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© BUNDESREPUBLIK ®Patentschrift ® Int. Cl.

6:

DEUTSCHLAND
BO5D 7/22
®DE 19503104 Cl BOSD 1/02
FO2M 35/10
FO1 N 7/08 c.)
FO2B 77/02
® Aktenzeichen: 19503 704.9-45
® Anmeldetag: 4. 2.95
DEUTSCHES © Offenlegungstag:

PATENTAMT ® Veröffentlichungstag
der Patenterteilung: 1. 2.96

E
Innerhalb von 3 Monaten nach Veröffentlichung der Erteilung kann Einspruch erhoben werden

0) Patentinhaber: 6) Erfinder:
MTU Motoren- und Turbinen-Union Friedrichshafen Velji, Amin, Dr.-lng., 88094 Oberteuringen, DE;
GmbH, 88045 Friedrichshafen, DE Bächle, Berhard, Dipl.-Ing., 88045 Friedrichshafen,
DE; Freitag, Martin, Dr.-lng., 88045 Friedrichshafen,
DE; Effelsberg, Erwin, Dr.-Ing., 88048
Friedrichshafen, DE

® Für die Beurteilung der Patentfähigkeit


in Betracht gezogene Druckschriften:
DE 4202531 Cl

® Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer strömungsgünstigen Oberflächenstruktur von Gaskanälen
Es werden ein Verfahren zur Herstellung von strömungs-
günstigen Oberflächen von Gaskanälen einer Brennkraftma-
schine und eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeig-
nete Vorrichtung vorgeschlagen, welche eine beliebige
Modifizierung der von Gasen überstrichenen Kanaloberflä-
chen ermöglicht. Das Verfahren sieht eine nachträgliche
Innenbearbeitung der Kanaloberfläche vor, bei welcher
geeignetes Material mittels einer Sprühdüse gezielt auf die
Kanalinnenwandung aufgetragen wird. Mit entsprechenden
vorrichtungsmäßigen Anpassungen und einer gegebenen-
falls wiederholten Durchführung des Verfahrens können
gewünschte Oberflächenstrukturen beliebig ausgebildet
werden.

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BUNDESDRUCKEREI 11.95 508 165/341 40
DE 195 03 704 Cl
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Beschreibung kann so in Abhängigkeit der aufgebrachten Material-
partikel, der sogenannten Materialflockengröße, die Be-
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung schaffenheit der zu gestaltenden Oberflächenstruktur
einer strömungsgünstigen Oberfläche von Gaskanälen gezielt hergestellt werden. Dabei bietet das nachträgli-
für ]3rennkraftmaschinen nach dem Oberbegriff des An- ehe Aufbringen bzw. Aufsprühen des Beschichtungsma-
spruch 1 und eine Vorrichtung mit welcher die strö- terials den Vorteil, daß die Beschaffenheit der zu gestal-
mungsgünstige Oberfläche von Gaskanälen hergestellt tenden Oberflächenstruktur ohne örtliche Begrenzung
werden kann. und mit der gewünschten Strukturierung im Gaskanal
Bei Brennkraftmaschinen, insbesondere bei schnell- dargestellt werden kann. Insbesondere bietet die nach-
laufenden Motoren, treten beim Ladungswechsel strö- 10 trägliche Ausbildung der Oberflächenstruktur die Mög-
mungsmechanische Verluste auf. Ursachen für diese La- lichkeit, die Strömungsgeschwindigkeit der Gase an
dungswechselverluste sind die innere Reibung der durch ganz bestimmten Stellen oder Bereichen im Kanal mit-
die Strömungskanäle strömenden Gase und die Rei- tels jeweils geeigneter Strukturierung ganz gezielt den
bung der Gase beim Entlangströmen an den Wandungs- Erfordernissen anzupassen.
oberflächen dieser Kanäle. Hierbei ist es bekannt, diese 15 Unterschiedliche Rauheitsgrade des Oberflächenauf-
Verluste, insbesondere den Reibungswiderstand zwi- trags können erfindungsgemäß mittels unterschiedlich
sehen Gas und Wandungen, durch das Anbringen einer großen Materialflocken bzw. Sprühtropfen, aber auch
strömungsgünstigen Oberflächenstruktur an der von durch wiederholten Materialauftrag, den Erfordernissen
den Gasen überstrichenen Oberfläche zu reduzieren. So entsprechend, an jeder beliebigen Stelle des Gaskanals
ist aus der DE 4202531 Cl eine Saugrohranlage be- 20 ausgebildet werden. Die Flockengröße ist dabei durch
kannt, bei der die von der Frischluft überströmten In- das gewählte Auftragsmaterial sowie durch die zur Auf-
nenflächen der Saugrohre eine definierte Oberflächen- bringung verwendete Sprühvorrichtung bestimmt.
struktur aufweisen, welche aus feinen Rillen mit säge- Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung
zahnförmigem Querschnitt bestehen. In dieser Druck- der strömungsgünstigen Oberflächenstruktur von Gas-
schrift wird ferner vorgeschlagen, für bestimmte Form- 25 kanälen umfaßt im wesentlichen eine Sprühdüse, welche
gebungen der Motorsaugrohranlage nur bestimmte Be- über ein rohrförmiges Verbindungsstück mit einer För-
reiche der überströmten Fläche mit einer geeigneten dereinrichtung für das aufzubringende Material verbun-
Oberflächenstruktur zu versehen oder in verschiedenen den ist. Durch geeignete Dimensionierung des Verbin-
Bereichen der Oberflächen unterschiedliche Oberflä- dungsstücks und der daran ausgebildeten Sprühdüse
chenstrukturen vorzusehen. 30 können bei entsprechender Handhabung sämtliche Ab-
Zur Herstellung der definierten Oberflächenstruktur schnitte des Strömungskanals erreicht werden. Eine ge-
wird in dieser Druckschrift vorgeschlagen, die ge- eignete Abgleichung von Förderleistung und Material-
wünschte Oberflächenstruktur auf einem Formkern eigenschaft legt sowohl die Auftragsdicke als auch die
auszubilden, so daß diese dann beim Ummanteln des Auftragstopographie fest.
Formkerns mit Kunststoff, also bereits beim Urform- Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines in der
prozeß der Saugrohranlage, an den jeweiligen Oberflä- Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher er-
ehe nbereichen der Gaskanäle dargestellt wird. läutert.
Obwohl mit dem beschriebenen Verfahren eine In Fig. 1 ist schematisch ein Teil eines mit Hilfe eines
gleichmaßig gute Strukturierung der Kanalinnenwan- entsprechenden Modells abgegossenen Zylinderkopfes
dungen hergestellt werden kann, so hat sie dennoch 40 dargestellt. Dieser Zylinderkopfteil 1 zeigt die Einlaßsei-
durch das Herstellungsverfahren bedingte Nachteile. te, d. h. die konstruktiven Verhältnisse, wie sie bei einem
Ein wesentlicher Mangel dieses Herstellungsverfahrens Einlaßkanal einer Brennkraftmaschine prinzipiell vor-
ist die bereits bei der Herstellung der Formkernoberflä- liegen. Die Geometrie des Gaskanals im Zylinderkopf
ehe aufgrund mechanischer Fertigungsverfahren festge- wird unter strömungsgünstigen Gesichtspunkten fest-
legte regelmäßige Oberflächenstruktur. gelegt. So weist der Einlaßkanal 2 einen im wesentlichen
Damit ist die Obenflächenbeschaffenheit der Gaska- kreisrunden Querschnitt auf und ist torusförmig im Zy-
näle bereits zum Zeitpunkt der Formkernherstellung in Iinderkopf geführt. Neben der hier dargestellten Kanal-
ihrer endgültigen Ausbildung festgelegt. Eine nachträg- geometrie, sind ferner noch komplizierter gestaltete
liche Modifizierung der Oberflächenstruktur ist nicht Kanäle, wie z. B. Drallkanäle, bekannt, auf die das erfin-
mehr möglich. 50 dungsgemäße Verfahren ebenfalls angewendet werden
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein effizientes und ko- kann. Die Formgebung herkömmlicher Einlaßkanäle
stengünstiges Verfahren zur Herstellung strömungs- mit mehrdimensional gekrümmten Kanaiwandungen
günstiger Oberflächenstrukturen von Gaskanälen auf- macht eine mechanische Nachbearbeitung der Innen-
zuzeigen, mittels welchem Kanalmodifikationen an fer- wandungen der Kanäle nahezu unmöglich. Außerdem
tiggestellten Gaskanälen gezielt und einfach vorgenom- s ragt in diesen vielgekrümmten Einlaßkanal 2 jeweils ein
men werden können. Gaswechselventil, hier das Einlaßventil 3 bzw. dessen
Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung Ventilstößel 12, hinein. Dieser Ventilstößel 12 und eine
für das Verfahren durch die Merkmale des Patentan- zur Führung des Ventils vorzusehende Ventilführung 13
spruchs 1 und für die Vorrichtung durch die Merkmale machen die Geometrie des Einlaßkanals zusätzlich auf-
des Patentanspruchs 4 gegeben. Die Unteransprüche 60 wendig.
enthalten zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung. Der dargestellte Einlaßkanal 2 ist in Wandungsberei-
Erfindungsgemäß wird also vorgeschlagen, die Kanal- ehen, an welchen die Gase vorbeistreichen, mit der er-
oberflächenstruktur nachträglich durch Bearbeitung findungsgemaß aufzutragenden Materialschicht 11 zur
der abgegossenen Gaswechselkanäle auszubilden. Für Verbesserung der Strömungseigenschaften zwischen
diese nachträgliche Innen-Bearbeitung wird ein Verfah- 65 der Kanalwandung und den vorbeiströmenden Gasen
ren vorgeschlagen, bei welchem ein geeignetes Material beschichtet.
auf die Kanalinnenwandungen aufgebracht, bevorzugt Zum Aufbringen des Materials 11 auf die Kanalinnen-
aufgesprüht, wird. Bei entsprechender Materialauswahl wandungen dient die erfindungsgemaße Auftragvor-
DE 195 03 704 Cl
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richtung 4. Diese Auftragvorrichtung 4 besteht im we- len auch die Möglichkeit der Nachbildung eines Port-Li-
sentlichen aus einem Verbindungsstück 5, an dessen ners.
vorderen freien Ende eine Sprühdüse 6 angeformt ist. Ein solcher Port-Liner dient durch seine Art und
Das Verbindungsstück 5 ist in dem dargestellten Bei- Form der Wärmeisolation der umliegend angeordneten
spiel als Rohr ausgebildet, dessen Form und Länge so 5 Motorbaugruppen gegenüber den heißen Verbren-
gewählt ist, daß mit der daran angeformten Sprühdüse nungsabgasen und zum Schutz des Auslaßkanals vor
Abschnitte des Strömungskanals von außen erreicht den hochkorrosiven Verbrennungsabgasen. Bei ent-
werden können, welche für herkömmliche mechanische sprechender Wahl des aufzubringenden Materials kann
Bearbeitungsverfahren bisher nicht zugänglich waren. dabei sogar ein bestimmter Wärmeübergang von den
Hierzu mündet die Sprühdüse 6 im Winkel zu Längsach- 10 Gasen auf den Auslaßkanal empirisch festgelegt wer-
se des Verbindungsstückes und leitet damit das durch den.
sie hindurchströmende Auftragsmaterial jeweils an die
gewünschte Stelle des Gaskanals. Die Düsenöffnung 14 Patentansprüche
ist in Form und Abmessung an das zur Kanalinnenbe-
schichtung verwendete Material abgestimmt. Die Ver- 15 1. Verfahren zur Herstellung von strömungsgünsti-
teilform und damit die Größe der Materialfiocken wird gen Oberflächen von Gaskanälen einer Brennkraft-
mithin durch die Düsenöffnungsform und die Düsen- maschine, dadurch gekennzeichnet daß die Ober-
querschnittsfläche bestimmt. Je nach gewünschter flächen mit einer strömungsgünstigen Struktur ver-
Oberflächenstruktur der Kanalbeschichtung kann also sehen werden, welche durch eine nachträgliche Be-
durch geeignete Wahl der Düsenform und Düsengröße 20 arbeitung der Kanaloberflächen ausgebildet wird,
gezielt Einfluß auf den Materialauftrag genommen wer- wobei geeignetes Material mittels einer Sprühdüse
den. gezielt auf die Kanalinnenwandungen aufgebracht
Durch diesen nachträglichen Materialauftrag kann wird.
die Oberflächenstruktur des Einlaßkanals - oder nur 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
bestimmter Passagen davon - in einfacher Weise wie- 25 zeichnet daß die Oberflächenstruktur entsprechend
derholt modifiziert werden. Daher haben das erfin- gewünschter strömungsmechanischer Eigenschaf-
dungsgemäße Verfahren und die vorgeschlagene erfin- ten ungleichförmig im Kanal ausgebildet wird.
dungsgemäße Vorrichtung besondere Bedeutung für 3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2
Versuch- und Anpassungszwecke von Gaskanälen. So dadurch gekennzeichnet, daß die Beschaffenheit
beispielsweise bei Blasversuchen, wo zur Optimierung 30 der Oberflächenstruktur durch die Tröpfchengröße
einer strömungsgünstigen Gestaltung von Gaskanälen, des zur Bildung der Oberflächenstruktur auf die
durch gezielte Kanalmodifikation, schrittweise die für Kanaloberfläche aufgebrachten Materials be-
die gewünschten Einströmverhältnisse günstigste Ge- stimmt wird.
staltung des Einlaßkanals empirisch ermittelt wird. 4. Vorrichtung zur Herstellung von strömungsgün-
Zur Durchführung derartiger Anpaßarbeiten wird die stigen Oberflächen in Gaskanälen, einer Brenn-
erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung in der Art einer kraftmaschine, dadurch gekennzeichnet daß ein
Sonde von außen in den Einlaßkanal 2 eingeführt und in rohrförmigbauendes Verbindungsstück (5) vorge-
Richtung des Pfeiles 9 und/oder der Pfeilrichtung 10 sehen ist, welches an seinem freien Ende eine
geführt. Gleichzeitig wird mittels einer über eine Kupp- Sprühdüse (6) aufweist und mit seinem anderen En-
lung 7 mit der Auftragsvorrichtung 4 verbundene För- 40 de mit einer Fördereinrichtung (8) für das auf die
dereinrichtung 8 das aufzutragende Material durch das Kanalinnenwandungen aufbringende Material ver-
Verbindungsstück und durch die Düse gefördert. bunden ist, wobei die Länge des Verbindungsstücks
Für Anpaßarbeiten kann die Auf tragsvorrichtung (5) und die Ausbildung der Sprühdüse (6) auf die
manuell geführt werden. Bei entsprechender Positionie- geometrische Ausbildung der Gaskanäle abge-
rung der Auf tragvorrichtung 4 und des Zylinderkopfes 1 45 stimmt sind.
kann der Sprühstrahl jedoch auch maschinell geführt
werden. Während eine manuelle Betätigung, bevorzugt Hierzu 1 Seite(n) Zeichnungen
bei versuchsbedingten Modifikationen zum Einsatz
kommen dürfte, kann dagegen mit einer gesteuerten
maschinellen Betätigung eine bestimmte Kanalmodifi- 50
kation wiederholt an zahlreichen Zylinderköpfen bzw.
Einlaßkanälen vorgenommen werden.
Durch das Aufsprühen des aufzutragenden Materials
lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren z. B.
beliebige Noppenstrukturen der Kontaktflächen her- 55
stellen. Die Oberflächenbeschaffenheit dieser Schicht
bzw. die Makrogeometrie der Kanäle legt die darin ört-
lich auftretenden Strömungsgeschwindigkeiten der dar-
an vorbeiströmenden Gase fest. Soll neben der Oberflä-
chenbeschaffenheit außerdem eine Veränderung der 60
Gaskanaldimension vorgenommen werden, so bietet
das erfindungsgemäße Verfahren die Möglichkeit,
durch mehrfaches Aufbringen von Auftragsmaterial die
Beschichtungsdicke lokal unterschiedlich zu gestaltet.
Neben dem beschriebenen Einsatz des erfindungsge- 65
mäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Vor-
richtung zur Modifikation von Einlaßkanälen, bieten
diese mit Hinblick auf die Gestaltung von Auslaßkanä-
ZEICHNUNGEN SEITE 1 Nummer: DE 19503 704 Cl
Int.CI.6: BOSD 7/22
Veröffentlichungstag: 1. Februar 1996

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