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Sandini

Sandini

Buch

Von Hans Reichardt +*" .,


IlIustrationen von Peter Klaucke und Frank Kliemt

Der Koloss, elnes der Sieben Weltwunder; Ober der Hufeneinfahrt wn Rhodos.
Sandini

Vorwort
Seit jeher haben alle besonderen, herausragen- und prächtigste religiöse Bauwerk auf dem grie-
den Leistungen die Menschen fasziniert. Schon chischen Festland. Aber die Zeus-Stahie in diesem
die Alten Griechen hatten für ihre Olympischen Tempel brach keine Rekorde, sondern wurde viel-
Spiele das Motto ,höher, schneller, stärker" ge- mehr wegen ihres künstlerischen Ausdrucks
prägt und dieses Motto steht auch für den mo- gerühmt. Auch die Gärten der Semiramis findet
dernen Sport. Die Frage nach der Superleistung man nicht wegen ihm Größe, sondern wegen ih-
gilt jedoch nicht nur dort. Welches ist der höchste rer Schönheit in der Liste dw Weltwunder.
Wolkenkratzer? Welhes ist das schnellste Auto Zwar war also jedes der %eben Weltwunder ci-
oder Flugzeug? Wer war der erste Mensch im ne Großtat der damaligen Technik, sie wurden
Weltraum? Selbst die eigentlich sinnlose Frage aber ebenso wegen ihrer künstlerischen Votlkom-
,,Werhält es am längsten auf einem Ast in zehn menheit bestaunt und bewundert. In den Welt-
Metern Höhe aus?" stößt bei den meisten Zei- wundem mischen sich also Kunst und Technik in
tungslesern auf lächelndes Interesse. Die Rekord- herausragender Weise; das - und nur das - hat sie
sucht tmibt oft merkwürdige Blüten. vor dem Vergessen bewahrt.
Es wäre jedoch falsch, auch die Sieben Welt- Dieses WAS IST WAS-Buch enählt die Ge-
wunder Uur als Rekorde zu betrachten. Gewiss ist schichte der Sieben Weltwunder, soweit wir sie
die Cheops-Pyramide noch immer [mit Ausnahme heute aus alten Schriften und Ruinen rekonstru-
der Chinesischen Mauer) das gewaltigste je von ieren können. Es zeigt in Wort und Bild, wie die
Menschen geschaffene Bauwerk und der Zeus- Weltwunder entstanden, was sie für die damalige
Tempel von Olyrrtpia war seinerzeit das größte Welt bedeuteten und was aus ihnen geworden ist.

BAND 81

~ g h t @ w TEtu¶mhnrlm.*4, ~ ~ , po$w,,NambmI l i a p : I l ~ ~ ~ ~
I J b I ~ n g & s l e s e c B u c h @ ~ d m # T e ~ t e ndammdurdi nh, FunkoWFem&en, der Wchd& db
krttimechanäth~YWdwgahe spwBe dle &ispekhening h~tekrmrr~stkair Systemen bind nw mit Gmehraigwtg
d P s T e s d o f f ~ ~ W
0
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Inhalt
Sieben - eine heilige fahl Warum gehört die zev-statue ZU den
Weltwundern? 27
Warum ist die Sieben eine besondere Zahl? 4 .Wann fanden die letzten OSmpischen Spiele
Wer beschrieb als Erster die statt? I 28
Sieben Weltwunder? 5
Warum ist der Turm von Babel kein
Weltwunder? Der Tempel der Artemis
4

I'''
1 I/ 1 1 ; 1
Wie wurde der benihmte
Die Cheops-ßyramide * Tempel zerstört?
r

Wer war Artemis?


Welches ist das erste Weltwunder? 7
Was fanden die Epheser unter den
Wie wurde die Cheops-Pyramide gebaut? 8 Trümmern des Tempels?
Wer arbeitete an den Pyramiden? 1 9 Warum durfte Alexander nicht beim
Was war die gefährlichste Arbeit? 11 Aufbau des Artemision helfen?
Wie wurde ein Pharao beigesetzt? l2 Wann wur* das Artemision zur Ruine?
W. 4..
,-

Wer drang als Erster in die


~heops-%amide ein?
Wie sah die Pyramidenanlage aus? Das Grabmal des Mausolos
W o liegt Halikarnassos? 35
Wie wollte König Mausolos seinen
Die Hängenden Garten Namen unsterblich machen? 36
der Semiramis Wie sah das Grabmal des Mausolos aus?
Wo befanden sich die Hängenden Gärten? 16 Wer vollendete das Mausoleum?

:k
Wer machte Babylon zur fühmnden
Weltmacht?
Der Koloss von Rhodos
Wie lebten die Menschen in Babylon?
Warum belagerte König Demetrios
Wie entstanden die Hängenden Gärten? die Stadt Rhodos? ' 40
Wie sahen die Hängenden Gärten aus? 20 Welches war das größte Kriegsgerät
Wer fand die Ruinen Babylons? 21 aller Zeiten? 40
Warum war Helios der Schutzgott
Was fand Kaldewey unter dem Schutt? * der Rhoder? 42
Warum wird Koldeweys Fund bezweifelt? 22 groo war die ~ ~ l i ~ ~ 43 - ~ ~

Die Zeus-Statue in OLympia

"
Der Leuchtturm von
Was waren die Alexandria
Olympischen Spiele? 23
Wer war Zeus? Wer gründete Alexandria?
Wie sah der Leuchtturm von
Wann fanden die ersten Alexandria aus?
Olympischen Spiele statt? 24
Wie wurde der Zeus-Tempel in Olympia Wo stand der erste Leuchtturm der Welt?
finanziert? 25
Wie schuf Phidias die Zeus-Statue? 26
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mN o d e n k e v r q
&sondere sedeuGg beQemessen -sie goit als
magische oder heilige Zahl.

J ieben - eine heilige Zahl


Bei vielen Völkern der Antike galt eck erschienen den Mathematikern
. . die Sieben als be- der Antike als vollkommene Gebilde;
I Warum ist die sondere Zahl. In die Sieben als Summe von Drei und
Sleben ehe der ägyptischen Vier galt darum als heilige Zahl.
besondere und babyloni- Auch in der alten jüdischen Kul-
wurde der Sieben besondere Be-
Zahl?
_ ,
schen Philoso: . _, tur
-.
phie und Astro- deutung beigemessen: Im 1 . Buch
nomie nahm sie als Summe der Mose des Alten Testaments, ihrer
beiden „kbenszahlenUDrei und Vier Heiligen Schrift, steht, dass Gott die
eine Sonderstellung ein: Vater, Mut- Welt in sechs Tagen geschaffen ha-
ter und Kind, also drei Menschen, be, am siebten Tag, dem Sabbat,
sind die Grundlage des Lebens und ruhte der Herr. Diesen freien Tag, so Der siebenamige Leuchie~die
die Vier ist die Zahl der Himmels- verlangt es Mose in seinen Zehn Ge- Menom. symbOIIsertin der
und Windrichtungen, aus denen der boten, solle man heiligen. Von nun jüdischen Religlon dle sechs
lebenserhaltendc Regen kommt und an galt die Sieben bei den Juden Wochen'ageunddenSabbot-
die Äcker fruchtbar macht. und später auch bei den Christen,
Für den griechischen Philosophen die das Alte Testament übernahmen,
und Mathematiker Pythagoras * als heilige Zahl.
er lebte im 6. Jahrhundert V. Chr. - So wurden seit dem Altertum
ergab sich die besondere Bedeutung zahllose Siebenheiten aufgestellt:
der Sieben ebenfalls aus der Summe Die Alten Gn'echen wählten alljähr-
von Drei und Vier: Dreieck und Vier- lich die jeweils sieben besten tragi-
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scheu und komischen Sthauspieler, Frauen, Schneewittchen lebte bei den


sie vwehrten wie auch die Alten Rö- sieben Zwergen hinter den sieben
mer die sieben Weisen, Rom wurde Bergen, die sieben Schwaben waren
auf sieben Hügeln aufgebaut. ebenso kpmisch-tap fere Helden wie
In der katholischen Uirchenlehre das tapfere Schneiderlein, das sieben
gibt es sieben Todsünden und sie- Fliegen auf einen Stdch tätete. Und
ben Sakramente. Den Mohammeda- SO gibt es zahllose weitere Siebenhei-
nem gilt als Ort der letzten Ver- ten in aller Welt
kläning der Siebte Himmel.
Am 27. Juni, dem Tag der ,Sie- Eine der ältesten Siebenheiten
benschläferu, gedenken die Christen sind die Sieben

1
jener sieben Bnider, die irn Jahr 251 Wer beschrieb Weltwunder, dir
n. Chr. wegen ihres Glaubens als als Erster die
Märtyrer lebendig eingemauert wur- SIeben
den, Wenn es an diesem Tag regnet, Wettwunder?
so sagt der Volbrnund, gibt es sie*
berühmtesten
und groaartigs-
ten Bau- und
Kunstwerke d e
ben Wochen lang schlechtes Wetter, Altertums. Die erste schriftliche
da sollte man am besten seine Sie- Schilderung der Sieben Weltwunder,
bensachen packen und mit ~iebew-~- -bTe uns vollständig erhalten ist, w i ~ d
meilenstief=ln das Weite suchen. Das dem Schriftstdler Antipatros von
derAntike gelten h e ~ die
WdiesiebenWeihunder e Sternbild der Plejaden wird als Sidon(2.Jahrhundertv.~~h~,)zuge-
cheups-~ymmlde bei Gise, die „Siebengestirnu bezeichnet, obwohl schrieben. Sein Buch war allerdings
Hungenden in man schon rni t bloßem Auge bis zu weder eine philosophische Betrach-
die Zeus-Statuein Oiympia, der
Tem~eider Artemis in E ~ h e ~ 1 5 . elf S t m e en kann. tung noch ein Kunstbuch, sondern
das ~mbrnaides ~uusolosin - Auch in den Märchen stößt man eine Art einfacher Reiseführer.
der
Rhodos und der Leuchtturm überall auf die g.eheimnisvolle Sie- Auf-seinen Reisen - wenn er sie
wn Alerondda. b a : Ritter Blaubart hatte sieben überhaupt selbst unternommen hat
und nicht nur dem
Hörensagen nach berich-
'I tete - folgte Antipatros
im Wesentlichen den
Handelswegen 'der da-
I mals bekannten Welt.
Nur eines der Weltwun-
der fand er in Griechen-
land: die Zeus-Statue
I des Phidias in Oly?npia.
Aus Kleinasien beschrieb
er den Artemis-Tem p d
I in Ephesos und das
Grabmal des Königs
Mausolos von Hali-
kamassos, auf der Insel
Rhodos den Koloss, eine
I Statue des Sonnengottes
Helios, in Afrika die
I Cheops-Pyramide bei Gi-
se und schließlich im
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ferneren Asien die Hängenden Gär-


ten der K6nigin Semiramis sowie die
Feshangsmauem in Babylon, Bis auf
die Mauem von Babylon, die später
durch den Leuchtturm von Alexan-
dria ersetzt wurden, gilt diese Liste
des Antipatros bis heute.
Beriihmte Bauwerke, die dem
Antipatros eigentlich viel näher, so-
zusagen fast vor der Haustür lagen,
zum Beispiel die Akropolis von
Athen, erwähnte er nicht. Denn sein
Buch sollteja ein Reisefihrer für ge-
bildete Griechen sein - und dass ei-
ner von jenen erst auf die Akropolis Die biblische Geschirhte vom Turnbauzu Babel dlente vielen KUnstlem als Bild-
aufmerkam gemacht werden müss- mofiv. DJeses Gemälde Ist eines der beriihmtesten; es stammt wn dem nleder-
te, schien ihm deskalb wohl un- Iandischen Maler Pieter Bruegel dem Älteren.
wahrscheinlich. tike. Von den Weltwundern waren
ohnehin - außer bei der Cheops-Py-
ramide - nur ein paar Trümmer
übrig geblieben und so gerieten sie
in Vergessenheit. DIE~ R O W Uvon S Athen
Ohne die arabischen Gelehrten war inir etwa 3 ow laliren eine
würden wir heute von den Weltwun- befestigie Burg, dle den Eln-
dern vielleicht überhaupt nichts wohnern Schutz bot und
mehr wimn. Es waren arabische gteictiaeitlg S b des Kllnigs
Wissenschaftler, die die Schriften der von Athen war, Nach Zer-
Antike aufstöberten und studierten. starung durch dle Perser Wo
Die Akropolis, Vorbild für viele spgtere Bauten,
Sie übersetzten sie und retteten da- V. Uir.) wurde sle das religiöse
liegt aufeinem Hügel über der Stadt Athen. mit das Wissen um die frühen Zentrum des von mehreren
Großtaten in das Mittelalter und in grleclilschenStSldten geblldc
Antipatros nahm auch nur sölchg 9.die Neuzeit hinüber. ten Attischen Seehunds. In
,,Wunderuin sein' Erst gegen Ende des 15. Jahr- dieser Zeii entstanden dls
Warum ist der I Buch auf, die hunderts, im Zeitalter der Renais- gro-n Tempek der Parthe-
Turm von noch zu besichti- sance, begann sich Europa wieder non, die Propyläen, das Erech-
Babel kein gen waren. Der für die Antike zu interessieren. Der Ureion und ein der Slegesgöt-
Turm zu Babel österreichischc Baum eister Fischer tim Nike geweihter Tempel.
beispielsweise, si- von Erlach (1 656- 17231 beschrieb, Heute dnd diese Bauten nur
cher eine weitere erstaunliche Leis- auf alten Quellen fußend, in seinem noch Rufnen. Trotzdem M i h n
tung der damaligen Baukunst, war "Entwurf einer historischen Archi- von hohen Siulen und ausge-
zu jener Zeit bereits verfallen, also tektur" die Sieben Weltwunder und wogenen geom&sdien Ver-
keine Sehenswürdigkeit mehr. Trüm- brachte sie damit in das Bewusstsein h ä l t n i s geprägte ~ ArdiItek
mer aber wollte Aniipatros seinen der Europäer zurück- Noch weitere tur bis In dle heutige Zeit
Zeitgenossen nicht anbieten; Ruinen zwei Jahrhunderte dauerte es, bis Vorbild für g r d e offentliche
hielten die schönheitstrunkenen die Wissenschaft begann, die Zeu- Bauwerke.
Hellenen nicht für bewundernswert. gen des klassischen Altertums aus-
Als das Abendland chriMich wur- zugraben. Nun endlich waren die
de, erlosch das Interesse an der An- Sieben Weltwunder neu entdeckt.
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Die Cheops-Pyramide
Die Cheops-Pyramide bei Gise in in unserep Jahrtausend in Deutsch-
Ägypten, so ge- land errichtet worden sind.
nannt ' nach Den Befehl zum Bau der T'yrami-
Welches ist
ihrem Erbauer, de gab der junge Pharao Cheops
1 das erste
Weltwunder?
dem ägyptischen
König Cheops
(Pharao war der Titel der altägypti-
schen Könige) sofort nach dem Tod
[etwa 2551-2528 seines Vaters Snofni. Wie alle seine
V. Chr.) ist das älteste und dennoch Vorgänger seit König Djoser (etwa
das einzige einigermaßen erhaltene 2609-2590 V. Chr.) wollte auch
Weltwunder. Wegen ihrer Größe Cheops in einer Pyramide beigesetzt
wird sie auch die ,GroBe m r n i d e " werden. Wie seine Vorgänger hegte
genannt und in der Weltwunder- auch er den Wunsch, dass seine Py-
Liste als Erste aufgeführt. ramide noch größer, noch schöner
Die Cheaps-Pyramide ist - mit und noch prächtiger sein sollte als
Ausnahme der Chinesischen Mauet - alle vorherigen.
-'-
das größte je von Menschen errich: Bwor jedoch der erste der uber
tete Bauwerk. Sie ist 146,6 m hoch, zwei Millionen Kalksteinblöcke, aus
also etwa so hoch wie ein 50-stöcki- denen die Pyramide besteht, aus ei-
ger Wolkenkratzer. Auf ihrer Grund- nem Steinbruch a u f dem östlichen
fläche, 230 X 230 m, hätten die fünf Nilufer gebrochen werden konnte,
Ursprünglich galten alle drei größten Kirchen der Welt - der Pe- mussten erst einmal komplizierte
Pyramiden bei Gise - auf tersdom in Rom, die Paulskirche, die Vorbereitungen getroffen werden.
unserem Foto 'On rechts die Westrninsterab tei in London sowie Zunächst galt es, einen geeigneten
Cheops-, die Chephren- und
die Mykerinos-pymmide- die Dome in Florenz und Mailand - Bauplatz zu finden. 6 400 000 Ton-
weitwunder. ~ e u t zühlt
e man gleichzeitig Platz. Und aus der Ge- nen wiegt das ungeheure Bauwerk -
nur noch die Cheops-wmide
ZU den sieben technischen
steinsmenge der Cheops-Pyramide da musste es schon ein fester Unter-
~ m i t a t e nder Antike. könnte man alle Kirchen bauen, die grund sein, sonst wäre die Pyramide
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DIE P~~ACUONEN
wollten
Ihr gianzvdles Leben bls Ins
jensetts ausdehnen. Voraus-
setzung danlr war nach ihrem
Glauben ein mögiichJt umer-
sehrter Körper. Daher t l e k n
sle ihn mumifialeren, also mit
chirnixhen M M n haübar
machen, und efnensteinernen
Berg, dne gewaltiw Pyraml-
de, als Schuh darüber
auftürmen.

Die Stufenpyramide wn Sakkam, errichtet um 260a K Chr., war die erste Vorlauferin der späteren
grol3en FymmIden. Sie wurde In 29 JahrenPr den Pharua Djosergebaut.

unter ihrem eigenen Gewicht in den des Wasserspiegels wurde an den


Boden eingesunken. Diesen Bau- Seitenwänden eingezeichnet, dann
platz fand man südlich der heutigen wurde das Wasser wieder abgelas-
ägyptischen Hauptstadt Kairo, auf sen. Steinmetze entfernten alles,
einem Vorsprung des Wüstenpla- was über die Wasserlinie hinausrag-
teaus sieben KiIometer westlich des tc, die Kanäle wurden wieder mge-
heutigen Dorfes Gise - ein fester fel- mauert - und die Basis der Pyrami-
siger Untergrund, der dem Gewicht
'+
- de war ferhg.
2L

dw Pyramide gewachsen war. Allein an diesen Vorbereitungen


arbeiteten etwa 4 000 Menschen -
Dann wurde der unebene Unter- Künstler und Architekten, Steinmet-
grund planiert. ze und andere Handwerker - etwa
Dazu baute man zehn Jahre lang. Nun erst konnte
Cheops- zunächst um die man mit dem eigentlichen Bau der
Pyramlde geplante Grund- Qramide beginnen.
gebaut? fläche einen was- Dieser Bau, so berichtet der grie-
serdichten Wall chische Geschichtsschreiber Herodot Die etwa 6 cm Elfenbeb-
Statue des Phamos Cheops 1st
9 b s W me' Leinen. In das Geviert (490-420 V. Chr.), habe etwa zwan- die einzige erhaitene Darstel-
wurde ein dichtes, sich rechtwinklig zig weitere Jahre gedauert, und lung des Königs, Cheops tagt
rund 100 000 Menschen hätten an die Krone Unteritgyptens, in
überschneidendes Netz von kleinep der Hand holt er einen
Kanälen gehauen, das dem Unter- Cheops' gewaltigem Grabmal gear- Zeremonienwedei.
grund das Aussehen eines riesigen beitet. ~lleinfür Rettiche, Zwiebeln
Schachbrettes gab. Diese Kanäle und Knoblauch, die als Zutaten zur
wurden mit Wasser gefüllt, die Höhe Ernährung der Bauarbdter gekauft
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Beim Bau der


Pymmide von
Medum ereignete
slch elne ungeheu-
re Kutastmphe:
Wegen des zu
steilen Böschungs-
winkek kamen die
iiuJPerenM n e ins
Rutschen und
rissen wahmhein-
/ich viele Arbeiter in
den Tod. Das
üauwenci blieb
' unvollendet.

DERNIL Ist dle Grundtage


der Bgyptrwhen H~hkuttur.
6 673 Kitometer misst dieser
gewaltige Stmm von seinen
Quellen Im Ruwnrori-Geblrge wurden, seien 1 600 Talente, heute ein königlicher Schreiber in den Dör-
bis zur MUndung Ins Mittel- über 20 Millionen DM, ausgegeben fern erschien und in große Usten
meer. Ohne sein Wasser wire worden. Die Angaben über die Zahl eintrug, wer an der Pyramide arbei-
Agypten so unfruchtbar wie der Arbeiter wehen von viden heu- ten wollte.
die attara. Sein rninerat-
relcher Schlamm dUngte dle
tigen Forschern bezweifelt. Fijr so
viele Menschen, meinen sie, sei auf
dem Baugelände nicht genügend
F- wnllte:; die Arbeit war
also keine er-

I
Platz gewesen; mehr als 8 000 Ar- zwungene Fron,
beiter hätten sich bei planvoller Ar- sondern frei-
beit nur gegenseitig behindert.
an den williget Dienst.
Zur Zeit des Wamidenbaus war Dafür gab es
Ägypten ein reiches Land. Jahr für zwei Gründe:
Jahr trat der Nil von Ende Juni bis in h # f % d t m a c h t e , erhielt,
den November hinein über seine solange er an der Pyramide arbeitete,
Ufer und bedeckte die anliegenden Unterkunff, Kleidung, Verpflegung
Felder und lieit mehrere Ern- Äcker mit einer dicken 5chlarnm- und ein geringes Entgelt. Nach vier
ten im Jahrzu,Auch ais Was- schicht, die den trockenen Wüs- Monaten, wenn der Nil die Äcker
serstwe war der Hit bedeut- tensand in fruchtbaren Ackerboden wieder freigab, kehrten die Bauern
sam: Uber waser I l d i n slch venuandelte. So konnten in guten in ihre Dörfer zurück. Außerdem war
salbst tonnenschwere Stein- Jahren bis zu drei Ernten - Getreide, es für jeden Ägypter eine Ehre und
blöcke per Boot oder Floß Obst und Gemüse - eingebracht eine selbstverständliche Pflicht, am
A t l v einfach transportieren. werden. Grabmal des Pharaos mitzuarbeiten.
Der griechlxhe Cleschlchts- Von Juni bis November konnten Denn jeder, der bei der großen Auf-
schrelber Hemdot (490-410 die ägyptischen Bauern also nicht gabe half, glaubte, selbst ein wenig
V, Chr.1 nannte l%ypten des- auf ihren Feldern arbeiten, Sie wamn der Unsterblichkeit des Gottkönigs
halb eln ,Geschenk des Illlsn. daher froh, wenn jeweils Mitte Juni teilhaftig zu werden. So zogen denn
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en Ge in ba- bmctiten f i n
rackenartigen Behelfmnterkünfkn Säge und Bohrer j e nach Auftrag auf
einquartiert und in Trupps zu je Höhen- und Seitenlangen mischen
achf Mann eingetdlt. Die ArbeiO 80 m und 1,45 rn. Jeder Ttupp
konnte beginnen, hievte &einenuBlock mit Seilen und
Die Männer setzten in Fihm Hebeln auf einen holaerriem Schlit-
über den NT1 und rnarschimn zum ten, der über einen Knüppelweg
5teinbnrch. Dort losten sie einen zum Nilufer gezogen wurde. Efne
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bereit!
W e F 7 5 T gezogen, dort
&chte rhn der Trupp millimeterge-
,- von einem Baumeister
bezeichnete Stelle,
, Je höher die Pyt.amide in den
F -- wuchs desto länger und
- :wurde natürlich auch die
-na .. d e o kleiner wurde die
a t t f m . So
schwieriget.

ie gefiihrlichste Ar-
beit: Das ,PP-
midianu,der neun
Meter hohe Gip-
felblotk, wurde
die Rampe he-
raufgezogen und
ie Mele Mannet allein bei
dieser Arbeit den Tod gefunden ha-
ben, im&kannt
So entstand in 20-jähriger Atbeit
- m m i d e n k m - a u f ~aus~ t
1.2%Schichten, vier Meter hölher als
das 5mßburge Mf3nster. Zu diesem
Zeitpunkt war die Pyramide etwa
das, was wir heute shm - ein s&-
F.
fMrmiger Berg. Aber damit war de
rachte die Männer und noch nicht fertig: Die Absätze wur-
7,5 Tonnen schweren den so mit Steinen amgefillt, dass
Quader an das jenseitige Ufer. 'die Pyramide nun eine riue, aber
Über eine wiederum mit Bohlen kantenlax Obdärhe hatte.
auscreleqte S t r a k wurde dw Stein
zm Bauselle gachlqgt, Da Kmn SchnHdud
und Fiaschenzug nach nicht w-
f u n h waren, kam nun der
R

-
tfIe Uieo~s-PYmmfdC:
= Eingang* wie bel d e n Pyramiden auf der
~erdseiteb gm#erBufig; C u m i i -
endete Kdmmei: d = rwiste@?nderCiangj
s = Gm$e Hailej f = Gang zur mittte-
schwierigste Teil d a Atbeit:
Über eine spitalfömig nach
oben führende Rampe
-
ren Kummer: e = fC&lainkarnrne~:
h Kon ~ i b d u b e mangelegter
Wrbirrdungsgang;i = Gang mit
kleinen W&ammern; k = K&
aus Ni7schlammiegeln n&kummer; 1 = HahirUtl-
wurden Schlitten
und Block mit
Seilen und He-
Sandini

Als Letztes wurden die vier drei- det, aber ohne Venieningen, Hier
eckigen Außenseiten mit Platten aus steht ein großer leerer Sarkophag
blendend weißem Kalktein wrklei- aus Granit, der Deckel fehlt. Der Sar- PIE CHEOPS-PWMIDE
det. Die Plattenränder wamn so fein kophag muss schon hereingetragen Ist zwar dle W t e , aber
behauen, dass nicht einmal ein Mes- worden sein, als die Pyramide noch langst nicht die elnzige In
ser in die Zwischenfugen passte; im Bau war, denn er passt durch kei- kpten. Naben ihr steht dk
schon aus wenigen Metern Entfer- nen Gang. Solche Klinigskammern Pyramide von Cheops' Sohn
nung sah die g?arnide aus wie ein wurden in fast allen äyptischen Py- Chephren. Sie ist zwar mit 136
aus einem Stück bestehender riesi- ramiden gefunden, sie dienten als Metern etwa einen Mefer nled-
ger steinerner Berg. Die Au ßenplat- letzte Ruhestätte des Pharaos. Zwei riger, steht a k r etwas höher
ten waren mit härtesten Schleifstei- enge Luftschächte führen aus der und wMb daher n
nen spiegelblank poliert; in der Königskammer über kl~ineÖffnun- ger.Zu Ihr geM@
Sonne oder auch unter dem Mond- gen im Fyamidenmantel ins F~eie.
licht habe Cheops' Grabmal - wie Wahrscheinlich sollten sie dem toten
Augenzeugm berichteten - geheim- Pharao den Aufstieg zu den Gestir-
nisvoll geglänzt wie ein ungeheurer, nen des Himmels erleichtern.
von Innen beleuchteter Kristall.
Die Cheops-Pyramide ist jedoch Nach seinem Tod wurde dw
nicht durchgehend Stein. In der Mit- Leichnam des

-1
te des Bauwerks befindet sich ein Herrschers soq-
Wle wurde ein
verneigtes Gangqstem, das über fäl tig einbalsa-
Pharao
eine 47 m lange Passage, die Große miert. denn nw.
beigesetzt?
Galerie, zu einem 10,50 m langen,
5,30 m breiten und 5,80 m hohen
Raum führt, der Königskammer. Sie
ist vollständig mit Granit ausgeklei-
Sandini

Prozedur entnahm man Gehirn und hauen, also nicht fertig geworden;
Eingeweide, konsewierte die Leiche der Deckel fehlt.
mic dem Kopf des Chephren in Natronlauge und umwickelte sie Über 3 000 Jahre lang blieb das
auf dem Lelb eines Ulwen. mit Leinenbinden. Das Ganze wurde Innere e r Großen Pyramide von
üas Grabmalwn Chephrens vom Verlesen heiliger Texte und re- Menschenhand unberührt, geschützt
Sohn Mykerinos,dle drltte der ligiösen Handlungen begleitet. Nach durch die sorgsam zugemauerten
groflen Pyramiden, Ist nur p 70 Tagen wurde die Mumie in der Eingänge, geschützt aber auch
Meter hoch. Weie Dutzend Grabkammer der Pyramide beige- durch den Glauben, dass die Königs-
weiterer, weit ldelnerer Pyra- setzt. Die Eingeweide kamen in luft- gräber von Geistern bewacht wür-
mlden slnd mr w n ver- dicht verschlossene GeRße, so ge- den, die jedm Eindn'ngling töteten.
teilt; sie sind vfetfach fast bls nannte ,,Kanopenu, die neben dem
Sarkophag in die Grabkammer ge-
stellt wurden.
Während so die sterbliche Hülle
des Pharaos in der Pyramide ihre
letzte Ruhestätte fand, verließ das
,,Kau des Toten die Grabkammer.
,Kau - das war nach ägyptischem
Glauben das zweite Ich, eine A* -
Spiegelbild des Menschen, das den
Kürper im Tod verließ und sich frei
zwischen Diesseits und Jenseits be-
wegen konnte. Dieses ,Kau also ver-

I
ließ die Grabkammw und stieg auf
der Außenhaut der Pyramide, die so
glatt war, dass sich darauf kein
Sterblicher bewegen konnte, bis auf
1 die Spitze der Qramide empor. Dort
artete der Sonnengott Re, der Va-
er jedes Pharaos, in seinem Son-
schiff, mit dem der tote König Der uprllngllch zugemauerte Eingang zur
die Reise in die Unsterblichkeit Uieops-Pyramide (oben) und die ~hbkammer
(unten) mir dem nur roh behauenen Gmnit-
sarkophag. Weil die Kammer weder Bilder
Ob die Große W m i d e allerdings " O C ~inschrifin enthdic, nimmt m m an,
&ächlich die Ruhestätte des Pha- d a s Cheops hier nkht bestattet wurde.
Cheops war, wird
,P von manchen

F senschaftlem be-
eifelt. Zwei Gründe
hwn sie dafür an:
kDie Grabkamme~ist
:gegen damaligem
ch völlig unver-

er Sarkophag, der
Leichnam des to-
aufnehmen
Sandini

So kamen die Grabräuber erst viel


später. Als Erster
drang der Kalif
Erster in die Abd Allah al- DERr m r hcnmrirr
Cheops- Ma'mun (813- der Pyramiden ist namenüldi
833 n. Chr.1, ein bebnnt: Er hIe& tmhotep und
Sohn des Kalifen wirkte um 2600 V. Chr. am Hof
H i r n a~Ras&td,in die Cheops-Py- des Pharaos Djoser. Imhotep
ramide ein. Er ließ einen Tunnel bis
zur Grabkamrner brechen - in der
Hoffnung, dort wie in anderen Kö- bedeutender Schriftsteller
nigsgräbern große Reichtümer zu und M ,
der norh g ooo lahre
e
finden. Aber er fand nichts - nichts sp3ter In Agypten als Gott der
als auf dem Fu Bboden und an den Moschee in der Altstadt wn Kuiro. Oft verwen- tieitkung verehrt wurde. Er
Wand eine 2 8 dicke Kot- dete man fllr solche b t e n die Kalk- gfw auch a k ErRndor des
platten von den A@enJI.dchender Pyramiden.
schicht der Fledermäuse, die sich Steinbaus (aiso des Bauern
dort einquartiert hatten. Damit war Außenmantelsherunterundvenuen- mitgebrochenemfeis,zuvrir
die Cheops-Pyramide für die Schatz- deten sie, um neue Häuser zu bauen. errkhtete man üauten aus
sucher und Grabräubu uninteres- Nach heute findet man diese Platten iuftgehciateten Lehm-
sant geworden. in vielen Moscheen der Altstadt. xiegein). 019 -!&, dle
Nicht dagegen für andere Räuber: Übrig blieb nur der stufenfömige imtiotepmr~j-ed&ete,
Als ein Teil Kairos im Jahr 1168 n. Pyramidenkern - so, wie ihn die war-, bestand aus m . ,

Chr. von den Arabern in Brand ge- Touristen noch heute bewundern. poo oao Tonnen Steinen und
1
setzt und völlig zmtört wurde, um Diesem Steinraub fielen auch die warlmmerhh6oMeterhach. d,;-.A
es nicht den christlichen Kreuzfah- Spitze der Pyramide, das Pyramidi-
m in die Hinde fallen zu lassen, an, und dir obostcn Lagen des
rissen die Ägypter beim Widerauf- Baues zum Opfer. Darum ist sie hei.
bau ihrer Stadt die glänzend weißen te nicht mehr 1 46,6 m, sondern i
Kalksteinplatten des Pyramiden- noch 137,20 m hoch. Die Spitze di
Im 12. Iahrhundert rissen die Ägypter die gl#n-
Pyramide bildet heute ein
-
Qwr
zend w i e n Steine des ~ m f d e n m a n t e i s Von etWa 10 m SeitenläTlge.
herab, um aus ihnen HSIuserru bauen.
'
k
Rund 1 000 Jahre lang,

griamiden nur Teil einer wei


gen Anlage, Direkt
cchloss sich ein p ß e r Totent

Säulenhof und einem inner


Nischen für Statuen des Kön
wie Magaunen, di
Sandini

Jenseits mit Vorräten versorgen soll- bevor man ihn in der Pyramide be-
ten. Täglich brachten die Priester im stattete.
Tempel Speiseopfer dar, damit der In der Nähe der Pyramide befan-
König in der Ewigkeit ein angeneh- den sich $leinere Pyramiden für die
mes Leben Rihren konnte. Neben Königinnen und die einfachen Grab-
dem Tempel wurde eine Prunkbark stätten [,Mastabas"] von Verwand-
aufbewahrt, die ihm dort als Trans- ten, Priestern und hohen Beamten
portmittel dienen sollte. des Pharaos, die ihm so auch irn
Vom Totentempel aus führte ein Jenseits weiter dienen konnten.
Die Pymrnid&anlage von langer überdachter Weg hinunter Die meisten dieser Bauten sind
Gise. Mit den Grabmälern des zum Nil. Hier stand der Taltempel heute venchwunden, oft wurden sie
rhwps und Cheph@n mit einer Anlegestelle für die Boote, schon vor Jahrtausenden abgebro-
die dgyptiishe Pymrnfden-Bau-
kunstihmn sNte- die den Leichnam des Pharaos und chen und als Baumaterial w e n -
reGmbmdler. wieauchsdion die Bestattungsprozession über den det. Nur wenige von ihnen haben
' die Mykerinos-Pyramide,
blieben bedeutend k6
'
rund Nil brachten. lm Taltempel wurde die gewaltige Zeitspanne von rund
sind vieifach nicht ert n. überdauert ...

..
Sandini

In der d@en Einöde rings um


Babyi~nwirkten die Wngende

@?adi~Btl& Wundei:

4
G W n wie$p wnlMensdiep

&enden Gärten der ~emiramis


Wri'l Dt
?-
ng„,Jen Gärten der Semi- lagen und dass ihr Erbauer wahr- DIE BIBELerzghlt die Le-
ramis, die in der scheinlich der babylonische König gende von der Babylonischen
Liste des Anti- Nebukadnezar 11. (605-562 V. Chr.) Sprachvenvirrung. Ihr zufolge
patros an zweiter war -jener König, der sein Reich zur wollten die Menschen in Babel
Stelle genannt größten Blütezeit seiner Geschichte einen Turm bls in den Himmel

I werden, sind das


wohl am wenigs-
ten erforschte der Sieben Weltwun-
fü h ~ t e .
Babylon an den Ufern des Eu-
phrat, das „Babelu des Alten Testa-
bauen. Um das zu verhindern,
gab Gott ihnen unteachiedll-
che Sprachen, sodass sie sich
der. Bis heute wissen wir nur, dass ments, gilt als die erste Weltstadt nicht mehr verständigen kann-
sie in der legendären Stadt Babylon der Menschheit. Vor allem drei he- ten -so entstanden die vlelen
in Mesopotamien (Zweistromland) rausragende, für den damaligen Sprachen auf der Welt.
Sandini

Technfk g e r n d a sensa- Göttin des Kampfes und der Liebe,


achten die Stadt geweiht waren, waren mit Timbil-
: der Babyionische Turm, d m aus Glasurziegeln g~hmückt.
altigen Festungsmaum und Einer erhiiltenenen Keilschrift mfd-
rch die Hängendem Gärten ge gab es in Babylon 53 Tempel der
großen Gottv, 55 Weinm Tempel
des Marduk, 300 weitm klelvrm
Als K8nig Nabupolassar, der Tempelanlagen d u Eid- und 600
Begründer des d u Himmlsg6tter, 180 Altäre der
neubabylonischen lschtar sowie 200 weitere njr andere
Reichs im Jahr G8tte1.
605 V. Chr.sta~b,
bestieg sein Sohn Der Ruhm Bakylons drang weit
über die G m -
z n des Reiches
hinaus: Unz3h-
aber W allem 1 Besucher
ter: Unter sein aus Remden
aus der Haup Ländern kamen
rr8wößte,rnodmste und prächtigste von überall her, um die GröOe und
Stadt der damaligen Welt, Pracht der Stadt zu bewundern. Auf
Nehukadnezar movierte Eaagila, den Straßen drängten sich neben
das Hauptheiligtum d a babyloni- d i a n dBesuchem, wohl den ersten
schen Rei chrgottes M arduk und Touristen der ~enschheits~eschich-
schuf um den Tempel herum eine te, Soldaten, Taschendiebq Wahr-
m F ~
'P
.'I
großartige Prarhtanlage. Er erneuer- sager, Teisende Musikanten und vor
te und vollendete den 90 Meter ho- allem Händler, die mit ihren Idamwa-
- , VORGESCIIICHTE hen Stufemturm Etemenahki, eben- nen gekommen waren, um Waten
&ni& iubytm,eim~rün- falls ein Tempel d a Marduk, der
Vom BuhylonWen Turn sind heuL nur noah
dung der summ, e d e b Ihm später als ,,Babylonischer Turmu in Rede der mauem d h ~ m
--.W=
. - B m au m die Geschichte einging. Fiir die zahl- 1
dem b d h n t e n G-r losen Iinrurißsen Feste, die fast t2g-
mnlg Hammurabi (I+ lich in Babylon gefeiert wurden und
~ 6 8 V6. ChrJ. Nach seinem Tod der Stadt den Beinamen ,Sünden-
wunde dfeStadt von H&Lrn, Babd" eintrugen, ließ Nebukadne-
Elamltem und ksymm ar- zar eine gewaltige Prozessionstraße
ehrt und mehrmals vlitligzer- anlegen, deren Schmuck und Größe
stort. 626 V. air., nach tanger in der damaligen Welt nicht ihres-
Fremdhemchaff erhob slch gleichen hatte. Er baute zwei gewal-
der hbyiontsche F h i Nah- tige KiSnigspaläcte und lief3 die Stadt
poiasrar gemeinsam mlf den und ihte Bewohner durch einen
Medern geIEen dle &qmr und mächtigen doppelten Befestigungs-
s m . Die Shger tdtten das ring sichern. Durch diese Anlage
k p m e i c h unter slcb auk hindurch fdhrten groae Tore und
Habupotassarethietf Mhsopo- breite Prachtsmßem in die Stadt
tarnI%n; Syrien und Palästina hinein, vorbei an vielen neu emch-
und wmde zum w n d e t des teten Palästen und Tempeln. Das
neubabylontschen Wehs Tor und die Straße, die tschtar, der
Sandini

aus alltr Hemen Länder feilzubieten. Hammumbi (1 728- 1 686 V. Chr.)


Auf den Märkten wurde Purpur aus erlassen hatte. Diese Gesetze, die iil-
Phönizien angeboten, Weihrauch testen der Welt, waren grausam:
aus Arabien, Teppiche und Edelstei- Dieben wurde die Hand abgehackt, DIEWISSEWCHAFT
ne aus Persien, Zinn aus England, für andere Missetaten wurden die verdankt den ßabyloniern
Silber aus Spanien, Kupfer und Gold Verbrecher geblendet oder mit ko- viele Ihrer Grundlagen. Das
aus Ägypten und Gewürze und El- chendem Teer übergossen, Nasen zelgen dle In Sumerisch der
fenbein aus Indien. Es gab zahtlose und Ohren wurden abgeschni.tten, damatigen Gelehrtensprache,
Künstler und Handwerker. Sie w s s - Änte bezahlten misslungene Opera- rerkwten KidlsdirlR-Tafeln,
ten, wie man Seife herstellt und tionen mit dem Lehen. die man Im Schutt wn Baby-
Stoffe färbt, sie konnten Metall ver- Mit ihrem Leben zahlte auch eine ton, Ur, Ninive und a n d m
arbeiten und Glas herstellen. Und es Frau, die die Ehe gebrochen hatte mesopoaunlschenStedten
gab viele Ärzte in Bawlan, die die odm ihre Haushaltspflichkn nickt gehinden hat Dle Gdehrten
erfüllte. Mit den Mannern ging das kannten schon den sarr das
Gesetz weniger hart um: Sie durften Pythagoras. rechmten mit
zwar offiziell nur dne Frau haben; wumetn oder mnnahten
eine oder mehrere Geliebte aber und I-n Gleichungen m t
wu~dengeduldet Es war keine gute mehreren Unbekannten.
Zeit für Frauen. Von ihnen stammen dle
Zahlenqeme auf der Basis
Während Babylon innerhalb nur 12 und 60, dle wir heute noch

weniger Jahr- b d der alt-und Winkehes-


zehnte zur sungvemenden. Sie hat~en
ftihtenden Me- auch efnen wht genauen
Hängenden tropole der da- Katender und wtfirgfen Ober
Garten? rnaligen Zeit betdiW1die bnntnkse In
heranwuchs, Medidn und Chemie.
verbrachte König Nebukadnezar 11.
dnen groOen Teil seiner 43-jährigen
Regierungszeit auf Feldzügen. Er
bekriegte rebellierende m r im
Ausgrabungen ~n~ o b f l ~zot Meter
~. J-Norden und Syrer im Westen und
s d u m ~ s s e nbedeckten das HauptheiI@fum
'
allem die Juden in b]ästina, die
des Scodtgottes Maduk, den Tempel Esagita,
sich mit den Äygptern vwbündet Pas Ischkrtot Teil des gewalti-
alte Tradition der Heilkunst - die hatten. lrn Jahr 587 V, Chr. zerstörteg ~ ~ ~
Medizin 'falt - damals als Kunst - er Jerusalem bis auf seine Grund- von RobertKoldewe~ischtnr
pflegten und sagar schon schwierige mauem. Viele der Einwohner wur- "des d k "bfl~niwhecfinin
Kampfes und der liebe.
Opmtionen durchführten. Da sie den nach Babylon gebracht, In die
wie auch alle anderen Babylonier
glaubten, dass alles, was dem Men-
schen geschieht, dem Willen der
G O t T unterliegt, wurde jede rnedi-
zinische Handlung von Gebeten und
Zeremonien begleitet. r
Leben und Treiben in Stadt und
Land wurden nach den Gesetzen ge-
regelt, die schon über 1'000 Jahm
zwar der altbabylonische König
Sandini

Rekonstruktion des etwa 40 Me-


ter hohen Doppeltors der ,schtar w i ~ dberichtet, die Gärten erichten
irn Vorderasiatischen Museumin lassen, um die Königin für seine
Das Studttorgehöitenir häufige Abwesenheit zu entschädi-
hze~51~onsstm%e und war reich
gen, aber auch, um seiner Gemahlin
mit giusierten ~iege~reiiefs
in der Einöde der ~u~hrat-Ebene ei-
l ne kleine Erinnerung an die be-

nerrelieb arn Ischtor-Tor


und entlang der P M -
3
waldeten Berge ihrer persischen
Heimat zu verschaffen. Unklar
ist, warum die Gärten mit der
sionstmfie, wie hier e h sagenhaften babylonisch-assy-
Schhngendmdie und ein
Löwe, dlenten der Rschen Königin Semiramis in
Abschreckung böser Verbindung geb~achtwurden.
Geister.
Semiramis lebte mehrere Jahr-
I hunderte vor ihrem Bau, und es
und mussten beim Ausbau der gibt keine Hinweise, dass Nebukad-
Hauptstadt mithelfen. nezars Frau denselben Namen trug.
In dieser Zeit entstanden die Palastgärten waren damals im
Hängenden Gärten. Wahncheinlich Orient nichts Unbekanntes, doch die
waren ae ein Geschenk Nebukadne- Hängenden Gärten übertrafen alles
zars an seine Frau, eine persische bislang Dagewesene: Die Schönheit
Prinzessin. Nebukadnezar habe, so der Anlage und die Pflanzerm'elfalt
Sandini

nen, steil ansteigen- ASPHALTkannte man schon


den Berg mit zahl- vor aber 6 ooo lahren In Meso-
I losen Bäumen, Bü- potamien. Dort wurde das
)
schen und Blumen. s&w-, uebdge ~ a t e d a i
Sklaven waren vor ais wasserdichter Motte[ für
allem im Sommer ~~~~~~~~~~~~er-
,
bei Temperahiren bis berelch geschätzt und daher
I zu 50 'C unablässig auch beiden Hlngeaden
damit beschäftigt, ten ais Dichtmasse verwende?.
Wasser aus dem Asphalt entstehtwn selbst an
Schöpfbrunnen in die natürlichen M111-AuHrhn,
vielen kleinen Kanäle wenn dle leichteren Bestand-
zu pumpen, die von der tdle des OIs verdunsten, Dle

--
Diese Wandmalerei uus einem thebanischen
Iobersten Terrasse an über k p t e r nutzten Asphalt ktrn n
die ganze Anlage herunter- Mumiffzierenvon Lelchen
flossen. Da gab es kleine armerer Bewohner, auSerdem
Flüsse und Wasserfälle, auf galt er als Unbversal-Heil-
Teichen schwammen Enten m i t a Heute gewinnt man
und quakten Frösche; Bienen und Asphalt In gewaltipn Mengen
Gmb zeigt einen Ugyptischen Garten. Dattel- Schmetterlinge flogen von BlÜ te zu bei der Erdöl-Raffination:
palmen süumen einen Teich, in dem sich Enten
und fische tummeln. Blüte - und während die Stadt Ba- m i s c h t mit Faihffen
bylon unter der Glut der somrnerli- dient er a k StraSenbelag.
waren - so schrieben ubereinstim- chen Hitze lag, blühten die Gärten
mend zeitgenössische sowie spätere der Semiramis, von Hitze und Was-
griechische und römische Autoren - sermangel unbetmffen. Dieser Kon-
in der damaligen Welt ohne Beispiel. trast war es wohl, der ihnen den eh-
An seine Soldaten erließ Nebu- renvollen zweiten Platz in der Liste
kadnezai. den Befehl, alles, was sie der Si~henWeltwunder ve~chaffte.
auf ihren Feldzügen in fernen Län-
dern an unbekannten Pflanzen sa-
hen, auszugraben und nach BabyIon
zu schaffen. So wuchs in Babylm, ' -
elw langemdbn schon I r
ein großer bunter Garten heran, der

I
este botanische Garten der Welt. bnut, s p h such die &hyionler.
Die kahlsn G & m mi€&a$urepie-
Jede der zahlreichen Terrassen Iin und M i e n d e a B i h n bMet*n 1

I
I
bildete einen einen *rMscheiiden Gegensatz zur
Garten für sich, t ~ k e n e n staubigen
, Wüste. kis
und dennoch die brlechen a r e n d Q%r F&izll-
formten die ein-

I
I zelnen Anlagen
ein Ganzes: Am nen das Mr &n keh~lsehanHutr-
äußeren Rand jeder Terrasse wuch- c ~~~'
garten g e b ~ Wsrt
sen Tausende von Kletter- und Häni nkfit pasend. Sie bildeten d a h

I
gepflanzen, die sich zum nächsttie- aus einem altpmischei A d r u c k
feren Garten herunterrankten
I
und so das Wort ,pmaClsos" Mr d i e
aus den Einzelgärten eine einzige +en m n In &r Wnate da- -
Anlage machten, einen groben, grü-
Sandini

Im iuhr 587 V. Chr.rerstdirte Nebukadnenr 11.


temaiem und ftihm vkle luden in die
GefangenschoJInoch Babylon, wo sie beim &u de5,
Bubyhmlschen Tunns helfenmusmp. 539 V. C$
erloubte Ihnen der Perserkönig K p ~ d e r . % a l d ~ r i
erohHe, in k r ~~elmatzurikckaikeh'~~

Auf der Spitze des


Babylonischen
Turms stand ein
Tempel, der dem
GotF Marduk ge-
weiht war,
Sandini

Na& mehdähriger Suche stieß


der deutsche W-
scher eines Tages
unter metwho-
hem Schutt auf
einen merkwür-
digen Bau: Das
Fundament bestand aus zwölf
gleich g-roaen schmalen Kammern
aus behauenem Stein zu beiden Sei-
ten dnes Mittelganges; die massiven
Decken aus Brandziegeln waren of-
fenbar dazu bestimmt, schwere Las-
ten zu tragen. Mauern und Heiler
waren bis zu sieben Meter dick. Di-
rekt bei dem Gewfilbe fand sich eine ten Steinbalken gedeckt. Auf die N a h den Berichten antiker
Bninnenanlage mit drei Schächtm; Balken kam je eine Lage aus mit Ar- Schdjbteller entwatfKoldewey
dieres Bdd dwHIIn9eRdeR
., das Schdpfwetk phal t vermischtem Schilf, darüber Gurfen.Seln RekonrfmktEon~
aus Holz und eine doppelte Schicht gebrannter
andereh Fodchern vem@n.
Tauen war nicht Ziegel, die Fugen damischem waren
mehr erhalten, mit Gips verschlossen. Wiedenim
Aus zahlreichen darüber lag eine Bleischicht, die den
alten Schriften Unterbau gegen Feuchtigkeit isolier-
der Gneckm und te. Auf dem Blei ruhte schließlich ei-
l Römer, aber ne drei Meter hohe Erdschicht - dn
auch von den eigentliche Garten, in dem auch h ~ -
.KeilschrifitakTn he Bäume wachsen konnten.
aus babyloni- d6
scher Zeit wusste Koldeweys Fund wurde schon
Robett Koldew Kol dewey, dass 1 bald von vielen
(MmI mit rhhdrni- in
schen Helwn. ~ ~ w l ~ ~ nur Wfssenschafi-
an zwei Sktlgr!: lern angwei-
behauene Steine w e n d e t wordei felt. Ebenfalls i
waren: an der Nordmauer der Kö- auf alte Schrif-
ni$burg wn Babylon und bei den ten gestützt,
,Hängenden Garten: Die Stelle an lührten Ge an, dass der Gartenwr-
der B u g hatte Koldewey bereits vor- mutlich nicht in der Mordostecke des
her gefunden - das KelkrgwäTbe Palasts geiegen habe, wo Uoldewey U, „,geklugeiksSwm
musste also zu den berühmten Han- ihn m u t e t e , sondern am Ufer des vemhiedenen, ffbereimnder
senden G2rtm-1 gehören! Nach d e ~ Euphmt, wo die Bwäaenmg einfa- ge5diIchfsten Muteriallen
mltw-fFe
antiken Literatur über das alte Baby- cher war und mehr Platz mr Verfü- w e r i e i t u n g 4 1 1 t e ns ~ c h e ~
Ion entwarf' Koldewey nun ein Bild gung stand. Koldeweys Fund trägt
der ursprünglirhen Anlage: Auf dem heute nur noch die neutrale Be-
$~~~~~b~'o,
KeIl~ew6lberuhte vermutlich eh zeichnung ,Gewfilbebau".o sich
terrassenförmiger Zentralbau, jede die Hähgendcn Gärten aber nun
Terrasse erhob sich etwa fiinf Meter wirklich befanden, wissen wir immer
über die darunter liegende und war noch nicht. Und wahrscheinlich wird
mit 5,45 m langen und 1,35 m brei- sich d k e s Räsel auch niemals lösen.
Sandini

Die Zeus-Statue in Olympia


Alle vier Jahre ereignete sich iim bereit gegenubmtehen, da mochten
klassischen Grie- Städte belagert, eingenommen und
chenland Son- geplündert werden - als ginge sie
Die Xeus-Statue des Phidias
w n Athen In der Cella des derbares: Da da; alles nichts an. zogen junge
Tempeis von Olytnpiagilt als mochten die Athener, junge Spartaner und ande-
elnm der Sieben Weltwun- re junge Männer aus allen Tdm
da Dk flgur w a f W Y . Athener gerade
Mehr hoch wtil @ichM€ - -.
- - - .- - -
.. -
L
r..
2; I einen Krieg .ge-
'
,
4w
Sandini

nach ' w P i a , dnn Kultstatte des


Zeprs, 260 km ,sildwectli.ch von
Athen. D a n dort fand jeden
Sommer ein gral3es k t statt, bei
dem sich religitise Handlungen mit
er#itter~ensportlichen Wettkimpfa
abwechselten - die ,Olympisckn
Spielt4.
Solamge das Fest andauerte,
herrschte Frieden m der Umgebung
des Hefljgm Haines, Alle Teilnehsma

I
der Oiympischen Spiele hatten auf
dem Weg nach und von Ompia ab-
solut freies Geleit; die Kriege in ent-
fernt m Regionen dagegen M e n
wdtergefuhrt werden. So virrlangte
es &uzI der oberste ener griwhi-
ghen Gatter - denn ihm rn ' E h m
wurde f l i e s F a geTeie~ Mehr
nmh: EY,der gewaltige Blitzeschku-
dem9 katte es befohlen.

Z w s ' Vater Kmnos, sp berichtet


die Sage, wohnte
'oberhalb- von in den Tartaros* die antike Hölle. die Scherbe
einer Vase mit der Darsfel-
Olympia auf ei- Fortan war er alleiniger H m h e r lung „ der Errettung des
.nFm Hügel. des Olymps, Wnig der Giitter und Zeus. Rhea reicht ihrem Mann
Kronos statt des Sauglings
,Orakel hatte ihm der Mewhen und Gott des Wetters Zcvs eben in Wlnd,,,n ge-
verheikn, dass Zum Gedenken rn Sieg, so wickelten Stein.
einer seiner Söhne ihn -entthmnen schließt die Sage, ordnete er die
wiirde. Damufhin m & l a n & ~ m n o s wettspiele von Qlynpig an.
die d n e Kinder wfori n a ~ h i 3 & q + ~
Gebutl. Als jedoth das sechste Kind,, 50 wurde nun, zum m t n Mal
Ze*uc, geboren wurde, griff Kmnas* im Jahre 776 V.
Rau Rhra zu einer Ua: Anltelie des Chr., alle viet
Neugeboteneh wickelte sie dnen Jakre ein g m ß ~
5tem in die Winddn, den Kronos in Fest gefefert.
blinder Wut verschlang. Zeus wuchs Den Zeitraum
an geheimer Stelle auf. Als w heran- lrwischen zwei
gewachsen war, beschloss W, die Spielen nannte man als ZeitmaB der
Untaten seinies Vaters zu rächen: Jahre ,QlyhpiadeU. Jede Olympade
Zuerst gab er ihm ein Bmhmittel erhidt ihren Namen nach einem Sie-
ein, woraufhin Kr~nas&e fünf wir ger da letzten Wettk8mpYe. b s
Zws geborenen Söhne uiid Tachter Fest, bei dem jungeMänne nackt in
lebend wieder ausspuckte. Dann vielen vepchiedmen Sportarten um
kam es zum giladenI.oxn Zwei- den slymptschen Sieg kämpften,
kampf Aschen Vater h d Sohn. d a u m f i n f Tage, Als Siegespreis
aus siegte und stünte m*nmVatm erhklkn die Gewinner nur einen
Sandini

Ölzweig um die Stirn gelegt, Den Häuser gab, schliefen sie in Zelten.
Zweig schnitt ein einheimischer Hindler schlugen ihre Verkaufsbu-
Knabe mit einer goldenen Sichel von den auF, Dichter lasen vor zahlrei-
einem Olivenbaum, den angeblich chem ungl sachverständigem Publi-
der aus-Sohn Herakles gepflanzt kum aus ihren Werken.
G B ~ R V A T EZREUS war haben soll. Damit sollte deutlich ge- Und aus dem kleinen Heiligen
wohl ursprtinglich ein Berg- macht werden, dass dieser Preis Hain war inzwischen ein Wald von
und We#eqott, der auf einem nicht von Menschen, sondern von Statuen, kleineren und größeren
Berggipfel wohnte und die Zeus selbst verliehen wurde. Tempeln und Altären geworden -
Wolken um #eh sammelte. Ais Die ersten Olympischen Spide Olympia war nun das oberste Heilig-
er dann zum' mächtigsten aller fanden noch in kleinem Rahmen tum der aus-Anbetung.
griechischenG W r aufrückte, statt. Nur die Jünglinge aus der
verlegte man seinen Wohnsitz nächsten Umgebung fanden sich zu Etwa um 470 V. Chr. erging in
auf den hiichslen grlechlschen Füßen des Kronos-Hügels irn Heili- ganz Griechen-
Berg, den Olymp gen Hain ein, um ihre Kräfte im land ein Spen-
sportlichen Weqkampf zu messen. denaufruf an
An Bauwerken gab es anfangs nur Arm und Reich:
ein Schatzhaus, ein Gebäude mit Es galt, dem
dem olympischen Feuer, einen TerG Zeus in Olym-
pel Für Zeus und seine Gemahlin pia einen Tempel zu bauen, g-rößer
Hera sowie einen kleinen Altar. und prächtiger als irgendwo sonst in
Etwa 300 Jahre später sah es in Griechenland. Und die Spenden ka-
Modell des Zeus-Tempels O -h p. i a ganz
- anders aus: Aus den men: Geld, Kunslchätze, Waffen
in o l ~ m ~ iEr
amwurde kleinen ärtlichen Spielen waren die
in 15 Jahren w n dem
und Schmuck - alles, was nur ir-
griechischen Architekten bedeutendsten panhellenischen (all- gendwie dazu dienen konnte, dem
u b o n ~ n ~ e ~ f i tgriechischen)
et Wettkämpfe gewor- Zeus ein Haus von nie gesehener
und 456 v. GI:eingeweiht.
BIsrum Bau des Ni den, zu denen jedes Mal die besten Pracht zu bauen.
Athen, dem Marmortempel der Athleten und Tausende. von Zu- Der Tempel wurde 456 V. Chr.
Pa&enoS um432 V. schauern aus ganz Griechenland fertig und eingeweiht. Er erhob sich
Chc war er d e r g m t e Tempel
oufderngn'echlschenmtland. herbeiströmten. Da es keine festen auf einem künstlichen, einen Meter
Sandini

Der Frles am Ostgiebel des


hohen Hügel; der Unterbau, der fast sein heiligerBote, eiriAdler,saß.Auf Z,us-Tewe,5reistZeU5fW~-
unversehrt erhalten blieb, misst 64 x seiner rechten offenen Hand stand sdien Pelops und Oinomaos,
27 rn. Auf ihm standen insgesamt die geflügelte Siegesgöttin ~ i (diek ~me' muren der Qriechisch@n
Mythologie, die mit ihren
34 je 10,53 m hohe Säulen aus Mu- von der christlichen Kunst als Engel
- vieraes~unnenzu einem
schelkalk, die das schwere Dach aus übemommen wurd e). Zeus' Kopf ist wa&ßknnen angetreten slnd.
Marmorplatten trugen. mit einem Kranz aus Olivenzweigen
Mittelpunkt des Tempels war die geschmückt, wie ihn die olympi-
Cella, der Kultraum mit der riesigen schen Athleten als Siegespreis erhiel- Zua ZEITDES PHIDIAS
Statue des Zeus. Sie ist das dritte der ten. Die Füße des Gottes ruhten auf erlebte Griechenland elne
Sieben Weltwunder und das einzige, einem von zwei Löwen getragenen Hachblilte: In Athen entstand
das nicht unter freiem Himmel Schemel, dessen Inschrift besagte: unter Perlkles die Demokratie,
„Phidias, Sohn des Chamides aus auf der Akropolis baute man
Athen, hat mich geschaffen." die berühmten Tempel, Aischy-
m:. ,.' 1 los. Eurlpldes und Sophokles
In seinem Atelier baute Phidias schrieben ihre berühmten
ein TmgOdien, der Geschichts-
zunächst
Gerüst aus Ei- schreiber Herodot beschrieb
10 15 2Dm Wie schuf
O 5
Sen, Holz und die damals bekannteWelt, in
Grundriss des Tempels mit der Cella. Phldlas die Gips, das etwa Athen wirkte der Philosoph
stand, sondern in einem überdach- 1ZeB=Statue? der Gestalt des Cokrates, der BfIdhauer M p n
ten Raum zu bewundern war. I danustellenden steilte erctmaltg den rnensch-
Der Schöpfer der Statue, der Zeus entsprach. Dann wurden die un- Ilchen Kiirper in voller Bewe-
Bildhauer Phidias, war Athener und bekleideten Körperpartien, also Ge- gung dar, und der ~hilosoph
gilt als der größte Künstler der Anti- sicht, Arme, Hände und Füße, mit nkokrit entwickelte die Leh-
ke. Er war im Auftrag seines Freun- meisterhaft modelliertem Elfenbein r e w n den ~tomenais unteii-
des Perikles maßgeblich am Bau und beschichtet. Zeus' Haare, das Gewand bann Baustehen derWelt.
a n den Bildhauerarbeiten auf der und die Sandalen waren aus Gold.
igt' im Jahr - 4 i e Werkstolt des Phidios wurde wn 1954 bis 2958 freigelegt. Sie entsprach in
Chr. schuf er die Statue der Pallas ihren Ausmopen genau der Cello des Tempels.
Athene, eines der bedeutendsten
Kunstwerke seiner Zeit.
Als Phidias den Auftrag für den
oiympischen Zeus erhidt, ließ er
zunächst etwa 80 m vom Tempel
entfernt ein Atelier errichten, dessen
lnnenraum in seinen Maßen genau
denen der Cella des Tempels ent-
sprach. Hier schuf er mit zwei Gehil-
fen den Zeus, wie er heute nur noch
auf antiken griechischen Münzen zu
betrachten ist: Er saß auf einem
Armsessel mit hoher Rückenlehne, in
der Linken hielt er als Zeichen seiner
Macht ein Zepter, auf dessen Knauf
Sandini

Auf diese Frage gibt es zwei


sich ergänzen-
de Antwarten.
Zum einen war
F Berechnun- Olympia, wie
gen afihand an- bereits gesagt,

'L
derer von Phidiar das Zentrum
geschaffener Statuen der Zeus-Anbetung in ganz Grie-
lassen vermuten, dass chenland und die Statue des Phidias
die Goldauflage des war das größte und bekannteste Ab-
oSmpischehen &ur etwa bild d a ohmm Griechrngotks.
Zeus als Bllt- 44 Talente, das sind ca. Noch zwingender scheint den Kul-
feschIeudexer.
So kannte
1 200 kg, gewogen haben turhistorikem jedoch eine andem Er-
man Ihn im
antiken Grie-
chenland. Die
Statue des
Phidius zeigte
P L
mag. Das würde allein für
das Gold des Standbilds
einen (heutigen] Preis
klärung: Mit seiner Statue hatte Phi-
dias & völlig neues Bild des Zeus
geschaffen. Griechenlands Götter
von rund 6 Millionen unterschieden sich bis dahin ledig-
dagegen
einen weisen DM ausmachen. Die Au- lich durch ihre unbegrenzte Macht
und gUtigen gen der Statue bestas'
Zeus. den wahrscheinlich aus
faustgroßen Edelsteinen.
insgesamt war das Göt-
terbild zwölf Meter
hoch, allein die Figur der
Nike war etwa so groß
wie ein ausgewachsener
Mann. Es war natürlich
unmöglich, diese Riesen-
frgur in einem Stück vom
Atelier in den benach-
barten Tempel zu
transportieren. Wahr-
scheinlich hat Phi-
dias den Zeus
Der sitzende Zew von
Olytnpia auf eher nach der Fertigste11ung in viele klei- 1906 wurde mit den ~usgmbungenin ~ l y m p i a
begonnen. Hier sind Fundamente und Sisulen-
Sestern um nere Einzelteile zerlegt, diese Teile in mmel Zeus-lmpe,S ZU Sehen.
135 R uir.
die Cella des Tempels bringen lassen
und sie dann zu dem gewaltigen und ihre Unsterblichkeit von den
Zeus-Bild wieder zusarnmengesetst. Menschen. Tm Übrigen waren sie die-
In Griechenland gab es damals sem durchaus gleich: Sie waren rach-
zahlreiche Bauten und Statuen, die süchtig und eitel, heimtückisch und
dem Zrui des Phidiai in klinitlri- grausam, und d b r t Dur schreckte
t e scher Hinsicht durchaus ebenbürtig
~ r o n z e - ~ ü nmit vor keiner Hinterlist zurück, um die
-~upf waren. Warum also wurde gerade Gunst und die Liebe der verschie-
dw olympische Zeus und nicht zum denstenFrauen zu gewinnen.
n, ehr. Beispid die Athcne desselben Bild- Wie anders dagegen wirkte dw
hauers in der Akropolis als "Welt- Zeus aus Olympia: Da sa8 ein alter,
wunder" bezeichnet? weiser Mann mit gütigen Gesichts-
Sandini
Sandini

Der Tempel der Artemis


In einer heißen Sommernacht des chende Ruine, aus der die marrnor-
Jahres 356 V. Chr. nen Säulen, zum Teil geborsten
schlich' ein Mann oder umgestünt, anklagend in den
lautlos durch die Piun Wen Himmel emporragten.
Straßen der Stadt Vor Gericht, das ihn zu karten
Epkesos in der Folte~trafenverurteilte, gestand der
heutigen Türkei. Mann, er habe den Tempel ange-
In seiner Rechten tnig er eine kleine zündet, um mit dieser Tat seinen
Brandfackel, die er ängstlich vor an- Namen fur die Nachwelt unvergess-
deren nächtlichen Spaziergängern lich zu machen. Zwar kamen die
hinter seinem weiten Mantel ver- Epheser überein, den Namen dieses
barg. Scheu um sich blickend und verrückten Ruhmsüchtigen nie zu
alle Hauptstmßeh meidend erreichte nennen, um ihm wenigstens den Er-
er sihliefllich einen groDen w e i h fola seines Verbrechens zu venyei-

So etwa sah der Artemis-Tempel In Ephesos vor der Bmndstlftung aus. Er worji Meter breit U.,
na5 Meter lang, das Dach wurde von izy je 18 Meter hohen Saulen getmgen.
r
Tempel, der sich am Rande der Stadt gern - aber vielleicht gerade deshalb
erhob, Die Tempelwächter schliefen ist sein Name noch heute bekannt:
und so konnte er ungehindert in das Herostratos. Und der Tempel, den er
lnnere des Heiligtums eindringen. in Schutt und Asche gelegt hatte,
Dort tat er etwas, was das Entsetzen war, wie viele zeitgenössische
der ganzen damaligen zivilisierten Schriftsteller übereinstimmend be-
Welt erregte: Mit der Fackel setzte er richten, einer der schönsten und
einige hölzerne Kultgegenstände größten in der damaligen Welt - es
und Weihgaben in B~and,das Feuer war der marmorne Artemis-Tempel
griff rasch auf die hohen, ölgehänk- zu Ephesos, das vierte der Sieben
ten Holztüren und den Vorhang vor Weltwunder.
der Götterstatue über; bald brannte Die Weihestätte war damals be-
Diese Artemis-Sfatue stand das Dach - und binnen kurzem war reib über 1 000 Jahre alt. Als die lo-
einst vor dem Rathaus in
Ephesos. das Heiligtum nur noch eine rau- nier auf der Suche nach neuen Sied-
Sandini

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Jahrtausends vom griechisthcn der Mündung des


Festland nach Kleinasien kamen, Flusses Kaystros
Kopfeiner trauerndenA m m n e
gründeten sie etwa der Insel Samos den die Sied- aus dem tilteren Artetnlsfon.
gegenüber die Stadt Ephesos. ler eine kleine
Stadt und Hafen entwickelten Einfriedung und
sich schnell zu einem lebhaften d a ~ i n stand ein
Handelsplatz mit prächtigen großen heiliger Baum, in dem die Urein-
Häusern und kleinen Hütten, mit
sauberen Straßen und weiten, stets
wohner eine altasiatische Natur-
Gottheit, eine Göttin mit vielen
1
mit Menschen gefüllten Agoren Brüsten, vwehten. Diesen Kult 4
(Marktplätzen]. Handel und Wand4 übernahmen die Griechen - nur,
blühten wie in der alten Heimat
Griechenland, und Ephesos war bald
dass sie das weibliche Götterbild
fortan mit ihrer Artemis gleichsetz-
'1
schon eine der bedeutend3ten St2d- ten, der jungfraulichen Göttin des 7
te der Alten Welt. Mondes und gewaltigen Jägwin, der
Sandini

Hüterin der Städte, der Frauen und über 2 rn groß das Standbild der
jungen Tiere. Arternis, es war aus Weinrebholz und
Natürlich reichte den Griechen mit Silber und Gold verkleidet.
diese kleine Weihestätte nicht für I
ihre Göttin, immerhin eine Tochter Diesen eihmaligen Bau und sei-
des Zeus und die Zwillingsschwester nen kostbaren
des Apoll. So begannen sie, dw Ar- Inhalt hatte der

I temis einen neuen Tempel zu bau-


en; er sollte größer, schöner und
prächtiger sein. Glück im Unglück
Trümmern Herostratos mit

war dabei, dass Ephesos im Jahr 560 sinnstat binnen


V. Chr. von dem Lyderkönig Kroisos weniger Minuten vernichtet - je-
erobert wurde. Dieser war nicht nur doch nicht ganz:
unermesslich reich (noch heute Unter zersplitterten Säulen und
nennt man einen reichen Mann Krö- unter zu Kalk verbrannten Marmor-
sus), er war auck ein großer Verehrer statuen, zwischen geschmolzenen
der griechischen Kunst und der grie- Gefäßen und geborstenen Wänden
chischen Götter. Mit seiner finanzi- fanden die Epheset. die Statue der
ellen Hilfe entstand nun der ~ e m ~ & ~ x r t e mnahezu
is, unversehrt. .Das ist
der Artemis, das prächtigste Heilig- ein Wunder", sagten sie und be-
turn der Griechen, genannt Artemi- trachteten den Fund als aättlichen
sion.
Da es in Kleinasien des
öfteren Erdbeben gab, bau-
te man den Tempel ab-

t
sichtlich in ein mooriges
Gebiet, weil man glaubte,
der weiche Untergrund
könne auch heftige Erd-
stöße abfangen. Man stach
zunächst eine tiefe Baugnr-
be aus; in die Sohle wurden
Trägerbalken aus angekohl-
ten Eichenstämmen ge-
rammt. Die Stämme mgen Dieses Gemdlde aus dem 17. Jahrhundertzeigt die grie-
chische G6ttln Artemis mit ihrem Gefolge bei der Jagd.
ein mächtiges Fundament
aus Felsgestein, das bis auf Erdbo- Auftrag, den gleichen Tempel noch

-I
denhöhe aufgeschüttet wurde. Da- einmal zu bauen, nur noch größer
d b e r wurde der Tempel errichtet, und noch prächtiger. Durch ganz
51 m breit und 105 m lang, die 127 Griechenland und darüber hinaus
Marmorsäulen waren je 18 m hoch, ging eine Welle von Opferbereit-
also etwa so hoch wie ein sechs- schaff. Geld, Schmuck und andere
stöckiges Haus. Decken und Dach- Opfergaben, gestiftet von Jung und
Relieb schmdckten die Saulen- ~ h hli waren aus Zedernholz; die Alt, Am und Reich, trafen in Ephe-
trommeln i m ~ ~ e m i s - f e m ~ e l .hohen Flügeltüren zur Cella aus po- sos ein und man begann sofort, ei-
Auf dlesem TelIstYck aus dem
jfingeRn EChfi liertem Zypwssenholz waren reich nen neuen Tempel zu emchten.
der GOtrerbote kiermes zu mit Gold und großer Farbenpracht Der ephesische Architekt Cheira-
sehen. geschmückt. In der Cella erhob sich krates, mit dem Neubau beauftragt,
Sandini

LEXANDER DER GROSCE


&.ja3 V. ChrJ war kein (Erie-
che, sondern Königvon Make-
donlen; er wurde aber wn dem
griechischen PhilosophenArls-
totela erxogen. Alexander
gltt als erhiigrelchaer Feld-
herr der Anük Er Iberquem
mit einem 30 ooo-Msnn-Heer
den Hellspnt, besiegtedas
peirlsrhe GMreich, errichtete
ein ausgedehntesWeltreich
mit der Hauptstadt Babylon
und der m p r a c h e Grie-
chisch, das bis an den Indus
heranreichte,und grllndete
mehrere Stadte, die narh ihm
benannt wurden. Nach seinem
Tod durch fleber zerRd sein
Reich aber rasch.

lieI3 nur die aus den Triimmerbergen tu Wahnsinniger wie Herostratos


aufragenden Ruincnreste wegrau- kommen und den Tempel durch
men und die verbliebenen Schutt- Feue~ zerstören könnte, war die
massen planieren. Das war das neue Decke diesmal nicht aus Holz, son-
Fundament. Es wurde mit dicken dem aus massivem Stein.
Marmorblöcken urnmantelt, sodass
die Tempdbasis nun 65 x 125 rn lm Jahr 334 V. Chr. kam A l m n -
maß. lm Übrigen aber hielt .sQ. der der Große
Chei~okratesan die Architektur des auf dem bt-
alten Tempels: Genau über den al- rühmten ,Alex-
ten, geborstenen Säulen erhoben and enug", sei-
sich 127 neue Pfeilw, wieder trugen nem Siegeszug
36 von ihnen an den unteren Schäf- durch Kleinai- Fmgment eines Mlfdrhenkop-
en, nach Ephe- fes aus dem &!teerenArtemisb
ten übermannshohe Relieffriese, die on. Der sanfte, verträumte Aus-
von den Taten der griechischen Göt- SOS. Er besuchte den im Wieduauf- druck ist typisch fllr figuren im
ter und Helden erzählten. So ent- bau befindlichen Artemis-Tempel ionischen Stil. ,
stand im Lauf mehrerer Jahrzehnte und erbot sich, mit Rat und Tat, VOT
der alte Tempel aufs Neue, nur war allem aber mit Geld, zu helfen. Mit
er j c l t noch zwei Meter höher als diesem Angebot brachte er die
zuvor, weil auf den Schuttberg, der Epheser in Verlegenheit. Einerseits
die neue Basis bildete, noch ein zwei wollten sie den mächtigen König der
Meter hoher Fußboden aufgelegt Makedonier nicht kränken, anderer-
worden war. Einen weitkn Unter- seits jedoch war er ein ,Barbar4' (als
schied gab es: Damit nicht ein zwei- Barbar galt in Griechenland jeder,
Sandini

DIEARTEMIS-STATUENdessen Heimatsprache nicht Grie- rere Jahrzehnte. Und wieder war der
aus Ephesas gaben den For- chisch war); von einem Barbaren Tempel der Artemis nicht nur ein re-
schern Lange Ratset auf: W aber wollten sie keine Hilfe anneh- ligiöses Zentrum.Dort wurden klei-
mochten nur dle elgenartlgen men. So griffen sie zu einer List: Ein ne und g o ß e Geschäfie verabredet,
CIebllde am OberldZrpr be- so mächtiger Herrscher und erfolg- es wurde gekauft und verkauft und
deuten? Heute giaubt man, reicher Feldherr wie Alehnder sei wie überall in Griechenland war dw
dass sie Stierhden daistd- zweifellos ein Gott, erklärten sie Tempel die größte und wichtigste
len, die der Artemls als dem fremden König; es sei aber un- Bank am Platze. Wer Geld brauchte,
FruchtbarkeItssymbole an- ziemlich, dass ein Gott einer Göttin ging zum Oberpristes, der auch ei-
heftet wurdq. Dles gtschah einen Tempel baue. Geschmeichelt ne Art Bankdirektor war. Er verlieh
elnmal irn lahr beim groSen zog Alexander von dannen. Geld und nahm Zinsen - und das
Fest der ClotPln. Oas Fleisch Wie schon bei dem alten Artemi- nicht zu knapp. Der normale ZinsfuB
der geopfertenStiere verzehr- sion dauerte auch der Neubau meh- betrug 10 Prozent, wer also 100 Ta-
te die Festgernelnde. lente haben wollte, musste dafür
jährlich zehn Talente Zinsen zahlen.
Städte und Gemeinden kamen bes-
sw weg: Sie zahlten nur sechs Pro-
zent und wenn der Staat Geld für ei-
-G-- L
~ e .neuen
n Krieg brauchte, verlangte
der Artemis-Priester gar nur 1,5 Pro-
zent.
Nach einem verlorenen Krieg ge-
gen Rom fiel Epheros im Jahr 133 V.
Chr. an Rom und wurde, nun Ephe-
sus genannt, Hauptstadt der neuen
römischen Provinz Asia. Der Anzie-
hungskraft der Stadt und des Tem-
pels tat das keinen Abbruch: Aus der
griechischen Göttin Artemis wurde
kurzerhand die römische Jagdgöttin
Diana und Ephesus erlebte noch
einmal eine Blütezeit.

Das Artemision blieb weitere drei


Jahrhunderte
Mittelpunkt des
religiöwn, geis-
tigen und wirt-
schaftlichen Le-
bens, bis es im
Jahr 262 n. cnr. von durchziehenden
Goten geplündert und teilweise Zer-
Stutue der SdiIInen stört wurde. 380 n. Ckr., 118 Jahre
Artemis aus Ephe- später, verlor es endgültig seine Be-
SOS. Ihre Nase
wurde leider von deutung: Der römische Kaiser n e o -
der Spitphacke dosius 1. erhob das Christentum zur
eines grobenden
Arbeiters Staatsreligion und verfügte die
rertfümmert. Schließung aller heidnischen Tem-
Sandini

pel. Damit war das Artemision end- Artemision zu suchen. Nach jahre-
gültig übeflüssig geworden. Ww langen, anfangs vergeblichen Bemü-
immer nun Baumaterial brauchte - hungen stieß der britische Archä-
ob die Christen für den Neubau ei- ologe John Turtle Wood unter einer
ner Kirche oder die Seldschuken und sechs Meter hohen Schlarnmschicht
Araber, die die Stadt Ephesus wie- auf die Fundamente des Artemision
derholt besetzten und dort Häuser und 1903i fand sein britischer Kolle-
bauten - alle holten es sich vom ge David Hogarth den Schatz der
Tempel der Artemis: Das Artemision Artemis: 3 000 wertvolle Perlen,
wurde zum Steinbruch. Ohrringe, Haarnadeln, Broschen und
So verschwand der einst in aller kleine Münzen aus Elektron, einer
Welt gerühmte Bau allmählich und Mischung aus Gold und Silber, die
mit ihm verschwand die alte Stadt zu den frühesten Zeugnissen der
Ephesos, die langsam im Sumpf des Münzprägung gehören.
Flusses Kaystros versank. Später Und im Jahr 1956 WUT& die
wurde sie oberhalb der Sümpfe neu Werkstatt des berühmten Bildhauers
aufgebaut. Als im späten Mittelalter Phidias fwigelegt, darin fand man
die Osmanen (Türken) dorthin ka- drei Kopien der Artemis-Statue aus
I
men, yaren Alt-Ephesos und der dem ersten Artemision. All d i a e un-
Tempel spurlos verwunden, man ersetzlichen Funde befinden sich in
wusste nicht einmal mehr, wo beides den Museen der Städte Ephesos und
einst gestanden hatte. Seldschuk in der heutigen Türkei.
Um die Mitte des vorigen Jahr-
~us~mbun~sarbeiten in Ephesos. Meterhohe
hunderts begannen Archäologen, Schlammschichten bedmkten die Rulnen des
nach der Stadt Ephesos und dem einstigen Artemis- Tempels.
TmuemdeAmazone aus dem

I lllteren Arlemislon. Der Bild-


hauer Krerllos schufsie
anlUsslich eines Wettbewerbs
um die schönste Statue.

I
VIELEGRIECHENG~TTER
wurden wn den Römern aber-
nommen und bekamen römb
sche Hamen. Zws etwa wurde
2u jupitw,seine Frau Hen zu -
lunq Meeresgott Poseidon zu
Heptun, Artemls zu Dtana,
Kriegcgotl Ares zu Mars, die
Liebesg6ttln AphrodIte zu
Venus und DIO&OS, der Gott
dts Welnes, zu Bacchus,
Sandini

~rabmaldes Mausolos
1
W
10 kni südlicli voii Suchir tiacli ncucii Sicdl~irigsplätzen
i Ephesos, der Släl- iil Kleinasiei~ tiicdcrgclasscii. Uin
I
te des viertei-i d i e x Zeit cn tstanden uiitcr ~iiidcrcin
Vo liegt Wcl twundcrs, licgt die Sticl tc Ephcsos, I-lalikari1;15sos
lalikarnassos? direkr a i i dcr Siid- uiid - vnii dort aiis ein Stück I;itid-
citiwärts - tlic S t a d l Mylasi.
1111 .Jahr 546 V. Clir. licl die Rcgi-
:instad Vor ühei 2 000
t Bodrutii. ciii a t i dcti Pcrsrrkriiiiy Kyros 11. Das
Jahren hiefj sic norh 1-1-J l'k
I aiiiassos
- I ic5igr Pciscrrcich ersli'ecktc sicli
und hier crhob sich das f'ünflc Wcll- riuti vorii Millclrnecr bi5 zu111 lndus
iiiid votn Schwarzcii Merr bis ziii-11
l11(1iwiirn 02~311. D a r ~ i i lwai e3 je-
tloch virl ;/U groß, c i t n von ciner
/ c t i lralsicllc au\ rc<jicri zu wcrdcn.
Sandini

J - ~ ä n l gMausotos von Kuden, So aab


" es irn ~ersischenWeltreich ei-
J V. Chr. Die
3 merer hohe Statue
nc ganze ~ n z a h kleinerer
l Reiche mit
L wurde in den Ruhen des Königen, die zwar dem Perserkönig
Mausdeums gefin- unterstellt waren, im Übrigen aber
den. Sle steht heute
lrn C , , tun und lassen konnten, was sie DAS PERSERREICH
ent-
in London. wollten - wenn es nur nicht den In- stand um 550 V. Chr. unter
t-n des persischen Königs der Kyros 11. Er eroberte zunachst
Könige zuwiderlief. Diese Könige das Reich der Meder, dann
nannte man Satrapen (Statthalter). Babyfonlen und iüeinaslen.
Eine d i Satrapien,
~ wie die von Etnlgejahrzehnte später mach-
einem Satrapen verwalteten Gebiete te Darelos I. daraus eln Welt-
hießen, war Karien, eine Küstenland- reich, das von KLelnasen bls
schaft im Südwesten Kleinasiens. Um zum lndw reichte. Gnind für
400 V. Chr. regierte dort König Heka- dle Erfolge der Perser war ihre
tomnos, ein treuer Vasall des persi- von den Cteppemlllkem aber-
schen Herrschers A~taxentes. nommne Kampheise der -
Hekatornnos' Hauptstadt war My- Ansturm von krIttenen Bo-
lasa, oberhalb von Halikarnassos gwwchiitzen. Das Relch besan

r'<w-/ :-
in den Bergen gelegen, Mit dieser elne stwffe V e M t u n g durch
r-~: , b yL Hauptrtadt aber war Hekatomnos Satrapen; KönigsstraSen sorg-
nicht zulleden, er wollte seine Resi- ten far elne schnelle Verbln-
denz nach Halikarnassos verlegen. dung zur ZentraIvemaltung.
Zwar lag.Mylasa an einem wichtigen
/ Straßenknot~npunkt, aber Hali-
kamassos bewß einen bedeutenden,
durch eine vorgelagerte lnsel ge-
schützten Naturhafen und eine sehr
günstige Lage im kleinariatischen
Küstmrkehr. Das umliegende Ge-
biet war wasserreich und fnichtbar.
I Hekatomnos begann mit umfas-
Bauarbeiten, um aus dem
kleinen Hafenstädtchen eine würdi-
ge Residenz zu machen. Den Umzug
erlebte er aber nicht mehr. Er starb
377 V. Chr. und sein ältester Sohn
Mausolos bestieg den Thron.

Der junge Satrap setzte energisch


die Bernühun-
gen seines Va-
ters f o ~ t . Die
Namen ganze Stadt,
unsterblich wie die Ränge
machen?. eines Theaters
rings um den Diese ReUef eines Bogen-
schlitzen stammt aus dem
Hafen an den Bergabhängen gele- Palast Königs Dareios in Suso.
gen, wurde von einem sta~kenBe- Imn.
Sandini

Lpnder im Jahr 4-04 V. Chr. Athen


besiegt hatte und damit zum Hemi
über ganz Griechenland gewoTden
war, gab es füt die Kttnstler unter
den Hellenen wenig Arbeit Städte
und Gemeinden waten zu arm, um
Qautheistern, Bildhauem, Gold-
schmieden und anderen Kumthand-
we~kemA m t zu geben und so wa-
rer~sie dankbar flir jeden Auffrag,
auch wenn er von au8er)lalb Grie-
chenlands, von ,Barbarenu, kam.

Sieger in dem Wettbewerb wur-


den die Bau-
meister SaIyms
und Pytheos.
Ihr Entwurf sah
einm dTei5tUfr-
gen Bau vor:
Aut dnenii 33 X 39 VI BMen
I mehr-
stufigen Untmbau erhob sich ein
k i Piatten aus dem 90Zenti- festigungsring eingeschlossen. In mass'k gewaltiger Würfel von nind
meter W e n Atnaatinenfrles
des griechl~henBl1dhaue~ der Stadtiilitte entstand ein Markt-27 m Ginge und 33 m B ~ i t eDarauf
.
5 k o p rim Mausoleum. platz (Agora), hoch oben darüber stand der eigentliche Grabtempel,
wurde der Tempel des Kriegsgottes d w n nCeVa von 36 je 1 1 m hohen
Ares emchte't. Und genau auf hal- 5äulm umgeben war. Auf dm Säu-
bem Weg zwischen A g o und ~ Tm- l a h d e whte als Da& eine 24-stu-
DIE ~ N E waren M in pel plante Mausolos sein eigenes fige Pyramide, geMnt von einer
der Mythologie der Crtechm Grabmal, das bis in die Msre Zu- marmornen Quadriga ( V i q q n n ) .
efn Itri%gerisdresWlkln kunft an seinen Namen und seine Das gesamte Grabmal war 42 m
Adern, das mr aus Frauen be- Bedeutungerinnern sollte. hoch, also etwa so
stad. Nur lm Frühjahr lebten Wie fast ane pmkchen Könige buch. wie eim
sk ein@ Zeä mit Mgnmrn und Satrapen war auch Mausolos 14-stöckiges
benachWrStBmmenrsam- ein gliihender Bewunderer der gie- Haus.
men, üogen aber nur dje neu- chbchm Kunst und Kultur. So liea
geborenen Mlldchen auf und er sein Gnbrnal nicht m einheimi-
bildeten ds mrt Pkll und B* schen Architekten entwerfen, son-
#en zur Krlegfühnrngaus. Der dern forderte alle giechischen
Sage nach a n k t e n sich die Künstler t'n einem Pre'rsaussch~ben
Megarlschell halsogarcd- auf, ah dem Wetthewefb um das
na Bmst ab, um besser mit schönste Grahrnzil teilzunehmen.
f M und Bogen sc)rl%8mru Kaum ein bedcute~idergriechi-
kllnnen. Amazmen M n In scher Baumeister, der sich nicht an
det Antlke wle In der Ilmuek dieser Aus4ctireibung beteiligt hätte.
dn beilebtes Kuwhoth Denn seit der spartanische Feldherr

Fmgment eines der vier Wniewn der


Quadau auf dem Muüsolem
Sandini
Sandini

/m 15. JahrhundertbenuMen Schriftsteller, dem toten König si- blieb unbeschädigt. Auch weitere
die lohonniferdie Ruine des Kriegswimn überstand das Mauso-
Mausoleumc, um aus den
cher nicht recht
Steinen das ~ostellSt. Peter leum unversehrt. Die "Ewigkeit"
zu buuen. Auch Arternisia erlebte die Voll- dauerk schließlich 1 500 Jahre: lrn
endung des 12. Jahrhundert n. C ~ T .s t u n t e n
I
Grabmals nicht große Teile des Bauwerks bei einem
ARTEMIsIA war eine mehr. Sie starb Erdbeben in sich zusammen. 300
geschldde Regentin. Kaum nur zwei Jahre Jahre später benutzten Kreuzritter
ham de den Thron bestle- nach ihrem Mann die Ruine als Steinbruch, um Befes-
gen, musste sie sich schon . und Bruder. Da- tigungen gegen die anrtjckenden
eines Angrifk der Rhoder mit war der Weiterbau des Grabmals Türken zu errichten. Das Mausole-
-
wwehren und grlff xu einer erneut in Frage gestellt. Nun über- um wurde dabei bis auf die Grund-
List: Als die fremden Truppen nahmen die Bildhauer, Architekten festen abgetragen.
an Land waren, lief5 Artemisla und andere Kunsthandwerker, die 1 523 besetzten die Truppen des
Ihre khliie aus geheimem bisher am Bau gearbeitet hatten, türkischen Sultans Suleiman des
Hafen auslaufen und dle felnd- selbst die Initiative. Ein solch einma- Prächtigen Halikamassos. Dort, wo
tlche Flotte aufs offene Meer liges Kunstwerk, befanden sie, dürfe einst das Grabmal gestanden hatte,
schleppen. Ihres RIIckrum be- nicht unvollendet bleiben. Es sei wurden nun Landhäuser fur die Er-
raubt, gerieten dte Angreifer In ,für alle Ewigkeitu bestimmt, darum oberer gebaut. 1857 kauften bnti-
Panik und wurden Leicht be- müsse man es auch ohne Auftragge- sche Archäologen zwölf der türki-
siegt Nun segelte Arternisia ber fertig stellen. schen Hauser auf und legten frei,
mit den fremden khlffen nach Für alle Ewigkeit - das schien was darunter an Trümmern von dem
Rhodos und konnte dIe aber- sich zunächst zu bewahrheiten. Grabmal übrig geblieben war. Diese
raschte lnset fsst k a m w Alexander der Große belagerte und Zeugnisse gehöm heute zu den
erobern. zerstörte 334 V. Chr. die Stadt Hali- wertvollsten Ausstellungsstücken des
karnassos, doch Mausolos' Grabmal Britischen Museums in London.
Sandini

Der Koloss von Rhodos


König Demetrios saß in seinemnötig, um diesen Giganten zu bewe-
Kriegszel t und
gen, dazu kam ein Heer von Bogen-
schützen, die in den oberen Stock-
war wütend. Er
versuchte seit
werken hinter Verschanzungen
mehreren Wo-saßen, um die Feinde mit einem Ha-
gel von Pfeilen zu überschütten. In
chen, die Stadt
diesen Stockwerken gab es auch
Rhodos auf der
Zugbrücken, die man auf die Stadt-
gleichnamigen Mittelmeer-Insel ein-
zunehmen, aber an der Mauer um mauer herablassen konnte, um
Stadt und Hafen scheiterten auchsie zu besetzen. Gegen die
seine tapfersten Soldaten. Brandpfeile der Belagerten
schützten an einem Weidenge-
'Es war das Jahr 305 V. Chr. und
Demetrios, König von Phrygien und
Recht aufgehängte Tierhäute,
die ständig mit Wasser berieselt
Lykien in Kleinasien, hatte die Rho-
der aufgefordert, ihm in seinem wurden, Gleich bei seinem ers-
Krieg gegen den ägyptischen Herr-
ten Einsatz hatte das Mons-
scher golemäus Soter zur Seite zu
trum Erfolg: Es rückte gegen
stehen. Aber die Rhoder lehnten ab,
die Mauer vor und rammte ein
denn gegen ihren wichtigsten Han-
tiefes Loch in den Wall. Anstatt
delspartner wollten sie keinen Krieg
aber gleich weiter vorzustoßen,
führen. So versuchte Demetrios, beschlossen die Belagerer, erst am Dir lwsrr R ~ o w r
nächsten Morgen mit dem Angriff
zunächst einmal Rhodos in seine Ge- liegt vor der sudwest-me
walt zu bringen, Es gelang ihm, mit
auf die Innenstadt zu beginnen. der TIlrkel. Das Bild zeigt den
seiner Flotte zu landen und Truppen,Als die Rhoder sahen, wie das Mandraidhafenvon~hodos.
Ungetüm näher und näher an die
Kriegsgerät und Proviant auf die In- ~ o r two
, skh hwte die mittel-
Stadtmauer heranrollte, fielen sie
sel zu bringen. Auch die heftigsten alterliche Festung befindet,
auf die Knie und beteten zu Helios,
Angriffe aber scheiterten an der mit vermutetemaniangeden
dem Gott und Beschützer ihrer
Todesmut verteidigten Stadtmauer. Standort des ~olosses.

.
Stadt. Sie schworen, ihm ein Stand- ~ h d o war
s Im Altertum ein
Um Rhodos endlich zu bezwin-- bild zu enich ten, noch höher als wichtiger Handelsplatz; dle
gen, ließ Deme- Helepolis, wenn er ihnen aus ihrer Rhoder galten als a u s g e s p
trios einen neu- Not helfen würde. :Und Helios half: chen geschafwchtlg.
en, ungeheuren Er gab ihnen die ldee ein, direkt hin-
Belagerungsturm t u der Stadtmauer gegenüber dem
rm einen tiefen Gra-

lind Erde zu tarnen.


Sandini

Weil es von dem


Koloss wn Rhodos
keine authentl-
schen Oberliefe-
rungen gibt, wurde
die Riesenstutue
des Sonnengottes
Helios auf ver-
schiedenste Art
dargestel t r
wissen auch nicht,
ob die Statue an
der Hafineinfihrt
oder irgendwo in
der Stadt gestan-
Sandini

üej der Belagening von


Rhodos im Eeihrgcy V. Chi:
d u r c h b d der gewithe
Seiagcmgstunn Helepoiis ,

die Seadtmouer. '


;
-
Sandini
Sandini

nicht mit beiden Armen umspannen


konnte.
Da von dem Helios nicht einmal
Abbildungen auf Münzen geblieben
sind, weil3 man nur aus schriftlichen
Berichten, wie er ausgesehen haben
könnte. Wahrscheinlich stand er
nackt auf einem Sockel, er katte die
Rechte entweder sinnend an di
Stirn gelegt oder h i d t mit ihr ein
Fackel hoch. Über den linken Unter
am hing sein Gewand herab, na
anderen Da&ellungen hielt er ein
Pfeil für den übet die Schulter

gen inBo-
lesten P
der
linken Hand. Sicher ist nur,
dass sein Gesicht und die das 'H
umkrän4ende Helioskrone mft.
ben Strahlen vergoldet waren.
Auch der Standpunkt d
Riesenstatue ist nicht be-
kannt. Dass sie, wie -
man früher annahm,
mit gespreizten Beinen
über d e ~Hafeneinfah
stand, ist nach neue- '
ten Erkenntnissen U;- ;4:
wahrscheinlich. ~edg
glaubt man, dass sie
der Radi stand, das Ge-
sicht nach Osten gewandt, in

die Himmelskuppel begann.


Die Statue stand nur 66 Jahre. V''
Der etwa 36 m hohe Helios bestand in seinem
Bei Jahr 224 hnem UM einem Eisengestell, dar mit iehm PAS
V. Chr. brach Helios an den Knien ab umhallt und dann mit dünnen BronzeteIIen
und stürzte um, wobei er einige umSEhiosen wurde.
Häuser zertrümmerte. Weil ein Ora-
kel besagte, Uhodos würde in tiefes Bronzeschickt von der Statue und Rlesenstandblld &S ~dob
Unglück stürzen, wenn die Statue transportierten sie in 900 Kamellas- auf bekam ea dk.4 -
'
wieder aufgerichtet würde, blieb sie ten nach Edessa, einer antiken Stadt ~ e d e u t dkwir
u ~ epchhb
fast 900 Jahre lang genau so liege4 im nö~dlichenMesopotamien. Dort kennen: Ein h
wie sie gefallen war. Erst die Araber, wurde die Bronze eingeschmolzen. ,Riesenstatu
. lnsel Rhodos er- So ist von dem sechsten und kurzle-
die 653 n. C ~ Tdie ein ,UngeüimS,,
oberten, zeigten vor dem gestürzten bigsten aller Weltwundm nichts als
Gott wenig Respekt. Sie rissen die die Erinnerung übrig geblieben,
Sandini

Der Leuchtturm von Alexandria


Das siebte Weltwunder, der des Jahres 331 V. Chr., schritt der
Leuchtturm von junge Wel tbehenscher, damals gera-
Alexandria, ist ei- de 25 Jahre alt, in einer feierlichen
ALUUNDRIAwurde von 9 gentlich das ach- p~rozessionein Geviert von 30 X 7
Aiexanders Statthalter te. Bevor es ge- Stadien (5 370 X 1 253 m) ab. Hin-
Kleomenes zügig aufgebaut
er @bst hatte den
für die ~gora,das
I galten
wurde, ter ihm streute ein Priester Gersten-
Iaut die Mau- mehl in die Fußstapfen des Königs.
em von Babylon als das zweite Gmtenmehl, so hatte das Orakel
ndelszentrumder Stadt, Wunder. Der 130 m hohe Leucht- verheißen, stimme die Götter gnädig
ausgesucht, dle Zahl der Tem- turn an der Nilmündung schien der und würde das königliche Vorhaben
pel festgelegt und angeordnet, Antike jedoch ein so herausragendes gelingen lassen.
welchen griechischen Göttern technisches Meisterwerk, dass man Denn hier, direkt an der west-
sie geweiht werden sollten. kurzerhand die ,babylonischen Mau- lichsten Stelle des Nil-Deltas, sollte
Rasch wurde aus Alexandria ern aus der Siebener-Liste strich und Alexandria entstehen, die erste
eine blahende Stadt von den Turm als letztes und jüngstes Stadtgründung des Herrschers (der
600ooo Einwohnern. Berühmt Weltwunder hinzufügte. Er ist bk später noch viele andere im Vorde-
'

wurde später Ihre g t d e zum heutigen Tag der höchste je ge- ren Orient folgen sollten). Mit Ale-
Blbtlothek, die auCpo o w baute Leuchtturm geblieben. xandria wollte der makedonische
das gesamte
~apy-rus-~ol~en Ein Jahr, nachdem Alexandet der König Ägypten der griechischen Kul-
Wissen des Nteitum enthlelt GroDe Ägypten erobert hatte und in tur und Wirtschaft öffnen, es sollte
der alten Hauptstadt Memphis zum ein bedeutender Handelsplatz und
Pharao gekrönt worden war, im April Hafen werden. Die Pläne für die
> - -
' I

J.:
-
:. .
Sandini

Der Leuchtturm in einer Rakon-


sCrufctbn aus dem 18. luhrhtm-
dert.

DERWmt PHARos
wurde w e r In alte romanb
sehen Sprachen Ubemommen.
Leuchtturm hewt auf W-
n k h ,pharusu, hiienisch
und spanisch ,Fama, hanro-
s h h mphBreU und portugle
slsch ,farotU. Neben dem Na-
men bUeb vom dem gigan-
tischen Wehunder n& eine
akhltelrtontsck Bewader-
neue Stadt hatte ~lexanderselbst Statue des Zeus oder des Meeres- hek dte~bfalge*vlireddg,
entworfen. Und er hatte auch befoh- pttes Poseidon aus 130 m Höhe a c h d g , rund" findet man
len, auf, dnm Riff neben der Ale- auf das Meer hinaus. auch heute noch bei vielen

einen Leuchtturm zu bauen, grtißer in 14 übweinander liegende


und höher als alk Türme bisher. GewMbe eingeteilt, um die ln-
neriwände lief eine langsam

sich vom seiner breit, dass darauf zwei Last-

Die Stadt wurde befand sich ein Schacht, der


bald zur blilken- vom Keller bis zur Leuchtan-
h 130 m hohe
Leuchtturm wn
Afmndd%n@ch
lerdings hat Alexander nicht- Jra@c +abersten stockwerke trans- einer Rekonstruk-
, gesehen. Er starb 323 V. Chr. und portieren. Die AuOen-
erst etwa 23 Jahre später wurde mit wand des Turms be- fliieirch. üer Bau
dem Bau des Turmes begonn,en. stand aus-. Heißem
Es war ein gewaltiges Bauwerk Marmor. Weil es vor dem
und der mte richtige Turm der Ge- Turm von Alexan dria .
schichte überhaupt: Auf einer noch keinen Leuchtturm -..

GrundflätFie %on 30 X - 3 a m erhob und darurnaUckkeinm


sich ein 71 m hohes Rechteck, das Namen f-h eine sohhhe
sich nach oben leicht vwüngte. Auf Komttuktim gab, wurde
der oberen Plattform stand der er nach seinem Standort

ger Bau von 34 m Höhe, daraufn geanw


8.eti
d m m ein Rundbau, in dem sich die
Leuchtanlage befand. Darüber ruhte
auf Saulen ein k e g d f i i g e s

---
1
*---
Sandini

Wie alle Schifffahrtszeichen jener Wahrscheinlich brachten Maultier-


Zeit war auch der Kolonnen den Brennstoff auf d a
Turm von Ale- spiralförmigen Rampe im Turm-
xandria wahr- innem nach oben zum Feuerplatz.
scheinlich als Es war das erste Leuchtfeuer der
Tag-Turm ge- Schifffahrtsgeschich te; der Turm
haut. Die schiffe 'von Alexandria war also in des Na-
damals suchten allabendlich einen mens eigentlicher Bedeuhing der
Hafen auf, um nicht nachts auf dem erste ,,Leuchtturm" überhaupt.
Wasser zu sein. Der Hafen von Ale- Das Licht wurde über einen Hohl-
xandria nahm jedoch einen uner- spiegel gebündelt und reflektiert. Es
wartet schnellen Aufschwung. Irn soll so stark gewesen sein, dass man
Binnenhafen wurden Getreide und es angeblich „bis an das Ende der
Gemüse aus dem fruchtbaren Niltal Welt" sehen konnte. Neben der ge-
entladen, im Überseehafen landeten wagten Konstruktion des Turms war
große Schiffe Wein aus Griechen- sicher auch dieser starke Feuerschein
land, Gewürze aus dem Orient, Me- einer der Gründe, dass der Leucht-
tall aus Spanien und vide andere turm sofort nach seiner Fertigstel-
sostdtemnnridn~chv Handel~warenausallerWeltan.~~*~un~imJahr279v.Chr.indieListe
*mlah~n den Leurhttum brachten auch Passagiere: Studen - der Sieben Weltwunder aufgenom-
Alexandria vor.
ten, die an der neu gegründeten, men wurde.
vorzüglichen Uni-
versität Astronomie
oder Philosophie
studieren wo11ten;
Kranke, die sich von
den berühmten
alexandrinischen
Rtcmische Miinze mit Pharos- Ärzten Gesundheit
Bild aus derZelt des Kaisers versprachen; es ka-
Domitian (8x36 n. C ~ K ) men Diplomaten,
Kaufleute und auch
Reisende, die die
neue Stadt am Nil
sehen und bewun-
dern wollten. Expor-
tiert wurden vor al-
lern Glas, Papyrus Auf dem Fundament des bei einem Erdbeben zusammengestürzten
leuchttutms baute um 1$80der Mamelukensulton Kalt Bey ein Fort,
und Leinen. das noch heute seinen Namen trügt.
Als der Schiffs-
vukehr zu dicht wurde, mussten die Mehr als 1 000 Jahre überstand
Schiffe auch bei Nacht auslaufen der Leuchtturm von Alexandria alle
und ablegen. Für sie erhielt der Kriegwirren unversehrt, dann erlitt
Turm eine starke Lichtanlage, in der auch er das Schicksal einiger anderer
Baumharz und Öl verbrannt wurden. Weltwunder: Um 1t 00 n. Chr. stürz-
Holz war zu teuer, es musste impor- te er bei einem Erdbeben in sich zu-
tiert werden und wurde nur zum sammen; die Versuche der Araber,
Hauser- und Schiffsbau verwendet. ihn neu zu bauen, schlugen fehl.
Sandini

Stichwortverzeichnis
Agon (~arktptatz)30, 3 1 , 4 5 Ephesoa (~pi~esus) Maiduk i7-19. 2148
Akropolis 6, 26, 27 Gründung 29, 30 Mausoleum von Halikrnassoc
Alexander der G d e 20, 21, 32, Lage 5 Architektur 37, 38
33, 39, 45, 66 Euphfat 16, 19, 22 Größe 37
Alexandria Mausolos 35-38
Gründung 45,46 Fischer von Eriach, Baumeister 6 Mesopotamlen 1 6-1 8, 20,44
Lage 5 Mykerinoc 13
Amazonen 30,34, 37, 38 Mykerinos-Pyramide7, 1 3, 15
Antipatros von Sidon 5, 6, 16
Artemis 30, 31, 33 Nabupolrssar 17
Artemis-Statue 29, 3I , 33, 34 Hit~karnissor
Lage 5 Rebukadnezar ll. 1 6-21
Artemisia 38, 39 Nil 7, 9-1 2, 1 5, 45, 47
Attemis-Tempel (Artemision) Geschichte 35, 36, 39
Ausgrabungen 34 Hammurabf 17, 18
Bau 30, 31 Hangende Garten der Semiramis
Wiederaufbau 31 , 32 tage 16, 22
Entstehung18-20 Geschichte 24, 25, 28
Zerstöning 29, 33, 34
Bauweise 22 Lage 5, 24
ksyrer 17, 1 8, 20
Helepolis 40, 42 Olympiade 24
Helios 5, 4ü-43 Olympische Spiele 23-25, 28
Babfion Helios-Statue
Ausgrabungen 18, 2 1, 22 Aussehen 41, 44
Festungsmauem 17, 21 Bau 42-44 Phidias 5, 23, 26-28, 34
Geschichte 17 Größe 43
Lage 5 Pyramlde von Medum 9
H e d o t 8,9,26 Pykhagoras 4, 18
Stadtleben 17, 18
Herostratos 29, 30-32
Wissenschaft 20
Babylonische Gefangenschaft 1 8, Rhodos
21 Ionier 23, 29, 30 Belagening 40, 42
BabylonischeSprachve~iirrung1 6 lxhtar 17-19 Lage 5
BabylonischerTurm 6, 16, 17, 21 Ischtar-Tor 1 8, 1 9
Belagerungen 42 Satrap (Statthalter) 36,37
-,- , ----
BIbeI 6, 16 Semiramis 19
Bodrum 35 S p h i 12,
~ 15
Stufenpyramide von Sakkara 8
GL (Innenraum) 23, 26, 27, 31 Kleinsliien 5, 30-32,35, 36, 40
Chares An ~lndos-42,43 Koldewey, Robert 18, 21, 22
Cheirokrates 3 1, 32 Koloss von Rhodos (siehe Helios-
Cheops 7, 8, 12, 13 Statue)
Cheops-Pyramide Kresilas 34
Größe 7 Kroisos (Kr6sus) 31
Zeus 23-28
Bau 7- 1 2 Kronos 24
Kyros ll21,35, 36 Zeus-Statue
Gangsystem 1 1, 12
Aussehen 26
Grabkammer 12, 13 Bau 26, 27
Chephren 1 2, 13 Leuchtturm von Alexandria aus-Tempel 25-28
Chephren-Pyramide 7 , 12, 12, 15 Größe 46
Funktionsweise 47
Konstruktion 46,47
Sandini