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Betriebliche Elektromobilität

- Notwendigkeit und Chancen -

Stand: Januar 2021


Grundlagen:
Urbanisierung und Globalisierung

Seit dem Jahr 2008 leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf
dem Lande – mit steigender Tendenz. Europa ist hinsichtlich der
Urbanisierung sogar Vorreiter.
Bei uns in Deutschland leben bereits drei von vier Menschen in der
Stadt.
Die Vereinten Nationen schätzen, daß 70 Prozent der
Weltbevölkerung um das Jahr 2050 in Metropolen und Städten oder
urbanen Ballungsgebieten leben wird.
Der ÖPNV wird zum IÖV (mobility on demand). Bis zu 40 % des
innerstädtischen Verkehrs entfällt auf die Parkplatzsuche.
Nach EU-Schätzungen wären in Deutschland bis 2020 zirka
150.000 Ladestationen erforderlich, aktuell sind es nur 3.800.

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Grundlagen:
Green Deal der Europäischen Union
Die Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre als CO 2 Endlagerstätte ist
begrenzt und der Anstieg der weltweiten Durchschnitts-
temperatur durch CO2 Emissionen muß eingedämmt werden.
Es darf nicht mehr CO2 emittiert werden, als man anderweitig
wieder einfängt (Klimaneutralität). Die Nutzung fossiler
Energiequellen (Kohle, Öl, Gas) muß dauerhaft auf Null reduziert
werden.
Die EU hat ihre Klimaziele für das Jahr 2030 verschärft – von
minus 40 auf minus 55 Prozent im Vergleich zum Basisjahr
1990. Im Verkehrssektor kommt man damit an der
Elektromobilität nicht vorbei (CO 2 Flottenziele).
Ab 2021 beginnt EU weit der CO2 Emissionshandel.

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Grundlagen:
Green Deal der Europäischen Union

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Grundlagen:
Green Deal der Europäischen Union

Die Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre als CO 2 Endlagerstätte


ist begrenzt und der Anstieg der weltweiten Durchschnitts-
temperatur durch CO2 Emissionen muß begrenzt werden.
Es darf nicht mehr CO2 emittiert werden, als man anderweitig
wieder einfängt (Klimaneutralität). Die Nutzung fossiler
Energiequellen (Kohle, Öl, Gas) muß dauerhaft auf Null
reduziert werden.
Die EU hat ihre Klimaziele für das Jahr 2030 verschärft –
von minus 40 auf minus 55 Prozent im Vergleich zum
Basisjahr 1990. Im Verkehrssektor kommt man damit an der
Elektromobilität nicht vorbei (CO2 Flottenziele).

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Grundlagen:
Neuzulassung bei batterieelektrischen Fahrzeugen

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Grundlagen:
Anteil von Elektrofahrzeugen steigt weiter an

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Grundlagen:
Verbrenner sterben aus
CO2 Emissionen werden
ab 2021 bepreist, was zu
stetig steigenden Benzin-
preisen führen wird.

2022: Ende Kernkraftwerke

2035: Ende Kohlekraftwerke

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Betriebliche Ebene:
Interessengruppen der Elektromobilität

1) Dienstwagen / Lieferfahrzeuge
Geschlossener Benutzerkreis (zumeist AC Ladung). Zugang mittels RFID
Chip oder Schlüsselschalter. Bis 2030 steuerlich kein geldwerter Vorteil.
Erfassung der Lademengen für Dokumentation und Controlling.
2) Mitarbeiter mit eigenem Fahrzeug / Besucher
Eichkonforme Abrechnung der getankten Energiemengen über externes
Backend mit Roaming-Funktionalität.
Wem gehören die Personendaten? Wie steht es um den Datenschutz? Welche
Ladestationen können jetzt und zukünftig eingebunden werden? Soll eine
eigene Roaming-Karte ausgestellt werden?
3) Unterwegs (Dienstwagen & Lieferfahrzeuge) & zuhause
Tankkarte = Roaming RFID Karte / App

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Betriebliche Ebene:
Entscheidungsaspekte

1) Zuordnung der Kosten und Einnahmen (Roaming)


Wer hat die Preishoheit?

2) Investitionssicherheit von Hardware (Ladeinfrastruktur)


und Software (Roaming Backend)
Ist die zukünftige Einbindung von z.B. DC Stationen möglich?

3) Rechtliche Aspekte
Laut Verordnung müssen 20 Prozent der betrieblichen Stellplätze mit einer Vorhaltung von
Ladeinfrastruktur vorgesehen werden.
Das Brennstoffemissionshandelsgesetz erfaßt ab dem Jahr 2021 erstmals auch den
CO2 Verbrauch von Immobilien.
Mieter und Wohnungseigentümer in einem Mehrparteienhaus haben das Recht auf eine
private Ladestation für ihr Elektroauto.

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Betriebliche Ebene:
Entscheidungsaspekte

4) Energiebedarf pro Fahrzeug


Ausgehend von einem durchschnittlichen Verbrauch von 18 kWh pro 100 km
und einer durchschnittlichen Fahrleistung pro Tag von 80 km ergibt sich ein
täglicher Energiebedarf pro Fahrzeug in Höhe von 14,4 kWh in einer
Ladefarm.
5) Lastmanagement
Statisches und dynamisches Lastmanagement sowie eventuelle Einbindung
regenerativer Eigenenergie (PV, Windkraft, Biogas). Netzdienliche Steuerung.
6) Nutzung durch Dritte
Soll ein Teil der Ladeinfrastruktur dauerhaft zur Nutzung durch Dritte
freigegeben und damit eine Rückvergütung ermöglicht werden?
7) Hotline / technische Überwachung / jährliche Wartung

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Europaweites Roaming:
Rückvergütung für das Unternehmen

Im Sinne der Vereinfachung der Bezahlung der „getankten


Energie“ hat sich bei der Elektromobilität das Bezahlen per
RFID Karte (oder Schlüsselanhänger), Smartphone App, per
Kreditkarte (QR Code) oder EC Karte (Giro-e NFC)
durchgesetzt.
Wichtig ist der Beleg für die Buchhaltung und das Controlling
– damit fallen bestimmte Bezahloptionen für Firmenwagen
(z.B. Giro-e) weg.

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Europaweites Roaming:
Generelle Funktionsweise

Die Kilowatt genauen Ladepreise im Stadtgebiet Verl


und Gütersloh sind unterschiedlich. So beträgt der
Ladepreis in Verl € 0,36/kWh – es werden keine weiteren
Start- oder Mindestgebühren und keine Blockiergebühr
nach Überschreiten der maximalen Parkzeit (2 bzw. 4 h)
erhoben.

Da (bislang) keine eigenen Ladekarten eingeführt sind,


ist der Preis für Elektromobilisten aber von den obigen
Werten durchaus verschieden!

Die zwei Stadtwerke erhalten einen festgelegten Preis an


Rückvergütung – dieser Preis ist nicht der Roamingpreis.
Insellösungen in Berlin, Hamburg, Münster und weiteren Städten.

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Europaweites Roaming:
Exemplarische Auswahl an Roaming-Karten
BMW Flex BMW Active Plugsurfing TankE EnBW EnBW Innogy
Standard Viellader ePower basic

Monatliche 0€ 4,99 € 0€ 0€ 0€ 4,86 € 4,95 €


Grundgebühr

AC Laden variabel 0,33 €/kWh 0,49 €/kWh 0,39 €/kWh 0,39 €/kWh 0,29 €/kWh 0,30 €/kWh

DC Laden variabel 0,39 €/kWh 0,69 €/kWh 0,39 €/kWh 0,48 €/kWh 0,38 €/kWh 6,95 €
Session fee

IONITY Laden 0,79 €/kWh 0,79 €/kWh 1,09 €/kWh


0,35 €/kWh 0,35 €/kWh
(IONITY Plus) (IONITY Plus)

Blockiergebühr ja AC 0,06 €/min nein ja 0,97 €/min 0,97 €/min 0,97 €/min
DC 0,20 €/min

Die Roaming-Kosten für den Endnutzer sind je nach Anbieter und Nationalität (Ust) durchaus verschieden.
Häufig verwenden Roaming-Anbieter eine Blockiergebühr nach drei oder vier Stunden.
Die Rückvergütung an den Betreiber der Ladestation ist vertraglich fest vereinbart. Eine regionale Roaming-Karte
(Stadtwerke VIP Kunden) ist aus vielen Gründen sinnvoll.

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Laden zuhause (Variante 1):
Intelligenter Ladepunkt mit MID Zähler

1) Bundesweite Kfw-Förderung für private Ladepunkte


Pro Ladepunkt werden durch die Kfw Bank maximal € 900 gefördert
(Ladestation und Anschlussarbeiten). Die Ladepunkte müssen 11 kW Leistung
haben. Strom aus erneuerbaren Energien (Öko-Strom oder eigene PV Anlage)
und netzdienliche Steuerung (Energie-Management oder Smart Meter
Gateway).
2) Abrechnung gegenüber Arbeitgeber
MID Zähler ermöglicht die Abrechnung mit dem Arbeitgeber (vergleichbar mit
einer Tankkarte) oder durch monatliche Pauschale von € 25 (bei Bezahlung der
Wallbox durch den AG) oder € 50 (bei eigener Wallbox).
3) Geldwerter Vorteil bei Dienstwagen
Durch die 0,5 Prozent Regelung (0,25 % unter bestimmten Bedingungen) sind
alle Ansprüche an den AG abgegolten – ein Ausgleich im Lohnsteuer-
jahresausgleich kann nicht erfolgen.

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Laden zuhause (Variante 2):
Intelligenter Ladepunkt eichkonform

1) Bundesweite Kfw-Förderung für private Ladepunkte


Pro Ladepunkt werden durch die Kfw Bank maximal € 900 gefördert
(Ladestation und Anschlussarbeiten). Die Ladepunkte müssen 11 kW Leistung
haben. Strom aus erneuerbaren Energien (Öko-Strom oder eigene PV Anlage)
und netzdienliche Steuerung (Energie-Management oder Smart Meter Gateway).
2) Abrechnung gegenüber Arbeitgeber
Die Abrechnung mit dem Arbeitgeber erfolgt durch einen externen Dritten
(Backend-Betreiber, Energie-Ablesebetriebe), um den Arbeitgeber vollständig
von allen administrativen Tätigkeiten zu entlasten. Die Kosten für Ladestation,
Installation etc. übersteigen die Kfw-Förderung deutlich.
3) Geldwerter Vorteil bei Dienstwagen
Durch die 0,5 Prozent Regelung (0,25 % unter bestimmten Bedingungen) sind alle
Ansprüche an den AG abgegolten – ein Ausgleich im Lohnsteuerjahresausgleich
kann nicht erfolgen.

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