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Entwicklungstabelle

nach Beller

Namen:
Fach: BHF
Lehrer:
Klasse: 2 BKSP 1 quer
Inhaltsverzeichnis

1. Lebenslauf..................................................................................................................... 2
2. Allgemeine Tabelle........................................................................................................ 2
3.Anwendung..................................................................................................................... 2
4.Entwicklungsprotokoll....................................................................................................3
5. Entwicklungsprofil......................................................................................................... 4
6.Fazit................................................................................................................................. 4
7.Quellen:........................................................................................................................... 6
1. Lebenslauf

Herr Prof. Dr. Kuno Emanuel Beller wurde in Wien im Jahr 1919 geboren. Er
studierte Psychologie in den USA und erhielt seine Doktorwürde zum Thema
Dependency and Dependency Conflict. In den Jahren 1963-1980 entwickelte Beller
die Entwicklungstabelle, während seiner Arbeit als Professor in Pennsylvania. Er
entwickelte auch das Berliner Modell der Kleinkindpädagogik und arbeitete an
verschiedenen Forschungsprojekten. Im September 2010 verstarb Kuno Beller im
Alter von 91 Jahren.

2. Allgemeine Tabelle

Die Entwicklungstabelle umfasst eine Altersspanne von null bis neun Jahren, sie
erfasst den Entwicklungsstand in 8 verschiedenen Entwicklungsbereichen:
Umgebungsbewusstsein, Selbstständigkeit in der Körperpflege, Sozialemotionale
Entwicklung, Spieltätigkeit, kognitive Entwicklung, Sprache, Feinmotorik,
Grobmotorik. Das Ziel ist nicht der Vergleich mit der allgemeinen Altersnorm, da
Kinder sich in verschiedenen Bereichen unterschiedlich schnellentwickeln. Sondern
die Kinder besser zu verstehen, ihre Individualität wahrzunehmen und sie
entwicklungsangemessen fördern zu können, indem sie in einer natürlichen Situation
beobachtet. Durch die Gesamtheit aller Ergebnisse in den Entwicklungsbereichen
entsteht ein Entwicklungsprofil.
Die Entwicklungsbereiche sind hierbei unterteilt in 18 Entwicklungsphasen:
Die ersten vier Entwicklungsphasen sind jeweils drei Monate lang, sie erstrecken
sich über das erste Lebensjahr des Kindes. Die Folgephasen erstrecken sich dann
über je sechs Monate. Ab dem Alter von sechs Jahren umfassen die Phasen 12
Monate.
In den einzelnen Phasen ändert sich die zu bearbeitenden konkreten Fragen, die
sogenannten Items.

3.Anwendung

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Die Beobachtung des Kindes wird vorbereitet und wenn nötig setzt man sich mit der
Entwicklungstabelle und ihrer Funktion auseinander. Das Kind wird dann aktiv über
einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen aktiv beobachtet und dabei fokussiert
wahrgenommen.
Die Beobachtungen werden dann in einem Entwicklungsprotokoll festgehallten,
hierfür setzen sich ein Erfasser und die beobachtende Erzieherin zusammen und der
Erfasser befragt die Erzieherin an Hand der Items zum Verhalten des Kindes.
Der Erfasser beginnt in der Phase unter dem Alter des Kindes, die Erzieherin
antwortet mit „tut es“, „tut es teilweise“, „tut es nicht“ oder „weiß nicht“ und diese
Antworten werden im Protokollbogen notiert.

4.Entwicklungsprotokoll

Aufgrund des Protokollbogens wird ein Entwicklungsprotokoll erstellt, dieses erfasst


drei zentrale Werte für jeden Entwicklungsbereich.
Basiswert:
Ab der Phase, bei der man mit der Befragung gestartet hat, arbeitet man die Phasen
schrittweise nach unten ab, bis in einer Phase alle Items mit „tut es“ beantwortet
werden. Diese Phase zeigt somit die volle Kompetenz des Kindes.
Deckenwert:
Man startet wieder ab der Phase, bei der man gestartet hat und arbeitet nun die
Phasen schrittweise nach oben ab, bis in einer Phase alle Items mit „tut es nicht“
beantwortet werden. Dadurch zeigt sich die Phase, in der das Kind noch keine
Kompetenzen aufweist.
Entwicklungsdurchschnittswert:
Die Ermittlung des Entwicklungsdurchschnittswertes geschieht in zwei Schritten,
hierbei werden den Antworten Werte zugeschrieben, diese nennt man dann
Itemwerte.

„tut es“ = Wert 1


„tut es teilweise“ = Wert 0,5
„tut es nicht“ = Wert 0
„weiß nicht“ wird nicht berücksichtigt

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1. Phasenwerte ermitteln:
Alle Itemwerte einer Phase werden addiert und anschließend durch die Anzahl der
Fragen geteilt.
Sollte eine Frage mit „weiß nicht“ beantwortet worden sein, so wird die Frage nicht in
die Anzahl der Fragen miteinbezogen

2. Durchschnittswert eines Bereichs:

Alle Phasenwerte eines Entwicklungsbereiches werden addiert, zusätzlich erhalten


alle Phasen unter dem Basiswert den Wert 1 und alle Phasen ab dem Deckenwert
den Wert 0.

Dadurch erhält man den Entwicklungsdurchschnittswert eines ganzen


Entwicklungsbereichs, mit diesen wird ein Entwicklungsprofil erstellt.

5. Entwicklungsprofil

Aufgrund des Entwicklungsprofils erhält man einen Überblick über die gesamten
Kompetenzen des Kindes. Das Kind beherrscht alle Items ab dem Basiswert und
alles Darunterliegende. Der Deckenwert zeigt die gegenwärtigen
Entwicklungsaufgaben, die noch entwickelt werden sollten. Man erhält die aktuellen
Interessenbereiche, in dem man die Items des Basis- und Deckenwerts betrachtet.

Durch das Entwicklungsprofil kann die Förderung des Kindes individualisiert werden
und Über- bzw. Unterförderung vermieden werden.

6.Fazit

Weniger gut an der Entwicklungstabelle von Beller ist aus unserer Sicht, dass die
Einarbeitung am Anfang sehr kompliziert und zeitaufwendig ist. Jedoch können die
Beobachtungen, die auch sehr zeitaufwendig sind auf mehrere Personen aufgeteilt
werden. Durch die gemeinsame Beobachtung ist auch eine gemeinsame Reflexion
nötig, wodurch die entstandenen Beobachtungsfehler erkannt werden können. Gut
an diesem Beobachtungsverfahren ist, dass die Individualität des Kindes beachtet
wird, dabei wird gefragt, wie ist das Kind und nicht ob es in die Norm passt.
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Allerdings wird die Aussagekraft der Ergebnisse geschmälert, ab einem höheren
Alter.

In der Praxis würden wir die Entwicklungstabelle nach Beller auf jeden Fall gerne
einmal ausprobieren, da sie direkt auf die Individualität des Kindes gerichtet ist, und
man viele Informationen erhält. Allerdings ist schwer abzusehen, in wie weit die Zeit
besteht, das Verfahren immer anzuwenden.

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Quellen:

Erzieherinnen und Erzieher Band II, S. 127-131

Viernickel, Susanne/ Völkel, Petra, Beobachten und Dokumentieren im


pädagogischen Alltag. Freiburg: Herderverlag 20179