barriere­freie nach Pausen können bei Menschen sehr
Unterkünfte, barriere­freie Anreise, spezielles unterschiedlich sein. Als Anleiter und
Marketing und Öffentlich­keits­arbeit) Anleiterinnen solltet ihr Euch darauf
vorbereiten und flexibel reagieren.
• VIELFÄLTIGE KOMMUNIKATION
In gemischten Gruppen benötigt man
mehr Zeit für Kommunikation, z. B.
für Erklärungen in Leichter Sprache,
Audiodeskriptionen, das Dolmetschen
in Gebärdensprache und / oder andere
Lautsprachen. Bei der zeitlichen
Strukturierung eures Angebotes solltet ihr
dies mitbedenken.

KOMMUNIKATION, MARKETING,
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
• TRANSPARENZ
Inklusive Kultur- und Bildungsangebote Werden die bereitgestellten Teilnahme­
brauchen eine klare Kommunikation und möglichkeiten und -bedingungen des
gutes Marketing Angebotes klar kommuniziert?

• ZIELGRUPPEN • KONTAKTMÖGLICHKEITEN
Habt ihr diese klar definiert? Werden unterschiedliche Kommunikations­
wege zur Kontaktaufnahme für Interessierte
• INFORMATIONSMATERIALIEN angeboten? Telefon, E-Mail, Post, Kontakt­
Werden Informationen über das formular im Internet, SMS, Facebook usw.
Angebot z. B. auch in Gebärdensprache,
Leichter Sprache, Braille oder in • ANMELDESYSTEM
barrierefreien PDFs in angemessener Wird die Angabe des persönlichen Bedarfes
Schriftgröße angeboten? Werden bei der Anmeldung bereits ermöglicht?
Informationen, Abbildungen und Grafiken (z. B. Mobilitätshilfe, Leichte Sprache,
in den Materialien für Menschen mit Gebärdensprache, Audio­deskription, Laut­
Sehbehinderungen beschrieben? sprachenübersetzung in andere Sprachen)

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WEGE UND TRANSPORT PERSONAL

Inklusive Kultur- und Bildungsangebote Inklusive Kultur- und Bildungsangebote


erfordern eine genaue Planung der An- und erfordern einen höheren Personalschlüssel
Abreise
z. B. durch die Notwendigkeit von:
• WEGBESCHREIBUNGEN > Mobilitätsassistenz
Für eine barrierefreie An- und Abreise. > Kommunikationsassistenz
> Dolmetschen in internationale
• ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL Lautsprachen
Ist der Veranstaltungsort barrierearm > Dolmetschen in Gebärdensprachen
zugänglich? Hier solltet ihr auch am Tag > Dolmetschen in Leichte Sprache
selber noch mal überprüfen, ob z. B. die > Simultanes Schriftdolmetschen
Aufzüge an Bahnstationen nicht gerade > Fachkraft für Audiodeskription
defekt sind. > Geschultes Personal mit inklusiver und
Auch eine Begleitassistenz kann für viele interkultureller Kompetenz
Teilnehmer und Teilnehmerinnen hilfreich > Programmierung von barrierearmen
sein, um von der Bahn-, Bus- oder Webseiten
U-Bahnstation abgeholt zu werden. > Grafik spezialisiert auf barrierearme
Informationsmaterialien
• PARKPLÄTZE > Fachpersonal zur Herstellung der
Sind diese behindertengerecht und gut barrierearmen Informationsmaterialien
ausgeschildert? (Herstellung von Videos, Audioflyern,
Audiodeskription, Übersetzung in
• GEEIGNETE TRANSPORTMÖGLICHKEITEN Leichte Sprache, Übersetzung in
> Besorgung von Einstiegshilfen für Autos Gebärdensprache etc.)
oder Busse
> Buchung von behindertengerechten
Reisebussen
>D er Bedarf von Reisegästen mit einge-
schränkter Mobilität oder Sinneswahrneh-
mung muss bei der Buchung von Zügen
und Flügen angemeldet werden. Achtung:
Bei Zugtickets für Rollstuhlfahrer und
Rollstuhlfahrerinnen ist oft nur eine sehr
begrenzte Anzahl an Plätzen verfügbar!
ÖRTLICHKEIT

Inklusive Kultur- und Bildungsangebote


bedeuten spezifische Anforderungen an
den Ort

• UNTERBRINGUNG
Vergewissert euch immer, ob z. B. das
Hotelzimmer oder die Gästewohnung
wirklich die Kriterien einer barrierefreien
Unterkunft erfüllen. Wichtig ist hier
z. B. das Maß von Türrahmen oder von
Aufzügen, ob die Badezimmer barriere­frei
sind und ob der vorhandene Bewegungs­
radius im Raum ausreichend ist. Am
besten überprüft ihr das vor Ort selbst!

• VERANSTALTUNGSORT
> Ist dieser ohne Hindernisse zu erreichen
und zu nutzen? (z. B. Rampe, Stufen­
losigkeit, Aufzüge, gute Aus­leuchtung,
automatische Türen usw.)
> Besteht eine klare Wegeführung durch
Hinweisschilder oder Blindenleitsysteme?
> Gibt es behindertengerechte
Sanitäranlagen?
> Gibt es einen Rückzugsort zum Ausruhen
mit Sitz- und Liegemöglichkeiten?
> Bodenbeschaffenheit: Überträgt der
Boden die Resonanz ausreichend, z. B. für
taube und hörbeeinträchtige Menschen?
> Wurden Hilfsmittel bereitgestellt?
(z. B. Sitzkissen, Fußhocker, Rutschbrett,
Knickstrohhalme usw.)

Lisette Reuter seite 147


Literatur und Ressourcen
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und Checkliste für barrierefreie Veranstaltungen.
Online verfügbar unter:
http://www.ramp-up.me/ [31.08.2020]

seite 151
Impressum seite 152

Kreative und künstlerische Tools


für die inklusive Kulturarbeit

Das Creability-Buch ist das Ergebnis der Strategischen An der Entwicklung der Tools beteiligte Anleiter
Partnerschaft Creability – Creative methods for an und Anleiterinnen, Künstler und Künstlerinnen:
inclusive cultural work in Europe, kofinanziert durch das Andreas Almpanis, Katerina Becou, Mia Sophia Bilitza,
Programm Erasmus+ und die Europäische Union. Sarah Bockers, Markus Brachtendorf, Olga Dalekou,
Dodzi Dougban, Andrea Eberl, Tanja Erhart, Andualem
Projektreferenz: 2018-1-DE04-KA205-016338 Ferensay, Helena Fernandino, Max Greyson, Christos Kissas,
Veröffentlicht: September 2020 Costas Lamproulis, Elli Merkouri, Aggeliki Mitropoulou,
Verleger: Un-Label e.V., Köln (Deutschland) Wagner Moreira, Christos Papamichael, Lisette Reuter,
Maria Rikkou, Torben Schug, Maximilian Schweder,
Projektkoordinator: Un-Label e.V., Köln (Deutschland) Antonia Trikalioti, Anna Vekiari, Gika Wilke, Lucy Wilke,
Dimitra Zacharouli, Sofia Zagka, Jana Zöll, Filippos Zoukas
Projektpartner: TU Dortmund, Dortmund (Deutschland)
Synergy of Music Theatre – SMouTh, Larissa (Griechenland) Planung und wissenschaftliche Begleitung der Tool­
entwicklung und Toolevaluation: Susanne Quinten, Mia Sophia
Herausgeber: Susanne Quinten, Lisette Reuter, Bilitza, Maike Cigelski, Joana Diszeratis, Antonia Marquard
Andreas Almpanis
V.i.S.d.P.: Lisette Reuter
Autoren und Autorinnen: Andreas Almpanis (Synergy of Redaktionsleitung: Susanne Quinten, Lisette Reuter
Music Theatre – SMouTh), Mia Sophia Bilitza (TU Dortmund), Finalisierung der Tools: Mia Sophia Bilitza,
Susanne Quinten (TU Dortmund), Lisette Reuter (Un-Label Maximilian Schweder
Performing Arts Company), Maximilian Schweder (Un-Label Englische Übersetzung und Lektorat: Kerstin Thiemann
Performing Arts Company) Deutsches Lektorat: Smilla Kullen
Illustration: Tim Stadie
An der Sammlung und Zusammenstellung der Tools Fotos: Vicky Papaggeli, S.14 Katja Illner
beteiligte Künstler und Künstlerinnen: Katerina Becou, Gestaltung und Layout: Kai Kullen
Mia Sophia Bilitza, Sarah Bockers, Dodzi Dougban,
Helena Fernandino, Max Greyson, Michaela Kosiecova, Besonderer Dank gilt allen am Projekt beteiligten Künstlern
Costas Lamproulis, Wagner Moreira, Vassilis Oikonomou, und Künstlerinnen, Anleitern und Anleiterinnen, Experten
Torben Schug, Magali Saby, Maximilian Schweder, und Expertinnen, Assistenten und Assistentinnen sowie
Jana Zöll, Filippos Zoukas allen Workshopteilnehmern und Workshopteilnehmerinnen.
© 2020 für alle Beiträge und Entwürfe sowie der gesamten grafischen Die Unterstützung der Europäischen Kommission für die Er­s tellung
dieser Veröffentlichung stellt keine Billigung des Inhalts dar, welcher
Gestaltung liegt bei Un-Label e.V., TU Dortmund und Synergy of Music nur die Ansichten der Verfasser wiedergibt, und die Kommission kann
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